=== PAGE 0001 === Als . 213 x === PAGE 0002 === X Als . 213 === PAGE 0003 === < 36616879060013 < 36616879060013 Bayer . Staatsbibliothek === PAGE 0004 === bsb11312752_00004 === PAGE 0005 === Als . 213 Stenzel . りのりりり Strassburg == o0 im sechzehnten Jahrhundert . . ( 1500-1594 ) Auszug aus der Imlin'schen Familienchronik , zum erstenmal nach der Originalhandschrift mit Einleitung und Anmerkungen herausgegeben vou Dr. Rudolf Reus , Bibliothekar der Stadt Straßburg . ( Besonderer Abdruck aus der Alsatia 1873-1874 . ) 3 weite vermehrte Auflage . Colmar , Eugen Barth , Verleger . 1875 Bayerische Staatsbibliothek MUNCHEN 35 B のりのりり のののの の リリッ === PAGE 0006 === bsb11312752_00006 === PAGE 0007 === Strassburg im sechzehnten Jahrhundert . ( 1500-1591 ) Auszug aus der Imliu'schen Familienchronit , zum ersten mal nach der Originalhandschrift mit Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Dr. Rudolf Neuk , Bibliothekar der Stadt Straßburg . Besonderer Abdruck aus der Alsatia für 1875 . Colmar , Eugen Barth , Verleger . 1875 A / 52 / 58 === PAGE 0008 === Als . 2135 Staubibliothek MUNCHEN === PAGE 0009 === Seinem hochverehrten Collegen August Stöber dem unermüdlichen Erforscher der elsässischen Geschichte und Literatur gewidmet . === PAGE 0010 === bsb11312752_00010 === PAGE 0011 === Bayerische Staatsbibliothek MUNCHEN Einleitung . Mit der Herausgabe dieser Bruchstücke der Imlin'ſchen Familienchronik erfülle ich abermals einen Theil der Versprechen mit denen ich seit zwei Jahren in der Vorrede ähnlicher Veröffentlichungen vor das elsässische Publikum getreten bin . Ich bin dabei beslissen gewesen diese Ueberreste unsrer alten straßburger historischen Literatur in der Weise in die Deffentlichkeit zu bringen daß ich dem Leser die verschie denen Epochen der Geschichte Straßburgs nach und nach vor die Augen führte , und nicht etwa alle zeitgenössischen Dokumente , so weit sie uns geblieben sind , zuerst herausgegeben habe . So umfaßt die Straßburgische Chronik von J. F. Meyer , im Anschluß an Königshoven , hauptsächlich das XV . Jahrhundert ; der gegenwärtigen Erzählung entnehmen wir die Hauptzüge der Geschichte unsrer alten freien Reichsstadt im XVI . Jahr = hundert . An sie werden sich die später erscheinenden Be- richte über den bischöflichen Krieg von 1592 , die wir im Archiv des hiesigen Thomasstiftes gefunden , anschließen . Die kurze anonyme Chronik Straßburgs die jüngst von uns zu Colmar herausgegeben wurde , nimmt den unterbrochenen Faden gegen die Mitte des XVII . Jahrhundert wieder auf , und das hoffentlich ebenfalls bald zum Abdruck gelangende Memorial Fr. Reißeissen's , wird dann , indem es diese Originalberichte über unsre Lokalgeschichte bis zum Beginn des XVIII . Jahr- hunderts hinausführt , uns so ziemlich bis zum Abschluß dieser Periode der straßburger Historiographie bringen . === PAGE 0012 === 4 - Leider bleibt in dem Cyclus welcher drei Jahrhunderte um- faßt , gerade einer der interessantesten Abschnitte unsrer Ges schichte , derjenige des dreißigjährigen Krieges , unvertreten . Gerade für jene Epoche hatte ich wohl in früherer Zeit die Abschrift der so anziehenden und genauen Chronik Wencker's in's Auge gefaßt . Unglücklicher Weise ist es damals , bis auf we nige Auszüge zu speciellen Zwecken , bei der Absicht geblieben , und heute ist die kostbare Handschrift unrettbar verloren , wie so vieles Andre das eines bessern Looses würdig gewesen wäre . Vielleicht wird in späterer Zeit der theilweise Abdruck der Walther'schen Chronik , deren Original auf der hiesiegen Stadt- bibliothek sich befindet , für diese Lücke einen gewissen , wenn auch ungenügenden Ersak bieten . Der vorliegende Text ist einer Elsässischen Chronik entnommen , die sich in der kostbaren Heizischen Sammlung befand und mit ihr ein Eigenthum der Kaiserlichen Landes- und Universitätsbibliothek geworden ist . Zu leichterer Be- zeichnung derselben habe ich der fraglichen Handschrift den Namen der Imlin'schen Chronik gegeben , weil auf dem ersten Blatte folgende Notiz zu lesen ist : „ Diese ge = schriebene Chronick der Stadt Straßburg fand ich unter alten Familienbüchern . E. F. Imlin , 1823. " 2 Von wem sie herrühren mag , ob sie von einem früheren Mitglied dieser alten straßburger Familie selbst angefertigt wurde , sind Bibliothèque Alsatique , catalogue de la collection C. F. Heitz , p . 128 , Nr . 1893 . • Es ist der Schreiber dieser Zeilen der bekannte Maler und Zeichner , welcher die malerischen Burgruinen unserer Vogesen gesammelt hat . • Gegen Ende der ersten Hälfte des XVII . Jahrhunderts spielt der Stadt- advokat D. Jmlin eine wichtige Rolle in der innern Geschichte unserer Stadt . === PAGE 0013 === 5 - Fragen die sich wohl auswerfen , aber mit einiger Sicherhett nicht beantworten lassen . Das Manuskript selbst , ein dicker Band in Folio - Format , kartonnirt in modernem Einband mit dem modernen Titel : Elsässische Chronik , umfaßt heute noch 263 Blätter ; es läßt sich aber nachweisen , wie man weiter unten sehen wird , daß jedenfalls zwei oder drei Blätter am Ende der Handschrift schlen . Dieselbe ist nicht zu gleicher Zeit und von derselben Hand geschrieben worden . Es lassen sich mindestens fünf Schreiber auf diesen Blättern erkennen , von denen der älteste kaum älter als die lekten Jahre des XV . Jahrhunderts sein mag . Woher der frühere Besizer , Hr . C. F. Heiz , den Schluß gezogen , daß die Chronik im Jahre 1392 begonnen wurde , wie er es auf dem Titelblatt niedergeschrieben hat , vermag ich nicht anzugeben , da ich keinerlei Anhalt dafür in der Handschrift selbst gefunden habe . Jedenfalls sind die Haupttheile derselben ( nicht etwa bloß die zeitgenössischen Be- gebenheiten ) erst im XVI . Jahrhundert niedergeschrieben wor- den , und zwar so daß sich vom Jahr 1516 bis zum Jahr 1543 drei Mitarbeiter nachweisen lassen . Eine weitere Hand verzeichnete dann von 1567 an , Jahr für Jahr , in immer flüchtigeren Zügen , die Summe der Begebenheiten , bis zum chronologischen Schluß der Chronik . Der leste Besizer hat dann , unsrer Ansicht nach , die weitläufigen und interessanten Berichte über die Armagnakenkriege ( fol . 1528-183a und 1888-1923 ) auf weiß gelassenen Blättern hinzugefügt und am Schlusse des Bandes die verschiedenen Mandate des straß- burger Magistrats niedergeschrieben , mit denen die Handschrift endet . Es wäre unnüß und würde uns auch zu weit führen wenn wir hier das Verhältniß dieser verschiedenen Schreiber im Einzelnen nachweisen wollten . Es wäre dieß um so nukloser als es sich ja sum guten Theil um blosses Abschreiben früherer === PAGE 0014 === - - 6 Chroniken handelt . Ich habe selbst davon abgesehen in der nachfolgenden Inhaltsangabe der ganzen Chronik die Parallel- stellen aus Königshoven anzuführen , wie ich dieses zur Zeit bei Meyer gethan habe , um den Umfang dieser Arbeit nicht zu vergrößern ; was ich dort nachgewiesen habe ist ja allbekannt ; die mittelalterlichen Geschichtsschreiber ( wie so manche neuere ) nahmen ihr Material wo sie es eben fanden und gaben sich nicht einmal die Mühe ihre Excerpte umzuarbeiten , so daß man oft , beim Durchlesen auch dieser Chronik , auf ganze Ab- schnitte des guten alten Canonicus des Stiftes St. - Thomä geräth . An der Zusammenstellung der Thatsachen haben der oder die Erzähler der Imlin'schen Chronik nicht gerade viel Kunst verschwendet , und ist ein gewaltiger Rückschritt gegen Königs = hoven selbst zu verspüren . Der Plan des früheren Historikers ( allgemeine Geschichte , Bischofscatalog , Lokalgeschichte , u . s . w . ) schwebte unsern Chronisten allerdings vor , daneben aber scheint der Gedanke , zeitweise wenigstens , vorgeherrscht zu haben , alle diese verschiedenen Rubriken in eine chronologische Reihe von Begebenheiten umzuarbeiten , ohne daß jedoch diese Absicht zur Durchführung gelangte . So ist ein Gemisch von Notizen aller Art entstanden , wo die Begebenheiten aller Chronologie zum Trok unter einander geworfen sind , ohne doch das System der Rubriken systematisch zu verfolgen . Wie die allermeisten unsrer elsässischen Chroniken , beginnt auch diese mit der Erschaffung der Welt oder doch der Sint- fluth . Diese ersten Zeilen verrathen schon durch ihre archäische Form daß sie älteren Quellen entnommen sind . ' Darauf Ich füge hier diese ersten Zeilen als Probe bei : „ Da gott die verle ( Welt ) „ leiß undergohn umb ihren großen sünden wegen bey Noë zeitten vnnd nie- „ mandt lebendig bleib den Noë und die mit im die arch gungen , darnoch „ lebet Noë noch der sündtslutt 350 iar und bekam vil kind und mehret sich also , „ daß sey sie theilen mußten in fremte landte in der welt . Noë sun ge- === PAGE 0015 === 7 folgt die bekannte Geschichte des Ninus und der Semiramis , ihres Stiefsohnes Trebeta und die Gründung der Stadt Trier , worauf gleich zur Erbauung Straßburgs , übergegangen wird . ' . Damit übrigens der Inhalt der Chronik dem Leser volls ständig vor die Augen treten könne , lassen wir die Ueber- schriften der verschiedenen Abschnitte , welche wie bei Königs- hoven , theilweise in größerer Schrift , am Rand oder mitten auf der Seite selbst zu finden sind , hier folgen . Das Inte resse mit welchem man immer den innern Bau eines geschichts lichen Werkes verfolgt , auch wenn derselbe ein so loser und unkünstlerischer ist , wie in dieser Chronik , wird uns hoffentlich bis zu einem gewissen Punkt , bei dem Leser entschuldigen , wenn ihm diese trockene Aufzählung etwas langweilig erscheinen sollte . Fol . 1a ( Die Sintslut . Ninus und Semiramis ) . 15 Die Konigin wardt von König Drebetta erstochen . 2. Straßburg wardt erbawen . uff . - Teutschlandt gehet 2b Die stett wolten zins nit mehr geben . - Zu Ebers heim würdt ein tempel gemaht dem Mercurio . Teutschlandt kompt in der Römer gewalt . - 3ª Der Keisser verheiß inen 10 iar zinsfrey zu sein so sey die Teuschen zwungen . ( 370 ) — Die Franzossen sehen sich wider den Keysser . „ nant Chus gebar Neimbrott den ersten König in der wele . Disser Ko- „ nig bleib bey den seinen in dem landt Semar unnd zu Babilon und war „ in der statt König und bekam einen son genant Belus , u . s . w . " ' Die Stellen in Klammern betreffen Abschnitte wo die Inhaltsangabe , in Ermanglung einer Ueberschrift , von mir selbst herrührt ; die in Klam mern befindlichen Daten sind die der Handschrift , welche nur den Ueber- schriften beigefügt wurden , ohne ihre historische Genauigkeit weiter zu uns tersuchen . === PAGE 0016 === 8 - 3b Der erst Konig der Francden ( 287 ) . - Die Franden gingen uff . herkompt - Wu der nam Elsaß und Straßburg 4. Teuschland kam uß der Römer gewalt ( 430 ) - Die Teuschen sind edleler ( sic ) alß die Römer . 45 Der König Clodoveus war ein christ worden . Wan daß Elsaß zum christenglauben kommen sen . - 5ª Sant Matern wurdt vertriben . auch gleubich . 5b S. Matern zieg nach Trewe . Straßburg würdt Der König Clo- doveus bauwe daß münster zu Straßburg ( 513 ) . 6a Der König Dagobreht hatt 3 Kinigreich .. - Neuw Troïa war zweymahl zerbrochen . --- Der erst Konig hatt ein bischoff zu Straßburg gemaht . 6b Der König son würdt zu dott gedretten . 7a Deß König son war wider lebendig von S. Arbo- - Sant Arbogast erwöllet im sein grab under gast . dem galgen . 7b Sant Florenk wardt bischoff . - Deß Konig dochter wardt gesechent ( 677 ) . 8a Konig Dagobreht stirbet ( 680 ) . 8b Von Sant Othilgen vatter herzog Ettich . - Sant Othilgen wart blindt geboren . - Nidermünster : würd gebawen . 9a Sant Steffan closter würdt bawen . 9b Von der stifft Hanauw ( 722 ) . 10ª Der erst bischoff zu Hanauw ( 760. ) - Der König regierung in Franckenrich nimpt ab in dem El- saß . 10b Die stifft Hanauw kam gehen Renauw und darnach gehn Straßburgk ( 1292 ) . - Sant Florenz starb ( 574 ) . === PAGE 0017 === 9 - 11a ( Beginn des Verzeichnisses der straßburger Bischöfe biß 840. ) 12a Dissen bischoff assen die meuß . ( Fortsetzung des Ver zeichnisses bis 1000 ) . 14a Der bischoff zieg wider Straßburgk ( 1261 ) . - Der bischoff gebott allen pfaffen uß der statt zu ziegen . - Der bischoff verbeutt die gottisdienst zu Straß- burgk . 14b Die burger machen preiß der pfaffen hoff . bischoff macht sich zu feldt . 15ª Der findt kam für stadt Straßburg . 15b Die herren seindt der statt bengestanden . - Der 16ª Der bischoff würdt mit seinem volck zu Haußbergen geschlagen ( 1262. ) 17b Der streit fängt an . 18ª Was für herren erschlagen würden . 18b Straßburg gewann den streitt . wider auß . - Die burger zogen 19b Der bischoff batt die burger man solt die gefangen Die burger suchen unter den gefangen wol halten . deß bischoff bruder . 19ª Oberehenheim würdt verbrendt . - Willtstett würdt gewunnen . 20ª Die Straßburger kamen für den Konig . 20h . Die gefangen musten sich mit den burgern vertragen . - Daß Willerthall bey Schletstatt verbrendt . - Der bischoff stirbt ( 1263 ) . - Die thumherren machen auch friden . 21ª Die thumherren kamen wider in die statt . - Der raht nam unser frawen werck daß münster zu gan . 21 Disser bischoff Kriegt wider Freyburg ( 1299 ) . 22ª Nun folgt die uffrur mit den edlen da kam der ge- walt an die burger ( 1332 ) . 1 === PAGE 0018 === - - 40 23b Die ferner schreiben an Straßburg der Juden halben ( 1249 ) . - Zue Benfeldt war ein tag der Juden halben . 24a Zu Straßburg verbrandt man die Juden . - Straße burg war ein uffrur under den burgern . 24 Die amptmeister waren entsekt . 25ª Den burgern war der gewalt geben . - Die burger lauffen in deß Schwarben hauß vnd suchten in . 25 Burger machen einen newen raht . wurden gefangen . - T Die Juden Ir regel war . - 26ª Von dem geißlerorden ( 1351 ) . 27b ( Annalistische Auszeichnungen aus den Jahren 1351 - 1361 , Bauten , Krankheiten , Stürme , u . s . w . unter der Rubrik der verschiedenen Ammeister . ) 30b Der herzog von Luteringen gewan dem bischoff St. Bildt ab . ( 1366 ) . 312 ( Annalistische Auszeichnungen , wie oben , von 1368- 1388 ) . 34b Der König von Engelandt schreib - den von Straßburg . ( 1388 ) . 35 Straßburg kom in die acht ( 1389 ) . 35 Straßburger schreiben an den König . 36a Der von Napolysteinn nimmt den von Straßburg Rapolywiller mit verreterey inn wider seinen endt ( 1391. ) 365 Disse herren meinen man solt die statt nie uß der acht lassen . 37a Der römische König gib dem bischoff breiff an die Der bischoff rüst sich wider Straß- herren . burg . - - 37b Straßburg schreib an iren bischoff . Der bischoff verbott dem volck sey solten nichts fleigen . - Straßs burg wurdt abermahl gewarnet . === PAGE 0019 === - - 11 38 Der bischoff schreib aber der statt felschlich zu . - Herr Brun von Rapolystein nimpt aber mit verre- terey Gemar in . - Straßburg brich vil gebeuw ab umb die statt . 38b Straßburg versorg sich auch uff dem wasser . - Straß- burg wurdt belegert . 392 Der findt leger inn Elsaß . 395 Die findt thatten vil schaden mit brennen dorffer , doch nie schlagen . 40a Die von Hanauw verbrandten die Ruprechtzawe . - Sey machten vill ritter . 40b Der feindt wolt die reinbruck gewinnen , must aber wider darum . Die findt machten auch 2 großer - schiff darmit die bruck verbrechten ( sic ) solt . 412 Die findt machten ein ander isterment die bruck zu verbrehten . 41b Sey fingen aber an zu stürmen . fleigen . - Die feindt 42a Die findt komen zu zeiten für den weissen thurn . 425 Wurumb sey den von Straßburg feindt waren . ( 1392 ) . - - 435 Die burger verbrandten dem feindt die mülen . Die burger zogen uß mit allenn iren soldener uff den feindt . - Wie sich die burger hilten in dem Krieg ( 1391 ) . 445 ( Annalistische Aufzeichnungen unter der Rubrik der verschiedenen Ammeister , von 1392-1474 ) . 48b Zug für Neuß ( 1475 ) . 49a Straßburg hilt sich stattlichen bey dem bundt des reichs . 50 Deß herzogen von Burgundt leger vor Neuß . - Deß herzogen geschüs vor Neuß . === PAGE 0020 === - - 12 50b Wie Neuß zerschossen ist worden . 51ª Kosten der Straßburger für der statt Neuß . 51b Der Zug für Elecort ( 1474 ) . uß . - - Straßburg züg 52b Schlacht bey Morten ( 1477 ; sic ) . - 52a Die statt und schloß gaben sich uff . Herzog Albrecht von Beyern wass bischoff zu Straßburg ( 1478 ) . 53a Was die statt Strasburg dem bischoff geschenkt haben . 53b Die sindt mit dem bischoff in geritten . schoff hatt 3 fanen . - Der bis 54a ( Annalistische Auszeichnungen von 1480-1516 . ) 55 ( Ausführlichere Geschichte Straßburg's in der Refor mationszeit , von 1516-1591 ; diese annalistischen Aufzeichnungen hören mit dem 8 Dezember des lekt- genannten Jahres auf . ) 116a Namen und zunamen eines jeden ammeisters so von anfang gewessen . 134a ( Erzählung von dem Zürcher Kirsebrei 1576 ) . 134 Von der statt Straßburg . 2 143b Statt buch gemacht ( 1322 ) . — Graff Rudolff von Habsburg war Keißer ( 1237 ; sic ) . 144a Vil Engelender ( 1365 ) . 144b Von iren kleidern und harnisch . - Keisser zieg für Straßburg . 145a Ein mehrfahrt von Kindern ( 1212 ) . • Das Verzeichniß geht bis „ Herr Michael Leichensteiger , 1569 " wo die Originalschrift der Chronik aufhört . Es ist zu bemerken , daß die Pagina- tion des Manuscripts eine falsche ist , indem das Verzeichniß bis fol . 133ª geht , da es eigentlich nur bis fol . 123ª reicht , zehn Zahlen sind übersprungen . Es befinden sich unter dieser Ueberschrift Notizen über Bauten , Bräuche , Kriege u . s . w . , welche von 1453 bis 1476 reichen . === PAGE 0021 === - - 13 145b Colmar genommen ( 1262 ) . nen . - 146ª Colmar war schir verratten . gefangen ( 1338 ) . - Mülhausen gewun - Der bischoff wurdt 146b Man sung dritthalb iar nicht ( 1353 ) . 147b Daß münster brandt ( 1298 ) . 148ª Die preder mußten uß der statt ( 1277 ) . - Die pre- der mußten straff geben ( 1385 ) . 148b Augustiner closter anno 1265 iar . - Zum heilig Grab ( 1374 ) . Spittal , der newe ( 1248 ) . - Leichen spittal ( 1312 ) . - Theurung ( 1360 ) . - Von 149ª Pfenningthurn und pfalz gemaht ( 1321 ) . der meß zu Straßburg ( 1373 ) . 149b Der von Oxenstein würdt gefangen ( 1370 ) . - Straß- burg zieg für Windteck . 150 Streitt bey Gugenheim ( 1130 ) . - Hornburg ( 1162 ) . Freyburg die burg war zerbrochen ( 1366 ) . - Frey- burg gewunnen . 150b Herelheim war gewunnen und die straßrauber ents hauptet ( 1372 ) . 151 Rottenburg ( 1368 ) Hornburg ( 1368 ) . - Horn- berg daß stettlin gewunnen ( 1383 ) . - Groß windt ( 1335 ) . 152ª Die ersten armengecken ( 1439 ) . mengecďken ( 1444 ) . - 164ª Der streidt zu Andrynopell ( 1444 ) . Die andern are 164b ( Fortsetzung des Einfalls der Armagnaken ) . 176 Nun zu diesen zeiten schreib der romische Koning dem Koning von Franckreich in massen wie volgt . 1775 Wie der romische Koning darnach fürsten , herren und stetten zu dem tage gehen Mens verschrie- ben . 179b Ein brieff der rathung des bösen volcks halber . t === PAGE 0022 === - - 14 182. Von der brandschabung des volds . 183 Von der hinwegzihung des volcks . 183b Berbelstein , Sulz und Beinheim wurden zerbrochen ( 1214 ) . Colmar belegert und Benfelt gewonnen ( 1296 ) . 184a Stollhoffen und Baden belegert ( 1330 ) . - Schwanau , Erstein und Schuttern gewonnen ( 1373 ) . 184b Herr Haman von Leichenberg war von seinem son gefangen ( 1352 ) . 185ª Der von Blankenberg war gefangen ( 1363 ) . 185b Ersten Engelender ( 1365 ) . - Die andern Engelender ( 1375 ) . 186a Ein streitt zu Marley . 186b Wangen gewunnen . 187a Tusent Engelender verbrandt . 187b Ein gut iar diß zeit . - Schettelo die burg war zer- brochen ( 1382 ) . 188ª Ein schreiben daß der herzog von Burgundien dem herzogen von Ostereich ubersendet uff ankundung der vorgemelten vier stette , auch des Sunkows als sie der herzog von Burgundt verpfendet hette ( 1474 ) . 192 Abbruch Kirchen zu Straßburgk ( 1475. ) - Blo- mond und ander stette und schlosser gewonnen ( 1475 ) . 194a Stritt reise in Lottringen als der burgundisch herzog erschlagen wardt ( 1476 ) . 1966 Züricher Kreigshendel andreffend die stadt Straßburgk ( 1480 ) .¹ 200a Ein großer zugk für Paris uber den Koningk von Frankreich ( 1465 ) . 1 Die Seiten 194-199 sind durch Frrthum des Buchbinders im Mas nuscript nach Seite 206 eingeheftet worden . === PAGE 0023 === - - 15 201ª Deß herzogen von Burgundien Brudlocht ( sic ) ( 1468 ) . 2015 Die ordnung der procession als man sie einfurete . Wie die Kauffleud zu Bruck der Konigin eingegen - kamen . 205a Dies ist die cost in der Küchen und hatt man allen tag . 205b Von dem Kreng zu Zürich und zu Swiek die erste , die ander und dritte rense für Zürich , darzu der streit zwischen dem herzogen und den Schweizer n . ( 1350 ) . 206a Die erste rense vor Zürich ( 1351 ) . 206 Der ander Kreng vor Zürich ( 1352 ) . 207a Die dritte und großte rense vor Zürich ( 1354 ) . 208a Der Kreng und strendt zwischen dem herzogen unnd den Schweizern ( 1386 ) . 209a Wer im streydt erschlagen wardt . 210b Die Sweizer behielten das veldt . 211ª Ein strendt zu Glaris ( 1388 ) . 211b Der Schweizer schade zu Rappswiler . - Eine reise uff den marggraven fur Muhlbergk ( 1424 ) . 212a Wie Ramstein in Swoben gebrochen wardt , von des von Fürstenbergs wegen ( 1425 ) . 212b Reyse vor Schawenburg ( 1432 ) . 213ª Der große Kreig zwischen hern und stetten und son- derlich zwischen den hern von Peigern und stetten und der stett bundt . 214b Der bischoff von Salzburg ward gefangen und war die erste sache des Kreigs ( 1387 ) . 215ª Die ander sache des Kreigs . 215b Der schwebischen städt übermudt . Weyle in Schwaben . - Der streydt bei 216ª Der von Wirttemberg wurdt erschlagen . === PAGE 0024 === - - 16 216b Es gieng den stätten ein wenig woll . - Winßheim und Schweinfurt wurden belägerdt . 217a Heiltbrun wardt belagerdt . - Die rense uff den herzogen , das war die gröste sache das dies landt verbrandt wardt . 218 Von dem Konig von Franckreich ( 1388 ) . 218 Die ander große niderlage der stette geschahe ben - Worms ( 1388 ) . — Die stette verzagten . 219a Von denen von Straßburgk und dem iungen marg- graven von Baden . Es ging den stetten woll . 219b Die von Rotenburgk lagen under . Des von Leunin- gen untreu ( 1389 ) . - 220a Brumbt war hingeben . - Der erste ritt fur Straß- burgk . 221ª Brumbt wardt verbrandt und zerbrochen . ander ritt oder reyse fur Straßburgk . 222a Wie die von Franckfurdt niderlagen ( 1389 ) . 222b Von dem großen schaden dies Kreigs . - Der 223a Von bischoff Wilhelm von Dirsch hie nachvolget ( 1390 ) . - 223b Bischoff Wilhelm wardt gefangen ( 1415 ) . Uber = komnis bischoff Wilhelms geffangnuß halber ( 1419 ) . Dachsteiner Krieg . 224ª Reynbrugk Kreig ( 1428 ) . 225 Zween bischöff ( 1439 ) . 225 Bischoff Ruprecht . reiten . - Bischoff Ruprechts erste eins 226a Bischoff Ruprecht starb ( 1478 ) . — Bischoff Ruprechts leibbefilche . 226b Ludwig war Kayser und zween bapst . ( 1328 ) . Groß zweyspalt von singende . 227a Sancti Puldt wardt gewonnen . starb zu Straßburgk ( 1326 ) . - - Herzog Lippoldt === PAGE 0025 === - - 17 227b Herzog Lippoltts tittele . 228a Konig Carll war im ersten arm . - - Der Reyn König Carl wardt beschloßen 3 iar ( 1351 ) . wardt Kayser und geschahe der Kayserin viel unehre ( 1355 ) . 228b Kayser Carll lam gehn Straßburgk ( 1366 ) . Wie die stadt Lukelburg wardt gewonnen ( 1443 ) . 229a Reynfelden das Schloß wardt gewonen und zer- brochen ( 1445 ) . — Wie Rinfelden die statt gewonnen wardt von Hansen von Rechberg ( 1448 ) . 229b Bidtsch ward verloren und widder gewonnen ( 1447 ) . Luzelstein wardt verloren . 230a Wasselenheim ward zerbrochen ( 1448 ) . Blamondt war im lande ( 1454 ) . 230b Niderlage bey Reichshofen ( 1451 ) . wardt aber verloren ( 1452 ) . - - Der von Lukelstein 231a Muzig wardt verloren und wider gewonnen ( 1454 ) . Bergzabern mardt gewonnen ( 1455 ) . 231b Schawenburgk bey Heydelberg ward gewonnen . Niderlage vor Federsheim ( 1460 ) . ben . - - - 232a Lager für Haselach . Minnefeldt wardt uffge = Der Kirchhoff zu Dirrenbach und das schlos Budesheim ward gewonnen . - Leger für Meisen- heim ( 1461 ) . 232b Des marggraffen , Wurtembergs und bischoff von Menke niederlage ( 1462 ) . 234ª Menk verloren ( 1462 ) . 234b Hohen Gerolheck ward gewonnen ( 1486 ) . 235a Kriegshendell pfalzgraff Friderichen und herzog Lud- wigen , auch die von Weißenburgk bedreffend ( 1470 ) . 236a Wie Hohen Zolre gewonnen wardt von den reichstetten ( 1422 ) . 2366 Hohen Zolre ward wider erbawen ( 1454 ) . --- Zween === PAGE 0026 === - 18 - - römische Konig wurden erwelet ( 1314 ) . Die 2 Konig lagen bey Straßburgk gegen einander ( 1320 ) . 237a Zorne und Mulheint . - Der edeleute ubermutt zu Straßburg . 238a Newe Handtwerck . man abe . - Der herren drinckstube brach 238b Fur das munster zu ziehen wardt verordnet . 241a Der König von Zypern Kam in Teutsland ( 1363 ) . Der herzog von Brabandt und Lottringen kamen gehn Straßburgk ( 1364 ) . - 241b Lie vahet wider an von bischoffen zu Straßburgk so da gewesen sein bis zu diser zent uff das letst , in diesem buch hievor geschrieben , herr Friderick von Blanckenburgk ( 1378 ) . - Von confirmiren der ebte . - Von den silberbergen . 242a Er warp nach andern bistumen . 242b Straßburg wurde wider heiden ( 308 ) . 243a Ein zog uff den von Versy ( 1382 ) . reis wider den graffen ( 1384 ) . - Die ander 243b Der herzog von Lutringen fing viel von Straßburg ( 1348 ) . 244ª Reisse für Homburgk ( 1384 ) . Löwenstein war zerbrochen ( 1386 ) . 244b Theurung . ( 1294 ) . - wider den Keisser ( 1222 ) . - Bischoff Heinrich zieg 245ª Vil stett gewonnen und Kronenburg . - Das neuwe münster ( 1365 ) . 245b Ein ufflauff mit den andtwerkern und dem adel zu Straßburg ( 1308 ) . - Bischoff Wilhelm ( 1394 ) . - Bischoff wardt gefangen ( 1415 ) . - 246ª Straßburgische Constitution . Mandat von dem sondag wie man sich das halten soll daß sich die === PAGE 0027 === - - 19 burger der secten , furnemblich der widerteuffer solten entschlagen . 251b Act . et decret . Mondag 28 Sept. 1534 , daß die burger ire Kinder ein , oder so sonst under irem gewaldt , am sondag zu der predig führen oder zum wenigsten von dem spiell under der predig abziehen sollen . 254b Ordnung der Kirchenpflegern zu Straßburgk , Mondag , 30 October 1531 . 256a Daß das wordt gottes soll gepredigt werden und aller scheld- und schmachword uf der canzell soll ver- meidet von dem prediger und andern burger . 257 Daß man kein schmachbüchlein oder schendlich spiell oder gemehlet veill haben , spielen noch verkauffen solle . Mondag , 12. Dec. 1524 . 258b Daß man alle schmachword von allen personnen und der hinderſassen vermeiden soll . 5 Januar . 1526 . 259a Mandat oder constitution spieles anlangt , sampt an- derm laster zu vermeiden . Hier bricht die Handschrift mit Fol . 263b plötzlich ab ohne daß das lekterwähnte Aktenstück beendet sei . Wir wissen indeß aus der Inhaltsanzeige , fol . 246a , welche sich vor diesem lekten Abschnitt der Chronik befindet , daß noch zwei weitere Mandate des Straßburger Magistrat's sich vor Ende des Manuskriptes befanden , und können daher wenigstens ihre Titel anführen : „ Mandat und Ernewerung der constitutiones zu straffen der Laster , das negst vormal auffgerichtet . „ Wie und was mas ein ieder zunfftstuben gericht oder obrig- keit zu stehen solle , daß man recht haus halte , ein ieder in seinem hause . Endt . " 1 === PAGE 0028 === 20 - Wer von meinen Lesern Geduld genug gehabt um dieses Verzeichniß mit einiger Aufmerksamkeit durchzulesen , wird sich überzeugt haben daß ich nicht zu viel gesagt , wenn ich von der großen Verwirrung dieser Excerpte und Notizen , wie sie uns hier vorliegen , sprach . Derjenige unter ihnen dem Kö- nigshoven's Erzählung gegenwärtig , und der Meyer's Fortsetzung von Königshoven gelesen , wird auch , schon an den Ueber- schriften , die alten Bekannten unsrer elsässischen Geschichte er- kannt haben . Das Ammeisterverzeichniß , welches , wie man weiß , bei Königshoven fehlt , stimmt beinahe wörtlich , in seinem trockenen annalistischen Angaben , mit demjenigen Meyer's überein . Man wird es daher begreiflich finden daß ich mich hier mit dem Abdruck des Neuen , der Geschichte Straßburg's im XVI . Jahrhundert begnügt habe . Es sind eigentlich bloß zwei Abschnitte , die ich gerne dem hier Gebotenen beigefügt hätte , wenn ich dieser Arbeit dadurch nicht gewissermaßen ihren ein- heitlichen Charakter geraubt hätte . Es sind dieß die Kapitel über die Armagnakenkriege , und über Karl den Kühnen von Burgund . Indessen sind die ersteren ( fol . 1523 1928 ) in vielen Stellen gleichlautend mit dem Bericht , den Schilter seiner Ausgabe von Königshoven beigedruckt hat , und die andren finden sich , theilweise wenigstens , ( fol . 48b 52b und 201ª - 205b ) bei Meyer vor . 2 - Aus den älteren Zeiten kommen in der Imlin'schen Chronik nur sehr wenig Stellen vor die wir bei ihren bereits ge- druckten Vorgängerinnen nicht wiederfänden . So die inte : ressante Stelle über König Dagobert , bei Gelegenheit des Baues seines Schlosses Eyssenburg , bei Rusfach , und seiner • Siehe Königshoven's Chronik von J. Schilter , p . 913-945 . 2 Meyer , Chronique de Strasbourg , p . 98-108 .. === PAGE 0029 === 21 - Festung « New - Troia » , ' oder die Schilderung des Brandes von Rosheim im Jahr 1385.2 Die geistigen Fähigkeiten oder die historischen Kenntnisse des Compilator's darf man auch nicht allzuhoch anschlagen , wenn wir zum Beispiel fol . 135a lesen : „ Anno 453 kam der Honen König Attilam ( sic ) mit einem grossen heer , hatt einen hauptmann der Konig Hekel genant war . " 3 Indessen sind doch in dieser Handschrift die Abschnitte über das innere Leben Straßburg's im Reformationszeitalter allzu interessant als daß sie nicht verdienen sollten an das Tages- licht zu treten . Wohl weiß ich daß einzelne Züge dieser Chronik bekannt sind und ich werde nicht verfehlen in den Noten , welche den Text begleiten , darauf aufmerksam zu machen , aber trok den vortrefflichen Arbeiten von Jung , Röhrich , Schmidt , Baum , und Andern , wird es nicht ohne Werth sein diesen Originalbericht über die zeitgenössischen Ereignisse selbst vor Augen zu haben . Gerne hätte ich diesen einleitenden Worten noch Einiges über den Dialekt unsrer Chronik beigefügt ; es sind darin Formen vorhanden , welche anscheinend mit unsrer elsässischen Sprache nicht harmoniren . " Indessen bin ich mir viel zu sehr meiner Incompetenz auf sprachlichem Gebiet bewußt , um mich an solche philologische Untersuchungen zu wagen und ' „ Der König Dagobreht waß herr uber das ganz Elsaß und Straßburgk , denn zu dissen zeiten gehörten sey alle dem König in Frankreich , dann das landt war sehr vermischt mit der welschen sprache , daß daß Elsaß schier halber welsch war . " Imlin's Chronik , fol . Ga . 2 Jmlin's Chronik , fol . 336 . * So wird auch der Bruder Ludwigs XI , der duc de Berry , „ Herzog von Beyern " genannt . fol . 200a . * So z . B Kreig für Krieg , breiff für vrief , sey für sie , scholches für solches u . s . w . Andre Stellen ( die über Karl den Kühnen ) verrathen durch ihre Formen ( so z . B. Koningk für König ) einen niederdeutschen Ursprung . 1 1 === PAGE 0030 === - - 22 überlasse es Gelehrteren in dieser Richtung den vorliegenden Text zu untersuchen , den ich wortgetreu der Handschrift ents lehnt habe . Es bleibt mir die Pflicht übrig Herrn Oberbibliothekar Prof. D. Barak , für die längere Ueberlassung des Manu- skriptes , das mir schon von den Heizischen Erben anvertraut worden war , so wie diesen selbst für ihre Güte , meinen ers gebensten Dank auszusprechen . Möge diese kleine Arbeit mit derselben Freundlichkeit von meinen Landsleuten aufgenommen werden , wie ihre Vorgänge- rinnen , und dazu beitragen eine der ruhmreichsten Epochen in der Geschichte meiner theuern Vaterstadt näher und besser kennen zu lernen ! Ich würde darin den reichlichsten Ersak für die darauf verwendete Mühe und Arbeit finden . Straßburg , 13. Oktober 1873 . Rudolf Neuß . === PAGE 0031 === - - 23 Straßburg im XVI . Jahrhundert Anno 1500 ior war herr Andres Drachenfels amptmeister bey Salzmitter . 1 Anno 1501 iar war herr Florens Humler amptmeister Luzern . ( 1502 fehlt ) . Anno 1503 iar sindt kreuk uff die menschen gefallen wie blut . Inn dem iar waß auch das groß schiessen zu Straßburg . Anno 1504 war herr Peter Arg amptmeister , bey den schiffleutt . Anno 1505 iar war herr Conradt von Dunkenheim ampt- meister . Weinleut . Anno 1506 iar war Wilhelm von Honstein uff Dionisii zu bischoff erwelt . Anno 1507 iar wart er uff S. Michels tag am montag darfor in Straßburg , starb anno 1541 iar uff Petri und Pauli den 29 Juni . Anno 1508 iar war herr Heinrich Ingolt amptmeister bey Kremern . In dem iar starb herr Jacob Weißbach uff S. Angenessen tag obent , alt amptmeister . Anno 1509 iar war herr Gottfridt von Hochenburg ampt- meister bey Mezigern . Anno 1511 iar war uffgesekt daß man vor das münster ziegen soll , wan man thett stürmen . In dissem iar uff trium regum zwischen 8 und 9 uhren Der alte Name für die Zunft zur Möhrin , S. Heiz , 3 un ft = wesen in Straßburg , S. 50 . • Siehe Code diplomatique de la ville de Strasbourg , II , p . 239 . * Er war Ammeister gewesen anno 1496 , 1502 und . 1508 S. Meyer , hronique , S. 37 . 1 === PAGE 0032 === 24 - vor mittag alß man den brieff uff oder vor dem Münster laß und dem amptmeister schweren solt , da ging Hanß Jörg eines gartner hauß an zu brennen under den wagneren , also daß die burgerschafft in den harnisch mußte und bleib also dem amptmeister ungeschworen , aber am mitwuch darnach schwur man dem amptmeister herrn Conradt von Dunkenheim dem iungen . Anno 1514 war ein kalter winder von neuwen iar an biz auff Pauli bekörung daß der far bey Arbogast zu fur ( fror ) deß man dorüber gehen kondt . Anno 1515 uff das neuw iar da reget und schneidt ( es ) und kam ein heller pliz und ein großer donner- schlag . Anno 1515 iar waß ein nasser sommer und groß wasser daß es von Johanni in der meß reget biz uff Bartho ( lo ) mei tag , daß nit 2 oder 3 tag schön , in einander war , also daß wein und korn uffschlug , ein maß wein umb 3 d , und ein fiertel frucht , weißen 8 oder 9 ß , das korn 5 ß , ein becher ancken 27 d , das es gar theuer war . Anno 1516 iar , das war ein dürrer sommer daß es lang vor Johanni nit reget biz uff sant Michel tag , dorum die sommerfrucht theur würdt , alß gerst , habern , auch daß krautt und ruben , die brach man von Hochfeldt gehn Straßburg und galt ein well ruben 3 d , dan daß feldt so dürr war daß man nit zu acker faren kundt , noch sechen . Darum schlug die frucht uff , daß fiertel weißen 6 ß und das korn 9 ß , aber es kam ein gutter sechet und wuchs das selbige iar gutter wein , aber wenig , der ancken und keß war vast theuer , dan es kein omet waß . Anno 1516 iar umb St. Michel tag , da macht man den mitteln pfall under St. Thomasbruck und hetten große nott 1 Sebet = Ernte . 2 Omet = Herbsterute der Wiesen . === PAGE 0033 === - -- 25 und arbeyt tag und naht mit dem wasser schöpffen und die pfiller schlagen bis man uß dem wasser kam , dan man hatt einen damm darum gemacht der wolt nit halten , also macht man noch einen daruf , wolt auch nit halten , also daß 4 brunnschöpffer tag und naht mußten schöpffen . Item diß 1516 iar da war der usser graben uß gefürt von dem fischerthore bis zu dem Elbetter ( sic ) schiffer rein und waren woll bey XIIC kneht , die daran arbeytten und war in 12 wuchen gemacht , gab iedem kneht einem tag 1 ß . Anno 1517 iar am freitag vor S. Veltin tag hatt man einen welschen gehenckt , hatt vill gelt uß den stöcken in den kürchen gestollen und ist uber dem weissen stock in dem münster ergriffen worden . Anno 1517 iar uff den 17 tag April erfroren die reben in dem Elsaß und schlug wein und korn uff daß man ein fuder wein umb 26 und umb 30 gulden gab , ein maß umb 7 d , der viertel weissen 19 und 18 ß , der viertel korn 17 oder 18 ß , dan es auch ganz dürr vetter vaß von faßnacht bis in den meyen daß nit uber 2 mahl reget . Da gaben meine herren den burgern ein fiertel korn umb 8 ß und ein stech korn umb 15 d und muß ein ieder burger die treuw geben daß er es mit den seinen in dem hauß welle essen , auch daß er kein korn oder mell well in seinem hauß haben , bey seinem endt . In dissem 1517 iar an mittwuch noch sontag Cantate , da hett man ein grossen Kreukgang zu Straßburg von wegen der thürung und sterbet , dan es sehr starb , auch von wegen dem Krieg und wilde hendel mit einem edelmann genannt der Frankiscus von Sickingen , der Krieg lange zeit mit den von Wurmbs , darnach in der fasten meß da griff er die richstett an und ligt in etliche wegen darnider bey Menk vnd nam Stech = Maaß , Sack ? === PAGE 0034 === - - 26 inen groß gutt und fur daß uff sein schloß Eberspurg , litt bey Kreizennaht , nemlich Augspurg vnd Nurmberg , Ulm , Straßburg ; den von Bassel war ir gutt wider geben . Anno 1518 iar , acht tag vor S. Maria Magdalena tag hub ein frauw an zu danken , das nennt man den Vit dank . Der dans weret woll 6 tag , da leiß sey meine herren nach S. Vit gehn Zabern füren , da war sey still und die weil sey noch uff dem weg war , da fingen noch mehr an zu danken , bey dem Herrenstall also daß in 4 tagen bey 34 frauwen und man waren . Da verbotten meine herren die drummeln und pfiffer , und fürt ein theil uff die gerwerstub , das ander uff die zimmerleut stub und an dem andern tag da leiß man sey alle nach S. Vitt füren und da danken und in 4 wuchen wurden ir mehr dan 200 danket . Anno 1519 iar war herr Jacob Baumgartner amptmeister zn Becken . Inn dissem iar hatt man den graben mit dem bollwerck bey dem v ( r ? ) uschen thörlin angefangen zu machen uff die faßnacht bis zu den steinstrossen und in 2 iaren voll- bracht . Anno 1519 uff Sontag nach Ostern thett man zu Straß- burg ein grossen kreukgang , zu erwöllen ein christlich haupt und umb friedt und gutt wetter , als keyser Maximali ( sic ) gestorben war , dan vil uffrur im landt war . Dan uff 12 tag ienner ist der keysser gestorben und uff den 11ten hornung hatt in der bischoff zu Straßburg lassen be- gahen in allen stifften und clöstern . Darnach uff 18 tag Hornung hatt in die statt Straßburg lassen begon und sindt alle zunsfft kerken und brüderschafft Der Herrenstall befand sich , wie man weiß im Finckweiler , auf der Stelle wo heute die Magazine der Tabakmanufaktur stehen . 2 Rauscherthörlin , bei der jetzigen Finckmaitcaserne . 5 Begehen = Seelenmessen lesen . === PAGE 0035 === - - 27 kerken in dem münster gewessen und uff allen altaren meß gelessen worden , uff 2 hundert prister und daß seelampt hatt man uff der statt altar gesungen , der waß verhenckt mit einem schwarzen sammten duch mit einem gultin adler , und sindt die zünfft alle zu dem opffer gangen und hatt ein groß grab gemaht mit vill kerken . 1 Anno 1520 iar war herr Clauß Kniepiß amptmeister bey Schmidten . Anno 1521 iar war herr Philiß Hug von Ortenheim ampt- meister , bey Schniederu . Anno 1522 ist herr Martin Herlin amptmeister worden , bey den Kürschnern . In dissem iar uff mitwuch nach Medardi , da hatt man zu Straßburg 2000 knecht lassen durchziegen mit 4 fenlin und ist daß ein fenlin uff den obgemelten tag durch gezogen und waß Jörg von Ulm ir hauptmann . Darnach so zog daß ander fenlin durch , uff donerstag und ist ir hauptmann gewessen iuncker Peter von Ottingen . Darnach uff freitag so sindt die andern zwei fenlin durch- gezogen , mit einander , und sindt die kneht zu Wiltstett und zu Kell gemustert worden und sindt keysser Carlo zugezogen in landt zu Lüzelburg wider Ruprecht von Arburg , dem man ettlich schlösser hatt abgewonnen , und war ( Fri ) derich von Nassauw und graff Felix von Werdenberg hauptleut darüber . Anno 1522 iar uff montag nach S. Adolff tag hatt Frank von Sickingen den bischoff von Trier uberzogen . • Anno 1523 uff mitwuch nach S. Jörgen tag ist der landt- graff von Hessen und der pfalzgraff am Rein und der bifchoff von Trier für Landtstul gezogen und ist der Frank von Si- clingen dorin zu todt erschossen worden . 2 Wahrscheinlich ein Cenotaphium . * S. Ulmann , Franz von Sickingen , Leipzig 1872 . 1 === PAGE 0036 === - - 28 = In dissem 1523 ior umb S. Bartho ( lo ) mei tag hatt graff Felix von Werdenberg und graff Wilhelm von Fürstemberg und graff Ittel Früß von Hohenzorn ( zollern ) und Marxs Sit - tig von Emß uff 10000 Kneht gemustert in dem Riet umb Erstein und Schlettstatt und uff 4 wuchen da still gelegen und darnach in Hochburgundt gezogen und ettliche schlösser gewon- nen , und uff Simon Judä wider wegzogen , hatt man die kneht mit engelotten bezellt . In diſſem iar hatt der bettlerorden angefangen uff S. Michel tag daß kein bettler uff der gassen darff heischen , und thett in aller kirchen küsten stellen , da man daß gelt in thett thun und den armen alle wuchen us thett theilen . Auch so hatt man uff hundert armer schuller in der wuchen 3 mahl singen dörffen vor den heussern am zinstag , am do- nerstag und samstag . In dissem 1523 iar uff sontag nach S. Gallen hatt ein lütpriester zu S. Thoman in Straßburg ein frauw genommen , sein kellerin , und hatt sich selber uff den obgenanten sontag uff der cankel ußgerufen , vor allem volck und ist der erst priester der in Straßburg ein frauw hatt genummen . Und ist uff montag vor Martin in dem münster offenlich zu kürchen gangen und darnach meß gelessen und geprediget wie vor , alle zeit . 2 In dissem iar hatt ein brediger münch mit namen Martin Bußer , ein kübler son von Straßburg , geprediget , aber hatt sein kutten von im gethan , der hatt auch ein closter frauw zu der ehe genommen , von Lobenfelt , hatt alleweg am abent Engelotten = angelots , damalige französische Geldmünze . * Er hieß Antonius Firn und war von Hagenau , s . Jung , Refor mation in Straßburg , S. 138 . 3 Lobenfeld , ein Kloster im Kreichgau . Das Datum der Heirath ist strit- tig ; der jüngste Biograph Buzer's , Baum nimmt das Jahr 1522 an ; auch der Name der Frau Röhrich : Elisabeth Pallas ; Jung : Elisabeth === PAGE 0037 === 29 - 1 nach dem Salve Paulum gelessen und ein grossen zulauff von dem volk gehabt . In dissem 1523 iar haben die gemeine reichsstett ein bott- schaft verordnet zum Keysser Carlo in Hispania nemlichen Nürnberg , Augspurg , Mek und Straßburg und hatt ein ieder herr nit über 3 diener gehapt und ist von Straßburg uß ge- schickt worden herr Bernhart Wurmbser , ritter und sindt zu Straßburg die 3 stett zusammen kommen und mit ein- und ußgeritten uff montag den 18 tag men anno 1523 iar , und , sindt in dem iar widerkommen uffs zinstag nach S. Anderis tag . In dissem iar uff montag nach S. Martin tag hatt aber ein Augustiner münch genant der Schultheiß , ein schiffman son zu Straßburg , ein iungfrauw genommen und in dem münster offenlich zu kürchen gangen . Darnach uff donnerstag S. Barbarel abent , ist meister Mathens der libpriester ( sic ) in münster am morgen umb 5 uhren zu kürchen gangen mit Jacob Schüßen dochter von Straßburg und hatt in der libpriester zu S. Thoman inge- segnet und die meß gelessen , darnach inen beiden daß sacrament in beider gestalt in wein und brott geben . Uff Sunntag vor S. Thoman ist herr Heinrich Ingolt ein altamptmeister gestorben und begraben worden zu S. Thoman und uff zinſtag darnach hat ein Ersamer raht der statt Straß- burgk im ein opffergehalten in dem münster uff der statt altar und alle zunsften darzu verkundt und dasselbige gelt in der Armen leut küste gestossen . Ist auch ein neuwerung gewessen , Ladenfels ) wird von ihm als E. Silbereisen , deren Mutter eine Pallas gewesen , angegeben . Baum , Capito und Buzer , p . 137 138 . - ! Sein Vorname war Wolfgang ; er ist unter dem Namen Seultetus bekannter . • Es ist von dem bekannten Matthäus Zell und seiner wackern Gemahlin Catharina die Rede . === PAGE 0038 === - -- 30 sunst hatt man daß opffer alleweg gehalten da er gelegen iſt . ' In dissem 1524 iar uff suntag nach S. Michel tag ist daß zollhauß uff der Reinbruck hinab in den Rein gefallen , und findt 5 man darinnen gewessen , davon zwen man ertruncken , ein zoller mit namen Jung hanß , ein Zimmerman , und Wolff , ein müller von Elkirch , die andern sindt mit dem hauß hinab getrieben biz an die Kinzig bruck , da sindt sie errett worden mit den schiffen . In dissem iar uff Simon und Judä abent ist das an der zollhaus uff der Reinbrucken verbrandt . In dissem iar uff montag den ersten tag hornung hatt man angefangen den graben uff dem ripurg ( sic ) uß zu füren und hatt man angefangen bey dem far bey S. Arbogast , anno 1524 . In dissem iar uff zinstag den heiligen 3 König abent ist ein priester , ein vicarien in dem münster zu kürchen gangen mit einer iungfrauwen , hatt aber vorhin sein pfrundt weggeben , hatt nur alle iar 20 gulden von seiner pfrundt genummen , ist auch ein kindt von Straßburg gewessen , mit namen Con- radt Spaßinger . Die pfrundt hatt in unser frauwen capel gehört , anno 1524 . Und uff der 3 König tag da kam ein groß wasser daß es bis in daß schiffgessel und zollkeller lauff , auch uber die mezi- gerauw leuff , daß man mit schiffen hin und wider uff der auwen faren kundt und thett grossen schaden an allen orten , daß auch das gewäll vor dem Spittelthor zerrissen wardt und ein bey dem gribhauß also daß in 20 iaren nie so groß wasser war , dann die gewäll zerrissen und in fillen , und groß ' Wahrscheinlich in der Kirche , zu deren Sprengel er gehörte " . * Die Fähre . • Das Gribhauß war eine Art Schlachthaus und stund vor dem Meßiger Thore . === PAGE 0039 === - - 31 nott umb den pfiller vor dem Spittelthor war in dem eußern graben welcher darnach anno 27 wider gemacht war . In dissem 1524 iar , da war ein großer reichstag zu Nürn- berg ußgeschrieben , daß alle fürsten personlich in die stett kommen solten , dan ein großer jrdum in dem glauben war , von wegen deß Martin Lutter . Darumb so schickte die statt Straßburg die herren uß , nemlich herr Bernhart Wurmßer ritter , und herr Daniel ' und sindt ußgeritten uff der heiligen 3 König tag abent und uff donerstag darnach ist der obgemelt herr Daniel Mueg zu einem amptmeister gewölt worden und im von stunden nach geschrieben worden , und ist wider komen uff sontag darnach und hatt man mit dem schwertag 8 tag lenger verzogen und darnach erst herr Martin Härlin , ein amptmeister , und herr Reimbolt Spender , ritter , ußgeschickt worden nach Nürnberg , und ist der reichstag angangen uff Hilari anno 1524 Uff mitwuch nach S. Pauli tag ist aber ein priester zu kürchen gangen mit einer iungfrauwen und hatt sie meister Mathens der libpriester in dem münster eingeſeget und kein meß lessen lassen . Vor hatt man allweg meß geleſsen und zum opffer gangen wan ein priester ist zu kürchen gangen . In derselbigen wuchen hatt meister Mathens angefangen und zwey kindt zu teutsch ingeseget und geteufft anno 1524 iar . Und uff mentag darnach hatt der bischoff von Straßburg alle die priester citiert die da frauwen haben genummen in 15 tag sich gehen Zabern zu stellen . Daruff haben sie meine herren angeruffen und ein bottschafft verordnet gehn Zabern , Der Name fehlt in der Handschrift ; er hieß Müg . • Ueber diesen Reichstag siehe Jung , p . 176 . • Die Citation war vom 20. Januar 1524 1 === PAGE 0040 === - - 32 nemlich herr Hannß Bocken und herr Matheys Pfarrer und waß aber da gehanget ( sic ) ist , das ist nit zu wissen , doch so ist der tag erstreckt worden biz Mentag nach Ju dae . * Uff unser lieben Frauwen leichmeßtag da ist Sant Angstett 3 heiltum in dem münster gewessen , noch alter gewohnheit , zu iar alleweg uff die leichmeß , und als er an dem abent ist in dem münster gemessen , da hatt der Buker geprediget und nach der predig sindt ettlich zu dem altar gangen da daß heiltum ist uffgestanden und in daß gelt von dem altar genummen und in den armen stock gestossen und dem priester mit den gözen heissen hinweg gehn oder sie wöllen in uber den altar ab- werffen . Uff zinstag aller man fastnacht hatt ein man ein braut in dem münster ingesegent und gesprochen , man bedarfsf keinen priester darzu , ursach mir sindt alle priester . Uff dissen tag hatt auch meister Matheys libpriester in dem münster einen mönch und eine nonn oder closterfrauwe inge- seget anno 24 . In dissem iar uff zinstag nach dem sontag Invocavit hatt meister Matheys die erst teutsche mes lassen lessen durch einen münch zu Stechfeldt , zu S. Lorenzen , und darnach über 20 oder mehr personen das sacrament in beider gestalt in wein und brott geben , anno 1524 . In der vasten hatt man fleisch gehauwen im griebhauß vor dem meziger thor , manchen tag 3 oder 4 oxen und hatt vil 4 Derselbe war schon im Jahr 1523 in ähnlichen Angelegenheiten nach Zabern geschickt worden und überhaupt ein thätiger Anhänger der Resor = mation . Siehe über ihn , Röhrich , I , S. 173 . • Die Verhandlungen siehe bei Jung , S. 169 und Röhrich , I , S. 184 . * Agnes . 4 Der Geistliche hieß Diebold Schwarz ( Niger ) nach Jung , der übrigens die Sache auf den Dienstag uach Jubilate verlegt . S. 317 . === PAGE 0041 === 33 - 1 volck die vast fleisch , eyger , keß , offenlich gessen , diewill die predicanten , nemlich meister Matheys , Docter Casper , prediger in dem münster , ' herr Zimperion , leibpriester zu S. Martin ' , und herr Martin Bußer und der probst zu S. Thoman , die haben offenlich geprediget daß Christi ( sic ) die vast nit habe uff gesekt sondern sey nur menschen dant , darum so mag ieder essen waß er will und keinen tag für den andern halten , es sen freitag oder samstag , dan Christi ( sic ) hab gesprochen waß zum mundt ingeht , daß befleckt die seel nit . Dan die 6 predicanten stett darwider thetten predigen , auch daß man soll die closter abthun , anno 24 . Uff sontag Invocavit nach deß Bukers predig , nach den 5 uhren , am abent sein 2 schreiner von Straßburg zu der predig gangen , alß sie Complet haben gesungen in den Chor gestanden , alß sie uß gewessen und ir horam darnach betten , da hatt der ein schreiner angefangen mit dem maul zu schlagen wie eine wachtel , und gesagt , daß euch bok marter aller münch schneidt , waß murmeln ir da , meint ir daß gott ein wollgefallen oder angenem sey ? Do sindt ettlichen zu im gangen und gesagt : Lieber freundt , waß gett es euch an waß mir singen oder lessen in unser kürch ? moch ( t ) ir es nit hören so gehn hinauß und lassen uns unbekümert . Und nach villen wordten hatt der schreiner , genant Strübel Hanß , seinen predigstul gezuckt und einen münch über den kopff geschlagen und an seinen • degen griffen . Da sindt die münch zusammen gelauffen und im seinen degen abgerissen und im zwei wunden iu den k opff geschlagen und zu dem chor ußgestossen . Da ist er heim gan- gen und sich verbinden lassen , darnach so hatt er es seinen ge- sellen geklaget , da haben sich zusammen gerotten , daß ir uff 300 man oder mehr zusamen kamen vor dem münster und gesagt daß sie , bok marter aller münch scheudt , soll man daß in einer solchen statt liden , daß sie ein burger also schlagen ? 1 Caspar Hedio . — • Symphorian Pollio . - * Wolfgang Cap to . === PAGE 0042 === - - 34 Woll uf und mir nach , mir wellen daß closter sturmen . Und in solchem ist es für herrn Daniel Müg den ammeister kom- men , uff der beckenstuben , durch ettlichen herren , do hatt der ammeister den herren knecht zu inen geschickt und sie lassen bitten daß sie heim ziegen und morgen zu im uff die pfalz kommen und im ir anligen klagen , will er sie hören , und mit solchen gutten wordten abgetrieben daß sie heim zogen . Und an dem morgen da gingen ir vil uff die pfalz , da hatt man den herrenknecht nach dem prior geschickt und in lassen klei- den uff die pfalz , und auch nach den zwey en die den handel haben angefangen . Da haben meine herren beide partey ver- hört und in uff beidten seiten lassen den friedten gebietten , auch so wellen meine herren die sach zu bedencken nemmen und was man auch einen wider thutt schicken , daß sie gehorsam seyen , anno 1524 iar . In der wuchen nach Reminiscere ist ein edelman genant Ulman Bockel bey herren zu Bisch gewessen zu Brumt und haben da welff gejagt . Da haben sie drey gefangen . Da hat Ulman Bockel gesagt : gnediger herr mir wellen Clauß Hagen und seiner gesellschafft ein hinderlauff schicken von dem wolff für einen rehschlegel , dan sie essen fleisch zu Straßburg , und haben in uß lassen machen und den fuß forn abgehawen und dem Clauß Hagen geschickt . Do ist Clauß Hagen zu seiner gesellen ein komen und gesagt : Schawen da hat mir mein gnediger herr von Bitsch ein schlegel von eime rehe geschickt . Ich weiß nit was ich iest mit thun will , ich muß in salzen . Da sagt der ander , nit , wir wellen in mit gutten gesellen essen und wellen dir nach ostern ander wiltbrett geben . Da hatt er inn Hannß Maullen hauß getragen , deß goltschmidt hauß , und haben in mit negel und zimmet woll gespickt und gebratten und woll 10 guter gesellen darzu geladen die ieder kein namen haben und den wolfsfschlegel für ein reheschlegel I geleiten . • Bitsch . . === PAGE 0043 === 35 - fressen , wiewoll etliche iegermeister darbey waren , denoch über- segen ' , anno 24 . Uff suntag Letare haben die barfüssermünch zu Straßburg ire kutten ungethan und langen pfaffenröck angethan und ir har lassen waxen und parett uff getragen wie weltliche priester , auch grosse kapten über die axel wie die magister tragen und im Cor gannz weiß uber den schwarzen rock und die kapten über die axel angetragen und haben daß alein gethon , die convent kinder sein gewessen zu Straß- burgk . Uff zinstag mitwuch nach Judica haben meine Herren einer statt Straßburg alles inventieren , daß in dem closter zu bar = füssern ist gewessen , zins , gelt , kleinotten , mith ußgenummen , biz uff weider beschwerdt . Darnach uff den andern tag darnach haben meine Herren auch alles inventiert zu den beiden S. Claren werdt und am roßmark , ursach die , die frauwen alle morgen in daß münster findt in die predig gangen , auch ettlichen haben man genummen und haussen bleiben . Darnach in der vasten hatt man in der krufft alle tag ein teutsch meß gelessen und darnach ime daß sacrament in beider gestalt geben , deßgleichen auch zu S. Martin und S. Thoman , doch welcher es nit hatt wellen in zweyen ge- stalt nemmen dem hatt man bericht nach seinem alten wessen . Uff sontag Judica hatt der bischoff von Straßburg Wil- helm von Honstein ein Mantatt lassen ußgohn iu dem ganzen bistum daß die priester die ire meydt , die da argwö- nigst seindt , von sen sollen thun bei grosser peen . Welcher daß nit thette , im 9 tagen , daß man niht von seiner pfrunden im flogen soll lassen , sunder man soll denen armen leutten gebenn . fol . 61b . übersehen . * Crypte des Münsters . 3 sich . 4 Soll wohl folgen heißen . 1 === PAGE 0044 === - - 36 Anno 1524 uff den krom mittwuch nach alter loblicher gewonheit ist allwegen aploß zum jungen S. Petter gewessen und ist an dem montag angangen und am mitwuch wider uß- gangen , nachdem in bapst Leo hett uffgesekt . Da hatt man alle weg das groß kreuk herabgethan daß da uff der vorkir- chen oder lettner stundte und da man es am morgen herab thatt da kamen ettliche an dem abent spott mit äxen und mit Hemern und sagten waß der groß göz da soll ligen , man hab im mehr dann 400 iar gebettlet und haben in noch keinen neuwen rock gemaht , sey hetten in auch voll daroffen gelassen stohn , er wehr die pein nit usgestanden , und mit solchen spey wortten , da namen sey daß gelt uß dem becken und stossen es in den armenstock und löschen die leichter uß und sagten waß da die abgötteren solte . Da das die pfaffen sachen , da forchten sey einen ufflauff und thetten die kürchthür zu , da gingen sey hinweg und in der kürchgaß , an dem eck da herr Heinrich Berk in saß , da hetten sey waffen an der thür alß wolten sey uff brehten . Uff suntag Quasimodo hatt der bischoff von Straßburg alle pfaffen die da frauwen hatten in den ban gethan uff die vor- gethane Citazion . Uff Suntag Misericordie da haben die preiſter die da frauwen haben ein apellacion an daß münster angeschlagen und apeliert von dem ban für ein gemein concilium in der christ- lichen gemein versamelt , würdt alles an dissem iar geschehen , anno 24 . Uff mentag nach Cantate haben Meine Herren zu den Car- mentliten ( sic ) und dieselb wuch die Teutschen Herren , Au- gustiner und Prediger alle inventiert , daß in dem closter ist gewessen , und daß da nit entwendt oder weg kompt , on meiner herren wissen und willen . Da hatten die Augustiner etliches weggethan und geschickt , da gebotten Meine Herren daß sey in • Spottworten 1 === PAGE 0045 === 37 - 10 tagen wider in die statt brechten oder sey wollen anders darzu thun . Darnach uff S. Marx tag , do man alle weg hatt ein kreungang hatt gethan für den gegen todt , da hatt Docter Casper am samstag geprediget darfor , und gesprochen es wehr niergends für daß man mit kreuk gehe , und wan die im münster uff S. Marx tag ußgingen , so will er anfangen ein predig zu thun , da solten sey darfur daß wordt gottes hören , daß wehr besser dann mit kreuken gehn . Da sey nun ussgin- gen und dan wider seindt komen , da hatt einer die thür bey S. Lorenzen zu gethan daß sey bey dem bruderhoff haben müssen in gohn und ist gar wenig volck mit gangen , alß zu- vor . Darnach so haben Meine Herren erfaren daß deß Schneider Hanssen sohn von Costenz die thür hatt zugeschlossen , den haben Meine Herren in thurn gelegt und ettliche tag wasser und brot geben . In der kreukwuchen do ging auch nit viel volck mit , dann die prediger da sagten es wehr heidenwerck , gott hett kein ge fallen darnach . In der pfingsten da ist auch nit mehr den von zweyen dörffern mit kreuzen gehn Straßburg komen , aber zuvor do kamen sehr vil kreuz dar . Auch so haben die zu S. Aurellen die groß kerk die in dem münster stundt auch nit mehr lassen machen , sundern ha- ben es lassen uß brennen , darnah umb martin do haben sey es gar hinweg gethan . Uff montag nach Trinittatten ist Herr Zimperione lib- preister zu S. Martin zu kürchen gangen mit seiner kelle- rin , die er vor lang hat gehabt und hatt der brost 3 zu S. Thoman geprediget und herr Matheys in ingesegnet und sindt bey 70 personen darbey gewessen . 1 jähen . - Die St. Martinskirche , welche auf dem heutigen Guten- bergsplas stund , wurde 1529 abgebrochen . - 3 Probst . === PAGE 0046 === - 38 - . Uff Montag nah Corporis Christi , da ist Docter Caspar Hedio ein prediger in dem münster mit einer iungfrawen eines gardner dochter , der Frenß genannt , zu kürchen gan- gen . Darnach in der meß uff Singichten seindt bey II hundert man von Kenzingen gehn Straßburg komen mit irem pfarrer um der lutter lehr willen dan ihr oberkeit hat inen gebotten das sey iren Pfarher lassen wegziegen , und eb daß sey solches wolten thun , da sindt sey mit irem pfarher hinweggezogen und weib und kinder dahinden gelassen , ein groſſe zal . Da daß ir oberkeit sachen , da haben sey mit hilff der von Freyburg und hauß Desterreich ettliche fussvolck und ritter uff- bracht und haben Kenzingen ingenomen und ir 3 man gefan- gen , den stattschreiber und den würdt zu der kronen , und sunst ein burger ; darnach so hätt man den stattſchreiber ges peinigt und für das gericht gestellt und erkannt daß man in mit dem schwerdt solt richten , wie auch geschach . In dem iar da war vil irrtum in dem kindttauffen , einer wolt sein kindt teutsch geteusstt haben , der ander lateinisch , dan in ettlichen kürchen wolte nit teutsch teuffen , die anderen kürchen nit lateinische , bis zu lez Meine Herren alle pfarher beschickt und inen gebotten war iedem zu teuffen wie er wolte . Darnach uber ein iar hatt män sen alle teutsch gedeufft und angefangen nit mehr dan an dem sonntag , auch nit mehr uber den tauffstein getragen , sondern uber dem altar geteufft . Auch so haben ettliche ire kinder nit lassen teuffen biz sen ußgangen sindt , darnach so hatt sey es mit ir zu der teuff getra- gen . • Sie hieß Margaretha Trenß , nicht Frenß , wie es im Manuscript heißt . * Kleines Städtchen im jezigen Großherzogthum Baden . * Sie d . h . die Wöchnerin . === PAGE 0047 === -.39 - In dissem iar uff montag vor Nativitattem Maria war ein grosser ufflauff zu Straßburg von den lautterischen , dann darnach uf samstag und montag nach S. Lux's tag haben sey alle daffeln und gemelt und heiligen in dem münster , deß- gleichen zu S. Aurellen hinweggethan und die weichstein ! ab- geschlagen , ußgenummen die taffel uff dem altar in dem münster . Darnach uff zinstag vor S. Katherinen tag da haben die gardener under den Wagneru ir eygenes mutwillen S. Dre- ligen Grab uff gebrochen und wellen suchen ob S. Dreligen darinn ligt , also haben sey ettliche bein darin funden . 3 Uff Weihnachten anno 24 ist ein grosse irrung gewessen zwischen der gemein und der preisterschaff und thumherren in allen stifften , ohn in dem münster , alle ir kleinotten , brieff hinweg gefürt gehn Hagenaw und Offenburg , und was daß die ursach , daß sey solten burger werden , hoch und nieder dienen , wie ein anderer burger , und auch der statt alle iar schweren , wie gebruchlichen ist , und auch die beschwerden tra- gen . Da dan Meine Herren solche irrung und spen zwischen den burgern und pfaffen sachen , haben sey uff alle stuben ge- bietten lassen und herren verordnet uff alle zunststuben und die gemein lassen bitten und sagen : Liebe freundt , diewill etliche spen und irrung zwischen euch und der priesterschafft ist , daß ir vermeinen daß sey schweren wie ein anderer burger , so missen ir auch sey uff alle stuben bruchen wie ein anderer burger ; ir müsst sey in das geriht und reht sehen , scheffel und aman uß in machen . Solches zu verhütten und vorzu- komen , haben scheffel und ammann erkannt daß sie solten alle- Die Weihwasserbecken . - * Jezige Weißthurmthorstraße . 3 Die heilige Aurelia war der Legende nach , eine der eilftausend Jung- frauen , die zu Köln unter der heiligen Ursula den Martertod erlitten ; sie selbst , tödtlich erkrankt , sei schon vorher in der Nähe Straßburgs gestorben . S. Königshofen , Ed . Schilter , S. 279 . 4 Auf einer Zunst eingeschrieben sein . * Schöffen und Ammeister . 心 === PAGE 0048 === - - 40 . burger werden , auch hoch und nider dienen wie ein anderer burger , doch so solten sey nit schweren , sundern ir trewe an ein endt statt geben , auch nit fronen oder wachen , oder rens- sen , sondern mit dem gelt , wie ein anderer burger alle be- schwerden liden und uff den stuben , die man auch uff den stall gebotten und verbotten , gehorsam sein . Anno 1525 iar uff freitag nach Anderes tag war Hanß Jacob Schüß zu Straßburg gefuertheilt , wolt Schlettstatt ver = rahten han . In dissem iar uff Suntag Fabie und Sebastian haben Meine Herren von Straßburg ein mantatt lassen usgehen daß alle inwoner der statt und in Straßburger burgbann alle solten burger werden , hie zwischen leichmeß , er sey verpfrundt oder verampt , ußgenummen decant , bropst , und capittel der Hohen Stifft , bey 5 Pfund und darzu uß der statt und nit herin , er sey dan vor und ehe burger worden . In der zeit haben sey die teutsche messen auch abthun und daß herren nachmahl angefangen und ſondere altar gemacht in den kürchen , wie noch . In derselbigen vasten haben Meine Herren in allen kür- chen und clostern verbotten daß man die altar und die bilder oder crucifixe nit sollen verhencken oder verbußen , ouch kein hungerthuch us hencken , als vor altem her . Auch so hatt man allen mezigern erlaubt zu mezigen und fleisch in den mezigen uß zu hawen und ist das erst fast daß man fleisch hawet . Uff Lätari da haben die prediger ir kutten ußgethan und haben schwarze rock angethan . Zu diser zeit hatt man auch daß sacramendt us allen kirchen gethan . 1 Im alten Sinne des Wortes : Kriegsdienste leisten . • Ausschmücken , nicht im jetzigen Sinn dieses Straßburger Ausdrucds , der auch verschweuden bedeutet . * Monstranz und geweihte Hostien . - === PAGE 0049 === Uff Samstag vor Judica , am abent spott , hatt man unser liben Frawen bildt in dem Münster in der capelen hinweg gethan . Uff zinstag nach Judica hatt man all closter und pfarher beschickt in die cankeley und inen verbotten alle cæremonia abzustellen , nemlichen den Balmtag , Cartfreitag unsern herr gott in das grab zu legen , kein palmschüssen , kein fuss- weschung , auch kein krissamtauff , noch heilig ölig ! ge = segnet . Item uff montag noch Palmarum haben M. § . alle clo- ster beschickt und inen verbotten kein beicht zu hören , auch den leutten daß sacrament nit zu geben , und kein meß zu halten , dann zum tag eine , die möchten sey singen oder lessen , und derzu leutten und die kürch ussthun , sunsst so sollen sey die kürch zu haben , auch so möchten sey ir horas singen oder lesen , doch mit beschlossener thür , auch nit darzu leut- ten . Auch hatt man den creusgang uff S. Marx tag den man für den gegen todt hatt , abgestellt , das man den nit mehr thun durf . 1 In dissen 1525 da war der baurenkrieg in allen landen , ursach dan sey kein frondienst , schakung , die weidt , wasser , wilbrett , alles wollen frey haben von der oberkeit , auch in den geistlichen kein zehen geben , darum viel erschlagen waren , auch sey wider vil schaden thatten in Schwaben landt . Darnach uff donsterstag nach S. Jorg sindt die bauren uber Rein auch zusammenkommen und Oberkirch ingenommen und dem bropst zu Allen Heiligen alles genummen , waß sey fan- den von wein , korn , dessgleichen hatten sey Schutern , Etts heimmünster und Schwarzach . In den osterfreitag da ist aber ein grosser hauff bauren zu samen gelauffen , umb Molzen 3 , Dachstein und daselbst alle Del . * jähen . - • Molsheim . - - === PAGE 0050 === 42 - closter Altdorf gefallen , da bleiben ligen uff X tag und alles gessen und drucken waß in closter war . Darnach so zogen sey fur Morsmünster , item Willer und alle pfaffen closter darum geblindert und weggefürt wein und korn waß sey fan- den , auch ettlich pfaffen gefangen , die haben müssen zu inen schweren und bey inen bleiben . Uff sambstag nach Jubilate da sindt die bauren für Zabern kommen und es ufgefordert , da hatt der herzog von Lutte- ringen entbotten , er wole etlich 100 pferdt , in der nah zu inen schicken , daß sich besakung hetten , damit sey die statt nit ohn nott uffgeben solten ; daß haben sey nit wellen thun , daß sey die reissigen inlassen , sundern sie wellen ir statt selber versorgen ; daß hort der bischoff und ein herzog zu Braun-- schweig , auch ein graff von Eberstein und ettlichen herren von Straßburg gehort haben , da sindt sey hinweg ge- ritten . Darnach uff suntag Cantatte haben sey die statt ufgeben und die bauren hineingelossen , und uf montag ist der herzog von Luttringen davor komen mit XXm . menen zu roß und zu fuß , nemlich fünfftausent pferdt , sindt aber etlich bauren zu Lupstein und Pfaffenhofen gelegen dieselb nachs uff IIIItausent oder mer , die wolten auch gon Zabern sin , do ist der herkog inen wordten und hatt ettlich zu roß und fuß zu den geschickt . Also haben sey das torff Luptein angezindt und sey daß merer theil all erschlageu und verbrendt . Darnach uff zinstag und mittwoch hatt er Zabern wider gewonnen und uff XXm mann erschlagen mit den zu Lupstein und darnach uff dunsterstag hi- nuff am gebirg gezogen , gon Scherwiller ; ist im aber ein grosser hauff bauren angegen gezogen und uff samstag am oben spott hatt er ein scharmizel mit gehabt und daß dorff Scher- weiler angezindt und am morgen uff sontag hat er wider an- gesagt mit inen zu schlagen und hat sey in die flucht geschla- ! fie . - 2 Diese beiden Worte sind offenbar überflüssig . - * Lupstein . === PAGE 0051 === - - 43 gen und uff fünfftausent erschlagen und ist darnach von stund an daß Willerthal hineingezogen wider heim und hatt ein groß gut mit im gefüret , darn er Zabern hatt geblüntert , und Molken hat er gebrandtschekt umb tausent gulten und sacht man daß er ob IIm . wegen mit gut auß diesem landt gefiert , auch etlich büchsen von Zabern hin weggefuert ; das ist alls in acht tagen geschehen , und vil gefangene mit ime gefürt , von frawen und iungfrawen , auch vil burgere von Zabern , und Molken , die hat er umb groß gut geschekt , auch hatt er ettliche hauptleutt under den bauren und ettliche preiſter die den bauren geprediget haben gehenckt , nemlich der oberst haupt- mann ist gewessen Asimus Gerwer von Molzen , und Petter von Nortten , die hatt er beide zu Zabern vor dem thore an einen weidenbaum gehenckt . Es sindt auch ettliche hauptleutt darum komen , darnach ist einer von denselbigen zu Straßburg gefangen worden mit namen Euttel Jörg schulteiß von Roßen der sag daß er auch ein ursach sey gewessen , auch so hab er geholffen zu Hasslach sant Florenken sarck nemen und andere kleinott und S. Johan gehen dor lassen gefürt und in da schmelzen lassen . Es sey auch deß ganken hauffen meinung gewessen waß zinß uber 80 iar geben sindt gewessen , die haben sey nimmer geben wellen , auch so sey ir anschlag gewessen kein essen spenß in die statt Straßburg lassen zu kommen . Alß hat man im das haupt uff Johannis abent am freitag abgehawen zu Straßburg . Balt darnach so hat man zu Straßburg Vikan von Zabern auch gertcht der Zabern hatt helffen uffgeben und ver- ratten . Uff samstag nach Quasimodi haben die Carthäusseriren wein und alles daß in dem closter war in die statt gefloehet , 1 Erasmus . - - - 3 Rosheim . 2 Nordheim . • Vincentius ? Jh habe über diese Persönlichkeit in Dag . Fischer's Geschichte der Stadt Zabern , und auch sonst wo nichts gefunden . === PAGE 0052 === 44 - und alß sen ein groß faß uff 30 omen haben under das thor bracht da hatt man dieselb zeit an dem graben und an der müllen an dem Weissen Thurn gearbeyttet , uff 100 oder mehr . Da hatt einer uff dem thorn geheuttet der hatt mit den andern angelegt daß wan der wein under das thor keme , fo wolte er ein schuß thun mit einem hacken , da solten sey alle zulauf- fen , und den wein abladten und drinken . Auch so ist es gangen wie sey angeschlagen haben , da ist es für Meine Herren komen , welche ettliche verordnet hatten und zu in geschickt . Da haben sey schon ein omen oder 6 ußgetruncken und daß faß abgela- den gehabt . Da haben inen Meine Herren scholches verziegen wellen , sen sollen daß Faß wieder uffladen und hinweg lassen füren ; da haben sey gesagt daß soll nit sein , sondern der wein muß da getrunken werden , auch ist ein gartner under den Wagnern uff dem faß gesessen , der sagt zu den herren , der wein muß ußgetrunken werden , oder sein leib müsse darüber brechen . Also seind Meine Herren wider weggeritten , damit sen zufrieden waren , dann sey daß mehrteil schon voll wären . Darnach än dem andern täg hän Meine Herren alle zunfft beschickt und inen den freventlichen muttwillen vorgehälten . Dä häben sie erkant man solle in sträffen der dä ein änfenger waß . Also haben Meine Herren 300 burger in harnisch uff etliche zunststuben gelegt und die gefencklich lassen angriffen , die därän schultig waren , die ettliche tag in thurn ligen lassen , därnäch mit einer urveh wider lauffen lassen , aber der uff dem faß ist gesessen , hatt man an daß halsseissen gestellt und mit rutten ußgestrichen , uss sämstag nach unser Hergott tag . Die bilgermeß hatt man älleweg gehalten ee män daß thor hatt uffgethan , und ist abgestelt worden uf zinstag näch Misericordi . gehuetet . * einer Hackenbüchse . 3 Urphede . - 1 === PAGE 0053 === - - 45 Uff sämstäg nach Misericordi haben Meine Herren älle cloſter verbotten , kein meß zu singen oder zu lessen , allein in den 4 stifften soll man ein ampt der meß singen , und nit mehr dan eine ; deß tags hätt man daß Salve in dem Münster auch abgethon und allen kürchen . Zu allen Heiligen hatt man auch meß gesungen , die haben Meine Herren in der vasten abgethon , daß sey weih aqua und weihsalz gereicht hatten , wider Meiner Herren gebot , anno 25 . Uff mentag nach Cantati hatt man S. Cloren uff dem werdt abgebrochen und daß bollwerck dargebracht und vollendt , anno 27 ior . In der wuchen haben Meine Herren alle dienstknecht in Straßburg die werhafft waren 2 b . wardtgelt geben , haben doch irem meister werden müssen , anno 25 . Darnach so hatt man zwey fenlin knecht angenommen . In dem iar ist Martin Buker , uber der mauren weg komen uß der statt . 4 Anno 26 uff mittwuch nach Quasimodi ist die statt Straß- burg ußgezogen mit 600 man zu fuß und 60 pferdt , und etlich geschütz , gehn Wilstett wider den Herren von Hanaw daß er ein burger hatt gefangen , doch ist er den tag ußkommen und uff den abent wider heim kommen.2 Uff samstag vor Simon und Judae hatt deß Maller hauß uff dem Hollweg gebrendt , anno 26 . Uff mentag Sant Bärbarä abent hatt man das groß kreuk hinder dem fronaltar in dem Münster weggethan , 26 . ) } Diese merkwürdige Angabe gestehe ich nicht erläutern zu können . In den mir zu Gebote stehenden Quellen habe ich über einen Fluchtversuch ( ? ) 2 Buker's nichts gefunden , kann auch die etwaigen Ursachen eines solchen t nicht errathen , und überlasse einem Gelehrteren die Meinung des Chro = { ) nisten zu euträthseln 2 Siehe über diesen Zug Meyer , Chron . S. 111 . - * Ueber Lage des Hohlwegs siehe das so verdienstvolle Werk Straßbur- ger Gaffen- und Häusernamen , S. 79 . === PAGE 0054 === - - 46 Anno 1527 , uff samstag nach Leichmeß hant Meine Herren erkannt daß hin fürtter keinen todten in die statt soll begra- ben , in kein kirch , closter oder capell , er wehr reich oder arm bey pein 20 pf sundern in die 3 ort zu Sant Gallen , oder Guttleutten oder uff S. Johannis aw . Anno 1527 ist von Meinen Herren und scheffel erkandt worden daß geschwister kindt auch erben sollen . Uff dissen tag ist auch von den herren und amman erkannt worden , daß man den ammeister das jor 20 pf geben soll fir den immiß uff der stuben . Zuvor hatt män in geben dan 16 ß die wuchen für den scharwechter trunck . Uff mentag nach Letari haben Meine Herren verbotten keinen burger in dem Münster uff dem cor kein beicht zu hören oder auch das sacrament zu geben , auch kein fraw uff das cor zu komen , bey 30 ß , auch kein leicht zu brennen vor dem sacrament , oder sunst auch in der kirchen , bey diser pein . Uff mittwuch Unser lieben frawen oben himmelfart , än dem morgen , umb 2 uhr , hatt in dem Meziger giessen 3 heusser und eine alte fraw verbrendt und war groß nott , daß man den Gertenfisch errett , dan er hinden daran war . Uff freitäg S. Thoman oben , vor weinachten hatt man Thoman Scheidenmacher mit dem schwerdt geriht , war äber erkannt in das fewer , dan er sagt er glaub nit daß Christi unß erlöst hatt mit seinem leiden und sterben , sondern sey ein mensch gewessen wie ein andrer , auch nit an die Dreifaltigkeit , oder daß nit gott sey , noch an daß Evangelium , sondern an einen gott glaube , er däruff stet verhart , und nit weichen wellen , doch da er sache daß nit ander sein meh , hatt er alles widerruffen und umb verzeigung gebetten , und sagt ' Ueber den Gertensisch siehe ebenfalls das angeführte Werk , S. 173 . 1 === PAGE 0055 === 47 - er habe geirrt . Hatt man das haupt abhawen , anno 27. 4 . Anno 1528 uff donderstag den 16 April ist graff Wilhelm von Fürstenberg mit etlichen knechten die er zu Straßburg hätt ängenummen und gegen Meran bescheiden , und ist vil adel von Straßburg mit im zogen , herr Pancrak von Wilt- sperg , ritter , ist erschossen worden vor der Claussen 2. Wolff Wurmsser stärb , war ein häuptmann , und sunst vil edlen und unedlen , dan man in vergeben hatt in brott und wein , und kamen in der wuchen noch S. Jacob tag wider heim , daß mehrtheil krank und groß geschwollen . Uff den 19 tag Aprill hatt der Landtgraff kneht angenom- men zu Sträßburg und anderswo in meinung er wolle den bischoff von Menk und Würkpurg überziegen , 28 . Uff Bartholmei tag ist ein baur zu Altdorff in würkhauß gesessen , unnd hat gezert , da ist ein sigerß zu in kommen von Bischen 4 bey Rossen , den hat der baur gefragt was er tregt , da sagt er , er habe ostien geholt . Da batt in der baur er solt im eine geben , daß wolt er lang niht thun , doch näch langem bitten gab im der siger ein ostien , die nam der baur und brach in 3 stück und legt uff ein deller und maht kreuz darüber , und ein theil gessen , daß ander in glaß geworffen , und gesagt , ich hab den leib gefressen , nun will ich auch sein blut drinken und daß glaß genummen und getruncken , und dar mit gelingen gestorben . Da haben in die bauren in das gercht begraben . Darnach hatt in die herrschafft wider uß- graben , und under den galgen ligen müssen . 1 Diese Notiz , welche ein so trauriges Licht auf die Intoleranz auch der für ihre religiöse Freiheit doch kämpfenden Eoangelischen wirst , habe ich bereits früher , nebst einigen andern Auszügen , in französischer Uebersesung in der kirchlichen Zeitschrift : Le Progrès Religieux , Jahrzänge 1871 bis 1872 , veröffentlicht . - * Der Claußenpaß , im Tyrol . - • Siegrist , Sacristan . - * Bischheim . - Rosheim . - • jählings . === PAGE 0056 === 48 - 7.18 In disem 28 iar , den 26 September ist herr Friedrich Breher gefangen worden bey Hochfelden und am 9 tag seiner gefengnuß nach dem in Ostwalt Dischenheusser gestochen hatt , gestorben , dann er der Straßburger findt war , und lig zu Ha- genawe . Sein Epidaninium lautt also : Hie ligt der ehrenvest Friedrich Brecher , keisserlicher Maje- statt rottpfandt , herr zu Hochfelden , so uff dem seinen gefangen am 26 September unverschult verwundet und von den seinen verlassen , hinweg gefürt und am 9 tag seiner gefengnuß gestor- ben , anno 1528 . Disser Dischenheusser ist zu Brüssel in Branbandt von keisser Carolo gefangen worden und uff freitag nach Lorenzi sein haupt abschlagen lassen , anno 1531 iar . Uff suntag nach Otmari hatt ein fraw ir kindt selber nach der kindbett in die kürch getragen zu teuffen , und sey und der vatter selber uß der tauff gehebt und keinen vetter oder göttel gehabt , ist aber ein neuwerung gewessen . Ist Paulus Baltner , ein fünffzehner , der erst gewessen . Uff freitag nach Lucie umb 9 uhr zu nacht , kam ein groſſer erdbittem , darnach in 2 tagen wider etlichen . In der zeit erstundt der widerteuffer secten , dan sey sagten 1528 der tauff diene den kindern nicht zur seligkeit , darumb so hatt man uf zinstag nach Judica uff 40 personen gefangen gelegt , 14 tag in gelegen , darnach ettlichen die statt verbotten , mit weyb und kindt , oder zu ertrencken , uß dem bissthum zu schweren . " Da haben sey nit wellen schweren , und sagten gott hatt nit gebotten , sondern ia und nein ; so laß man sey darbey bleiben , doch uß der statt und etlichen umb gelt gestrafft und müssen schweren scholcher secten müssig zu gehen , bey leib straff , anno 28 . 4 Epitaphium . - eigentlich Psetter - Pathe . - * Pathin . 4 Dieser etwas dunkle Say ist wohl so zu verstehen , daß sie im Fall der Wiederkehr mit Ertränken bedroht wurden . === PAGE 0057 === 49 Anno 1529 uff mittwoch noch Esto mihi haben die von Basel ir meß abgethan . Darnach den 20 Februari han Unser Herren erkant daß die 4 messen fo man alle tage zu Straßburg hilt , går ab , also daß man keine mehr mahte , doch wen man es mit der heiligen schrifft beweissen kondt , daß sey reht wehre , solt man wider uffrichten wie vor . Uff zinstag nach Remiscere haben etliche mit sampt irem pfarher , Schwarz Diebolt genant , ir engen fürnemen zu altem S. Petter die altar und bilder alle gebrochen und weggethan und die kirch geweißt , wan es gemalt ist ges wesen . Uff zinstag nach Jubilate haben die prediger zu Straß- burg aber ein neuwerung angefangen und zu S. Thoman im cohr alle täg am morgen umb 7 uhren ein stund gelessen oder prediget . In den zeiten so schreib der bischoff von Straßburg ettlichen rahtspersonen von adel und lehnenleutten und schreib iedem insunderheit , daß sey fleiß fürwenden , damit die meß nit ab- gethan werde , auch nit darin verwilligen oder consentiren , uff das wenigste nicht . Da nun die prediger und burgerschafft hörten da subpli- cieren für den rahts ie lenger , ie mehr , so war der rath ein- hellig daß alle schöffen , an der zall 300 sindt , daß wan man etwaß wichtige handel hat , zusamen und erzelte in den handel in was gefar man wehr gegen dem keisser , daß wan man die meß abthete , dargegen aber wan man es nit abthete , daß gott grösslich darüber zürnen und straffen würde . Der halben sollen sen zu bedencken nemen und endlich darschleussen was ir meinung sen . Da nun sey widerumb beruffen waren , da Schwarz wurde übrigens ob dieses gewaltsamen Verfahrens vom Ma = gistrat scharf gerügt . S. Baum , 453 . === PAGE 0058 === - - 50 war daß mehr theil daß man soll hinweg thun . Also war abgestelt daß man kein meß solte hälten , es wer dan bewissen , und schreiben es dem bischoff , welcher in widerantwordt , er hette mit betrübtem herken vernummen , müß also dulden , waß aber sein ampts belanget , daß musse er thun . Uff den reichstag gehn Speyer da santen Meine Herren von Straßburg , herren Jacob Sturm , herren Daniel Müg , noch des römischen Reichs gewonheit deß reichs sachen zu trac- tiren und zu handeln dahin gesandt . Da hatt sich konig Ferdinandus ußgeschlossen , als sey die meß zu Sträßburg abgestellt haben , daß sey kein assessor und beysizer solten sein wie gewohnlichen war , ein vierteliar ein statt umb die ander . Da daß unser gesandten vernomen hatten , da sagt herr Jacob Sturm zum könig Ferdinandus , wan sey nun von dem romischen reichsgewonheiten und ordnungen ires beysizes und stattordt der reichstegen entsekt sindt , so dürffe man hinfürtter vor inen ir gewonlichen beylag nicht gewerdig sein , daß doch nit hülff . In dem april da sindt ettliche brieff angeschlagen worden von einem Balyser Just , ein angenomener Nam , den niemandt erfaren kundt , wider etliche herren , nemlichen Juncker Egloff Roder , stettmeister , herrn ernhardt Friedrich , herrn Daniel Mug , herrn Clauß Kniebieß , herrn Martin Herlin , all 3 ampt- meister , und ettlichen predicanden , wie daß sey alle solten meineydig sein , und bößwicht wehren , und ir uff 800 wehren , die wolten welche nie evangelisch wehren , alle zu todt schlagen . Auch stundt in einem brieff geschrieben sey kennen in wol , er sey auch irer einen und sey haben einem 12 gulden wellen • Bekanntlich geschah „ der große Schöffenschluß " mit 184 gegen 94 Stimmen , welche vorerst die Messe noch nicht „ aberkennen " wollten . Siehe Baum a . a . D. S. 449 . • fie . * nicht . === PAGE 0059 === 51 - geben daß er inen solt zu todt schlagen daß es nit von in uskem , auch vil brieff in die heusser geschlagen : Schlag todt waß in dissem hauß ist ! an ettlichen : Schlag todt weib und Kindt waß nitt evangelisch ist ! Auch hatt er zwei brieff an sein vatterhaus geschlagen , bey dem er auch iwaß . Die hatt sein vatter uff die pfalz getragen und dem amptmeister über- antwort , aber hatt nit gewißt daß sein sohn scholches thatte , und in einem briff stundt man soll im ein frey sicher glent geben uff die pfalz , so well er bewissen , und wan er nit bes wis , so soll man in uff ein karch sehen und für ein ieden hauß füren den er schultiget mit gleitter zang zerreisen und in 4 theillen und uff 4 strossen hencken . Da haben Meine Herren die sie antroffen , sich über daß allerhöchst entschultigt für den scheffeln und ammann und ie- derman gebetten daß wan sey etwan wissen oder erfaren , er sey in der statt oder zu landten , so wolten sie ir lieb , ehr und gutt daran seken daß man müß segen daß in gewalt und unreht geschehe und inen die brieff zu leidt geschriben wehren . Uff solches haben Meine Herren im ein frey sicher geleit zu geschreiben und ann manchem ordt in der statt lässen anschla- gen , daß er uff mentag nach dem sontag Exaudi den 10 may zu freyer täg zeit uff der pfalz solle erscheinen . Do ist er darzu komen und daß gleitt lessen und in der selbigen nacht ein ander briff geschriben und an sein vatter- hauß angeschlagen , der war in dem Dummloch däheim , ge nant der Jörg Fry , ein ramenmacher , den hatt sein vatter abermahl dem ammeister bracht , der laut also : Er schiß in ir geleit , so hetten sey 2 immiß daran zu essen . Es wehr ein gleit , es möchte sich nit eine lauß darmit behelffen . Er begere ein gleit von einer ganken gemein . Und uff suntag Exaudi hatt er ein brieff an dem büchsen- rein , die wil die schüßen zerten , in ein ladt hinein geworffen • glühender . - * Der Schießrain , vor dem Judenthor . ' Karren . - === PAGE 0060 === 52 - und ist derselb brieff gestanden an Scheidt Hanſſen , derzeit büchenmeister . Da sind etliche komen und den brief funden , da haben fey umb sich gelegen , da war niemandt den meister Jörg der ramenmacher , und sein son auch Jörg genant , uff 16 ior alt , da hatt man ein argwon auff sey geworfen , und ist derselb briff verſiglet gewesen und daruf geschreiben standen : Scheidt Hanz der schüşenmeister , soll in den gemei nen ſchüşen verlenen oder wol in als ein meinendigen böff- wich halten . Da sindt seg zu raht worden und den einem rahtsherren geben , den hat der herr dem amptmeister geben . La findt sey die selbige naht der vatter , mutter , und son gefangen genommen , in der nast im hauß und auch in der naht zu inen gangen ; da hat der son von stundt an bekannt er habs gethan und vatter und mutter ledig geben . Man hatt in aber hart gedümelt , aber niemandt wellen ängeben und gesagt , er kündte nieman angeben , er hab allein für sich gethan . Da haben in die herren gefragt waß er uff sen wise oder sen im gethan haben , daß er die guten herren zieg , daß er ſo verkleinert hab mit seinen schreiben . So fagt er fen haben im sein tag nichts gethon , er hab darum gethan daß iey evangeliich weren und hatt seg umb gottes- willen gebetten ſen ſollen im verzigen , er hab den dott woll verdienet , man foll im gnedig sein . Also haben Meine Het , ren feine iugent angeregen und us freitag Trinitati den 29 mey im daß haupt lasien abschlagen und in darnach 4 theilen und uff 4 straffen gehendt , auch denselbigen abent sein vatter und mutter wider ledig gelassen . 3 1 Den 15 maii kam ein groß wañer in alle landt und thatt greffen schadten und ein kalter , nasier sommer , daß der wein betulbige . - = * fein tag nichts sein Lehtag nichts ; nie . * Diese grawiame Bestrafung der Basquillanten wurde bekanntlich noch 130 Jahre später en Dr. Georg Ebrecht ( 1672 ) vollzogen ; Preßfreiheit , mit ihrem felbft schädlichen Answüchsen , ist eben eine ganz moderne Idee . === PAGE 0061 === $ 53 - 2 ein maß 7 d und der new 5 d galt und sauer wein das nit zeitig wart und alle ding theuer waß , daß der früe wein korn 16 ß , der weissen 18 und 19 ß , daß vill armer leutt gehn Straßburg kamen , daß mehr theil Wallen * von Bur- gundt und Lutteringen , die haben Meine Herren angenommen und zu den Barfüssern in das closter gethan und in essen und tründen geben biz in das ander iar im aprill anno 30 . Sindt ir vil wider wegzogen , sind auch eine grosse sum im spittal gestorben und sindt uff ein mahl in closter 1600 ge- wessen , anno 29 . Darnach uff freitag nach Erwisten , im herpst haben Meine Herren den burgern mehl geben , ein ſchester 14 d und daß ander iar , anno 30 , ein sester umb 18 d ge ben . Anno 1530 iar im meyen hett daß korn 17 ß und 18 golten , der weissen 2 gl auch 1 pf 2 ß ; der wein 32 gl und war gar theur . Anno 1529 iar uff montag nach Unser lieben frawen tag himelfart , den 16 augusti , hatt ein edelmann genant Jörg von Hohenstein , einer gesellschafft mit namen 24 edlen und burgern von Straßburg ein fuder wein geschenkt so fer sey sollen in selbst mit irem leib herein füren von Bergbüttenheim , in einem tag und wan sey daß nit thetten , so solten sey im 12 gl geben . Also haben sey in uff denselbigen tag uffge = laden und ie 2 und 2 nebeneinander gezogen uff einem wagen und seille an den helssen gehabt , daß sen ziegen kundten und sindt umb 3 Uhren schon zu Straßburg gewessen , und war darzu wiescht regen wetter ein lang zeit . Daß waren die edlen , die zugen : Jacob Hiffel , Jacob Bock , Dietrich von Landsperg , Wolff Erbe , Adolff Erbe , Wolff Zorn , Jörg Blicker , Ostwaldt von Baden . Die Burgere : Conradt Meyer ; Lux Messinger , 1 Hier scheint eine Ziffer zn fehlen . - • Wallen = französisch redende * wüst = unfreundlich . Leute . - === PAGE 0062 === 54 - Martin Hug , Hans Hag , Clauß Hag , Moriz Pfaff , Hanß Hobinger , Blessen Hanß , Michel Heuß , Jörg Christmann , Carlo Stoffler , Zencinus ( sic ) dem Drücker , Mathens Landvogt , Matheys Gerbott , Fassimus Gißbrecht , goltschmidt , Veltin uff unser frawen huß , der furmann . Darum haben sey 6 omen den armen in das blotterhauß geben , den andern zuschammen mit iren freunden verzert . 2 Item anno 29 haben Meine Herren diß nochgeschriben frawen closter , so sey es schon haben mit singen und lessen also verordnet daß man in ein pension geben hat . Ubreich hatt man geben allso , nemlich sant Marx closter in daß ge- mein almussen , sant cloren uff dem roßmarck in grossen spit- tall , sandt Katteren in das Weyssenhauß , sandt Kloren uff dem werdt in daß Blotterhauß ; nochgong 3 hatt man daß closter zu den Frauen bruteramt ( sic ) in das Blotterhauß geben , 38 . Item am 8 tag octobriß , anno 29 , ist ein kindt geboren worden zu Luttenbach bey Oberkirch , hatt 4 süß und 4 arm und einen kopff , zwey schwenklein . Item im october ist ein kranckheit auß Engellandt komen in Teuschlandt , zu dem ersten in Niderlandt und darnach den Rein her uff in alle stett und kam der slechtag ein menschen an mit schwißen und so man den menschen ließ schlossen oder den lüfft ein list gon , so waß er von stundt an tott , so man in aber liß ligen und beheb zu stopt , und vir und zwenzig stunden liß ligen , daß er nit schliess , so kam er wider uff und seindt uff einmal in einer wuchen zu Straßburg uff drey tausend menschen gelegen , und doch wenig gestorben , 296 . Item uff samstag noch sant Lux tag den 23 Octoberiß haben Meine Herren von Straßburg ein fenlein knecht gemu- stert und uff zinstag darnoch hien weg zu Ferdinandus konig ' Erasmus ? Großh . Baden . - • Das Uebrige . 3 nachgehends . 4 Lautenbach 5 vollständig , auch käb in der Straßburger Mundart . • Diese Krankheit wurde der Englische Schweiß genannt . === PAGE 0063 === - - 55 zu Behem zu einem hilff an den Dürcken geschickt , und all andere richstett auch thon haben , aber daß mehr theil al zu spot komen , dan der Dürck vor Win abgezogen was , also hatt man den stetten entbotten wider heim zu ziehen , biß uff weidern bescheid . Uff samstag noch Martini seindt sey wider komen , anno 29 . Item uf freitag vor Sant Gallen tag hatt man sant Mar- tinßkirch am fischmark zu Straßburg angefangen abzubrechen , waß gestanden dausent und XVI ior , noch dem datum daran gehawen und waß daß datum 513 ior . Item uff sant Mattis tag ist keiser Karolis gekrent worden , von dem papst zu Plonien 2 , anno 30 . Item uff sant Veltins tag , den 24 tag hornungß hatt rett und ein und zwenkig erkandt alle altar in allen kirchen ab- zubrechen , auch alle dofle , bildter und crucifix hinweg zu thon , haben sey aber in etlichen kirchen die doffle und bilter , crucifix all zerschlagen , und zerbrochen , nemlich zum jungen Sant Peter ein doffel zerschlagen und andere steinen bilter , die ob vierhundert gulten gekost haben zu machen , deßgleichen in andern kirchen auch , anno ΧΧΧ . Item in dem ior hatt man am Kronenburger thor an = gefangen zu bawen biß an den Weissen thurn , graben und schutten . Item uff midtwoch noch dem heiligen weihnachtag ist ein statt von Straßburg mit den Schweizern in büntniß komen , nemlich Zürich , Bern , und Basel , XV ior lang uff diese meis nung , so man uns wolt bewältigen , oder von dem heiligen evangelium triben , on überwunden mit der heiligen geschrifft , daß sie uns dan sollen behilfflich sein , und hatt der bundt diese gestalt : ' Es ist von der berühmten Belagerung Wiens , unter Soliman dem Großen die Rede . * Bologna in Italien . - * Gemälde . === PAGE 0064 === - - 56 Zu dem ersten , so mier von unsern widerwertigen bevael- tiget oder gedrenckt werden , das dann unser cristliche mit- burgern der statt Zurich , Bern und Basel uff unser er- suchen mit so starcken ziehen oder her als die notturft erfor- dert , uff iren coſten uns tröstlich und werlich zuziehen sollen , doch sollen mir denselbigen so uns also zu zihen uff iedes tausent knecht alle monet zweytausent gulden geben , ist halber foldt . Zu dem andern so die 3 stett sampt oder sunder überzogen , belegert oder beveltiget werden , so sindt mir inen nit schuldig einich volck zu roß und fuß zu schicken oder zu halten , suns dern sollen anstatt deß selbigen den dreyen stetten samenhafft so lang die vehdt werdt , ieden monat drey dausent gulden geben . Zu dem dritten haben wir uns begeben inen zu einem vorrodt und zu gutem in die stett Zürich und Bern zu geleger Zeit deß fridenß , hundert zenttner bulverß und gon Basel zehen tausent fiertel rocken zu erlägen , dergestalt daß die frucht noch als vor , unser sey und in unserm namen do ligen soll und daß die gentelte ſtett Zürich , Bern und Basel , die nitt anderß dann in Kriegs nott oder zufallenden teuerung , doch mit unserm guten wissen und bewilligung angriffen megen , und sey under ire burger zu theilen und unß die selbig frucht mit einem gelt , darumb mir es des zeit anschlagen werden , bezallen , und sollen auch unser cristlich mitburger zu Ba- sel ein casten zu solcher frucht on unsern coſten lihen , und solichß erlost gelt empfohen und uns getreulich überliffern und behendigen . Zu dem 4 soll daß pulver in der stille bleiben ligen und nit gebraucht werden , denn in kriegsläuffen , so sich deß glauben halb begibet . Daruff haben Meine Herren scholche bundniß geschworen uff freitag den 7 Januari , nemlich herr Conradt von Dunkenheim , ! === PAGE 0065 === - - 57 diser zeit animeister , von der burgere wegen , und herr Egloff Rötter , der stettmeister , von wegen deß adels , in beysein der herren von Zürich , Bern und Bassel . Darnach so sindt Meine Herren mit in hinuff geritten , da haben sey unß widerumb geschworen . Solche bündtnuß werdt nit lenger dan ein iar , darnach so haben sey die brieff im feldt zerrissen und uß ge- wesen . 2 In dissem 1530 ior haben Meine Herren die schutten an S. Clauß thorn in Hans Bocken Garten und an dem vih- marckt bey S. Elssbetter thor gemacht , dessglichen die greben usswenig bis an die thürn wider gemach und haben die bur- ger daran fronen müssen zu der schutten in herrn Hanß Bocken * garten unndt haben die burger angefangen zu fronen uff mentag nach Remisscere den 14 tag marti und uffgehört den zinstag nach Johanni tag , anno 30 . Ufs dunstertag nach Petteri und gar schedlich verbrandt , uff 100 und ren . Pauli da ist Erstein 30 heusser und scheu- In dissem iar war der reichstag zu Augspurg von wegen deß glauben , da schicken Meine Herren die gesandten herrn Jacob Sturm , herr Mattheys Pfarrer . Herr Jacob Sturm trug nit allein das geschefst der von Straßburg an , sondern auch der mit verwandten sachen für den keisser und stenden deß reichs . 1 Egenolf Röder von Dierspurg . 2 Es läßt sich aus dieser trockenen Notiz die historische Bedeutung des Abschlusses sowie des Rücktretens von diesem Bündniß nicht errathen ; und doch schloß es den Uebertritt Straßburgs von der freieren Ansicht Zwing = li's zu den weit engeren Grundsäven Luther's ein , ein Verlassen der zuerst angenommenen Grundsätze über die Sacramente insbesondere , weil die Lutheraner , Sachsen vor allen , sich weigerten , mit den Anhängern Zwin- li'scher Frrlehren ein Blindniß zu schließen . Deshalb mußte Straßburg sein Büudniß mit den Eidgenossen rückgängig machen . 3 auswendig . - 4 Reminiscere . === PAGE 0066 === - 58 In disem 1530 iar da war vil kriegsgeschren von wegen deß glaubens ; derhalb verbandt sich der landtgraff mit denen von Zürch , Bern und Bassel , Straßburg uff 6 iar , also daß wan eine nott angienge von der religion wegen so solten die andern in hilff und beystandt thun und war in dem winder- monat uffgericht worden . Uff mentag noch Lucie , den 19 tag Decembris hatt man S. Arbogast closter angefangen abzubrechen und am freitag darnach starb der probst Jörg Ebel . Anno 1530 hatt man den überichen herren , der nur 3 waren , iedem alle iar 60 gl und 80 viertel frucht geben und thetten den halben waschen oder weydt . Uff mittwuch noch Anthoni anno 1531 , den 18 Januari hatt man S. Helenen kürch angefangen abzubrechen , daß war usswenig der statt , ben guttleutten . Inn dissem 1531 iar , uff mittwuch den 3 tag april haben Meine Herren verbotten iren burgern und hinderſaſſen , edlen und unedlen , niemandt ussgenummen , weib oder man , iung oder alt , uß der statt Straßburg zu Rych oder Lingelheim Wiewerssheim , oder dergleichen ort oder stett , flecken , weder faren , ritten oder gehen , die meß zu hören , bey pein 5 pf . d so man es thutt und nüt ussgenummen , darum sich meniglich weiß zu richten . Uff mittwuch noch Cantatti haben Meine Herren daß closter zu den Predigern zinssgült uber die pension die man den münchen gibt , getheilt in 3 theil , nemlichen in den spittall , in weissenhaus , in blotterhaus , und ellenherberg und gutten leut- ten , anno 1531 . ' übrigen . • Diesen lezten Satz vermag ich mir nicht befriedigend zu erklären . * Kirchhof zu St. Helenen , noch jest im Volk „ Gottlitte " geheißen . • Soll wahrscheinlich das noch heute ganz katholische Reichstett , bei Schiltigheim , sein . • Lingolsheim . === PAGE 0067 === 59 - Uff freitag nach Cantatti anno 31 galt daß korn zu Straße burg 3 gl und mehr und der weissen 36 ß und war theuer in allen landen , die gerst 1 pf . 6 ß , der wein 30 gl und 28 gl . Darumb so gaben Meine Herren den burgern mehl , geben ein seck umb 2 ß und hörten uff Adolffi wi- der uff . In dem iar uff mentag den 22 men haben Meine Herren erkendt daß man keinen toden leutten soll wie vor . In dem iar hatt man auch die bollwerck und graben bey dem newen thor gemacht und die haber müll in dem graben hinweg gethon , an dem weissen thorn und vollbracht anno 34 . Im October ist ein comett an dem himmel gestanden , wie ein fackel , uff 14 tag lang . In dem 1531 iar , da hatt der vorgeschrieben bundt mit den Schweizern und Straßburg uffgehöret . In dissem 31 und 32 da ersuchen Meine Herren daß als muen uff dem veldt , in gerden und der statt und hauben ein groß geldt uff . Anno 1532 iar uff suntag vorem Incumicatum ( sic ) hatt man zu Straßburg angefangen die nachtglock zu schla gen uff dem Münster , uff daß man hör daß die wechter auch wachen . In dissem iar geschach von dem römischen reichs ein herr- zug wider den türcken und waren von keysser Carlo be- schrieben , daß sen auff den 15 tag augusti zu Wein sein solten . Da schicken Meine Herren von Straßburg ein fenlin knecht und 80 pferdt wollgerüst und zogen die knecht hinweg uff montag nach Lorenz , den 12 tag augusti , und war ir haupt- mann under den reissigen herr Bernhart Wurmsser ritter und herr Schwicker von Sickingen . Die fußknecht zogen • Alaun ? Salpeter ? - • Schweichardt . === PAGE 0068 === 60 - vor in weg uf Mentag noch Jacobi , den 29 tag hey monatt . In dem iar im September ist wider ein comet am himel gestanden , wie der vorich , der erst an obent , der ander am morgen umb 4 uhren , werdt vast 24 tag . In dem 19 tag September hatt man ein schlacht mit den Türcken gethan , bey der Newstatt und sindt uff 15 tusent er . schlagen worden . Darumb ist der Türck wider uff Kriegisch -Weissenburg gewichen . Also hatt der keisser dem reichs wider erlaupt heim zu ziegen , also kamen die unsern uff den 2 tag Novembris wider . Uff samstag nach allen Heiligen haben Unsere Herren er- kandt nach dem man vil verbawt hatt , und an dem Türckens zug sey vil uffkomen , und der gemeine ſeckel vast lehr worden , so haben herren und scheffel erkandt daß alle inwoner in der statt , groß oder klein burger , sich uff dem stall sollen in- schreiben und uff den zunfftstuben dienen , und von eim ieden hundert gultin ein ß weider geben als vor , daß ist vom 100 gl 3 ß uff dem stall zu geben . In dem iar hatt man das chor zu den Barfüssern abge- brochen und angefangen . Anno 1533 iar uff donerstag nach S. Veltins tag den 20 tag Februari kam in der naht ein grosser windt und wurff die schlagglock mit dem thürmel uff dem Münster umb und geschach groß schaden uff dem münster , uff 3000 gulden werdt , alein uff dem Münster , auch uff dem landt und ſtatt auch vil schaden , dessgleichen kein mensch erhört hatte . In dissem iar war aber ein grosser comet an dem himmel , hatt uff 4 wuchen gewerdt . Anno 1534 iar uff suntag vor Leichmeß hat man anges fangen die pfarr zu S. Steffen zu zuthon und uß dem Wil- helmer ein pfarkirch gemacht . ' Alba Graeca = Belgrad . - 2 weiter = mehr . === PAGE 0069 === - - 61 In dem iar ist graff Wilhelm von Fürstenberg uff die 21 fenlin knecht angenommen und in der Wangename und zu Geißspiken gemustert und wegzogen uff mentag noch Jubis lati , den 27 April , darnach uff Vendenheim und Weissenburg gezogen und bey Gernssheim ist der landtgraff von Hessen mit eime großen volck zu im kommen , den Necker uffzogen , in daß landt Würdenberg , da bey Lauffen , den 12 may mit den Würdenbergischen und Königischen ein scharmüzel gethan und vil erschlagen , also daß die Königischen weichen mußten und sey daß landt innammen bis uff Aßpurg , auch darfür gele- gert und darin geschossen . Darin war oberisch pfalzgraff Pfiliß , der doch in dem scharmüzel bey Lauffen durch ein schenkel geschossen war , und in einem tag darin geschosien , haben sey gleich uffgeben . Also ist herzog Urlich wider daß keisser und konig , wider ingesetzt worden , doch darnach ein friden gemacht und dem volck geurlaub geben , den 3 men anno 34 . Im 34 iar hatt man angefangen daß Münster mit blattstein zu machen und alle grabsteine us dem Münster ges than . Anno 1536 iar brandt in Thoman Olmanns hauß bey dem blotterhaus , uff freitag nach Anderis in der naht umb 9 uhr und werdet biß umb ein , war sehr kalt . 4 Anno 1573 iar uff mittwuch vor Mattheys den 21 Febru- ari kam ein groß wetter mit donner und blik und schlug in daß Münster in ein ercker . Auf den sonabend , so der 29 may , ist des brotbeckers haus genand zum Treubel , bey dem Pfennigthurn mit sambt 5 Geispolsheim . - Philipp . 3 Es handelte sich um die Wiedereinsetzung des Herzogs Ulrich von Würtemberg in sein Land , das Karl V. seinem eigenen Bruder , König Ferdinand verliehen hatte . Der Friede wurde zu Kadan in Böhmen den 29. Juni 1534 unterzeichnet . • Wörtlich bei Meyer , Chron . S. 130 . === PAGE 0070 === 62 - heusern verbrand , anno 38 , zu naht umb die zehen , und in demselben iar wider gebawen . Anno 38 uf den 15 tag Aprilis erfroren die reben im Ele saß und alles landes am Reinstrom , ohne im Stimdaw ( sic ) 1 . Zu Straßburg galt der fuder weins 36 fl . und auch 40 , wie auch weniger , die maß 7 und 6 d . Item volgenden herbst galt ein fuder vier gulden . Anno 38 den 4 Octobris ist pfalzgraff Ludwig mit sampt dreyer brudern zu Straßburg eingeritten wie auch herkog Friderich mit sambt irer fürstl . gnaden gemahel , so eine königin von Dennemard , und herzog Wolfgangen 3 . Auf sambstag Petri und Pauli , so der 29 Junii , seind 2 heuser im kleinen Prediger geßlin verbrand , ist auch ein fram sambt einem kneblin drinnen geblieben , umb 10 uhren in der nacht , präscripto anno . Anno 38 , uf freitag nach Ulrici umb acht uhren zu nacht brante es in Philips Dunkenheims hauß , also daß man in monatsfrist dreymahl sturmbt . Eodem anno den 16 Julii ist der friede zwischen Kays . Mayest . und dem Franzosen entschlossen und allem kriegsvold zehen iar beuhrlaubt worden . * Anno 1539 , uf freitag nach Quasimoto , hat man zwey keker wollen verbrennen , von wegen irer kekeren so sie bey dem Herren brünnel gedrieben , und wurden daselbst von den Siebener knechten gefangen , ward ihnen doch gnade bewiesen daß man sie mit dem schwerd richten solte , und nachdem der eine gerichtet , wolte sich der ander nicht richten lassen , so eines henckers sohn von Baden , mußte man ine deswegen wieder in die stat führen . Auf donerstag Sant Marxen abent hat man ine wieder Rheingau ? - * von Sachsen . - * von Zweybrücken . \ * Waffenstillstand von Nizza , 1538 . • Es handelt sich um Keberei , im alten Sinne des Wortes , d . b . um widernatürliche Unzucht . i === PAGE 0071 === - - 63 hienaus geführt , mit bevelch wo er sich aber ungebürlich halten würde , solte er ine richten , und darnach verbrennen , oder aber lebendig in's fewer werffen . So stelt er sich wie vor- mals auch , wie man ine aber auf eine leiter binden wolte bad er und solches zum zweyten mahle , als er aber zum dritten begerte man solte ine herab lassen , hat mans ime ab- geschlagen und hat ine der nachrichter ins feur werffen und verbrennen müssen . Anno 39 im mai ist ein comet am himmel gesehen wor den , wären auch vill großer wedter und wasser , so viel schaden gethan . So schlug das wetter auch in das spittal . Uff sams ſtag nach Cantate schlug das wetter alle die frucht um Offen- burg , ein halbe meil , wie auch zu Erstein und Northusen in boden . Anno 39 den ersten May ist die durchlauchtigste fraw Isa- bella , kayser Caroli gemahl , ein königin auß Portugal , an einem kind gestorben . Desselbigen iars im meyen ist auch die herzogin aus Lot- tharingen gestorben , derowegen von der statt Straßburg diese beyde herren , Bernhart Wurmbser , ritter , und herr Martin Betscholt gehen Nancei abgesandt worden der Fürst . Durchl . das leid zu klagen . Eodem an no uff Sanct Ulrichs dag hat man zeitige dreu- bel zu Straßburg uff des herren Ammeisters , herr Matthis Pfarrer , stuben gehabt , bey den weinstichern . So haben die herren von Schlettstatt auf ein zeyt vier drauben uf irer stuben gehabt . Auf sontag den 17 augusti anno 39 ist die heylig geist glock , damit man in die predig zu leuten gepflegt , zer- brochen . Eodem anno ist ein so grosser herbst gewessen das man nicht fas bekomen können , und hat man viel holzene kasten gemacht , darin man wein gefasset , hat auch einem allewege === PAGE 0072 === - - 64 ein fas gefüllet gegen ein lehres so er weg geben wollen , und ist der ohm umb ein paken verkaufft worden , zu Westhoffen , um dieselbe gelegenheit . Item zu Reuterburg 4 bey Masmünster hat man den ohm umb ein dolchen geben , zu Wolcksheim ein gut fuder weins umb vier gulden . Anno 40 ist ein reichstag ghen Hagenam beschrieben und von könig Ferdinando gehalten worden , uf montag nach Tri- nitatis , wiewol auch nichts gewisses beschlossen , ist doch gleich- wol ein anderer dag den gelarten ghen Würbms ernendet , und herzog Erich von Braunschweig der elter , wie auch der damals regierende bischoff von Trier mit thot ab- gangen . Eodem anno war so ein heisser sommrer daß ein ein- wohner der statt Schlettstatt den 14 iulii viel ohmen weins eingelesen . Anno 1541 uf freitag nach Laurentii ist Erasmus freyherr und schenck zu Leinpurg zum bischoff von Straßburg erwes let worden . Obiit 27 Novembris anno 1568 . Anno 41 ist ein reichstag zu Regenspurg von wegen der religion angestelt aber nichts beschlossen , sondern 18 monat angestelt worden . Eodem anno , int hornung , ist der graben aufwendig dem spittelthor allhie in Straßburg erweitert und anno 62 gefu- tert worden . Prädicto anno , uf freitag nach Martini seind 2 mörder gericht worden , so sich zu hundt snelten geheldt , wie auch uf 4 Reutenburg mit dem bekannten Wallfahrtsort Rheinader . • Worms . • Soll wohl heißen : Es wurden 18 Römermonate bewilligt , d . b . Steuern zu den Kriegsunternehmungen des Kaisers ( Algier ) , während 18 Monate zahlbar . * Der Text ist hier offenbar verderbt , doch wie ? === PAGE 0073 === - 65 nach volgenden freitag dren mit namens Wiz Hans , Crum Clauß , so ein lamer man , Wizen Michel , Weber Hans , Frisch Hans , wie auch die hernach verzeichnete gleichen lhon ihres verdienstes empfangen , als namblich Kienlesch Laux , Schults heiß zu Eckersweiler , zu Lohr , und Kuens Wolff , war der würth zu Ortenberg . Anno 42 den 14 ianuarii hat ein reichstag zu Speyer seinen anfang gehabt dem Türcken widersak zu thun , hat daß römische reich 42 tausent man zu fuß und 8 tausent reisige dargegeben . Eodem anno uf de n 28 aprilis sind von der statt Straß- burg 563 soldaten angenommen und den 3 Maii gemustert , wie sie dan auch durch ire verordnete herren iunder Hammann Brandschas , hauptmann , Martin Braun , leutenampt , Wend- ling Scheck , so ein schuhmacher , fendrichen , herr Simon Francken , seckelmeistern und Claus Munchen , schreibenn , uf den 9 maii wider den Turcken hinaus geführt worden . Im gemelten iare waren der statt Straßburg durch marg- graff Joachim von Brandenburg in der Marck hundert reisige bestelt und angenommen worden , uf ein kurisser war die monatliche soldung 18 gulden , uf andere monatlich 12 fl . Eodem anno war so ein grosser sterben , daß die thoten- treger ein drinkgelt zum lon forderten , war gleichwol der lohn 4 ß d . Anno 1543 den 4 ianuarii seindt zu Straßburg sieben ammeister erwehlet worden , haben sich aber alle trusgeredt , ires leibs und lehens halben bis uf herrn Simon Fran- den . 4 1 Eodem anno den 10 maii seind in der stat 2000 volge rüst burger gemustert , hernacher in iren wehren und rüstungen ' Siehe darüber Ausführlicheres weiter unten ; ein Beweis , wie un- ordentlich hier die Notizen zusammengestoppelt worden . Beinahe mit den gleichen Worten gibt auch Meyer , Chron . S. 39 , seinen Bericht . === PAGE 0074 === - - 66 sambt veldgeschützen oder stücken zu S. Arbogast gefurt und in ein veltschlacht ordnung gestelt , wie auch wider heimgefürt und auf jeder zunsst gekochet , von der statt der wein geschenket worden . Im gleichem iare uf donerstag nach Circumcisionis domini , 14 ianuari , pflegt man gewönlich alhie in Straßburg am- meister zu erwehlen , hat man damals herrn Niclaus Kniebis , welcher zuvor viermahl ammeister gewesen , wiederumb erkiesen wollen , sintenmal er sich aber der unvermöglichkeit des gesichts , gehör und gedächtnuß beschweret , hat man ine der chur und wahl erlassen müssen , wiewol man ine herzling gerne ange = nommen hette . Gleichfalls haben auch nachvolgende solche beschwerungen eingefhurt , als mit namen her Andreas Mihl , her Martin Betscholt , Her Caspar Rumler , her Conrad Meyer , her Valentin Kniebiß . Vorgenanter herr Simon Franck nachdem er von gemeiner statt Straßburg als ein se ckelmeister des gesandten kriegsvolck in Ungeren gesand , daselb- sten kranck und also widerumb hero khommen , uf den andern maii , ist er gleichwol in wehrender kranckheit zum ammeister erkhand und die wahl biß in die nacht verzogen , derowegen von den herren Juncker Seyfried von Bietenheim und her Sebastian Erbe , nach gewonhent zu ime mit einer schwebel pfannen gesand worden , solche wahl anzunemmen gebetten , da er doch in werender kranckheyt der statt zu dienen gutwillig anerbotten . Nachdem nun von obgemelten gesandten und herren einem ersamen rhat der stat Straßburg wieder referirt und furgebracht worden , seind sie mit freuden von einander ges scheiden , demnach es dan umb 6 uhren in der nacht gewesen und viel des rahts noch nicht zu imbis gessen gehabt . hat sich die gemein darob nicht wenig gewundert , dan solches vormals nie geschehen . Von obgenanter zent hero ist durch die herren räth ein und zwanzig erkand worden daß her Beat von Dunkenheim das === PAGE 0075 === - - 67 ampt bis uf den 19 februarii eiusdem anni verwalten solle , weil vielgemelter herr Simon Franck mit leibsschwa chheit be hafft , wie dann beschehen , und ist uf gemelten 19 februari der bestetigte ammeister von seiner franckheyt uf die pfalz gangen , der eid erstattet und hernach her uf der Kueffer stuben den imbis eingenohmen , deren handwerks er dan gewesen . Der allmechtige verleihe ime gluckliche und friedliche re- gierung.¹ Anno 1547 iar in dissem iar ist daß ungelt grosser und die maß kleiner worden , und ist die ordnung gesezt worden uff Simon und Judi . Ad diem 2 augusti ist her Martin Härlin gestorben und umb 3 uhr in begraben zu gutt leutten , sindt bis 5 oder 600 mit der leich gangen . Ad diem 27 Decembris ist her Matheys Gilger gestorben und sindt auch uff 500 personen mitgangen . Anno 1548 ist erkant worden daß daß pferdt ziegen soll ab sein , ad diem 19 meii . In dem iar hatt auch die klein rahtsstub gebrandt . Anno 1549 iar , da war abermahl herr Simon Frand von den herren erwolt , doch so redt er sich uß von wegen leib kranckheit hal- ben , wiewöll er schon erst gewessen ist . Darauf herr Fölix Armbruster , der redt sich der lehen halb uß , darnach war herr Jacob Meyer amptmeister , in der schlossergassen . Anno 1550 iar da ist die meß wider uffgericht worden , und sind die herren Martin Buzer und Paulus Fagius , die 2 predicanden vertrieben worden . ! Aus dieser Aeußerung ersieht man , daß man es mit gleichzei- tigen Auszeichnungen zu thun hat . • Die Bedeutung ist mir nicht klar ; etwa Abschaffung der städtischen Stüterei ? • Es ist merkwürdig , daß der Schlacht von Mühlberg ( 1547 ) und des Interims ( 1548 ) mit keinem Worte hier Erwähnung geschieht . Nicht === PAGE 0076 === - - 68 Anno 1554 iar starb herr Jacob von Dunkenheim , den 16 april und war an sein statt den 30 april herr Hannß von Bersse erwöllt worden . Anno 1555 iar da hatt der könig in Frankreich die statt Mez mit list ingenummen und mit heeresmacht in Teutschlandt gezogen , aber nit lang darin verhart und stilschweigend vil vold verlohren . " In dem iar ist auch keysser Carlo zu Straßburg in- geritten , den 19 September , ist in deß herrn Conradt Meyer hauß gelegen und von der statt die schenk emp- fangen . In dem iar , den 19 october starb her Lux Messin = ger . Anno 1556 iar war herr Michel Heuß alt ammeister gestorben den 18 augusti , kam an sein statt herr Jörg Leimer . In dem iar war ein comet zu Straßburg geschehen uff ein viertel iar lang , den ersten marci . In dem iar hatt ein fraw uß einem dorff nit weit von Straßburg eime pfaffen gebeicht wie sey vil gelt hatt gefunden und hatt dem pfaffen geben wellen , da hatt er's nit gewollt ; da sey nun von ime geht , daß sey heim will , ist ir der pfaff nachgangen in einen walt , da sey durch muß , da ist ir wer zum kindt worden , hat er sey ermördt und daß gelt ge- nummen , ist darnach gefangen worden und in ölig gesodten worden . 1550 , sondern den 6. April 1549 zog Bucer mit Fagius heimlich von Straßburg aus , England zu , wo er bereits den 28. Februar 1551 die lezte Ruhestätte finden sollte . Siehe Baum , S. 547 u . ff . Bekanntlich nahm Heinrich II . Mez bereits im Jahr 1552 in Besiz . 2 Die üblichen Geschenke . * Schwach geworden , umsonst gewesen ? === PAGE 0077 === - - 69 - Anno 1556 hatt ein burger zu Oberehnheim 3 seiner Kinder erstochen , daß sey im brott haben geheissen , der = naht so hatt man in geredert und 3 mal mit zangen gerissen worden . Anno 1558 den 6 ianuari hatt die statt Straßburg wider den Türcken geschickt zu hilff dem richs 12 soldener mit sampt einem schriber , Jeremias Steinler , derzit schrieber im spittal und 4 drabanten . Ad diem 4 Septembris sindt für Straßburg 20 fenlin knecht fürzogen , dem könig Ferdinando . Anno 1559 iar , den 15 ianuari ist zu naht umb 7 uhren ein erdbitten gewesen ; gott welle alle ding zum besten wenden ! In dem iar hatt von wegen der grossen dürren zeit an mangel deß wasser müssen ein schiffmühl zum ersten mahl in den Rein gestelt werden zu mahlen . In dem iar ist herr Wolfgang von der Hoym in deß pfalzgraffen hoff mit ein roß zu todt gefallen , so hatt sein bruder an Meine Herren erlangt daß man im ein epitafium uff daß grab zu S. Gallen zu legen erlobt , welches vor nie geschehen ist . In dem iar ist auch das Interim und meß durch unders handlung churfürsten , und pfalzgraffen , auch herzog Christoffel von Würdenberg und marggraff Carlo von Pforken ge = sandten Unserer Herren zu Straßburg abgesagt und hinweg zu thun . Anno 1561 iar hatt man das Interim gar hinweg gethan und wider in dem münster , iung S. Petter und alten S. Petter angefangen zu predigen . Gott gebe wider gnadt ! Anno 1562 ist keysser Ferdinandi zu Straßburg ingeritten under einen gelben damasten himmel mit 6 stangen , daran hatt geheischen . - • Pforzheim . === PAGE 0078 === - - 70 getragen 2 von adel und herr Bastian Münch , und herr Carlo Lorch , herr Adolf Braun , und herr Frank Meyer , alle 4 fünff- zehner . Anno 1562 iar bey herrn Jörg Leimer ist ein ordnung gemacht worden deß weines und korn halben , daß keiner uff mehr schak hatt kauffen dörffen . In dem iar uff einen freitag hatt daß wetter in einer stunden 3 mahl in daß Münster geschlagen bey der kron , dar- nach uff den plas , that grossen schaden . In dem 62 iar kam von Zabern gehn Straßburg in eime augenblick ein großer hagel und erschlug alles uff dem feldt , die trauben , hanff , waß an kam , die stein sindt wie ein nuß , in der breitten ein daller groß , thatt zu Straßburg fur ettlich 1000 gulden schaden an den fenstern . Den 14 december kam herzog von Lutringen mit 300 pferdt mit sampt der mutter gehn Straßburg , lag in des märstall hauß zum Nesselbach über naht , am morgen zog er zum Cronenburger thore uß , als dem galgen zu , zu . 2 In dem iar ist vil zauberen fürgangen darum nit zu sagen ist gewessen , dann in der herrschafft Ulrich von Helffen- stein verbrandt man 20 weiber die sagten daß sey 85 menschen ermördt haben und 94 hauptsiech , ohn die von von inen ver- sehrt sindt worden . Anno 1563 iar den 28 mey ist zu Kittelheim ein groß wasser kommen von dem regen in einem thall versamlet und dardurch gelauffen deß naht und hatt eines schmidt hauß , daß sein frawe kindtbetterin waß , daß hauß mit der frawen Während der Amtsführung d . F. L. 2 Die letzteren fünf Worte , welche wohl ironisch und nicht geographisch aufzufassen sind ( obwohl der Galgen damals in jener Gegend lag ) und des Schreibers Herzenswunsch auszusprechen scheinen , sind von andrer Hand als die übrige Seite . * Küttolsheim . === PAGE 0079 === - 71 und kindern hinweg gefleket und ist gefunden worden in ei- nem maur stecken bis an den halß . 2 Ad 21 iunii sindt die knecht aus Franckreich zu Strassburg durchzogen , haben iren profossen 2 meill vor Weissenburg er- schossen und ist ir oberst hie zum Geist gelegen . Ad 6 iulii ist iuncker Petter Sturm gestorben , ligt zu S. Mag- dalenen , kam an seine statt herr Heinrich Johann . In dem iar den 28 iulii zu naht umb 10 uhren hatt daß beckenhauß in der Kalbesgasse anfangen zu brennen und umb ein uhr bik in den boden verbrendt . In dem iar den 17 augusti haben Meine Herren der welschen kirch zugeschlossen von irer falschen lehr ires pfarrers Wilhelmi . 3 Im frieling galt ein viertel weiken 32 und 33 ß , daß korn ein viertel 1 Pf 6 ß . In dem 63 iar , 10 augusti , ist Markolff Hirz Meiner Herren diener in dem ungelt in daß gefengnuß gelegt worden , darumb er Meinen Herren uff 350 gulden in dem ungelt ent- tragen hatt und den ersten octobris fürgestellt worden , daß er mit dem schwerdt solt gericht werden . Da haben 5 fürsten für in gebetten , doch so hatt er die statt uff 60 meil sein le = ben lang verschweren müssen und mit 2 schindern uff Graffen- statten geleit worden . In dem iar galt ein viertel weissen 32 und 33 ß , der rocken 1 pf . 6 ß , war in dem frieling . In dem iar kam nach dem herpst eine pestilenk , deß stur- ben in dem sterbet 1559 , iung und alt . In der Leimengassen Eigentlich muer = Morast . 2 Das Gasthaus zum Geist lag bekanntlich beim „ Geistgäßchen " am Thomasstaden . * In Folge der leidigen Sacramentsstreitigkeiten , die durch den ortho- doxen Fanatismus Marbach's und Pappus hervorgerufen wurden . === PAGE 0080 === - - 72 sturben 9 in einem hauß . Deß Plattner hauß an dem statten bey S. Clauß starb gar uß . Ad diem 31 octobris hatt deß Lederbretters hauß neben herren Wolff Schuttlers hauß oben anfangen zu brennen , zu abent umb 5 uhren , ist errett worden daß nur die übere buen abbrandt . Man thett hefftig stürmen , man meine auch es hett ein kak etwan uff die bien tragen daß feur . Anno 1564 iar , bey herren Carlo Mieg , ist daß mantatt ußgangen der acht Wilhelm von Grumbach und seiner gesellen , die Würzburg überfallen haben . * In dem iar den 16 herpstmonat haben Meine Herren uff der cankel angezeigt daß man die kinder hinfürter nit mehr in der amptpredig am sontag teuffen soll , sundern in der kin- derpredig nach mittag teuffen . Auch so ist gar teur worden , dann in dem frieling erfror der wein , daß man an einem ort gezelt hat 40 acker die nit mehr dan 2 fuder wein oder 2 ½ gaben , also daß ein omen wein 19 auch 20 gl galt , ein fiertel weissen 26 , 28 ß . Galt daß korn 1 pf 2 ß . Auch schlugen Meine Herren ein mantatt an die cankley daß man nit weniger dann 2 enger umb 1 d geben sollen . Auch von genssen , hunern , endten und salmen bey dem pf . uß wegen und verkaufsen soll daß pf 2 ß . Auch haben Meine Herren den weinkauffen verbotten den wein keinem fremden uß der statt zu verkauffen . Uff donsterstag nach Frichtag , hat sich Conradt Sigmundt Rauch in dem thurn selbst erhenckt . Darnach S. Johanni kam ein sterben daß 300 und 76 per- sonen starben , darumb schlugen Meine Herren ein mandtatt an die cankley daß man ein gottselig leben für , nit mehr danzet , oder saufet , auch ein burger hochzeit nit mehr dann ' Bien = Bühne , elsässisch für Boden . 2 Ueber die Grumbachischen Händel siehe das Werk von Ortloff , Jena , 1869 . === PAGE 0081 === - - 73 30 personen ladten , ein klein burger 15 personen , bey einer straff . In dem iar den 10 und 11 augusti hatt ein ersamer raht dapffer die huren pfaffen angriffen , und umb irer hurerey willen in die thürn gelegt , alß den dechant zum iungen S. Petter , der Nüschle genant , und Paulus Graff , dechant zu Haßlach . In dem iar haben Meine Herren verbotten den branden- wein offenlich zu verkaufsen , damit nieman sich foll trinck , und ursach gebe zu der pestilens , damit er sich damit ent- zündet . Item , daß auch so ein iungsraw sturb , daß man kein krank uff die bar thett legen , so man zu grab treg , damit nit iunge leutt erschröcken thetten . Auch so han Meine Herren ein ordnung gemacht under den armen schülern , daß sey nit mehr vor der burger heusser lauffen lassen und bettelu . Darumb 100 hundert armer kna- ben behalten , die andern uß der statt geschickt und von 100 zu den Wilhelmern 50 gethan , die andern 50 hin und wider zu den burgern gethan und iren namen uffgezeichnet zu S. Marx , daß sey alle wuchen 6 leib brott und 1 ß haben , da- mit sey ic brott haben und auch under inen ettlichen par = teyen gemacht daß ein umb die ander in dem Munster daß gesang gewönlichen morgen und abent mussen helffen singen . So ist auch uff der cankel verlesen worden , die wil nun die burger kein uberlauffent mehr haben von iren heusern so soll alle viertel iar in den kürchen den armen schullern ge = samlet werden . Ad diem 27 augusti hatt man den armen schullern zu dem ersten mahl gesamlet und zum alten S. Petter 7 pf , 14 ß , 8 d bekommen . === PAGE 0082 === 74 - In dissem 64 iar , den 14 octobris hat der lebkücher hauß gegen dem schlaghauß angefangen zu brennen , umb 10 oder 11 uhren , 3 heusser im grundt verbrendt und 3 per- sonen ; hatt man 3 stunden nach einander gestürmt . Ad diem 29 octobris haben man den verbrendten in allen kirchen gesamlet , uß befelch Meiner Herren , haben bekommen 196 pf d . Anno 1565 iar , herr Hanß Hamer , ' da ist so ein langwie- riger winder gewessen , mit einem schnee der in 2 nechten ge- fallen ist , daß bey 60 oder 70 iaren keinen gedencket , daß man nit faren kundt , auch so des nacht mit kerchen uß der statt furen mußt , darum nit zu sagen war , den in 2 tagen eine elle hoch schnee lag . Uff S. Matheys tag so uberfür die Brüsch ganz uber all , daß in vill iare geschichten nit erhört war . Da nun der schnee verging , da kam ein uber groß wasser , den 3 merken , daß es über die maur hinder S. Johanni uberleuff und allenhalben mit schiffen faren muß . In dem iar hat ein junger man von 16 iaren , der hatt ein alt weyb zu der ehe , da hatt er zu Ellkirch ein jung medlin von 6 iaren geschendt , ist mit dem schwerdt gericht worden . Den 9 Juli umb 2 uhren hatt herr Lucas Messinger hauß angefangen zu brennen , bey der Pfalzen über . Anno 1566 iar , ist her Hanß von Berß regierung , ist ein reichstag zu Augspurg gehalten worden , da sind iuncker Wolff Sigmundt Wurmser stettmeister , herr Hanß Hamer ammeister herr Carlo Lorch , dreyzehner , als gesandten uff den reichstag geschickt . Auch so ist der wein so theur gewessen daß ein omen wein 1 pf golden hatt . D. h . während Hans Hammer Ammeister war . 2 überfror . === PAGE 0083 === - - 75 Den 20 mey ist Johannes Thomas pfarher zu S. Clauß worden . Umb pfingsten hatt der Rein so groß worden daß man die Reinbrucken gegen Kell an schiffen mit seillen und ketten ge- bunden , hatt aber nichts geholffen , dan den 14 Junii , umb 2 uhren , hatt der Rein mit gewalt 9 ioch mit den schiffbrucken und hölzern hinweg gefürt und an die neuwe brucken , die man daß iar eben hatt angefangen zu machen , getreuben daß es sey mit gerissen und nur 3 ioch von der neuwen brucken stehn bleiben , auch so hatt es den grossen kran mit dem radt hin- weg gefürt uff einen rein in dem Rein , einer armbrust schuk weit , also daß man must leutt und roß und waß sey kunden hinüber furen , welches doch von strenge des Reines , schwerlich hatt könden sein , dan der Rein ist hinder daß zollhauß bik an die bruck bey dem ziegeloffen gelauffen , hatt der statt und fremden grossen schaden gethan , von wegen der meß , daß man nit uber die bruck faren oder wandern mocht . Doch so hatt man ettliche ioch gemacht und in die schiff gestellt und encker in geworffen daß man wider darüber hatt faren könden , war eben mitten in der meß geschehen . Auch ist umb Johanni ein grosser hauffen , alles oder mehr- theil Welsche für Straßburg kommen , für den Weissen thurn mit weyb und kindt von hunger wegen , also daß uff ein mahl 900 gezelt sindt worden , daß inen die burger allerley speiß mit theillten . Deß naht haben Meine Herren sey in der herberg ligen lassen und in zu essen und zu trinken geben , des mor- gen wider für das thor gewissen . Ettliche hat man hinder die mauern bey teutschem hauß getheilt in 2 hauffen und mit theillen underscheiden , weib und man , mit 2 langen dischen und von S. Marxs und Ellenherberg gespeisset , und da sen weg zogen , hatt man sen mit einer zerung darzu be- gabt . Das jezige Correctionshaus oder „ Raspelhaus “ . === PAGE 0084 === 76 - Den 14 iulii ist ein mandatt usgangen , uff der cansel verkündet deß türcken halben , daß wan man zu mittag ein zeichen leutt mit einer sondern glocken , daß man betten soll , daß hatt der keysser in der ganzen christenheit gebotten , daß er betten soll , er sey im hauß oder darussen , dan man sagt der türck sey mit 3 mahl 100 tausent man starck der cristenheit ein abbruch zu thun . Anno 1567 iar , den 2 aprill starb herr Jacob Meyer , will er in dem ampt waß , ligt zu S. Gallen , und war her Johann Lorch an sein statt erwölt , war ein dreizehner . Den 18 hornung ist man von allen zunftstuben zusammen umb 4 uhren nach mitag und angehört von den lankknechten so Meine Herren angenommen haben , die da mit den bur- gern under den thoren und uff dem thurn tag und naht wachen solten . Den ersten mey hatt man die ersten magister gemaht nach angestelter schullen zu Straßburg in dem Prediger chor offentlich bestettiget . Anno 1568 iar ist herr Aberham Heldt ein dreizehner an statt herrn Jörg Laimer erwölt worden . Den 19 ianuarii ist herr Mathens Pfarrer zu den wein- stichern gestorben , ligt zu Gutten leutten , der ein vatter der burgerschafft gewessen ist , dem gott ein frölich ufferstandnuß verlihe.¹ Anno 68 den 2 iunii ist herzog Johann Casimirus in der widerkunfft us Franckreich zu Straßburg ingeritten , lag in herrn Villigers hauß bey iungen S. Petter , da war der vertrag gemaht zwischen dem könig von Franckreich und prink von Condé , und am samstag ritt er mit dem prink von 1 Pfarrer war einer der Hauptführer der Reformationsbewegung in Straßburg . • Der für Condé schmähliche Vertrag , wodurch die Hugenotten dem Pfalzgrafen Casimir als Belohnung seiner Hülfe die drei Bisthümer Toul , === PAGE 0085 === - 77 Uranien , der vom könig in Hispanien vertriben , wider uß der statt . Inn dem 27 November starb Shrassimus von Limburg , der bischoff von Straßburg . Auch ist so ein grosse kelte gewessen , daß in 8 tag die Brüsch uber fror daß man uff 3 schreit brett von der müllen bis zu dem deich hinus muß ein gang machen oder uff hawen . Auch so ist in den selbigen 8 tagen daß schandtheusslin uff die schindtbruck gemacht worden , den 12 december ein mandatt ußgehen lassen für daß fluchen und schweren , reichs oder arm . In dem 68 iar nach Martin den 12 November sindt ettlich 100 Welschen , so dem von Condé wolten zu ziegen und allhie von einem obersten angenummen worden , uff einer weitten matten hinder Mozig oder Molsheym , alß sey in Franckreich ziegen wolten , unversehenlich von 100 ritter deß königs so von Mez heruß kommen , uberfallen und geschlagen worden . Es haben auch ettliche daselbst darzu geholffen , ettlich sindt gar umbkomen , die sey ußzogen und beraubt haben . Man sagt daß sey sich redlich gewerdt haben , man meint daß wan sey mehr kraut und lot hatten , sey solten nit vil an in gewon- nen haben . War am morgen , zwischen 7 und 8 uhren ge- schehen . Man sagt daß herr Erassimus der bischoff auch darzu geholffen hab , das man nit von im lobt . Die ver- wundten namen Meine Herren in den spittal iren zu pflegen . Den 6 december ist erkant worden von dem raht daß man die türckenglock , so man zu mittag leutt , dan es zu un gelegener zeit , diewil man in vollem immiß wehr , daß man Metz und Verdun zu verschaffen gelobten . Siehe über ihn : d'Aumale , Histoire des princes de Condé , II , S. 113 und Kluckhohn , Briefe Fried- richs des Frommen , II , S. 719 Nur ist die Notiz des Chronisten , falls nicht von einer früheren , den Geschichtschreibern unbekannten Verabredung die Rede ist , in ein falsches Jahr versetzt . Der Vertrag von Straßburg wurde nicht am 1. Juni 1568 sondern 1574 geschlossen . ' Munition . === PAGE 0086 === - - 78 es nit thutt achten , so soll man es in den 9 uhren predig in daß Münster legen , daß wenn man bettet , so soll man in allen pfarrkürche leuten . Anno 68 den 29 iunii , am morgen umb 4 oder 5 hatt daß wetter in daß bleyen dach im Münstercohr troffen und den ganzen dachstull abgebrandt . Anno 68 , den 20 iulii schlug aber in daß Münster , oben in die kron und zündt daß gerüst an , daß man daß vorich wider machen wolt , traff auch gradt in daß vorich ordt , that grösseren schaden alß vor gewessen . Anno 1569 iar ist herr Michel Leichensteger , ein dreyzeh- ner , erwölt worden , in herrn Mattheys Pfarrer statt . Den 11 ienner , die wil die herren uff dem gerüst waren vor dem münster , an dem schwörtag , da kam ein briff von dem amptmann von Herrenstein , wie der fürst von Domalen ' deß Geissen bruder mit ettlichen hundert pferden allernechst bey Elssaß Zabern ankommen sindt , aber balt widerumb uff Mez gekört . Da haben Meine Herren den burgern ufferlegt daß 3 zunfft- stuben sollen wachen , neben der schiltwacht und der scharwacht , alß in der Krauttenaw , der gerberstub , und der gurdlerstub under den Wegnern . Daß hatt gewert bis uff den 21 tag , da haben Meine Herren in wider erlaubt , und daruff 700 hackenschüßen angenummen , und sey in 3 ort gelegt , alß zu Eckelheim , Schilcken , und in der Wankenaw , biz da fridt sey . Den 13 ienner vor 3 uhren nachmitag kam ein grosses wetter mit schlossen und donderstreich in daß Münster oben bei der kron und leiff das feur bis hinden uff das cohr , hett aber kein schaden gethan . ! Der Herzog von Aumale , einer der Guise . 2 Eckbolsheim . * Schiltigheim . === PAGE 0087 === - - 79 Den 18 ienner ist der Rein , die Eil und Bruesch über die massen groß worden , das allenhalben durch die mülle leuff und uff der Meßiger aw mit schiffen faren muß uberall . Den 23 ienner hatt man uff der cankley verkundt daß man an den mentag morgen umb 6 uhren und zu halber 7 uhren ein zeichen mit der predig glocken lütten wurdt , und zu 7 uhren das lekt zeichen , da würdt Docter Marbach ein predig thun , daß wan man aber ein zeichen leut mit der grossen glocken , so soll man mercken daß der newe bischoff er- wölet ist . Darnach am mitwuch den 26 ienner ist die wahl beschehen , graff Jan von Manderscheidt , vor 2 uhren nach mitag in daß cohr gefürt und uff den altar gesekt , da sungen sey Te deum laudamus , und war die groß glock gelitten und georglet , ein umb daß ander . Darnach so stellet man in für den altar gegen der daffeln darnach so füret man in mitte durch das cohr und sehen in uff einen stul gegen dem altar , zwischen den beiden thürnen , gegen der grossen münsterthüren und ging allzeit barhaupt , in einem langen kragenrock . Es gingen auch alle thumherren uff dem lettner , da ein ersamer raht stund und gingen 4 vorannen mit weissen steben . Da war auch ein zedel von dem lettner herabgelossen zu dem volck in dem münster , weyb und mann , daß da stundt und ver- kündt wehr bischoff wehr , darnach so füren sey in uß dem cohr . Darnach ist wider unfridt worden , dan der von Damallen und der Reingraff so uff des königs seitten war , die steg bey Zabern ingenummen nachdem der prink von Uranien sein rit- ter und fußvolck uß dem Niderlandt kam , die lagen in dem ganzen bißtumb uber den bauren und thetten grossen schaden , den sey uff bezallung wardten . ' ! Wilhelm der Schweigsame , von Alba vertrieben , hatte Schutz am Obern Rhein , im Elsaß gesucht , doch seine unbezahlten Söldner waren sehr unruhig und ungehorsam und er mußte sie schließlich entlassen . Siehe darüber Meyer , Chronik , S. 113 . === PAGE 0088 === 80 - Von denselbigen knechten namen Meine Herren in die be- sakung , aber nit so vil als iuncker Clauß von Hattstatt be- gerte , den er der oberst war , dan er die statt veretterlich ge- meint hatt , mit andrer begerung mehr an die statt , wie man woll weiß , und so man im hett gefolgt , wer der statt ubel gangen , dan gott sunderlich beheutt hatten . Also namen Meine Herren mit doppelsöldnern und schützen , mit einander , uff 1200 knecht , daß 3 fenlin waren , die leg man in die forstatt in der burger heußer . In der Steinstraß lag haupt- man Meder mit seinem fenlin , ein theil , an dem newen Zoll bey Kronenburg thorn , in der Krauttenaw lag hanptmann Michel Würdenberger , under den Wagnern lag hauptmann Michel Kerber , bey Weissen thurn mit seinem fenlin . mußten die burger deß nacht auch widerumb wachen . Da Ad diem 7 februari haben Meine Herren alle gericht in der statt ingestellt , und die well an den thoren mit den lanzknechten die wacht besest , nemlichen steinstraßen thoren , weissen thorn , und meßiger thoren , die waren offen und an iedem thorn war ein rahtsherr verordnet der redt und ant- wordt gab dem volck daß uß und in gehe . Denselbigen tag kam der fürst Damalen uber den Zabernsteig mit 60 pferdten , kam in die vorstatt Zabern und hatt deß prinken von Uranien knechten ettliche pferdt genummen , und wider hinüber ge- wischt . 2 Man sagt auch daß der könig persönlich da nach zug mit 60000 man starck , deß 12 februari waß , dan die herren hetten schon die schanskerb und die bücksen uff die wehl lassen füren und sich versehn gehapt . Ad diem 15 februari haben Meine Herren den burgern umb ein uhr nachmittag lassen uff alle zunsftstuben bey endt und 5 ß gebotten , und in ettliche artickel vorge- halten : 1 Hier fehlt wohl : einzunehmen . - 2 Eigentlich gewitscht = fortgeeilt . === PAGE 0089 === - - 81 Erstlichen : Diweil nun scholche geserliche zeit wehr , daß sich unversehen und pleßlich kriegsrüstung erzeigt , ob man im schon kein ursach gebe auch kein rehte sach an sich hetten an der statt , dieselbige zu bekriegen , so seindt die pracita geschwindt und heimlich sich etwas wider die statt knechte er- heben , daß doch straffen von gott sindt über unsre mannig- faltig sündte , so bette nun ein ersame oberkeit alle ire under- thonen zur rechten waren buß und ein christliche betten umb verziegung der sünden , daß uns gott gnedig sey und seinen zorn vetterlich abwenden und ein statt beheutten . 2. So man aber ie ettwaß wider die statt werde fürnemen mit krieg , so wollten sey die statt uff daß beste bewert machen und dieselbige uff das vetterliche und treuwlichen mit gottes hilff versorgen und bewaren bei allen gerechtigkeiten und frey- heitten wie sey dan von iren vorfaren entpfangen und beide , man undt weib , erhalten , auch der gemeinen statt nichts darum nit ubergeben , und alles daran seken und strecken , deß solle sich die burgerschafft den herren vertrauen und so iemand wehr der anders därum redt und die burger verwenet mit worden daß es anders geschaffen wehr , daß Meine Herren anders thetten , alß jekt erzölt ist , dem soll man nit glauben geben und Meine Herren dieselbigen anziegen . 3. Es soll auch ein ieder in seinem hauß zu feuer und leich haben daß nit feuer ußgeht , und daß woll ver- 2 waren . 3 4. Daß wan ein feur oder ein geschell wehre , soll ein ieder mit seinem harnisch und waffen wehr lauffen an die ort und endt , dahin ein ieder dan bescheiden ist , und im befollen würdt , daß selbige uff daß fleißigste ußrichte , auch so ein besondrer ort oder blak bestümpt würdt , daß sey ge- horsam seyen dahin zu kommen . 1 Practica . 2 Hier fehlt das Wort acht . - * beschieden . === PAGE 0090 === - - 82 5. Die will auch so ein grosser gemalt mit kriegsrüstung herzukomen , so mag die stat nit mit so wenig volck genugsam veriegen sein , derhalben Meine Herren willens mehr knecht an zu nemmen , wenn nun dieselbigen in lossiret zu den burgerr werden daß sey sich auch freundlich mit im halten sollen , so well man inen auch inbinden daß sey sich auch recht halten sollen , auch welcher sich ungebürlich halten würdt , soll man die Meinen Herren anziegen . 6. Es sollen auch die da costganger haben zu inen sagen daß sey nit uff die wehl oder thoren gehen , auch kein burger der da nichts zu schaffen hab , oder ein befelchs hatt , dan wo man einen würdt finden , soll man in den thorn füren und straffen . 7. Item so auch von dem frembden zu den burgern in die statt thet pflegen ( ? ) dieselben soll ein ieder seinem ober- herren uff seiner stuben geschrieben geben . Und war daß die herren da scholche artickel uff den stuben verlesseten , herr Carlo Müg , herr Bleissius Fuxs , herr Jacob Meyer , herr Jörg Goltner stattschreiber , der den brieff verlaß . Ad diem 1 marti starb herr Hans von Berß , ammeister , ligt zu S. Gallen . Ad diem 23 marci freitag uff S. Jörgen tag hatt man den gottslester Jörg Koch das er Christi ein dieb und bößwich schalt und anders mehr von Christi sagt , in dem Grünen Bruch gericht worden , erstlich daß haupt abgeschlagen , darnach die zung ußgeschniden , und das haupt uff ein spik gesteckt , die zung an ein stock genaglet , in der höhe uff ein brüsch , dar- nach der leib verbrandt worden . Den 28 brachmonatt hatt sich Reichshart Rebstock fraw sel- ber gehenckt . ' Dornwelle , ruscus ; S. Vocabul . optimus ed . Wackernagel , 41 und 161 . === PAGE 0091 === - - $ 3 Den 28 heymonatt am donstertag morgen umb 6 uhren hatt deß Diebolt Schotten hauß , deß gardner , an dem boll- werck zwischen dem Weissenthore und Kronenburg uff den boden abgebrandt . Den 26 december uff S. Steffen tag umb 2 uhren nach- mitag haben deß Menzers heußlin 3 in dem grünen Bruch gebrandt , ist von den hanffstenglin und heissen aschen angangen , uff der bünen , ist oben angangen . Anno 1569 hatt man die neuw canheley sampt dem gaden gebawen . Ende deß 69 iar . Anno 1570 iar , bey herr Carlo Müg , ist angefangen worden daß die ammeister zu der luzern sind erstlicher hin uf gangen in die stuben , so sey uff den suntag umbgefaren findt . Ad diem 9 februari an einem freitag umb mitag da ging ein Badner schiff under mit 100 und ettlichen viertel frucht , under der neuwen bruck , darin uf die 28 man und weyber waren , daß nur 7 persohnen darum kamen . Gescheht da sey daß schiff oberhalb der brucken haben wollen umbwenden , da war es von dem wasser , daß da groß waß , so hart und streng getreiben , daß es an daß mittelioch mit der hinderspik antreff , daß es zerbrach und underging . Ad diem 8 iulii schlug das wetter zu dem oberst in das zollthorn umb 3 uhren nachmitag . Ad diem 11 octobers , da ist von den iunckern zu Andlaw die spittalkirchen für den thoren den Evangelischen in geben worden und hatt herr Caspar Wez , ein helffer in dem Münster den angefangen zu predigen daß erst mahl . In disem iare hatt keysser Maximilian den reichstag zu 1 Bekanntlich das Werk des berühmten Straßburger Baumeisters Da- niel Speckle . === PAGE 0092 === - - 84 Speier gehalten , und gab sein döchter uß , eine in Franckreich , die ander in Hispanien . Uff den 3 december , uff daß advent , kam ein groß wasser in den Goltgiessen , daß er überall ausßleuff , daß es die heusser und müllen zerreissen thett , daß den groß nott was also daß Meine Herren leissen brott bachen , zu S. Marx , in der Elen- herberg und uff Unser Frawen haus ettliche kerch voll , daß man under die Pfalz thett füren , daß die armen brott kauffen kunden , und uff den andern tag mußten Meine Herren den becken wider gebeitten uff zu hören bachen , dan deß brott so vil war , daß man nit verkauffen kundt . In dem iar da ist auch dem prüngen von Uranien sein geschütz wider geschickt worden , nemlich 16 stück , groß und klein , und sind an dem gran ingeladen worden , den 2 tag hornung . 4 Anno 1571 iar , war herr Hans Hamer , den 26 Februari ist die münkordnung so zu Speir usf dent reichstag erkandt worden , die ist angeschlagen worden an daß ungelt , darnach den 7 tag marci da ist daß keysserlich mantatt uber die münk auch zu halten , angeschlagen worden und auch in den truck komen wie man die münk nemen soll . In disem iar , den 25 april , haben die burger , so von allen zünfften gestelt werden , uff dem plak erscheinen müssen und geschworen die thorn oder thürnnacht wach zu thun und haben Meine Herren iedem burger zu geben ein nacht 8 d verspro- chen , es sey winder oder sommer , und so er daß nit ußrichten kann , so soll er einem der auch uff seinem thorn die wacht hatt , und geschworen , nit mehr ein nacht geben dann 1 ß . Daß soll von S. Jörgen tag an biz an S. Michel tag , als- dann soll er im geben 18 d von S. Michel tag an bis wider ■ Wilhelm von Oranien hatte seine Kanonen dem Magistrat als Unter- pfand für die ihm zur Ablöhnung seiner Söldner geliehenen Geldsumme zurücklassen müssen . === PAGE 0093 === - 85 an S. Jörgen tag , da dann daß iar uß ist , und war daß daß erst mahl , und waren daß die herren die dan die burger schweren musten iuncker Heinrich von Mühlheim , stettmeister , herr Blesse Fuxs , dreyzehner , und herr Wolfgang Schei- derlin fünffzehner , herr Friderich Widt , rahtherr , die 4 herren namen von den burgern den eydt uff der Pfal hen . 2 Ad diem 16 ianuarii fiel in 4 tagen so ein großer schnee , daß Meine Herren von den klingelkeheren gebotten den schnee in ein wasser zu füren , must .... In dissem iar sahe man einen grossen cometten an dem himmel mit einer langen spiken , und stundt gegen octcidendt , gott welle unß vetterlich behütten . Auch erfroren vil reben , auch vill leut hin und witer also daß vil arm volcks gab und was herkam daß nam man uff in dem spittal daß offt 7 oder 800 darinnen waß und welche dan gesundt waren und weg zogen den gab man eim handwerckgesellen , zu Marx ein zer- pfennig . Auch war das iar so ein schöner merk und aperil daß nit zu sagen war , doch so sturben mehr leutt dan wan es ein feicht wetter war , deßgleichen ein schöner men , daß ieder- mann ein schon und fruchtbar iar hoffen thet . Darnach so kam ein böß wetter daß die reben ansingen zu rissen und nichts daruß war , daß anfing zu theurung komen , daß ein fuder wein 30 auch 32 gulden galt , der weißen 1 pfd , 6 ß . daß korn 2 pfd und groß theurung kam daß die Schwaben auch sehr herkamen und frucht holleten von fassenacht an bis zu Johanni , us der statt frucht wegsurten daß nit zu sagen ist so eine grosse summa , dan in Würdenberger landt galt ein malter 12 und 14 gl also daß Meine Herren verbotten einem fremden nit mehr dan 3 viertel zu verkaufsen und mußte ein treuw geben daß er es in seinem haushaltung bruchen welle . • Eigentlich : Schütterlin . - * Wohl : Klingelträgern . * Hier müssen mehrere Worte des Textes fehlen . === PAGE 0094 === - - 86 Auch so haben Meine Herren den burgern auch geben daß wan sey die treuw gaben daß sey nit ein fiertel in hauß hetten , da gaben sey inen ein fiertel 15 ß biz uf suntag Trinitattis , da hatt man uff allen stuben verkundt daß welcher frucht begerdt , der soll alle suntag uff die stub komen , den würdt man ein zedel geben , wie viel er begerdt . Daß hatt gewert biz uff Johanni , da haben Meine Herren mehl ußgeben , ein schester umb 2 § 6 d , biz um S. Lorenzi hatt man darnach ein sester umb 3 ß geben . Auch so gaben die herren den underthanen uff landt daß fiertel umb 1 pfd , 6 B , und borgeten inn biß nach dem herpst zu zällen . Den 8 iuli war ein groß wetter und schlug in daß heuß- lin vor dem spittelthor , darin die lansknecht sassen , daß ettlich der dunst niderschlug , aber es schadet keinen nichts , und lauff dem Meziger thor zu in den bodten ; den andern tag thatt das wetter wider vil schaden uber dem Rein in dem hanff . Es haben auch 2 brüder einen rechthändel zu Marlen bey Wangen in dem Kronthal gehabt , umb ein behaussung , da sagt der jüngst er wolt daß der donner darin schlüg . Daß geschah dan an dem donstertag , in der nacht , kant ein groß wetter und schlug in daß hauß und verbrendt hauß , stell , und scheuren mit einander , und auch daß vieh , dan wan man schon daß vieh uß dem stall treib , so leuff es wider in das feur , und geschah sunst niemandt schaden , welches dan ein straff von gott war . Ad diem 10 augusti umb S. Lorenzen tag kam zwischen 2 und 3 uhren nachmittag in einer viertel stunden 5 donert- schlag mit einem sehr grossen wetter uf ein ander . Die 2 ersten giengen woll ab , der dreyt ging in das weick heussel in daß wasser , der 4 strehl ging uf S. Michel bühel in die === PAGE 0095 === - - 87 capell , ' thet nur schaden an dem dach . Der 5 ging mit einem grossen regen und schlug in S. Thoman Kürch , dä waren ettliche herren bey einander , die wolten ein glocken ver- dienen anders zu hencken , wie daß wetter ansing , da gingen 7 personen herab , die andern 3 bleiben da oben uf dem schnecken . Da schlug daß wetter oben in undlauff wunderbarlich herumb in dem holzwerck , und ußwenig , da verschlug es die uhr mit dem zeiger alles herab , darnach wider in die kürch und zer- spalt daß gewölb bey der orgeln , darnach zu der thüren hi- nuß , und schlug ein grossen stein mit dem angel hinweg daß der gutter hinuß feil , darnach widerumb in die kürch dem cohr zu , dem andern dachstul zu und verlohr sich daselbst . Disse 3 herren waren uff dem schnecken , herr Jonas Büt ner , und der zimmermann und des glockenhenckers gesell . Dem herr Jonas hatt ein ſtein im ein wundlin uff den kopff ge- schlagen , hatt im sunst nichts geschadet , den andern zweyen hätt der dunst nidergeschlagen , hatt auch keim nichts geschadt , aber die herren stunden under der thür gegen der wag über , die hatt der dunst nidergeschlagen und geschediget , nemlich herr Melchisedech Stumpff , schaffner zu S. Thoman , der ist dott bleiben , dan der dunst hatt in ersteckt . Den herren Johannes Faber , pfarherr in S. Thoman kirch hatt es uff der lincken seitten troffen und in langer schwach- heit gelegen . Herr Theophilius Goll , ein schulherr , ist auch lang schwach legen . Herr Conradt Dasipodicum ein mathe- maticum , & ist auch in der schwachheit gelegen . Docter Peit- ter , herr Steffan der sigrist , sindt alle in der schwachheit 1 Diese Capelle stand in der Weißthurnstraße , auf einer kleinen , später abgetragenen Erhöhung , an der angeblichen Stelle da Bischof Arbo- gast begraben worden . • Th . Goll war Lehrer am Gymnasium . 3 Dasypodius ist ein wegen der Münsteruhr und ihrer Wunder bekannter Name . * Hier ist wahrscheinkich Michael Beuther , Professor an der Academie gemeint . === PAGE 0096 === - - 88 gelegen , da ist der glockenhencker gesell von der schnecken herab- gangen , hatt die herren helffen uffheben , darnach ist er erst in nidergefallen und in deß sigrist hauß lang schwach gewessen , gott aber sey lob daß sey baldt wider zu irer vernunfft kä- men und geredt haben . Darumb so hatt man uf den suntag darnach die erst epistel S. Petter an dem 4 capittel ußgelegt und uns vermant ein christlich gebett , daß uns gnedig sein welle , dan mir haben in einem iar groß wasser gehabt , grosse kelten , grosse theurung , his , schnee , und grosse wetter , gott wolle uns vetterlich wider behütten , amen . Ad diem 27 augusti , än dem morgen zwischen 3 und 4 uhren fing es än zu brennen an dem statten bey dem Seiden- fadten ' in Hans Lixen deß schiffman hinderhaus , und ver- brandten 8 heusser in demselbigen gessel , dan man kundt nit woll darzu komen daß man wehren kundt . Den 29 september war die son von 8 uhren am morgen biz umb 2 uhr nach mitag blutt rott , uf den tag der Turk zu Cipern vil schaden gethan , darnach uff 7 october haben die Venediger an dem Türken ein grossen victoria erlanget , daß in vil iar nie war geschehen . 2 Anno 1572 iar , ad diem 17 april umb 6 uhren uf den abent kam ein groß wetter , mit grossen schlossen , wie hassel- nuß , welches auch zu Rossen & in den kirchthorn schlug und verbrandt daß die glocken auch verschmelzt hatt . Den 24 marci starb herr Carlo Müg , ein ammeister , lig zu S. Gallen , ein fürsichtiger , frummer män . Den 5 augusti hatt män den alten S. Petter kürchthurn biz an den klockenstull neuw gemacht , wie er noch ist . ' Dieses Haus ist in dem Werk Straßburger Häusernamen nicht verzeichnet . - ( Es kömmt S. 173 die Herbergezu dem Siden- faden 1430 , 1587 u . s . w . vor , und S. 174 ein Sidenfaden- gässel . D. H. ) • Der Sieg bei Lepanto ? --- • Rosheim . === PAGE 0097 === - - 89 Den 7 augusti starb herr Jörg Leimer ammeister . Den 15 octobris stärb herr Hans Hamer , ammeister , 83 iar alt . In dem iar war ein grosse theurung dan der weissen galt 5 gl , daß korn 4 daller und schlug in 14 tagen ab daß ein fiertel frucht galt 26 ß . Anno 1573 iar , den 16 ienner umb 3 uhren an morgen , ging ein feur uff under der erbslauben , eines kürssners hauß , und brandt daß nebenhauß auch , darin auch ein kürßner ein saß , biz uff die stuben ab gebrandt und was dasselbig mahl glaßeiß , also daß vil burger fielen , die für daß Münster gingen . Umb Johanni Baptisti war ein grosse theurung und man- gel am brott , daß ettlichen sorgten es wehren die frembden in der meß brott mangel haben , dann ein fiertel weißen galt 5 daller , daß korn 4 daller , die gerst 30 ß , ein becher ancken 9 plapper ein becher milch 5 d , ein fiertel salg 7 baken , ein omen wein 18 ß , dan man macht von 6 acker reben nur 6 omen wein . Man hat die treubel mit schlegel zer- schlagen müssen , so hart worden , und sauren wein ge- pressen . Auch so war umb der heiligen 3 könig tag ein scholch groß dick eyß allenthalben gewesen daß vil brücken wegfürt , usser- halb der statt , in der statt aber disse ioch umbgestoïsen , nem- lichen S. Martinbruck , und an der Reinbrucken 6 ioch hin- weg gefürt . Den 24 heymonatt umb 3 uhren brandt deß Rott Veltin scheur , des mezigers in der Krauttenauw gar ab , ging von dem nassen heuw an und hatt man 14 täg rüchen ' den brandt , daß män 2 für Meziger thorn muß füren . Den 17 augusti , am montag , da war ein schissen gehalten von der burgschäfft für dem Meziger thor mit 12 grossen 1 gerochen . 2 Hier fehlt wohl : das verbrannte Heu . === PAGE 0098 === 90 - ge stucken geschossen , auch hatt man ieder büchsen ein ratt macht nach dem loß , und die mit sunderlichen farben sind ab- getheilt , und war daß best 50 reichsdaller und hat 8 tag ge- wert . Das best hatt der Hömpel gewunnen , ein wiltschütz zu Straßburg . Den 24 Augusti uff Bartholomen hatt ein ersamer raht ettliche burger heimlich beschickt und ußgeschickt daß sey daß schlösslin , das der Ingolten war , 3 mil von Straßburg , bey Rossen gelegen , welchs der bischoff von Straßburg ingenu men für ein pfandt , dan im die Ingolten schuldig waren , daß mußten die burger wider innemen . Der burger waren uff zweihundert und sindt hinauszogen , 50 pferdt zu den andern fußgengern , da man eben däß thor zu thatt . Sen haben sich zwischen den 2 thoren versamlet an den Weissen thorn und haben iren hauptmann Hannß von Nierenberg müssen schweren und haben 6 veltstücklin mit in gefürt und die nacht gezogen , am morgen frey umb 3 uhren , da haben sey daß schlösslin uffgefordert , darin aber nit mehr in dem schlösslin dan der amptmann darinnen gewessen , welches im der bischoff hatt in geben inn zu wonen . Da er es nun nicht baldt hatt uffge = ben , da haben im die burger die thor uffgestossen und den gefangen genummen und mit in nach Straßburg gefürt , haben das schlößlin mit 8 personnen besest und wider heimzogen , und uff denselbigen tag umb 6 uhren am abent komen . Da haben sey uff der herren stuben zu nacht eſſen , da haben Meine Herren in die orten geschenkt . In dissem iar hatt man auch den ussern graben zwischen dem Kronenburger und Steinstrassthor umb den halben theil weider gemacht und in der mitten ein vestes rundel und bastey gemacht . 1 Ratt = Zielscheibe . 2 Dertlin waren eine ganz kleine Münze , es kann daher nicht wohl von ihnen hier die Rede sein und orte soll wohl hier im allgemeinen die Zeche heißen . Ueber den Tag siehe auch Meyer , Chron . S. 113 . - === PAGE 0099 === 91 Anno 1574 iar , herr Abraham Heldt ; da er regiert , da zugen vil knecht durch Straßburg , den 5 men , die dem Du- cae Alba zu gehörten und war graff Hanibal von Hochenemß ir oberst . Da nun der oberst mit seinen hauptleutten und befelchsleutten durch Straßburg zog oder ritten , uf den 5 mey , da haben im ettliche hauptleut daß gleit wellen geben bis nach Zabern , under welchen ist gewessen hauptman Bat Wilhelm , hauptman zu Straßburg , der da uff disse zeit urlaub hett , und der vogt von Ortenberg . Da sey nun stolkmuttig durch die statt kamen und nahe bei Zabern waren , da kamen ettliche welsche rütter und schůzen an sen und sey angefallen , und ein scharmüzel mit inen gehalten . Da ist der vogt von Orten- berg und Bath Wilhelm in dem scharmükel erschossen worden . Auch so ist der oberst auch geschossen worden , aber bleßlich darum entwichen in die statt Zabern und sich da lassen ein zeit lang verbinden und in der stille darum geritten , dann in die Welschen nach trachten , dan sey nur uf die oberst schossen und schlagen . Darum die andern knecht an dem morgen frey wider an dem thor zu Straßburg waren eb man es uff thatten , darum die bauren ein forcht ankam und schier in die statt thetten fleihen . Da nun vil knecht in Straßburg nit wußten wo sey ir obersten und hauptleut finden solten , da zogen ir vil wider heim . Unter den leutenampten hatt sich einer hören lassen die stätt Straßburg hett in daß zufügen daruf die herren haben umbschlagen in der statt daß älle die knecht die under graff Halibal ( sic ) sindt , für das thor kemen . Da sindt Meine Herren hinuß geritten für das Meziger thor und den befelchsleutten und knechten offenlich lassen ußruffen daß sey dise leuttenampt die scholches von inen reden für ein dieb , schelm und bößwich halten , so lang und vil biß ers be- wisse und darthue . ! ehe . • Ueber diesen Ueberfall siehe gleichfalls Meyer , Chron . S. 114 . === PAGE 0100 === 92 - In dem iar gält ein fiertel weissen 6 gl ; 1 fiertel korn 5 gl , ein eng ein d ; 1 pfd liech ( ter ) 1 ß ; ein becher anken 6 ß ; ein fiertel muß 2 ß ; ein fuder wein 60 gl auch 70 und 80 gl ; ein becher milch umb 9 d , also theuer war es . erkandt daß neuw al- Anno 1575 , den 8 ianuari war mussen und ein neuwe hauß in der elentherberg gebawen und alle wuchen von der burgerschaft solle sammlen , darum Hanß Fenchel in groß nott kam . ' Anno 1576 iar ist ein herrlich groß schiessen gewesen in den büchssen und stahl und hat vast ein monet gewert in iedem geschoß , und gaben in iedem geschoß erstlichen 100 daller , darnach 90 , dan 80 , dan 70 und so vortan , die daller sindt in sunderheit darzu gemunkt gewessen , uf der einen seitten 2 büchsen geschrenkt , uff der andern sei tten der statt wappen mit zweyen leuwen . Im stahl hatt herr Davidt Geiger die 100 daller frey ledig gewonnen , in der büchsen aber ein armer bauer uß dem Würdtenberger landt . Man hatt auch ein herrlichen triumfwagen und ein elefanten sampt eim kunstreichen scheißberg gemacht , in summa es war stattlich und herrlich zugangen , derer schissen nit vil gesehen worden . Es sindt auch von weitten landen fürsten , graffen , stetten und herren darbey gewessen , auch so hatt man auch ein herrlichen glückhaffen ge- habt , so 100 daller daß best ist gewessen und scholches ein arm meydlin alhie bekomen , daß doch nit mehr als einen namen 3 darinnen hatt . ! Ueber diese Anspielung auf die Unterschleife des hier genannten unge- treuen Verwalters , siehe weiter unten S. 460 . 2 - aus welchem Die Schilderung des berühmten Schießens von 1576 folgt hier , weil sie chronologisch eingereiht werden mußte ; in der Hand- schrift selbst steht an dieser Stelle für das Jahr 1576 , Grunde , vermag ich natürlich nicht zu sagen - gar nichts . Die Erzäh- lung des Festschießens ist eine Intercalation , die erst vierzig Blätter später , unter ganz andern Zeiten angehörigen Notizen sich vorsindet ; schon des- halb mußte ich sie hier einreihen . - * Ein Lotterieloos === PAGE 0101 === -- - 93 Zum scholchen scheissen kamen auch vil Schweizer , die da scheissen . Uff daß kam auch ein gesellenschiff von Bassel , alle weiß gekleidet und schwarze sammet goller , die brachten 6 le- bendige salmen und ein grosser lebendigen reh mit einem schwarzen halsbandt und hatt ein ieder der in der gesellschaft war sein wappen an einem schildlin daruf gehabt , disse sindt herrlichen entpfangen und inen vill ehr angethan . Da nun disse weg kamen , so kam auch ein gesellenschiff von Zirch , die waren in kermasinfarb mit schwarz sameten coller geklei det . Disse furen von Zürch biß gehn Straßburg , in einem tag , daß ist uf die 34 meillen . Disse brachten ein grossen . irden haffen , wig 140 pfd , steht uf dem zieghoff , vor der obersten ristkammer , mit warm gekochter hirsch briegen , die war zu Zirch gekochet und also in gemaht daß sen so warm gehn Straßburg kamen , daß man sey uß dem haffen ohn ge- blassen nit hett essen können . Dise haben darbey , da sey in überantwort haben , vermelt man möchte woll leutt fünden die ihr spotten mechten und sagen ob sey den herren von Straß- burg nit mehr dan ein hirssmuß verehren künnen , so soll men- niglich wissen daß es darumb geschehe , wu daß die statt Straß- burg solte nott , do der liebe gott lang undt gnediglich vor sein wölle , angieng , so wolten sey underston in irer statt die speiß zu kochen , die auch warm in Straßburg liffern . Und daß geschach uff der maurer stuben , eb man zu nacht aß , offenlich vor allen leutten , fürsten , gesandten , graffen , und Zürich . 2 Die Reste des berühmten Topfes , den auch die schreckliche Nacht vom 24. August 1870 nicht gänzlich zerstören konnte , stehen heute in der neuen Straßburger Stadtbibliothek . Mögen sie , sorgfältig aufbewahrt , künftige Straßburger Geschlechter stets erinnern , nicht blos an die freundschaftlichen Verbindungen zwischen der alten Republik Straßburg und den Eidge- nossen verflossener Jahrhunderte , sondern vor allem an die helfende Bru- derhand jener biederen Abgesandten des freien Schweizervolkes , die uns mitten in unsäglichem Leid und Feindesnöthen so edel zu Hülfe geeilt ! === PAGE 0102 === - 94 Herren so da waren , und leissen daß auch inen sehr woll ge- fallen . Denen ist auch nicht weniger ehr als den andern erzeigt worden . Die gesellschaft in dissen beiden schiffen haben nit mit geschossen , sondern nur die statt zu ehren , die ein mahl nachbarlich zu besuchen dan hin zu kommen . ein fünff- Disser herr Anno 1577 iar , war herr Jacob von Molken zehner amptmeister , gott verleih im langes leben . fing ein ordnung an mit den mezigern wie sey daß fleisch geben solten , nemlichen : Item das gemest fleisch , 4 psd für 17 d . Das ungemest , ein pfd 4 d . Kühfleisch , daß die schaw erleiden mag 4 d . Daß ander 1/3 d . Item ein magen für 8 d , auch ein darm 8 d . Item die feuß sollen die kuttler wir feil haben daß pfd 11 d . und kein würst mehr . Kalbfleich daß pfd 4 d . Item kopff und kreß für 14 d . Ein gehenck Hammelfleisch ; item bockfleisch Hammelfleisch Schoffleisch Lampsfleisch Daß ander 14 d . 4 d . 4 d . 3 d . 5 d . bis uff Jacobi . Schweinenfleisch , daß ein zoll dick ist , daß pfd 4 d . 1 d . Anno 77 iar sindt gestorben in spittal 216 ältte , in der statt 284 ; iunge : 436 ; kinder taufft worden : 904 ; kneblin 457 , döchter 447 , darunder 8 par zwilling , eheleut eingese- Die ausführlichste Darstellung dieser bekannten Episode unserer Straß- burger Lokalgeschichte ist die von Maurer : Der warme Hirsebren von Zürich , 1792 . === PAGE 0103 === - - 95 get worden 322. Ift wein hinweggefürt worden zu wasser , 2186 1/2 fuder wein . Anno 1578 iar , herr Wolfgang Schidler , daß 2 mahl in der regierung ; in dem iar ist die vestung an der steinstrassen gebawen worden , mit dem graben und bastion , daß Rosse- neck . In dissem iar hatt sich der bischoff mit dem herrn und raht verglichen ettlicher spen halber , seidt er zu bischoff ist er- wölet worden . In dem iar ist gestorben herr Johannes Fleiner pfarher r in dem Münster und ist an sein statt komen herr Johannes Bapus , docter ; gott verleih im gnod , daß er vil schaffen mög mit gottes wordt , amen ! Ad diem 1 maii haben Meine Herren umbgeritten , in alle münch und nonnen clöster , inen uff stundt abgesagt , hinfürter kein meß zu machen oder halten . Waren herr Carlo Lorch , herr Friedrich von Gottesheim , mit andern herren mehr . Im october ist iuncker Rehberger ſtettmeister , und herr Aberham Heldt , amptmeister , mit andern herren gehn Zabern zum bischoff gereißt , daß in der bischoff hatt sollen schweren , der statt treuw und holdt zu sein . Item daß iar war gar wolfeil , dan der best fiertel weissen galt 14 ß auch 12 ß ; das fiertel korn 10 ß ; gerst 1 fl 8 ß ; ein fiertel erbiß 18 ß ; ein fuder wein 18 gl . Gott sey danck gesagt . In dissem iar sind gestorben 971 Dagegen sindt ingeseget worden spittal 125 altte leutt 216 iunge Auch 3 hochzeit uf dem landt herin komen . 30 328 . Pappus , bekannter lutherischer Eiferer , Widersacher Joh . Sturm's , u . 1. w . === PAGE 0104 === - 96 Kinder geteufft worden Darunder kneblin Döchterlin 904 . Darunder 8 par zwiling Ist wein hinweg gefürt worden So sindt gefangen worden 482 . 451 . 8. ' 2491 fuder . 250 personen . Anno 78 , den 15 december , hatt man alle burger bey eydt gebotten uff die stuben zu kommen und sindt die burger vor allerhandt bessen bracticken gewarnet worden . 2 Anno 1579 iar , herr Carlo Lorcher ammeister . Under disser regirung kam der bischoff Johann von Manderscheidt gehn Straßburg , so er in 10 iaren nicht da war inkomen , biß er sich mit den herren verglichen hatt , wie vor gemeltt . Deß geschach der inritt den 18 hornung , am morgen frey umb 8 uhren , da sindt im die sollen entgegengeritten . Er kam mit 50 pferden und 4 guhen und 4 andern wegen , aber er saß uff einer guken in her und uß zigen . Da haben in die herren verehrt 20 fiertel habern 20 omen wein , 6 bitig mit allerlei fisch . Da hatt der bischoff die herren zu imiß gela- den , darnach so haben Meine Herren in mit sampt den retten und edlen auch geladen zum imbiß uf das frauwenhauß , daß doch nie geschehen waß , uf den 19 hornung . Dar- nach uf den 20 hornung ist er wider uf Dachstein ge- faren . In dissem 79 iar , den 2 mey , sindt die 4 brüdter und fürsten von Zweybrücken ingeritten , uf die hochzeit gehn Hei- delberg zu komen . * Den 7 herpstmonatt da ist der bischoff von Speir ingeritten ' Es ist offenbar in einer dieser Zahlen ein Frrthum , da sie zu einan- der nicht passen ; nach den Detailangaben müßte die Gesammtzahl 933 und nicht 904 ausmachen . 2 Die sollten , die dazu bestimmt waren ; oder vielleicht die Söldner ? • Bottiche . 4 Es handelte sich um die Hochzeit . - === PAGE 0105 === - - 97 zu Straßburg , und ist im verehrt worden wie dem bischoff von Straßburg . Auch haben in die herren zu gast geladen uf die ammeisterstub zur Luzern , und ist ein fürstlicher malzeit gewessen , dänn diß bischoff von Straßburgk . Den 28 herpstmonätt da ist Meinen Herren ein bottschaft komen von wegen ettlichen Gastguniern die sich zu Straß- burg uf dem wasser durch haben gewelt , in Frankrich zu . Da ist es vil ander mit inen gewessen , dan der herzog von Giß ist auch mit eime grossen zug hernach komen , auch in meinung in Frankreich zu , dan sey doch Straßburg , meinten . Ad diem 14 octobris haben Meine Herren haussuchung gethan und ge- botten daß keiner burger niemandt frembdt soll annemmen , ohn der herren wissen , auch was sey für gesindt haben , und den 15 octobris haben Meine Herren alle schüßen die uf der Mezigeraw schossen , zu den grossen stücken verordnet uff well , und uff 50 stuck bixen , groß und klein , uff well gefürt , und alle naht 700 burger müssen in der rüstung wachen , den 13 weinmonatt angefangen , und den 20 weinmonatt haben Meine Herren uff 800 hackenschußen angenommen . Dä sindt die Welschen in der regierung Enken über den steg zogen , daß gebürg herab , und wider über den Zabern steg hinü- ber , den 30 tag weinmonatt . Därnach so haben Meine Herren den lankknehten widerumb urlaub geben uf den 5 tag windermonat . 2 Ad diem 2 ienner ist der graff von Mansfelt gestorben inn herrn Isaac Wicker hauß in der Krauttenauw und ist den 5 ianuarii zu grab gefürt worden in einem sarch uff einem wagen , bedeckt mit einer samet decken . * Gascognern . - 2 Ensisheim . • Diese Zeilen sind vom Schreiber der Chronik später wieder durchge = strichen worden . Mayerische Staatsbibliothek MUNCHEN === PAGE 0106 === 98 Anno 1579 iar sindt gestorben von dem 10 ianuari biz uff den 2 ianuari anno 80. 813 191 spittal alte leut 227 395 Eindt ingeseget worden Kindertauff Kneblin Dochterlin iunge 285 966 466 500 Wein hinweg gefürt uf dem wasser 4324 fuder , 19 omen . Darunder gefürder wein Wein uf der Axt weggefürt Brandtenwein Essigk Der gefangen daß iar 185 fuder . 57 fuder , 7 omen . 167 1/2 fuder . 195 fuder , 20 omen . 293 personen . Anno 1580 iar , herr Abraham Heldt , zum 3 mahl am- meister . In dissem iar da war kein bilger holy gefelt , und war gar grosser mangel daß man den becken kein holken hatt künnen geben , sundern inen herren wellen müssen geben , daß sey backen haben könden , war zwischen Johanni und Weih- nachten , also daß Meine Herren den beckern erlaupten inen holz zu kauffen wu sey köndten zu komen , daß doch bey man gedencken nie ist geschehen . Ad diem februarii da hatt man Hannß Fenchel so deß mahl im grossen raht saß , welcher ein almussen herr , deß neuwen angefangenen Elendtherberg auch waß , gefenglichen ge- fangen . Anno 1581 iar . Herr Michael Leichensteiner , ammeister daß 3 mahl , bey Maurern . Den 4 februari ist herr Fridrich von Gosheim gestorben , ligt zu Gutten leutten , ist ein Dreizehner geweſſen . 1 Das genauere Datum fehlt im Manuscript . === PAGE 0107 === 99 Ad diem 17 marti ist docter Johan Marbach ' gestorben , welher 60 iar alt war und 40 iar ein kirchendiener war zu Straßburg , und haben in 6 kürchendiener getragen , herr Jo- hänn Frey der iung , Floris der iung , glöckner und 2 helffer zum iungen St. Petter und der pfarher in der Rubrehtzaw • und hatt herr Faber die leichbredig gethan , daß 20 capittel in der Apostelgeschicht , und sindt uff 3000 personen mit der leich gangen . Ad diem 6 april hatt man 2 grosse carthaunen versucht zu schiessen , von dem Meziger thor , mit doplder ladung , nem- lich 25 pfd bulver , welchß der wildtman und wilt frauw ge- nandt war . Nun war die wilt frauw 3 schüß woll abgangen und darnach im zollkeller gewochen 50 centner und 64 pfd . Dar- nach den wilten mann auch beschossen und 2 schüß woll ab = gängen , aber an dem 3 schuß versprung hinden der bulver- kammer und ettlichen personen geschedigt , ein scheider zu todt , darnach Jörg Leittersperger sun , auch Jörg genant , beide schenkel oben halb entzwey geschlagen , undt ein wundt an dem fuß , den waden , welchem doch wider geholffen war . Ad diem 25 april haben Meine Herren alle burger uff die zunfftstuben gebeutten lassen , und ist ein mandatt verlesen worden , und den zünfften angeschlagen worden , deß inhalt : Es sindt allerhandt briff und zedel hin und wider in den gassen gelegen und angeschlagen worden , daruß dan leichtlichen ein grosse uneinigkeitt der oberherren und der burger entstehen möchte , daß doch menniglich darfür halte hätt Dr. Johannes Sturmi und seine mitgünstigen scholches gethan . • Ueber Marbach , siehe Trenß L'Eglise luthérienne de Strasbourg sous I Marbach , neu bearbeitet von Ihme , in Rudelbach's Zeit = schrift für lutherische Theologie , 1872 , dagegen aber auch Schmidt , Jean Sturm , Röhrich u . s . w . , die ein viel ungünstigeres Bild von ihm entwerfen als seine zwei obgenannten Bewunderer . * Kuprechtsau . 5 Ueber die widerwärtigen Händel des greisen Rectors mit der lutheri- chen Partei siehe das treffliche Werk von Schmidt , Vie de Jean Sturm . === PAGE 0108 === - - 100 Ad diem 8 iuli ist der herzog von Würdtemberg mit 110 pferden ingeritten , in deß Docter Ludwig Grembden hauß in kört . Ad diem 2 novembris hatt die lomühl gebrendt zwischen 8 und 9 uhr in der nacht . Ad diem 28 novembris ist die behaussung so zum weissen Windt hatt geheissen , neben dem Rapen , darin ein uhr- macher und ein bulvermacher hatt gewonet , welches von deß pulvermachers verwarlossung mit einem leicht in daß pulver kommen und morgen zwischen 6 und 7 uhren angangen mit einem erschröcklichen knall und dunst und daß hauß versprenckt nnd uffgehoben , auch 13 personen gedött , sampt vill fenster verschlagen am Holzmerk , Spittelgaß , neuwbruck , welches der pulver thatt , wie man sagt woll 2 thonnen pulver , war der pulvermacher , die frauw , magdt , gesell und lehrjunge gelch 3 verstickt . Gott well sich erbarmen ! Ad diem 9 decembris ist Johani Sturmi von amptent- sekt worden , an statt Johannis Sturmi ein andrer rector er- wölt worden , nemlich M. Junius und ist den 14 december von Unsern Herren , iuncker Philiß von Kettheim , herr Aber- ham Heldt ammeister , herr Davidt Gieger mit sampt den soldern und thurn huettern in daß collegio zu predig gangen und den präceptori fürgestelt , in für einen rector anzunemen und zu erkennen , welches uff 5 personen haben wellen wegen , s der halben von Meinen Herren ernstlichen angeredt sich zu er kleren mit ia oder nein , ob sey in wie Meine Herren erkennen würdig zu sein , welches die präceptori nicht gern gethan , aber Diese Familie Grempp , damals schon oder später von Freundstein " zubenannt , war eine Juristenfamilie , von der mehrere Mitglieder nach und nach Rathsconsulenten ( chargés d'affaires ) kleinerer deutscher Fürsten waren . 2 Das Haus zu dem Winde " erscheint schon 1466 am Beginn des Fischerstaden . S. Straßburger Häusernamen , S. 175 . * gleich . - • zu Predigern = Gymnasium . — 5 erwägen . === PAGE 0109 === 101 - doch müssen scholches in gehn , und die hand müssen geben in für einen rectori zu erkennen und haben . Ad diem 2 decembris ist ein mantatt von den herren uß- gangen von wegen deß pulver , daß ein ieder schüs nit mehr dann 3 pfd im hauß haben soll , bey 100 pfd zu straff , auch so haben die pulvermacher für dem Meßiger thor feil haben , wie noch ist . In dem iar sindt gestorben 1006 alte : 285 iunge : 497 , im spittal : 224. Kinder getaufft : 934 , knaben : 468 , doch- ter : 466 , darunder 9 parr zwilling , 4 unehlichen , und ein iudt und ein iüdin . Ingesegt 273 , uffm landt 5 ; von dem 8 ianuari biz wider den 2 ianuari 82 sindt frembde gest hie gewessen 99748 , darunder Welsche 8978 , reissig pferdt hie gewessen 14743 , furpferdt 19442. Ist wein hinweg ge- fürt uff dem wasser 3371 fuder , frucht hinweg 2660 fiertel . Anno 1582 iar , Blum 2,2 herr Matheys Wickert , wurk- kremer , ammeister . Im 15 marti ist ein geschrey in die hering komen , wie sey voller würnt seien , der halben in vil orten verbotten , auch verbrendt , in das wasser geworffen . Derhalben man hie 12 , 15 für ein platter hatt kaufst , so doch nichts in inen ist funden wordten von würmen , wie man gesagt . Ad diem 13 april uff den carfreitag , da hatt es zu abent umb 6 uhren gedonnret und wetterleicht . Ad diem 11 iunii hat die segmülle gebrandt am morgen umb 3 uhren bis uff den bodten abgebrandt vor dem Wissen thurm . 1 Falls diese Zahlen richtig sind , kann man nicht nmhin , die Frucht- barkeit der damaligen Ehen ( bei einer Bevölkerung von 20,000 Seelen ) und zugleich die Sittenstrenge der damaligen Zeit zu bewundern , wo auf 200 Geburten nicht einmal eine uneheliche fiel , während jetzt das Ver- hältniß ein so ganz andres ist . * D. h . aus der Zunft zur Blume . - === PAGE 0110 === 102 - Ad diem 26 iunii , am morgen , sindt Meine Herren , iuncker Philiß von Kittenheim , alter ſtettmeister , her Carlo Lorcher , alter ammeister , und der stattschreiber und der wach- schreiber mit 12 pferdten und einer guzen und gedecktem wa- gen zum reichstag zu Augspurg . Ad diem 12 septembris ist herr Jacob von Molzheim , amptmeister gestorben und den 14 zu Gutten leutten begraben wordten . Ad diem 9 octobris da sindt Unser Herren wider kommen von dem reichtag zu Augspurg , wie sey auch mit einander hinweg waren . In dem october ist ein mantatt angeschlagen worden von dem hochzeitten und dem danken , auch wie vill man laden darff , dan es ein sterbott was . Ad diem 5 november kam ein groß wasser und ist in 2 tagen ein halben mans hoch gewachsen und den 12 tag wider gefallen . Ad diem 17 novembris hatt man 2 rahtsherren abgeſüns dert uß dem raht , herr Martin Kapff und herr Simon Scheidt , von wegen daß in irem hauß gestorben hett , auch sey die pesti hetten gehabt . Auch haben Meine Herren den würdt zum Thuergarten , Ulrich genant , zu einem balbierer der herren erwolt , dan er dorff zue keinem Kranken gehn zu vers binden . In dem iar sindt gestorben 2740 , darunder alte 983 , iunge 1360 , im spittal 397. Kindtauffen 874 , Kneblin 451 , dochter 423 und 7 par zwilling und 6 unehelichen . Ingeseget 293 , gefangen 345 , darunder manß personen 254 , weyber 91 , darunder sindt 15 gericht worden , 4 mit dem radt , 4 mit Die Herberge zum Thiergarten stund nahe bei der alten Mezig , d . b . der ganz alten , denn auch die jetzige alte Mezig hieß einst die „ New Metzig " ; sie stunden übrigens nicht weit von einander . Straßburger Häuser = namen , S. 143 . === PAGE 0111 === 103 - dem strang , 3 mit dem schwerdt , 4 weyber ertrencht . So ist wein hinweg gefürt worden 3415 fuder 7 omen , brandenwein 1545 / fuder , essig 267 fuder , 6 omen , summa alles zu- sammen 3837 fuder . Anno 1583 iar , ist herr Niclaus Fuxs , ein dreyzehner , am - meister worden . Ad diem 7 april ist Herr Jörg Münch , ein fünffzehner ge- storben , leit zu S. Gallen . Ad diem 14 april ist herr Friedrich Wolff an sein statt erwolt worden zur Luzernen . 1 Ad diem 10 iuli hatt docter Bettrich die Gastcunger , ettlich hundert , durch daß Ober - Elsaß , daß erytherzogthum dar- durch gebracht und sey nur gedrukt und durch trungen , ob schon der erzherzog mit seim volck uff in hette warten und uff Geißbolsheim 8 tag still gelegen , darnach am morgen frey für Straßburg hin zogen uff Wankenaw , än den Rein kran zu schiff gesessen , Cöllen zu . Ad diem 31 iuli haben Meine Herren ein schiff mit 8 stücklin veldtgeschüß und andrer gehörung uff dem Rein weg- geschickt . Ad diem 2 augusti sindt uff 200 Schweizer herab kommen in die statt Straßburg , über nacht gelegen und zu mittag umb ein uhr bey dem Kazensteg in ein schiff gesessen und mit frö- den weg , den Rein nab , gefaren . Ad diem 15 novembris seindt uff 120 personen , Schweizer , mit einem zamengelegten fanen in Straßburg komen und am 17 wider hinweg nach irer heimatt gezogen zum Meßiger thor uß , mit zwey fligenden fenlin . Sindt gestorben 1350 , alte 428 , iunge 673 , im spittal 249 , Kinder getaufft 891 , Knaben 439 , dochter 452 , darun- 1 Ueber den Zug des Peter Beuterich , zur Zeit des Krieges den Geb- hardt von Cöln um Erhaltung seines Erzbisthums führte , siehe auch Meyer , Chronik , S. 115 === PAGE 0112 === 404 - der 8 parr zwilling und 6 unehlichen . Inngesegnet worden 433 , dorunder ein uff dem landt , gefangen 346 , dorunder man 253 , weyber 92. Wein weggefürt 425 fuder , bran- denwein 187 fuder , essig 193 fuder , summa 805 fuder . Wolfgang Schütterle , am- Anno 1484 iar , Encker , herr meister . Ad diem 3 ianuari ist das wasser so groß worden daß alenthalben den statten ist gleich gewessen und hatt 4 wuchen gewert eb es hatt fallen wellen . Ad diem 27 ienner sindt Meine Herren uff den kreißtag gehn Dinspelspeil gereißt iuncker Philiß von Kettenheim und herr Carlo Lorch und der ſtattschreiber zu pferdt und da sey nun mit andern zu roß gehn Dinckelspeil komen , do hatt es ein rörbrunnen gehabt , da wolt der stattschreiber sein pferdt trinken lassen , da nun sein pferdt sein maul darin stieß , also baldt zuckt es wider hinder sich und sprannk mit vollem sprung in den rörcasten und kam under ein eißner getter und brach sich selbst umb , also daß kum der herr stattschreiber unverlekt arum kam . Ad diem 8 marti morgen frey zwischen 3 und 4 uhr kam ein grosser windt und wetterleicht mit 3 grossen donnerschlegen , der ein hart die schlägglock in dem Münster troffen , und daß bley darmit daß eyssen vergossen ist gewesen , ist geschmelzet daß es under den schlaghammer ist geflossen , daß es nit woll hatt können schlagen . Gott beheutt weider ! Ad diem 23 marti hatt S. Clauß bruck , Steffen bruck , und Zollthor bruck , Märtin bruck und Reinbruck ange = zündt worden in einer nacht , doch nit vill schaden ge- than . 2 Am Anfang des iuli , da es nah in der meß war , hatt der Dinckelsbühl ? • Es läßt sich aus dem Gesagten nicht errathen , ob durch das Feuer des Himmels oder aber durch Brandstiftung . === PAGE 0113 === 05 - graff von Reysferscheidt ein freffel begangen am Anderis Lan- gen , bey dem wykheußlin uff der strassen . Also haben Meine Herren von Straßburg dem graffen 600 daller abgefordert oder uß der statt zu weichen , wiewoll in der bischoff von Straßburg den herren vou Straßburg den zollkeller hatt wellen verburgen , därnach hatt er daß müssen versprechen zu ge- ben . Im september ist der Bruderhoff von 4 thumherren inge- nommen worden , der graff von Wittigstein , der graff von Mansfelt , der graff von Solms , der herr von Wunnenburg und den schas gesucht mit sampt den eihorn und kleinotter aber nicht gefunden , weder nur einen bössen münz - kopff , doch so haben sey einen geschworen notari gehabt und inventiren lassen , auch vill 100 fiertel frucht verkaufst , damit in ir pre- benten haben bekomen , daruß so ein groß geschrey von dem gestolen schas ist worden , daß nit darum zu sagen ist , daß dan die andern pfaffen graffen mit dem bischoff gethan hatt . Item dem bischoff hatt man leider gedicht und dem thumprobst auch so schandtlich passiwili 2 daß doch nie einem bischoff so schandlich ist nachgeredt worden , älß ihm , aber wu kein schandt , da auch kein ehr , wie man sagt . In acht tagen darnach so die graffen in dem Bruderhoff waren , haben in Meine Herren wider ingenommen und lany- knecht dorin beseket worden , doch die graffen darin gelassen , damit die verstolle rodt nicht ein uffrur anfange . Ad diem 1 novembris da sindt der bischoff von Straßburg gehn Straßburg kommen und von Meinen Herren ein antwort wissen wellen ob sey Kays . Maj . mandatt halten wellen oder nicht . Es handelt sich vielleicht um das bekannte Narvalhoru , das als Ein- horn lange Jahrhunderte in der Schakkammer der Herren von Straßburg glänzte und in den Reisebüchern des XVII . Jahrhunderts oft vorkommt . • Pasquillirt . - 5 die verstohlene Rotte . === PAGE 0114 === 106 Daruff Meine Herren gesagt , ir als gesandten sollen irem pfaff hänssen sagen , sey müssen Kays . M. vor besser berichten also dann so soll pfaffhanssen erst ein äntwordt werden . Ad diem 3 novembris hatt der bischoff von Zabern ein neuwen casten lassen machen und andere schloß daran lassen legen , wider dem alten herkommen der stått , dan sey die schlissel darzu sollen haben uff dem pfennigthorn , also daß wan er alle iär , wie gewonlichen ist , ufsschleus uff S. Thoman tag , daß er dan bey Meinen Herren die schlissel holte . Da- rumb so haben Meine Herren uff den 3 tag daß mandatt in zollkeller gangen und andere schlosser daran gelegt und versi- gelet worden . Ad diem 7 novembris sindt Meine Herren iuncker Heinrich Joham stettmeister , und herr Niclaus Fuxs und der statt- schreiber in das Schweizerlandt gesandt worden , von wegen der bündtnuß . Ad diem 15 novembris ist ein tag zu Schlettstatt gewessen von wegen des bischoffs von Zabern , daruff Meine Herren auch kommen und die verclagt wordt des bischoffs den her- ren deß kreiß angezeigt , wie er gegen der statt gesinnet ist . Ad diem 20 novembris ist einer von Schaffhausen zwischen der Wart und dem wickhäussel beraubt worden von einer adel person und ein ritter von Straßburg , welcher 900 gulden bey im hett . Der iuncker ist am ändern täg zu der Blume in der herberg ergriffen worden , doch letstlich ußgelassen wor- den , der ander darvon komen , daß niemandt weiß . In dem iar vor .... 2 In dissem iar gestorben 1362 , alte 399 , iunge 634 , im spittal 329. Sind ingeseget worden 339 , frembde uffm landt 6. Kinder taufft 925 , kneblin 455 , dochter 471 , gefangen 219 , darunder 54 weyber . ' Die Antwort war wohl etwas diplomatischer abgefaßt . • Es fehlt hier eine Zeile im Text . === PAGE 0115 === 107 So ist wein hinweggefürt worden 1528 fuder , bran- denwein 262 fuder , essig 171 fuder , frucht 1031 fiertel Anno 1585 iar . Zimmerleut . Herr Carlo Lorch , zum 4 mahl ammeister . Ad diem 10 februari seindt Meine Herren wider in das Schweizerlandt gereißt und über 4 wuchen wider den 15 marti dahin gereist mit inen zu handlen von wegen deß kriegsentpörung . Ist gewessen herr Heinrich Jahm , herr Ni- claus Fux , der Hochfelder , stattschreiber . Ad diem 3 men haben Meine Herren von Straßburg uff die 800 hackenschützen und dopelsöltner angenommen und da der selbig monatt uß war , die halben wider geurlaub geben , auch inen ein profoß erwelt worden und ein hochgericht in dem Grienen Bruch , wie vor uffgericht worden , auch ist das mahl der statt hauptman iuncker Balzer Kocher genant , uß- gerissen , auch sunst ein knecht , welche man zitiert hatt und den namen an galgen geschlagen . Vor Johannis meß hatt man wider die halben knecht ge urlaubt und nach der mes ettlichen ußgelössen von den knech- ten und an die thor genommen , und anderwuhin , die andern alle lauffen lassen . Ad diem 10 novembris ist der graff von Helffenstein und der alt Bollwiller gehn Straßburg komen und ein docter von Speir in meinung als weren sey gesandt von Keiß . Maj . so doch nicht war , welche Meine Herren verhört , doch ein zim- liche antwort geben , auch ettlich thoren zu gethan worden , und stercker in dem Bruderhoff thun wachen . Im iar ist alle ding zimlich wolfeil gewessen , ein fuder wein , den besten 9 und 10 gulden , 1 fiertel weissen 16 , 17 , 18 ß . Die in dem Bruderhoff gaben ein fiertel korn 12 p . Aber um den october hatt alle ding uffgeschlagen , 1 suder wein 26 gl , ein fiertel saly 5 ß , aber nach weihnachten 2 ß , === PAGE 0116 === 108 6 d daß salz . Die frucht auch teglich uffgeschlagen , also daß im december Meine Herren den burgern mehl zedel geben haben . Ad diem 4 merk hatt der bischoff von Straßburg 3 bauren lassen daß haupt abschlagen zu Oberkirch , welche mit sampt ettlich hundert das stettlin Oberkirch in der nacht haben wellen blindern und anstecken . Ad diem 25 februari hatt die burgerschafft uff dem wahl zu dem geschütz in dem zeughoff schweren müssen und in or- dentlich für gelossen , auch ist den quardtiermeistern die schlüs sel zu den wellen übergeben worden . Nun folgt die quard- tier . Nemlich 5 quartiert und ein iedes quartiert 3 quartier- meister , ein quartiermeister 6 rottmeister und ein iede rott 6 personen . Nott . Anno 84 den 30 men hatt die burgerschafft die ordnung schweren sollen , da hatt der halb theil nit schweren wellen , von wegen ir andere wacht , so sen hätt , also war anno 85 vollendt . In dissem iar hatt man so vill füsch , die man die nassen heißt , gefängen , daß keinem man gedenkt . Alhie hatt man gefangen über 40,000 , in der Wankenau 30,000 und zu Blopßheim 18,000 gefangen worden , also sindt innerhal- ben einer meil weg gefangen worden bey 88,000 nassen . Anno 1586 iar , Schmidten 4. herr Abraham Heldt am- meister . Under dem herrn ammeister hatt man den neuwen rahtsherren den sik gebessert und einem ieden 2 raths ß damit sey aber fleissiger siken dan zuvor . Im kleinen raht ist umb 6 d gebessert worden . Im stattge = richt und Siben zichten entpfangt einer 1 ß . Ad diem 8 februari ist der ſtettmeister Heinrich Jahm von Mundolzheim gestorben , ligt zu St. Gallen . Ad diem 22 april hatt man ein fiertel weißen umb === PAGE 0117 === 109 10 1/2 gulden nemmen müssen , da haben aber Meine Herren den burgern frucht geben und mehl , 1 fiertel weizen 2 pfd . , korn 1 fl . 30 ß . auch 1 schester mehl umb 7 blapter , doch bey der treuw kein fiertel im hauß oder uff der mülle zu haben , sondern in sein hauß zu essen . Ad diem 7 iunii haben Meine Herren äbermahl alle bur- gerschafft visidiert , wie vil ein ieder in seim hauß hab oder wie starck mit weyb , kindt , knecht und costgenger zu er fragen und auch darbey verbotten niemandt frembdt an zu nemen , er hab den erlaubnuß von Meinen Herren , bey 3 pfd . straff . Ad diem 20 iunii hatt man die alte mezig 1/2 seidt abe gebrochen und eben gemacht uff die meß und den burgern an dem holy merck abkundt uff Martin die heisser zu rau- men . Anno 1587 iar , ammeister herr Michel Leichensteiner , zu Maurern . Ad diem 2 men haben Meine Herren dreyzehner die qua- diert zum ersten thun mustern und iedem angezeigt wu ein ieder die wachten halten soll . Ad diem 15 iulii hatt under der erblauben daß hauß ne- ben dem Engel ... gaden gebrendt und ist daß erst mahl ge- wessen daß quardiere ist uf dem lermen blak zusamen kom- men . Ad diem 24 iulii haben Meine Herren knecht angenum = men und das geschüs uff die well gefürt und die quardiere tag und nacht dabey wachen müssen . Ad diem 14 augusti daß geschütz wider uff den zieghoff gefürt . Ad diem 11 octobris sindt die herren scheffel alle ben ei nander gewessen uff der Pfalz , umb 7 uhr zu morgen , von Quartiere . === PAGE 0118 === 110 - wegen der Schwizer bundtnuß , und der Calvinistenkirch , wie man sagt . Ad diem 12 octobris sind Meine Herren uff Augspurg gereißt . Anno 1587 ehen ingesegnet in 7 pfarrkürchen , sindt 327 , darunder 6 vom landt herein . Kindt taufst 863 , darunder 7 par zwilling , 98 uneheliche . Kneblin 427 , döchter 436 . Gestorben 5312 , darunder alte 698 , iunge 1033 , im spittal 3581. Im gefangnuß gelegen 414 , man 342 , weiber 72 , darunder 2 frauwen erdrenckt und eine verbrendt . Drinckwein weggefürt 983 fuder , 16 omen . Brandtwein Essig 290 fuder , 180 omen . 160 fuder , 14 omen . Frucht uß der statt gefürt 4145 fiertel . Sindt von Johanni Papisti anno 1586 biß uff Johanni 87 in dissem iar in ellendtherberg geherberget und ge- speißt worden in allem 58361. In dem neuwen almossen sind biß uff Lorenzi arme leutt gespeisset worden 73688 per- sonen . Anno 1588 zu den Mezigern , herr Matheys Wicker . Ad diem 22 ienner hatt man das geschüß uff die well gefürt und die burger darbey machen uff die quadieren , anch uff ettlichen zunftstuben iede 50 mann , wachen müs sen . Ad diem 1 februari das geschüs wider heim in zieghoff gefürt , dargegen uff 1200 knecht angenommen , die uff den wellen haben wachen müssen und die mit dem speil alle mor- gen uf wacht gefürt . 1 Ad diem 19 april ist herzog Jörg Hannß von Lüzelstein gehn Elkirch komen , uf 50 schützen , und hatt Anderis Lang Spiel Musik . === PAGE 0119 === 141 wider gefangen wollen nemen . So haben die herren von Straßburg hauptmann Keisser mit 50 schüßen hinausgangen und deß herzog volck gefangen nommen mit sampt Anders Langen , und in statt gefürt , den Lang in Thurn , den hoff- meister zum Geist arristirt , die burger wider heim erlaubt , welche kum gelt hatten , daß sey konden heim komen . Ad diem 11 mey sindt die herren von Zürch und Bern uf die 40 personen herkommen , da sindt in die herren engegen geritten und entpfangen mit 200 und 20 pferdt , 600 burger , 300 lankknecht , nach lautt deß getruckten zedel . Ad diem 11 iunii hatt man den lankknecht wider urläub geben . Ad diem 11 iulii hatt man den graffen von Wittigstein im Münster bey der uhren umb ein uhr begraben . Ad diem 18 iulii gegen abent hatt man den übrigen schak welchen der bischoff und die seinen nicht haben können weg bringen , gefunden über der köllerthür in Bruderhoff , welchen man alle burger zu spott der pfaffen in dem cohr im Münster hatt segen lassen . Ad diem 14 octobris sindt 2 marggraffen von Branden- burg und 2 herzog von Braunschweigk und der iung pfalz- graff herkomen und den 15 der margraff von Durlach , sindt in der zeit 8 fürsten , 12 graffen , und 15 freyherren hie gewessen . Ad diem 6 novembris sindt 2 herzog von Hollstein her- komen , sindt in der nacht ettliche brunnen zugeschlossen worden . Ad diem 8 novembris haben die Bruderhöffischen den Gir- delhoff ingenummen . ' Ad diem 3 decembris sindt die herren und schöffel uff dem neuwen bawa bey einander gewessen . ! Der Gürtlerhof in der Münstergasse ; es besanden sich Archiv , Schaf- fenei und Speicher des Domchors darin . 2 Das jezige Hôtel du Commerce . === PAGE 0120 === 112 - Anno 1589 iar , herr Niclauß Fuchxs , ammeister . Ad diem 7 ienner hatt die zunsfstuben zur Luzern iedem zunsftbruder 2 ß für sein öhrtin ' geben , und den schwertag nicht gehalten , wie sunsten gebrüchlich ist . Ad diem 16 april hatt man die dolchen verbotten , einen umb 2 1/2 d angeschlagen , sindt dem Gollen Thumerlin pos- siwillen gemacht worden , gar schendlich . Ad diem 25 iuni sindt bey Hagennauwe gemustert worden 800 ritter und 4 fanen knecht . Ir oberster war Vit von Schönbergk , zug in Frankreich , ist darin erschossen wor- den . Ad diem 4 augusti hatt man daß erst mahl raht uff dem neuwen baw gehalten und den märkt bey der alten Mezig an- gestelt , hatt die alt Pfalz wider ußgestrichen . Ad diem 25 octobris hatt sich daß kriegsvolck umb Straßburg gesamlet , welches der von Sanki und Lentin hatt füren sollen . 5 Ad diem 21 und 22 november ist der herzog in Lutringen mit 14,000 starck , ritter und knecht , über Zabernsteg zogen , diß kriegsvolck zuvor trennen . Da sindt die unsern den 18 diß monatt in der nacht uffbrochen und nach Schlettstatt zo- gen . Also zog inen der herzog nach . Ad diem 24 november haben Unsere Herren das geschütz uff wöll lassen füren und burger uff der zunfftstuben wachen müssen . In differ wuchen sindt die fünff fenlin vertrent worden , die ritter aber uff Bassel zu flohen . Frten , Zehrung . * Pasquillen . • Ich vermag nicht zu sagen , wer dieser Thomas Goll gewesen und warum er mit Schmähschriften verfolgt wurde . * Ein Mitglied der bekannten Adelsfamilie aus Sachsen , welche Frank- reich drei Marschälle de Schomberg gegeben hat . * Ueber den Zug des Herren von Sancy , den Heinrich IV . um Hülfe nach Deutschland gesandt hatte , siehe auch Meyer , Chron . S. 116-117 . === PAGE 0121 === - 113 Ad diem 26 november häben die überblibenen knecht dem herzog schweren müssen in 4 monatt nicht wider in zu ziegen ist die nacht ein groß wasser kommen , daß der herzog uff Ensen hatt ziegen müssen und nicht vor dem wasser wider in Elsaß kommen , hatt grossen schaden gethan , auch haber Meine Herren uff 1000 soltatten angenummen . Ad diem 6 decembris ist das wasser wider gefallen , war so groß alß vor 20 iaren . Ad diem 14 decembris hatt man den burgern uff den wellen wider erlaubt allein die nächt zu wachen , ad diem 15 gar erlaubt nicht zu machen . Ad diem 21 decembris ist Frenk der oberisch , mit 400 rittern durch die statt gefürt worden , haben uff 1000 burger in ir rüstung stehen mussen , ist in Lutringen zogen , und grossen NSI schaden gethan als vor 20 iaren . Anno 1590 iar , im februari sindt dem herzog von Lu- tringen uff 9 fenlin knecht uß dem velt zogen und fenlin da mit genummen , ein davon uff der meniger aw verissen , zu spott ihres herren und vil wehr verkaufft , damit sen gelt be- komen , den er sey nicht zallen kondt . Ad diem 30 marthi sindt am morgen 3 sonnen und 2 regenbogen am himmel gesegen worden . Anno 1591 iar , herr Hanß von Hohenburg , ammeister . Ad diem 28 iulii ist die carthauß von Meinen Herren in- genummen worden , die 4 münch herin gefürt und alle nacht 3 rotten burger draussen wächen müssen biß aller vorraht in statt gefürt worden ist , und uff den grunt abbrochen , hatt in konig in Frankrich geschenkt . Ensisheim . === PAGE 0122 === 114 - Ad diem 20 augusti ist Caspar von Schomberg mit 500 rittern und 30 reißwegen über Reinbruck nach Molzen und Er- stein gezogen , alda gemustert und in Frankreich zogen . Ad diem 8 decembris sindt herren schöffel aber umb 8 uhren uff dem Neuwen Bauw zu samen komen , von wegen des gott Losen bischoff . Mit diesen Zeilen schließt die Fralin'sche Chronik , chronologischer Ordnung nach , plötzlich ab , sei's daß der Verfasser starb , oder ihm die Lust fehlte , fortzufahren . Seine letzten Worte deuten auf die für Straßburg so schwere Zeiten des „ Bischöflichen Kriegs " , welcher damals begann , als Carl von Lothringen und Georg von Brandenburg sich um den Straß- burger Bischofshut ftritten . Die langwierigen Kämpfe , das Siegen der katholischen Partei , zerrütteten den Wohlstand der Stadt aufs tiefste und sie hat sich eigentlich in der folgenden Zeit nie recht mehr davon erholt . Doch diese neue Periode unsrer Localgeschichte bleibe , wie ich es in der Vorrede angedeutet , für jetzt unberührt , da sie einer späteren Arbeit vor- behalten ist . Mülhausen . - Buchdr . Risler , E. König , Nachf . === PAGE 0123 === Nachträge . S. 24. Meyer in seiner Chronik ( S. 130 ) nennt den Mann nicht Hans Jörg , sondern Jörg Hussen . S. 26. 3. 4. Ueber den Veitst anz siehe das Werk von F. C. Hecker , Die Tanzwuth , eine Volkskrankheit im Mittel- alter . Berlin , 1832 . S. 27. Ueber diesen Streit gegen Robert von Arburg ver- mag ich aus den mir augenblicklich zugänglichen Quellen nichts beizubringen . Ueber den dabei erwähnten Graf Felix von Werdenberg siehe das Historische Lexicon von Iselin , IV , 858 . S. 28. 3. 2. Die aus den von Heinrich VIII von England gezahlten Subsidien besoldeten Truppen zogen durch die Freis grafschaft Burgund nach der Champagne , um dort im Augen- blick der Verråtherei des Connetable's von Bourbon eine Di- version zu machen . H. Martin , Histoire de France , VIII , 42 . S. 29. 3. 3. Ueber die Botschaft der Städte an Karl V siehe auch Ranke , Geschichte Deutschlands im Zeitalter der Reformation , II , 89 . S. 31. 3. 3. Ueber den am 24. Januar eröffneten Reichstag zu Regensburg , siehe gleichfalls Ranke , II , 91 . S. 40. Ueber diesen Hans Jakob Schüß siehe die ausführ- lichen Angaben von Dorlan , Notices historiques sur l'Alsace et principalement sur Schlestadt , II , 125 . S. 47. 3. 12. Es sind hier die merkwürdigen , sogenannten „ Packischen Håndel " berührt . Siehe Ranke , III , 29 . === PAGE 0124 === 116 - S. 48. In Betreff dieses so unklaren Berichtes über Herrn Friedrich Prechter , habe ich nirgends Etwas auffinden können . Strobel sagt darüber so wenig als Hr . Dagobert Fischer in seiner Notiz über Hochfelden ( Zabern , 1870 ) . S. 50. Ueber den Speyrer Reichstag siehe das Buch unsres Landsmanns , A. Jung , Geschichte des Reichstages zu Speyer in dem Jahre 1529. Straßburg , 1830 . S. 51. Ueber den Verlauf des Reichstages von Augsburg und Sturm's Auftreten daselbst , siehe : Facius , Geschichte des Reichstags zu Augsburg im Jahr 1530 , Leipzig , 1830 , 2 Bände . S. 59. 3. 17. In der Anmerkung habe ich das Wort Almuen des Textes durch Alaun , Salpeter , zu erklären ge- sucht , indem ich an die Nachsuchungen dachte , wie sie ja auch während der Revolutionszeit vorkamen . Indeß scheint mir die andre Erläuterung vorzuziehen , durch welche das Wort mit Allmende identificirt wird , und es sich also um Gemeindegut handeln würde , das die Bürger usurpirt und das sie nun herausgeben mußten oder aber größere Summen dafür zahlten . S. 61. 3. 1. Philipp von der Pfalz war Statthalter von Würtenberg für den König Ferdinand ; er wurde am 12. Mai zu Lauffen geschlagen und der Hohenasperg mußte sich am 2 . Juni ergeben . Ranke , III , 329 . S. 64. Ueber den ohne weitere Resultate verlaufenen Reichs- tag von Hagenau , siehe Ranke , IV , 137 . S. 65. 3. 22. Die Chronik von Meyer ( S. 124 ) , welche aber das Sterben in's Jahr 1541 verlegt , giebt für Straßburg 6000 Todesfälle an . S. 76. Ueber die eigenthümlichen Schwierigkeiten , welche diese erste Magistercreation den Behörden bereitete , siehe Schricker , Zur Geschichte der Universität Straßburg . Straßburg , 1872 , S. 15 . === PAGE 0125 === - - 117 S. 77. 3. 8. In diesem „ Schandtheusslin " wurden die Lästerer und Verleumder öffentlich ausgesetzt und mußten kürzere oder längere Zeit sich das Begaffen durch alle Vorüber- gehende gefallen lassen . S. 84. 3. 1. Ueber die Reise dieser Gemahlin Karl's IX von Frankreich durch das Elsaß , siehe die Arbeit von L. Spach , Voyage d'Elisabeth d'Autriche , in der Revue d'Alsace , 1855 . S. 95. 3. 3. Mit diesem Wolfgang Schidler ist der be- kannte Wolfgang Schutterlin gemeint . === PAGE 0126 === bsb11312752_00126 === PAGE 0127 === A. Alba , Herzog von . 91 . Verzeichniss der Personennamen . Andlau , Junker von . 83 . Arburg , Ruprecht von . 27 . Arg , Peter . 23 . Armbruster , Felix . 67 . B. Baden , Oßwald von . 53 . Baltner , Paulus . 48 . Bapus , ( Pappus ) . 95 . Baumgartner , Jakob . 26 . Berße , Hans von . 68. 74. 82 . Berk , Heinrich . 36 . Betscholt , Martin . 63. 66 . Bettrich , ( Beuterich ) 103 . Bietenheim , Siegfried von . 66 . Bitsch , Renatus von . 34 . Bleß , Hanß . 54 . Blicker , Förg . 53 . Bock , Hans . 32. 57 . Bod , Jacob . 53 . Bock , Ulmann . 34 . Bollweiler , Herr von . 107 . Brandenburg , Joachim von . 65 . Brandenburg , ein marggraf v . 111 . Braun , Adolf . 70 . Braun , Martin . 65 . Breher , ( Prechter ) Fried . 48 . Bütner , Jonas . 87 . Buzer , Martin . 28. 32. 33.45 . 67 . C. Capito , Wolfgang . 33 . Carl , marggraf . 69 . Christmann , Jörg . 54 . Christoph , von Würtemberg . 69 . Condé , prinz von . 76. 77 . Coſtenz , Hans von . 37 . Crum , Clauß . 65 . D Brandschay , Thoman . 65 . Braunschweig , Erich von . 64 . Braunschweig , ein herzog von . 42 . 111 . Dasypodius , Conrad . 87 . Dischenheußer , Ostwald . 48 . Domalen , fürst . ( d'Aumale ) 78. 79 . 80 . Drachenfelß , Andres . 23 . Drelige , S. ( S. Aurelia . ) 39 . Drücker , Zencinus zu dem . 54 . Dunkenheim , Beatus v . 66 . Dunzenheim , Conrad v . 23 . Dunzenheim , Conrad der jung . 24 . 56 . Dunkenheim , Jacob v . 68 . === PAGE 0128 === - - 120 Dunzenheim , Philipp v . 62 . Durlach , marggraff v . 111 . Ebel , Förg . 58 . E. Eberstein , graf von . 42 . Erasmus von Limpurg . 64. 77 . Erbe , Adolff . 53 . Erbe , Sebastian 66 . Graff , Paulus . 73 . Grempp , Ludwig . 100 . Grumbach , Wilhelm von . 71 . Hag , Clauß . 54 . Hag , Hanß . 54 . H. Hagen , Clauß . 34 . Hamer , Hanß . 74. 84 . Hanau , ein graf v . 45 . Hattstadt , Clauß von 80 . Erbe , Wolff . 53 . F Faber , Johannes . 87. 99 . Hedio , Caspar . 33 37.38 . Fagius , Paulus . 67 . Heldt , Abraham . 76. 91 , 95. 98 . Fenchel , Hanß . 92. 98 . 100. 108 . Ferdinand I. 50.54.64.69 . Firn , Anton . 28 . Helffenstein , Ulrich von . 70. 107 . Herlin , Martin . 27. 31. 50. 67 . Fleiner , Johannes . 95 . Hessen , landgraf von . 27. 61 . Floris , der jung . 99 . Florentius , S. 43 . Heus , Michel . 54.68 . Hiffel , Jacob . 53 . Franck , Simon . 60. 66. 67 . Frey , Johann . 99 . Frenz , oberst . 113 . Friedrich , Bernhardt . 50 . Friedrich von Sachsen . 62 . Frisch , Hanß . 65 . Fry , Jörg . 51 . Fürstenberg , Wilhelm von . 28.47.61 . Furs , Blästus . 82. 85 . Fuxs , Nicolaus . 103. 106-107-112 . G. Geiger , David . 92. 100 . Gerber , Erasmus . 45 . Gerbott , Mathis . 54 . Gilger , Mathis . 67 . Gißbrecht , Fassimus . 54 . Goll , Theophil . 87 . Goll , Thumerlin . 112 . Goltner , Jörg . 82 . Gottesheim , Friedrich v . 95. 98 . Hömpel . 90 . Hochfelder , Paul . 107 . Hobinger , Hanß , 54 . Hohenburg , Hans von . 113 . Hohenembs , Hannibal von . $ 1 . Hohenstein , Förg von . 53 . Hohenzollern , Eittelfriz von 28 . Holstein , ein herzog von . 111 . Honstein , Wilhelm von . 23. 35 . Hoym , Wolfgang von der . 69 . Hug , Martin . 54 . I. Ingolt , Heinrich . 23. 29 Ingolt , Familie . 90 . Isabella von Portugal . 63 . Jörg , Eittel . 43 . Jörg , Hanß . 24 . Johann Casimir , herzog . 76 . Johann Heinr . ( von Mundolsheim ) 71. 106 107 . === PAGE 0129 === 121 - Jung , Hanß . 30 . Junius , Marc . 100 . Just , Balzer . 50 . R. Kapff , Martin . 102 . Karl V. 27. 29.48.55.59.63.68 . Keißer , hauptmann . 111 . Kerber , Michel . 80 . Marbach , Johann . 79. 99 . Maul , Hanß- 34 . Maximilian I. 26 Maximilian II . 83 . Markolff , Hiry . 71 . Meyer , Conrad . 53. 66. 68 . Kettenheim , Philipp von . 100. 102. Menzer . 83 . 104 . Kienlesch , Lux- 65 Kniebiß , Clauß . 27. 50. 66 . Kniebiß , Valentin . 66 . Koch , Jörg . 82 Kocher , Balthasar . 107 . Künz , Wolff . 65 . L Landsperg , Dietrich von . 53 . Landvogt , Mathis . 54 . Lang , Andres 105. 110. 111 . Lederbretter , N , 72 . Leichensteger , ( Leichensteiner ) Michel . 78. 98. 109 . Leimer , Jörg , 68.70.76.89 . Leittersperger , Förg . 99 . Lep X. 36 . Lix , Hans . 88 . Lothringen , Anton von . 42 . Lothringen , herzogin von . 63 . Lorch , Carl . 70. 74 95. 96. 102 . 104. 107 . Lorch , Johann . 76 . Ludwig , pfalzgraf . 62 . Lüzelsteia , Georg Hans von . 110 . Luther Martin . 31 . Maller . 45 . M Manderscheid , Johann von . 79.96 Mansfeld , ein graf von . 97 105 . Meyer , Franz . 70 . Meyer , Jacob . 67. 76.82 . Meder , hauptmann . 80 . Mieg , Carl . 72.82.83.88 . Messinger , Lux . 53. 68. 74 . Molzheim , Jacob von . 94. 102 . Mitg , Daniel . 31. 34. 50 . Mülnheim , Heinrich von . 85 . Mühl , Andreas . 66 . Münch , Clauß . 65 . Münch , Sebastian . 70 . Mundolzheim , Heinr . Joh . von . 108 . N. Nassau , Friedrich v . 27 . Nierenberg , Hans von . 90 . Northeim , Peter von . 43 . Nüschle . 73 . Olmann , Thomas . 61 . Ortenheim , Philipp Hug von . 27 . Ottingen , Peter von . 27 . P. Peitter ( Beuther ) 87 . Pfaff , Moriz . 54 . Pfarrer , Mathis . 32. 57. 63. 76 . 78 . Philipps , pfalzgraf . 61 . lattner , N. 72 . === PAGE 0130 === 422 R. Rauch , Conrad Sigmund . 72 . Rebstock , Reichardt . 82 . Rehberger , iuncter . 95 Reysferscheidt , graf von . 105 . T. Trenz , Margaretha . 38 . Thomas , Johann . 75 . 1 . Ulm , Jörg von . 27 . Röder , Egloff von . 50. 57 . Rott , Valentin . 89 . Rumler , Caspar 66 . Rumler , Florens 23 . Sanki , von . ( Sa cy , de ) 112 . Scheidt , Hans . 52 . Scheidt , Simon . 102 . Scheidtenmacher , Thomas . 46 . Scheiderlin ( Schütterlin ) , Wolfgang . Ulrich von Würtenberg . 61 . Ulrich der balbier . 102 . Uranien , prinz von . 77.79 80.84 . V. Veltin der furmann . 54 . Villiger . 76 . Vizan . 43 . W Weber , Hans . 65 . Weißbach , Jacob . 23 . Werdenberg , Felix von . 27. 28 . Wez , Caspar . 83 . Wicker , Isaac . 97 . Wickert , Matheys . 101. 110 . Widt , Friedrich . 85 . Wilhelm , Beatus . 91 . Wilhelmi , pfarrer . 71 . Wiltsperg , Pancraz von . 47 . Wittigstein , graf von . 105. 111 . Wiz , Hans . 65 . Wiz , Michel . 65 . Wolff . 30 . Wolff , Friedrich . 103 . Wolfgang von Zweibrücken . 62 . Wunnenburg , herr von . 105 . Würdenberger , Michel . 80 . Wurmbser , Bernhart . 29.31.59.63 . Wurmbser , Wolff . 47. 74 . 3 . 72 , 85. 95. 104 . Scheck , Wendling . 65 . Schott , Diebolt . 83 . Schönberg , Caspar von , 114 . Schönberg , Vitus von . 112 . Schultheiß , Wolfgang . 29 . Schütz , Jacob . 29 . Schüz , Hans Jacob . 40 . Schwarz , Diebolt . 49 . Sickingen , Franz von 25. 27 . Sickingen , Schwickardt von . 59 . Sittig , Marx . 28 . Solms , graf von 105 . Spaßinger , Conrad . 30 . Spender , Reinbolt . 31 . Stephan der Sigrist . 67 . Steinler , Jeremias . 69 . Stoffler , Carl . 54 . Stumpff , Melchisedek . 87 Zell , Matheys . 29.31.32.33.37 . Strübel , Hans . 33 . Zimperion ( Symphorianus Pollio ) . Sturm , Jacob . 50. 57 . 33. 37 . Sturm , Sohann . 99 100 . Sturm , Peter . 71 . Zorn , Wolff . 53 . === PAGE 0131 === A. Verzeichniß der Ortsnamen . Enzen ( Ensisheim ) . 97. 113 . Erstein . 28. 57. 63. 114 . Ettenheimmünster . 41 . Altorf . 42. 47 . Aßpurg ( Asperg ) . 61 . Augsburg . 26 29. 57. 74. 102 . F 110 . Freiburg . 38 . B G. Baden . 62 . Gastacgner ( Gascogner ) . 103 Basel . 26. 49. 55. 56. 57 , 58. Geißspitzen ( Geispolsheim ) 61. 103 . 93. 112 . Bergbüttenheim . 53 . Bern . 55. 56. 57. 58. 111 . Bischheim . 47 . Bloppßheim ( Plobsheim ) . 108 . Brabandt . 48 . Brüssel . 48 . Brumath . 34 . Brüsch . 74. 77.79 . Burgundt 53 . Cipern . 88 . Cölln . 103 . Gerusheim . 61 . Graffenstaden . 71 . Griechisch - Weißenburg . 60 . H. Hagenaw . 39. 64. 112 . Haßlach . 43. 73 Heidelberg 96 . Herrenstein . 78 . Hochburgundt . 28 . Hochfelden . 24. 48 . C. R. Kehl . 27. 75 . Dachstein . 41 96 . Dinckelspeil ( Dinckelsbühl ) . 104 . Ebersburg . 26 . Eckartsweiler . 65 . Eckelsheim ( Eckbolsheim ) . 78 . Elkirch ( Illkirch ) . 74. 110 . Eill ( JU ) . 79 . Kenzingen . 38 . Kinzigbrücke . 30 . Kittelheim ( Kattolsheim ) . 70 . Kronthal . 86 Landstuhl . 27 . Lauffen 61 Lingelsheim . 58 . Lohr . 65 . Lupstein . 42 . Luttenbach . 54 . L. Luzelburg ( Luxemburg ) . 27 . === PAGE 0132 === 124 M Maasmünster . 64 . Mainz . 25. 47 . Marlenheim . 86 . Mez . 29. 68.77.78 . Meran . 47 . Molsheim . 41. 43. 77. 114 . Morsmünster . 42 . Muzig . 77 . N. Nancy , 63 . Neckar . 61 . Neustatt . 60 . Nordhausen . 63 . Nürnberg . 26. 29. 31 . Oberehuheim 69 . Oberkirch . 41. 54. 108 . Offenburg . 39 63 . Ortenberg . 65. 91 . P. Pfaffenhofen . 42 . Plonien ( Bologna ) 55 . R. Regenspurg . 64 、 Reinbruck . 30. 75. 89. 114 . Reutenburg . 64 . Rosheim . 43. 47. 88. 90 . Rych ( Reichstett ) 58 . Sankt - Johann . 43 . Schaffhausen 106 . Scherwiller . 42 . Schlettstadt . 28 40 63. 64. 106 . 112 . Schilken ( Schiltigheim ) . 78 . Schuttern . 41 . Schwarzach 41 Speyer . 50. 65. 84.96 107 . Stechfelden ( Stephansfeld ) . 21 Straßburg Münster . 24. 26. 27. 29. 30 . 31. 32. 38. 41. 46. 59 . 61.70.78.79.85.89.104 111 . S. Arbogast . 24. 30. 58. 66 . S. Aurelien . 37. 39 . S. Helenenkirch . 58 . S. Lorenzcapell . 32. 37 . S. Magdalenenkirch . 71 . S. Martinskirch . 35. 55 . S. Peterskirch , Alt . 49.69.73 . 88 . S. Peterskirch , Jung . 36. 55 69.73.76.99 . Spittalkirch . 83 . S. Steffenskirch . 60 . S Thomanskirch . 35. 49 87 . Welsche Kirch . 71 . S. Wilhelmerkirch . 60 . Augustinercloster . 36 . Barfüßercloster . 35. 53. 68 . S. Clauß . 72. 75 . Carmelitencloster . 36 . S. Cloren im Wörd . 35. 45 . 54 . S. Katherinencloster . 54 . S. Marxcloster 54.73.75.84 . 85 . Predigercloster . 36. 58 . Teutschherren . 36 . Wilhelmercloster . 73 . Katzensteg . 103 . Neuwe Brucď . 83. 100 . Schindtbruck . 77 S. Martinsbruck . 89. 104 . Thomasbruck . 24 . === PAGE 0133 === 425 S. Claußbrud . 104 . Zolthorbruck . 104 . Steffenbruck . 104 . Elsbettenthor . 25. 57 Fischerthor . 25 . Kronenburgerthor . 55 70. 80 . 90 . Mezigerthor . 80. 86. 89. 90 . 91. 99 101. 103 . Rauscherthörlin . 26 . St. Claußthor . 57 . Spittelthor . 30. 64 86 . Steinstraßerthor . 80. 90 . Weißer Thurn . 44. 56. 59. 75 . 80. 83. 89. 101 . Zolthor . 83 . Dummenloch 50 . Erbslauben . 89 . Fischmarkt . 55 . Goltgießen . 84 . Grüner Bruch . 82. 83. 107 . Holzweg . 45 . Holzmerdt . 100. 109 . Kalbsgasse . 71 Kirchgaß . 36 . Krantenam . 78.80.89.97 . Leimengasse . 71 . Mezigergießen . 46 . Predigergeßlin . 62 . Roßmarkt . 35 . Schiffgessel . 30 . Spittelgaß . 100 . Steinstraß . 80. 95 . Under Wagnern . 24. 39. 44. 78 . 80 . Viehmarckt . 57 . Bruderhoff . 105. 107 111 . Blotterhaus . 34.58 61 . Ellendtherberg . 58. 75. 84. 92 . 98. 110 . Frawenhauß . 96 . Gerberstub . 26. 78 . Griebhauß . 30. 32 . Gürtlerstub . 78 . Gierdlerhoff 111 . Herrenbrunnen 62 . Herrenstall 26 . Kiefferstub . 67 . Maurerstub . 93 . Neue Cantzley . 83 . Mezig , Alte . 109. 112 . New Baw . 111. 112. 114 . Pfalz . 34. 84 85. 109. 112 . Pfennigthurm . 61. 106 . Spittal . 53. 54. 58. 85. 106 . 110 . Wayßenhauß . 54. 58 . Zimmerleutstub 26 . Zolkeller . 30. 106 . zur Blume . 106 . zum Engel 109 . zum Geist . 71. 111 . zum Gertensisch 46 . zur Luzern . 97. 103. 112 . zum Nesselbach . 90 . zum Raben . 100 . zum Seidtenfaden . 88 . zum Thiergarten . 108 . zum Treubel . 61 . zum weißen Windt . 100 Carthauß . 113 . Guttlentten . 46 58.76 . 98 . 102 . Kronenburg . 83 . Mezigeram . 30. 79.97.113 Roßeneck . 95 . Ruprechtsam . 99 . San ct - Gallen . 46.69.76 . 82 88. 103. 108 Sanct - Johannisaw . 46 . === PAGE 0134 === 126 Sanct - Michelsbühl . 86 . Wickhäusel . 86. 105. 106 . T Trier . 27. 64 . u . Ulm . 26 . Ungarn 66 V. Vendenheim . 61 . W. Wangen . 86 . Wanzenaw . 61. 78. 103. 108 . Weißenburg . 61. 71 . Westhoffen . 64 . Wien . 55. 59 Willer . 42 . Willerthal . 43 . Willstett . 27.45 . Wiwersheim . 58 . Wolxheim . 64 . Worms . 25 64 . Würtenberg . 61. 85. 92 . Würzburg . 47.72 . 3 . Zabern . 26. 31. 42. 43. 70.78 . 79.80.91.95.97.106 . 112 . Zürich . 55. 56. 57. 58. 93. 111 . Zweibrücken . 96 . Druckfehler . Da ich durch die Umstände an einer zweiten Correktur der Druckbogen verhindert wurde , bitte ich den geneigten Leser folgende stehen gebliebene grobe Druckfehler selbst verbessern zu wollen : S. 29. 3. 10. ist statt an der zu lesen ander . S. 35. 3. 31. ist fol . 61. zu streichen . 5. 47. 3. 31 . 5. 61. 3. 24 . S. 64. 3. 14 . S. 99. Nr . 1 ist statt gercht zu lesen gericht . " " 1537 . sommrer zu lesen sommer . 1573 " " " " " " I. zu lesen Jean . Mülhausen . - Buchdr . Risler , E. König , Nachf . Bayerische Staatsbibliothek MUNCHEN === PAGE 0135 === bsb11312752_00135 === PAGE 0136 === bsb11312752_00136 === PAGE 0137 === bsb11312752_00137 === PAGE 0138 === bsb11312752_00138 === PAGE 0139 === Buchbinderei Theo Storfinger 826 Altmühldorf === PAGE 0140 === bsb11312752_00140