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Kontrakturen.
(Befchrieben 1525 u.’26 im fübmeftlicben £>eutfd>lanb.
mit einer Cafel Hobenbeimfcber ©cbriföuge*
Alle Rechte, einschließlich Übersetzungsrecht, Vorbehalten
Copyright 1929 by R. Oldenbourg, München und Berlin
Printed in Germany
Vorwort.
Hohenheims Lebensbühne hat sich gewandelt in der Zeit,
deren Schriftwerk dieser zweite Band gewidmet ist. Sein Schiff¬
lein, das er — vermutlich auf Antreiben des alternden Vaters —
durch Niederlassung in Salzburg 1523/24 an der Salzach fest¬
gemacht hatte, war durch die Bauernunruhen losgerissen wor¬
den und ging nun wieder in voller Fahrt nach Westen, donau-
aufwärts ins Heimatland der Bombaste von Hohenheim, das er
jetzt wohl nicht zum ersten Male schaute, ins Herzland der
Alemannen. Württemberg, Baden und das Elsaß waren nun seit
1525 für rund vier Jahre sein Wirkungskreis, in dem die Baseler
Professur trotz ihrer großen Bedeutung, auch für sein Schrift¬
tum, doch nur eine zentrale Episode bildet, eine Etappe von
kaum mehr als 10 Monaten. Weitere Etappen im Südwesten
deutschen Landes außer Basel, das er auch schon vor seiner
Berufung auf Stadtarztamt und Professur daselbst des öfteren
wohl schon in diesen Jahren besucht hatte, weitere Etappen,
die wir heute noch nachweisen können mit größerer oder ge¬
ringerer Bestimmtheit neben Wildbad, Liebenzell und anderen
Schwarzwaldbädern, bilden Freiburg im Breisgau, Neuenburg
am Rhein, Ensisheim, Rufach, Kolmar und Straßburg, wo er
zu Ende des Jahres 1526 vor Anker gehn wollte, wie seine Ein¬
tragung ins dortige Bürgerbuch vom 5. Dezember dieses Jahres
dartut. Als er zum Wintersende 1528 nach Kolmar kam, war er
dort kein Neuling mehr.
Diese vier Jahre 1525, 1526, 1527 und 1528 in oberen deut¬
schen Rheinlanden waren Jahre intensivsten, ununterbrochenen
geistigen Schaffens. Vieles, was damals literarisch entstand, mag
in seinen Wurzeln in die erste Salzburger Zeit zurückgehen.
Aber die wahre Zeit seines geistigen Sprossens und Treibens
war doch dort im deutschen Süd westen. Die Konzeptionen jener
Jahre umgreifen noch einen großen Teil dessen, was im späteren
Leben zur Reife kam, ein mächtig Stück seines ferneren Lebens¬
werkes einschließlich des II. Paramirum, der großen Wund¬
arznei, der Bergkrankheiten und selbst der Philosophia sagax.
.Sie alle haben schon damals in Kopf und Herzen ihm aufzu¬
keimen begonnen: in der Jugend geschaut, auf der Höhe des
Lebens ausgereift und ausgebaut. Ja, der Leser hat in den
Bänden VII — XII dieser Ausgabe im Kleindruck und Kompreß-
druck schon manches Stück in der Hand gehabt, das tatsäch-
V
lieh schon in jenen vier oberrheinischen Jahren aufs Papier ge¬
kommen war als flüchtig hingeworfener Gedanke, als Dispo¬
sition für ein später einmal Auszuarbeitendes. Es hat in die
letzten sechs Bände der Reife nur deshalb Aufnahme gefunden,
weil es Vorarbeiten waren und frühe Entwürfe zu Werken, deren
endgültige Ausgestaltung erst jenseits der Schwarzwaldkette
mehr im Osten und Südosten Deutschlands und in den Alpen¬
ländern gelingen sollte, im zu Ende gehenden vierten und im
fünften Lebensjahrzehnte des Ärztegenius aus Alemannien. Die
Entwürfe und Vorarbeiten sind grundsätzlich aus methodischen
Erwägungen in den Anhang zu den letzten Fassungen der Ge¬
dankenketten, zu den fertigen Werken gestellt worden.
Was der sechste Band gebracht hat, ist schon direkt aus¬
gereiftes Schriftwerk des Schluß jahres dieser oberrheinischen
Schaffensperiode, der unser zweiter bis sechster Band ausschlie߬
lich gehört, in der aber nicht nur Entwürfe konzipiert, sondern
auch Ausarbeitungen in großer Zahl fertiggestellt, Gebiete ge¬
staltend durchwandert wurden, in die er später überhaupt nicht
mehr hineinschritt, da sie ihm im wesentlichen endgültig erledigt
schienen oder andrängendem andern gegenüber ihm wenig mehr
von glänzender Bedeutung schienen. Geistig beschäftigt hatte ihn
gewiß sogar vieles schon auf seinen weiten Früh Wanderungen, was
im zweiten und dritten Bande als Ausarbeitung der Jahre 1525
und 1526 vor uns tritt. Soweit es vorher schon aufgezeichnet
war, findet es seinen Platz ja sowieso bei der schließlichen End¬
fassung. Manches ist aber auch in diesen oberrheinischen Jahren
überhaupt erst konzipiert und sofort zur abschließenden Aus¬
gestaltung gebracht worden im Fortschreiten seiner Gedanken¬
entwicklung.
Wie intensiv und vielseitig sein damaliges Arbeiten gewesen
ist, zeigt sich schon rein äußerlich in der Fülle von Verweisungen
auf anderes Schriftwerk eigener Feder, an dem gleichzeitig ge¬
arbeitet wurde oder das er eben fertiggestellt hatte. Wir können
an dieser großen Zahl von authentischen Verweisen seiner eige¬
nen Hand zugleich erkennen, wie unvollständig der literarische
Nachlaß Hohenheims ist, den wir noch besitzen. Ein rühmen¬
der, fast reklamenhaft anmutender Erguß einer Schülerfeder,
der das damalige Schriftwerk überschaut und bespricht, ist uns
erhalten und wird am Schlüsse des dritten Bandes mitgeteilt
werden beim Übergang zu dem Schriftenkreise, zu dem der
VI
Anstoß von der Übernahme des Lehramtes an der Baseler Hoch¬
schule ausging, das ihm teilweise ganz neue Aufgaben stellte
und auf anderen Gebieten zu sofortigem Abschluß drängte, wo
er vorher schon ein tüchtig Stück literarischer Ausarbeitung
geleistet hatte. Vieles floß ihm ja sicher leicht aus der Feder,
anderes verlangte intensivste Durchdringung und gedankliche
Einzel Verarbeitung in scharfer Konzentrierung. Mit der zer¬
fließenden Vielseitigkeit der vorhergehenden Jahre war es zu
Wintersende 1527 zunächst einmal abschließend vorbei. Un¬
zähliges der Konzepte aus den vorhergehenden Jahren ist ver¬
loren trotz des großen, rastlosen Sammeleifers Johannes Husers,
des „Brisgoius“, der ja aus diesen oberen deutschen Rheinlan¬
den, aus Waldkirch im Breisgau stammte und lange schon ge¬
sammelt und auf gestapelt hatte, ehe er zu Bonn den kurfürst¬
erzbischöflichen Auftrag zur Sammelausgabe erhielt. Bei sorg¬
fältiger Nachprüfung läßt sich aber doch noch gar manches in er¬
haltenen Textfragmenten einigermaßen fixieren und verifizieren.
* *
*
Das Textwerk dieses zweiten Bandes bringt Dinge, die mit
am frühesten feste Gestalt gewannen in der treibenden Ge¬
danken- und Beobachtungsmasse des eben Dreißigjährigen. Es
beschäftigt sich mit den Grundwerten heilenden Tuns, mit Arz¬
neistoffen aus dem Pflanzen- und Mineralreiche und mit dem
Heilschatze der Thermalquellen und sonstiger Heilwässer, die
er ausdrücklich als Ergänzung der Kräuter- und mineralischen
Heilstoffe in fester, noch ungelöster Form ansah und mit diesen
als innerlich dazugehörig zusammenordnete.
Von seinen langen Wanderungen heimgekehrt, wendete er
sein volles Interesse dem heimischen therapeutischen Stoff¬
gebiete zu in Flora, Mineralien und Heilquellen. Über alles dies,
deutsche Bodenschätze im weitesten Sinne, bringt vorliegender
Band so ziemlich das ganze literarische Grundmaterial, wie es
uns erhalten ist. Zunächst werden in dem sogenannten ,,Her-
barius“ und der Sammlung ,,Von den natürlichen Dingen“
Heilstoffe aus beiden Naturreichen geboten, die in zwei ge¬
trennten Sammelbänden von Hohenheim rein äußerlich verteilt
aufgezeichnet waren, ohne schärfere stoffliche Scheidung.
Wie diese völlig fragmentarisch gebliebenen Ausarbeitungen
zustande kamen, zeigt namentlich die erstgenannte Zusammen¬
schreibung, eine unvollendete Sammlung verschiedener einheim-
VII
ischer, weitverbreiteter Naturdinge aus Pflanzen- und Steinreich,
die voll ist von lauter neuen und immer wieder neuen,, Additiones
Theophrasti“, von Nachtragungen und Zusätzen, die sich als
solche vielleicht nur in Tinte und Stimmung der Schrift kund-
gaben und deshalb nur die Husersche Kennzeichnung als „Addi¬
tiones“ erhielten, weil sie offenbar im Laufe der Wochen, Monate
und Jahre als Ergänzungen früherer Notierungen hinzukamen. Es
mag sich dabei ebensosehr um neue Beobachtungen oder neue
Gedanken als auch nicht selten um wieder aufgetauchte Er¬
innerungen an Erlebnisse und Erfahrungen bis in die Wander¬
zeit hinein handeln. Man überfliege nur einmal den Abschnitt
über die Arzneiwirkungen der Korallen und wird sich dabei so¬
fort im klaren sein, daß es sich hier ebensosehr um Konzepte
wie um Kollektaneen handelt, zu deren vollem Abschluß Hohen¬
heim weder in diesen oberrheinischen Schaf fensjahren noch
überhaupt jemals gekommen ist, wie er sich denn mit diesen
primären Heilmitteldingen später überhaupt nicht mehr ab¬
gegeben hat.
Ähnliches gilt auch von dem Schriftwesen über die Heilquel¬
len, das zwar darstellerisch etwas weiter vorgeschritten ist, aber
im wesentlichen in dem Zustand gelassen ist, in den es damals
im ersten Wurf geraten war. Nur mit dem Bade Pfeffers hat
Hohenheim sich aus besonderer Veranlassung rund zehn Jahre
später nochmals schriftstellerisch befaßt, wie der Benutzer dieser
Ausgabe im neunten Band ersehen kann.
An den Schluß des zweiten Bandes sind Ausarbeitungen ge¬
stellt, welche erkennen lassen, wie die,, Tartarische“ Lehre, an die
sich im ersten Bande auch nicht einmal deutliche Anklänge fin¬
den, bei Hohenheim Konsistenz und Form gewinnt, die Lehre
von der Ausscheidung fest werdender Stoffe aus Lösungen unter
Säure -Ein Wirkungen. Das „sechste Buch in der Arznei“ widmet
ihr die erste zusammenhängende Darstellung, nachdem sie in
einer Ausarbeitung vom Wein und in einem Buchentwurf „De
lithiasi“ schon kurze schriftliche Fixierung gefunden hatte. Ge¬
danklich durchblitzen sieht man sie schon in den Bäderschriften,
z. B. bei Baden im Aargau.
Doch sind die drei „Bücher in der Arznei“ vom Tartarus,
Geistesstörungen und Kontrakturen, das 6., 7. und 9. Buch,
eigentlich völlig selbständige Ausarbeitungen, jedes für sich,
trotzdem sie eine gesonderte Gruppe bilden, also doch auch wie¬
der zusammengehören. Sie haben offenbar auch handschrift-
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lieh einzeln für sich ihren Weg gemacht, ehe sie sich getrennt
als Einzelbücher in den Druck fanden, durchaus auch nicht
etwa in ihrer zahlenmäßigen Reihenfolge. Was vor sie als erstes
bis fünftes Buch gehört und als achtes zwischen sie, davon hat
sich nirgends eine Spur gefunden. Zusammengestellt finden sie
sich zum ersten Male bei Huser und da steht im Anfang einge¬
schoben der „Prologus“ eines Anhängers, der mit den drei
Büchern höchstens zeitlich etwas zu tun hat, aber auch in einer
frühen Handschrift, der einzigen, die wir kennen, vor dem
,, sechsten“ Buche zwischengeschoben sich findet. Wir kommen
darauf näher, wie schon angedeutet, im dritten Bande. Von
irgendeiner Disposition des Ganzen dieser ,, Bücher in der Arz¬
nei“ oder auch nur der Zusammenordnung dieser drei einzig
erhaltenen findet sich auch im Husertext keine Andeutung, nur
in einer redaktionellen Zwischenbemerkung. Quartband IV,
Seite 8 macht Huser Andeutungen, die zwar für die Frage des
Ganzen dieser ,,Arznei“-Bücher kaum eine tatsächliche Förde¬
rung bedeuten, aber doch bei der Frage des ,,Prologus“ im drit¬
ten Bande besprochen werden müssen. Doch nun zum Einzel¬
inhalt dieses zweiten Bandes und seiner Überlieferungs¬
geschichte !
* *
*
An erster Stelle geben wir den sogenannten ,,Herbarius“, eine
frühe Zusammenordnung von Abhandlungen über Heilwirkung
von sechs Arzneistoffen: Nieswurz, Persicaria, Salz, Engeldistel,
Korallen und Magneteisenstein. Sie waren in gleicher Zusammen¬
ordnung 1570 von Toxites zu Straßburg als „Beschreibung
Etlicher Kreüter auß dem Herbario Theophrasti Para-
celsi“ in den ,,Ettlichen Tractatus . . . Philippi Theophrasti
Paracelsi“ in Oktav an zweiter Stelle herausgegeben worden
(als 12. — 17. Kapitel größeren Zusammenhanges, S. 256 — 391),
vgl. Bibi. Parac. Nr. 120 und Abb. 1. Von diesem Buche sind
1582, 1587 und 1597 Neudrucke erschienen, als einzige Er¬
scheinungsform dieser arzneimittelkundigen Bruchstücke, für
welche Huser das Autogramm benutzen konnte. Doch sind die
Textabweichungen Husers von den Erstdrucken recht gering
und von nicht allzugroßer Bedeutung (Husers Quartausgabc
Band VII, S. 61 — 108). Eine Handschrift im regulierten Chor¬
herrenstifte zu Herzogenburg schien von beachtlichem Werte
zu sein. Man hat mir vor mehr als einem Menschenalter die
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XII
Übersendung der Handschrift ins Staatsarchiv zu Düsseldorf
verweigert und — vor zwei Jahren die mit einer Inkunabel zu¬
sammengebundenen Blätter — in den Althandel nach Nürnberg
verkauft ! ! Ich habe den Verbleib der Blätter bisher nicht er¬
mitteln können, werde aber die Fährte weiter zu verfolgen ver¬
suchen. Einstweilen muß ich auf die mir von Prof. Aberle wei¬
land gemachten Mitteilungen verweisen, welche in den Para¬
celsushandschriften S. 133 — 136 zum Abdruck gebracht sind
unter der Nr. 42.
Einzelne Abschnitte sind auch anderwärts gedruckt und hand¬
schriftlich überliefert, namentlich in Kassel, und für die Text¬
gestaltung teilweise mit herangezogen worden, namentlich zum
Bruchstück über das Salz und über den Magneten das Kasseler
Ms. ehern. 40 Nr. 16 (vgl. Parac.-Hdschr. Nr. 149, S. 707 — 710).
Gedruckt ist der Abschnitt über die Nieswurz 1568 ohne Orts¬
angabe (zu Basel) als ,, Declaration, zubereiten Hellebori“ her¬
ausgegeben von Adam von Bodenstein (vgl. Bibi. Parac. Nr. 95
und Abb. 2). Teilweise war das Werkchen schon 1567 in den
Medici libelli mitherausgegeben worden, deren Titelblatt aus
Köln der Leser im VIII. Bande dieser Ausgabe auf S. 21 repro¬
duziert findet. Die Abschnitte über die Persicaria und über die
Korallen hat ein Ungenannter zu Augsburg ohne Jahresangabe
(1568) im Anhang zu ,,Aphorismorum aliquot . . . interpretatio“
erscheinen lassen (vgl. Bibi. Parac. Nr. 100 und Abb. 3).
Endlich ist auch der Abschnitt über den Magneten schon 1570
gesondert erschienen gewesen in den ,, . . etliche Tractetlin zur
Archidoxa gehörig“ zu München bei Adam Berg an erster Stelle,
ediert von Dr. Joh. Albert Wimpinäus (vgl. Bibi. Parac. Nr. 128,
unsere Abb. 4).
An zweiter Stelle bringt dieser Band neun Abhandlungen zur
Heilmittellehre, die gleichfalls von Toxites 1570 zu Straßburg
in den „Ettlichen Tractatus“ (vgl. Abb. 1) als „Das Buch von
natürlichen Dingen“, an erster Stelle, herausgegeben waren,
genau in der gleichen Reihenfolge wie bei Huser (VII, 109 — 232).
Dieser hatte auch den Straßburger Druck „aus Theophrasti
eigenen Handschriften korrigieren“ können. Alle 9 Abhand¬
lungen sind verstreut auch anderwärts gedruckt, weil man ihnen
zum Teil in Paracelsistenkreisen ganz besondere Bedeutung bei¬
maß. Die drei ersten über Terpentin, Nieswurz und Wasserblut
stehen so in den „Medici libelli“ Köln 1567, das zweite Stück
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PHILIPPI THEOPHRASTI PA¬
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1. X>ott bc m iTTaßitetcti/ vttnb (emet wmtberbath*
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2. De occulta Phüofophia.brtttnnen tractirt witb
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Anno M. D. LXX.
2lbb. 4 (6/ö)
XIV
auch in der „Declaration“ von 1568 (Abb. 2), das dritte beim
Aphorismendruck aus Augsburg (Abb. 3) ; es kommt auch hand¬
schriftlich vor. Der Abschnitt 4 über das Salz ist in die Kölner
Archidoxenausgabe von 1570 im Anhang mit aufgenommen,
zusammen mit den letzten drei Stücken vom Schwefel, Vitriol
und Arsenik. Wir werden diesen Kölner Archidoxendruck im
dritten Bande dieser Ausgabe näher kennen lernen. Der fünfte
Abschnitt über die Porosa (St. Johanniskraut) ist mit den
Aphorismen und in der „Declaration“ 1568 erschienen (s. Abb. 3
und 2) ; das Magnetbruchstück findet sich in dem schon ge¬
nannten Kasseler Manuskript ehern. 40 16, das von mir benutzt
ist. Der Schwefelabschnitt war schon 1564 mit den „Zwei Bü¬
chern von der Pestilentz“ zu Straßburg gedruckt (vgl. die Abb. 4
im 8. Bande dieser Ausgabe S. 23), ferner in den Kölner Archi-
doxen, wie schon gesagt, und mit dem „7. Buch in der Arznei,
von den Krankheiten die der Vernunft berauben“ (siehe unsere
Abb. 10), wo sich auch das 8. Stück über den Vitriol mit abge¬
druckt findet, das gleichfalls schon 1564 ans Licht gekommen
war, und zwar im „Holzbüchlein“, wie sich der Leser auf der
Titelreproduktion im siebenten Bande dieser Ausgabe auf S. 9
überzeugen kann. Schwefel und Vitriol finden sich auch in einer
Handschrift der Rhedigerana zu Breslau auf der Stadtbibliothek.
Der Arsenikabschnitt begegnet nur in dem Kölner Archidoxen¬
druck, wie schon erwähnt ; man legte ihm also in den Paracel-
sistenkreisen der 60er Jahre des 16. Jahrhunderts keine so über¬
große Bedeutung bei, was sich auch darin ausspricht, daß er
nicht in Dornschen Übersetzungen ins Lateinische verbreitet
wurde wie alle übrigen (außer Terpentin und Magnet) meist in
der „Pyrophilia“ von 1568 (Bibi. Parac. 101) und der „Con-
geries“ von 1581 (Bibi. Parac. Nr. 186), auch 1575 z. T. in den
Opera latine reddita.
Auch die gesonderte Ausarbeitung über den Terpentin, die
wir im dritten Abschnitte dieses Bandes geben, war als zehntes
Kapitel schon in den „EttlichenTractatus“ 1570 von Toxites
veröffentlicht, zum Teil auch in den „Medici libelli“ von 1567.
Auch das Honig-Kapitel unseres dritten Abschnittes stand
schon 1570 als 11. Kapitel in den „Ettliche Tractatus“ ; Hohen¬
heim zeigt sich darin als guter Kenner der Imkerei, der Bienen¬
biologie. Was unser vierter Abschnitt bringt, kam erst mit Hu-
sers Quartausgabe ans Licht, der wir denn auch gefolgt sind.
* *
XV
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XVI
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21 bb. 5b
Abb. 5a und 5b I extabbildungen aus dem „Baderbüchlein.“ von 1562.
5a Szene aus Bad Blombiäres.
P.-W II.
XVII
Wir kommen zu den Bäder Schriften. Die zusammenfassende
Darstellung stammt aus den Jahren 1525 — 1527 im südwest¬
lichen Deutschland. Sie ist unter dem frischen Eindruck seiner
Bäderstudien im Schwarzwald entstanden, kurz vor den Ba¬
seler Monaten, und wenn Huser seinen Text z. T. aus Oporins
Handschrift gestaltete : ,,Pleraque ex Manuscripto Oporini“ und
nur zum kleineren aus dem Originalmanuskript Hohenheims
„quaedam etiam ex Autogr. Theophrasti“, so muß daraus nicht
mit Notwendigkeit geschlossen werden, daß Hohenheim das
Ganze diesem seinem Ammanuensis diktiert habe, wie das ja so
vielfach der Fall war und auch für die Bäderabhandlung zu¬
treffen könnte, falls Oporin schon vor H.s Niederlassung in Basel
bei Theophrast in Diensten stand, was ich durchaus nicht für
völlig ausgeschlossen halte. Doch ist auch eine spätere Ab¬
schrift des Oporin nach eigenhändigem Konzept seines Mei¬
sters, die in die Jahre 1527/28 fallen könnte, keineswegs undenk¬
bar oder immöglich, die so gut Huser zur Verfügung gestanden
haben kann, wie auch Bodenstein zu seinen Drucken von 1562
und 1563. Bodenstein sagt ja auf dem Titelblatt seines zweiten
Druckes „wie das der from Herr Paracelsus selbs mündlich sei¬
nen Secretariis zuschreiben angeben“, nimmt also ein Diktat
für die Entstehung seiner Vorlage an, was vielleicht auf eine
direkte Mitteilung seitens des Oporinus zurückgehen könnte, der
in seinem 62. Lebensjahre am 6. Juli 1568 gestorben ist. Jeden¬
falls ist der Text der Bäderschrift gut beglaubigt. Huser kehrt
kleinen Änderungen der Drucke von 1563 und 1576 gegenüber
vielfach wieder zu den Lesarten des Erstdruckes von 1562 zu¬
rück, dem gegenüber er allerdings einige Zusätze hat, die erst
1576 auftauchten (vgl. Bibi. Paracelsica, S. 296).
Alle Drucke außer dem Huserschen bezeichnen das Buch als
„Schreiben“ von den Bädern, eine Titelgebung, die nach Hu-
sers Ansicht auf Grund seiner handschriftlichen Vorlagen zu
Unrecht erfolgt ist, wie es scheint, wenn sie an sich auch als
recht wohl möglich erscheinen könnte. Wenn sich der Leser aber
die langatmige Titelgebung des Erstdruckes auf Abb. 5 anschaut,
die sicher das Werk Adams von Bodenstein ist, so wird er mit
Huser gern zu dem authentisch gesicherten „Von den natür¬
lichen Bädern“ zurückkehren.
Das Titelblatt zu Bodensteins zweitem, dem Oktavdruck von
1563 (Bibi. Parac. Nr. 57) hat der Leser schon im n. Bande in
Faksimilierung auf S. XVI als dortige Abb. 5. Zum dritten Male
XVIII
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von ircm fernen/ QOit fcbonem berid)t/tme menigltcb fre brnucbe fid) bc^
Riffen nmg. 'ItMcfoen fcreutere befonberb4re bäber $nuergtdcben. TEted
frvmcfbdrencin/eglicbs angrdffc.Dorbmwon nienwnbca/mtcfoi«-
d;em (lei fj vmb bertltcben grunbc/ tmterticbt wnb mit naß'/
b>4r|;dt urcb t>en goeßafamm fynen Xfyo>
p^raffumParaceffum.
in lt fleiß vnö möbe/fcocror 2lOar.i6 von 25oöenf?e(i'n/}ß et#
mm gören nexven^Jac publictett.
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tfyn/mülicfy »nnb notroenbig. Q33ofjer Diejenige
tüarm/ünb atit>c re tt>affcr falt/ünnbaufmaöw*
facij fte fofc^er gewaltiger Ärefften/ba$ j§r t>tv
jprung mit wacijfenber artlj auf? Der erben /gletclj
tüte Die freutet »nb 95eume rott jrem famen/ mit
flottem bertc^t/tüt'e mennigltdj free brauche ftclj
be|eljfeu mag. ‘^Beldjen freuteren (tejbnber&are
?8aber $ftuergleidjen. <5ßa$ Franckeiten ein \tp
ficfjo angreiffe. 93orfjin üou nt'emanbo / mit fo U
djem ffeijj nnb fierr(ic|en grunbt / »nbemc^t mt»
ittif nuf?barfeitan tag gegeben worben. Sann fite
rin jtecft Der ebe( ^Bafferfka# / bie rechte
Idromantia, Defcljriebctt. 2föunbet
jumanbernmat »on neuntem
gebrucft.
tTiitfJa'g »mb m&b/Soctor 3bani6 von BoberM
flcin/ju einem guten neutcen/ar publicirt,
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A vlfctfHca cc'Ae^ifs * „
(Sebrnctcji* Se<*rtdfurt«m COxftf
bord? Peter 0d?mi&t/ *}66,
2(bb. 7 (Vi)
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bAdercn.
Scqtmto fkifffe mfc # publtcfcrt.
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iDocto* 3bAH$c« t>oti Bo*
fcenffem.
VTEw Kl» Bcy. IB«f. <5n«ö vnb ^rcf|de.
©ftrur f t jtt SöflfcJ/bcp prtrr pttm
WL D. LXXVU
2lf>K 8 (Vi)
wurde das Buch 1565 in Druck gelegt als Zugabe zum Frank¬
furter ,,Opus Chyrurgicum“ bei Sigmund Feyrabend (vgl. die
Titelnachbildung in Band VII auf S. 36), wo es S. 657 — 683
füllt und wie alle diese Beigaben zum chirurgischen Hauptwerke
auf seinem Sondertitelblatt einen Prachtschnitt Jost Ammanns
zeigt, den unsere Abb. 6 in verkleinerter Gestalt gibt (vgl. auch
Bibi. Parac. Nr. 69 und die Titelausgabe von 1566, Nr. 81).
Einen Neudruck des Erstdruckes veranstaltete der nach Frank¬
furt verzogene Verleger Peter Schmid (früher in Mühlhausen,
jetzt zu Frankfurt a. M. ,,in der Thöngißgassen zum Rendel“)
im Jahre 1566 unter dem Titel ,,Badenfart Büchlein“ (vgl. Bibi.
Parac. Nr. 77 und Abb. 7), das keinen guten Markt machte.
Der Erstherausgeber Bodenstein ist mit diesem Neudruck kaum
befaßt worden, wohl aber hat dieser zur Herbstmesse 1576, also
zehn Jahre später als „schreiben von warmen oder Wildbädern“
bei Perna in Basel eine neue Ausgabe des Bäderbüchleins er¬
scheinen lassen mit einigen Besserungen und Zusätzen, die auch
für unsere Textgestaltung Beachtung gefunden haben (vgl. Bibi.
Parac. Nr. 172 und unsere Abb. 8). — Was ich als Abschnitt 5 a
als fragmentarische Ausarbeitungen zu den Bäderschriftchen
bringe, verdanke ich Husers Erstdruck nach autographischen
Zetteln. Ob das folgende Schriftstück „von den natürlichen
Wassern, drittes bis fünftes Buch“ in so nahen Beziehungen
zu der Wildbäderschrift steht, wie es Huser für möglich hält,
wage ich nicht anzunehmen, habe es aber doch direkt hinter
derselben und den zugehörigen Fragmenten eingefügt; außer
der Überlieferung bei Huser im Appendix zum achten Bande
S. 365 — 428 besitzen wir keine, es war also Huser zu folgen,
der mit Ausnahme einiger weniger Seiten das Originalmanuskript
Hohenheims benutzen konnte.
Gleichfalls ausschließlich auf Husers Bekanntgabe sind wir
bei den folgenden beiden kleinen Stücken des siebenten Ab¬
schnittes des Bandes angewiesen. Beide sind Fragmente. Sie
stellen den ersten Niederschlag seiner Konzeptionen über die
Pathogenese „tartarischer Leiden“ dar, deren Wesen ihm offen¬
bar erst in diesen Jahren nach 1524 in Südwestdeutschland klar
zu werden begann. Sie mögen als Überleitung zum folgenden
dienen !
XXII
(jeopfMfft
von
/ t)Oc^clefntw tmnt> tx»
GOtbicil
0ae fec&fle 23u$ in
Oer argtttt.
!Dott bctt^rt^tarifcbctt cbet ©ccm
f rd$ iß von aücn&cfct}lecli*
lentw ©ferne trnnö pofcagrame/
farnpl Der feiert ^ct lung $wm
£raaaf.
2fug eigner £>anbt Mftt fcfyup
ben/oon ben brnncbbey tcn/fo bk vernunfft betäube«/
«Iß ba fein 0. X>eyt& 'b. JO (Vb)
XXIV
X)oti
ch ibvantf-
§ mn/ fo t>en rtDettfcßctt
btrlPmiunfft ttocMd)
rauben/ fampt fren Curcrv
Philippi Theophraßj
Paracelfi , bco t>ben rnttat »cm tönt« fampe
gröntulic^r 3«ttri|fcr j*
r«r cur.
%t$> IptijJ&tpitul fron apö
ftemacibuSjVlceribus, firombus
»ui> nom>/tt>aarljaflFter »ni>
trojiltdjer beriete.
^ubltcirt btttd? 2lba mm von
23oi>Crt(fetn medicumpnb
philofophum,
*
2J&&- 12 (7i)
XXVII
3wc« actat
$}(atcoU $£f>eopf)*af?i: t>owt
j^ofjmlKim/bepDerStrtjnepett&orto
m/oon mfadjen auclj «me Der ton
ttactüun »mtblame/jürUdj
»nbfajt nufcltdj.
$>ubli'cfrt burcb 3bamm von
23obcitffcttt medicumvnb
phflofophum,
♦
* A "'x* n*'* &**)£*•*
Hymnus LXIX,
g)ie mtcfj »ttbittidj f)<#nb / tmb o§ne
wfac(m varfofgmitt/bmntft me|:
bartntdj fjarauff fcmt Ijaubt
§ab/2tbfir DK I2a
XXVIII
Öhn fcfjortei: Cract4t
PHILIPPI
Theophrafti Paracelft
i>e£ btxümUefttn t>nt> a*
fernen Ceurfd^en pfcilofo*
»nl> SÖ^cDüi-
‘jÖoo <£0$$fnfc&<#m/
ä-ime volfomtKtt Wimbfr
artete-
SlupZbeopfytafti eignen fyanbt
fet erflma§(e in
trucfcn.
2Bae tveitter ßtnjttgefe&i/jepgf t>ie
nt cf$ pagt'na an.
Cum Triuileglo Ctejäreo addeemum-
©ffrueft $6 ©traßBurakp
^jjrijhanÖJlüttfr,
« f 7 »*
Wb. 13 (V.)
*7*
3«?en Crdctet
PHILIPPl THE-
0?H\ASTI TA'HACELSl
X>onfcen Contwctwrett
»nt> idmrn.
Stoß tem Qtftyxikn €*
pCtnpUt Theopfmtßi Taraceljt,
Tertia eäitio.
Tfal 114.
fäon nobis !Dominetnon nobis,
ßd nomini tuo da
gloriam.
•NC")?*
¥
21 bb. I?a (»/,)
Weit früher und auch öfter ist das neunte Buch in die Drucker¬
presse gekommen, zum ersten Male 1563 mit Schriften, die uns
im dritten und vierten Bande dieser Ausgabe beschäftigen wer¬
den, mit dem Büchlein von ersten drei Prinzipien und einer
Baseler chirurgischen Vorlesung (vgl. Bibi. Parac. Nr. 56 und
Abb. 12 samt 12a), in Basel herausgegeben von Adam von
Bodenstein, mit teilweise starken Textabweichungen gegenüber
Huser IV, S. 93 — 116. Ein zweiter Druck vom Jahre 1564 steht
dem Husertext schon recht nahe und betont, daß er „auß des
Theophrasti selbst eigner Handtschrift trewlich“ hergenommen
sei. Herausgeber ist Dr. Theodor Birckmann, und der Besitzer
dieser Ausgabe hat das Titelblatt in Rot- und Schwarzdruck
schon in deren 8. Bande S. 19, wo das Büchlein über die „con-
tracten glider“ an dritter Stelle hinter der ,,Philosophia ad
Athenienses“ steht (vgl. Bibi. Parac. Nr. 65). Zum dritten Male,
unter ausdrücklicher Betonung als ,, Tertia editio“ auf dem
Sondertitel und mit der Feststellung, daß er nach dem geschrie¬
benen Exemplar Theophrasti Paracelsi drucke, ließ Michael
Toxites die Kontrakturenschrift 1571 bei Christian Müller in
Straß bürg ausgehen als „Liber nonus in Medicina“ (Bibi. Parac.
Nr. 133 und Abb. 13 samt 13a). Der Kölner Druck von 1564 ist
zweifellos hier mit benutzt, aber es mag doch seine Richtigkeit
haben, daß auch die Originalhandschrift aus Görlitz dem Her¬
ausgeber zugänglich war und benutzt wurde. Unterdessen waren
auch lateinische Übersetzungen 1568 in Dorns „Pirophilia“
(Bibi. Parac. Nr. 101) und in der „Chirurgia vulnerum“ von
1569 (Bibi. Parac. Nr. 112) erschienen, zu denen sich bald auch
eine holländische gesellte, in Delft 1580 hinausgegangen (Bibi.
Parac. Nr. 183), so daß es diesem „9. Buch in der Arznei“ an
weiter Publizität nicht gebrach.
Leipzig, am 15. August 1929.
Karl Sudhoff.
XXXI
Zur nebenstehenden Schrifttafel.
Ich habe diesem Bande an Stelle eines Titelbildes eine Zu¬
sammenstellung aller schwer- oder unleserlichen Schriftzüge
Hohenheims beigegeben, an deren sicherer Lesung Huser, der
Schrifterfahrene, verzweifelte. Es ist eine Tatsache von be¬
sonderem Gewicht, daß diese Schriftzüge aus der ganz beson¬
ders schriftstellerisch regsamen Zeit der zwanziger Jahre des
16. Jahrhunderts, ja vielleicht völlig ausschließlich aus den
Jahren 1525/26 stammen. Nur ein einziger dieser Rätselzüge
stammt aus noch früherer Zeit, und es erscheint mir von nicht
ganz geringem Interesse, sie einmal alle zusammen dem denken¬
den Beschauer auf einem Blatte vereint zu bieten. Später hatte
sich Hohenheims Hand offenbar derart ausgeschrieben, daß sie
ihrem erfahrenen Enträtseler Huser keine Schwierigkeiten mehr
bot, wie unsere Bände VI — XII beweisen, in deren Inhalt Huser
an keiner Stelle eine Faksimilierung von Schriftzügen für not¬
wendig gefunden hat. Eine besondere Gruppe bilden 5 Arznei¬
mittelbezeichnungen (5 — 9), die am Ende des ,, sechsten Buches
in der Arznei“ S. 389 sich finden. Hohenheim hatte sie damals
offenbar als eine Art geheimer Sigille geschaffen, deren Schlüssel
er sich selbst vorbehielt. Im ersten Druck dieser Stelle hat sie der
Herausgeber scheinbar noch etwas mehr schematisiert oder
typisiert. Ich habe auch diese ersten Faksimilia (5a — 9a) des
Baseler Druckes von 1574 neben die Huserschen setzen lassen,
die offenbar Hohenheims Schriftzüge getreuer wiedergeben.
Daß in dieser Sondergruppe die Nummern 7 und 8 irgend et¬
was mit „Mercurius“ und Antimon zu tun haben werden und
Nr. 6 und 9 mit Sulphur und Ferrum liegt nahe. Nr. 2 liest man
auf Anhieb aus mittelalterlicher Handschriftenerfahrung als
„resumptionum“, Nr. 3 als ,,temporis“. Nr. 11 möchte man als
„Ausleschen“ auf den ersten Blick lesen, wird aber stutzig und
verfällt auf ,,Auri Spiritus“ oder ganz was anderes. Die Nummern
17 — 19 möchte man alle als Abkürzungen für ,,libra“ Pfund
lesen. Manches andere erinnert auch an die Abbreviaturen der
Alchemisten, die uubedingt mit herangezogen werden müssen.
Ich möchte mich hier und heute noch an keiner Stelle entscheiden
und das Ganze mit allen seinen Einzelheiten zunächst einmal
der Paracelsusgemeinde zusammengefaßt zugänglich machen.
Nr. 11 hat schon ihre Stelle im Apparat des ersten Bandes ge¬
funden, 1 — 4, 10 u. 12 im Apparat des Vorliegenden.
XXXII
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„^erbotiu*",
von t >en *5tilxvtv¥ungen ber )fiit$xvut$, ber perftc&m,
bes Balges, ber £ngel*&sfiel, ber Korallen imb bee
ttTagnetem
*
P.-W. II. i
■
■
Herbarius vn,6i
Theophrasti de virtutibus herbarum, radicum se-
minum etc Alemaniae, patriae et imperii.
prologue.
dieweil unb ich ßcb, bae t>£e ar$nei fo tn teutfcber nation,
fo von ferren langen Konten mit großem Boßen, mühe unb
arbeit unb mit vil forgfeltiBeit, b<*t mich folcbe bewegt, ein
argument $u nemen, on nit teutfcbe nation folcbe felbe $et
in item gemalt unb on bie frembben tranemarinen auch
möchte beßon in irer region unb imperio. in bem b
befunben faft mol wnb gemigfam, alle bing uberßüffig $u
haben auf eigen hoben, grünben unb gütern, $u einer ieg-
licken BranBb eit, wie bie felbigen entgegen ßen mag unb
3uh anben Bornen, unb $u bem noch vil mer arjnei unb bef*
fer ban ?lrabia, <£b<*ibaea, Perßa, ©raeefa vermögen,
alfo bae bilieher were, ße befcbiBten ir ar$nei von une
«Eeutfcßen, als wir von inen, auch ber maßen fo gut, bae
auch 3talia unb ©allia k bee ßcß nit eußern mögen, bae
aber ein folche ^eit nit an tag Bornen ift ober fürgenomen,
hat tan 3taiia, bie iß ein muter ber unwifienbeit unb un-
erfarenheit, h<*ben bie Ceutfcben bah in bracht, bae ße auf
ir eigen geweche nichte gehalten hen beffer, ban bas, bas ba teutfcb ijF. einem iegltcben
lant wecbft fein FranFbeit felbs, fein ar$nei felbs, fein ar$t
felbs. alein bas bie welfcb nerfürung ausgereut werben,
als ein bäum, ber gar Fein frud>t gibt, barumb fo muß id>
wol über lachen, bas bie en arabifd) feinb, grie*
d>ifd>, cbalbetfcb :c, unb Finnen bas teutfcb nit, wollen auf
welfcb arteten unb wiffen auf teutfcb nichts, wollen über
mer ar^neien, unb ein beflfers ift im garten nor irem baus zc.
alfo febent, wie fd>wer es fei, ir lefer all, bas einer über*
jld>ttg ift, jtd>t über mer unb ftcbt nityt grab für im gen
erben, jt(f>t einem anbern iinfen in äugen, im felbs gar
Fein brom nit, nerfcblucfen camel unb laffent bie flöcf> gon,
gieren bie flöd>, unb ben camel, ber non nöten wer, nernicb
ten fte. alfo werben alle bing burcf> nerfürung in ein ge*
wonbett bracht, bie ty&tt folgen fanta^en, bie überftcbtig
fein, genomen mögen werben.
0o t>et icb bod> nermeint, es fetten bie teutfd>en arjt
betracht, als nil als fte grof$ geacbt wollen fein unb weit
erfarn, als er ban fol ein perambulanus fein, barumb bas
er nil erfaren ^>ab, wtfife unb nerftont. fo er ein folcber
were, fo würbe er wol wiffen, bas icJ> jejunb melben wirb,
nemlid) ben betrug ber Faufleuten, Fremern, nerfeufernsc,
bas fte bie bing über mer bringen, nichts ongefelfcbt. ber*
gleichen auch non benen, bie es bemalten unb wiber ner
Faufen, aber ber alt falfd) erneuert nad> gelegenst ber
nerborbenen materia. unb weiter ber felbige, ber es fürt in
teutfcf>e nation, aber fein norteii fud>t unb l>at gegen benen
bie im abFaufen, alfo ber felbige wtberumb auch fein ner*
legne Faufmanfcbag nerborben unb gar $enid>tig, bis ers
bem FranFen ^uftelt. nun ermeffen ir lefer all, wie eine
gro£e befd>werb ijF es nun bem FranFen, ber in tots nöten
iigt, bas er fol folgen Faufleuten iren falfct> allen freffen
vii, 63 unb bamit gefunt werben, nun febent alle nod> mer, wie
*
bas ein orbnung in ber argnet fei, wie bie teutfchen argt fo
gar blint ftnb unb ben franfen, iren gefunt fo gar genichtig
betrachten unb fo gar umbfonft in lieben? es braucht
fchnaufen, fo ber geug gut were ; ich gefchweig, fo er falfch
ift unb verlegen unb nichts fol. aber fle ligent alle alein im
namen. man es nur ben namen hat, bas iß bas, fo ftnb fte
gufriben ; es gang fonft wie es wol, fo haben fte alle mal
wol gehanbelt unb nichts uerberbt unb beßon wol nach
irem gebunden, fo es alles nichts ift, ban ein falfch unb ein
uberfehen aus großem unuerßant.
Tiber on alles bis angefehen, es feien gleich bie teutfchen
argt wie ße wollen, welfch ober hebreifch, inbifch ober
arabifch, fo far ich bermaf$en für, bas ich wil hie in btfem
buch ein herbarium angeigen, non ben ?reutern unb wur*
gen, famen unb blettern, fotnl unb ich auf bife geit erfaren
hab unb weiß: in ein weg, burch bie erfarenheit, burch
mein gebrauch, gum anbern burch bie natürlich theori? unb
bas alfo ein concorbang gefchehe gleich in feins gleichen,
on angefehen ber Tlrabifchen, töriechifchen, ^ebreifchen zc
fchreiber angeigung, fonber alein was teutfch iß« unb bin
ber uerhoffnung, es werben bie arabifchen, chalbeifchen,
hebreifchen, griechifchen hwgu nicht mögen, bas ift uerbeß
fern mit iren büchern bis mein buch, noch mit irer argnei
bife mein argnei. unb ich bin teutfch, ße arabifch, chab
beifch, hebreifch, griechifch tc; laß aber in bas wer? ?omen,
fo wirb es bewifen, was gu beweifen non nöten ift.
Wiewol bas ift bas etlich teutfch aufgeftanben ftnb, haben
ßch bie ?reuter gu befchreiben :c unberftanben unb in bas
wer? bracht, beren arbett gleich iß einem betler mantel, fyin
unb her gufamengeflift unb gelefen von allen gufamen in
eins, unb in fumma alles nichts ; falt von einanber gleich
wie ber bettelmantel, ber ftch felbs nimmer ertragen mag.
bas ift fornl, wan man feiner am baßen barf, fo iß nichts
bo. bie felbigen irrer unb uerfürer, falfch angeiger unb lerer
5
in ber arjnei follen mich nichts befümern, fle feint) nie-
mants mer nu$, als alein ben buchtrüdern ; bie felbigen
werben reich barbei unb gefunt in ber füchen, ber Feufer
ftnt bas wenige, bas barin ftet im $u guten, tnlleicht man¬
cher gar nichts*
64 ?Ufo hab ich bie orbnung für mich genommen, bie Freu-
ter 2C gar in ein uolFomen re$ept ju bringen, aifo bas bo
ein gan$e hüf gefunben werbe ben FranFen, fo ie$t $uhan-
ben feinb unb $ugegen* ich Fan woi ernennen, bas bie firn-
piicia alein in ben qualitatibus nit mdgen genugfam fein,
aber in arcanis. barumb ein jwifach pro$e£ falt, in quali-
tatibus unb in arcanis ber anber. was a forma fpectfta
effenftficirt unb was in ber orbnung canonice fwe regu-
lariter behalten wil, einen ieglichen proceß genugfam ju-
ermatten, auf teutfch, nicht auf welfch* fo wil ich auch 3ti-
famenfejen bie lapatwa, bie flupefactfoa, ein iegliches in
feim fonbern tractat, unb bei einem ieglichen fein eigen
recept unb uolFomene cur, wie ich ange$etgt h<*b *c. wie
bie Freuter befchaffen fein, beftlch ich commentatori bono ;
ich nimb alein für mich ton namen unb mrtutes. alfo wil
ich lefer fürfarn unb befichs, wie es bir gefalt ie$t in ber
erflen arbeite Fompt mir mer, bir wirb auch nter werben»
t>ale.
J)e elleboro albo.
öott den klettern der fötnaraen
tiiceumrs»
60 bie bletter ber febar $en nieewur$en am febatten ge*
troFnet werben bureb ben luft uon Orient unb nacbfolgenb
in ein puloer gefloflen unb mit fotnl reine feine $ucFer ge*
mifebt, ale fermer bie bletter feinb, fo ifl ee bereit wie bie
erflen pbüofopbi &er arjten angefangen tyen fleh
großer gefuntbeit gepflogen unb su Fomen auf ein langee
leben mit frölicber gefuntbeit. su bem felbigen enb $u
Fomen, b<ü>en fle bife arsnei non ber febwarsen nies*
wurden gebraucht, aber bar;u auch ein orbentlich unb ein
jimlich regiment gehalten, wie fleh ban geburet einem ieg*
liehen, ber su feinem recht gegebenen enbe Fomen wil. nun
aber haben fle bifes Fraut angefangen su brauchen nach
ben 60. jaren, bae ifl, nach benen jaren in benen mir ie$t
flnb 365 tag :c, unb babent bae gebraucht bie $u enb ires
lebens. aus bem ifl nun gefolgt, bae fle on FranFbeit hü*'
aus Fomen flnb unb mit gefunbem leib ir enb erlanget, in
inen ifl nicht gefunben worben einicherlei gefchwer ober
apoflem, weber an ben lungen, lebern, mils noch fonfl.
auch Fein flufl in bie wuntarjneifcbe FranFbeit, ale offen
fcheben, wolf, Frebs, ölfcbenFel unb ber gleichen, auch w*
wenbig Fein flufl gewachfen, aue ben bet mögen folgen ber
gecb tot, ber fflflag, bae pobagram, bae ebiragram ober
auch anber mer gefügt in haften ober in gleichen, bie fleh
ban Falt ober warm gemeiniglich in allen teglicb erzeigen,
auch fleber, wie bie feinb, alltegig, breitegig, tnertegig ober
mer. auch ifl Fein feulung in inen gewachfen, aue welchen
ber atem bet mögen flinFen ober wurm wachfen. unb fo icbe
ale erselen folte, ich möchte mit oil blettern papiere fein
tugent nicht befebreiben. nun aber mit ber seit flnb auf*
erflanben bie bumoriflen arst, bie fleh ber natürlichen feere*
VII, 65
7
ten nichts achten, fonber ir unergrünben theoric, on er*
Bantnus ber natürlichen rechten eigenfchaften. bie felbigen
hab en erbacht purgirn, crißirn, fyrupßren :c. haben ßch
unberßanben in tim tag ju tun, fovil als bife bletter in
20 jaren ober 30. barburch iß nun bis Braut in Verachtung
Bornen unb aus bem ftnn gefd>lagen unb alle gebanBen in
bas clyftirn, purgirn zc gefejt. bas ift aber bet meinen sei*
ten mir eingebenB, bas non vil perfonen gebraucht tft
worben, bie gar ßüffig, rojtg, mäßig unb plutertellig ge*
wefen ßnb, bte bas Braut gebraucht haben nad> inhalt ber
alten orbnung, bte ßd> in ir natur gar erneuert haben unb
in fold>e gefuntheit Bornen, bas bem f>umortfttfd>en arjt
unmöglid>gewefen unb gar nit gleublid) ; ban jte beweifen
nichts mit ben werBen, alein mit ber jungen, unb habent
eingenomen auf tinmc, I alle morgen teglichen bis auf
bas 70. jar ein I>alb quintlin, barnach non bem 70. auf bas
vii, 66 SO. am anbern tag ein I>alb quintlin, non bem 80. bis auf
bas enb am 6. tag ein ganj quintlin. es foilen ßch bie ver*
meinten arjt nicht nertnunbern, bas bie natur mer ift, ban
ir Bunft. was ift ben natürlichen Breften gleich? ber bie
nit weißt, ber Ban Bein Bunß. mer ift in bifem Braut tugent
unb Braft, ban alle fcribenten, bie auf ben hoben fchulen
gelefen werben, jum langen leben nie gefchriben haben,
barumb ich bifes ftucB ben alten jum langen leben verhalten
nie hab luft gehabt.
Pon ber fd>warjen nieswurj.
Pon ber wurjen bes fchwarjen ellebori verftanben, bas
fte hat £ BranBhett ju vertreiben, als nemltch bie fallenb,
bas pobagram, ben fchlag unb bie wafferfucht. nun mer*
Bent aber bas faß wol, ban fd>wer feinb bife BranBhetten an
in felbs, treffenltch aber auch iß ber wurjen tugent. jum
erßen wißen, bas ir bo alein follent verfton, bas bie fallenb
BranBheit, fo ße von glibern Bompt in bas haupt, burch bie
8
murren mag genomen werden nad> bem grab, fo fte
beibe, FranFl>eit unb murren, gegen etnanber l>aben. bas
pobagram ber gleichen, es fei in melden gleichen es mdlle,
ob ober unber bem leib ; miemol es ein fernere FranF ^ett
ift, fo ift bie murren gleid> fo fd>mer in iren Freften. aifo
für ben fcf>lag, bas ift, ben nun ber f$Iag getroffen i>at unb
auf ber feiten lam ift, bie felbige materia, bie ba erlembt
l>at, nimpt bie murren hinweg unb bringt bas leben burd>
bas felbig miber in bas felbig lam glit. $ur mafferfud>t ber*
gleichen, leret es ben brunnen aus unb bie bedj>, bie ba
ftieften non im unb bie mafferfud>t machen, alfo, bas, mas
bo med>ft, bas mirb ^inmeg genomen. folc^er tugent nier
l>atbifemur$en an ir, barumb fte $u erFleren mer non ndten
ift $u ben FranFf>eiten, tnie id> ie$t gemelt l>ab.
j£rFlerung ber murren, tnie fte fol in
einer ietlicf>en FranF^eiten geben merben.
3um fallenben.
sDife tnurgen fol im abnemenben mon genomen tner
ben, im $eidf>en ber mag, bie ban mit bifer FranFI>eit am be-
guemlid>ften ift, unb im planeten nenere getroFnet im fcF>at^
ten non bem borealifcf>en mint, bas ift non mittag, nun ift
ber alten braud> gemefen, alle ar^nei anfenglid) ro $u ge-
braunen on $ufa$. alfo ift bo au^> irn projeft mein für-
nemen au$ 3ubefd>reiben, nemlid) bas brei tag, nor bem
unb bie FranF^eit anfalt, ber FranF fol purgirt merben. in
mild) ben jungen gefotten, ben alten in mein, ein l>alb lot
in ein trunF gebraucht, unb breimal barnon eingenomen,
bas ift bis auf ben tag bes paropysmi, unb bas oft getan,
alfo Habens bie alten gebraucht.
5um pobagram.
£)er maften non bem pobagram ^unerfte^en ift, bas gleich
in bem norigen proceft brei tag nor gemeinem angang bes
VII, 67
9
pobagrame purgirt fol werben, brei tag auch nacheinanber.
fo bae gefdncht, fo iß nit minber, ber pobagrifche ßuß
nimpt fld> hinweg burch ben ganzen leib, alfo bae gar
wenig gefpürt wirb in ber ßunt bee paroj:yemi. nun iß
aber ber alten phüofophen art gewefen, bae fie flc^> ber
maßen oftmale purgirt ^aben unb bahin bracht, bae alle
pobagram feinb \>in§tx\oxntx\ worben, auch bie conßrmir*
ten unb inneterirten, unb bae mit ber $eit allee befchehen.
aber bo bie tniworißen aufgeßanben feinb, bie fyabtn mit
ir funß auf ein ßunt mer wollen tun, ban bie natur in
einem jar, ba bae glaubt warb, ba war ber arjnei ber bo*
bem aue.
3um fd>lag.
£)er maßen auch t>om fcf>lag $u wißen iß, fo er nun alt
iß unb conftrmirt, fo fol man ba purgirn, wie obftet, fo
iß bie fraft ber wurden ber maßen, bae fie ben grünt fucht
ber franfheit unb iß ber natur, bae ße fein förnli aueleßt
im ganzen leib, bae ße nit burchgang. fo fpricht auch *5ip*
pocratee bae $u ben lebten franfheiten, bae iß $u ben ßpen
franfheiten, bergleichen ar$nei follen gefügt werben, bae
iß bie ar^nei, bie fo ßarf feinb, ale bie franfheit. ban bae iß
vn, es alfo, ein fd>lag iß ber ßerfißen fr anfheit eine, barumb bife
wur$ auch eine iß, bie gleich im grab iß bargegen. alfo folgt
nun, bae gleich fein gleichen ßnt, barumb fo iß ßrenge wi
ber bae ßreng all mal $u richten, ber bae gewicht nicht
weißt, bae ein pfunt bem pfunt gleich iß, unb bae lot
uberwiegt, ber wirb fein folgen franfen h eilen, barumb
fol bie arjnei gebraucht werben, nach bem unb bie perfon
iß, bie franfheit unb bie gelegenheit.
3ur wafferfucht.
Bo iß in gutem wißen, bae im menfchen ein brunnen
aufßeiget, t>on bem waßer get, fo t>il, bae nit gleublich iß
benen bie ee nicht gefehen haben, gleich ale het ÜToifee mit
IQ
einer ruten in t>ie ieber gefchlagen unb lief ntchts fyet&m
als waffer für unb für (als tnileicht nicht woi anberjF fein
mag, ban bas got aifo ein ruten fd>lec ht, mit HToifes).
nun aber bieweti got gnebig ift, fo gibt er auch ar$net
wiberumb. aifo ift bas eine, bas aüe Wochen einmal mit
ber murren foi purgirt werben, fo nimpt es hinweg, was
her$u fait, aifo bas fein Überfluß bo gefchehen mag. aifo
ift bife nieswur; für bie wajferfucht, bas jte bas waffer nit
ieftt ubertreffen, fonber raumpt es hinweg, fo mag ber ar$t
auci> woi bas tun unb mag nach anfehen ber franste**
bermaften h
noturft erforbert. aifo ift aber ber grünt angejeigt, nach
inhait ber tugenben bifer wurden.
t>on anbern FranFheiten, bifen gemeiten
zugehörig, $u ben bife wurj gut ift.
@o bie faiienb fucht, bas pobagram, ber fchiag, bie waf*
ferfucht in einem menfchen iigent, fo folgt aus ben h^wpt*
FranFheiten, augtnxvt, orenwe, ;anwe unb bas mit tnler*
lei an$eigung, nit auf ein weg. wo nun ein FranFheit aus
ben tner gemeiten bo einfallen wii, fo gtbts folche seichen
unb beren nii mer. ban fo ein fchaben Fomen foi, fo Fompt
er nit altin, fonber mit häufen, als ban ba in allen FranF*
heiten auch ift* wo nun ber ar$t merFen mag unb t>erfton,
wie ers ban wi jfen foi, bas ein folche FranFheit ba Fomen
wii unb mit folgen uorboten uorget, fo foi er nichts am vii,69
berfi tun, ban gleich mit ben uorboten hom leib, was nicht in im fein foi, bas ift rom leib h itt-
weg tut, bas ben leib fchebigen wii unb mag, fo folgt aus
bem, bas auch bas menftruum ber frauen altin burch mun*
biflcatioa muf ausgetriben werben, su ben feibigen ift bas
U
$um beften. alfo aucß in eitler toten frucßt unb in mola,
aucß in würmen unb anbern gewecßfen ber gleichen, wie*
wol fold>es nicßt allemal ift in ben lapatinis, bas menftruum
$u bringen, abortum $u treiben, aucf> bie würmen, fo ift es
aber in bifer wurden fonberlicß für anber aus ein fecretum
in ber natur, bas nicßt mag genomen werben, fonber ber^
maßen genaturt, bas bife tugent austreibet alle wiber*
wer tiFeit, ben mannen unb ben frauen, in maßen wie an*
fenglid) angejeigt ift, unb ein bericßter ar$t ßd> bermaßen
wol barauf su ricßten weiß, wolt got bas ber beft boctor
aller teutfd>en t>ot>enfd>uien bife wur$ unb Fraut gebrau*
d>en Fönte, alein wie ße an ir felbs iß, für all fein Funß,
bo F>et er Funft genug, mer ban alle fein fcribenten unb er
bar^u ; bas beweifen bie werF.
2lbbitio eopl>rafti
fuper correctionem itevbae et rabicis :c.
Hun ift nid> t minber, bie tugent im Fraut iß groß unb
wunberbarlid), nemlicß nicßt weit non bem grab bes bal*
fams. barumb befter mer im blat ber balfam $u fucßen iß.
unb ber ben balfam nom Fraut, bas iß bas Fraut in ein
balfam, bas ift in fein balfam bringen Fan unb mag, ber
ßat einen treffenlicßen fd>at$ in ber natur ßeimliFeiten,
mer ban alle fcribenten ßaben in allen iren Fünßen. nun,
bamit bas bas Fraut in ein balfam gebracht werbe, ift, bas
es in feinem eigen waffer putrißcirt werbe in tl>erma ßmi,
wol obftruirt unb ßgilürt, bemnacß non ein anber gefcßi*
ben, bas l>umibum unb bas putrefactum, nacßfolgenb bas
vii, 70 putrefactum gefcßiben non ben faecibus, in ein befonber
corpus refernirt. alfo ift nun ber balfam mit zweien gra*
bibus im ßumibo, unb mit 22 grabibus im putrefacto. nom
putrefacto iß bofis nacf> bem grab, in ßumibo nad> ber
quantitet nacf> bem erften gemelten projeß.
12
noch i>ö^>er ift ee in feiner effentia, fo nachfolgend die ar*
beit reiterirt wird mit neuer addition eine neuen fraute, ift
auch nujlich mit dem drufnen ein^unemen, nach anfehen
dee, der dae nerftet.
Pon der murren ift fein correction, dae genomen werde
ein por^ fteifcf) auf ein Sterling und htuju getan aquae nucie
muecatae non difer wurden un$. I und non langem pfef*
fer drachm. J, auch dae wa j]er nnd non difer wurden un$. 2
grob ^erfchnttten und dae fleifch wol ^erhadt in einer ner*
machten fanden, rediftilliren laffen in therma bulliente in
die 6, ftunt. dae hwnidum dae fcf>ütt i>eraue und behalte,
dae ander fol nichte. non difer jure und brodio gib $u*
trinfen, nach dem und die franfheit ift/ We perfon und die
noturft, nicht $unil noch $u wenig, dae folt du ar$t non
dir felbe wiffen. alfo purgireft amnü$iichften,ftcherften und
am füglichften sc.
2ldditionee Cheophrafti
fecundae.
3r habt gehört non nier hen etnfluß wer¬
ben, gegen ber bo ber balfam am reichen iß mtt $u con-
corbiren.
?(uf bie vier b<*uptFranFbeiten uolFomene cur.
£beopb?aftue.
Sur fallenben FranFbeit.
Hun merFen ber cabucue fol geteilt werben bureb bife
wurden, bas ift fo tril unb purgiren Reifen fol, fotnl wirb
bo geholfen, ban bo fetnb etltd> geweebs, bie purgtren bie
fallentfucbt,anberbiegelfucbt, anberbieglitfucbt:c. banale
oft ein FranFbeit, bae ift ale oft ein genue einer FranFbeit,
ale oft etn genue feiner purgation. ale ban bo aud> iß mit
bem elleboro. nun aber nicht bae alein gnugfam fei $u
purgiren, fonber noch mer t>on noten, bae iß bie cur $u
füren. ban ob gleid>wol ein wint ein feur ablöfd>t, fo ßnb
bod> bie Folen noch ba. aue bem folgt nun, bae nach einer
ietitd>en gnugfamen purgation befebeben mit bifer orb*
nung, wie gemelt, cura epilentica fol hernach folgen, nem*
lid> effentia tntrtoli. alfo wirb in alten unb in jungen gnug-
fam uolFomene cur gefunben. bu ar$t aber febau mit bem
purgiren fein orbnung, mit ber effentia fein orbnung. fte
ift nit apotbeFerifcb, fonber fecunbum rerum naturae, bo
ligt bae bofte unb abmtnißratton in allen hingen.
3um pobagra, d>iragra, genugra :c.
£)ie größeft cur im pobagran ift, bae man alein bae po*
bagran purgirt unb nit ein anbere. bae ir mich recht t>er-
ftanben, bie I>umoriften purgiren bie b^moree, unb bie
bumoree ßnb nicht bie FranFbeiten. bumor ober bumoree,
unb pobagra ober pobagrae, ftnb ale weit non ein anber,
ale weiß unb febwar?. barumb fo purgiren fte niebte nüt^
U4>0, alle© fcbetlicb. bie FranFbeit fol man purgiren, bie
beiße t pobagra, nicht t>£e butnore0. iß gleich, ich folt Pctern
purgiren unbpurgirtCfob<*nnem. nun fcbau mie ein fd>öne
Operation unb nerftant ! barumb fo ift bo gräßlich $u mer*
Fen, ba0 bife wurden ba0 pobagran alein purgirt unb $um
pobagran ein ar$nei ift. barumb fo purgir bo, fein gnug*
fami, ban bu trifft fonß nicbt0 er, ße Fännen
gar nicht©, nerberben mer, ban ße gut machen.
3umfcblag.
2üfo fol auch im paralyß mit bem purgiren fürgefaren
merben, in maßen mie angejeigt ift, bie auf fein terminum
ftni0, ben bu au© ber natur lernen mirft unb folt, bie iß aller
ar^ten lermeifter. fo bu nun ba© nolent b<*ß/ fo nimb bie
unction nom effe animato nach feiner befcription, beißt in
lumine erperto, effe animatum ab animante, mit ber felbb
gen ar$nei laß im falben ben ganzen gefcblagen leib, unb
achte nid>t, ba© bie b^«t merbe abgon, far für fo lang, bi©
er tertium grabum calibttati0 in bem gefcblagnen teil emp*
finbe. barnacb mit bem effe animato coniuncto, mie im cp
perto lumineßebet, falb bi© ju enb in ben britten grabum
mobilitati0. non bem felbigen far barnacb für für ßd> felb©,
laß in tberma© naturale0 gebrauchen, confortatiua© unb
calefactiua©, fo magftu auf ba© enb Fomen be© ganzen
grünte, inbieuolFomene Teilung eine ietlicben fd>lags, bes
paralyjts ober guttae, wie ftd> ber begeben würbe.
Jur wafferfud>t.
ttlit ber wafferfucbt iß auch alfo ber pro^eß, bas bu am
erßen folt ausleren, was Überfluß vom waffer ba iß. fo es
nun ausgelert iß mit bem elleboro, wie gmeit nach Inhalt
ber orbnung, als ban fo gang an bie cur. nun iß bas nicht
bie cur, ausleren, es iß eppulßo fuperfluttatis. bie cur iß,
bas nichts mer wecbß. bie felbige cur iß alfo, bas bu ein*
vii, 73 gebenF feie# ber tinctur t>on marte, bie alein tuts, wie bu
fte in lumine ejrperto flnben wirß, in etliche weg ju machen,
bie alle gut feinb. ban bo muß ber tnert grabus epftccatio*
nis angeben ; was unber ben grabibusiß, basnimbtcuram
nid>t an. barumb fo muß ba bie praeparation aus ber ab
cbimei geben, fonß oermags ber apotbeFer nit mit feiner
fublerei. bifer grabus iß mannigfaltig in marte, barumb
fo nimb inuon im ; er uermags. alfo burcb martis effentias
wirßu ben wafferfücbtigen babin bringen, bas er in bie
FranFbeit nimer fallen wirb. bu tus b^moriß, l>ernad>
unFecF fflmapp an, weifcber aftne! barumb iß es bir ein
große fd>ant, bas bu bie wafferfucbt nicht feilen Fanß,
barumb, bas bu nicht ben rechten griff Fanß unb weißt nicht
worinnen bu ßecFeß. lern im rechten weg wantlen, nicht
im labyrintl).
Pon anberen anb^ngenben
$ufallenben
FranFbeiten, ben t>ier
FranFbeiten eingeleibt.
Wie id> anfenglicb gemelt wie bas mit folgen
FranFbeiten tnlerlei anber mitlaufen, ban Fein unglutf
alein, etwan janwe, orenwe, balswe, acbfelwe :c. wie bem
allen, fo ißnunpurgiren mit bifer wurden unb nacbfolgenb
J6
tincturam martie brauchen. aue ber urfacben, bae fte ma*
teriatn peccantem probibirt su^unemen unb bae machen,
bae bie Reichen sufünftig an$eigen. unb bae aber bae pur*
giren gefcbebe nach ben annalia lapatiua, bau annale iapa*
tioum ifi $u purgiren, fo bae feibig incrementum tuti wiber
anfaben, ale etman nach bem mon, etwan nach ber fonnen,
etwan nach bem ^eichen ober ber gleichen, ban annalie pur*
gatio ift nicht nach bem jar 365, fonber nach ben incremen*
ten bee paropyfmi. auf bae felbige jar foltu merfen, bae
bu renotnrej* bie corpora unb conferoirefi mit ben tincturie
ep marte nach inbalt ber arjnei, wie bie myfteria ber natur
erforbern.
p.-w. II. %
M
vii, 74 Don der Perficorio*
@o ir wollent non ber perflcada ben rechten grünt ner-
fielen unb erFennen, follent ir anfenglich wiffen, bas per»
ftcaria ift ein Fraut ?un ofnen fcheben, menfchen unb bem
nihe, alfo bas gar nahet perftcada al offen fd>eben feilet,
unb bie wunben fo nit mit anber ar?nei gesellet finb wor¬
ben, bie nun fürhin nimer wunben, fonber fcheben ge¬
heimen werben, ^dlt es fonberlich ?um enb, fo bis Frauts
orbnung gebraucht wirb* ban bermaßen ift perjtcada ein
Fraut, bas im Feins gleich ift in Teilung an menfchen unb
t>id> ; was offen ift ober aufbrechen wil, bas nertreibts hin¬
weg, als an röffrn, fte ftnb nom fattel getruFt, wie gro£
fte wollen unb wie übel, es fei offen ober noch in büplen
unb Fnofpen, fo i>eilt es bis Fraut on alle l)inbernus, alfo
bas bas ro£ teglech mag gebraucht werben on fchaben.
alfo auch im menfchen, wo ber gleichen fd>wellen würben,
ober non arbett etwas aufbdcht, an ^enben ober füffn
ober an bem ort, bo ban ein l>antwerF mag ein fchaben
empfahen, ober bie fo in gefenFnus gelegen unb aufge-
freffen ftnb non Fetten, ober bie FranF ftnb unb ftd> an bet-
tern aufligen, ber gleichen auch anber offen fcheben mer,
wie bie fein an beinen, an armen, ift bas Fraut ir aller
ar?nei.
■Damit unb ir ben brauch bes Frauts nerftanben, fo fol¬
lent ir wiffen, bas in ber geftalt gebraucht wirb, nemlich
man nimpt bas Fraut unb ?eud>ts burd> ein frifd>en bad>,
bemnach fo legt mans auf bas felbig, bas man feilen wil,
als lang als einer möd>t ein l>alb ei effen. barnacf) fo ner-
grabt mans an ein feucht ort, bomit bas faul werbe, fo
wirb ber fd>ab gefunt in ber felbigen ^eit. wiewol ich bas
auch melben muff bas etiid) ein Freu? über bie fcheben
machen, etlid> beten bar?u; fold>s alles ift non unnöten,
gehört nit bar?u, ban es ift ein natürliche wirFung bo, bie
bas natürlich tut, nit fuperftitioflfch unb ?aubedfch. bar-
18
umb follent folch fantafei t>erlajfen werben unb nach ber
natürlichen orbnung fürgefaren, fo ift es wunberbarlich
in feinen freften.
i£s ift and; nit minber, bas ich unb anber tnl folcher vn,75
fcheben haben geheilt, t>on ben ich gemelt hab in ber geftalt,
unb hat mich auch für gut angefehen, bas bis fraut fo
frifch unb grün fol gezogen werben burch ein rinnents
frifch waffer unb je felter, je beffer; ban fein correction ift
alein oom falten waffer, unb alfo nafj unb frifch über bie
fcheben gelegt unb $ugebunben. unb fo es auf bem fchaben
erwärmen wil unb brennen, faulenb ober ftinfenb werben,
non ftunt an hmban tun unb ein frifch* ubergeiegt. alfo
mit ber orbnung fürgefaren bis $u enb ber heüung. was
non bifem fraut nit geheilt wirb, wiberftehet auch noch mer
allen transmarinen.
Hun nerftanben mich in ber urfach, wie bie $wen pro$e#
fleh nach bem natürlichen liecht beweren, alfo bas bie natur
alfo wirft, nicht Räuberei, ber anber pro$e# mit bem teg-
liehen überlegen ift natürlich, an im feibs gnugfam ner*
ftenbig, bebarf feiner prob nicht, aber ben erften pro$ef$,
non bem all feribenten fchweigen unb gehörlos iigent, wil
ich euch alfo burch bas epempel probiren, nemlich burch ein
magneten unb compas$üngli. im magneten ift bie fraft,
bas er bas eifen an ftch $eud>t on hent unb füß wunberbar-
lieh* fo man nun haben wil, bas er bie jungen nom compa$
an fleh siehe, fo muß am erften bas sünglin mit bem ma¬
gneten gefchmirbt unb gerectiftcirt werben, alfo bas bauch
gegen bauch gangen, rüden gegen rüden, als ban fo
zeucht* ber magnet gegen im unb su im, bes sünglins bauch
an fein bauch« fcas ift nun öffentlich bewert unb am
tag genugfam menniglich wiffen. folchs ift in ber natur
ein myfterium unb ein fecretum unb magnale, bar-
burch got im liecht ber natuv fein wunberwerf wunber-
barlich erzeigt :c.
2»
19
Hun folgt i$t auf bas, bas tu perftcaria ber gleichen ein
art ift, gegen bem fleifch bas verlebet ift, alfo bas perfl-
caria in bas felbige rnirft, tute ber magnet in bem conpaft*
^ünglin. barumb fo verftanben nun, bas am erften bo etn
unitet fol gemacht rnerben, bas ift ein concorban$ vom
fletfcf> bes fchabens unb bifem Fraut. alfo bas bas fleifch
merbe mit bem Fraut angerürt unb beftrtchen, tute bas
epempel ausmetf^ t>om falben bes sünglinsmttbemmagne*
ten, alfo bas bomtt mol beftrichen merbe, mo ban ber ma*
vn, 76 gnet ift, rneit ober nahet, fo get bie mirFung gar $um enb.
alfo fo nun ein fd>ab bes menfehen ober vtchs bermaften
mit bem Fraut, wie gemelt ift in feinem pro^eft, geftrichen
mirb, unb bas bauch gegen bauch gang ober rüden gegen
rüden unb barnach hinrneg gelegt in ein erben, fo mtrFt bas
Fraut jur beilung munberbarüd).
Hun fol ftch bes niemants vermunbern in bem, bas mans
vergraben fol unb mit einem ftein befcf>meren unb mol ver-
beden. ban bas ift ein natürliche ur fachen, bie alfo ift. fo
bas Fraut grün ift unb bleibt in bem garten auf feinem
ftengel, fo tuts nichts, ban biemeii es lebt, fo operirt es
mit bem geftirn unb bas geftirn mit im unb von megen fob
eher Operation nu$et es Feim menfehen. fo es aber abbro*
chen mirb, fo ift es tot unb bas geftirn mirFt mit im nichts,
mie bie menfehen, bie bo leben, mit ben toten nichts. i$t fo
es aber tot ift, fo get fein imprefifionirt tugent in menfehen,
von bes megen es gefchajfen ift. unb ift in ber natur ein
eigenfchaft,bas fein mirFung ift : fo lang es gan$ ift, fo lang
ift fein Operation, als ein epempel. ber menfeh auf
erben ein tagmerF, bas er tun fol unb alle fein arbeit ift
nur ein arbeit, nur ein tagmerF. fo nun bas tagmerF aus
ift, fo ift er tot unb ber tot ift bas enb feines tagmerFs. alfo
ift nun mit bem Fraut. ben fchaben fol es heilen, bas ift nun
fein tagmerF, an bem tagmerF arbeit es fo lang, bis gar
erfault, fo ift fein tagmerF aus unb ber fchaben ift geheilt.
20
barumb ift es weit $ur feulung, befter l enger heilet es,beßer
l enger arbeit es. iß es nabet in bie feulung gerieft (boeb bas
in ber erben geßbebe, einer gleicbmeßigen ßat feines wach*
fens, bo es entfprungen ift) befter ehe ift es geteilt, ban es
ift ein $ielmaß wnb fein periobus, bas es bas feilen fol, es
fei lang ober für?, ber es fcßnel haben wil, ber eile $ur feu*
lung. ift gleich als mit einem roß, bas ein tagreiß vor im
ßat :barnad) es ber reuter treibt, barnacb befter lenger ober
fcbneller vollem ers.
Pon anberen franfbeiten, $u ben perßearia
attcb gut ift*
Hit alein bas perßearia, wie gemelt ift, $u ben felbigen
franfbeiten gut fei, fonber noch $u vii anber mer* als $u
falten ^enflüflen, fo es bureb ein falt wa fier gezogen wirb
unb auf ben $an gelegt ; es nimpt bie $anwe von falten
flößen hinweg. iß auch nit minber, es mag auf bemelte rna*
gnetifebe art auch wol vergraben werben. bieweil aber bie
feulung fo langfam anget, ift ber gemeine brauch, alein
überlegt unb oft erneuert, tnl folcber falter $anwe ßnb ver*
triben worben bureb vergraben bes frauts, basnacbfolgenb
ber felbigen $en feiner nimermer bat me getan*
@o ift auch in perßearia ein fonberlicbe narcotifcbe art,
alfo bas ße in allen großen bfeen, bie $um tot brennen, ftiilet
unb gefunt macht, als in allen bauptwe, mania, pbreneß
ober ber gleichen, ober wo ber leib in einer franfbeit fo gar
ent$unt were, bas nichts mer beßbeben möchte, bo ift per*
ßcaria bie le$t unb bie beß leßbung, von innen ein$u*
nemen* fo ift ber brauch ber alten gewefen, bas man ir bie
feßerpfe genomen bat, ban ße ift etwas mobißcativißb, bie
felbig bat man genomen mit röftung in fcbmal$ ober öl, ban
bie felbig morbication, von wegen feiner aeuitet ift alfo
vergangen unb genomen, bem nach ift ße geben worben $u
eflen, fo ift fein Operation angangen, wie gemelt ift. barauf
VII,
ift aacb weiter za wiffen, ba£ fte aas ber ftraft narcotica bie
fieber genomen bat anb fte nberwnnben. and> bas £eid>en
von ber langen, aacb ben bw^en, aacb grimen bes baacbs,
aacb ber mater aafßeigen. bermaf^en i$ fie aacb gut äußert*
halb abergelegt aber bas wiltfear anb alle ^>i5fc^>et>enr alein
genomen anb mit rofenwaflfer aberglegt anb oft erneaert.
2lbbitio Cbeopb^afti.
2laf ben erften pancten, fo id > von biefem fraat bab für*
gebalten anber bem ejrempel bes magneten, wtl id> ead> bie
aacb meinen proce#, correction anbabbition farbalten, ba*
mit ir ber perftcarta ein gaten bericht habt, anb bas alfo.
es ^verzeichnet im anfang,bas man fol nemen ben rieticb
vii, 78 anb naf$ machen in einem flteßenben waffer anb fo Palt anb
frifcb bie fcbeben bamit beftreicben :c, als ban vergraben,
nan ift aacb wol za betrachten bas jenig, fo bo aacb wiber*
wertig z«^en mag, in bem bas ettvan bie fcbeben ftreng
ftnb :c, nit leiblichen zufttllen anb geweltigen. baraas folgt
nan, bas ein abbition von nöten ift, mer ban obgemelt i$,
anb bie in bem weg. fo ba warbefl innen, bas ein folcber
wtberftant fein würb, ober möcbteft vermeinen aas etlichen
arfacben, fo tae bas, wie ba zum er^en mal getan ge»
nezt, betrieben, vergraben, alfo tae im aaf morgens von
neuen aber alfo, ben britten tag ber gleichen, anb fo hieb
not wärbe gebanfen z« fein, noch mermals. fo tas aaf
Zehen, zwölf, vierzeben tag nach ein anber ober mer anb
laf? nicht nach/ fo faalet eins bem anbern nach/ bis z« enb
ber bedang, baramb fo merf nan aacb mein arfacb wiber*
amb, waramb ich bas anzeig anb ler. es gibt ftcb oft bas
ein rof* fol ein tagreis tan anb aber im begegnet anber
wegen ein anfal, es erbellt, es wirb fröpftg, es verleart ein
eifen, zerflogt ben b**f/ es wirb berzfcblecbtig, abertrinft
ftcb *c, alfo bas von wegen folcber arfacben bie tagreis nit
22
begehen mag, barumb fo ift gut noch mer alfo
für$ufaren, wo nicht eins, bod> bas anber, britt, niert,
5., 6* tc*
Unb noch mer follent fr urfad? wiffen, ab nemlich, bas
ftreng Krankheiten, ftreng arjnef muffe« h&ben* nun möd>t
es mol ftch begeben, bas ein mal nft Reifen möchte, als in t>il
Krankheiten, bo nur ein mal purgiren nfcl>t s hilft ober ein
gewicht, fonber mer fein muffen* barumb fo folgt auf bas,
bas mit ber abbition, fo ich gebraucht f>ab, fol probecfrt
werben, als ban fo wirb bie Krankheit uberwunben, wie
ban in tnlen mer auch gefpürt wirb. fo follent ir aud> non
euch felbs ein folgen nerffant haben, bas bie f drehen, nach
bem unb fte unfletig feinb, follent rein gehalten werben unb
fattber. ban fo fte unfauber gehalten werben, bringt ein
hinberung. fonff fchat ubung nichts, iff beffer als ruhe*
ie mer es gebraucht unb geübet wirb bas felbige glit, ie bef¬
fer es ift* barauf fo miffen auch, bas nicht minber iff, es
mögen wol anber bequem arjnei mit gebraucht werben*
iebocb aber nichts, bas bo wiberwertig fei, bas ift nichts
barbirifcb, baberifch ober humplerifch gebanblet, bie almal vn»?9
non in felbs gar $u wi$ig unb nerftenbig fein wollen unb
mer wiffen, ban an im felbs iff. was aber nach orbnung ber
natur hoher nerorbnet iff, bas fol unb mag wol mitlts $u, bas bie natur wii offen haben, alein bas heilet es
?u, bas 3« fein fol* bas ift, wo bie großen flüf* feinb unb ein
ausgang haben, follen nicht ^ugeheilt werben, es würbe
ber tot fein* was aber nicht alfo ift, bas felbig wirb burch
bas geheilt* barumb fo hat bas fraut bas lob, bas nit ein
ieglicher ar$t haben mag* ban nil wirb unberftanben, bas
nit fol unberffanben werben, nil Derberbt ber gleichen, bas
mit folgern Kraut, als aus eigner natur fürkomen wirb*
unb mer hat bie natur «erftant gegen ben franfheiten in
23
bas Fraut gelegt, ban ettvan brei ober vier l>o^>er fcbulen
boctorn befolen ift ober in tviffen.
?lbbitio
in bie anbern FranFbeiten.
3u bem anbern, tvie ich gefegt t>ab, wie bas Fraut für bas
$antve gut fei. nun ift nicht minber, fo bas Fraut genomen
wirb, in bifer geaalt tute hernach folget unb braus gemacht
lavamentum benttum unb auf bas tvermeft in munt ge¬
nomen, barin laffen erFüien unb tviberumb auf bas tver-
mift hinein genomen, etl id> mal auf einanber ; es nimpt alle
$antve bittmeg.
Hun ift ber proceft alfo, bas bu nemeft rofenefilg unb
cortices iusquiami unb bis Fraut ongefert bureb einanber
tvol gefotten, bas ift nun lavamentum, unb bas anber Fraut,
was bo ift bas vergrab unb befebtvers mit einem ftein ut
fupra. fo ift bas auch mar, fo bu ein $antvebe b<*ft/ groft
unb bert ift unb ift vom geblüt, als ban bie febtveriften
santvebe alle feinb ; fo beftreicb bie sen bamit,tvie im erften
gemelt ift unb alsban vergrabs unb befebtvers mit einem
ftein, ber groft unb febtver genug fei, fo Fompts in bem
erften proceft $ur feulung. tvie es nun bem Fraut get, alfo
so bem $antve ; bas Fraut verleurt ftcb, alfo verleurt ftd> auch
ber tvetagen mit bem Fraut. unb bo fol ftcb bes niemants
vertvunbern, als alein bie untviffenben, bas bis Fraut unb
bie FranFbeit mit einanber bermaften geleibt ftnb, ban bo ift
coniunctio aftraiis unb elementalis bei ein anber. $u gleicher
tveis tvie bie tverme ber fonne ftcb mit bem ertricb concor-
birt, ber gleichen auch perftcaria mit ber FranFbeit. fo bie
fonn bmget fo get bie bfe auch fyin, alfo bo auch, eins mit
bem anbern.
Hun von tvegen ber anbern FranFbeiten, von ben ich
gemelt b<*b, follent ir tviffen, bas bis Frauts correction alfo
ift $un inwenbigen iKtnfyeixen, von ben gemelt iß, bae bie
Haut fol mit nacßtfcßattenwaffer uermifd>t werten ober
mit ^auewur^waffer unb gefotten ein Hein wenig, bem*
n wie bie ift,
aiein mit campßor ßin$u geton.
Tibet über bae aüee, fo ift nod> eine mit ber perßcaria
bae bie uorbemelten bing all ubertrift, bieweii id> aber ßie
bie naturaiia tractir nad> ber einfait für ben gemeinen
man, wil id> in nit f>öi>er anfuren, fonber in einfait bleiben
iaffen. wunberbariicß feinb aber bie magnaiia gottee; wer
fan ße gar ergrönben? bie ^umorißen £aben bie rechten
fecreta verborgen unb iren unßat in bie weit gebracht unb
alfo aue fopi>ia ein fopßißerei gemacht unb bae periin ber
natur $erfnitfd>t, wie ße ban nod> tun $u meinen feiten
augenfd>einiid> ; nergeffen bae bie natur feibe bae magnai
iß unb fte wollene fein. burcf> ir foplnßeret urfacßen fte, bae
t>om periin muß gefcßwtgen werben, ban fo fte offenlic^
nicßte foiien, wae würben ße ban ^eimiicß tun? wie Iigt fo
mancher Hanf lange jar, ber burcß bae Haut aufHme, fo
ber I>umorißen fopi>ifterei uerfcßwünbe, bae geöffnet
möchte werben ; ban bae periin gehört ie für fold>e l>umo*
rißen feu nit.
4
25
VI1»81 Dom fal3 und feinen fceftem
tl>as bem menfc^en t>on nöten tft $u haben, bas bat tm
got gefcbaffen, bas ers rtnglicb unb le£d>tl£ct> haben mag.
was aber ntt non nöten tft, bas tft nit non nöten bes felbi*
gen tnl 31t haben, bas felbig bat got befter weniger gefcbaf*
fen on Überfluß, alfo follent ir auch nerton, bas bie ar$net
non nöten tft bas ber menfeb habe. barumb barf er nicht
über mer Rieben barnacb, er bats berwerts bes mers, noch
b£e jentgen ^u uns, fte haben bas £r£g auch su trer gefunt*
beit, alfo bewetft es ftd> nun mit bem fal$ auch ; ber menfeb
mu§ es haben, nach feiner noturft ftnt er bes genug.
2luf folcbes folgt nun fein tugent, war^u boeb fal$ bem
menfeben gut fei. fo beftnt ftcb, bas fal; in $wen weg bem
menfeben gut fei : in ber fpeis, bas muß fein, unb $ur arjnet
für natürliche Franfbetten. ein ieglicbe fpeis bie ber menfeb
iffet on falj, bie felbig mag nimermer gan$ unb gerecht ge*
beuet unb gemocht werben, weber im bafen uoeb im men*
feben. ban im falj tft ein folcb eigenfebaft, bas es im Fod>en
al bing corrigirt, unb ift bie recht correction aller fpeis fo
ber menfeb eflfen fol unb gebrauchen, unb was on falj tft
bas wirb nicht corrigirt, was nicht corrigirt wirb bas Fompt
mit einem ungefunt in menfeben. barumb alle fpeis fal$
gnug haben folien in feinem rechten temperament, nit $u
tnl noch $u wenig ; tm mittel fol mans brauchen, fo nun bie
fpeis alfo focht unb temperirt mit bem fa4 in magen Fompt,
als ban fo ift es ber natur angenem $u bigeriren unb on
fal; gar nicht, fonber was lint ober nichts gefallen tft, bas
wirb bigerirt in ein pblegmatifcb flüffigs fcbleimerigs blut
unb fleifcb, gertebt auf alle FranFbetten, $ur feulung fonber*
lieb, unb bie felbigen leut, fo lint fallen, ftnb in freften unb
in ber natur unb complep febweeber, baufelüger :c, ban bie
anbern unb ben ^ufallenben Franfbetten mer unberworfen
als bie anbern. wan bie natur wii, bas in fte nichts Fome
vii, 82 on corrigirt, bas tft bureb fal$, nichts on praeparirt, bas ift
26
on Focht burch bas feur, alein was bem fuft gugeben wirb,
als rettid), Fnoblauch, öpfel tc.
Hun wtffen rom fal$ weiter, bas falj ein irbifcher bal*
fam ift bes menfchen unb aller hingen, ban aus urfachen,
wo fal3 nit ift, bo gont bie feulung an, unb alein bas fah
erhalt ein ieglich bing uor ber feulung, lebenbigs unb tote,
im lebenbigen ift bas fal$ im blut in allen tieren, unb wo
bas angeborn fal$ iw nicht were, fo faulet ber
menfcb fo lebenbig bahin. nit alein in tieren, fonber in
allen gewecbfen ift fal3, unb nichts ift, bas nit gefallen fei
non ber natur, es fei non metallen, fteinen, Freutern, bol
3en, fcbwamnten :c. ban bas probirt fiel) burch bie alcalia,
welche alle falia ftnb, fo non allen hingen gemacht werben,
unb 3u gleicher weis, wie ber menfcb non fleifd> i# unb ift
fleifcb unb begert mit fleifd) gefürt 3U werben, bas if: gleich
wil feines gleichen haben. alfo auch begert ber leib fal$ 3U
im 3U nemen, feinem fal$ int leib 3U einer fpeis, bas fleifcb
bem fleifch 3 u einer fpeis, bem blut ac. nun ifF bas falj
gleich einem balfam, wan er halt auch auf für faulen, aber
fubtiler unb höher ift er in feiner natur. barurnb follen wir
rom fa4 wiffen am erfFen fein eigenfehaft, fo es hat als
ein balfam, bemnach fein eigenfehaft bie es hat als ein cor*
rection aller fpeis 3U temperirn in bie bigejFion, welchs her
menfd> haben muf unb Fan nicht on bas fein, fonber wirb
ge3wungen bar3U. wo fal3 nicht ifF, bo ift nichts Weibliche
fonber alles 3ur feulung gericht. fonil ijF bes fal; natur an
im felbs burch bie gan3 weit, allen menfehen unb tieren
eingeleibt $u brauchen unb 3U haben. burch fal; werben alle
toten frücht behalten on feulung unb 3erftörung über alle
terminos hwaus, auch alle fleifd>, auch öas nicht
faulet, auch leimen bas er nicht faulet, auch alles was bo
ijF, bas mag burch fal3 behalten werben. bar3U gehört aber,
bas bas fal3 nicht in ein weg commifcirt wirb, fonber in nif
weg; es ligt an ber praeparation. ban fal erubunt tut fo
27
tnl unb matt offentlid) weiß burcf> alle erfarnl>eit in ßfcf>en,
fleifcß :c, bas ße gut bleiben* fo aber fal entpum wirb, als
bau fo bemalt es alle bing in ein ungleublid>e lange ^eit*
vii, 83 aud> bas l>ols tuirb fteinbarinnen, leimen wirb ßein, bletter
non beumen bleiben grün, unb was burd> fal enijmnt
afpergirt wirb, bas empfad>t fein uerenberung. es iß gleich
bem balfam in ber confernation unb mer, ban es mad>t alle
bing mit ber seit in ein congelation auf ßeinifd>e art. ob
gleiwol füri>in bas fals entyum ausborret, nerget, eua*
nirt, fo ift es bermaßen congelirt unb confirmirt, bas alfo
bleibt aud> am luft, im waffer, in ber erben ber gleichen.
Hun aber non menfd>licf>er gefuntf>eit tnegen, warsu es
bem menfd>en gut ift, über bas fo gefagt ift, welches ein
großer fcf>at$ ift, bietneil fals bem menfd>en fo groß in ber
fpeis ift unb fonil am fals gelegen unb mit folgen großen
tugenben begabt in ber fpeis unb sw bemalten alle bing,
lebenbigs unb tots. fo ift aber aud> weiter bem menfd>en
nüs s wt> tnunben, alfo bas man ein frifd> waffer neme unb
fals es ein wenig unb bomit bie wunben gewefd>en, fo be*
halt es bie wunben nor aller feulung im gansen jar. ban
wie offentlid) iß, bas nil wunben im fomer fonberlid) in
^untstagen s ur feulung mit gewalt einfallen ; bas bel>üt
bas fals, fcas nit gefd)id>t. wiberumb aud> bie wurm, fo in
wunben wad>fen, treibts hinaus unb weret, bas Fein mer
warfen, an einem folgen fecret ift tnl gelegen in ber
wuntarsnei ; es folten ßd> baber, barbirer unb irs gleichen
nit befeßemen, bas ße bife gefalsen waffer brauchten, ban
ße brauchen oft arsnei, bie bo feulen unb wurm machen,
bas ßes felbs nimen Fönnen wenben, bomit ße aus großer
meifterfd>aft tnl fd>ebigen unb uerberben. barumb fo merF
ber gerecht arst auf, bas er im bas lauamentum tmlnerum
laffe befolen fein, ße l>alt im bie wunben fauber, unb fo
bie natur fauber ift in ber wunben, fo arbeit ße felbs sur
Teilung, ban ße Fans felbs wol feilen, ban wie ein l>unt,
28
ber mit feinem fchlecfen fein wunben fauber tyal t, alfo auch
ein menfeh mit bem fa 4 ^antlen fol.
Weiter follent ir awd> wtffen, bas an ben enben, bo man
bas fal$ feut, bo wirb ein ful$ gemacht, welche bief ift, alfo
bas fein ei gen boben fallen mag, auch fein menfeh nit,
gleich auf öl geftalt, wie ban offenlich ift ; non ber felbigen
ful$ rnerfen bife fecreta. alle bie ba feinb nolles leibs, noller
Püffen, noller feuchtifeit, noller inwenbigen fchleimifeit,
non melden pobagra, arthetica, gefchwollen fchenfel, vn,84
mapfchenfel unb plutterbeuch unb leib werben, bie follent
in bifer fui$ baben. bie felbigen alle werben ausgebörret,
alfo bas inen fold> franfheiten, bie non folcf>er mapifett
werben, nimer fomen, unb gar werben fte t>er$ert. auch ber
gleichen was fonft ip in fchenfeln, aus ben bo folien öl*
fchenfel werben ober ber gleichen, werben auch ner^ert unb
machen ein bürren gefunben leib unb ein ringen Reichten
leib, ban bo werben ner?ert gropmechtig feuchti, non ben
nil franfheiten h^nach würben folgen, bie nit fomen fo
bie flüp nit bo feinb.
dergleichen fo bewert es auch fein Operation in allen
fchebifeiten, rauben, freien, juefen unb ber gleichen, bie
borret es alls h inweg unb fauber in in ein gan$e h aut.
unber allen bebern ber gefunthett, fo non ber natur ent-
fpringen, als Pfejfers, dopli$, 23aben *c. ift ein folch fulj
über fte alle unb am gewiffeften in aller wirfung $um enb.
ban fo ein ar$t ftch recht bebenft aller felbs tnarmen beber
art unb eigenfehaft unb barbei auch bie füllen nom falj, fo
ubertrift fal$ fte all in feiner ful^.ban fonil feuchte im men*
fchen h intun, wie bas falj hw tut, wer fans gnugfam
loben, in praeferniren bas nicht hernach fompt. unb ber*
rnapen bantlet bie fulj, bas fein glib am leib ifi bas ein
fchaben möchte empfahen allen on fchaben, welchs in am
bern bebern nicht nerfprochen mag werben, barumb fol ber
ar^t bas wol betrachten, fo er ein franfen ober gefunben
29
t>at, ber alfo eine folgen fcfßeimigen leibe ift unb fo gar
ßüßtg, b inl>alt ber conbition unb
properieteten. \>eit non folgern leib, ße ncrgent ;
follent fie im $uFünftig werben, ße werben ner$ert in ber
muter, bae nit an tag werben Fomen. barumb iß ee fpöttig,
raten in ein bab on nerßant unb erFantnue allerlei art
beren hingen in ben man baben mag ; alle mal fol man bae
beß auelefen, bie anbern faren laßen.
?(bbitio eopl>raßi.
3 u bem erßen in bee fal$ abminißration iß nid>t non
nöten, bae mane alterirt ober im etwae abbirt, fonber nur
alein für ßd> felbe brauch, wie ee an im felbe iß. unb ob*
vn, 85 gleid>wol nilerlei befcriptionee feinb, bae man bem fal;
etwae mag I>in$u abbiren, ale Fümtd>, fend>el, ßmmet,
muecat :c, fo iß ee bod> nid>t ab propoßtum, bae iß ee iß
nid>te non bee fal$ eigenfd>aft, fonber bae fal$ wirb in
anber weg gefürt, bol>in ee nid>t fol gefürt werben, bar¬
umb $um Fo allee in ber geßalt,
bae bae fal$ in feinem grab grabirt werbe unb nid>t begra-
birt. barauf fo merFen, fo man bae fai$ ißet, fo iß ee im
erßen grab, fein calcee im anbern grab, fein ful$ im britten.
wil mane nun I>öl>er im grab l>aben bie auf bie 24-, iß non
n<5ten bie abbitionee $u wißen.
Hun nor allen hingen, wie id> gefagt l>ab non bee fal;
Freften in ben mäßigen menfd>en, fo iß bae ein correction
unb abbition ba$u, bae ße am erßen follent purgirt werben
bie auf ir ßat in ber orbnung ber fd>war$en d>xiftxmt$tn
unb nad> ber felbigen eintreten in bie füllen. aud> iß bae
non nöten bae elipir tartareum abminißrirt werb unb wol
gebraucht auf etlid> $eit nad> feinem proceß, bamit bae bie
30
angefeffenen apoftemata unb ble oppllatlones unb putre*
factlones Im leib refolnlrt, beopplllrt unb renonlrt werben,
bis auf fein gnugfamen termlnum, bem nach mit ber füllen
proceblrt nach Irer orbnung. alfo burä> ein folgen proce#
mag bas bab In ber ful$ auf 16 grabus fernen In ber opera*
tlon, bas Ift es wirft In ber geftalt fo nll, als wer es In Im felbs
16 grab hoch, bas Ift 13 über ben natürlichen, Inbemesftet.
Hun aber weiter non ber merern epaltatlon In ble gra*
bus $u bringen, muß burd> ble praeparatlon beferen, am
erften bas man ble füllen an Ir felbs grablr, weld>s In bem
weg befd>el>en muff nemllch bas man ble fulj an ftat bes
waffers becoqulr mit blfen feften, als nemllch mit wegrlch,
er fei fleln ober groff unb mit ber gleichen, fo wirb es noch
tnl freftlger In rauben freien unb anbern fcheblfelten. es
tut alsban In elm tag mer ban fonft In tueren.
Otem ber gleichen In ofnen fcheben mit faft non ben com
follbls, ferpentlnls, beren nllerlel art feinb, wo nun vn,86
folche abbltlon befehlet In berettung ber fu4, alfo bas für
waffer blfe abbltlon wirb gugeton, es Ift wunberbarltch In
offen fcheben ber ma£en $ur hellung, bas In ben 20 grabum
aufftelgt; unb nachbem unb bu blfe abbltlon befter ba#
fanft $ufamen fügen, befter größer Ift ble Operation,
2lber In ben Inwenblgen franfhelten,ber flüffen halben,
wlffen noch anber grabatlones. als nemllch, bas ble ful$ mit
brantem wein permlfclrt werbe unb hoch mit faft non
wegrlch anbereitet, fo Ift es bas höchft eplccatlff, alfo bas
es ben 2£. grabum perfect erfucht,
Hoch Ift ein anber praeparatlon, ble auch fol an bem ort
gebraucht werben, als fa4 blftllllren In ein waffer. bas ge*
fehlet aleln In bem, bas es mit bem rettlch $u waffer ge*
macht werbe unb bas felblg waffer nachfolgenb blftlillrt
unb als ban mit fucco plantaglnls, chellbonlae, ferpen*
tlnae, confollbarum permlfclrt auf gleichen teil, bas wirb
ben 2£. grabum ubertreffen In aller ejriccation.
3tem, fo ligt auch an bifer cur unb praeparation nil. ban
mit folgen abbitionen mirb genomen h<*emorrhoibum
flujme, proflutnum, byfenterta unb anber fhtpus nentris,
benen fonp in anbei* meg nicht ;u Reifen fein mil. ban alfo
hoch bringt ftd> bas maffer mit folgen abbttionibus, bas
mer bomtt geteilt mirb, ban alle fyrupen, purga^en unb
arjnei aus ber apoteFen ntmermer Dergleichen noch hin$u
Fomen mögen ; ban jte alle bleiben nur im vierten grab,
höher mögens nicht auffteigen. ba aber bis in ben 2£. u.
32* grab mirts hinauf bracht; bas mag bie FranFheiten
ubertreffen unb mit gemalt nötigen $ur gefuntheit. auch in
fcheben unb Freien bergleichen $ut>erfFon i$, auch in wun*
ben unb anbern ber gleichen.
Cftem nun feinb auch anber praeparationes, bie bo in
anber meg gefchehen, melch bas fal; auch 3um höchften in
ben 2£. grabum bringen, als fal? unb falniter, gleich nil
$ufamen unb calcinirt in inen felbs bis jum fluf; unb gu£,
barnach refolturs in fein liquibum. bas ift in ber e^iccation
in bem 2£. grabu. foiche praeparation ift treffeniich mol $u
merFen unb $u behalten, ban fein tnrtus cj:iccanU ift fo
vii, 87 fubtü unb fo ftreng in ber arbeit, bas ir nichts gleichen mag.
fo bu nun milt höher aufpeigen,foabbir bie epiccatif barju,
mie ich oormals auch gemelt tyab, als ban mirft bu ein
größern grabum h<*ben in ber Operation, biftillirp bu es
aber meiter, bu nurfl noch höhet in grabum Fomen, unb
burch foiche abbition unb praeparation magft bu Fomen in
ben 32. grabum.
©o ift auch nicht ungefchiFt, bas bas fal renerberirt merbe
auf fein genugfame $eit unb nach ber renerberation einge-
mifcht ben t>orbemeiten feften, meiche bir lieben $u bem
borju bus brauchen milt, ober nach &em allen 3# maffer
bijtfllirt ober in fein liquorem, mie gemelt ift.
3tem, fo feinb noch etliche fuftones über bas falj bar*
burch fein grabus auch gemert merben. als nemlich gieren
32
mit boio armeno, mit terra fsgillata, mit cbimolea, mit
flore aeris, mit tfyutia, mit calaminari tc, unb nach bem
gu$ folniren non im felbs; fterft ben grabum hoch*
3tem auch mit bem fale nitro $ugie£en unb folcbe ner
mifcbung bar$u tun unb barnacb in fein liquorem refob
niren, nnberumb über bie faecee gefcbüt, etlicb mal barnon
ftilliren laffen. ee $eud>t an ftc^> ein mecbtige, ftyptifcbe Fraft
unb eonftriction bae nickte ift, bas nicht epiccirt unb com
ßringirt mag werben, ^u fold>er augmentation bes grate ift
crocus martie, cerufa, flos aeris bie böcbften $u abbiren.
0o follent ir auch wififen, bae nach folgern procefj, fo
ee in liquorem berma^en gebracht ift mit fucco be imma*
turie acatiis permifcirt wirb, bae nicht höher ift im com
ftringiren, epicciren unb auf ben grünt ^u fmiren.
Tilfo l>at mich für gut angefeben, bae fal$ mit feinen
tugenben subefcbreiben unb correctionibue unb abbitioni*
bus, non welchen bie berbarii unb ftribenten ber felbigen
hingen nichts gebaut h^ben, nicbte auch gewußt, ben
rechten grünt $u erfucben ber hingen, bomit aue irem nier*
ten grab ber 2£. werbe unb weiter ber 32, ale ban fo ip gut
31t ar$neien. wo folcb Freftig ar^nei feinb ba mag bie natur
frölicb mit gewalt einfallen, nil feinb, bie ftcb hoch bemühet
haben su fcbreiben hetbarioe unb non ben natürlichen
hingen, aber fo mans bejtcbt, fo ift ee nichts anbers ale non
hören fagen, welches hören mit allen lügen unberfpiFt vn, es
wirb, alfo machen fte bücher non hören fagen unb in ber
fumma, fo wiffen fte nicht, ift ee war ober erlogen, barnacb
Fomen bie neoterici, moberni zc unb fließen non bifem, non
jenem jufamen unb machen auch bücher, wiffent aber nicht,
ift es war ober erlogen, freilich auf folcher feribenten be-
febreibung ift ber merer teil erlogen, ale ber fagte, ber fagte
auch f$ man bie felben fraget, wer b<*t birs gefaget, fo
Fompt ee auf nunnen unb alte weiber,3um lebten ift ee ein
wenen, unb ich gemeint unb gewenet. einer ber bo
p.-w. II. 3
33
mil fd>reiben ein bud>, muft ftd> nicl>t sieben auf bie, welche
nur reben unb fcf>reiben auf £<5ren fagen, fonber auf bie fol
er fein Firmen bauen, bie aus ber epperien$ reben* ban ba ift
es nicf)t fd>me$merF, nid>t ein münd>s arbeit nid>t alter
meiber tebung, auf meiere bie feribenten ber Freutern unb
anber hingen iren grünt ftellen* fte bauen ir firmen in fant,
barumb fo ift bie FranFI?eit Werfer ban fte unb ir ar$nei. bas
ift ber guft, ber iren tempel t)infürt, bas ift ir Funft unb
£ören fagen* es gibt iejt tnle feribenten in folgen hingen,
ban jle l>aben mol ber meil, lugen infamen $u tragen, es ift
balb gefc^e^en, es gefcf>id>t ^inber bem ofen, fragen nichts
barnaef), es fei mar ober erlogen* man fte in felbs nur ein
namen machen, bas ift ir argument. bie melt mil betrogen
fein, barumb fo betriegen fte, nemen uon poeten unb r^e*
toricis heraus unb machen ein ernft aus einem fcf>impf, aus
einem boften ein Funft. alfo ift ir f<$retben unb büd>er ma>
cf>en, bas nichts mit bem ausgericf>t mag merben.
34
Don dem engüfd)cn difteL
£>ife wurs bes englifchen biftels ift dermaßen in ir natur,
fo jte in ire r Operation ift, welche gleich bem mon ift, fo
Seucht jte non einem andern bie Fraft aus unb gibts bem,
ber fle tregt su ber felbigen seit, nun hierin fo wiffen, wie vn,89
bas natürlich befct>ehen mag, nun merken am erßen, alles
bas bie Funft nermag su tun im liecht ber natur, bas nermag
bie natur auch su tun on bie Funft, als ein epempei, ich fes,
bie Funß nermag ein arsnei unb Fraft su nemen unb aus
SU sieben ben Freutern zc unb bie felbigen bem menfd>en su
geben, als ban mit ber arsnei probirt wirb, bas man ntmbt
non ben Freutern unb gibts ben FranFen, nun nermag bie
natur tniberumb auch, bie arsnei su nemen im waffer, in
ber erben, im geftirn unb jle faffen in bas corpus, Fraut
ober ftein, unb als ban, was fle bo uberal genomen h<**/
bem menfchen su geben in ein Fraut ober famen, fo nun bas
natürlich ift unb an im felbs alfo, fo follent ir auch wijfen,
bas nicht alein in folgen bef chicht, fonber noch nil wunber*
barlicher, fo man in grünt ber arsnei Fompt unb ber natur*
liefen Freften. was tut bas waffer? nimbt eim, gibt bem
anbern ; bas feur nicht, nimbts alles, gibt nichts, alfo feinb
auch arsnei, bie bo nemen einem, gebens bem anbern, an*
bere auch Freft, bie bo nemen, geben gar nichts,
^s ift ein euangelifcher fpruch, nement bem, ber ben ta*
lentum l>at unb geben in bem, ber bas h<*t unb was er
nicht bas fol man im auch nemen, nun einem anbern
bie fterFe nemen ift ein groß nemen, fo aber ber anber nichts
fol in ber felbigen fterFe unb braucht jte nicht, ligt umb
fonft bei im, bilicF> ift, bas im genomen werb fonberlich
bieweil bie natur barsu helfen Fan unb mag, nun feinb t>ü
bing bie bo nemen, gebens aber niemants wiber, es feinb
auch anber ftucF mer, bie bo nemen unb gebens, als es feinb
etliche ßucF, bie bem menfehen fein uernunft nemen unb
machen in gar toll unb wilt, aber niemants wirb jle, es fein
3*
35
anber ftwc? bie bo bie Weisheit eine anbern nemen «nb ge*
bene einem anbern. folchs alles ift anfenglich bei ben #egyp*
tern gewefen, bie burd> ir gamachew genomen ^>aben bas
glücF non einem anbern unb einem unglüfi>aftigen geben,
item ben ftg «nb nictoriam ber gleichen genomen. ban bie
fürtreffenlichften ftg, fo ?llej:anber tllagnws, Cfwltws ©atws
vii, 90 (Eaefar gehabt ^aben, ift inen nicht bwrch ir incltnation
Fomen, fonber entfrembt non anbern, inen geben, «nb
nicht aletn benen fonber awd> anbern noch nil mer, ban gar
manigfaltig ift folchs begehen. bie feibig erftnber ber ga*
mähe« «nb praeparatoes ber gamahew feinb bie «tagt ge*
x nefen ; ban bas ift ein fpeciee ber Fwnft magica.
<£% ift non nii feinen 5« reben, bie geborn, bas ift non
natwr gamahew feinb, bie liebe machen, frewntfchaft, feint*
fchaft, frölich, leib, ftg, nerluft, glüd «nb wnglücF, gelert,
«ngelert, hoch am ftant, niber am ftant. «nb aber ailee
was bo ift «nb genomen wirb bem einen, bas wirb bem an*
bern geben nach inl>alt natürlicher inftwpion. was nwn ber
natwr non angeborner art möglich ift, alfo ift es awch ber
Fwnft magica ber gleichen beFant «nb in natürlichem ner*
mögen 5« twn. «nb alle folche natürliche felbs geborne ga*
mähe« h eiftent non wegen ber wnberfcheit englifch bar$w,
als carbo. bar«mb nwn bas ein geborner gamahew ift, 5«
nemen eine manbern bie Freften «nb fterFi, hetftt es ange*
licwm ; ban barwmb wirb es hto$t* getan, bas man gleich
wie englifche wirFwng in ber natwr 5« fein geacht tyat.
folch genws gemmarwm ift gar erlofchen «nb «nbertrwFt
worben, bas Werber bie groften noch Fletnen haben. wiewol
nicht rninber, was gwt ift «nb 5« argem gebrawcht wirb, ift
bilich, bas htttgeton werbe, als bie hübfthe fra«, bie ftben
man gehabt hat, bie fte non irer h«pfthe wegen genomen
hatten : aber ber tewfel hat i«en allen bie hels abbrochen
«nb erwürgt. barwmb was gwt ift «nb 5«nil gwt, ift beffter
nerborgen ban öffentlich, «nb fonberiich, ie lenger bie weit
36
ftet, ie böfer, von wegen ber ergernus, bk in ix ift unb bas
bk forcht gottes nicht bet inen ift,
Tlifo foilent tr nun and) uerfton, non bem engiifchen
biftei, bas er bie fraft hat, non natürlicher inftu^ion alfo
bohtn nerorbnet, ban bas ift fein praebeftination in ber es
fein fol. ban bas ift praebeftination, fo got etwas fonber*
iichs wirken wil burch bie natur, bas über bie natur ift, ein
fonberiich fecretum ober anbere magnaiia, fo ift es praebe»
ftinatio binina, bas ift bahin ift es praebeftinirt, bas es bas
uw fol. als auch burch bie menfchen, etlich als propheten, vn,©i
apoftel :c. bie felbigen haben in ber praebeftination ge»
wanbeit, bal)in fte praebeftinirt feinb worben unb auch $u
bem felbigen non got übernatürlich begabet, alfo ift prae»
beftinatio nicht in allen fonber in benen bie got fürnimbt.
bie aber bie natur praebeftinirt in irer fraft, bie felbigen
mögen bas felbig tun ober nicht, es ftehet bei inen unb nach
bem unb fte bie natur treibt, alfo ift praebeftinatio bo in bem
engiifchen biftel aus ber natur, aber burch got nerorbnet,
bas es muft fein, bas ift bas bie freft alfo ftch erzeigen follen
unb müffen. ban bo ift in unnerftenbigen freutern fein
wort als im menfchen, ber wie ein ror im waffer für unb
für ftet, ba alein muft erfüllet werben, (compelle intrare.)
bas ift, wil got ein apoftel haben, er muft in nun mit gewalt
treiben unb füren ba er nicht hin tnil. wiis bie natu r auch
haben, fte muft auch tun. wo bas nermögen nicht ift (com¬
pelle intrare), bo ift praebeftination nichts, weber non got
noch von ber natur, fonber ber tnenfch falt in fein üppigen
willen, bas ban fein fraut ober wurden tun mag.
Hun ift nicht minber, bas nii compiepiones feinb, benen
nichts mag genomen werben, tnl benen iieberiich al tr fraft
genomen wirb, ban was leoniften, was capricorniften, was
fcorpioniften unb arietiften, benen wirb nicht letztlich ir
fraft genomen, aber ben anbern. ben tauriften auch feiten
unb im ^unemenben mon am meriften unb am fürberiich*
37
flen. ber proce£ unb orbnung feines ausgrabens unb
brauche tjl nicht von nöten $u fejen. ban bieweil bte bumo-
rtjlen unb ires gleichen lectores feinb unb fein inerben, was
foi ban, für fte bie perlin $u fd>ütten ? fte werben in fot ge*
treten.
2fbbitiones r<*fti.
£)er btfer wurden genießen wil, ber muß aletn mit gro*
£er arbeit ^inber ir fraft fomen, ban on grof$e mü tut fte
nichts. ich fyab erjl mal gefeben, bas ein man im i£ifa#
tragen fy gar gefcbwecbt gelegen. ich, bo
ich bas fach, mit langer seit b^nacb, vermeint ich/ bie
franfen, fo gar fcbwacb werent, alfo auch SU Werfen, fielt
ich flarf leut su im unb gab im wurden genug, bomit er
fein mangel bette, aber es b^f nichts, ijl mir etlicb mal
gefcbeben. bas ijl aber wol alfo, was trejfenlicb arbeit unb
ie fkenger, ie frefttger, bie wurden hilft/ bas nebenarbeiter,
fo umb in feinb, all erligen. alein bas man ber wurden tag
unb $eit Vorbehalt, wan fte $u gewinnen fei.
©o ijl bas auch war, bas etlicb mit embfiger arbeit jtcb
bemühet haben unb in ber jltl verfcbwtgen leut $u inen
genomen unb haben jtcb felbs in folcbe fraft gebracht, bas
in inen bie eigen natur all ir franfbeiten erfucbt bat, unb
mit gewalt ausgetriben apojlem, burcb harnen unb burcb
ben jlulgang, auch würm non inen gangen unb nacbfol*
genb treffenlicb gefunt worben, folcber operationes feinb
nilerlei befcbeben. barumb fle benen, bie jlarf feinb unb
jtcb arbeiten mögen, wol aw^xntmtn ju einer prob irer
verborgenen franfbeiten. ban bie fraft treibt alle fr anf«
beit aus. baraus folgt nun, bas bie wurden fraft gnug gibt.
38
0o ij* au ein angeborne eigenf4>aft in bie felbigen, bie mit
fampt ber feibigen ge^et, alfo bas tnrtus unb t>ie mit ein-
anber gont, oires unb mores au$>, materia unb inclinatio.
VII, 95
De CotaUie.
Don ben corallen Die ba rot ftnb habent ir $wo natur.
ban ein anber art ift in benen, bie gar bunFel rot ftnb, uf
braunfarb ober uf fcf>wer$i, unb bie anber art ift, bie gar
glan$ rot ift. unb wie fte mit ben färben wiber einanber
feinb, alfo feinb fte auch mit ber Fraft unb tugenben non
einanber. nun ift noch ein art bie ift bleich, ift gar nickte
fonberlid>6 mit Freften. ban ie bleicher ein Fral ift, non
brauner ober roter art, ie weiter fte non ben felbigen Fral*
len tugenben gefd>wed>t ift unb je weniger nu$ ober wert.
Hun merFent non ben Frallen fein bewerte erfarnheit,
nemlich ba© bie roten fd>einbaren glan$ Frallen non ganzen
färben on burd>$ug mit ganzen $inFen on abgeftimlet in
ganzen Freften ift. wo aber burd>^üg feinb, bo ift bie tugent
nicht nolFomen gar ba. auch wo fte abgeftimlet feinb, fonii
neriieren fte auch an Freften, gleich al© einem bäum, bem
eft abgebrochen werben ober gehauen, umb fonii frucht
weniger tregt ; fonii ift auch bo nerlorn in ben corallen,
in ben braunen auch gleich fowol, als in ben roten fchönen.
in Iatein imft ich bie fchönen Frallen corallo© rutilante©,
ba© ift rutilan© corallu©; bie braunen, bie bifen wiber*
wertig ftnb, corallo© caliginofo©.
Hun bie coraUi rutilante© feinb frölich unb lieblich, gleich
fo unfrölich unb unfreunblich feinb bie braunen, all mal
ba© wiberfpil. barumb fo man wii Frallen anhenFen unb
tragen, e0 fei jungen ober alten, fol man ftch nor ben brau*
nen hüten unb halten ;u ben roten glan$enben. ban fo weit
ein unberfcheit ift $wifchen ben freuben unb trauriFeiten,
lachen unb weinen, fo weit ift auch ein unberfcheit $wifc hen
ben roten unb braunen Frallen. barumb fo fol bo ein gut
auffehen gehalten werben, barmit bie fchönen Frallen ge*
nomen werben, nicht bie bunFlen, unb ba0 non wegen ber
groften unberfcheit, bie fte wiber ein anber haben, ban fo
einer wii ein frölich gemüt machen in einem fchwachen unb
*0
ntmpt ber braunen, er rneret im fein FranFl>eit unb fermer- vi
müttFeit.
Vlun foilent ir wtfifen am erften non ben tugenben ber
fd>önen Frallen ba© fte für fantafei, für pf>anta©mata, für
fpectra, für meland>olei gut feinb unb nü^lid). barauf fo
folgt nun ein au©legung, wa© pl>antajta, pl>anta©ma, fpec*
trum unb meland>olia ftnb, bomit ir miffent ein unberfd>eit
in ben FranFl>eiten $u ernennen, non wegen auc^ be© braucf>©
ber Frallen $u einer teglid>en FranFl^eit in trem wefen.
pi>antafta ift, fo ein menfef) im felb© fürnimpt on urfa$
$u gebenden tnlerlei bing©, in Fünften, in wei©£et t, in ge*
fd>iFXtFeiten, in gelerti zc. nun er l>at© nit bei^enbig, wie
er e© gern l>et, fonber fantajtrt im nad>, ba© ift er benFt im
nad>, wie er© bol>in ober bot>in bring, nun fein bie fd>ö*
nen Forallen bie, bie im $u guter unberrid>t Reifen, ba© ift,
laffen im Fein unreiniFeit einfallen, weber vom teufel, nod>
non anbern bie bo ben menfd>en in feiner fantafei uer*
füren möchten, bie braunen aber Reifen im in ba© wiber*
fpiel ber fantafei auf uerfürung.
PÜantaema. e© ftnb nad>tgeift, bie non ber natur Fomen,
bie bo etwa© menfd>lid>© uerftant© l>aben unb ben menfd>en
fud>en, ber inen in folgen uerfügt wirb, beren jtnb tnlerlei,
gut unb bö©, unb aber nit ftd>tbar unb bod> bei ben tuen*
fd>en, al© l>unt, bie ben menfd>en aud> lieben ober umb in
feinb. fo ift bod> nid>t© in inen, nod> bei inen $u fud>en,
fonber ein lerer getjF,alein ben menfd>en $u befd>weren unb
$u moleftiren. bie felbigen fließen bie roten Forallen, wie
ein I>unb ein ruten. aber $u ben braunen fließen fte unb
meren ftd> bo. unb ift gleid> al© incubu© unb fuccubu©, bie
ban au© bem fantaftrn werben.
Bpectrum. ba© feinb nun bie geftd>t, bie bo geben bie
aftraiifd>en cörper vom menfd>en, ber geftorben ift. ban ein
menfd) l>at jwen cörper, einen non elementen, ben anbern
vom jtrmament. ber non elementen fttrbt unb fault in ber
erben, bae ifl ber bo vergraben wirb ; ber anber fchwebt in
lüften unb auf erben *c. wo nun folche corpora aetherea
von einem geflorbnen menfchen gefehen werben, bae ift
ein fpectrum, bie felbigen fliehen vor ben roten corallen,
$u ben braunen nahen fte fleh*
95 ÜTelancholia ifl ein PranPheit, bie in ein menfehen falt,
bae er mit getvalt traurig tvirb, fchwermütig, langweilig,
verbroffen, unmutig unb falt in feltfam gebanPen unb
fpeculatfonee, in trauriPeit, in meinen :c, tvie ban bae ge*
müt an im felbe an$eigt* bife melancholei get hinweg burch
bie roten Porallen, in ben braunen meret fte fleh*
©olehee h<*h ich euch barumb wollen anjeigen, bomit
unb ir verflunben ber Prallen unberfeheit, barumb h*h ich
bie vier vijlonee fürgehalten $u einer unberrieht*
2lbbitionee (taufarum*
ICheoph^^fli*
Hun mu£ ich euch bo bie urfachen fürlegen in ben hin¬
gen, von wegen ber Prallifchen Praft unb macht* ban ee
machten villeieht vil meinen, ee wer bae nit natürlich unb
werent fuperflttiojlfch* fo ifl bae bie urfach* bie vier vorbe-
melten PranPheiten ftnb all vier aue ber natur unb nit
wiber bie natur, auch nit vom teufel ober anbern gefpenfl,
bae vom teufel aueget* fo fte nun natürlich ftnb, ale ajlro*
nomia unb compofttio h^mana unb putrefactio micro-
coemi aueweifen, hie nit not $u erjelen. von beewegen in
allee bae, bae bae natürlich ifl unb von ber natur Pompt,
hat bie natur wiberumb gegen bae felbig fein fecretum
unb magiflertum. unb wiber bie vier ftnb bie Prallen eine
aue ben natürlichen fecreten, beren ban noch mer ftnb* alfo
ifl natur gegen ber natur, bae ifl wiber bie natur unb mit
ber natur ; ban bie roten vertreibene, bie braunen behaltene
unb bae allee aue ben natürlichen Preften unb in ber natur*
Wetter von ben FraUen unb iren
Preften*
©ie treibent bae ungewitter |>intt>eg vom fPral, fcht nickte vom ungewitter.
#bbitio naturalie
ZfytoptyvaiU.
©o wir von unferm verkant Pönnen machen ein tach für
ben regen, ein fhiben für ben winter, ein fchatten für bie
fonnen bae une nicht beleibige, fo wiflfent bae auch bie
natur bae felbig vermag fo vil, bae wir nicht vermögen,
bae onein tad> jcbae ungewitter Weber einfchlahen, noch in
anber weg fchaben tun mag* Pan bie natur ein folchee un¬
gewitter machen im ^>imel, fo Pan fte auch bargegen ein
befchirmung machen, ale ein e^empelrjte Pan PranPheit
machen, hingegen auch ar$nei für bie felbig, alfo für ein
iegliche natürliche wiberwertige ifP bargegen gefchaffen auch
von ber natur, bem felbigen ju wiberflehen* barumb fyat
got ben gefchaffen ber ee verffet unb bae felbig ber gleichen
von ber erben auch befchajfen*
Leiter :
©ie vertreiben bie wilben monftra* bae iff ein monffrum,
bae ber h imel auebrütet wiber ber natur orbnung* ale er
brütet ein fperma aue, baraue wirb ein monffrum, bae i$
ein tier bae nit in ber jal ber gefchöpf iff welche wiber-
wertige monftra bem menfchen fonberlich $u wiber ftnb unb
vilfeltig für geift gehalten werben, für teufel unb ber glei¬
chen, aue urfachen bae nit natürliche orbnung geboren
hat, alein bie wiberwertiPeit, folche monflra tilgent fle auch
aue*
VII, 96
*3
?ibbitio Cl>eopl>t4afti,
Urfad;>, non ber natur feint) fle unb aus ber natur ge*
ntÄC^t, aber tnol wiber bie natur ; barumb fo i>at bie natur
non got ein fchirmung empfangen, bae auch in ber natur
wed>fi nach orbenlid>er natur bae, bae bae jenig vertreibt,
bae tniber bie natur non ber natur geborn ift, ale bie
monftra non benen in generationtbue rerum unb mon*
ftrorum tneiter gefchriben tnirb, i)ie nit not $u er^elen.
Leiter :
&ife frallen, gefejt, getragen, eingemacht an ein bequem
ort nertreibt ben teufel, bae ift, feine geift, tnelche bie ieut
$u beft^en begeren unb umbfthweifen, beren nil feinb bei
ben menfd>en, unftchtbar, bie ben menfchen lernen, on fein
tniffent unb erfantnue bae non inen fompt, liegen, triegen
?c. folche geift treibene auch hinweg non benen, bei benen
fte ftnb in folcher nerborgner geftait mit ber feibigen uer*
tnilligung unb entfchlahung ber lügen unb betrüge.
Cheophraftue.
Unb bae ift bie urfach, in gleicher tneie, tnie er non ber
fonnen fleucht unb an ir nit fein mag, h<*ftt ben tag, bae
liecht unb liebt bae bo flnfter ift. ale tnenig mag er bleiben
ben Uralten, barumb bae fte got fonberlich über anber
getneche begabt h in iren fecreten ber fonnen, bie
braunen bem mon. bei ben braunen bleibt er tnie ban auch
an bem monfchein.
Leiter :
U)o fte ftnb, bo merent fte bie frucht im felb, im ade r,
im garten.
Chrophraftus.
0ol d) fecretum unb myfterium ip auch in Irrallen, bas
pe ben ader beeilten pon bem gefügel bas bem ader fd)ehen mag bie pü ader perberben
unb fchebigen. benen all wiberPehent pe unb pertreiben pe,
barumb fte ben ader meren in fruchten, ban ben früd)*
ten gegeben grop fcheben pon ben nachtgeiftern, bas ift
pberifd>en eorporibus.
Weiter abbitio Cl>ropl>rafti.
£>ie lorallifch form an ir felbs gepalt ift am ftammen su
ernennen, ber bauch unb ber rüden an ir felbs wol be*
Seichnet. aus bem folgt nun, bas bie recht unb bie linf feiten
am erPen su ernennen pnb unb alfo fol pe auch getragen
unb gebraucht werben. wo aber fold> form nicht gefunben
mag werben, ba ift auch rin gebrepen an ben felbigen frep
ten unb tugenben, fo in ben corallen iP; ban pe formiren
ben ganzen man. unb oftmals nit alein bas ber leib ber
form gefunben werbe, fonber bie gans h unb ben bauch für pcb
gehenft, bamit bas er pch pergleiche mit bem förper bes ber
in treg t.
3Sraft pon corallen. vn.93
£>en fd>wangern frauen unb ftntbetterin pnb nüpid>
unb gut, urfach bieweil bie frauen fonberlich pü sufell h^
ben unb mer betrübnus unb anfed>tung ban bie mann,
baraus folgt nun, bas bie frauen on frallen nit fein follen,
fonber snm Fleripen unb fchöniften ausgefucht.
Abbitio (Cheophrapi.
Hun weiter mup ich euch anseigen pon ber art ber co*
ralien. es ip öffentlich/ wie ber teufel bie leut bep$t. nun
*5
noch tnl mer beftjt ber teufel bie tier, I>unt, feu, oögel, bar-
innen ber menfch fein uberßüffigen luß fucht , unb alfo
awd> beß$t er ben reif, bas Wetter, ben ßral, ben ^agel unb
bergleichen anbers mer* auf folchs folgt nun, biewetl bie
natur mit ben unreinen geift befeffen wirb, bas auch bie
natur burch ir eigen fraft jtd> wiber erlöfen mag, alfo nit
bur d> (Kd) feibs noch burch ire eigen feibs frraft, fonber burch
irs gleichen, bas non got baf>in geben iß ir $u einer ßer-
hing ; $u gleicher weis, wie ein ar$nei wiber bie frantyeit,
alfo auch ein ar^nei $u ber natur hilft wiber bie böfen geift
wie wiber b<5s franfl>eiten* barumb follen frallen gebraucht
werben on unterlaß, aus urfachen bas ße non got ber-
maßen begabt ßnb wie bie arjnei non ber erben wiber alle
franf^eit*
UTer non ber traft ber corallen.
Bie ftellent alle ßüß ber muter, rot unb weiß, unb brin-
gents in ein recht natürlich^ wefen.
3tem bergleichen alle bauchflüß, rot rur, weiß rur unb
anber bauchßüß in jungen unb alten.
3tem ße feinb ben frauen gut $ur gebürt, bas ße frölid)
niber ligent unb mit gefuntheit geberent.
Cftem ße geben auch gute complepiones, frölich unb
leid>tmütig, unb temperirn alle grobheit ber natur im gemüt.
Cftem ße ftellent bas blut in abern, in nafen, in wunben,
in gülbinen abern.
3tem ße nemen bas nergid>t l>inweg unb rechtfertigen
bie natur, bas ße nicht in bas fallenb fallen ober fomen.
vii, 99 3tem ße benemen ben jungen unb auch ben mittel alten
bie fallenb fucht als ein gewaltig hättptßütf.
£6
Tlbbitio £I>eop£raftf.
Hun merfent auf t>ie correction, ba ich an bem ort for>
mam effe fpeciftcati nit corrigiren mag noch wil ; ban wae
got in fein utminnm gefegt ^>at unb praebeiltnirt auf fein
grabum, bae feibig mag niemante niberer ober ^ö^er ma*
eben. aber für bin wae a forma effe effenftftcati iß, im feb
bigen wil ich, wie ich bilid> barf tun, correction unb abbb
tion in bie forallen fegen. ban wunberbarlicb ßnb ir tny*
fteria, arcana, magnaiia unb fecreta, barumb icbe nit
unterlaßen wil gu corrigiren unb abbiren, nicht fo ungeitig
binbur erlaufen ale bie feribenten bie auch non inen febrei-
ben, beren gefebriften gleich feinb als ein bilt, bae ein maler
abmalet unb weißt hoch nit, wer ber recht iß, ober wae ift ;
alfo ßnb bie abemaler.
Hun iß aller pbüofopben brauch non anfang getoefen,
bae bae gut nom böfen fol gefebiben werben, bae rein nom
unreinen, bae iß bae alle bing follent ßerben, alein bie fei
fol bleiben« bietneil nun bie fei bleiben fol unb bae anber,
bae ber leib iß, faulen ; unb alein, ee fei ban bae ein fame
faule, fonß bringt er fein fruebt. wae iß nun faulen? ale
alein ber leib faulet, bae gut, bae wefen, bie fei faulet nit ;
bae fol man nom faulen nemen. fo nun bae genomen iß,
fo iß bo zugegen bae perlin in bem felbigen alein für ßcb
felbe in bem alle tugenben feinb. alfo nerßanben nun, bae
mit ben frallen bergleicben iß. nemlicb fo ir bae perlin aue*
gezogen wirb, fo bleibt ein große reßbeng bo, ban bae perlin
iß allemal ein fleinee gegen bem fo niebte fol. barauf fol¬
lent ir wißen bae bae perlin non ben frallen bermaßen fein
tugent gibt, bae ee ßillet aller frauen unbequeme ßuß on
naebteü bee gangen leibe, ban womit man folcb frauenßüß
ßellet, fo machte an einem anbern ort ein ergere ; bo aber
nit, bo iß ee gar rein in feiner bdlung unb bringte bobin,
bae gar fein febaben weiter gefebiebt. ban ein folcbe argnei
iß ee, bae ire gleichen nicht mag für ein febag gleich gefum
£7
ben werben, alfo tute auch in ben fluffen bes bauchs, wie
bie feinb unb uon wannen fte fönten, unb ob fte gleich auf
vi moo bem lebten grab ligent, fte bringents wiber auf unb fein
fluf* ausgenommen.
Solche tyotye gaben ^at got bem perlin geben unb für*
treflid) in allen tugenben, wie ban t>on inen obgefchrtben
üet. rom innemen üellents alle blut, fte fomen in leib wie
fte wollen, unb bie t>ergid>t ber frauen, finbern unb man*
nen; mit 10 ober IS tropfen eingenommen, nements alle
art ber t>ergtcf>t hinweg, unb weichere trinft fünf Wochen
nacheinanber, ber wirb erlöf* t>on bem hinfallenben ftecf>*
tagen.
@o iü nit minber es mag wol auch ein abbition bo ge*
fchehen, als t>om fecreto carniolae, befler mer iÜ es. auch
wol htn^ugeton tntrum martis in liquiba forma, bie erft
abbition, uon wegen was $u uerflellen iü, bie abner t>on
wegen ber uergtcht unb fallenben fucht, auch wol in circu*
latorio rectiftcirt. nicht aber in bem, von bem ber artiü
fagt, ber uermeint er fei ein alchimiff, ber hoch gar nichts
iü als ein lerer fchwe$er.
48
Don den freften des magneten«
2fbbifio Ci>eop^r4ftt»
Sum erften ift von nöten euch $u unberrichten, wie bas
im magneten ein an$tehenbe fraft fei, alfo bas ber mag net
an jtch peucht wunberbarüch über allen natürlichen ver*
#anb eifen, ftahel unb noch vil mer. mm i# ie$t auf btemai
mein argument, bas folche fraft im magneten fo ojfenlich
vor ben äugen allen arjten gelegen ift unb nit weiter be*
tracht, ob magnes tveiter auch 3# gebrauchen fei in anbern
hingen ber noturft mer ober nicht, fonber alle ar$t h^bent
verlaffen folches tveiter erfarung unb jtch beholfen an
irem fuchen gefchtvej, bas nit tvol mit eren $u verantwor¬
ten ift, barumb, bas jte follent ein folch fubiectum fyaben
unb offeniich fein wirftwg fehent unb nit tveiter im felbi*
gen h<*ntlen $u tveiter erfarung.
0b ich gleichtvoi alle tugent fe$ von magneten, welche vn, ioi
bie alten all befchriben h<*ben, fo tyab ich hoch nichts ge*
fchriben, fonber wil ich wm magneten fchreiben, ip von
nöten, bas ich mit ber abbition unb correction vortret unb
fte alle mir hmben langfam hernach*
Ulan wirft mir oft unber bie nafen, bie läufigen boctores
unb apotefer, bie ban nicht mer verftant, ich wöl ben alten
fcribenten nicht folgen, was fol ich ben unergrünten fob
gen? ban fehent an alein im magneten, was fte von im
fchreiben, bas ij* fo vii als nichts, unb befecht, was ich
fchreib, unb legens gegen einanber auf bie wag. het ich
mich felbs in bie erfarnheit nicht geben, von ben alten wer
ich ftofblint geborn in ber ar$nei, on äugen, aber, fo ich
ben felben nicht folge, fonber mer fuch/ ift mir nicht von
nöten, inen $u folgen, bar^u bringt mich mein e^perienj,
bas ich ir unb nicht inen folgen fol. ber langen reb fol jtch
feiner befümern, bie ich ie$t tun. es ift nicht minber, ich h<*b
noch vom magneten nichts angefangen, teboch aber tyat
P.-W. II. 4
*9
mich für gut angefehen, euch fold>8 vorhin su ertm
nern.
üDte alten fcnbcnten fagen, ber magnet seucht eifen, ftahel
an fleh. unb ift war, es bebarf Feines fcribenten nicht, es
tld>te ein {etlicher baurenFnecht. nun aber ift mein motif,
obs aiein genug an bem fei, bas ein {etlicher baurenFnecht
ficht, ober ob etwas mer bo fei, bas ber baurenFnecht nicht
ficht? gebünFt mich bilich fein, weiter einsutreten unb jtcf>
mer su bemühen, als aiein fb fchlefrig l>inburd> 31t faren.
es folt fiel) ein feribent fchemen, nit mer als einen baurem
Fnecht fid> vergleichen in feiner philofophei. nemltch fag
id> aus ber epperiens, bie ban alle bing probirt mit fampt
feiner theorica, bie aus ber epperiens fleußt, bas magnes
ein ftein ift, in bem ein ansiehenbe Fraft ift gegen eifen unb
ftahel offenlichen, wie am tag ift, su bem ein ansiehenbe
Fraft aller martialifchen FranFh eiten, fo im ganzen leib
feinb.
£>ie alten tyumoviften tyabtn vil gefagt von ben vier
humoribus boburch fle ben falfch in bie ar$nei gebracht
haben, fo fag ich, bas nach bem p! aneten bie erFantnu^ ber
FranFheiten grüntlicher verftanben wirb, ban nach ben
vii, 102 humoribus. aber barumb, bas fte nur ir geigen geigen
Fönnen, barumb fo feinb es alles nur humores. bas bewert
ejrperientia, bas ber magnet an jtch feucht alle martialifchen
FranFheiten, von ir ftat an ein anbere, unb bas eperement
bar$u su im unb alle an fein ftat. nun ift von nöten euch
fürsuhalten was bie martialifche FranFheit feinb. bie feinbs,
bie ber magnet beweift, in bem bas er fte an jtch peucht wie
ftahel unb eifen. nun feinb bie felbtgen FranFheiten bie, alle
flüf$ ber frauen, wie jtch bie begeben mögen, item alle
bes ftulgangs, wie jtch bie begeben mögen, item ein ietiiehe
FranFheit, bie jtch von irem centro im cirFel bilatirt, wiber*
umb in centrum su bringen, item alle bivertirung ber flüf*
fen, bie bo gewonet h aben su laufen von iren wurden in
5o
bie eft, in irer wurden $u bemalten, bas feint» min Me tugent,
Me id> bem magneten $uieg unangefei>en ber anberen fcrb
benten fd>Ü3erei, new unb alt,
£>onrit mm bae fold>0 gefd>ebe unb bae ) auf fein enb
fromme, barumb id>0 i>ie 5« fd>reiben i>ab angefangen, wo
ber mag n cs ligen fol, bomit fold>0 gefd>el>e, fo ift von mir
gegen eud> alein bife an$eigung, bas ir in follen legen auf
ben centrwm von bem bie franf^eiten ausgent, als ein
e^empel: es ging bas menftrum, bas proflumum, rot ober
wei$, fo fol mans auf ben centrum legen, ba0 ift auf Me
erft murren, bo ber urfprung ift, fo gefd>id>ts nimmer,
item e0 wer in einem burd>flu$, fo fol0 aber gelegt inerben
auf ben centrum, bo ber bwrd>fiu$ fein urfprung nimb^
e0 get al0 ban nid>ts mer unben au0, item in anbern franf*
feiten, Me ftd> wollen im ganzen leib au0teilen, weiter ban
ir locu0 inbelt, aber in ben centrum ber felbigen franfi>eb
ten, e0 fomt ab ftat nid>t weiter, mit folgern binertiren
unb attra^iren bleiben bie epcrementa, Me fuperflwitates
an ir ftat, non ber fite al0 ban lei4>tlicf> $u bringen feinb,
burd> ir natürlich emunctorium nad> fraft ber ar^nei unb
nad> rechter noturft unb nad> rechter bigeftion, ban ob
gleic^wol ein bing geftellet wirb, fo ift bod> barumb ber
franf nid>t genefen, ba0 ift aber bo, bas in feiner ftat bie
bigeftion wolfomen gefd>el>en mag unb zeitig au0laufen,
nid>ts un$eitiges, alfo au<£ wirb in coiica erhalten, ba@ vii, 103
fein contractur b^nad> folgt- ban bo wirb materia per*
can0 bemalten in feinem ort unb am felbigen bigerirt unb
nad> rechter orbnung ber natur zeitig au0getriben, mit web
d>em zeitigen au0treiben coiica unb contractur ausgei>et.
3n ba0 fpii i<£s auf bi0mai, ba0 mid> gebeucht fein ebier
fd>a$ in ber arjnei ju fein, ban ein franf^eit bemalten in
irem centro, ba0 fte au0 bem felbigen nid>t weiche unb ba©
barnac^ ber arjt gef(f>ift fei unb fte in irem centro bigerire,
maturire in ir nolfommen wefen, fo ba0 g efcf>id>t, fo mag
4*
51
bte FranFbelt ausgon, natürlich, unb nicht unnatürlich, gut
ober bös. aber laffen laufen non ln felbs, unb Iß nicht zeitig,
als tn profluntls, als tn byfenterla sc. bas Ift allen arjten
ein fcbant, bas fte bte FranFbetten nicht follen behalten tn
loco unb fte zeitig machen unb bas fettig austretben, bas
ro nicht unb bas unberett ntd>t. aber allen ar;ten gebrtft
bas, bas fte nichts bemalten Fönnen, unb was fte bemalten
auch nichts btgerlren, fonber an etm ort gut machen, am
anbern junlcbttg ; bas tft tr Fun#.
TDetter fo merFen bo, bas alfo bybrops erhalten wirb tn
loco unb bo blgerlrt unb natürlich austrtben. wtewol anber
weg mer fetnb tn ^>yt>ropift ; bas aber tft auch etn weg nach
bes magneten natur, etn anber nach tr natur. tebocb bas
bobtn Fomt, bas oll arjnet fetnb für etn FranFbelt, etn
ietltcbe anber# ban bte anber, barumb fol man anfeben,
was bie natur oermag unb tn was weg fte bas tun wtl.
alfo ntt aletn tn lelbFranFbetten, fonber auch tn ben wunt-
ar$netfcben FranFbelten; ban burcb ben magneten wirb
ber brucb behalten tn ferner #at unb ber epttus gebellt;
ofner febeben flü# bl^er ftcb gezogen tn tr ftat unb als ban
burcb fein recht emunctortum ausgewlfen, zeitig, nld>t un-
fettig, alfo t# ber grünt, bas burcb ben magneten aletn etn
btng behalten wtrb tn loco, als ban folgen hernach bte
coabtunamenta, bte tn loco opertren, wie fte opertrn follen.
0onberltcbe orblnatlones tn einer
letllcben FranFbelt befonber
£>. ehen in
matrice t>on bes wegen, bas alle bing in fein perfection
fomen feiner natürlichen becoction, bas alsban nach orb*
nung ber natur ausgange.
7tu f folchs nun fo merfent ein folche abbition, bas jum
magen, $u ben inteflinen follen genomen werben ir be*
queme remebia $ur bigeflion unb $u ber muter ber gleichen
auch* welche t>ie $u fe$en nicht not ift, fonber bei euch allen,
als ich acht, uberflüffig genug in wiffen $u fein.
Hun aber in aufftoßen ber muter ber gleichen, alein t>on
ber ftat, bohin fle wil, bie muter fol unberftch gezogen wer*
ben. als nemlich burch ben bauch, ber uberflch fehen fol an
bem ort unb gelegt $u unberft unb ben rudfen $u oberfl, fo
bleibt bie muter in irem centro, ftet nicht auf. fo fle nun
alfo in centrum gebracht ift, fo folgt aus bem, bas als bau vii, 105
conuenientia matricis mebicamina follent gebraucht wer*
ben, als mica nigra, corallorum perlae unb irs gleichen ;
als ban fo gefchichts nimen unb ifl ein perfecte cur.
53
£>es gleichen follent ir fonberlicb bas auch wifien im ca*
buco, bas ift in allen fpeciebus epilentiae, bas ift ber fallent*
fucbt, nemlicb non wannen fte auffteigt, wie fte ban all in
ben fptj bes Raupte geben, mit bem bauch $u twberift ge¬
zogen unb mit bem rüden $u oberft gelegt unb ^u bem un*
berften getriben, auch nicht alein an einen ort, fonber $u
unberift an alle eft bes menfcben, bie beuch auf £ weg ge-
legt, nur ein rüden aber gegen bife $ gefielt, fo tretbts bie
PranPbeit tniberumb t>om b<*«pt in ben centrum, barauf
folgt nun abbitio, bas triagummatum fol gebraucht werben
non auften an ben weg $u confortiren, $um anbern effe
effenftficatum etn$ugeben unb corbts confortatwa, alfo
follent ir ar$t unb mcbt*ar$t wijfen unb nerton, bas in bem
tneg alle fallenbe fucbt bintneg genomen tnirb in alten unb
jungen, unb bifer paragrapbus ift mer wert, ban alles bas
bie buntoriften non erften bis auf bie $eit all ir leben lang
gefcbriben unb gelert b<*ben auf allen iren b^ben fövAtn,
unb fo bie felbigen ar$t all folcber erltPeit gewefen weren,
unb folcbs uerftants für ir Fücbengefcbwej,bas on werP ift
unb on sieben, unb bitten nur alein ben magneten für ftcb
genomen, fte betten mer ausgeriebt, ban alle Plapperer ber
bobenfebuien. unb bes ift genug in teutfeber
natton unb fte wollen mit ben transmarinis bertirung gefagt, bie in bie
vii, 106 äugen, in bie oren, in munt, auf bie nafen, in bie euftern
gliber 2C fi;en unb bo inen felbs emunctioria machen unb
ein ausgang, als burch ftftel, löcher, fcheben :c. nun ift ber
alten fürnemen fürwar ein leberwurft, ban bes fyaupt*
grünte $u biuertiren in fein centrum, haben fte nie gebaut
noch gemelt, alein mit criftirn, purgiren :c. fo ift bie erfte
hauptar$nei bie ftüft $u biuertiren, ber magnes, alfo nach
Inhalt ber ftat, rüden gegen centro unb ber bauch gegem
centro follen geftelt werben, fo Fompt aller fluft, er fei in
feinem gemachten emunctorto xvo er wol in fein centrum,
als ban in bem centro fol rectiftcirt werben, bigerirt unb
maturirt in loco unb alfo in ber maturation rom centro
ausgetriben. barumb fo febent an, ir irrer ber uermeinten
ar^nei, ir wollet bie ftüft bioertiren, fo ro on maturation,
unb Fein ftuft leftt ftch treiben in bie biuerfton, in ein anber
ort, alein er fei uorhin ban maturirt in loco nato. nun
fchmeden iejt, wie wollen ir in bringen in locum natnm7
mit purgiren 7 ift nicht möglich/ ir bringen in nicht weiter
als in ars unb 5 um ars aus ro unb unjeitig ; bamit uer-
furt ir bie FranFheiten. barumb fo ift nun abbitio, fo ber
fluft in loco nato ift, bas er bo maturirt werbe unb barnach
bie natur laffen austreiben. bife maturation geschieht burch
effe effenftftcatum non lapibibus tnni, nach inhalt feiner
bereitung in lumine epperto. alfo follent bie offen fchenFel
geheilt werben, Frebs unb all bergleichen, ftftel unb an*
berft, alein ausgenomen noli me tangere unb tentigo pra-
na, fte ftanben am leib, wo fte wollent.
£>ermaften fo merFent auch blutftellen, es Fomme non
wannen es wolle, fo fol allemal bas centrum bes felbigen
ausgangs fürgenomen werben, unb als ban fol ber bauch
geriet, ben gang hinber ftch 3U Riehen unb ber rüden an
bas ort, ben gang hinter ftch treiben, barju folgen nun
bie abbitiones, bas potiones bar ju bienftlich auch abmini-
ftrirt werben, fo bas blut wiberumb in fein centrum ge¬
bracht wirb unb nom wüten Fompt, non ber ebullition, bie
55
ban gerat) ift als ein waffer, bas in eint tyafen feut, fol unb
vii, 107 muß Fül werben, fo leftt es nach; alfo bo aud>. bar$u ge-
hörent nach meinem proceft aqua corbis. ein anberer ber
br aud>e fein epperiment auch; es ift einem {etlichen frei,
fein eigen conneniens $u brauchen, ban was foi ein ar?t,
ber gar Fein ej:perien$ i>at, noch Fan? bes Funft ai ein ftet
im abmalen non büd>ern, bie auch abgemalt feinb, unb nie
Fein grünt gehabt l>aben. alfo ift auch ber proceft in l>aes
morrhoibibus, ban on bifen proceft unb maturation unb
infrigibitation ift Fein perfecte eur nicht ; alles mit feigen
nerftglet, wie ber anbern fcribenten art ift in allem irem
tun unb lan.
%lfo l >at es mir geliebt nom magneten ju fd>reiben unb
bas mit einem grünt non ber natur unb non eignem t>er-
mögen ber natur, wie es bie natur felbs beweis unb am
$eigt. bieweil unb fle jtd> felbs bargibt unb $eigt an augen-
fcheinlich ire operationes, warumb wolten ban bie, benen
bie facultas mebica befolen ift, nicht anfahen weiter in bie
epperien^ $u gon? ban wo ber philofophus aufhört, bo
facht ber ar?t an. ift nicht bo ber recht philofophus, bas ber
magnes felbs anjeigt? fol nun auf in, bo er aufhört, nicht
weiter ber ar$t l>ax\t\tx\f wie einem ar$t $uftet? nun, bie
natur macht ein bäum, iejt h&* ft* als ein phüofophus
auf, was folgt fyeznad)? ber jimerman. wo fte auf hört,
bo fol ber jimerman anfahen. ber macht nun fürhin aus
bem bäum ein \>am, ein tifchler ein trog, ein breher ein
becher, ein fcf>nifter ein figur. alfo fol im ber ar$t auch tun
unb bas einig Reichen für ftch nemen, basfelbig weiter
ep tenbiren nach inhalt ber bemonftration ber natur,
bohiu fte an?eigt unb unberweifung gibt, bem felbigen
in allweg nachgrünben, wie ein bäum $u inlerlei
gut ift, nicht alein in ein weg. barumb fo ifts auch
in ber arjnei, ein bing $u allen FranFheiten auch $u
eptenbiren.
56
£)an nicht alein, bae in bemelten FranFbeiten gut fei, wie
gefcbriben ift, fonbern ber magnes $eucbt ben brucb ein unb
beilt alle rupturae tuunberbarlicb in alten unb jungen*
er zeucht bie gelfucbt aus, bie mafTerfucbt wiber $uruF unb vn, 108
mit fampt ben abbitionibue, fo im $u gebürent, t>on tueb
eben bie $u febreiben $u t>il tuere. fo i# boeb ber einig proceß
in bem felbigen, an jlcb $u sieben unb biuber flcb $u treiben
unb im loco bigeriren unb ben brueb in bibymo :c confo*
libiren. wie ban in ber practica offenlicb uerftanben mag
werben, nicht uot, alle bing ben untuiffenben in bas maul
SU Feuen.
57
.
2.
Won öen natürlichen Dingen
(Dae erf \ 2Sttcf>)
Pom Serpentin, t>on fc^mar^er unb meiner
nieswurj, Dom \t>afferblut, vom 0al$, vom
0t. 3of>attttis*2$raut, t>om Magneten, vom
0 d> me fei , vom Pitriol, vom % r f e n i f? (t>om
Cartaro)»
(1525?)
VII, 109
£>as er^e buch
t>on ben natürlichen hingen
bes £oc£c|ele£rten boctoris
Eb^Pb^itf von *5obenbeim.
SDae erfte capitel,
Po« bem Serpentin,
5 um erflen bat mich gut angefeben in fonberbett $u be¬
treiben bie etgenfcbaft bes terpentins, bau bo iffc ein fern*
berücke gemeebs, für all anbere teutfebe beum. unb tute ber
balfambaum ubertrtft in feinen lanben alle anbere beum,
aifo ber terpentinbaum all anbere beum in teutfeben lan¬
ben. nun gebürt es ftcb feine fraft $u febretben, fein ^er*
fomen an^eigen unb bas erftlicb bureb ein epempel. mie
ir febent, bas fo utlerlet gemeebs uon ber erben ausgeben,
ein iegiieb* in einer fonbern form unb färben, aifo b<*t
auch ein ietltcbs ein befonbere form unb boomen, auch
feebt ir mol, mie ein iegltcbs gemeebs bie jenige fruebt, fo
bem menfeben fol $u gutem ?omen,in fonberlicber fub$an$
bas feibig bem menfeben für^etgen. als bie tier, fo ba milch
geben, in ber mild} bem menfeben bie feibige fruebt, bar*
umb fte befebajfen ftnb, reichen unb geben, aifo auch etliche
beum in biren unb oepfeln bas feibig barftellen :c. alfo ber
ler cbenbaum bie feibige gab, fo got bem menfeben bureb
in befebert b<*t, in bar^tueis uberantmort. nun ift bes b^5
geberung $u gleicher meis mie bie milch oon ber fu in ber
art unb complepion gletcbmefng* bie ftt ntmpts alles uon
ber erben, aifo auch ber lercbenbaum, unb mir bie vu, no
feibig gab uom lercbenbaum, mie ein bien bas bontg uon
ben biumen. unb bie bien macht bas feibig $u bonig, unb
bas fte $u b^nig machen, nemen mir für unfere gab, aifo
bat got in uileriei meg bem menfeben fein noturft munber-
barlicb bureb bie natm befebaffen, in melcber bie b^ebft ttnb
61
gröfteft Funft ift, welcher ber menfcf) nit möchte mit allen
feinen Fünften ben rinFen vom fd>ud> auflöfen.
tDie id> gemelt l>ab, bas ftcf> vergleiche bes terpentins
geberung mit ber mild), auch wie aus ber milch mancherlei
wirb fo fte von ber Fu Fompt, alfo in mancherlei fpecies
wirb auch ber terpentin gebraucht, nun merFen auf. ber
erft anfang ber milch, bas ift ber erft fam, ber ift in ber
erben unb wed>ft auf bie erben unb von ber erben wirb er
geffen vom vid>, unb im vid> Fompt er in fein lest wefen
unb wirb bie milch, alfo ift ber terpentin auch in ber erben
ein fam, von ber erben aufgetrieben an bas ort ba lernen*
beum ftnb. ban ba ift ein praebeftination, bie ba macht ein
verorbnete concorbation, bas bie s^ei, bie ^ufamen ge¬
hören, $uf amen Fernen burch bie natürlich orbination.
als ban ift virtus attractiva im bäum, an ftat eines Fü-
milchs unb fucht bas felbig in iren magen, in welchem es
es ftch bereit in einen terpentin. geuftt alfo ben felben aus
bem magen in bas euter bes bauchs, in welchem er in bie
ganse perfection feines wefens Fompt. nun merFen auch
hie in bifer geberung bas zweierlei art ber beum ftnb, men»
nifch unb weibifch. bie ftnb mennifch, von benen nichts
ausget, fonber müffen in ir eignen fubftans gebraucht wer¬
ben, als ber bupbaum :c. bie ftnb weibifch, bie bem men-
fchen fein noturft geben on Verlesung ir eignen fubftans,
als ber lerchenbaum unb anber ber gleichen, unb wie nun
hie ein unberfcheit ift swifchen menntfehen unb weibifchen
beumen in iren eignen fubftansen, betreffenb ir felbs wefen,
wie ein unberfcheit ift swifchen Fühefteifch unb oefffen-
fteifch. es ift ein fleifch, weniger aber im Füfteifch, unb
merer im ochfenfteifch, betreffen bas fleifchüch wefen.
üDes lerchenbaums natur unb art ift, su fein in ber wiibe
an rauchen birgen. ban wie got befchaffen tyat wüt unb
heimifche tier, alfo auch wilt unb heimifche beum. unb wie
vii, m bie unberfcheit ift swifchen wiiben unb heimifchen tieren,
62
alfo aud) in bem bannt* unb ob gleid)mol ber lerchenbaunt
in bas heimifd) gefegt wirb, fo empfad)t er bte unberfcheit,
als man ein gembs rom birg in ein garten gefd>lagen mirb*
aber ber terpentin empfacht noch ein großem fchaben* man
fo er fompt non feiner rechten ftat, fo mirb er non feiner
rechten mild) gefürt, fonber er nimpt an ftd) ein frembbe
milch, bie in nit feinem mefen besait, barin in fein
mutter mild) bemalten mag* ban fed>t an bie unberfd>eit
ber milben unb tarnen erben, mie nii fte nach ber augenmaß
gefcheiben fein* alfo auch bes milben unb tarnen terpentins*
ber milt machft in feiner guten erben unb ber $am in einer
gar guten erben* unb ob er gleichmol transplantirt mirb
non ber työtye bes birgs in bie ebni, fo entgehent im bie
hohen lüft unb entpfacht bie unbern lüft, melchs in hoch
fd>med>t in feiner natur* barumb bie transplantation nicht
$ugelaffen mag merben, aud) non megen niler anbern ur*
fachen* unb iß bas bie namhaftigeft unber anbern all, bas
bie influenj bes terpentins nom hohen ^imel falt in bie
hohen birg unb nicht in bie unber ebne* mo nun bie teglid)
influen$ nicht teglicf) fitrt unb fpeiff, bo mag nichts
fomen auf ben grabum, in ben es fomen fol* fo nun bie
influen$ nicht mag transplantirt merben non ber höhe in
bie nibere, fo folt ir al^eit miffen unb beforber ecf>t in bem maffer ift beffer
als in eim anbern, aus urfach, bie beften hed)t, fo fte in
bie felben maffer gefegt merben, merben nad) bes felbigen
maffers art aud) sunichtig, bie bo machfen in ben linben
maffern, tyab en ein große unberfcheit gegen benen in ben
harten maffern* alfo ift auch bie erben mie bas maffer, bar*
63
umb fo muß auch bie transplantatton alfo fetn. alfo fob
lent ir hiermit wtffen, bas im terpenttn ein alter iß; ie
12 nel>er er jum alter gehet, te fchwecher fein fraft. vor fech$tg
jaren \)at er fein erfte jugent, barnach auf sweimalen fech*
3tg l >at er fein mittler jugent, nach ben breimalen fechßg
gehet er auf fein alter, unb fo er in fein alter gat, fo mag
bie natürlich concorban$ ßch in ein anber nimen uniren
unb vereinigen ; ban bie fpirttualtfchen impreffionen mö¬
gen fiel) nicht coniungiren mit ben corporibus terreßrtbus.
fold>es alles $etg xd) barumb an, bas nit alein von lereren-
bäum verftanben werbe, fonber and) in allen feinen in ber prob
unb epamination, bas es terpentin gewefen ift, nun fyat
aber ber terpentin $wen namen. fo er gefamblet wirb nach
ber balfamifchen influens, fo heißt er balfam unb nit ter* vii, m
pentin. fo er aber in anbern seichen genomen wirb, fo heißt
er terpentina, ban in alweg müßt ir aljeit betrachten bas
ejrempel, bas ich euch ba fürhalt, ein ietlich bing, bas bo
wachß t>on ber natur, als bas \>at in im ein balfa-
mifche art, fo nun bas felbige hols in balfamifchen seichen
abgefchlagen wirb, fo faulet bas felbig h^4 in langer seit
nit, reißt unb fpalt auch «it, wachfen auch nit würm in
im, aus urfachen bas bie balfamifche art in ber concorbans
ftch conßrmirt h^t, barumb fo t>il bem balfam müglich iß
unb fo nil er grabirt h^t, fo t>il wirft icht, wo ber ftulgang ober fy&vn
nicht nach freu natürlichen ausgang ausgelaffen wirb, fo
folgt tenasmus hernach, fm fyaxn byfuria, ßranguria,
arbores :c, ban bie bing ^erbrechen gleich als wol als mit
ber milch angeseigt iß, folches seig ich euch barumb an, bae
ber terpentin bctma^cn auch fein genannte ßunt unb seit
hat, Don feinem lercßenbaum s w nemen, er h^t fein in-
P.-W. II. 5
65
fluens, fco er fein ausgang in feinen balfam, auch fein
ftunt in einen terpentin, fcan fcas ift fcie ftunt fcer gebürt,
welche groft treffenlicb fol angefeben merfcen. unfc
fciemeil fcie ftunt in unfer gemalt flehet, fcen terpentin ofcer
balfam su empfaben, folget hierauf, fcas ir ar$t folt jum
böcbften im bimlifcben ftrmament befant fein, mo er aber
im felben fein nerftant b<*t, fo ift im gleich mie einem fd>u=
fter, fcer fein fcrot machen fan, muft fcie fchuch mot fnöpf*
lein sufamen fnüpfen. unfc fcamit fcas ir fcifen paragra*
phum sum enfc nerftanfcen, wo fcer terpentin über fein seit
im bäum nerftst, fo ift er mefcer terpentin noch balfam nit,
fonfcer er ift gebrochen in im felbs mie fcie milch, unfc ift
vii, in nichts mer bei im su fuchen. folcbs alles seig ich euch fcar*
umb an, fcamit fcie fecreta, arcana, nirtutes unfc myfteria
fo im terpentin ftnfc, fcefter ftath^fter unfc grüntlicber fcen
menfchen su irer noturft sugeftelt mögen merfcen.
&amit ich euch unfcerricbt non megen fcer eigenfchaft fces
terpentins unfc non mannen im ein iegliche infonfcerheit
fompt, fo merfet ein folche urfacf>* miemol fte nit fein mirfc
nach inh urfach fcas fcas geborn
66
bing Me gan^e mad>imm rnunbi in im tregt, reine unb un¬
reine, fd>öne unb ungefchaffene, gute unb böe, gefehlte
unb ungefchifte. bae felbig wirb auf bie $eit ber ftunt burch
bae feur unb fchmel^ofen getriben, weld>ee feur bae firma-
ment ift. bar nad> bie ftunt ift, barnad) wirb ee gereiniget
vom bdfen, nom ungefdnften, oom ungefchaffnen, rom
unreinen :c. bar nach tul wuft hinweg fompt, barnach wirb
bae felbige gefehlt, f d>ön, rein unb gut. alfo wil ich euch
5U oerften geben h<*ben, bae folchee nit ai ein im terpentin
an^unemen fei, fonber non einem ietiid>en bing, bae non
ber natur auegehet, empftntliche ober unempftntliche. alfo
wirb ber terpentin non ben firmamentifchen nulcanen in
einen balfam tranemutirt.
3um anbern entpfacht er fein complepion non ben eie-
menten, nemlich nom Zuft, bee natur eigenfchaft er ift. ban
alfo folt ir bae nerften, bae ber Zuft an im felbe alle Cor¬
pora burchgehet, bie elementen an in felbe unb toae non
ben elementen geboren wirb unb ber gleichen, nun wad>fen vn, 115
viererlei aue ben elementen mit nolfomner fubftans ; wae
aber bee lüfte frücht fein, werben nom luft genaturt, bar-
umb ift er warm unb feucht, nickte folt ir achten im erften,
anbern, britten ober nierten grab, wie etlich ar$t gefchriben
haben on not aue großer torheit. ee ift nur ein grab nit
minber ban mer; ee ift nur ein feiten im f chne, nur ein
feur, bae aber ein waffer wermer ift, ift fein natut. wiewol
bae ift, bae bie grabue alfo nerftanben werben in ber ar-
chamei $u gebrauchen, minber ober mer, hoch bleibt bae
Principal in eint wefen. weiter fo h<*t ber terpentin ein
arjneifcl>e eingieftung, bie fompt im angeboren aue ber
fchöpfung. ban bae follen ir wiffen, bae bie ar$nei in ben
natürlichen hingen, bie ein unftd>tbarer geift ift, goffen in
bae felbig corpue, wie ber geift bee menfd>en in ben tuen¬
den. in fo vil tugenben ift ber terpentin gefegt, ale am
erften in bae corpue elementatum, $um anbern in bie hiw-
5*
67
1 ifcf>en impreffiones, ?um dritten in ein olympifchen nul-
caoe, $um fünften
in fpiritumcreatutn.nun fürhin wil ich euch entbecFen feine
Freften tugent nach inhalt ber fünf austeilung, non
ber ur fad> wegen, bas ir befter leichter unb baft nerftanbet,
bie Freft unb tugent in fonberheit nach feiner art suerFen-
nen unb burch bie aftronomei unb phüofophei weiter ein
grünt $u empfahen in ber mebijin, bamit ie lenger, ie mer
bie erfarnheit an tag Fomme.
0o nun ber terpentin, wie gefagt ift, nerftanben ift wor¬
ben unb ba^in gebracht in ein balfam, fo wii ich euch nach
ber Fürje feine balfamifd>e Freft entbecFen, alfo bas jte wer¬
ben gleich ftehen in ben natürlichen myfteriis bem inbta-
nifchen balfam. erftlich non bem balfamiren ber toten cor-
per. nun ift aber bas balfamiren in $wen teil su nerftehen,
bas bie cörper balfamirt follen werben in ben balfamtfchen
conftellationibus. nun ftnb swölf ftunt im tag, in benen
nerlaufen ftch bie ftrmamentifchen geifi, bas alle tag folchs
befc^ehen mag. ich f<*9 ^ber alfo, bas in ber lebten epfpi-
ration non ftunt an bie gans nerbecFung befchehen fol mit
hinweg tun ber ftercoren, als ban fo bleibt bie complepion
am beftenbigften, Webers aber gefd>icht fo bleibt bie con-
fernation in bie seit, bas perpetuum hei^t.
vii, ii6 Hit alein non ben toten Förpern su reben, welchs ich
bem balfam su eren geton i><*b, auf bas bie ftberifch im-
preffion an im gemerFt werb, bas fte auch bei uns auf erben
ift, auch bei ben toten cörpern, noch vil mer bei bem leben-
bigen, Freft unb tugent bei im su nerhoffen, mer als bei bem
toten, nun ift nicht weniger, in nergiftung bes cörpers ftet
bem menfchen bie höchfte FranFheit ;u, ban aus ber ner¬
giftung folgen alle, nun wo ein giib nit mag sur feulung
gebeien, bo mag auch Fein nergiftung gefcf>eh en, unb was
für faulen gut ift, wiberftehet allen FranFheiten. auf bas
folgt nun, bas bie peftilens nom ftrmament Fompt, auch
68
her balfam t>om ftrmamcnt. iejt Bompt gleiche in ein gleiche,
se$t uberwint ber balfam bie peftilens in ber geftalt, bas er
bie fefte $ut>or einnemb, fo gelten bie ber fir mamen-
tifchen peftiien$ nichts $u ber maurem get aber bas anber
nor, fo wirb in bas anber auch bermaf$en gemeffen.
Leiter aud> in folcher orbnung fol fürgefaren werben
in ben fiebern, unb ift nemlich bie orbnung in allen benen
hingen, bas ein ar$t betrachte, bas ber balfam abminiftrirt
werbe nor aller infection, ehe bas nit $ut>ergift werbe, bas
ban eim ar$t $u wiffen gebüret, hie nit not bas felbig fte $u
lernen, ban fle Bornen t>on ben hohen faulen, alfo auch
folt ir Werften non ben gefd>weren, intnenbig unb aus-
tuenbig bes leibs, in welcherlei weg ober geftalt fte begegnen
mögen, alein bas ber periobus bes balfams ben norgang
habe, ban nach gefchehenen hingen ift nichts wiber^ubrin-
gen, fo ift ber balfam bahin geriet, ben nor$ug ein$unemen.
auch &<*s ein folcher nor^ug ein$unemen für bie wurm ; ban
wo ber balfam einbringt, bo wachfet Bein un^ifer, es la£t
auch Bein Befer wachfen, noch Bein anber un^ifer, wie ban
aus bem Bot $u wachfen natürlich ift.
nicht ift mir mügltch, bas ich mög gnugfam erbeten bie
BranBheiten, fo aus faulen urfachen geboren werben, wie
fle aber genent fein, fo far für, wie in allen an$eigt ift, bas
ich euch ar$ten $u tterftehen gib unb mich bes norfech $u
euch, ir herftant nichts gebreft, unb bebünBt mich, bas bie
ar^neiifch erfarnheit euch in nichte fol abgehen, unb ob ich
gleichwol anbers bin ban ir, urfachet bas, bas ir auch an- vii, m
bers feinb ban ich.
Hun weiter follent ir auch wiffen, wie ich in ber for-
ntation geret h ben firmamenti-
fchen twlcanum, bie unreiniBeit t>om r einen gefcheiben
wirb, nun feinb bo t>erhanben im terpentin etlich immun-
bities aus ber faturnifchen, martialifchen unflietiBeit, bie
69
alle gute tugent von ber gefunken influenj linkeren, wie
ber roP bae eifen* bermapen ip aber bas fulmen, bas ber
twlcanue in partu bee terpentine fte t>er$eret wie bae feur
bae «nb nachbifer purgation erfcheinent bie lebten $wo
tugent, nemlich was t>om luft im terpentin ip unb t>om
fpiritu immiffo*
Pom luft follet ir bae wiffen, wie euch bie aPronomei
unberrichtet, bas ir uoran wi ffet bee lüfte natürliche geber,
unb $u einer ietlichen ^eit bee felbigen uerenberen. fo feint
ir auch bar^u phvftci, bae ir bee felbigen lüfte conbitionee
erfennet* iejt farn ben felbigen für, ehe bae bie oergift
tinctur einfal, fo feint ir oor benfelben franfheiten bewart*
beffer fürjufomen, ban bee prmamente per fe ;u erwarten*
3um lebten merfet i$t weiter auf ben terpentin, alfo
roch W brauchen, fein nu$barfeit gegen ben menfchen
ooiprefen. nemlich, bae follet ir wiflfen, bae er on prae-
parirt unb on $ufa$ wenig tut. ir folt mich auch hte nicht
anbere oerpehen, ban bae ich Ph^eib nach meiner erfaren-
heit* bie anbere werben ire wol auch beweifen*
£>ae ip ein bereitung, bae man in mit Parfem rotem
wein wol pben lap unb in ale ban, ehe bae ber wein einge*
fotten ip, mit aqua cyclaminie abquelle unb in ber feiten
wefch, auch ber feiten behalten werb, bemnach in bie
wunben getreuft unb mit einem gewipten ppafter bebeft,
nach gewonheit ber wunben oerbinben, heilet bie fatur-
nifchen wunben* aber $ut>erbeffern in ein ietliche wunben
ip alfo, bae h<*lb fo tni eier totter barunber gefchlagen wer¬
ben, nachfolgente gebunben ut fupra* unb ob ee fach würbe
fein, bae bie natur ein unnotürftigee Peifch werfen würb
in bie wunben, wie ein fropf an eim menfchen, fo tue in
vii, ns bie oorgemelte falben einen gebranten aiaun, burch ben
effig bereit* ee nimbt bire on allen fchaben unb phmerjen
hinweg, aiein oerpch bich mit einer guten erfarnheit* ban
nicht ein ietlicher, ber wein in ber \>ant h <*t, fan in nach
70
feiner art trinFen. aifo vilunberricht gib ich euch non bem
ko hen terpentin. wiewoi noch t>ileriei abbitiones vorhanben
weren, fo ijF hoch ber rat bei mir nicht, bie felben $u ge*
brauchen.
Hun merFen weiter, bie FunjF alchimia, bie allemal in
bie h^h^n freft begert, von nu$ bes menfchen unfers necken
, hat in bracht in bie beftillation, aifo bas er bijFii*
lirt ijF worben, barnach in bie epperienj gebracht* jte aber
als bie, welche ber ar$net nicht wiffen gehabt, habens ben
vermeinten arjten (ib ej* pfeubomebicis) ^ugeftelt, als ben
gelerten nach irem achten, welche ar$t verechter ber funken
ie unb te gewefen feinb unb nur liebhaber ber fublerei, unb
bes Franken nu$ nicht mer betracht, ban bie äugen füllen
mit einem gefchwej. bie haben nichts weiter in im erfaren
noch erFünbigt unb mennichen FranFen lafien gerben unb
verberben, ber woi wiber rejFituirt wer worben, aifo aber
te$t meinen feiten hat mir bie erfarnheit geben, bas
bife bejlillation in buritie bas h^chj* corpus ijF, bie felbig
hinweg $u nemen. aiein mit ber unberfcheit fol aufgemerFt
werben, bas etlich burities im mii$ werben, etlich in ber
lebern, etlich an anbern inwenbigen giibern, auch etlich au$*
wenbig entfpringen, Fnofpen, ubergewechs, unb in fumma,
was nur feftch ober geeberifch ijl ober auf beinifche art,
ober auf bie art ber nafenFnofpen, bie benimbts al hinweg,
hoch mit ber unberfcheit, bas bie appropriata in iren gra*
bibus hin$u gefchiagen werben, als in nobis pobagricis bie
e ff entias mummiarum. aifo auch mit ben a nbern ber gleichen .
^iemit wii ich euch gnugfam befchioffen haben vom bal*
fam unb terpentin, fo vii mir bie erfarenheit geben hat,
verhoff mich aber, jte hab bei mir angefangen unb werbe
burch anbere mit grö^ern freuben erfunben unb beweret
werben, wiewol bas ijF, bas es in ber geeber wunben ein*
getroflet bas geeber on fchaben behelt, auch ein linberung
im pobagra, ijF h *e wiberumb $u erinnern.
71
vii, 119 Bo folt ir and) tr>i ffen, fo ber terpentin gefotten wirb in
fein glas unb bas felbige glas biftiliirt nad> feiner art unb
mit carabe bifTblniret, mag fein fubtiler ftrnuß erfunben
werben, ;um tünchen aufgeftrid>en unb non ftunt an ge-
trwfnet. item bas felbig glas mit $iegelpulner nermifcf>t ob
bem feur, gibt bie beften paniment, alfo gut, bas teid> ober
garten barin eingefaßt mögen werben, on alle feulung unb
^erftörung. and) bas quefftlber nad> ber großen mennig
bleibt on abgang wol bewart. was weiter mer non im not
ift $u wiffen, bas felbig wirb in ben anberen cobicibus ge-
funben, wiberumb $u melben ift nic^t non nöten.
72
&as anber capitel.
Don ber f cßwar^en unb
wetten nieswur^en.
Don ben zweien nieswur^en $u fchreiben, ift ber nam
bieder gebraucht worben, bie eine weiß, bie anber fchwar$
geheimen, t>on wegen ber färben, bas bie ein weiß, bte an*
ber fchwar$ ift. nun ift aber ber namen nicht alfo nach $u
laßen, fonber aus ber etgenfcßaft $u nemen, bie ban in
btfen zweien wurden tft. fo nun ber nam aus ben tugenben
$u nemen ift, fo fol bte weiß nieswur^en bte jung geheißen
werben unb bie fd>war$ bie alt nieswur^en, im latein iunior
aiba unb bie anber fenior nigra, unb ber nam elleborus fol
hinweg getan werben, warumb ich folcßes anjeig, vermer*
fet alfo. bte $wo wurden ßaben einerlei tugent unb aber in
ber felbigen gefpalten, alfo bas bie jung nieswur$en, alein
ben jungen föegtunb gebraucht fol werben benen, fo unber
fünfzig jaren feinb, unb ben jenigen, fo nach ben fünfzig
jaren feinb, ben felbigen fol bie alt nieswur$en geben wer* vn, 120
ben. nicht alein bas ich folches melbe von wegen alein ber
nieswur$en, fonber von wegen aller anber freuter unb
wurden, bie zweierlei art fydben als weible unb mennle.
nicht bas weible ober mennle feien, ban ße empfahen nichts
mit einanber, fonber alein barumb bas bo folle ber arjt ein
unberfcßeit ernennen, bas bas ein ber jugent, bas anber bem
alter in aller geftalt unb maßen, wie ich nachfolgenb t>on
ben nieswur^en an$eigen wirb, unb ift ein große torbeit
bisher gewefen, bas fo tni weisbeit bei ben arjten nicht ge*
wefen ift, bas ein anbers iß umb ben jungen, ein anbers
umb ein alten, unb bas bie natur zweierlei apotefen ge*
macht b<*t. ban ungebürlicb ift es, bas ber alt bes jungen
ar^nei gebrauchen fol wiberumb auch ber jung bes alten.
Unb bamit ich euch bo ein unberricht geb, fo nemet euch
ein epempel vom mon, ber wirb alle monat neu unb wachft
73
jung auf, von ber jugent bis auf bas l>alb alter, fo ift er
ein volmon unb bas jung alter ift an bem ort aus, als ban
fo facht bas alter an unb fteigt ab, bis gar verfchwint. wie
ich euch bes monts halben ein unberricht geben fy&b, alfo
praeftgurirt er auch bes menfchen jugent unb alter, unb
wie ein anber wefen ift im junemen, ein anbers im ab*
nemen, alfo auch ein unberfcheit jwifchen ber jugent unb
alter, unb ein ieglicf>er arjt fol bes monts natur unb eigen*
fc^aft jum grüntlichften vergeben, fo mag er lernen bes
menfcben alter, wie es ift ; ban aus bem mon muft es ge*
lernet werben, er ift bas rechte buch/ nicht bas mit hinten
gefcbriben wirb, alfo ift ein art unber ben freutern, bie
bem junemen bes monts gebraucht follen werben, unb
ein anbere art im abnemen. bas bas gemeine voll:
weible unb mennle ; bas mennle im erften alter, bas weible
im anbern alter, fo ift auch ju wiffen, bas alle bing in jwo
jal gefejt fein, was ber jal unberworfen ift. unb wan jwo
jal bei einanber ift, fo ift es ein ganjes unb ietlichs für ftch
felbs ift nicht ganj. ban was nujt bas jung alter, bie
alt nieswurjen ? was nitjt nun bas anber alter bie jung
nieswurjen? fo fte aber bei einanber fein, fo mag ber
menfch verforgt fein mit volfomlicher arjnei im erften unb
vii, 121 anbern alter, barumb aber, bas bie jugent unb bas alter
nicht mögen bei einanber ften, unb ftch mit gleicher wag
vergleichen unb eins bas anber jerftört, bie jugent ber alten
nicht barf, noch bas alter ber jungen, fonber wie ber mon
alein jung ift unb fein alter in im, unb alein alt wirb on
ben jungen, barumb h<*t 90t bie arjnei gefcheiben in jwen
teil, bas feins in bas anber gebunben ift.
3r folt auch wifien unb verftehen ein ietüd>e unberfcheit
jwifchen ben franfheiten im erften unb anbern alter, ban
ein anbere art h<*t ker fchlag im erften alter, ein anbere art
im anbern alter, alfo auch ein anbere arjnei im erften, ein
anbere im anbern. nun feinb in ber nieswurjen bie ganj
7*
Teilung bee f erläge, hoch mit btt unbe rfcheit, bae bie jugent
unb bae alter angefehen werb. bau oolFomliche Teilung ijF
im ietwebern gang, alein mit ber unberfcheit,bae bie FranF*
feiten auegeteilt follen werben. ale ein epempel. ee feinb
zweierlei pobagra, eine im erfFen bae anber im anbern alter»
unb bie nieemurjen ifF bie gang Teilung wnb bie gang tyti*
Inng ijF in ber nieewurgen, unb aber beibe mögen in einer
tnwrjen nit jFehen. barumb fo ^>ate bie natnr felbe gefc|>ei*
ben, auf bae bie gerfFörung nicht bei einanber woll fein»
alfo laffen euch bae eingebenF fein, bie teilung ber Freuter,
bie teilung bee altere, bie teilung ber ar$nei, bie teilung
ber FranFheiten unb bie teilung bee mone. ban bae ifF ein
myjFerium ber natur unb ein fecretum, bae ein {etlicher
argt greifen mag, ber aue ber ajFronomei geborn ijF. ben
anbern oermeinten argten ifF nicht not antwort gu geben»
unb nicht alein bae ich euch mit oorgemelten befcheib woll
abgefertiget £aben, fonber bem rechten argt auch wöll für-
galten, bae ftch ein teilung in ber natur erfchöpf, alfo bae
ein ietliche Fomt an fein ort unb in bae, borein ee fol.
alfo auch mit ber ar$nei bie felbigen Freft an bie enb unb
Örter Fomen, bahin fte foilen unb ftch an ein anber ort nit
treiben laffen. alfo wenig la£t fleh bie arjnei in ein alter
treiben, bie fetalen am ei Fomt an fein ort, auch ber totter ;
ber totter rubinirt ftch, bie fetalen cryfFalirt ftch burch bie
FunfF. alfo auch fein wiberwertigee an anber , fo bie
FunfF in frembbe fubiecta geworfen werben.
2lu f folchee h<*t mich gut gebeucht bie febwarg nieewur* vn, 122
gen gu betreiben unb nemlich wae ir tugent fein gegen
bem anbern alter, unb bae barumb, bae bie junger befFer
leichter oerjFanben werb. auf folchee fo merFet anfengiieh
oon ben Freften ber alten nieewurgen, bie fte in iren blet*
tern \>
treflich bemühet, bes pulvers bie war efjentiam 3U fuchen,
aber auf bas enb fetnb fte nicht Fomen, bas fte bie felbig in
ein purum efie fetten mögen bringen unb alfo gezwungen,
3U bleiben in bem vorgemelten recept. unb bie urfach, bar-
umb fte jtd> in folgen bemühet l >aben, ift bie. bes pulvers
art unb natur ift befd>loffen in ein folchs ar canum, meiner
ber ift, ber über bie fünfzig jar in bas anber alter Fomen ift
unb ftd> gebraucht bes pulvers tegltchen, morgens unb
nachts, fo vil er in brei fntger begreifen mögen für unb
für, bes alter fteigt ab, wie ber mon im abnemen, $u ber
rechten seit bes natürlichen verorbneten tots, ber von weni¬
gen erreicht mag werben, folche Fraft h<*t bie natur myfte-
rialiter gelegt aus ber ganzen machina munbi $u erhältung
microcosmi. bau ba feinb vier element in eim arcano be-
fchloffen, alfo bas bas felbig ber vier elementen infectiones
austreibet unb fyeifit befenftvum fenectutis.
Hun aber follet ir weiter wiffen, bas nicht von nöten
$u gebrauchen in eim ietiiehen, wie gemelt ift, fonber ein
phyftcus fol auch betrachten bie gefunth eit bes felbigen,
unb befter iveniger abminiftriren in bem unb ietiiehen, was
eins ietiiehen noturft erforbert.
Leiter muf ich euch unberricht auch geben, bas nicht
umb fonft bie eflentia hierin gefucht ift worben, ban wo ift
ein Fraut, bas bem Fraut gleich fei? ober wo ift ein Fraut,
bas bem anbern alter fo ein gefunts, langes unb tröftlicf>s
leben mag geben? unb verwaret alle euferliche infectiones
auch inwenbigen putrefaettones, behalt ben menfehen in
vn, 123 feinem wefen, in bas er geboren ift, bas er on FranFhett
bas anber alter auswart, es ift wol wert, bas bas rein von
bem unreinen gefcheiben wirb, fo nun bas rein bo ift, wer
wolt es nicht balfamum perpetuum h eifen, bieweil es hoch
ber felbigen Fraft gleich ift unb treibts in bie eingefe$te
76
ftunt? bau lafTenteud^ bas nid>tt>erwunbern. fcteurfprüngi
gt ittae werben l>ie genomen, ber ^ufünfttg ausfa$ in
wurden, aucJ> anberer ber gleichen franfl>eiten feine wirb,
nembt eucl> ein epempel. es feinb, augenblicf im geftirn, wel¬
cher brin geboren wirb, in ben falt fein franf^eit, aud£>
wiberumb anber, in ben nichts ban franfl>eiten geboren
wer bent. fo nun über ben menfd>en bie ftunt feinb unb
werben eingeleibt t>on ber natur, fo feinb au<£ bie anbern
gewed>s, fo aus ber natur feinb, bergi eichen tingtrt unb un¬
geeignet ben feibigen, alfo bae ba ein natur unb ein wefen
ift, ein conferuatton borein imprimirt bem menfc^en $u nu$,
uon bifer tinctur aucf> tingirt fol werben, fo tnl folt ir in
ben blettern ber alten nieswur$en ernennen, unb notwen-
big ift aud> barbei ju wiffen, bas unber ber ledigen con-
üellation bie f4>etbung bes reinem nom unreinen not $u
erfaren fei. ban ie größer ber feint, ie Werfer bie ar$nei.
Pon ber alten nieswur^en.
Pon ber wurden $u reben fo wiffet, bas fte f>at uier franf-
f>eiten aus^utreiben, als neml id) feinb bie fallent fuc^t, bas
pobagra, ben fcf>lag unb bie wafferfucf>t* nun merfent aber
ein fold>e unberfcl>eit. ban ietlid>e franfl>eit i$ $wei fad>,
als corporalifd? unb fpiritualifcl). alfo fol aucf> ber ar?t ein
^wifac^tige ar^nei füren, eine in bie corporalitet, bie anber
in bie fpiritualttet. was nun betrift bas corporeum an, bas
felbige fol £>ie uerftanben werben, unb was antrift bas
fpirituale, bas gehört in fein eignen pro^eü, ber ^u bifer
arjnei gehört, ba t>on ber feibigen franfl>eit tractirt wirb,
wo nun fold>e franfl>eiten iren fpiritum in ben corpori- vn,i24
fd>en fetten unb bas er on bie felben förper nid>t fein
möd>t, fo geltet fpiritus mit fampt bem corpus l>inweg.
wo aber ein ftbertfcf) impreflfion ba wer, fo folgt l>ernad>
bie ganje funft $u füren. wie aber bie iner franfi>eiten fol-
len geteilt werben aus ber fraft bifer wurden, folgt f>ernad>.
77
Wie burd> bi e alt nieswursen
bie alt fallentfucbt geteilt
foi werben.
©o merFent t>on ben purgirenben hingen, bas unber tuen
ein folcbe unberfd>eit feinb, bas etlicb bte bwmores tnscofos
purgiren. aber wtewol fle bie feibigen purgiren unb \>iw>
nemen, fo wirb bocb ntorbo fpecijrcato nickte genomen.
ban aus bem folgt bas bte bwmoriften alle FranFbetten in
ben bwmoribus fucbent, ans bem feiet in bte Funft, bas fle
nichts tunt ban purgtren« aber fte fd>affen nichts barmtt,
fonber nerberben ben FranFen. fo jFe aber wif$tent bte me»
bicamina lajratiwa fpecijtcata, fo mürben fte im rechten weg
fein, borauf fo wiffen nun non ber alten nteswurs, bas fite
zweierlei art purganbi tyat, in fpecificatis unb in crubts
bumoribus. aus bem folgt nun bas bie fpectftca purgatio
epilentiae, bas ift ber fallenben fud>t in ir b^/ mit fampt
ber anbern art auch« aus bem folgt nun, bas non tnegen
ber groben bwmorefien langfam purgirt mu$ werben, bo=
mit bas bie feibigen bem FranFen nid>t in argem gebeien.
aber neben bem feibigen unb mit bem feibigen get auch bas
corpus epilenticum mit unb ergibt ftcb in einen ausgang.
borumb fo foi ber ar$t an bem ort unberrid>t fein, bie seit
unb orbnung unb abmtniftratton wtfle nad> anfeben bes
FranFen sw orbiniren. aber im anfang ber arsnei ift bie wur»
Sen geben worben für ftcb felbs rod> su effcn, nacbfolgenb
in mild), bemnacb in anbern nermifd>ungen. bieweil aber
ber l>anbel auf bismal ftrenger ift unb bie seit böber in gift
geßigen, erforbert auch bie noturft, bas ber arst mit ber
arsnei aud> anfitdgzn foi, bomit er ntd>t sw fcbwacb er»
fd>ein. auf fold)s folgt mein ratfcblag unb erfarnbeit in
vii, 125 ben FranFbeiten aifo, bas man bie wursen auf bas grüneft
neme unb mit bem fpiritu tnnt alle feud>te unb oleitet ber»
aus siebe unb nacbfoigents ben fptrttum tnni wiber barnon
Siebe, bis alein bie effentia ber wursen eigentlichen genomen
78
fei worben on allen sufas unb wol a bgefue^t* nun ift mit
ber effentia ein fold>e unberfd>eit gegen bem obgemelten
proseft ber alten arteten, bas nit tul pblegma ober ^>umo*
res mitgont, fonber mer bas corpus epilenticum. unb uon
wegen folcf>er urfad>en ift mit bem bemelten proseft fixerer
SU Ramien, als mit bem erften unb aud> auf bife seit ein
freftige purgas tmb cur. wiewol bas nüslicl) barsu ift, bas
t>iscus quercinus unb pyretl>rum unb fern, paeoniae mit
genomen werben in bem aussug, alfo bas ir fpiritus mebi»
cinalis aud> barsu fom unb ber alten meswursen einge*
leibt werben unb eins mit bem anbern nac^> gewiffem boft
abminiftriret. ir follent aucl> merfen, bas nit fd>nel suget,
fonber mit ber seit geme4>lic£, nac£ anfe^en ber perfon,
franF^eit, region unb aller anberer gelegner eigenf<$aft.
tPie bur^> bie alt nies*
wursen bas alt pobagram
gesellet wirb.
Hun wiflent am erften bas sweierlei pobagran ftnb,
eins, bas aus bem blut, bas anber aus ben ^auptftüfien.
nun ift bes bluts pobagran ber art, bas bas blut felbs wütet
unb ift s« gleicher weis wie ein wütenber £unt, ber ba
winbig ift. ban bas probirt bie aftronomei, bas bes bluts
pobagran non ben canicularibus Fompt burcf> ir inftuens,
bas in feinem bud> genugfam probirt wirb.
«$ür bas pobagran ift bie alt nieswurs nit, aber für unb
wiber bas pobagran, bas non ftüffen Fompt, bie feienb faur,
gefalsen, corrofttufc^ ober acetoftfcl). ban fold> conbitiones
ber flüft ftnb urfac|> bes pobagrans unb nicf>t warm ober
Falt, feucht ober trotfen. unb ob es gleid>wol Falt, l>eift tc
erfc^einet, fo ift es bod> nur ein sufallenbe l>its ober Felti,
non bem wer? unb arbeit ber Fr antyeit, fo bas gefunt unb
ungefunt mit einanbern £aben. wo nun foid> ftüft ftnb, bo
£aben bie alten gerechten arsten bie nieswurs genomen
79
vii, 126 unb fte ben pobagrfcte geben unb bomit purgtrt, fo tjF bte
mur jen ber art unb etgenfchaft, bae unber allen lapatitne,
fo noch bet allen arjten gefunben ftnb morben, bae befi
lapattf, bae alle flüf* auejeucht unb herfür fud>t burch ben
ganzen leib* folch purgtren ijF aber ntt gegeben nach bem
moberntfchen brauch ober tute ee bie neotertct im brauch
haben, fonber nach ber etnfalt, gerecht unb gut gehantlet,
unberlaffen bte unnüsen recept ber fyrupen unb ben über*
flu# ber abbition, burch welche $tuet ber alten nieewursen
tr Fraft unb luft genomen ijF worben unb alfo nid>te aue*
geriet, fonber fte habene blo# für jtch felbe abmtnifFrirt
unb ben Franken tegltchen etngeben, nicht auf einmal, ban
langfam, gemechltch mit ber seit follent bie purgattonee in
chronicte morbte befchehen. fo nun bie alt nteewursen bo*
hin gebracht ift worben, bae fte teglich nach anfehen ber
perfon unb FranFhett wirFt, fo nimpt ee bie felbigen ftüft
hinweg aue angebornen fonberlicher eigenfchaft, welche
noch bieher in Feiner wurden noch Freutern gefunben ift
worben. barumb ber ar$t bae bebenFen fol unb alein in ber
wurden ein genungfami purgation su fuchen.
V7un ift nicht minber, ob gletchwol ein regen für ift unb
hat jtch wiber aufgetroFnet, fo Fompt hoch balb ein anber
hernach unb macht bie bitrren lachen unb gruben wiber uol,
aue ber urfachen ift nun uon nöten, bae bo ein correction
hernach folge, bamtt folche nit befchehe unb bie neu wiber*
gebürt nit angang ber flüjfen. fo tft bae felbig nun forthin
bte notwenbigft abbition, unb biefe abbition tft bie recht
correction ber alten nieewursen. wtewol bie felbe gemach*
fenen arstet folche nit betrachten, fonber fte wollent gleich
eben bae corrigiren, bae bo purgtret. aue bem ban folgt,
baft fte terram ftgtllatam sufchlahent unb ber gleichen, bae
allee ber ar?nei su wiber ift unb bricht ber murren ir Fraft,
unb aber fte fol in Freften bleiben, wie fte uon ber natur
Fompt unb mer gebelfert unb gefürbert, ban gehinbert. bae
So
ift aber nach rechter ar$net bie correction, fo bie ftüft nach
bem erften hwwegtun, nimen $u wachfen, gement wirb,
folct>0 nimen wiber wachfen h<*b ich t>on ben zweien
wurden benebicta caryophyllata unb acoro gefchriben ; in
bem felbigen Fapitel werben irs finben, h^ ttit not wiber vn, m
3U melben. fo ift auch nicht minber bas im pobagran noch
tnl mer anhangenber $ufell feinb, non benen bie alten
nichts gewußt h<*bent, man ie lenger ie mer Fomen ber fel-
bigen unb fallent ein. non ber felbigen wegen ift non nöten,
wie es ie$t in bifer seit ift, bas nom pobagran ein fonber
buch gemacht werbe, bie felbigen sufell mit anbern ftüdFen
$u benemen. bas aber hie non ber wurden geret wirb, bas
ift auf bie he, auf ben grünt unb urfprung geret,
an welchen ber merift grünt ligt. barumb fo wiffent, bas
in Fein weg bie lapatinifch natur in ber wurden genomen
werbe, fonber nur gemeret ober gebeffert unb am nützlich*
ften in ben weg, wie ich anfang feiner ejrtraction ge-
lernet h<*b. aud[> ift mer nu$ bie Fraft in fpiritu nini ge¬
bracht unb geben werben, als roch ; hoch in alweg ift fte
ein nüi$e purga$.
tPie burch bie alt nieswur-
Sen ber alt fchlag ober
tropfen follent geheilt
werben.
Hun wiffenb am erften in allen hingen bas ber fchlag
ein ftuft ift, ber bo falt in bie ^vticnl bes lebens unb ber be-
wegliFeit. nun aber finb nilerlei ftüft, bie auch an bie enb
unb Örter fallen, ieboch aber folchs in Fein fchlag bringen
ober machen, barumb fo merFen auf bie unberfcheit. nem-
iich bas ber ftuft, fo er falt, gleich muft befchehen unb ge-
fchicht, als wan ein barbirer einem ein abern ober mer
fchlegt, unb im punFten über bas, bas bie abern recht ge-
fchlagen ift nach aller orbnung, fo falt ber Unfall
P.-W. II. 6
BI
unb ber gelaffen fllrbt ungleublld) fcßnel mit gefun*
bem leib ßlmreg. als ban oftmale befände, bae ßunbert
unb aber l>unbert laffen unb bet Feim gefd>ld)t ee ntt, et*
man bet etm. fold>e unfale urfad> Iß aletn bte Influenz unb
ber felbtgen natur bee menfd>en fd>ult. barumb groß non
nöten, bae ber ar$t ein aftronomue fei unb fold>e tntfie unb
nerftanbe, bamit er furFome folcßen toten unfal. alfo ge*
fd>icF>t ee aud> Im fd>lag. ld> fe$, ee Ift ein seit, bae ln allen
ein gemeiner fluß reglrt unb falt, unb nlemante gefdncßt
nld>te ln ber ganzen gemein, auegenomen ee Fompt bae ge*
fd>rel, bae einer, $tnen ober brel ic nom fc^lag getroffen
felenb, etliche gar In ben ge|>en tot gefallen bae allee Ift
vii, 128 ble urfad>en, wie ld> eud> unberrlc^t l>ab non ber leffln,
bae Ift ee Ift alfo ble Influenz geftanben. ale ban aufl> ettnan
gefd>ld>t non tnunben, bae ble, fo nlcßt tötltd>, tötllcß wirb
unb ble tötllcße untötllfl). fold>e nad> ganzem grünt für^u*
ßalten, Ift ßle nlt non nöten.
t7un aber folgt auf bae bte Fraft ber alten nleetnur$en
ln bem, bae ße bermaßen fo genau, fd>arf alle artlculoe,
poroe, nernoe, loca :c burd>fud>t, bae nld>te Ift Im ganzen
leib, bae nlt tnol erfucßt werbe. aue bem folgt nun, bae
fold> fd>arf unb genau fud>en bae felblg locum aud> trlft
unb ßnt unb nlmpt ble felblg urfad> ßlntneg. barumb fol
ber ar$t ber turnten Ir Fraft nlt mlnbern, fonber acutren
unb epaltlren on $ufaj$. ban bte natur l>ate fo fleißig unb
fo Funftreld) jufamen getragen, componlrt unb ln ein re*
cept Fuplet, tnae ln bae compofltum $u ben £ FranFl>etten
non nöten Ift, bae fürtnar Fein ar$t bae compofltum beflern
mag nod> Fan. aletn fcßelb bae Impurum nom puro unb
braud> bae purum, fo l> bae fubeltnerF ber apoteFen ntd>te nerfüren, tnle ban
ble l>ol>en fd>ulen tunt, ble ln ber apoteFen Ir parabele unb
Iren Flrcf>b^f fud>en. fo Ift nun ber brauch, bae man 1m
fd>lag non ftunt an gar ftreng fol purglren mit bem großen
82
boft. wan in ben andern oorgemelten fr antyeiten, bo ift es
mer non nöten, angefehen bie not* bas felbig befel td> ben
erfarnen arsten, bie ben anfang oorhin wtfTen (ollen, fo
ift nun auch nit mtnber, ob gleict>wol ber fluft non bannen
genomen wirb, fo ift bod> bas natürlich wefen fo fyavt ge*
troffen, bas ber felbig fd>ab burch bie entftehung nit mag
genomen werben, fonber bie noturft erforbert, bas man
als ban abbitiones brauchen fol, bamit bas bas felbig wiber
aufgebracht unb reftaurirt werbe. fo ftnb bie neoterici alein
in bem gelegen, wenn fte lange recept machen, bas fei ab*
birt, bas ban ein irrung ift. man nach ber Fttrft su reben,
ift bas alein bie abbition, bas su einer anbern arsnei gehört,
wo bie felbig nit weiter mag unb bas fein oolbracht h^
unb hoch aber noch etwas übriges bliben, bas bas felbig
auch genomen werbe burch ein anber arjnei; bie felbig
heiftt als ban abbitio ober correctio. folche abbition gehört
in bas capitel non ber ganzen cur bes fchlage.
Wie bie wafferfucht fol
genomen werben burft>
bife alt nieswursen.
Was nun bie wafferfucht ift, ift gnugfam am tag, ift
alein ein anfüllung eines waffers in ben hülfen bes men*
fchen. nun ift nit minber, ber gan$ grünt su h eilen bie
wafferfucht, ift alein in bem, bas bo genomen werbe bas
felbige waffer, alfo bas oom leib tyinweg Fom. nun ftnb
nilerlei ar$nei unber ben lapatinis, bie bo austreiben unb
mit gewalt, als feammonea efula, coloquint, fpringförner,
holberfchelfen *c. wiewol fte alle austreibent unb noch tnl
mer anber ftutf barsu. ieboch aber fo feinb fte nicht bie rech*
ten, bie bo auf bie wafferfucht georbnet ftnb non ber na*
tur, fonber alein swei feinb ir, bie nieswurs unb noch eins,
in bie swei mag ftd> ber ar$t wol uerhoffen unb uertröften
(alein gots gewalt unb bie seit ausgenomen ber uerwar*
VII, 129
6*
83
lofung) fünf* genefett auch gar alt leut. nun fol folchs tut
befd>el>ett nach ber purga^en art, wie bte fyrupler unb fub*
ler in ber gewonhett haben, fonber es fol befd>eben in ben
weg, bae auf bie art in chronica cura bte alt nteswur^en on
gefelfcht abmtntffrtrt werbe, fo ntmpt es am errett bte
öbern feuchti unb wolfenbruch umb bie bruft, magen, lun*
gen, lebern mtl^barnach fo fompts an bte gemecht,bemnach
an bte tted>, nemen tegitch te lenger te mer ab, unb te lenger
te Heiner, barnach in fü^en, waben, Hoben, am lebten im
bauch. alfo get es tn etlichen etliche teils oben in erbrechen
aus, etlichen nit, anbern in ftulgengen anbern im harn,
anbern an allen örtern, auch burch ben fchwetß. aber ber
arjt fol ftd> bes ntch t unberften, ber nichts weift als alein
bas er uf ber höh*** faulen gelernet hat, bas ban gar
nichts nu$ ift. auch ber empiricus nit, fonber alein er fol
gelernet haben mit bem Hänfen wtffen $u hantlen unb er*
fennen fo ringfertig, als fo ein fchucf>fnecht ein fchuch
umbfert. weiter tft non nöten $u wiffen bas aber ein
abbition bar$u gehört unb correction, auf bas bie laefa
membra wiberumb reftaurtrt werben, bie waffernöUe ift
vii, 130 hinweg unb nach irem abjug mag es in anberer abbition
alles wiber in fein erft wefen gebracht werben, bamit es
ftch ntt annuire.
t>on anbern tugenben mer,
fo in ber alten nteswur^en
fetnb, in ber gemein fürge*
halten.
nicht alein bas bie nier hauptfranfheiten non ben id>
gefchrtben hab, gnugfam non bifer wurden gefchrieben fei,
fonber in ir ftnb noch nil mer tugent, welche hi* 3« melben
nit all non nöten, auch aus ber itrfachen, bas anber feri*
benten auch etwas begreifen nach bem gemeinen befchret*
ben. in ber gemein aber euch $u unberrtchten non ben Hef*
84
ten bifer wurden, merFent. was non allen anberen lajra*
tinis nit mag ausgetriben werben, bas felbig foi bifer
murren befolen fein, ban fie ift eptremum mebicamen, bas
ift alle purga$en nickte tunt, fo fol man mit bifer be*
fd)l ieften. beffer ift es aber, es betrad>ts ber ar$t ^unor, ba*
mit er am erften tue, bas er am lebten tut unb tun muft, in
meinem jtd> oft einer nerfaumpt. nit alein non mannen
bie Freft $unerften feinb, fonber aud> non frauen in folgen
FranFbeiten, non ben gemelt ift, unb in iren fonberen
FranFbeiten unb ^eimiiFeiten fürtreflicb für anber arjnei
aus, nit not $u melben non tnort $u wort. aber was burcb
bie murren nit gereinigt wirb, bas wirb Feine mer annemen,
es fei in mola, reftrictione unb bergleicben.
t>on ber jungen nies*
tourten.
5Ufo nerftanben nun non ber jungen niestnurjen, bas
fle in all weg fol gebraucht tnerben wie bie alt, bod> in ben
perfonen bes erften alters, barumb non ir nichts weiter $u
melben ift, fonber bei ber alten gnungfam nerftanben.
@o follent ir auch wiffen, bas bife wurden all unfletig*
Feit im magen nemen unb alle fteber$elten, alle putrefac*
tiones, bie auf bas fieber geneigt feinb unb bas fteber, bas
non feule Fompt, i>innimpt. auch bie ftüft, bie orenwe,
$anwe, augemne macbent, auch bie ftüft, bie ftcb nom baupt
ber ab fe$en in bie artbeticam, guttam, fcbiaticam sc.
55
VII, 131
£)ae britte <£apite 1.
tton 6cm töofTccblut
SDie natur zeichnet ein ietliche gemeche fo non ir aueget
5« bem, barzu ee gut iß. barumb man man erfaren mil,
mae bie natur gezeichnet hat, fo fol mane an bem Zeichen
ernennen, mae tugent im feibigen ßnb. man bae fol ein
ieglicher arzt mißen, bae alle Freft, fo in ben natürlichen
hingen ßnb, burch bie Zeichen erfant merben, baraue ban
folgt, bae bie phyßonomei unb chiromancet ber natürlichen
hingen jum höchßen follent burch ein ietlichen arzt t>er*
ftanben merben. mo bae nit iß, bo mirb fein feer et in ber
natur erfunben mit gemiffer prob unb rechtem mefen. alfo
iß ee auch Ine non bem maßerblut, bae fein Reichen an im
hat, burch melchee erfent mirb, mae im feibigen iß. ßch fol
bae niemante nermunbern lajfen, bae ich fürhalt bie zei*
chen ber hingen ; ban nichte iß on ein ^eichen, bae iß, nichte
leßt bie natur non ir gon, bae fte nit bezeichnet bae felbig,
mae in im iß. ir fehent ein epempel an menfehen, bie euch
nicht felent, mae herz in inen geftpt unb genaturt iß. unb
nichte iß fo heimliche im menfehen, bae nit ein auemenbig
Zeichen an im hat. bie felbig ßgnatur iß gar aue bem brauch
Fomen unb ir gar nergefTen morben, aue bem ban groß
irfal folget* nemlich, bae noch bieher fein arzt ober feribent
nach rechtem grünt gefchriben hat, mae in ben natürlichen
hingen fei, all fo tnl ir ßnb nur nach |>6*en fagen, mie ee aue
blinber erfarnheit erfarn fei morben. ber bo mil be*
fchreiben bie natürlichen hing, ber muß bie Zeichen für*
nemen unb aue ben Zeichen bae felbig erfennen. ban mie
mir ben menfehen erfennen aue feinen früchten, alfo mer-
ben mir bie freuter auch erfennen in iren früchten, fo mire
nach ben Zeichen erfaren haben, barum fol ein ietlicher arzt
miffen bem rechten grünt nachzugon unb nit nach h^en
fagen.
86
3 cf) h<*b vilmalen begert, bas bie natürlichen meiner me r
foltert lernen in ber natur, als alein fcbtvezen. fo nun in
grünt fol gangen werben, fo muß magtca fcientia ber an*
fang fein unb ber grnnt zum lernen, fol ein arzt reben unb vn, 132
bem Franken fagen, bas Fraut iß alfo in feiner natur, unb
weißt magicam fcientiam nit, fo fagt er nerrifcb* was fol
bas fein, bas einer ret nach hören fagen? wolt ir lernen bie
Freister in irer natur erFennen, fo folgent bem capitel nach,
bas ich iezunb angriffen bab unb lagt £)ioscoribem,iDios*
coribem fein, tftacrum, tftacrum, nit nach hören fagen. bie
natur ift fo hoch begabt t>on got, bas nit mit hören, fonber
mit bem liecf>t ber natur bas alles muß erfaren merben,im
grünt unb nit im fant. barumb icb folcbs fyit anzeig, iß
alein bie urfacben, bas vil non Freutern fcbreiben unb
ni cbts aus bem brunnen ber ar^nei, als nur alein vom bö*
ren fagen, unb alle arzt wollen gleich auf folcb hören fagen
bauen, unb iß ein fant. ber bo wil ein arzt fein, ber muß
vom grünt reben unb fein grünt nemen aus bem liecbt ber
natur, nit von ben hören fagern, non wegen bes, bas ßcb
niemants mög beFümern unb befcbweren in ben ver¬
borgnen beimliFeiten ber natur. barumb bats bie natur
verzeichnet unb beßlcbt alein, bas ir bie Zeichen lernen Fen¬
nen. ban ir möchten fprecben, tver Fan in bas Fraut feben
was in im iß? nein, alein ßcb fein Zeichen an, fo ßcbß bus
alles, tvas in im iß. ber rot bart iß ein Zeichen, ber fcbwarz
auch, bie Fleibung unb anberß ; von ben allen muß ber
mann erFent werben, alfo habt w ein fürgelegten grünt,
alle beimliFeiten ber natur zu erfaren burcb ire Zeichen, bie
ße uns fürßelt. nun febent ir arzt, tvas ir gelernt habt?
nit bie natur felbs zu erfaren aber bie beillofen bücber, in
ben ber grünt nicht iß, ben folgen ir nach, bem hören fagen,
alfo ßnb ir leut ! nun fürbin, tvas ber rechte grünt iß, zu
erforfcben ben grünt ber arznei, zwingt mich bas tvafier-
blut euch zu entbecFen. ban es iß nicht gnug, bas ich fag,
87
es tut bas : warumb? aus was urfachen bas felbig? fo uuu
bte urfachen ange^eigt werben, als bau fo feinb noch t>£I
mer ftucF, bau te gefchriben feinb worben.
dieweil id> fo gar auf bte seichen mich ergeben t>ab unb
SU erfaren ber natur heimliFeit alein burrf> fte befd>el>en
fol, fo merFen auf folchs weiter, warumb ich bas wafler*
blut für mich genomen l>ab unb was im felbigen für $eicf>en
ftnb, barburd) id> fein tugent mag unb barf betreiben.
vii, 133 ntt nach hören fagen, fonber nach bem unb gefchriben fol
werben, nichts auf ein swetfel gefetzt ober gerat wol, ober
etwan l>ats bas geton, bo aber tuts gar nichts. fonber nach
ganzem grünt, wie es in ber natur felber ift, alfo fol es
gefchriben werben, fo fetnb bas bte seichen, burd> bte id> fte
erfaren l>ab. unb nicht aletn bas td>s non btfem Fraut mein
aletn, fonber non allen natürlichen hingen, ein ietlid>s in
feiner art berma^en auch s« ernennen, im wafferblut fein
rot blutstropfen. bas ift nun ftgnatum, bas es ein befom
bere art unb natur in im hat über anbere Freuter all. bas
ift nun influentia carnalis, bie ire fubiecten aus ben eie*
menten nimbt. nun folgt auf bas, bieweil bie blutstropfen
bas ftgnatum ftbereum , bas iest bte felbig influens
fürgenomen werbe unb ber felbigen nach iubiciret. alfo
muü ber mebicus $uuor ein aftronomus fein unb aus ber
aftronomei bie tugent auslegen. weiter fo h<*ts ein anbers
ftgnatum, bas ift bie form unb geftalt, unb h<*t noch ein
ftgnatum, bas ift ber guftus. aus ben breten ftgnatts wer*
ben iest bie tugent erfaren, was im Fraut ift, unb nicht alein
in bem, fonber in allen, borumb fo fol ein ietlicher ber bo
fchreibt ober fchreiben wil t>on Freutern ober anberen na*
türiichen hingen aus bem ftgnato fchreiben, fo wirb ber
grünt erfunben, unb nichts wirb fo heimlich fein in bem
felbigen, bas nicht herfür gebracht werbe, mag alfo wol
fagen, bas bisher übel gefchriben ift worben t>on ben bim
gen, alein aus ber urfachen, bas nur uom hören fagen ge*
88
fchriben h<*ben unb auf ungewiffe ej:perien$ unb nicht aus
rechtem grünt natürlicher fcientia. ban ftgnatura ift fcien¬
tia, burch bie all verborgen bing gefunden werben, unb on
bie Funft gefd>icf>t nichts grüntlichs, es tyet alles ein l od>.
@o ir nun non bem wafferblut ben rechten grünt wollen
nerton unb ernennen, follent ir anfenglich wiffen, wor$u
bas wafferblut gut ift unb $u was allerlei h<*ntlung. fo
nun bas in uerftant bracht ift, als ban fo ift erfaren, aus
was fle bas felbig tut unb aus was Freften. nun ift bas
wafferblut ein attractinum influentiale, alfo bas es burch
fein influen$, fo in im ift, burch an$iehen alle wunben,
offen fcheben, löcher unb ber gleichen heilet, als ein ej:em-
pel. bie fonn jeucht an ftch t>on ber erben auf bie feuchte, vn, 134
bie auf ber erben nicht fein fol. burch bas felbig an ftch
Riehen wirb bie erben fruchtbar unb mag ben neuen bau
unb frifchen regen wieberumb on vermengt an ftch nemen
unb gan$ unb uolFommen in ir corporalitet ften. item nicht
alein folchs t>on ber fonnen, fonber all ftbera haben non
ben unbern ein gewalt an ftch $u $ihen ein ietlichs nach
feiner eigenfchaft. alfo folgt nun auch, bas nicht alein in
ftbere bas felbig attractitmm ligt, fonber auch in ben un¬
bern corporibus unb materialibus, ein ietlichs in fonber-
heit genaturt in feinem attractiuo. baraus folgt nun, bas
ber unbern attraction gegen bem menfchen auch würFt,
auch nicht alein gegen bem menfchen, fonber auch cje^en
bem obern geftirn als wol, als bas ober gegen uns herab,
ban borburch Fompt, bas bie unbern corpora, fpeis unb
tranF nergift werben, barumb bas fte an ftch ziehen non
ben obern mer, ban bie obern in fte imprimirten ober in-
fluirten, bas ban hie $u erFleren nicht gar non nöten ift,
fonber fo tnl es antrift bie unbern attraction, wie ban bis
wafferblut fonberlich beweifet. ift von nöten, bie obern
unberricht $u geben, bomit bie unbern befter baft nerftan-
ben werben, wan bas mich bar^u ur fachet, bas tut alein bie
S9
unwtffenheit ber arjten unb anberer unnerfFanbnen leuten
einfalt, bas fte fold> operationes jauberifd>, aberglaube-
rtfch galten, fo fte hoch non ber natur alle btng tunt unb
ntd>t non ber jauberet ober burd> ben aberglauben unb
fuperftitton, fonber aus eignen Freften unb eigenf chaften,
bie inen non got geben fetnb, bie neracht unb nerfpott feinb
worben burch bie unwiffenben nermeinten arjte ber f>oben
fd>ulen unb anbern unnerfFanbnen irs gleichen*
£>as epempel muß ich euch jum aller erfFen fürhalten,
noch ju merer unberricht, bas wafferblut unb feine glei¬
chen befFer ba$ in natürlichen Freften junerfFehen unb er«5
Fennen, nemlich alfo. ir fecht ben magneten unb nachfol-
genb bie jungen im compaf*. fo bie jung gefchmirbt unb
beziehen wirb mit bem magneten, ber baud; gegen bauch/
ber rüden gegen rüden, fo jeucht ber magnet an jtch bie
vii, 135 felbig jungen, fte fei wo fte woU in ber weit, als ir nom
magneten erfarn werben, nun auf folchs fo folgt bie aus-
legung alfo. ber menfeh ijF ber magnet unb \>at in im ma-
gnetifche anjiehung gegen ber jungen, fo bem magnet ner-
melet ifF. nun ifF bas wafferblut ein jung gegen bem ma¬
gneten, ber ber menfeh ift aus bem folgt nun, bas ber
menfeh an (Ich jeucht, bas im Fraut ifF, ju feinem nuj, wie
ber magnet nom eifen fein aufenthaltung entpfacht, ge-
funtheit unb genji, wie er ban fein fol. nun merFent aber
noch weiter, fo ein menfeh ober ein nich geöfnet ifF am leib,
bas ifF leibs nerferung empfangen tyat : fo nun bas Fraut
genommen wirb nach feinem procefj unb beftrichen bamtt
bie nerferung, als ban bas Fraut hinweg getan, fo heilet
bas felbig on alle anbere h inju getone arjnei, aus urfachen,
bas bie arjnei in bem Fraut ifF unb im menfehen ber magne¬
ten. unb bifer magnet jeucht rom Fraut bie arjnei in bie
nerferung unb feilet alfo ben felbigen fchaben ju. bas ift
nun cura magnetica ober magnetina. unb nicht alein bas
folchs non bem Fraut alein ju nerften fei, fonber non nilen
90
ber gleichen mer, bie idf> t>te nicht melb, fonber tu feinen ca*
pitulis* wan nun alfo cura magnetina burch bie attrac*
tion, fo von ber influen$ iß alfo non got geordnet, be*
fchicht, fol bas ein Zauberei fein ober ein Aberglauben ober
fuperßitio? niemants fagts aber als bie fchwe^er ber l>ol>en
fd>ulen unb bie jenigen bie in ben natürlichen freften fein
wiffen h<^tt, fallent irem eignen phüofopho in fein
fpruch : bie Weisheit h<*t fein feint, ban ben, ber fte nicht
nerßet. alfo bie natur h<*t auch fein feint als alein ben, ber
nichts non ber natur weiß, alein nom flappern, wie es bie
boll fantafei gibt*
Tiuf bas nun weiter, bomit ir ben brauch &es frauts recht
nerßanben in feinem natürlichen wefen, fo iß er alfo, als
ein epempel nom nicf>. ein roß, bas bo gar h^t gebruft iß
worben, offen, büppelt, beulen, offen ober $u, bas man fol
nemen bas fraut alfo grün unb burch ein frifch ßießents
waffer gezogen unb bem roß unber ben fattel gelegt mit
gutem fleiß unb nii, bornach barauf geritten für unb für
unb nichts gefchonet, all tag ein mal, es heilet wunberbar*
lieh, ttttn merfet iegunb bes heilens ein urfach. bo muß bife
arjnei ein ubung h^en unb ie mer geübt, als mit reiten, vn, i36
ie ehe es gefunt wirb* barumb fo iß es an menfehen ber*
maßen auch $unerßen, bas bas felbige ort fol gemühet
werben ie mer, ie beffer bie heiiung* ban urfacf>en, bie
Übung iß gleich einer fpeculation* ein menfeh ber bo fpe*
culirt, ber erßnt nii ehe ein grünt unb ein wiffen, ban ber
nicht fpecuiirt* barumb feinb etliche fpiritus mebicinae, bie
in ben e^ercitiis ßent, t>il anber on epercitia, auf bas fol
ein ar$t acht h^en* nun weiter aber, fo iß bie anber hei*
lung non beren ich bie norbemeiten epempei geben i><*b non
wegen ber cura magnetina, alfo bas bis fraut genomen werbe
unb burch ein frifch waffer gesogen unb bie nerferung
bomit beßrichen wol, als ban bas fraut genommen unb
gelegt, bo es am baßen faulen mag ober nergraben mit einem
91
fiein nerbempft in ein fciftt ertrich. fo balb nun bas Fraut
faul ift, fo halb ift btc felbige nerferung geteilt.
VJun ift bie urfach alfo, bas ber magnet bcs menfd>en an
fiel) jeudjt, fo lang bo ift. fault cs balb, fo jeucht er befter
ehe an ftd>, bomit bie mebtein in irem geift im nid>t abweich
unb entrinn, faulet es langfam, fo jeud>t er langfam an
(td>. uf bas folgt nun, nach ber feulung wirb bie cur auf*
gezogen, langfam ober Für?; bod> in fuma, bie seit ner*
3«td)t ftd) in bie ganj feulung. borumb nun follent t’r wif*
fen, bas ber menfd> ein magnet ift, ein ietltd>s tier, bas bie
entpfmtliFeit hat ber gleichen, gegen ber arjnet fo im bienft*
lief) ift, fo jte in bie cura magnettna gelegt wirb, unb nach
inbalt ber magnetifchen Operation probecirt, non me Id) cm
procefj bie arjt leiber wenig nerfient. unb fo es ein anberer
tut, fo tunt fte im eben als bie 3uben dbrtfto. fte fagten,
er l>at ben teufel unb burd> ben teufel treibt er bie teufel
aus, unb fte aber betrachten nicht, bas ein teufel ben anbern
nicht beift unb bas er fein reich 9*«? behelt.
2llfo wiffent nun non bifem fraut, bas folch gemelte
Freft alein feinb non ben htmlifd>en imprefitonibus, alfo
bas in bes gleichen Freutern folch frembbe cur begehen,
ban man ftd>t oftmals, bas ein nagel, ber oerfchlagen ift
worben in einem huf ober ein meffer, bas in einen geftochen
ift worben : fo nun bas felbtg genomen wirb, in ein erben,
vii, 137 in ein feiten fpeef, fdtmer :c geftochen, nach inhalt bes feb
bigen Unterrichts, bas ftirbtn jum felbigen ftich ober wun*
ben nichts non anfal ober ber gleichen mer gefchehen mag
unb glüFltcf) genießt. bereit ftücF feinb unjalbarlid; nil. bie
fag ich «bet «lein batumb, bas ir bie felbigen Freft all bahin
meffen follent, bas cura magnettna bo jugegen ift unb
burch bie felbige bas befdttcht. unb wie ber magnet nom
eifen fein narttng nimbt, nicht bie fubftanj, fonber ben
fpiritum in im, alfo zeucht auch ber leib bife bing an ftd>,
bie im felbigen feinb. ban bo ift ein concorbans, bie jtd> in
92
ber attraction $ufammenfügt. nun ift auch nich t minder,
wie ich h<*b für gemelt, bas es muf$ nergraben werben, bas
felbtg bat noch ein urfachen auch auf im unb bie i$, bas
nemiich, fo bas fraut bleibt ligen am luft, fo nerborret es
unb nerleurt ben fpiritum, ber ange$ogen wirb ober werben
fol, aifo bas bo nichts mag $um enb fomen. weiter auch,
fo ftet es an feinem ftammen unb lebt, fo operirt es nicht
im menfcl>en, alein mit bem geftirn prt es in ber concorbanj
unb in teglicl>er Operation unb hat fein gemeinfcbaft mit
bem menfchen. fo es aber abgebrochen wirb, als ban fo tut
bas geftirn nichts mer mit im, ban es nerieurts, gleich wie
ber tot bas leben fcheit nom leib, als bas ber menfch nip
mer lebt, baraus er auch nichts mer nu$ i$. alfo bo auch
mit ber ar$nei follent alein nach frem abbrechen bie con*
corban$ unb coniunction, fo gegen bem menfchen befchehen
foilen, gefucht werben, ban nach irem abbrechen feinb fte
bem microcosmo befolen unb feim ftbus bas er fy&t aus
bem limo terrae entpfangen, non wegen bas ber menfch if*
quin tum eflfe, aus ber fraft jeucht er an ftd> alles, was non
ber erben gebrochen wirb gleich fo ftorf unb fo wol als bie
obern, bo fte noch geftonben feinb.
Leiter follent ir auch merfen, bas in bem wafferblut ein
natur ift über bie, wie gemelt, bie ij* narcoticum ftupefac*
tinum. nun feinb ber narcotica nilerlei, nicht alle fhtpe*
faciren ein ietlichs, fonber ie eins anberft ban bas anber.
ban bie fchmer^en, bie alein non ben ftupefactinis gelegt
unb genomen werben, tyabcn mancherlei urfprung unb
fomen non nilerlei fachen anberÜ unb anberft. unb
fo nilerlei ber fchmerjen feinb, ein ietlicher non einer anbern vii, iss
urfachen, fo nilerlei feinb auch wiberumb bargegen
factina non got georbnet. aifo merfent nun ein befonberi
ftillung h ir in bifem fraut, nemiich wo bie fd>mer$en non
ben corroftnifchen flüffen fallen, aifo non ben fubtüen faij*
flüflfen, aus welchen bie größten fchmer^en werben, wo nun
ein fold>e refolution ftcf> fejt an ein blof$ unbebeFts or t, als
nemlicb in jenen unb in panaritio falls, fo bis Fraut über-
gelegt wirb, was fonft non narcottcis nicht Reifen mag,
bas mag non bifem Fraut, Falt in einem wafifer genejt, non
ftunt genomen unb geteilt werben. ban bas ich bo fcf>reib,
ift non ber urfachen tnegen, bas nil ber untüchtigen be-
trognen arjten geret wirb, man fol narcotica nicht brau»
üler wollent allemal bas
gar hinweg tun in bem etwas böfes iigt unb meinen, wen
bas felbig hwweg fei, fo fei es genefen. fo ein blut ein
accibens b<*t, nimb bas accibens unb lafj bas blut ften unb
Ugen.
&omit ich euch bifen fchmerjen, von bem nun Fompt bas
vii, 139 unleiblich wetagen in jenen, recht lerne erFennen;ban tn*
lerlei feinb ber janwe, welcf>s aber bas recht we fei, bas
9*
felbig nerßanben in ben weg. es ift ein fchmerzen gleich
panaricio, bas ift, wie ein nagenber wurm unb ift hoch
Feiner, auch gleich wie ein pobagra, bas im glitwaffer ligt.
nun wo fo!ct>e angenb überaus nagenb ßüß feinb non fob
eher art, am felbigen ort ift bis Fraut zu gebrauchen, mer ift
mir non im nicht wijfenb, ban fo nil iß es hie ^u merFen,
bas genug iß an bem, fo ich gefagt heu
len auf magnetifch art, ift ein wunberbarliche fytilxmg, bie
ein groß antrift, unb fo nun ber arzt alein bas felbig in
guter acht unb h#t h<*t, fo wiberßet im nichts, bas nicht
auf magnetifch möge geheilt werben, ban ob gleichwol am
ber ar$nei mer feinb, bie in anber weg natürlich auch heb
lent, fo ift hoch bas in feiner seit auch ein treßiehs unb ein
wunberbarlichs, unb nuzer als alle anbere. unb nicht alein
bas non wegen bifes wafferbluts bis capitel gefegt fei, fon-
ber auch non wegen anberer ßuF mer, burch blut,
glitwaffer, augenwe zc gewent werben, bas mit anbern
proceß nicht möchte bermaßen begehen, unb auch t>on
wegen ber urfachen, fo einer in folgern magnetifchen pro¬
ceß heilet bie FranFen, bas bie unwiffenben arzt nicht wöl-
lent fagen, es fei Zauberei, fo ße hoch nit wiffen, was Zau¬
berei ober nicht ift. ban fo nil h achts für ein plag non got unb für ein große plag,
bas got bie weit mit folgen arzten nerforgt unb begabt
hat, bie bo wiffentlich mörber feinb, on all inreb beFennen
muffen, unb bas bie h^henfchulen bie boctores machen unb
bei ir eigen confcienz beFennen muffen, bas ße nicht ßößer
in ein apoteFen geben unb betriegen alfo bas nolF in ber
ganzen weit non wegen eines Flehten gelts, unb ße felbs
95
wtffent bet iren eignen gewtflen, bae fte feibe nickte foUent
vii, Mownb ntd>te gute machen ftmnen. ob bae nid>t ein gro£e
mörberet fei, t>on wegen bee l>etUofen gelte bermaßen ein
fold>e fpeluncam machen in btfer weit? unb all obrifeit ift
bltnt. einen ben man ergreift mit einem morb, ber mu^
auf bae rab. unb ein fold>er ber all ?ircl>i>öf anfült unb er*
mort ein ^>albe laut, ber ift gnab l>erg. bae ift ber weit fit'
ten, gleicf) wie ben deinen bieb l>enfen, ben großen ergeben
in allen el>ren* fol ee alfo ften nocl> 5 0 jar, fo wirb nic^t ein
fromm menfd) fein in ber gangen weit, ban bie tegtgen fol-
len nickte, unb bie finber, fo nad> bifen follen regtren, bie
felbigen follen gar nickte unb lernen nickte, ban wae fold>
fpelun? Raufen fönnen. bae feinb bie profeltten, non ben
<£l>rifhte ret, ale fpred) er : ir argt foUent nickte unb machen
jung argt, bie werben gweimal erger, ban ir feinb, unb bie
felbigen aber jung argt unb aber gweimal erger. wae wirb
bo für ein fpelunfen werben, bie ber tag bee geriefte fompt ?
0o wii i&> eud> bae aud> gemelt f>aben, bae bie fraut
nad> ber tnflueng genommen an einem flu? t>on grünt aue
für unb für ein wunberbarltd) wirfung l>at, nic^t alein
(grün) fonber aud> bürr. aud> wae non im gebrent wirb,
biflülirt unb auegegogen, ale waffer, olea unb fal alfali.
wiewol nic^t in magnetifd>er weie unb etgenfd>aft, teboc|>
aber in fold>er art unb fraft, bae fte bae felbig alle tunt in
gemeiner application, wae ban in obgemelten befclmben
tü. ban ee fol ein argt ein aftronomue fein, fo fan er nid) t
bte leut fo l>art betrtegen, aue urfad), bae er ftunt unb geit
weiü ber felbigen freft be^altung, ale ban ein wafler bar-
non auegebrent, bte fd>eben bomit gewefd>en unb gebun-
ben mit faubern tüd)ltn, fo feilet ee alle wunben, aud>
ben frebe, fiftel unb anbere mer. bergleic^en fol aucl> bae
puloer bermaßen gebraucht werben, borein gefeet al tag
gweimal, fo tü re aber wie t>or bae waffer unb feilet
ejtyiomena ulcera bae fte nic|>t wiber aufbred>en unb weiter
96
nicb t fcbaben sufügen. dergleichen auch bas aiFali baruon,
bas mortiftcirt all dolores und wirfts in ein lebendigen
efcbaram und füllet allen wetagen, was do ift. id> acht woi,
bas nit alein dife üücF in im feient, fonber nod> t>il mer,
die ic b dan gern \)tt erfarn, durch ir pbyftonomei. f°
tnl als mir wiberftet non den wiberwertigen, auch non vii, hi
meinen eignen dienern, die mit dieb nnd fd>elmen und mit
andern bubenftütfen gegen mir gebantlet, das icJ> folcber
fd>el men halben mit macht fo nil \> laffen be*
folen fein und die magnetifcb Fraft in andern dingen mer
barburcb mol erFennen.
R-W. II
7
97
£>a8 tnerb capttel.
t)on dem fo(3 unb mas fal$
begreift.
@o i>od> hat got ben menfehen getriben unb gelungen
bas er nit o n fal; leben fan ober mag, fonber muß bas
felbe haben in ber fpeis unb allem mas er iffet. bar$u ift
er gelungen, bas alfo fein muß. mas nun urfachen bo
finb, bae folchs alfo fein muß, bie felbigen mil icf> euch
anjeigen alfo. ber menfd> ift gefegt in brei ftütf, al8 in fub
Vtyuv, in mercurium unb in fal$, unb alles bas bo ift, bas
felbig iß in bie brei ßüf gefegt unb meber in mer noch in
minber. bas ift ber leib eins {etlichen binges, mas bas ift,
empßntlichs ober unempßntlichs. barauf follent ir nun
mißen, biemeil nun ber menfeh in fpecies geteilt iß, fo ift
er ber putrefaction unbermorfen, alfo bas er $ur feulung
gen muß, bod> in ber geftalt, bas got in bemaret hat mit
bem eingeleibten balfam, ber in ben breien ift, bas ift nem*
ließ bas fat$, bas ift ber balfam, ber ben menfeßen t>or aller
feulung bemaret. unb tt>o nit falj ift, bo faulet am felbigen
ort bas jenig binmeg, bas nit gefallen iß. unb $u gleicher
meis mie ein tots fleifcf), bas eingefallen mirb, t>or ber fern
vii, i42 lung behüt mirt, alfo follent ir auch mißen, bas bas falj,
bas uns got natürlich eingeboren hat, auch behüt unfern
leib für feulung. fo tnl follent ir nun non bem nerften unb
mißen, bas nur brei corpora ben menfeben behalten unb
machen unb unber ben breien ift bas falj eins, bas ßet im
leib als ein confernatif, bas fein corpus, in ben geleibt
ift, nit faulen leßt. auf bas fo merfent nun, mas bie prima
conbita ßnb, als ban bie fubftanj ift, unb bie ban all in bie
brei gefegt iß. fo folgt hierauf, bas bie felbigen in conbitis
primis müßen burch nutrtmenta erhalten merben. aus bem
folget, bas all gemeeßs ber erben ben breien, aus ben ße
ßnb, müßent nutrimenten geben, mo ße bas nit tunt, fo
98
verberben bie prima conbita unb fterben in iren breien fpe*
ciebus. fol d>e nutrimenta jtnb nun bie erben unb ber regen,
bas ift nun ber liquor. in benen jtnb breierlei nutrimenten,
für ben fulpbur fein fulpbur, für ben mercurium fein mer*
curius, für bas fal$ fein fal$, bas ift, bie natur f>ats in
einem bei einanber. brumb aus bem iiquore, ber bo ift nw
trimentum rerum naturaüum, wirb natürlich fal$ gefotten.
hierauf verftanben nun weiter, bas auch ber menfeb alfo
fiel) feibs muj$ füren, alfo bas fein fulpbur fein nuttimen*
tifeben fulpbur bab, fein mercurius fein nutrimentifd>en
mercurium, unb fein eingeboren falj fein nutrimentifcb
falj, auf bas aus benen breien ber menfd) in feinen breien
fpeciebus erhalten mög werben, ban was bo brent ift fub
pbur, was feucht ift, ift mercurius, was bo ift ein baifam
beren zweien, bas ift fai?. alfo hierauf folgt nun, bas ber
menfeb fein narung mu$ nemen, brennenbe fpeif* effen
bem fulpbur $u einer narung, feuchte fpeiß bem mercurio
$u einer narung, fal$ bem falj $u feiner narung. wo bie
orbnung nit gebalten wirb, welch® bo broeben wirt, bas
felbig fpecies am leib berget ; berget eins, fo $ergent auch
bie anbern, bie orbnung mu£ behalten werben, wiewol bie
hoben fcbulen nichts in ber pbüofopbei febmetfen, wie fte
fonft auch nichts Fönnen noch wiffen. nun wiffent weiter,
bas in aller weit brennenbe fpeis ift fleifcb, jtfcb, brot :c,
wiberum feuebts, als brunnen, waffer, fe zc, wiberumb
auch überall fal$. folcbs ift ein austeiiung in bie gan$ weit,
bas fte all brei mögent gehabt werben, nun wiffent aber
von ber natur bes menfeben, bas ber menfeb fpeis begert, vn, 143
bas ift nun fulpbur, begert tranF, bas ift nun waffer, wein
k, begert fal?, bas ift nun fal$ an im feibs. unb ob gleich5
wol bas wiffen nit bo ift, noch begert bie natur bas. nit
aletn im menfeben, fonber auch im vicb, bas vom fal$ beffer
ift unb wirb, feifter, Freftiger, nu$barer unb gefünber am
fleifcb unb was von im Fompt, als bas on fal$. unb fo im
7*
99
fein noturft fal$ nit geben wirb, fo J>at ee auch gebreften
in ben anberen zweien fpeciebue unb wirb nickte wert,
uerbirbt. ban bie natur in im wirb nit nach ir noturft er¬
balten in ber narung, in bie fte gefcbaffen iß. alfo ift nun
bem menfcben auch, bae ber felbig nit fol on folcße nutri-
menten leben, fonber ber natur iren luft, wie ße gefcbaffen
iß, büßen nach bem grabum iree begerene. wiewol man
fagt im luft, bae bie leut, fo in ben neuen infulen Pein fpeie
gefallen haben, auch irem tncß nit geben, fo beßnt ßcb aber
bae, bae ir eigen natur unb bee tnd>e natur babin begert
bat, faljtnaffer rom mer $u trinPen unb bamit $u Pochen
unber anberem waffer. ban bie natur rubet nit, ße fucßt
für unb für bae jenig, bae ir noturft erforbert, Pan bae uicb
treiben sum fal^waffer ju fcblecfen, auch ben menfcben. iß
gleich tute falj, wiewol nit aller fpeie, iebocb aber bae fal$
auch mitgat nach ir orbnung.
23ei une iß bie orbnung, bae mir bae falj in ber fpeie
nießen unb iß ein weielicb unb natürliche orbnung. ban
bo Pomen infamen bie brei nutrtmenten, fpeie unb fal$
in eim, $um britten bae tranP neben inen beiben ; bamit
wirb nun bie natur gefürt unb erhalten, nun bab ich ein
melbung getan uom fal$, bae fa4 ein natürlicher bee leben-
bigen leibe balfam fei ; bae iß fo lang bae leben beim leib
iß unb bleibt, fo lang iß bae fai$, uon bem ich gefagt bab,
bee leibe balfam für feuli, in welchem balfam bae gan$
corpue bumanum unb anberer ßet unb erhalten wirb, nun
aber, fo ee ßcb begebe bae in ein menfcben ein feulung ein-
ßele unb ein cabaueritet, ale in bem wiiben fettr, iß bie ttr-
fach, bae all bing ^erbrechen, fo nun alle bing ^erbrechen
müffen in ben creatte, fo iß bae auch offenbar, bae ber bal*
fam ein ^erbrücbiiPeit an im bat unb fo bie felbig angat,
fo get auch bee ^erbrecbene Praft unb ßerPi an. wo nun ber
balfam bricht im menfcben (in wae weg, befelcb ich ber
ar^neifcßen tbeoriPen) fo get t>on ßunt corruptio putre-
100
factionie an, nach berart unb bae fal$ corrumpirt ift (welche
corruptio ber ar^nei $uftehet, nit hie in bifem buch $u be¬
treiben). wo aber bae fal$ Fern corruption empfacht, bo
faulet im menfchen weher im leib, noch auewenbig bee
leibe nichte. alfo oerftanben nun anfenglich, wie ein fal$
ift im menfchen, als ein balfam, unb bae natürlich fal$, fo
ber menfch nennet, ift fein fpeie unb narung. barumb h<*b
ich fold>e nor an$ogen, euch alein $u einer unberricht ber
nachfolgenben hingen nom fal$, $u befferm nerftant. bamit
laf5 ich ben natürlichen balfam ftehen unb erFler euch alein
non bem fal$ in ber fpeie, wie bae felbig fein narung fei
unb auch wit wae großen tugenben ee begabt ifl non got,
bem menfchen $u einer gefuntheit unb praeferuation niler
FranFheit, auch mit fampt bem felbigen, bieweil nichte ift
fo gut, ee ift auch bö$ bomit, wae ubele im fal$ ift bae
felbig auch $u er^elen, alfo bae gute unb böe infamen ge-
famlet werben unb ein ietliche non bem anbern erFent unb
oerftanben. ban bae ift ein gro£e natur unb an^eigen nom
fal$, fo ee ben toten leib behalt ale tot fleifch, wie nil mer
ben lebenbigen leib? bewart ee ben toten nor würmen
burch feine Fraft unb orbination, wie nil mer ben leben¬
bigen? ban nicht alein non wegen bee, bae ein narung ift,
fonber auch non wegen bee, bae ein gezwungen fpeie ift
unb ar$nei, jungen unb alten, fol bae fal; niemante nor-
behalten werben, fonber meniglichen geben,
Hun finb ber fal$ brei wefen ober art. ee ift bae merfal$,
bae ift ein fal$ non im felbe. nit bae ee gefallen worben
nor anbern hingen, fonber wie ber wein anberft ift, ban bae
waffer, alfo ift auch non natur bae mer anberft, ban anbere
waffer. bie anbern waffer finb fuß/ bae ift fal$. $um anbern
fo finb füfje brunnen, bie auch gefallen ftnb, unb bie finb
gar ein anberi art, bae fte gar mit bem mer Fein etgenfchaft
noch natur haben fonber für fleh felbe ein anher fal$, jum
britten fo feinb fal$ er$, ftein geftalt in anher form, wie ban
ber er$ natur unb etgenfchaft ftnb» bas beft falj ift non
brunnen, bemnach nom er$, ie Werter an im felbs, ie beffer,
bemnach bas merfals» unb wie (te ftd> austetlen in nil fpe*
vii, 145 des, alfo teilent (te (td> auch aus tn nil etgenfchaften unber*
fd>ttl£c^> tn allen iren wefen» wie nun bas fal$ gemacht
wirb, ift f>£e ntt not fitr^uhalten, es ift öffentlich amt ag»
wie es auch wachft $u befchreiben, ift h*e auch ntt non nö*
ten ; es gehört in librum be generattone mineralium» was
hie mein furnemen ift, ift aletn non ben tugenben bes fal$,
wnb gleich fo wol non ben untugenben. nom merfal; 3U
fchreiben, ift nit non nöten, ban was nom meinen fal; ge*
fcbriben ftet, bas felbig ift nom merfal$ auch $unerftehen,
bocb wmb fo nil weniger, fo weit es an im felbs bie äugen
bezeugen, nom ftetnfal$, bas nit gefotten wirb, wirb auch
bie fo nil nicht befcbriben, als non bem gefotnen falj» ein
ietlicb fal$, bas non waffer ift, ober non gefaljner erj erben
ober bwttfteinen, wie ban ber brauch ift, nom felbigen mag
bie gan$ orbnung unb alle Freft bes fal$ gefcbriben werben»
ban in ber füllen ligt ber höchft gtunt, barumb fo fompt
bas merfalj nit in bie ful$ noch bas ftetnfalj, ift auch nie
barein gebracht worben» aber bas anber fal$, bas gefotten
wirb, fompt am erften in bie ful$ nor bem unb es gefcheiben
wirb nom waffer in ein fal coagulatum, alfo feinb nom
fal$ jwo befchreibung, non ber fulj bie ein, bie anber non
bem ganzen geenten falj»
Titn erften fo wtffen ein gemeine natur eins ietlichen
faljs, nemlich bas ein ietlich falj ift ein correction ber fpeis»
ban wo ntt fal$ ift, bo ift bie fpeis nit corrigirt, als ein
epempel. nimpt ber magen an (ich bie fpeis unb i><*t fein
fal$ in inen, fo gebrift in feiner becoctton, bas fein praepa*
rag nicht nolFomen wirb ; ban nom fal$ fompt nirtus ep
pulftna in feceffu auch iw urtna» wo bie $wei nit perfect
gent, am felben ort ift es alles umb fonft, bas bie eppul*
ftones recht feient» nun auch weiter, wirb bie fpeis nicht
102
gefaben, wie es tr gebüret, fo iß bas gewiß, bas diejenigen
liquores im menfchen, die on gefallen nicht an ßch nemen,
ntt gefpeiß werden mögen, wan bas blut iß gefallen, wo
mm die fpeis nit incorportrt iß mit fal$, fo wird jte vom
biut nicht ange$ogen ; was aber aus großer not angejogen
wird, bas wird im blut ein feulung, und $u perhüten bas
fold>0 nicht befchehe, follent pon wegen der felbigen gliber
die fpeis gefallen werden, damit bas die jenigen irs nutrb vn, hg
mente nit beraubt feient und werden, $u dem auch fo wiß
fen das im fai$ iß pirtus refolutina, bas ift, wo im leib
oppilationes in poris würden non andern sufellen, die fei*
bigen nimpt das fal$ tyinxveQ und refoipirts und bringts
in ein refolution, bas mit dem urin hinweg gent, aus dem
fo nun der urin alein iß fal cruoris, das iß der urin iß
alein ein fal? Pom natürlichen fal; und das natürlich fal$
verfügt ßch mit dem nutrimentifchen fal; und alfo bringt
die coniunctio eppulfionem epcrementorum, fo nun das
fal$ nicht nach rechter quantitet genoffen wird, fo wird die
coniunctio naturalis nicht befchehen mögen nach genung*
famen erßatten und perßelt ßch* darumb fol ein ietlicher
ar$t das wiffen und perßen, das er fol das fal; auch laffen
ein arjnei fein, wo fal naturale begert ausjugen durch f^5/
das fal$ deßer mer gebrauchen, und iß wol löblich/ das fal
gemmae gebraucht werde, das dan in fonderheit für all
andere falj aus folch fal naturale austreibt, das alles be*
felch ich den ar^ten in fonderheit, das ße der drei fpecierum
und des faljs wirf ung in feinem fpecie nicht pergeffen wob
len, fonder mit gutem fleiß noch baß gebrauchen, dan $u
fchreiben müglich iß* eigen gegenwürf tunt pü und machen
pü äugen offen,
Hun h<*b ich gemelt, porn fal; $u fchreiben in $wen weg
in dem einen pon der ful$, ?um andern pon dem trofnen
falj. fo wii ich euch ein folgen bericht geben pon der füllen,
das fal* alles, das trofnet aus alle unnatürliche feuchte.
103
fco d> fo tut ein ftunt ful$ mer, fcan fcas troden fal$ ein
monat. fo tnl iü in fcer ful$ me r trofner natur mifcer böe
feuchte, fcan im trofnen fal$ iß. unfc ob gleichmol fcas trotf en
fal$ refcucirt mirfc mifcer I>infcer ftd>, fo mirfc es fcod> nimer
fo gut, als ir in fcer correction unfc afcfcition mol nernemen
merfcen. fcarumb t>on megen fcer füllen non nöten ift, fcie
felb mol ju betreiben. fo fte nun in ein ful$ gemacht ift,
alfo fcas fte fcen topf tregt, ein ei unfc fcer gleichen unfc ift
fein tugent alfo. alle fcie franfheit fcie aus feuchte merfcen
mifcer fcie natürliche feuchte, fcie felbigen all merfcen non
147 fcifer ful$ genomen. als fcas feucht pofcagran, fcie maffer-
fucht, fcie feuchten gefchtnulf fcie gefchtnollen fd>en?el non
unnatürlicher feud>ti unfc in fumma mas liquorem lepro-
fum antrift, fcer nit non natur ift, fcen felbigen ner^ert es.
nun tniffent aber mie. fcie fulj ift an ir felbs mie ein inarm
bafc. fo es nun fcahin fomen ift, fcas fo nil erfült ift, fcas
inftjen erleifcen mag, fo fol man fcarin bafcen gleich mie in
einem miitbafc unfc fcer gleichen nach anfehen eins ar$ts,
mie nil not ift unfc an^unemen, fo nerjert es fcie felbigen
feuchte hinmeg, macht fo fcürr fchenfel unfc glifcer, mie fcie
recht natur begert. man fcie gefunt langmirig natur üet
alein in fcem fcürren leib, unfc gar nicht im maften, feuchten
unfc matertelligen cörpern. fcürr unfc mol geefcert, fcas fcie
geefcer gefehen merfcen, fcas feinfc fcie beften unfc gefunfce-
ften. fcarumb mas nun non fcifer art nicht ifo fonfcer ift
einer anfcern art, als matertellig, maftig unfc feuchte cör-
pers, fcie all follent mit fampt ir folchen fcer gleichen com-
plejrton hierin bafcen unfc ftch gebrauchen fcie bäte gemön-
lieh, fo merfcen fte fcürr unfc gefunt. unfc ob ee fach mürfce
fein, fcae nach folgern bafc mit fcer $eit fcie unnatürliche
feuchte mifcerumb mürfcen anfallen, ftch befleißen unfc hie
bei folchen fal^ftefcern ir leben neueren unfc monung haben,
fcan beffer ein lang leben erftritten ale ein für? leben, unfc
fcen molluft fcifer melt nicht anfehen. mas folch feuchte
FranFheiten feint), werben tr bei ben arsten euch wol er*
Fünbigen.
Hun fürbin vom fals weiter su reben, bas ift nom troF*
nen fals, fo wififent, bas ber felbtgen etlicf>erlet ftnb, als ge*
mein fpeis fals, lauter fals, fal gemmae, fteinfal$, ertfals,
fal&apfen. ieboch wie bem allen, fo nerftanben es alfo, bas
ein ietltch fals, wie bas ift, in ein waffer gelegt unb wunben
bamit gebunben unb gewefd>en behaltets für aller feulung
unb würmem wo auch würm finb, bie nimpts hwweg unb
wents ab, bas Feiner mer wachft* ban bie natur, fo fte alein
fauber in wunben gehalten wirt, fo tytiUt bie natur felbs
grofte wunben $u, alein es wer ban fo ein nergifte com*
plepion, ba oft ein balfam nit helfen mag. fo follent tr auch
wiffen, bas in ben offen fcheben ber gleichen fals ein grofte
arsnei ift. wiberumb auch fals in ein bat geworfen unb wol
gebabet barin, es nimpt alle rauben hinweg, t>och über* vn,i48
trifts bie fuls t>il, bie rauben, Fret$i, fchebtg zc hinnimpt
unb verwert, fo merFent aber auf bie correction wie bas
bürr fals etlichs teils auch bahin gebracht mag werben, auch
bas su merern hingen gut ift, als alein su ben, non ben ich
gefagt h<*l>, 5» auswenbigen bes leibs. fo tul ftnb im fal$
tugent, fo es gebraucht wirb, wie ich gemelt h<*b* aber in
ber füllen follent ir entlieh wiffen unb erFennen, bas fte auch
mit ber seit alopiciam, ben erbgrint, hinweg nimpt.
Correctio unb abbitio
in bas trotfen fals, wtber*
umb su corrigiren unb
rebuciren.
üDas recept sur correction wiber hinberftch SU rebuciren
bas troFen fals, ift alfo, bas nemen bes falss unb hen antreffen, nil fchwecher. bar*
umb mit ber appltcation unb abminiftration foUent ir für-
faren wie am erften. tr foUetit auch wijfen, bas bo fetn ab-
bition füglich gefchehen mag. ban was bes falj t>£rtutee
fetnb, bte werben fünft in feinen anbern gefunben. unb
als wenig als fal; gefunben wirb in anbern hingen, als
wenig aud> feine tnrtutes. wo nun gleiche tnrtutes nicht
ftnb, bo tft es umb funft, was man bo suberett. unb ob
gletchwol alfalt gefotten werben, fo tft es hoch bas genus
falte ntt, bas ift, es ift nit fal$ fonber ein alfalt. unb bo ift
ein unberfchett ^wifchen fal$ unb alfalt, bas alfalt natür¬
lich falj ift in corporibus non ben breien fpecieb us, aber
fal$ ift nutrimentifch,bas bas alfali ernertunb füret.brumb
fo mag bo fein abbttton gefchehen ober ein anbere correc-
tion, alein es fei ban fach, bas bas fal$ in im felbs on $ufa$
behalten werbe, wie ban von btfer calcination fürgehalten
tft. auch bergleichen non aqua falle, bas aus bem calcinir-
vii, 149 ten biftiUirt wirb in ein fpirititm. ber felbig fpiritus ift, ber
bo folnirt golt in ein oleum, unb ber es tniber non im zeucht
unb praeparirt $un beften, fo tnirb ein aurum potabile bo
3um beften auch gefunben. tno aber bte felbig e^traction
nicht ift unb hoch bas golt refolnirt, fo ift es für bie golt-
fchmib im norgülben bte fubtileft funft unb ben etfenfchmi-
ben bas eifen ju nergülben ber gleichen ein beftenbiger fchaj.
es gehört aber bar?u, bas fte in ber alchimei bereiten tniffen.
0o foUent tr auch tniffen nom lautern falj, non ets-
^apfen fal; unb fal getnmae, bas fte $u ber alchimei am
bienftlichften feinb, ftlber borin nach gemeinem brauch $u
cementiren. bas macht ein ietiiehe luna, bas ift ftlber, ganj
gefchmeibig unb on feur aus^utretben gar nahet tnie blei,
auch $u m fupfer bie beft retnigung in ber felbigen geftalt
in ein cement gefürt, bis ein regulum wirft.
106
XOit ich nun euch gefcf>riben fyab vom fals, fo merfen
noch weiter non einer anbern eigenfehaft bes fals, «nb ift
nemlich bie. ber fyavn bes menfehen, aweh bes «id>s, wo er
ftci> hinfot ober gelaffen wirb, am felbigen ort wachft mit
feiner seit ein nimmt. bas ift nimmt, wo |tct> ber «rin
famlet «nb jtd> praeparirt in ein anber fals, bas man l>ei^t
falniter. nun ift falniter ein fals, bas bo wirb non bem
natürlichen leiblichen fals «nb non bem fpeis fals. fo bie
Swei im menfehen coniwngirt werben «nb in eins fomen
«nb werfen bas f«perfl«wm ans non inen, bas ift bwreh ben
«rin, ber ban nichts anberft ift, als alein ein natürlich, cor-
poralifch «nb nwtrimentifch fals «nber anberer fenchte fo
mttlanft. «nb fo n«n ber «rin in nitrnm gelaffen wirb «nb
bo ein jeitlang ftet, <*ls ban fo wirft ber falsgeift, fo im
felbigen mitlawft «nb eingeleibt ift «nb bereit a«s ben
zweien falibns einerlei fals «nb ein befonber genws, welchs
nachfolgentbie alchimtftenoon bem nitro awssiehen «nb als
ban bwreh bie alchimiftifch fwnft lewtern, fcheiben, bas nicht
fals ift non bem fals bo worben ift «nb als ban fo
clariftciret es bas felbig, fo fchewftt falniter herfür nach
feiner art. wiewol in ber bereitnng bes fals mag bo ein
fcheibwng gefchehen, alfo bas bas recht fals etlichs teils wi-
ber hcrans gezogen wirb «nb bas anber mit falniter ner-
mengt, bas ift n«n bie wrfachen, bas man recht fals wiber vn.iso
heraws fteben mag, fo bas felbig nich ober menfeh fals ge-
noffen f>at «nb in im nicht gebewet ift worben fonber alfo
«ngebenet non im ansgangen, bas felbig mag gefwnben
werben, was aber gebewt ift worben, bas felb I>at ft d> mit
bem leiblichen fals nermifcht «nb incorporirt, bas nicht ge-
fcheiben mag werben, bas gehet iest in bas falniter. n«n
follent ir wiffen non bifem fals, bas es bermaften ift, als
fein fals a«f erben, bie alchimei h ge-
107
fünften unft aber nur $ur ald>tmet unft $u ften feibigen l>ant*
griffen, in weichem jtcf> begeben i>at, ftas fle fulpi>ur unft
falniter mit einanfter $u fteftiUiren nermetnt. aber es i>at
nit mögen fein non wegen fter ungeftümigen bewegung,
fturd) welches nac^foigenft mit fter aftftition fter Foien fter
ald)imiftifd> geift ftas büj?enpuiner erfunften unft als ftan
ftas felbig ie lenger ie ba£ erFünftigt, bis ftoi>in Fomen ift,
als man ft d)t, ftas mauren $erbricl)t gleid> ftem ftonnerftral
unft biiicf) fter irftifd) fulgur i>eif$en fol. non ftifem fai$ feinft
nil i>eimiiFeit in fter altyimä begriffen, aber i>ie nicf>t not
$u betreiben. ftan fte feinft noci> in ften rechten grünt nid>t
Fomen öfter $u gutem enft. ftorumb nid>t non nöten ift non
ften feibigen $u fd>retben, ftomit jtdf> niemants $unii in ner*
fürung gebe, was aber in ftie Funft nulcani gehört, ftas
felbig ift nid>t minfter, es feinft gro£e fecreta. ftod> nichts
ift fto, ftas $u menfcf>itd>er gefunt^eit gehört, alein in feur*
werF ; beftarf feins eignen capitels. wunfterbariid) ift aber
ftie natur ftes menfd>en, ftas fte fol non menfd>lid>en leib
aud> non ftem ni£>ifcf>en cörper aus eigner natur geberen
non iren epcrementen ein foid)e generation, ftie alfo non
ftem lebenftigen Fompt unft wifter ftas leben fo ftreng ift,
als Fein fting fo erftacf>t mag Werften, ftas ftem menfcf>en
fein leben fo gar fd>neli fd>eftlid>en nimbt unft für ftas fo
gar Fein fterFi l)ilft. ftas bepld) icf> fter metap^yftca in
paramiris.
2llfo wiffent nun aud> ftas td> im anfang ftis capitels
gemelt i>ab, ftas ftie natur im iiquore terrae aud> ein fal$
l>ab, ftas non natur incorportrt ift. non ftem fal$ alle ge*
vii, 151 wed>fe gefallen Werften unft ift fter balfam falis non ftem
id> melftung geton i>ab. auf ftas fo wiffent nun, ftas non
ftem feibigen fai$ aud> in fter erften ein fold> fal$, wie nitri
ift, gefunften wirft, ftas ftie natur fturd) ftie poros
fter erften, wo fte l>üiinen, cataracten unft löd>er i>at, in
ften feibigen fe?en fte zapfen unft lange rören auf fal; ge*
J08
ftalt unb form» fo nun bie felbigen fal&apfen genomen
werben unb nad> bcr fal^funft bereit, als bau fo werben
auch beibe fal$ boraus, ein eftfal$, auch ein niter fal$. aber
es beiftt faipeter t>on wegen bas es ftcb in ben felfen an*
benft, uon benen es ben namen nimbt. es ift auch ein fon*
bere unberfebeit $wifcben bem fal$ niter unb faipeter in
bem, bas im werf, auch in ber prob bes faijs gut unb leicht
5U ernennen ift, was art ein ietiie^s ift. borumb fol man
auch wiffen in ben falis fpeciebus, aud> in ben freften ein
unberfebeit $u haben, in eim anberft ban im anbern, in ber
gefuntbeit unb anbern hingen, bas aber 51t raten fei, bas
bas feibig fal3,fo bo gemacht wirb sum effen,t>on nitri unb
petrae bem menfeben ein$ugeben, ift nicht mein rat. aiein
man wolle ban ben menfeben mager machen unb in bie berr
richten, bas ban niemants anjunemen ift, als aiein ?um
büpen fal$ ju machen, bo gehört es am beften tyn ; ban es
entpfec^t ein anbern geift an ftcb unb ein anbere art unb
natur, bie nicht anjunemen ift.
Hun weiter fo wiffen auch t>on ben hingen, bie bo bem
menfeben fcbetlicb feinb unb uom fal$ begegnen, ban es ift
gleich fo woi not bas bös auch $u febreiben als woi als bas
gut unb gar nabet noch notwenbiger. fo wiffen nun uom
fal$, wo fal$ uicbt gebeuet wirb unb wirb t>om magen aus*
getriben bureb bie inteftinen, fo es nicht burebget, bas faum
ein febwereri coiica unb iliaca geboren mag werben, bie
am febweriften $u heilen ift. ban es wirb fo corofttnfcb, bas
es nagt, als woll es all geberm burebfreffen, als ban oft in
ber anatomia gefunben ift worben, bas fai$ behaus ge-
febiben ift worben unb gefunben fein burcbiöcberung.
3tem weiter fo merfent auch, bleibt bas feibig falj im
magen, fo folgt bas hernach, bas orepen, arfura unb t>il
bes magens paffiones entfpringen unb fein anbern ur-vn, 152
fprung nemen als aiein, bas an im felbs ein ungebeut fal$
ift unb ligt in oriftcio ftomaebt. fonberlicb fol auch ber arjt
109
ad>t t>aben an ben felbigen franfen in bem bae ettnan bae
fal$ non eingefatyier fpeie ober gereud>ter fpeie ober bae
falj nom gebratene ac fei, ban nid>t in allen efTen gefd>id>t
ee, fonber bae fal$ in ietlicßen effen, bae muß man erfün-
bigen,
3tem ee begibt ßcß aucf> oftmale bae fold; falj ßd> in
bie nenae meferaicae fe$t unb granulirt unb conßipirt, bo
nil tnunberbarlid) unerfantlid) Franfl>eit aue entfpringen,
unb nid>t alein in folgen örtern unb enben, fonber aucf>
im ganzen leib, bermaßen tro ber urin ginget gegen feinem
emunctorio befd>el>en mag, gib id> einem ietlid>en ar$t für
ßd> felbe $u ernennen unb $uerfaren,
2Ufo ttril id> l>iemit befcßloffen t>aben non bem fal$ in
ber gemein $u fcßreiben, unb l>at mid> für gut angefel>en,
bietneil fal$ ift ein teutfd> getnecße non bee felbigen natur
$u fcßreiben, tnietnol nod> nil mer bo $u fd>reiben tnere ge-
tuefen, iebod> aber, fo ee nid>t allee nolfomen bing iß,
fonber mer mit fd>aben ale mit nu$, l>ab id>e unberlaffen,
tnae aber $u nu$ mid> gebeucht l>at $u reid>en unb in ber
erfarnl>eit erfunben, fo nil \>ab id> fürge^alten.
HO
£)a© fünfte capitel.
t>on bem fanct 3oh<*nn© Fraut.
£>i© Fraut© namen ift perforata unb ift gut unb mol ge-
fe$t. ich wirb in auch nicht nerenbern. bomtt id> euch unber-
rieht, ma© non bifem Fraut ju tniffen unb ma© nom im bo
$u galten fei, unb $u ma© nuj e0 gefd>affen fei, fo merFent
am erften t>or allen hingen, biemeü un0 got nicht© nach
bem nullen, ben mir haben, befchaffen f>at in orbnung, fon-
ber alle bing nach feiner orbnung in feinen nullen, ift non vii, 153
nöten, ba0 mir content feient in bem, ba0 mir fein millen
nerßanben in ben hingen, barin er un0 in befchaffen hat,
ba0 mir miffen in ju ftnben. al0 ein unberricf>t, ich fe$, mir
menfd>en feinb alfo, ba0 un0 gleich ma© mir mölten in ba©
maul flüge on arbeit, Funft, mühe, jamer unb not. ba©
aber alle© ift bei got nicht befd>el>en, fonber fein mil ift, ba©
mir im fchmeiß unfer© angeftcht© un© neren follen unb un¬
fern nechften im felbigen Reifen, auf bifen grünt feinb all
Fünft gehauen, ba© mit mü unb arbeit all bing erlangt
müffen merben. in ber mü unb arbeit ift got© mit erfült unb
bohin gerieft, au© bem folgt nun, ba© Feiner, er fei mer er
moll, on bifen millen got© etma© müge erreichen, ma© aber
außerhalb bem rntrb unb $ufalt, ba© felbig mirb gelingen
gefd>el>en unb hat Fein bleibenbe ftat, gat mtber bohin, ba-
her e© Fomen ift. ieid>tlid> l>er, leicf>tlicf> miber l>in. borumb
nun fo voi^nt, ba© got ben menfd>en mit aller noturft ner-
forgt hat unb fein millen gegen tnenfehen in bie natur ge¬
ben, unb ber felbige mü gotte© ift ba© ar cc,nnmr ba© in ben
natürlichen hingen ift. unb fo tnl feinb ber arcana, fo tnl
unb bem menfehen not suftent, fo tnl hingegen ber arcana,
unb fo tnl arcana, fotnl auch wiln gotte©. fo nun ber mü
gotte© gefchehen fol, fo muß in ber ar$t fuchen bo er ligt,
nicht mit morten, fte feinb im nicht befolen, alein ba© liecht
ber natur, ma© got für ein millen bohin behalten hat, ben
Ul
felbigen heran© $u nemen unb in bobin tun, bobiti e© not
ift. alfo tft ba© atcannm entbeut.
sDorumb td> ba© an$eig nom willen gotte©, tft non mir
non ber urfad> wegen befcbeben, ba© ber menfcb fol wtffen,
ba© bie ar$net nicht© tft, al© aletn ber wil gotte©, unb ba©
bte Bunft ber ar^net nicht ftet in be0 ar^t© t>ant, alein in
gotte0. tn ben weg wol tn be0 ar$t© i>ant, fo tm got ben
willen setgt, in wa© Braut er in gelegt b<*t, $u bem ober $u
bem. borumb fo fd>eit ftcb bie Bunft ber ar$net non anbern
Bünften in bem. ein fd>mit mag ein ro Reifen machen, wenn
er wtl, barf Bein nernunft bar^u, barf nicht fud>en wo ber
wil gotte0 ift in ^>eimüBeiten ber natur, nur aletn fd>mit
vii, 154 ber, fd>lag brein :c. bau ber wil gotte© ift, ba0 ba0 roft on
alle Bunft unb tycimlitys erfaren in ber natur befragen
werb, unb alfo mit anbern b^nttt*Utt9en. bte arjnei aber
nicht alfo ; fte mu^ erfarmt© b^en in bem, wo ber wil
gotte© iigt unb gegen wem. ban fo einer gerochen, ge*
bauen wirb, unb bie ar$net ift bo, in ber got bie beilung
befcbaffen \>
auch ber ar^t nicht fe;en fol, unb ben felbigen wol oerften.
borumb fo ift bie ar^net nicht anberft ein Bunft, ban fo tnl,
ba0 ber wil got0 ba0 arcanum fei unb ba© arcanum ber wil
gotte©. alfo \>at, ;mn aller-
lebten befd>uf er ben menfcf>en aus bem limo terrae, nun i$
limus terrae bas fünft wefen ber ganzen weit, ein ausjug
uon allen natnren. aus bem aus^ug ift ber menfcf) gemacht,
boraus folgt nun, bas bo ift ein biat^efts t>on allen ge-
fcf>öpfen gegen bem menfc^en. alfo, was bem menfcf>en
natürlich anligt, natürlich bas felbig wenben mag mit bem
felbigen, aus bem er gemacht i$. ban bas felbig, aus bem
er gemacht ift, bas muf im fein fd>aben wenben unb muf
in erhalten, borumb fo folgt nun, bas alle franfl>eiten,
ober was im menfd>en aufftet, burd> ein fterfern muß uer-
triben werben. unb nichts vertreibt bie franf^eit, ban bie
fterfe. barumb fo i$ bie ar$nei ein fterfi unb ein mac^t, bie
all fran£l>eit austreibt, als ein epempel. bas feur fct>meb;t
unb uerjert alle metallen; bas ift nun ein fterFi unb ein vii, 155
eomplep. alfo fol man bie arjnei in ber fraft fucben, in
welcher bie üerH iü wiber bas, wiber weld>s es gebraucht
fol werben. nun folgt auf folc^s, bas perforata ein fold>e
fterfi aud> l>at, nicf>t aus ber qualitet, nid>t aus ber com-
plejdon, fonber aus ber fterfi, bie got in perforatam gelegt
b bie felbig üerfi treibt fte bas gefpenjt ber natur
hinweg, aud> würm, auci> in Teilung ber wunben unb
beinbrücben unb in aller jerfnttfcbung ; unb noch uil mer
baifamifcf>er art, fo es in im mit ban fyevnaty folgen
wirb, alfo ift in perforata bas felbig avcen ju guten, bas
felbig (Signatum fol auch \)it fürgenomen werben, nemltch
bie burcblöcberung, form ber blettern unb blumen unb bie
p.-w. 1 1. 8
U 3
eft, auch bie abern in ben blettern. in folgern wil ich euch
bife bedaration geben, bas bie löcherung, fo poroftfch tn
feinen blettern ftnb, an^eigen, bas bifes fraut $u aller Öff¬
nung tntnenbtg ber f)ant, auch auswenbigen ein l)tlf ift.
auch was burch poros fol getriben werben, bas ift, was bas
poroftfch emunctorium antrift. and) fein blumen putrift-
dren ftd> tn ein blutsform, bas ift ein ftgnatur, bas $un
tnunben gut tft, unb was non ttwnben fomt, auch wo
fteifch not ift $u $iglen, gebraucht fol werben, weiter feine
abern auf ben blettern ift ein ftgnatum, bas perforata all
phantasmata austreibt im menfd>en, and) aufterthalb.
bau bie phantasmata geben fpectra, alfo bas ber menfd>
ftcht geift, gefpenft unb \)övt fold>e fantafei unb ift non
natur. unb ftnb bie franfl>eiten, welche bie leut zwingen
fld> felbs 3U töten, and) non ftnnen fomen, unb fallen in
toubfud>t, aberwi$ unb bergleichen. weiter and) fo $eigt
ber gan$ ftirps an, bas nichts ift im menfchen non ben ge-
melten hingen, wo es im leib fei, es tuts hinweg, unb ift
uninerfalis mebidna über ben ganzen menfchen. bo$u auch
ift fein fapor ben wurmen $u ftarf, borumb fte fließen non
im, wo es iigt.
3d) l>ab gemelt non nier Freften, fo in ber perforata
vii, i56 ftnb, nerniid) für bie phantasmata, würm, wunben unb
baifamifche tugent. non bifen merfen ein fold> unterricht,
bas phantasma ift ein franst* on ein corpus unb fub-
ftan$. alein im geift ber contemplation wirb ein anberer
geift geborn, non welchem ber menfd> geregirt wirb, fo nun
ber felbtg geift geborn wirb, fo gibt er bem menfchen anber
gebanfen, anber geberb, gan$ wiber bie natur unb ange-
borne ftnnlifeit. nun ift $u bifer franfh^t nicht nil ar$nei
nerorbnet non got, bie mir wiffenb fei, als in perforata
unb corallis. ban bo fol ein ar$t wiffen, bas folche fantafei
nicht ein franfh^it ift ber melancholei oberber gleichen, wie
bie l)ol)cnfd)nlet plerren, fonber ift nur ein geift, ber nicht
m
mit ben bin gen genomen wirb, Me melancholiam nemen,
fonber alein mit ber ar $nei, in bet* bie fterFi unb fraft ift,
mit gemalt hiti$tftun, nun ift folch Fraft nicht in ben recep-
ten ober compofttis, wie fte in ber apoteFen gefunben wer-
ben, fonber es ift ein ar$nei, bie got felbs componirt h<*t on
ben ar$t, unb ift ein gan$ nolFomen compofttum felbs
non ber natur componirt, borumb fo es gebraucht fol wer¬
ben wiber biefantafei, fol es on allen $ufa$ geben werben,
ban bo ift ber recht compofttor, non bem bie J>o^>en fchulen
wenig wiffen, fonbern allemal unberftont ir compofttum
$u erhalten in iren fublerifd>en apoteFen, unb $eige folchs
alein borumb an, bas ein ar$t wijfen fol, nicht alein in fein
compofttion nertrauen, fonbern bas lumen naturae lefen,
nicht apothecariorum, bie got felbs componirt h<*t, bie fei-
bigen compoftta follent fürgenomen werben, feinb on
betrug, aber bie bol>enfd>üier nermeinen, was ir bolle efels-
Föpfe nicht erfaren, fei weber ber natur noch got müglich*
Weiter fo wiffent auch, bas nilerlei art ber würmen feinb,
etlich bie nom rautenfchmad fließen, anbere non ber an-
geiica jc, alfo feinb auch würm bie non ber l>ypericon flie¬
hen, unb nit alein bes gefchmads halben, fonber auch
in ber perforata ber fpirtus ift, ber fpiritus phantafticos
nertreibt, wie gemeit ift, ber feibig fpiritus ber perforatae
treibt bie geift ber würmen unb tieren auch in ein anber
phantafei, alfo bas ir fenfus animalis non bifem fpiritu
fleucht, unb gebult in nicht bei im, ban wie bie fonn ein vn, 157
glas burchfcheint, alfo burchbringt auch bifer fpiritus fpi-
ritum fenfuum im menfchen unb im nich, nicht anberft, ban
wie ein bifem, ber burch bie nafen fein gefchmad gar in bas
hirn gibt, alfo burct>bringen bife fpiritus auch bie fpiritus
im menfchen nid>* non ber urfachen wegen fliehent
auch bie würm unb rüden abftat non bifem Fraut, ber
gleichen fo ift es ein wuntFraut, hoch aber nicht als an im
felbs ift, fonber burch bie praeparation, fo bar$u gehört,
8*
IJ5
wie {>ertiad> folgen wirb* unb bas fol ein ietlicher wunt-
4 r$t wiffen, bas Fein Fraut in teutfd>er nation ift, auch in
anbern lenbern, bas fo l>od> mag gebracht werben in ber
praeparation sun tnunben feilen, als bts Fraut* unb fein
tugent ifF nit $u betreiben, wie grof* fte tjF unb gebracht
mag werben* unb Fein arjnei ijF nicht in allen recepten,
bie on fchaben, on sufel fo gut unb gans feilet als bis per-
forata. unb nit müglicf) ifF es, bas ein beffer arjnet $un
wunben gefunben mög werben, noch gefunben worben fei
in allen lenbern* unb all büd>er ftnb vergebens in wunben
SU feilen gegen bifer ^ypericon, ban ir tugent fchent all
recepten unb ar;t, fte fchreien, wie fte wöllen, fo ift es bocf>
mit inen allen nur ein $anbrecher gefchrei. aber in ber per-
forata bo ligt ber grünt* fo ift auch bo ein balfam, fo fte
bereit wirb bar$u, ber in allen tugenben einem {etlichen
natürlichen balfam gleich ift* ban bo ijF balfamus naturaüs
nicht wefentlicf), aber in ber praeparation wirts bahin ge¬
bracht, wie ban bie recepten h^nach beweifen. es fol ein
ietiieher ar$t beim befFen verton unb bo ein unberricht
nemen* ijF mer nu$ in bem capitel, ban in ber ganzen ©a-
lenifchen, ?lvtcennifchen unb anbrer {Fümpler wuntarjnei*
Pon ben Freften ber perforatae
$un tollen geilen*
0o man wil perforatam brauchen $u ben fantafeten, von
ben gemelt ijF, fo fol fte nach bem hfwltfchen lauf genomen
werben, alfo bas bie felbig influens auch tviber bife geifFer
feient unb nemlich am meriften in marte, in ioue unb ve-
vii, iss nere unb mit nichten nach bem mon, fonber wiber ben
mon* auch nicht nach mittag, noch in ber nacht, fonber in
aufgang ber fonnen, gegen ber fonnen, in aurora ober
biluculo $u morgens, unb bie ift am bejFen, bie bo bei guten
anbern blumen {Fet ober unber inen wachft, unb ie lenger
ie befTer, ie mer mit blumen, ie beffer unb in ber seit, fo bie
116
bitwten am t)öd>ften feinb, bifee Fraut, wie ee an im felbe
ift, fol für unb für getragen werben unber bem paretli, im
bufen, in Fran^weie ober fonft in i>enben, oft bran fd>meF*
Fen, $u nad>t unter bae Füffi tun, bae I?aue bamit umb*
ftecFen ober umb bie wenb i>enFen, unb bae fol ein ietlicf>er
ar$t wiffen, bae got ein gro£ arcanumin bae Fraut gelegt
I>at, aletn non wegen ber geiften unb boilen fantafeien, bie
ben menfcf>en in ner$weiflung bringen unb nid>t burd> ben
teufei, fonber non natur, wan got i>at $u allen FranF^etten
ar^nei befd>affen, wie fle flnb, alein bae ber ar$t lerne, fu^>
unb wiffe, in welchen ein ietii4>e fei,
Sun wurmen,
Weiter $u ben wurmen bebarf ee aucf> Feiner correction
ban wie ee an im felbe ift non got Fomponirt, barumb fo
fol mane gewinnen in ben $eid>en, in welchen man bae
£o4 fliegt unb leimen grabt, in benen Fein wurm na<£*
foigenb warfen ober fcf>aben ober ber gleichen, fo ee nun
alfo gewunnen ifl, fo fol mane legen auf bie wunben, in
benen wurm wad>fen, ale fiel) oft begibt, bae aue nerwar*
lofung unb böfer ar$nei, fo barbirer unb baber brauchen
unb in ber gewonl>ett i>aben, mer nerberben, ban gut*
machen, wiewol im fommer, fonberli4>en in i>unte tagen
fiel) folcbe oft begibt non natur, fo ift ee bod> nur aletn ber
ungefdnFten arjnei fcfmlt. fo £ab ic^e aucf> wol gefei>en,
bae fle im Winter aucf> gewadf>fen feinb ^ufe^entlid) auf
3 wod>en einanber nad>, feiten morgene unb nad>te unber
ein i>ant noi auf einmal l>erau£er nemen, bae gefcf>ic^t aue
ben nerbempften unb nerfteFten wunben, bie feibigen wurm
aber follent mit ber perforata nertriben werben, barüber
gelegt, fo fallent fle non ber wunben, unb wo aud> mer
folcf>er wurm flnb, bie aue feule warfen im leib, unb auf
ben nabei gelegt, ee treibte auc^> hinweg, aber man fol bo vu,i&9
ein unberfcf>eit wiffen 3wifd>en wurmen, bae fle nic^t all
117
aus ber putrefaction Fomen. brumb was nit am btt putre*
faction Fompt, bo hilft es tut. barumb fol im ein at$t ber*
mapen ein grünt machen, was non feule ober nit fei* ah
ein ejrempel. ir febent bas in Fefen würm werbent unb
tnacbfen* bie felbigen würm werben auch alfo genomen
mit bifem Fraut* in folcber gepalt auch im Peifcb* alfo awcb
gebeilt werben, über all an*
ber arjnet unb ip alfo, bas man nom famen ein oel mache
unb nacbfolgenb bas felbig oel nom famen neme. unb ter*
pentin barju, eins als nil als bes anbern, fcbütte barüber
ein guten roten wein, lap alfo bie brei mit einanber peben
auf ein Punt in wein, barnacb fol man halb fo nil baumöl
barju tun, bas neu fei, unb aber mit roten wein ein punt
peben lafTen. als ban fol man barein tun bie blumen non
ber perforata gar noll anfüllen unb wiber mit wein peben
laffen auf 6 punt, alfo bas ber wein gar einpebe unb alein
bie $wei oel unb ber terpentin bo feinb* als ban fol mans
fejen an bie fonnen auf ein monat lang, barnacb fols ge*
braucht werben wie ber nacbfolgenb procep ausweip*
0o ip nicht minber, bife correction bringts noch b^ber
in grab $ur beilung unb ip alfo. bas man b injutue Pores
118
centaureae, maßip, weiraud?, tny rr^en, mtmrien unb ee in
aller maß, wie obßet bereiten.
21uci> iß bae groß $u merPen, wen terpentina beßtllata
genomen wirb unb mit ben blumen angefüllt unb an ber
fonnen bigerirt ein monat lang, barnac^ mit bem famen vh, iöo
auc£ ein monat an ber fonnen, nac£ bem allem mit l>alb fo
t>ii gewesen terpentin trermifd>t unb aber für ftd^> felbe
an ber fonnen bigerirt, iß ein treßic^er geeber balfam $u
allen geeber wunben, bewart bae Pein fcf>weinen fytvruufy
Pompt unb jeuc^t bae geeber infamen, bae Peine l>afte be-
barf unb wenbet für bie Prümi unb lemi, wo lam wun¬
ben feinb ober werben möchten.
0o iß aucf> nit minber, ee werben oft wunben genauen
in böfen $eicl>en, alfo bae ein Pleine wunben $um tot gat.
wo fol<£ wunben feinb, t<5tlicf> an im felbe unb boc£ nac£
ber ßat ober nac£ bem glit nit tötlic^, bie felbigen wunben
follent mit bifem balfam geteilt werben, alfo bae man
neme oleilateriniunb füll bae an mit ben blumen, laß ßan
an ber fonnen 6 tag unb wol trüdPen t>on blumen unb
wiberumb angefült mit ben blumen, aber auf 6 tag, unb
bae oft tun, auf 6 ober 7 mal. fo wirb ein folc^er balfam
baraue bae ee in folgen tätlichen wunben allen fürPompt
unb mad>t ße untötlic^.
üDarbei follent ir aud> wißen, bae noc£ ein anbere gat-
tung bo iß auf ein balfamifcf>e art, welche getrunPen fol
werben, bie felbig baifamif<£e art iß bie beß wuntar$nei,
einzxmemtn für alle ßicf> unb inwenbig leibwunben ober in
bie bätiptgüber gegangen, wirb ber maßen ein ar$nei, bae
au^> ber gleichen unber allen wuntrenPen nic^t iß nocf> fein
mag. unb wirb alfo gemacht bae man neme weiß red^ol-
beröl J Ib. fanct 3ol>anne famen 61 1 tneriing unb füll bife
$wei an mit ben blumen unb an ber fonnen bigeriren nad>
gemeinem braucf) unb wiber auetrudPen, mit anbern an¬
füllen unb alfo bae aucl> etlic^ mal tun, ie mer, ie befier unb
119
nachfolgents getrunken, wie ber brauch ift unber allen
wuntrenFen. was bas nit t>ol ent, bas wirb non allen an-
bern arteten nerlaffen.
6old)e recept $eig ich aletn barutnb an, bas Fein fcdbent
noch ar$t bamit nie umbgangen tft fonber mit folgen tyeil
lofen, untüchtigen unb unnü$en arteten, bas fte gut wun-
ben tötlich gemacht haben unb lebenbtg tnunben nerberbt.
bamit fte fold> lafter unb betrug nit weiter tuent, hab ich
vn, i6i fle hte mit ber ar$nei gemeint unb geöfnet, ber h^fnung,
fte werbens brauchen unb folgen unb manchem morb ober
anberem uerberben bomit fürFomen unb ftch beffern, nicht
mit irer untüchtigen arteten gottes biltnus, bas ift ben
menfchen, fo la^erlich nerberben, fein leben nemen unb
fein gefunthett, fo hoch got nolFomene gute ar$net be-
fchaffen hat, bie felbig nemen unb lernen unb gebrauchen,
unb nicht mit ber ar$nei, bie got bar$u ntt befd>affen hat.
Hun tf* ber proce# $u brauchen in tnunben alfo, bas
man neme bie balfam, welchen man brauchen wtl, unb
treuf in warm in bie wunben bebeFt mit fcf>iif$lein non
leinin tüchern unb berma^en halten, bas für unb für feucht
unb ölig bleib in ber wunben unb nit troFen. mit bem wun-
tranF all morgens, mittags, nachts ein trunF tun, bas ift
ein löffel nol mifchent in 10 löffel nol guts weins unb alfo
all mal 2 löffel nol trinFen auf ein mal ; bas macht im tag
6 löffel bis 3U enb ber heilung.
Hun ift nit weniger, es ift auch ein balfamifche art in
allen ben norbemelten recepten, alfo bas fte non bem leben-
bigen nichts faulen laffen. unb bo merFent ein unberfcheit
im balfam. es ftnb balfam, bie bo tot Förper behalten, wei¬
ter auch balfam, bie nit tot Förper behalten, fonber bie
lebenbigen, bas fte nit faulen, fonber gefunt bleiben, nun
ift es ein gro$e tugent, wo ein ar$net behalt ben menfchen,
bas er nit faulen mag, ban bo werben Fein offen fcheben,
Fein apoftemata, Fein ulceration noch nichts bergleichen.
120
darauf f agen mir nun ir ar $t all, wo h<*bt ir in allen euren
recepten ein folSe0 compofltum, ba0 für folSe putrefac-
tion fei? alfo bae nom lebendigen und ganzen nickte faule,
ale an dem ort in perforata ift? Hun wer l>ate fomponirt
in die fraft? nernlid) tr nit, alein der obrift ar$t. darumb
fo bedeuten euS, da$ ir niSt fterben in euren fünben, dae
ifl in euren fallen compofltt0, fonder gebenden, dae got
der componifl ift/ und erforfSent die natur und nit euer
dolle buSftaben, in den nickte ift dan ein sweifelftrtd?, was
ir in den fnopf bringen, daö in ^dame muter.
£>amit iS euS der compofttion unberriSt, fo wiffent
dae in dae erfte compofltum fyin$u follent addirt werden
die tyriacas, metrybatum electum, mit fampt andern bia- vii. 102
pboreticte und mit den felbigen digerirt an der fonnen oder
flmo equino, naSfolgent© gebraucht, wie da® anfeben der
perfon ift, nach der complepion geftalt und dergleichen, das
ich den gefehlten ar$t befelS*
60 ift auch non nöten $u wiffen, dae non difem fraut
und blumen ein waffer gebrent fol werden in aqua marie.
nun ift dae waffer in allen andern flüden gut, wae non der
perforata gefSnben fiet, wiewol nicht jum flerfiften. wo
aber nicht fonderlich große not norbanben were, do mag«
wol gebraucht werden, getrunfen oder aufwendig ge¬
braust.
©0 iß auS wiffen, da© dife balfam ein ieglicf>eti bein-
bruS heilen und alle0 wa0 $erfnttfSt iß «nb wae geftan-
den blut macht, ba0 $ertretbt0 on fSaben bitweg. folS*
hat miS öelufl an$u$eigen, wae iS probirt has fecbff capitel.
Port bem magneten.
©ot ber allmecbtig ^>at allen arjten ein wunberbarlicb
fecret im magneten sugeftelt unb bie felbtg nit oerborgen,
fonber offenbar, hoch fo offenbar, bas mans weiter bispu*
tiren m<3g «nb in bas wert fugen, ban got legt ein bing
bar, nit fo gar feuet, aber wo! jerbtffen, la£t uns barnacb
weiter grübeln, fo lang bis wir Fomen an ganzen grünt
bis $un enb, alfo iff es fein gefallen, nun oom magneten
$u fcbreiben iff oon nöten am erffen bie eußer Fraft, bie er
an im felbs erzeigt, $uer$elen, bemnacb bie anbern Freften,
fo in ime ffnb. ban bas iff ein groß, eifen, ffabel an ffcb
Sieben unb oon im Feren, bas laß man etwas in ber natur
fein, nun tff hierauf mein argument in ber geffalt, bieweil
vii, iö3 unb er eifen unb ffabel an ffcb zeucht, fo muß er innerlich
noch mer art an im f>aben, bie felbigen auch an jlcb $u
ji^en, nit alein bas ein, bas anber, unb noch mer bar$u,
folcb b** subefcbreiben. got b<*t geben ber natur ir
pbyflonomei, ir cbiromancet, ir geometri, ir ftgnatum. aus
benen nun fol ber ar$t wol wiffen, was fein ampt iff, unb
was im felbigen iff . aber bas muß ich beFennen, bas ich bis
auf bie ffunt oon ben alten arjten nie gehört noch gelefen
b<*b, bas fte einicberlei nach orbnung ber arjnei in bie ar$nei
Fomen werent. ban ir Feiner Fan ber hingen nichts, was
wollen fte ban fagen non ben beimliFeiten ber felbigen
hingen? ber non ben natürlichen hingen fcbreiben wil, ber
muü fcbreiben aus bem ftgnato unb bas felbig aus bem
flgno erFennen. funff iff es alles umb funff. ir mögent wol
prüfen in iren werfen, wie wenig fte ausricbten, bas in nit
t>il anligt, es gang wol ober übel, nun aber bomit oom
magneten, fo oil unb ich non feinent wegen bffenb wil
erfaren tyab, fag ich alfo, bas im magneten folcbe
beimliFeit iff, bas man on in nichts wol Fan ausricbten in
122
ben franf^eiten, wie non im gemeit worben, unb ift ein
folc^ bapfer frei ftücf für ein fünftter in ber arjnei, ale fei¬
ner mag weit unb breit nic^t finben, non einem einigen
find* fo nü f>antlen. wie icf> in aber aueteü, alfo ftnbeü«
in in im feibe gan$ ale ban, wo es not iff, aber weiter fein
bereitung für$uf<£reiben, bamit «nb er aud> weiter
brauchen fei.
2Üibi in copia, ut in iitera.
3tem coraUie.
3tem be carbno benebicto.
‘Jtem be antimonio.
123
£>as fiebern capitel,
t>om f cf>tt>efel.
Hun ^>at got befcf>affen bas ert \>at$ mit tnl feltfamen
wunberbarlid>en tugenben, nityt alein bem ar^t ?u noturft
feiner Franken, fonber aucf> ber <;ld>imei 5« einer großen
vn, i64 fantafei unb Operation, aucf> anber mer tugent, bie ftd> ban
wunberbariid) burcf) ben fd>wefel befmben, ber ban ift bas
recf>t erti>ar$, barumb fo wil ftcf> gebären, bas nit aietn
non ben ar$neifd)en tugenben bes fd>wefeis gefd>riben
werbe, fonbern aud> non ben alcf>imiftifcf)en unb anbern
nebentugenben mer in anber l>antirung unb i>enbei betreff
fenb. nun ift nit minbct/ nii ift nom fcf>wefef gefd>riben,
aber ber red>t grünt ber rechten tugenben nie getroffen nocf>
fürgei>aiten, unb bas ift ber felbigen fcribenten urfad>, bas
fte alle bing i>aben wollen betreiben unb l>aben non Feim
nichts nerftanben, etwas gemacht unb gefcf>riben, nichts
aber nom grünt ober aus ber rechten art unb eigenfcf>aft
wie ein fd>retben unb befcribiren gen foi, ban fte Habens
nit nerftanben bocf> fo et>ergeitig gewefen unb bücf>er ge*
macf>t, on ein fei unb on ein geift, alein in bucbftaben ge*
ftelt,
3 cf> wil eucf>, als ein erfarner, nom fd>wefel füri>alten
mein epperien? in allen hingen, was im fd>wefel ift, ber
ar^nei i>aiben, aud> ber aicfnmei unb nebenl>antiungen, fo
follent ir bas wtffen, alein got muft innbern, im fd>wefei
fein wunberbariicf>e l>enbei fo treffenlicf), bas ftd> bas na*
türlicf) iiecf>t im menfd>en gnug $u nerwunbern i>at, ober
aber, fo es got nit Iftnbert, fo ift ber fei in ben Fünftlern, bie
bamit umbge^en ; es mag woi fein, ban bieweii ein ieg*
lieber ber fcf>we^en Fan ein arjt ift, ein iegiid>er ber alein
fcf>we$en Fan ein aicf>imift ift, aus bem folgt nun, bas bie
Fünft nicf>t red>t mögen fwfür an tag Fomen, nun es fei
Webers es wolle, fo ift bas ber grünt, bas im fcf>wefei in
m
beiben facwlteten folche heimlifeit wnb freft feinb, ban fte
niemantn swm grünt gar bringen mag, wnb fo gro$e tw*
genben, ban ftd> menniglich barob wermwnbern mwf$. ban
in ber marheit nach aller erfarnheit in beiben faculteten
i(I fo tnl $w merfen, bae im fwlphwr folche fraft ifl, bae nicht
tnl mer ftM feinb, bie über in feinb ober hoch etman gleich
in ber ar^nei wnb alchimei. er fd>ent ben 2lriftotelem, ber bo
fagt, man möge bie fpeciee nicht nermanblen ; ber fwlphwr
oermanblet. fo noch ber narr 2lriftotelen lebete, folte in gar
3» einem hoppelten narren machen, mer ban in fein frau
wbermwnben h<*t*
ÜDer ein ar$t i(I ober ein alcbimift, ber fol ben fwlphwr nit
brauchen, wie er an im felbe i(I, fonber feparirt fein ar* vii, tes
canwm, t>om wnflat fawber gemefchen wnb gefaben, bae
er merbe ba£ gemefchen wnb merbe in feiner twgent meiner
ban ber fchne. bar$w gehört ifopwn, bae i(I, bie htn(I fepa*
ranbi, bie ban non alter l >er ifopaica hei#t in ber alchimei
wnb aller feqweftration. ro aber ift jw bem gemeinen
man, jw bem gemeinen herflehen
gebe, mil ich am erften in wnberfcheiben in feiner natwr ;
ban er fomt nicht t>on einer mwter, fonber non niien mirb
er geboren, barwmb fo l>at er awch binerfae Operationen,
ban ifl, er tyat mancherlei art an im, nicf>t eine mie bie an*
ber, ein ietlirf>e befonber. ber ar$t nicht feie, mil ich
im fürhalten fein art, bie im in bie ar^nei bient, wnb bem
alchimiften awch fein art, bie im in bie alchimei bient, wnb
aln ban, man meiter ift $w gemeinem h<*nbel awch an$eigen.
fo nwn am er(Ien bie wnberricht bo ift, aln ban oom brawch
in ber ar^nei rom brawch w ber alchimei wnb wom brawch
in anbern gemeinen hingen, alfo bamit (Ich ein ietlicher in
feiner Operation mifie gnwgfam Herrichten wnb on irrfal
in im ;w mantlen.
125
Pom gefd>led>t bes
fulp^urs.
@o oft ein metal, fo oft ein anbet fd>mefel; ban ba ift
fein metal ntd>t, bas on fulpl>ur fei, urfad> in breien ftücfen
flehet ein ietlid>0 corpus ber metallen, im fulpbure, fale
unb mercurio. unb in ber perfeetton bes metallen ober feiner
generatton folget, bas ber uberftüffige fd>mefel l>inban ge-
ton wirb, ban $u gleicher meis, wie ir fel>ent, bas ein nuft
med>ft nid>t alein fte für ftd> felbs, fonber ein fd>al mit ir,
ein l>ülfcf>en ber gleichen, bas ift nun ber uberftuft ber
nuften, bod> ber nuffen ;u einer embryonifen er^altung,
wie ban in ber geberung mol $u nerton ift. bas fag ift bar-
umb alein, bas fotul unb ber metallen feinb, fo t>il aud>
anber art bes fd>mefels, ein {etlicher in bie art feines metals.
vii, i66 alfo meiter aud> nid>t alein fo tnl ber metallen, fo tnl aud>
ber fteinen, fo tnl aber anber art bes fulplmrs. ban alle
corpora, bie in ir fubftan; gent, bie feinb alle aus ben be¬
utelten breien geboren, barumb fo l>aben fte aud> bie em-
bryonifd>e art. aus bem folgt nun bem fulpl>ur ein heut¬
iger nam als fulpl>ur embryonis be auro, argento :c, be
fap^yro, marmore :c. bei bem namen embryo ift $uuer-
ftel>en, bas bo fol ein fulpl>ur gemerft merben ber bo fomt
t>on einer gebürt einer fruc^t, fte fei ban non metallen ober
fteinen. unb nid>t alein bie $mei, fonber aud> alle art ber
corporaliteten, als tutriol, alaun, margaftt, mismat, anti-
monium unb bergleicf>en mas mer ift, l>at alles in im ein
embryonem, ber ban bermaften fol genant merben nad>
feiner gebürt, bas ift, nad) bem, aus bem er fomen ift. ban
anberft ift fulpl>ur embryonatum martis, ban fulp^ur em-
bryonatum tutrioli ober iafpibis. ober aud> t>on bem irbi-
fd>en gemed>s, als non l>ol$, freutern unb ber gleichen, bie
alle ein fold>en fulpl>ur in inen l>aben.
*£ins muft id> eud> enbeden. ftd> begibt t>il, bas ein fol-
d>er embryontfcf>er fulpl>ur metallen gibt unb nicf>t bie er-
126
giften, gemrnas gibt auch Unter unb FUr, auch anber bing
ber gleichen, urfacben bas von ber felbigen generation, aus
ber er Fomt, etwas mit im eingeleibt wirb, ein fpiritus nom
felbigen corpus* unb nicht alein ein fpiritus, fonber auch
ein corporalitet mit fampt im, bo d> aber fo fubtil unb
flüchtig, bas Fein feur befton mag* unb aber on bie t>ul*
Fanifcbe Operation in ben felbigen mctaUtn gebracht wirb,
aus bem es ift Fomen, uom golt in golt, t>om blei $u blei.
alfo auch feinb etwan unb noch in ben gemmifcben ful*
pbureis embryonibus bereit worben, bas bo gefcbeiben
feinb worben non einanber, ein toter fulpbur on Fraft unb
ein ebler ftein in im, bas alles burd> bie Funft erfunben unb
erfaren ift* unb nemlicb ber felbig ftein, t>on bem er gewefen
ift, t>on granaten ein granat, non jactntben ein jacintb*
bie bing aber all wil ich bem proceft ber al d>imei befelen
unb bte alein bie an$eigung tun, was bie erfarnbeit geben
bat unb bewtfen in ber Funft, folcbe fecreta $u ftnben.
barum ber alcbimift in folcbem fucben, wol fol am erften
erFünbigen, was embryo bo fei, bas er bas felbig unb Fein vn, i67
anbers fucb. fo tul ift nun non einer art bes fcbwefels ge*
riebt feines berFomens halb. weiter ift noch ein art auftert*
halb beren bie icb ba gemelt b<*b, non ir felbs* wil ich eueb
alls ie$t auch befebreiben unb nacbfolgenb bie tug ent in ber
ar$nei unb bie in beral ebimei unbbieinanbernnebenFönften*
Uber bas alles fo \>on an*
bern ; ber tyeifit nun fulpbur minerale, ban bifer fulpbur
ift ein er$ an im felbs* unb wie bie tmlFanifcbe art bie er$
lernet fc beiben, alfo bas ber recht corpus Fom Pom unrecb*
ten, als ftlber vom er$, als eifen vom er$* alfo ift im febwe*
fei er^ auch ein corpus, bas felbigefol unb wirb auch b^aus
gezogen, wie $in von feinem Zwitter* bas felbig corpus ift
127
ein fulphur minerale, bas ift, ein fulphur, ber nom er$
Fomt. nun feinb bes fulphurs auch nilerlei art, einer nicht
tnie ber anber. fonber ir fehen, alles bas uns bie natur gibt,
bas ift ein ietlich genus, bas mir non ber natur fy&ben, ift
nicht in ein fpecies gefegt, fonber in nil. ban nicht einerlei
blei, nicl>t einerlei Fupfer, nicht einerlei golt ac, alfo auch
nicht einerlei fchtnefel, h^h^ nnb niber grabirt, mer unb
tneniger in ber biaphinttet unb ber perfpicuttet. barumb
auch bie tugent in ber arjneianbers $u fuchen feinb, nicht
in eim tnie im anbern. gleich wol <*nch bei ben alcf>imiften
nil mer not ift, folche unberfcheit ju merFen, bamit bas bie
art mol gefunben tnerb $u bem, $u bem mans brauchen tnil.
alfo nerftanben nun gnugfam non ben gerechten bes
fchtnefels, tnie fein art ift unb in tnas geftalt er ju erFennen
fei. fo follen ir auch noch ein e fulphure embryonato.
Hun non tnegen ber unberrichtung fulphuris embryo*
nati, follent ir bas entlieh tntfifen, bas er ein anber tugent
128
bat als bas, von bem er fomt, bas ifl von feinen generaten.
unb uerflanben bas epempel am aller erften. ein nufl, t>ie
ifl an ir felbfl alein ein fern, nun b<*t ber fern in im ein
bujen, ber ifl wie bie nufl, wnb als meit oon einanber ifl an
ber fpeis ber fern unb ber bu$e, alfo meit ifl aud> ir tugent.
ber gleichen fo meebfl ein fetalen über bas, bie l>at aber ein
anber art, auch fo weit, mie ftd> bas corpws flbeit, alfo aueb
bie tugent, barnacb ein grüne f>ülfen, ifl aber alfo. alfo
auch ein ejrempel t>on ber feflen, bie auch ?wo l>ülfc^>en l;at.
unb als meit bie fernen im munt oon einanber feinb gegen
ben |>ü!fcl>en, alfo weit auch ifl t>on inen bie tugent. bar*
umb fo fag id> bas, bas fulpbur embryo natum ber gleiten
ifl ein unreinifeit t>on feinem embryon unb fd>eit ftc|> auch
alfo meit non ben rechten feinen generatis, fo meit unb fl
febeit form, rnefen, fubflan; unb corporalitet. bar umb fo
fol man nicht fueben in pülfd>tn bie tugent bes ferns, bas
ifl im fulpbure embryonato fol man nicht fud>en golt tu*
gent, fllber tugent, fln tugent, fupfer tugent ober fd>maragb
tugent ober by<*cintb tugent :c, fonber man fol bas nnfifen,
bas ba ein anber tugent ift, $u ber arjnei anjunemen. oil
tugent fein in bifen fcf>tt>efein, ein {etlicher befunber. bas
follent ir aber auch tniffen, am aller erflen $u erfennen, vii, i69
bas in bifen fulpl>urn allen ein fpiritus arfenici mitlauft,
in eim fubtiler ban im anbern. nach bem unb bas genera*
tum ift, alfo ifl: auch berfelbtg arfenic. etman auf realgar,
etman auf ben operimenten, etman auf ben cryflailinum :c.
bas fag ich barumb, bas ir arjt follen naturales fein, nicht
fopbiflen, unb follent bie naturalia erfennen, bamit bas
fle miffen, mas arfenicum fei in bem fulpbure embryonato,
bamit fle mit bem menfd>en nicht mörberifd) umbgangen.
aber als fle leut feinb, fo miflent fle nur uon fremer fd)ivc
fei, unb man fle in nicht työtten nennen, fle fennten in gar
nicht. barumb fo follen ir meiter miflen unb uerftanben,
bas ir bie bing in ber natur mol erfennen, bamit unb ir
P.-W. II. 9
m
nid>t mörfcer feinb, fonber mit d>riftiicf>em getntffen ixmtlen
gegen got unb ber weit, bes ir I>oI>etifcf)ulett ar^t, beutfeh
unb tnelfcf> wenig achten, tnenn ir nur gelt f>abt, fo tft alles
ba. alfo nergeffen ir gottes, euere unb ber natur fcf>öpfers,
©o tut ffen t nun non bem fulphure embryonato ber me¬
tallen, bas man non im ßcf>tbarlich ftd>t, tnie ber felbig
fulp^ur fein membrum in ben FranF^eiten fo treffenlid) er¬
halt unb tniberbringt unb tnie bie fteben membra alein
mineralifd>e ar$nei bebörfen in iren FranFbeiten unb nichts
anberft. barauf fo fügt nun nom golt berfelbig fulphur
bem I>er$en, nom ftlber bem l>irn, nom Fupfer ben nieren,
nom blei bem rnils, non eifen ber gallen, non $in ber lebern,
non argento nino ber lungen. aber bas alles alein in einer
FranFheit, als in fuffocatione ber felbigen glibern, bie ba
tnere non Überfluß eines ßuß, ber bas felbige tnolte er-
ftecFen ober ertrenFen.
Hun iß er gar tnenig im brauch, alein non etlichen fonber*
licken, barumb feiner tnenig gebacht tnirb. unb tnietnol gar
nichts non recepten ßnb in ben alten feribenten unb aemu-
lis, $u bifen fuffocationen, noch fo tnil ir Feiner bifen grünt
lernen, bife fulphura embryonata $u bereiten unb ben Fran-
Fen $u abmtnißriren inen unb appliciren non außen ober
non innen an, tnie es bie noturft erforbert. barumb fo
fd>reib id> alein bife einige tugent non tnegen bes, bas noch
vii, no Fein ar$nei in ben fuffocationibus gefunben ift tnorben, bie
bas tue ober möge tun, bas bife fulphura metallica em¬
bryonata tunt, tnas ße aber tneiter für mer tugent haben
folgt non bem fulphure minerali tyetnaty. ban in allen
tnerFen feinb ße gleich, aber fterFer unb mit merern forgen
feinb bie metallina ju gebrauchen als bie mineralia
fulphura.
Hun tniberumb fo feinb gemmarum fulphura, in tnelchen
bie ftein ligent, als ein Feften in irem igel. als ir fed>t ein
ejrempel nom ablerßein. alfo feinb alle ftein in ettnas gefaßt
130
non ber natur, bas fein embryonatum ift nun im felbigen
embryonato ift nun ber fulphur, fo nun ber felbige ausge¬
wogen wirb, ir habt nicht weniger tugent als im ftein felbs,
aber nicht im tragen, fonbern im abminiftriren, als ein
arvnei, als ir fehen bas im faphir ift ein tugent, ben an-
thraj; i>inweg vu nemen unb in in ein efd>aram vu werfen
über alle corroftff unb on corroftff, nun ift fein fulphur
auch folcher art, nemlid) fo er non bem corpus ausgewogen
wirb, als ban emplaftirt, er tut bas felbig auch unb alfo
ubergelegt, nicht alein in anthrace, fonber auch in cancro
unb perftco igne im anfang, bas mit einem apoftem anget,
barumb fo merfen bie gemmas, fo wir £>eutfchen haben bei
uns, non ben felbigen nemen bie tugent, warwu fte gut
feinb, unb fo ir fte nun habt, alfo wiffent im fulpbwr ber-
gleichen bie felbig Operation, unb ob gleicbtnol nicht fo
ftarf, fo ift fle hoch ba, bas appliciren unb bas fepariren unb
grabiren bringts babin, bas es gleiche wirfung nolbringt,
ban alein bie correction unb grabation muf es babin brin¬
gen, fonft mag es nicht fein, ban wie ich euch ein epempel
geben hab tm anfang non ber fcbeibung ber bwlfc^>cn unb
bes fern ber nuffen, fo weit fei es non einanber, alfo wif¬
fent, bas bo auch alfo ift, fo aber ber fern non ber nuffen
^erbrochen wirb unb nimer ein fpeis ift, als ban fo ift er in
allen tugenben gleich benen, bie fein bwlfcben feinb, als ein
epempel, fo ber fern nerbrent wirb unb ein alfali non im
gemacht, alfo auch eines non ber hwl fchen, fo fd>werven
fle beibe, was nicht fchwarv ift, barumb wo ich melt, bas
bie tugent ber embryo naten ben generaten gleich feinb, ift vn, 171
in ber geftalt vu nerven, fo bas generatum verbrochen wirb
unb in bie nulcanifch praeparation gefürt, alfo mögent ir
non allen embryonaten nerften ber gemmen :c,
Hun non ben embryonatis fulphuribus in ben cachimiis,
als in margaftten, antimonio, talf :c, follent ir wiffen, fo
fte ausgewogen werben non iren corportbus unb mitwefen-
9*
m
ben btngen, bas fte aus bermaften ein fchönen fuiphur ge¬
ben. unb nachbem unb er auch grabtrt wirb in ber Opera¬
tion, nach bem ift auch fein grabus unb nach bem grabu
fein wtrfung unb tugent. wie bifer nun ausgewogen wirb
auch bie anbern embryonaten all, ftnben ir in bem betrei¬
ben uon ber alcfnmifttfchen wirfung ^te nicht not für$u-
galten* bas ift aber ein tugent, bas er auch nach fliegt in
bie generata, fo fte corrumpirt werben in bie praeparation.
Wum anbern> bas fte ben phlagmaticts am bienftlichften
feinb unb fonberlich phthiftci«, peripneumonicis, empye-
maticis unb in eim ietlichen tuffi. was immer ber natur
müglich ift $u tun, bas felbig bringt bifer fuiphur wuwegen
unb an fein rechte ftat. fo uil fag ich, bas mein he bing gelegt h<*t unb bas alles
bem menfehen $u erforfchen. aber bie magi feinb aus, bie
inebriaten feinb angangen, ba ift nichts magifchs mer, als
fcortatores unb lufores, latrones unb fures. es ift gröblich
Wu erbarmen, bas fo gar fein magus unber ben fürften ift,
als nur alein tanken unb bie wölf in rat gefegt laften
regiren, bie ftnanwen inen unb ben \>txn genug, alfo ift es
mit ben fünften ber hetmltfeit ber natur ergangen, bas nach
abgang ber magica uerlorn unb ueracht feinb worben alle
fünft unb alfo in ben menfehen uerlofchen, unb feinb an¬
gangen fchreiber in ben langen röcfen unb bie retftenben
wölf bie regiren ie$t alle weit unb bie fünft t>erfd>wunben,
fpelunca latronum auferftanben.
vii, 172 Hun wiffent uon bem embryonato fulphure im uirttol
unb feins gleichen, was fpecies uitrioli feinb, als bie falia,
bas fte alle gar wunberbarlicben fuiphur geben in bem,
132
fo bie corpora animata gefchiben werben non ben corpo*
ribus embryonatis. als vom fais, nom fai gemmae, non bett
fpeciebus aiuminis, non ben tntriolis xc. nun aber ein
Furse regei wii ich euch in gemein geben, bas alle fuiphura
non ben nrtrioiatie falibus ßupefactiwa feinb, narcotica,
anobyna, fomnifera, unb aber mit einer foichen proprietet,
bas an bem ort bie fomniferifch art, fo rwnig wnb fo miit
ginget, bas on allen fchaben ftd> abseucht, nichts auf opia*
tifche wirFung, als in iusquiamo, papanere, manbragora
xc, fonber gar miit, tugentiich on all infectif. barwmb ich
bas j»m höchften lob, bas ein foich fomniferwm ßupefac*
tinwm foi non ber natwr feibs becoqwirt fein, praeparirt unb
corrigtrt. unb bietneil wir ar^t alle fehent, bas bie fornni*
fera nii tunt unb große bing tunt unb bas aber in ben
opiaten ein folchs gift ift, bas ße nicht su gebrauchen feinb
on bie geftalt quintae efientiae, fo folien wir unfer suflucht
unb nerftant befter mer fesen hie an bas ort, bieweil wir
wißen, bas nii FranFheiten feinb, bie on anobyna nicht
mögent geheilt werben unb all ir Für in bie anobynen ge*
fest feinb non got burcb bie natur. barumb bewegt mich
bas feibig, bifen fuipbur beßer baß $u befchreiben, wie er
gefunben wirb unb wie man in guwegen bringet, wert ir
ßnben in ben aichimiftifchen prosefiem ine follent ir aber
wiffen non bifem fulphur, bas unber allen ber nom nitrioi
am beFantlichften ift, bas er an im feibs fip ift jum anbern
hat er eine fuße, bas in bie \>xmev all eßen unb aber ent*
fchiafen auf ein seit, on fchaben wiber aufftont. bifen fui*
phur follent ir nicht anberft erFennen, ban wo es ift, bas
ein FranFheit burch anobyna foi curirt werben, bas bifer
fuiphur tun mag on allen fchaben, alle pa fiiones legt er,
febirt on fchaben alle boiores, eptinguirt alle caiores, miti*
girt alle grimmige fürnemen ber FranFheiten, unb ift ein
arsnei, bie in allen hingen foi worgen unb bie cur, bas ift
bas confortatif quintae eßentiae,
133
vii, 173 U>ae weit ein grö^ern ar$t machen, ale bte $tnei ftüF alein
über alle Tlpollinee, tHachaonee, *5ippocratee unb $oly
boroe? Unb merFent eben ir ar$t, bae her fulphur l>ei^t
fulphur philofophorum, barumb bae alle phüofophi bem
langen leben fetnb nachgangen, ber gefuntheit unb $u
tniberfton ber FranFheit, bae h<*ben jte in bifem fulphur ge*
funben am treflichften. barumb haben fte ine irem begeren
nach geheißen fulphur philofophorum. unb feint einge*
benF auch, bae ir in tntffent ;u grabtrn, feparirn unb puri*
ffeiren.
Hoch i$ ein art non einem fulphure embrponato, ber
ift im 1)01$, unb aber alein bae feur ifF ber fulphur, bae nun
niemante bemalten Fan in feinem leben unb tnefen anbere,
ban bae ee mit bem hol$ ginget unb ftirbt. bae nun ein
folch fulphur non allen ben hingen bie hol; ftnb, ober wae
ba ift, bae gar nerbrint ;u einer afd>en. ber felbige fulphur
ift negetabile nit fty, ;u nickten ;u gebrauchen, ale alein ;u
ben hingen, bie non feur follen bereit tnerben. nun follent
ir aber alle tniffen, bae ber fulphur an;etgt ber anbern fub
phur tugent, alfo in ber geftalt. tute er ein feur ift, bae alle
hing ner;ert, alfo ift auch ein iegiieher fulphur ein unftcht*
bar feur, bae auch t>er$ert bie FranFheit. tnie bae feur bae
hol; ner;ert ftchtiglich, alfo bae anher unftchtlich. barumb
ift elementum ignie in allen FranFheiten ein grof$ arcanum
unb ein iegiieher ar;t, ber elementum ignie in feiner arca*
nitet nicht hat, ber fol ftd> Fein bewerten ar;t fchreiben,
noch barfür auetun, fonber alein für ein ftümpler unb
luftrer im fecFel. nun ift nit minber ;u fagen bae ber fulphnr
ift elementum ignie unb fo man uni, bae er bae felbig fei in
Fraft einer ar;nei, fo ligte an bem, bae er in fein noiatilitet
gebracht merbe, alfo bae er bermaf$en (ich nerleur, ale ber
flam, bae ift bae er fubtii merbe, bae er non feinem corpue
gang unb bae fein corpue ftch non bem felbigen fcheib, bae
nit elementum ignie fei, unb fo nun ber fulphur in bie fub-
13*
ttiitet unb noiatiittet gebracht wirb, als ban fo ift er, ber ba
confumirt was nicht fein fol, bas ift, was nit ftp ift non
ber natur, als bie irranfhetten feinb nicht ftp, ber leib aber
tft ftp gegen bem element unb tft ein elementum ignis, alein
wiber bas, bas gegen im nicht ftp ift, bas ift gegen ben
franfhetten. fetten bie pfeubomebici bahin gebaut, bas
bife philofophei wer für ftch gangen in ber fchul ber arjten vn, m
unb nit bas bloberwerf unb unnü$ gefchwe; ber l>umo*
riften, bie in ber arjnei umbgrütien wie einer, bem bie
äugen am pranger ausgeftochen ftnb unb nicht weiftt, wo
ber weg ift, fte fetten manchen groften mort nermiten ben
fte fonft begangen tyabtn. biewetl fte aber fein confcienj
haben, fonber alein ftiegen in iren hingen wie ein fau, fo
ift aus inen nichts mer $u machen, ban pfeubomebicos blet*
ben $u laffen. ber aber wil ein arjt fein, ber fuch ber eie*
menten fraft in ben natürlichen hingen, ber ftnt bie mar*
heit unb ben nuj beren franfheiten.
%lfo wiffennon zweierlei art bes fuiphuris embryonati ;
bie ein, bas fte ftp ift unb aber nolatile gemacht wirb, bie
anher ein lauter feur, bas tft, bas ein ift ein iebenbig feur
bas anher ein unenpftntlich feur, aber beibe enpftntlich
unb bas unenpftntlich ftnb in gleicher confumation, bas
ein im h bas anher in franfheiten,
t>on bem mineraiifchen fuiphur,
Zine htr$e unberrichtung euch 3** geben non bem mine*
raiifchen fuiphur ift aifo, non feinem tnachfen ift hte nit
not $u fchreiben unb tnie es non feinen fchlacfen fompt,
ban bie feibigen hing tnerben tractirt in iibro be genera*
tionibus mineralium, aber non feinen tugenben foUent ir
bas tnifien, roch fol er in bie ar^nei nit gebraucht tnerben,
alein feparirt non faecibus, als ban fo ift er ein treffenüche
arjnei, nemlich, fo er nom aloepatico unb non myrrha
elenirt tnirb ;um anbern ober $um britten mal, fo ift er ein
135
folcf> praeferuatif in ber peftilen$, in pleureft, in allen ge-
ferneren unb feulung bee leibe, alfo, fo er eingenomen
wirb $u morgen, bae er bee felbigen tage Fein neu FranF-
l>eit left einfallen ber pe^tlenj, pleurejte ober ber gleichen
anbern gefdnuern, fonberlid) mit bem recept georbnet. Xec
fulp|)urte purgati ut fupra unc. Jo, myrrl>ae romanae
unc. J femie, aloepatici unc, J, croci orientalte unc. femie,
miece, fiat pultne. miberumb auch fo mtjfent, fo er t>om
nitriol eletnrt mtrt, etlich mal, te öfter, ie beffer, fo emp-
fad>t er bie effenttam unb bie fptritue tntrioli $u im. aie ban
fo ift er ein praeferuatif in allen fiebern unb ein curatif in
allen duften, alten unb neuen mer ban $u fd>reiben ift ober
$u öffnen in eim buch.
vn, 175 j£r ift aud> praefernatif in ber fallenben fud>t auch ein
curatif in ber jugent. fo ift er auch, teglich genomen ein
confernatif aller gef itntheit, befchirmbt bie felbig, bae ir
nichte mibermertige einfalt. in ben gemeinen henbeln ift
er ein recht fertiger ber mein, alfo bae alle mein burch in in
fold>er geftalt bereit gan$ gefunt unb frifd> bemalten, ge-
funt bem menfd>en $u trinFen. aber roch in Fein meg an$u*
nemen. unb ift ein folch ßüF jum mein, bae nit möglich ift,
bae etmae unreine im mein bleibt, bae ftd> nicht rom mein
in bae leger fd>lal>e, unb alle mein, bie mit im praeparirt
merben, bie felbigen all jtnb ber art, bae fte nit grieß ober
fant geberen ober ben fd>lag ober auch einigerlei gefd>mer,
flitf*, l>uften unb ber gleichen, aud) bie fteber. ban fein art
ift bermaf en, fo er bereit ift mie gefagt, bae feine gleichen
nit mag gefunben merben. barumb id> in biiid> lob unb in
fonberhett l >ie fürhalt. unb fo ee gebürlich mer, ben groben
puffel boctorn ber hohen fd>ulen für^ulegen ben grünt, ee
möd>t mit etlichen bogen papire nit befchriben merben.
aber bae pertin gehört für bie felbigen feu nit, inen ift lie¬
ber, bie leut merben FranF, lam, contract :c, ale bae fle gefunt
bleiben unb miffen unb Fönnen in bod> nicht helfen, bar-
J3ö
umb fo merfen auf ben mineralifchen fuiphur, bas er ro
nichts fol, alein bereit uub fonberlich dü unb oft, fo Der*
leurt er alle feine faeces, giftifeit unb was nickte fol unb
bleibt alein ba bas perlin, bas ban bie höchß ar$nei iß.
£)er ro fuiphur h<*t ein art an im, bas er rot bing weif*
macht burcb fein rauch, <*1* bie roten rofen :c. nun miffent
weiter, fo er elenirt wirb unb gebraucht wirb in ber ar^nei,
wie gemelt, fo wirb er weiß werben, aber non außen an
bringt ers. item fo ßnb auch in merfen, bas Diierlet fchwe*
fei ßnb in färben, als gei, noch gelber, auf rot, noch röter,
braun, fchwarj, weiß, grau, nun merfent aber in bifem
allem bas fein färben nni ift, als alein ber gelb, unb ie geh
ber uf goitfarb, ie befier unb gefünber. bie anbern all haben
Dil in inen Dom arfenic, Don reaigar unb bergieichen, bar*
umb fo ßnb bie feibigen in fcßeuhen in ber ar$nei. was aber
in bie aichimei antrift,ßnb bie anbern befier, Don wegen ber
ingrefiton, fo ße Don folgen realgarifcßen fpiritibus haben,
fo iß nit minber bas auch in merfen, bas ber fuiphur Der*
treibt ßtracht unb bergieichen, bie geßechten außerhalb am
leib; ba feinb bie geferbten fuiphur befier als bie gelben, vn, m
Don wegen ber fubtiien arfenicalifchen geißer, fo in im
ßnb. unb fo aber bie feibigen fuiphur fubiimirt werben
Dom oitrioi, Dom aiaun,Dom faie gemmae, Dom piumofo
2c. etiich mal, als ban fo feinb ße bermaßen fubtil, bas ße
ein ^trachten, geßechten, ferpiginem :c hitmemen uom
grünt unb wurden aus. bas iß ein groß fleinot, Don außen
an h in^unemen, bas inwenbtg fein urfprung nimpt. unb
fol Don innen heraus gebracht werben unb geheilt, gleich
als ein magnet ein eifen an ßch zeucht Don feiner ßat
unb wirb am feibigen ort nimer gefunben, bo es gewefen
iß, aifo ßnb ba magnetifcße freft unb art, bie nit mögent
gnugfam ausgeiegt werben, alein burch bie groß erfaren*
heit ber oulcanifchen fünft beßnben ßch folche wunberbar*
liehe miracula in ben freften ber natur. wir hetten Don got
137
ar znei gnug, alein in bem ift ein blintheit, bas niemants
bie bereitung lernen wil unb ftch umb bie felbige zu unber*
ften, bae ift $u fc^etben, bas nichts fol, non bem bas ba fol»
alles nur burch einanber fublen auf apoteFerifcf), guts unb
bös zufamen, flat unguentum» alfo l>at man bisher gelernt»
alfo ftet es te$t in ber weit, bas bie arznei alein ein maul*
gefchwez ift unb Fein Funft mer, ban bie Füngier beftzen bie
ar^nei nit, alein bie fophiften, bie b<*kens in ir hwe fei folche natur unb ei genfchaft, fo er gra*
birt wirb, ben menfchen ein treffeniid>e gefuntheit» nit alein
eingenomen, fonber ben rauch non im, ber gleichen prae*
fernirt unb confernirt, wie gemelt ift, mit einer abbition
non meifterwurjen unb Franwetber, auch rosmarin sc»
Pon bem metallifchen fulphur, bas ift
non ben fchwefeln, bie aus ganzen me*
tallen gemacht werben»
Hun feinb in ber alchimei etlichr Fünft gefunben wor*
ben, burch welche bie metallen aus iren corporibus gebracht
werben, alfo, bas fte nimen metallen feinb, fonber ein ma*
vn, 177 teria, bie serftört ift unb nimer im alten wefen» non ben
felbigen follent ir alfo wiffen, bas ein ieglicher metal aus
breien ftücFen gemacht wirb, bas ift aus falz, mercurio unb
fchwefel» bie weil nun bie brei prima materia feinb metal*
lorum, fo folget aud> wiberumb, bas fte zerftörlich ftnb unb
zerbrechlich unb ber Funft unberworfen in ein anbers wefen
ZU bringen, bas ift non feiner metallifchen art in ein anber
transmutation 2C» fo nun bife beftruction gefchehen ift, als
ban fo feinb bie brei erften bo unb mögen weiter burch bie
Funft gefd^iben werben, alfo bas ber fulphur alein ba ftet,
unb alein bas fa4, unb alein ber mercurtus» nom fulphur
ift nun mein fürnemen z» reben, bie anbern ztnei treffen
138
bas capitel nid> ts an. aber vom fulp^ur follent ir bas miß
fen, bas er ftd> aud> fcßeibet t>on ben anbern fd>wefeln,
alfo in ber geftait. mas id> vom fd>me fei angefd>riben ^ab,
bie felbigen tugent ftnb aud> in bifen 7 metallifcßen fd?we*
fein unb fo t>ü mer, bas ber metal ein befonbere tugent
unb natur in im bat, in bem bas er 511 einem metal mor*
ben ift. t>on ben felbigen tugenten ift bem fulpbur aud> et*
mas eingeleibet. baraus ban folgt, bas er fotnl ebler unb
l>öl>er iß, ban anber fcßmefel an in f><*ben. barvtmb fol ber
arjt mißen, mas tugent ber fc^mefel l>at, bie bat aud> bifer
fcbmefel unb bie felbigen $um l>öcl>ften grabirt unb bes
metallen art an im aud>. barumb ber fulpf>ur uom golt
golbifcb tnrtutes ^at, ber t>om jtlber ftlberifcf>e ber gleichen,
ber uorn eifen bes eifens natur gar unb gan$, mas eifen
tut, mas crocus martis tut, mas topaßus ferri tut, bas
alles tut aud> ber fulpbur t>om eifen. alfo rom htpfer ber
gleichen, auch rom blei unb anbern metallen, ßcb folt ein
iegltcber ar$t befleißen, bas er fold>e fulpbura bette, ban ir
bofts iß faft Hein, aber groß in ber mirhmg. in fumma.es
muß ber ar$t bas für ßcb nemen, bas got allen Handelten
ir ar^nei befcbaffen l>at. fo nun bas iß, fo muß ber ar^t aus
ber magica geboren fein unb aus ir uerßon unb ernennen
bie ^eimlifeit ber natur. fo beßnt ßcb unb mirb offenbar,
bas bie natur fo große Heft in ir l>at, bas aud> ausfe^ig
leut gefunt merbem ber aber nit in ber magica gefcbiH ift,
ben felbigen l>altent für ein fubler, unb ein fubler wirb er
fein lebenlang bleiben, bis in fein gruben, es ift ein großer vn, ns
grünt bie ar;nei $uerfaren unb ir in ir greifen, aber
bife Fünß, cabalia unb magica feinb bei inen alle unbefant,
es feinb bocb fubler.
m
Von ben alchimiftifchen
twgenbeti bes fchwefels,
3um erften vom embryonifchen
fd> wefel.
üDas auswihet* bes embryonifchen fchwefels gefehlt et-
wan burch fublimiren, etwan burch bescenfum, fo ber
fchwefel wol zeitig ifl unb vii unb mit wenigen anbern cor-
poribus vermengt, etwan aber, fo er gar fubtil ift, fo laflt
er flcf> nit alfo wiber fublimiren noch burch ben bescenfum
einfahen, fonber aiein mit aquis fortibus ausgewogen, alfo
bas er von ben anbern corporibus fom in bie wafler unb
barnad) von tvafler coagulirt, ber felbigen aquaforten feinb
mancherlei art, nit not tyt w« betreiben, hoch bas fle ge-
f d>ehen in ber geftalt, bas bem felbigen fulphur an feinen
freften nichts nem noch enbere, ban urfach, fo fle recht nach
ir concorbanw tverben ausgewogen, fo flnb fle gölbifch, flnb
auch in ber alchimei w« anbern berettung bie gefehlten
fchtvefel, ban fle empfahen bie ffyation unb tverben flp,
unb in ben cementen bas fluchtig fubtil golt in metallen
flgiren fle alfo bas es fcheiben erleiben mag im aquafort
unb fein golt bargeben, fonft ift von bifem fulphur fonber-
Uch in ber alchimei nichts wu fyoffen, als aiein, bas er nach
feiner concorbanw ausgewogen werbe von ben hingen, in
benen er ligt unb bas er als ban ffyirt werbe, h<*t er golt in
im, als gemeiniglich ift, fo wirts burch bas fulminiren ge-
funben, auch ift er als ban flp wu allem fluchtigen golt, bas
felbig wubehalten, bas fonft nit behalten mag werben unb
gar nit gefpurt in ber fcheibung, von wegen ber fubtiiiteten
unb fubtüen corporalitet. fo ift es auch wol ™t minber,
vilerlei prowefl flnb mit folgern fulphure angefangen wor¬
ben, nemlich von im tinctur wu machen, aber bo ift ber
grünt nit gefunben worben ; ban fo vii ift nit in im, bas
vii, 179 bo ein tinctur verborgen iig, barurnb umbfonft gefucht
HO
mirt, alein ee fei ban golt in im, fonß ift feine burch in $u
fuchen ober in andere corpora golt bamit subringen. ftlber*
reich iß feine nit, alein golbifch, unb einer mer ban ber
anher, ale ber nom antimonio, vom roten talf, non mar*
gajtten, t>om golbfyß *c. bife ftnb feiten one golt. aber ber
bomit mil umbgon, ber gebend bae er bo fcf>eibe ben ful*
pfyuv nom golt fo fubtil, bae bem golt nickte abgang. fo ee
nit miber gott mer, alfo mein iche, bae nit ein ieglicher fol
reich fein, ban got meiß mol marum er ber geie ben fchmanj
nit gelaffen h <*t, fo mer bo manchem mit fur$en morten
mol $u helfen, aber biemeil reichtumb ben armen nerfürt,
nimpt im bemütifeit unb bie sucht, nermantlet in in hoffet
unb ubermut unb mach t aue im ein fcharf fchermefier, iß
beffer gefchmigen unb fte arm bleiben laßen»
Pon bem mineralifchen
fulphur.
Pon munber muß ich euch nun fürhin fchreiben. miemol
mir mol su mißen ift, bae manchem ein unangeneme reb
ift non ber feltfamen etgenfcßaft bee fchmefele su ber alchi*
mei. ee iß menniglich in gutem mißen, bae ber geiß ber
fünßen nit feiret. er fucht für unb für, ob er etmae jtnben
fan ober mag in ben heimlifeiten ber natur, bae jenig bae
got barin nerborgen fyat. miemol neben bem geiß ein fab
fcher mitlauft, nit alein in ber funft, fonber auch in anbern
hingen mer. auch in ben hingen bie bie fei antreffen, bae
noch mer ift, bae laß ich faren nom falfchen geift. ber teufel
iß in allem fpii, ich fchreib aber nichte non feiner falfchs
heit, aber non megen bee fulphure, nemlich bee, ber nom
mineral ift, t>at bie funft alchimia non im unb burch in nil
unberftanben su fuchen, nemlich etmae aue bem fulphure
SU machen, bae mer mürbe fein, ban ber fulphur an im
felbe. nun ift ee nicht minber, mer aue einem hing ?u ma*
eben, ban es an im felbs ift, ift gar ein feitfams. aber got
bat bie Funft ber maßen befebaffen, bas fie es vermag. bie-
weil nun bas vermögen ber hmft bas \> aus bem fuipbur noch tverben möchte,
ober tvas nit in im bod> bureb ein anbers von im möchte
vii, i8o erlangt tverben. ban ein frau an ir felbs bringt Fein Ftnt,
mitfampt aber bem man, fo bringt fte eins, fo fte nun fol
ettvas mer tragen unb fol feibanber gefebeben, fo ift bie
Funft bie ber man unb vater, ber es alles ausriebt. nun ift
fein ausrid>ten bab in Fomen, bas ber fpiritus transmuta-
tionis fein recept geben tyat, von leinöl unb fcbtvefel ein
lebern $u machen ober iungen, bie feibig lung ober iebern
SU biftiiliren ; bas ift nun fo vilfaitig befebeben. in ber ar-
beit ift gefunben tvorben, bas bife iebern geben ein
milch, in niebten gefebeiben von einer gemeinen milch, bi<£
unb faft feißt. b<*t auch geben ein rots öl, gleich bem biut,
alfo, bas miieb unb biut miteinanber biftillirt b<*ben unb
Feins bas anber in feinen färben ober tvefen gefeifd>t, fon-
ber unberfcbibenlicb ein ietiiebs ftcb felbs vom anbern ge-
fünbert, bas tveiß am boben, bas rot entbor. nun b<** bie
Funft tveiter gefud>t, nemiieb bas tveiß, bas ift bie miieb
Sum ftiber su machen, bas rot sum goit. fo vii ift mir gut
tviffen, bas aus bem meinen nie nichts gemacht ift tvorben,
tveber bein alten, noch bein jungen, unb alfo fag ich auch,
bas ein tote milch ift, in ber nichts ift.
2(ber vom roten oei, bas bife iebern gibt, ba iofen auf.
ein ieglicber cryftai ober berii, ber borein, vorhin tvoi baii-
ret, eingelegt tvirb auf etliche seit, nemiieb brei jar, ber
tvirb ein byacintb, bas ift, einem byacintben gleich in allen
feinem tvefen, tvas bie äugen anseigen, item fo ein rubin
bineingeiegt tvirb, ber nicht sum böcbften grabirt ift, fo er
in bas 9- jar barinnen iigt, er tvirb fo lauter unb Fiar unb
empfaebt ein liecht an ftcb alfo, fo er in ber ßnftere gelegt
m
wirb an ein ort, bas er wie ein Bol fein fd>ein gibt, bas man
in an allen orten feben mag, wo er ligt. fold>s iß bie er*
funben prob, wiewoi bei ben aidnmiften gegeben ift, bas
fte unberftanben haben, carbunBel am im su machen, nem*
lieb fo ein byacintb non guter art in bas oel gelegt würb
fein seit, ein brinnenben carbunBel geben fol unb geben
bab. mein erfarenbeit ift es aber nit. nicht alein bas folcbe
coloris in benen aletn fei, bie ich melb. es macht ben fapbir
auf biwelbiau mit einer grüne burcbloffen. es ferbt anber
bing mer non ben gemmis, in anbern tut es nichts, auch
bem glas nichts, fo hoch grabirt es bie gemmas, bas fte auf vn,
bas böchft Bornen, höher auch,ban fte bie natur treiben mag
non ir felbs. fonft feinb nit grabationes ber gemmen ge*
fchriben noch gebraucht worben ober ibe gehört über bie
gemmas, als alein was bas rote blut nom fd>wefel colorirt
unb tingirt, anberft ban su gebenden ift. barbei ift auch $u
merBen, ein ietlichs jtlber, bas barein gelegt wirb unb fein
Seit erhärt, bas wirb fchwars unb fest ein goltBalcb, hoch
aber not ber seit nicht ßp, fonber alein ein fligents un*
Seitigs bing. fo es aber fein tetminnm beftet unb an bas
enb Bomt, fo rieht es aus alles was aussuriebten ift, nicht
gut, weiter su reben. alfo merBen non bem fchwefel, fo er
in bie grabus gebracht wirb, ie fubtiler, ie feböner, ie höher,
ie fchneller auch fein wirBung, ie höhet/ ie größer, alfo
werben bie tinctur auf bie ftein unb metallen, ber es aber
machen wü, ber fol nicht meinen, er Büns machen, er fols
wißen, ban es ift bie geferlicbß arbeit in ber gansen alchimei
in feiner berettung, bebarf einer guten epperiens unb oft
gebraucht, nicht non börenfagen, fonber non eignem wif*
fen unb Bönnen unb bas alles boppel wol. bas iß nicht
minber, in ben tugenben Ban ich nichts fagen,bas bie felbi*
gen auch grabirt werben, ober grabus empfahen. alein non
bem fag ich/ was bie tinctur unb coloration antrift, wie
ich gemelt b<*b, bie ftch sum böcbften epaltiren. acht aber
faft wol, in ben tagenden wert) es nid>t gefd>eben, t >an bo
iü nid>t tinctura virtutts, alein coloris.
Pon bem fulpl>ur t)er
metallen, in b i e al-
d>imiüerei ;u brau¬
chen.
3d> t>*b end> etlicl) t>ormain in bifem capitel ent¬
worfen von bem fc^wefel, fo von ben metallen gemacht
wirb in bem fo fte jer^ört werben, auch anjetgt, was tu-
gent fte in ber ar$nei l>aben. nun jejunb aber in ber ald>i*
mei wiffent, bas ftd> vil unberftenben ^>aben, aus im tinc-
tur ju machen, ju tingiren eines in bas anber. es ^>at aber
nicht mögen erfchie^lich fein, bie urfach warumb, ifF h*e
nicht von nöten an$u$eigen. bas ifF aber wol war, ber bo
vii, 182 l>at ben fulphur auri, ber felbig mag anber golt mit gra-
biren über allen feinen rechten grabum, bas iü über bie
in bie 36 grab unb noch mer, bas goltfarb J>öl?er ntd>t
Bornen mag, beftenbig unb bleibltch im fpie^glas unb in
ber quartir. bas ift auch alfo, bas ber fulphur argenti bas
ftlber fo tyoty grabtrt in fein weiße, bas gleich unb gleich
fupfer unb ftlber an ber nablen nicht mag erfent werben,
als alein für lauter brant, rein unb fein ftlber. alfo wiffent
auch, bas bur d> ben fulphur vom fupfer bas Fupfer bohin
gebracht wirb, bas es bas fulmen beftet, bod> ntd>t gra-
birt, fonber in feiner färben, mit bem fulphure martis
wirb ber beße fta^el über alle ßahel, mit bem fulphure iovis
bas beft sinn über all sinn, bas auch bas fulmen beftet. mit
bem fulphure faturni wirb ber faturnus jt£, alfo bas er
weber bletwetß, bleigelb, minium noch bleiglas mer gibt,
auch Fein fptrttum mer. ber fulphur vom argento vivo
macht bas argentum vivum, bas es unber bem Warner ge-
arbeit mag werben unb leibet alle glüung unb bereitung
wie Fupfer, aber bas cineritium beftet es ntd)t. fo vil iß in
bem fulphure non metallen, wiber in fein metallen wie ge*
melt ift. fo tfi auch bas an im felbs, fo ber fulp^ur auri in
bas ftlber geworfen wirb, bas felbig collorirt aber nichts
ftgirt er. alfo auch wirb alle mal ein transmutation vom
fulphur in ein anber corpus anderthalb bem feinen, bod>
nickte ber meinung, bie man ban gerne hett*
?llfo wiffent nun nom fulphur unb non feinen ge*
fd>lec hten was fein natur, etgenfd>aft unb wefen ift. ber
bo aber wolte burd> unb burch ben fulphur gar betreiben
unb es ftd> auch gehörete als ftd> ban nicht gehöret, nil
papirs möcht nicht h elfen, alein $u bem fulphur gehört
ein guter laborant, ein fertiger artiß, ein wolerfarner unb
wolergrunter, nicht ein fchreier, nicht ein ploberer, bes
fönß alein im maul ftecEen, fonber in ber arbeit, ber wirb
wunber aus im bringen, mer ban $u fchreiben ift. ber nom
fulphur nichts weißt, ber fan nichts, fol auch nichts, weber
in ber ar$nei noch phüofophei reben, noch von feinen fe*
creten ber natur.
P.-W. U 10
VII, 183
3Dae ad>te capitel.
Dom tutriol.
£)ie natur gebirt ein fal$, bae fyä$t tutriol. nun ift bae
felbig fal$ tutriol ein fonber genue non allen anbern fallen
gefchiben, l>at and) anber tugent unb eigenfchaft an immer,
ban anber fal?, unb ber tugenben fo tul unb jo hoch/
billid) fol in bifem buch gefegt merben. ban im tutriol iß
noIFomne tyeilunQ aller gelfud>t, allee grieß unb fante,
aller ßeber, aller mürmen, aller hinfallenben fucht unb $u
ben uerftopfung im leib ein groß beoppilatif on anber tu*
gent mer, bie ftd> ^>ernad> in feinem capitel beßnben mer*
ben. nun ift fein befd>reibung aucf> auf bie $mo Fünft ber
ar$nei unb ber ald>imei. ban in ber ar^nei ift ee ein tnunber-
barlid) ar$nei, in ber ald>imei treffenlid) $u tul anbern bin*
gen, bienßlich $u anbern fachen. nun iigtaber bie Funft ber
arjnei unb aldnmei alein in bem bereiten bee tutriole, ban
roch ift er nicht bermaßen. er ift gleich einem hol$, baraue
man mancherlei fchni^en mag. alfo bo auch uom tutriol
junerfton ift. er iß $u ber leibar^nei treffenlich, auch $u ber
muntar$nei, bae ift ;u ben chirurgicaiifd>en FranFheiten
auemenbig bee leibe, ale erbgrint, erbauefa$, erbgeßechten
unb fonft, bo Fein arjnei nicht mag hinFomen unb tot ift
gegen ber FranFheit, bae greift ber tutriol mit gemalt an
unb fyälet non grünt aue, mae folch FranFheiten ßnb.
barumb fol ber ar$t alein miffen, bae er ben tutriol miffe
$u bereiten in bae, bar$u er gehört, ban er h<*t etliche tu*
gent ro, etl ich fo er in ein maffer uerFert ift, etlich fo er cal*
cinirt ift, etlich in geftalt eine grünen oele, etlich in geftalt
einee roten oele, etlich in geftalt einee lautern meißen oele.
alfo iß fein eigenfd>aft, fo oft ein anber form unb mefen
aue im gebracht mag merben, alfo oft fonber unb anber
beimliFeiten im felbigen mer. er fchent alle tDelfche unb iDeut*
vn, i83 fche apoteFen unb alle ire fcribenten. ban er ift alein ein ar$*
1*6
nei,bie gmigfam ben nierten teil ber apoteFen anfülien mag
unb für ben vierten teil ber FranFheiten ar^nei gnugfam.
barumb nicht non ttöten ift fo vil büchfen unb fcatulen
unb Früeg unb glefer in ber apoteFen $u haben, wie fle ha*
bent im brauch. wiewol bei in allen falfd> «nb betrug unb
nichts gute ober gar ein falfd> barin, alfo fol fleh ber ar$t
fleißen, bae er nicht in t>ile ber büchfen lige nicht in ben
ar^neien, bie non weiten lanben Fernen, fonber er fol fleh
befleißen, bae er nicht uberflehtig fei, fonber für fleh niber*
fed> wie ein jungfrau, fo flnt er für ben füßen ein merern
ffl>a$ $u allen FranFheiten, ban Cfnbia, Ägypten, 23ar*
baria unb ©raecia nermag. folgern grünt fol ber ar$t nach*
gon ; ban ee ift ein mal gut wißen, bae ein {etlicher baurew
Fnecht nerflehet, bae nid>te ban triegerei in ben büchfen
ifl unb fcateln. unb wie fle hülfen feinb, alfo feinb auch
ire boctor unb apoteFer auch hü4it> ; gleich unb gleich Fompt
$ufamen.
t>on ben fpeciebue
bee nitriole.
£)er nitriol hat in im nilerlei fpeciee; fo oft ein anbere
gruben, ale oft ein anbere art. nun ift fein prob an bem,
bae er wol Füpfere auf bem eifen unb ift hoch auch nit bie
recht prob, fonber bie recht prob ift bie, bae er ro nerfucht
werbe für bie würm, wie hernach folgen wirb ; barnach
er bie felbigen treibt, bemnach ift er groß in ber ar$nei. in
ber alci>imei hate bife prob nicht, alein bie Füpferung auf
bem eifen. nun ift bae auch ein prob, ein nitriol, ber bae
eifen $u Fupfer macht, ie mer, ie fchneller, ie her in ber arsnei, aber fterFer in ber
alchimei. bie färben feinb auch su betrachten, tvas burd>s
ein blau ift unb mit Feinen anbern färben gemenget, ift
nid>t fo gut in ber arsnei, als ber mit roten unb gelben
ftrichen umbgeben ift ober etiichs teils ubersogen, unb ber
Sur tveifte gehet am luft, ber ift freftig sum grünen unb
tveiften oel bes Vitriols, ber aber sur röte ober gilbe get,
ber felbig ber ift beffer sum roten öl. alfo ift nichts mer not
von ben fpeciebus s w fchreiben, als alein, tvas bie prob
ansetgt; barnach fol ber arst unb alchimift h begibt, bas etwan
nom effen unb trinFen ber magen fo ungefd>iFt wirb, unb
aus bem felbigen ein FranFheit einfalt, bie langwirig ift
unb alfo abflechet bis ;um tot, wie ban tnl gefehlt ben
unorbentlichen eflern unb trinFern, bie non fold>er unge*
fchifiiFeit wegen fuchten, am lebten erFrümen unb etwan
gar fterben. auch in ben Friegsleufen, ba uiieriei unorbnung
gehalten wirb unb anbers, etwan auch nit fein mag, bar*
aus ban breune, fteber unb rot ruren unb anbers hernach
folget, wie ban offenbar, folgen allen ift bas l>öd>ft unb
bas beft purgiren mit bem nitriol, ben man in ber geeint
unb heimliFeit ben grillen geheimen l>at, unb fein bofts ift
fed>s come£ auf ein mal, wo bas nicht wirft, aber fed>s
comef$, 5«m britten aber fed>s comef$, fo ift es genug;
einem fchwachen in wein ober waffer, einem ftarFen unb
hartbegenben menfd>en in einem branten wein, bas lupfts
unben unb oben mit bem grünt hinweg, ban bas mu$ ber
ar$t auch betrachten, bas bie nieswur^, treibFörner, teu*
felswurjen, coloquint auch purgiren ftarF unb faft, aber
nicht in folgen Freften, wie ber tntriol, ban urfach ba ift
ein acetofitet, bie h<** w ir ein acuitet, fcherp# unb fauber
1*9
VII, 186
aueferen, oon welcher falftfc^er acetofttet bie wirfung ir
oolfomene fraft fat, t>£c £e> nieewurj, coloquint nimer-
mer fabtn mag, bau bo fetnb $wo natur btv purgatton,
eine bie bo purgtrt für ftcf> felbe, bte anber bie bo purgtrt
aite ber falfttet, unb alfo ftnb bo $wo tugent, fo in ber
mefunurs nur eine ifl, unb in ber falfttet if* ein forma fpe-
vii, i87 ctftca, auch ein natur non ber alle würm fterben müffen,
bte fte berürt, bae i$ ein gro^e natur, bie würm angreift ;
bae tut fonf* feine, non benen ich oben gemelt b<*b, barumb
fo wiffent, bae non euch felbe für bin tnol juermeffen, bae
ein purga$, bie in ir b<*t ein acetofttet unb bie falfebinem
mit fampt ber tugent lapationie, bae ein folcbe purga$ gar
fauber reiniget unb feubert $wifacb* barumb fo tft fle für-
^unemen intnenbig $u ben letbfranf fetten boppel ebler, bau
fetn anber purgattonee. barauf fo td> euch bee nitriole art
unb boftm befcbrtben fab, fo ift nid>t non nöten, bae ich al
intnenbige franfbett nenne, bar$u bifer nitriol gut i$, ge-
nomen tnie gemelt ift, bocb fo tniffen, bae folcbe purgatton
in allen nerberbten magen, item in ber fallenben fucbt unb
tnürmen bie beft purgation tf*, $u gebrauchen nach ber $ett,
franfbett, perfon unb noturft,
2(ber non bem colcotar follent ir tniffen, bae er etn$u-
nemen nicbte fol, alein in ben cbirurgicalifcben franf-
betten, nemlicb alle faule löcber, bie ftd> mit feule anlaffen
unb fein beilung tnollent annemen, ben felbigen macht er
ein grünt $ur beilung, bocb follent tr bae nerton ber eu^er-
licben cbtrurgifcben franfbeiten ftnb mancherlei, fad> unb
niber, bae iff böe noch böfer unb aber böfer, barumb fo
mag ber colcotar in ben böfern unb noch böfern nicbte
erfdneüen, alein in benen bie im erffen grab feinb, auf bae
aber fo folgt nun, bae er fol in ben felbigen gebraucht wer¬
ben, unb in ben noch böfern unb aber böfern fol fein öl ge¬
braucht werben nach bem grab ber fcbeben unb bee öle,
< utf bae folgt nun, bae folcbe fc beben al, fo tnl tr feinb ge-
I$0
heilt werben burch ben tntrioi . aber nach bem grab fo iß
nun fein brauch, bas er in ein guten coicotar gemacht
werb unb berfelbig mit effig abgelebt eti ich mal unb trud-
Pen eingefeet ober uermtfcht in gemein felblein nach bem
unb bem arst 311m grünt machen not su fein gebündt. fo
fe^t er ein efdharam, ben felbigen wirf ^imueg burd> er-
lebigung mit feilte, als ban fo folgt ein ringe gute heüun g
hernach* was ßd> aber bifer bedang erweren wil unb wü
nicht gar %n, fo folt bu unffen, bas ein merer gift bo ligt
unb bas man weiter mit ben oleis bran muß unb bas ber
grünt uon bem coicotar nicht mag gnugfam erßat wer¬
ben sw gansen heüung. fo iß auch nicht minber, wen ber vn,
ro t>itrioi in einem effig gefoiuirt wirb unb als ban mit
bem coicotar infpififirt in ein puiuer unb aifo gebraucht,
bas fcbnei ein grünt fest, mer, ßerder, ban ich gemelt fyab
vom bloßen coicotar* fo iß aber bas fein befter proceß in
ein coicotar su machen, bas man t>on im fein waffer nem
unb imbibir bas caput mortuum bomit, bis es alles t>er-
fcbluPt, als ban fo laß lintlich am luft trüdnen. bas fol
gebraucht werben, fest aber ein bejfern grünt, iebocb in
allem fo h<*b aiein acht auf bie grabus ber fcheben ober ge¬
rechten ober ftrei. was bas nicht wd annemen, bas gebend
Suuertreiben mit feinen feparirten ölen unb wajfern, wie
ban uon ben felbigen hernach folgt, unb bu barfft nicht ge¬
benden, barumb bas ber coicotar uerfagt in einer heilung
uon beswegen uersweißen, nein fonber gebend aiein an bie
twbefferung in ber bißillirung ; ban in ber bereitung wirb
bie arsnei herfitr gebracht auf ben höchßen grab unb wirb
bahin gebracht, bas einer ietiichen wuntdrandheiten
wiberftehen mag, bem wolf, bem drebs, ber ftrei unb ber
gleichen, wie ban in ben felbigen enben angeseigt wirb, bo
uon folcher bereitung gefchriben ftet.
Don ben waffern nitrioli
in ben leib unb
FranFßeiten.
£>ie Fünft ber ald>imet haben ben (traten nil große Fünft
an tag brad>t, barburcß große Teilung gefcßeben fetnb in
allen FranFheiten. barumb auch im anfang ber ar$nei
alle ar$t in fonberbeit ftd> ber alcßtmet ergeben haben, non
wegen bae non tr ber arjnet fo nil groß nu$ unb lob er-
ßanben ift, unb bie ;n?o faFultet allemal mit ein anbern
gelojfen unb gegen ein anbern nerwant gewefen, fo lang
bie bie fcßwe^er unb fopßiften ber ßumoren erftanben
feinb, bo ift gift in bie ar$nei goffen worben unb bie ar$nei
3U einer ßuren worben, bie ße ban noch ift unb bleibt, bie*
weil bie ßumoriften werent. barumb ich euch bae fag, bat
bie urfad>, bae ir beßer baß acßtung auf bie Fapitel haben
follen, non wegen feiner großen tugent, betreffenb bie
ar^nei.
vii, i89 *£in unberricßt muß id> euch am erften geben, nemlicf),
wo unweie, unnerftanben leut Fomen in ein Funft, fo ner*
berben ßee gar unb allee, machen aue einem perlin ein
miftlacßen, ale ban mit bem nitriol auch gefd>eßen ift. im
anfang bee nitriole bat man fein fpiritum gefaßt unb
ben felbigen grabirt $um ßöcßften. fo nun bae gefcßeben
ift, haben ße bie fallenb fucßt geteilt, ße fei jung ober alt
gewefen, in jungen unb alten, in frauen unb mannen,
ee fei wae gefcßiecßte ee gewolt ßab. nun aber ee feinb
bie unnerftantnen laboranten eingefallen unb bae felbig
nerbeffern wollen, l>aben ßd> unberftanben ben nitriol in
feinen tugenben anbere $u zwingen unb non bem erften
anfang unb arcano gelaffen unb bae felbig laffen ner*
riechen unb fürbin bae öl gefucßt im colcotar, bae bocß
gar nichts an bem ort fol. ban urfad>, allee bae bae bo fol
ßinnemen cabucunt, bae muß ein fubtilen fcßarfen burcß-
gengigen geift in im haben unb ale ban im felbigen ift bie
J52
fraft, ben ganzen leib $u burcf>fud>en unb nickte aus$u-
laffen, mit bem felbigen fucßen wirb bie franfi>ett and) ge-
funben an bem ort, ba ße ligt. ban eigentlich unb gewiß
mag es niemants wißen, wie ober wo fein ßt$ ift, fein
centrum ober periobus, non bem es ausge^et, alfo folgt
nttn auf bas, bas ber ar$t nur folcße ar$nei muf ^>aben,
bie bo penetriren ben ganzen leib; barumb machen bie fub-
ler ber ^umoriften ir feinen gefunt unb alle ir gefd>riften,
tun unb lan ift bubenwerf. barauf fo fag id>, bas in bem
öl, bas bie laboranten gefugt l>aben gar fein fpiritus ift,
ber bo penetrirt, alein ift ba ein terreftritet, bie nicßt weiter
get, ban fo weit ße falt, ba bleibts ligen. barumb ift bo ein
großer irfal eingefallen, bas ber unnerftant ben rechten
proceß £at unbertruft unb ben falfd>en an bie ftat gefegt.
id> t> aber ber Batan ber l>ab es getan non wegen
bes, bas ben franfen nichts guts wiberfar unb fein fecten
ber l>umoriften fürgang ^>ab.
Hun merfen auf ben erften anfang wie ber fpiritus
nitrioli gefunben ift worben, $um erften ift es ba^in fomen,
bas ße ben feuchten fpiritum nitrioli l>aben biftillirt für
ßd> felbs nom colcotar, barnacß in für ßd> felbs grabirt
im biftilliren unb circuliren $um l>ö<£ßen als ban bifer pro¬
ceß nermag. mit bem ift nun angefangen, bas waßer $u
brauchen für mancherlei franfl>eiten, inwenbig unb aus- vn,i9o
wenbig, bemnad) and) in ber faüenben fud>t ; bo tyabtn ße
$eid>en unb Teilung gefpürt. alfo l>aben fte mit ber ejrtrac-
tion nod> mer fleiß gehabt unb l>abent nad>folgenb ge-
nomen ben fpiritum nitrioli correctum, ut fupra, unb ben
felbigen nom colcotar biftillirt, ad>t ober $el>en mal mit
allem ßrengiften feur. im felbigen ßnb nun bie trofnen
fpiritus unber bie feucßten audf> fomen unb bas getriben,
fo lang ße ber trofnen fpiritus gehabt £aben, für unb für
alfo ejctrabirt, barnacß beib fpiritus bie feuchten unb trof¬
nen, fo ße in einer niol feinb gewefen, mit ein anber grabirt
153
auf fein termtu, nach bem t>aben fte bie felbtgen ar$nei ge*
brauchet ben FranFen unb fte noch tytytv unb beffer ge*
funben tu allen mtrFungen uub fotnl bamtt auegertcbt, bae
alle b«morifteu %n fcbanben fetub morben, uuu aber ^at
ftcf> begebeu ein correctton barüber t>on etlichen artigen,
nemltcb etu brauten mein Inn^u getan uou tuegeu bee bef*
fern penetrirene. ift aber nicht b^ber <*ut 9^ gefuubeu
morben,
ÜDae ich euch aber unberricbt mein procef*, beu ich bomtt
gefürt fy&b, unb einem tegltcben arjt beu felbtgeu rat alfo
fitr^u nemen, fonberlicb ber fallenb fucbt b alben, bte ir cur
tu bem uttrtol b^, barumb auch mir befter befferu unb
böberu flet£ ber FranFbeit b alben, bie bem ar$t befoleu fein,
$u haben, bie liebe gegen bem necbften erforbert, fo t$ bae
mein procef*, bae ber fpiritue tnni merbe in bem tntriol
imbibirt nacbfolgenb biftillirt, wie icb angejeigt bab von
beu feuchten unb troFnen fptritibue, wie obftet, bemnacb,
fo bae gemacht ift, fo befmb ich/ bae bife abbition gro^e
btng tut, fo fpiritue tartari correcti hinzu gemifcbt mirb
auf ben britten teil gegen bem tntriol, bar ju auch ber fptri*
tue aquae tberiacalie campboratae, uf ben fünften teil
gegen ben tntriolifcben fpirittbue, ale ban ben FranFen ab*
miniftriret nor bem unb ber paropyemue Fompt ober im
tag ungeferlicb etlicb mal, fo follet ir miffen, bae gro$e
Fraft in bifer FranFbeit in folcber ar?nei tfl: unb betmafien
fo gro£, bae ich nit achten möchte, fo ee münfcben gitlt,
ein beflfere $u erbenFen, ban bie natur bafelbft in ir bat,
barumb fo fol ber erft procef* tnie er uon ben alten gefun*
ben ift morben, bleiben mit fampt ber correction, tute ge*
vii, 191 melt ift, ban alfo greift man ber natur in ir b er$ unb in
tr Freft,
£>ae muf man mich gebenFen laffen, ich mirb auch nicht
unrecht haben bei ben fromen, fo ein fromer gebenFt an
bie gro^e unge^itmiFeit bifer FranFbeit, wie fle fo gar
I5£
elXenb fco oor äugen ligt, fcas es nicht alein ein menfc^en
folte erbarmen, fonfcer ein ftein, fcieweil nun ein fold>e FranF*
beit fo gar ellenfcigltch über alle FranFhetten für unfern
äugen ligt, mag nicht einer fprechen, nerflucht feinfc alle
ar$t, fcie fco fürgehen unfc nicht helfen, fonfcer wie fcer pfaff
in Jericho unfc fcer leoit für fcen oerwunfcen gingen unfc
liefen in ligen unfc alein fcer Bamaritan Fam im $u b*lf.
nun fprich ein urteil, was meinftu für ein grof*e nerfcam*
nus h^ben entpfangen fcer letnt unfc fcer priefFer in fcem,
fcas fte ire nafen nerfFopft h<*ben unfc feinfc fürgangen?
nemiicb fcie oerfcamnus fces ewigen hellifchen feurs, in fcem
Fein erlöfenift» alfo, wer wil anfcerfF refcen unfc fagen, fcan
fcas fcie ar$t alle, Fein ausgenommen, folche FranFheit für
inen fehent unfc gehen für unfc oerfFopfen fcie nafen, ob fte
nicht fcer obgemelten oerfcamnus fces lernten unfc priefFers
einfallen unfc $u inen non got am fünften tag geurteilt
werfcen? fte all $erriffen nit ein ple; non einem fchuch, nit
ein Pfennig, nit ein ftunt lenger fafFen ner faumpten fte ofcer
wagtens fcarauf, fcas fte auf ein grünt möchten Fomen, wie
fcoch fcer FranFheit $u tun wer, fcamit ir geholfen würfce»
fcan fcas ift gewif*, fo in folcher geftalt fcie ar$t nit leniten
unfc priefFer werent, fonfcer Bamariten, es würfc got auf
folche embftge treu offenbaren heimliFeiten fcer natur, fcas
fte fcem ar^t in feine tyant Femen, fcomit er fte gefunt machte»
unfc fo es in fcer natur nicht wer, got würts fcrein legen unfc
fchajfen von ftunt an» aber fcas wil ich mit euch allen be*
zeugen, efclen unfc unefclen, fcas alle fcoctores nur neben ab'
gehen, was fcer oerfürer Balenus, 3lt>icenna xc fagen, fcas
muü alfo fein unfc fFerbent auf folche lügen» alfo h<*t fte fcer
teufel befeffen, fcomit fcas fte fcie liebe in nechften nicht vob
bringen unfc alfo ir Finfcer fcer ewigen oerfcamnus werfcen»
fcas ift ir fFufcium, fcas ift ir werF auf erfcen, fcas fte tunt»
non aller erften follen wir fuchen fcas reich gottes, aber nit
beim priefFer, noch beim leniten, fonfcer beim Bamarita
155
vii, 192 nen* fo wir bie barmher^iFeit in uns haben unb tunt bas
felbig auch, fo ift got mit uns auf foid>e barmherßFeit*
unb ob Fein hülf fco wer gefchaffen in ber natur, er würts
non ßunt an in fte fchaffen* aber bieweil leuitifch unb prie*
fterlich non ar$ten gehantlet wirb, fo bleibt bie Funft in ber
hant gottes* bie FranFen faren $u got in fein reich, ber ar$t
$um teufel, auch in fein reich, bas folgen priefterlichen
arjten unb lenitifchen boctoribus bereit ift* barumb tunt
euer äugen auf; es feinb $wen tneg, ber $u ben hellen, bas
ift bem priefter unb leniten nachfoigen unb einer ?u ben
himeln, bas ift, bem Bamaritan nachfoigen*
Hiebt alein, wie ich gemelt h<*b, bas folche nitriolifcf>e
ejrtraction unb arcanum in ber fallenben fucht gut fei, fon*
ber auch in ben fpeciebus ber felbigen gleichen* als nemlich
in fyncopt, in eptaft unb bergleichen, bar$u auch in allen
oppilationtbus unb inwenbigen apoftematibus unb was
bergleichen mer FranFheiten ftnb, auch in fuffocatione
matricis unb praecipitatione matricis. unb noch tnl mer
wörb man tugenben jtnben in bifem tntriol als alein bie
ich melb, fo anberft in ben ar$ten ein getreuer fleiß were,
ober bas fte bie jenigen,bie gerecht feinb unb gut, ;u ruhen
Ueßent, bas ir $u nolenben* fte mögens aber nit tun, ban
ber teufel, bes biener fle feinb, ber hat fle befeffen, bas fle
Fein gerechten ar$t, ber mit warheit umbgehet mögen ge*
bulben, alfo falt es alles gen boben* nun follent ir auch
wiffen, bas bie recepten, non ben ich gemelt hab, $um erften
$u machen ben fpiritum humibum nitrioli, nit mögen Fier*
lieber gefchriben werben ; ban es muß nur ein artiß uer*
fton, bie fubler apoteFer mögens nit wiffen, ban fte habens
nit gelernt, barumb bei ben artiften, alchimiften, bei ben
laboranten, werben ir allen uerftant ßnben, was bie no*
turft bo erforbert* weiter auch mit ber correct ion fpiritus
uini, bergleichen bei inen uerftanben wirb, ban bie boctores
ber hohen fcßul feinb bermaßen fo gelert, bas ße nicht wiß
156
fen agaricum ober ntannam von einander ju ernennen,
folche efel unb narren machet man ;u boctores; feinb re*
quiem boctores, requiem priefter unb Baleni leviten. alfo
auch aqua thertacalis f*et in meiner practica, in capitulo
be cura cabuci unb was ber gleichen mer not if?, l>ie on not vn, 193
$u er^elen. barumb fo verftanben and? in bifem capitei,
bas alle irünft unb freft bes Vitriols alein an bem ligt, bas
ber fpiritus vitrioli wol heraus gezogen werb unb $um
t>öd>ften grabirt, bar$u auch mit ber abbition aiein in bas
penetriren gebracht werb, bamit bas centrum, rabip unb
fernen ber franf^eit gefunben werbe. ban es ift fünf? nit
müglich folche loca $u ftnben unb fo gewi$ $u haben, als
bie requiempriefterlich boctores vermeinen in iren tyumo*
ribus. ban es if? noch £>er grünt nit gefunben, was bie
franfhei* mache unb tvo fte entlieh Hgt unb was bas fei
bas ben menfehen fo gar in ein folgen ellenben paro^ys*
mum wirft. barumb fo muf man nur bas arcanum h ant*
len laffen, bas bie natur auf bie ?ran?heit geriet bat. bas
felbig arcanum wirts mol ftnben, wie bie fonn ben freis
ber weit. unb in fumma, weicher uni ein arjt fein, ber felbig
geben?, bas er am erf?en ein Bamaritan fei, nit ein prie*
fter, nit ein lernt, fo er nun ein Bamaritan if?, fo wirb
es im alles geben, bas im verborgen bleibt, ber aber am
erf?en ein levit, ein priefter fein uni, bem wirb nichts geben
ban alle unbarmherjifeit, bie ban in inen auch ift- alfo
wirbs vergleicht.
t>on bem 61 bes roten
Vitriols.
Bo tviffen nun weiter wie bas von bem colcotar burch
retortifch beftillation, wie ban ben alchimiften befant ift,
vom Vitriol ein 61 wirb unb get blutrot unb am fauriften.
bas ift nun bas 61, bas bie laboranten gefucht tyabtn,
beflfer $u fein ban ber fpiritus in ben ?ran?heiten, von ben
157
Mn gemelt ift, als ban nit ift. nun ber proceü $u machen
ift gemein, nid>t not für^uhalten, ban es ligt an Öen l>ant=
griffen unb guter wart unb an Öen guten inffrumenten.
aber non Öen tugenöen follen ir wiffen, $um erften, es ift
ein faur öing über alle feure, nickte ift bas feurer fein
möge ; ?um felbigen f>at es ein corroftnifche art auch in im,
öarumb es mit fug unb gefchiflifeit fol gebraucht werben,
nemlid) nit alein für ftd> feibs, fonöer in einer guten com
corban$ unb gefügten miptur $u bem, bar^u mans brauchen
vii, 194 wil. $u gleicher weis ein epempel. ber tyrus ift ein giftige
fdffang, alein fol ffe nichts, aber in ber compofftion als ban
ift ffe treffenlid), baraus ban ber tyriac folget, alfo ift auch
l >ie $u reben non bem öl, bas für fleh feibs nicht fol ange*
nomen werben, fonber mit gleichförmiger compofftion,
wie ir nom tyriac nerffanben tyabtn. nun non wegen fei*
ner feuri iff nicht minber, fte ift bem magen gut/ in bem
fein d>oiera ligt ober apoftem. iigt aber cholera bo ober
ein apoffem, fo ift bas ie$t in guter e^perien?, bas bo nichts
guts wirb, bas apoftem böfert (ich non im, erbibmet ab
ber feuri unb get in ein unrüwigs wefen. iff cholera bo, fo
ift es ein wüten gegen ein anber, als weinfteinöi unb
aquafort, bo feins beim anber n bleiben mag. barumb an
bem ort gut acht fol gehalten werben, bas bo nichts werbe
uberfehen. bergietchen in ber lebern ift es auch in
fumma, es bebarf gro$ auffehens. bas ift wot war,
anderthalb ben gemelten ftücfen fo ift ein gefuntheit in
feiner compofttton, $u geben in allen fiebern, unluffigen
magen, hoch alles mit unberfcheit, nicht sunil. man fagt
non nil tugenöen, bie in bem öl fei ; wenig h<*b ich ™ ker
erfarenheit unb h<*t> fonil wol gefehen, bas bie jenigen, fo
bas reben, wie fle nil bamit tunt: im grünt, fo ich im
nachfrag, fo ift es erlogen, es wirb gebraucht im fant unb
grieü ; bas ich aber einen wiffe, ber barnon geheilt fei wor*
ben, ift noch bei mir nie erfunben worben, etwas tuts in
158
allen hingen, aber im grünt fo ift ee nichte gar perfect,
aber in meiner practica, in capitulo be curo arenae, mert
ir fein compofttion ftnben, vu ber unb anber franfl>eiten
mer. aber mie ich euch gemelt ftab non ber corrofton bee
öle für ftch felbe vu gebrauchen, fo fag ich bae bie felbig
corrofton mol mag ben ftein vermalen, ben fant vertreiben
unb auetreiben. aber ee gefehlt mit folcher ungefchiHt*
feit, bae ein anbere innention bo muft erbacht merben, ban
noch bieher erfunben ift morben, fohft ift ee nicht anvu*
nemen. mae aber ein ieglicher ba in feiner erfarenheit h <*t,
bae mag ich einem iegiiehen mol vulaffen : ee ift ein neu
arvnei, barumb fol fte auch teglich neu probirt merben,
apch mit gebürlicher compofttion permiecirt.
Wae aber bie muntarvnei betrift, non bifem öl vureben, vi 1/195
ba merfen auf. miemol mit fchmerjen unb groftem fchmer*
Ven, ieboch aber mit grofter gefuntheit in unmöglichen franf*
heiten. unb merfen ben proceft alfo, bae bie öl ein ieg*
liehen erbgrint abveucht an einem ftücf, mie einer ber ein
eiftn tyut abveucht unb in non im f e$t. bae ift, bae bu mit
bem öl ben ganzen grint für bich nemeft unb mol erneveft
mit einer febern brei tag nach einanber; ale ban fo laft
felbe mirfen. mürbeftu aber fehen, bae nit mil gnug fein,
noch mer überftreichen, nach bem unb ber erbgrint ift. fo
ift nit minber, alfo magftu auch mol ein milterung brau*
chen, bae bu ee nermengeft in fcftölfraut maffer unb ale
ban bomit öfter vmaheft. in fumma aber, ber gefunt mil
merben, ber muft gebenden, bae on fthmerven nit gefehlt
unb bae umb ein franfen gleich ift, ale umb ein fchmangere
frauen, bie genieftt on fchmerven nicht, fonber mit groftem
feftmerven. alfo, fo got bo nit uberfteftt, fonber ee muft alfo
erlitten fein unb in unferm fthmeift bie narung gemtnnen,
alfo ift auch, in umferm feftmeift mit feftmerven merben mir
non franfh eiten gefunt. alfo follent ir mifien bae alle fer*
piginee bermaften geheilt merben unb alle feabiee, prurttue
159
unb mae bergletcßen an ber J>aut ßcß famlet, ee fei in mae
meg ee möUe. auch ber gleichen tentigo prapa, bie ftrei,
aber on gnab eingeßricf>en, fo nimpt ee ^intneg unb tot
mae bo iß, auch ben molf, ben frebe. unb aber bo fol ein
große ad>tung auf gehabt merben. mo bie firei fo gar
uberhant genomen h*t, bae in gutem ßeifd> noch weit
hinein pergift iß, bae mit ber seit felbe auch abßl unb tyn*
gefreßen mürbe unb barju gute oppobeltoch ubergelegt $u
einem befenßf :c. unb mae für fcheben fetnb, bie fleh in «n
umbfreffen geben unb ba anber arjnei nit helfen mollen,
ba hilft bife, pon megen bee grate, fo ße an ir h<*t. ee ift
mol auch nicht ein ungefchifter brauch/ bae bie oleum per*
mengt merbe mit einer feißten falben unb nachfolgente
bamit gebunben; iß beßer ringer, aber langfamer. in
fumma, man fan ben fd>mersen nicht ubergon noch umb*
gon, ale menig ale ein frau, bie sum genießt, bae iß
noch h<>h*r unb beßer, fo bae rot pitriolöl bißiUirt mtrb in
ein fpiritum, fo h<*t ee gar an einem Heinen gemtcht genug.
vii, i96 auch i” allen anbern porbemelten franfheiten get ee ring*
lieh unb letztlich hit*/ bae iß mit ber fchnelle ber arbeit.
fopil follent ir mißen, mae mir bie erfarnheit geben hat
pon bem roten oleo pitrioli. ee iß in nöten ein treffenliche
ar^nei unb bie groß iß. ban folcße unßetige unb unfauber
franfheiten su heilen, ale freßg, reubig, fchebig, erbgrin*
big, geßechtig unb ber gleichen, mae folcße unlußig, gar
nahet auefeßg franfheiten ßnb, iß pon ber natur ein groß,
bae ße bem ar$t in fein hant gibt bae, bamit er ße gefunt
macht unb reinigt, ban folcher arsnei feinb nicht pü mer,
bie bermaßen alfo hantlen. barumb fol im ber ar$t bie 61
ein guten efßein laßen fein in ber apotefen ; ban ir fubel*
merf fol nichte. ße nemen folche unlußige franfheit nicht
hinmeg, fonber ße fchmirbene, bae noch feißter merben
unb balb hermiber fomen.
160
Von bem weiten
t> ttri olöl unb
von bem grünen.
©o ifF auch bae wol $u betrachten bae t>om rohen uitriol
ein öl biftillirt wirb per beecenfum, etwan x ueif*, etwan
grün, «ne ee ban bee tntriole eigenfchaft ifl. bae oel ijF grof*
lobe wert, ban urfach, ee Fompt non bem rohen tntriol,
barumb fo h<*te in ime auch ben felbigen fpiritum, non bem
ich gefchriben fyab. unb bae felbig öl per beecenfum pro-
birte an im felbe mit feinen tugenben, bae ee ein großer
grünt ift unb ein anfeheniich öl, für anber $u loben in ben
intnenbigen FranFheiten non ben ich ban gemelt h^l>* nun
follent ir bae nerflon, bae bie öl, ee fei grün ober weif*,
hoch iß bae grüne beffer, fo ee circulirt wirb unb mit ber
commiption, bie nom fpiritu nitrioli gefchriben tfl, per*
miecirt. ale ban fo fol ein ieglicher ungejweifelt fein, an*
berfF ban bae er tyabe ein nolFomene arjnei in ber fallen*
ben fucht unb in allen feinen fpeciebue. wiewol bae auch
3U rnerFen ijF, bae feiten ein FranFheit für fich felbe alein
ifF, ee h^ nebenanheng, ale ban in allen FranFheiten
augenfcheinlich begegnet, auf bae folgt nun, bae nit alein
bae häuptftüF gnugfam ifF, fonber auch bit fecreta ber an*
hangenben sufelien, fo bo ftnb. uon beewegen h<*t> ich fo vimqt
meiner practiFen bae capitel gefegt t>on ber fallenben fucht,
nit non wegen bee h^uptftüFe, bae ban hie gnugfam be*
fchriben ifF, alein uon wegen bee uerfFante in ben neben
anhangenben jufellen. wo aber anhangenb $ufell nicht
werent, bo ift nicht not $u gebrauchen für bie felbigen,
fonber alein bem h^uptgrunt nach juhanblen ifF genugfam.
üDarauf nun fo feinb berma^en geriet auf bae grün
tntriol öl, alfo bae ire $um höchfFen grabiren an im felbe
in ber geftalt, bae ee gefchiben werbe t>on ber terref tritet
unb faecibue burch balneum marie, bemnach burch bae
feur, fo wirb ba bie phlegma genomen in balneo marie
p.-w. II. 11
161
unb bie terreftritet tvtrb burch bae feur genomen unb ber
fpiritue bee öle tvtrb alein gefamblet, ber fol circulirt tver*
ben in im felbe. bemnach fo mag er bie abbition an fld>
nemen mit bem fpiritu t>in£, nicht not mer bar$u $utun.
fo ee alein ale ein ^anptarjnei fol gebraucht tverben, on
not ber anhangenben FranFheiten ar^nei hw$ufögung.
fein bofte ift 10 comeft in aqua paeoniae, allemal vor bem
paropyemo ein $eit, nach bem unb er oft Fompt, lang ober
nahet auf einanber. fo ^aben acht auf bie paropyemoe.
fo balb ber fpiritue ölet befunben tyl ahent nicht, bemalten ir Vernunft, fallent aber in ein
linben fchlaf, unb alfo fürhin ie lenger ie mer $ur linbe
unb gute, am lebten fo verget ber fchtvinbel auch unb ber
fchlaf bomit. aber nickte befter minber fol man nicht auf*
hören, fonber fürfaren mit ber arjnei, fte $u appliciren nach
gelegenheit ber FranFheit unb perfon, für bie Teilung ^in*
aue fo lang, ale in ber Teilung getveret hin, auch Fein let>itifc£>er boctor,
vii, 198 Pon bem vttriolifchen
öl, in ber ald>imei $u
gebrauchen: auch vom
rohen,
ÜDamit unb ich euch auch unberricht, tvae hoch für ab
chimiftifch boffen im Vitriol ftnb, fo tvil ich euch am erften
fürhalten von bem rohen Vitriol, bae ein ietlicher Vitriol,
ber ro ift, aue eifen Fupfer macht, bae Fan ein tugent fein
von ber natur. nicht bae ber alchimift tue, fonber ber Vitriol
tut ee burch bie tvirFung bee aichimiften. bae laffet im
162
natürlichen liecht ein grof$ vertvunhern fein, bas ein metal
bas fein fol verlieren unh ein anbers merken, ift gar nahet
fo feltfam als aus eim man ein frauen su machen» nun
aber in folgen hingen hat bie natur ir befonbere freiheit,
fo ir von got alfo geben, hem menfchen aber nicht, horumb
melh ich hie transmutation, bas her blau phüofophus
?(riftote!es in feiner phüofophei nicht tvol ergrünt fei ge*
tvefen, fonher ettvas mit hem narren befeffen. fo tvil ich
euch h*e bas recept anseigen, hamit ir mögt an allen enhen
in heutfcher nation fupfer aus eifen, ha« ift eifen in fup»
fer machen, bei her vermüglifeit ift uns allen tvol absu»
nemen, bas auch noch mer mögen fein folche transmuta*
tiones, aber uns nicht befant. han es ift nicht minher, vil
fünf* flnb uns verhalten, harumb, has tvir got nicht ge»
fellig feinh, hie felbigen uns su eröfnen. nun aber eifen in
Tupfer su machen, ift nicht fo vil, als eifen in golt su ma»
chen. harumb has tveniger le$t got offenbar tverhen, has
merer ift noch verborgen, bis auf hie seit her fünft Bellas,
fo er fomen tvirh. han hie fünf* haben gleich fo tvol *5e»
iiam, als fonf* s«verfton if*. nun aber hife transmutation
ift alfo. nimb eifenfeiiach on alle anhere metallen, fupfer
oher sinn *c ein pfunt, barsu tue ein halb pfunt queffllber
unh legs sufamen in ein eifen pfannen, fchüt barein ein maf$
effig unh ein flerling Vitriol, 3 lot falmiaj: ; la$ alfo hurcfv
einanher flehen unh für unh für tvolgerürt mit einem hol?,
tvenn es nimer effig hat, fo fchütt mer haran für unh für
unh ein neuen Vitriol barsu. nun in hem jteben feut fleh
has eifen in fupfer. unh fo es ein fupfer tvorhen ift, fo get vii, 199
es in has quefftlber alles, fo hu nun alfo lang gefotten haft,
Sehen oher stvölf ftunt :c, als han fo fch eih has quefftlber
vom eifen, has noch ho ift unh tvefch fauber, has alles lau*
ter tverh. has quefftlber leg in ein barchant oher liherin
fad, brufs hur(h/ fo ftnbeftu ein amalgama hahinhen. has
felbige amalgama laft abriechen, fo ftnheftu ein lötiges,
n*
163
gute reine fupfer fco* fo fcu fcee fupfere l lot nintpft unfc
J lot ftlber, iafiefte fließen, fo mirfc fcae ftlber auf 16 grafc
non jWnt an* fcae tjl fein prob, fcae folc^ee htpfer non
eifen tft* fcae aber fcie grafcue ftj: feient, fcae ift nid>t* fcer aber
mol fan arbeiten im regal, fcer felbig mag fcaraue fein
rung bringen* ee ligt aber an fcer htnj* unfc an bantgrijfen,
fcte niien nerborgen feinfc. alfo magftu nom eifen unfc fcae
eifen allemal in htpfer machen, fcurd> fcen bemelten proce£*
fcae fag id> alein fcarumb, fcae fcie tranemutation müglicl)
i$ non eim in fcae anfcer.
3llfo ij* aud> fcer nitriol genaturt, fo er calcinirt mirfc in
fein colcotar, non jhtnt an mit einem ftuft, fcer ring unfc
leicht ij*, felbe $u htpfer mirfc* fcan fco ij* ein feltfame htp*
ferifc^e natur in im unfc im htpfer ein feltfame natur aud>
in im, aud> auf nitriol* fcan fo man fupfer im fd>eitmaffer
3erbric^t unfc lef*te granuliren, fo mirfc fcae htpfer allee
nitriol unfc mirfc hin fupfer mer. alfo aud> aue nitriol mirfc
ein htpfer unfc hin nitriol mer, alein ee merfc fcan fcurd>
fein bequem fd>ettmafTer in ein nitriol gemacht* alfo ifi ee
ein munfcerbarlic^e nergleic^ung im fupfer unfc nitriol, non
megen fcae fte fo gar ein art gegen einanfcern l>aben* unfc
mae nom htpfer hmpt, fcae gibt ein guten nitriol, ale fpon*
grün, fcae gibt ein frönen b^d>grafcirten nitriol auf fapbi*
rtfd>. unfc nid>t minfcer ifl ee, miemol jtcf> nit gebürt fcar*
non $u refcen, aud> fpötttg gnug ijl ; fo nil ift ee aber, fcae
in fcem nitriol ein gro^e tinctttr ligt, fcie mer tut, fcan man*
c^er meinet, mol fcem, fcer ee nerjhl>et* fo merh auc^ meiter
non fcem öl nom nitriol. fo oleum argenti nini unfc fcie
nitriol öl sufamen gefügt merfcen unfc ale fcan nad> irem
proceü coagultrt, fo gibt ee ein faplnren, fcee art feltfam
iÜ* nid>t fcen ftein fapl>ir, aber gleich fcem felbigen, mit
vii, 200 einer munfcerbarltcf>en tinctur unfc feltfamer er^etgung,
fcarnon nid>te ju refcen ift. fcarumb fo fag id>, fcae gro^e
beimlihit in fcer natur aud> in anfcern fcingen fcer natur
feinb, in ben gefd)öpfen gottes, unb nod) auf bie ftunt bef-
fer unb nü$er tvere, man $ubirte nod> in folgen hingen,
bau bas man fauferei unb ber tyuxvcti, aud> anberer bu-
berei nad>lauft,aber ie$tiftbie seit alfo,bas man ber Hure¬
rei achtet, fo lang bis ber brit teil ber tvelt erfd>lagen wirb
unb ber anber am fc^elmen ftirbt unb ber brit faum uber-
bleibt, als ban fo wirb es tviber kommen in fein rechten
ftall, aber bei bem lauf, tvie er ie$t , fo mag es nic^t
fein, aud>mü|Tent bie ftenb unbergon unb gar aus ber tvelt
gereut tverben, fonft mag es aud> tticf>t gefd>eben. als ban
ift bie gülbin weit, bas ift, als ban tvirb ber menfc^ in fein
rechten verkant Fomen unb menfd>licl> leben, ni<£t vil>ifcl>
nid>t feuifc^, nid>t in ber fpelunfen,
©o vil aber unb i<£ tnd} bo vom Vitriol gefc^riben l>ab,
tver an eucf) all mein grof* begeren, ansufe^en bie ellenben
Franfen in ber fallenben fuc^t, bas ein ietlid>er ar$t gebeert
an fein eigen gewinne, an got feinen f tapfer, an bie liebe
feines ned>ften, unb vertvürf, verfd>mecf>t, veracht bie got-
tes gab nid>t in bem Vitriol, fonber von tvegen ber liebe
tag unb nadf>t in ben hingen arbeitet, bomit feiner müßig
gefunben tverb unb alles in ber arbeit, bie su nu$ bes nec£-
ften bienet, laffent eucl> nityt bekümmern bie jurißen, bas
fle bas nid)t tunt ; ban iefent, bas (E^riftus fagt, tve eud>
rec^terfarnen ! ber fpruef) iß: nid>t i>ülsin, achten aud> nid>t,
bas bie tf>eologi ber armen nid>t achten, fonber al ein ber
guten pfrünben ; jte feinb bie jenigen, bie in Cferic^o für-
gingen, feint aber ir bie jenigen bie ben ©amaritan ver¬
treten unb fleiffent eucf>, bie felbig tugentan euc£ su nemen,
als ban fo tverben ir von got fo |>ocf> begabt, bas euc£ gegen
ben FranFen gar nichts breften tvirb unb eucl> wirb es alles
Sugeben tverben, bem Fleinot ftellen na$.
J 65
VII, 201
£><*0 neun t capitel.
Don 6cm orfenfco*
Pon bem arfenico $u fd>reiben unb feinen tugenben, fol-
ient ir tviffen, bae all tugent, fo er !><**, aletn von bem ifl,
barumb, bae er ein gift i$, unb alle fein tugent fyat er von
tvegen ber giftifeit. aue ber urfacb follen ir nun tviffen,
bae fein tugent in ber geaalt $u ernennen feinb, bae gift
anber gift ubertvint. ale ein ej:empel. bie vergiften tier ift
ie eine mer ale bae anber vergift, unb alle mal vergift bae
merer tier bae minber unb etlicb, bie anbern gar nickte
tunt, barumb bae gleich im gift ftent. alfo follent ir nun
tviffen, bae ber arfenii? ein folcb gift auch if* unb ubertvint
auch anber gift. bae if* in fr arbeiten, alfo bae er bae
felbig gift t6t unb etliche gift auch nicht. ban bae if* auf bie
franfbeit geret ber eufjerlicben cbirurgicalifcben franf-
beiten von ofnen fcbeben unb ferpiginee ober fcabiee; bie
felbigen ftnb in irem gift mancherlei, aber vil jtnb, bie vom
arfenico ubertvunben tverben unb barnacb geheilt ober bo-
bin gebracht, bae fte mit anbern hingen geheilt tverben.
intvenbig if* er nicht jugebrauchen in fein tveg, alein aue-
tvenbig, auch tticht für ftcb felbe, fonber in einer ver-
mifcbung, alfo bae fein gift in ein anber corpue fompt.
ale ban im felbigen corpue gefcbeben unb tverben volbracht
fein operationee unb tugent. tvietvol bae ifl, bae er ein
efcharifche tugent in feim eigen corpue b<*t/ iebocb aber fo
fol bie efchar ifcbe tugent $ur heilig nicht, $ur betlung iit
ben offen fcbeben unb gerechten fol er burch ein anber cor¬
pue tvirfen, tvie gefagt ift. aber fo er fol efcbariren burch
fein eigen corpue gegenwärtig, alfo feinb in ber arjnei in
im $tvo tugent. eine in eim anbern corpue unb eine in feim
eigen corpue. auf bae folgt nun bie unberfcbeit mit ber
vii, 202 arjnei $ur heilung bie ein, bie anber $u efcbariren. in ber
alchimei b<*t er gar vilerlei tugent, tvie ftcb im felbigen ort
1 66
awfy befinden wirb, ba Don feinen ald>imißif4>en tugenben
gemelt wirb. aucß in anher weg dü tugent, bas alles ^er*
nac|> folgen wirb» fo tni aber follent ir wißen, bas man mit
im fol eben unb wol umbgeben, es fei in ber ar;nei ober in
ber alc^imei ober in anber weg. ban mit im iß nic^t 51t
fcber;en. wirb er in ber ar;nei unweisltcß gebraucht, er
bringt bem ar;t fc^aben. alfo auch wirb er in ber alcbimei
unweislicb im fewr gebraucht, bes gleichen fcbetlicß. ban er
macht p^t^ijtn, tujfim, ßedj>en in fetten, engen atem, Der¬
berbt ben magen, nimpt bie fpeiß, bringt großen burß unb
macht nacbfolgenb fcbwerlicb leger, lang leger, lange fucbt,
ausborrung bes leibe, auch am le;ten wafiferfucbt unb tnl
gefcbwulß umb ben magen. barumb fol ßcb ein ietlic^>er,
ber bomit hantlet, wol Dorfeben unb ßcberlicb bomit umb-
geben. fonberlicb von bem gelben unb roten, bie am meri-
ßen fcbetlicb ßnb unb mit fcbneller giftiPeit. unb fo giftig
ßnb bie fpeciee, bas bo Pein ar;nei Reifen mag. ban bas
gift iß gleich ein bing als Popfab bauen, iß bas lejt, ba
nichts mer büft.
Hun wifient weiter Don ben gefehlten ber arfeniP,
wie dü ir feinb. barauf fo merPen, es feinb arfenica, bie aus
irem eignen er; Pomen, bas feinb arfenicalia nata, barnacb
fo feinb arfenicalia, bie Don bem er; Pomen ober metallen,
barnacb feinb arfenicalia bie Don ber Punß gemacht werben
in bie transmutatton. barauf nun fo wifient Don ben
eigenfcßaften bes arfenici, ber aus feinem eigen er; Pompt,
bas er burcb fublimiren Don feinem er; fol gefaben wer¬
ben unb nicht in anber weg. unb fol ber maßen gefaben
werben, bas er ßcb crißallifcß anbengt unb bas jenig, bas
melbig iß, bas felbig iß nicht ber arfenicus,ber ;u brauchen
iß. alein in bem iß bie Praft, ber ßcb in bie crißallintfcb art
ergeben bat. alfo wiberumb fo wiffent bas er auch per bes-
cenfum bißtUirt wirb unb aber nicht weiß, ban weiß
iß ber ebliß in ber ar;net, gelb erger, rot gar nichts wert.
167
ber meift bemalt bie ar^neifd) tugent in im, alfo bas im $u
vertrauen ift in allen ben FranFl>eiten, bar^u er befd>affen
vii, 203 ift, ber gelb l>at minber tugent unb ein ausfe^ig gift. ber rot
aucf> minber tugent in ber ar$nei unb ein ergers gift, in
bem Fein gute tugent ift. ein ietlict>e l>at alfo fein fonber
er$, aus bem es Fompt. miemol bas ift, bas in ben praepa»
rationibus ber meift aud> gelb unb rot gemacht mag mer*
ben. bas gefcf>id>t barumb, bas bie aldnmtften gelben unb
roten lieber l>aben unb richten mit eim fo nil aus, als mit
bem anbern. id> mein im fud>en ber transmutirung ber
metallen, bar$u ber arfeniF etlid>s teils ein befonbere art
l>at. nun aber non bem anbern arfenico non bem er$, es fei
non metallen ober cac^imien, ber ift einer anbern art, aber
gut in ber arjnei, wie ber ober, non bem gefagt ift. unb ift
aber am gift nid>t fo f>od>, aber in tugenben ni4>t fd>me*
r, fonber nertrit ben felbs gemad>fenen. unb bermaften
ift ein aufmerFen auf in $u ^abett, nemlicf) in bem, bas er
nad> bes felbigen er$ mineral ober metallen ein natur an
ftd> empfac^t. als ein epempel : nom ftlber ein anber natur,
ban nom blei :c. bar$u follent ir aud> tniffen, bas ber arfe*
nicus non Fünftlern in nil meg nerenbert tnirb unb oerFert*
ettnan in ein metallifd) art, ettoan in ein corallifd) art, et»
man in ein marcafttifd> art. wie ban bas alles ift, fo mif*
fent, bas ime fein Fraft mag genomen merben unb mirb,
bas er in ber ar$nei fo gut nimer ift, als ro, wie er non
feinem er$ fubiimirt mirb. ban nac£ ben ar$neifd>en Freften
mirb er in fold>er bereitung nur fd>med>er. barumb, mas
bie ar$nei berurt, fol er criftallinifcf) fein, fcf>mer, l>ert unb
gut lauter, auf mild>farb. bie anbern all merben non ben
al4>imiftifd>en griffen gebraucht, in bie felbigen feinb fte
nii$licf> unb bereit $u ben felbigen fug unb ires begerens.
Von ben tugenben bes arfeniFs, nemlicf) bes meiften,
follen ir miffen, bas non alter l>er ber brauch ift gemefen
unb ift ein guter brauef) an im felbs, bas bie alten ^>aben
m
bem arfenico fein gift ausgewogen in ben fpiritum uini ober
in ein ausgebrent waffer, unb als ban mit bem feibigen bie
d>irurgicaiifd>en franf feiten bomit beßricben unb gebettet,
nun iß es ein guter brauch, bocb bas langfam wu*vn,204
gange, nicht wuuil, nicht wu oft. ban fein gift, fo er bei im
bat, bas tringt für unb für bem bergen wu* wirb er in ein
offen fcbaben geton, fo begreift es bie abern unb burcbget
bie feibigen unb ßeigt ben abern nach bis wum bergen, bar*
umb fo muß man gebenden, bas mans ^un ßicben in feiteri
nicht fomen laß, auch in fein b4 nicht, ban fo baib b4
anfeit, fo iß fycMptxöt, ßicb in feiten, burß, fcßwecbe unb
t>ii anber, ^ufel gegenwertig unb ieicbtlicb überfein,
bas ße gar ßerben, wo anberß ein wenig im leib ein um
gefuntbeit iigt, fo fcblegt ein unfai wum anbern. fonberlicb
fo man bas corpus braucht wum escbariren, wum öfnen unb
ber gleichen, bo iß es ieicbtlicb uberfeben. barumb wer nach
bem alten brauch bil hon im felbe ein di. ale
ban fo mag man in bae felbig oei abbitionee brauchen, bie
bo Fömüch bar^u auch feinb. nun ift fein fijration aifo, bae
man bee arfeniFe unb falpeter gleich tnl, bae ift, eine ale
t>il ale bee anbernunb in ein tigel geton unb in ein
glut gefegt, aifo bae ee anfahe riechen unb fteben, fo lang
bie ber rauch unb bae fteben uerget unb ftch fe$t am hoben
wie ein fchmal$, bae bo fleußt in ber pfannen. bae felbig
lafifen aifo auf ein ftunt fton ober $wo, ie mer ie beffer»
ale ban geuft ee aue auf ein marmelftein :c, fo wirb er
goltfarb unb fe$ in ein feucht ort, fo fleußt ee in ein
fchmalj. nun wifTent jejunb, bae man bae dl mit branten
wein woi mag uermifchen unb bamit beftretchen ober mit
einem anbern wa ffer barju bienftiich. auch fo mag man
woi tartarum calcinatum bamit foltnrn in ein dl, fo wirte
noch fterFer. ieboch aber an im felbe ift ee Freftig, alein $um
eecharirn ift ee $u fchwach. aber in ber heilung ber uorbe-
melten chirurgifchen FranFhetten ift ee am treffeniichften
unb on alle forg unb fchaben. bae mag auch fein, fo man
in permiecirt unber anber unguenta confolibatiua ober
bergieichen mebicamina, bae er nichte befter minber fein
Operation h<*t, ale wer er alein on fchaben ber anbern tu-
genben, fo in ber abbition feinb. fo foilent ir wißen, bae>
ale fleh ban oft begibt, biatern im maul unber ber nafen
wachfen, von franjofen ober fonft, bie man nicht Fan h in*
I7o
weg tun , angefehen, ftas an einem feuchten ort am maul
öfter unfter fter nafen $ent, fto ftie ar$nei nicht wirken mag*
folch blatern, raffen zc, was ftan ift, ftas nimpt ftas öl l;tn^
weg* auch nicht alein ftas öl, fonfter auch fter aus$ug ftes
arfenifs in ein förper* aber mit mererm grünt nimpt es
ftas öl l>intneg, öfter fchmalj nom arfenico oft ftamit be*
Priemen. ftergleichen ftie feigwarjen unft was folcher art iff,
fonfterlich an feuchten unft fchnu$enften örtern, als unfter
ften uchfen, in ^enften, $wifchen jtngern zc, fonil foilent ir
wiffen rom arfenico ftes meinen, ftie anftern alle feinft nicht
mol $u gebrauchen* fürhin was fter arfenif in fter alcfnmei
tut unft was fein tugent in fter felbigen jtnft, folgt hernach*
wiewol er fonff noch nil art an im non wegen ftes, vn,
ftas er ein fcharf gift if*, i# nicht non nöten $u befchreiben,
ftamit nicht ein anfters ergers ftarnach folge* ftan man ift
gerecht mer $um argen, ftan jum guten, ftarumb nit alle
heimlifeit $u eröfnen feinft, auch erforfterts ftie noturft
nicht*
iSDas i# auch W merfen, aber es beftarf gar eins fftrftch-
tigen unft tnolerfarnen ar$ts in fter ar$nei, nemlich ein fob
ches* ir fehent nom arfenico ftas er töt unft ift fo ein fcharf
gift, ftas im fein leben tnifter^on mag* nun folgt aus ftern
tnietnol auch in anftern giften ftergleichen ein folchs auch
$u erfennen ift, ftas fter arfenicus albus aud> alle franf*
heit fter chirurgei töt* als ein epempel, es \>tt einer ften
wolf* nun tjf ftem wolf fein hW, <^lein es fei ftan, ftas er
getöt werfte fturch gift, als man man einem gar vergeben
molte, folch töften ftes molfs ijf im arfenico, fter töt in* mie
er fon$ einem ra$en ftas leben nimpt, alfo nimpt ers ftem
molf auch ober frebfen öfter flflel zc * ftife cautel fol aber
ftarbei fein* erblich ftas man ftes molfs ftat unft ort mol
anfehe, mo ftch fein aftern Sinnreichen unft als ftan mit
ftem arfenico anfahen ;u töten, langfam unft nicht behent,
als non megen fter jufeil, fter ich etlich gemelt h<*b* nun er
wirft ein eecßaram, ben laß ßeraue fallen, fo er nun lebig
iß, nod> iß ee nicht genug, fonber noch einen, auch ben
britten, als ban fo l>at er in getöt unb genomen. fo man
aber nicht eechariren wil, fo fol er bei bem ßerFißen aben unb nicht laßen trogen wer¬
ben, fonber feucht bemalten für unb für ; unb alle mal mit
bem auffehen, bae l>i$ unb ftid> nicht Zufällen, bie bo forg-
lieh feien unb alfo fürfaren, bie bie seichen ber gefunben
fd>eben erfd>einen, au frören unb mit feinen feißten hingen
feilen, alein mit troFnen unb am beßen mit puluer ober
aquie confolitatiuie. alfo werben alle Frebe bamit geteilt,
wölf unb alle cancroflfche umbfrefienbe löd>er. ban mit bi-
bem proceß tot er bie FranFheit ber chirurgei fo ßarF, ale
wan er einer maue bae leben nimpt. ban folcße Franfheiten
alle l>aben ein nagente leben in inen, gleich einem nagen-
vii, 207 ben wurm, unb wie man ben wurm toten muß, fonft ge¬
nießt ber FranF nicht, alfo muß man ba auch toben, ban es
ift gleich ein nagente esen bo, bae fleh in alweg einem wurm
uergleicht. aber alein ee fei ban, bae ein befonbern ar$t
ßab, ber nerfucßt, uerßenbig, fleißig fei, mit einer guten
gewißni; fonft fol fleh Feiner bee unberfton. wan ee feinb
fo uilerlei leichtfertig, üppig, unnüs, nichte follent leut ist
arst,benen bod> gar nichte su vertrauen ift. aber fo freuen*
Xid> unb leichtfertig, bae fle allee tunt, wae gebenFen
mögen, ban ein ieglicher gebenFt, wol eflen unb trinFen
unb faul fein, fpastren, bae mögen fle mit ber arsnei wol
beFomen. alle lenber burd>triegen bie boFtor unb h^ben-
fcßneiber, allee sanbrecßerifd), on gewiffen unb coneciens,
leutbefcßeißer wo fle ßinFomen.
172
Von ben ald)tmt\Üfimiften ein nam geben worben
unb erbac^t nnb electrum. nun ift electrum ein metal
ber non einem anbern fompt burcl> bie funft, unb bem fei*
bigen metallen, non bem ee ift, nimer gleich, ale ein epem*
pel. man mad>t bae htpfer weiü ; fo ee nun nimer rot wirb,
fo l>ei£t ee electrum. alfo aud>, man mad>t aue fupfer
meffing bur^> ben galmei. fo ee nun alfo ein meffing ift,
fo ^>etft ee electrum rubeum. fold>e electri genera |>aben
etlid> feiert gelehrten ald>imiften unb artigen für ftlber ge*
ad)t, etwa für golt unb nickte anberft bo uerftanben ober
glaubt, ale alein ee fei ftlber unb alfo fei möglich aue fup*
fer ftlber $u machen, unb ^>aben ben namen electrum attege*
laffen unb ein contrafect für golt ober ftlber geac^t unb
nac^grüblet, bie weber l>aue nocl> l>of bliben ift. folc^e $eig
i$ barumb, bae man bem irrfal fürfom unb beben? wae
electrum fei, wae golt unb wae ftlber fei bomit nit alfo
unuerftanben ge^anbelt werb. nun wil id> eu<$> ba ein
recept für^alten, ale: nemen arfenicum metallinum ber
auf metallifd) art praeparirt fei unb ben felbigen cemen*
tiren mit ber uenere nad> gemeinem braucl), fo pnbeffcu fol*
d>en electrum auf ein großen teil im htpfer. ftcl> fol aber vii, 208
bee niemante uil foften laffen, ban electrum foft tnl $u
machen unb ift nimer beflfer, ban fupfer htpfer bleiben
laffen. ee ift bocl> fein electrum nickte beffer, fonber gerin*
ger. alfo aud> in bem grabir waflfer, fe$t er im fohnren
ein falf, nicf>t aber bae ftlber fei aber electrum, unb wirb
fo fubtii, bae aud> gar nickte bleibt, fonber nerget unb t>er*
5ert ftcf>, wan ee ift nit ftp* alfo aud> nic^>t alein im htpfer,
fonber aud> im eifen $inn, ftaf>el tc werben reftbenj, aber
ba ift nickte ftp. in folcf>er geftalt l><*t ftc^> mancher nerfürt ;
ban fobalb ee bal>in fomen ift, bae electrum fein namen
nerlur unb warb ftlber gereiften, ba ging ber alcf>imiften
173
t>erberbeii an unb ir jamer unb lere hofnung, folcher recept
feittb Dtl/ nit ttot $u er^elen fonber ben artigen alle wol
beFant, bie mich in bifem capitel wol Derftoti uttb ermeffen
mögen iren eigen irtumb, bas jle umbfonft in ber geftalt
fuchen, es gibt ein gro£e Derfürung, wan bte jungen ber
eltertt proceü Derlaflen uttb wan ber jünger mer xvil wif*
fett, ban ber meifter unb bleibt nit im rechten weg, fonber
ficht ein bing für ein anbers an, ban es an im felbs ijF, unb
mil feinem Fopf nachfolgen, fo folgt baraus, bas ers mit
feinem fd>weiü bemalen muü unb ben DerlujF gebulben, bie
alten h^bens electrum geheimen unb ift ber recht nam, bie
jungen hei^ents jtlber, bas ijF ber unrecht nam, bie alten
feinb on fchaben barnon Fomen, ban jle tyabtm Fent, bie
jungen mit fchaben, ben fte h<*bens nit Fent,
Hun ift in ber alchimei ein folcher brauch, bas man für
unb für fucht auf gut hofnung, mit bem felbigen ijF nun
Don artijFen Derftanben worben, ben ax^tnicnm ju ftgiren
unb in 3U transmutiren in ein anber wefen, bamit, ob er
möchte befifer fein ober werben, bamit auch mer mit im aus-
geriet mürbe, aus bem bat nun gefolget bas reDerberiren
auf ben arfenicum unb circuliren in reDerberatorio arun*
bineo, etlich wochen lang, auch in anber weg berglei*
chen, fo ijF ber arfenic geworben als ein corall, rot, fchön,
gleich als ein rot glas, mit herti unb mit gletti unb mit bem
$erfpringen, Don bifes arfeniFs tugent ift nichts in ber ar$*
vii, 209 nei, alein auf bie electra, wie obgemelt ift, fo ift auch wei*
ter mit im gehanbelt worben auf anber praeparation burch
ben bescenfum, ift auch rot unb burch in gel worben ; ift
auch in ben Freften, wie ber obgemelt, er ift auch t>on et*
liehen praecipitirt worben unb auch in bie röte gangen,
aber Don in allen nichts nü^lichs gefunben $u bem, bas man
Derhoffet h at, als alein bie electrifch art, bie ban aus un*
wiffenheit ber artiften manchen Derfürt h<*t- barumb be*
barf es wol bas ein ieglicher in ben hingen ein gut fürfehen
m
bab, ban ber bo nic^>t non grünt auf alle namen ner*
ftet, ber fc^aft nichts. ban Me eigenfinnigen föpf mögen
auf fein grünt fomen, es muß aleln bas fein, bas fle ein
grünt faßen, was electrum fei unb anber blng mer. als ban
fo mögen fle mol nerflon bei Inen felbs, ob fle mit bem
electro mögen ausfomen ober nicht. fo Ift nld>t mlnber,
fleh begibt t>ll, bas ber arfenlf non eigner natur gölblfcb
ift unb golt ln Im b<*t, fo nun ber arttft Im fc^elben golt
unb arfenlf non elnanber gefcf>lft Ift, es fei ln einem ce*
ment, es fei tn einer projectlon ober ln anber weg, bas feb
big golt ln ein metal, fllber, fupfer ober blel $u bringen.
Iß nicht mlnber es Iß golt unb gut golt. bas aber heraus
folgt, bas ein tlnctur ober aus ber tlnctur fomen, bas Ift
nicht, fonber es Ift Im arfenlf unb llgt al ein am feigem,
fcbelben $c, nach bem unb ein legllcf>er fan unb weißt,
fonberllcb ber arfenlf non gölblfd>en orten ober non golt,
iß feiten on golt, aleln llgt es am fcbelben. fonft Ift mir
nichts mer wlffent nom arfenlco ober feinen fpeclebus,
ban wie gemelt unb $u fcbrelben gebürt, es fei $u ber ar$nel
ober artlßerel. fo fol ein legllcf>er wol nerßenblg fein unb
mit Im wol erfaren ober lafTen ßon. ban elntweber faeub
tas fan ln nöten, er Ift ln b eiben $u gefcfnft, wo man aus
ber orbnung unb feinem rechten proceß fompt. ban man
muß nur Im nacbfolgen ; er folgt fonß ntemants nach*
175
ÜD $el>enb capitel.
Don dem toctoro, bae ift
üom nmnftein wnb feinen
ttigenben unb Preften.
3.
ändere Aufarbeitung über den (Terpentin
famt einer (unbeenbigten) 2tbb«nblung
über den §onig.
P.-W. II. 12
177
:
: ^ ‘ .
'
VII, 210
Dom terpentin*
&as erft capitel*
3wm erften l>at mich gut angefehen, in fonberheit sw
fchreiben bie eigenfchaft bes terpentins* ban bo ift ein fon-
berüchs gewechs für alle andere tewtfche bewme, wnb wie
ber balfambawm ubertrift in feinem lant alle anbere bewm,
alfo ber terpentinbawm alle anbere beum in tewtfcf>en
lanben*
@o gebürt es fleh, sw fchreiben bie flwnt unb seit bes ent-
pfahens unb abbrechens ber hingen, fo mir nom terpentin
gebrauchen, bie nicht sw allen ftunben sw nemen fein, fon-
ber nach ber himlifchen conftellation unb inflwens bas fei-
big su nolenben* barumb erfllich ber arst fol ein aftrono-
mws fein unb nach wnberweifwng ber aftronomifchen in-
clination bie felb ftunbe erlernen unb on bie felb nichts an-
Swfahen. ban fo gewaltig ifl bie himlifch wirfwng, bas fein
arst nit nolfomen in irer freften fein mag, es werbe ban
bife coniunction non bem obfernirt* unb wo bas nicht be*
fchicht,fo folgt ban, bas etwan ein arsnei freftig ift unb et-
wan bie anber nit unb feinb hoch beibe in bem garten ge-
wachfen, aber nicht in himlifcher wirfung abbrochen ober
gewonnen* unb nernempt alfo bas ej?empel*
Cfr fehet, wie bas fo mancherlei art bie frücf>t non natur
wachfen unb ein iegliche fyon der färben und fpecu*
Uren aureo® monte® in ^ifpania. $u dem da® die apoteFer
fo falfch und betrieglich fein, da® fle die polfter doctore®
am narrenfeil umbjiehen, fprechen da® ift da®, fo fpricht
doctor gümpel, ja mein her apoteFer, e® ift war. alfo geucht
ein narr den andern, da® ift der apoteFer quid pro quo, $eigt
dem polfter doctor merdam pro balfamo ; gefegen® got den
FranFen, die under iren b^ben ügen.
181
©o were es auch trol non nöten nach bem b tauch bet
alten fctibenten, bas man non bet complepion bes tetpen*
tins fütbielte. fo ligt abet nichts an bet felbigen, ban bie
feuchte tritft nichts in bem tetpentin, auch bie ttüfne
nichts, aud> trebet b*$ noch feite, tempetitung,
ban in bifen allen tritb in bet at^nei fein btsputation ge*
galten, abet bomit its triftent, fo feinb es magnalta gottes,
alfo bas bie atcanen \>k follen bettacbt tretben, in benen
bie tetpentinifcben fteft Itgen, unangefeben bet riet com*
plepones. nattbeit tfts, ein bing fucben, bo nichts tft unb
alfo in luft atguiten. fo trete bocb trol ron nöten ron bet
fubftanj ein tebe $u halten, trotnmb tetpentin in bat* 0e*
palt befcbaffen trete unb nicht auf metcutta Itfcb, metal-
lifcb :c. ift bie utfacb : alles bas got befcbaffen bat, bat et
bie fubftanj geben, bem gleich 5« bem es gebött, unb bas
bie fubftan$ unb aveannm gleicbfötmig fein in itet ope*
tation, als treib unb mann gegen einanbet suuetgleicben
feinb.
£)as anbet capitel,
uom tetpentin.
\$ie ich im etften capitel gemelt bab, bas ein at$t fol
afttonomiam netften, bomit bas et trifte, trän ein bing fol
abgenomen tretben unb nicht nach bem gemeinen btaueb
ben jenigen nach, t>ie bo abbteeben, trän fte bat^u fomen,
trie bie apotefet pflegen, fonbet nach bet funft ein iebets
befonbet famlen, auf bas es in bet felben ftaft fei unb
bleibe, in bie fte got befebaffen bat, nicht alein im tetpen*
viii, 214 tin, fonbet in einem ietlicben getred>s. ban nembt ein
epempel. bVPer*ccm tteibt alle trütm aus bem leib, bocb
abet bas fte gebtoeben tretbe nach feinet conftellation unb
infiuens. fo bas nicht gefebiebt, fo folget aus bem, bas auch
bie at;t nicht retmögen, bie trütm aus bem menfeben $u
tteiben. alfo muffen mit febanben beften bie polftet boc*
182
tores unb ire apotefer. ße geben bie arsnet reol, aber nicht
nach ber inßuen$, fonber nach irer beanifchen vom, bie
md> t weiter gen fd>ul get, ban non ben partefen $u ben
cafalia. fold>es fag ich barumb su einem epempel, bas
in bem terpentin große freft feinb ; fo ein oolfomener ar$t
ben felbigen colligirt, als ban werben feine magnalia be*
reifen.
Unb merfent $um erßen bas er iß ein rechter natürlicher
balfam. reas toter cörper bomit gefalbet reerben nnb ana*
tomißrt, bas faulet nimer. nicht alein reas non ßeifd> iß/
als menfchen ober tuch, fonber auch freuter unb hol$* bar*
umb nicht unbtUich ber terpentin für einen treßichen bal*
fam geachtet fol reerben. ban nil alter h^tt>nifcher cörper
ber Römern, auch ber «Erierifchen ßnb im terpentin nertra*
gen reorben unb balfamirt, beren nach nil ICO jaren un*
nerfert erfunben feinb, mit fampt etlichen fleibung auch
unnerlejt bliben. barumb fo bie aßronomei norbehalten
reirb, reie ße ban in ber arsnei fol norbehalten reerben, fo
feinb folch arcana in iren freften. unb fein arcanum, bas
an im felbs natürlich bereit iß, iß lebenbig ober freftig, es
fei ban in einem rechten seichen abgebrochen, fonß iß es
gleich wie ein fei, bie nom leib fcheibet. barumb laß bid>
nit oerreunbern, bas ich euch bas anseige unb lerne, es be*
fchicht barumb non mir, bas ir follent mit ganzer arsnet
hantlen unb nicht reie ber baur bas hett abmehet, rean es
im unb ber fuhr gelegen iß. ban bauch füllen unb franf*
heit nertreiben iß zweierlei, abmehen sum eften unb ab*
brechen ber arjnei iß auch zweierlei, fehet an bie fürßd>ti*
feit ber h<*faer, ber jimmerleut ac. bie felbigen gewinnen
iren leim unb flauen ab ire beume nach gereifter conßella*
tion, fo reachfen feine grillen im leimen nicht, reeber im
ofen, noch fonß, auch in felbigen beumen fein reurrn nicht,
unb noch weht conßeUation ßnb, fo man hol; bar*
innen h auet, bas reeber fchreint noch sunimpt. folcher
m
VII, 215 frcftc unb impreffionee ßnb nocß mer, feie t>on 6er aßro«
nomei erjelt werben. wo Aber bie ßunt nicßt obferttirt
wirb, bo trieb bie felbe fraft nicßt fein. bArumb ßnb aueß
t>ii reccpt, bie non ben ApoteEern fAlfcß gentAcßt werben,
«nb weber fie nocß ire boctoree bAe wenigße nicßt »erften,
bAn fte fei» cAtonißen unb grammatißen unb pArteEen*
fcßßtjen, in welker büeßern folgte Aßronomifcße Eünft nicßt
begriffen werben.
£>ArAuf nun fo nterEet, bAe bie tugent, fo in bem terpen-
tin ift, in folcßer geftAlt in bem ßimel coniungirt mit ber
ßimltfcßen confluen? groß unb merEIicß finb. ale nemlicß,
bAö ber terpentin ein natürlicher warßafter bAlfAm iß unb
nie ringer nocß weniger ;u Aisten, Ale ber inbtanifeße unb
mit ber lungen jeit, fo empfaßet er ein Anber wefen An ßcß
in ber bAlfamAtton, bAe er bem Anbern gleicßmeßig wirb.
Aber in ber prob fo gibt er bie terpentinifcß Art, im felbigen
feßeibet er fiel) vom inbiAnifcßen bAlfAm. Alfo ßat er jwen
nAmen. fo er naeß ber balfamifcßen influenj gefAmlet wirb,
fo ßeißt er bAlfAm oom botin, fo er Aber nicht naeß ber
tnfluem gefAmlet wirb, fo beißet er terpentinA, Auf teutfeh
lercßenßArj.
2llfo fol ber terpentin in feiner tugent befeßriben wer»
ben, bue zweierlei Ereft 6a feinb. bie ein ErAft iß beßenbig,
nimbt bie Art vom bAlfAm An ßcß, bie Anber iß unbeßenbig,
ßat ber balfamifcßen Ereft nit. bArumb merEen bAe epempel.
ber bAlfAm t>on botin purgirt, aueß ber terpentin ; ber bah
fAm Aber purgirt mit ber formA fpecißcA, ber terpentin
purgirt Aue flßfitger nAtur. nun iß ein unberfeßeit in bifer
wirEung. wac »Acß balfamifcßer Art wirEt, bAe nimpt »ob
Eomen ßinweg, Alfo bAe Eein corruption ßernAcß folget,
fonber mAcßet bie gltber unzerbrechlich unb beßut ße t>or
feulung. bie Anbern t>om terpentin mag folcße nit »olbrin«
gen. Aber ir foUent AufmerEen, bieweil fo t>il betrieger in
ber Arznei feinb, bAe nießt einer fprecß, er ßAbe ben bAlfAm,
18*
fo er nur ben terpentin b<*t, fcamit bas ir nicht betrogen
wert, auf bis mein anseigen. ban fo gotlos feinb bie arste
iest s« meinen seiten, bas jle frenenlicb Hegen b6rfen non
bes nerbampten gewins wegen, bas fle jld> mit leib unb fei
bem teufel nerpfenben, bamit man inen glauben gebe« es
muß nur ein {etlicher auf fld> feibs flauen, ban bei ber vn,2i6
oberfeit ift fein fürßcbtifeit in folgen hingen.
Wie ich euch nun b<*be fürgebalten, foüent ir auch wif*
fen, bas auch ber terpentin außerhalb ber balfamifcben
impreflton bie rechte seit feiner seitigung mit großem ner*
ftant auch foi behalten werben, ban wo er nicht recht ge*
faßt wirb, bas er nicht in feinen freften nolfomen ift. fon*
ber fo er genofien wirb, fo gibt er baucbflüß, grimen,
barnwinben, treibt ben afterbarm aus unb anber berglei*
eben böfe eigenfehaften mer, bie er bureb bie unnerftanben*
heit ber vermeinten boctoren unb apotefern erlangt, unb
im gefehlt gleich wie einer milch bie fleh *ent, bricht, topfet
wirb unb fauer :c. alfo begegnet es im im leib auch wit
folgern terpentin.
£>is feinb nun bie fecreta ber arsnei, bie ein arst bei im
infonberheit behalten foi als ein h^uptftuf ber pbiiofopbei,
weiches bie anber feul ift auf bie arsnei. ban welcher ber
pbiiofopbei nicht ergrünbet ift (ich meine nicht moralem
noch ethicam, noch anber gugelfur, bamit fleh Erasmus
geübt unb umbtreibt) wie fleh bie natürlichen frefte leicb*
tern, ber gibt eben ban ein arst, wie ein femigfeger einen
bedfenfneebt. ban alfo foi ber arst grünt fein, ber ber arsnei
wol wil anßeben.
£)as britt capitel
vom terpentin.
£>amit ir pbilofopbiam vom terpentin recht nerftanben,
non wannen unb wie er geboren wirb, unb bas, wiewol es
nicht non n$ten wer pbilofopbiam fo weit ansutaßen, ge*
XS5
fcfnd>t aue ber urfach, bae phyftca baburch erBent merbe,
alfo bae t>ie BranBheit mttfampt ber philofophei in du
eigne concorbans Bornen, auf bae eine bae anber beclartre
unb bie arsnei nolBomen mache. unb ob ich gleichmol nicht
nach inhalt ber alten fcribenten, nickte follen, ben
felben brauch obfertnre, gefdncht aue ber urfach/ bae ire
eigne praeparation bie alten meiber probiren muffen, ban
ir fchrift feinb rapfobien. bae ift ein rapfobue, bae einer
vii. 217 höret, fcf>reibte an, meift nicht ifte erlogen ober mar, gibt
im ein ferble wie gibt bae natür¬
liche liecht ein gut enbe ; bae ift nun ultima materia, hoch
mit ber unberfcheit in bem e^empel. ber famen smingt unb
treibt aue im, mae in im ift ; bae Bint tyat Bein treiber nit>
fonber bie ftiegenben ftnn. nun man ber felbige fam gefeet
mirb, fo maebfet er in ultimam materiam, unb ein ietlich
bing, bae in im ift, bae fcheibet ftd> non bem anbern. alfo
gemint ein ietlic^e an bem felben gemeche ein befonbere
natur ; ein anbere in ber murren, ein anbere in blumen :c.
alfo merBet nom terpentin auch, bae fte samen rinnen, non
allen feinen glibern bee bäume gehent. unb miemol ee
186
unber einer fubffonj gefehen wirb, fo i$« bod> nit ein fub-
ffon$, fonber mereriei corpora» $u gleicher wei« ai« ir fehet
in ber geberung be« eifen«, nit ein corpu« ba if* fonber mer,
al« fPahel unb eifen :c» alfo hie ift ber baifam in terpentin
auch uermifchet, ein impreffion i$, fle ^gewinnen «nb
coliigiren, aber noch if* bie fchetbung nicht bo ; ba« feibig
lernt bie brit feul ber ar$nei, nemlicb bie Punft aichimia,
nicht bie aichimei, bie bo gebraucht wirb ftlber unb golt $u
machen, ban alle lenber t>oi folcber buben erfult ftnb, fow
ber bie alcbimia mein ich, bie bo lernt non etnanber fcbeiben
ein ietlich myfterium in fein fonber referoacuium» nicht in
ber geftait, ba« e« burch bifliliiren befchehe, fonber one feur
unb jerbrechung feine« corpu«, al« ban fo wirb t>on ein-
anber gebracht ber balfam unb terpentin, wie ftlber unb vur2t8
fchlacfen»
V7un wie ich habe t>or angejeigt, wie au« bem famen
bife bing wachfen, fo feinb £ fluPe, bie ben famen perftcirn»
nemlich ba« geftirn am erßen burch ir influen$, alfo ba« ber
fame ba« geftirn an ftch peucht, wie ber magnet ba« eifen»
nun $u gleicherwei« wie ber magnet ein befonbere eigen-
fchaft hat, ba« eifen an ftch 5« Riehen unb fon# nicht« mer,
alfo hat ber fame auch fein eigenfchaft, alein an ftch
Riehen bie balfamifchen geftirn» barau« folgt nun ber bal¬
fam, ber ligt im terpentin, wie ber Pern in ber nu^fchalen.
fo tni würPet ba« gefiirn im terpentin» unb fo er folt ge-
pflanzet werben, fol er gefegt werben unber bie felbige
infiuen$»
ÜDie anber Praft, bie ben terpentin herfür bringt, ift ber
liquor terrae, ber felbige wirb auch non bem terpentin an
ftch ö^ogen al« fein fpei« unb tranP» unb if* bie feibig
fpei«, bie auch t>on ber tnfiuen$ erhalten wirb ; au« ber
felben nimbt er ba« corpu« unb fein wefentiich fubflans,
in ber er erfunben wirb» alfo ifP fei unb leib in ein« in¬
famen Pomen»
187
3 um britten fo ift bie wirfwng bo von ber fonnen, nich t
als ein aftrum, fonber als ein feur, bas bie natürliche um
fletifeit ver^eret, welche burch fein Fünft bes feurs mögen
neueret werben, ban urfach, es würbe gar alles verwert
unb bo blibe nip.
3um vierten, fo ift fein alter ba, bas ift, fein termin.
bas ift fovil als bie ftunt, barinnen es got volFomen macht
unb weiter mit bifem ftude nichts mer h^titlen wil, fonber
beftld>t0 bem menfchen in fein gewalt, bas felbig bomit $u
tun, war$u ers befchaffen unb geben h<*t« wie ein bedfe,
ber fein brot vor bem ofen verkauft, alfo Fompt ber ter*
pentin her unb beftnt fleh, bas ber baifammer in ben eften,
ban im ftamen bes baums unb mer in ben locuftis, ban in
ben anberen teilen ligt, in ber fcheibung beweift es (Ich
alles, alfo merFen nun bas ber terpentin mit feiner eigen*
fchaft am Freftigften ift, wan er plantirt wirb nach ber
bimlifchen influens unb noch befler, fo er transplantirt
wirb, aus urfach, bie influen$ \>at iw gefeet an fein be*
quem ort, unb wo er gefeet wirb von ber influen^ an fein
bequem ort, ba ift fein befte terreftritet, unb fo er von ber
felbigen transplantirt wirb auf bem felbigen bo ben gericht
nach bem borealifchen wint, bemnach wiberumb trans*
vii, 219 plantirt in auftralifchen wint nach feinem beftimpten alter,
ber ift ban am reichften im balfam. alfo ift machina munbi
in irer wirFung, bie ban ber ar$t wiffen fol, er fei ban ein
vagant ober ein arsFra^er ober bergleichen ein ftörer.
£as viert capitel
vom terpentin.
)£>ie ir bisher vernomen h<*b* bas herFomen bes ter*
pentins auch mit feiner volFomenen erFantnuft, als ftahel
unb eifen, folt ir fürhin merFen, bas bie fcheibung balfami
unb terpentinae von einanber bem felben nachfolgenb
ISS
breierlei pro$e#, brei 4uf ben balfam unb brei 4uf ben ter*
pentin unb bod> 4uf ein pro$e#. 4lfo Fomen bie Freft 4us
bem b4if4m in irer gr4birung, 4ucf> bes terpentins, b4tnit
b4S ein ietltcf>e Fr4ft in feinem befonberen corpus un^erütt
#4nt.
V7un ift nit weniger, ftd> werben t>il berümen, wie fte
n4ct>folgenber unberweifung unb Funft fcf>on vol ftnb, 4uci>
on gebre#en, 4uf bem n4gel 4uswenbig wiffen. t>or folgen
leuten fol ftcf> ein ieber t>erw4ren. liegen i# bei inen ge*
meiner b4n brot effen. etlid> ftnb boctores, 4uc^> b4lbirer
unb 4nber ungejifer bes gleichen in ber 4r$nei. fte l4ffen
inen Öfen unteren, fte fteUen ben tmlc4num in b4S werF,
fte ^>4lten l4bor4nten, fte m4d>en 4tl>4n4r, fte reben rom
re4lg4r. unb non was Fünften m4n inen fagt, fo ftnbs inen
4U gemein, b4s fte es 4lles 4n fcl>ui>en ?erbrocf>en l>4ben.
unb i# weber meiner nocl> l4bor4nt eines Pfifferlings nit
wert, unb liegen inen felbs unb 4nbern leuten iren b4Ucf>
t>ol. 4uf folcl>es gebürt ftcf> wol, b4s inen burcf> niem4nts,
weber b4S merift nocf> b4s wenige# in recepten fürgef<£ri*
ben ober gelernet würbe, b4mit b4S fte ben felben betrug
in ber 4r$nei nicf>t br4ucl>en möchten unb mit iren lügen
meine bücf>er unbefc^iffen unb unbetrogen liefen. 4ber t>on
wegen bes gerechten 4r;ts unb noturft ber Fr4nFen, |>4b
id> s bod> nid>t unberkffen wöllen unb befücf>s ben felben.
bieweil liegen unb ber f4lfcl> gut $u erFennen feinb im fei*
bigen, in bem fte feinb, m4g nmn ftcf> wol uor inen l>üten.
£)4r4uf fo folgt nun 4m erften bie fd>etbung b4lf4mi
unb terpentin4e t>on ein4nber in ber geftolt. fo nun ber
terpentin gef4#t ift, non ftunt 4n in ber felben ftunt fol er
in ein fe#lin geton werben unb 4ngefüllet bis 4n fpuntvn,22o
unb non ftunt 4n fejen in ein fimum bigeftum 4uf b4S
^>4lbe teil, fo gifd>t er non feiner unreiniFeit wie ein wein
ober moft. unb 4ls b4n n4cf> bifer oper4tion, fol er 4lfo
W4rm in ein ffaccum gegoffen werben burc|> einen tred>ter,
l$9
fo fd>etfc>en ftd> $mo färben non einander, ein lauter in ber
höbe unb bie trübe in ber nibere. bis laß auf 60 f fcunb bi*
geriren unb bas feib im erften grab ber merm, ausgeteilt
nach ben 12 grabus. bie ober färb ift biapbanifcb, bie feib
ift ber baifam, fo weit fld> bie feibig perfpicuitet erzeigt,
bas anber unberb^ib ber feiben ift terpentina pura. alfo
ift fequeßratio bifer 2 förper non einanber als bes ftabeis
nom eifen. barauf merf ent, bas in bem baifam munberbar*
liebe große fecreta feinb unb nii mer, ban id> erfaren b<*b
barnon ober erfaren mag bei meinen tagen, aber ber cp
perien$ tnere mol nach $u geben, fo bie ar$t bie franfbeiten
als lieb betten ße $ut>ertreiben, als bas gelt aus bem beutel
$u loden, ober bas fle ba$u geboten mürben, bas fle bie
felbigen mürben, barfür fte ßcb ausgeben, es muß ein
fcbufter fein erfarenbeit b<*ben, bes man bocb mol geraten
mag, unb ber arjt, ber fein erfarung nit b<*t, bem iß ber
leib befolen, ben er $um tot arjneiet burcb feine unmiffen*
beit, baraus bie fpricbmort entfprungen fein Felberarjt,
boctor ßarmabei, meifter gimpel. bife namen erbenfen bie
bauren aus ben merfen ber feiben arjten.
Hun merfen fürbin, mie tcb anfenglicb ausgeteilt b<*be
breierlei brot $u effen im terpentin ; brei im baifam, ber*
gleichen auch brei im terpentin. ein brot $u effen unb ein
laborirung, aber $mo in ber bescription, bas ift, ein anber
recept auf bie balfamifcb art, ein anber re$ept in bes ter*
pentins eigenfcbaften ; mo tyin ber terpentin gut iß, im
felbigen noch tnl mer ber baifam. ber baifam mit ber un*
berfcbett, bas er miberßet ben imprimirten ftantycitcn,
bie von tyimltffycz inßuen; entfpringen. ban mas ber b**
mel eiten feinb, bie nid>t aftraiifd) ge*
funben werben, bas vertreibt ber terpenttn gnugfam.
2Ufo nun fürinn folgern ^ernad> bie reeepten, wie unb
wie tnl wege ber balfam unb terpentin *u nu£ gebracht
werben mit fampt tren bescriptionibus unb fonberen no*
minibue, babei ein iegiid>s für ftd> feibs ernennet möge
werben unb nad> bem feibigen ausiegung irer heften unb
bie feiben $ivo art, bie befc^reibung unb bie ausiegung
unber zweien namen begriffen. <$um erften) bie befd>rei*
bung mit bem namen iumen apoti>ecariorum maiorum
ober iumen aicf>imiftarum praeparationum. $um anbern bie
erfierung unber bem namen beciaratio. unb non wegen
bes erften namens bas maius inn^u gefegt ift, ift aus ber
urfa$ beferen, bas bie fubier unb fuppenwüft, bas ftnb
bie apotefer wie ie?t in allen apotefen erfcf>einen, erfant
werben t>or ben maioribus, unb ben namen alc^imiftarum
besaiten foilen non ben feparationibus, weid>e bie prob
bariegt. aifo werben bie faifd>en unb gerechten apotefer
t>on einanber erfant burd> bas iumen apoti>ecariorum on
ben namen maiorum ben fubiern angelegt, maiorum aber,
maioribus $ugelegt, t>on wegen ber grüntiie^en unb ge*
rechten erfaren^eit. ban ob gieid>woi tni 100 jar bas ait
iumen gewert £at mit feinen fubiern, befto größer fc^anbe
ifts allen ar^ten, bas fte 3of>annes in eobem bleiben.
£uraen apotl>ecariorum
fpagirotum*
£)ae erft capltel
von bem balfam bes terpentlne.
£)efcrlptlo trlpoltton botlnl ftflulatt : rec. bee obgemelten
balfams ein inerling, colcotar farreptl $wel lot, gajfer
ein l>alb lot, mtfd>8 $uf amen, blgerlre fo lang bis ein für*
nlfflfd>e art überFomme, barnacl) felge ee burd>, bemalte.
£rlpoltton cancrenum wirb alfo: rec. balfaml botlnl
fünf lot, olel martte jwel lot, $uccarl faturntnl ein lot,
btgerlrs auf ben neunten tag.
ütin anber recept, genannt trapenum magnum : rec.
balfaml llb. \, olel be arfenlco tner lot, la# blgerlren ble
ln fein gleiche fubftanj, als ban bemalte.
192
ttan dem fyomg»
£>as erfle capitel*
5« betreiben bas mefen unb etgenfd>aft bes haft
ber felben gemechs magneten. barbei follent ir auch mer-
len, bas in einer ieben prima materia alles barin perfamlet
ift, bas 3» ben gemechfen gehört* als man allerlei färben
infamen goffen mürben «nb nur eine gefehen unb ftnb
hoch alle ba* ober mie ein fame, ber fyoli ift, ber Wetter ift,
ber eft ift, nit gegenmertig fonber mit ber seit, fo er aus-
mechft, fo erfcheint bas alles* alfo follt ir auch wiffen, bas
in ber prima materia rerum ber gleichen ein compofttum
ift, aus bem gezogen mirb pon allerlei gemechs in ein feg-
lichs, bas im sugehört. alfo mirb auch t t>at, fo ernahet ftch
ber glens unb mit bem felbigen entfpringen bie gemechs in
iren blumen unb fleilen fich SU einer poifomenheit,unb aus
eigner angeborner natur treibts ber mon aus bem ertrich
in bie gemechs, gleich als ein regen, ber auf bie erben feit
unb übergeufft alle gemechs* unb alfo ift ber mon, ber in ber
erben primam materiam über ftch treibt, wie bas gemülf
ben regen unber ftch* Wfo befreftigen ftch bie gemechs mit
irer natur unb etgenfchaft*
Ylnn folgt aber meiter, ob gieichmol ber mon fein becoc- vn,223
tion polbracht fyat, noch ifts nicht, bas es fein fol* fonber
P.-W. II. 13
193
t>ie fonne ift bie anber wirEung, treibe ju morgens an«
faJ>et, fo balb ftc aufgehet. unb was bet mon l>etju getri»
ben hat, bas jeud>t bie fonn hinaufwerts an (Id;, tüte ein
mAgtiet bas eifert, uttb befrefttgt ben ftengel obet (tarnen
mit bet felben materia, fo aus bem mon bereit ift, alfo bas
bo bet ftengel ober ftamen mit ber georbneten jett Eome in
bas enbe, bartu es befciiaffcti ift. alfo teglid) jeud>t bie fonn
ben felbigen liquorem an (Ich, ban teglich ift ber mon auch
in feiner wirEung. babeifoUentir tniffen, bas auch ber regen
an bem ort fot>il nuj ift unb gilt bas burch in bie materia
bes mons gelinbert unb fubtiler praeparirt mag werben,
bie fonft bittre halben im monb erftiEte. tüte ftd> alba bie
miptur liquoris unb bes regens nad> irer bunne ober bi de
üereinigent, alfo wirb bas felbige jar bas hontg bid ober
bünn ober nad> bes felben lanbes eigenfdtaft, ob es bart
ober fubttl fei ober wie ber mon in feiner Operation ge«
naturt.
2lud> bergleidjen fo follent ir üerftei>en, bas bas dortig
in feinem wefen unb erften materia ift reftna terrae, nit
aller blumen ober getüecfefen, fonber etliche reflna ift gum«
mi, etliche har?, etliche fd> tüefel unb pech, etliche in anberer
geftalt. alfo ift aber bae, bas in ben blumen unb locuften
wach(I, welche in honigs form unb geftalt empfangen wirb
unb ift noch nit in feiner ultima materia, burch ben mon
unb fonnett; ban bie 2 planeten mögen nichte perfteirn
aufe enb, fonber mit fampt ber himlifchen ganjen wirEung,
welche ir alfo üerften follent. fo nun bas geweche auf«
ftehet in fein (tarnen unb hat ben liquorem in ime burch
ben monbe bereit, unb alfo ein irbifcher regen bie fuper«
(teies ber erben begofien unb üon ber fonnen burch ben
ganzen (tarnen gejogen unb ausgeteilt, fo folgt hernach
bie britte Operation, bas ift bie ae(tiüalifd>e influenj, bie ba
gefünbert ift üon fonn unb üon mon, biefelb üerftanben
in ber geftalt, bas fle gleich üer(tanben wirb, als wenn ein
t>erfd>iojfen glas, barinnen etwas were, ftünbe in einer
tnarmen ftwben unb bas in bem feiben glas bereit jtd> uf
fein enbe. alfo fielet ber blume ober bas gewechs wf ber
erben in ber himlifd>en ftuben, barinne gehet nun bie britte
bereitung an, als bie erfte burd> ben mon, bie anbere burd>
bie fonne, bie britte burch bas aftrum aeftiuale. gleich wie vii,224
in einem roßmift bigerirt wirb homunculus ober frumen*
torum fanguis zc. unb burch bie felbigen influen$, bie
ba teglid) wirfet, macht alle tag mer unb mer ^>onig unb
wirb für unb für non immen hinweg getragen, alfo was
teglid) wirb, bas tragen ße teglich hinweg unb bie natur
wirft alle mal fotnl an bie ftatt.
?Ufo merfent, bas bas honig erftlich nichts ift, ban irbi*
fd>er fpiritus, unb aber fo bie aeftioalifct) influen; fompt,
fo macht ße einen fpiritum corporalem, bas ift ber fpiritus
wirb leiblich, ber in fonn unb mon ein irbifcf>er geift ge«
wefen ift, unb heißt als ban, fo er alfo leiblich worben iß,
materia materiata ober fpiritus corporalis, ben feiben mö*
gen nemlich bie immen unb ben feiben tragen an ire ftatt.
£)as ift aber nun bie erfte materia materiata, ban l>onig
unb wachs ift bei einanber. fo aber bas feibig gefd>eiben
wirb, auch wie ftahel unb eifen non ein anber, unb ban
beißt es feparatum corporale aus ber materia materiata.
alfo nerftanben nun, wie bie in circulatorio
ober pellicano circuliren ben fpiritum tuni, alfo circulirt
auch bas aftrum aeftinale, bas iiquibum in ben natürlichen
gewed)fen. alfo entfpringt bas honig aus ber erben in bie
materiam materiatam, bas ift bis in bas fubiectum ber
immen. unb was materia materiata ift, bas ift fubiectum
bes felbigen, bas bas felbige weiter $u bereiten unberftet.
als ein bing, bas noch nid)t perfect iß, fonber burcb ein
anbers muß in bie ftat ber perßcirung gebracht werben,
alfo ift es in ben natürlichen hingen, ein iegliches fpectes
ein fubiectum bes merern. uom geßirn an, bis auf bas
13*
195
lebendige entpftntliche tier, vom felbigen bis an bae t>er*
nunfttge, vom felben bie in bk nurhwg bee tote, ber alle
btng verwert unb tniber macht am einem tegltchen, bae ee
vov tuae; nickte roae ee t>or, nickte wa& ee barnach» alfo
befchlie^en ftd> alle bing in ntd>te, ban nickte roae ee vov
auch.
£)ae anbet capitel
t>om tyonig.
£>tetnetl ich nom l>ontg l>ab angefangen ju fchretben, fo
folt it tntffen, baf$ bie natur in irer tturfrmg bermafjen ge-
naturt ift, bae fte all mal bae gröbift $u boben fe?t wnb bae
reiner unb fubtiler in bie höhe treibet, aue bem entfpringt
nun ^>te auch ber gleichen, bae breierlei honig in einem ge?
tned>e ftnb, bae unberft, bae mittelft unb bae oberft, bae
oberfte bae fud>en bie immen, bae ligt nun in blumen unb
in ber bluft unb in ben locuften, an bem felben ort fud>ene
bie immen, in ben mittlern unb unbern fudt>en fte nickte,
aletn ee fei ban, bae fte bee oberen nit genug ftnben, aue
bem obern $u fud>en, ale ban graben fte tiefer gegen bem
boben, bae ifi gegen ber murren ?u. aue bem folget nun
ein gröbere art bee Könige unb bee tt>ad>e ; alfo treibt fte
ber junger, ir junger ift bie bereitung bee Könige in ber
geftalt, fte effene, ee tf* ire fpeife, ee ift manna, ee ift and >
teneriabin, ee ift auch lorcha, ee ift auch tronoffa; bae ift
ire fpeife, bie fte effen aue benen blumen unb ftnben fte in
ben blumen unb locuften, gleich tnie ein botter in einer
eierfchalen gefunben ttnrt,
0o fte nun alfo bae felbtge $u irem junger gebrauchen,
fo folgt aue bem felbigen, bae fte emunctoria haben, ba
burch fte ire egeftionee auetuerfen, welche ftch teilen in $wen
teil, in ben einen bae wache, in ben anbern bae hemtg,
ale bei ben tieren breuchig ift, nemlich bie ftercora unb
urinae auef>er $u werfen nom leib, btewetl nun ir über
196
flud von ber manna ift unb tereniabin :c, fo geben fie
bonig unb wachs, bas beuen jle aus ben blumen unb locw
ftis aus unb tragens in ir b^berg alfo gebeuet. nun ift bie
obrid praeparation natürlicbs geftirnes, manna, lorcba,
tronoffa ; non benen werben nun bonig unb wachs* aber
nicht bas alfo in blumen ober locuftis wacbfen, fonber
burcb ben magen ber immen, ber felbige ift ber ar ebene ber
non ber natur bie bing in ein folcbes $u transmutiren in
bonig unb wachs praebeftinirt id unb praebedinatio mud
bas geben, bie in ber natürlichen wirFung liget, fonft ifts
on ben arebeum $u werben nit möglich* ban anberft jlnb
bie ejxrementa ber menfeben, anberft bes uicbs, anberft vn, 226
auch ber immen. unb wie fie flnb, fo flnb fie bermaden ge*
febaffen $u nu$ eines anbern, als bes nieebe ejrcrement $u
ben matten unb wifen, alfo auch ber immen ejxrement $u
ben fernen unb ar^neien. ban manna ift bie böcbfte fpeis, ift
bas marF ber locuften ; tereniabin ift bie anber fpeid unb
id bie aufgeworfene feilte ber manna, wie ein fcbmalj t>on
einer fuppen. lorcba ift bie gan$e füde ber locuden, bis an
bie leren fubdan$. tronoffa ift ber gan$e tau, ber jtcb fon*
berlicb fei$t unb aus bem luft geboren wirb, anderthalb
ben locuftis von immen gefugt, als ein regen ber an eim
ort niberfalt unb am anbern nit.
Hun in ben hingen allen fo ift auch ein unberfebeit, bie
in ber pbvffca hoch 3« betrachten ift. ban was aus einem
anberen bing Fompt, ift mit ber unberfebeit gegen bem, bas
auch aus einem anbern Fompt, unb ein iegiiebs b^Fet ftd>
auf bie natur, non beren es am tuenden bat. als bie blu=
men ber linben geben ein anbers wefen, ein anbers bie
blumen ber buchen, ein anbers bie blumen ber eichen, bas
flnb alles grobe beurifebe fpeis ber immen. ban iren finb
zweierlei, ebel unb unebel, auch burgerifcb, als bie ftcb be=
belfent in ber wilbe, bie flnb grober beurifeber art, bie
geben ein hart, ftarFs, grobes bonig unb wachs, Fernbaft
197
unb werbaft. ban bie bauren fein bie erflen unb bleiben
auch bte lebten. bas ftnb nun bie eblen immen, bie ftc^> be-
Reifen in ben antberis, bas tft, in rofen, gtlgen unb ber-
gleicben gegierten blumen, bife geben bas eblef^ bonig unb
wachs, gut wum fufien metb unb $u fubtilen pflatfern.
t>emn&d> entfprtngen non ben beurifeben immen unb non
ben abeltcben ein b^at, bas ifl, ein mittel wwtfcben ben
eblen unb ben bauten, bie Hauben ir bonig aus, ein ieg-
lieb® na etlichen, bie hoch nerflenbtg geaebt
werben ausgelegt wirb, bas bettfcbrecFen fein fpetfe fol ge-
19$
tuefen fein, tue ire eigen torl>eit nit verfcl>weigen mögen,
fonber burd> ir wolge^irt latein bringent fie ir eigen tor*
Heit unb fantaflerei Herfür, als Cferonymus, Erasmus unb
vil ber neuen propHeten, bie im latein vermert feinb ; fle
feinb unber ben blinben eineugig unb nit sweieugtg, Fön*
nen etwas unb bod> nicHt vil.
£>as brit capitel
vom Honig.
Hun merFent fürtinn weiter von bem ampt unb geben
ber immen. wie nun bie felbigen, als offenbar ifl, ire wo*
nung machen, barin fte ire arbeit verbringen, fo nempt
eud> ein epempel für. wie bas got ber almed>tige ben men*
fcf>en f>at geben burd> ben menf(f>üc^en ftnn unb verfiant,
inen felbs genfer unb wonung in bauen unb in machen,
alfo £at ers aud> geben ben unvernünftigen tieren, bas fte
ausartirer naturinen felbsir wonung machen Fönnen unb
macf>ent. als wir feHen in einemiegiic^en gefd>lec^tber tieren,
bas ieglicHs unfein befonbere art, nad> in^ait feiner natur
unb eigenfd>aft, feiner noturft nad> im feine be^aufung
feibs macHt. bie menfd>en l>aben nichts nacH bem tnnern vn,23o
menfd>en, ber außer l>at feine bewonung. aifo bie füd>s
ire löd>er, bie vögel ire nefter, alfo bie immen ire gemeuer
unb wenbe, barin fte wonen, bie felben mauren Heißen
Honigwaben, in bem felben gemeur richten ße ire referva*
cula in , in ben fte ire praeparationes Volbringen. unb in
gleicher weis wie ber menfcH von got in ben Fünßen be*
gäbet iß unb ber felbigen ein un$al auf erben, alfo ifl aucH
bas tier begabt von ber natur von got, bas fte aus einfluß
ber natur folcHer Fünft aud> vilerlei Fönnen. unb ftnb fo
wunberbariief) in irer wirFung, bas ire FunßreicHe art nit
in ergrünben ift, aud> in Feinerlei weg aus^unemen, als
alein fo vil man Heut unb füß bei inen feße, fo möchte
199
man mol darauf Fomen, wie es suginge, one Me felben ift
t >en menfd>en nichts mögltcbs $u ergründen, alein es ginge
ban nach flnn unb nerjlant su.
2Ufo merFent nun non ben immen, aus irer natur wiffen
fie ire fpetf* $u finden, weiter gibt inen Me natur, bas fie
bas feibig auch tragen gebeut in ire l>eimmonung, bie fie
flnjler am liebten ^>aben* unb ie heimlicher in ber ftille,
ie lieber inen, unb wollen mit nickten gebinbert fein in
irer arbeit. als ban fo gibt in bie natur ein in bem felbigen,
nach Inhalt bes cirFels Unb nach ber sal ber immen bie fie
haben, alfo bas ie einer fo nil als ber anber ein bebaufung
ein geben wirb. bife austeilung bes cirFels unb ber sal tut
bie angeborne götlicbe gäbe, bie in ben immen tft non got
begabt, bas nit ein l>aus minber ober mehr in ber $al er*
funben tnirb unb nicht ein punFten mer ober Heiner be¬
baufung gefunben tnirb. fonber wunberbarlicb über alle
menfcblicbe Funft ausgeteilt non inen felbs. unb nit, bas
ein imme ber anbern auch fein haus bauet, fonber alle
faben fie an, ie einer neben bem anbern unb auf bem an¬
bern, nach beme unb im non ber manna sujlebet, nil ober
tnenig aufbauen mag.
lim elften bauen fie bas haus aus meinem tnacbs, ban
bie un^eitige manna, ober bie erfte manna ift noch nicht
gelb fonber jle empfabet bie färb erft in ber lebten auf-
bauung ber immen ; ban ie weiter im fommer, ie beffer bie
manna wirb, unb ie Herer ber fommer, ie fcböner unb ebler
vii, 229 ber bouigwaben. nun ijl bie Funft irs gebeus nicht ab su-
lernen, ban niemaber unb bte grope volle
ober groffer junger ober alters l>alben* wiewol auch ber
reif auf ben blumen unb locupis Inen fcpaben tut, bte fab
ten wlnt, auch bte böfen verwarungen* bergleichen non
ben falfd>en bienen, ble unber pe plegen unb fomen, wie
bie ratten unber ben welken unb bas unfraut In garten,
ble Inen Ir arbett brechen unb freffen, auch gar erwürgen.
Ift gleich ab unber ben menfchen, ble Perfern wtber ben
fchwechern, bie gelehrten wieber ben ungelehrten, bie getfb
liehen wiber bie weltlichen unb neit unb hap, bergleichen
unber inen.
i£s beweift pch auch an Ime felbs burch bte erfarenheit,
bas f einerlei tier erfchetnt, bie in allem bem menfchen fo
gleich feinb, ab ein vernünftig tier, ban bie bienen in tr
Unvernunft gegen bem menfchitchen $u rechnen, was bie
natürlich Weisheit antrift, es ift nicht su verneinen, fonber
burch bie erfarenheit etliche teils $u beweifen, ban pe nicht
one oberfeit fein, fonber mit orbnung unber inen felbs,
natürliches einPuffes begabet. ban ber inen geben h at, bas
pe mechanici feinb in aufrichtungberheufer, unb inen ge=
ben h<*t bie fünft, fünpler su fein unb heipen, ber hat inen
auch geben bas regiment, mechanici $u fein, auch artipces.
unb bas felbig mit ber orbnung, auf bas ber honigwaben
nach bem gütlichen willen bem menfchen in fein hant
fome, auf bas bie magnaiia bei got pretfen unb lobent
in feinen creaturen, bie er hoch mer ban wunberbarlich vob
fomen gefchaffen hat* unb alfo wenig mag ber menfch
Ire heimlifeit erfaren, bas ift, bie myfteria irer hetmiifeit, vn,23o
als wenig pe bes menfchen ergrünben mögen, unb als
wenig er inen bas irige fan nachtun, alfo wenig pe
im auch.
201
Cfmftue but ein fprucb geret, trift Aerobem an : nun
fpnd>t er ulfo, get bin unb fetgt bifem fucbs x. jo er nun
Aerobem ein fucbs bat geheißen, aus was ur fen bas
gefaben fei, merPent alfo. nemltd), alfo liflig ffl nie Pein
menfcf> worben, ber jtd> t>or bem fucbs one forg oetjlcbern
t)rtbe mögen, er fei alwegen mit feinem lifl bem mcnfci>ett
ju liflig gewefen. wo büner, gen« «nb enten oor ben Wirten
gejlanben ftnb, er bat muffen fd>abcTt non im etttpfaben .
alfo iß «oerobis berj aud> gewefen, bas felbig t>at bocb nie«
mant vergüten mögen, alfo ifl aud> ber immen beimliPeit
ber gleiten.
£>us oierb capitel
t>om bonig.
Wie ir nun gehört bubent non bem bonig, fo burcb bie
immen gemalt tnirb, foUent ir iejt nun fürbin oerßen,
bas ba jweierlei corpora bei einanber feinb, nemlicf) bonig
unb tnacj>s, fo non ber natur burcb ftcf> felbs unb burcb bie
immen ausgeteilt feinb, als bonig unb wachs, bie bo in«
einanber ftebent wie ßabel unb eifen. auf fold>es facht nun
bie mcnfdiltcbe arbeit an bas jentge, fo bie immen gemacht
buben, ju fcbeiben non ein anbet, bas intnenbig bem men*
feben nüj ift, befonber tu halten, bas anber, fo austuenbig
bem menfcben fügt, au, aus ben teufein fein fle, bes willen tun
fle. C^riftue f>at ein treflid) $eid>en bewifen, ben ar$ten
allen $u einem ejrempel, nemlid), bo er l>at bem blinben mit
fpeicf>el bie äugen auf at im gewifen, mit welchem waffer er bas felbe foüe
wiber abwafd>en, barauf ber geboren blinbe bas gefleht
empfal>en tyat. was bebeut bas anbers, ban bas ber gewalt
ber argnei in (£l>rifto ligt unb burd> feinen gewalt bie ar$*
nei $u freften bringt unb wunberbarlid) on menfd>licl>en
oerftant. folgt hierauf, bas bilicf) fei folgern gewalt nac£
$utrad)ten unb burd> in bie frefte ber ar$nei $u t>olenben.
unb ob gleid>wol bie gotlofen ar$t uermeinten, bie ar^nei
feie freftig one wiber l>eimfud>ung ber gnaben gottes, bie
felben toren bebenfen nic^t bas got nid>t non irentwegen
bas tut, fonber non wegen feines lobs unb preis, $u er*
geigen fein barm£er$ifeit* fe^et ie$t $u meinen feiten an,
Was nu$es bie ar$t beweifen ? als nil als nichts, ober bod>
gar wenig* wo i$ ein fünft auf erben, ba weniger lobs unb
ere innen gefunben werbe unb mer betrugs, als in ber
ar^nei? bas ift, bieweii ber menfd> in nid>t liebet unb feinen
necken als ftd> felbs« alfo fürlnn fo lefet ultimam mate*
riam, wie bie franfen follen gefunt werben mit ben hingen,
bie got aus ber erben gefd>affen l>at, bie ir eud> gleicf> follet
Ia (Ten fein, als were es bie erben an ir felbs unb bas weiter
nichts ba$u gebretfen mag, als alein bie l>ilf gottes, bie bo
alein ausget burcf> <£l>riftum unfern Herren.
20}
Don der «HM),
£as erft (Tapitel
4.
fragmentar»fd)C0
3U den Dirtutes §erboru»n
und
Kräften anderer ttaturdinge.
" ^ ' *'■ ? ■ jfcikti ifeft | jjf | -
,
VII, 406
prologus librum in
be herbis.
dieweil wir all aus ber natur entfpringen unb uns mit allem
bem muffen vergleichen, bas mit uns aus ber natur gehet,
werben wir geurfacht, nicht alein unfer natur uns art $u wiß
fen, als alein bie phyßci tunt, fonber auch was bie elementen
probuciren als ein naturalis, gleich bie philofophei burchgrün*
ben follen, bomit wir bas, fo ber himel gibt, wißen, auch was
ber aer erzeigt unb bobei bie mineralia bes wafiers, auch bie
frücht ber erben.
hierauf wirb ich geurfacht, £ libellen von procreatis $u
fchreiben in teilung ber vier elementen, nicht alein als ein
phyjlcus, fonber an bem ort aus ber natur unb über bie natur
ber philofophei, in folchen was bei mir auf bismal bie epperienj
geben hat, unbeFümert all anbere, fo vor mir unb neben mir
fchreiben ober nachfolgenb Fomen werben.
tPiewol bas ift, bas vil von ben hingen gefchriben iß worben, vii,407
mit großer mühe in eren behalten, wollen wir ein ietliches von
rebus naturae, fo vil es wert iß, gelten laßen, wtewol auch
bas unbermifcht ift, bas £)ioscoribes fchreibt mit vil eloguenj
unb wenigen virtutibus, urteil aber ein {etlicher bas felbig feb
6er, wie bas liecht ber natur fo gar ab feim fchreiben ein fcheuen
bat. plinius, bem ift folchs fchwer angelegen, ift nicht weniger
ber tugent irr gangen unb hoch pla$ behalten, bas macht ber
häuf, bie in lefen unb ber natur Fein wißen haben, on ein
urteil loben, boraus ban Fomen ift bie falfchheit btt recepten
unb ber mißbrauch ber arjten. öerapio unb anber, bie nicht on
epperien$ gefchriben haben, haben aber ieboch ber proprieteten
vergeflen unb ber tugent $u vil angelegt unb über bie fchnur
gehebt, mer ban bie natur tragen mag.
UTacer,ben ich Fenn an im felber, treulich ftchbem grünt nach
geflißen, aber burch bie versmacher ^erbrochen, bas alfo wenig
von ber tugent begriffen wirb, mer aber in reimen. $u bem bas
in bie regiones, bie ber ar^nei nicht gewaltig feinb, wirb tyin
unb her verfemt, tim genomen bem anbern angelegt, anbere
von rebus naturae, fo verborgen gehalten werben als für
fch e?, für große bing, fo mir ;u hanben Fomen feinb, ftch Fein
arjt barin vertrößen fol, ober bas gefchrei ber jenigen an fehen,
fo folchs als ein roß juverFaufen umbtragen. ße haben fonß
Fein marFt in inen als alein Feufen unb verFeufen.
207
2ibct wie wir bas felbtg als ermeffen, wirb hernach folgen,
in was weg unb forma ein ietltch Praut, ftetn :c suerPennen fei
nach art ber natur. barauf wtr auch etm tetitchen fein epperten;
wollen ongefchmecht haben. ban wir Pönnen wol wiffen, bas
mer feinb unb wir nicht alein. aletn uns befchwert, bas bte, fo
ber ar;net, ber natur, ber epperienj unb PunjP gar Pein wtffen
haben, bas gefchret beft^en unb ben bod> bemalten folcher gro¬
ßen epperien; on allen Perftant, $u perfüren bte PranPen burd>
ir fürgeben, fam feien fte bte, fo folch* fchmecPen, unb feient
bie, bie bo hören gras wachfen.
vii. 408 t£ir achten bas für bas höchß in befchreibung natürlicher
hingen, bas erftlich erPent werb, was bas fei, barpon man
fchreibt. nicht bas ich woll fagen, fte Penten bie form nicht» bie
form gibt bas wtffen ber tugenben nicht, borumb ich Öas wicht
alfo mein» bas mein ich, bas Pennen, bas bie tugent tjp. ban tr
wiffen, bas golt golt ift, aber noch tntffent ir aus bem nicht,
was fein tugent fet. borumb mir nicht fo gach tjP, euch ber um
form unwtffenb ?u h eigen, aber ber materia, ber tugent, fub-
ftan; unb corpus.
Q>b ftch nicht gebürte CbeophrajPo, anfenglich folche Cor¬
pora 3U befchretben, ehe bas er in bie Preft natürlicher bing an¬
fing etn^utreten? unb ob fchon ber herbartus, es wer £)tosco-
rtbes, Berapto, plinius jc (bereu namen icf> perbrufi halben
nicht fe$) treu befonberen fitlum gebrauchen unb £heophtafius
ben feinen, bes wtl er ein lob haben unb borju ben erfien pracht
unb pomp mit bem trtumph «nber allen natürlichen fcrtbenten,
?u befchretben bas corpus eins ietlichen bings, unb wirb hie
ein rum fein unb ein er über bie, fo befchriben haben bie trans-
mutationes ber natürlichen hingen.
micht frembb fein im lanb unb ein on ein paterlanb
unb laßen mein ftilum noch frembber fein, bas auch nicht un-
btUtch» tont euchs aber nicht befrembben, bas ich anberft, ban
euer brauch inhalt, tracttr, bteweil mir erlaubt iß ber natur
iren gang ?u befchreiben. etwas mer aus ir mir befolen ban
euch, fo ich hoch auch wart auf bas, was euch Pom liecht ber
natur befchert fei, gern erfaren wolt.
3cf> aber lenb, bas btlich fei $u wiffen, bas, fo einer für ftch
ntmbt $u fchretben, por allen hingen bas felbtg wol erPler.
als ich fe$ Pom anthos, fol ich befchretben 'ein form unb her-
Pomen, fo muß es aus fetm ßammen genomen werben, bas
acht ich aber für bie erft lection ber pbilofophet für bte jungen.
208
fo icf> aber fein gefcßmacF, fern färben, fein abelige tugent be*
fcßreiben fol, was nu$t micf> bar^u ber bäum, ber ßam, bte eß,
fein ßerFotnen ober abfallen ? micf> nü$t fein materta, bte borin
iß, bte bo fcßmecFt, bas iß fein mercurius, wer ber fei ; wer ber
fei, ber bo alfo geferbt fei, wer ber fei, ber alfo groß twgent
gibt bem ßaupt, bem ßer^en, ijt aus bifem mag icß triumpßtren,
in bem fo id> rom antßos fcßretb.
Bolt mich aber nicßt befrembben unb etwas mich borab ent* vii,4o»
fe$en in folcßem roßen fcßretben ber fcribenten, bte bo virtutes
an^etgen fo gar ungeFocßt. es legt bocß Fein mattrer Fein ßein,
er weiß am erften, wie er iß unb was er im vertrauen mag,
aber fcßreiben, fo tut ber cßeirt fcbmedFen, ber aja ßtnFen,
genttana iß bitter, succarum füg : folcßs wiffen bie, fo Weber
bucßßaben noch lefen erFennen, folt bifes pßyßfcß fein unb
gemeß bes lobs unb bes preis? alfo iß es auch, fo fie fcßretben,
reubarbarum purgirt; erforbert mer not ;u wiffen, was bas
fei, bas bo purgirt. nicßt mit ber antwort, reubarbarum pur*
girt, coloquint zc fonber mit ber antwort, was corpus bas fei
bas bo purgirt, unb ber nam ; ban bie namen ßaben nicßt vir*
uttes, bas corpus ßat fte.
dieweil nun bas corpus bermaßen fol befcßriben werben,
als bas merifte, fo einem pßilofopßo süßet, fo iß bas ber grünt
borin, ?u betreiben bie fpecies unb ftmpücta, boraus bas
compofttum wirb, aus welchem bte fuße get, ber gefcßmacF, bie
Fraft, tugent; was bo ßetle bie wunben, was bie locker, was
bte febres unb anber, fo inen ban geben ift, unb ob eucß ßer*
bariis bas feltfam bebünFti, fo machen es eucß gemein, bas
eucß bte feltfame nicßt ein or abbetß. es wirb eucf> erlief an*
ßeßen unb ein lob fein, bas su wiffen, bas eueß euern namen
befeßtrm.
©eeßt ein neffein an, bte tut irem namen genug, rofen ber*
gleichen irem namen genug, alfo aueß follen ir eurem namen
genug tun, alfo bas bas in eueß fei, bas ber nam begreift, ban
es ift nie etwas geboren worben, bas feim namen wiberftünbe ;
es fei ein efel, ein aff : tr tat unb wefen ift bab ei, fol ban einer
nun einen namen aus vtler Vernunft uberFomen unb empfan*
gen ßaben unb im fol bas gebreften, bas bor$u bient, fo ift eim
eben, wan er ßteß ber reiche dun; unb müßte betlen gen, wil
eueß bomit ermant ßaben, on zeitig urteil unb groß erfaren*
ßett nteßt sußantlen, fonber als bie, fo bo lieben alles bas,
P.-W. II. 14
209
fo ber marl>eit begierig ift, unb nid>t t>erfd>er$en ober prae*
fupponiren bae, fo ir manglen. fold>e mil icf> eim ietlicf>en lefer
3U eigem urteil fe^en.
vn, 4io 3r folt eud> aud> nid>t befc^meren laffen, bae id> euere t>o=
cabula, btctionee unb termtnoe unb nomina nid>t brauch, bau
urfacf>en, etlid> feiub arabifd), bereu fprad> mir nid>t beFant
ift. aud> bie fo fold>er tnilei4>t verftant $u l>aben oermeinen, ee
fei im fc^reiben ober maul, ungleich je eiuer bem anbern ift;
baraue id> ad>t, bie felbigen für iute rpretee $u Ieid>t fein, ber*
gleiten $u ring in ber Funft für panbecten ?u galten ; laflent
mir© alfo ftil fton.
t)il feinb d>albeifd>, graeFifä), i>ebraifct> tc, borin mir gleid>
Ale mol ein folct>e gebenden, mie normale non arabtfd>en. bor*
$u ein merere, btemeil mir fe^ent, bae bei une £>eutfd>en bie
regionee, ßet 2c nomina ber hingen nermantlen ober ein menfcl)
gegen bem anbern mantlet fold> btctionee, möd>t oilleid)t, mie
im £>eutfc£>en, ben anbern interpreten aud> alfo fein, bomit
mir noc£ anbere folcf>ee ntd>t red>tlid> mißen $u ernennen, mae
ein ietlic^er gemeint l>at. barju gebürte einer, ber in betmefen
fold>er hingen gefetn mere.
2lucf> mie im latein nil namen feinb, genomen aue ber Fraft
ber hingen, ale confoliba non ber confolibirung megen : hierin
merFen, bae nocl> auf bie ftunt Fein interpree nod> l>erbariue
noc£ anher ber fcribenten mißen ie einer nom anbern, rnelc^e
ber anbere für fein confolibam gehalten l>ab. boraue bau folgt,
fo mir folten für une nemen confolibam, ale Utacer fe$t, bae
mir müßten liegen non colfoiiba, bau ber nam mirb in ir nic^t
bemert. aber in £>ioecoribe ift ein reb befd>el>en, bie ber com
foliba gleich ift aber bie form ungleid). alfo feinb aud> nil anher
Freuter unb hing ber natur, bie bermaßen in trrung ftent, unb
Fein ar$t bo bei inen on gut urteil lenben fol.
2(ud> ift ein anbere, bae bo urfacl>t. ale bie ©riechen, bie
traben unb bie £)eutfd>en mögen nicl>t in einen nirtutibue
begriffen merben, bae ift bee felbigen grate $u fein, boße unb
pertobue. unb fo alle hing ber 2trabum mar mer unb ber ©rie*
cl>en unb bergletd>en, nocl> ift ber fei bo, ber unberfd>ett $u l>al*
ten. borumb ee einem ietlid>en ar^t für ein tori>ett geacl>t mirb,
ber alfo mit gemalt bie felbigen leiren umbtreibt on anher oer*
ftant unb urteil.
vii, 41 i Vorauf icf> bae, fo mir ÜDeutflanb gibt, betreibe, mil auc£
l>ie bei ben ©raecie, Tlrabibue ic nid>te gef3>rtben l>aben, ße
210
ir bing felber laufen urteilen. wiewol nid>t weniger tft, bas fte
in iren fd>reiben als von ber reubarbara :c unb anberen lapa*
tiven bei uns in virtutibus beftehent. es ift aber ein laj:atif,
bie bo ausgenomen werben, nnb anber, bie über bie eflfentia
ftehent. was get aber bas bie cwr , wan es feiern pwrgirt ;
auf ber cur leit ber I>anbel, bie jtd> nicht vergleicht. . . .
[5inis prologi ab mebicos orbis.]
14*
21 J
Principium materiae primae.
Materia prima quid?
Scilicet tres sunt primae, ex quibus omnes virtutes
procreantur.
Species harum trium primarum.
Quae purgant, mercurii sunt, id est quae curant, quae
sonsolidant etc. et sunt sub forma balsami, argenti vivi,
consolidae, persicariae, serpentinae etc.
Quae colorant, salia sunt, quae acetosa, pontica.
piperina etc.
Quae etc . . .
2J2
VII, 412
Jlibet primus
£>e Dirtutibus Xerum
Cb,
Cractatus be tnateria prima.
2Ules bas bo wachft ober gefchaffen ift, flet in breien : bas
corpus, auch bie oirtutes. ban wie bas corpus aus bifen get,
aifo get auch bie oirtus boraus. borauf $u tuiflfen ift, bieweil
corpus unb oirtus aus bifen breien gebet, in $wen weg oer*
ftanben foi werben, ber ein, antreffenb bas corpus unb fein
form unb fein wachfen. bas felbtg aber ift nicht bienftlich ber
arjnei, fonber eim pinlofopho, borumb wir i)ie folchs ber pht#
iofopbei befelen. aber antreffenb bie tugent, wie ftcf> non bifer
$u betreiben gebürlich ift unb wie bie feibigen feinb, ift weiter
unfer argument $u füren.
Tinfcn glich fo wijfen, bas in breien ein ietlich bing ftet : im
feur, im fal$ unb in mercurio. im feur leit bie transmutation
unb bie fubtiiitet ber feibigen, im fal$ bie färben, im mercurio
bie ar$nei; bie wachfenb fraft, bas leben in allen breien, als
ein elipir. borumb bie l>eimlifeit ber hingen aus ber fpagtrei
im feur (aber nicht als in eim element) gefucht foi werben;
wan burch bas feur wirb bie epaltation. im falj werben alle
färben, wan wo nicht falj in ift, bo ift auch fein färben, unb
wie alle bing in färben ftehent, aifo auch alle bing im fal$.
ber gleichen auch fo ift fein bing on arjnei ober tugent, aifo
mag es auch nicht on mercurio fein.
dermaßen auch, was bo ift, bas ift on ein guftum,
ber ift fai. fein bing nicht, es brenn in feim erften corpus
ober in ber transmutation, bas ift feur. aifo auch ift fein bing
nicht, es fei etwan eim feint, gegen eim anbern böfe ober gut,
als ban ber mercurius Inhalt, auf fold>s ?u merfen ift, bas
aus bifen breien ber grünt get, boraus ein ietlich tugenb, art, vn,4i3
eigenfcf>aft unb wefen ber hingen foi befchriben werben.
2luf bas merfen, bas fai alle färben gibt, fte feinb grün,
blau, weif* ober fchwar?. als bie iafur h<*t ir färben aus bem
fale lunae, cinobrium aus bem fale argenti tntn. im arnetht*
ften aus bem fale martis, aifo auch ber cacebonius, ber iafpis,
aifo ift fein art unb eigenfdjaft. unb eim ietlichen gewed>s ift
fein fa4 geben, bem es fiel) nach ferben muß, begleichen alle
guftus, mit bem fompt : faur, füf$, re$, bitter :c, wie ban bie
natur an bem ort uerorbnet ift.
213
2üfo im feur, bas ift bie olettas, ptnguebo, bie in eim tet*
liehen bing ift. banwae tf*, basbo nicht brenn ober verbrenn, fo
es ift in feiner ejraltation? unb wie ber färben vil feinb, alfo
<*wch vil art bes feures, unb hoch alles ein feur. ban ein befon*
ber feur gibt bie fonnen, ein anbers bas elementum, ein anbers
bae procreatum; unb wie bie färben verloren werben, alfö
verleurt unb verwert jtch auch bas feur.
tDie nun ein ietl ich bing fol ein arjnei fein unb ift, fo ift es
<*uch alfo mancherlei, ban wie ir fehen, aletn in freutern, bie
bo grün feinb, fo ift hoch biefelbig grüni fein fpecies ber anbern
gleich, auch mit ber geh, röti :c. ban in bifen hingen fyat
ber fabricator jtch erjetgt barin mit eim wolgefallen, folcbe
wunberlich bing als ein got $u befchäffen, bas allen menfcben
unmöglich if ben taufentifchen teil nur $u gebenden, möglich
?u fein, brumb folgt auch <*lfo mancherlei ar$nei, ban fo vil
tugenben, fo vil feint hingegen.
(Videbantur in autographo hic quaedam deficere.)
0ich gebürte vil in folchen $u fchreiben, ehe bas bo angingen
bie virtutes in irer befchreibung. aber bie pbüofopbei 7itdt>u
bopie wirb euch folchs lernen werben, bie ir mit fletft unb wob
betrachtem urteil burchlefen follen, aus welcher ber philofo*
Phus unb ber mebicus geboren wirb, aber hie nach inf>ält bifes
fürnemens, $ubefcf>retben bas, was es fei, baraus bie tugent
get, ift eins bas fal;, bas anber bas feur, bas britt ber mercurtus,
wie wirs befchriben haben.
ÜDas nöttgeft ift hie, bas wir ben mercurium ernennen : er ift
ber ar$t, er ift ber, ber bo lapirt, er ift, ber bo confoltbtrt, ift auch
ber bo curirt. aber wie bem fei, fo wi ffen was im mercurio fei,
welcher laptr, welcher incarnir, welcher anobinum fei, welcher
biaphoreticum fei burch fein capitel aus. ban ift ein bing ftyp-
tifch, fo ift es ber mercurius ; ift es revtftcattvum, fo ift es aber
ber mercurtus, als ir fed>t am fchmirben heilen in argento vivo,
er lapirt bie ejrcrementa, er purgirt fangutnem, er greift an
phpftcam unb chtrurgtcam, nach &em unb er ift ; er macht auch
paralyftn, tumores, ftupefactrt, bar;u corrobirt, bar$u vergibt
er, curirt auch fein fcf>aben, ben er getan hat.
#uf bas fo wiffen, bas in allen virtuttbus bie unberfcheit
mercurtt fol erfent werben, ban was ben leib antrtft $u ge*
funtbeit unb PranP^eit, burcb in erjlet in feinen treten erjlen»
jolcbes ift ju erPennen nötig; wan $u betreiben bie natur,
muß er ber an$etger fein, auie iucaruativa.
2We iucaruattva gement aus bem mercurio, bereu feiub 26.
als auf bie beiubrücb uub ift mercudus lubdcus, auf bas ge-
eher uub tf* mercudus muctllagus, auf bas carttlago uub ift
mercurtus tuscus, auf bas fletfeb uub ift mercudus coufolibus.
aus btfeu werbeu all folcbe wuubeu uub brud> geteilt, badu
begibt ftd> oft bas mercudus coufolibus auch tuscus ift, auch
mucillagtueus, lubricus, etwau uit. als tu ferpeutiua, bo ift
ein mercurtus tu alleu bifeu bemelteu geuedbus bet ein auber
tu bypedcoue aletu ber mercurtus coufolibattvus, in ceutaurea
ber mercurtus tuscus uub coufolibus. alfo t>ou beu auberu,
wie augejeigt wirb.
2(uf bas uuu fo merfeu auch, bas ber mercudus auch feiu
grabus bat ?u beileu, ie eiuer über beu auberu, fd>ueller uub
bebeuber. fold>er grabus uimpt jtcb aus bem 2lbal ber uatur
alfo bas ba purum ab impuro bte uatur gefebeibeu bat, bas ift
bas coutrarium vou feiuer proprietet geuomeu, barauf bte
praeparattoues feiu folleu tu ar;teu, bas fo bie uatur uit pud*
vii, 4t5 fteirt bat, ber arjt puriftetrt. als ferpeutiua ift bas böcbft iu-
caruatif uuber bifem mercurio, baruacb bypedcou. uuu ift by*
pericou 26. puueteu, bas ift, bieut laugfamer tu gleicher bei-
luug, brumb folgt bte praeparatiou olei bypedcouts, als bau
vergleicht es ftcb ber ferpeutiua. alfo auch mit bem mercurio
Iubdco, mit bem tusco :c. ein {etlicher mebteus wifieu fol beu
grabum iu ber uatur $u behalt eu.
Uub $u btfem alleu fol coucorbautia $ufameu gebracht wer-
beu in pbyftcis corporibus uub ber btugeu. wie uuu alfo bo ber
mercurtus feiu fpecies bat, alfo auch iu corrofttus, rupturis,
ulceribus, puftults, ftftults, caucro. als ber mercudus colco-
taduus $u beu eftbiomeuifebeu löcberu, mercudus tutriolatus
auch ber gletcbeu, mercudus alumiuofus, mercudus realgaris,
plumofus uub bergleicbeu. bureb folcb geuera uub fpectes wer-
beu bie blateru curirt, als bureb mercudum mercurialem, ber
lupus bureb mercudum realgaduum uub bergleicbeu vou au¬
beru. aus folcber art müffeu uuu gezogen werbeu bie tugeubeu
ber biugeu, war$u fle bieuftlicb feiub uub ir grabus bergleicbeu.
bar $u bie uuberfebeib wifieut, barvou bie uicbts tractirt wirb,
was bie coucorbaujeu autrift beiber corporum, uacb art ber
auatomei.
216
Jlapat iva.
Vlun tviffen ba auch, bas alles, bas bo incarnirt, in im l>at
Me art ber lapattven ; tvan tvas bo Untren fol ober laj:trt, bas
muß bar$u auch tncarntren. barumb bie höchßen incarnativa
alle lapativa ßnb. tvietvol normale von incarnattvis fein reb
barvon befd>el>en iß, tebod> fo fetnb bie felbigen von tncarna*
tivis alein geret. aber ßie nun fo wißen, bas ein ietlich bing,
bas bo lapirt, fein ftat wiberumb confolibtren muß. ban laptren
iß gleich einem fchwert, bas ba verlest, unb iß fo vil tner, bas es
fein Verlegung tviber ßeilt. auf bas wo nun ein lapattf sum tot
get, alein bie urfacß iß, bas bie natur fein confoiib(ation) nicht
annemen wil. iß gleich einer wunben, bie fein arsnei ßat, noch
wil, ober bie bo nimen ßen tvil, auch alfo. alfo in byfenteria :e
iß bie purgation von eigner natur gegeben, ober von ausmen*
bigen lapattven. aber barumb fo get es in ein morbum, bas
bie confolibirung nit bo iß, ber bie natur ßch wibert. in einen vn,4i6
{etlichen tranf ober fpeis iß lapattvum bo, barsu auch confo*
libativum barauf. aber bobei aud>, tvo bie natur lapativum
annimpt unb confolibattvum, fo in im iß, nicht, bo fompt ßer,
bas lienteria, biarrhoea ic gent unb tvas ban per urtnatn auch
gen fol.
Pterin fo merfen, wo fold>e confolibattva nicht iverent in
ben lapattvis, fo möchten bie inteßina nit bleiben, ße tvurben
burcßeffen burcf> bie acuitet ber falium. bergleicßen auch tvo in
urinis confolibativa nit eingeboren tverent, all veßca, renes :c
baraus corrobirt tvurben ; barumb bietveil ber mercurius con*
folibativus iß, fo iß er auch lapativus, in bem gefcßeiben von
ein anbern, als in ferpentina, ba iß confolibatio fein ampt unb
bas es reiniget barsu. in lapativis ber coloquinten ampt su
lapiren, barnacß tvas fcßaben es tut, tviberumb su incarniren.
alfo tvie ferpentina f>eilt unb bas nicht ongereiniget unb pur*
girt, alfo coloquint purgirt unb bas nit on fein tviberumb
heilen. unb tvie ein fcßaben befcßech aus ber ferpentina, fo ße
nicht reiniget unb l>eilete, alfo gefcßech auch ber fcßaben in
coloquintibe, fo ße purgirt unb nit ßeilete. barumb auf folcß
art unb eigenfd>aft ein ietlicßer merfen fol, bamtt bie tvefen
behalten tverben. tvan hieraus folgen bie irrung, bas vtl tvun*
ben tverben burch bie ßücf gearsneiet, bie bo reinigen aber nit
heilen, bas feinb gleich als tvan burch bas confolibatif ber
fcammonea ein tvunben folt geheilet tverben ober burch con*
jolibam purgirt, als tver es harmel.
217
hierauf tft nun not $u wtffen non ben Gingen, was ge*
fchlechts mercurti fle fetnb unb was fpecies, bamit aus t Jenen
Haubt werb bas layattf, bann otl confoltbattf tft. ban bas in
coloquinbtte fo otl be oirtute confolibatioa fei als tn locuftts,
bas ift nit, brumb bte locuften gefunber ftnb. bergletchen tn
fcammonea fo otl als in btagrtbto ; ban urfach burch bte prae*
paration fammoneae wirb ber btagnbtum $ur confolibirung
mer gefehlt. aifo auch in ben anbern, fo forglich unb unforgltch
purgiren. auf bas betreiben wir bte art mercuni, welcherlei
fte fei oom mercurio ; ban ba tft mercurius neuntens, baroach
vii, 417 citus, baroach oelop, (corretto) :c. wie er nun alfo fein tetlung
hat, baroach fo muffen wir tm nachfaren unb baraus urteilen
non feiner materia unb corpus ban bo feinb bie praepa*
rationes in ber natur gleich wie in ber fünft, fo aus mercurio
;ehcnerlei purgasen gemacht werben, alfo bie natur auch, bar*
auf ein mebicus bie art ber lapattoeo wijTen fol, wie hoch fett*
coofolibattoum bet im ftanb.
duratioa.
Hun feinb bie curattna auch im mercurio, ban etn {etliches
curatif muft ein erneuerung fein berfelbigen ftat ober glits,
bas ift es muft wiberumb jung machen unb muft bas felbtg
reninisciren, bas ban alein befchicht burch ben mercurium.
als fo bybrops ausgetriben fol werben, fo muft bas glit unb
bie partes, bie ban in hybroptft gebrochen ftnb, gar neugeboren
werben, unb bieweil bas nit befchicht, fo ift hytoop® nicht ge*
heilt, unb ift gleich einem roftetfen ; wenn es ^erbricht, fo muft
es in ber efien neu gemacht werben, fo ift es wiber ein eifen.
alfo was non glibern im leib ^erbrochen werben in irem wefen,
hoch nit in ber form, bas muft alles wtberumb neu gefchtnit
werben, barauf merfen, bas ber mercurius etn ejfen ift aller
^erbrochen eigeofchafteo, wefen, natur unb art, aus welchen
ban franfhetott eotfprtngen. barumb alles bas, fo aus ber
natur gehet unb ber natur wtbrtg ift, bas wiberbringt ber mer*
curius, als tuoentutem membrt laeft. aus bem ban folgt ber
uooerftaot ber quintae effenttae, bte es bahin gemeffen h<*ben,
5o, 60 2C jar ftwweg suoemeo, alt weiber jung su machen,
wiewol ben fupernaturalibus etwas bergleichen möglich ift,
aber bas ift bem mercurio oerborgen in feiner natur, bas ift ber
quintae effenttae.
218
#uf bas folgt nun, bie weil ber mercurius bas curatif iß aller
wiberwertifeiten mtcrocosmt, bas er ftc^> bermaßen in fpecies
austeilt, barumb iß mercurius refolutus, mercurius balfami,
mercurius melifimus, mercurius tc. folcßs $u wijfen iß aletn
von wegen ber art ber btngen ; wo folcher mercurius in Itgt,
ba tß auch etn folche Fraft. ans bem ban folgt, wo etn fpectes
iß, bas bo bte lebern jung macht, bas iß mercurius epatinus, vn,4i8
im mtl?, mercurius faturninus :c. was ban bte mineralia revi-
viscirt, bas iß mercurius vitriolatus ßmplep it.
£)e fale.
tPte nun ber mercunus beclarirt iß, alfo verßanb, bas t>om
fal$ ber färben falben auch $uverßehen tß, 'mit treu namen.
unb wtewol bas iß, bas ber mercunus unb bas feur ir färben
haben, fo ßnb jte hoch nicht von inen, ban ir ftnb brei unb ein
ietlichs felb britt. bte tugent, fo im fal$ ftnb, jinb vom falj, jte
jtnb bes mercurtt, ber barin iß* fein transmutation tß bes feurs
unb nit falis, brumb ^>te bem falj nit als aletn bie färben 3U-
geben wirb, baraus auch $u merFen tß, bas bie färben an$eigen
virtutes aus bem, bas ber mercurius burch bas fal (gleicht)
wirb, als crißalli unb bertUt, beren faß ein färben iß, auch
faß etn tugenb in ber natur, ausgenomen bie fupernaturalta
unb fupercoeleßia. auch wie meliffa unb marrubium einer färb
ftd> am nechßen vergleichen, auch faß nahet alfo in ben tu-
genben, alfo ber cacebonter unb ber amethiß. aber hie ber
tugent halben wirb nit gemelt, alein bie art bes fal^s, bie auch
$u wißen iß. ban wie im anfang bis capitels ßet, bas etn ietltch
bing felb britte fei, alfo iß auf bas fal ;u merFen. ban fo ba
ein fal were, bas anberft fein würbe ban ein anbers, fo iß fein
mercurius unb feur auch anberß. barumb bie felbigen falia,
wie jte ftnb, follen gemerFt unb erFent werben von wegen bes
mercurit.
barumb aber bie falia juerfennen ftnb, wie obßet, von we¬
gen ber färben, nun ift bas felbig mer philofophifch/ ban mebi-
^inifch* barumb fo wiffen, was bie mebijin antrift, ift in ben
weg, bas bie falia corrojtva jtnb, corrobentta unb confump-
tiva. ban bas fal frißt alle bing» es iß bas, bas bo feult, fo bie
anbern jwei von im Fomen. auf bas fo wißen, bas ber leib
burch bte falia bermaßen verwert unb in FranFheit gebracht
wirb, barumb folche falia außerthalben erFent werben, bem
leib au gebrauchen, burch bte färben in bie compomrung $u
219
vn, 419 ticmen, bae iß $u erfennen eitle gegen bem anbern. barumb
biewetl ber leib fold>en gleich ßehet, eine aue ben anberen ge-
nomen fol werben, ale falem realgarie gegen bem lupo, falem
anatron gegen ben phlegmonibue :c, unb alfo non ben anbern
generibue allen unb fpeciebue.
0o flnb folget falia nilerlei, fal perfpicuum, biaph<*titim,
traneplenbene, fpifjum, nebulifch, chaoe, barumb follen bie
falia befchriben in iren färben, welcherlei fte fei, bta-
phinifch, perfpicuifch :c. ale in rubtno iß fte btaphon
wannen bie falia Bornen unb wae jle feinb, barumb bae man
wiffe, wae ir natur unb eigenfchaft, gleich ale wenn einer weißt
wae *Sane getan h<*t« * ♦ *
220
Jn erröte* communis
l>crborU>
Prolog«*»
£>i* teutfch Breuterbuch mag nicht bebaut unb fug tyabtn bei
ber warbeit, fonber für ein erlügen gehalten, alein bem trucfet
ju nus unb bie leut bamit $u befc^>ei^enA unb ba* umb Pier
urfacben willen, ein, fo tf* e* öffentlich, ba* ber, fo bi* buch
sufamen gemacht b<*t, felb* in ^>awt unb fy&v nich t* perfUnben
bat. ;um anbern fo fy&t er sufamen Blaubt hieben unb pornen
alle gefcbwej, fo Burjweiltg feinb julefen unb pongro^en ftrei*
eben fagen. 3um britten fo f>at e* weber bent noch füf$, weber
weiß noch blau, unb fo e* war weri, fo möcht Bein menfeh
BranB fein noch Serben. 3«m pierten über ba* alle* ba* bie
orbnung unb bie abminiftration nicht* fol. jum fünften fo ift
Superben in feinem febreiben, ba* er ber BranBbeiten Bein wif*
fen gehabt unb fte nicht erBent unb bie Breuter barju ntt unb
alfo ein blinbe arbeit gemacht, im felb* gleich unb in ber fum*
ma, etwan gerat*, etwan feit*, iejt ba*, ban ba*, alfo ein ar*
beit, ben bauten ben fecBel ?u leren.
* *
*
3n omne* berbario*.
£>o$u fo pü ejrperiment tc fte fejen, iÜ nicht müglich, ba*
ber bwtbertfte teil inen beBant fei gfein. barumb fo feinb e*
jufammen Blaubte arbeit, au* ben biftorien, poeten, petuli*,
ein* in ba* anber unb mit Beim grünt perfaffet.
iDar^u nicht fein mag, ba* folch ftütf mügen gut fein, alein
be* proceü h^en, fo fd>on etwa* barin ift.
2luch weifet niemant*, feint* epperiment ober canone* ober
gtdBi* ober gedfie. ba* merift, Breuter ju befchreiben, muf* ber
urfprung ir* pater* bo fein, wer fte mach, wannen fte
Bornen.
3tem hüten euch all por allen böslernar^ten unb por benen,
bie mein fchüler feinb gfein, alle fampt, ban e* werben recht
er^befchei^er werben, ban ir her; unb gemüt ift mit befleißen
aufgewachfen, ba* bie natur unb eigenfehaft an^eigt. unb
hüten euch por iren boctorn, ban fte b<*ben Pon meinen fd>ü*
lern gelernet, al* fte ftch Por mir fchemeten. fte feinb all lecBer*-
buben unb bleiben* noch»
VII., 420
VII, 421
221
421
422
De consolida acuta.
Sequens herba componitur ex sale vitriolato colco-
tarino separato a phlegmate cum aluminoso et ex mercurio
cinobrino praecipitato in sulphure chironio, reollino ex
Ares et Yliastes primis.
Natura.
Omne vulnus corrosivurn, quod productum a natura,
per consolidam deliberatur.
Sive rapax, mordax herpeta et omne esthiomenum,
latum vel profundum.
Sanatque cavernosum, purificat sordidumque ulcus
quocunque loco.
Quod si eius liquor fuerit impositus, tollit cuncta
praedicta corrosiva.
Animalibus quoque sua cavernosa tollit, vel ex
accidente vel ex proprio, et sanat et curat.
De consolida aurea,
id est hypericone.
Aurea componitur ex solis mercurio, ex balsamo
metallico trium primarum, cum sulphure reollino et
cheronio, sale dulci, et est incarnativum extractum a
liquore terrae fixae.
Natura.
Vulneracarnis, ligamentorum ossiumque sanat, capitis
vel intestini aliorum membrorum.
Et conquassatum membrum, contusum, fractamque
carnem et molitam curat.
Si liquor applicatus fuerit semel in mense, ab una
applicatione curabitur virtute balsami.
Corpus mortuum a putredine servat et ulcus contusum
et sanat ea miris medelis.
De persica.
Componitur persica ex sale vitriolato, colcotarino
depurato cum mercurio aluminoso, praecipitato correcto
et ex sulphure sicco per diathesin, cinobrino etc, in vir-
tute reollacea cum chironiis ex Ares et Yliaste primo.
(Natura.)
Quicquid naturae corrosivum producit ex salibus suis.
Ulcera, apostemata, serpigines, rupta fractaque, lacerata.
Et quicquid confluit a vicinis vel quod resolvitur.
Et quae liquor balsamusve naturae non possunt
.
Et quamque lacerationem persica curat.
Hominibus, bestiis, pecoribusque cunctis prodest.
Nam quae vis praedicta sanat liquor eius vel succus
vel phlegma, alkali, vel oleum ex persica factum, per
artem medicam sanat.
De serpentina. vii,423
Serpentina composita est mercurio incarnativo arse-
nicali dulci cum ingenito pigmento et sale liquido coagu-
lato, deinceps cum sulphure venereo viridi ex diathesi
commixta.
Cum his virtutibus.
Seu liquor, oleum, vel aliud quodvis ex tr actum a ser¬
pentina curat vulnera, infixaturas,
et pharetras, bombardas, quicquid laeserit culter,
lapis, ictus, conquassatio et aliud.
De consolida.
Consolida radix est, herba non sub hoc nomine intelli-
gitur, non est in usu.
Componitur ex sulphure mucilaginoso et mercurio
coagulato, resoluto, viscoso cum sale gemmae purissimo.
Cum his virtutibus.
Modus extrahendi est ut colligatur viscus cum muci-
lagine cum integra substantia, scilicet transmutata in
liquorem. haec curat fractum os et conquassatum, sine
omni alia additione.
* *
*
223
Plan tago.
Plantago componitur ex mercurio mortificato, coagulato, diaphano,
perspicuo, non cerato :
Et ex sale mercuriali sicco, constrictivo, exsiccativo, non diaphano,
maturativo, incarnativo etc.
Ex virtute mercurii in sale consolidat et incarnat; ex virtute
mercurii caro dominatur, sed non operatur.
VII, 424 Ex sulphure coquitur tantum et liquore, in quo praedicta ser-
vantur tanquam color corallorum in vino.
Nota.
Praedominatur autem in ea sal aluminosum, non frigidum, sed
temperatum, cum modico salis glaciei entalici mortui et cum mercurio
plumbefacto, sulphure quoque exsiccativo, tanquam ab aceto egrediente.
Formam faciei physiognomia habet, manuumque et pedum chiro-
manticam figuram, eandem naturam, complexionem, proportionem,
concordantiam et pares aspectus erga seipsos. una physiognomia,
una chiromantia, quia istorum, pedum, manuum, physiognomiae
defectus depellit apertos. noli me tangere, tentiginem pravam et
scissuram manuum pedumque, eorumque scabies pravas et similia
Vires eus ex sale mercuriali, deinde ex mercurio, sulphure com-
posito; post cum concordantia mercurii mortui plumbefacti, quae
concordia ex axungia componitur, quae simpliciter addantur ex sale
primae materiae mortificato et sulphure, sale etc, et convertuntur
aluminoso aspectu.
Nota.
Morborum anatomiae sunt hae: tentigo prava, scabies, scissurae et
in tabe etc.
Restringens et constringens et stypticum sunt ex mercurio plum¬
befacto, in quo plumbi anatomia. mulieribus ergo sistit earum fluxum,
item sanguinem, item dysenteriam, item lienteriam, item diarrhoeam
etc, eo quod mercurius est plumbefactus. ex eo sumuntur tres primae
et forma et anatomia et secunda vis disgregativa a prima forma occulta.
Processus in noli me tangere, cura sic: recipe plantaginem cum
tota forma, reduc in salem et mercurium, cum quibus extrahe alkali;
post extrahe essentiam, lava, ablue, liga cum essentia subtilirer
conversa etc. * *
*
Errores medicorum in descriptione rerum naturalium simplicium,
quia primam non intellexerunt, quo modo prima materia sit, ex
quibus omnes oriuntur. ex tribus his primis omnes componuntur.
Quomodo alchimia sit in hac parte mater et ductrix secundum
VII, 425 omnes tales causas intelligenda. id est spiritus praeparati dant Spiri¬
tus, in tribus, scilicet de alchimia. 6rumb tt>it follen fte brauche n,
fo fünbcn tote mancherlei mercurtos, falia, fulphura. alfo auch burch
6ie mancherlei fperies 6er chtromancei un6 phvf^nomet*
22*
5.
Don den natfiriidjen öädetn
ca. 1525.
P.-W. II 15
'
VI!, 296
Pon ben natürlichen bebern,
eophraßi non ^obenßeim, boctoris
Pott ben umarmen bebern,
ber erft tractat.
daput I*
2Infenglid>, fo ich bie urfach ber warnen bebern an^ei*
gen fol, ift bie erft urfach feparatio mtb bas auf ein folgen
grünt $u betreiben. erftlich fo ift bie noturft $u wißen,
was feparatio fei. fo ift feparatio ein werF, bas ba fdteibet
^wei vereinigt wefen non einanber, ietlichs in fein eigne
potentiam bringt, gleich als ein i>oi$, bas mitten entzwei
gefpaiten wirb, wiewoi bis non ber fubßans geret wirb
unb nicht nom wefen. wie aber fo nil bas ^o4 anjeigt in
ber fubftan$, an bem ort non bem wefen $u gleicher maß
nerftanben wirb, nun weiter was bas fei, bas ba bie fepa*
ratio gefeiteiben i>at, ift gefein Falt unb warms, aifo bas
bas warm in fein wefen Fomen ift unb bas Falt auch in fein
wefen. wan im anfang ber hingen ift bie temperatur ge*
ftanben. unb wie ein ietliche temperatur non zweien wiber*
wertigen gefegt muß werben, alfo auch i>ie $unerften iß.
unb iß ein fold>e gleichnus, als wan ein heiß ßebenbig waf*
fer $u einem Falten waffer gegoßen wirb, bas ßeißt tem*
peratum. nun ift bie fdteibung, bas bas ßeiß xvibetumb
nom Falten Fumb unb bas Falt nom ßeißen. wiewoi ge*
machet Feite erfunben werben, auch gemadtet h4 unb beibe
aus ber transmutirung Inttban fallen wiberumb in bas alt
wefen, ift l>ie aber Fein urfach, ein wiberftant $u ßalten;
ban bie fefteibung non beren ich reb, tractirt non benvn,297
beftenbigen wefen, fo aus ber gebürt Fomen unb nicht aus
ber transmutirung.
daput II.
Hun aber hie bie rationes baraus $u nemen, gib ich in
ben weg $uoerftel>en. nicht bas foeben ein gleiche wag in
15*
227
ti>ermie gebraucht werb, wie bae ober epempel auewetft,
fonber eine mer ban bae anber am grab ber |>is ober feite
grabtrt ift. aud> in ber quantitet ber felbigen, aud> in ber
fd>eibung, fo fte non einanberen fomen, nid;t fo gar eben
beim l>öd>ften auegesogen wirb, bae warm nom falten
ober falt nom warmen, fonber beiben feiten ein anfang
bemalt, ber fte ntd>t iaflfet gar s« fein nod> gar falt,
ttne ban beiber wefen ber felti unb ber lyti erforberte
l>aben. biewetl nun fold>e nermifcl>ung im anfang ber bim
gen nid^t mag wtberret werben, nod> nil weniger bie fd>ei-
bung beren sweien, aus urfacl>en wie bemelt t$. aud> bie
nad>folgenben epempel bewetfent, bae im anfang nor ber
fcf>etbung tag unb nad^t ein btng gefein ift, fonn unb mon
ein btng, fumer unb «unter ein bing, bie metallen all in
eim corpue geftanben, alle fructue in einem famen, alle
generattonee bergleid>en. aue bem folget nun fjernad), bie-
weil tag unb nad>t eintwebere in feiner potentia geftanben
ift bie nad> ber Reibung irer sweien non ein anber, ber
gleichen aud> fumer unb winter in einer temperatur bie
nacl> ber fd>eibung ber l >is non ber feite, alfo aud> funn
unb mon ein lted>t bie nac£ ber fd>eibung ;tnei, ein weiß
unb ein rote, bae in fold>er fraft unb geftalt bie tnarmen
wafier unb bie falten bei einanber geftanben feinb unb aue
bemeiter fraft gefd>eiben. ban wae ift in ber temperatur,
bae nid>t falt ober warm fei? barumb aucl> non ber seit
fold>er tnaffern falt ober tnarm in unsergenglifett mit
fonn unb mon bleiben werben unb ner^arren bie seit tage
unb nad>te, fumere unb wintere, unb ale notwenbig ge-
wefen ift bie iied>ter su fd>eiben, fumer unb winter xc, gleicf>
fo notwenbig ift aud> crfdftnen bae falt wafier nom war-
vii, 298 men unb bae warm nom falten s w f4>eiben unb {etliche an
fein ort s u nerorbnen, wie anber bing nerorbnet feinb.
228
Caput III.
hierauf ift $u meinen, bas ein £etltd> bing fo in ber um*
peratwr ftet, bas ift in einem corpus bei einanber, Feinerlei
fo nil ir feinb tren gemalt l>aben mögen/ fo lang bis fte
gefd)eiben merben. alfo ift bifes ein urfad), bas ber mon
fein mefen alein an im l>at, bie fonn bas ir aud), ber minter
tmb attd> ber fumer, alfo aucf> tag unb nad)t. fold>er orb*
nung ift feparatio ein urfad), bamit ein ietlid)s ferne in
fein Fraft unb gemalt, aus fold)er orbnung nid>t alein bas,
bas id> l>ie non tractir, fonber alle bing'ir Fraft empfangen
l>aben. l>ieraus folget aud) ein gleid> epempel, mie bie orb*
nung ben fruchten geben ift, meld>e all in eim geftanben
feinb* mie nun bie felbigen non einanber gefünbert ftont,
alfo £ie aud) bie marmen beber unb Falten maffer $u uer*
gleichen feinb. alfo mie nun bas obs unb anbers mad>ft, aus
ber temperatur gefd>eiben, alfo gleich als mol müglid) unb
bilid> fein mag ein ftebent maffer $u entfpringen als mol
als ein Falts, fol nun Falts müglid) fein, marumbnid>taud>
bas marrn? ift bas Falt not $u l>aben, marumb nid>t aud>
bas marm? unb als menig ber minter on ben fumer fein
mag, bie nacl>t on ben tag, alfo menig mag Falt maffer on
bas marm fein, ift müglid) nod) fd)led)ter bing, bo meniger
nu$ nod) frud)t aus entfpringt $u mad>f en, marumb molt
ban nid)t bas notmenbiger aud) müglid) fein ? barumb
folc^e marme maffer neben ben Falten unb allen anberen
gemed)fen gefd)e^t unb gead)t follen merben.
Caput IIII.
0o ir aber bifer meiner ptniofop^ei ie an bem ort mol*
ten ein miberftant tun, nermeinten uilleid)t mid) ber tl)eo*
logei $u nil unbermunben l)aben unb ber pl)ilofopl>ei ent*
mieten, fo befeuern ein merern grünt an/ ber eud> nilleid)t
bebunFen mirb ber pl)i!ofopI>ei gleid)me$iger su fein, unb
ift non ber fd;eibung puri unb impuri, unb laut auf ben
229
vii, 299 grünt $u fd>eiben bie tugent von ber untugent, alfo bas
bas nu^lich non bem unnu^lichen genomen werb, auch bas
fein wiberwertigs bei bem anbern ßanbe, aud> was arjnei
feinb non bem unar $neifd>cn foment. als bie fcheibung
ambrae non afia foetiba, auch bie fcheibung juccari non
fale, and> bie fcheibung mellis non ber amarißa. welche
all in eim corpus geßanben feinb, burch bie feparaj ber*
maßen nerorbnet, fo müßent ir mir bie philofophei bleiben
laßen, bas falts unb warms waßer in eim corpus geßan*
ben fei. unb fo ir aber nicht wölten $uiaßen bie fcheibung
ber werme non ber feite, fo mufient ir mir aber nad>laffen
bie fcheibung ber tug ent, ber fraft ber ar$nei, ber wiber*
wertifeit bes anberen, bie hiuberung bes anbern, bes fd>a*
bens fo fie beibe gegen einanbern haben, irs gifte halben *c,
baraus bie urfach entfprungen iß, gleich fo tnol non nöten
3U fein fcheiben bife waßer, als fonn unb mon non
einanber. ir wißent, bas im waßer fein fraft ift aber in
ben bebern. foit nun bie fraft ber bebern in bem falten
tnaßer biiben fein, fo betrachten, tnas eilenben tnaßers tnir
hetten mnßen trinfen unb efien. tnir hatten mußen bie
aiumina trinfen, faiia, fuiphura :c. barum iß foiiche fchei*
bung gefchehen, bamit bas, fo tnir tegiich trinfen, on foiche
gift entfpringe, unb basfogefunt iß, in ein befonberen ort
geton, bem ber fein notürftig iß. alfo iß bas falt tnaßer
one bergleichen fcharpfe unb räße tugent unb fraft biiben,
ban bar^u, nich unb ieuten, gras unb beumen, unb wie es
in gut iß, iß es in ber geßalt am beßen. barumb auch alfo
fein weg gericht, bas warm auch alfo fein weg gericht, alfo
beßetiget $u beiben feiten biiben.
Caput V.
Unb fo ir fophißen bifer philofophei nicht wölten ober
möchten ein benugen haben, fonbern eurem brauch nach
mer $u wißen begeren unb bie nor angejeigten urfad> $u
230
ring f cbesen su fein, fo nement bae an. ir febent, bae in
einem ietlicf>en element, ale in ber erben, im wafier, im
luft, im feur überall Palte unb warm gefcbeiben iß worben,
nentlicb fecbt in ber erben an, wie flammula unb folatrum vn,3oo
von einanbern gefcbeiben feien, wie manbragora unb rna-
cie, wie eupborbium unb campbora unb beren ein große
$al mer. alfo auch im waflfer feine geweebe unberfebeiben
feinb mit bifen speien wefen, als golt unb blei, corallen
unb carabe, unb anbere mer, bergleicben auch im ßrma-
ment bie fonn rom mon, bie fonn rom faturno. nun febent
bomiemeit ftd> folcb# aueßrecPen wirb, fo euch ein folcbee
fürgelegtee auf bae enbe folt fürgeb<*lten werben? barauf
merPen, fo b*iß bie fonn, fo Palt ber faturnue unb feinb
boeb von eim bie* über bae allee fo erPennent, wie groß bie
febeibung fei ber trüPni unb neffe von einanber, wie naß
bae wafier, wie trucPen bie ßein, su bem auch wie mancher-
lei febeibung in anberen gemeinen ßuefen feinb. alfo am
ber felbigen Praft bie warmen wafier unb Palten auch ir
rationee tyabtn. ber maßen auch wie \>txt unb weich, wie
weiß unb fd>wars. unb ber gleichen vil mer in ein epempel
gezogen mögen werben, bifen grünt ber warmen bebern
SU verßen gibt, barauf merPent, bae ir folcbe art unb wefen
ber feparation sulegen am bem corpore temperato, in ma¬
ßen wie angeseigt unb bericht iß.
£>er anber tractat,
Caput I.
TDiewol ich bae nacbfolgenb über bae, fo oben ange¬
seigt iß, bureb gnugfam rationee halten unb probiren mag,
bae auch in anberen weg, neben bem wie angeseigt iß,
warme wafier entfpringen mögen am bem Palten, alfo
tranemutirt mit ber unberfebeit Vorbehalten, bae bie vor-
bemelt anseigung von fipie tbermie tractirt. weiter aber
231
von ben gemachten mit tugenben uttb fre ften, unb bas in
ben weg, es ift öffentlich, bas ein {etlicher falch bas waffer
h>eiff machet, fo über in gegoffen wirb* wie nun folchs ber
natur möglich ift burch verbrunnen mineralia fold>es zu
vii, 301 machen, alfo feinb auch waffer, fo aus bem fald> ber erben,
ben wir nicht fehen, mögen ein folche hte empfahen. ab
bifem falch fol ftch fein philofophus verwunbern, ban bie
wunberwerf in ben bergen feinb alfo groß unb treffen*
lieh, als bie auf ber erben, ban wo fo vil mineralia iigen
non fafimtis, marga$iten, talf, plumofts :c, nit möglich
ift, bas fte on falch ^ergehen mögen, burch ir eigen natur
unb fraft, warumb folten ban bie waffer, bie baburch lau*,
fen, nit fald>me$ig werben? wo nun folche falch unb mine*
ralia ligen unb ein heimUger waffergang, ber an ben tag
begert, burch folche regiones laufen mußte, fo muß er ftch
vereinigen mit btfen mineralibus unb muß empfahen bie
h4 unb art ber felbigen, bemnach an ben tag bringen unb
behalt alfo fein h & bte er intvenbig emphfahen hät. wie*
wol oftmals ein folcher gewermbter cataract fo weit $u
laufen hät, bas er möchte erfälten ober bes halben teils
mer ober weniger, wie es fleh begebe, aus bem oftmals ent*
fpringt bas bie waffer fo heiß nicht fomen, als h eiß fte
geboren werben ober etwan ber falch wenig ift, nicht fer
ftarf, baraus ban bie beber eins h eißer unb felter ban bas
anber get. bife beber empfahen bie art bes falcßs an ftch/
etwan aus ber magnettfcf>en art, etwan vom afphalto, et*
wan vom carabe bes faben, bie uf ber
erben feinb unb brennen, unb tft bod) ir corpu© alein ßein
unb erbrid), mögent non feim regen noc^ waffer erlöfd>t
werben* bermaßen aud> wie außerhalb fo!d>© miracul be*
fd>id>t, alfo and) innerhalb ber erben 4I0 woi al© I>außen
fold> brinnenbe art feinb, ban bie entern nemen ben ur*
fprung nid>t von außen an, fonber am bem centro ber
erben einem ftreimen ober gang nad> bie an ben tag, wie
ban ber mineraiium orbnung inl>alt unb non bem luft, fo vn,302
burd> bie poro© terrae get unb fröcf unb geng ber erben,
fein brinnenbe fraft bemalt* fo nun burd> ein foid> feuer
ober in feiner region ein waffer cataracten ober mer burd>*
gingen, gleid> fo wol 4(0 fo ee in einem feffel wer, ßeben
müßte, bieweil bod> foi id> feur nom waffer nic^t mag er*
X^frf>t werben* fold>er urfad> unb anjeigung iaßent eud>
meßig fein in ber p!>iIofopI>ei an$unzmen, and) bie art be©
waffer©, fo au0 foidxen folen unb berglei4>en ingebilbet
wirb, unb alfo non bifem Tletfyna feinem gewonlid>en gang
nad>get, bi0 e0 fompt auf bie planitie© ber erben* ftcf) begibt
and) nil, ba0 in foid)e cataract anber falte waffer etnlau*
fen unb ße erfelten, el>e ße an ben tag fomen. iren laufent
and) nil in ba© mer unb in anbere ßießenbe waffer, ba ße
weber gefpürt nod> erfent mögen werben, etwan ein gleid>*
nu0 non einem bampf ober ber gleichen gefel>en wirb* wo
and) fo!d>er einfal gefc^id)t von frembbem waffer unb ob©
fd>on in ber werme bleibent, fo fd>wed>en ße bie fraft unb
tugent gletd) fo woi, als ber abgang ber werme. e© ent*
fpringen oftmal© and) brunnen in ber l>öl>e ber bergen ober
telern, ba fein f4>ne ober gefrüft ftat mag i>aben, am foi*
cber urfad), wie ange$eigt ift.
<£aput III*
3 n fold>er geftalt and) in anber weg ßnb, bie ba urfad>en
bie warmen beber unb fomen au© ben refoinirten mine*
233
ralibus, aus welchen compoj1t$en ein werme entfprtngt.
ban wir f e|>en bes ein gleid>nu£, bas bte wirFung ber aqua*
rum regum, bie ba Falt jtnb, fo balb jte infamen gegoffen
werben, ein gewaltigen fub l>aben. fold>es urfac^en bie
contrariae coniunctiones, nemlid>r als eud> wifTent ijF, bas
ber fpiritus vitrioli, ber an im felbs Falt ijF, fo er in ein
Falt waj|er gefc^ut wirb, bas felb jtebenb l>ei$ mac£>t. fo
nun fold>es von außen an mttgltcf) ifi, fo wtfient aud>, bas
in ben elementen ein größere mügltFeit tß ; ban aus inen
get prima materia, in bereu folid>Fraft unb mad>t ifF, nid>t
alein in vitriolo, fonber aud> in anberen. auf bas wiffent,
bas gleid> fo wol wie bie fpiritus vitrioli fetnb, von anberen
vn, 303 faiibus unb anberen mtneraltfd>en hingen ein folc^e con*
iuncts begegnen mag unb julaufenbe wafier tingirt in fyii
unb in ben Freften mit teglicl>em laufen, fo ifF aud> über
bas alles ein anbere urfa<£, bie in vil warmen wafTeren
urfacf>t, bas vil mineraiia jtnb, bie vom luft angejönt
werben unb erwermen aucl> bie waj]er, fo in iren regio*
nibus ligen. fold>es urfac^t am mertjFen bie nitrifd>en falia
unb ber gleichen aucf> aus anberen liquoribus metallorum,
aus welchem möglich ijF, gleich fo wol außerhalb fol$er
Operation Falt wafier in wermen on ^>o4 ober feur. ban
bie art ijF, fobalb jte ein wiberwertigs empßnben, in bas
brennen gont. alfo bermaßen au<£, wie aus ben beutelten
breien elementen gemacht warme wafler entfpringen mö*
gen, alfo aud> burd> bas element feur ein tnfluen$ befd>el>en
mag, bie ntd>t in wiberreben ift. fold>er beiber art ifF, bas
fie etlicl>s teils im jar laufent, etlid>s teils nicl>t, ban fold>
operationes fold>er tincturen werben nad> ber ieit bigerirt,
unb bleiben aud> nad> ber felben $ett. baraus folget nun,
wan bie felbig leit verlaufen ijF, fo ifF aucf> bas bat ver*
laufen, unb fo jte wiber Fompt, fo Fompt aucl> bas felbig
bat wiber. begibt ßd> aud> vil malen, bas alfo bie beber
Falt werben, urfacl>et bie tinctur, bie bem Falten cataracten
23*
entgangen ift, barumb er Falt get, bis bk vorgemelt bigeÜ
wiber Fompt»
Caput IIII»
0o ttnffent nun ein gemeine regel, bas folcher warmen
waffer mer ftnb, ban wir erfaren mögen» ban aus bem
entfpringt bas bie mer unb waffer nit erfrieren mögen,
auch im gefrieren Fein befFant haben» ban wo folche werme
folcher wafferen nit were, fo wurb ber faturnus unb ber
boreas alle« bas erfrören, fo bie erbgiobei vom waffer in-
hielt ; bie fonn unb ber fumer möchten nit ftorF gnug fein,
bie gefrüfF wiber in refolviren, bie befd>ehen würb, wo
folche werme im waffer nicht wer» ban bk tfF bie urfach
ber fchnebirg, ba bie fchne nimer abgont ; nimpt fich am
bem, bas bie warmen waffer fo hoch weht feigen, ober was
fohochfteigt,erFaltet, bie auf bieplanitiem ber erben Fompt»
$u bem, bas burch bie felfen unb fFein ber cataracten brauch
in gehen nit t>il ifF» fo fte nun folches geraten muffen, fo vn,304
ift ber fumer unb bie fonn für fich felbs nicht gewaltig
gnug, bifen fchne, wo nit warm waffer cataracten unber
ligen, hinweg in treiben» ban von unbenaufaus ber erben
muß bie werme gan, bie ber fonnen helf bie Feite in ver¬
treiben» barauf fo merFent, bas bie warmen waffer in ber
ertFugeln ligen, gleich wie bie beum auf ber erben, unb wie
ein bäum von feinem famen wachfet hinauf in ben luft,
alfo get am bem centro ber erben ber famen, baraus wach-
fen bie cataracten unb teilen jtch am in bie ef F, fo weit bie
globel get an tag ; ban was in ober ob ber erben ift, muf?
alles bem hintel $u» alfo tringt ber bäum auch mit feinen
eften burch bie erben ; baburch Fompt ber globel bie werme
in alle regiones» wo aber folche werme nit hinFomen mag
burch gebreflen ber cataracten, ba feinb Feine fomer in ben
felbigen lanben» es begibt flieh auch manch mal, bas folcher
waffergengen ein abfehneiben gfchicht, als fo einer eim
235
bäum ein a ft abf>iebe. folcßs befd>id>t burcb ben ertbibem
ober nerfallen ber cataracten.
Der britte tractat.
t)on ben falten
bebern.
<£aput L
Hun weiter non ben tl>ermis $u reben gebürt ficf> in ben
weg, bas ir ie$unb wifient bie materiam tl>ermarum, was
bas felbig fei« fo wiffent für^in non ben tl>ermis, aus ber
feparaj georbnet, bae fle jtnb ein refoinirt miner aus bem
corpus, bae gleid>meßig ftet neben bem alumeti, nitriol
unb fa4 unb bod> bas felbig nid>t ift. alfo entfpringen ir
nirtutes nad> ben freften beren breien fimplicium. hierauf
3U wiffen, bas bie felbigen tßermae fld> non einanber nit
fd)eiben in iren freften, aud> mit nickten feins anbern
fimplej: übertreffen mag. fie l>abent aud> an inen fein $u=
vii, 305 fallenbe art, wie bie anberen proceß ber beberen Inhalten,
ban fie ftont frei unb lebig in iren generationibus. $u glei¬
cher weiß als wenig ein marmel befleft mag werben nom
alabafter ober ein fütten non eim maulberbaum, alfo
wenig gont anbere nirtutes in bife art. wiewol fte burd>*
laufen mögen burd> bie mineralia unb ber gleichen, iebocß
fo werben fte in fein weg nerenbert.
daput II.
V7un feinb weiter anbere gefcßlecßt ber beber, in web
d>en ein anbere art ift, ban in benen, fo aus ber feparation
geboren werben, wiewol fie entlenetc fraft haben, iebod>
fo ift bie tugent unb art größer als in ben norbemelten,
unb folches befcf>id>t in ben weg. fo bie fiben mineralia
236
ligen in primie tribus, unb werben in ben feibigen cor-
rumpirt, alfo bae fte in iren efectum nirf>t fernen mögen,
fo ale bau bie frembben cataracten, ee wer bureb bie poroe
ober burd) anber rneatue, ein burebbrud) machten eine
frembben waffere, fo mifebt jtd> bie Braft ber bemelten
metallen in ein Bereinigung, burd> welche fte auegetriben
wirb für bie globel an ben tag, aue bifem folget, bae bie
tugent, Braft unb etgenfebaft ber feibigen primarum trirnn
uolBomen in eim waffer finb, barumb ee fiel) Bergleicbt bem
feibigen metal, barbnrd) ee lauft unb bie art unb natur
empf ad>t, hierauf fo merBt, bae tnl beber ftnb, bie ba bem
auefag unb ber morpbea bienjBlicb cvfd>k$en unb ben fei-
ben fpeciebue, aue urfacben bae in inen ift bie prima ma-
teria trium, wie anjeigt ift, barin i$ auch bie Braft bee
wiberbringene ber contractur, ber großen bypofacra unb
ben BranBbeiten, fo in matrice uberwunben b&^en, unb
ben anberen, fo aue ber fterBung Bornen finb in bie fcbwed>c,
auch ftnb etliche beber, fo bee ftlbere printant materiam
triutn in inen haben, bienftlicb ben tauben unb wütenben,
fcbeblid) aber ben BranBbeiten, fo bie giiber berüren, weiter
bie fo aue mercurio entfpringen, in ma$en wie anjeigt ift,
aiopiciam unb morpbeam, pruritum unb bie ulcera com-
munia b^ii^^t/ nach bem aud> unb fte in faie metallorum
uberflüfllg ftont, nad;foigenb auch in ben BranBbeiten fe-
brium unb putrefactionum beber aue bem eifen entfprin¬
gen wunberbarücber beüwng, bemnacb aue neuere ein
Bupferifd) art aueget, bie ftcb ben floribue aerie uergleicbt,
SU reinigen unb feubern bie ofnen febeben bee leibe unb su
purgtren ben longaonem, auch anbere beber, fo aue ber prima
materia iouie entfpringen, welche bie art haben bieeftbio*
menifeben unb cancrenifcben su heilen, nacbfolgenb aue bem
faturno beber entfpringen, bie ba in bae lang leben bienen,
Bolcber beber art unb dgenfd>aft lob ich SU erBennen
(unb>wiffenaneinemarst, barin nit alein bie mebtem, fon
VH, 306
237
ber auch bie philofophei, fo einem ar$t gebüren ift, grünt»
lieh verfafifet «urb.
Hachfolgenbs flnb etliche beber, bie ba Fomen aus ben
fpiritibus folcf>er primarum trium, bie fonberlichen in ben
fpecijtrten FranFheiten Fraft unb gemalt haben, bie felbigen
$u vertreiben, bas fte aber ber art tvie bie gemeinen tvarmen
beber feinb inhalten, befd>id>t nicht, fonber jle feinb Falt
unb tvarm, tvie es bie aberen unb bas accibens an im felbs
begreift, etlid> tümpf ftnb, bie ba gelfud>t aus$tehen, auch
bie verborgne, etlichftnb, bie ba aus$iehen bie febres. etlicf>
ben junger machen, bie entfpringen aus ber art vitrioli
unb bes falis viribts. beren feinb vil unb mancherlei, bie
auch nebenFreft haben, $u heilen chirurgifche FranFhetten,
paralyflm unb ein ietliche putrefactionem vermium ab ftat
$u fertigen.
Caput III.
Uber bie alle jlnb anbere beber, bie aus ben liquoribus
gemmarum ober burch fte ein urfprung nemen ; als von
ben beber n bie ba haben fchmaragbifchen liquorem. bie fei»
bigen beber gebulben in inen Fein verbringen ber un*
Feufchheit one tätlichen fchaben. ban tvie ber fcf>maragb
an im felbs fold>e tugent ntt geftattet one fein eignen fd>a»
ben, alfo l >ingegen gebulbet fein bat an ben jenigen ein
folchs on fchaben nicht, bergleichen auch finb beber, bie ba
haben faphirifche art, tvelche peftem unb anthracem lebi»
gen unb $u bem felbigen von tvegen bes, bas fte bes iiquoris
haben faphyri, ben ausfat^ beheben, tincam, leoninam unb
elephantiam unb tvas ber anhangenben fpecies ftnb. ber»
vn,307 ma$en auch ftnb beber unb tvaffer, bie ba von carniol
refolvirt tverben, bie heüent unb ^ellent bas profiuvium,
bie hert byfenteriam, haemoptyftm unb ein ietlich bluten
ber tvunben ober ber abern. alfo ftnb auch tvaffer in bem
mer aus ber corallifchen art, hingegen auch aus ber cara*
238
bifct>en art, bte ber corallen unb caraben tnrtutes bemalten
unb fotnl flnb folcher beber de ber gemrnen, bie 3« er$eh*
len nit noturft erforbert, fonber in ben tugenben erfunben
werben *
Caput IIII.
i£s finb auch anbere etl£cf> waffer, aus benen bte perltn
geboren werben, auch bte fcfmecfenfchalen unb fchifflin.
ber felbigen art ift fonberltch bte apoftemata, ben panert»
tium unb was ber gleichen aud> eft^tomena ulcera flnb $u
gluttntren, bes gleichen auch bte tineas unb fellas $u cu-
riren, ber gleichen auch was aus ber fperma entfprtngt $u
mitigiren, $u augmenttren bte milch mamtllarum, ber-
gleichen $u praeferturen ben cancrum, bte ^>aemorrl>otbes,
fonberltchen auch benen, fo ba aus bem fpasmo ober tetano
laboriren, benen fo paralpfts angangen wer* wan fold>e
waffer l>abent ber perltn art tn inen, aus ber geaalt bas
bte margartten aus tuen entfprtngen unb fte nicht aus ben
margartten. barumb tn btfem weg bem waffer bte tnrtutes
follent angelegt werben, mer als ben margartten.
Caput V.
-Dergleichen auch flnb t>il gemeine brunnen, bie ba bie
art an inen fyabtn ber beumen, fch wammen, boleten, freu-
ter k ber region bes felts ober bergs, baraus fte fließen unb
entfprtngen. unb ift bie urfach, bas ba ein Bereinigung ift
in ber refolution ber felbigen gewechs, ein teil in bie gene-
raten, bie anbern in ein refolution, aus welchem htttban
gefcheiben refoluto liquore ein brunnen wirb, eines ent-
fpringens, ^unemens unb abnemens mit bem felbigen ge¬
wechs, unb nit non ben cataracten, wie ich normals ge-
melt h<*b. fonber bife brunnen finb ein gewechs, gleich bem
felbigen gewechs, fo in irer region ftet, behalten ber felbigen
freuter, beumen zc fraft, tugent unb eigenfehaft. hieraus
239
vii, 308 inmpt ft d) bie natur ungulae cabal linae, bas etl ich beber
ber felbigen gleich ir ejftcacias erzeigen, etliche ber matt*
bragorae unb iusqutamo gleich, unb ftnb fold>er art, bas
fte bett etrtgefejtett non flunt an in ben fd>laf bringen,
etlich bie ba ftntlid) fet£t machen, am ber art muctlagints
unb ntsct bituminoft, fo aus bem felbigen gewed>s in btfer
regton 3ufalt. alfo mit allen anberen Freutern art unb eigen*
fchaft. fold>e 1 >aben auch folche art unb tugent, bas fte bte
btj urttcae an inen haben, auch bte Feite manbragorae unb
optt, barburd) fte paralyflm, gefügt unb fctattcam heilen.
daput VI.
Sich begeben aud> etliche waffer unb brunnen an ben
örtern, bo bte leut wonen mit großen Freften, bte ent*
fprtngen in ber geaalt, bas bte falta, fo non ben ieuten ober
nich gont in bie erben, als wenn bas t nd> in ein ftall harnt
unb ber boben mit wafferflüfTen an3Ügig ift, als ban Fompt
bie falfebo fkrcoris unb minac in bie felbig gefamlete art
bes waffers, barin es ftch falnitrirt. fo als ban ein follid;
waffer, bas bem falniter gleid>meftig ift, in ein tumpf ober
galtbrunnen nerfa^t wirb, falnitrifche art an fleh nimpt
unb bemalt, machet ausfdtlahen. aus urfach, er fri#t bie
haut auf unb bie art, fo fal urtnae, es fei ber menfchen ober
bes nid>s, an im bat, in folgen brunnen ober waffern
gruntlich erfunben werben.
daput VII.
Sich begeben auch mancherlei waffer non ben tieren unb
ftfchen, als bie tümpf, ba folche wurm unb fifch teglich in
ligen. folche tnaffer 3U baben 3 u gebrauchen, feinb ber na*
tur wiberwertig, aus urfachen, bas fte non irer nergifti*
Feit wegen ein erbliche raub unb Fre;e machen, auch benen,
fo baraus trinFen, reubig unb Fre^ig mitffen fein, wo alfo
folche faule waffer unb fold>e fifd>waj7er unb ber wärmen
2*0
ein region einfaßen, was ftct> bes gebraucht, ber rauben
unb Fre^e unbermorfen fein muß.
daput VIII,
Tilfo feinb auch etlicb fonber brunnen, bie ba ein Fraft
empfaben non ben mißbaufen, non ben gefaulten ßrobäl*
men auf bem felb ober gras, t>on ben tannreifen ober blet*
tern ber beumen, ober tnie ban ber felbigen region aus*
febüttung ifi ; nach art ber felbigen matertan su urteilen,
einem arst suftet nach inbaltung ber epperiens. folcb art
unb tnefen, natur unb eigenfebaft folcber tnafier feinb man*
derlei, barumb einem arst sugebürt pbilofopbiam ba su
tractiren unb bie epperiens ber tugent aus tegiieber Übung
SU nolfüren, bureb ine ober bureb bie, fo eintnobner an
folcben ftetten mit gutem nerßant feinb. tnil auch folcbes
ben rechten tnolergrünten arsten ben Fern unb grünt mar*
mer unb Falter bebern unb anber arsneiifeben waßern s«
urteilen befolen haben.
<£aput IX.
Uber bae alles fo lauft ein anfallenbe Fraft, bie ben
guftum berürt, alfo bae etliche tbermae feinb, bie ba feure
unb fuße in inen tragen, bie felbigen, fo non grünt aus
bes urfprungs folcber art feinb, aus bem nitriol entfprin*
gen, in ber geftalt, tno ßd> ber felbig aus feiner prima ma*
teria refoltnrt, bie fauren tnaßer gibt, bergl eichen auch mie
bie größt fuße in im ligt, feiner art halben fuße waßer bin*
gegen gibt, tntetnol es ftcb ettnan begibt, bas etlicb faure
tnaßer möcbtent erfunben tnerben, boeb nicht aus bifer art.
folcbes probirt bas enb, fo auf ben grünt ber bebern gehört,
ban alfo entfpritjgen auch bie falia, welche ich auf bismal
wil ruhen laßen, bas ift non ben falsbrunnen unb fals*
birgen, fonber bie alein alle art unb eigenfebaft ber fauren
waßern, wie ße in Europa ober anberen lanben begegnen.
VII, 309
P.-W. II. 16
2H
aus ben iiquoribus vitrtoii t>en urfprung fe$en, barumb
inen angelegt fol tverben bie tugent vitrioli, bas ift 5« fei¬
len alle ferpigines, cicatrices, alopeciam «nb noli me tan*
gere, barbei aucf> ein ietlicf>s gefleckt fo ba ausbrech, tvie
ban be aerugine gefd>riben ftet.
vii, 310 Caput X.
dergleichen auch feinb tvaffer, bie ftcf> vergleichen bem
gtvalt ber metallen, als bie fo ba aus bem Vitriol gent, $u
vertvantlen I>aben ein ietlich eifen $u Pupfer. ber gleichen
auch anber tvaffer, fo aus bem fal gemmae gont, ein ietlich
coagulirt h<^3 3# feinen machen, unb anber ber gleichen
tvaffer mit mancherlei tugenben unb art, bie ba harten bas
eifen, anbere bie ben ßahel linbent, etliche bie ba frud>t
coagulirent unb folcher art vil. bietveil fle aber ber mebijin
hie, barumb ich bie beber betreib, nicht genoß feinb, noch
bienftlich ben PranPheiten, tvü ichs h*e an bifem ort aus*
laßen unb ber phüofophei befelen.
der vierb tractat.
Caput I.
0o tvir nun tvölien ernennen bie tugent unb art ber be*
ber, 3U tviffen, tvas miner bie felbigen inhalten, fo muffen
bie felben art genomen tverben von ben Preften unb pro*
ben, fo fte tunt unb verbringent, in bem fo fte bie PranPen
vil obenvenig, gar ober etlichs teils gefunt machen, es mag
auch ba Pein anbere prob auf bie beber erfunben tverben,
ban tvie beutelt iß. tvietvol ftch oftmals begibt, bas ber
gefchmacP fulphurifch ift unb ettvan ein tvetßen fchtvefel
mit im treit ober ber gleichen anber mineraiia, fo ift bas ba*
tum bem felbigen nicht nach 3« urteilen, ban tvie bie fchtve*
fei hrrPomen, ift vormals ange^eigt unb berurt bie Praft
2*2
bes babes gar nickte, bas ift feine virtutes baraus su nemen
ober urteilen, aller beber art, unb welcherlei jle feinb in
ber materia unb eigenfchaft, nement ir erFantnus gleich
ben arboribus. wan wer wolt bie felben Fennen, fo fte Fein
frucht trügen? aber aus iren früchten erFent man'bie art^
eigenfchaft unb was bas felbig für ein bäum ift. alfo ein
ietlichs bing, bas in ber natur ift, aus feinen früchten in vn,3ii
bie erFantnus gebracht fol werben.
Caput II.
£>ietveil nun aus ben früchten bas genus ber beber erFent , ; v
fol werben, fo befehlt folches aus ber wir Fun g, fo fie in
ben FranFheiten verbringen.
ÜDan etlich beber bringent paralyfin unb bie paralyticos
auf. bie felbigen feinb aus bem mercurio folis geboren,
etlich nement icteritiam tyn, bie feinb aus bem mercurio
veneris geboren, etlich h eilent bie löcher su unb ofne fd>e*
ben, bie felbigen feinb aus bem mercurio argenti vivi ent*
fprungen jc. etlich h eilen bie febres, bie Fomen aus bem
fpiritibus faiis. etlich tycXttn bas wiberfpil, FrenFen unb
verberben, aus urfach bas bie concorbans menfchlich natur
ober FranFheit unb beiber eigenfchaft einanber suwiber jlnb
unb compofltio nicht gerecht ift. ban es ift gleich ein wir*
Fung in inen, bie in ber concorbans gegen ben FranFheiten
ften muf, wie anber mebicamina erforberent. aus bifer wir*
Fung folgen nun, fo vil unb mancherlei fpecies ber mine*
raüum feinb, fo vil unb mancherlei auch tugenben ber waf*
fer. hierauf fo folgt nun, bas ein arjt fol aller mineralium
Fraft unb eigenfchaft erFennen, als ban fo wei£t er, was
jlmplej: in bem bab praebominirt, swei gleiche als ban su*
famen vergleichet.
Caput III.
TOiewol bas ift, bas aus vilerlei menfchen vilerlei eigen*
fchaften erFent werben, als in ben ulceribus, ba httnbertlei
16*
243
menfchen in einerlei ulceration ligen, vKurunfcer fünfzig ge-
nefent, bie anbern verberben. in folgen operationibue fol
ber arst fein iubicium nnb erFantnue tyaben, welche natur
ber menfchen sur Teilung gefchiFt fei ober nicht. ober ob bie
Seit ber Teilung gegenwärtig ftant. wan am folgern über-
fehen werben bie menfchen verfürt unb bie wirFung ber
natürlichen beberen veracht, ban wie ir fehent, bas ber
mercuriue corporie wunberbarlicb heilt bie fransofen, bie
offen fcheben, bie stachen ac. fo nun bie seit unb art ber
FranFbeit uberfehen wirb, fo verberbt er gleich fo vil ale
vii, 312 er gut machet, auch fehent ir, bae ferpentina bie wunben
heilet unb hoch nicht all. ir feben auch, ba$ materia perlata
phrenejtn Rillet unb hoch nicht allen, barauf in folgen
hingen su obferviren ift bie theoriF, am welcher fte concor-
bans «nb bae compofttum entfpringt, bamit wiberwertige
bing nicht sufamen reichen, alfo, im befcbluf* su reben, fob
lent am ben fruchten, bae ift am ben gfuntmachenben
FranFheiten bie beum ber beber, bae ift bie art ber beber
erFent werben unb in alweg prapim unb theoricam obfer¬
viren, ale wan ee ein fonbere profeä unb facultae were
gleich ben anberen. wan in ben waffern ftnb alle bie vir-
tutee, fo Freuter unb ftein gebent.
Caput IIII.
^Infenglich fo betracht bie seichen ber beber in ben weg.
bae erft, bae fte sum auefchlahen urfachent ; folche aber ift
SU Feiner tugent su vergleichen, ban ee ift bae felbig fals,
bae im plumofo unb in ber urtica iigt. folch auffreffen, bae
auefchlahen genennet wirb mit böfem teutfchen, ift bem
bat Fein lob, fonber ber corrojtvifchen art, heilt auch ftch
felber wiber su, am urfachen ee robirt dnmalr bieweil h<*ut
unb fleifch noch grün ift unb feltfam, unb fo halb ee bie
grüne verleurt, fo get ee wiber su. barauf merF aber, bae
ein folchee getrunFen waffer inwenbigen im leib on folch
auefcblaben nicht fürget, wiewoi fo heftig nic^t, urfacbet
ber inwendig balfam. aber tul bie aus folgern auefcblaben
franfbeit am bem bat bringen, bie bie in ben tot t>erbar=
ren mufr burcb folcb auefcblaben begibt fleh tnlmalen, bas
aperitionee befcbeben, etwan oppilationee unb tnl anber
folcbe franfbeiten. barumb bife art ber beber ober waffer
für feine gute tugent fo! gerechnet werben, fonber für ein
corroftuifcb auffreffen* ob etwan ein tugent mitliefe ober
nu$t ben franfen, bie felbig befcbebe one bas auefcblagen
gleich als nolfomen. barumb weiter non einem ietlicben
bab fonberlicb bie natur unb eigenfcbaft nerftanben fol
werben, was in einem ietlicben fonberlicb freft unb tugent
feinb, über bie gemeine art, wie oben angejeigt iß.
(Taput V. vn, 313
3u einer merern unb befieren unberricbtung bie art ber
beber juerfennen, fo wifient, wie breierlei bing feinb, am
benen alle ar$nei gont, am bem mercurio, fulpbure unb
fale. bife brei nun teilen ßd> am in ire fpeciee, barumb auch
breierlei franf beit ßnb, auch geteilt in ihre fpeciee. ee feinb
morbi mercurialee, fulpburei unb falis. aue bem folgt nun,
wae beber ber mercurialifcben art feinb, ben felbigen franf*
beiten follen ^ugeleit werben, bergleicben mit ben anberen.
barumb was ulcerirt ift, bas muß burcb ben mercurium
gebeilt werben, was in tueco ßet, burcb falem, ber gleichen
auch was in igne ßet, burcb ben fulpbur. wie nun bie fpe*
ciee mancherlei feinb, fo folgen auch mancherlei beber bor*
am . ein mercuriue curirt ulcera apoßematum, ein anberer
eßbiomena k . alfo auch in falibue. ein teil falis nimbt
alopeciam biu, ein anberer pruritum, ein anberer fcabiem.
alfo auch berwiberumb etlicher fulpbur eptinguirt ignem
perßcum, etlicher icteritiam, etlicher febres unb bergleicben
anbere fpeciee. alfo auch berwiberumb, was lepram mum
birt, am bem fulpbure antimonii entfpringt, was bybro*
2*5
piftn aue bem fale gemmae unb alumine rocho. in folgen
aber allen $u prosebiren, gehört Me erfantnue \>exyxr Me
normale gemelbet ift, aller fimplicium, fo außerhalb ben
bebern x vachfen. tmb Vorbehalten bie unberfcheit, welche
beber aue ber compofttton in bie t>it$ gehont, aue bem com*
pojito in bie feure :c, welche aue ber nitrifchen art ent*
fpringen, begleichen meiere aue ben felben iiquoribue bee
lante erwachfen, bee gleichen wae ba erbelet aue bem fei*
bigen boben. barumb wie nachfolgenb bie beber fpeciftcirt
werben, ein ietliche eigenfehaft non ber anbern fpecificirt
fol werben.
Caput VI.
hierauf fo folget auch ein gemeine biet auf alle beber
ober frantyetten, in ber geftalt, bae bie regimina georbnet
werben nach inhalt einer ietlichen Franfh eit infonberheit
unb in ber tnafien gericht werben, bae bee bäte eigenfehaft
unb bie biet sufamen fliment. ale bie arfenifchen beber,
vii, 314 bie verbringen ire wirfung nicht, ale alein burd> bie ab^t*
nens, welche ba auch fol gehalten werben, bie gölbifchen
beber bie verbringen ir wirFung burd> confortiren, barumb
bae beft efifen unb trinFen georbnet fol werben, unb bae
merift, fo bar in $u betrachten ift, fol fein in ben mugilagi*
nofifchen Förpern, ba ber viecue ubertrift, ale pobagra,
flüft unb ber gleichen, mit großer abftinens gehalten, wo
aber folch FranFheiten aue folcher viecofttet nicht weren,
mit aller volle in effen unb trinFen baben follen. bermaften
auch mit ber seit su baben aue ben grabtbue mineralium
genomen fol werben, wie bie felbigen wollen, vil ober
wenig aplicirt fein, ie bermaften gleiche regel suhalten.
iDae ift aber bae h^chft w ben bebern, fo fte ber FranF*
heit gewaltig feinb, Weber abftinens noch ftunt betracht fol
werben, wo fte aber folcher fterFe manglent, fo gibt bae
biet unb orbnung ein fteur ber beflerung aber Feiner fyei *
2*6
lung, ban bie Teilung muß aue bem bat gen, barumb am
nterißen acht zu haben iß/ ben rechten brunnen bee bäte
ZU treffen»
Caput VII»
$:e ift aucß bae h<>chß an einem arzet, ber bie Traufen
in bie beber fchift, anfenglich zu wißen, ob ber felbig franf
in keinerlei weg burcb anbere ar?nei möchte gebeilt werben,
welche erfantnue treffenlicb unb groß iß» ale ber brauch iß
alfo. fo ein arzt an einem Franken verzweifelt ober beforgt
ein zufünftig böfere, bae eim folgen in ein bat geraten
wirb z« einer entßhulbigung. vil auch, bie luft0 halben bie
beber brauchen, von folcßen mach ich hie fein meinung,
aber in heilung ber franfl>eiten, ben felbigen zu nuz, fol
alfo ber proceß unb orbnung befcbeben. anfenglich wißent,
bae ben bebern etliche teile in freften abget unb ßch nicht
gleich reimpt auf bie fr anSrbeit, bahin ße verorbnet feinb,
barumb fo muß ba ein compoßtum fein, bamit ee volfo*
men werbe» ban ir fehent außerthalb in ber natur, wie
manchmal bie correctionee befchehen müßen. alfo auch hie
in ben bebern in ber geßalt» fo für paralyßm gebabet fol
werben, bae bat mit paralytifcher arznei gebeßert werb» vn.sis
alfo auch iu hytooptß mit ber felbigen arznei :c» unb nicht
allee zufamen in einen faßen gefeßen, fechzeheuerlet franf*
beiten mit ein anbern zu vertreiben unberßehen, fonber
einem ietlichen orbnen nach feiner bequemlifeit» ee feinb
auch unzeitig ret, ße feien befchriben ober gangen von
munt aue von ben arzten, bae ße ein folch plubermuß ver*
hengen unb raten» were ee in bebern alfo wie ße ee meinen,
fo tvere ee auch in ben ßmplicibue ; ee befehlt aber in ent*
Webern nicht» barumb gut acht zu haben iß, alle eigenfebaft
ZU behalten unb zu componiren bae bat, bae ee ßch reime
gegen ben franfheiten zu ber gfuntheit unb nicht zu ber
arzten entfchulbigung»
2*7
&er fünft tractat,
on bem b ab pfeffere.
V7un meiter $u befd>reiben ein tetlicf> bat infonberl>eit
mae bie materien ber felbigen beber feien, aue an$eigung
irer mirFung, fo fte uerbringent. ift anfenglid) non pfef*
fere ein fold>e erFantnue, bae ee fein merme nit nimpt am
ber feparation, fonber am bem compoftto ber tntriolifd>en
mineraiien auf einer feiten, bemnac|> am ben brei erften,
uenerie, folie unb faturni. aue ber urfad>en i>et ee an im
bie angeboren art, Fraft unb tugent mie bie uitriolifd>en
liquoree, barnad) folie, nenerie unb faturni an inen felber
tragen. nad>folgenb fo laufet ee burd> bie felbigen er$, ber
gleichen am lebten burd) bie eifen er$ unb etlid> alabafter*
ftein, unoermtfd>t anberer einfallenber cataracten. aue
bem uierten teil ber globel nimpt ee fein centtum unb bur<£*
brud) unb feinb feine nirtutee alfo. ee feilet bie pobagri*
fd>en mucilaginee unb bie uiecofttatee paralyfte, ee fterFt
aud> unb bringt auf bie paralyticoe, fo nod> nid>t in bie
vii, 316 confumptionee gefallen feinb. ee bringet miberumb bie
coiicam aue ben glibern unb treibte aue burd> ben urin
unb feceffum, barumb ee ben contractie gut ift. ee ?euc£t
ben leproftfd>en bie l>aut ab unb mad>t in ein grofte bürre,
nad>folgenb ein neue befd>!oftne l>aut, barumb ee etliche
teile, gleid>fam i>eile ee lepram, an$ufel>en ift. ee feilet bie
ölfd>enFel unb alle corrofttnfd>e offen fd>eben, man fte
normale barju bereit feinb mit ben munbiftcationibue. ee
temperirt bae menftruum, ftelte unb pronocirte. ee ift aud>
gut benen fo in langen FranFl>eiten gelegen feinb unb wu
ber anl>eben $u ber fterFe Fomen, bie felben $u fürbern.
tbie nun obftet, bae bie beber für ftd> felbe gleid> mie bie
Freuter $u ad>ten fein, ale man einer befd>ribe bie tugent
meliffae jc, fo mögene bod> on ein compofttum ?u vob
2£$
fomnem ent) nicht gen* barumb welcher bas bat Pfeffere
in feine Freft bringen wöl, bas es $u ben bemeiten FranF*
feiten gut fei, ber muß, t nie nachfolgenb ßet, mit bem fei-
ben I>antlen*
3 n pobogra alfo.
Xec*. 2lquarum tütrioli Iib* I,
©alis gemmae üb. fernie,
Tim bem batwaffer ein ßanben nol.
£>ifes uermifd) infamen unb laß hierin haben bis auf
ben neunten tag, barnach fo uerenbers alfo:
Xec* «Soliorum eüebori nigri,
«Sol. fenae ana Ib* J,
«Sabarum,
Jlenttum ana üb. #*
£aß in uorbemeltem batwaffer jteben nach gemeinem
brauch unb b ab $u enb* fleiß bid> auch ber pobagrifchen
purgation, alle wochen ein mal $u gebrauchen.
3n paralyfi unb ben para-
lyticis machs alfo.
Kec. «Slammulae,
d£rucae rubeae ana manus feptem,
Äaß ßeben unb bar in nachfolgents haben auf bie halbe seit,
demnach fo uerenbers bat in ben weg :
Xec. petrolei uns* 3,
<2>lei phüofophorum un$. femis,
bes batwaffers l üb.
£aß burcheinanber ßeben mol uerbeFt, geuß es nachfolgenb
in fpongias marinas, alfo bas bas tnaffer alles in bie fpon-
gias marinas Font, bas leg in bas batwaffer unb b ab barob.
bergleichen uergiß auch nit bie confortatiua, fo ba inwenbig
appücirt follent werben.
VII» 317
2*9
3n ber contractur ^anbel
a Ifo:
&ec. 0er pentinae longae manue buae,
#grimoniae,
3t>ae arteticae, ietlicbe 3 J>4nt t>ol»
£>ife Freuter laß tag unb nacht im maßer ligen unb am
britten tag bar nach laß ettiflt^en unb für unb für barob ba*
ben. bu rnagße auch mol erneueren nach anfebenberfranf*
beit»
£)en leprofie»
Xec. 5lammulae Io b^^tnol,
Ungulae caballinae 5 bol.
on bifen färben barein fomb ; barin
laß baben, fo feucht ee ein großen fcbleim unb muß aue»
unb fo bie noturft erforbert geßanfe b alben, fo erneuere,
unb fo bie mirhmg aufbörete, fo laß abbaben in lauterem
batmaßer, bie $u enb ber babenfart»
CIn ben löcheren unb offnen fd>eben ift bie permifchung
mit aquie aluminie, culicule, ferpentine ana gegen bem
^mölften teil bee batmaßere, barin laß baben, mo bie off¬
nen febeben ftnb, unb meiter ben leib nicht» bamit purgir
auch *c, mie ftd> folgen ofnen febeben gebürt»
3n ben menftruie b<*nkel
alfo:
£)ae bu laffeft in lauterem maßer baben unb $u trinfen
gebft bife permifchung : Xec» liquorie melißae, pulegii, ar*
temiftae ana unb viermal ale pü batmaßer barunber» laß
alfo baben unb bemelt maßer trinfen, bie $u enb ber ba*
benfart» mae meiter ber fterfung halben ift, aue bem bloßen
bat geben ttnrb, mit rechter orbnung bae felbig $u
halten»
250
3u berma^cn fol ein ietl icb bat, wie obftet, ba© $u fol¬
gen franfbeiten gut {fl, corrigirt unb componirt werben»
barumb weiter nicht uon nöten iff, ein ietlicb© fonberlicb vn,3i8
3U febreiben, fonber weiter aufmerfen auf anbere franf*
beit ober fonberlicbe art ber heberen, bie anber abbitione«
bebörfen, bie felbigen $u ernennen»
Pon obern haben*
üDa© bat in oberen haben nimpt fein urfprung au© ben
liquoribu© gemmarum, nemlicb am bem carabe tmb citri*
nen, auch perlarum, auch au© ber uermifebung ber fpiri*
tttum ber metallen veneri© unb iooi©, nimpt fein gang auf
ben vierten puncten ber globel, wirb unberloffen mit anberen
waffern, barau© ban entfpringt mer ober weniger fraft in
eim bat gegen bem anberen $u rechnen, unb iff unberworfen
bem wint unb luft, uon bem felbigen noch auegeldfc^et $u
werben, nacbfolgenb b<*t e© fein burcblauf bureb ben fatur*
nifeben arfeniF unb etlicb© teil© ein anbangenbe Fraft non
falcbffeinen unb au© bem afpbalto* fein tugent ift gleich
Pfeffer©, alein au©genomen bie mucifaginojtfcbe franf beit,
weiter fo temperirt e© bie b^emorrboibe© unb bie oppila*
tione© in carbiaca paffione, tut auf bie oppilatione©, fo au©
bem tartaro, ba© iff rom grien, entfpringen, unb am fei*
bigen ort wenbet e© auch ben anfang be© ftein©, nimpt b in
bie bolore© articulorum unb bie gefügt, ben frauen ifl e©
fonberlicb weber gut noch bd©, e© fei ban bo ein farmn, ber
3U gutem ober böfem fallen wölle, irer gefuntbeit halben
betreffenb, ben fürbert e©, fein corrigirung $u folcben franf*
beiten ift bermaf$en, wie oben in Pfeffer©, aber weiter $un
bemelten franf beiten, wa© betreffenb ifl bie baemorrboibe©
unb ber frauen franfbeit, mit fucco be faffna auf ben bt>n=*
berffen teil uermtfebet, bergleicben and) ein folcbe© $u trtn*
Fen morgen© unb naebt© on unberla^ noturft erforberet
in ben oppilationibu© unb carbiaca, auch ber felbigen glei*
251
eben, tvae grien unb fant antrift, bae felbig fol mit oleo
cupertino vermifebt tverben, bureb ben zwölften tropfen
getrunfen ; tvae in ulceribue ift, bie ee bau fonberlieb beilt,
mit realgar ffyo temperirt, aleban gebraucht nad> inbalt
ber babenfart. fein art ift aud>, reubifeit, fre$ig unb fd>ebi*
feit $u vertreiben, am volfomniften vermifebt mit aqua
vii, 319 aluminie. fo!d>e correctionee müffent ba befd>e^en von
tvegen ber f tveebe, fo bae bat an im felbe empfabet von
ben $ufallenben tvaflfern.
Pom tPalliffer bat.
iDae bab in Wallie lauft von bem britten teil ber globel
unb ift aue ben liquoribue bee magneten unb bee fd>tvar*
$en carabe, lauft bureb bie er$ unb fie, marga^iten, talf,
fafimia :c unb etlicf> art ber granaten. ntmpt fein bt$ aue
ber feparation, empfabet aud> ben grabum vom febnebirg
unb tvirb abfült mit ben liquoribue cryftalli, ^eubet ben
margajiten unb Fafimien iren fulpbur aue mit einem am
bangenben Vitriol unb bat ein Furien grabum burebsu*
laufen bie mineralia lunae unb mercurii. feine virtutee
jlnb tvie bie beutelten beber, in nid>ten auegenomen. aber
$u gleicbertveie tvie fcammonea ubertrift polypobium in
feinen freften, alfo übertrift tPallifer bat anbere beber.
barumb bie correcte am felbigen ort treffenlieb fol vorbe*
halten tverben. tveiter bat ee bie conbitionee, bae ee ;u=
fünftig lepram eröfnet, auch bie tvafferfuebt, fo fte ettvae
tvenige an$eigung tyette. bergleicben in ber contractur, fo
colica noch in inteftinie leg, ;u böfem erfebieften tvürb.
fcbat auch ben fyizigen äugen unb gebörb, fürberet ein iet*
lieben famen, ber ba unberftet ein franfbrit $u bringen ober
ein gefuntbeit.
t>on bem bat plumbere.
ÜDae bab plumbere famlet unb erbebt ftd> aue ben $u*
famen laufenben liquoribue an ber felbigen gruben unb ift
252
in fuperftcie her globel, unh ift ein feule, hie ha infamen
gefamlet wirh aue mancherlei hingen, wie gemelt ift, hie
felbig fewle tyon hem ertfcbwebel ; harumb fo ift in
im in fonherheit fein treffenlid>e tugent, han mar $u hie
nitrifche art gut ift, hae ift, auefcblaben on nu$ hurch t>ile
hee bahene, hie mühe nemen, wie gemeiner waffer art jtnh, vn,32o
unh etliche teile tyat ee ein anbang $u fürheren hae, fo $u
gutem auf her ban ift, hergleichen $u fürheren hae böe, fo
3U böfem gefehlt ift, harin ein ar$et weielicb raten fol hen
franfen, fo auf folcher fcbnelwag ft$en. weiter aber fo b<*t
ee ein tugent ju hen ofnen fcb eben, hie ha aue hen falibue
carnie entfprungen ftnh, hie felbigen $u heilen, aue art her
ftypticitet unh ferpentinifcher art, fo in hem felbigen faulen
nitro ift, fo ee aber folche offen fchehen $u tyälen uerfeit,
fo ift fein correction, mit realgar ffyo hae bah temperirt
unh nach gemeinem brauch gehalten, ee ift auch treffenlich
3U bewegen hie weiften ftüft her frauen, fo in etlichen jaren
ein folcher ftuft ^ufünftig fomen folt, hee gleichen 31t*
künftige febree^u bewegen, her gleichen hie gefcbwer $u bre*
eben, aber nachfolgenh ire fch ahen nicht müglicb $u wen*
hen, fürheret hie rote rur unh hie bäemorrboihee, weiter
in anheren \> felbe aue
eigener fraft, auch mit ben correctionibue eine Heinen ge*
walte ift, harumb von feinen freften unh tugenhen nicht
tnl mer ale t>on anheren gemeinen faulen wafferen, hie
etliche teile auch folcher art feinh, $u preifen ift,
Pom tPefter bat,
£)ifee bah nimpt fein urfprung aue hem refoltnrten uieco
her erhen in her gftalt, wie ein tetlicb erhen aue gewalt unh
253
art fc>e0 elemente aquae fein fcbwi^enbe art b<*t, barau© fol¬
get, fo nilerlei genera unb fpecies ber erben, fo nilerlei aud>
fonber waffer unb Ifquoree baraus fld> ftilliren, alfo ift am
felbigen ort ein fonbere art unb fonber erben, alein bienft-
lieb in ben weg, $u fürberen ben fomen, er fei wol ober übel
gefeet* aber weiter was bie d>irurgifd>en fr anfbeiten be-
treffenb ift, in allen offnen fcbeben unb ulcerationibus, fo
non ben gefcbweren Fomment, aud> bie ftftel unb bie übel
geteilten wunben, unb bie tuunben bie $u löd>er erwacbfen
finb, sur Teilung bringt unb anber etlirf) waf fertugent, fo
allen wajferen anbengig feinb, mit im fürt mit b<>be-em
grab unb fterFe.
vii, 321 *£0 nimpt fein correctione© in ben leibFranFbeiten nit
an, ban e© wil alein für fiel) felb0 fein wirFung ^erbringen
on ein compofltum. xvae aber bie d>irurgifd>en antreffenb
ift, bie felbigen follen in ber geaalt corrigirt werben, ba0
ber felbig lutum in ein calcem renerberirt werb, bemnacb
refolnirt in ein liquorem ober non im eptrabirt fein alFali,
al0 ban applicirt auf bie fcbeben nad> bem au0gang nom
bat unb im bat mit beutelten liquoribu0 ba© felbig waffer
gemengt* e© l>eilt aud> in folcber geaalt bie ulceratione©
nejlcae unb anber inwenbig ulceratione0, bie ba non ben
apoftematibu0 waebfen möchten* bifer liquor, ber alfo re-
folnirt wirb, ift ein treffeniid>e tnebicin pobagrict© unb
paralytici© unb wa0 ba au© ben mucilaginoftfcben liquo-
ribu© ubertrift, aud> in gefuchten, mit ber correction, wie
obftet, non folgen FranFbeiten. es nimpt aud> bw icteri-
tiam, getrunFen mit bem reoÜ0, e0 pronocirt auch urinam,
getrunFen mit ben piÜ0 albt©* e© fd>at auch treffenlicben
ben bürren unb bi^en leuten, unb wa0 $u folgen b^i9^n
unb bürren FranFbeiten gefebiebt, nor bifem bat ftcb bäten
fol- wa© anber tugent unb Freften barin ftnb, nement ftcb
au© ber seit unb gutem weg.
25*
Von Hiberbaben, Wilt*
bat unb Sellerbat.
£)ife brei beber, Hiberbaben, TDütbat unb 3ellerbat ha*
ben einen urfprung unb werben geteilt ben cataracten nach
an bie brei Otter unb laufen am einem falchftein, barburch
fte bie werme empfahen* bet gang, fo gen Hibetbaben get,
bet bleibt unterbrochen oolfomen bie in ben auegang unb
lauft burch bie fyettcn ftein unb birg unb empfacht unber*
wegen fein tufallenbe tugent nicht* bet anbet cataracten,
fo in bae TDiltbat gehet, lauft auch burch bie grobe bee
gebirge unb hat ein uermtfchte abetn, bie werme unb ber*
gleichen tugenb nimpt, batburch ee btochen wirb. 3eller*
bat wirb gar abfült mit ben tufallenben wafiferen, lauft
auch burch bie reuhe unb empfahet fein anbere art an fleh,
ban wie ee ift* im anfang feinee urfprunge ift ee ein ge*
mein wafier, wie ee aber burch ben falchftein lauft, bann vii,322
ee fein werme empfahet unb auch bie tugent, barumb fte
mit fonberlicher tugent nit begabt ftnb ale alein wae vom
falchftein geben wirb*
barumb fo flnb ire art unb fraft fonberlich nicht für*
treffenb, fle ffeffent bie haut auf am art bee felbigen falchs.
weiter fo tyabent fte fein tugent ju h eilen offen fcheben,
alein $u feuberen unb $u reinigen* bie anberen tugent, fo
fle in ben lamen glibern haben, ift 9ar fchwach unb blöb.
bie ftillung in colica, fo barin befchicf>t, ift ein gemeine art
einee ietlichen waffere, bae gewermbt wirb ober über ein
falchftein gegofien* bergleichen auch bae ee bie mübe aue*
peucht, luft macht 3« effen, ringe leichte gliber, ift ber ruh
fchult unb bee langen babene. ben alten abgearbeiten leu*
ten, unb ben frauen, fo vil fruchtbar gefein ftnb, ift ee ein
aufenthaltung unb ift ein Heine unberfcheit jwifchen benen
breien beberen in iren Heften* wae bie unberfcheit ift, ma*
chent bie einfallenben waflfer bie ftd> teilen non einanber*
fle haben auch bie art an inen, $u füllen unb milberen etlich
255
fcbmere franfbeiten, aber fein gemalt ;u feilen* ber glei¬
chen auch « >ae t>ie natur uf guten meg gebracht bat, für*
berent fte, ber gleichen mae ;u bem böfen georbnet ift. be*
börfen auch feiner correction, ban mo bae bauptftucf nit
fraft unb gemalt bat, ba mag man burd> bie correcttonee
nid>te einbringen.
Pon bem bat (taftein.
£>ae bat in (taftein im Bal;burger fürftentumb nimpt
fein urfprung aus bem falch ber marga;iten, antimonii
unb bee feibigen falnitere. lauft aue bem fecbften teil ber
globel o n anbere einfaUenbe maffer. fein gang ift burcb bie
matricee ber rnilben roten granaten, auch ber gölbifcben
fiftgen granaten mit vil anbangenbem er; bee ftlbere unb
bee un;eitigen gölte, bemalt fein tugent unb fraft bie an
ben tag, auch ben grab ber bte am le;ten wie am erften,
bat auch ein ;ugang unb fterfung aue bem füpferifeben
Vitriol unb ;eucbt aue ben mineralibue ben arfenif unb bae
auripigment, febaumpt auch von im ein fd>mebel, ftp unb
unfty.
Beine tugent vergleichen ftcb ben tugenben Pfeffere,
aber mit förglicberem grab, aue urfacb fein art ift, bae alle
bie gefebmer im leib ftcb in bifem bab eröfnen unb breeben
vn, 323 mit gemalt, barumb folgen franfen leuten, fo an gefebme*
ren breftbaftig meren, bae bat (Latein nicht tauglich ift
ee bat auch ein fraft an im, bae ee im britten jar gnügfam
ift ;u heilen bie ofnen febeben, mit ber correction wie nach*
folget, bergleicben auch im vierten jar ift ee gnügfam ;u
vertreiben bie contractur mit fampt feiner correction.
folcbe art nimpte aue bem watfyfen bee ;ufallenben falni*
tere, ber in bae fünfte jar fein augmentum gibt, ber arfenif
im vierten jar, auripigmentum im britten jar. aue bifen
breien bat ee bie bemelt tugent unb fraft. bie art bee ;er*
brec bene ber gefebmeren nimpt ee aue ben marga;tten, mel*
256
d>er gleich iff in ber wirfung ber felbigen. weiter von feinen
tugenben vergleicht es jtch ben anderen beberen unb war¬
men wafferen, fonberüch im grien $u vertreiben mit fampt
ber ^ngebörenben correction.
£>te correction in bie offnen fcheben iff :
2lec. aquae alumtnis, aluminie iameni, ana Ib. 2 ,
confolibae muctlagtnis 1b. I.
£>es bäte, fo vil gnug ift, |>alt ben proceß wie oben ftet,
£>ie correction in bie contractur iff alfo :
&ec. olei be anthera liliorum unj. £
aquae amuminie iibram mebiam.
£af* $ufamen jteben bie bae öl weif* wirb unb mucilagi-
nojtfch, fchütts in bie wannen, barvon bab nach gelegen-
heit beiner fferfe.
üDie correction $u bem grien.
2lec. rabicum aequilegiae üb. I, feminie tanaceti üb.
femie, la$ burch einanber jteben ; barin bat nach gelegen-
heit ber franfheit. anberer tugent halben, fo in bem bat
Caffein jtnb, jtnb alle in maßen, wie von ben vorgemelten
beberen gefchriben ffet.
Pon 5Döpplit$ in 23öhemen,
von haben in (Deflerreid)/
von Pillacher bat.
£>ife brei beber nement ein gleichen urfprung unb Ko¬
nten aue ben falchffetnen, ieboch fo bringen jte fein tugent
mit inen, wan ir burchgang unb ber gleichen, was in ben
felbigen cataracten ügt, geben fein einfallenbe wirfung,
jte werben auch von bem falch gewermt on alle fraft unb
art bes felbigen falchs. bieweil nun fein anbere fraft iff,
als alein wie in ben gemeinen warmen wafferen, barinnen
ban über bie werme weiter fein fraft iff, barvon ban nicht vii,324
3u fchreiben iff. wiewol bas oefferretchifch bat ein wenig
mitfürt aus ber art talf unb fafimiae, fo ift es hoch fonber-
P.-W. II. 17
257
lidj> mit Feinen Freften begabet, barumb fte gietd> ben an»
bereu gemeinen wafferen ic uergleicf>t werben.
Don bem brunnen ©oppingen,
aud> t>on bem brunnen unber
(£obolen$ unb bem fanvtn
waffer in bem mo£ t>or i£ger
unb im ©rauenbunt.
üDife fauren brunnen nemenb gleichen urfprung, bod>
mit etlicher unberfci>eit in in felbs. als ©öppingen ift ein
gemein waffer unb empfa^et fein feure aus ben minctalu
bus, baburc^> es lauft, tntrioli, cupri unb ferri. bie felbig
art ift alfo fubtii, fo balts bie werme begreift, fo mtweid>t
ber guftus, aber bie Fraft, fo barinnen ift, bleibt, bie mint*
ralia, t>on benen es fein feure empfa^et, ftnb nid>t zeitig
unb ligen nocf> in ber prima materia unb ertrinFen in benen
wafferen, barumb bie Fraft am bem waffer ^ugleidwet. es
ift aud> ein teglicF> wad>fen unb ein teglid>s burd>laufen,
an tim ort fefter ban am anberen. barumb feine tnrtutes
gro$ ftnb, $u reinigen unb feilen bie ofnen fcf>eben mit
ben erften correctionibus, ber gleichen reubiFeit unb was
Frejig unb ber gleichen ift mit fal$ t>ermifd>t, hinweg nimpt.
unb aus ber art bes unjeitigen tntriols unb bes miner
martis tyat es bie Fraft ju fterFen ben magen unb bas um
gefunt bing in im aus^utreiben, luft $um effen $u machen,
bie Falten we^e $u ftillen unb, was t>on feule im leib iigt,
mit bem burd>gang l>inweg $u treiben, was aber cf>ronici
morbi ftnb, foilent ftd> baruor Ritten. aucf> bie quartanarii
unb bie in l>ypofarca ein eigenfd>aft l>aben, es were ban
t>ori>in hinweg genomen.
£>as bat bei (£obolen$ ift on tugent ;u baben, aber $u
trinFen l>at es etlicf>s teils ein art an im, ben magen $u fter*
Fen, bie feule baraus 31t treiben.
258
SDer brunnen $u i£ger nimpt fein feure aus ber feuie bes
moß, fyat ein fteinen anbang non ben bemelten minera*
libus.
üDer im ©rauen 23unt nergieicbt ßd> ©öppingen unb ift vn,325
auch ebier, am urfacben bas mer $ulaufenber mineralia in
Cataracten iigen, barburcb bie felb feure lauft, reiniget unb
feubert jtd> baß aus.
Pon ben fal$fu4en.
0o tniffent non ben füllen bes faires ein foid>e eigen*
fd>aft. melier nad> orbnung feiner art unb eigenfehaft
barin babet, ber ift freier non allen öifcbenftln unb tnas
aus ben felbigen entfpringt ober fomen mag. nertreibt auch
hinweg ^uftwftig offen febeben, fo aus ben blättern $u
waebfen unberftont. bergieicben auch nimpt es bie flüß po*
bagrae unb paralyßs hinweg, nimbt auch alle bybropifen
unb bypofareben hinweg im anfang ber felben. es ift aud>
ber art unb eigenfehaft, bas es bie geeber fterft, bie gleich,
unb tnas non flöffen unb iiquoribus fompt, nerjerts bin*
tneg. es ift auch ber art, tnas es an im felbs nicht wirft, bas
weiter on alle abbitiones nicht beßbeben mag.
Uber bas alles, wie ich non ben fteften ber beber gefebri*
ben fyab, fo wiffent, bas noch nil feltfamer tugent unb
ftaft in inen ligen, bie noch grüntlich nicht am tag iigen.
ban aus bem üblen nerftant ber boctoren unb ar^ten wer*
bent bie beber fo gar misbrauebt, bas bes bats eigenfehaft
in ben ftanftn nichts wirftn mag. ban ein ietiiebe tugent,
fo ße wiber ir art gebraucht wirb, one wirfttng berget, fo
feinb ir auch nil, bereu namen ich h^ nicht fe$, in anbern
lanben, non welchen ich bie meinung gmaebt fyab im an*
fang bes Übels, ieboeb ?u einer mereren unberriebtung, ba*
mit euch unb allen bie eigenfehaft ber bebern erPantltcher
17*
2 $9
unb letzter $u verften feinb, fo merfent nach foigenb, wel¬
chen freutern ober fimplictbus jte ftch vergleichen,
bas bab pfeffere vergleicht ftch ber meliffa unb ben
blettern von elleboro albo unb nigro, bagegen auch btt iva
arthetica, ber agrimonien unb ben ferpentinen unb etliche
teile auch ber mumia,
(Dberbaben vergleicht ftch ber arthemijla unb etliche teile
vii, 326 ben freften bajtliconie unb ben tugenben poeoniae unb bem
alumen,
Wallte vergleicht ftch bem alumen in etlichen jhtden, bar-
nach ber iaffa unb ben antherie aue ben lilien,
piumere vergleicht ftch bem folatro unb portulaca mit
einer anfaüenben werme.
£>ie beber $uniberbabenunbim0chwar$walb tc verglei¬
chen ftch ben camillen unb ein wenig ber iva arthetica,
Waifchbrunn vergleicht ftch bolo armeno, ber grö¬
ßeren confoliba unb etliche teile ber iaffa,
darein vergleicht ftch ber meliffa, puiegio, iva arthetica,
ber ferpentina, confoliba unb treffenüch vii aue ben freften
camomillae.
£>ie £)öppiit$, Ö)ßerreicl>ifche33aben, Ptilach *c verglei¬
chen ftch freften iigußici,
£)te fal$ful$en vergleichen ftch bem abgeldfchten falch,
bem iithargyrio praeparato, bem bolo refoluto,
hierin fo merf, bae foiche freuter, wie ange$etgt ift,
wtewol jte mit treffenlichen tugenben begabet feinb unb
fonberlich fpeciftcirt, ieboch aber bie h^f manchmal ab-
fchlahen, alfo wanfien auch btt beber mit iren tugenben,
barumb fonberlich fo ratgeben ber felbigen, foiche cautel
foüen betracht werben.
260
5a,
6rtt$ßäen 3 erßen unt> ßnb non t>en Gingen t>er arjnei*
fchen Freften, aus t>er ur fachen, was fo weit Fompt, bas es in
bie fubtile gehet, on ar^nei weiter nit fein mag. ban bo ßnb bie
nirtutes beßillatae mit gewalt eingebilbet. barumb fo ße fo
mancherlei art haben, fo merFen auf bie art, unb nicht auf bas
auefchlahen, gleich wie ein fl cant etc.
?Ufo aus bem entfpringt, bas h^ bie beber aus ber art
ßammulae, meilenber :c ßnb ; ban aus urfachen, fle fchlahent
aus, gleich ben felbigen. auch wie urtica fein Fraft hat, alfo
auch bie beber. barumb fo wiffen, bas jte ben felbigen mebi-
einen gleichmeßig ßnb in nirtutibus. als flammula fyält co n*
tracturam, pbthißn, gefotten mit Falch, alfo h eilen auch bifc
beber, bie bermaßen ausfchlahent, bie felbigen lamen gliber.
£>iefelbig Fraft Fompt aus ben faltbus gemmae unb calce
cachymtae. ban urfachen, folche beber nerbringen bifer falium
natur unb art. barumb alfo auch etliche barbei haben nitrioli
fpiritum, bie felbigen heilen contracturam. ban bo iß ntrtus
ioae artheticae, auch agrtmonii, auch ferpentinae maioris etc.
(darauf nun fo folget aus fo nil fpeciebus, fo nil nirtutes ;
eins heilt bas, bas anber bas *c. be nirtutibus in genere, cob
tus, ulceris, ulcerat(is) etc.)
darnach feinb etliche beber, bie bo juheilen löcher :c. bie fei*
bigen feinb ben confolibis gleich, welche confoliba in ben alu*
minibus leit unb im colcotare unb bergleichen. alfo feinb auch vn,43o
etliche bie bo iigent im reola unb heilent icteritiam ; bie felbigen
nergleichen fleh ben reolis, aber hie an bem ort bo ligen fle in
fale puro.
barumb auf bemelte unberrichtung fo wifTen ben proceß
in benen, baß jle ßch in ber maßen refolniren. was non bebern
Fomen aus ben erßen, bie felbigen ßnb gefchiben elementen
unb haben an in felber Fein anber urfach, ban wie bie fchetbung
inhait, fo heiß unb Falt non einanbern gebracht werben, bie
felbigen nun bie laufen am tage wie anber wa (Ter ; wan alles,
fo bo ausgeboren iß, an tag muß. alfo entfpringen nil beber,
fo non ewifeit bo gefein ßnb.
263
*5erwiberumb auch, fo feinb ir noch t>il mer, bie fo Flein
abern b<*ben, bae fte nid>t mögen b*tß bleiben an tag, non ber
erben erFalten, nom luft ber erben ober aud> non fo nil Falt
waßer, fo barunter lauft, bie art ber toermt ^innimpt.
ii ber anber fo l>erfür laufen nad> bifer seit, iß, fo ftd> ein
waffer bureb ein Falten trib ober bureßbrueb mit ber seit unb
an tag alfo Fompt. begibt ßd> auch oft, bae fold> l >eiß waffer
nit über 50 ober 60 Flaftern tief lauft non feim urfprung,
etwan mer ober weniger, etwan auf bie Io Flaftern, brumb fte
beiß beraue laufen, unb oftmale, fo fle tiefer ligent, aucf> er*
Falten, nor bem unb fle an tag Fomen, ober bod> lau werben,
bae iß etwae anstcFen auf wermt.
hingegen aud> ftnb anber, bie ßcb felber refolniren ale non
ir refolution, bie felbigen mögen anfaben nach irer art, bae
iß lang ober Fürs ober stiFünftig nod>. aue urfacben wan alfo
ein refolution gefehlt, ale bau fo get bae an, unb fo bie refo*
lution nerlaufen l>at, bae bat aue iß. brumb fo begeben ßcb
nil beber, bie aufbören laufen s» genannten s eiten unb
barnacb auf genant seit wiber laufen ; bae Fompt aue ben refo*
lutionibue, fo am felbigen ort ligent, bo folcbe erßeben. bar*
umb auch oft bae bat Falt ifF, aue urfacben bae in bae beiß
waffer ein Falter gang get ; fo bie refolution aufböret, bee fei*
bi gen bis auch aufböret.
VII, 431
. ♦ . ale golt nom blei, corallen nom carabe unb anber mer.
alfo auch im luft ber tereniabin non ber manna xc, alfo auch
ln bem ßrmament bie fonn nom monben ober nom faturno.
nun febent bo, wie fo weit flcb fold>s auefFrecFen wfirb mit
ganser erselung. barauf merFen, fo beiß bie fonn, fo Falt ber
mon unb faturnue hingegen, alfo feben auch an, fo beiß ber
fomer, fo Falt ber winter, unb feinb boeb <*U eine, su bem allem
fo wißen, bae gleich ein oerfFant b<*t bife feparatto, ale tröFni
unb nefß, wie bae waffer non ßeinen gefebiben iß unb bie ßein
troden unb bae waffer naß. alfo aue bifer Fraft bife auch be*
feßeben iß. bermaßen aud> berti unb weicbi, wie ße gefebiben
iß, allee ein epempel unb anseigung iß, s« folgern grünt bifer
feparation ber warmen beber. barauf merFen ir fpisßnbtgen,
in wae weg ir unb euer fopbißifcb pb^ofopbei geßraft bureb
26
mich ift worden, unb aber ie$t Blerer unb baß erjelt, euch unb
anbern $u mererm verkant an^eig unb beriet.
3llia ratio.
TDiewol ich bas nachfolgenb burch rationes gnugfam glau¬
ben, galten unb probiren mag, bas in anber weg, ban wie an-
gezeigt iß, thermae entfpringen mögen unb nit nach bem vori¬
gen urfprung, unb ßnb auch thermae mit tugenben unb Bref-
ten, bie felbigen befct>ehen in ben weg« es iß ojfentlid), bas ein
ietlid>er Balch bas waffer heiß macht, bas über in goffen wirb,
wie nun folchs Buntlich ift, fo jlnb alfo auch beber, bie aus bem
Balch ber erben ben wir nicht feben mögen ein folche hi? empha-
ben. ban es iß in ber erben gleich fo wol bie Balchifc he art unb
wefen, als heraußen burcb bas feur gemacht wirb, fo nun ein
cataracten, bas ift ein waffergang barburch lauft unb ßch bo
vereiniget, als ban fo lauft er fein gang an ben tag unb behält
fein hi? bie er inwenbig entpfangen b<*t. wiewol folcher ge-
wermbten cataracten etwan fo weit lauft, auf hunbert, $wei-
hunbert Haftern unb in folcher weiti etliche teils fein hi? ver¬
lern*. etwan nit über 20 unb fein hi? behalt, etwan bes Bald>s vi 1,432
wenig iß ober nit fo ftarB, baraus ban bie beber eins heißer
ober Beiter ban bas anber gehet, gemifcht ober ber gleichen.
dife thermae jlnb ber art bes felbigen Balche, bes ban man¬
cherlei iß. etwan von ber mangetifchen art, etwan vom as-
Phalto, etwan vom Barabe bes fchwar$en, etwan von ber ful-
phurifchen art, ber verbrent ift vom im felbs ^u Balch ; welcher*
lei gattung bas felbige iß, alfo hängt auch ein entlehenbe Braft
im wajfer. aus bifen entfpringt auch ber grünt ber Balten
beber, bie man wermen muß unb hoch ein mineralifch, ful-
phurifch ober aluntfch art in inen häben, burch bie urfachen,
bas bie mineralia burch bie ber cataract lauft, nit vom Balch
ßnb, fonber gleich als wurb ein wajfer über ein alaun, fulphur
ober ber gleichen gefchütt. unb wie alfo bas felbig bie Braft an
ßch empfacht von frembber art, bermaßen auch bie Balten beber
iren urfprung nemen, art unb eigenfehaft. fcheiben ßch von
ben anbern bebern, fo warm feinb, alein in bem, wie ber Balch
bes ertrich* unb bie rohen mineralia ßnb, baburch frembb waf-
fer fließen, bie art an ßch nemen, mit vil wirBung herfür Bo¬
rnen unb beweifung.
dergleichen ßnb auch beber, bie bo fonber art an inen häben
von ber flammulifchen ärt, bie felbigen e$en balb äuf, barnäch
265
etlic^ ber ITT. gleich, t>te felbigen (*) bte leut, etlicf) pom carabe,
bte machen fei£t unb tni anbere an ftnb, ntt möglich ;u befcf>ret*
ben, fo pü unb oft jle ftcf> begeben.
III.
<£aput II.
Wfo follen ir aucf> wiffen, bas ein ietlid> Palt waffer, bas bo
ifT, es fei mer, 2t^ein, Htlus etc unb anbern, bte bo ntt $u ets
gefroren ftnb, bas fte alle nocf> warm waffer in inen f>aben,
bas nocf> ntt gar pon inen gefcf>eiben tfl ober pon etm mer ban
pom anbern. ban bas waffer, fo es on bas i>ei£ waffer ifi, fo
ifT es ein eis. fo es aber ntt ein eis ifi, fo tfT no<£ mer bes man
men waffers bei tm. brumb tfT ein teil barpon gefaben, ein
vti, 433 teil nit. barauf fo merPen, weiter, ein waffer, bas bo gefreurt
pom winter, bas gefd>tcf>t im Palten unb warmen, unb bte
Pelti uberwint fte beibe. aber fo bie entere Pelti ^inPompt unb
perget, fo uberwint barnac^ bie wermt, fo nocf> im waffer ifi
unb mae^t es wiberumb wie por. barauf wiffen, fo es nicf>t
ein angeborne wermi brt, bte nocf> nit pom waffer gefcfnben
wer, fo blib es ein eis ewig unb bie fonn möc£t es nit 3er*
fc^meijen. bas fte aber folc^e jerfc^meljt, bas wirb ir per^enPt
pom angebornen warmen waffer, bur<£ bas bie fonn perbrtngt.
üDrumb fo wiffen t>te im anfang, bas alfo am erflen bas
waffer wermer gefein tfT, ban es iejt ifT, welche werme burd>
bie Reparation genomen ifT worben, alfo bas es ie$t Pelter ifT.
auc£ pil mer warmer abern ber waffer ftnb, bie Palt an tag
Pomen, urfacf>, bas bie wermi perreucfct unb ginget in feinen
cataracten. bas felbtg befcfnc^t in bem, bas bo gefaben ifl.
tm ungefcfnbnen bleibt es in im felbs unb pon im perreu4>t
Pein wermi, als wenig als bem gras fein grüni perget ober bem
golt fein gilbe, alfo tfP es ein ftp wefen.
7tb <£ap. III.
£)arumb fo merPen, bas bie natur bte grabus bemalt tn ber
fcf>eibung, bas tfT, nid>t ein grab in allen btngen fürt. ban tr
Regent, wie fubtil unb PunfTretc^ bie natur bem gras fein grüni
geben f>at unb ben blettern an beumen, alfo bas Pein grüni
ber anbern grüni gleich tfT, wteptl ir ftnb. alRo mit ber £tj unb
Pelti, bte natur bie beume ber wermi unb ber Pelti f>df>er unb
266
minber gtabirt hat, unb ip grabue ber feparation erleucht unb
herfür gebracht*
#b Cap. IIII.
. . . il tugenben im waffer ftnb ale in Preu* vi 1,434
tern, barumb gleich fo wol bie waffer follen erPent werben, ale
wol flein, Preuter unb friicht. ban alfo b<*t ee bie noturft er*
forbert, gleich wie in ben Preutern unb anberen hingen ber
natur. unb ale wol bie Preuter ein arjt machen, alfo wol macht
auch bae wa ffer feinen ar$t; ban ;u beiben feiten ftnb all Pref*
ten uolPomen unb gnugfam barin.
üb Cap. V.
. . HU ein epempel. wie ir fehent burch ben Pünpler, ber aue
bem er$ macht fein eifen, fein jwitter, fein golt, fein plber jc.
alfo ip bie natur felbe ber erp Pünpier, ber ee ju werPen fchmit
unb ee bereit bem menfchen unber fein fyant.
* *
*
. . Welche anjeigung pnb, bae bem menfchen bei bem felbi*
gen bie natur fürgefchnitten h<*t, bä* ip gleich wie bem er;*
mann fürgefchnitten ip bae plber im pufen, bem bauten für*
gefchnitten ben famen, wiber ju feent, ber gleichen alfo bem
arjt fürgefchnitten ip, in ben waffern ale wol ale in ben Preu*
tern ber natur liecht unb tugent ju fuchen, welche on bie fepa*
ration nicht fein mocht ju befchehen.
* *
*
. . Ttlfo follen ir hierin merPen, bae bie natur gereiniget h<*t
bae trinPen unb bae effen, alfo bie fpeie unb tranP frei fei, on
innermifchte ber ar^neiifchen hingen, aue welchem mer PranP
ban gefunt werent worben.
267
erzeigt i>at wnb gleich
jo mol une ?u uermunbern iß über ber feltfamen mirBung ber
maßer in ben fernen. i>abent bie ßern ben fd>nee unb bae
maßer nit, fo ^>at bae maßer bie i>4 unb Belti, bie fernen h<**
bene nit, iwit bie ßern iren lauft, baemaffer fyat in auch;
unb iß gleich fo munberbarlich umb ben lauf bee maßere in
ber erben unb fphaera, ale ber lauf ber ßern iß. alfo h<*t bie
natur nickte georbnet on groß oermunberung.
* *
*
. . £>ie aue einer muter Bornen, ale mol ale fonn unb mon
uon irer muter, unb ale hoch bie fonn unb mon in tugenben
vii, 435 ßent unb borin ?u oermunbern, gleich iw ber felbigen mag iß
bae munber uon ben naffen unb troBnen.
* *
*
. . ale in ber geßalt, bae bae maßer fein fonbern philofo*
phum ?u h aben etforbert, alfo auch bae ßrmament, alfo auch
bie erben :c. unb ein ietlich« gibt feinen ganzen ar?t. auf folche
mollen mir burch bife epempel ?u ernennen geben ben natur*
liehen erßen urfprung ber marmen bebern, bae ir bie felbigen
gleich fo mol ernennen follen, ale ber artifep ber meißt, mae
metallen fchmil?t unb mae nit,
<£ap, VII.
Tluf bie t>orange?eigten berichtung mißen bifee erBleren.
mie ir fehent, bae aue ber erben alle bae ße gibt, oerenbert ift
burch bie natur, bae iß ungleich gegen bem anbern. ale ße gibt
bae grae, nachfolgenb bae ror im maßer. nun befecht, mie ßch
?u uermunbern fei in bifen ?meten gemechfen aue einer muter.
?u bem bae folche mer iß, ale bae hol?, bae auch aue ber erben
get, bie fchmamm ; bie allee, mie ungleich bae felbig iß, be-
fehent. ob nit folche bem maßer auch möglich fei, ßch alfo
?u uerenbern, unb ob ee fein pracht nit fure, mie bie erben, bae
iß hol?, roren, Breuter 2c. fo fürt bae maßer fein pracht in h4
unb Belti, bae bie erben nit Ban, fonber alein bleiben muß
mie obßet. unb ber erben gleich fo mol ?u oermunbern iß ab
ber hi<$ wnb Belti bee maßere ale bem maßer vom hol?
unb grae. fecf>t bie failenben maßer an, fo oom hiwtel Bornen.
268
eine t# waffer, bas anber fchne, bas brtt ^agel ; ie$t feur, ie$t
bli$en, ie$t regenbogen. alfo tf* bie pracht bes ftrmaments, alfo
furt bas feur fein frücht an tag. alfo bte erben, alfo bas waffer,
unb alfo non ben anbern allen, fo nun folches warfen get ans
feiner mutter, warumb wolt ban ber philofopbus, auch ber
mebicus nit für ftch nemen bas, borin er bient, unb bas fo im
unber bte fyant gelegt wirb ;u brauchen, mit beferen was lei*
ben mag, war$u es gehörig tfl. ban folches alles muß gleich fein
einem jimerman, ber alle höijer legt, bo es not ift. fol nun alfo
bte natur folcbe btng auch geben, bas fyfiw bes menfchen ju
behalten, bauen, unberftü^en, ausjufegen, feubern, bie fptn*
wepp baraus $u nemen, befem unb lumpen gibt, fenfter unb
haus 3u Feren nom unflat. was alfo etn tetltchs fei, barmit bas
haus behalten werb, nach grünben tfl.
IV. VI I, 436
Cractatus II.
2fb Cap* I.
. . fo alfo aus ber jufamenfügung befchehen, bas gleich
wie FünfHich in ber erben geboren, mit etlicher behaltung ber
felbigen wefen unb natur, barburch bas Falt waffer ju warm
gemacht wirb.
* *
*
. . Tiuf bas folgt nun, wte ban folchs waffer vom Falch ein
art behalt bes felbigen Falchs, alfo hie auch &ife tl>ermae ein
frembbe entlihenbe Fraft an ftch faffen unb nemen.
*
. . #uch wiffen, bas ir auf ben erzeugen ber mineralien fol*
eher Falch <*«f erben tnl erfunben werben, fo ber luft Feit unb
verfallen, unb ein tetltch aufgefchütt waffer wermen, bie waffer
mit gefchmacF unb färben beFrefttgen. barumb alfo folch ther*
mae iren urfprung nemen an ben felbigen fletten, bo folch ful*
phurtfehe calcinatio liget.
2fb Cap. II.
. . t>on folget ethnifchen art follen ir wiffen, bas ber ca*
chpmien natur ifl, wo folcher ethnifch cachymta ligt, bo in ber
luft ober bte feuchti ber erben ober regen mögen begreifen, bas
269
er jld> entsünt unb brent su flamen. unb ift ein ftp corpus, bas
alein on luft unb on waffer gelefcbt mag werben, auch manch-
mal burcb feur, fo auf ir abergeng gelegt werben, berürent,
SU brennen gereift wirb.
* *
*
. . £>an \>k entfpringt ber urfprung ber Tfetl >na, bes feurs,
nit alein non ben ca4>ymien, non welchen wir \>ii reben, fon-
ber auch bas feur im fisling unb im cacebonier unb anbern.
ban gleich fo wol ein offen feur bie natur in iren mineralibus
probucirt, ale ein nerborgens im feurflein.
* *
*
. . SDiefelbigen gebenden nit anbers, ban bas fle
mit einer sufallenben fraft folcber etbntfcben flamen unb folen
begabt werben, bas fle ben felbigen nach gefd>madf unb ansei»
gung geben, welche hoch burcb bltnbe arst für anbers gead>t
vii, 437 feinb worben, ban ir brrfomen angeseiget b<*t.
* *
*
. . £>as ift, bas oft wifen bempfen ober berg non inen felbfl
ein nebel geben unb fleh bem gewüld), bem l>imel nergleicben.
folc^s entfpringt alles aus bifen etbntfcben feuren, bie in ber
fpbaera bie feuchte, fo fle begreifen, nerfeubet unb ben napo-
rem unb bampf über fld> treibt burd> bie poros ber erben, unb
alfo auf ber erben ein regen macht ober ein gleicbnus feines
gewülcbs; brumb wo fold> geberung tjf, bo feinb nil regen.
. . £>a$ iü, fle nemen ab, fo bas burd> felti lauft, nil ober
wenig, wie ban mit bemelten regen aud> befcbeben macht b<*t,
bas ift, bas aufbört, fo es nerfotten bat unb fein feuchte mer
bo iß. unb fo jld> mit ber seit aber ein feucbti fyinw fest, aber
befcbeben mag, aus bem ban entfpringt lengi, nili :c ber regen.
* *
*
. . £>tfe auffteigenbe wermi folcber Tletbna nerserent fle. unb
ob fdt>on nicht fo b eiß ift ober merflicb, fo iß bocb fo nil ge¬
waltig, bas es folcbs wirft.
2fb <£ap. III.
. . TUfo nemen ein epempel an bücbfenpulner, bas bo fnalt
aus gewalt ber contrarietet mercurii unb fulpburis ober nttri
270
unb 00. wie nun berfebige Bnai fein urfprung nimbt unb
nemen, alfo bermaßen auch ein h4 entfpringt non zweien bin*
gen, fo alfo in ber natur compontrt wirb.
* *
*
. . -Dergleichen fo fehent ir, bas liquor fulpburis unb Üquor
tartari fo jle sufamen Bornen, flehen bis fte fleh gar neueren,
ber gleichen liquor (lunae), fo in hol? begreift, brenton allefeur.
* *
*
. . Dan bie felbigen nitra feinb in ber natur, wo jle bie ert*
feud>ti begreift unb ber luft, bas fte wermen unb hoch nicht aus
i?eid>if tnl mer, als f>ie angejeigt wirb, in ber fph^era ber
globel begriffen wirb.
* *
*
. . 0old>er hingen urfprung unb art gibt bie natur ju uer* vii,438
ften in irem wachfen, ^unemen unb abnemen ; ban jle ifl nicht
gezwungen alein $ul><*iten ein orbnung, bas ifl nach bem fomer,
fonber in anber weg mer ober weniger :c nach bem unb fein
fubiect ber materia ifl, folchs $u enb bringen.
Tib <£ap. IIII.
. . TDo aber folcf>e waffer gleich auf ben hohen bergen, wie
in bem tal ligen, als ban fo wer ehe fumer auf bem gebürg ban
in getelern. aber bie Belti, fo auf inen tfl, unb jlnb hoch neher
bei ber fonnen, brumb jle folten ehe werme unb mer hfe h<*ben,
ban in ben teleren tfl. wiewol ben rabiis unb bem wiberfchein
bie fchuit geben wirb, welche hoch gar nicht ijl, fonber alein
wie objlet, bie Belti ber bergen ir urfprung nimpt.
* *
*
. . Tin s bifem folgt, bas ein lant Beiter unb wermer ijl ban
bas anber. wiewol was unber ber fonnen nachbarfchaft ligt,
ein urfach h<*t 3« merer h ib bie felbigen aber begehen nicht,
wo nicht bife mithilf gleich fo wol mitging.
* *
*
. . Unb etwan wiberBomt, bas ijl fo ber cataract wiber ge*
macht wirb, brumb oftmals ein jar Beiter ban bas anber ijl ober
ein monat :c. aus bem allen folgt bie Belti unb wermi, wie hie
oerjlanben wirb unb angejeigt ifl.
271
V.
Pfeffere,
Huri jeigt t>ie frucht an bee Pfeffere bäte, bae ee ift ein bat
atie ber feparation, borju auch ein burchgang burch bie mine*
ralta, metalla, nenerie, folie unb faturni unb etn großen teil
bee un^etttgen eifene. borumb fo fetnb fein frucht, $u t>etlen
pobagram, paralyftn, paralyticoe, contractoe, leprofoe, nach*
folgenb ulcera, bemnach menftruum, unb all bebtlttatee con*
fortirt ee.
2iu f bae folgt fein abbij im bat, ju gebrauchen mit $ufat$.
rec. in paraiyjt uera it>ae etc. in pobagra etc.
vii, 439 (!) ber 23aben.
£)ie bat ift fchwecher ober fterfer nach bem urfprung, unb
hoch allee aue einem, aber wae fchwecher ift, fol bem Warfen
gleich gemacht werben, auf bae folgt, bae ee gut ift ju reubig,
frejig zc, peripneumon., empyem., byfenter., anthracibue, can*
crofte, efthiomente, contractte etc. in ber geftalt, mit bem jufa?.
rec. etc.
Htberbaben.
0ein frucht $eigt an, bie gliber leicht $umachen zc. brumb
ift ee aue ber art margafttarum etc, talf unb ber plumofen art zc,
unb mit faft wenigen tugenben mer belaben, ban wie funft ein
gemein waffer. fein jufa; ift ju ber franfh^it ^Ifo, ;u ber alfo,
Wltbat.
3ft ein einuermifchter cataract, fol brumb nit gelobt wer*
ben, fonber nachgültig gehalten, ban urfach, bae ein frembte
waffer unber btfen gang lauft, fein frucht jeigt an ein arfenif
unb mercurium corp unb falem ponticum, brumb fo
ift ee gut zc. fein ;ufaj in ber franfhei* fol alfo fein ca*
chepia, iliaca colica, contractura, arttculojle, multeribue, iuoe*
nibue, fenibue.
3eilerbat.
£>ae bat ift ein gang non bem 0chwar;walbtfchen er$, welche
noch wicht Seit ig ift, unb ift ein bampf gefamlet non ben (efferie)
unb liquoribue ber felbigen erben, brumb h<*t ee nermifcht unb
irrige nirtutee, ein jar anbere ban bae anber, in {etlicher franf*
heit befonber fein art, ale in zweien icteriteten ; bie eine machte
gefunb, bie anber nicht, ban ee ift nicht noller potenj ; ee reinigt
bie gliber zc , aber nicht beftenbtg borauf ju bauen, auch fein
3ufai$ borauf $u machen gewift unb warbaftig.
272
ü.
Don den natürlichen IDaflern,
23u brei, vier unb fünf.
P.-W. II. 18
. .
Von den Natürlichen tDaflern vm,365
bae britte 23uch CiwPh^afti non *5o henheim,
£>er erfte tractat,
von leiblichen waffern,
Hun wie got alle bing befchaffen ty im wiberfpil. alfo, fo oft ber fcbatt FranF wurb, alfo
unb bas felbige auch mu^ti ber leib tragen unb leiben* ban
alfo unmöglich unb unftd>tig bas ift, alfo ift es $u ergrün*
ben non ber entern urfacben, bie unferm leib norget in
feinen FranFbeiten, unb ber leib gezwungen wirb, bas felbig
;u leiben.
Tluf bas folgt, wer l>at gefeben ben fernen peffis, wer
ben fernen epbemerae, wer ben winb pleurifte? niemants ;
wer ben tot? niemants. aber bas fo nergift wirb unb bas
fo ftirbt, wer l>ats nit gefeben ? ban es iff größer unb beim*
viii, 367 lieber als bas gift non ber lacerten, bem wir entrinnen mö*
gen. bifem aber, wer Fan entweichen, anderthalb feines
gangs, bas er in uberfebr itte? alfo ift ein urfacb ob uns unb
eini bei uns ; bie ob uns heilet ftd> felbs, bie unber uns bes
gewalts ift in uns. barauf folgt, bas bureb uns ber tot nit
Fompt, bureb uh* <*«<*> nicht gewent wirb, barumb fo mud
bie erd <*tr$nei oben gegeben werben, bie anber non uns ;
als ban ift fte gewaltig, wo aber ber ober ar$t nit abjeuebt,
aus bifem folgt unfer blintbeit mit gefebenben äugen, alfo
non bem unbern gebürt ft in fonbers reich teilen unb wollen non einander ge-
tiben fein, alfo l)4t er fonbers reicf> gefcbaffen in bem ge-
fd>öpft. wer weit ban nicht seien feine reich, bieweil ber
menfcben reich fo gleich unb fürßd>tig non titel su titel
er$elt werben? ban welches ift bae böd>ß in ber nernunft,
bas reich gottes ober ber menfcben su ernennen? bieweil bas
refcb gotes neren muß bas reich ber menfcben. ban was effe
bas reich ©ermaniae, ober was möd>t es ftcl> erhalten im
winter nor ber Feltin fo bas reich gottes nit bas felbige
nerlegte mit feur ober nit mit Forn? bieweil nun bie reich
ber weit, bas ift ber menfcben, fo mit großen rotten, ampt-
leuten unb nernunft erhalten werben, unb non tyam su
haus, non füd>e su Füd>i erFent, warumb wolt ban nit auch/
unb mit größerem fleiß, liebe unb fürßd>tiFeit, bie Füd>i-
fpeis, bie aus bem reich gottes Fompt, betracht werben?
wiewol fyfc non ben felbigen nichts anseigt wirb, fonber
alein wir bie befcbirmen bas, fo aus bem reich gottes Fompt,
bem irbifcben reich su erbaltung. bamit uns ein folcb be¬
treiben su argem nit ausgelegt werb. ban nit ein ieg-
lieber mag fein im fyof ber fürften. barumb bamit unfer
Seit nit on bienft Eingang, noturft erforbert, ein anber reich
^u erfarn, ^ubefebreiben unb pbüofopbiren, j
, !■
IIIL VIIIj 368
Hun in anfabung folcber unb anberer befebreibung ur-
facht uns erftlicb bie Fein unberfebeit $u halten non ben
fteten ober neuer sirFel ober außerhalb unfer region. bas
ift non ben frembben hingen $u treiben, ban ir febent,
bas ein urfad>, ein grünt unb nacbfolgents ein beüung ift
in ben fransofen, ße ftanben am leib wo ße wollen, ße
feienb wie ße wollen, fo ift im grünt ein urfacb ba unb ein
erFantnus, unb bei ben rechten ar$ten alfo auch ein beüung.
barauf wir bie anseigen, bas alfo non ben waffern auch su
treiben ift im felbigen grünt, su erFennen unber bifem
»
epempe l, bae ber fo bie fran;ofen hat an im, gleich
ip bem an ber teutfd>en unb alfo mit anbern. barumb wie bie ein-
anber nicht gleict> pnb unb bod> ein bing ip, aifo auch, ob
ein anber waffer befunben witrb, bas wir hie nit betrei¬
ben, bem befd>ribenen gleich ;u urteilen, unb in ben ur-
fprung ;ugen, anfang unb herFomen bes waffers. ban be¬
trachten felbs, wie fo ein Hein bing ip umb ein ft; eine®
irbifchen Fönigs unb wie fo auf eim Heinen Pul er weitti
hat, bas alfo Fein wunbern ober tnl ;u grüblen ip non
einem ecF in bas anbere. alfo ip gleich auch ;u rechnen bie
gan;e weit für ein pul feines Föniges unb weniger, barumb
fo wir nit burchgrunben ber menfehen austeüung nach,
in bem als wir nit in orbnung ptolomaei füren ober in ber
Prapen ber bilgerfchaft. wollen hoch folchs bermapen an-
nemen als ein unnoturft ober ein hochmut, mit folchen
pracht ;u fuchen, welche art unb weis nit not ip, in be-
fchreibung unfers fürnemens ;u halten,
V,
dieweil nun aifo got ein iegiiehs lant ;u feiner noturft
uerforgt hat unb Feines gegen im Fan in Flagen Pehen ; ban
urfach, wir pnb alle menfehen, foweit bie weit gehet, fo
bebarf ber menfeh nichts mer, als effen unb trinFen, Falt
unb warms, unb ein bach ;u einem f chatten. wer iP bes be¬
raubt, bas er möcht ein tabel in bem ort got ;umeffen? ban
t>on bifem reben wir tyie nichts, bie Ungern unb 2lthepm
viii, 369 ai ein non golt wegen lieb haben, ober ben &h ein t>on fei¬
ner falmen wegen, wer, weber got noch ber menfeh Fan bie
benügen, bie aifo geppt pnb. wir fchretben oon bem no¬
turft, unb nicht bem nu; Tluguftae unb ber ftat Nürnberg,
barumb uns unfer lefer unb fequaces in anber weg, ban
folche leut begeren, oerftan follen. aus bem folgt nun, bas
pch *5ercynia nicht beFlagen Fan bes winters, barumb, bas
278
er ben Tfetbna nit hat, aber hol? unb Fieling. mae Hagen
möd>t ban ©clavonia ab bem ©uevier lant bee brote l>ab
ben, biemeil fte von irem Reiben bae alter erlangen beren
mit bem meinen? ober bae Tilgen ab bem £Hfaß bee meine
falben, biemeil inen in fierFe unb fchöne nickte abget?
alfo h<*t got fein munber befchaffen, alfo h<*t ee im geliebt,
ban bae reich iß fein, unb $u bem allem, mer Fan on fchle-
cFen, on geitiFeit gegen im fein Flag füren? ee möcht ber
ungelerte unb unerfaren fprechen, ©aponia h*t fein arjnei
nit, aber TUepanbria het fte. fo merFent, mae Tllepanbria
mer ftd> berüm ban ©a^onia : mer hat forg für bie feinen?
fecht an 23avariam, fein reuhi unb bie reuhi ber Tüpen.
unb fo bu ftchß $u b eiben feiten, unb bae lanb ba bie gra-
naten unb pomeranjen in machfen, fchau mae vorteile?
unb ob über bae ein Flag gefchehe, fo müßt fte ber un-
tvifenb ar$t einlegen, ber nichte Fennet ale alein reubar-
barum unb j^loaloee. tvae fein ^eichen ftnb, bie offen¬
baren in.
VI.
Tllfo bat got in feiner orbnung bie gefuntheit unb no-
turft ber menfchen angefehen, unb fte alle verforget. unb
ale tvenig ein balfamhol$ beffer iß ;um Fochen über bae
büchi/ alfo tvenig fchat tvafer gegen tvein $u trinFen unb
rintfleifch gegen bem fafanen : ein ieglicher fol on Flagen
ßen. folche er^elen mir ben natürlichen maffern $u lob, auf
bae ir erfennen unb befter mer ergrünben mögen ir art unb
eigenfchaft unb euch nicht laffen entfern bie unform ober
gröbi ber maffern. ban mae gibt bie hübfchi, mae bie fchöni
in nöten? ober marumb folt bae fchön nicht gleich fein bem
groben, biemeii ein fchön menfch unb ein bölpej ban einen
brecF fcheißen? got h<*t fein merF munberbarlich gefegt unb
in folgen hingen Fein anfehene gehabt, ale ber menfch be- vm,37o
fchreibt ben carbuncul, ben rubinen, ben tobaft unb vergißt
27h
bee cryf lallen, ber in tugenben über bie alle iß, unb ber
tvalftein bergleichen. alfo bleiben bie menigern ßein, bie
mit großem tugenben begabt feinb. als mit bem mein, auch
bae maffer weit in gefchriften ubertrift, unb rom maffer
ift ber mein l>ie, unb bae maffer verbringt mer, benn Feim
mein nie möglich gefein iß, auch in bee meine tugenben.
biemeil nun ein foiche burch got befd>affen iß, fo erforbert
bae liecht ber natur, bae felbig $uerFleren, unb bae menigß,
fo im vatterianb mechß, nicht $u vernichten ober ein tabel
3U legen, ban miemol ee iß, bae frembb bing lieb iß, unb
höher ban bae heimifch gehalten : auch bae feltfam iß, mer
unb ebler ban bae gemein herfurjogen. von folgern mirb
nicht betracht, bae got $u tablen mer, fo er allein in eim
ader bae Forn ließ $u frucht merben unb in anbern $u ßei*
nen. ale menig er bae gefcf>ehen laßt, alfo begabet er bem
irbifchen Fönig fein ßngerring mit ßeinen über bee bauren
me^ftein. benn er mil ben bauren gleich fo gefunt haben
unb im bie gönnen ale bem Fönig unb in gleich ale um
Flagbar haben, barin fech ber philofophue unb ber arjt, bae
ße in ben natürlichen hingen unberricht ßnb, unb nicht ir
Funß über bie penatee tragen, bie ße im iLechfelb $u haben
bebörften.
VII.
2llfo barauf miemol ber fchmaragb großer färben, gro*
ßer fchöne iß unb geilen leuten ein luß unb augenmeib :
mae ßnb ße aber mer unb ßerFer ban ber gemein man, ber
in nie gefehen hat? folcher fchöne fol ßch bie Vernunft bi*
lieh vermunbern. nun aber fo ee an ein treffen get unb an
ein ernß, barinnen ber leib fol entlebiget merben : mae iß
er ban beffer ban (Tos? von melden tugenben ßch leib unb
fei vermunbern fol. ban bie tugent fol von ber Vernunft
betracht merben unb nicht bie fchöni. ban mae iß, bae einer
fchön iß, hwpßh *ß/ «nb in nöten $um ßeintragen nichte
280
fol? barumb mas ben äugen ben liebt ober ber jungen mol
fchmeft, bas menig# ift einem ju betrachten* ban bie nas
hat oftermale ir gefalen unb ein lu# in ir felbs, on nuj ber
anbern, bas i$ ber menfchen, gleich als einer, ber in ein vin,37i
fpiegel ficht, im felbs mol ju gefallen* als menig bifen nujt,
alfo menig nujt ber flein carbunculi bie noturft ber men¬
fchen* barumb biemeil bie natur nit betracht bes menfchen
nuj in folcher fchöne, mas ift benn ein folches an ju fehen
einem, ber ba betreibt bas, fobem menfchen nuj ift? bar¬
umb, fo mir in folgern fchreiben ftnb, fo jieren mir bie
merf nach wer mertfchaft, bas gut jum fchein für ben, ber
ben fchein gern hon
eigner natur anderthalb feiner faften* noch nil er unb mer
in feim faften* ban fehent bas eifen an, melches alles auf
ber erben su waffer tvtrb, fo vii als feinen gemacht wirb,
wan am erften wirb es su nu3 gemacht in fein eifen, bas
felbig wirb genutet wnb abgewest, non rofF gefreffen k,
unb Fompt alfo in bie veriufF, bas feinen nichts mer er*
fehen wirb. aus bem folgt nun, bas berfelbig rofF Fein rofF
bleibt, fonber ftcf> felbs aus berfelbigen Fraft in waffer ver*
wanbeit, aus melier Fraft ber rofF wirb. alfo nit alein bas
eifen fonber bas Fupfer, bas stnn, bas blei, in fold>er geaalt
alfo ftch felbes alfo verwantlen. bas golt unb bas ftlber
nimpt fein hiug^ng in ber erben, als an fein orten gefchrt*
ben wirb, ban es wirb su nichts, bas tfF es wirb bas baraus,
aus bem es Fomen tfF. bas tfF, es ifF aus bem waffer ge»
wachfen, bas wirb es hiuwiber. bie gefFein unb anbern ftnb
auch alfo su verfFehen, unb alle ers, barumb btewetl folche
waffer aus feinen corporibus erftent, fo folgt hieraus ir
nam, bas fte Reißen bie leiblichen waffer, wie obfFet.
IX.
2Uf 0 auf ben vorbemelten grünt werben vtl mineralta
verloren, bie in voiFomner gebürt ftnb unb von menfd>en
nicht ausgegraben unb über ir seit ligent, unb vertvantlen
fleh in tvaffer. besgleichen auch fo fürhin ein focher ur*
fprung ber ers h^nach folget, wie bas anber su waffer
wirb unb su brunnen. ban vii alumtna, vii vitriola wer»
ben alfo 3U waffer, bie nimermer ergrünt werben noch er»
funben, unb anbere mer. ban ein ieglichs waffer, bas über
bas recht waffer ein biumen gibt, bas ijF leiblich, wan bie
biumen verlaffen fte nicht, wiewoi fte bas waffer nicht ftnb,
noch bas ers. aber gleich <*ls ein fchaum von einer fuppen,
alfo wirb bas h^öeworfen unb ftnb ansetgung unb er»
Fanntnus unb seugnus bifer corporaiifchen waffern unb
verwantiung. su bem bas bie Freft unb tugent bie gieichnus
auch bermaf$en anseigen, barauf fo wiffent, bas bie eigen
natur gleich unb noch mer vermag, ban bie h fol auch fein erfarner lykxin bas verwunbern ber nn *
erfarenen befümern lafien, in bem fo fte bei: natur wollent
ein unmöglichs sumefTen, fte vergleichen ber h was bie natur
nicht ^erbrechen mag, bas ijl bem menfchen unmöglich ?u
^erbrechen, man hie recht unfer fürhalten verflanben wirb,
fo wirb erfunben, bas es alles in ber natur leit unb nicht
im menfchen, unb ob fchon bie unmögliche^ herfür ferne
mit ber efchen, mit bem falch, mit bem waffer bes friefens,
fo miffent in bifem allen, bas bie natur folchs alles gleich
fo mol macht, inbem bas jenig, fo bu bamit lyanthft, bie vm.sn
natur in anber weg ju bem felbigen enb auch volent, bas
bu nicht fanjl, unb meifteriicher unb mit mererm verwun-
bern, als jtch ab beinen fünften $u verwunbern iji. unb
folches berümen ijl ein eigne fd>ant. ban fo bie natur reben
fönte von iren werfen in ber geberung, in ir verwantlung,
unb bie feltfamen tvunber fo fte wirfet : was möchten gel¬
ten bie, fo fleh in irem maul üben? barumb nicht unbilich
von folgen waffern $u fchreiben ifl, bteweil fte von einem
folchen treflichen urfprung herfliie^en,
X.
tPiewol jtd> gebürt, ben elementen nach von bifen waf
fern $u fchreiben in ben büchern vom element waffer, aus
urfachen bietveil fte von ben metallen, jleinen, gemmen
unb bergleichen fomen, welche alle aus bem element waffer
geboren werben unb nicht aus ber erben, aber bilich fol es
bem element ber erben ^ugefchriben werben ; ban bie arbeit
unb bas werf iff nicht ber fteinen ober bes hol?, bie bas lyt in bem meg, gleich als fo ein mei*
f^er bem anbern bie arbeit bricf>tr im felbs in fein nus. benn
am bem eifen mirb Fein roft, biemeil es bes elements mafier
alein mar, aber fte manbern in anber elementen, bo ift fein
Serbrechung. ban ir fehent, bas ein ieglich bing fein seit
l>at, biemeil es feines elements ift. unb fo es nun bie felbi*
gen seit uberFompt, fo ift es eins anbern elements unb
nimer feins; alsban folgt fein tot. als mit bem obs, als
lang es auf feim bäum ftehet, fo ift es in feinem element,
aber fo es bes baums beraubt mirb, fo ift es in eim anbern
element, als ban folgt fein feule unb anbers. mie ein fifcf>,
ber muft in feinem maffer fein, ber menfd> luft. alfo
freuet ftd> ein ieglict>s in feinem element. barauf miffent,
bas bie erben bermaften ein serftörerin ift ber ers, geftein unb
viii, 374 metallen, fo fte über ir seit ltgent als mir £>e mineralibus
meiter erFleren. mir mollen auch hie gemelbet l>aben bie eigen
Serftörung im element, meiter in feinen orten s u melben.
als uon ber feule bes obs auf bem bäum, meld>es bo möcht
ein einsug fein, ieboch on fd>aben ein absug. nun auf bis
folgt ber grünt, bas mir hie fd>retben folcf>s von ber erben,
ieboch aber in raubsmeis bem anbern element serbrochen.
XI.
0old)er maffer fpecies erfd>einen in mancherlei meg.
eine bie aus ben metallen Fomet unb in ir felbes in tnler
geftalt ausgeteilt, als aus einem ieglichen metallen ein be*
fonbers unb auch bas felbig fterFer ober fd>mecher. barnad)
aus twmifchung ber metallen im gemicht, in ber s<*l, in ber
elti, seitigung ober nit, auch in uermifchung frembber zu*
feil, t>on gemmen, von anbern ber gleichen, alfo mie nun
Fomen aus ben metallen, alfo auch on
2B*
allen anbern ers ber uitriolen, ber alurmnum, ber fallen :
auch btt margajtten, fchwefel, carabe zc. ban aus bifen
Fompt bie gleiche art bet: brunnen unb ber geßein ber brun-
nen nnb ber metallen zc. unb jo es jtd> begibt, bas bes
waffers mer als ber faphtren werent, bas felbig iß aus ber
urfachen, bas in serjtörung bes ganzen gewechs ber bäum
mitlauft unb ein refolution baraus wirb, aus bem folgt
auch, bas fold>e waffer nicht fo hoch in bem grab ßehent,
wie gemein ober metallen, ban bo lauft hinüber mer mit,
bau am gemein iß ober metallen, bas iß bie muter baraus
jte warfen unb ligent, sergent mit in. folcl>s aber iß in
fein anber $u rechnen, ban nach bem gewicht, unb nicht ber
fchweche $u ju legen, wan bas, fo ein gemma mit eim lot
verbringt, muß alfo bas wajler ein merers h<*ben, an ber
$eit unb am brauchen. fold>s alles fol ben arsten befolen
werben, bie ftcf> hierin erfaren follen, wie jte ftch ban aus¬
geben unb barfur achten, bem felbigen genug tun .
XII . VIII, 375
*£s jtnb auch anbere gefchlecht ber waffern, welche nach
ber refolution wiberumb gent in ir erß wefen, bas iß, fo
jte Fomen in bas britte element, bas ift aus bem waffer unb
außer ber erben, folche waffer jtnb alein bie, fo uon ber
erben nicht gans in ein ftpe refolution gebracht werben ; bie
felbigen waffer jtnb bie, fo in ben bechen Fisling zc unb
anber ftein machen, wie ban uon ben felbigen wajfern in
fonberheit gefchriben ftat. ber gleichen auch uil wajfer uom
golt Fomen, bie su golt wiberumb werben, bas jtnb bie
beche, barin gefunben wirb flammgolt, forngolt unb ber
gleichen, ban bie natur ift nit in all wege mit folcher art
ober gewalt, bas jte überall ein ftye refolution mache, fon-
ber oftmals hiuwiber feit, ban bie granaten, fo in ben waß
fern jtnb, sum anbern mal geboren werben, barumb fo jtnb
jte nit fo voller tugent unb art als bie, fo uon ber erften
285
art fomen unb barin bliben ftnb, ban bie erfte $erbred>ung
ift ein minberung feiner freften. alfo auch mit anbern ber
gleichen uil mer wafiern, barin metallen in förnlinweis
gefunben werben, bie ftd> fd>lahen laften, etliche teils l>em*
mern, werben aus ben metallenwaffern geboren, aber fo
ftntlich uerenbert, bas fte in ir erfte form nicht fomen mö*
gen, auch bas bas beft, fo ju einem metall gehört, ^>inban
fleuftt, aus meinem auch ein l>inberung fompt feiner $u
ber anbern uolfomenheit,
XIIL
Bich begeben auch mancherlei wafter, bie nicht leibliche
wafter ftnb, fonber non bem rechten wafter, unb laufen
aber über bie erj, non welchen fte ein art empfahen unb
ein gleichnus, als ob etwas leibiichs in inen feienb; bie
felbtgen entfpringen alfo. fo bie wafferbrunnen ftilliren
burch bie poros ber erben, unb alfo fo ein er^gang, er fei
aus welcherlei art er wolle, im weg lege unb fo alfo bas
wafter heraus müftte unb baburch tringen, fo alfo im fei*
bigen bas er$ mit bene$t wirb, fo ift es gleich als ein wafter,
bas in einem fupfergefchtrr ftünbi unb ben gefci>mad an
ftch nemi, als ban wie bife füpferlet, alfo in folcher art non
viii, 376 bifen auch 3» nerftehen ift, wiewoi bas ift, bas goit, ftiber
folgen gefchmad nit geben, auch ftnn, aber bas er$, bar in
fte iigent, bas feibig gibet bem wafter fein art, barumb fo
hanget etwas an rom metallen, barumb bie wafter anberft
geachtet werben ban ir eigen art ift, alfo auch oftmals ftch
begibt, bas ein nitriol er$ ober ein aiaun, fd>wefei :c,
fptftglas ober anbers mitlaufen unb hoch nicht corpora*
lifch ftnb, aber woi burchgelaufen, bie feibigen freften aber
ftnb nicht nolfomen, fonber non auften an ein fragen unb
nit ein burchgang, gleich als wan eim ein rauch für ber
nafen leit, unb fyet innen fein frefte. barumb fte oft für
gut wafter geachtet werben unb ftnb ler unb nichts wert,
286
fonber gleich ben neßlen bie außen brennen unb im leib
nichts ausricbten. ban fte Ironien auch in ben weg non außen
ab bem er$, barumb fte feinen eingang I>aben unb bod>
etliche art unb wefen an$eigen, als fei es etwas.
Tllfo wie obßet, wie tnlerlei waffer uns in beirantnus
ßnb, wollen wir nacbfolgenb an$eigen, non ben metalli*
fcben, non ben gemmifd>en unb ber gleichen, was alfo bem
er$ $ußet, uitrioi, alaun unb ber gleichen, wollen wir alfo
biemit ben erßen tractat befcbloffen fye ge*
nerationibus metallorum fcbreiben, auf bas iß nun $u mer*
Fen, fo bie felbigen geboren werben ober nor bem unb fte
$u enb Fommen, nom element ber erben angriffen werben
unb bas in bem weg. bas element waffer unb bas element
ber erben ftnb in einer compaction. gleich als ir febent, bas
bie erben ir frücbt in ir nicht bebelt, fonber treibt bie fei*
bigen in ein anber element, bas iß in luft, im felbigen
element verbringt ße ir wirFung unb bleibt iebocb bes
eiements ber erben, alfo t>om waffer $u gleicher weife $u*
uerßeben iß, bas bie wurden bes waffers ir geberen in bas
element ber erben treibt, im felbigen uoienbet. als ban $u vm,377
gleicher weis, wie ir febent, bas bie frücbt, fo aus bem
element ber erben wacbfen in ben luft, bie felbigen ßnb ber
Serßörung warten, nicht non feinem element, fonber non
ben jufallenben, in ein weg, bas wol mag ein wurden rom
element waffer ober ein aß, iß bie wurden ber beum ber
erben burcbgent unb in uerberben. alfo auch uom luft fo
mögen bie würm wacbfen unb ber gleichen, alfo auch t>om
element feur, burd> regen, erfrieren :c ben fruchten ber
erben fcbaben tun. aus welchem element ein folches be*
287
fchicht, fo ift bas felbig ein serftörung ber leibe in anbere
t>erwantlung unb form, alfo ift bie erben ber art unb ber
eigenfchaft, bas fte bem eiement wajfer in fein arbett faltr
wo ein fueg bo fein mag. aus folgern ein fallen begeben
ftd> bie leiblichen tnaffer.
hierauf nun weiter $u merfen ift, was bas fei, fo alfo
bem anbern eiement ein einfail tue, als obftehet. fo wtffent,
bas in ber erben alein leit bas wiberfpil bes elements waf*
fer. als ir fehent, wie bas feur unb wajfer gegen einanber
fo gar wiberwerttg ifl, alfo auch ift eiement ber globul
wiber bas wajfer. ban wie ir fehent, bas bo ein ungleichs
ift, bie frücht aus ber erben unb bie frücht aus bem wajfer,
alfo ftnb jte auch wiberwertig in ber natur. ban wie ber
arfenti? uerwantlet bie frücht ber erben in ein liquibum,
alfo hinüber bie materia aus ber bas obs wechft/ ben
arfentf in feiner globul refoloirt, fo jte $ufamengebracht
werben, alfo ift ie eins wiber bas anber. nun aber wie tyt
ange^eigt wirb, lauft etlichs teils ber tot mit fold>er ope*
ration, welcher hie non ben leiblichen wajTern nicht fol ein*
gefürt werben, aber ieboch, fo er nit gar ba ift, fo bleibt
ein wefen ber leiblichen wajTern bo, aus ber urfachen ein
folches gemelbet wirb, was aber weiter ber grünt ber leib*
liehen wajfer berürt, folgt hernach/ alfo bas bife refolu*
tion muft aus einer gehen, bie bo ;u refoltnren h<*b bie mi*
neralia, on ein ^ugeleit corpus. bas ift, bas jenig fo bo
refohurn fol bie mtneralia in ir leiblich wajfer burch fein
leibliche begehen fol, fonber on allen jufa^. unb ieboch
ein folche fraft, bas fte refoltnren bie mineralifchen corpora.
viii, 378 Hun auf bas fo nement ben oerftant, bas alle mtneralia
aus bem fal; coagulirt werben, es fei gefchmeibifeit, es fei
geftein, es feient anbere er$, fo gibt bas falj eim ieglichen
bing unb er$ fein herti; unb wo bas fal$ nicht were, fo
weren alle metall wajTer unb alle geftein unb ber gleichen,
bieweil nun bas wajfer t>om fal$ coagulirt wirb unb alle
2SS
metallen, Pein zc aus bem falj fein berti nemen, fo folgt
aws bem, bas aws verbrecbwng bes falv wiberwmb metallen
wnb Pein $w waffer werben. fo mm bas falj bas |>auptpuc£
iP folcber refolwtion wnb alein im fal; Uget, fo ip weiter
wnfer fürnemen, was bas fei, bawon bas falj verbrochen
mag werben, bas felbig mwp fein on ein leib gleich einem
geip, wnb mwp fein in ber erben wnb aws ber erben, bas ift
aws fraft ber erben, barwmb fo folgt bieraws, bas aws ber
erben ein folcbe refolwtion wnb bisfolwtion befehlt ber leib-
licken waffer. wnb ob aber wermeint würbe, bas ein mit¬
tels mwpte bo fein, bobwreb ein bereitwng befebebe, t>or
bem e bie erben in iren gewalt fornen vw refolwiren wnb
bisfohnren, gleich als ein epempel, bas ir febent, bas ber
tartarws refoltnrt wirb aws fraft ber erben, aber folcb re-
folwtion befebiebt nicht anberp, ban bwreb ein mittels, bas
ip bas fewer: nacbfolgents befebiebt ein folebe refolwtion.
5w folebem fol bie natwr alfo werPanben werben, bas pe
ein folcb mittel nit fwebt. ban wrfacb, was ip ir mittels,
babwreb pe coagwlirt? nichts, ban pe felbs. fo pe alfo felbs
ein macberin ip, fo ip pe aweb ein verbreeberitt felbs. ban
ir febent, fo ein coagwlav gefebeben fol bwreb bie fyant'
fwnP, fo mwp bie felbig ein mittels b^ben, babwreb es be*
febebe. alfo fo pe ein bing verbrechen wil, aber mwp ein
mittels tyabtn. bifes aber ift ber natwr nicht anbengig,
alein ber b<*nt, bie won eim vwm anbern peigen mwp. vw
bem, bas bie elementen grwntlicb wnb bapfer b^wtlen, was
pe berpanben, bas on alle mittel aws
fraft ber erben ein folcb verbrecbwng gefebiebt bwreb fcie er¬
ben in bie erv ber waffer. gleich als ir won ber fonnen febent,
bas pe verfcbmelv bas eis, wnb won ber feite febent, wie pe
Vwfamengefriert bas waffer. wie alfo ba fein mittel ip, fon-
ber bie fraft ber element, alfo werftanben aweb wo n ben
freften bifer refolwtion, wie ban albie wnfer fürnemen ip.
VIII, 379
P.-W. II. 19
269
auf welches ir merFen follen, t>ietx?eil alfo bas falj ift bas
hauptftucF, an^ugreifen in ber $erftörung ber corporum,
unb bie erben gewaltig, bas felbig $u nolbringen unb bas
fal$ $u bisfolniren, fo werben alfo alle metallen, alle Pein,
alle anbern er$ ^erbrochen unb in leibliche waffer gemacht,
was bo ber erben unberworfen wirb.
Hun wiewol aucf> ift, bas bo möd>t nermeint werben,
es müßten alle er$ refolnirt werben, ban fte ligent alle in
ber erben; aber nicht alfo. ban was aus nolFomener art
Fompt unb was fein $eit bemalt, bas wiberftet. ban ir fel>ent,
bas Fein obs ab bem bäum falt, es fei ban ber l>erbft ba ober
es fei an griffen, barumb in bem erften traFtat ein folct>s
erFlert wirb, barauf merFent weiter bie Freft ber erben,
wie bie felbig mancherlei ift in ber congelation, alfo auch
in ber refolution, unb als oft ein art im element waffer ju
congeliren, alfo oft ein art im element terrae, bas felbig
wiberumb $u ^erbrechen. ban wo folches wiberwertigs
nicht were in ber erben wiber bas waffer, fo wer in allen
lanben unb orten ein fürgang ber mineralium, welche fonft
nicht in anber wege erfcheinen, bas ift in ^erbrochener art ;
non folgen &e mineralibus weiter ange$etgt wirb, unb ift
$u merFen hierin auch, bas in folcher serftörung ber leibs
ber mineralium auch ^erftreuet wirb ber guftus. als ir fehent
non ber refolution aluminis, welches bem alumen nit
gemeft ift/ bes gleichen non ber refolution nitrioli, bem
oitriol auch nicht gleich unb hoch bes felbigen grunts unb
einer materien. bas ift gleich <*l$ ein waffer, bas bo biftib
lirt wirb, wie ftch folchs non einanber fcheibet in feiner art,
alfo bo auch, ber gleichen ein waffer, bas gefreuert unb
wiber entfreurt. wie nun bas felbig in iren Freften weiter
gefcheiben wirb, alfo bifes auch» ban eins iegiiehen
nitriols ?erbre/ in we-
fen bleiben.
Hun aber weiter non bifer refolution, fo tniflent, bas
es nicht anbers ift bie refolnirenbe fraft, als alein bie falt
feuchti ber erben; aus fold>er werben bie norbemelte refo¬
lution ber metallen, fo nun bie metali über fein seit bo leit
unb bifer falten feuchti unberworfen wirb, wie ein eifen
bem roß, ber roft ber humibitet, alsban fo folgt bes felbigen
ers refolnirung für unb für, fo weit fein region get; unb
was jlcl> alfo ab refolnirt, bas centrirt jtd> sum bronnen.
auch fo bas mtner in einer wachfenben fraft were, ber
gleichen ein wachfenben bronnen gebe, barumb fo merfent,
wie bas element waffer fürfart mit feiner generation, wie
bas bie erben mit irem gras, alfo hingegen fart bas element
ber erben mit feiner falten feud>ti in bie ers bes waffers
auch für. mag fleh auch wol begeben, bas ein ers an einem
ort fiel) lef$t refoltnren, am anbern nicht. als ein bäum, ber
etlich biren leßt wurrnftechig, faul zc werben unb bie anbern
nicht. ban fold>s gefd>icf>t alles aus ber tingirenben fraft,
fo non einem element in bas anber geltet, mit wiberwertiger
art, wie obftet, befchriben. bomit fol alfo ner^anben wer¬
ben, bas bie corpora mineralia alle aus bem fals coagulirt
werben, unb barumb wo bas felbige fals in bife coniuno
tion fompt, bas fte bie erben mit ir feuchti anfallen mag,
wie obftet, wiberumb refolnirt, unb gibt ben urfprung ber
leiblichen waffern, non welchen Iwna 6) non einem iet-
licken infonberheit gefchriben ftehet.
£>er britte tractat.
X>on gemeinen fteinen waffern.
Wie nun bas element bes waffers bie muter aller feinen
iü, fo wiffent, bas folche generation befchicht in ber erben ;
baraus folget, bas bie rechten fteingruben alle in ber erben
19*
291
Itgent. nun aber fo ein refolution non ber ertfeud>te an
vm,38i bem ort einftele ober befcbecb, fo muß bie felbige befd>ef>en
in bem, fo bie brei erften ber ftetnen ftcb in ein ungleiche
breiten, alfo bae fte nicht in ber rechten compofttton ftün-
ben, baraue ban folgete ein mangel ber fteinen in irem
wacbfen. alfo wie ir febent, bae ein guter on ge-
breften gute frucbt bringt, fo aber bo ein etnfall befd>ebe
in ber wurden, boburcb ein böfer bäum geurfad>t würb :
aleban ift ber anfang bo eine gemalte ber erbfeucbtin. ban
ein ieglicbe feuchte muß in bie erj fallen, fo fte felbe in $er-
brecbung gement, bie ban befehlt in maften wie obftebet,
unb weiter ber rechte grünt folcber 3erbred>ung non bem
wacbfen unb urfprung ber erj befcbriben wirb, fo nun alfo
ein fold>e refolution befc^ic^t, fo folgt bee tnaffere art ber-
nach, in bem wege bae bee tnaffere art ift, an ben tag $u
Bornen gleich einem bäum, ber nit bleibet in feiner erben,
fonber tnacbft in fein anbere region, ale nom tnaffer an
anbern orten befd>riben ftebet. auf bae folget, bae bae
fteinwafier, bae alfo non ben materien ber fteinen Bompt,
3U einem bronnen tnirb unb mit anbern tnaffern lauft, fo
nun folcbe tnaffer Bornen an ben tag, fo begibt jtcb, bae fte
bintniber gangen in ir generation, alfo bae baraue tniber
ftein tnirb, barnon ir anfang ift. fo ein folcbee befd>eben
fol, fo gebet ee in fein ftetnwerB nach feiner art, wie fte ban
im berg folten geworben fein, in bem wege ; fo fte Bornen
an ben luft, fo entpfaben fte ein anbere art, bae ift ber
congelation $u mit folgern anfang. fo bie waffer ein cor-
pue begreift, ale ban fo gebet ee in fein generation. bie
corpue ntmpt ee non ben femlein, locuftie ber beumen, fo
am waffer ftebent; alfo fo bie felbigen bweinfailen unb
in bie feulung gebent, fo ft$en fte gen boben. ale ban fo ift
ber fteinwaffer art, bae fte bie felbigen $u einem corpue an-
nemen unb b enBen ftcb baran. unb bifer fam ober locufta
ift ein centrum ber ftein, gleich wie ber Banel ftcb benBt <*u
292
ein i>ol$ unb ber uitriol purpureum an Me gerften förner,
alfo in bem weg ift es bes waffers art mit großen ßeinen,
fo l)enft ftcf> ein großer ftein an, aifo aud> mit ben fleinen,
barumb fo mancher fam, förnlin ober locußen in bem bacf>
gen boben fl$t, fo mancher ftein wed)ft im bad> mit ben
färben, formen k, t nie bes felbigen wa jfers art ift, als £>e
generationibus lapibum gefcf>riben fielet, borumb fein vm,382
ftein tnacßft, wo nid>t famen ober locußa an pörtern ftel>ent
unb einfallen, fo aber in folcßen wafiern foldf>e ftein erfun*
ben werben, fo ftnb ße mit eim guß abgeftoßen worben, ober
es ift ein fteinabern am felbigen ort, bie burcl>bringet, wie
ber urfprung ber fteinen auf ber troefenen erben anfed>t
unb i>er fompt,
& s ßnb aud> tut fold>er ftein, non fisling unb ber glei*
eßen, bie ßd> gleid) als £eut auf ein anber legen ; fold>es ge*
fd>id>t aus art bes fteins, ber alfo fein eigenfd>aft l>at, ßfl>
mögen aud> fonft in anber weg fein ßein refolniren unb
wiber in ftein gement, als alein bie genera, fo ßd> anl>enfen
an bie corpora ber femlein unb locuften, unb fo ein wajfer
fompt in bie ferri vom urfprung, unb ob f<£on als ban
proßlein ober femlein einfallen, fo gibet es fein ßein mer,
aus urfaeßen, es I>at ßd> am erften angel>enft unb fein
fteinige art nerlaffen, unb weiter alein ein unleiblid>e refo*
lution in ir, bie folcße nimen in gewalt l>at,
Pon lettenßeinen*
waffern,
Wo in ben weg, wie obftet, gefd>el?en bie refolution ber
lettfteinen, bas ift ber leberßeinen, ber alabaßern unb ires
gleichen, als ban, fo ein fold>s genus an tag fompt unb
einfleußt, fo entpflnt es bie art ber erben, als ban l>engt es
ßd> an unb mad>t ein misgewed>s, gleich bem alabafter in
etlicher geftalt, ober gleid) ben leberßeinen, unb laßt bas
lauter waffer ßinban fließen mit färben unb form, wie
293
ban bk felbigen lettenftein flnt> an (in) felbs, alfo verglei¬
chen pe ftch auch hin$u. unb ir form unb geaalt, tute ob-
fte het von ben fteinichen waffern, hie auch Anfang unb enb
verpanben fol werben. pertf an im, gegen eim anbern
metallen, borumb folche waffer von folgen metallen refol-
virt werben, ftch begeben auch bemalen vil waffer, bie
Pein herten unb auch tveich machen, bie felbigen Fomen
aus folcher Peinigen art, hwban refolvirt. als ir fehent
von abamas, wie er gewaltiget anbere Pein, alfo auch fein
liquor feines gleichen alle gemmas gleich hertet. unb hin-
wiberumb ber alabaper fo vil er ip unb (mit im) ben bia-
manten weicht, alfo fol man ftch non folgen waffern nicht
verwunbern; ban fo pe in iiquores verwanbelt werben,
folch wunber juwegen bringen.
2ttfo auch pnt man waffer, bie hol? $u Peinen machen,
unb bergletchen in vtl feltfame herti unb weichi. bas felbige
Fompt aus art folcher peinen, bie ftch refolvirt haben, unb
pnb einer folchen fubtiien art, bas pe bie poros ber böiger
29*
burchbringen unb coagulirn ftd> barin, unb alfo bae l)ol$
für ftein erfant wirb. als ban tut bas berillen wa ffer, fo
ein holj barein geleit wirb auf fechs Wochen, ganj in ftein
oerwantlet wirb. t>on folcher art auch t>on ben regen waft
fern anjeigt wirb. alfo auch ftein am erbiften werben, aus
bonen unb aue ber gleichen, fo fte ein folch wajfer begreift,
ban foIcf>e waffer ftnb an in felbe ftein unb burd>tringent
in fold>e bing, als ein färb ein tud> burd>tringet unb barin
bleibt, ban ein ietlich holj ober bonen ac ift mer ban halber
ler ; alfo was ler ift, bas füllet ftd> mit bifen fteinen an unb viu, 384
coagulirt ftd> ju feiner jeit.
j£e ftnb auch bermaften waffer, bie ben feinen ein anbere
färb unb herti ober weichi geben, bie felbigen waffer ftnb
t>on metallen, aber fte burchtringen bie h erte ber feinen in
bem weg, bas aue irer form, färben unb art fomen unb i
hoch ben metallen nt t gleich. t>on uili folcher waffer n follen
ir non ben naturen ber fteinen erfaren. ban am bem felbi¬
gen folgt h**mach folcher waffer art unb natm . ban h**
t>on ber felbigen waffer natur ju fchreiben, tft nicht unfer
fürnemen, fonber, ob aber ein waffer ein folcbe art bett,
oon wannen fein urfprung fei.
X>on ben fchmedenben waffern,
ib eft guftu.
Hunb fein etliche waffer, bie bo am ber feurt fernen,
ober in anber weg mit gefchmad ber jungen begriffen, als
fauerbronnen unb ber gleichen, bie felbigen nemen Iren
urfprung non ben refolutionen ber metallen, oor bem unb
fte jeitig werben, barumb am erften ju wiffen tft t>on ben
felbigen, was ein ieglicher metall für ein guftum gebe uor
feiner jeitigung. als golt unb blei geben bie füfte, fupfer
unb eifen bie feuri, jinn, ftlber ein mittele, unb bas in
mancherlei wege. aber non folgen waffern be thermte in
nachfolgenben büchern angejetgt wirb, ftcb begeben auch/
295
bae aus rntriol unb aiumeti foId>e waffer auch fließen, aber
nit in gutem gefchmaF, fonber allein non ben metallen*
3n folgen waffern begibt fld> auch, bas bie metallifche
tinctur mit in nemen, alfo fo fte in bem tingiren ftnb, unb
im felbigen ^erbrochen werben unb $u waffer gement, als
ban fo ftnb bife waffer ber art, bas fte metallen gebeten,
unb ettnan metallen tingirn, alfo bas oft golt er$ gefunben
wirb in ben waffern, bas non anbern metallen $u golt aus
bifem Fraftwaffer nertnantlet ift. auch fold>e tnaffer nil
malen anber metal machen, als ettnan tnaffer gefunben
werben, bie eifen in Fupfer wantlen unb blei in Fupfer unb
ber gleichen, aber non folcf>en generattonibus wirb foc
mineralibus mer entbeFt ; ban es i$ l>ie nit unfer fürnemen,
anderthalb ber natürlichen waffern $u fchreiben ein anbers.
viii. 385 *£s ftnb aud> etliche faure waffer unb aluminifche waf*
fer, bie bo ein leibfaurbrunnen geben unb wachfent in einer
anbern form, bie felbigen werben thermis befchriben,
ban fte ftnb nicht leibliche waffer unb ftnb hoch waffer ber
erben.
t>on ben Piscofifchen waffern.
Hun begibet ftchs, bas aus ben irbifchen gewechfen unb
aus ben wafferifch en $u b eiben feiten ein uermifchung ge*
fchicht, welche einanbern felber bricht unb gehet burch ein
feule in bie refolutton. alsban wo ein folche putrefaction
befchehe, ba werben fchlipferige faule waffer, unb aus art
feiner feule mag es Fein brunnen geben, ban alle bie waffer
bie faul fein, bie felbigen machen Fein urfprung, fonber wie
fte faul ftnb im leib alfo auch in ben werFen. barumb fob
eher brunnen Feiner an tag Fompt, es wer ban, bas er Feme
unber ein frifcf) waffer, unb bas felbige tribe in mit im
aus ber globel ber fphaerae ; fonft leit es in ben FröFen unb
holen unb in ben poris ber fphaerae. folch waffer tyat Fein
fonbere nu^iiehe art an im, als alein $u gebeten bie würm.
296
ban aus bifem nemen fte bie urfprüng, bas ift aus bifer
feule, nach bem unb bie nermifcbung gefd>icbt gtt beiben
feiten ober nach ben fpeciebus ber erben unb ber er$, mirb
bo ein generation eines murrns, barumb folcbe genera ntt
$u betreiben finb non megen ber nili ber mürm unb bei-
ber nermifcbung, ban mie ir febent, bas bie nermifcbung
non bem regentnaffer unb nacbfolgenb bie irbifcben in¬
famen Fomen ober in eine feuli, ober fitrbin faul feien, als
ban merben baraus bie bobentnwrm :c, mie ban am felbigen
ort befcbriben ift, alfo bie eine folcbe generation befcbicbt,
baraus bie mürm tnacbfen, aus bemelter urfacben unb ner-
mifcbung, mie obftet, tnacbfen alle bie mürm, fo aus ber
erben fcbiiefen, unb alles unjifer, als mir £)e gener ationi-
bus nermium mer unb noller er Heren, barumb ftd> Fein
lant nermunbern fol ab foicben generationibus ber unge¬
beten murmen, in iren lanben $u feiten befcbeben. ban es
gefcbicbt nicht nach gemonbeit ber ftat, ober nach genanter
Seit, fonber es Fompt nach art ber feuli unb irer nermi- vm,386
fcbung, bife maffer fo fte laufen in ben brunnenmaffern
nermifcbt heraus, unb fojte getrunFen merben, alsbanmacb*
fen im leib bes felbigen folcbe feltfame art non mürm, mie
ban ir art ift in ber erben, alein mit ber unberfcbeit, bas ber
leib mit form unb anbers ein unberfcbit gibt gegen ber
globel unb art bes elementen, ban bi^ttf fol ber ar$t mer-
Fen, bas fte bifen urfprung erFennen lernen, unb auch mie
alfo in ber globel ein folcbes ftd> begibt, alfo auch im leib,
fo ein folcbe Korruption unb putrefaction anfacbt, als iDe
generationibus nermium meiter angejeicbnet mirb, mas
auch bie notmenbig ift, bas felbige mirb &e plantis an-
gezeigt, bas ift non ben felbigen murmen, fo aus irer putre
faction merben, bas ift non ben Fraut mürmen.
297
Pott ben ar$neifchen waffern.
hierauf fo merFt nun wettet t>on ben ar^neifchen waf*
fern, bie bo mit mancherlei tugent begabet finb, bie felbigen
begehen in bem weg. fo ftd> bie gemmen, in welchen bie
tugent finb, refoltnren, auch *>ie corallen unb bie carabe
unb anbere ber gleichen, bie felbigen geben bie ar^nei, fo bie
tuafier haben t>on leiblicher art. aus bem ban folget, fo bie
waffer non corallen ben frauen ir FranFheit gelten, bes
gleichen ben Finbern bas uergicht hinnemen. auf bas mer-
Fent, bas hierin uon folgen waffern gnug in bifem libell
angejeigt iß. fonber bas höchß, fo $u folgern gehört, bas
felbig fol ben arjten befolen werben, welche bo fagen,
war$u bie waffer gut finb, unb hoch bes Fein grünt haben;
aus was grünt fle Fomen, bas felbig erfarent, folcher ur*
fpröng ju erFennen. als wir auch &e thermis fchreiben*
2ttfo auch fcie metallifchen waffer bermafjen ir art haben,
barumb in folchen alein bas höchß iß, ju wiffen bie natur
ber ßeinen, ber metall, ber er$ unb anbers, auf bas nach-
folgenb auch &ie waffer, was folche ftnb, auch 3t* erFennen*
ban bo iß Fein brunnen, Fein bach, ber nit folche art t>on
viii, 387 ber arjnei mit habe, barumb, wo folche erFantnus iß unb
prob, fonberlich von ben Freften ange$eigt folcher bing, unb
hiermit befchloffen haben.
£>er gleichen finb etliche fonberiiehe waffer, bie ba heil-
fam, alfo bas fle ein iegliche hV&eopiftn, paralyfin curiren.
t>on bem felbigen wöilen wir fchreiben unb bis erFleren bis
libels erfüllen, fo wir fchreiben übrum pobagrae perfon.
ab nat. q. bamit wollen wir hie bis britt buch entlebiget
haben.
298
flott den natürlichen toaflern dae oierte buch»
Cractatue I.
Don wachfenben brunnen.
Tflie wir in bem uorbemelten buch bie leiblichen wafiern
er$elt h^rn: alfo hie nachfolgenb non ben wachfenben
wafiern unfer fürnemen äuget, aber in ernennen bae leib¬
liche wafier unb kit bae wachfenb, mit tnae uuberfcheit jte
non tin&nbtt geteilt werben, bieweil fte beibe leiblich ftnb
unb in bifen zweien büchern alein non leiblichen wafiern
traBtirt wirb, ba i(I ein folcher uuberfcheit erftlich in wifien,
bae im norbern libell angejeigt wirb non benen wafiern,
bie aue bem leib fleh nemen unb (Ich refolniren in einem
corpue. unb bie wafier bifee buch® ftnb bie, fo nom wafier
in ir corpue geheut, wie bie er (len gent non eifen in ein
wafier, bifee h i* eim tnaflern in ein bäum, alfo nun
hie in nerfian, wie bas eifen $u wafier wirb unb anbere
gemmae, alfo werben bie wafier ber erben, bie wir wach*
fenbe brunnen h eifien, $u einem leib bee hol^e, fo* Braute,
fchwamm zc. unb ifi hie gleich $u nerjlan ein wefen, ein
form unb ein art $u betreiben bee erfien leibe $erbrechung,
unb hi* bee anbern leibe wachfen. bau wie aue eim er$, vm,388
bae ift wie aue ben corporibue bife refolnirung befehlest,
alfo hie aue ben refoluten bie coagulaj befchicht. bae ift,
weiter wdllen wir tractirn, wie aue wafier i>o4 wirb,
Braut unb ber gleichen, unb nerlafien bae erft libell, bae ifi
bae norber bae wir tractirt fyaben, wie bie gewachfenen
corpora ^erbrochen ftnb.
jDan ir fehent, bae fo gar Bein gleichnue nit ift, bae bem
fyoli gleich fehe ober einem bäum ; alfo fo h<*t Bein gleichnue
ein bäum, bae bem apfel gleich fehe. alfo in beiben feiten
wie bae gefchehen, ift bee wachfene fchult, non welcher
Braft, fotnl h terin noturft erforbert, befchreiben wöllen.
bau wie wir nor an$eigt fyaben bae ^erbrechen ber coagu*
299
la$, fol hie ein fürbilben fein in bem tveg, ir fehent, bas bie
metallen, Me mineralia Feim corpus gleich fehen, bas ift
ben jenigen, aus bem fte vertvantlet ftnb tvorben, ban ur*
fad>, es ift tvafter, barumb mag es nicht gleich fehen bem
metallen, tvie ir aber fehent, bas ein metal gefein ift, alfo
tviberumb fo vergleicht ftch bifee tvafter bem hol}, bem gras
gleich, $u bem es wirb* ban burd> ein fold>es ejrempel ver*
ftanben bifes, ir fehent bas ber Vitriol grün, ein anber blau
ift «nb hoch geferbt, unb fo er in ein tvafter refolvirt tvirb,
fo ift Fein färb bo, alfo auch tr fehent, bie färben auri ift
gelb unb in feiner transmutation ift es braun, unb in bifer
transmutation refolvirt ferbt es Fein tvafter mer unb h<*t
Fein färbe mer ; alfo tvirb aus ettvas nichts, bermaften ir
hie verftehen follet, bas jugieichertveis aus Fein färben
färben entfpringen : als bie grüne in bem gras, unb ift hoch
Fein grüne ftchtiglich in ber erben, bas ift, begreiflich, alfo
tvie eins ift in feinem urfprung, alfo ift auch <*nber, 3t*
b eiben feiten gleich 3U erFennen. tvietvol folcher epempel
noch vil begegneten $u mererem verftant bifes meines für*
nemens, auch 3U bem merern teil hernach folgen, ftch ift
tvol unb groft $u vertvunbern, bas ein Iebenbigs tvachfen
mit fleifch unb mit entpftntliFeit aus nichts ift, ban ftch $u
vertvunbern ift von ber metallen urfprung ober bes ho4
tvachfen, als ir fehent, bas aus bem roftbreF ein Fefer tvirb,
aus anberer feule ein tvurm : tvie fo feltfam bie natur ift
in irer tvirFung unb freiheit : tver tvii es anderthalb bem
viii, 389 liecht ber natur betrachten, bas ein hol? fol ein lebenbigen
tvurm geben unb anbers bergleichen?
3(lfo ift es bie orbnung ; ban im hol? ftedFt bes tvurms
geift, aus bem bie entpftntliFeit tvechft, alfo auch im caba*
vere, unb als tvenig bas felbige $u fehen ift ober $u begrei*
fen, alfo tvenig tvir auch mögen begreifen bie hetmliFeit
ber natur mit ben äugen, ban bas ftnb myfteria bei, bas aus
nichts fold> feltfam bing entfpringen fol, bo Feiner fprechen
300
fan, bas bo etwas fei* unb als wenig wir mögen bie natwr
feben unb ir iren proeeü abftelen, bas ift auch alfo arbeiten
in ber refolwirung ber metallen, alfo wenig mögen wir auch
ber natur ire funj* abftelen, barburcb jte warfen macht
bas gras, bie beum wnb was bie erbe gibet* aber ben weg,
ben wir betreiben, werbengt «ns bie pbilofopbei, alfo bas
wir mögen erHeren bie b^imliFeit ber natwr in bem weg,
was wns bie äugen jtcbtig geben, als ban $u erHeren* ban
ir mögent alle ein folcbes sugeben* fo nie fein gras ge*
wacbfen wer ober nie fein bäum, unb bie erben wer bo
unjtcbtig, wer wolt bem menfcben fagen, bas ein foicbs in
ber erben fein folt, bas i$ gras ober bol?. barurnb bieweil
wir feben, bas aus ber erben ein folcbes gebet auf bas wir
feben, wollen wir betreiben won bem bas wir nicht feben*
Tilf o wie nun urfacb bas jenig fei, bas bo fomt aus
nichts unb macht jtd> jtcbtig, alfo bie natur probirt, bas
folcbs in ir ijf, bas wir on ir nicht mögen erfennen* alfo
hierauf fowil wir mögen feben an iren äugen, fowil mögen
wir auch erfennen in bem, bas wir nicht feben, ban feben
wir, bas aus einer fcbwar?en erben rofen, grasblumen,
gilgen :c berauswacbfen, fo i# herauf möglich, wie ban
bas liecht ber natur ?u erfennen gibt, bas wirs auch wer*
borgen feben* als ein simerman fein haus ; ber felbig jtcbts
ehe ers macht* unb wie wir ein haus, bas wir feben mit
äugen in alle weg, weil es gemacht, wie es geftalt ift, unb
als ban tragen wir es im jtn, als betten wirs für ben äugen,
alfo in bem weg, wie wir bas febent, aifo feben wir aus
folcber möglifeit bie gewecbfen in ber erben, unb wie on*
ftcbtbar ift, bas wir im jtn haben, aifo ift es auch unftcbtig,
wie wirs in ber erb haben* unb jtnb hoch in ber erben unb
in uns, wie es auf ber erben i$, barurnb wacbfen bas
böcbft ?u betreiben ift, wie bie färben unb bas wa jfer jtcb vm, 390
werbirgt unb in twas wege es ?u bem wacbfen gang* ban
wie wir folcbes befcbriben haben im oorbern buch ber ge*
3ol
mad>fenen serbred>ung, alfo möllen wir i>ie von bem tt )acf>*
fen fd>retben ber serbred>ung in ber fubftans; bas ift, ba*
mit ir f el>ent bas, bas es ift, bas ift, t>or ben äugen ser*
brod>en ift, möllen mir betreiben, mas Innmiber gans
mirb, bas felbig su erfüllen bie äugen, aber im ftnn, bas ift
im grünt unb in etgenfc^aft ber bing, ift es nit serbrod>en,
fonber gans. barumb ber pl>iiofopl>ei mer su t>erftel >en ift,
nad> bem ltecf>t ber natur, man nad> bem eufterltcf>en fe^en
ber äugen, in bem fo befd>riben fol merben bas i>erfomen
laub unb gras: bas ift mir betreiben l>ie uom machen*
ben maffer, bas ift bas maffer, bas laub unb gras gibt.
tbir l>eiffent bas maffer ein mac^fenb maffer; ban aus
urfad>en es mac^ft. mie aber bas maffer unberfd>eibenlicl>
fol gehalten merben, t>or anbern macf>fenben maffern, ift
in bem meg. ir fel>ent, bas alle brunnen mad>fen, ban burc£
bas felbig macf>fen bleiben fte, fonft mer fein maffer. bife
aber nid>t alfo. bifes med>ft unb fiirbt ein mal ab unb
med>ft morgen l>ermtber, als ir fel>en im glensen unb im
^erbft. biemeil nun hierin ein folcf>er unberfd>eit ift baraus machen, ban mol fo tnl ber pl>ilo*
fopl>ei Ine nad>sugrünben ift, uon ber seit feines fterbens
bis auf feins mibermad>fens. ban in anbern hingen ber
natur mas mag int gleichen ? ober marum folt es nid>t fein
fonberi ftat £>aben? ban ber menfd> mirb aus bes menfd>en
millen unb aus feiner beftimpten seit ; bas ift, man er mil,
fo mad>t er ein anbern menfd>en. alfo l>at got ben men*
fd>en bas sugeben, ifts in eim ni&>t, fo ift es bocf> im an*
bern, alfo bas es ie im menfcf>en ift. ban aller menfd>en
arbeit, htnft zc ift alles nur eins menfd>en arbeit unb fünft,
bie ftfcf> l>aben ir seit, bte oögel ir seit, unb ftel>et aber alles
bei inen, fte mögents tun ober nid>t. aber bifes mad>fen ift
nid)t alfo : es fompt unb ift geftorben unb ift bie felbtge
geftorben art, bas ift bie alte art unb natur ift aber bo ;
302
bo iß nichts in ir brocken* ban bo ift bie färben in ber rofen,
bo ift ber gefchmad: :c unb ift bie rofen bie fern war. ber vm, 391
menfch aber nicht, es fompt ein anber corpus unb ein an*
ber fopf ; unb ob fd>on ber corpus ftd> vergleichen mag bem
corpus ber rofen, bas ift bem feurigen wie bem fernigen,
fo ift hoch ber fopf nicht feines nattern, an bem bas merifte
leit, als mit ber tugent in ber rofen, bo mer an Ieit, ban an
feiner färben ober corpus. ban es muß etwan ein bing ein
leib i>aben, bas ban ben phüofophum nicht befümmert,
fonber bie tugent unb natur iß bas, banon tractirt wirb,
» | ' ' I • ' / ' ,
£>er anber tractat.
Leiter nun non bifem waflfer, fo wiffent, bas bis waß
fer iß aiein ber erben. gleich wie bas er$ bes waffers alein
iß, alfo fol es on unbermifchung ber eiementen alein für
ßd> felbs georbnet werben, was aber antrift bie unber*
fcheit, bie ßch gegen ein anbern mögen vergleichen, bie*
felbig ift alein in ber form unb nicht im wefen, auch im
gewechs ein fonberi art. bas felbig aber trift hie nichts an.
ban was gewalts im wafier iß, ber iß auch in ber erben,
unb was in ber erben, auch im waflfer. ber maßen auch in
ben anbern zweien eiementen ^u nerftehen iß. ban alfo ein
erempel. alle bie ar^nei, fo bie erben h <*t, bie h<*t auch bas
waflfer, unb was bie erben ober waflfer tyat, bas h&t auch
bas feur unb ber luft. barumb fo ift folcher gewalt gleich
als wol in eim, als im anbern. tr fehent, bas non ber erben
wachß bie fraft abrotani ; alfo iß ße auch in chryfolitho.
ir fehent hiuwiber bie fraft carniolae ; aifo ift ße hinwiber
in burfa paftoris. aifo auch iß ße in cryßalio, alfo auch in
tereniabin, wie in ben anbern zweien wie obftet. biweii nun
alfo ein gleicher gewalt ift in ben vier eiementen, fo folget
hierauf eine gleiche erflerung : alein was bie form unb aus*
wenbig art begreift, bie felbig iß hinban genomen. barauf
303
bieweil ein folcher gleicher gewalt in bem element ift : alfo
vm, 392 gleich werben auch ir tugent verftanben. benn bas wir ge-
fchriben ^aben von ben tugenben in ben eigenfchaften,
bie felbigen wöUen wir auch fejen möglich ju fein in ben,
in ben gefehlten. als bem wafier ift $ugeben ftein $u
machen, ber erben fein frücht xc, alfo hinwiber in bem waf-
fer bes feurs ein mögliFeit ift, bas gefcf>lecht auch $u erfftl-
len, alfo auch mit bem gefct>lecl>t ber metallen» alfo auch
wie mit bifen von ben anbern verftanbent. innwiberumb
bie humtbttet ber erben ift auch in mögliFeit $u geberen bie
ftein, alfo auch bem element waffer hwwiber geben $u ge¬
beren erbifd> gras, barwmb aber, fo es nicht gerab eim leg-
liefen in feim gewalt ift, bas ift gleich wie es fein element
gibt, aus urfachen, bas burch misgewechs gefd>id>t, gleich
als ein misgewechs bes empfintlichen corpers.
U>ie nun ein gewalt bo ift, fo ift hoch von ben tugenben
ein befchreibung. aber es erforbert ein fonber grofte er-
Fantnus in ben formen, auf bas erFant werbe, welch tugent
aus ben Freutern, beumen xc ftch bem golt vergleicht, ober
wo bie Fraft corallorum iige in ber ertfeuchten. ber gleichen
auch bie transmutation, fo bo befehlt aus inen, was ir
thermae unb was ir refolvirte waffer feient. ban ba ran
follent ir nicht zweifeln, ich mein euch unerfarnen, anbers
ban fo baftücon faulet unb verenbert fein corpus il hat er auch bes lebens weniger* unb bornach
ein glib, alfo auch bornach ein leben, etliche 3um tot, etliche
nicht* alfo nicht anbers fuchen in ben gewechfen auch/ wie
ban bie anatomei ber fteutern ausweift unb ber natür¬
lichen hingen* hierin aber fo merfet, bas bie ftaft ber hingen
mag hintan gefcheiben werben in ein engi. über bas, fo
bas leben antrift leibs halben, t>on bifen hingen werben
hie fein befchreibung*
5ürhin aber $u wiffen non ben wachfenben waffern ber
erben, fo ftnb bie felbigen bas corpus felbs unb alles $u-
gehörenb* auf bas folgt, bas fte muffen ir fpeis haben unb
ir tranf, fte feient unber ben äugen ober nicht* ban fo fte
unber ben äugen ftnb, fo muffen fte geffen haben* als ein
ftnt, bas bo wachft, fo es in ber erben ift, fo muß es geffen
haben, als ein muter an ftat ires ftnts, unb fo fte t>er-
wachfen haben, gleich als ein twwachfen menfch» ban
alles fo bo lebet, bas lebet in ftaft fpeis unb tranft wie ir
nun fehent, ein ftnb in mutter leib, was es ftch neret ober
furt, nemlich aus feinem ader, barin es feit* unb ob es
fchon nit mit bem maul iffet, noch wirb es gefpeift (ut 3De
generationibus puerorunt), alfo bie weil ein ftnt in folcher
fpeis fein muß unb ift, fo wiffent, bas es nicht anbers auch
w.-p. 11. 20
305
ift mit bem gras, bas macbß ben ganzen minter, aber im
ferner fo febeußt es unber bie äugen unb meebß. fein fpeis
iß ber regen unb ber fd>ne : unb nicht aiein ber fd>ne unb
ber regen, fonber auch ber reif unb ber tau. ban gleich mie
ein menfd> brot unb fleifcb an ßcb ;eud>t unb iffet bas, aifo
zeucht auc f> bas corpus ber Freutern an jtd> bie bemelten,
in geftalt als $ug es bie erben an jtd>. unb ber gleichen iß
noch ein fpeis über bie alle, bie inen $ugebet, gleich ale uns
ber luft $ugel>et. ban bie merFen, mie uns ber luft ben atem
gibt, alfo gibt er auch inen ben atem, bas iß ein feud>ti $u
viii, 394 einer fpeis. ban jte bebörfens nit in maßen mie mir, fonber
in maßen einer fpeis. unb ob aber über ein foid>e fpeis ber
erben eini geben mürbe, als mit meßern ber mifen ober
mit tungen bes mißs, fo ernennen, bas bas felbige nicht
anbers ift, fonber als tril als ein Fone
unb reif zc, bas felbige ßnb aiein auch Focb unb nicht rechte
fpeis ßnb. gleich als man ein maßer an ein ßeifcb goffen
mirb, fo ift bod> bas fl[eifcf> bie fpeife unb nicht bas maffer.
unb fo bas ßeifcb t>om maßer Fompt, fo iß es aiein ein
maßer, aifo Ine aud>. ber tau iß ein fpeis, miß, regen zc
ift aiein ein ?ufaj unb ein Focfwng ber anbern bitigen, aber
bod> nicht bie fpeis, fonber ein $ufa$ ber fpeis. ban bie fpeis
iß bes lufts feuebti, gleich als ßeifcb bes menfd>en, unb
nicht bas maßer ober fai?, feur ober l>ol?.
%lfo foi bie fpeis bes maebfenben maßers erFent merben,
bas ße ber luft ber erben iß unb in geßait einer unßdnigen
feuebti, burd> ben bis maßer erhalten mirb, bas bo in ein
corpus maebfen foi, unb fpeiß bas gemeeßs für unb für.
mas aber b^ufait, cs fei regen, bad>maßer unb bergieü
eben, aiein mit ber unberfebeit erFant foi merben, als t>iier=
lei 3ufa$ bie $u ber fpeis gebraucht merben. meiter aber
auch begibet ßob tui, bas on miß ein folcbe becoction nit
befebeben mag, gleich als ein fupp on fai$. ban ber miß
306
bem fal$ bes
menfd>en vergleicht, ieboch aber fo merfen bte : bas ßeifch
bas ber menfch iflet, iß gefallen im ßeifch, aber nachfol*
genb fo muß es haben ein frembb falj, als von falibus
gefchriben ift. alfo bo auch bas falj ber erben von feiner
natur ift in allen hingen bas recht fal$, bas aber ein fal$
5um fod>en, bas anber $u ber natur. bie erben aber, fo fein
miß bebörfen, fonber on miß ir gewed>s geben, bie felbigen
finb nicht bofür anjunemen, ir tugent halben, als ob es fo
gut fei, ober von im felbs ein folches habe, fonber gleich iß vm,395
es $u achten für ein natur ober gleich natur. als einer
ber fein mein trinfet, ein anber ber fein fes iffet unb ber
gleichen, tvie alfo bas befonber naturen ßnb, alfo ßnb auch
folche erben außerhalb ber rechten orbnung $u begreifen,
auf bas alfo fo tvißent weiter, bas folche narung wie ob*
ßehet $u erfennen ift bem waffer, bas ban laub unb gras
ift. unb wiewol ber regen unb anbere waffer auch laub
unb gras ßnb in ber geftalt, wie es am felbigen ort ange-
3eigt wirb, bas iß burch fein mittel, ban ein waffer ift ein
tranf unb gibt waßerßeifch, ein brot gibt brotßeifch* ban
bo ßnb zweierlei ßeifch : eins vom trinfen unb eins von
fpeis unb beibe ein ßeifch* h^ aber verftant bas mittel, bas
bas waffer, fo ?u einer fuppen wirb, fürbin fein waffer*
ßeifch mer macht, fonber ein brotßeifch unb verlernt an
bem ort fein alte natur. alfo burch bifes mittel wirb ber
regen $u gras, ber fonft nur waffer ift. alfo auch bie anbern
elementen irem wefen ßat geben, bas ift bem mittel unb
ber verwantlung unberworfen, einem ietlichen element,
bas ban fo praebominiren fol, bie anbern 311 feinem nu$ $u
20*
307
bringen, ban alfo befcbicbt bie frucbtbarFeit ber erben in
ben weg, burcb folcb fd>lecF über bie natur : gleich wie bem
feilten man fein gröpi. ber mapen auch fo begeben ftc^>
nil non sufallenben wafiern, bie mer febab als nu$ pnb,
bie feibigen übertreten bas gereicht.
Hwn weiter non ben waebfenben bronnen $u tniffen ein
erFentnus ber unberfebeit alfo. bietneil ein materia ip, aus
ber bo machen foi alle fruebt, unb boeb bie felbige ungleich,
fo wollen wir be fpeciebus b*e nichts melben, fonber bie
unberfebeit bie in eim {etlichen fpecie felbs ip, unb alein ein
fpecies unb boeb in anberer gepalt, was in folgen $u t>er-
fielen fei unb $u wiffen. am erften nement euch ein ejrem-
pel nom wein, ber ip wein in aller weit wo er waebft» ban
aus urfacb, bo ip ein form feiner muter, alfo auch ein nam
unb ein erFantnus. alfo l?ie auch $u wiffen ift non einem
ietlict>en geweebs ber erben, als in ber meliffa bo ip ein
form unb ein nam unb in allen lanben meliffa. hierauf aber
fo merFent, wie ber wein fein unberfebeit b<*t, alfo bo auch/
viii, 396 unb bleiben boeb bie Freft unb wefen, fo ber meliffen an-
geboren pnb in ir. aber mer jufel unb weniger in eim gegen
bem anbern. als ir febent non bem wein, ber felbtg gibet
tartarum, gibt anber nil ubels, ie einer mer als ber anber.
fo nun ein fold>es im wein ip, fo ift es auch in allen Freu-
tern unb geweebfen ber erben : auf bas ein arjt merfen unb
wiffen fol. b^rin ip weiter $u wiffen non unberfebeit fol-
cber art, bie alle mal fonberlicb ir wirFung b<*t, über bie
uninerfalifcbe wirFung. biefelbig nimpt iren urfprung in
bem weg. ir febent bas Fein ftern am tyimd ip, ber bes an¬
bern art gleich b <*be, unb b<*ben boeb alle einen febein unb
ein färben, form :c. bieweil nun alfo ber tyxnd ift ausge-
t eilet in fo nil teil, alfo ift bie fpbon überall wo man biufe^et meliffen, me
itfien ift, fo ift es boeb b^ nerpeben, bas bo norbeb^lten
ift bie tetlung in ben namen, alfo bas bie ein PerFer, beffer
308
ac ift ban bie andern, ban folcbes Fompt aus ber av t, bas ir
febent wie allerlei fieifcb am menfcben ift, aifo aud> fo
allerlei barin mögen FranFbeiten Fomen ober werben,
aifo ift bte erben in fo uiieriei fpecies geteilt, als ber leib,
als ber Inmel, als bas waffer : barumb fo nerenbet es auch
bife art in anber wefen, unb ift bod> bte art. ale ir febent
bas in allen hingen anber unberfcbeit jlnb : bas waffer ift
tnaffer unb ift bocf> in allen bronnen befonber, als ber grab
ausweifet in eim ietlid>en waffer; gibt bem Focben ein
befonbern gefcbmadf. aifo auch bte erben nicht non einem
famen ift, fonber non merern, unb ein ietlid>er fam besait
fein fonbere art unb natur. ban gleich wie bie famen jlnb,
aifo ift and) bie erben ; unb wie bie muter ift, aifo ift auch
ein befonbere art, non ber anbern gefcbeiben. ban bie erben
ift nit ein muter eines Fints, fonber niler. unb wie ftcb bie
gefd>led)t teilen, aifo teilen ftd> and) bie fpecies in inen
feibs. unb als oft ein teiiung, aifo oft auch ein befonbere
art $u nerferen bie fpeis unb tranF. ban bife nerferung ift
gleich als umb ein fpeis ber deren : iffets ein Frott, fo wirb
gift baraus, ein fau, fo wirb ir fieifcb baraus. aifo muß
ftd> bie fpeis richten unb ienben unb nerenbern in feiner
art nach bem magen bifer erben, wie fte aus irem famen viii,397
gewacbfen ift. bamit wollen wir ben eingang bes elements
terrae, fo ml unb uns \)k not ift, befcbriben haben, unb
anbers ben nacbfoigenben tractaten befeien.
Das britte tractat.
Hun weiter uon ber erben $u betreiben mit iren wach*
fenben bronnen. erftlicb von ber materia, was bas fei, bas
bo wacbft, aifo wie obftebet. fo wiffent, bas ir febent, wie
bie metallen unb er$ haben ein materiam, baraus ir ur=
fprung ift, unb besgleid>en anber bing al. wie ir and)
febent, bas bo ein unberfcbeit ift in ber feibigen materia,
aifo befonber im element bes waffers, auch befonber im
309
clement fern*, alfo auch befonber im element ber erben ;
unb tft hoch etn materia unb ift prtma^ nicht aletn ber erben,
fonber auch bie in ben anbern breien elementen. folche
tetlung aber gefchtch t gleich ab fo tr tner ftnb, unb tyabtn
ein hol} unb bas felbtg geteilt in uier teil, unb ber ein macht
aus bem l>ol? ein feur, ber anber ließ bas fein faulen bts
$u ber refolutton, ber brit fchni^lete ein bilt baraus, ber
tnert ferbete es, bas mans nimer Föne ernennen was tner.
bas ftnb nun tner enb unb ift ein prima materia baraus fte
Fomen. unb ab ungleich bie vier einanber ftnb, fo ungl eich
teilen ftd> bie elemente uonetnanber in iren gewechfen.
dergleichen auch, aus was urfach ein folches befchehe,
erFent bas liecht ber natur mol : ban an bem ort ift niemants
weiter Fein erFlerung $u geben, ban fte ftnb in irem gemalt
alfo wunberbarlich, bas fo tnl genera, gefchlecht, fpecies zc
mögen machen, bo ie eins bem anbern fo ungleich ift/ ä b
tnl unb feltfame uerFerte Wörter ber menfch reben mag,
bo Feins bem anbern gleich ift* alfo ber gleichen, wie ber
luft im munt frei in feim gewalt ift, alfo auch frei unb
gleich ben felbigen fein gewalt ber austeilung.
3Ufo bermaften auch fein materia. welcher Fan fagen
materiam t>ocis, wie fte ftch erheb? aber fo es geret ift, fo
viii, 398 weift mans. alfo unftcfttbar bas felbig ift unb ab bebeut*
lieh bie Wörter ftnb, alfo ift bie materia ber gewechfen uw
ftchtig im anfang, bas ift im urfprung, aber ftchtlich im
wachfen. ban alle bing fo bo h^en corpora, ftnb gleich
unb eins, ban ber bäum, ber fein corpus h<*t/ tft nit anbers
ab ein wort, bas t>on munt gefprochen ift, bes corpus bie
bebeutung ift. unb wie $u beiben feiten ber anfang nichts
ift unb bas enb auch nichts, aber bas mittel ift alein ein
corpus, wie nun alfo $u beiben feiten anfang unb enb
nichts ift, fo ift es $u beiben feiten ein anfang unb ein enb.
unb wiewol bas corpus in ber mitten ftch teilet, fo gibt es
hoch Fein urfach/ barin ein anbern urfprung unb enb $u
3lo
fudptn, ba n in eim wie in bem andern, barumb mir ben
Anfang bifer waßern in foleßer geaalt ßie an bifem ort
ruwen laßen, fo lang bis wir feßreiben ben $lecß, bas fei-
bige weiter $u erfleren. barumb weiter $u wißen iß, fo alfo
bie erben anfenglicß in ein poten$ gefegt iß, welche bie 51t
enb weret unb fein neuen urfprung nimpt ; ban wie ber
erft iß, alfo noeß, bas if^, ber erß iß wie bas wort aus bem
maul, alfo iß bie erben, aus bem folgt alle augenbiief fein
traft feiner frueßt. barumb fo wißent, bas bie biefe ber
erben nießt wirft, fonber fein gewicht ; bas iß, es ift nit not,
ein erben einer meil wegs bief $u fein $u einem aefer, fon¬
ber mann bief fein tpirfung verbringt, als $u einem wort
ans bem munt, iß nit not bas ber menfeß groß fei ; ber Hein
iß gl eieß fo Heftig, alfo aueß mit bem aefer ober garten,
ban foieße generationes befeßeßen nießt aus gewalt ber
piii, ober mit einer maeßt gleich einer feßi aeßt, fonber aus
gnaben, ba^u fein pile noeß gewalt $u fein bebarf, fonber
alein corpus 5 um tragen, als einer ber ein rof tregt, bas
on ein corpus nießts befeßeßen mag : alfo erforbert bie no-
turft bas felbig f>ie aueß.
Hun aber weiter, wie ban offentließ iß, bas nießts ober
fein werf befeßeßen fan, on anber ßilf, bas iß aus im felbs.
als ein ßantwerfsman, ber iß ber aefer feines ßantwerfs,
fein ßamer unb amboß ßnb feine pßüg unb röffer, bas
fetier fein Verbringung bureß bife bing. alfo muß nun bie
natur ein ßamer ßaben foleß werf ju polbringen: einer vm,399
ber bie rofen feßmibet, ein anber ben antßos, ein anber
ben lapenbel. folcßer ßamermeißer iß ber, ber aueß fürt
bem feßmib fein ßamer. unb ob feßon ber feßmit mdntr
er furt in, fo meinet er fei. ban in im iß eben als tnl ge-
walts, pernunft ;u foießen faeßen, als im aefer ber erben,
fo ber fein gewalt ab$eueßt, ber in ber erben feßmit. ban
bo iß bem corpus naeß, unb was ber corpus permag, bie
erben unb ber feßmit, ein creatur im gewalt. bifer feßmit,
311
ber alfo fd>mit in ber erben, fd>mtt auch bie vögel, bie
tvürm, bie f ifcf> :c. unb tvie ein freier h^nttverf sman ein luft
hat, fein arbeit $u gieren, «nb fein tvil ift, biefelbige feltfam
machen, tvelci>e bas fehen, ftch barab $u vertvunbern,
alfo ift bifer fd>mit aucf>, ber macht fo feltfam, bas ftch ein
ieglicher barab vertvunbern muß, er ^ab leib ober fei. unb
ift ber maften ein arbeit, bie an ir felbs vermag, bas ftch bas
vid> barab vertvunbert. ban ba fol fein philofophus ^tvei-
fein, anberft ban bas bifer fchmit bie felbig Vernunft bem
viel), ben vögeln, ben ftfd>en geben l>at gleich tvie bem men-
fchen, ftch in folgen tverfen $u vertvunbern barumb, bie¬
tveil tvir uns muffen vertvunbern ber feltfamen arbeit.
tver tvolt ban bie effen an$eigen unb bie l>antgrif bifes
fd>mits, tvie er nur mit umbging? ban als tvenig bas roft-
eifen, bas in ber arbeit gefein ift unb bie arbeit felbs ift,
mag fagen tvie es gemacht fei tvorben, alfo tvenig uns von
folgen auch möglich ift an^eigen. fo vil aber möglich ift
aus bem liecht ber natur baraus $u verftehen, in vorbern
unb nachfolgenben unb anberen büd>ern ange^eigt tvirb.
barumb tvir tveiter von ben felbigen betreiben, tvie es un-
ber bie äugen gehet, im vierten tractat.
TDir tvollen uns auch hierin nit befümern, $u betrei¬
ben folcher tvachfenber bronnen unberfcheit, bie bo gehal¬
ten tvirb von ben unerfarnen ber urfprüng folcher natür¬
lichen hingen, tvelches tveiblin unb menlin fei, ober ob es
alfo fei. ban ans urfach, ir fehent in ber complepon unb
art, tvie unber ben menfehen ein unberfcheit ift ^tvifchen
frauen unb mannen, ber felbig mag hie nit fein, ban folche
unberfcheit müftt in allen hingen bermaften gehalten fein,
vin, 400 fo ftnb hoch bie frauen alein barumb von ber frucht ge-
berung, tvelches in ben tvachfenben bronnen nit not ift :
ban fte gepftegen folcher art nit, ift in auch nit von got alfo
eingefe^t. ban fte tvachfen aus inen felbs; bie erben ift ir
frau, bas anher ftnb alls finber. ber gleichen auch fo tviffent,
312
bas folcbe art nit von nöten ift, als ob bie Freutet, fo ir
foemeEas heißen, ben frauen gut ßnb, unb bie ir menlin
beißen, ben menlin gut ßnb, bas weit fei ift, auch ber natur
will, ein folcbe unberfd>eit su galten* $u bem, ob es alfo
weri, tuet wolt uns bie seinen anseigen, welcbs bas menlin
ober freulin trete? als in tapfo, wo ift bie an^eigung?
folcbe unberfcbeit aber ift in ben weg su ernennen, bas in
tapfo ein att ift, $u wiberbringen ben paralyticum, unb
ein art s« machen ben paralyticum. ban bo ift ber mer*
cutius retwus, barin b^t bie natur ein folcbe art gefcbiben
unb ben tapfum aureum begabet, bie paralytifcb tugent
aiein su haben, unb ben tapfum paEibum begabet, bas gift
SU tragen, bas ift ein paralyßn s« machen* fol bas ein un-
berfcbeit geben eines menlins ober weiblins, fo mdcbt bocb
eines ob bem anbern Hagen* bas weiblin ober menlin mö¬
gen beibe gut ober böfe fein, Feins su tabeln* in ber rer-
bena ßnb brei tugent : eine bie bo relajurt, eine bie bo con-
ßipirt unb eine bie bo in menßruis conßringirt, ban ba ift
fal fuscum* folten folcbe tugent in eim corpus fein, fo wer
bie natur barin su tatlen unb ungefcbiFt su beißen* $u bem,
fo es bo wer, fo müßt es in aUen fein, unb fo es in allen
wer, fo wer es niemants nüs* ban guts unb bös wer eins,
unb nüste Feins nichts* barumb bat es bie natur geteilt unb
ber rerbenae brei gemacht* alfo tut ße auch mit ben fär¬
ben bes gewecbs; ließ ße bie färben ungeteilt, fo wer Fein
färb bo* ße ift aber alfo, bas ße berfür bring in feinem fon-
bern teil aHes bas, fo in bem gewecbs ift, unb wii barin
gefeben fein, ban bas bols Fompt befonber, bie bletter be¬
fonber, bie rinben befonber* alfo in ben Freutern :c, auch
in eim ietlicf>en bing fein tugent unb Fraft unb Fein wiber-
wertiges bei bem anbern, bas iß, bas bie felbige tugent
hinweg neme, fonber fest es binban ; unb alfo muß es fein
fonber corpus auch haben, su erFennen eines ror bem an>
bern* bas iß bie fürßcbtiFett ber natur*
313
VIII, 401
£)er vierte tractat,
Hun non t >en machfenben brunnen ju verf tehen, mas
bas felbig fei, es ijF ein ieglicher faft, ber in bem cjemecf>s
ber erben ifF, bas felbig ifF ein machfenber brun, ban er
mechft nicht als ein rnaffer, fonber als ein corpus, aber
im corpus, als ir febent im mein; ber felbige mechf* aus
bem bolj, gleid) mie bie leiblichen rnaffer aus bem er$ ent-
fpringen unb refolvirt merben, ba aber on ein refolution,
fonber frei mit einem urfprung auf ber erben Fomens
für. alfo ein iegltcher faft, ber bo ijF in folchen corporen,
in bife jal genomen mirb : als bie iiquores lignt, oleum,
fructuum unb bergleid>en, ban nicht alein bas, fo gut $u
trinFen ift, ein teil bes brunnens ift, fonber auch was arjnet
ift, ein tranF ber FranFheit ift; barumb fo fol fte in alle
mege erFent merben.
sDimeil nun ber machfenben brunnen smeierlei ftnb, eines
ju einem tranF, als non trauben unb non biren ber moft,
nachfolgenb non ben anbern Freutern ber faft, fo mtffent,
bas fte fonft $u beiben feiten Fein Fraft haben im Förper>
bas ift bas bie Förper Fein Fraft haben, alein ir faft, gleich
mte ein fyülftycn *>on treubelen on mein ift, aber hoch ben
gefchmaF hat, alfo ift es in allen, barumb biemeil bie Cor¬
pora nichts follen, alein ber faft, unb ber faft iß fyte ein
brunnen, fo ift uns bilich, nom brunnen ber erben $u f ehret-
ben unb folcf>e faft brunnen heilen, biemeil fte in maffers
meis ir mirFung verbringen, bar$u trenFer ftnb unb in alle
mege bem maffer vergleichen,
SDarumb ob fte fchon nicht als bie entfpringenben brun¬
nen gehent aus ber erben, mas gebrift in aber in bem, bie¬
meil es in gefchirr Fompt, als mol als aus bem brunnen ;
ban bar$u jmingt es ein folchs, bas folch brunnen mftffen
fpeis fein unb auch trenFer, als ir fehent im vich, bo ift bes
felbigen tranF ein fpeis ; ban fo es bas gras iffet, fo trinFt
es ben faft unb in im fo mirb es rniber $u faft, barumb fo
31*
ift bie art bes bas aller ir l>arn von ber fpeis Fompt
unb nicht t>on trem trinFen. bau fte trinFen nicht mer, ban
als tul als bie natur $u irer noturft erforbert ; baraus wirb vnr.402
fein l>arn. aber trinFen mer unb über bte felb erforberung,
aus bem felbigen wirb ein tyavn unb ein unnatürlicher tyatn,
ban er Fompt nicht aus bem urfprung aus bem er Fernen fol.
2llfo ift bie natur, bas fte in ber refolu* ben leib erhalt,
bas ift alle corpora in irer refolution, unb bem leib ben
Fern baraus gibt, bas anber ift ein h&m ober ein ftercus.
ber im leib ift nicht alfo ju t>erfton, bas bein t>on ber bein
wegen geffen werben ober fteifch t>on fteifch wegen, bas ift
ein corpus t>on eins anbern corpus wegen : jonber bie bein
neren ftch t>on ber feuchti ber fpeis, bas fteifch auch/ bas
marF auch, bas gblüt auch* barumb fo muft es alles refol-
tnrt fein unb ein liquibum fein, bas ben leib fol erhalten*
baraus folget, fo ber menfeh Fönte bas liquibum Riehen aus
allen hingen, bas bem leib an bem ort Fein corpus abmini-
ftrirt würbe, ban es muft hwban bas corpus unb muft ein
waffer baraus werben, auf bas merFent auch: ir fehent,
fo ein fteifch frftt Fern ber natur geben fol, fo gibt es in als
ein waffer, wie ban in ber Fanten erfcheint ; bas anber ift
on fpeis, alfo auch in bem magen. nun ift bie fuppen nicht
gar ber Fern, fein fuperfluum aber ift ber urin, barumb er
Fompt uon ber fpeis unb nicht 00m waffer.
Cfm waffer ift ein art, bas ir, bes feinen bie natur nit
mer begert, ban wie bie h*3, ber natur ber Felti. als ein
epempel. wo bie hi$ ift, bo erforbert bie natur, ftch 3U Fülen,
aber fo gleich ift fte in ber wag, bas fte nicht mer Felti be¬
gert, ban bis auf auslefchung ber hi$, fo über bem grab ift.
wo Fompt nun folche h *3 hw, bie alfo ber leib an ftch nimpt?
ntenent hi« : bie natur in irer hi$ t>er$ert in, barumb fo ift
nichts mer bo. alfo mit ben waffern auch ; bo ift bie natur,
nimpt fein nicht mer an, ban fot>il ber temperatur ^uftat,
als im erfte libell erFlert wirb, auf bas folgt, bas ir tyit
315
follent verftehen, bas t>£e wachfenben brunnen ?u brunnen
gemacht follen werben unb nicht auf bte corpora gehalten,
noch tuen eintcherlei ?ugelegt fol werben, was aber bem
corpus angelegt wirb, bae tut ber luft unb ber fd>Xec¥ bes
v 1 1 1 , 403 munts, auch ber äugen, bte alfo iren luft in mancherlei
formen verbringen, unb ift ein begirb ber geile ber übrigen
natur, bas ift mer ban ber natur ?uftet ober not ift. gleich
als einer, ber ein gebreme an ein rotf macht, bas nu?et in
nicht mer, ban bas er fein wolluft barin bittet unb fettiger.
£>iwetl nun unfer fürnemen fürthin alein ift in bem,
bas barin fol bebacht bie art ber waffer, unb wein
für waffer fol genomen werben ober geheimen : fo folget
hieraus am erften von irem corpus ?u reben in bem weg.
bie brei erften ber erben ?u iren gewechfen ftnb waffer unb
werben burd> ben archeum ?u hol?, ?u gras :c, wie ban alle
gewechfe ftnb. nun ift ?u merfen, bas aus waffer ein leib
wirb, wie ir fehen, bas bie verwantlung im er? ift unb in
anbern früchten, alfo auch h ie. nun ift es bahin wiber ?u
verenbern, bas es wiber Fompt in bie art eines waffers, als
ban bie natur tut. nun wechft bas felbig ?u feiner ?eit in
feiner orbnung, als bie art gibt ; bife ?eit ift geteilt, gleich
wie bie fpecies geteilt ftnb, eins alfo, bas anber alfo. alfo
ift auch bie ?eit, nicht alein auf ein weg, fonber in vil tau*
fent weg. ban ir fehent, bas bie ?eit bes blumens thymi
alle jar ift, unb im glen?en, bes blumens croci im herbft
fein seit, alfo nach allen puncten, bie im ganzen jar ftnb
ber fonnen, ift ein seit eines neuen blumen.
Bolches verftanben in bem weg. fo es möglich wer, bas
ein ftunt möcht in h^ubert taufent minuun geteilt wer¬
ben, fo ift es möglich, fo vil blumen ober fpecies iren glen-
?en ?u nemen. barumb fo vil puncten, ?u bem aller Hei-
neften ausgeteilt, als behent als einer büpfen mag, fo vil
blumen ober generata entfpringen unber ber fonnen. alfo
ift es ausgeteilt, bas nichts vergebens hinget, unb ein ieg-
316
lieh büpflein ober puncten bringt mit im fein fraft unb
macht, fo bifen sttgehört, unb uor bifem puncten ber seit
iß fein uoUromenheit bo. nun iß bife seit in mancherlei meg
SU uerßehen, alfo. eine ift bie, uon ber mir gefagt haben,
unb ift alfo, bae fte ben famen erfüllt unb im erlaubt $u
machfen. barauf folgt bie anber seit, bie iß, bae fte uon
bifer ^eit anget, unb ift bie seit bee ernte, bae ift bie in bie vm,404
epaltation bee blumene, unb iß ein aueteüung beiber t>ile
in ber sal. ban mae bie erße seit gibt, bae gibt auch &te
anber; ban einem folgt ber anber nach* folcher seit ftnb
in allen gemechfen. barumb fo miffent, bae bife seit bie
gemeche felber ftnb, unb ftnb ir muter : mae fte aber ftnb
unb mie, baefelbig mirb non bem 3?lech gefchriben unb an-
geseigt.
ÜDiemeil bie beutelten seit, mie obftet, in fo tnl me ge ober
puncten geteilt ftnb, fo miffent auch hiebei, bae fte auch
feltfame jar haben, unb nicht ein jar in allem fol uerßan-
ben merben. ban bae iß ein jar, bae ba uon feinem anfang
bie auf fein epaltiren fompt. folcher jar ftnb mancherlei,
eine iß etman ein halber fomer, ale bie rofen, etman eine
ein gans, ale ber crocue, etman eine ein jar, ale ber meisen,
etman eine brei jar, ale juniperue ac; alfo mit ben anbern
allen, unb iß aber nicht ba ein jar, ale gerechnet mirb nach
unferm jar, barumb fo miffent mit ben minutenf fo mir
hie in puncten anseigen, bae nach bem jar unfer sal nicht
alfo t>erßanben fol merben, fonber in ben meg, bae bo alle
minutenr bae ift alle puncten, ein generatum aufget on
unterlaß bie su enb ber melt, nun merfen hierauf, bae folche
generata nicht oerftanben merben auf ber erben fonber in
ber erben, ban mie mir anseigen smo seit, alfo nerßanben,
bae mir nach fcer erften seit reben in bem meg, bae ee in ber
erben befehlt, ee fei fomer ober minter,
Wo uerßanben h ie, bae in ber erben bie norbemelten
mirfttng befcf>icht im minter unb fomer, bie fo im minter
317
bef cfyefyen, im fomer ire Jett auf ber erben nemen unb bas
felbig hoppelt ober mer, bas ift stfenstg seit auf einen punc-
ten, taufent auf einen puncten. in ber erben aber nid>t; bo
get es ein anber nach, ban in ber felbigen seit braucht bie
natur iren gewalt unb ir fubtiliFeit unb meifterfcbaft, bar-
nach im furtrucFen an ben tag bis in fein epaltation. bie
felbige seit l>at alein bie wacbfenbe Fraft, bie got nit be-
ftimpt, fonber nad> ben sufellen ber enteren seit, ban als ir
febent, bas etwan ein früer fommer ban ber anber ift :c.
fold>s gibt bie tt?ad>fenb seit, aber nid>t bie Fraft seit, welche
vin, 405 bie ift, fo in ber erben iigt, bie weher fd>ne noch l>agei, l>is
noch regen brid>t, fpetet ober früwet, fonber es muf l>in-
aus nach ber orbnung gehalten werben, unb als wenig ge-
binbert, als bie fonnen in irem gang, barumb fo wiffent
bie non ben wacbfenben brunnen, wie fte alfo ausgeteilt
werben nad> ber seit, unb Fomen in ein corpus, als ban
in ein waebfenb seit, in fein uolenbung.
5ftrbin nun su betreiben non bem waebfen ber brun¬
nen, in was weg es befebebe, ift uormals angeseigt. unb
was aber weiter notwenbig bie s« fein uermetnt wirb, wil
id> eud> anseigen im 3?led>, barin befebriben wir bas war¬
fen aller hing. aber fo tul bie noturftig ifb, follen ir in bifem
weg begreifen, bas bas waffer mucilaginifd) ift, unb ein
ganser fd>leim unb alsban t>on ber mucilaginifd>en art in
ein corpus uerFert. anfengl id> in ein rotunbitet, bemnacb
mit ber form unb färben georbnet, nad> bem ber eufteren
Seit befolen, barburob alsban in fein enb gebracht, nun mag
ba Fein Fraft noch tugent fein t>or feim auswaebfen, bar¬
umb bie seit feines wad>fens in allen hingen uolFomenbeit
gibt, ban su gleicher weis als ir febent, bas ein fyax is Fein
baus ift, bis su enbe alles feines sugebörts erft ein boiFomenbeit bo ift, bis auf fein red>te
Seit, wiewol alle Fraft bureb bie inner seit geben wirb unb
3JS
nicht von ber entern seit, fo muß aber bie inner seit burd>
bie entere erfüllt werben. ban als ir febent, ein leim iß ber
bafen unb was ber b<*fen b<*ben fol, aber nod> iß fein
bafen bo. bo iß ber menfcb bie eußer seit unb macht aus im
ein l>afenr bas iß er erfüllt bie ftunt unb seit, bie außen ift,
welches erfüllen ein nolenbung ber innern ift.
@o nun alfo bas wacbfen, wie obßet, befcbeben ift, unb
bie seit bas corpus erfüllt : alsban get an bie anber wach*
fung, bas iß bas waffer get in fein art unb wefen. ban in
allen gewecbfen muß am erften bas corpus wacbfen unb
nach bem felbigen fo get bas wacbfen bes waffers an, bas
ift bes non wegen bas corpus bo ift, unb fcßetben ßd> bo
non ein anber im tnacbfen. barumb fo wiffent, wie tr febent,
bas bas grüne tyoli, fo nicht zeitig iß, in folcbem tnacbfen
fein liquorem nicht gibt nolfomen, als er fein fol, fonber vm,406
tnol ein gleicbnus, aber nit bas recht, barumb es bo ift.
ban ber tnaffer ftnb mancherlei : in öl geßalt, als non ben
famen, in iiquoris geftalt, als nom bolS/ in tnaffer geftalt,
als non freutern. ban ber erben eigenfcßaft ift, bas ße in
folcber form unb geßalt ir tnaffer berfürgibt unb nicht on
folcbe corpora. barumb bie corpora nit fotlen angefeben
tnerben, fonber bas, fo ßcb non corporibus fcbeibet; bas
felbig ift bas, barin bie natur jubiiirt. alfo folgt auf bas,
bas bem tnaffer fol nacbgeret tnerben unb nacbgrünt, unb
nit bem corpus. bas corpus iß nit mer nüs, ban tnie ein
haus bem menfcben nüs, alfo bas er barin fein behalten
bab, unb on ben menfcben iß es nichts tnert, fonber ler.
unb tnie ber berr bes b Sie
lasur grabirt in Rimbert grabue, noch ßnb fte nicht alte
erfunben. unb nicht alein bie l asur, fonber auch bae weit),
fd>wars :c utib alte färben, uermifcht ober unnermifcht,
haben ire grabue. ban feiner fan fagen, bae ruß unb fbien
in einem grab ßanben ober cinober unb mini, wie nun bife,
bie bod> ein namen beßsen, einanber nid>t gl eid> fehent :
alfo ßnb noch tni mer färben, bie fchwars ober rot ßnb,
welcher unberfcheit nicht gemerft wirb unb hoch bo ift, alfo
Sae mer ban hebert fd;wat*s grabue ftnb :c. alfo ber
maßen ftnb auch fo allerlei füßi, fo tnieriei feuri unb an -
bere gußue, bo feine bem anbern gleich iß* alfo hat ee bie
natur gefcheiben in bi fern element unb fonft in fein ek*
ment alfo uon einanber geleit.
sDan ir fehent im element feuer, bae bo fein gußue ift
gefaben, fonber allee in eint wefen. bae iß, regen ift waß
fer, unb ber gleichen anber bing mer, fo t>om element feur
get. nun auf bae fo wiffent, wiewol ber regen nicht füß
ober bitter ift, fo ift er hoch bitter unb fuß, aber uermifcht
unb bie feparation muß ee eröffnen, im element aber ber
erben, bo ift ee uon einanber gefcheiben. bae ift, bae eiemen*
tum aquae hat im antimonio mer ban sehen füßi, bae in
feiner fcheibung erfunben wirb, bie felbigen hat bie erben
in fo uil partee geteilt unb alfo gemacht, bae ein iegiid>ee
befonber ift, bae in anbern t>ermifd>t ligt : weld>ee ein arst vm, 4os
fonberlich merfem fol, wae fraft er im gefcheibenen ober
uermifchten fuchen fol. ban bie sehen füßi antimonit haben
sehen turtutee, unb bae ßnb bie uirtutee bie bie erben in
Sehen herbae geteilt tyat, Ugent im antimonio alein. on
erfennung folcher teilung mag fein arst in ben grünt ber
arsnei fomen. folcher gußue muß fein, unb bie natur wirb
beswungen ben felbigen s » geben, aue ur fachen, bae ße
befd>affen iß bem menfehen su nus, ale bem microcoemo.
ban ber microcoemue iß bie fleine weit in ben weg : wae
321
P.-W. II. 21
Me weit gibt, bas verwert et unb ift fein, fo ift bet menfch
in fo tni partes geteilt als bie grofte weit : barumb fo müft
fent bie partes bei einanbet fein, bas ift, ie eine bem anbetn
t>ergletc^>t.
Unb ob aber bet leib bas felbigc nit alles gebrauchte,
fonbet ein uberfluft wüchfe, bas nicht fein noturft were ;
als einet möcht fptechen, was tut bie nefifeln, was bet
aton Je? unbet taufent menfchen ift nit einet, bet es be*
barf. batin uerftanben ein folches, bas got befchaffen hat
fo tnl fpecies, als gemelt ift, unb alle alein non wegen bes
menfchen. batauf ift nun $u wifien, wie et folchs alles bem
menfchen $u nus $u fein netmeint h<*t, bas ift in bem tueg.
it wiffent, bas bet menfch fo nil pattes h<*t in im als bie
elementen. nun ift bas barbet, bas bie felbigen pattes on
bie anbetn nit fein mögen, fonbet ie eins bem anbetn $u
hülf Fomen, unb bas burch fein otbnung. fo nun folchs be*
fchtcbt, fo ift bet menfch gefunt, unb bes langen lebens,
bas ift, bes groften alters 2lbae unb anbeten, bie baraus
gelebt haben. fo aber folche pattes netacht werben unb
nienet für gehalten, fo tnirb bet leib herauften netlaffen.
aus bem folgt nun bie FranFheit, bes leibs fchtnechi unb bet
tot not bet rechten seit, ban bo ift su wifien, bas in Fein weg
fol gehalten werben bie meinung, bas on folche pattes bet
leib non got nolFomen fei nerorbnet, als bebörft et Feinet
arsnei, fonbet es muft alfo gehalten fein, bas bie g enerata
gefchaffen ftnb, bem menfchen feine pattes su erhalten (ut
£>e nita longa), ban als wenig et mag on fpeis unb tranF
fein, alle tag bezwungen bie su haben : alfo t^enig mag et
viii, 409 auch on arsnei fein, barumb bieweil arsnet unb fpeis mit
einanbet wachft, aus einet mutet unb aus einem boben,
fo foilen fte alfo auch bem menfchen geben werben in bet
fpeis unb in ben FranFheiten bet teilen, ban wie it fehent,
bas mangel bes effens FranFheit macht, alfo auch bas aus*
Iafien bet arsnei. barumb fo folche tegel nicht gehalten
322
wirb, fo muß ber leib FranF fein in etlichen teilen, ban got
wil, bae wir barin berma^en feient unberricht nnb ernen¬
nen follen hierin, bas mir on teglicf>e gnab nichts follen
unb tegliche hilf- als wenig wir on bie fonen fehent, alfo
wenig m^gen wir gefunt bleiben, fonber wo wir nicht cor-
porirt werben, all ftnnt in FranFheit fallen unb in ab-
brechung unfers lebend, welches bas jar Inhalt ber langen
frucht, bas ift, bis $u uer$erung ber seit bes termini.
TCu f bas bieweil fo uil leit in ber erFantnus ber hingen,
barburcb ber leib fol erhalten werben, ift non nöten, bie
ar$nei am felbigen ort an$utreten mit mererm grünt, als
fie noch bisher uerftanben ift. ban bo ift in ber erben uirtus
lapatina, bornach uirtus confortatiua, alfo auch confoli-
batiua, biaphoretica, maturatina unb ber gleichen, wie
aber ein folchs fein urfprung neme, bas merFen in bem
weg : bas in allen ben hingen ber leib ingetrungen ift, bie
felbigen $u feiner FranFheit $u haben, ban bieweil ber leib
in $erbrüchüFeit ftehet, bieweil muß er fein errettung ha*
ben, fo merFent anfenglich, bas fo uil $ufell bem leib in
feinen giibern duftet, fo tnl arFana bie natur uerntag, unb
fo t>ii arcana, fo nil auch FranFheiten. boruf merFen, bas
ber rechte grünt ber arjnei hierin ligt, alfo bas ein ietiiehe
FranFheit geteilt wirb in ber form fpeciftca unb nicht aus
ber Funft compoßtionis. ban ein ietiieh compofltio ift ein
zerrütten ber rechten Funft, ban befehen in ben hantwerFs-
leuten, was in bient ober worin ir hantwerF ftet, es muß
ber harnifchmacher ben harnifch alein aus eifen machen,
ber hafner fein hafen alein aus leimen, wie nun alfo bifes
art ßnb aus ber forma fpecißca, bas alfo burch bifes fein
muß unb gefchehen, alfo auch in ber ar$nei ein folches
muß gehalten werben, unb fo borin ein mittel wolte ge¬
fugt werben, als eifen unb Fupfer infamen, ein harnifch
baraus machen, fo gefchehe es nicht, es muß non ftabel
fein.
¥111,410
21*
323
Tilfo finb in ber ar $nei folche fpeciftca, bie ben morbum
btti nemen, gleich wie bas waffer bas feur. ban wolt man
anbers hatten erlöfchen bes feurs, als aletn burch
tvaffer, fo wer bas feuer metfter unb forgltch $u füllen, bis
es ftcb felbs hwfrl^t» borumb t>te $u merfen ift, bas bie
theortca ber ar$ten anderthalb ber natur erbaut ift, gletd>
ben fliegenben geiftern. ban fürwar, folten fte bie natur in
irer potentta ernennen, fürwar fie würben bes recipe ver¬
geben. bieweil aber anderthalb ber natur ein theorif fpe-
culirt wirb, fo wirb borburch auch vergeben ber natur
heimlteeit unb magnalia. ban bie vorbemelten lügen, mö¬
gen nicht ftd> vergleichen gegen ber natur, bie ein warheit
ift. brumb weiter, was von ber natur fol unb mud ergrün¬
bet werben, fol in bem weg gelernet fein, bas ein ietliches
ftmplep in feiner arcanitet verftanben werbe unb ber leib
in feiner franfheit, fo fompt bo ein gleiche $al $u b eiben
feiten, ban bie natur ift bermaden an ir felbs, bas fte nicht
mer gewer ober fpied hÄtr fo mancher feint gegen ir
ftehet. bas ift nicht mer ar^nei, ban fo vii franfheiten finb,
unb nit mer franfhetten, ban fo vil arcana ftnb, unb wil
nicht componirt fein, fonber von einer fraft hwburch ge*
faren unb volenben. wie nun aber bie arcana iren urfprung
nemen, wirb im 3?üabo erHeret. fo vil aber hie von ben
tvachfenben bronnen not ift, fo vil wirb angejeigt.
tPie nun alfo bie frucht ber erben in ein form gehet, in
tvelchers aus ber erben fompt, in ber felbigen ebrietas ober
guftus :c. fo nun bifes befchehen fol, fo mud es herfür
gebracht werben burch ein form unb corpus, bas anberft
fei ban bie erben, baraus folgt, bas folchs mud befchehen
burch &te w
324
bem bäum, $u bem es gut ift, bas tft, es behalt ein anato-
mei in allen gefd>ferf>tcn ber natur, ale corallt flnb arcana
in ftphita, nun Ift anatomia coralli unb anatomta ftphitae
ein bäum unb ein form, aber nicht ein corpus, aifo inviiun
allen generatis fol tyk nerftanben werben, bas bie ana-
tomei gehalten fol werben in gleicher form, brumb fo
nimpt bie natur ein gewer auf bie FranFl>eit, bas ber FranF-
heit gleich ficht unb gieid) ift, unb braucht bie meifterfd>aft
wie ein Friegsmann, ber fein gewer fürt, nach bem unb
im fein feint begegnet, aifo ift bie natm auch, welche ge-
fchiFliFeit icf> ben ar^ten $u nerfiehen befrld), fo fte wollen
irem fürgeben ein benügen tun, ban hierin ernennet bie
theorica bie anatomei, unb anatomica ift theorica mebi-
corum (unb ntd>t theorica oeftra), wir meinen aber nit
anatomiam 3taiorum, ib eft cabaoerum,
dieweil nun bie form ftd> ergebt nach ber form unb bem
bäum ber FranFheit, alfo in ben weg follen ir auch uerften
nun fürhin nom wachfen, fo bie natur foid>s gefcbmibet
hat, fo wiffent, bas fte es grob uberbopiet, ban ir fehent,
bas Fein hantwerF ift auf erben, bas on hilf anberer hant-
werF möge fein hantwerF noienben, als ein goltfcbmit on
ein Föler, ein Föler on ein fchmit, ber apt halben jc, alfo
hierauf folgt, bas bie cvt>m on hilf .irs gieichmefngen mei-
fters fold> werF uolbringen muß, aifo in ben. weg, fte muh
haben ein baiirer, ber fte baiirt, bas ift ir arbeit auf ben
fd)etn mache unb aus bereite, bas feibige befd>id>t burch
bie eufjeren $wei element, bas ift luft unb feur, ber luft ift
ber, ber es nert, ban fo balb ber fam über bie erben Fompt,
aifo halb iffet bas feibig vom luft unb was im ber luft
gibt, nun ftnb im luft fo mancherlei narung, als mancher¬
lei auf erben bem menfd>en ftnb, wiewoi ber luft für ein
einig corpus angefei>en wirb, fo ift es hoch nit eins, fonber
fo t>ii fpecies ber generaten, fo tnl auch fpeis in im ftnb,
aifo werben bie Freuter gefpeift unb gefürt, ein ietlichs nach
325
feiner art. ban gleich fo wol wie bie menfcben, bie fau unb
alles tncb fein unberfcbett beit mit bem effen, alfo ^aben
auch bie freuter ; bas fte aus ber erben nemen, bient ber
wacbfenben fraft, bem corpus unb ber narung, was ber
irbifcben natur bebarf.
TiVfo wiffent nun weiter, bas bas element feuer bas fei*
bige muß focben, bas ift, ber ^imei mit feim gepirn ; folcb
viii, 412 focben gefehlt in ben weg. erftltcb, fo bas element feur
nicht wer, bas ip ber tyimtl mit feiner \>i$, fo bliben alle
gewecbs ro unb würben nicht zeitig, ban wan ber tag wer
on bie fonn unb wer fein fonn, bas ift fein bt$ vom tyimtl
auf bie erben, unb wer bocb tag unb nacht unb ein gleich
wefen ber seit, fo wücbfen alle gewect>$ ein weg wie ben
anbern. aber bas gefcf>ec^> nit, bas gut würb, bas ip darb
ftcirt ; ber weintraub blib wie ein fehleren, barumb fo 4p
bie fonne bie, bie folcbe gröbi daripdret unb baliret bas
grob su lauterm gewect>s. als ein balirer ben bterin fo merfen, inte fubttl ftnb
bie grabus $u ernennen. bau fo ber mein fol auf bas tue*
nigße tn taufent teil geteilt werben, fo befed>t, wie fubttl
bas $ugang. alfo wiffent auch von ben grabtbus ber güti
in allen hingen, unb uberfpringents nicht mit trier ßaf-
fein ; es muß baß burcf>treten werben. fold>e grabus gibt
bie erben unb bte tner eiement nicht; ban es betrift ein
gleichen numerum an. bas iß, ber bie $ai ber fternen weißt,
ber weißt auch bie $ai ber generaten. ban bo nemen ßch
bte grabus unb bie wunberbarliche art ber hingen. nicht bas
bie ftern bte jai erfüllen, bas iß bas ber ßern gewaltig fei vm,4i3
ober wer, ber erben flüchten $u machen, fonber bie erben
iß als gewaltig als ber l>imel, bas iß t>on ir feibs fo wol als
ber tyimtl. unb als wenig bie erben ier iß, alfo wenig auch
her Inwd on ßern iß. es ßnb jwen boben, ein {etlicher
bat fein gras, bas fein boben nicht ier ßant. foicbes iß ber
gewait unb magnaiia ber eiementen unb ber bie einen eie¬
ment erfent, ber erfent auch bie anbern, bas ße im gleich
feinb. barumb was $u folgen not iß $u wiffen, worumb
bas im \)ob>, bas tn freutern fei unb warumb bie unber-
fcheit mit bem alfo gegen bem, mit bifem gegen bifem. bas
felbig gibt ju ernennen ber grünt her anatomiae, borin
wirs befchliffen werben.
?ttfo auch, fo ber proceß hie gemangelt wirb, in $liabo
erßatten. unb fo bte tugent fyk nicht beßhriben werben,
im buch qwarti 3lrchibopis erjelen, bergieichen in anbern,
fo wir t>on her natur fchretben, erfüllen, ban h*e iß ber
anfang unb her ingang : unb wo hie aufgehört wirb, bo
gent paragraphi <*n in paramirts. aber hie in bifem buch
wollen wir alein bie natürlichen waffer betreiben, in
irem herfomen, wefen unb eigenfchaften. nicht bas unfer
fürnemen hie fei, bie arcana $u erjelen. ban bas felbige iß
archibo^ifch, auch nit bie brei erßen $u lauterm tept an-
zeigen, ban bas felbig iß yliabifch* aber nach t>erßant bes
327
unfere buche 3?liabi nerftanben une auch tyimn. ban ber
uniuerfal mirb in bem felbtgen begriffen, l>te ale ein par-
ticular. alfo auch mit ben tugenben l>ie ein an^eigung ge=
fd>id>t, 5« uerfteben metter in particularifcbe rneie, mae
hie uniuerfalifcb ange^eigt tnirb. barumb fo foilen ir tyit
ernennen, mae bie eiement nurfen unb in mae meg fte $u
nerftan finb unb unferm leib $u uergleicben, in tnas vreg
unb mefen. bomit mir mollen befehligen bae uiert buch
non ben natürlichen maffern, borbei ir eine aus bem am
bern lernen follen.
328
IVa den natürlichen waffern
bas fünfte buch*
Cheophrafti non ^o^enbeym.
Don fallen
ben waffern.
-Der 1. (Eractat.
0o x vk nun erfüllen follen unfer fürnemen non ben
natürlichen waflfern, fo ift uns notwenbig su betreiben,
bas buch non ben fallenben waflfern. erblichen anfengflich
ift su wiflfen, was ber fall ber waflfer fei, nach bem unb ir
gehört habet non ben namen ber anbern tnaflfer, bie in bem
norbern buch befchriben ftan. bifer tractat seigt an fein
herfomen, ban burch fallen fompt es auf uns, bas ift ber
regen, unb hie werben befchloflfen bie waffer bes elements
feur. ban was über ber globel unb ben luft auf uns fallet,
bas gibt bas element feur, aus welchen ber regen unb ber
gleichen auch eine ift unb aus irer impreflfion, welcher wir
hie fein melbung machen, aus urfach bas fte non fein
natürlichen waflfern nicht mögen begert werben, erftlich in
bifem libell wiffent, bas wir \)it befchreiben bie fallenben
waflfer aus bem feuer in swen weg.. . .
0n bifer) befchreibung fo merft bife austetiung, wie bie
tötlichen element in nier geteilt wirb, nun auf bas fo mer*
f et, bas bie felbig in swei teil abgeteilt werben, bas ift in
ben teil ber globul, ift bie erben unb bas waflfer, bas in einer
fugel ift. nun ift ber luft unb bas feur auch in ein fugel
non bifer globul geteilt, bas ift bie ganse fphaera. nun
aber weiter, wie ieboch ein iebes element befonbern leit in
feim corpus, aifo ift befonbern ber luft, nachfolgenb bas
VIII, 414
329
vmf 415 feur außerhalb bem luft, gleichwie ber luft leit außerhalb
ber globel, alfo leit auch bas feur außerhalb ber luft. nun
über bas alles, fo ift ein anber teilung aus welcher bie wir*
hing gehet, unb aus ber erben, bes wafifers, bes lufts unb
bes feurs. bie felbig teilung ift in $wei teil geteilet, bas ift
in bas corpus unb in bas gewechs. bas corpus ift bas, aus
bem bas gewechs gehet, unb bas gewechs ift bas, fo ben
anbern teil macht im element. alfo flnb $wei teil in eim
iegiid>en . . .
<0o unfient nun weiter :c. bie austeüung ber corporum
2c in bas waffer unb in fein er$.) ban was aus bem element
waffer get, bas iff . weiter alfo and) non ber er*
ben, was non ir wed>ft, bas heifft < >rom luft, bas
hetfft manna, t>om feuer, bas heifft cabus ober impreffio,
unb ber gleichen, fo merfet auch hierin, wie wir uormals
ange^eigt haben, non ben anbern zweien elementen, wie
aus bem corpus bie frücht gement, ban fr ucht ift ein natur
auf bie nier elementen, bas iff ein iebes bing, fo aus ber erben
get, bas ifl frucht. alfo hierin merfent auch, bas in bem
natürlichen waffer bes feuers ber felbige proceff gehalten
wirb, unb bife befchreibung auch ben anbern nergleichen,
auch bie anbern bifen. unb was bem einen abget, in bem
anbern erfüllet wirb, barauf nun fo iff non er^en bifes
buchs bas meift, bas bas corpus ignis erfant werb, was
bas felbig fei. wiewol wir bes ganzen corpus nicht be*
fchreiben, als alein fo uns not ift jum fallenben waffer.
barumb was wir hie nicht betreiben, in ben meteoricis :c,
fructuum quatuor elementorum befchreiben. unb was in
berfelben ausgelaffen ift, wirb hie erfüllet.
5Das corpus aus bem ftern wachfen, iftein ungreifftchbtng
unb hoch in ganzer färb, bie ffern fo barauf wachfen, bie
felbigen ftnb vom er üen 3?led>. aber noch für unb für, fo
330
nemen fle tre narung aus bemeltem Eintel ; bas ifls corpus,
bas feibig iigt barin gleich bem liquori terrae, in bem eie*
ment ber erben, nun folgt aifo auf bas h^nach, bas bie
Peru feibs narung vom bem corpus haben muffen, ban
urfach, bieweii aifo. . .
darauf fo wiffent, bas bas corpus bes vm,4i6
auflerhaib über ben fernen ifl unflchtbar, unb hoch geferbt
auf ein ungretfliche fchmaragbifche art, über biaphinifch*
in bem feibigen corpus ifl ein liquor, ber bie flernen erhelt,
bas ifl aus bem feibigen liquore wachfen bie regen, gleich
als aus bem liquore mellis, bas in ber erben ifl, auf bie
erben aifo bo auch. ban in bifem corpus ifl ber fam
bifer bing, barumb fo wirb in bifem corpus ber < >
ber regen fchne unb ber fchaur unb ber gleichen, barauf fo
folgt, bas im corpus bes feurs bie wirfung gleich ifl als im
element wafler, in weichem fein coaguiation befehlt,
fonber außerhalb bem element, unb bas in bem weg, bas
es in ein anber corpus getrucft wirb, barin es fein wir*
fung £at. aifo geht bie fpeis in bie flernen, gleich wie ber
regen auf bie erb, in ein iegiichen flern fein eigenfchaft unb
nichts t>ermifcf>et. ban bie natur an bem ort ifl, bas bie
flern an bem ort £o$ unb nieber flant, gleich wie bie
te> an ben beumen.
üDan ir foit in bem weg erfennen, bas bas corpus ber
flernen im galtet, bobureh bie fonne wirfet,
bas ifl ber regenbog. wan ein iegiicher flern peucht an fleh
fein art, gleich wie uon ber erben gefagt ifl. barumb fo
wijfet, bas bie flern ber locus ifl ber regen, bas corpus flnb
ber regen, bie regen bie frucht. aifo nimpt fleh ber
fam aus ben corporibus. barumb weiter $u wiffen ifl, bas
bie beum ber regen $u erfennen flnb, wie ange^eigt ifl, was
$u foichem notwenbig ifl. was bie eigene form hie auf bas
331
für nemen ber fallenben maffer berürt, bas mirb l >ie für*
genomen mit bem befchluft, bas aus bem corpus bes feurs
bie ftern als bie beum fein, unb burch bas corpus unb fter*
nen bie regen, in rnaften mie fte nachfolgent, machfen.
Hun meiter fo miffent, mas für ein materia fei, bie $u
einem regen wirb, bas ift ein fals bes feurs on anber ner*
mifchung, unb ift ein fal$, bas bo refolnirt mirb in bie
form, mie h^nach folgt, gleich tute aus einem famen mecbft
boi$ ober aus bem maffer ftein, alfo in folcber Fraft bas
fal$ b*e auch fein macbfen b