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Uff Montag nah Corporis Christi, da ist Docter Caspar Hedio ein prediger in dem münster mit einer iungfrawen eines gardner dochter, der Frenß genannt, zu kürchen gan- gen.
Darnach in der meß uff Singichten seindt bey II hundert man von Kenzingen gehn Straßburg komen mit irem pfarrer um der lutter lehr willen dan ihr oberkeit hat inen gebotten das sey iren Pfarher lassen wegziegen, und eb daß sey solches wolten thun, da sindt sey mit irem pfarher hinweggezogen und weib und kinder dahinden gelassen, ein groſſe zal.
Da daß ir oberkeit sachen, da haben sey mit hilff der von Freyburg und hauß Desterreich ettliche fussvolck und ritter uff- bracht und haben Kenzingen ingenomen und ir 3 man gefan- gen, den stattschreiber und den würdt zu der kronen, und sunst ein burger; darnach so hätt man den stattſchreiber ges peinigt und für das gericht gestellt und erkannt daß man in mit dem schwerdt solt richten, wie auch geschach.
In dem iar da war vil irrtum in dem kindttauffen, einer wolt sein kindt teutsch geteusstt haben, der ander lateinisch, dan in ettlichen kürchen wolte nit teutsch teuffen, die anderen kürchen nit lateinische, bis zu lez Meine Herren alle pfarher beschickt und inen gebotten war iedem zu teuffen wie er wolte.
Darnach uber ein iar hatt män sen alle teutsch gedeufft und angefangen nit mehr dan an dem sonntag, auch nit mehr uber den tauffstein getragen, sondern uber dem altar geteufft. Auch so haben ettliche ire kinder nit lassen teuffen biz sen ußgangen sindt, darnach so hatt sey es mit ir zu der teuff getra- gen.
• Sie hieß Margaretha Trenß, nicht Frenß, wie es im Manuscript heißt. * Kleines Städtchen im jezigen Großherzogthum Baden.
* Sie d. h. die Wöchnerin.