- - 6
Chroniken handelt. Ich habe selbst davon abgesehen in der nachfolgenden Inhaltsangabe der ganzen Chronik die Parallel- stellen aus Königshoven anzuführen, wie ich dieses zur Zeit bei Meyer gethan habe, um den Umfang dieser Arbeit nicht zu vergrößern; was ich dort nachgewiesen habe ist ja allbekannt; die mittelalterlichen Geschichtsschreiber (wie so manche neuere) nahmen ihr Material wo sie es eben fanden und gaben sich nicht einmal die Mühe ihre Excerpte umzuarbeiten, so daß man oft, beim Durchlesen auch dieser Chronik, auf ganze Ab- schnitte des guten alten Canonicus des Stiftes St.-Thomä geräth.
An der Zusammenstellung der Thatsachen haben der oder die Erzähler der Imlin'schen Chronik nicht gerade viel Kunst verschwendet, und ist ein gewaltiger Rückschritt gegen Königs= hoven selbst zu verspüren. Der Plan des früheren Historikers (allgemeine Geschichte, Bischofscatalog, Lokalgeschichte, u. s. w.) schwebte unsern Chronisten allerdings vor, daneben aber scheint der Gedanke, zeitweise wenigstens, vorgeherrscht zu haben, alle diese verschiedenen Rubriken in eine chronologische Reihe von Begebenheiten umzuarbeiten, ohne daß jedoch diese Absicht zur Durchführung gelangte. So ist ein Gemisch von Notizen aller Art entstanden, wo die Begebenheiten aller Chronologie zum Trok unter einander geworfen sind, ohne doch das System der Rubriken systematisch zu verfolgen.
Wie die allermeisten unsrer elsässischen Chroniken, beginnt auch diese mit der Erschaffung der Welt oder doch der Sint- fluth. Diese ersten Zeilen verrathen schon durch ihre archäische Form daß sie älteren Quellen entnommen sind. ' Darauf
Ich füge hier diese ersten Zeilen als Probe bei: „Da gott die verle (Welt) „leiß undergohn umb ihren großen sünden wegen bey Noë zeitten vnnd nie- „mandt lebendig bleib den Noë und die mit im die arch gungen, darnoch „lebet Noë noch der sündtslutt 350 iar und bekam vil kind und mehret sich also, „daß sey sie theilen mußten in fremte landte in der welt. Noë sun ge-