Klein Strassburger chronik Rodolphe Reuss *bn" cov IN COMMEMORATION OF THE VISIT OF HIS ROYAL HIGHNESS PRINCE HENRY OF PRUSSIA MARCll SIXTII.1904 ON HEIIALF OF HIS MAJESTY THE GERMAN EMPEROR :SKNTFJ>RYAU( flIJULr> esagter Gesellschaft werden uns bald weitere Beitrâge seines kritischen Fleisses auf diesem Gebiete bringen, sobald der Abdruck der Collée ta neen Specklins, die ich ebendaselbst seit zwei .lahren unternommen, sein Ende erneicht haben wird. Die hier mitgetheilten fragmentarischen Aufzeichnungen ûber Vorgânge der Strassburger Stadtgeschichle habe ich zur Herausgabe deswegen gewâblt, eines Theiles, weil sic, schou ihrer Kûrze wegen, am ehesten den Inhalt einer kurzen Gratulationsschrift abgehen konnten, und dann auch weil durch ihre Verôlïentlichung gleichsam eine Lùcke in den bereits gedruckten Annalen unserer Lokalgeschichte ausgefûllt wurde. Die Imlin'sche Chronik erstreckl sich nâmlich nur bis zum Jahre 1501, die Beschreibung des hischôf- lichen Krieges reicht nur bis 1593, und das von mir verôflentlichte Stfick der Walther'schen Chronik beginnt erst mil dem Jahre 1618; nun wird auch dièses Vierteljahrhundei t, bis auf die drei Jahre von 1615—1618, in unserem Texte berûcksichtigt. Ks erûbrigt sich nun noch, die letzt- genannten Aufzeichnungen des Strassburger Malers, welche vorerst bloss bis zum Jahre 1648 in Druck erschienen, bis zu ihrem Abschluss im Jahre 1676 ans Tageslicht zu lorderii, uni den Zusamrnenhang mit dem 1677 heginnenden Mémo ria le Neisseissens herzustellen. Damit wâre dann der einst ver- sprochene Cyklus Sti-assbui-ger Chroniken, von Kônigsliovens zahlreichen Nachfolgern an, bis in das XVIII. Jahrhundert hincin, glùcklich abge- schlossen. Hoflentlich ist es mir vergônnt auch diesen letzten Abschnitt der begonnenen Arbeit, an welche ich vor nunmehr dreiundzwanzig Jahren mit dem Copiren der Originalhandschrift Kônigshovens zum ersten Maie herantrat, frûher oder spâter zu vollenden. Die nachfolgenden Blâlter sind einer Hand.schrift der mir unterstellten Stadtbibliothek entnommen, welche in dem (provisorischen) Handschriften- verzeichniss die Nummer 4i trâgt. Sie wurde mit zahlreichen andern Bûchem Digitized by Google — vn — und Papieren ùbernommen, die Herr Gustav Silbermann, Bucbdrucker und Mitglied des Gemeinderathes, ein Nachkomme des rûhmlichst bekannten Arcbâologen und Lokalhistorikers Andréas Silbermann, der im Jahre 1872 neugegrûndeten Stadtbibliotbek theils geschenkweise, theils kâuflich ûber- machte. Sie zâhlt '25 Blatter in-folio, und ihr moderner Einband umfassf eigentlich zwei verschiedene Notizreihen, die wohl ursprûnglich nicht zusammengehôrten, von dem Besitzer aber zu einer Handschrift vereinigt wurden. Auf fol. 3—10 finden sicb « Denckwttrdige Sachen allhie in Strassburg vorgeloffen undt begeben », die, wenn auch nicht immer in genau chronologiseher Ordnung, Begebenheiten aus den Jahren 1552—1592 be- ricbten. Mitten darin (fol. 0 — 7) befindet sich eine lateinische Notiz, Statu» Beipublicae Argentinensis, von derselben Hand geschrieben, von deren Verôffentlichung wir natûrlich abgesehen, da sie nur Allbekanntes ûber die Stadtverfassung in hochst summarischer Form darbietet. Den Schriftziïjren nach kann das Manuscript als dasjenige eines Zeitgenossen angesehen werden, indem es wohl spâlestens den ersten Jahren des XVII. Jahrhunderts angehôrt. Auf fol. 11 — 25 finden wir eine andere Reibe von Aufzeicbnungen, einfach Pro mémo ri a betitelt, von anderer Hand, jedoch ehenfalls in dem erslen Drittel des XVII. Jahrhunderts geschrieben. Dieselben reichen weit hôher hinauf, indem die âltesten chronologischen Angaben bis zum Jahre 1424 zurûckfûhren ; freilich werden sie erst fur die letzten Jahrzehnte des XVI. und den Anfang des folgenden Jahrhunderts zahlreicher, und wenn wir den- noch auch die frûheren Nolizen hier abgedruckt haben, geschah es nur, uni das einmal vorliandene Material, so bescheiden und unbedeutend es auch sein mochte, nicht verloren gehen zu lassen. Die Auizeichnungen reichen bis zum Jahre 1615. Wir haben nun dièse Doppelreihe von Notizen, die keinerlei persônliches Geprâge tragen und daher auch nicht auseinandergehalten zu wenlen ver- dienten, zu einer chronologischen Série zusammengestellt. Sie scheinen uns, die einen wie die anderen, Excerpte aus vollstàndigeren Chroniken zu sein, welche sich irgend ein bûrgerlicher Liehhaber der Vergangenheit unserer Vaterstadt zur eigenen Belehrung zusammenstellte.i Nach den Namen der 1 Die zweite Reine von Notizen bietet in der Reihenfolge der Begebenheiten and der Aaswahl der Anekdoten eine ziemliche Aehnlichkeit mit der, ebenfalls auf der Stadtbibliothek befindlichen, noch nngedrockten Chronik des Pfarrers Oseas Schadaens, Verfasser des Mûnsterbûchleins ; auch er schliesst 1616 seine Notizen nb. Digitized by Google — VIII — Verfasser (wenn von solchen iiberhaupt die Rede sein kann) zu suchen, wâre verlorene Zeit und Mùhe. Es gab im XVII. Jahrhundert dieser Familien- chroniken eine Menge zu Strassburg, die, eine von der anderen meist ab- geschrieben, immer wieder mit neuen Nachtrâgen versehen wurden. Ebensowenig darf es uns Wunder nehmen, dass von eigentlicher poli- tischer Geschichte in ail diesen Notizen so gut wie nichls vorkommt, und dass wir darin keinerlei Oflenbarungen ûber die Handlungen und Tendenzen der Lenker unseres kleinen Freistaates gewârtigen dûrfen. Schon lange drang ja, bei der oligarchischen Verfassung dessellien, dergleichen nicht mehr zu den Ohren des gemeitien Mannes, und wenn je einmal einer derselben solchen Haupt- und Staatsaktionen auf eigene Faust nachspûrte, und, was er davon etwa noch erfuhr, zu Papier brachte, so wurden seine Elucubrationen von der hochwohlweisen Obrigkeit nach seinem Ableben «sekrctirt» und ver- nichtet oder zu dem stiidtischen Archive geschlagen, um ihr Bekanntwerden zu verhindern. 2 Das ist aber gewiss nur selten nôthig gewesen, und neben einem Specklin, einem Wencker, einetn Walther, einem Reisseissen, hat es im XVI. und XVII. Jahrhundert sicher nur wenige Bûrger gegeben, deren Blick bei solchen Aufzeichnungen sich auf die ausserhalb der Ringmauern vorfallenden Begebenheiten der zeitgenôssischen Geschichte richtete, oder die auch nur fur die engere Politik der Reichsstadt wahres Verstândniss und Interesse zeigten. Ihr Horizont war ein raumlich und geistig gar beschrànkter geworden. Selbst der grosse religiôse Aufschwung der Reformât ionszeit ist nur noch aus dem etwas lebhafteren Interesse fûr kirchliche Fragen und Anekdoten erkennhar, und auch auf diesem Gebiete zeigen Hexen- und Ge- spenstergeschichten aller Art, wie gering das Mass der Aufklurung bei un- seren Vorfahren geworden. Wie «lie Lokalchronik unserer heutigen Wochen- blâtter lesen sich dièse nur lose aneinandergereihten chronologischen Notizen, die selbstverstândlich dem Forscher nach eigentlich politischen Er- eignissen nur geringes Interesse gewâhren kônnen und in keiner Weise die Benûtzung anderer archivalischer Quelleu, z. B. der Rathsprotokolle, entbchr- lich machen, da wo dieselben noch vorhanden sind. Indessen, allzu sehr darf man auch diesen Zweig der historischen Literatur nicht verachten. Heutzutage 2 So z. B. die Papiers des Buchbindern Michael Kleinlawel (oder Kleinlogel), des Verfassers der gereimten Strassburger Chronik (Strassbnrg 1625), als er 1635 starb. (Protokolle der XIII, 5. Mârz 1635.) Digitized by Google — IX — besonders, wo sich das allgemeinere Interesse, nicht ganz mit Unrecht, von den Schlachtengemâlden uad den Schachziigea der Diplomatie wegkehrt, um vorzugsweise in der Kulturgeschichte dem eigentlichen Entwicklungsgange der Menschheit nachzuspûren, darf auch die zeitgenôssische Lokalchronik ihr bescheidenes Material zu diesen Untersuchungen abgeben , nachdem ihr frûher wohl von einer vornehm tbuenden Geschichtsschreibung jegliche Be- rechtigung abgesprochen worden ist. Sie bietet ja zu einem treuen Zeit- gemâlde hâufig die lebensfrischen Farben dar; sie erlaubt uns, oft aus un- bedeutenden Zûgen, die Denkweise, die Stimmungen und Gefûhle der Mit- lebenden in schârferer und genauerer Weise zu erfassen, als wir es aus ail den diplomatischen Aktenslûcken und Generalstabsberichten einer Epoche zu thun vermôchten. So werden denn aucb dièse neuen bescheidenen Blâtter, die wir zum Nutzen und Frommen spaterer Mitarbeiter auf dièse m Gebiete, dem Staube unserer ôffentlichen Sammlungen entrissen haben, hoflentlich den Liebhabern der vaterlândischen Geschicfite nicht ganz unwillkommen sein. Môgen die Namen ihnen Wohlwollen erwecken, mit denen tief dankbare, treue Kindes- liebe sie geschmûckt! Neuhof bei Strassburg, 5. Mai 1889. Rud. Reuss. Digitized by Google KLEINE STRASSHURGER CHRONIK 1424. Die Rheinbruck eingenomuxen abei- wieder vertohren. Anno l42i iahr, auflf montag vor Unser Frauen tag der iûnger, morgens frùhe, nahm herr Ludwig von Liechtenberg mit hillT dess graffen in Bitsch, ungewarnter sachen, die Rheinbruck ein. Aber die statt oder die Strassburger eilten zu schiff undt tuss hinauss, undt tricl>eri sie wider hienweg, dass sie die bruck keine s t undt bebieltten. 1426. Hohe Wart gebauwen. Anno 1426 iahr, wardl «lie Hohe Warlh bey dcin Wickhaeussel ange- fangen zu bawen, wardt damahlen zum zweyten mahl ammeistcr herr Glaus Melbrûe. 1452. Tauf&tein im Munster gemacht. Anno 1452 iahr iieng Joost von Wormbs, der werckmeister, den tauflf- *tein im Munster an zu machen, undt vol I end et ihne mit dem gerembss darumb 1454, consule Johanne Trachenfelss. 1460. Die geivœlbe im Munster verbessert. Anno 1460, weilen die gewoelbe im Munster sehr schadthaflt wahren, braeh man diesel ben mit dem bleyenen dach in diesem iahr ab, undt bauwet sie, wie sie ietzundt sein. Wurden mit dem tache in zehn iahren voilendt, consule tertia vice domino Jacobo Wurmbsero, ad spéculum. Digitized by Google — t> — 1464 Schaffner auff Unser Frauen kaw» gehenckt. Anno 1464 iahr wardt Aegidius Vilenbach, schaffner auff Unser Frauen hauss mit dem strang gericht, weilen er 1500 gulden auss dem gefoell ent- wendt, consule lerlia vice Johanne Trachenfelsio, in tribu Aetiopissae. 1465. Steltmeisteryelt geardtiet. Anno 1405 iahr wardt geordtnet dass man iedern stettmeister ein viertel- iahr, so er im ambt ist, zwcy pfundt ptenning geben soll, dass er mit dem ammeister auff der stuben essen soll. Scharweclder trunckh yebeasert. Eodem (anno), weilen sich die ammeister beklagten dass sie ihr gelt mit dem scharwaechter trunckh mussten einbiessen, also wardt in dièse ni 1465 iahr geordtnet dass man einem ammeister hienfûro fûr den schar- waechtertrunckh doppelt, nemblich 42 pfundt pfenning geben soit, consule Henrico Arg, zur Steltz. 1468. Gedeckle Dntck gebauwen. Anno 1468 iahr, fieng man ahn die gedeckte brucken zu bauwen. Die wurden mit den pasteyen unndt woehren im folgenden 1469 iahr vollendet, consule 1468 secunda vice Johanne Lumhhart, zum Enckher, welcher nach der wahl starb. Da woelte man an seine statt herrn Hansen von Boersch, auch zum Enckher. 1471. Kayser Friderich nach Stmssburg kommen. Anno 1471, alss herr Heinrich Apg zum zweyten mahl regierender ammeister unndt der Sleltzenzunflt oberherr wahr, kam kayser Friderich sampt seinem sohn Maximiliano mit 900 pferden gen Strassburg, undt ob ihnen schon grosse ehr angetban wardt, zogen sie doch dienstags vor Adolphi zornig hienweg, weilen ein ersahmer raht dem kayser nicht huldigen wolte, noch andercs, so er begert, einwilligen, dergleichen auch kein kayser ahne die statt nie begert batte. Sie wahren 14 tag allda. Der raht schenckte dem kayser ein vergult geschirr fûr 400 gulden undt 600 gulden darinnen, beyden 13 fuder wein, 200 fiertel habern, 10 ochsen, 40 haemmel, fûr 50 gulden lisch. Auch schenkte man den fûrsten und graffen so mit ihme waren. Digitized by Google - 3 - 1472 Wein im Spituhl. Anno 1472 iahr legt man zum zeugnis dess burgundi*chen kriegs ein zweyfudrig fass mit wein in den Spitalkeller, daran stehen folgende reimen : Liebe freundt, ich thu euch kundt Hie liegt ein wein au(T disse slundt, Der wuchs, sag ich euch fùr wahr, Alss raen zalt 1472 iahr : Der kam in den Spithal herein Da der burgundisch, krieg ist gesein. i486. Herr Peter Schott lasst die cantzel im Munster machen. Anno 1486, alss herr Max Kaerling dass 2le mal regirender ammeister zu Strassburg wahr, wardt die cantzel im Munster allhie gemacht und auf- gesetzt, durch Hans Hamrner, den werckmeister. Welche cantzel herr Peter Schott, altammeister, in seinem costen machen liess. 1489. Orgel im Munster neitw gemacht. Anno 1489, alss herr Mathern Trachenfelss das 21e mul regirender ammeister wahr, da wardt die orgel im Munster abgubrochen biss auff den fuss undt durch Friderich Krebscn, den orgelmacher von Anspach wider gemacht, kost mehr alss hundert pfund pfennig, ûber das ailes so man daran zum besten hatte. 1492. Koenig Maximiliamts nach Strassburg kommen. Anno 1492, umb Laurentii, kam koenig Maximilianus nach Strassburg. Der raht schenkte ihme ein staubfell von gelber seiden, unndt ein schwartzer adJer wahr darauff gemahlt, ein vergult geschirr, darinnen 1000 gulden, 6 fuder wein, 4 ochsen, 200 fiertel habern, undt fur 28 gulden fisch, con*ule tertia vice Max Kaerling. 1493. Mùnsterbautc. Anno 1493 bauwt man das» eusser gebeuw am Munster, gegen den graethen, am Fronhoff, mit dem Mariabildt, schnecken, undt dass bleyin dach, consule Jacobo AmmlUng, sexta vice. Digitized by Google - i - ■ 1494. Strastsburger freyheidten confirmirt. Anno 1-404 l>estetiget koenig Maximilianus der statt Strassburg ihre freyheidt zue Kemplen, eonsule Goetz von Hohemhurg, prima vice. Mùnsterbauw. Anno I4ÎH iahr ling man an dass portai an S. Laurentz capel im Mûiister zu bauwen, wie es jetzundt ist, undt wardt im lOten iahr, anno 1504 vollendet. Auch wardt das uhrwerckh zur stundtglocken, so selbs schlecht, durcb Hanss von Barr, de» uhrenmacher gemacht, wie auch dass thûrnlein, darinn die glockh henckt, eonsule Goetz von Hohenbunj. 1495. Blaterhauss gebauwen. Anno 1495, da wardt das blaterhauss bey dem Finckbweîler thoerleiu gebauwen, eonsule Claus Weydelich. 1506. Allé Mûntz abgebrochen. — Warmer Winter. Anno 1500 bal inan die allé Mûntz, gegen der Pfaltzen ûber, abgebrochen, eonsule Andréa Trachenfels. Dises iahr wahr so ein warmer winther dass weder eiss noch schnee gab, schlug auch im inerlz ailes auss, undt ob man sieh wohl umb S. Georgtag vor reifleu loercht, so fiel doch keiner, sondera wardt ein solch fruchtbares iahr dass man 14 trauben umb einen pfenning undt 4 fierlel korn umb einen gulden gaabe. 1507. Kayser kommet gen Strassburg. Anno 1507 kam kayser Maximilianus das 13. mahl gen Strassburg. Eiss wardt ihme allwegen geschenkt, ohne die zwey letzten mahl, da er nur gen Hagenauw undt Brumat ritt undt wider kam, umb Quasimodo, etc. Consule Florentzio Rummlero, secunda vice. 1511. Stattbauw. Anno 1511, alss herr Conrad von Duntzenheim das zweyte mahl re- gierender ammeister wahr, zûnflftig bei den Freyburgern, wardt die maur von dem walil vom Weissenthurn biss zum Cronenburgerthor gemacht. Digitized by Google — 5 - 1516. Stattbauw. Anno 1516, alss hen* Peter Arg das drilte mahl regiercnder ammeister wahr, zûniïtig zum Enckher, wardt (1er graben vom Fischerthor biss zu dem EIssbetter schiessrain aussgefûhrt undt in 12 wochen vollbrachl, weilen 1200 persohnen daran ar))eyteten. Man gab iedem taeglich einen schilling. Darnach machte man den mittleren pfeiler an S. Thomas hruckh. 1518. y. VittA dantz angefangen. Anno 1518, alss herr Andréas Trachenfels zum 4 tcn mahl regirender berr ammeister zu Strassburg, undt der Moehrin zunlft oberherr wahr, umb S. Margredentag, hub eine trau ahn zu tantzcn, wohl vier tag. Die fûrte man gen Zabern zu S. Vit, da wardt sie still. Baldt fingen andere bey dem Herrenstall auch an zu tantzen. Deitm wurden in vier tagen auf 34. Von denen frthrte man vil zu S. Vit, zum holcn stein. Es wurden aber diser taentzer in vier wochen uber 200, also dass man ihnen zunftlstuben eingab, und liess sie dantzen biss etlicbe starben, erlagcn oen lassen, unndt ettliche grosse stein darvon genommen und (lie gantz in die neuwe maur a m Juden- thurne, oder das Schiessreinerthor genandt, vermauern lassen, dan man damahlen von den ziegeloeffen nit genug stein haben moegen. Ambrustrein den schiUzen nbergeben worden. In diesem 1553 iar, auf sonnlag Quasi modo, haben die herren den armbruslschûtzen einen neuwen platz eingeben am wahl, das Roseneck genandt, so bitz an den Steinstrasser wahl stot, dan ihen, den armbrust- schûtzen, in anno 1552, ihr schiesshauss abgebrochen wardt, das war vor der statt auf dem Sehiessrein. Also ist ihnen nachmahlen ihr schiesshauss aueh zwischen dem wahl undt der Breuschen gebawen worden. Schiessrein wieder auffgericht. Es ist auch den schûtzen auf dem rein vor der statt ein gros* hûltzin hùtten aufgeschlagcn woitlen, da das vorige schiesshaus gewesen, bis man ihnen ein neuwes schiesshauss auflrichtete. Capell zutn Heiligen Creutz abgebrochen worden. Freitags den 2. Junii 1553, bat man die capell auf S. Stephans plan, genandt zum Heiligen Creutz, atigefangen abzubrechen, und die selbigen steine zu dem bauw ahne dem Schiessreinerthore gehrauchL Ist hait an Vit Storcken, dess schaffner's )>ehaussung gestanden, das nachher die edeln Zuckmantel, alii Boeckel von Boecklinsauw, gekaulH haben. Maur zu den Predigern abgebrochen. Man hal auch in diesem 1553 iare die grosse lange maur am Prediger- closter alhier angefangen abzubrechen, die gegen dem Scharffen Eck gieng, ahn der Brandtgassen, und hat die stein auch am Schiessreinerthor vermauert. Digitized by Google — i> — Altar in dem Predigercloster abgebrochen worden. Anno 1553, 28. Novembris, haben die herren der statt den grossen altarslein zu den Predigern abbrechen lassen, und ihn fur das cbor gelegt. Steht jelzundt fur der kirchen, haussen auf der gassen, h;it in der laenge 18 schue, und in der breite 9 schue. 1554. Grabsteine auffgebrochen und vermauert. Anno 1554 bat inan zu S. Thoman und S. Willielm, wie aucb in andcm kirchen mehr, die grabsteine aufgehoben, zerschlagen und am Schiess- reinerthor vermauerl. Augustiner kirch abgebrocfœn worden. Man bat uuch in dieseni iahr die kirch zu den Augustinern, in der vorslatt Unter den Wagnern, da jelzundt die Ellendtherberg ist, abgebrocben, und die sleine zum neuwen bauw ain Schiessreineilbor verbraucht. S. Claren chor auff dem Rossmarckh abgebrocben. Anno 1554 hat inan das cbor zu S. Claren auf dem Kossmarckh vollendts abgebrocben:, und als man in dem werckh war, ist ein grosses stuckb maur umbgefallen und liât einen lagloebner todtgesehlagen und ett- liche beschaedigl. Die sleine liât man aucb zu dem Schiessreinerthore ver- braueht. Scharwaeclderhuu** erhoeht worden. In dieseni iahr 1554 bat man das scharwaechlerhauss zween gaeden hoeher gebawen dan es zuvor gewessen. 1555. Scharivaechter kleydnny gemuchi worden. Anno 1555, 27 Julii, baben die herren den scharwaechtern einen schwartzen wapenrockh unndt obeu auf dem einen ermel der slalt zeichen, machen lassen, darnel>en zerhauwenen filss unter die sturmhiete, wie aucb knoebelspiess, sturmhiete, bantzer unndt haendlschucbe ihnen gegeben, dann sie zuvor gar zerrissen undt zerlumpt daher giengen. Auss der kirchen zu S. Clara ein komschûtten gemacht. Anno 1555 ist der tacbstul undt die inaur halber ane der kirchen zu S. Claren auf dem ftossmarckh abgebrochen woi-den, sampt dem glocken- thûrnlein, undt nachmahlen ein neuwes dach darauf gesetzt. Das braucht man zu fruchtschûtten ; unden darunler slehen waegen und kaerch, so der statt zimmerleuthe braueben. Digitized by Google — 10 — Barfùsserplatz mit schranckhen umbgeben. Anno 1555 ist der Barfùsserplatz mit schranckhen von holtzwerckh umb- geben und mit zweenen beschlossenen graenglen verwahrt worden. Cantzlen und hfitten anf den drey begraebnussen gemacht. Anno 1555 seindt auf den dreyen begraebnussen vor der statt, alss S. Gallen, zu $. Helenen oder Guthleuthen, und auff der Curbauw hfitten mit stulen und ein predigtstul, von den herren der statt zu machen ver- ordnet worden. Orgel im Munster zugeschlossen worden. Anno 1555, am sonntag nach dem Heil. Christtag, liessen die herren der statt Strassburg die orgel in dem Munster zuschliessen und wolten der priesterschaft selbige zu ihrem gottesdienste undt mess nicht mehr zu ge- brauchen erlauben. 1556. Stattpfeiffer wider angenommen worden. Anno 1556 haben die herren von Strassburg die stattpfeiffer widerumb angenommen, welche inan zuvor ettliche iahr nicht geachtet hatte. 1557. Catharina closter und kirch den waisenkinden ubergeben. Anno 1557 wardt auss der kirch zu S. Catharinen, so den waisenkinden, sampt dem closter, eingegeben wurde, ein koraspeicher gemacht undt des- selben fûnf ûber einander. Der letzte von Willsperg in krieg gezogen. Eodem anno ist herr Wilhelm Mùnch von Willsperg, ein alter erfahrener kriegsmann unndt der letzte seines slammes undt nahmens, auch sehr reich, von der statt Strassburg, sambt ettlichen soldtnern undt pferden in das Ungerlandt verschickt worden. Schiessreiner thor auffgericht. In diesem 1557 iar ist das eusserste thor, so man dass Schiessreiner- thor nennt, aussgebauwen unndt vollendet worden, dass man wiederumb auss ein- und auss fahren koennen. Statt baw. Anno 1557, alss herr Mathis Pfarrer das sechste mahl regirender herr nmmeister wahr, da wurden die gedeckten brucken bey den thûrnen ge- macht wie sie jetzt seindt. Auch wardt das neuwe thor vor dem Judenthurn vollendet undt die boeume gegen dem Schiessrain hinauss am weeg gesetzt. Digitized by Google - il — 1558. Thorschliesserordnung gemacht. Anno 1558 ist die ordtnung gemacht worden mit thor auf undl zu gchliessen, dass hienfûrter zwey auss einer zunfft sollen erwoelt werden die die schlûssel daheim zu hauss verwahren sollen, und giebt eine zunfTt mehr dann die andere, neinblich 6, 7 undt 8 pfundt pfenninge. Dann zuvor haben alte Jeuthe undt arme burger einer sein leben lang das thor zugeschlossen. Bettage wider ahngestelt worden. Anno 1558 hat tnan den bettag, weleber in anno 154(5 aufgerichtet worden, alss kayser Carolus V. vor Ingolstadt gelegen, und in ahgang kommen, widerumb aufgerichtet und der halbe zinstag zu feuren gebotten worden. Maur bey dem Sackh aufgericht worden. Anno 1558 ist die maur bey dem thurn, zum Sackh genandt, gemacht, worden, bey dem Fischerthor, sampt ihren schutzloechern. Zwey ammeister erwoelt worden. Anno 1558 erwoelt inan herru Sébastian Mûnchen zu eineni ammeister, und weil er sich weigerte, erliess man ihne undt woelte ahn seine statt herrn Carolum Muegen. Thorschliesser geordtnet. Anno 1558 wardt geordtnet dass von jeder zunfft ein burger ein iahr lang ein slattthor musst auf undt zu schliessen, unndt ordtnet einem ein iahr 8 pfund pfennig zu lohn. Doch gibt eine zunfll mehr alss die andere. 1 155G. .S. Lucas capell abgebrochen. Anno 1559, 17. Januarii, hat man S. Lucas capell in der Brandtgassen auf den boden hienweggehrochen unndt dem loner eine behaussung dahîen gebauwen. * iMzte mess in dem Munster alhier gesungen. Anno 1559, 19. Novembris, ist die letzte mess in dem Munster allhier gesungen worden von der priesterschaflt, weilen ihnen die herren den schirmb aufgesagt haben, undt haben die drey kireben, alss Mûnster, Alt- und Jung S. Peter, den evangelischen predigem eingeraumpt, aber die pfrûnden und einkommen fûr sich, die pfaffen, l>ehalten. > Die Angaben stimmen mit der weiter oben zum selben Datum mitgetheilten Ordnung nicht ganz ûberein. » Den von der Kapelle so genannten Luxhof. ^ Digitized by Google - 12 — lntrims-Endt. Anno 1550 iahr kûndiget heir Heinrich von Mulheim, der stettmeister, herr Carolus Mueg ammeister, herr Frantz Meyer XV W , und Jacobus Her- mann syndieus, den priestern den schirm auff, den sie nuhn zehn iahr ge- habt, darumb sie nach einem rumor den eltlîche iunge leuth den 19. No- vembris anno 1559 im Munster anrichtelen, ilireu gottesdienst unterliesseu, undt dass Intrim hiernil sein endl nahin. Den 23. Novembris 1559 gebolt man allen burgern auff den z fin fît en die pfaffen mit frieden zu lassen, legt auch ettlicbe gefangen, die zu dem rumor geholflen. 1560. Staltmaur eingef allen. Anno 1560, 19. Januarii, ist ein iang stûckh der slattmauren bey dem Teutschen Hausse alhie in Strassburg eingefallen, weilen dass wasser selbige unterfressen liatte. Erste evangelisclie predig zu AU S. Peter. Anno 1560, 21. Martii, ist die erste evangeliscbe predigt zum Allen S. Peter von herm Theobaldo Schwartzen, sonsten Schwartz Diebolt genannt, (gehalten worden). Den Jungen S. Peter haben die Evangelischen noch nicbt eingenommen gehabt. Alte S. Peterskirch den Evangelischen eingeraumpt. Anno 1560 wardt den burgern die kirch zum Alten S. Peter wider ein- gegeben. Darumb wardt den 21. Martii 1560 wider zum ersten mahl evange- lisch gepredigt undt verrichtete die amptpredigt Engelhardius Bauhofïius, undt die mittagspredigt Theobaldus Nigri oder Schwartz, welcher von et t lie lien burgern auff einem sessel auf die cantzel getragen wurde, weilen er alters halben nicht hinauf gehen konnte. 1561. Munster und Jung-S. Peter eingenommen worden. Anno 1561, sambstags den 17. Maii, haben die herren von Strassburg den evangelischen predigern das Munster und die kirch zum Jungen S. Peter einraumen lassen, unndt die stûle auss der Predigerkircheu dahien fuhren lassen. Sonntags, den 18. Maii, war der sonntag Exaudi, 1561, hat die erste predig gethan der alte Leimen Hanss, die morgenpredig Johannes Flinner, die mittagspredigt Dr. Johannes Marbach, praeses, midi detanus zu S. Tho- man in Strassburg. Grosse glock undt orgel wider gebrauchl. Anno 1561, auf sonntag den heil. Plingsttag, hat mau widerumb die grosse glockh undt orgel aufangen zu leuthen undt zu schlagen. Digitized by Google — 13 — 1562. Zwitracht in der schul begeben. Anno 1562 hat sich ein grosse zwitracht zwischen herrn Johann i Sturmio, dem rectori, undt herrn Dr. Johanni Marbachio, dem praesidi, allhie in Strassburg )>egeben. • Kayser Ferdinandus kompt nacher Strassburg. Anno 1562, auf freitag den 18. Decembris, îst die roemîsche kayserliche Maiestaet Ferdinandus primus, von Hageuauw geu Strassburg, xwischen 3 undt 4 uhren abendts eingeritten, unndt seindt die herren der slatt Strass- burg Ilirer Mayestet, aul' die 150 slarckh, zu pferdt wohl gerfist, weith fûr das Guthleuthhaus entgegengeritten. Auch hat hischof Erasmus von Strass- burg Ihre kays. Mayestaet daselhsten empfangen undt in dem einritt in die statt, Ihre Mayestaet gleich hinden auf dem fuss nachgeritten. Die herren der statt hal>en Ihrer kays. Mayestet einen gelben damastinen himmel, daran ein schwartzer adler gemahlt wahr, vor dem Stoinstrasserthor warthen lassen, den habeu 6 reginientspersohnen getragen, alss nembiich iuncker Eucharius Erlin von Itohrbuig, ein constofler undl eines ersamen i*ahts bey&itzer, iunckher Balthasar Wurmbsser, auch ein constofller undl eines crsamen rahts heysitzer ; dièse beede trugen zuforderst. In der mitten seindt gangen und haben getragen herr Sebastianus Muege, XIII er undt herr Frantz Meyer, XV er ; am hindersten tbeil halten getragen herr Michael l,ichtensteiger, auch XV er , und herr Adolph Braun, eines grossen raht.s l>eysilzer. Ihr kayserliche Mayestet ist auf einein weissen ungerischen zelter geritten, und batt Ihr dass blo8« scliwerdt dnrcb die statt Strassburg lassen vorfûhren. Die burgerschatTt stuudt itn harnist unndt gewoehr durch die Sleinstrass biss an iuncker Die- bolt Johanien hauss in der Judengassen, da Ihre Mayestaet zur lierrberg eingekerl. Man hat das grosse geschûtz auf allen waehlen lassen ahgehen. Abendts zwischen 5. und 6. uhren, haben die slilTter der statt Strassburg, nembiich «1er Biuderholf, Jung und Alt-Sankt-Peter Ihr kays. Mayestet vicr scboene oehssen, hundeit fûrlel babern unndt sedis fuder wein zur schenckh gelûflert, und hat die rede gethan herr Dr. Joh. Uernhardt Riimelin. hoher stifft Strassburg raht unndt advocatus. Die dancksagung wegen Ihrer Maye- stet (ist) abgelegl worden durch herrn X. X. Seldl, doctor. Morgenss, alss den 19. Decembris 1562, umb sieben uhren, haiien die herren von Strassburg Ihrer Mayestet verehrt, ein schoen vergult geschirr unndt 1000 Strassburger goldt gulden darinnen, sechs schoener oehssen, sechs fuder wein, hundei t fûrtel babern undl hundeit stuckh fisthe. Thaet die rede wegen der slali Strassburg iuncker Woliï Sie^mundl Wurmbser, regierender stettmeistei . Darnach hat man Ihre Mayestet aùf das zeughauss geftihrt. Nach der handt Digitized by Google - u - ist lhre Mayestet zwischen 9 unndt 10 uhren aufgescssen undt von hier auf Schleltstatt gezogen. Die herren von Strassburg haben lhre Mayestet biss fur ilas Wickhaeussel beleitet und daselbstcn abschiedt genonimen. 1563. Welsclie kirc){ abgethan. Anno 1563 iahr erkannten raeht nnd XXI. dass zu Strassburg hienfuero nicht mehr frantzoesisch solte geprediget werden. Derowegen wardt die kircb zu St. Andres, darinn man frantzoesisch gepredigt hatte, zugethan. 1564. Huttenyelt, wie undt wan dass aufkommen. Anno 1564, alss lierr Carolus Muege dass zweyte mahl regirender am- meister wahr, ist durch die herren raeht undt XXI. geordnet worden dass ein ieder burger iaehrlich 2 schilling, 6 pfennig auf seine zunfït huttengelt geben solte, von welchem gelt die scharwaechter solten bezalt werden, iedem, im winter, zu nacht, ! schilling, 4 pfennig, undt ini sommer, zu nacht, 1 schilling. Auch ordnet manu 12 mann zu hauptleuthen, deren ein jeder iaehrlichen 32 gulden zu lohn hat, undt sollen hienfuero die burger solcher wacht weiters befreyt sein. Dan zuvor mussten die burger die scharwaechter auf den zûnfften bezahlen. Daher kam es auf den kleinen zûnfllen oiït in einem iahr 2 oder 3 mahl ahn einen undt au(T grossen zûnfTten ein iahr kaum einmahl an einen. Damit sich nuhn niemandt zu beschweren hatte, wardt in disem iahr obgemelte ordtnung gemacht. Armer schiiler ordtnung. Alss der ùberlauff der armen schûler vor den burgerheussern gar zu gross worden, alss hat ein ersamer raht diss 1564 iar verbotten dass die- selben nicht mehr vor die thûren singen oder heischen solten. Wurden doch 100 derselben ausgeschossen, deren thaet man 50 zu S. Wilhelm in das doster, undt 50 bien undt wider zu den burgern, deren nahmen wurden aufgeschrieben. Deren iedem gab man wochenllich sechs leib brodts undt 1 schilling zu S. Marx. Wurden auch parteyen unter ihnen gemacht die ie einer oder der andern dass gesang im Munster in der morgen- undt abendpredigt sollte helflen fûhren. Man ordnet auch dass man iaehrlichen in allen kirchen lûr die armen schûler samlen soit. Dass geschahe den 2i. Augusti 1564 zum ersten mahl, undt bekam man zum Jungen S. Peter 7 pfund, 14 schilling, 8 pfennig. 1 » Dièse Angabe scheint darauf hinzuweisen, dass der Chronist selber 2u besagter Kircbgemeinde gehôrte. Digitized by Google - 15 - Sterbend. Anno 1564 régi rte diejeuige pest noch welche in anno 1563 nacb dein herbst unter dass volkh zu Strassburg kam, ahn welcher 1559 menschen, iung undt ait, daselbst sturben, wie dan auch in disem 1564 iahr 4318 menschen sturben. Dahero wurde weickholderreuch in die kirchen gemacht undt wurdt der brandtenwein verbotten, wie auch dass dantzen, iauchttzen, undt aile ubbigkeit, dorfil auch kein gross burger mehr dan 30 persohnen undt ein klein burger ùber 15 persohnen zur hochzeit laden. Man hieltauch sonderbare leuthe aut* den begraebnussen, so die leichtpredigt thaeten, dass die prediger die krancken desto bass besuchen undt dass sacrament reichen koenten. Kindertauff geaendert, Anno 1564, 16. Septembris, wardt geordnet dass mari die kinder hinfûro im Munster nach der mittagspredigf, undt in den anderen kirchen nacb der kinderlehr tauffen wurdt, dan vorliin wurden sie nach der amptpredigt am morgen getaufTt. 1565. Grosse? schnee. Anno 1565, 19. und 20. Februarii, fiel ein solcher grosser schnee dass man nicht wohl reisen, reithen oder fahren konnt, undt mussten die garthner den schnee in der statt mit schfittkaerchen in dass wasser fûhren. Alss aber der schnee abgieng, karn den 3. Martii 1565, ein ûberauss grosses wasser, dass lieflf hinder S. Johannis ûber die mauer, undt musste man in der statt nberall mit schiffen fahren. Stattbanw. Anno 1565 iahr brach man das zollhaus am Steinslrasser thor wegen des walls hienweg, undt bauwt dass jetzige gegen ûber. Auch macht man dass glockenthûrnlein auf S. Wilhelms kirchen. Grosses schiessen gehalten. Anno 1565 wardt ein gross schiessen mit bûchssen gehalten, dass wardt den 25. Septembris angefangen, und wahr 24 thaler dass beste. Es kamen vil frembde schûtzen her. Im vorschiessen gewann ein edelmann von Bern das beste, dass wahr damast zu einem wammes. Im hauptschiessen zog man mit fligenden fahncn auss undt in die statt, wahr der satz 1 gui den, biss den 3. October. Da staffirt man 150 iunge knaben mit ketlen und weissen hembden aus, die den schûtzen die gaben trugen. Die beste gab kam gen Mûlhausen, die wahr 24 thaler, die andere gab, 18 thaler, jjen Ulm, die drilt gaab, 14 thaler, gen Basel. Stettmeister Claudius Boecklin gab auch 0 thaler, sampt einem weissen und rothen fahnen zum hesten, Digitized by Google - 16 — die gewann der von Base! so die dritt gaab auch bekommen. Alss man also in die statt zog undt das geschûtz auf den waehlen lossbrannte, wardt Johann Millier, ein notarius, troflen, dass er am dritten tag hemach starb. Man hielt auch ein ambrostschiessen umb einen ochssen, welchen fûnfï von dem adel zum besten gaben, den gewann Mathias Wicker, der wurtz- kraemer. Oie andere gaab kam gen Zurich. Man frthrt ihme auch gezirte knaben vor undt hielt sie ein ersamer raht auf der ammeistersliiben gast- frey, wie die bûclissenschûtzen auch. In wehrendem schiessen haben die stattpfeiflfer auflT dem wahl mûssen aufTblasen, consule terlia vice Johanne Hammerer, zûnfllig bey den schue- machern. 1566. * Tiirckengtockh. Anno 1566, 13. Julii, ist die Tûrckenglockh zu leulhen erkandt worden zue Strassburg, dure h herren meister und raht. Barr kompt ahne die statt. Anno 1566 iahr, kaulïte ein ersamer raht der slatt Strassburg von Maxi- miliano freyherren zu Barr, seinen theil, so er an der herrschaft Barr hatte, ab, umb 40000 gulden. Wurden auch baldt herren des régiments hinaus- geschickt, welchen die underthanen im nahmen der statt Strassburg schwuren, undt selzt man einen amptmann dahien, consule tertia vice Johanne de Boersch, zùnfftig bey dem Enckher. Cantzley gebauwen. Anno 1566 brach man bei dem scharwaechterhauss zwey undt gegen der Schlossergassen ettliche haeusser hienwcg, undt fieng an die cantzelley undt dess stattschreiliers hauss daneben zu hauwen. Wardt ailes in zwey iahren vollendet. Fallbrucken a/me den thoren gemacht. Ess wurden auch in disse m iabr fallbrucken an aile thor gemacht, auch wardt der springbronnen auf dem armbrostrein durch Theobaldt Kruger, den goltschmidt, gemacht. Ess lies» auch ein ersamer raht in disem iahr hundert eiserner doppelhacken im landt zu Hessen schmieden undt allhero bringen. Schul privilegirt. Anno 1566 gab keyser Maximilianus der schulen zu Strassburg die freyheidt magistros zu creiren, dass kostet 800 gulden. 1567. Soldaten an die thor geordnet, Anno 1567 nahm ein ersamer raht 9 soldaten an, undt ordlnet sie an aile thor, dass sie den tag undt die nacht auf den thûrnen unndt waehlen Digitized by Google — 17 — wachen solten, unndt weilen sich vil unnûtz gesundel sehen undt hoeren liess, gieng man von hauss zu hauss, zu erfahren wass ein ieder burger fOr leuth im hauss hatte. Es mus.st auch ein ieder burger eine butte mit wasser fur die tliûr s tell en. Man henckt auch gloecklein auf aile wachten, dass die, so schildtwacht stunden, die stund anschlagen solten. Man gab auch denen handtwei'cksgeselien, oder wer es begerth, warthgelt. Vil schantzkoerb wurden auf dem ZeugboiT gemacht, dann der Spanier bat auf -14 régiment knecbt bey einander undt wusste niemandt wass er im sinn hette. Goldtêchmidtsprob gemacht. Anno 1567 bat man den goldtscbmidten eine neuwe prob, undt der statt scbildt zum zeicben geben, zuvor batten sie ein mahler schildtlein zum zeichen. Fleisclischauwer geordtnet. Anno 1567 wardt geordtnet dass von den zuniïlen jaehrlich leuthe ver- ordtnet wûrden die dass fleisch beschauwen solten, wie theur man es geben solte. Ess wardt auch allen gasthaltern gebotten am freytag kein fleiscb zu speisen, undt dass bey strafl fûnfl' pfundt pfennig. 1568. Stattbauw. Anno 1568 lieug man ahn den wahl l>ey dem VVeissen thurn, gegen S. Johann aufzufûbren. Man fandt vor dem VVeissen thnrn, da man in die erden grub, viel steinerne saerckh, darinnen glaeserne amplen, auch oebl undt wasser in glaeseren, irdine geschirr, undt in theilen noch aschen undt beinen, die man zu S. Galleu begrahen hat. Man bauwte auch in disem iahr S. Andresen Iboerlein. Zuchtheusslin gemacht. Anno 1568 bauwte man zwey heussli» auf die Schindtbrucken, undt wardt geordtnet dass wer gott undt seine heiligen laestert, der solte den verordneten herren das erst mahl H pfennig geben, das ander mahl 5 schil- ling, das dritte mahl 10 schilling, wer aber zum vierten mahle hetroflen wûrde, den soit man zur schmach in der heusslin eines sel zen. 1569. Kornkaesten gemacht. Anno 1569 maehte man die kornkaesten in der kircben zu Allerbeiligen in Strassburg. Brudermordt geschehen. Anno 1560, den 17. Decembris, assen herren Christoph Staedel's des XV«" unndt der Steltzenzunft gewessenen oberherren, welcher in anno 1552 Digitized by Google r - 18 - gaeling gestorben, zwey soehne, David undt Jacob, bey der muther, welche zum Pfauwen in der Dornsgassen gewohnt, zu nacht. Die wurden mit ein- ander uneins undt erstach David seinen bruder Jacob Staedlin mit fûnff stichen, kam aber davon undt ist aussgerissen der David Staedel. 1570. Guthleuthkircli den Evangelischen ubergeben. Anno 1570, den 11. Octobris, ubergaben die iunckher von Andlauw den Evangelischen die Guthleuthkirch vor dem Steinstrasser thor bey Strassburg undt thaet herr Caspar Weiss, der helfer im Munster, die erste predigt da- rinnen. S. Niclaus kram oder marckt verbotlen. Anno 1570, wardt verbotlen auf S. Niclaus abendt kramwerckb feil zu haben, undt dass man die kinder nicht mebr, wie im bapstumb, bereden solte dass S. Clauss bescliere, consule tertia vice Carolo Muegio. 1571. Geôrgwacht angefangen. Anno 1571 wardt vor raetli und XXI. erkant dass inan von allen zûnflten burger ausschiessen solte die von S. Georg tag diss iahrs biss wieder S. Georglag dess andern iahrs, ie die 10. nacht auf den Ihûrnen undt waelilen wachen solten. Doch este. Man bat au<;h herrlicb schoene triumphwaegen. helephanten, und kunstreich schiessberg zugerichl. Darumb kamen vil frcmbde fûrsten undt lierre n allher, sonderlich zwey gesellenschiff, eines von Baxel, die wahren aile ganlz weiss mit schwartzen sammeten gollern heklcidt, bracbten mit sich sechs lebendige salinen undt ein lebendig relie, mit schwartzem, sammetem halssbandt. Das ander schifï kam von Zrtrch, die wahren aile in carmosinfarb und schwartz sammetin gollern bekleidet, bracbten mit sich in einem eherinen hafen, 140 pfundt schwer, ein gekochten hirss, noch so heiss dass man ihn unge- blasen nicht essen kont, mil anzuzeigen dass wan die statt Strassburg noth ahngieng, so wollen sie derselben die speiss zu Ztirch kochen undt noch warm gen Strassburg lûftem. Sie wurden stattlich empfangen, weilen sie aber nicht umb schiessens, sondern umb lusts willen gen Strassbuig kom- men, zogen sie nach fiinfl* tagen wider hienweg, da man iedem ein fahnen, daran ein weiss undt m t lien seckel, darin ein Strassburger undt vier orths- thaler, zum gedechtnuss verehrt, begleit sie auch mit viertzig pferdten undt drey gedeckten wegen. Man hatt auch ein glûckhaffen, in welchem ein ge- sehirr fur bundert thaler das best war, das bekam ein armes dienstmaegd- Hn, so nur einen nahmen darin hatte. Ammeister'n sohn zu todt gefallen. Anno 1570, 27. Maii, in der nacht, fiel ammeister Abraham Heldteu ein /s pfennig ; ein magen umb 8 pfn ; einen darm 8 pfn ; die fuess solten die kuttler feil hal>en, das pfundt umb "2 1 ft geben, undt keine wûrsl mehr Digitized by Google - 21 — machen. Ein pfundt kalblleisch umb 4 pfn ; kopflT undt ki*oess umb 14 pfn ; fin gehenckh 14 pfn ; bratfleisch umb 4 pin; haemmelfleisch 4 pfn ; schaffleisch umb 3 pfn; lambfieisch biss umb Jacobi, umb 5 pfn ; schweinenfleisch so einen zoll dickh speck hat, umb 4 pfn; das ander umb 3 •/« pfn. 1578. Bischoff Joliann schwoeH der statt Strassburg. Nachdem bischoir Erasmus rien 27. Novembres 1568 gestorben, wardt den 20. Januarii 1569 iahr an seine statt erwoeit berr Johann von Mander- scheidt, ein graff. Diser bisehoiï bat der statt Strassburg biss dato noch nicht geschworen, wie von alters hero aile vorigc gethun hahen, obnan- gesehen ess ihme kayser Maximilianus, wie aucb kayser Rudolphus zu thun anbefohlen. Daher es alleHey streil zwischen ibm undt der statt geben, bat er in diesem 1578 iahr aus antrib churfurst Gebbarden zu Coelln an die statt begert ibm ettliche gesandten gen Zai>ern zu schicken, welcben er nach al te m brauch schwoeren wolt. Alss nuhn David Jobam, Arbogast von Kechberg, beide stetlmeister, Abraham Heldt, Job. Carolus Lorcher, beide ammeister, Dr. Bernhard Botzheim, advocat und Paulus Hochfelder, statt- schreiber, mit 12 soldeuern, hinaussgeschickt worden, hat er den 9. No- vembris disses 1578 iahrs den eydt zu Zabern in der grossen hoffstuben geleist, undt auch einen revers, den 10. Novembris 1878 datirt, von sich geben, die statt Strassbui-g undt dero burger in ihren freyheiten ungebindert zue lassen. Statlbauiv. Anno 1578 iahr wardt der graben zwischen dem Armbrostrein undt Ciarenwoerdt im Homung zugefûhrt, die eussere maur sampt dem wahl gemacht, die wehr zusammengefûhrt, undt im Aprillen vollendt. Darnach brach man die alte wehr am Roseneckh ab, undt bauwt die ietzige dahien, und macht den graben weither, wardt anno 1580 vollendt. Auch brach man ettliche alte haeusser zwischen Unser frauen werckh undt dem Htrtzen ab, undt bawt dass hauss zuer schafleney auf Unser frauen hauss dahien, wardt 1581 vollendt. Anno 1578 fieng man auch an die gaedliu auf dem Predigerkirchhotl', ahn dess thumbprobsts ho(T zu l>auwen.' 1580. Der statt freyheiten zu verlessen erkandt. Anno 1580 wardt von raeth undt XXI. erkandt dass man hienfûro iaehrltchen folgende freyheiten am schwoertage vcrlesen soit, damit sich die burger deren wûssten zu gebrauchen, alss : 1) Freyheidt der bûrger gûther halben auf dem landt. 2) Kein burger ausserhalb der statt fur gerîcht zu Digitized by Google — '22 — laden oder mit frembdem staab zu bekûmmern. 3) Wegen des freyen zugs. 4) Der Schiirbrûche. 5) Fur aile neuw unit ungereehle stoell. 6) In (1er •statt zu selzen undt enU-etzen. î) Der appellationen. 8) Der ladstatt in einer meilen wegs. 9) Wider die Juden. Stattbauw. Anno 1580 wardt die streichwehr bey dem Kauscherthoerlein gemacht undt der graben vor S. Catharinen thor zugeworflen undt tieng die streich- wehr von wahl daselhst am eckh an, wardl anno 1581 vollendt. Jemiter kommen gen Moissheim. Anno 1580 kamen die Jesuiter in Molssheim, denen gab bischofT Johann die Spitalkirch ein undt liess ihnen ein schoen collegium bauwen. 1581. Pulver angangen. Anno 1581, 28. Novembris, morgens umb G uhren, gieng bey dem Kappen » pulver an, welches Sébastian Iltis, ein pulvermacher, abendts zuvor in die stub zu doerren gethan, von welchem das hauss gleich einfiel, den pulvermacher undt seine frauw, so kindt)>etterin wahr, sampt der magt zuschmetterte. Ein uhrenmacher wahr bey ihm zu hauss undt hat unten seine werckhstatt, dem erschlug es seine schwieger, 2 kinder, 2 iungen. Ks er- schlug auch ein fuhrknecht, so am wasser auf einem floss stundt. Der uhr- macher stund mit seinern bruder unten im laden, die versunken im keller, dass man zu ihnen raumen musste undl giengen 11 persohnen drauf. So zerschlug der dunst aile fcnster darneben undt ûber dem wasser biss an die Neuwe bruckh. Darumh wardt den 2. December ein mandat gemacht dass niemandt mehr dann drey pfundt pulver im hauss haben soit, bey straff 100 pfundt pfennig. Auch macht man hûttlein bey dem Metzgerlhor, in welchem die pulvermacher solten feil haben. 1584. Fimf brttcken in einer nacht angezùndt worden. Anno 1584, den 23. Martii, in der nacht, wûrdt S. Martins-, S. Niclaus-, S. Stephans-, die Rheinbruck, wie auch die Zolllhorbruck angezùndt, dass sie brandten, thaet aber wenig schaden. Schweizerbundt auffgericht worden. Anno 1584, 7. Novembris, zogen herr Heinrich Joham undt heu Niclaus Fuchs alss stett- undt ammeister in das Schweitzerlandt, den bundt, mit ihnen auffgericht, zu bestettigen. » Am Rabenplatz, bei der Schindbrûcke. Digitized by Google - 23 - 1585. Qtiartienvtwhien angeordnet worden. Anno 1583 wurden die quartier geordtnet, dass deren fùnf sein solten undt in iedem drey quarliermeister, auch in ieder rott, wo nur ein schilt- wacht ist, sechs majin, wo aber zwey schiltwachen, neun inann sein solten, undt haben die ersten darzu verordneten hurger don 25. Februarii auf dem Zeughoiï geschworen Eine von dem adel misa dem Rauweren closter genommen. Anno 1585, in dem Maio, i.sl eine von adel, nihmens N. N. von Ober- kirch, auss dem closter Rauweren allhier in Strassburg mit bewilligung der statt, in beysein der herren pfleger, nemblich iuncker Hanss Philippsen von Kettenheim, stettmeisters, Mathis Wicker's, ammeisters, mit gewalt, wie man sagen wollen, genommen, auf einem gedeckten wagen morgens zwischen 10. undt 11. tihren gesetzt undt und in obgomelten stettmeisters von Kettenheim hauss gefùlirl worden. 1586. Ratksgelt gebessert worden. Anno 1586, den 5. Januarii, wardt vor raeth und XXI erkandt dass man einem ieden herren dess grossen rahts undt einem XXI er ieden sitz 2 schilling, im kleinen raht 3 blappert, im statt- und siebenergericht 1 schil- ling geben soit. Auch wardt erkandt dass kein rahtherr abtretten soit, er bitte dann zuvor umb erlaubnuss. Stattbauw. Anno 1586 wardt der deckel auf dem eussersten Metzgerthor abgebrochen, der thurn erhoeht, eine wachtstuben darauf, undt der schutzgatter gemacht. Also macht man es auch am Spital- undt Elssbéthenthor. Es wardt auch das Saltzhauss hinder dem Munster gebauwen. Den 20. Junii fieng man abn die alte metzig au(T einer seitben, gegen dem Bockh, abzubrechen, undt fieng man die neuwe metzig am schlaghauss zu bauwen. Es wardt auch die Duntzenmûhl, oberhalb S. Martins brucken gebauwen. Auch brach man den speicher auf dem giesswahl in der Crautenauw ah, undt schlug einen bey dem Judentbor auiï, consnle quarta vice Abrahaino Heldio, praefeclo tribus sartorum. 1587. Neuw Metzig gebauwen. Anno 1587, alss man die neuwe metzig anfieng zu bauwen, liel den 2. Januarii ein geriist, auf welchem man pfael schlug, ein, undt schlug ettlichen, so darauf arbeiteten, diebein entzwey, dass 6 dai von im spitbal geheilt wurden. Digitized by Google — 24 — Auch schoss nachmahlen ein bom, so man hienauf ziehen wolte, au* dem seyl, undt schlug einen moertelknecht zu todl. Schweitzer bùndtniss gemacht. Anno 1587 wardt die bùndtniss mit Zûrch, Bern undt Basel auf 15 iahr besteltiget. Solches geschahe den 25. Novembns 1587, auss bewilligung der herren schoeffen, welche den H. Octobrîs 1587 versamlet gewesen. Darauf seindt gesandten in das Schweitzerlandt geschickt worden, consule Michaeli Lichtensteigero, quarta vice, prefecto tribus murariorum. Den 11. Mail 1588 kamen die stette Zfirch undt Bern gen Strassburg. Die wurden stattlich em- pfangen undt schwuren rehten undt schoeffel den bundtseydt, auf dem Neuwen Bau. Donnerstag, den 16. Maii 1588, zogen die Strassburger gesanten mit der beeden stette gesanten hienweg, da aie dann in beyden gemelten stetten den bundtseydt von selbigen herrschaiTlen auch empfangen haben, wie denn ailes in truck weittlaeuffig aussgangen, consule tertia vice Mathaeo Wickero, praefecto tribus laniorum. Ordtnung der yflegereyen ivegen gemacht. Anno 1588, 20. Julii, wardt auch erkandt undt eine neuwe ordtnung gemacht von den herren der statt Strassburg, dass keiner unter den herren, er seye gleich wer er wolle, doerffte ûber zwey pflegereyen haben. Derowegen mussten ettliche herren ihre pflegereyen uhergehen unndt nur zwey behaJten. 1589. Eitier gericht und zwey ertraenckt. Anno 1589 iahr wardt der wùrth zur Wannen, mit dem schwerdt ge- richt, welcher seiner frauw vergeben hat. Den 8. Martii, wardt sein concu- bin mit einer alten frauw, die ihr das giiïl zugericht gehabt, ertraenckt. Johannes Sturmius gestorben. Anno 1589, 3. Martii, starb herr Johannes Stunnius, ein jîelehrter mann, wardt den 5. Martii daraufT zu S. Gallen i>egraben. 1590. Kleine rathstub gebauwen. Anno 1590 wardt die kleine rathsttiben mit den gaedlein darunter, auss dem fundainent gebauwen, consule quarta vice Wolflgang Schoetterlino, praefoeto tribus ad anchoram. Grosses schiessen gehaiten. In diesem iahre hielt man auch auf der Metzgerauwen ein schiessen mit 12 halben schlangen. Dass fieng den 25. Maii an undt endet sich den 10. Junii. Den 5. Octobris gaben die fûrsten undt graffen den burgern 200 reichsthaler mit mussqueten zu verschiesscn. Digitized by Google <2T> — Gutei' wein. Anno 1500 iahr wuchss so guther wein alss vor 40 iahreii, hn heissen sommer, gewachssen wahr. Es wahr aucli sonst ein gutli fruchtbares iahr. 1591. Carthau** von den herren von Slrassburg eingenommen. Anno 1591, auff mittwoch, den 28. tag Julii, nachmittag zwischcn 11. undt 12. uhren, seindt die herren pfleger der Garthaussen bey Strassburg naechst gelegen, alss nemblichen hen Hans Phiiipp von Ketlenheim, stelt- jneisler, herr Nieolaus von Tûrckheim, XIII er , sampt andern verordneteu regimentspersohnen, alss herrn Sébastian Mûgen, stettmeister, herrn Friderich Piechtern, berni Mathias vou Gottesheim, beyde herren XIII er , herrn Jacob Kniehs, XV", j aC ob Schilling XXI", undl herr Hans Wedelin, der schmidt- zunffi ratsherr, sampt herrn Paulo Hochfelder, dem stattschreiber, herrn doctor Jnhanni Nefen, undt herrn Egmundt Reisseissen, dem Carthaeusser schaflher, undt herrn Josepho Junthen, dem cantzelleyverwandten, hienauss in die Carthauss gefahren. Unndt alss sie hinauss kommen, haben sie die Carthaeusser moench, beneben dem pater prior foitlern lassen, mit nahmen Hans N. N., Anthonium Emeriehen, Gerharduni undt Franciscum Hirtzen, den layenbruder. Diesen ist von dem stattschreiber angezeigt worden dass nemhlich von herren raeht undt XXI. die erkantnuss gangen, dass sie, ordensleuthe, sich alssbaldt ohne allen verzug auss der Garthaussen in ihren hoflf in Strassburg begel)en sollten. Nachdem sie solches vernommen, seindt sie gleichwohl, jedoch ungern, auf die waegen gesessen undt in ihren hoir hinein gefahren undt umb zwey uhren ankommen mit ettlichen herren welche sie beleitet haben. Die ûbrigen herren, Jieneben flem stattschreiber undt Dr. Neften seindt daraussen gepliben etwas laenger und angefangen die cellen zu besuchen. Den andern tag, alss douuerstags den 29. Julii, haben unsere herren durch die kachler die oefen abbrechen lassen, freitags, den 30*™ Julii, darauf die glocken von dem kirchthûrnlein, darnacli das thûrnlein unndt den tuchstul, unndt die kircli nacheinander biss auiï den boden hin- weg gebrochen. Die frûchten und wein, sambt allem vorrath in die statt ge- lùhrt, mehrentheils in den Garthaeusser ho!T, die bihliotheck in das Gollegium Praedicatorum gefûhrt undt der hohen schul ûbergeben. Die kirchenzierdt aber, alss gemaelte, bilder unndt auderes, bat man nacher S. Marx gethan undt dahineu transferirt. Man gab der burgerschat't und wer es l>egert, holtz, steinwerck, ziegel undt anderes, auch gantze cellen undt gebeuw zu kaunVn, dass moecht ieder in seineni costen abbrechen und hinweg 1 uhren lassen. Es haben auf 14 tag, zu nacht, elliche verordnete herren der statt da- raussen neben dern soldtnerhauptmann, ettlich soldtnern, unndt drcy roltey Wien berumb kommen undt prior daselbsten worden sein. 4. Gerhardus N. N. Dieser soll seinen nachnabmen niemahlen haben wissen wollen, aber eines metzgers sohn bey Trier herumb sesshafft, geween die schlûssel zu den gewoelben von der priorin erfordert, und dem «chafîner befohlen aile schloss zu veraeidern, die frûchte zu stûcken (?) undt nachmittag haben sie ailes inventircn lassen. Das gemeine geschrey gienge damahlen, als hetten die nonnen heimlich der S. Liga contribuirt undt gelt zugeschickt, derohalben dièse procedur von den herren der statl nicht umb- sonst ist vorgenommen worden. Oi'gel zu Jung S. Peter renovirt. Anno 1591 wardt die orgel zum Jungen S. Peter wideruinb zugericht, dan man sie seit dem baurenkrieg nicht gebraucht hat. 1502. Cloester werden abernuilden visitirt. Anno 1502, montags den 28. und dienstag den 29. Februarii seindt Htliche herren verordnet worden in das closter zu St. Niclaus in undis, die closterfrauwen zu examiniren, ob sie keine lust hetten sich in den weltlichen standt zu begeben, dass sollt ihnen erlaubt sein. Wahr damahlen priorin Salome Braunin, die herren pfleger, herr Friedrich Prechter, stettmeister, herr Sébastian Schimpff XXI er , unndt des closters schaftner Fjioch Meyer. Digitized by Google — 27 S. Afargreden undt Agnessen closter. Den 8. und 9. Martii seindt widerumb herren in die zwey cloesler, alss S. Margreden und Reuweren verordnet worden, die eine jede dosterfrauw insonderheit examiniren sollen, ob sie auss dem closter sich zu begeben lust haetten, haben aber auf dises mahl keine gefunden. Den 20. Martii 1502 seindt die herren der statt Strassburg widerumb in das closter Niclaus in undis koinmen und einer ieden die sich in weltlichen stand t zu begel>en willens wehr, ihr lehenlang jaehrlich 60 gulden in baarem gelt und 12 fûrtel frucht zu geben versprochen, es hat aber keine mit willen darauss gewollt. S. Mariae Magdalenae oder Reuweren closter. Den 21. Martii, dess a rider n tags, haben die herren in dem closter Iteuweren denselbigen frauwen das vorige vorgebracht unndt die gemelte pension zu geben versproehen, auch iede in sonderheit examinirt. Da haben sich drey befunden, nemblich cine N. X. von Keppenlach, so vom adel wahr, Magdalena Kleyberin, eines burgers tochter, die dritte, Anna Schultzin, eines burgers tochter von Zabern. Disen hat man iaehrlich das versprochene gelt undt frucht geben und werden lassen. Waren tlamahlen pfleger herr Glaus von Bietenheim, XV or , herr Heinrich Obrecht, auch XV >r , die priorin Ursula Woehrlerin, der scbaftner Felicianus Ghunig. Es seindt auch die herren widerumb disen tag, den 21. Martii 1592, zu S. Maigreden kommen, mit voriger verheissung, alss hat aber keine heraussbegert. Waren damahlen pfleger Claus Jacob Wurmbser, stettmeister, herr Jacob Kûps, XV er , die priorin frauw Margred Stemlerin, gebûrtig von Hagenauw, schaflher dess clostei-s, Christoph Zeyssolff. S. Matthaei unndt Nicolai in undis closter wûrdt zerstoert. Anno 1592, freitags den 14. Aprilis, hat man aile closterlrauwen zu S. Matthaei unndt Nicolai in undis in die schafîeney gefûhrt unndt auss dem closter gethan undt die welche zu ihren freunden begert haben, hat man sie ihnen folgen lassen. Son n tags daraufT, alss den 16. Aprilis, hat man am morgens frûhe mit zwey gedeckten wegen zu S. Margreden acht closter- frauwen von S. Niclaus in undis gefûhrt, darunter auch wahr die priorin Salome Braunin, und haben sie drey schailner beleitet, nemblich der in dem spithal, der zu S. Margreden, und ihr eigener schafïher, der zu S. Matthaei und Nicolai in undis. Den 24. Aprilis 1592 ist Catharina Braunin, herren Jacob Braunen tochter, welche auch in diesem closter gewesen, durch ihre freunde mit bewilliguug der herren von der statt Strassburg, zu dem herren pfarrer zu S. Aurelien, sie zu unterrichten, gethan worden, aber sie wollt allda nicht Digitized by Google - 28 bleiben, sondern sie ist zu S. Margreden in dass closter zu ihrer priorin kommen und sich widerumb zu ihr begeben. Bischoff Johann von Mundetscheidt sth-bt gelinaen todts. Anno 1592, aull' sambstag den '2*2. Aprilis, morgens zwischen 1» undt 1U uhren, ist bischotl* Jubann von Manderscheidt zu Elsass-Zal>crn in seinem schloss gelingen todts verscbieden, alss er seinen abschiedl neinmen wotte von rheingraff Friedrichs gemahlin, einer gebornen graeflin von Nassauw, welche ihne besucht batte, beuebeu ihrem herren. Freitags den 28. Aprilis ist die leich mit einer grossen procession auss dem schlos* in die pfarrkirch, in die capell getragen worden, unndt ara morgen, den 2î). Aprilis, naeh catboliscbern gebrauch zur erden hestattet. Hat das bistumb 23 iabr und» 2 monath regiert undt viel widerwertiges mit der statt Strassburg gehahl. Carthaxtss. Anno 1592, 17. Aprilis, soll den Carthaeussern auf ibr begehren, von den herren von Strassburg eine resolution zukommen sein, darmit sie nicht zufrieden wahren, sondern ihren ahschiedt begerten undt darumb angchalten, ist ihnen in ibrem l>egehren willfahrt undt jedem 50 gulden zum zehrpfennig gegel>en worden. Seindt darauf fi-eitags, den 29. Aprilis 1592, morgens sie drey, Johannes Sehustein, der pater, Anthonius Chemerensis der vicarius, undt Gerhardus X. N., eonvenlualis, binden an ihrem hoff in das scbill' gesessen, durch die iVeusch auf den llbein und hinab auf Maintz zu ge- fabren. Der vierte, Emmerich Ueysigel, eonvenlualis, ist hinden ucklis seines priors undt obne vorwissen der herren von Strassburg darvon gelollen unndt die weitbe gesucht. Pis stehen noch ettlicbe wenige gebaeuwe daraussen in der Carlhausseu undt haben die herren der statt Strassburg einen ineyer daselbsten sitzen. Dass obss auss den gaerthen ist hiebevor unter die herren XIir* r aussgetheilt worden. Unter anderen gebeuwen stehet noeb aueh ein soinmerhaus, darinnen hiebevor iaehrliche der grosse undt kleine raht ein abendtzeren gebalten haben, und hinauss spazieit seindt. 1593. Carthauss. Anno 15*13, auf sambstag den 28. Aprilis, ist der pater auss der Car- thausseu, von Maintz widerumb gen Strassburg kommen undt in den Carthaeusserholl wollen einkebren, aber es ist ibme von dein scbaffner Egmuudt Reisseissen angezeigt worden dass er keinen befelch habe ihne aufzunehinen. Darauf ist er zum Ochssen, sampt seinem provincial, einge- kehrt. Nachdem ihme aber von der statt ein kurtzer besebeidt worden, ist er widerumb abgezogen. Digitized by Google — 29 — Nota : Die spenn mit Strassburg wegen der Cari haussée soll Ihro koenigl. Mayestet in Franckreich entlich aufgehoben undt vergleichen lassen. Daraul wurde den Carthaeusseren gen Molssheim wider gefolgt, ihre fenster, kirch- zierdten undt stattliche bibliotheca, anno 1600. Vide eomplementum Chron. Kuenigshoften manuscripturn. Wechssel auff gericht worden. Anno 1593 wardt der wechssel unter der canlzley aufgericht, eonsule prima vice Philippo Woehrlin, praefecto tribus pelliflcum. 1594. Ammeisteï irtenfrey erkandt. Anno 1594 wardt von herren schoeflel undt amman erkant dass hienfûro ein ieder ummeister, der in dem ampt ist, auff der ammeisterstuben soll irthenfrey sein, wie der stettmeister, dan zuvor mussten sic irten geben. Auch wardt erkandt dass ein jeder hienlïiro das burgerrecht uin 8 goWt- gulden in specie undt 7 schilling kauffefi solte, dan zuvor bekam man dassellwge um 3 pfundt, 3 schilling. Funffzêhner wahl. Anno 1594, alss herr Jacob Kûps dass erste niahl regierender ammeister zu Strassburg wahr, oberherr zur Blumen, wardt erkandt dass die neuwen XV*"" von raeth undt XXI. solleu erwaelt werden, dan zuvor woelten die herren XV. dieselbigen in ihrer stuhen. Schlagglocken zersprungen. Diss iahr zersprang die glockh bey dem waechlerheusslin, so allemahl nachgeschlagen, wegen grosser kaelte, die diesen winther wahr, bat 70 centner gewogen. Im Junio 159i, wardt die ietzige widerumb gossen, wiegt 106 >/» centner. 1596. Rathpfeiffer abgeschafft. Anno 1596 wardt zum tu nllten mahl zu einein ammeister erwaelt lier Wolffgang Schoetterlin, der entschuldigt sich wegen unvermoeglichkeit, darumb wardt ahn seine statt erkosen herr Henrich Obrecht, sein tochter- mann. Dieser ammeister wolt nicht dass die stattpfeifler, wan er am sontag auff die stuben gieng, sollen inusniren, wie bisshero hraeuchlich wahr, darumb wurden sie beurlaubt. Drey fûmeme burger gericht. Anno 1596, den 20. Hornung, wardt Christoph Zoller, soldtnerhauptmann, Henrich Haas, ein metzger, undt Isaac Zorn, ein lederbereitei , mit dem schwerdt gericht, welclie auf der strassen «lie leulhe angegriflen undt beraubl hatten. Digitized by Google - 30 - Ertzherzog Mathias zu Straasburg ankommen. Anno 1596 kam ertzhertzog Mathias, nachmahlen roemischer kayser, gen Strassburg, schenckt ihme ein ersamer raht ein geschirr fur 100 gulden undt 900 goldtgulden darinnen. 1597. Statt bauw. Dièses îahr erhoeht nian den thum am Fischerthor, undt macbte den fichutzgatter daselbsten, consule secunda vice Johanne de Hohenburg. 1598. Dreyer der Mûntz mit dem schtverdt gericht. Anno 1598 wardt Paulus Messerschmidt mit dem schwerdt gericht undt sein guth der statt eigen gemacht, welcher erstlich dreyerknecht auf dem pfennigthurm, darnacb kornmeister, undt endtlich dreyerherr in der statt mûntz worden, undt aber in solchen empteren der statt vil abgetragen natte. Kindt geiveint im mittterleib. Anno 1598, im Junio, hoerte man ein kindt im mutherleib weinen. Die frauw hatte einen Schneider, undt wahr Daniel Oesingers, des ganthmeisters tochter, consule Christophoro Staedelio, prima vice. 1 599. Stattbauw. Anno 1599 wardt der bauw am Chronenburger thor gemacht, oder angefangen, das wasser, so innerhalb des thors durchlieff, verschûtt, das gewoelb erlaengert undt der thurn erhoecht. Wardt anno 1602 vol I end t. Der teuffel aU ein Iwchzeitter ausgeruffen. Anno 1599 kam eine frauw mit ihrer tochter im Maio zu herren Henrich Greiner, dem pfarrherren zu S. Wilhelm, die brachte einen zettel, mit vor- geben es hette denselben der tochter hochzeitter, ein sludent, Peter Frey genandt, geschriben, undt begert in der kirchen aussgeruffen zu sein. Alss aber der pfarrherr nach dem hochzeitter undt der tochter vogt fragte, sagte die muther der hochzeitter seye ûber feldt, undt der vogt kranckh. Alss man sie nuhn aussgeruffen hatte, da lieffen muther undt tochter darvon. Nachmahlen erfuhr man dass muther undt tochter hexen undt der gênante hochzeitter der teuffel selbs gewesen. Undt hat N. N. Schramm, ein Wil- helmiter den zettel auf ihr angeben geschriben, welcher auch darum car- rerirt worden. Digitized by Google - 31 - 1601. Hertzog Frantz von Lûneburg ertruncken. Anno 1601, 25. Decembris, ist hertzog Frantz von Lûneburg zu Renchen- loch ertrunken, undt anno 1602, . . . Martii im Munster begraben, wie die trauerfahnen in S. Catharinae capell solches anzeigen daselbsten. 1603. Stattbauw. Anno 1603 wardt der wahl hinder S. Johann undt S. Margreden zusammen gezogen, erschûtt, die fûtterung aufgemauert, der graben aussgefûhrt, die pastey am eck auft das wasser, wie auch die hinder S. Margreden gemacht, und anno 1604 vollendt, consule Johanne de Hohenburg tertia vice. 1605. Grosser schnee gefallen. Anno 1605, 27. Decembris, fiel in der nacht ein so grosser schnee, dass keinem menschen dergleichen gedacht hatte, ist lang gelegen, undt inussten die burger de» naechsikûniïtigen 1606 iahrs frohnsweiss solchen in das wasser fûhren. In dem feldt verdarb mancher mensch in de m schnee, so man fandt alss er abgangen wahr. lnsonderheit hat man auch drey baurenjungen bey einander in einer gruben ligendt funden, deren einem das gantze gesicht geschwaerzt wahr. Haben auss einem dorff in das andere gehen wollen, die heiligen drey koenige zu spielen, consule tertia vice Philippe Woehrlin. 1606 SchiiUheissen getHcht abgeschafft. Anno 1606 wardt das schultheissgericht bei S. Barblen abgeschaffl undt dem stattgericht einverleibt, alss man gegen dem schwoertag die gericht besetzt hatte, consule tertia vice Jacobo Kùpsio. Stattbauw. Anno 1606 wardt der wahl zwischen dem Neuwen thor undt den ge- deckten brucken in Crauténauw angefangen zu machen, die maur abgedacht, der graben aussgefûhrt undt die pastey am wasser gebauwen, ailes im iahr 1609 vollendt. Brunst zur Wannen. Anno 1606, an S. Ulrichstag, in der mess, brandie die herberg zur Wannen am Fischmarkh ab, welches feuwr eingelegt wahr, undt wenn es nicht am tag undt so grosse rettung aida geweasen, so waere das gantze Spittelgaesslein daraufl* gangen. Digitized by Google — 32 - 1607. Schiesshaus atigegangen. Anno 1607 wolt ein goldschmidtsjung, weiln man auf dem Schiessrain zu abendt gezert, pulver aufl' den taffeln, unlen im sehiesshauss suchen. Aïs» er aber einen lundten neben sich legt, welcher ettliche koernlein pulver, so verschûttet wahr, berûhrt, gieng die pulverladt in welcher noch auf 12 pfundt pulver wabr, an. Darvon wardt das schiesshauss dermassen ei-schûttert dass das taffelwerckh zu reissen (sic) undt ettliche glaesser auf den tischen umbgefallen seindt. Einer seine n vogt erscliossen. Anno 1607, den 20. Septembris, bat Hans Philips Mûller seines vetteru schwager undt seinen vogt Casparum Museulum, einen buchbinder, alss er auss der kirch zum Junjren S. Peter gieng, in der Grossen Kirchgassen, auss vorgesetztem neidt moerderisch erschossen. Wardt den 25. Septembris 1607 aufl einer schleiffen hinaussgeschleiffl, geradbrecht, die rcchte handt abge- bauwen, undt der faeustling mit welcheni er den mordt gethan, in die handt gebunden undt auff das radt darauff er gelegt wardt, gesteckt. Bischoff Carlen, hertzog auss Lotlteringen, geslorben. Anno 1607, den 14. Novembris, da stai b Carolus, hertzog aus* Lotha- ringen, cardinal undt bischoff zu Metz undt Strassburg, zu Nancy, wardt allda begraben. Dem succedirte ertzhertzog Leopoldus von Oesterreich, welcher von den bapstischen capitularen in dem vertrag zu Hagenauw, anno 1604, zu einem coadiutore dess bisstumbs ernennl wahr. Der liess ihme den 25. No- vembris 1607 zu Moltzheim, undt den 26. Novembris zu Zabern, alss einem bischoff schwoeren. Grosse kaelte eingefallen. Anno 1607 fiel eine solche grosse kaelte ein, dergleichen keinem menschen gedacht, die wehret biss in die fasten dess 1608 iahrs. Von diser grimmigen kaelte erfrohren nicht allein die reben, sondern auch ailerhandt, sonderlichen aber die nussbaeume, davon entstundt eine grosse theurung in allen sachen. Rheinbruckli yebrochen. Alss nuhn der Rhein wegen der obgangenen kaelte maecbtig starckh mit eiss gieng, stiess das eiss zwey ioch an der brucken hienweg, undt fielen zwey bauren mit einem wagen undt vier pferden in den Rhein. Die pferdt seindt ersoffen, die bauren aber salvirten sich auf die eissschemel undt wurden errettet. Darnach brachen noch vier ioch, derowegen mussle man reissige leuthe mit schiffen undt schweren costen ûberfûhren, biss die bruckh wider gemacht wardt. Da musste eine persohn drey pfennig zoll geben. Man Digitized by Google — :« - hrach auch zugleich das alte Zollhauss al> un«H lieng das neuwe mil einem sfeinerin fundament au zu bauwen, das wardt 1600 vol I end t. I6O8. ErtzheHzog Leopoldus bischoff, :u Strasaburg. Anno 1608, 18. Januarii, kam Leopoldus ertzherzog auss Oeslreich, liischoff zu Strassburg uudt Passauw, in grosser kaelte abendts spath auf schlitten gen Strassburg, lag zu S. Johann zum Grfinen Woerdt zur herberg. Dess andern tags zog er alsshaldt wider nacher Moltzheim. Zuvor wardt ihme das xeughauss, speicher undt der .stalt keller gewissen, auch zwey fuder, halh weisser undt rother wein, benehen 30 lierteln hahern, verehrt. Wolfgang II..., der jung, verwieaen. Anno 1008 hat W. H. der jung, Carolum Moessinger bey naeht auf der gassen erstochen. Der lag von derselben zeit gefangen biss auf den 'M. Octobris diss 1611 iahrs. Da wai*dt er auf die pfaltz gefùhrt undt ihme das urthel vorgehalten, dass er 200 gulden in das waisenhauss, 200 gulden in das blaterhauss strafl gehen, auch allen uncosten der lieedei-seits bisshero aufgangen, undt sich in 1500 gulden IwlûfT, erlegen soit, die .^lutt auch auf zehn iahr verschwoeren, liey zehu moileu nichl dahienzukommen, undt soit in acht tagen aussziehen. 1009. Sterbent rue Strassburg. Anno 1601), undt Michaelis, erzeigte sicli zu Strassburg ein sterl>endl, welcher in der slatt undt landt dise* iahr auss undt in dass kûntftige iahr zitnlich grassirt, wie dan 10*23 persohnen anno 1609 geslorben seindl. 1610. Stattbauw. Anno 1610 wardt der rechen vor der gedeckten brucken in S. Johanns- giessen gemacht. 1611. Mordtthaten geschehen. Anno 1611, iin Martio, hat Johann Cuntzmann, welcher )>loedt im haupt worden, seine frauw mit einem brodtmesser in den rucken gestochen, dass sie nach ettlichen tagen gestorben. Den 12. Maii 1611, hat Johann Cuntzrnann sich selbs, weilen man in der kirche gewessen, mit einem handtrohr erschossen. Stettmeister abgesetzt worden. Anno 1611, 16. Julii, wardt herrn Henrich Bûchssner, stettmeister, der hescheidt, dass er seines amptes solte entsetzt sein, ahnestatt der ge- Digitized by Google - 34 — faengnuss vier wochen zu hauss bleiben, undt 1000 gulden straff geben, nemblich 500 gulden in das waisenhauss, undt 500 gulden den armen schulern zu S. Wilhelm. Ist von unzûchtigen weibern im gefengnis* ange- geben worden. Grogs fass gemacht. Anno 1611 wardt das grosse fass im stattkeller gemacht, haltet 33 fuder, 9 ohmen, der krantz aber das kunAtig 1612 iahr. Giesshùtt gebauwen. In dissent iahr, den 5. Decembris, wardt die giesshùtt bey dem Weissen thurn aufgeschlagen, da ein zimmergesell von einem grossen balcken er- schlagen, undt der meister an einem aug verletzt worden. Wardt das kùnff- tig 1612 iahr vollendt. 1612. Neuwe mandata verle$en worden. Anno 1612, ain schwoertag, seindt zwey mandata verlessen worden, eines, dass kein weibsbildt sieh hienfûro, bey verlust ihres burgerrechts ohne vorwissen ihrer eltern, voegten undt verwanthen, mit ausslaendischen ehe- lich verloben soit, das ander, dass ein ieder, so alhie begert burger zu werden, dasselbig umb 20 goldtgulden in specie undt 7 schilling kauffen undt wo einer vorhin 3 schilling verstallt, hienfûro zum wenigsten 12 schilling stallgelt geben soll. Jedoch sollen die so albereith burger seindt, bey dem alten stallgelt gelassen werden. Neue ivaclUen. Nacbdem ein ersamer raht durch warnungschreiben undt auch kundt- schaiïten in erfahrung bracht, dass allerhandt practicen, so wohl wider die statt Str.issburg alss Oberkirch heimlich tractirt wurden, insonderheit aber auf den Zeughoir, alss fûhrt man den 21. Junii 1612 etliche geschùtz auf die waehl ahn nottûrftiye ortb, undt mussten die quartier tag undt nacht wacben. Es wurdt auch ein iede rott auf dem ZeughofT umb vier mann gesterckt. dass rnan hienfûro an drey orthen schiltwacht halten soit. Auch mussten 250 mann auf fûnff zunftstuben wachen. Wardt auch gebotten dass ein jeder burger, so stallung bat, oder frembde leuth in der mess l>eherrbcrgl, seine stalluug mit ketten verwahren undt kein frembden in dem stull oder einem ein liecht lassen soit, bey strail* 50 pfundt pfennig. Doerfft auch niemandt bey straff hundert thaler, J>ey nacht auff der gassen reuthen oder fahren. Man hielt auch wacht auff der Teutschen Auw, undt an anderen wassern, die schiffe zu reformiren, ebe sie in die statt kamen. Ein ieder burger musst, bey strall .'10 schilling, die wehr anhencken, wan er in die kirch >fieng. î>. Johann undt andere cloester wurden auch verwacht undt fûnff thor die gantze mess, wie auch das Munster, zugehalten. Digitized by Google - 35 - Hehser Sommer. Anno 1612, da wahr ein heisser sommer, dahero aile wasser gar klein wurden, dass man nicht mahlen konnte. Da gebolt mai» den 10. Augusti 1012 iahrs, wasser fur die thûren zu slellea. Auch gab ein ej-samer raht zu Strassburg den burgern meel ab dem speicher, den sester umb fûnO batzen. Herr Ammeister Schoetterlin verstorbeti. Anno 1612, den 10. Octobris, da starb herr Wolflgang Schoetterlin, allainmeister, in dem 91. iahr seines alters. Der liât das ammeisterampt sieben mahl erreicht, aber nur dreimal regirt, weilen er anno 1596 das ammeister- ampt resignirt, dessen er auch a ut sein bitten ist erlassen worden. Er ht ofll in wûchtigen sachen im raht berulTen worden undt wan er bloedigkeit halber hat kommen koennen, bat er seinen silz am tisch bey dem rahts- schreiber gehabt. Undt weilon er oflt in gleichen felligen sachen hat erzehlen koennen was vor vielen iahren erkandt undt erfolgt wahr, ist er das le)>endige protocoll genandt worden. Er hat mit zwey weibern 17 kinder erzielt, von denen er 238 seelen von seinem leib entsprossen geschen hat, nemblich 108 enckel, 111 uhrenckel undt 2 aberenckel. Von diesen hat er 7 kinder, 50 enckel, 83 uhrenckel undt 1 aberenckel hinderlassen, die auderen î*7 seindt vdr ihme herrn ammeister, seelig verstorbeu. Garthner ordtnung gemacht. Anno 1612 macht man die stein mit den zahlen in den boden am Fischmarckh, dass die garthner hienfuro, wo ein jeder feil soll haben, los*en sollen, damit das gezaenckh vormitten blib, so bissher ofTtmahl gowessen. Den 2. November losten sie zum ers I en mahl. Grosaer windl undt theuwerung nacligelassen. Anno 1612, den 18. Decembris, entslundt ein grosser windt, der wehi te biss weynachten, warlf zwey heuwaegen auf der Rheinbrucken undt einen vor dem Munster umb, thaete ahue strodaechern fûr ettlich hundert gulden schaden, riss haeume auss dem erdtreich. Den 23. Decembris hat es auch gedonnert undt geblitzt. Diss iahr liess die theurung, so nuhu ettliche iahr geweret, nach, nacli der erndt. Dan zuvor galt ein fiertel weitzen 4 undt mehr gulden, ein tiertel korn 34 schilling, ein viertel gerst 32 schilling. Hernach aber galt ein fiertel weitzen 30 schilling, das korn 28 schilling, die gerst 24. Der wein wahr zimlich sauwr undt galt der ohmen 16. 17. undt 18 schilling. 1613. Herr ammeister Griinivaldt verstorften. Anno 1613, den 16. Januarii, da starb herr Wolflgang Grûnwaldt, aller ammeister, welcher das vorige 1612. iahr im ampt wahr. Digitized by Google - 36 - Statthaller zu Benfelden gericht. Anno 1613 liess bischofl' Leopoldus, ertzhertzog auss Oeslreich, den . . . Aprilis herrn Laurentium von Kammin oder Hamsy, seinen obristen, nun- mehr aber statthaltern zu Benfelden, gen Hohen Barv ffihren, undt daselhsfen «las haupl absehlagen. Maleficanten hauss nnyeznndet. Anno 1(513, den 10. Maii, brannte «las hauss allda nian den armeu sundern, so hinauss gefûhrt werden, zu trincken giebt, zum guthen theil mit elllicben seheuern ab, welches der frauw im hauss sobn, auf 18 iabr ait, angesteckt, Augustinus Tren.sz genandt. Der bekannte hernach dass ihne der teuflel, mit wolehem er zu tbun undt geredt batte, solches zu thun geheissen. Der wrtrdt den 18. Junii 1013 mit dem schwerdt gericbt. Groxs donner, hagel undt regen gewessen. Anno 1613, den 18. Junii, fiel umb 12 ubren ein hagel gai* schnell undt dickb, darunier schlossen, wie baumnûssen. Daraulf folgt ein gross wasser, dass es zwoeliï wochen lang geregnel, abn einander. Darnach, den 28. Junii, abendts, zwiscbeu 7. undt 8. ubren, kam ein erschruecklicbes wetter ûber die statt, welches von drey orthen zusamnienzog, hefftig donnert undt hlitzet, alss wan 50 oder 00 grosso sluckh von doppelhaeken zugleich loss undt ab- geschossen wûrden. Man salie von wi'ttheui die donncrstrahleii wie feuwrige spiess fahrcn. Disses wetter scblug zu Strassburg an unterschiedlichen orten zugleich ein. Nemblicben zu S. Margreden scblug es einen baum entzwey, in stettmeister Hug Slurms bolf, in den scbneckeuthurn undt saal, in eines rothgiessers hauss bey dem Happen, scblug es einen halcken entzwey, in iunckber Seliastian Muegen hauss fuhren drey straal, doch ohne schaden. Im thurn Insy dem HeiTenstall lag ein buchtruekergesell gefangen, Jacob Portig genandt, den trafT ein straal dass er gleich todt war, undt einen anderen, so ihn besucbt hatte, undt ihme eben valedicirt, versenckte es die handt, daran er lang zu heilen batte. Dos wette>' beschaedigt die kirch zu S. Ma>\r. Anno 1613, den 16. Julii, kam abermahlen ein erschroeckliches wetter, «las scblug das thûrnlein auf der kirchen zu S. Marx mit einem grossen stuck der mauren hienweg, fuhr in den kreutzgang undt beschediget dess pfisters k née ht dermassen, dass er lang zeit fur todt undt ohne reden lag, doch wardt er wider maennigliches verhoflen l)ey ilem leben erhalten. Xeuwe» mandai erganyen. Anno 1613, umb Johanni, kamen allerhandt warnungen einem ersamen raht zu Strassburg zu. Derowe r en ein ersuwier raht gegen Johanni mess ge- Digitized by Google — 37 bieten lassen, dass 1) Ein ieder burger 2 ohmen wasser fur die thûren setzen soll. 2) Ein ieder so leuthe beherbergt, soll ihme bûxen undt bantzer in verwahrung abnehmen, wolte sich aber einer wegern, soll der huiler solches dem berrn amraeister anzeigen. 3) Ein ieder .soll seine gaeste aile abendt geschrieben geben, bey straff 30 schilling. 4) Furier undt leulhenandt soll man unverhindert passiren lassen. 5) Wass fiïr wein die burger die mess durch, brauchen, solten sie verungelten bey straff fûnfl pfundt pfennig. 6) Die costgaenger soll man gescbrieben geben. 7) Die aufferleglen gewâhr soll man in guther bereitschafl halten. 8) Ein ieder burger soll sein seithen- wehr bei sonn- undt wercktagen in die kirch tragen, bey straff 30 schilling. 9) Ein ieder soll seinen stall versperi-en undt bey nacht keinen frembden darein kommen lassen. 10) Der pfenning ballon (so a m hait zu gering gewessen, undt bey straff lùnff pfundt pfennig verbotten wurde disses iahr einzunemmen, alss 12 fur einen batzen), solte man vermoeg der herren ordtnung gute achtung haben. 11) Die lucerneu soll man in gutter bereitt- schafft halten. Der bischoff von Strassburg eingezogen. Anno 1013, den 6. Julii, kam bischoff Leopoldus gen Strassburg, undt zog in herrn Pauli Muegen hauss ein, sampt seinem gesûndt, wurde frey gehalten. Dess auderen tags, zog er aufden reichstag nacher Regenspurg, verehrte in die kûchen 50 gulden. Kirchenraeuber gericht. Anno 1613, den 3. Septernbris, wardt in der nacht, in die kirche zum Jungen S. Peter gebrocben, al Ida zwey ergriffen, deren einer, die 7«wiebel- supp genandt, mit dem s t rang gericht wurde. Weis8ensâcklin angefangen. Anno 1613, auf montag den 22. Novembre, wardt bey herren undt XXI. erkandt dass man das saecklin in der achterpredigt fur die waisen- kinder solte umbtragen. Solches geschahe zum ersten mahle den 22. No- vembre, auf montag 1613. Dickpfenning gemùntzt. Anno 1013 Oeng man an zu Strassburg dickpfennnig zu inûntzen. Man schlug auch im Dezember an dass man einen reichssthaler umb 22 batzen, einen koenigsthaler umb 24 batzen, eineu gulden thaler umb 19 batzen, undt einen ducaten umb 2 gulden, 6 batzen einnemen sollte. 1614. 'Falscher schv*oerer gestrafît. Anno 1644, den 26* Aprilis, verklagt ein Schneider einen garthner vor der obrigkeit dass er unter anderem muthwillen, so er bey naechtlicher Digitized by Google - 38 ~ weil auf der gassen getriben, auch seinen schildt verschlagen habe. Der garthner erbietet sich einen eydt zu thun dass er unschuldig were, als er aber uberwiesen wardt, sagte er, er bitte gott wan er ess gethan, daas er den lag nicht solte uberleben, geht darauff nacher hauss, alss er aber zu demselben eingehen will, felt er zu boden undt ist strack todt. Neitwe wachtordtnung gemacht. Anno 1614 wardt die statt Strassburg al>ermahlen kriegshalben gewarnet. Darumb wurde das gestreuss vor dem Weissenthurra hienweg gehauweo, die strass gradt gegen der warthen zu richten. Man wolte auch eine vorwehr daselbsten biss zu dem Cronenburger thor machen. Auch machte man dass eiserne gûtter undt waltzen unter dem gewoelbe auf dem wasser bey der Achtraedermûhl. Es wurden auch die quartier geaendert undt allerwegen die naechstgesessenen zu iedem quartier genommen, auch geordnet dass all- wegen zwey rotten schildtwacht stehen, die dritte rott aber solte runden, also dass aile stunden einer auss nnd durch das gantze quartier runden yehet, dass also, neben den schildtwachten, die gantze nacht auch runden mit laternen auf allen waehlen sein solten. Man thaet auch haussuchung zu erfragen wass ein ieder burger fur leuthe im hauss hait. 1615. Bettlerordtnung angericht. Anno 1(H5, den 17. Januarii, wardt von raeht undt XXI erkandt undt sontags hernach auf allen cuntzleu verlesen dass die burger hienfûro desto reichlicher in den schwartzen korb steuren, aber keinem bettler nicbts geben, sondern dieselben zu S. Marx weissen solten. Allda wûrdt man den durAtigen steuern, die starcken aber zu bequemblicher arbeyt anlialten und weisen. Wunderteiclien gesehen xvorden. Anno 1615, den 10. Januarii, abendts umb, oder zwischen 7. undt 8 uhren, wahren grosse feuwrzeichen am bimmel, undt morgens umb 4 uhren sahe man ûber dem Munster ein grosses feuwr, wie eine fackel, in den lûfften. Ein radt von Studtgart gen Strassburg getriben. Anno 1615, den 14. Aprijis, trib Melchior Scheuring, ein schmidt, zue Studtgardt, ein radt, 90 pfundt schwer, in 32 stunden von darauss biss gen Strassburg, undt weilen die wettung 32 reichsthaler wahr, undt er auch noch l>/j stunden zum beslen hatte, gab rnan ihine einen schein aus der cantzelley. Digitized by Google _ 39 _ Prophêt in dem Munster aufgextanden. Anno 1615, den 23. Julii, thaet herr Johann Scheuring die ambtpredigt im Mûnster, undt alss man aussgesungen, stundt einer, Johann Altvatter genandt, welcher ein heimlichcr evangelischer prediger zu Coellen gewesen, bey dem gesang auff, undt schlug mit einem geflochtenen geyselstab dreymahl auf das gesangbuch undt sagte gegen dem prediger: Halte in, hait in ! Hoert dess Herren wort, ihr die gemeindt zu Strassburg. Es spricht der prophet Jeremias in seinem 4. capitel : Verflucht seye der dess Herrn worth hien- laessig verricht! Verflucht sey der sein schwerdt in helt, dass nit hluth ver- giesse! Indem er das sagte, risson ihn ettliche auff des pfarherren wincken auss dem stul, undt alss ihn die thumhûtter fûr dess herrn ammeisters stul lûrûber fûhrten, sagte er : Ihr herren, straffet mit mehrei-em ernst alss biss- hero geschehen! Man fûhrt ihn in thurn, er aber wolt keine hloedigkeit dess haupts gestehen, sondern sagt, der herr Christus were ihme den 18. Junii im Munster erschienen, undt habe ihme befohlen der gemeindt etwass an- zuzeigen, das wolte er thun. Er aber wardt wider seinen willen auss dem thurn gelassen undt mit einem zehrpfennig auss der statt geschafft. Eines Polen betrug offenbar worden. Anno 1615, den 30. Julii, ist Johann Seditz, ein polnischer freyherr, welcher herrn Mag. Melchior Specceri, pfarrers zu S. Niclaus, tocbter N. N., geehlicht undt von anno 1613 biss dato 1000 gulden verthan, nuhn aber auf das neuwe vil schulden gemacht hat, aussgerissen undt widerumb in Polen gezogen, seine frauw, welche mit ihrem valter undt muther damahlen im saurhronnen wahr, beraubet, undt meistes mitgenommen. Digitized by Google VON DEMSELBEN VERFASSER SIND ERSCI1IENEN : Graf Ernst von Mansfeld im bohmischcn Kriege, Kil8 — 1621. Braunschweig, 186T». in-8. Jt. 1 8<» Beitrâge zur Geschichte des Elsasses im dreissigjâhrigen Kriege. I. Strassburg and die evangelische Union, 1618—1621. Mûlhausen, 1868, in-8. (vergriffen t Bibliothèque Alsatique. Catalogue des livres, manuscrits, etc. de M. F. C. Heitz, avec notice préliminaire. Strasb., 1868, in-8 (vergriffen) La destruction du protestantisme en Bohême Episode de la guerre de trente ans. Seconde édition. Strasb. 1868, in-8. 2 40 Josias Glaser et son projet d'annexer l'Alsace à la France, 1639. Mulhouse, 1869, in-8. (vergriffen) Les bibliothèques publiques de Strasbourg, incendiées le 24 Août 1870. Paris. 1871. in-8. 1 — La sorcellerie au seizième et au dix-septième siècle, particulièrement en Alsace. Paris, 1871, in-8. 2 80 Les mémoires d'nn commis-négociant strasbourgeois au seizième siècle. Mulhouse, 1872, in-8. (vergriffen i Abraham Lincoln, conférence faite au profit des victimes de la guerre. Strasb., 1872, in-16. — 80 La chronique strasbonvgeoise de J. J. Meyer, l'un des continuateurs de Kœnigshoven. Strasb., 1873, in-8. 2 40 Ausfûhrliche Beschreibung der Stadt Strassburg. Chronique de 1672 à 1«84. Colmar, 1873, in-8. 2 - Les statuts de l'ancienne Université de Strasbourg. Mulhouse, 1873, in-8. 1 H< » Zwei Lieder ûber den Diebskrieg oder Durchzug des Navarrischen Kriegsvolkes im Elsass, 1587. Strassb, 1874, in-8. 2 8o Strassburg ira 6echzehnten Jahrhundert (1500—1591). Aus der Imlin'schen Clironik Colmar, 1875, in-8. 2 40 Le grand tir strasbourgeois de 1576 et la venue des Zurichois a Strasbourg. Strasb., 1876, in-8. 1 — Zur Geschichte des grossen Strassburger Freischiessens nnd des Zûrcher Hirsebreis. 1576. Strassb., 1876, in-8. 2 40 Le marquis de Pezay, un touriste parisien en Alsace au XVIII' siècle. Mulhouse, 1876. in-8. 1 60 Strassburger Chronik von 1677—1710. Mémorial des Ammcisters Franciscus Reiss- eissen. Strassb , 1877, in-8. 4 — Wolfgang Schuch, ein evangelischer Martyrer des Elsasses. Strassb., 1877. in-18. — 20 Soldat, moine et maître de danse. Mémoires d'un Alsacien au XVIII* siècle. Strasb., 1878, in-18. (vergriffen) Die Beschreibung des BischOflichen Krieges auno 1592, eine Strassburger Chronik. Strassb., 1878, in-8. 3 20 Les tribulations d'un maître d'école de la Robertsau pendant la Révolution. Strasb.. 1879, in-18. — 60 Pierre Brully, ministre de l'Eglise française de Strasbourg. 1539—1545. Strasb.. 1879, in-8. 2 - Strassburg im dreissigjâhrigen Krieg. Fragment aus der Chronik des Malers J. J. Walther. Strassb., 1879, in-4. 1 60 Strassburger Chronik von 1657—1677. Aufzeichnungen des Ammeisters Fr. Reiss- eissen. Strassb.. 1880. in-8. 2 80 Digitized by Google Notes pour servir à l'histoire de l'Eglise française de Strasbourg (ln4ô— 1794). Strasb., 1880, in-8. 2 40 L'Alsace pendant la Révolution française. I. Correspondance des députés de Stras- bourg à l'Assemblée nationale (année 1789). Paris, 1880, in-8. 6 40 Seligmann Alexandre ou les tribulations d'un Israélite pendant la Terreur. Strasb., 1880, in- 16. (vergriffen) L'Oeuvre de bienfaisance pour les pauvres honteux protestants (Privatarmen-Anstalt), 1780—1880. Strasb., 1881, in-8. (nicht im Handel) Les colloques scolaires du Gymnase protestant de Strasbourg. Strasb., 1881, in-8. I 20 L'affaire de Tisza-Eszlar. Episode de l'histoire de l'antisémitisme au dix-neuvième siècle. 8trasb , 1883, in-8. — 60 Bilder ans der Schreckenszeit Erlebnisse eines deportirten elsâssischen Geist- lichen. Strassb., 1883, in-18. — 60 Albert Schillinger, souvenirs pour ses amis, avec des extraits de son journal pen- dant le siège de Strasbourg. Strasb., 1883, in-18. 4 — Der Apostel Paulus, ein evangeliscbes Lebensbild aus dem ersten Jahrhundert. Strassb., 1883, in-lti. — 3ô Vieux noms et rues nouvelles de Strasbourg. Causeries biographiques d'un flâneur. Strasb., 1883. in-16. 2 80 Geschichte des Neuhofes bei Strassburg, eine historische Skizze nach ungedruckten Dokumenten. Strassb., 1884, in-8. La justice criminelle et la police des mœurs an seizième et au dix-septième siècle. Causeries strasbourgeoises. Strasb., 1886, in-16. 1 60 Charles de Butré, un physiocrate tourangeau en Alsace (1724— 1805), d'après ses papiers inédits. Paris, 1887, in-8. 4 — Aus der Geschichte des Dorfes Furdenheim (1662—1679). Aufzeichnungen Reiss- eissens. Strassb., 1887, in-18. — 60 David Livingstone, missionnaire, voyageur et philanthrope, 1813 — 1873. Paris, 1885, in-8. 1 20 Louis XIV et l'Eglise protestante de Strasbourg au moment de la révocation de l'Edit de Nantes. 1685-1686. Paris, 1887, in-18. 2 40 La Cathédrale de Strasbourg pendant la Révolution. Etudes sur l'histoire politique et religieuse de l'Alsace (1789—1802). Paris, 1888, in-16. 4 — Gordon-Pacha, le vaincu de Khartoum. Nîmes, 1887, in-8. — 60 Charlotte de Landsberg et le sacrilège de Dorlisheim (1722-1723). Strasb., 1888, in-18. — 60 Samuel Gloner, ein Strassburger Lehrerbtld ans den Zeiten des dreissigjàhrigen Krieges. (In der Festschrift des prot Gymnasiums su Strassburg .) Strassb., 1888, in-8. Documents relatifs à la situation des protestants d'Alsace au dix-huitième siècle. Paris, 1889, in-18. 1 30 Les Conférences libérales de Saint-Nicolas à Strasbourg (1869—1889). Notice rétro- spective. Strasb., 1889, in-8. — 40 Slr»S6bur?. Uruck von J. H. Bd. Heitî