- - 72
sturben 9 in einem hauß. Deß Plattner hauß an dem statten bey S. Clauß starb gar uß.
Ad diem 31 octobris hatt deß Lederbretters hauß neben herren Wolff Schuttlers hauß oben anfangen zu brennen, zu abent umb 5 uhren, ist errett worden daß nur die übere buen abbrandt. Man thett hefftig stürmen, man meine auch es hett ein kak etwan uff die bien tragen daß feur.
Anno 1564 iar, bey herren Carlo Mieg, ist daß mantatt ußgangen der acht Wilhelm von Grumbach und seiner gesellen, die Würzburg überfallen haben. *
In dem iar den 16 herpstmonat haben Meine Herren uff der cankel angezeigt daß man die kinder hinfürter nit mehr in der amptpredig am sontag teuffen soll, sundern in der kin- derpredig nach mittag teuffen.
Auch so ist gar teur worden, dann in dem frieling erfror der wein, daß man an einem ort gezelt hat 40 acker die nit mehr dan 2 fuder wein oder 2 ½ gaben, also daß ein omen wein 19 auch 20 gl galt, ein fiertel weissen 26, 28 ß. Galt daß korn 1 pf 2 ß. Auch schlugen Meine Herren ein mantatt an die cankley daß man nit weniger dann 2 enger umb 1 d geben sollen.
Auch von genssen, hunern, endten und salmen bey dem pf. uß wegen und verkaufsen soll daß pf 2 ß.
Auch haben Meine Herren den weinkauffen verbotten den wein keinem fremden uß der statt zu verkauffen.
Uff donsterstag nach Frichtag, hat sich Conradt Sigmundt Rauch in dem thurn selbst erhenckt.
Darnach S. Johanni kam ein sterben daß 300 und 76 per- sonen starben, darumb schlugen Meine Herren ein mandtatt an die cankley daß man ein gottselig leben für, nit mehr danzet, oder saufet, auch ein burger hochzeit nit mehr dann
' Bien = Bühne, elsässisch für Boden. 2 Ueber die Grumbachischen Händel siehe das Werk von Ortloff, Jena, 1869.