THE J. PAUL GETTY jVÏUSEUM LIBRARY a^^; JUILLKTIN DK I,A SOCIKTK l'()l!l{ l.\ CONSKllVATION HKS IMONUMKiMS IIISTOIUOI i:S II' SÉRIE - QUATORZIÈME VOLUME A\.>r !» |il;llU'lu-K "T^ S I K VSIU)ll|\(i STKASSIUHUiKK DKUOKKHFJ UND \ KKLAGSANSTALT vonu. R. Sein i.Tz k*i Co. 18Si» MITTflKILl N(;EN i)K\i (;HSEM;S(;|IAJ'T Füll ERIIAi;iT,\(, DER GESCIIlCHTLICIIf:\ DENKMÄLIiR IM i; L S A S S II. FOLGE VIERZEHNTER BAND Mit 9 Tafeln S T R A S S ß U R G STIMSSBURGER DRUCKP:RKI & VERLAGSANSTALT \onii. H. .Schultz ^ Co. 1889 THE J. PAUi GETTY ŒHTff LIBRARY INHALTS-VERZEICHNISS. Mittheilungen. Seite RoD. IIeuss, Les Collectanées de Daniel Specklin (Fortsetzung und Scliltiss) . 1 , 201 F. W. E. Roth, Zur Geschichte der Klöster Murbach und Ebersheimnuinster. 179 A. Straub, Souvenirs et Restes d'anciens monuments disparus en Alsace depuis le dix-septième siècle (Fortsetzung) 188 Nachtrag zu Seite 180 405 Sitzungs-Berichte. Vorstands-Silzung vomi 1. Januar 1888 3 Vorstands-Sitzung vom 4. Februar 1888 5 Vorstands-Sitzung vom 9. Mai 1888 7 Vorslands-Sitzung vom 30. Mai 1888 8 Vorstands-Silzung vom 4. Juli 1888 10 General-Versammlung vom 7. Juli 1888 11 Rechnung für das Jahr 1887 U Vorstands-Sitzung vom 14. November 1888 26 Vorstands-Sitzung vom 12. December 1888 31 Vorstands-Sitzung vom 9. Januar 1889 37 Vorstands-Sitzung vom 13. März 1889 39 Vorstands-Silzung vom 25. Mai 1889 42 Vorstands-Silzung vom 19. Juni 1889 46 General- Versammlung vom 10. Juli 1889 48 Rechnung für das Jahr 1888 52 Vorstands-Sitzung vom 10. Juli 1889 64 Vorstands-Sitzung vom 29. Juli 1889 65 SPECKLINI GOLLECTANEA. (FORTSETZUNG.) 1300. (Streit um Horburg.) — Da bischof Bechtolf solches erfuhr, nahm er kriegsvolk an. Da die herren Waller und Burghard von Horburg keine kinder hatten, halte bischof Johann von Strassburg diese herrschaft von beiden herren um 7000 mark silber an die kirche von Strassburg gekauft, und sie wieder ihnen und ihren erben zu lehen gegeben. Der von Wirtenberg war der nächste erbe, aber bischof Bechtolf unterstand sich die herrschaft Horburg mit gewall einzunehmen, und zog auf Ostheim. Als Burckhard, der letzte herr von Horburg, ihm nicht widerstehen konnte, nahm er noch 600 mark silber und räumte dem bischof die herrschafl ein, mit allen gerechtigkeiten. Dadurch wurde der von Wirtenberg sehr erzürnt und mit dem markgrafen von Baden that er dem bischof alles leid an. Denn dieser hatte sich auch vor Zellenberg, das Wirtemberg zustand, sechs Wochen lang gelagert und zuletzt die Stadt zu gehorsam gebracht. 1301. (Staufenberg eingenommen.) — Bischof Bechtolf hatte an seinem hof einen ritter, Albrecht von Auwe genannt, der theil hatte an der bürg Staufenberg. Aber herr Reinhold von Staufenberg, der des markgrafen rath war, sliess den von Auwe aus der bürg und wollte ihn keinen Iheii an derselben haben lassen. Das klagte er seinem herrn, dem bischof, dass Reinhold ihn ausgestossen, weil er des bischofs diener. Da zog der bischof mit den bürgern von Strassburg vor Staufenberg; aber herr Reinhold entfloh daraus zu dem markgrafen und dem von Wirtemberg und klagte ihnen solches. Als der bischof acht tage vor Staufenberg lag, haben die in der bürg das schloss aufgegeben; es wurde geschleift, aber der markgraf und der von Wirtemberg bekriegten den bischof mit raub und brand. 1302. {Erzbischof Mathias von Mainz stirbt.) — Auf unser frauen geburtstag starb der erzbischof Mathias von Mainz, der bruder bischofs ßechtolfs von Strassburg; der lies ihm im münster einen herrlichen leibfall halten. B. XIV. — (AI.) 1 5 Fol. 183 1303. {Die Strasahuryer kriegen wider den Markgrafen von Baden.) — 1330 Nachdem raarkgraf Rudolf von Baden zu Pforzheim mil vielem volk auszog an den Rhein, und auch Reinholt von Staufenherg auf der andern seile alles verheerte was dem bischof und der stadl Strassburg war, da zogen der bischof und die Slrassburger vor Stolihofen und Baden; gewannen aber keines von beiden, verbrannten jedoch dem markgrafen das land. Dieser stärkte sich, und zu ihm kam der von Wirlenberg mit 400 pferden. Der bischof und Stadt zogen ab. 1304. {Friedensverhandlungen bei Landau.) — Indessen kam herzog 0((o von Oesterreich mit dem koenig von Böhmen gen Speier; diesen klagte der bischof Walram, dassBcchlolf von Strassburg schier sein ganzes bislhum mit gewall inne hielt. Da wurde ein tag angestellt zu Hergesheim (?) bei Landau; dahin kamen alle fürsten und herren, auch der koenig von Böhmen, Karl, und wurde bischof Bechlolf vorgeforderl auf geleil. Der kam mit 200 pferden; das kriegsvolk halte er in des markgrafen land liegen. Es kam auch der bischof von Constanz dahin, die sache zu ver- tragen. Er verrichtete aber nichts, und bischof Bechlolf zog bei nacht heimlich nach Lauterburg, das ihm noch anhieng, dann gieng er wieder zu seinem kriegsvolk durch des markgrafen land und verbrannte alles was er antraf. 1305. {Bauten an der S. Thomaskirche.) — Dieses jähr wurden an der kirche zu S. Thomae die pfeiler aufgeführt, die ganze kirche gewölbt; das chor hat bischof Adelochus zuvor gebaut und gewölbt. 1300. {Benfeld eingenommen.) — Dieweil Col mar noch dem koenig Ludwig anhieng, trieb bischof Bechlolf dass herzog Otto mit dem koenig Karl von Böhmen die Stadt sollten belagern. Dazu wollte er seine hilfe thun, und liess ein grosses kriegsvolk annelimen und beschied solches gen .Mulzig. Der bischof lag über nacht zu Benfelden. Da solches der von Wirtembcrg erfuhr, der mit dem koenig Ludwig nach Hagenau gekommen, zog er mit 600 pferden bei nacht, vor Strassburg vorbei, nach Benfelden zu, und wartete des bischofs an einer haltslell, da er meinte derselbe würde auf Strassburg zu ziehen, und wüsste von solchem nichts. Und als der bischof hinaus war, hatte er nicht über 100 pferde bei sich. Er zog von Benfelden auf westen, durch den wald, auf Molsheim zu. Indem ward dem von Wirtembeig die Zeit lang, und er schickte zwei gen Benfelden zu selK-n, üb der bi.schof noch da sei, und mit 20 ritt er allgemach nach wider das ihor. Die zwei kamen wieder und sagten, der bischof sei morgens hiilitj hinweg auf Molsheim; es sitzen die bürger zu gericht unter der - 3 — laube und sei niemand am ihor. Da nahm der von Wirtemberg die Stadt ein, und trieb alles volle hinaus, plünderte die Stadt und hielt sie auf sechs Wochen lang inne. Da ward eine rathung gemacht, dass bischof Bechtolf sollte dem von Wirtemberg die herrschaft Horburg zu lehen lassen als einem erben; hingegen sollte dieser dem bischof 4000 mark silber für den schaden geben, und des orts vertragen sein; der andere handel mit Speier und dem markgrafen sollte hierin nicht begriffen sein. 1307. {Kolmar belagert) — Darauf wurde Golmar von herzog Otto von Oesterreich und dem könig von Böhmen und herzog Leupold belagert. Dahin kamen der bischof Bechtolf und der bischof von Basel auch mit vielem volk : die von Golmar riefen könig Ludwig um hilfe an, der auch bald kam. 1308. {Friedensverhandlungen im Elsass.) — Als könig Ludwig kam, da schlugen sich der könig von Böhmen und andere fürsten ins mittel zu vertragen, welches sich alle Iheil gefallen Hessen, und wurden mit hilfe der fürsten arlikel gestellt und dem könig von Böhmen übergeben zum ausspruch, darein willigten könig Ludwig und der von Oesterreich. Da ward zu recht gesprochen, dass der abgestorbene könig Friedrich, auch alle herren von Oesterreich, sollten von der ansprach, die sie ver- meinten von den kurfürsten zu haben, von dem reich abtreten, so lange könig Ludwig lebte, auch ihre regalia von diesem empfangen. Hingegen sollte könig Ludwig alles dem verstorbenen könig Friedrich zugehörige, ohne alle entgeltniss freilassen, und denen von Oesterreich, Breisach, Newenburg, Rheinfelden zu einem pfund schiUing geben, und helfen dass er aus dem bann käme. Solches gefiel jedermann, allein dem herzog Leu- pold und dem bischof Bechtolf nicht. Es zog jedermann wiederum aus dem land heim. 1309. {Abschluss'des Friedens.) — Als nun diese lande in grossem schaden standen, von wegen könig Ludwig, da ihn der papst kurzum nicht zu einem könig haben wollte, und meinte man sollte herzog Otto von Oesterreich oder könig Karl von Böhmen zum könig wählen, und auch diese beiden gen Hagenau kamen, da ward von meister und rath geordnet dass man die thore beschliessen sollte, da sie tag und nacht offen standen; da musste man mit hauen und pickein die ketten hinweghauen und die riegel schmieren, dass man sie könnte auf und zu thun. Herzog Otto zog vor Golmar, so könig Ludwig anhängig war, belagerte solches mit grossem Volk, und hatte die von Glaris und Schwyz, auch seine lande, zu hilfe. Aber könig Johannes von Böhmen kam zu ihm, machte die rathung, dass _ 4 — Oesterreich auf die königliche wähl verzieht Ihat, weil könig Ludwig lebte. Damit sollte ihm könig Ludwig 12 lausend mark silber geben. Da aber nicht so viel geld vorhanden, ward Oesterreich vom reich zum pfand gegeben Schaffhausen, Laufenburg, Rheinfelden, Sickingen, Newenburg, Breisach und anderes, und damit friede gemacht. Fol. 184 1310. (Versucltte Ueberriimpehmg Oberkirch's.) — N;\ch diesem hnhen 1331 Conrad und Hans von Schauenburg, genannt von Wintersbach, mit dem markgrafen von Buden und dem von Wirtemberg, einen anschlag gemacht, dass die von Schauenburg dem bischof Bechtolf wollten Oberkirch nehmen, das dann der markgraf von könig Ludwig als leben empfangen sollte. Dazu halfen auch die von Speier. Und als sie bei nacht in den Stadt- graben und die leitern halten angeworfen und hinaufstiegen, da brach ein sprossen und fiel einer in den graben. Das hörten die wächler und riefen um hilf: also ward aus ihrem fürnehmen nichts. Als solches bischof Bech- tolf erfuhr, hat er nicht allein (diese), sondern alle von Schauenburg, deren er doch etliche am hof hatte, vertrieben und ihnen alles genom- men, was sie an leben von ihm hatten. Dadurch etliche zu grosser armut kamen. 1311. {Die Bisckoefe von Strassburg und Speier soehnen sich aus.) — Damalen reisste herzog Leupold von Oesterreich mit bischof Bechtolf gen Speier, und vertrugen sie sich völlig und übergaben dem bischof VValram von Veldenz das bi:?Lliuin Speier; daim reisste bischof Bechtolf zu dem erz- bischof Heinrich gen Aiaynz, und brachte so viel zuwegen dass ein synodus gen Speier ausgeschrieben wurde. Dahin kamen viele bischöfe, fürsten und grafen könig Ludwigs halben. Aber herzog Leupold, wiewohl sein bruder lodt war, war noch stets wider könig Ludwig, dem schein nach, weil er im bann wäre, und practicirte mit allen einen neuen krieg anzuheben. 1312. {Herzog Leopold in Strassburg.) — Er war etwas blöd im baupt, deswegen ward ihm gerathen, dass er nach Strassburg zöge, und sich mit schönen trauen und anderer kurzweil ergötzte. Er kam gen Strassburg, und kehrte in der von Ochsenstein hof in der Brandgasse ein, und war bei seinem vetter zur hcrberg, den man jetzt den Hanauischen Hof heisst. Hier kam er gar von sinnen und starb den 16. Marlii. Sein leib wurde gen Königsfelden geführt, und da begraben. Er verliess zwei töchter mit der von Savoyen. Die eine tochter nahm den herzog von Schweidnitz in Schlesien, die andere einen hci'rn von Conzen aus Frankreich, von dem hernach dem lande grosser schaden widerfahren ist. Er schrieb sich von goltes gnaden Leupold, hcrzug zu Oesterreich, Steiermark, Schwaben - 5 - und Merani, herr zu Karnialy, Portus Naonis, graf zu Habsburg und Ky- burg, landgraf in Ober Elsass. Als aber viele herren gen Speier kamen, die gern frieden im reich ge- sehen hätten, und es nur an dem lag dass könig Ludwig aus dem bann kommen möchte, da viele bischöfe deshalb nichts mit ihm zu thun haben wollten, und bischof BechloH" sich rund erklärt, er wolle von könig Ludwig seine regalia nicht empfangen, eher wolle er das bisthum übergeben und wiederum in seinen deutschen orden treten; da hüben gelehrte leute an über des papstes handel und gewalt zu disputieren, ob er das kaiserlhum habe, oder ob er, was er habe, vom kaiser habe? Auch wer das recht hätte den andern zu entsetzen, und welcher herr über den andern wäre? Und es wurden viele dinge zu gunsten des königs Ludwig geschrieben, und mit göttlicher geschrift, wie auch aus den rechten bewiesen. 1313. {Wahl Karl' s von Boehmen zum Koenig.) — Damals als könig Ludwig etwas in ruhe war, kam abermals botschaft vom papste, dass man den könig Karl in Böhmen zu einem römischen könig wählen sollte, wel- ches auch am Rhein geschah. Da solches könig Ludwig erfuhr eilte er an den Rheinstrom, daran ihm viel gelegen war. Es hatte aber bischof Bech- lolf Rheinau und Oberkirch wohl besetzt mit kriegsvolk; dies that Offenburg, Gengenbach, Zell, Ortenberg und andern reichsstädlen, die vom reich dem markgrafen versetzt waren, vieles zu leidt. Da aber der bischof dem von Wirtemberg die Stadt Reichenweier einnahm, und viel wein daselbst hin- weg führte (denn der bischof von Metz, und Finstingen, auch Saarwerden, ihm auf 4000 mann zu ross und zu fuss zuschickten), da kam könig Lud- wig gehlingen gen Hagenau; der von Wirtemberg belagerte Rheinau und eroberte es mit dem von Oesterreich. Darin lag Heinrich von Stein mit vielem volk, die alle zu todt geschlagen und die Stadt verbrannt wurde. Der bischof, dieweil sein volk alles wieder in Westreich gezogen war, wich mit etlichen pferden auf den Kochersberg, zu sehen wo es hinaus wolle. 1314. {Schleltsladt angefallen.) — Damalen hat herr Rudolf von Och- Fol. 185 senstein etliche des bischofs helfer zu sich genommen, da er gut öster- reichisch war und wider Ludwig, und die von Schlettstadt überfallen, und ihnen ihr vieh und pferde vor den thoren, auf 500 stück, alles hinweg gelrieben, auf Dambach zu. Darauf schickte er die reiter von sich, sie sollten zu Ebersheimmünsfer und zu Dambach die fröhliche botschaft an- zeigen. Als die reiter meist von ihm entfernt, eilten die von Schlettstadt hernach, schlugen alle zu todt wen sie erreichten, und nahmen ihr vieh alles wieder und Iriebens heim. Fol. 186 1332 — 6 - 1315. {Koenig Ludwig in Strassbnrg.) — König Ludwig kam von Hag.nau nach Strassbnrg, wo er als könig empfangen wurde; er hatte kein kriegsvolk bei sich, dann etwa auf 600 pferde. Von da zog er den Rhein ab, wieder auf Speier zu. Und wollte bischof Bechtolf seine leben noch nicht empfangen: aber des königs landvogt, der von Kirkel und dei- von Lichtenberg, griffen den bischof an, desgleichen lliaten auch die reichsslädte im Elsass. 1316. {Ein Stern am Himmel.) — Auf heil. Kreuztag, und eine lange zeit, sähe man einen Sternen am himmel am morgen bis um 10 uhr und um 2 uhr sah man ihn wiederum. 1317. ( Verzeichniss der Hausgenossen.) — Auf den heil. Dreikönigstag da hat man abermalen die Hausgenossen, so burger und geschlechter waren, und das münzrechl halten, ins salbuch eingeschrieben, damit man in diesen unruhigen zeilen wüsste wer biirger wäre. Und waren dies die bürger, so in dem rath noch nicht gesessen. Die Hüffel Rossheim Bolmann Riepelein Erlin (Herlin) Bergheim Zorn Burzlin Schwarber Ror Enderle Bau m lin Müllenheim Bielter Twinger Menselin Lentzlin Winterthur Luitten Kunloch Zum Rieh Sünlin Nope Manssen Böcklin Kei'bisser Kölschen Zäheren Kolin Pfaffenlab Roppenheim Rebstock von Rothenburg Sicken Holbeck von Schöneck Weissbrötlein Berger Berer Engelhardt (Ellenhart?) Schenterlin Rösselin Tegerfeld Lemlin Mörschwin Grostein Bawmann Kerner Doch waren oft. in einem geschlecht auf 30, 40 oder mehr personen. 1318. {Sireiligkeilen im Ralhe.) — Damals als könig Ludwig viel an- hang halte, und seinetwegen die Zorn ganz hart wider die von Müllenheim waren, da sie Ludwig mit allem seinem anhang für einen verbannten hielten, und daraus im rath viel Unwillen entstand, wurde gehandelt, dass sie um friedens willen sollten den rath meiden, bis man sehe wie es mit — 7 — dem könig hinaus wolle, doch unverletzt ihrer ehre. Und ordnete man dieses jähr nachfolgende zum ralh, damit man einmal möchte beide ge- schlechter vergleichen. Und war herr Götz von Grostein zum obmann erboten. Die 4 meister : heri- Wilhelm Beger, rilter, herr Johann Sick, der jung, herr Jost Marx, rilter; herr Rulman Schwarber, rilter. Und die im ralh waren, diese von adel : Rulin Rewlenderle, Hug Slurm , Claus Maller, Heimholt Reimholllin, Hans Waldner, Rudolf Slubenweg, Otto Bulgerlin, Reinwolt Seuss, der alte, Peter Schwarber, Hans Kolbelin, Olto Küsse, Hug Weissbrötlein, Hetzlin von Sarburg, Herman Wierich. Claus Ott Friedrich, Claus Zorn, der jung, Heinrich Renner von Groslein, Reimbolt Hildenbrand, Eberlin von Schillig- heim, Sigelin Schild, Cunz Winlerthur, 1319. (Ä. Ludwig appellirt wider den Bann.) — Dieweil aber nicht allein zu Strassburg, sondern an viel enden mehr, dieser zank währet, des bannes halben darin könig Ludwig war, Hess könig Ludwig zu Strass- burg und in dem ganzen Elsass, und allen Städten am Rhein eine appellation geschrifthch an kirchen und rathhäusern anschlagen, darin stand also: Wir Ludwig von der gnade gottes römischer kaiser, etc., thun kund männiglich: Nachdem ich mit ordentlicher wähl zum reich gekommen und frieden darin schaffe, und aber Johannes, papst der römischen kirche, allen frieden hasset, und das testament Jesu Christi umstosset, der da spricht: «Meinen frieden gebe ich euch und liebet einander alle zeit.» Diesen frieden und liebe hat papst Johannes also getrübt, als wenn er geschworen solchen zu betrüben, mit grossem hochmut, und gedenkt nicht, woher ihm solche ehre und gewall kommt, nämlich vom gott des friedens und dem heil, kaiser Constantino, der dem heil, papst Sylveslro, der sich in einem andern gottseligen wandel verhallen hatte (?) und von Carolo und Ludovico und andern unsern vorfahren. Es ist aber Johannes dem römischen reich und dessen königen ganz undankbar, von dem er alle herrlichkeit dieser weit empfangen hat, welche er jelzund ganz trotzig wider die römischen kaiser und könige misbrauchl, mit Verkleine- rung alles gottesdienstes und weltlicher oberkeit. Wir hoffen es werden alle Christen den bann, den er wider mich und die meinigen führt, für - 8 - nichtig und kraftlos liallen; midi auch unverschuldet des römischen reiches (das doch nicht sein ist, sondern mir von goll und der Fürsten wähl gegeben) absetzen will und gebietet. Deshalben wir uns berufen auf ein rechtmässiges christliches concilium, auch vor alle kur- und fürsten, geistlichen und welllichen Standes vom ganzen römischen reich. 1320. (Hanemann von Lichtenberg ivird Bischof von Würzbiirg.) — König Ludwig hatte einen kanzler und rath, herrn Hanemann von Lichten- berg, herren Ludovicus söhn, domherrn zu Strasshurg, den machte er zum bischof von Würzburg wider Otto Wolfskeel, A'^ 1333; der wurde aber mit dem könige vom papst in den bann gethan. Da er sähe dass viel Uneinigkeit daraus erfolgen wollte, trat er über zwei jähre freiwillig ab und übergab das bisthum herrn Otto Wolfskeel, friedens halben, anno 1335. Fol. 187 1321. {Geschöll der Zorn und MüllenheimK) — Da nun der ratli (in Sirassburg) also besetzt war, und man hoffte beide geschlechter, Müllen- heim und Zorn würden sich vergleichen; hatten die edeln den brauch, dass sie 4 wochen nach ostern ein banket hielten, welches man die martsch oder rundtafel hiesse. Dahin kamen alle edeln geschlechter mit freuen und Jungfrauen, zu essen und zu tanzen, in einem hof in der Brandgasse, so man jetzund der Stürmen hof nennt. Und nach dem essen erhob sich der alte neid, so beide geschlechter zusammen hatten, die einander viel dinge im trunk verwiesen, also dass ein geschöll wurde und sie zu den wehren griffen. Da wurden Zorne von den Müllenheim er- schlagen, auch ein Fölsch und einer von Wasselnheim. Auf der Zornen Seite wurden 7 erschlagen: herr Hetzel Marks von Eckwersheim, einer von liochfelden, einer von Epfich, ein Hüffel, ein Süsse und einer von Iloloch, und Frawenlob, des schultheissen knecht. Und wurden auf 40 personen hart verwundet. Da bat herr Götz von Grostein um gottes willen um einen frieden, nur dieselbige nacht. Der ward angelobt und gehalten. Das frauenzimmer lief alles mit grossem geschrei heim zu, die ganze Stadt war aufiregig, lief auf die zünfte, hielt die ganze nacht wache, und schickten die ältesten von den zünften zusammen, die hielten ralh^ 1. Le récit suivant s'est évidemment inspiré de celui de Kœnigshoven (éd. Hegel, p. 770— 779|, mais en le paraphrasant et en y ajoutant certains détails. Nous n'avons donc pas cru devoir le supprimer ici. 2. SCHNEEÜA.NS iious a également conservé une copie des pages relatives à la révo- lution de 1332. Son texte porte ici l'addition suivante: «Das geschah, wie noch ahn • einem stein zu S. Tomau geschrieben staet : Gacdcs iuter partes civitatis Argent., • scilicel Zorn et Müilenheim, facta est anno MGGG.X..\.\II, KL IVNII«. Peut-être M. Jung a-l-il sauté ces lignes eu copiant l'original. - 9 - 1322. {Einschreilen der Zünfte) — Den andern morgen, da warben gute freunde um einen anstand, dass man beide parteien möchte verhören. Es halten aber beide parteien um hilfe ausgeschrieben, und stärkten sich also, dass viele hundert gewaffnel in die Stadt geritten kamen. Da fürchteten die handwerker dass nicht allein die edeln, sondern auch sie (in gefahr stünden), wenn die Stadt also sollte übersetzt werden, und jede partei vom ])ischof, grafen und herren, von Städten und vom land hilfe bekämen. Deshalben etliche bürger und handwerker ralli hielten, und giengen zu dem jungen Sicken, der meisler war und andern vom adel, die im ralh Sassen, und zeigten ihnen die grosse gefahr an, so in der sladt vorhanden wäre, baten, dass man ihnen die sladt vertrauen sollte zu bewachen, be- gehrten deshalben die Schlüssel zu den thoren, auch das insiegel und der Stadt banner, bis sich beide parlen verghchen hätten. Hiezwischen wollten sie gute sorge haben, und ihnen alsdann die gewalt wieder zustellen. Solches alles ward ihnen auf ihr begehren zu treuen bänden gestellt. 1323. {Bewachung der Stadt.) — Da die burger und handwerker allen gewalt in bänden hatten, beschlossen sie alle grossen porten und liessen niemand aus noch eingehen, sie besuchten ihn, ob er nicht briefe, barnisch, panzer oder wehren den parteien zubrachte. Desgleichen wurden alle wasser aus und im fluss versehen. 1324. {Neuwahl des Rathes.) — Als alle wachten, porten, bei tag und nacht ordentlich versehen waren, da nahmen die bürger und die für- nehmsten von den handwerkern den handel vor sich, und erwählten einen neuen ralh von bürgern und handwerkern, und durfte kein bürger in den ralh kommen, er wäre denn von den handwerkern darein gezogen, er wäre so weise und fromm er seyn möchte. Und zogen die handwerker einen ammeister, das war herr Burkard Twinger, der sollte sein leben lang regieren, dessen eid sollte vor andern gehen, auch (sollte er) macht haben den rath zu fordern, so oft er wolle, welches zuvor nicht bräuchlich war, denn ein meister nur die macht hatte die schöfien zu fordern. Sie erwählten auch 4 meister, dies waren herr Rulman Schwarber, herr Rudolf Judenbreter, herr Hans Schöneck und herr Hans Kno- bloch. 1325. {Ein Schwoerbrief.) — Darauf ward ein brief gemacht, dass der dritte theil vom adel, der zweite theil von handweiken sitzen solle, und die edeln die chur verschwören. Und alle Vierteljahr sollte allwegen ein meister regieren, also dass sie in einem jähre alle regierten, der ammeister — 10 — aber sein lebenlang, und sollte man den brief alle jähr ins bischofs garten lesen. Darauf solle der ganze ralh, hernach die burgerschaft schwören. Nola : Der Brief. Dieweil man den lath besetzte und alles ordnete, da standen die hand- werker in ihren panzern und hämischen mit wehren um die Pfalz. Darauf forderte man alle bürger und liandwerker ins bischofs garten, las ihnen den brief vor und schwuren meister und ralh, auch alle handwerker, solches stets und fest zu hallen, und erlaubte man den bürgern wieder heim zu gehen, doch waren die wachten stark. 1326. {Eutwa/fmnuj der Geschlechter.) — Darauf gieng man in alle haeuser beider parleien, und nahm ihnen alle wehr, waffen und hämisch bis zum vertrag, und gebot beiden parleien über gesetzte ziel nicht zu gehen. Und war das ihr ziel : Von der Pfalz an bis zum Allen S. Peter, die Oberslrasse hinauf bis zum Weissen ihurn, und dann durch die Sporer- gasse und Jndengasse bis zur S. Andreaskirche und thorlein, und sollten die von Mülienheim ül)er die seile, da ihre Irinkstube ist zum Mühlstein; die Zorn sollten auf die seile, da ihre Irinkstube ist zum Hohensleg, und keiner bei leib und gut, noch bei ihren eiden, nicht zusammen kommen über gesetztes ziel bis zu austrag des handeis. Fol. 188 1327. (Vorsichtsmassregeln in der Stadt.) — Es gieng damals keiner zu ralh, noch daraus, oder wann er auf der gasse gieng, halte er seinen panzer und wehr an, auch zwei und drei die aufwarteten, wie auch alle wachten, die man besichtigle bei tag und nacht, zu ross und zu fuss. Man machte auch an alle thore schloesser und schutzgaltern aus- und inwendig, und brach alle haeuser an den mauren und Ihürmen ab, dass es zum wenigsten zehn schuh rein darum war, und machte alle siegen an den Ihürmen inwendig, zuvor standen alle siegen auswendig; zu nacht ritt man mit lichtem herum zu allen wachten, und fragte, ob auch ein ralhs- iierr bei ihnen wäre. 1328. iTh orglocke.) - Man ordnete, dass man alle morgen und abend eine glocko läutete, damit man wüsste wann man die thore auf und zu tliiiii sollte, auch wann man zu lath gehen sollte, und sass man zu rath morgens und zur vesper, im panzer und wehr, auch mit der wacht um die Pfalz. 1329. iSladllhore vei'ändert.) — Man vermauerte auch etliche thore 1. Specklin se réservait sans doute df transcrire cette piôce plus tard, mais II n'en a [lui eu le temps. — 11 - an der sladt, als des bischofs Burglhor, und auf den Hunden auch ein Ihor, auch S. Elisahethenlhor; das bei Slolzeneck, bei Rossmarkt, bei Utengasse, bei Finkweiler, auch S. Andreas, die machte man alle enger. Man baute auch die Gedeckten Brücken, und die spitzen von den thürmen gegen die Breusch hinauf, und machte erker darauf. Man fieng auch an die Stadtmauer im Finkweiler bis zu S. Elisabethenspital und Metzgerthor, bis vor an die Utengass zum Goldenlhurm (an S. Johanns Gicssen), an die Breusch. Und wurde dieses in 12 jähren, anno 44 vollendet und aus- gebaut. 1330. {Die adligen Trinkstuben abgebrochen.) — Darnach brach man den edeln ihre Irinkstuben ab, erstlich die Zum Hohensteg, die stand über dem Rindschüter graben, stiess an das Barfüsser kloster; die ward her- nach herüber gebaut, da wo sie noch steht. Die Zum, Mühlstein stund auf dem wasser über der Breusch, die brach man auch ab; die Zum Brief'im Tränkgässlein, die Zum Schiff gegen den Langen keller an S. Claus brück, die brach man alle ab. Doch sind ihre Stuben hernach wieder anders gebaut worden. 1331. {Errichtung neuer Zünfte.) — Darnach machte man mehr hand- werker die zuvor constoffler waren, als die schiffleule, kornkaeuffer, Seiler, wagner, gremper, kiefer, obser (Obsthändler), und da alles fertig und geordnet war nach nolhdurft, da nahm man der von Müllenheim und Zorn handel vor die band, und hörte klag und antwort, und der zeugen sage. Nach demselbigen urtheilten meister und rath und setzten besserung und strafe auf, nachdem der handel war, und mussten viele aus der Stadt fahren, einer kurz, der andere lang, nachdem er verwirkt hatte, und fuhren auf S. Ciaren lag aus der Stadt. 1332. {Landgrafen im Elsass.) — Damals waren noch drei landgrafen im untern Elsass, welche auch die letzten sind gewesen. Ulrich hatte einen söhn, Johannes der letzte, der war ein domherr, und Phihpps, der hatte keine kinder. Dieser starb dieses jähr, den 3. juh, liegt zu den Wilhelmern im chor, der unterste. Er war ein domherr zu Strassburg. Landgraf Ulrich gab herren Haneman und Ludeman von Lichtenberg die Stadt Brumalh zu kaufen, samrat dem kirchensatz, als ', Griess, Weiler, Weitbruch, Kurzenhausen, Breuschheim, Rotelsheim, Eckendorf, Altorf, Ringendorf, Schalkendorf, Niffern, Mutzenhausen, Gumbrcchtsdorf, Zins- weiller, Reipertsweiler, Oberndorf, Diefenbach, Reinigshofen, Rittershofen, 1. Ici M. Jung a laissé en blanc un nom qu'il n'a pu déchiffrer. — 12 - Halten, Morsheim, mit allem gericht und gereclitigkeit, um 2500 mark fein Silber, Slrassburger gewicht. Herr Ludeman hatte drei söhne und eine tochter; der eine söhn nahm eine Helfenstein, der nahm solches land ein, die andern zwei wurden domherren zu Strassburg. Fol. 189 1383. (Die Slrassburger ziehen vor Erstein.) — In dieser zeit hatte 1333 Herr Walther Tübingen, Herr von Geroldseck pfandweis ein von den landgrafen von Elsass, Erstein. Dieweil aber viele staedle, besonders die obern, als Zürich, Bern, von wegen könig Ludwigs im bann waren, ge- schähe den von Strassburg viel leids daraus mit raub, und man sich darüber schier nicht wundern durfte, da es auf des papstes befehl geschah. Am grünen donnerstag zogen die von Strassburg aus vor Erstein, und als sie sich nicht wollten gutwillig ergeben, Ihat man am karfreitag einen gewaltigen stürm daran mit 800 mann, und auf der andern seile mit 1 200 mann, und die Stadt wurde mit gewalt erobert, und wurden der Ersteiner viele erschlagen und gefangen und mit gewalt aus der kirche und dem kloster genommen. Man besetzte die sladl mit guten leuten, zerriss die mauern, und zog am osterabend wieder heim. 1334. {Belagerung von Schwanau.) — Der herr Walther von Ge- roldseck hielt sich in der veste Schwanau nicht weit vom Rhein, und streifte auf die in Erstein, und verübte raub, brand und auch mord. Die- weil aber Schwanau die stärkste und beste vestung im ganzen lande war, mahnten die von Strassburg den bund, als Basel, Freiburg und andere auf; es schickte auch bischof Bechtolf seine hilfe. Es zogen die von Sirassburg auf S. Marx lag vor Schwanau, mit wurfzeug und gewerken ; herr Rulin Schwarber war obrister. Dahin kamen auch die bundesstände mit ihrer hilfe. Es waren aber auf 60 von adel und andere in Schwanau. Die hielten sich ganz wohl, also dass man auf 6 wochen davor lag. Die in Schwanau sagten: Wir wollen einen anstand machen auf zwei tage und die feinde mit fleiss ins schloss lassen, wenn sie sehen dass wir also wohl provianlirt und gerüstet sind, auch so fest gebaut, werden sie abziehen, welches geschähe, und man nahm Claus Carle, der Stadt baumeister auch mit hinein. Als man alles besichtigt und achtung halte wo das mehl und provianl lagen, lagerten sie sich auf die andere seile, und baute meister Claus Carle eine Schiffbrücke über den Rhein, dass man hinüber und herüber konnte. Er trieb hohe katzen vor Schwanau auf und warf mit df-n werken viele tonnen ulmergrien darein, guch kolh und stinkend aas, damit verwüstete er in der feslung den brurmen, dass sie vor geslank ihn nicht brauchen konnten, sowie auch das mehl und anderes. Er warf auch - 13 - grosse steine hinein, auch feuer; damit verbrannte er ein grosses, schönes haus, das einem ritter zuständig war, mit proviant. Das feuer drängle sie, dass sie mussten auf einen grossen hohen ihurn weichen. Als aber das feuer nach kam, wurden sie gezwungen die feste aufzugeben, den 1. Juni. Da war gethädigt um leib und gut. Als sie die bürg aufgaben, da bürgten sich 7 aus ; das war herr Walter, sein weih und söhn, 2 töchter und 2 Jungfrauen, 7 personen, die zogen zu fuss, was sie tragen mochten, stracks über den Rhein. Die von ade) und sonst andere, wurden 52 enthauptet, ein altes männle und ein junges edelskindt ward dem nachrichter befohlen ledig zu lassen. Drei Werkmeister, so in der festung waren, darunter ein Zimmer- mann und ein schmidt, die führte man heraus, setzte sie in tonnen mit ulmer- grien und warf sie in die feste, und schleifte die bürg auf den bodeii ab. 1335. {Zuff gegen den Markgrafen von Baden.) — Bischof ßechtolf von Strassburg, dieweil er mit im bund war, zog derweilen über den Rhein wider den markgrafen von Baden und nahm grosses volk, und die von Strassburg mit ihm, und verbrannten Steinbach, gewannen auch Yburg und noch drei Schlösser darum, die verbrannte er. Darnach zogen sie wieder heim, als sie viel schaden gethan hatten. 1336. {Zug gegen den von Geroldseck.) — Darnach zog man über den Rhein auf den von Geroldseck, stürmte Schuttern und gewann es mit dem Sturm, verbrannte das schloss und die sladt. Davon gieng auch das klosler an und verbrannte alles auf den boden, und schleiften die mauern, verbrannten und verheerten dem von Geroldseck sein ganzes land jenseits des Rheins. Darauf zog nach verrichteten Sachen jeglicher wieder heim. 1337. {Neuwahl des Rallies zu Sirassburg.) — Als man um Jacobi in der aehren wiederum heim kam und das jähr herum war, dass man einen neuen rath setzen sollte, da machte man dass nur zwei meister seyn sollten, jeder ein Y5 jähr. Das waren herr Rulmann Schwarber und herr Rudolf Judenbreter, die sollten also um einander meister seyn, bis an ihr ende. Aber herr Burkard Twinger sollte ammeister bleiben bis an sein ende. Auch war der brief so man ins bischofs garten schwur, etwas ge- bessert, der edeln kur halben, so sie verschwuren nicht mehr zu fordern. Auch wenn ein feuer ausgienge, dass man sollte gewaffnet ans münsler kommen. Und war dies der erste neue rath, den man damalen erwählte. herr Rulmann Schwarber) . herr Klaus Rebstock Rudolf Judenbreter j "^ ^^ ' Bechtold zum Rieh Burkard Zwinger ammeister Klaus Schwan — u — heiT Henselin von Schôneck herr Reimbolt zum Trubel Hans Knübelouch Klaus Wintertbur Wölfelin von Giege Ilenselin Knobelouch Wernher Küsse Gosse Sturm Hans von Rosheim Kunz Pfaffenlapp Paulus von Mosung Henselin Volsch Conrad Gürtler ßechtold Mause Klaus zur Scheuren Wallher Knoblouch Jacob zur Hellen Hans Baumann, Fritsch von Heiligenstein alle edelknechte. Von handwei ken : krämer Klaus Mosung brodbäckcr Burkhard ßiller melzger Wilhelm Metzger kürschner Rulin Kürner salzmülter Jockle SalzmuHer wollscbläoer Ottmann von Dunzenbeim Schneider Klaus Hug zimmerleule Heinz Zimberlin Steinmetzen Hans Winlin l^iefer Gerlin Kiefer rraiiner Philipps Wölfelin gerber Hans Kleinherr schmiede Hans Sporer schuhsuttern Gunz Detweil fasszieher Walther Fasszieher schillern Ulrich Baldesser müller Amberg Zoller weher Eberlin Priger scherer, bader Gunz zum Ueberhang scliiflzimmerleute Eberlin vom Mauerloch schiflleule Eberlin Wolxheim weinruffer und messer N. Ysinger kornkäufer Peter Lemlin fischer Jacob Zeyssolf weinleutl Hans Runting. 1Ü38. {Scidoss Winslein (gewonnen.) — Damals Ihat der von Schmallen- slein von der huvj: Winslein dem l;uid grossen schaden. Da zogen der - 15 - bischof Beclitolf und die von Strassburg und Hagenau vor Winstein, und als man auf 10 wochen davor gelegen, haben sie es gewonnen, und ver- scbleiflens. Darnach ist Neu Winstein gebaut worden. 1339. {Gewoelb zu S. Thomae gebaut.) — Dies jähr baute man zu S. Thomae das gewölb unter dem Ihurm und machte die orgel dahin. 1340. {Grosser Herbst.) — Es wuchs auch viel und guter wein, dass man nicht fässer genug haben konnte, auch ein fass um das andere füllte. 1341. {Em neuer Papst.) — Papst Johannes stirbt, Benedictus der Fol. 190 zwölfte wird papst: da hoffte jedermann auf besserung. 1334 1342. {Schuttern abermals zerstoert.) — Damals hat der von Geroldseck die Stadtmauer um Schultern wieder aufbauen lassen: da zogen die von Strassburg hinaus und rissens bis auf den boden ein. 1343. {Sammlungen zur Eroberung des Heiligen Landes.) — Damals gebot papst Benedictus der XII dass man 6 jähre lang den zehnten von allen geistlichen gütern geben sollte, damit das heilige land zu gewinnen. Solches einsammeln was nun wohl acht mal aufeinander gefordert worden, wenn eines aufliörte, hub eine neue forderung an. Es wurden courtisanen gen Strassburg und ins bisthum geordnet, die solches geld einnehmen sollten. Da hielten die domherren und alle geistlichen im ganzen bisthum einen synodum zu Strassburg und schätzten sich selber : wer eine mark gold einkommen hat, gab 1 schilling; wer eine mark silber hatte gab 1 pfennig, und sie nahmen dasselbige geld und protestirten damit wider den papst, denn er mache nur seine freunde damit reich und es werde an keine meerfahrt gedacht. Also zogen die welschen pfaffen hinweg, und kam keiner mehr. 1344. {Bischof Berthold fordert Steuer von der Geistlichkeit.) — Hieraufbegehrte bischof Bechtolf, dieweil er viel geld verkriegt hatte, an die geistlichen, dass sie ihm gutwillig eine Steuer gäben, er wolle sie hin- fort nicht mehr beschweren und gab ihnen dafür brief und Siegel, dass sie solches gutwillig gethan hätten. Also gaben sie ihm mehr weder er begehrt hatte gutwillig und aus keiner gerechtigkeit. Er konnte mit zehn Worten geld zusammen bringen : wenn er halte gab er, insonderheit den armen, gerne, bezahlte jedermann mit dank, und war freigebig. 1345. {Bischofswahl zu Würzburg.) — Diese zeit starb der bischof von Würzburg, da wählte ein theil Otto von Wolfskeel, aber durch könig Ludwigs fürbilte wardt herr Hanemann von Lichtenberg, domherr zu Strassburg, bischof zu Würzburg. — 16 — 1346. {Kalter Winter.) — Dies jähr war ein so kalter winler, dass alle reben im ganzen land erfroren. 1347. {Wahl eines neuen Meister's.) — Damals starb der erste meister aus dem ralli, Rulmann Schvvarber. Das wollte etwas eine aenderung bringen und sich etliche eindringen, die meinten die wähl der meister aus ihnen zu behalten, damit solche nicht aus den handwerkern genommen würden; aber es wurde solches verhindert; bischof Bechtolf kam selbst gen Sirassburg dem übel zu begegnen, desgleichen landgrat Ulrich aus dem Elsass. Da ward ein brief gemacht, dass wenn ein meister stirbt, so sollen die andern zwei meister, sammt den 25 von den handwerken, so im rath sind, von den andern bürgern und edeln einen andern meister erwählen. Der sollte meisler seyn und bleiben sein leben lang, wie der andere auch und sollen die edeln alle solche kur abtreten. Der brief ward besiegelt und beschworen ; neben diesen siegelten auch bischof Bechtolf, landgraf Ulrich, 50 riller und 13 edelknechte, sammt den burgern von iMaynz, Worms, Speier, Basel, Freiburg, so herzu erboten und gezogen waren; auch mit der Stadt grossem insiegel verwahrt, datum den nächsten lag nach Galli, anno 1334. Darauf ward einhellig erwählt an Rulman Schwarber's stall, sein bruder Bechtolf Schvvarber, der sladt und land ein nutzer mann war. Unter ihm ist aufgekommen, wann man in reisen zog, dass die handwerker zu wagen fuhren; zuvor gieng man zu fuss. Fol, 191 1348. {Eamslein und Drachenfels gebrochen.) — Damals als bischof 1335 Bechtolf mit könig Ludwig nicht einig war, und viel raub und mord auf allen seilen im Elsass geschah, und von der bürg Ramstein hinter Arnsperg, aucli von Drachenfels denen von Strassburg und andern viel mulwillens geschah, zogen die von Sirassburg aus vor Ramslein, gewannen und ver- brannten es; zogen hernach vor Drachenfels, gewannen und zerbrachen es auch. Indessen bischof Bechtolf viele flecken zu Städten baute, des krieges halben, da bewilligte könig Ludwig seinen laiidvöii:ten im Elsass, als herrn Sigmund und herrn Hanemann von Lichlenberg, dass sie auch Städte bauten, gab diesen grosse freiheiten mit Jahrmärkten und andern. Da baute herr Siegmund aus Ingweiler eine Stadt und herr Hanemann aus Brumat und Wördt auch Städte. 1349. (TnUlenhausen vom Zehnten befreit.) — Bischof Bechtolf be- freiheitele die geistlichen und klöster hoch, insbesondere machte er Trutlenhausen des zehnten frei, den sie von ihren gutem gaben und schenkte ihnen noch mehr dazu. 1350. {Grosser Wind.) — Auf allerheihgen tag kam ein grosser wind, - 17 - der warf viel haeuser und scheuren um, auch thürme und viel 1000 bäume, und versenkte viele schiffe auf dem Rhein; Ihat grossen schaden. 1351. (Bischof Berthold zieht wider Schlettstadt und Eckkirch.) — Fol. 192 Damals als könig Ludwig noch harl im bann war, und viele sich seiner '1336 gemeinschaft entzogen, und bischof Bechtolf sich sehr stärkte, brachte er auf 4000 zu fuss und 400 pferde auf, wider die von Colmar und Schlett- stadt, denn ihm eine schmach widerfahren war, das wollte er rächen und zog vor Schlettstadt. Damit aber der von Lichtenberg, als landvogt, ver- hindert würde, belagerte er auch Neuweiler, mit denen von Zabern und andern. Es schickte aber der von Wirtenberg 300 glefen auf den bischof auf Schlettstadt zu. Der bischof zog aber in's Leberthal, und wollte Eckirch belagern, denn ihm viel schmach daraus geschah. Die andern aber zogen dem bischof nach und verbrannten Leberau, und wichen zurück. Der bischof eilte ihnen nach; als aber die von Eckirch auch herausfielen, und oben mit steinen herab warfen über die berge in die engen wege, hiess der bischof sein volk eilends zurück weichen. Als sie eilten, meinten die andern, er gebe die flucht; als aber etliche erschlagen wurden, stieg des bischofs volk auf die berge, und denen von Eckirch wurden viele er- schlagen und verjagt. Die andern konnten nicht nach, des weges enge halben, auch weil des bischofs volk die höhen inne hatten. Als sie nun wieder zurück zogen, ist der bischof denen vor Neuweiler zu hilfe ge- kommen. Johann von Durckelstein, der ihm entgegen zog, wurde erschlagen. Darauf folgte graf Nicolaus von Salm und herr Conrad von Kirckel, und wollten denen oben zu hilfe kommen, aus dem Steinthal. Aber der bischof ereilte sie bei Ober-Ehnheim; die fielen auch heraus, und wurden viele erschlagen. Darauf verwüstete der bischof denen von Schlettstadt, Colmar und andern alle banne und reben, und brannte ihnen ihre höfe und dörfer ab. Darauf zogen die von Schlettstadt und Colmar aus, und verbrannten dem bischof Pfaffenheim, Gebersweiler und anderes. Der abt von Murbach, und Berthold Waldner, des bischofs amtmann zu Ruffach, stärkten sich und trieben sie wieder zurück. 1352. {K. Ludwig in Kolmar und Strasshurg. — Reichstag zu Speyer.) — Indessen kam könig Ludwig in's Elsass gen Colmar : da wurde ein anstand gemacht, und wurde bischof Bechtolf von Strasshurg, auch Johann Senna von Münsingen, bischof von Basel, bischof Bechtolfs Schwester söhn, und andere alle auf geleit gen Colmar zu könig Ludwig erfordert; aber sie wollten sich mit dem könig nicht einlassen noch vertragen, dieweil er B. XIV. — (M.) 2 - 18 — noch im bann war. Hierauf wurde ein lag gen Speyer gelegt, und sollte der von .Mainz seine geistlichen, bischöfe, auch alle fürslen dahin be- schreiben; welches geschah. Und als könig Ludwig herab zog, kam er gen Sirassburg, mit dem könig von Böhmen, dem er Kaisersberg, sammt den Stadien derselben vogtei versetzt halte. Erhandelte mit der stadl Strassburg dass man den bischof möchte zur gute bewegen, dass er sich eines andern erzeigte, und zog auf Speyer zu. Dahin kamen fast alle bischöfe und fiirslen, als Heinrich von Vinnenburg, bischof zu Maynz, Augsburg, Chur, Eichslaedl, Speyer, Worms, Wirzburg, Regensburg, Pfalz, Sachsen, und noch viel geistliche und wellliche herren. Die erklärten sich rund, dass sie könig Ludwig für ihren herrn erkennen, schwuren ihm, und erhielten ihre regalia von ihm. 1353. {K. Ludwig beßehll denen von Sirassburg den Bischof zu be- kriegen.) — Darauf entbot man auch den bischof ßechtolf von Strassburg, aber er wollte nicht kommen, hielt stark am papsl. Darauf gebot könig Ludwig der stadl Strassburg, dass sie, neben andern, den bischof be- kriegen sollte. Da giengen die zu Strassburg zu rath und entboten dem bischof Bechtolf, nachdem er nun lange jähre her oft war gemahnt und gebeten worden sich mit könig Ludwig zu vertragen und dem land ruhe zu ver- schollen, aber nichts bei ihm habe verfangen, so erbieten sie ihm hiemit, dass er in monalfrisl sich mit dem könig vertrüge; wo nicht, solle ihm hiemit widersagt seyn, mit feuer und schwert. 1354. {Bischof Berthold erbietet sich abzudanken.) — Bischof Bechtolf erschrack ob dieser botschafl, begehrte einen stillstand; aber man fuhr fort, nahm volk an, und rüstete sich das ganze land zum kriege wider den bischof. Als er solches höile, fürchtete er, es möchten alle städte und Schlösser von ihm abfallen (wie auch geschehen waere). Darauf kam er gen Strassburg, beredete sich mit dem rath und capitel und allen land- ständen, zeigte an, er könne mit könig Ludwig keinen bund machen, denn es wider den papsl waere. Ehe er solches Ihue, wolle er dem bisthum Strassburg, auch ihnen ruhe verschaffen und von solchem abstehen, und wider in seinen allen deutschen rilterorden treten. Dessen war man zu- frieden; er sollte nur zuthun dass dem land ruhe möchte geschafft werden. 1355. {Bischof Bechlold zu Speyer.) — Dai-auf zog der bischof nach Speyer zu dem könig und den andern forsten. Als er zu Speyer war, wandle er des jiapsles haiiii für: darauf handelte man so viel mit ihm, - 19 — dass er in die kirche gieng und messe hörte, da der könig auch in war, auch mit ihm speisete. Ziilclzt hewilligte er, dass er neben andern auch an den papst schrieb, damit er könig Ludwig aus dem bann liesse, oder ihn seines eides, den er dem papst gethan, enlschlüge. Er versprach auch, dass wenn die legalen kamen, und könig Ludwig nicht aus dem bann käme, wollte er ihm als schwören und seine regalia von ihm empfangen. 1356. (Gesandtschaft nach Avignon.) — Da nun kein hinderniss des Fol- 193 reichs mehr vorhanden war, denn nur dass man die absolution vom papst bekäme, da sandte man eine légation mit Schriften vom könig und reich gen Avinion zum papst Benedickl XII und den cardinälen. Dieses waren Ulrich, bischof zu Chur, Gerlach, graf zu Nassau, Rudolf von Andlau, ritter, des bislhums Slrassburg vitzlhum, welcher die sprachen auch wohl konnte. Als sie hinein kamen, waren des königs von Frankreich, Neapolis, Sicilien, nordische botschaflen auch da, die alle wider könig Ludwig waren. Als sie auch dem papst und cardinaelen ihre reverenz hatten gethan und die briefe übergeben, wurden sie am dritten lag wieder vor den papst berufen. Die zeigten an wie könig Ludwig dem papst, den cardinälen, auch der ganzen römischen kirche so wohl gewogen, und sie in grossen ehren hielte, nichts unchrislliches fürnehme, die geistlichen, auch die kirchen hoch begabte und alles gottesdiensles befleissige, wittwen und waisen und männiglich zu recht hälfe, und von dem vorigen papst un- schuldig in den bann gekommen sei, darüber viel chrislenblut vergossen, und ihm gott allweg den sieg verliehen, und ihm in allen sachen beistehe; die fürsten im reich ihm alle gehorsamen, und allein von seiner heiligkeit der bann vorhanden. Hierauf begehre könig Ludwig, so er etwa wider den römischen stuhl hätte gesündigt, wolle er sein leben bessern, und sei ihm solches leid, begehre wie der verlorene söhn, der heil, vater wolle ihm verzeihen und wieder in den schoos der christlichen muller, der kirche einschliessen; solches würde gotl gefallen und der ganzen christen- heil höchlich nütz und erspriesslich seyn, insonderheit weil alle menschen solches von herzen begehrten. 1357. {Antwort des Papstes.) — Der papst sagte : wie er könig Ludwig gantz geneigt sei und von herzen verzeihe, er dürfe ihn aber nicht aus dem bann thuri, dieweil er ihn nicht hätte darein gethan ; er wisse auch nichts das könig Ludwig unrechtmässiges wider die kirche gethan, sondern man halle mehr wider ihn gelhan; er lobte den könig sehr: hätte er aber wollen papst werden, so habe er den bann wider Ludwig müssen be- stätigen; könne ihn ohne des königs aus Frankreich wissen nicht aus dem -Jo- hann thiin, denn er ihm sonst, wie auch allen cardinälen, den tod ge- schworen : es sollte ihm ärger gehen denn Bonifacio von seinem vor- fahren widerfahren wäre. Hub an und beweinte seinen und könig Ludwig's Unfall sehr, dass er ihn nicht absolviren dürfe. 1358. {Gespraech des Papstes mit Rudolf von Andlau.) — Darauf sagte herr Rudolf von Andlau, der die spräche wohl kannte: Heiliger vater! Wer ist papst? Eure heiligkeit oder der Franzos! Der papst sagte : Er halte nur den namen, aber der Franzose wäre herr auch über ihn. Daraufsagte herr Rudolf: wenn das unser könig Ludwig thäle, wäre er billig im bann: alle die eurer heiligkeit gutes gönnen und gehorsame söhne sind, die verbanne man; die ungehorsamen sind liebe kinder. Die Franzosen hielten jelzund dem reich das königreich Arelat vor, hülfen gern zum unglück, und erfreuten sich allweg über der Deutschen unglück, und hülfen darzu; richten alle ihre Sachen mit lügen aus; was sie reden waere nichts, und verderbten auch in der noth ihre eigenen Sachen mit lügen ; sagten viel zu, dass nichts waere, begehrten immer mehr als sie im sinn hätten zu halten. Hergegen wären die Deutschen also wahrhaftig, alles was sie redeten würde wahrhaftig gehalten, und solche tugend wäre insonders an könig Ludwig zu finden; er bäte um gottes und der ganzen Christenheit willen den könig Ludwig zu absolviren ; wo das geschähe, würde der künig Ludwig seine heiligkeit vor aller gewalt beschützen. Der papst redete sich mit dem Franzosen stets aus, gab könig Ludwig, auch den gesandten den heihgen segen, und entliess den bischof Bechtolf von Slrassbnrg des bannes, wenn er schon mit dem könig Ludwig ge- meinschall halle, docli nichts wider den römischen stuhl handeile. 1359. {Die Gesandten hehren nach Speyer zurüch.) — Als sie unver- ri<:hleler sache wieder herauszogen, Hess sie der papst mit Verehrungen bis gen Losanne begleiten. Sie kamen über Basel und Sirassburg gen Speyer, da sich der könig und andere hielten, und zeigten alle Sachen ordentlich an. Es wurden aber die fürslen des reiches auf den papst sehr unlustig, dass er den frieden liindere. 1360. (Jiischof Berlhold von K. Ludwig zu Speyer belehnt.) — Als nun bischof Bechlolf von Strassburg angemahnt wurde, dieweil er nun des papst bann nicht mehr rüiclilcii dürfe, auch versprochen habe, wenn die gesandten ohtie absolution wieder kämen, wollte er dem könig schwören und seine regalia empfangen, hub der bischof an solches zu läugnen, sagte, er habe allwegen den papst vorbehalten, ohne dessen gebeiss er nichl.s ihuii wolle. Da iiriii ihn aber seiner lede überwiess. - 21 — empfieng er vom koenig Ludwig vor dem dom zu Speyer seine regalia in beiseyn von zwölf bischöfen und aller fiirslen und herren: doch beliicller sich stets des papsts auktoritaet vor. 1361. {Bischof Berlhold's friedliche Verwaltung.) — Nach diesem ist bischofßechtolf wieder gen Strassburg gekommen; er hat sich sein leben lang ganz fiiedlich gegen Stadt und land verhalten; es ist ein guter haus- vater geworden und hat das ganze bislhum gemehrt und gebessert und einen grossen schätz zusammen gebracht. 1362. {Sireitschriften gegen den Papst.) — In dieser zeit stunden Ockam und viele gelehrte leute auf, die vor den könig und wider den papst schrieben, und zeigten an dass das kaiserliche und päpstliche recht alles vorschribe der obrigkeit gehorsam zu seyn, wie auch Christus; die kaiser und obrigkeit wären von gott und ehe denn der papst gewesen ; item die wähl der könige stände den fürslen zu und nicht dem papst ; Deutschland gehöre den deutschen fürsten und nicht dem papst: dieser hätte nur den bann und kein recht gegen sie u. s. w. 1363. {Reuerinnenkloster neu gebaut.) — Dieses 36. jähr, als das klösterlein zu den Reuerinnen bei dem spital gar zu enge wurde, denn viele arme Sünderinnen bekehrten sich, und thalen busse, da ward ihnen ein anderer platz gegeben auf Waseneck. Dahin bauten sie ein schönes kloster mit frommer leute hilfe, wiederum zu der ehre gottes und Mariae Magdalenae; und kamen abermals viele gemeine frauen darein, die pöni- tenz darin thalen im orden. Der papst und der kaiser habens hoch befreiet. 1364. {Herr Johann von Rumersheim stirbt.) — Damals starb zu Slephansfeld der erste meister des heil, geist ordens, aufgesetzt durch Ordnung des papstes und bischofs, der hiess herr Johann von Rumersheim'. Zuvor wurden sie spital-herren oder Schaffner genannt, die waren laien- b rüder. 1365. {Judenverfolgung) — Damals da die Juden unter dem bischof Fol. I94 von Strassburg nach Golmar geflüchtet und ihnen viele gar gehässig 1337 waren, da sammelten zwei edelknechte, einer N. von Boehmen, der andere Zimberle von Andlau (die nannten sich könig Arm Leder) viel volk zu Dorlisheim und zogen im mai aus und wollten alle Juden verbrennen. Sie zeigten viele schmach an, so sie dem Christen glauben und menschen bewiesen, kamen vor Colmar, forderten die Juden heraus mit grosser 1. Am Rande steht folgende Anmerlcung Spegkel's: «Dünkt mich, es sei nicht recht, uùd soll 1236 stehen.» (iNote de M. Jung.) — 22 — droliung, belagerten auch Colmar. Aber die von Strassburg, als ihre bundesgenüssen wurden berufen; die kamen bald vor Colmar. Als jene solches vernahmen, flohen sie davon und so zergieng dieser Judenkrieg. 1366. (Fehden im Unter-Elsass.) — Desgleichen griffen damals herr Hess von Falkenslein und seine helfer, herrn Siegmund und herrn Her- mann von Lichtenberg, als des königs landvoegt, mit feuer und schwert an. Aber beide von Lichtenberg slärkten sich, und sie schlugen miteinander bei Niederbronn, und logen die von Lichtenberg ob, und wurde der von Falkenslein gefangen. Wollte er ledig werden, so mussle er sich neben seinen brüdern und grosser bürgschaft verschreiben, wider die von Liciitenberg nichts mehr zu lliun, und ihnen viel landes zu leben ein- räumen. 1367. {Jung-Sankt- Peter abgebrannt.) — Damals schlug das weller zum Jungen S. Peter ein, und verbrannte ganz schädlich, und wurde her- nach alles wieder von neuem erbaut. 1368. {Der Bischof reformirt die Geistlichkeit.) — Als nun im ganzen lande stille war, nachdem sich der bischof von Strassburg mit den fürsten, auch mit dem könig Ludwig verglichen, hub er an wohl haus zu hallen und zuvorderst seine kirche zu reformiren. Er gebot deshalb dass alle geistlichen, es wären domherren, grafen, fürsten und herren, auch in allen Stiftern, kirchen und klöstern, vicarien, hohen oder niedern Standes, die geistliche pfründen, kirchen, kapellen, alläre inne hätten und genössen, und dieselben etwa durch andere schlechte priester um ein geringes gelt zu Zeiten versehen Hessen, dass sie sich selbst zu prieslern sollen weihen lassen : er wollte ihnen sonst solche pfründen nehmen, und sie anderen personen, die er selbst versehen, übergeben. Da widersetzten sich das hohe Stift, auch das stift zu S. Thomae, hielten rath und widersetzten sich dem bischof. Doch herr Ulrich von Sigenaw, bischof Bechtolds schwesler söhn, hielt es mit dem bischof, seinem vetler; aber der dompropsl, herr Gebhard von Freiburg, herr Conrad von Kirckel, custos, herr Johann von Lichlenberg und seine brüder, und andere mehr hiellen zusammen wider den bischof. Dieser fuhr aber fort und mehrte den neid. Fol. 195 1369. {Der Domprobst Gebhard von Freibiirg stirbt.) — Auf S. Petro- nellentag, starb herr Gebhard von Freiburg, dompropsl des hohen Stifts. Da wurden an die propstei zwei erwählt: herr Johann von Lichtenberg, der dem bischof zuwider war, und herr Ulrich von Sigenaw, custos. Dieser wurde vom bischof, weil er ein priester war und sein freund, bald confirmirt. Aber herr Johann von Lichtenberg fuhr zum bischof von Mainz - 2S — und wurde von ihm auch confirmiit. Da aber berichtet wurde dass er niclit priester war, wurde solches widerrufen und der von Sigenaw be- stätigt- Das mehrele den Unwillen noch mehr, insonderheit weil bischof Bechtolf mit seinem gebot fortfuhr. Deshalb waren capitel und bischof gelrennt und standen in grosser feindschaft. 1370. (Bischof Berthold gefangen.) — Den 3. September (hat bischof Bechtolf mit etlichen wenigen eine wallfahrt gen Ilasselach zu S. Amando und S. Florenzen : solches hatten herr Johann von Lichtenberg, herr Conrad von Kirckel und herr Nicolaus, propst zum Jungen S. Peter, er- fahren, und mit des von Kageneck Schwager, herrn Rudolf von Hohenstein und andern einen bund gemacht, und sind um milternacht gen Hasselach gekommen, und haben in des propsles hof den bischof aufgehoben, und die nacht noch gefänglich auf Waldecken geführt. Den andern tag hat man ihn, ehe man es gewahr worden, still auf die bürg Kirckel geführt. Da hat man ihn und die andern ganz ehrlich und wohl, nicht wie ge- fangene, doch mit grosser hut verhalten. 1371. (Der Bann wird gegen die Frevler geschleudert.) — Sobald man solches gewahr wurde, hat der von Siegenaw, der dompropst, von stund an zu Johann Senne von Münzingen gen Basel geschickt, welcher auch Bechlolfs Schwester söhn war. Von da gieng die post eilends nach Avinion zum papst Benedict und zeigte an : Nachdem bischof Bechtolf seine kirche hat wollen reformiren, waere der hirt von seinen schaefelein gefangen worden, und begehrte den bann über alle, die ihn gefangen hielten, bis zu seiner erledigung. Der papst Benedictus zückte demnächst das schwert der vermaledeiung über alle die an bischof Bechlolfs geföngniss schuldig waren, Hess die bannbriefe anschlagen, und sollten das interdict halten bis der bischof ledig würde, und sollte bischof Johann von Münzingen zu Basel administrator und Verwalter des bisthums sein bis zu seiner ent- ledigung. 1372. {Hallimg Sirassburg' s.) — Aber die Stadt Strassburg wollte sich des geistlichen kriegs, auch nicht des bannes, annehmen; also thaten andere auch, da man des bannes also gewöhnt, dass geislHche und welt- liche auf des papstes oder des bischofs bann nichts gaben, sondern Hessen die die Sachen, die sie nichts angiengen, selbst vertragen. 1373. {Rudolf von Andlau auf des Bischofs Seite.) — - Da solches herr Rudolf von Andlau, ritter und des bisthums vitzthum sähe, dass man auf den bann nichts gebe, ritt er in alle aemter und Städte und Hess schwören dass sie keinem fremden herrn geloben noch schwören würden, — 2-i — während der bischof gcfaii{^en liege, welches auch geschähe. Er gebot ouch das intcrdict zu iiallen. 1374. {Herzog Albrecht von Oesierreich im Elsass.)^ Als man in der Stadt und auf dem lande schier in der hälfle der kirclien das interdiet hielt, kam iierzog Alhrecht von Oesierreich, der solches erfahren halte, von Aachen von einer wallHihrl, mit grossen lagreisen gen Sirassburg, denn bischof Bechtolt' war allwegen gut östreichisch gewesen, und noch im bündniss mit ihm war. Er versammelte ein grosses volk und wollte Neuweiler und andere slaedle, die herrn Johann und herrn Siegmund von Lichtenberg zuslaendig waren belagern. Der von Kirckel, der am meisten schuldig war, machte sich von Strassburg hinweg. Der herzog mahnte den ganzen bund, auch alle slädtc auf; abei- der bund und die Städte schlugen die hilfe ab und zeigten an, dass nachdem sie vor kurzen Jahren einen bund aufgelichtet wider allen unbilligen gewalt, hätten sie hisihof ßechlolf oft geheten sich mit ihnen zu verbinden, solchen bund halle er aber nicht allein abgeschlagen, sondern alle verbündeten mit feuer und schwert verfolgt, deshalben seyen sie nicht schuldig sich in fremde sachen zu legen. 1375. {Verhandlungen über Befreimig des Bischofs.) — Indessen kam herr Rudolf von Andlau, der vitzlhum und des bischofs ralh und zeigte an, was mit dem bischof, auch mit den parleien gehandelt, und standen die sachen also in gutem vertrag, dass der bischof in kurzem mit ehren konnte ledig werden, die parleien zum frieden kommen und dem lande kein schaden daraus entstehen würde. Dessen erboten sich die von Sirassburg, und die Zorn und von Müllenheim, so die füi'nehmslen waren, gleichinässig daiüber zu handeln. Dessen war herzog Albrecht zufrieden, und zog das Jand hinauf Fol. 196 1376. iSheit wegen dei^ Probstei zu Sl. Thomae.) — Indessen starb der propst zu S. Thomae; da wurden zwei erwählt, herr Siegmund von xMùlleriheim und herr Ulrich Süsse. Da baten die von Müllenheim bei dem bischof, der den propst zu conlirmiren halte; aber die Zorn balen für den Süssen. Da confirmirle bischof Bechlolf den von Müllenheim; das verdross die Zorn, verschafften auch also viel dass dem bischof von der sladt keine hille geschah, so lange er gefangen log. Dieweil aber damals viele fürslen und herren könig Ludwigs halb beisammen waren, da wurde mit des bischofs bewilligung mit den parleyen gehandelt damit er erledigt würde, wiewohl der bischof den könig als seinen lehensherrn, nie wollte um hilfe anrufen, sondern er hieng den köpf auf des papstes seile. Deswegen - 25 - nahm sich könig Ludwig seiner auch nicht an, und iiess alles hingehn und sah durch die finger. 1377. {Der Bischof vertrügt sich mit seinen Gegnern.) — Gegen den heih'gen chrislag vertrug sich endlich bischof Bechtolf mit allen seinen anklägern, ohne vorwissen und bewilligung seiner freunde, des bischofs von Basel und des von Siegenaw. Als sie solchen vertrag erfuhren, wollten sie ihn nicht gutheissen, sondern widerriefen alles, aber der bischof stillte sie bis auf bessere gelegenheit. Und waren dieses die vornehmsten artikel: Erstlich sollte der gefängniss nimmer gedacht werden; alles verziehen, der bischof an seinen leben und geistlichen gerechligkeiten ohne nach- theil seyn, aller zorn ab seyn. Zweitens sollte der bischof dem von Lichtenberg 1000 mark silbers geben und die thumpropstei, der sollte dem von Siegenaw die 1 000 mark dafür geben. 3) Dem von Kirckel sollte er 500 mark silber geben, und 400 pfund pfennig auf den insiegel zu Strassburg und die kirche mit ralh in geist- lichen und weltlichen bändeln beratbschlagen mit ihnen. 4) Dem von Ilohenstein sollte er 300 mark silbers geben, die er ihme vor langem versprochen hat. 5) Herrn Siegmund von Lichtenberg die cantorei snmmt dem insigel des capitels, welches einem canlor zuständig ist. Welches geld der bischof nicht im schätz hatte, dafür gab er genügsame bürgen, brief und Siegel. Er ward ledig gestellt, nachdem er 16 wochen gefänglich gehalten worden, und gen Wolschheim begleitet, mit starker but. Als er ledig war, hat er alles was er versprochen, gehalten; hiemit seine bürgen entlediget; und nahm der von Lichtenberg die thumpropstei und gab dem von Siegenaw die 1000 mark dafür. Den andern erlegte er alles was er ver- sprochen hatte, also dass damals keine klage mehr da war. 1378. {Judenverfolgungen.) — In diesem 37. jähr hat ein Jude von Strassburg ein junges mägdelein, Elisabeth genannt, in sein haus gelockt und ermordet, und das blut aufgehoben. Solches kam aus Schickung gottes wunderbarlich aus, der Jude wurde gefangen gelegt, das mädchen wurde in der S. Andreas kirche begraben. Bald rief man es für heilig aus, und das Volk lief mit opfern und Wachslichtern zu seinem grab : aber dies währete nicht lang. Der Jude wurde hart gepeinigt, aber er wollte niemand weiter angeben, der darum wissens trüge; also ward er in eine sau-haut genähet, durch die Stadt zum hochgericht geschleift, arme und schenke! abgestossen, auf ein rad gelegt und verbrannt. 1379. {Reichstag zu Frankfurt.) — Damals hielt könig Ludwig einen Fol. 197 1338 — 26 — reichstag zu Fronkfiirl, da dankte er mit guten und gerechten argumenten, auch aus geistlichen und weltlichen rechten des papstes gewaU ah. So wurde erkannt, auch geboten solchem muthvvillen zu widerstreben und anders mehr, und im ganzen reich publicirt. 1380. (Bischof Berthold kommt nach Strassburg.) — Auf lichlmess kam bischof Bechlolf nach Strassburg; da wurde er ehrlich von den geist- lichen und der stadl empfangen. Er brachte vor: Warum sie ihren geist- lichen hirten haelten unschuldig fangen lassen? die geistlichen sagten: Dieweil er etliche spaen mit den thumherren gehabt, hätten sie nicht ge- wusst was sie beträfe. Die sladt zeigte an: ihr gebühre nicht ohne erlaub- niss sich in geistliche haendel zu legen. Aber die schmähliche gefängniss steckte ihm noch im kröpf. 1381. (Der Bischof schleift Uohenstein.) — Ei' fuhr zu, nahm etliches Volk, zöge den von Uohenstein vor die bürg Uohenstein, plünderte, ver- brannte und schleifte sie auf den boden. Er gab vor die von Uohenstein waere seine lehensmaenner, und hätten die bürg zu leben von ihm; sie hätten das leben verwirkt, und er habe die bürg als sein eigenthum ge- schleift, weil der von Höllenstein wider seinen eid seinen lehensherrn meuterisch gefangen hätte. Er habe in austhedigen seiner gefängniss wegen, seine geistliche und weltliche Jurisdiction vorbehalten, und er gebiete, was zu seiner kirche besserung dient; darauf citirte er auf befehl des papstes auch alle geistUchen, hohen und niedern Standes, auf pfingsten zu erscheinen und priester zu werden und sich weihen zu lassen. 1382. (Des Bischofs Streit mit dem von Kirkel.) — Darauf fordert bischof Bechtolf das insiegel wieder von dem von Kirckel, da doch solches einem custos zuständig ist. Der von Kirckel weigerte es zu geben und da der bischof es ihm nicht abgewinnen konnte, Hess er ein neues machen mit seinem wappen und einem stab dadurch, und gebot dass alles mit dem neuen siege! besiegelt werden sollte, und legte solches, sammt einem neuen gericht in seinen hof, da die all pfalz war, das jetzund das vordere gerichl, und vordere Schreiberstube noch ist. Er legte das hintere gericht und Schreiberstube nieder: Aber man hub an an beiden enden zu siegeln und ward viel irrung daraus; doch währet solches noch. Dieweil aber viele bürger irrig wurden, wenn man handveste oder siegeln sollte, da k.'im man in der sladt und vor rath überein, dass alles, es geschehe unter welchem siege! es wolle, sollte kraft haben. Solches liess der bischof ge- schehen. 1383. (Der Bischof bannt die widerspenstigen Geistlichen.) — Als die — 57 — pfingsten kam und man alle geisllichen, die nicht priester waren, weihen lassen sollle, da eschien nicht der dritte Ihcil, insonderheit in der Stadt kamen gar wenig, da legte er interdict auf und nahm allen vicarien und anderen ihre pfründen. Aher die vicarien appellirten wider des hischofs gebot und sangen fort. Darauf nahm der bischof im ganzen bislhum nicht allein, sondern verbot männiglich alles so ihm zugehört, als güllen und gefalle, auch die praesenz zu geben. Darauf wurde schier in drei jähren nicht viel mehr gesungen. Zuletzt ergaben sie sich zur strafe; die (strafe) nahm der bischof ihnen ziemlich ab, dass er wohl wieder sein gell, womit er sein gefängniss gelöst, bekam. Darauf absolvirte und weihete er sie, und sie hüben wieder an zu singen. 1384. {Seine glückliche Verwallung des Bistimms.) — Nach solchem hat bischof Bechlold männiglich sich wohl gehallen, insonderheit gegen die armen, war friedsam und freundlich, war mit dem ganzen land und allen Städten in gutem frieden, und brachte deshalb einen grossen schätz zu- sammen. Er baute Dambach, Börsch, Kaysersberg vollends zu slädten; er löste auch an das bislhum vom markgrafen von Baden, dem es vom reich verpfändet war, mit bewilligung des kaisers und des kurfürsten, OfTenburg, Gengenbach, Zell, Orlenberg und auf 80 flecken und dörfer dazu, um 44000 goldgulden. Er versetzte ihm dagegen den zoll zu Strass- burg bis er ihm das geld erlegte. Er half dem bislhum wohl auf, machte es reich, und beförderte seine freunde; alle die ihm wohl dienten, beförderte er und brachte sie zu grossen ehren. 1385. {Klemens VI. wird Papst.) — Damals starb Benedictus zu Avi- Fol. 198 nion und Klemens VI. kam an seine slalt. Der verbannte den könig Ludwig 1339 und alle andern, mehr denn seiner vorfahren keiner. Deshalb kamen grau- sam viel briete heraus, also mit hauffen dass man meinte, es wären nicht Schreiber genug bei dem papst. Da wollten die von Strassburg und andere keine solche briefe annehmen, denn die siege! von wachs verschmolzen, verdrückt und zerbrochen waren; dass man nicht sah was es war. Da kamen andere briefe, die hallen siegel von blei, die waren gantz; von diesen sagte man, sie sollten von wachs sein: man gab auf wachs oder blei, eins wie das andere. Bischof Bechtolf und die geistlichen nahmen wohl die briefe an, gaben aber eben so viel darauf, als wenn sie keine empfangen hallen: männiglich war der briefe und des banncs man schon zwanzig jähre her gewohnt, und man lächle wenn wieder briefe kamen. 1386. {Streit um Freiburg.) — Damals hatte graf Friedrich von Frei- burg viel händel mit der sladt Freiburg, so dass er sogar von Freiburg - 28 — vertrieben wurde, worauf er bald starb. Er hinterliess keinen männlichen erben, nur eine tochter, frau Clara, die halte den pfalzgrafen Götz von Tübingen, die nahm alle gerechtigkeil in Freibuig und da herum ein, als gerichte und wage, zoll und anderes, so eigenlhümlich und erbhch war. Dies wollte auch ihres valer bruder, graf Ego von Gostän (haben); der zog könig Ludwig nach und enipfieng es zu lehen, ob es gleich kein lehen war, daraus viel zank und Uneinigkeit entstand. Zuletzt wurde gethätigt durch bischof Bechtoif und die Stadt Strassburg und andere, so dass graf Ego der frau Clara sollte die bürg Lichteneck und Newenburg im Breisgau und was dazu gehört eigenlliümlich lassen und zu banden stellen, und 1000 mark silber darzugeben, und alle schulden entrichten; welches geschah. Sie blieb aber in Freiburg, und starb anno 1350, und liegt bei den predi- gern (begraben). Ihr söhn Conrad, pfalzgraf von Tübingen, nahm solches zu seinen handen, und hat es behalten. Davon kamen die jetzigen grafen von Tübingen und Lichteneck im Breisgau bei Kenlzingen. 1387. {Meister Johann von Steinbach stirbt.) — Dies jähr starb M. Jo- hann von Steinbach, M. Erwin's von Steinbach söhn, Werkmeister des grossen werks zu Strassburg am münster, wurde zu seinem vater und mutter in den kreuzgang hinter S. Johann's capelle begraben. An seiner stall wurde das werk, welches damals schier bis zum wachlerhaus vollendet war, Johann Hülz von Cöln befohlen, der fuhr mit dem werk auf die vier Schnecken zu. Fol. 199 1388. (Die Karthause zu Strassburg fertig gebaut.) — Als vor zwanzig 1340 jähren die Carlbause von drei burgern, wie gemeldet, angefangen, aber durch krieg und anderes etwas liegen geblieben, ist sie dieses jähr fertig geworden. Darein haben viele fromme leul grosses gut gegeben, wie auch bischof Bcchlolf, der sie geweihet. Darein kamen gelehrte mönche, inson- ders war der erste prior Leutolf der ein buch wider den bann, so jetzt allenthalben auf fromme unschuldige leute gelegt würde, geschrieben, auch ein buch wider der geisthchen unordentliches leben, welche bûcher noch vorhanden sind. 1389. {Erscheinung eines Kometen.) — hii frühling liess sich einen ganzen nionat lang ein comel sehen mit einem schwert. 1390. (S. Katharinenkapelle am Münster gebaut.) — Damals hub bi- 1. Der Satz » Leutolff, eines cardioals beichtvaler, der hat ein buch vom leiden Christi geschrieben » — ist später von dem Verfasser ausgestrichen worden. (Note de M. Jung.) — 29 - schof Bechlolf im münster zu Strassburg- gegen mitlag eine schöne grosse capelle zu bauen an, zur ehren S. Galhariiiae, darein verordnete er sein begräbniss zu hauen. Einmal sagte er zum meister: Wie wird mein grab? Der sprach: Herr, es wird schön, wie wenn unser herr gott selbst darin liegen sollte. Der bischof gieng dahin, und besähe es; sagte: Das soll nicht seyn, dass mein grab schöner soll seyn denn unsers herren grab. Und gab deshalb solches grab zu unsers herren grab, da man am charfreitag unsern herrn darein legt. Zuvor stand unsers herrn grab im kämmerle über der Stegen, wenn man in die gruft unter dem chor gehen will, bei S. Erharts altar. Er befahl, man sollte es schön machen, und Hess hernach sein eigenes grab viel schlechter machen, mit dem epitaphium, wie noch zu sehen. Er stiftete auch S. Catharinen-allar darein mit vier guten priesterlichen pfrün- den, und verordnete dass man den Schülern, die am grünen donnerstag bei unserm herrn und seinem grab singen, die rocke gebe und viel anderes mehr. 1391. {Burg zu Qualzenheim gebaut.) — Damals baute erstlich herr Walther von Müllenheim, sänger zum Jungen S. Peter, den man Pfaffenzan hiess, die bürg zu Qualzenheim. 1392. {Der Predigermoench Johannes Tauler.) — Damals hub ein Fol. 200 predigermönch zu Strassburg an göttliche lehre zu predigen. Solches hat iS^l er bis in die zwanzig jähre gethan. Er hiess Johannes Tauler, gebürtig von Göln. Bischof ßechtolf hat ihn viel und gern gehört mit Verwunderung; denn das predigen ein selzsam ding war, dass man die evangelia auslegte. Er schrieb viel herrliche bûcher, so noch vorhanden sind. Er war hart wider den bann, dass man das arme, unwissende volk Hess also unschuldig im bann sterben; er stellte viel trostschriften, die man dem gemeinen Volke vor ihrem end sollte zusprechen, und die sacramente reichen; des- halb viele priester ganz fromm wurden, sich nach seiner lehre richteten, sich zusammenhielten und der gemeinde viel nutzen schafften. 1393. {Herr Rudolf Judenbreter stirbt.) — Damals starb herr Rudolf Judenbreter, der erste meister; an seine statt wurde herr Gosse Sturm geordnet*. 1394. {Befestigung Strassburg' s.) — Damals hub man an den bau, der Fol. 20 1 vor zehn Jahren eilig betrieben worden, auszurichten, und den graben ^^^^ von S. Agnes bei dem Metzgerthor und vor der Utengasse bei S. Galha- rinen an S. Johannsgiessen an den Gulden thurn bis an die Breusch zu führen, und zu vollenden. 1. Auf der eiaea Seite, unter 1342, nichts. (Note de M. Jung.) - 30 - 1395. {Grosses Feuer.) — Auf S. Alexiustag gieng ein feuer aus in der Kurbeiigass, da verbrannte die ganze gasse, der HoJzmarkt, Flachsgasse, Spilleigasse, Schneidergraben, bis an die Metzig, auf 53 haeusser. 1396. {Grosse Ueberschwemmung.) — Auf Jacobi war der Rhein vom regen im Oberland jählings also gross, wie es kein mensch nie er- hört: die ganze Stadt stand im wasser, es fielen viele stadtmauren ein, viele menschen und vieh ertranken; alle brücken und mühlen, auch vier dörfer fuhren hinweg. Die haeuser und klösier vor dci Stadt standen von 6, 8 bis 10 schuh tief im wasser; man fühlte alle mönche, nomien und anders volk in schiffen in die Stadt, bis das wasser fiel; man fuhr mit schiffen die voll brot waren, oft zwei auch drei meilen um die Stadt, half den armen leulen die schier hungers starben in den haeusern, die im wasser standen. Es verderbte die erndle, that unsäglichen grossen schaden. Nachdem es wieder gefallen, gab es einen bösen geschmack von leuten und vieh, die ertrunken waren und allenthalben lagen. Darauf folgte ein grosses sterben durch alle lande. Am Bartholomeo kam wiederum ein grosses wasser, that grossen scha- den, dem vorigen aber nicht gleich. 1397. {Zaehlung der Hausgenossen.) — Auf Matthaei Apostoli, als man wieder einen neuen landfrieden wollte machen, darein sich bischof ßech- tolf auch begeben, erfarle man die hausgenossen, die theil an der müntze hatten, und nicht in den rath gezogen wurden, weil sie nicht vollkommene burger waren : Ilüffel Rossheim Rolmann Riepelin Erhn Bei-kheim Zorn ßuezlin Schwarber Hor-Enderle Bäumlin Müllenheim Hielter Twinger Menselin Lenzlin Winterthur Lütten Kunloch Zum Riett Sümlien {sie) Nopen Manssen Böcklin Kürbissen Folschen Zabern Kolin Pfaffenlab Ropenheim*. 1. Dans le manuscrit de M. Jung cette liste est suivie d'uu tal)ieau synoptique des noms contenus dans les lisles précédentes des Hausgenossen , mais il nous semble appartenir plutôt au savant professeur qu'à Specklin. Nous ne le reproduisons donc pas ici. — 31 — 1398. {Grosse Ueberschwemmung.) — Um Jacobi waren der Rhein und die 111 also gross, dass es keinem menschen gedachte; that grossen schaden an mühlen und brücken; es erlranken viel 100 personen^ 1399. {Ein neuer Landfrieden im Elsass.) — Als der papst mit dem bann männiglich plagte, und viele des bannes halb, die sonst neid gegen- einander hatten, einander unter dem schein des bannes alles verheerten, da machten alle landslände im Elsass wieder einen neuen landfrieden, denn der alte aus war. Dazu begab sich bischof Bechtolf von Strassburg auch. Da kamen alle herren und städte zu Strassburg zusammen, und war dies der landfrieden^: 1400. {Brand von Erstein.) — Damals hatte man zu Erstein das feuer foi. 209 nicht recht versehen, da verbrannte das herrliche, fürstUche kloster, und ^^^^ auf 200 haeusser; nur allein die heillhumcapelle vor dem chor blieb ste- hen, wie noch'. Die nonnen hielten sich sehr übel, trugen kinder und hielten sich wie in einem gemeinen frauenhaus; die geistlichen, die solches wehren sollten, waren selbst schuldig daran, derhalben das herrliche und fürstliche kloster, welches auf 36 städte, flecken und dörfer besass, mit solchem unordent- lichen leben in grosse schulden kam. Nach dem brand wurden noch mehr verderbt, vieles wurde verkauft und versetzt; niemand wollte mehr sein kind darein thun; ein Iheil der nonnen wurde weltlich, ein theil begab 1. Cette notice nous moutre la façon de travaillei' de Specklin; c'est la donnée pri- mitive de la grande inondation de 1343, qu'il a développée plus haut, sans songer à supprimer cette note plus succincte. 2. «Die im Urtext folgende ürijunde ist nicht von Specklius Hand, sondern scheint erst in dem Archiv ausgeschrieben worden zu sein. Diese Urkunde ist abgedruckt in Wencker, de üsburgeris, p. 53, und in LtJNia's Reichs- Ar chiv , pars specialis, Gon- tin. l, Fortset/:. 11, p. 13. Sie ist datirt «den ersten zinstag vor dem schönen Nontag». Siehe PiLGRAM, Calendarium medii aevi. Viennae, 1781, 4°, p. 178. Der schöne Nontag ist der Auferstehungstag, von der Nona 'genannt die am Mittag gesungen wird, in der Stunde da Christus gen Himmel gestiegen sein soll; auch Kob- siGSHOVEN, Chronik, ed. Schilter, 155, 169, 301, hat diesen Ausdruck. Schertz leitet den Namen davon ab, weil es dies JVona est ante vigiliam Penfecostes, der neunte Tag vor der Pflngstvigilie. Diese fällt 1343 auf den 31. Mai, also ist der 22. Ascensio. Donuerstag; Dienstag = 20. Mai.» (Note de M. Jung.) Nous avons jugé inutile de réimprimer un document que Specklin n'a pas copié lui-même et qui manquait éga- lement au manuscrit de M. Jung. Fol. 202 3. Nach einer Bemerkung Speckel's hätte dieses sich 13i3 zugetragen. (Note de M. Jung.) sich in andere klöster. Zulelzl hat sich das hohe stift solches durch kauf unterzogen, dahei es noch ist. 1401. {Landgraf Ulrich stirbt.) — Den 16. oclobris starb landgraf Ulrich; er hijilerliess eine tochter, die hatte den grafen Ludwig von Oel- tingen zum mann, und sie behielt das land, so nochübrig war, zuhanden. Er wurde in Strassburg zu den Wilhelmern im chor begraben, wo sein begräbniss noch vorhanden ist. Auf dem grabslein oben herum steht : Anno Domini MCCCXLIIII, XVI Calendis Octobris 0 honorabilis Dominus Ulricus, Landgrauius Alsaliae. Orate pro eo. Auf dem rand steht : Meisler Wölvelin von Rufach, ein burger zu Strassburg, hat dies werk gemacht. Auf landgrafen Philipps stein : Anno Domini MGGGXXXII. III Gal. Julii 0 Phillippus Landgrauius Alsatiae, canon. Majoris Ecclesiae Argentinensis. 1402. {&raf Ludwig von Oettingen.) — Graf Ludwig der junge von Oellingen schrieb sich auch landgraf vom Elsass von wegen seiner multer, doch hat er hernach dem bischof Johann von Strassburg, dem von Lich- tenberg (das landgrafenlhum), und das riet dem von Fleckenstein ver- kauft, und verzieht auf den titel gethan, mit bewilligung könig Garls IV. Allein war noch landgraf Hans im leben, der letzte. Fol. 210 1403. {Bischof Bechtold schreibt eine Schatzimg aus.) — Damals als 1345 bischof Dechlolf viel vcrkricgel, viel verbauet, viel gekauft, viel abgelösst und an's bislhum gebracht, begehrte er ein colatten oder Schätzung von den geistlichen; denn er auf die armen unterthanen nichts auflegen wollte. Dawider legten sich die geistlichen und appellirten vor dem papste. Der bischof sagte, er begehre nicht wider brief und Siegel zu handeln, da er versprochen keine Schätzung aufzulegen; er begehrte allein des bisthums nutzen damit zu erhalten. Daraufgab man ihm zur antwort: er habe des bisthums nutzen geschafl, aber viel und gross gut auf krieg und anderes ohne nolh, verwendet. Sie hegehrten, dieweil sie ihm zuvor viel aus freiem willen gegeben, und er brief gegeben dass er keine Schätzung mehr auflegen wulle, müge er es dabei lüsseji. Der bischof gab es zu bedenken. Da wurden lierr lUidolf von Andlau, rilter und vitzthum, von des bischofs - .=^f>. - wegen, herr Johann von Lichtenberg von des capilels wegen, und herr Peter Schwarber von der Stadt wegen, dazu erbeten; diese erforderten noch drei unparteiische, und übergaben ihnen hierin güth'ch zu sprechen. Da sprachen zwei zu recht, dass die Stifter solches nicht schuldig waeren diese Schätzung zu geben nach laut der briefe und Siegel, so bischof Bech- tolf hievon über sich gegeben hatte. Da man dem bischof den spruch an- zeigte durch ermeldete herren, sagte er: sie hätten recht gesprochen; wenn man ihn selbst dazu genommen, hätte er bei seinem eide müssen sagen: sie wären es nicht schuldig. Aber er bedürfe jetzund solches, und bat sie wollten ihn nicht verlassen. Darüber Hess er selbst briefe und Siegel aufrichten, Dieweil er aber so gutwillig war, gaben sie ihm auch aus gutem willen, nämlich die drei stifte aus gemeinem säckel 1200 mark Silbers; der hohe Stift 600 mark, S. Thomas und Jung S. Peter jeder 300 mark. Dafür sagte er ihnen dank, mit hegehren, sie sollten ihn also oft bedenken ; es käme ihnen doch alles wie. 1er zum besten, und blieben die briefe in ihren kräften, einen weg wie den andern, denn er begehre nichts wider die briefe zu thun, sobald sie ihm helfen, wenn er es bedürfte. Dies jähr ward auch das chor zu den predigern ausgebaut und mit grossen ehren und andacht von bischof Bechtolf geweihet. 1404. {Herr Burkhard Twinger stirbt.) — Damals starb herr Burkhard Fol. 2il Twinger, der allererste arameister, nachdem er 13 jähre war ammeister "l^^ô gewesen. Er wurde mit grosser ehre in's münster vor den predigtstuhl gelegt; auf seinem grabstein steht mit messingenen buchstaben (auch das Schild) geschrieben : Anno Domini 1346. 17. cal. Junii obiit Burkhardus Twinger, magister scabinorum Civitatis Argentinensis. Dieser grabstein steht jetzund vor dem thürle bei der Steinbutte. Nach ihm ward erwählt herr Peter Schwarber, ein verständiger mann. 1405. {Koenig Karl von Boelimen zu Frankfurt ausgerufen.) — Da- mals gebot der papst, dass man könig Carl von Böhmen, weil Ludovicus noch lebte, wiewohl er den wolf am Schenkel hatte, in das reich und die regierung setzete. Die kurfürsten, weil sie könig Carl lang zuvor erwählt hatten, konnten nicht weiter, erforderten könig Carl gen Rense an den Rhein zukommen, auf den 19. julii. Da gelobten sie ihm gehorsam und Hessen ihn zu Frankfurt als römischen könig ausrufen. Aber könig Ludwig hatte die Strassen verlegt, worauf sie Carl gen Bonn führten, da wurde er von dem bischof von Göln gekrönt, den 25 november, seines alters 29 jähr. B. XIV. - (il.) 3 - ?A — Er halle Bianca, des grafen von Angiens lochter. Er zog hernach den Rliein wieder herauf. Der papsl heslätigle von stund an seine erwählung, und gehot allen lürslen und Städten am Rhein ihm zu gehorsamen und von Ludovicus abzustehen. Aber Carolus konnte zu keiner regierung kommen, so lange Ludwig lebte. Er zog mit seinem vater, könig Hansen, wiederum nach Böhmen. Dieser hatte grosse schmerzen an den äugen, war schon blind an dem einen auge; als er heim kam wurde er ganz blind. Er wollte gen Rom zur krönung ziehen, wie es der papst haben wollte, aber könig Ludwig liess ihm den weg übers gebirg verlegen. Fol. 212 1406. [Bas Frauenhaus neu gebaut.) — Damals brach man Unser Lj p7 trauen haus ab, das alt war, und nahm noch zwei haeuser im Flachsgässle dazu, damit es grösser würde, und wurde das schöne neue bild an's eck gesetzt, dass man siebet. Solches geschah als Heilmann von Nördlingen Schaffner war. 1407. {Koenig Ludivig stirbt.) — Damals zog herzog Lupold's willwe aus dem Elsass und übergab dem bischofBechtoIfvon Sirassburg alle ihre lande bis herzog Albrecht könig würde. Sie wollte nach Oesterreich ziehen und kam zu könig Ludwig gen München, ob sie ihm gleich feind war; sie soll dem könig einen trank aus ihrer flasche gebracht haben, die hatte zwei röhren; darauf er sich von slund an beklagte. Er ritt auf die jagd, und hoffte solches aus zu arbeiten, ist aber den H. october bei Fürsten- leid vom pierd gefallen, hat goll seinen geist befohlen, und ist zu München in Unserer frauen kirche, die er gebaut, herrlich begraben worden vor dem hohen allar, in erhabenem grab, wie noch zu sehen ist. Etliche wollen diese frau fürsprechen, ich aber glaub es wohl, denn sie ihrem herrn bruder, herzog Ollo, und seinen beiden jungen söhnen auch vergeben hat. Als herzog Albrechl kam, nahm er den von Stauffen im Breisgau viel land, zerbrach Münster, Scharfenstein und anderes, und nahm es zu seinen banden. 1408. {Günther von Schwarzburg zum Koenig gewaehlt.) — Da machte sich könig Carl aus Böhmen heraus an den Rheinstrom, da er vom papst und etlichen vor langem erwählt worden. Etliche wollten den von Engel- land, der wollte aber nicht annehmen; da wählten sie den markgrafen Friedrich vun .Mei.s.sen, der nahm 10000 mark silbers, und wich könig Carl. Von den andern kurfürsten wurde graf Günther von Schwarzenburg erwählt, der zog nach Frankfurt, wurde aber von einem arzl vergeben: als er solches befand, nahm er 22000 mark silbers und wich könig Carl, und starb bald, als er keine sechs wochon könig war. — 35 — 1409. {Grosse Erdbeben.) — Auf Pauli bekehrung sind nicht allein in Fol. 213 diesem lande, sondern allenthalben grosse erdbeben gewesen, dass viel ^^^^ Städte und Schlösser verfallen sind. 1410. {Koenig Karl haelt Hochzeit.) — Als könig Carl einmal zur ruhe gekommen, hielt er zu Würzburg hochzeit mit Anna, des pfalzgrafen am Rhein tochter, denn ihm vor einem jähr Bianca, sein vorig gemahl ge- storben war. Da brachte er vor, wie er die kröne zu Rom holen wollte : er rüstete sich und zog an den Rhein und liess sich von den Städten hul- digen. Da wurden ihm auch die königlichen kleinode eingehändigt, kröne, zepler, schwert, mantel, apfel, ein stück vom kreuz Christi, nagel, Speer, ein tischtuch so Christus zum abendmahl brauchte, das alles Garolus Magnus geordnet hatte. Er verglich sich mit den kurfürsten am Rhein, dass sie in der wähl nicht ihn allein, sondern auch seine kinder bedenken wollten; gab ihnen hiemit die zolle am Rhein, die zum reiche gehörten, nicht allein, sondern richtete auch neue auf, zog dann den Rhein hinauf, liess überall sich schwören ; bei ihm war der päpstliche legat. 1411. {Koenig Karl kommt nach Strassburg.) — Indessen brachte Markwart von Randeck, dompropst von Bamberg, seinem herrn dem bischof (Friedrich) von Bamberg, graf von Hohenlohe, briefe vom papst von Avinion, dass er alle die ihre sünden bekennen, und dem könig Lud- wig waren angehangen, absolviren sollte. Diese kamen mit dem könig gen Strassburg, wo er als ein könig mit allen fürsten und herren em- pfangen wurde. Man schenkte ihm und allen herren ganz statthch. Ueber etliche tage ward am Fronhof, auf der grätten, wo man bei der uhr ins münster geht, ein hoher königlicher stuhl aufgerichtet, alles mit gold und sammt überdeckt und ringsum behengten. Darauf sass könig Carl in einem güldenen stuhl mit edeln steinen, auf seinem haupt eine kröne, in seiner band ein schwert und goldener apfel. Zu dem bringen zwei bischöfe und etliche fürsten den bischof Bechtolf von Strassburg, in seinem ornat, mit inful und Stab. Der empfieng vom könig seine regalia, hernach kamen viele geistliche. Drauf trat des papstes legat, der bischof von Bamberg, herfür, und las in einem lateinischen brief vor, dass weil sie ihre sünde beken- neten, dass sie könig Ludwig dem ketzer angehangen waren, und gnade begehrten und verschwörten solches nicht mehr zu thun, sie absolvirt würden. Hernach stand der rath und alle bürger am Fronhof, und als sie alle da standen, da hub der legat an und verlass eine lange bulle, fast auf diese meinung : Nachdem viele abtrünnige dem k. Ludovicus von Bayern angehangen waren, wider den process, sentenz und bann papst Johan- — 30 — nis XXII, Benedicts XII, und Clementis des VI., der ein wissenhafter ketzor wider die kirche gewesen ist, indem er ohne befehl des apostolischen Stuhls sich einen kaiser genannt, so befehlen wir allen denen, die ihm anhangen, und sich wieder mit der kirche versöhnen, und solches ver- schwören, nachdem sie absolvirt, folgendes zu bekennen: 1) Dass sie hiefort dem päpstlichen apostolischen stuhl Ireu seyn wollten, und keinem kirchentrenncr beistehen, wie Ludwig gewesen ist. 2) Dass sie glauben, dass kein kaiser macht habe, obschon der papst gottloss wäre, einen papst zu entsetzen und einen andern zu wählen, son- dern ein verdammter ketzer sei. 3) Dass man keinen kaiser annehmen, noch ihm gehorsam leisten solle, er sei denn vom päpstlichen stuhl approbirt und bestätigt. A) Dass man Ludwigs wittwe, ihren söhnen und kindern keinen beistand thun solle, sie seyen denn mit dem heiligen stuhl und der kirche ver- glichen. 5) Dass sie Carolo dem römischen könige, von der kirche bestätigt und angenommen, gehorsamen sollen. C) Wer solches nicht alles glaubt, oder wiederum in solche ketzerei fällt, oder eines dieser stücke thut, der soll wieder in die pön des bannes gefallen seyn. 1412. {Absolution des Rathes von Strasshurg.) — Hierauf fragte der bischof den rath und die gemeinde, ob sie die absolution begehrten; der artikel halben, fragte er aber nicht viel, weil er zu Worms deshalb von den bürgern in schwere noth gekommen war. Darauf sagte herr Peter Schwarber im namen aller: ja! Hierauf lass der bischof, vor dem kaiser stehend, etliclie lateinische worte der absolution, im namen des papstes, man zündete etliche lichter an, er machte das kreuz über das volk, das heim lief, und war jedermann, der er vorher auch gewesen. Bischof Bechlolf sagte zu herrn Peter Schwarber: Herr Peter Schwarber, ilir habt mich hrjfen zwingen könig Ludwig dem ketzer zu huldigen, jetzt haltet ihr ihn selbst vor einen ketzer, da er todt ist. Herr Peter Schwarber üMtwurtclt; : Gnädiger herr bischof, ich habe nie den könig Ludwig vor einen ketzer gehalten. Der bischof sagte: Habt ihr doch ja! gesagt vor dem könig und dem bischof von Bamberg, wie auch die andern herren mehr. Herr Peter sagte: Der bischof von Bamberg hat gefragt, ob sie die absolution begehrten? Da habe ich in aller namen ja! gesagt; hätte er gefragt, ob sie die artikel halfen und glauben wollten? wollte ich wohl eine andere anlwort gegeben haben. — 37 - 1413. {Koenig Karl zieht nach Basel.) — Im anfang des novembers Fol. ?14 fuhr könig Karl mit vielen fürsten und herren das land hinauf, h'css alle Städte ihm huldigeu und kam gen Basel. Der bischof von Bamberg, päpst- licher legat, richtete nichts aus zu Basel, weil sie den könig Ludwig für keinen ketzer halten wollten, und gehalten hätten. Deshalben wurden sie absolvirt über alle bekenntniss. Der könig blieb zu Basel. 1414. {Auflauf zu Basel.) — An S. Stephanstag als sich des konigs gesind mit weibern und anderen zu Basel nicht wohl hielt, und der könig einen auflauf besorgte, halfen ihm die von Basel heimlich in ein schiff; er fuhr den tag noch bis gen Burgheim am Rhein, blieb da, zog dann auf Ober-Ehnheim zu. Sein volk ist mit grosser gefahr ihm durch das Elsass nach. Da sind viele Städte wieder abgefallen; Breisach fiel auch wieder vom haus Oesterreich, samt andern; aber der könig wollte sie nicht an- nehmen. Also ergaben sie sich wieder an Oesterreich. Der könig kam gen Molsheim, zum bischof Bechtolf; darnach nachHagenau, Weissenburg und Speyer. 1415. {Thurm von S. Thomae gebaut.) — Dieses jähr wurde auch der grosse thurm über dem chor zu S. Thomae gebaut, mit dem gewölb, Um- gang und Schnecken. 1416. (Bîirg Frundsberg zersloert.) — Im anfang des augusl sind etliche schwäbische kaufleute im frieden, oben im Elsass, von der bürg Frundsberg beraubt worden. Da wurde der bund gemahnt, und die von Strassburg und Basel zogen vor Frundsberg, gewannen und verbrannten es, die gefangenen wurden los. 1417. (Zollstreitigkeiten am Rhein.) — Nach dem neuen jahi', als Fol. 215 die von Strassburg und andere den Rhein hinab wollten fahren, wollte 1349 man sie nicht passiren lassen, sie erlegten denn die neuen zolle neben den alten, die könig Karl gegeben hatte. Des beschwerte sich eine Stadt Strassburg, schickte zu allen kurfürsten am Rhein, mit bitte sie bei den alten zollen bleiben zu lassen , in ansehung dieweil keine Stadt am Rhein ihnen mehr nützlich wäre, denn sie; zeigten hiemit ihre alten freiheiten von kaisern und königen an. Man gab ihnen für antwort: man wolle die neuen zolle neben den alten haben, und gebe ihnen deswegen kein gut • wort, es müsse seyn. Als die gesandten unverrichtet heim kamen, be- schloss man den rath kurz, nahm alle passe ein, die auf ihrem grund und boden sind, und überschlug den Rhein mit zwei reihen eichenen pfählen und zog grosse doppelte ketten dadurch; dass niemand mehr den Rhein auf und abfahren konnte. Daraus entstand am Rheinstrom grosser mangel — 38 — an wein und frucht, und brachle eine iheurung am ganzen Rhein; hie oben machte es eine wolfle und man Hess es also stehen. 1418. {Erdbeben. — Sterben.) — Im vorigen jähre waren viele erd- beben; imi den herbst erhob sich ein solches grosses sterben in aller weit, das nicht zu sagen ist. In Asia und Afrika starben viele Städte aus; doch war es in Deutschland nicht also stark als in andern landen. Dennoch star- ben zu Sirassburch auf 16000 personen, in Basel auf 14000, und war doch nichts gegen andern orten zu rechnen. Am ufer des meers fand man nicht allein viele leute todt, sondern es kamen auch schiffe mit gütern, da niemand drin war dann ein, zwei oder drei todte; die anderen hatte man hinausgeworfen; man hielt es für eine strafe gottes. 1419. {Sterben in Strassbiirg.) — Es waren viele kirchen in Strassburg und war der brauch, dass wenn eines starb, so trug man's in die kiiche, und hielt seelmesse über den todten. Oft kamen 10, 20 zusammen, also dass man nicht messen genug haben konnte; da wurde verordnet dass man keinen todten mehr über nacht im hause durfte behalten, sondern musste ihn noch denselbigen tag begraben, und sollte man die seelmessen, vigiliae, leibfälle, alles lassen anstehn, bis nach dem sterbent, da sollte jeder ihun was er wollte. Da es am meisten starb zu Strassburg, das waren 1712 personen in einer woche, fast alle an der pestilenz. Man konnte schier niemand mehr begraben, darum nahm man vor dem thor am Spital einen garten, machte etliche grosse gruben, darein man sie begrub. Die wurde hernach die Spitalgrube genannt. Es war auch der brauch, wann einer starb, dass ihn seine freunde selbst zu grab trugen, das konnte aber damals nicht geschehen, denn oft keine leute so gesund waren, dass sie die anderen begruben; viele waren geflohen, so dass oft mancher von adel von bauern und armen begraben wurde, oft auch zusammen in ein loch geworfen, und kirchen und kirchhöfe ganz voll lagen. 1420. {Wallfahrten und Opfer. — Verdacht auf die Juden) — In solchei trauriger zeit rief man golt wenig an; jedermann lief zu den hei- ligen wallfahrten, und setzte man Unser frauen neue gesänge und neue namen auf; S. Sebastian, S. Rochus und andern heiligen wurden grosse opfer gebracht, viele messen gestiftet, das heilthum und das Weihwasser wurden an alle enden getragen. Da alles nicht helfen wollte, gieng ein geschrei aus, dass niemand anders an dem sterben! schuld habe dann die Juden. Da fiel auf diese alle Ungunst, und in aller well fiel man auf sie, sie zu verbrennen. Die Juden hatten bei niemand schütz, allein zu Avinion beim papst. — 39 - 1421. {Verfolguvrj der Juden) — Zu Bern, Zofingen und an andern orten däumelte man die Juden also hart, dass sie bekannten etlichen Christen geld gegeben zu haben, dass sie die brunnen vergifteten, und soll man daselbst, und sonst nirgends, das gift in säcklein gefunden haben. Es wurden etliche Christen gefunden, die solches gethan haben sollten, und die aussagten, wie die Juden ihnen geld gegeben, und etliche worte über sie gesprochen haben, davon sie in solche unsinnigkeit gekommen seyen, dass sie gern alle Christen umgebracht. Solches schrieben die von Bern und andere mehr gen Strassburg, Basel und alle slädte am Rhein und anderswo. Da gieng es an allen orten an ein verbrennen und todt- schlagen der Juden, als wenn man es geboten hätte. Zu Strassburg ver- schloss man alle brunnen, that die eimer herab, gebrauchte nur das fliessende wasser; das that man darnach fast im ganzen lande. 1422. {Anklagen zu Strassburg.) — Da erhub sich zu Strassburg, Fol. 216 Basel, Freiburg ein auflauf von den burgern wider die obern, dass sie auch ihre Juden verbrennen sollten wie die Schweizer. Die burger zu Basel zwangen ihre herren, dass sie schwören mussten die Juden zu ver- brennen und in 200 jähren keine mehr aufnehmen; welches geschah. Die burger zu Strassburg wollten kurzum ihre Juden todt haben, wie anderswo auch ; da ward ein tag gemahnt gen Benfelden, dahin kamen alle städt, Strassburg, Basel, Freiburg, und alle im lande, auch derbischof von Strassburg, herr Bechtolf. Da war im rathe beschlossen, dass man die Juden allé verbrennen sollte. Das wollten die von Strassburg nicht bewil- ligen, insonders sprach herr Peter Schwarber: dieweil bei ihren Juden keine bosheit gefunden wäre, da man die brunnen untersucht, auch viele zeugen darüber gehört worden, dünke sie unrecht ohne schuld einen menschen zu tödten, er wäre wer er wollte. Zudem hätte man kürzlich eine grosse summe geld von ihnen genommen, und sie ihrer leib, habe und guter versichert, und darüber ihnen kräftige briefe und siegel gege- ben; sie wüssten von keinem gift in den brunnen; aber das wäre der Juden gift, dass sie reich sind, und die burger und handwerker ihnen viel schuldig, das wollten sie gern mit ihrem tod bezahlen. Sie aber drängen darauf, dass man das ihnen zugesagte halten sollte, ob sie schon Juden wären, so gebüre Christen nicht eidbrüchig zu werden. 1423. ( Verbrennung der Juden im Elsass.) — Darüber wurden sie verspottet, und man fragte sie: warum sie denn die brunnen verschlossen hätten? Darauf erkannte der bischof und die andern, dass man die Juden in allen Städten und landen verbrennen sollte. Da wurden in allen Städten - 40 — viele verbrannl; viele entliefen; ein Iheil Juden verbrannte sich selbst, mit haus und hof, weib und kind, hab und gut, damit niemand reich würde. Auch wurden viele von den baucrn erschlagen, die ihnen schuldig waren. 1424. {Fremde Gesandte in Slrassbiirg.) — Da dicbürger von Slrass- bur'y, die den Juden viel schuldig waren, ihre Juden wollten kurzum auch lodl haben, da verwehrte man die Judengasse an allen enden und ordnete gewapnete leule dazu, bis man ralhschlüge, was mit ihnen zu Ihun wäre. Da kamen viele gesandten von Städten, auch vom bischof, die auf tödtung der Juden drangen. Dem widersetzten sich die drei voinehmsten im ralh, herr Gosse Sturm, rittcr, herr Conlz von Winterlhur, die meister, und insonders herr Peter Schwarber, der ammeisler. Der sagte, man habe gross geld von den Juden genommen vor der zeit, und sie ihres leibes und gutes gesichert und briefe und siegel gegeben, das sollte man hallen und warten bis man Ursachen wider sie beibrächte. Wollte man aber dass man dem bischof und den Städten hierin folge, so sollten die gesandten auch versprechen, auch ihnen in billigen Sachen zu folgen. Das wollten die gesandten aber nicht bewilligen. Fol. 217 1425. {Aufstand der Handwerke.) — Da die band werker hörten, dass die drei herren nicht in der Juden tod einwilligen wollten, sagten sie, sie hätten grosse gaben und geschenke von den Juden genommen, dass sie ihnen also wider männiglich beiständen, und machten viel unruhe. Auf montag vor S. Veltens tag, nach dem imbiss, begehrten etliche handwerker auf der Pfalz von herr Peter Schwarber zu wissen, was ihm die Juden gegeben hätten? Auf solche schmach wollte herr Peter Schwarber diese leute auf der Pfalz behalten, aber einer kam darvon und schrie; man solle sich bewaffnen. Da bewaffneten sich die handwerker und zogen vor das münster mit ihren bannern. Denen entgegen waffneten sich die edeln. Als dies die meisler erfuhren, kamen sie auch vor das münster, und baten die handwerker, sie sollten zufrieden seyn und heim gehen; morgen sollten sie auf die Pfalz kommen, da sollte ihrem begehren ein genügen geschehn. Daraufzogen die handwerker heim; indessen die metzger blie- ben und wollten nicht weichen. Zu ihnen traten die gerber mit ihrem banncr. Da dies die andern handwerker erfuhren, kamen sie wieder. Die metzger sagten den meislern : sie wären zu mächtig, man müsse ihnen ihre gewall nehmen und mindern. Sie wollen sie nicht mehr zu meistern haben, und fernerhin vier meister haben, deren jeder ein Vierteljahr meisler wäre, und einen ammeisler für das ganze jähr, der richten sollte wie zuvor. -_ 41 — Da dies die meister hörten, nahmen sie die obersten von den hand- werkern, und giengen zu S. Georgen capelle und baten sie, dass sie mit. den handwerkern redeten, sie möchten heimziehen bis morgen. Aber man konnte nichts von ihnen erhallen. Da zogen die meister davon. Nach der vesper nahmen die handwerker von jedem handwerk zwei männcr, und von den edeln und burgern die obersten, und giengen in den Gürtlerhof vor dem münster und beschlossen einen kurzen rath. Und giengen auf die trinkstuben hinler dem münster, und riefen den Sturm und den von Winterlhur herab. Da sie da standen, hob Klaus Läpp an, und fragte die handwerker, ob es ihr wille wäre, dass er reden sollte? Da sagten sie: ja! Da sprach er zu den meistern: Nun fordere ich von euch, von wegen der handwerker, dass ihr sie ihrer eide ledig schlaget, mit denen sie euch zugelhan sind, und euer meisterschaft aufgebet und davon abtretet. Daraufgaben sie ganz bescheiden zur antwort: Sie hätten die mühe nur gern gehabt den burgern und handwerkern zu gute, mit allem fleiss für sie und die Stadt das beste gelhan; wenn sie gewüsst, dass man sie nicht gern zu meistern gehabt, wollten sie gern abgetreten seyn, sie er- bölen sich nun daneben alles guten. Da waren die handwerker mit ihnen wohl zufrieden. Herr Sturm sagte weiter : Ich habe das grosse insiegel nicht bei mir, will aber darnach schicken, und wir wollen derweilen zum herrn ammei- ster gehen, denn was einer thul, soll der andere auch mitthun. Da sie vor seinen hof kamen, riefen sie herrn Peter Schwarber heraus. Nun forderte Klauss Läpp wie zuvor, dass er die handwerker von ihrem eide den sie ihm geleistet, heimlich und öffentlich entschlüge; denn es gieng viel redens, dass er viele handwerker heimlich genöthigt habe, dass sie ihm schwören musslen; dazu sollte er das amt hiemit aufsagen. [Er wollte wissen weshalben , und was er gelhan habe. Da sprach Gross Hans Marx : Ihr beriefet die handwerker heimlich, und widerriefet was auf der Pfalz im rath beschlossen worden. Das wollte er verantworten. Da sprach aber Gosse Sturm : Hieher gehört keine antwort. Wir zwei haben das amt auf- gegeben, das sollt ihr auch Ihun. Da hiess der ammeisler die briefe herabbringen, die er über die sladl halte, und gaben sie ihnen, wie auch die Schlüssel zu den porten und glocken. 1426. {Einsetzung eines neuen Rathes.) — Da sie nun die drei meister Fol. 2I8 entsetzt halten, blieben sie die ganze nacht in ihrer rüslung vor dem münster wachend. Indessen Ihat sich herr Peter Schwarber hinweg, denn — 42 - es liefen viele vor sein haus; hätten sie ihn gefunden, es wäre ihm nicht wohl gegangen, weil er verhassl war beim adel und allen burgern; dies mussten die andern zwei guten meisler entgelten. Das geschali am montag. Am zinstag setzte man einen ganz neuen rath und vier Stallmeister : herr Klaus von Bulacli, litlcr, herr Gross Engelbrecht, herr Johann zum Tliürlin, herr Klein Fritzsch von Heiligenstein, die sollten jeder ein Vier- teljahr Stallmeister seyn, und einen amm eisler, meister Hans Bechlold (sie), der melzger, der sollte ein jähr lang richten. Da der rahl gesetzt war, hiess man die handwerker von dem münsler heimziehen. Das war der erste ammeister von den handwerkern. (Hierzwischen gehört der neue rath, der aber fehlt'.) Am mithvoch schwur der neue rath und auch die handwerker. Am (lonnerslag schwuren die handwerker dem neuen rath. 1427. (Verurlheihmg Peter Schivarber's.) — Am freitag verurtheilt man den allen ammeister, herrn Peter Schwarber, über leib und gut, und theille mit seinen kindern ab, als wenn er lodt wäre. Da wurden dem rath zugetheill 3400 gülden, das iheilte man den herren im rath zu; doch gaben ihrer viele dem herrn Peter Schwarber wieder ihren anlheil, etliche seinen kindern. Er ward verurtheilt sein leben lang vier meilen weit nicht an die sladt zu kommen. Da zog er gen Benfeld, wo er blieb bis an seinen lod. Die herren auf dem land halten ihn sehr lieb, denn er sonst ein ver- ständiger mann war, und wurde sehr viel rath bei ihm gesucht. Die andern zwei nieislcr, Sturm und der von VVinterthur, die sollten in zehn jähren nicht in den rath gesetzt werden; doch blieben sie bei der Stadt, und man brauchte sie in vielen heimlichen und wichtigen Sachen. 1428. {Judenbrand.) — An diesem freitag, als man die meisler ver- urlheille, nahm man auch die Juden gefangen, und führte die vornehmsten aus ihrer gasse an den sladen in ein haus. Auf ihrem kirchhof, das mau jetzt das grüne Bruch heisst, wurde ein grosses gerüst von holz gemacht und mit iiulz und steinen unterlegt. Am samstag, ihrem sabbath, S. Vel- lenslag, führte man die Juden, auch die welche am sladen gefangen lagen, zum feuer. Viele Hessen sich jetzt laufen, die andern blieben standhaft, viele zeigten auch an, dass wenn sie etwas gutes von der Christen lehre hätten gesehen, hätten sie sich auch taufen lassen. Man zog sie alle nackt aus, denn sie vielgeld, edelsleine, und grossen schätz in die kleider ge- nähet halten, damit es mit ihnen verbrennen sollte. Also wurden auf ein- 1. Note de M. Juug. — m - mal 1800 Juden verbrannt'. Etliche liefen aus barmherzigkeil ins feuer und nahmen den mültern die jungen kinder von den brüsten und aus den bänden, und Hessen sie taufen. Die zahl dieser kinder war an 500. Etliche entliefen, davon wurden viele erschlagen; die andern bestanden willig den tod im feuer. Die asche schüttete man ins wasser; etliches blieb liegen. 1884 Juden, weiher und männcr, wurden verbraunt und auf 900 kinder. Schöne Jungfrauen und frauen, und die sich taufen Hessen kamen davon. Es war ein jämmerlicher spectakel ; Gott verzeihe ihnen allen ! Darauf ward erkannt, dass in hundert jähren keine Juden sollten nach Strassburg kommen. 1429. {Verlheilung der Habe der Venirlheilten.) — Von stund an, als die Juden verbrannt waren, gab man den burgern und Handwerkern ihre Schuldzettel und andere pfänder frei und ledig; es war dies eine grosse summe. Der rath nahm das übrige alles, was sie hinterlassen, und theilte es unter sich, und jedem wurde ein grosses gut. Dies war das gift, welches die Juden ums leben gebracht. Etliche wollten solches gut nicht, gabens an Unser frauen werk, etliche um gottes willen, nachdem jeden die an- dacht traf. — (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 759—764.) 1430. {Loos der Juden im übrigen Elsass.) — Der bischof und andere handelten ebenso , und behielten der Juden gut alles. Also kam das gift aus den brunnen ! Dies war eine unmüssige woche, da so viel ungerechtes in sechs lagen in einer stadl sich zutrug. Herzog Albrecht von Oesterreich hat alle Juden zu Ensisheim und in seinem land behalten, wie auch der bischof von Maynz, nur sollten sie sich taufen lassen; als man die sachen nachher erfuhr, wurden sie auch verbrannt. 1431. {Die grosse Geisseifahrt.) — Nachdem die Juden verbrannt waren, da kam die grosse geiselfahrt nach Strassburg, doch waren anfangs ihrer nicht über 200; sie nahmen aber in Strassburg sehr zu. Und wer ihre buss vollbringen wollte, der musste 34 tage dabei bleiben und 11 Schillinge 4 pfennige haben, das war alle tage 4 pfennige, damit sie niemand beschwerten. Sie durften keine Herberge heischen, ausser wenn man sie einlud; sie durften auch mit keinen frauen reden; wer solches brach, der legte sich vor den meister zur busse, und dieser schlug ihn mit der geisel auf den rücken, und sagte zu ihm : Stehe auf zur reinen Maria (sie) ehre; 1. « 1 800 Judeu ist gestricheu. » Hotc de M. Juag. — M - Und hüte dich vor siinden mehr! Sie sagten, sie hätten die freiheil, dass sie auch pfafTcn aufnehmen könnten, aber nicht in ihren geheimen ralh, damit man ihr schelmenwerk nicht merkte. Fol. :in Als sie kamen, trug man ein kreuz voran, und giengen 10 mann an zw.i enden; aber zehen hatten köstliche decken von sammel und kerzen in bänden; die trug man ihnen voran; darnach ein Jahnen, dann giengen ali\v«fgcn 5 und 5 nacli; sie hatten alle mäntel an und rolhe kreuze daran, und aucii aul den bütlein; und man läutete wo sie hin kamen mit allen glocken, ihnen entgegen, und sangen zwei voran, und die andern alle nach ihnen. 1432. {Der Geissler Gesang.) -^ Und war das ihr lied und gesang: Und ist hie die betefahrt. Da Christ gen Jerusalem kahrt. Er lührt ein kreuz in seiner band; Nun hilf uns der lieiland! Nun ist die belefabrt also gut. Hilf uns, herr, durch dein blut, Das du am kreuz hast vergossen. Und uns im elend gelosscn. Nun ist die strass also bereit, Die uns zu Unser frauen treit, In Unser lieben frauen land ; Und helfe uns der heiland! Wir wollen die buss an uns nehmen, Dass wir Gott desto bass ziemen, Fort in unsers vatcrs reich. Des bitten wir dich alle gleich, So bitten wir den heiligen Christ, Der aller weit genädig ist. Sobald sie in die kirche kamen, knieten sie nieder; dann sang ihr obfislcr : Jesus ward grlabl mit gallen, Dass sollen wii- an ein kreuz fallen. Alsdann fielen sie kreutzweise auf die erden, als wenn sie der schelm geschlagen hätte. Wenn sie eine weile so lagen, sang ihr oberster wieder: Nun hebet auf eure bände, Dass Gott das grosse sterben wende. — 45 - 1433. {Die Getssler auf der Melzrjerau.) — All(3 tago geissellen sie sich zweimal, am morgen und ^Q^an abend; da giengensieaufdie Metzgeraue vor das Ihor; man läutete mit allen glocken, und es lief ein grosses volk hinaus. Die weinten und gehuben sich übler als die geissler selbst. Sic giengen allwcgen zwei und zwei, wie in der ersten prozession und sangen allerhand seltsame lieder, die sie dichteten. Wann sie hinaus kamen, zogen sie sich aus; sie hatten Unterkleider an, und legten weisse kittel an. Sie waren oben nackt. Üa legten sie sich neben einander in einen grossen ring, und zeigte ein jeder, welche Sün- den er gelhan: der ein mörder war, schlug mit der faust auf den boden; der ein dieb war, thal die bände auf und zu; der ein ebebrecher war, legte sich auf den bauch; der meineidig war, hub drei finger auf; etliche sperrten das maul, die gern frassen und sollen; in summa, was einer gelhan, das zeigte er an; dann schritt ihr oberster über einen nach dem andern, und rührte ihn mit der geissei an, und sprach zu jedem : Stand auf durch der reinen martel ehr Und hüte dich vor sünden mehr! Darauf giengen sie heim und geisselten sich dass sie bluteten, denn in den geissein Stacken knöpfen und nadeln; und sangen seltsame lieder; sie gaben vor dass grosse zeichen geschähen, wenn sie sich geisselten. Ein- mal trugen sie ein todtes kind um den ring, und wollten es wieder lebendig machen; aber es geschah nicht. 1434. {Ein Brief vom Himmel.) — Zuletzt lass einer einen brief, den, Fol. 220 wie sie sagten, ein engel von dem himmel gebracht. Darin stand geschrie- ben, wie gott über die weit erzürnt gewesen, und sie habe wollen unter- gehen lassen; da sei ei' aber von seiner mutter und den engein erbeten worden, dass er sich der armen weit erbarmen möchte. Da weinte das volk sehr, wenn es den brief ansah. Darauf zogen sie mit ihren kreuz und fahnen wieder in prozession in die sladt; man lud zu gast, die reichen bürger jeder 8 oder 10, und sie halten zu essen genug. Das verdross die priester und pfaffen, dass man auf die geissler mehr denn auf sie hielt; sie frugen die geissler, wer ihren brief besiegelt hätte! Diese gaben zur antworl: wer die evangelien besiegelt hätte? Da kamen in Strassburg noch auf 1000 geissler zu ihnen, und war das ganze land voll. Darnach hüben die weiber auch eine geisselfahrt an; zu- letzt die knaben, mädchen und kinder; und es kamen jede woche neue. Als man aber dawider predigte, dass der briet falsch sei, und es schier ein halbes jähr gedauert, wa^-d man ihrer müde, und läutete ihnen n^cht — 46 - mehr mil glocken entgegen und lud sie nicht mehr zu gast. Auch verboten der papst und der kaiser solches, da sie mit lug und trug umgiengen. Als man nichts mehr auf sie halten wollte, kamen sie mit spott wieder heim. Man gebot im bisthum, dass wer sich geissein wollte, dieses heimlich in seinem haus thun sollte. Also zergieng die geisselfahrl in einem halben jähr, ob sie gleich gesagt, sie solle 33 '/a j^'n' währen, so lang nämlich Christus auf erden gewesen. Also nahm das geissein ein ende, das auch der henker hätte verrichten können. (Gfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 764-768.) ISjO 1435. {Bischof Johann und Tnuler.) — Es waren aber Litulphus, prior der neuen Karlhause, Thomas, augustiner-general und Johannes Taulerus, prediger-ordens, noch im gemeinen bann. Denn der papst hatte dem bischof Johann von Strassburg geboten, ihre bûcher zu verbrennen, und sollten weder die geisUichen noch die layen solche büclier unter strafe des bannes nicht lesen. Der bischof liess die bûcher aufheben, sie selbst aber sollten weichen. Da hielten sie sich in der neuen Karlhause heimlich auf, und schrieben noch mehr, nachdem sie es vorher unterlassen halten. Als sie der könig und dci' bischof vorforderten, und ihr bekenntniss lasen, wurden sie schier selbst ihrer meinung. Deshalben der könig, und alle bischöfe nichts gegen sie unternehmen durften; nur gebot man ihnen wider die christliche kirche und den bann nichts freventliches zu ihun. Insonders wurden ihnen zwei artickel, die aus ihren scliriften gezogen waren, verboten und als ketzerisch erkannt. 1436. {Die Artikel aus Tauler s Schriften) — Der erste war (nachdem männiglich im slerbent, noch im grossen bann war, wegen des königs Ludwig, arm und reich, jung und alt, frau und mann, schuldig und un- schuldige dass sie an alle priesler geschrieben, wenn sie zu kranken und sterbenden kämen, dass sie dieselben trösten sollten auf das bitlere leiden und steiben Jesu Christi, welcher für ihre und der ganzen well sûndc, gegen gott ein genügen gelhan habe, den himmel geöffnet habe, und uns alle vor gott vertrete; der papst könne aber vor armen sündern, die un- schuldig im bann sind, den himmel nicht zuschliessen; wer deswegen die absolution seiner Sünden und das heilige sacrament begehre, dem sollten sie solches reichen und ihn trösten. Es wäre mehr auf Christi und der apostel wort zu gehii, demi aiif iWn bann, welcher allein aus neid und weltlichem ehrgeiz gesprochen werde. Sie brachten es auch dahin, dass die Icute Iröhlich starben und den haini nicht hoch mehr fürchteten, da sonst viele lausende zuvor ohne beichte, in grosser Verzweiflung gestorben sind. — Al — Zum andern hätten sie eine gemeine schrift, nicht unter dem gemeinen mann, sondern unter den geistlichen und unter gelehrten välern* lassen ausgehen, dass zweierlei Schwerter wären, ein geistliches, welches wäre golles Wort, das andere die wellliche obrigkeil, und hätte keines mit dem andern zu ihun; dieweil sie alle beide von goll wären, könnten sie nicht unter einander seyn, sondern das geistliche versieht sein amt und gottes wort und vertheidigl die obrigkeit. Die obrigkeit hingegen veriheidigt gottes régiment und die frommen, und strafet die bösen. Dieweil nun die frommen, welche gottes wort predigen sollen, von weltlicher gewalt nach gottes Ordnung vor den bösen beschirmt werden, warum sollte denn die obrigkeit von ihren geistlichen verdammt werden? Denn also würde gott sein werk selbst verdammen. Wo aber ein weltlich haupt sündigt, gebührt dem geistlichen den sünder auf den rechten weg zu weisen, mit grosser demul, und gott tag und nacht mit zähren anliegen, dass der sünder wieder von seinem weg umkehre, zur wahren bekennlniss seiner Sünden komme, da gott nicht den tod des sündcrs begehre, sondern dass er sich bekehre und lebe. Dass aber Christus, die apostel und die kirche befehlen, wenn sich der sünder nicht will von seinem bösen woge, nach vielem ermahnen bekehren, ihn in den bann einzuschliessen, bis er sich bekehrt und bessert; dann aber soll man ihn auch zu gnaden wieder aufnehmen. Noch viel weniger gebühre einem christlichen hirten, wenn einer des bannes schuldig ge- worden, dass man unschuldige, arme leute, die den schuldigen nicht kennen, noch je gesehen haben, ja ganze länder, Städte, dörfer, alles ohne unterschied, verbanne und verdamme, welches weder von Christo, noch von den heil, aposteln und concilien befohlen, sondern aus eigenem ange- masslem gewalt geschieht. Derhalben gehöre dem papst zu, die sünder auf den rechten weg der Seligkeit zu weisen. Dass aber alle die vor dem papst müssten kelzer seyn, die ihm die fusse nicht wollten küssen, oder dass solches ein artikel desglaubens sey ; und der ein abtrünniger von der kirche wäre, welcher durch ordentliche wähl der kurfürsten sich könig oder kaiser nennt, und sein amt versieht, dass auch alle die welche jenen als einer von gott verordneten obrigkeit gehorsam leisten, wider die kirche sündigen und ketzer seyen, könnte mit göttlicher geschrift nicht beigebracht werden. Obrigkeit ist ein stand von gott, dem man in weltlichen sachen soll ge- horsamen, auch die geistUchen, es sei wer es wolle. Der kaiser ist die höchste obrigkeit, darum ist man ihm gehorsam schuldig; regiert er nicht recht, so muss er gott rechenschafl darum geben, und nicht die armen — 48 — unterlhanen, so wenig als goll von den armen unschuldigen unlerlhanen für ihre böse obrigkeit wird rechenschaft fordern, also wenig kann man arme unschuldige unlerlhanen von wegen ihrer obrigkeit weder bannen noch verdammen. Derhalben alle die den wahren christlichen glauben hallen, und allein an der person des papsles sündigen, sind keine ketzer, sondern der wäre ein ketzer, der nach vielem ermahnen hallslarrig wider gottes wort handelt, und sich nicht bessern will; denn kein mörder, dieb, Schelm, eheb recher, die mit grosser reue und busse durch Christum ver- Zf'iliung begehren und sich bessern, können aus der kirche geworfen werden. Daraus ist zu schliessen, dass die in unrechtem und unschuldigem bann sind, vor goll nicht verdammt sind, denn ihre vermaledeiung kehrt sich zur benedeiung; ihren bann und Unterdrückung wird goll erhöhen. Der- halben sich Christus nie wider die weltliche obrigkeit gelegt; denn er sprach: «Mein reich ist nicht von dieser well.» Er hat der obrigkeit ge- horsaniet, ob er schon gottes söhn war, und befohlen, dass man golt geben soll, was golt gehört, und dem kaiser was dem kaiser gehört. Un- sere Seele gehört golt, der leib und gut dem kaiser. 1437. (Verbot dieser Lehren.) — Daraufgebot könig Karl, der bischof Johann und die commissarien des papstes, dass sie sich solcher geschriften mässiglen, und bei dem bann sollten unterdrücken, und mit offenem schreiben widerrufen; aber sie fuhren fort, machtens noch besser, wie ihre Schriften noch vorhanden sind, üiemit war alles verrichtet, und zog jeder wieder heim. 1350 1438. (Wahl eines Ammeisters.) — Da ward dieses jähr zum ammeisler gewählt herr Hans Geier. Fol. u\ 1439. Streit des Grafen von Hahshurg mit Zürich) — Damals halte grnf Hans von lliihsbuig, wuhnhaft aul llappeiswyl, alte spenne mit denen von Zürich. Der graf und der von Toggenburg hatten einen anschlag ge- inachl auf S. Mallhis die sladl zu überfallen. Es waren viele dabei; aber in der nacht wurdt: solches vcrkundschaflet; der von Toggenburg ertrank, graf Hans wurde gefangen und viele erschlagen. Darauf zogen die von Zürich vor Uapperswyl, gewannen stadl und schloss, und verbrannten sie; den grafen hielten sie in schwerer gefängniss. Da aber die Waldner zu Sulz bürger zu Sirassburg waren, auch bischof Bechlolf und die habs- burgischen lehenleuten aulgerufen wurden, den grafen Hans frei zu machen, und \'u^^t Zürcher licngen und schädiglen, traten die von Zürich au^. dem huiid deii sie mil Strassburg, Basel und andern halten, und — 49 — machten ein bündniss mit andern orten in der Schweiz, als Luzern, Uri, Schwytz, Unlerwalden; den nannten sie den ewigen bund. Darauf machten herr Albrecht von Oesterreich, der bischof und die sladl Sirassburg, Basel, Solothurn, Colmar, Mühlhausen, Schlettstadt, Freiburg, Breisach, und andere mehr, auch einen neuen bund. 1440. ißtrassburger Wallfahrer von Zürich gefangen.) — Indessen gieng eine grosse wallfahrt gen Einsiedeln zu Unserer frauen, zu ihrem opfer. Dahin kamen viele frauen, und als sie pilgersweise wieder heim wollten, wurden viele zu Zürich aufgehalten, darunter man die vornehm- sten herausnahm, die wohlhabend waren, die andern Hess man ziehen. Doch wurden nur von zwei orten pilger aufgehalten, nämlich 70 von Strassburg und 100 von Basel; an diesen wollten sie allen schaden er- hohlen, und schätzeten sie sehr hoch, forderte auch in verlragsweise unmögliche dinge. Als sich ihrer hilfe niemand annahm, bevor man hörte, was sie mit ihnen anfangen wollten, Hessen die von Zürich alle gefangenen loss. Doch musslen sie schwören, der anforderung ein genügen zu thun, oder sich wieder einzustellen, und auf bürgen heimgelassen, sich eines tages vergleichen. 1441. {Frauenbrüder Kloster und Kirche gebaut.) — Damals Iiuben Unserer frauen brüder, die Carmeliter, ihr kloster und kirche bei der Spitalgrube zu bauen. Sie hatten sich derweilen mit ihrem kirchlein im Bunten gässlein beholfen. Man gab ihnen viel. Unserer frauen wegen, und gieng der bau tapfer von statt, mit grosser hilfe; denn sie den slerbenl und auch den judenbrand wohl genossen hatten, und ihnen viel war ge- geben worden. 1442. {Ammeisterwahl. — Rheinfahrt ivieder eröffnet.) — Dies jähr 1351 wurde ammeister erwählt herr Claus Schnider. Damals als der Rhein auf drei jähre zu Strassburg noch beschlossen war, und wein und frucht in hohem werth, und die kurfürsten weder die alten noch die neuen zolle bezogen, Hessen sie öfters durch den von Eberstein und andere die von Strassburg angreifen. Da sie aber nichts ausrichten konnten, haben sie gesandte an die sladt geschickt, sich freund- lich mit ihr zu vergleichen; sie haben nun die neuen zöUe alle fallen las- sen, die ihnen könig Karl gegeben hatte. Da thaten die von Strassburg den Rhein wieder auf, mid auf den 1. Maii gieng die alte gewohnheit wieder an. Da fuhren viel hundert schiffe in einem monat, und die fürsten hatten in einem monat mehr nutzen, denn vorhin in 27^ jähren, und dies brachte eine wohlfeiiheit am ganzen Rhein. B. XIV. — (M.) 4 50 — 1443. [Tag mit Zürich zerschlägt sich.) — Als getaget wurde und die Zürcher unleidliche dinge forderten, wurde solches nicht angenommen, und der tag zerschlug sich. Es stellten sich alle gefangenen, wie sie gelobt, wieder gen Zürich, in hoffnung auf gute Vertröstung. Hierauf mahnten herzog Albrecht, der bischof und die Stadt Strassburg, Basel, Colmar, Mühlhausen, Schlettstadt, Freiburg, Brisach und andere, ein grosses volk auf, Zürich zu belagern. Da solches die von Zürich und ihr bund vernah- men, und sich zu schwach bedünckten, schickten sie alle gefangenen von Strassburg und Basel mit gelcit wieder heim, ohne alle entgeltniss. Do sie kamen, gieng der zug diesmal von Zürich zurück; darauf vermehrten aber die von Zürich ihren bund; daraus zu nehmen war, dass sie noch etwas im sinn hatten. 1444. (^Bund Strassburgs mit den Fürsten erneut.) — Hierauf er- neuerten herzog Albrecht, bischof und Stadt Strassburg, Basel und andere ihren bund auf 5 jähre lang, und waren das die bundsgenossen: Fünf fürsten : herzog Albrecht von Oesterreich, Ludwig, markgraf zu Brandenburg, N., burggraf zu Nürnberg, herr Friedrich von Teck, herr von Urslingen. Fünf bischöfe : Strassburg, Basel, Würzburg, Chur. Bamberg, Grafen: von Rottenburg, Nellenberg, Fürstenberg, Habsburg, Kyburg, Niedau, Froburg, Mattburg (?), Acht Städte: Strassburg, Basel, Bern, Freiburg, Tettnang, Kirchberg, Werdenberg, Thierstein, Neuenburg, Arburg, Zollern. Solothurn, Schaffhausen, Colmar, Neuenburg. Fol. 2?2 1445. (Neuer Zug gcycn Zurich.) — Als man nun anzog, Zürich zu belagern, welches im hcrbstmonal war, handelten die von Züricli und - 51 - andere um einen frieden, nahmen aber doch das Ihal um Glaris, das Oestreich zuständig. Die von Sirassburg schickten 500 zu fuss und 200 pferde. Indessen wurde um frieden so viel gehandelt, dass man den aniass vor die königin Agnes von Ungarn, herzog Albrecht's Schwester, so zu Königsfelden im kloster war, schob. Da legten sich die Strassburgi- schen und andere gen Baden; die von Baden mussten 5G mann als bürgen geben. Es wurde verhandelt dabei zu bleiben. Als aber hernach die thäti- gung laut der sentenz fiel: dass sie keine ussburger, die östreichisch waren, annehmen sollten, und die östreichischen unterthanen nicht von ihren herren zum ungehorsam abwenden, als die Züricher dieses erfuhren, hätten sie gern ihre bürgen loss gehabt, um den vertrag nicht annehmen zu müssen. Sie fielen deswegen auf den christlag zu nacht gen Baden und verbrannten die bäder. Morgens begegnete ihnen Burkhard von Ellenbach, der obrist, da geschähe ein hartes treffen. Es blieben auf beiden theilen an 500 mann, darunter auf 380 Züricher. Sie behielten den stand, denn ihnen im treffen noch mehr hilfe kam; drei banner von den Oestreichi- schen wurden verloren. Der krieg wurde wintershalb auf diesmal einge- stellt. 1446. {Propst Johann von Lichtenberg Stiftsvenveser in Trier.) — Fol. 223 Damals wurde herr Johann von Lichtenberg, dompropst von Strassburg, zu einem adminislrator und vicarius im bislhum Trier geordnet, an des alten statt, der noch lebte. Nachdem er solches angenommen, ist er doch bald wieder nach Strassburg gezogen, denn es ihm besser gefiel daselbst zu leben. Er halte auch von bischof Bechtolf Vertröstung an das bislhum Strassburg; welches auch geschah. 1447. {Bischof Bechtold und das Domkapitel.) — Bischof Bechtolf war alt und oft krank, da kam er vor das kapitel und zeigte an sein aller und blödigkeil, und so wie er allwegen des stiffles und des kapilels nutzen gesucht, und wie er auch dasselbe sehr gemehrt und gebessert, so begehre er dass auch nach seinem leben friede und einigkeit möchte erhallen werden und dass nicht durch eine unhellige wähl das bisthum möchte schaden erleiden; denn während seiner tage habe die unhellige wähl des kaisers und die Uneinigkeit des Stiftes grossen schaden gebracht; deswegen bitte er, sie wollten neben ihm einen curalor erwählen, dem wolle er all- gemach das bisthum übergeben, damit hernach friede und einigkeit möchte erhallen werden. Aul solches hielten sie ralh und hätten gern herrn Johann von Lichtenberg, den dompropst, vorgestellt, denn er war ein verständiger frommer herr, aber da er stets wider den bischof ge- _ 52 wesen, auch an seiner gefängniss schuldig war, fürchteten sie, er möge solches als eine schmach aufnehmen. So wurden sie zu ralh dem bischof anzuzeigen, dass sie diesmal niemand wüsslen, und ihn zu bitten, er wolle selbst als der älteste und verständigste einen ernennen : sie meinten er würde seiner Schwester söhn, den von Siegenau sich ausbitten- 1448. (Wahl Johann' s von Lichtenberg als Coadjutor.) — Da ihm also die kur war anheimgeslellt, zeigte er an, er wüsste keinen bessern, nutzeren, erfahrnem und frömmern für sich und das stift, dann herrn Johann von Lichtenberg, den dompropst. Das nahm sie alle gross wunder, dass er seinen steten feind erwählte, doch sahen solches männiglich gern, ob sie gleich ihm solches nicht zugemuthet hatten. Aber der bischof war nlhvegen eines aufrichtigen gemüths, und hat weder feind noch freund angesehen; er genoss auch bei kaisern, königen und fürsten deswegen eines grossen ansehens. Herr Johann von Lichtenberg hielt sich zu ihm wie zu einem vater, und der bischof gab alle Städte, Schlösser und amp- teyen in seine band, damit nach seinem tode keine Uneinigkeit entstünde. Doch behielt er den bischöflichen namen und das halbe einkommen. Da- rüber wurde der bischof von jedermann hoch gelobt. Fol. 22 i 144:9. {Ammeislerwahl.) — Es wurde zum ammeister erwählt herr 1352 Hermann in der Kirchgasse. 1450. (Uhrwerk im Münster,) — Damals hub man an das künstliche Uhrwerk im münster zu machen mit den heiligen drei königen, und es wui'dti in zwei jähren vollendet. 1451. {Abermaliger Zug vor Zürich.) — Es rüstete sich herzog Al- brechl abermals mit gewalt Zürich zu belagern, und ermahnte seine bundsgenossen, als Strassburg, Basel, Golmar, Breisach, Freiburg und andere mehr. Die von Strassburg schickten 300 pferd und 500 zu fuss, die auf wagen sassen, G auf einem wagen mit zwei gespannen. Den 15. july belagerte herzog Albrecht Zürich mit 20000 zu fuss und 2000 pferden, 5 bischöfen, 5 fürsten und 20 grafen. Darauf ward ein vertrag gemacht, dass die von Zürich den grafen Hans von Habsburg ledig gaben. Doch musste er eine grosse lösung bezahlen, welche die äbtissin zu Zürich, Anna von Bonsletten und ihr brudcr llermaim, abt zu S. Gallen, erlegten ; hingegen mussten die von Zürich für die 16 bürgen zu Baden 1 700 gülden bezühlen, und versprechen des herzogs unterthanen nicht zu bürgern aufzunehmen ^das sie ja doch nicht hicl(en). Darauf zog jedermann wieder heim. 1452. {liraiul in der Sporergasse.) — Den 3. october gieng ein feuer — 53 — aus in der Sporergasse, alles, auch der Schneider graben zu beiden seilen, bei S. Marlin, um die Pfalz und Münze herum verbrannle; und das feuer that grossen schaden. Da wurde erkannt, dass man keinen Überhang mehr machen sollte, da mehrentheils die häuser mit überhängen angingen. 1453. {Tag zu Slrassbxirg wegen des Landfriedens.) — Damals kam pfalzgraf Rudolf, als der reichs vicarius, samt dem landvogt, herrn Hugo von Hohenburg, samt den herren und Städten im Elsass zusammen in Strass- burg um einen landfrieden aufzurichten. Die herren und slädle im lande wollten nicht mehr zulassen, dass allwegen derbischof und die von Slrass- burg die oberhand hätten in gerichtshändeln, sondern, dass sie den slädlen übergeben werden sollten, aber der bischof und die Stadt Sirassburg wollten eine solche alte gewohnheit nicht aus bänden lassen, und so wurde nichts aus dem landfrieden. 1454. {Fehde zwischen dem von Finstingen und Hagenati.) — Da solches Herr Rudolf von Fegersheim, rüslmeister zu Strassburg erfuhr, machte er einen anstand mit denen von Finstingen, der diener er vor Jahren gewesen war und griff die von Hagenau mitgewaltan. Diemussten sich durch Vermittlung guter freunde mit ihm vertragen. Die Ursache war, dass sein bruder Hesse von Fegersheim und Hans von Wolfsgangsheim vor zwei Jahren etliche pilger, die aus Engelland gen Rom aufs Jubeljahr ziehen wollten, im forst niedergeworfen und beraubt halten, ungeachtet des geleites und landfriedens. Es wurde aber der von Fegersheim von denen von Hagenau gefangen; der von Wolfsgangsheim kam davon. Es baten aber auf anrufen herrn Rudolfs von Fegersheim viele ritter und knappen, auch edle frauen für Hans von Fegersheim, auch viele herren im Elsass: es half aber alles nichts, sie schlugen ihm den köpf ab. Solches wollte dazumal Rudolf rächen. 1455. {Hanemann von Lichtenberg und Liese von Steinbach.) — Fol. 225 Damals hatte herr Hanemann von Lichtenberg eine fromme gemahl, Maria, gräfin zu Leiningen, mit der hatte er etliche söhne und töchter; diestiess er von sich und hiengsich lieber an eine genannte frau Liese von Steinbnch (sie war eine unehlige Bockin); mit dieser bekam er etliche söhne und töchter. Deren töchter eine, Agneta, gab er herrn Götz von Hohenslein, rilter und burger zu Strassburg, und gab ihm zu ehesteuer den flecken Hattmatlen und 500 mark silber; und hielt seine unehlichen kinder viel besser denn seine rechten. Solches verschmähte grafEmich von Leiningen, der frauen bruder und herrn Heinrich von Lichtenberg ihren söhn, und thalen achtung dass sie frau Liese erwischten. Sie legten sie in verwahrniss — 54 - und fanden im ralh etliche iirsochen, dass sie ledig würde, doch musste sie einen harten cid thun, dass sie die ganze herrschaft Lichtenberg meiden und nicht mehr zu herrn Ilanemann kommen wollte. Sobald sie ledig geworden und aus der herrschaft geleite, kehrte sie stracks durch heimliche wege wieder auf Lichtenberg zu herrn Hanemann und klagte ihm alles. Da stiess er sein ehllches weih, samt ihren kindern aus und nahm das unehliche weih und ihre kinder an als erben. Daraufmachten graf Emich von Leiningen und Heinrich von Lichtenberg der söhn mit etli- chen einen pacl, und an einem morgen früh nahmen sie Lichtenberg ein, mit ihren heifern, fingen herrn Ilanemann und hau Liese. Diese warfen sie zu einem fenster hinaus über einen felsen zu todl. Herr Hanemann rief um hilfe, aber es wurde gethätigt, und wollte er ledig werden, so musste er sich hoch verbürgen und verschreiben, solcher gefängniss und schmach nicht mehr zu gedenken, noch seine söhne und töchter zu enterben, und sein eheweib bei sich zu behalten. Das alles gieng er gutwillig ein, nahm sein wcib zu sich und behielt sie bis an sein ende. Doch verheirathete er seine unehliche Kinder fast alle, das konnte ihm niemand verwehren. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 803—804.) Fol. 226 1456. (Ammeisterwahl.) — Es wurde zum ammeister gewählt herr 13d3 Rulin Krämer. 1457. {Baarpfennige und Leimer) — Dieser Rulin oder Rudolf Krämer war ein wohlhabender mann. Er halte einen brudcr, der hiess Hans. Dieser war koslfrei, so dass er, wenn er geld bedurfte, zu seinem bruder kam und sagte: bruder leihe mir! Weil Rulin viel baarpfennige hatte und sei- nem bruder nur heb, kam ihm der name Baarpfennig, wie auch seinen nachkommen. Seinen bruder Hans hiess man nur den Leihmir, wie auch seine nachkommen. Der letzte Baarpfennig auf S. Elisabethengasse ist ge- storben 1550, und der letzte Leimer, herrn Georg Leimer's des ammeisters söhn, Karl genannt, am Rossmaikt, ist in Frankreich gestorben, im jähr 15i.»... und also sind beide geschlechter im mannesstamm ausgestorben. 1458. (Streit zivischen Strassburg und Bern.) — Damals erhob sich eine spann zwischen der Stadt Strassburg und der Stadt Bern. Darein legten sich alle slädlc im land, und man errichtete wieder einen land- frieden im Elsass auf 3 jähre lang, und wurden 15 {sie) richter gesetzt, einer von wegen des königs, 2 von wegen des bischofs, 2 von wegen der Stadt Strassburg, 3 von wegen der reichsslädle im Elsass, 1 von dem übern landgrafon, 1 von dem herrn von Lichtenberg, 1 von den von Ochsenslein, 1 von den von Geroldseck im Wasichen, 1 von wegen - 55 - des abt von Murbacli, 1 von dem Baseler bischof, 1 von Rappoltsloin, 1 von Yssenburg, i von Geroklseck in der Ortcnau. Und es wurde die saebe zwiscben Bern und Strassl)urg zu Basel vertragen. 1459. {Bischof Bechlold erkrankt.) — Damals legte sich bischof Bech- tolf zu Molsheim nieder, krankheil halber, und herr Johann von Lichtenberg obwaltete das bislhum als wenn er schon bischof wäre. Als solches könig Karl erfuhr, fuhr er den Rhein herauf, mit ihm die erzbischöfe von Mainz und Trier, samt anderen bischöfen, fürsten und berren. 1460. {Koenig Karl kommt nach Strassburg.) — Er besuchte alle stifte und sammelte viel heilthum und kam nach Strassburg, wo er ganz herr- lich empfangen wurde, samt allen fürsten und herren. Man gab ihm auch heillhum von S. Amando, Arbogasto und S. Aurelien. Die herren von S. Thomae gaben ihm von S. Florenzen heilthum, so sie bei ihnen haben. Darnach fuhr er samt allen herren gen Molsbeim und besuchte bischof Bechtolf in seiner krankheit, und blieb zwei tage bei ihm. 1461. {Koenig Karl in Haslach.) — Indessen kam S. Florenzen fest, da reiste der könig und alle fürsten gen Hasslach. Man brach dem könig zu ehren S. Florenz sarg auf, der von laulerm gold und silber war und an 400 jähre da gewesen, seit bischofs Recho zeiten. Von dem gab man ihm auch ein stück. Da baten die domherren zu Hasslach, dass ihnen der könig möchte zeugniss geben, dass er S. Florenzen haupt ganz mit seinem körpcr daselbst gefunden habe; denn die domherren zu S. Thomae sagen, als bi- schof Recho S. Florenzen körper von ihnen habe wegtragen wollen, haben sie sein haupt und einen grossen theil seines körpers behalten. Das haupt zu S. Thomae ist grösser denn das zu Hasslach; S. Florenz ist über 200 jähr bei ihnen gelegen, und auch bei ihnen gestorben. 1462. {Antwort des Koenigs Karl.) — Da auch kein notarius vorhanden war, wurde er mit den bischöfen zu Maynz, Trier und andern zu rath, machte etliche notarien und gab ihnen briefe und siege! und zeugniss, dass er S. Florenzen körper und heilthum daselbst ganz gefunden habe. Die zu S. Thomae schickten aber zu dem könig ihm zu sagen, dass sie S. Florenzen heilthum hätten, und ihm davon überliefert. Der könig dankte ihnen, und sagte ihnen, er wüssle jetzt gewiss, dass er S. Florenzen heil- thum besässe, wäre est nicht das eine, so wäre es das andere. 1463. {Koenig Karl zu Andlau und Erstein.) — Darnach kam|er wieder gegen Molsheim zu bischof Bechtolf, segnete ihn und andere herren und zog das land hinauf, kam gen Andlau, besah S. Richarden grab, und that den goldenen sarg auf, darin S. Lazarus lag, den Christus von den todten — 56 - aufei weckt hatte und nahm ein stück davon. Darauf zog er nach Erstein, besähe S. Irmengarden, der kaiseriii, und S. Rügenden ihrer tochler be- gräbniss, und öfTnete S. Urban goldenen sarg, der noch nie geöffnet worden. S. Urban war ein pabst gewesen und anno 216 des Christen glaubens willen enthauptet worden. Der papst hatte ihn, samt Sixti, Andocii und S. Caecilien haupt der kaiserin verehrt für ihr neues klostcr. Fol. '2:7 1464. {Koenifj Karl zieht nach dem Oher-Elsass.) — Darnach zog er das Elsass hinauf in alle klöster und nahm heilthum, und sammelte zu Ebersheim von S. Diebold, zu Ruffach von S.Veiten, zu Murbach von S. Leodegardis, von S. Damasio, S. Sophia, S. Mauro, S. Ludolf: in summa des heilthum über die massen viel, denn viele heilige körper in diesem lande lagen. Darnach kam er wieder gen Strassburg, Hagenau, Weissen- burg und Speier. Da setzt er den landvogt Hugo von Hohenburg ab, von wegen etlicher klagen, die über ihn kamen. 1465. (Koenig Karl führt seine Heiltliümer nach Boehmen.) — Die heillhume aber führte er mit sich heim nach Böhmen und liess sie köstlich in gold und edelstcine einfassen. Insonders in der hauptkircho liess er einen schönen altar von gold und edelsleinen machen: daraufsteht mit goldenen buchslaben: hierin liegt S. Florenzen heilthum, eines bischofs von Strassburg. ' 1466. (Grosser Wind.) — Vier tage vor allerheiligentag kam ein so grausamer wind, der warf viele glockenhäuser,thürme,häuser und Scheu- nen um, zeriss und warf viele bäume um, und ertränkte viele schiffe und leute auf dem Rhein und anderswo, und that sonst grossen schaden. 1467. (Bischof Bechtold stirbt.) — Auf S. Catharinen abend starb bi- schof Bechtolf von Strassburg zu Molsheim ganz seliglich. Den andern tag auf S. Catharinen tag, wie er es begehrt hatte, führte man ihn gen Strass- burg zur begräbniss mit grossem leid. Die geistlichen empfiengen gantz herrlich mit grosser klage ; man legte ihn nach gehaltenem gebet in seinem biscliöfliclien ornat, inful und stab in sein neues begräbniss in S. Catha- rinen kapeile im niünstcr. Auf S. Calharinentag war er geboren, zum bi- schof erwählt (und gestorben): darum hat er der S. Catharina zu ehren diese kapelle gebaut. Epitaphium latein, zu deutsch: Anno dom. MCCCLiil, auf S. Catharinen, der h. Jungfrauen tag, ist der ehrwürdige Bechtolf von Bucheck, des landgrafen söhn in Burgund, dieser kirche bischof, der dieselbe 25 jähre weislich regiert hat, in diese — 57 - kapelle, die er selbst zur ehre der Jungfrauen Catharina hat bauen lassen, begraben worden. Betet für ihn ! 1468. [Wahl eines neuen Bischofs.) — Auf S. Andreas abend wurde einhellig zum bischof erwählt herr Johann von Lichtenberg, doniprobst, zuvor curalor; er war ein frommer, dcmülhiger, eifriger herr, der alle gottesdiensle, priester- und kirchenweihen, und was einem bischof zu- steht, selbst verrichtete. 1469. (Guter Herbst.) — Dies jahi- war ein sehr guter herbst, dass viele reben ungelesen blieben, und um Luciä noch viele trauben gut abgelesen wurden. Ein fass wein das 30 schilling galt, konnte man um 20 schilling kaufen. 1470. {Wahl eines Ammeisters.) — Es wurde zum ammeister erwählt Fol. 228 herr Johann Heilmann. \S5A 1471. {Koenig Karl in Metz.) — Nachdem sich könig Karl den winter hindurch am Rhein aufgehalten halte, zog er um Lichlmcss gen Metz, hielt da einen reichstag und machte viel gute Ordnungen. Dahin kamen viele fürsten und herren. Er machte aus der grafschaft Lülzelburg ein herzogthum und aus der grafschaft Ba. . (sie) ehie markgrafschaft und half den von Horburg, der erzbischof von Trier geworden, einsetzen. Und weil die könige und kaiser bisher die kröne und alle kleinode immer mit sich führten, woraus viel zank entstand, hat er des grossen kaisers Karl kröne, und allen ornaten, damit ein könig gekrönt wird, in die Stadt Nürnberg geordnet, wo sie sollten aufgehoben werden. Er machte auch noch viel gute Ordnungen, insonders die goldene bulle, wie hinfort ein römischer könig mit allen cärimonien sollte erwählt werden. Es mag jedoch ein kaiser oder könig wohl eine kröne und ornat mit sich führen, aber bei der wähl, krönung und kurfüsten Versammlung, muss die rechte kröne zu Nürnberg geholt werden. 1472. {K. Karl an S. Odilien Grab.) — Hernach zog er ins Elsass, hielt ostern in Kaisersberg, von da zog er nach Schletlstadl, gab den bür- gern viele freiheiten, kam den 3 maii auf das fürstliche klosterHohenburg und Niedermünster, mit bischof Johann von Strassburg,undlhal S. Oltilien grab auf, welche noch ganz da lag, nahm ein stück von ihrem rechten arm, und schloss das grab ganz beheb wieder zu. 1473. {K. Karl in Strassbiirg. — Kaempfe mit Zürich.) — Von da kam er mit vieler herrschafl gen Sirassburg. Dahin kam auch herzog Albrecht aus Oestreich, und klagte heftig über die von Zürich, von wegen der - 58 - ussburger und was sie dem reich für abbruch tbäten, da sie von Glarus und Zug, die des reiclis unterlhanen sind, als bürger aufgenommen. Als könig Karl des reiches gerechtigkeilen forderte, gaben sie schlechten be- scheid, also dass der könig und der herzog mit vielem volk vor Zürich zogen. Die von Strassburg, als bundesgenossen schickten 400 zu pferd und 400 zu fuss, die fuhren allwcgen sechs auf einem wagen. Als man auf 7 Wochen davor gelegen war, und kein mittel war, als dass man stritt, da wollten die Schwaben nach allem gebrauch den vorsireit haben, das wollten die andern nicht zugeben. Da zog der bischof von Konstanz mit seinen Schwaben davon aus dem feld, und die andern mussten nun auch abziehen, und die von Sirassburg kamen wieder heim. 1474. {Bushingcn zu Slrassburf/.) — Auf solchen anlass und die for- deruiig der Züricher machte bischof Johann von Strassburg mit könig Karl und andern auch einen bund wider Strassburg, und gebot der könig denen von Strassburg dem bischof seine aussburger und andere gerechtigkeilen, die er begehrte, zu übergeben. Das wollten die von Strassburg nicht Ihun, doch mussten sie fürchten, dass wie gegen Zürich der bund möchte zu mächtig werden. Sie hüben deshalb an und rüsteten sich mit solchem ge- walt, wie wenn man eine belagerung verhindern, oder streiten müsste, und bewarben sich um etliche bundsgenossen. Da aber der bischof solchen gewalt sähe, musste er sich noch viel mehr fürchten: er kam nach Strass- burg, erzeigte sich freundlich, entsagte allem bundniss, und hielt sich sein lebenlang zur stadl, welches ihm sehr nützlich war. Dadurch bekam er von den bürgern was er begehrte, insonders hatte er grosse gunsl wegen seiner demut und hilfe an die armen; er gieng in schlichter klei- dung, war ganz massig im essen und trinken; seine brüder und enkel, deren viel waren, hat er ehrlich ausgesteuert und wohl versorgt, da er sie sehr liebte. Auch lieble er die geisthchen sehr, welche sich wohl Fol. 229« hielten. Fol. 230 1475. {Ammeisterwal(L) — Zum ammeister gewählt herr Jacob Frei- 135o burger. 1476. (I\. Karls lioemcrzug.) — Auf den frühling rüstete sich könig Karl in Hom die kaiserliche kröne zu holen. Er zog mit grossem volk und seinem gcmahl daliiii, wurd«; in Uoin wohl empfangen und den 5. april gekrönt. Darnach zog er wieder nach Deutschland , nachdem ihm die Ita- liener viel schmachthum bewiesen. 1. Kti blanc. (Note de M. Jung / - 59 — 1477. { Aufhebung des Bannes. — Kuno von Falkenslein zu Mainz.) — Damals wurde, neben könig- Karl, zum commissarius geordnet lierrJuliann bischüf von Slrasshurg, da alle die noch niclil absolution empfangen halten, entledigt werden sollten; denn es waren noch sehr viele die es nicht be- gehrten, insonders herr Gnno von Falkenstein, domprobst zu Maynz, der herrn Johann von Virnenburg, erzbischof von Maynz seinen lierrn treulich bei könig Ludwig erhallen, auch dahin gebracht hat, dass während Guno und könig Ludwig, auch der von Virnenburg lebten, kein bannbrief im ganzen stift Maynz kommen durfte; denn er halte allen, die solche bann- briefe brachten, nasen und obren abgeschnitten, zuletzt ertränkt und erhängt, also dass keiner mehr kam. Auch nach seines herren tod, bis der von Nassau bischof wurde, alles einkommen des bisthums treulich aufbe- halten, nämlich auf 40 tausend fürlel frucht im vorralh, und auf 4000 fuder wein, und eine übermässige summe geldes. Als nun zum könig Karl, zum erzbischof von Mainz und dem von Nassau, und bischof Johann von Slrasshurg, und anderen fürslen und herren, Guno von Falkenslein, auf geleit, gen Slrasshurg kam, wurde ihm durch den könig und die päpstlichen kommissarien angezeigt, wie halsstarrig er als ein kelzer wider den christ- lichen glauben und die kirche gehandelt, und ein verbannter, noch im bann sey, wie er die heilboten der kirche ermordet und umgebracht habe , alle päpstlichen briefe verbrannt und zerrissen und dem von der kirche ab- trünnigen Ludwig von Baiern alle hilfe und beistand gethan, und nie den fluch und ewigen zorn gottes gefürchtet. Darauf sagte herr Guno von Falkenslein, man müsse die arlikel in glaubenssachen, die einen zum ketzer machen, neben den privalhändeln unterscheiden: nun hätte er den wahren katholischen glauben so gut als der papst, kaiser und alle andern mehr, und mit Wahrheit könnte auch nicht anders bezeugt werden. Aber betreffend die Privatsachen, die wir menschen unter einander haben , da habe er könig Ludwig als seinem lehnherrn und weltlichen obrigkeit geschworen treu und hold zu seyn: solches habe weder papst noch bischof niemals verboten. Darum habe er könig Ludwig bis zu seinem tod treu und glauben ge- halten, und wollte solches gern noch thun, wenn er am leben wäre, denn er mehr goltesfurcht bei ihm gespürt hätte als bei dem papst. Weil ei- aber lodl und aus götthcher gnade Garl von den fürslen als könig erwählt worden, sei er erbötig ihn als die von golt gegebene obrigkeit zu gehor- samen, und wenn der könig ihm die regalia verleihe und bestätige, wollte er seinen leib und gut bei dem könig beisetzen, und seinem bischof, dem von Nassau, alles einräumen und dieabsolutionerwarten, wo nicht, werde - 60 - er bei seinem vornehmen verbleiben, da er nicht wider goll und den glauben handle, und man die leule nicht unschuldig und anderer sachen wegen verdammen dürfen, die solches nicht angehen. Hier steh ich: will mir der könig die regalia leihen, so will ich als gehorsamer solches empfangen; will mich der legat absolviren, so will ich dem erzbischof den schätz liefern, wie ihn kein bischof je gefunden hat: wo nicht so will ich ihn unter die armen leute austheilen. Da man aber herrn Cuno's von Falkenslein vorige handlung und seine jetzige beständigkeit bemerkte, auch dass er einen grösseren anhang als der bischof selbst habe, von jedermann geliebt sei und bei paj)st, kaiser und curtisanen in grosser gunst stehe, wurde ihm folgender Vor- schlag gelhan und von ihm mit dank angenommen : 1. Sollte alles vergeben seyn und er absolvirt werden. 2. Wollte ihm der könig seine leben und régalien bestätigen. 3. Sollte er dem bischof von Maynz alle Schlösser und städle, samt dem vorrath einhändigen. 4. Dagegen sollte ihm der bischof die probstei bestätigen und 40 tausend gülden dazu erlegen. Solches wurde angenommen und hiermit alles verrichtet. 1478. {Erzbislhmn Trier ledig.) — Nach diesem wurde das erzbisthum Trier ledig, da wurde solches vom papsl, könig und andern herrn Cuno von Falkenstein übergeben. 1479. (Schivoerbrief.) — Dies jähr ward der bi'ief , so die bürger und der ralh aufschwören, das letzte mal in des bischofs garten verlesen, und erkannt vor dem münster ihn zu lesen, worüber sich der bischof be- schwerte, dass seine räthe vor dem münster schwören sollten*. 1480. {Von den Landvoeglcn im Elsass.) — Von den landvögten im KIsnss zu Ilagenau und im Ober-Elsass, als die landgrafen abgestorben, und sich die kaiser und königc als ein reichslehen von wegen der land- grafen unterzogen, weil solche abgestorben und dem reich (das amt) heimgefallen war: und sind diese anstatt der landgrafen im obern und untern Elsass geordnet worden. Der erste von wegen könig Karls : I. IIkt folgt ein eingelegtes, nicht paginirtcs doppeltes Blalt, von Speckeis Hand. (Note de M. Jung.) — 61 - 1351. Herzog von Oeslreicli und Sirassburg. 1352. Von der H. Wid. . {sie). 1354. Vom herzog von Oestreich. Hiernach folgen die landvögte : 1308. Herr Heinrich von Vinslingen und Albrechl Humel zu Lichtenberg. 1325. Herr Lupolt von Oeslreich als kein könig war. 1325. Rudolf, margraf zu Baden. 1328. Rudolf, herr zu Ochsenstein, chorbischof zu Strassburg. 1328. Wurden alle drei landvögte, Rudolf, Hans, Otto, herren zu Ochsenstein. 1330. Ulrich, graf zu Wirtemberg. 1350. Hugo, graf zu Hohenburg. 1354. Hug von Dirmstein. 1355. Disslach von V^itmül. 1357. Rudolf, herzog zu Oestreich; an seiner statt Martin Biber. 1359. An herzog Rudolf statt, herr Ulme von Pfirt, darauf Friedrich, herzog von Teck, von herzog Rudolfs wegen, darauf wiederum Dischlach von Weitmüll. 1363. Herr Hans von Veslenberg. 1366. Herzog Wenzel von Lützelburg; an seiner statt Heu wart zu Elten, und Heinrich von Remangen. 1367. Herzog Wenzel selbst; darauf Ulrich zu Vinstingen und Heuwart zu Eltern (sie). 1370. Ulrich, herr zu Vinstingen. 1373. Burkhard Münch von Ladenstein. 1374. Rudolf, graf zu Habsburg. 1376. Dischlach von der Wittmüll. 1377. Ulrich, herr von Vinstingen. 1378. Wenzel von Beham, herzog zu Lützelburg. 1381. Klaus von Grossstein. 1382. Ulrich, herr zu Vinstingen. 1384. Volmar von Wickersheim. 1386. Dischlach von der Wiltmüll. 1390. Rudolf, abt zu Murbach und Peter von S. Diebold. 1392. Simon Wecker von Lützelslein und Peter von S. Diebold. 1393. Habart Haltenburger. 1395. Markgraf Jost von Mähren, Emich graf von Leiningen und Wecker von Bilsch. - 62 — 1397. An graf Emichs statt der Burssbaum von Schwimwer und Dietrich von der WiltmüU. 1399. Friedrich von Leiningen. 1400. Als könig Ruprecht könig, ward Hannemann von Syckingen. 1401. Schwarz Reinhard von Sickingen. 1408. Herzog Ludwig von Baiern. 1410. Wallher von Dahn. 1412. Graf Burkhard von Eberstein. 1420. Herzog Stefibn von Baiern. 1427. Friedrich von Fleckenstein. 1420. Herzog StefTan von Baiern. 1436. Emich, graf zu Leiningen. 1445. Reinhard von Yberg. Friedrich, pfalzgraf. 1457. Herr Rheingraf kam hinweg, darauf Peter von Dahlheim. Darauf Götz von Alolzheim. Darauf kam der Rheingraf wiederum. 1471. Friedrich, herr zu Bitsch. Darauf ward von kaiser Ludwig von Baiern, graf zu Sponheim landvogt im untern Elsass, aber die obern Städte wollten ihn nicht annehmen. 1490. Graf von Holoch. 1493. Jacob von Falkenstein, hofmeister, und im untern Elsass landvogt. 1506. Peter von Mörspurg. 1514. Hans Jacob von Mörspurg. Caspar von Mörspurg. 1531. Schenk Jörg von Erbach. 1538. Conrad von Rechberg. 1544. Friedrich, pfalzgraf, kurfürst. 1545. Heinrich von Fleckenstein. 1555. Otto Heinrich, pfalzgraf, setzt Eberhard von Erbach. 1558. Hans Diebold Waldner. König Fer(]in;ind löste die landvogtei wieder von herrn Otto Heinricli, pfalzgrafcn und kurfürsten, und ordnete seinen söhn 1561. erzherzog Ferdinand zum landvogt; der setzte herrn Nicolaus von Büllwill zum landvogt. 1560. Hat kaiser Maximilian auf dem reichstag zu Augsburg seinen bruder zum landvogt vollkommen geordnet, der hat sich samt herrn Nicolaus von Bollwill als Statthalter der landvogtei präsen- liren und schwöien lassen, in heiseyn der commissarien, durch 63 — Jacob, graf zu Bilsch, und ;^raf Ulricli von Monlfort, als ober- landvogt, wie auch die obere landvogtci. Nicolaus von Bollwill starb 1588; darauf ward von erzherzog Ferdinand zum landvogt geordnet Herr von Königseck'. Von 1356 bis 1413. Collectanea Danielis Specklins in usum Chronici i'ol. 233 Argentinensis. N'* C. c* 1481. {Ammeislerwahl.) — Dies jähr ward Götz, Wilhelm, zum am- meister erwählt. Er war bei den metzigern. 1482. (Zaehhmg der Hausgenossen.) — Die hussgenossen wurden auf Jacobi von neuem wieder eingeschrieben, und waren diese nach fol- genden Zorn 1. II. III. IV. Ripelin I. II. III. IV. Duschmann I. II. IV. Lenzel II. III. IV. Knobloch 1.11. III. IV. Rebstock 1. II. 111. IV. Erlin 1. II. III. IV. Berger 1. II. III. IV. Butzlin I. II. III. IV. Bäumlin I. II. III. IV. Twinger III. IV. Kageneck IV. Wetzel 1. II. IV. Eberlin I. IV. Rossheim I. II. III. IV. Rosslin II. III. IV. MeerschwinlI.III.lv. Schwarber II. III. IV. Müllenheim II. III. IV. Bock II. III. IV. Ellenhart II. III. IV. Grostein II. III. IV. Maler II. IV. Nopen II. IV. Kerbisser i Strauben^ Epfig III. IV. Winterlhur II. IV. Spiegel II. IV. zum Rieh I. III. IV. Mausen II. 111. IV. Kölschen I. II. III. IV. PfafTenlab II. III. IV. Rottenberg II. 111. IV. Schöneck II. 111. IV. Berer 1. II. III. IV. Lemlin von Frankfurt 1. 11. 111. IV. 1483. {Basel durch ein Erdbeben zersloert.) — Auf S. Luxlag, den 18. october, kam ein grausam erdbidem vor Basel. Da verfiel das münster zum Iheil, mit dem chor und fronaltar, und ward die Stadt Basel sehr be- schädigt an kirchen, klöstern und häusern; viel hundert menschen giengen zu grund; es gieng auch ein feuer aus und verbrannte die Stadt heftig. Das erdbidem Hess sich schier ein ganzes jähr merken, auch zu Strass- burg. Man zog von Strassburg und allen enden hinauf räumen zu helfen, und führte viel proviant und essenspeise hinauf, da jedermann mit den Fol. 235 1356 1. Les feuillets 232—234 sont en blanc. (Note de M. Jung.) 2. N° C. c, c'est-à-dire troisième cahier du manuscrit original. Le premier, A. a. com- mençait au fol. 1 , le second, B. b., au fol. 169. (Note de M. Jung.) 3. Die Zahlen beziehen sich auf die Zählungen: I. 1283. — IL 1300. — III. 1332. — IV. 1313. (Note de M. Jung.) — 64 — imschiilHigen mitleiden balte. Es verfielen auch 60 bürgen und castelle, aucb die Stadt Liecbtstall. Davon gab man die iuxröck aus; auch liier zu Strassburg. Darauf ward die jahrzahl gemacht: das ist MCCCLVI. Ein ring mit seinem dorn, Drei rosseissen auserkorn, Ein zimmeraxt und der beuge zall', Verfiel Basel überall. \'Xn 1484. (Ammeisterwalil.) — Ward zum ammeisler erwählt herr Conrad Pappen; er war bei den schiffleulen. 1485. {Zug vor Seltz.) — Dies jalir zogen die von Sirassburg und andere, aus geheiss könig Karies, vor Selz, dem markgrafen zu leid, dem es vom reich verpfändet stand. Es war befohlen die sladt zu zerschleifen, ausgenommen das slift, und sollte nimmermehr gebaut werden; aber über kurze jähr, als der kaiser da lag, baute er es selbst wiederum. 1486. (Erdheben zu Strassburg.) — Darauf kamen gen Strassburg auch grosse erdbidem. Auf S. Sophieniag, im mai, kam ein grosses erd- bidem. Da erschracken die leute und flohen aus der sladt, fürchtend es gienge wie zu Basel. Da gebol man, dass niemand weichen sollte, sondern sollton einander in der nolh beholfen seyn. Doch die welche gärten und platze halten, schlugen zelte auf und hüllen. Den schwangern frauen er- laubte man zu gehen, wohin sie wollten. Das erdbidem währte schier das ganze jähr. Es fielen etliche thürme, giebel und kamine ein, also dass man nicht durfte auf der Pfalz zu ralh sitzen, sondern in des bischofs garten. Man vei'bot müiiniglich gold und siljjer zu tragen, allein den riltern nicht. Man gieng alle dunnerslag mit der procession herum. Es geschah im ganzen lande grosser schaden, denn über 60 Schlösser einfielen. Auf S. Luxlag kam ein solches erdbidem mit donnern und krachen im erdreiche, dass man meinte, es falle alles ein; da war ein solches schreien, dass man dabei schier verzagen sollte und des jüngsten tages erwarten. I. Ik'Uckc, lyiii|iaiiiiiii, Tiumiiirl. (Null/ ilc M. Jung.) — 05 - 1487. {Biltgang auf S. Luxlag eingeselzL) — Da wurde aufgesetzt, Fol. 23G dass zu ewigen zeilen auf S. Lux tag meisler und ralh, auch alle burger, barfuss sollten mit dem heil, sacramcnl um das münsler geiien, in grauen langen rocken, mit gugehi in der procession und pfundige brennende kerzen in den bänden tragen; dieselben Unserer Heben frauen opfern. Darnach gieng man in S. Lux hof, da hielte man eine mess, darnach wiede- rum ins münsler, von dannen in Unser frauen haus, da ass der ganze ralh, und gab man spende aus. Darnach lud man arme zu gast und gab ihnen die grauen rocke um goltes willen, und gab die Stadt dann fiinfzig fürtel frucht, die bück man, und gnb das brod den armen um goltes willen. 1488. {Grosses Sterben.) — Darauf folgte ein grosses sterbet, dass man bei der Steinbutte einen neuen kirchhof machen mussle. 1489. {Neue Zaehlung der Hausgenossen.) — Nach dem grossen ster- 1358 bei wurden wiederum nachfolgende hussgenossen, da man sonst so bald keine gemacht hätte, von edeln geschlechlern: Gürtler Ehnheim ßuchsbaum Molsheim Blenklin Helgenstein Gutterheim Sturm Diemeringen Mosung Ilengelin Reissen Gristian Hessmann Hempracht Hessmann Hanwart ßlümlin Wirnag Sigelin Still Rosheim Werlin von Luttenberg. Diese begaben sich zu mitbui 'gern, und waren weder hussgenossen noch constoffler : Marx von Ewersheim Kers von Kogenheim Wittersheim Schwaben Ott, Friedrich Korsbach Wasselnheim Zum Weg Dannbach Obertzheim Woleben Bylsenheim. 1490. {Ammeisterwahl.) — - Dies jähr wurde herr Claus Schnider wie- der raeisler, und war das schwören auf den brief ins bischofs garten, für das münsler gezogen, denn die burgerschaft zu gross wurde. B. XIV. — (M.) 5 - 66 - 1491. {ISeues Kaufhaus gebaut.) — Damals ward das kaufhaus am Salzniark gehauen. Da zeigte man den fremden kaufleulen an, ihre waaren darein zu legen. Das wolllcn sie lange nicht Ihun, also dass man sie schier dazu zwingen mussle. Denn zuvor hatten sie ihre waaren in den herher- gen, da geschah zu viel schaden mit stehlen und anderm, dass eine Obrig- keit viel mit zu thun hatte, auch viel noch anderes hören musste. 1492. {Kaempfe in Apulien.) — In dieser zeit nahm könig Ruperlus in xVpnlia viele städle ein, dem reich zuständig. Darauf schickte könig Carl den hischof Johann von Strassburg und den bischof von Prag zum papst gegen Avignon, könig Ruprechlen zu gebieten die städle wiederzu geben, oder in den bann zu thun. Der papst schlug solches ab, sagte: könig Ru- precht wäre sein lehensmann und diener, was er hätte gehörte zur kir- chen. Also kamen sie vergebens wieder heim. 1493. {Bischof Johann kauft viele Staedle an das Bisthum.) — Es kaufte der bischof Johann von Strassburg dieses jähr von landgraf Hans dem letzten (seiner tochter, die grafen Ludwig von Oetlingen hatte), zum bisthum S. Pill, Frankenburg, Erstein und viele städle, Schlösser und andere gerechtigkeilen mehr, so dem landgrafen zustanden, und versetzte dagegen wiederum viel, dass schier besser gewesen (er hätte) nicht gekauft. 1494. ( Verkauf der Landgrafschaft Elsass.) — Auf Unser frauen (mess) der Jüngern, verkaufte weiters landgraf Hans in Elsass die landgrafschaft seinem schwager lierrn Siegmund von Lichtenberg, der seine Schwester hatte, die reichslehen um eine summe gells. 1495. {Geburt ziveier jungen von Lichtenberg.) — Herr Sigmund von Lichtenberg überkam die zeit zwei söhne, Ulrich und Sigmund genannt. Diese laufte bischof Johann von Lichtenberg selbst; diese wurden hernach beide dumherren zu Strassburg. Landgraf Hans ihat sich gen Biswiller zu seinem schwager, da er auch sein leben geendet hat. 1496. {Bischof Johann baut das Kloster zu Dachstein) — Darauf baute bischof Johann das Augustiner kloster zu Dachstein mit regulirten herren oder pfiünden, und begable es reichlich mit zinsen und gülten; darum musslen ihm viele pfründen, als vicarien und caplane colecten geben, welches zuvor nicht bräuchlich gewesen*. Er hielt sonst wohl haus und 1. In einer Note, fol. 238^, setzt Speckel hinzu: Doch bei seinem leben niclit gar zu ende geijraclit, docli also weit, dass er schon elliche darein gesetzt hatte. (Note de M. Jung.) - 07 — hat nichts vom bislhum verlhan, allein dass er Ruffach versetzte und das- selbe geld herrn Sigmund von Lichtenberg, seines bruders tochter zur ehesteuer gab, denn er solches versprochen hatte. 1497. {AmmeisterwahL) — Dies jähr ward herr Peter Eble zum am- Fol. 237 meister erwählt; war bei den schiffleuten. ^359 1498. {Ztcg vor Sellz.) — Da gebot könig Karl dem reich im Elsass auf: sie zogen für Selz'. 1499. {Fruchtpreise.) — Auf S. Ulrichs tag galt ein fürtel frucht 1 pfund, haber zehn schilling und über vier tag galt ein fürtel frucht sieben schilling, haber drei schilling. 1500. {Zug vor Hagenau.) — Damals hatten die von Hagenau stets spenne mit dem herren von Lichtenberg um etliche gerechtigkeiten, wollten sich nicht weissen lassen und bewiesen bischof Johanns diener in Ilagenau mit schlagen viel schmach. Da zog bischof Johann von Lichtenberg mit den burgern von Strassburg vor Hagenau. Die von Hagenau hieben alle bäume um die Stadt um. (Die Angreifer) zerbrachen den graben und die brunnen- leitung in die Stadt, verbrannten auch viele höfe darum und was zur Stadt gehörig. Desgleichen thaten die von Hagenau denen von Lichtenberg. Da man acht tage davor gelegen, wurde ein anstand gemacht und zogen ab. Da solches kaiser Karl erfuhr, zürnte er sehr, darum dass sie eine Stadt ohne sein vorwissen belagert hätten. Aber die sühne wurde ihm angezeigt und abgebeten, da war er zufrieden. 1501. {Ritter Hans von Häneburg stirbt.) — Damals starb ritter Hans, marschalk von Hünenburg, der letzte seines geschlechts. Da lieh bischof Jo- hann von Strassburg Hünenburg herrn Ulrich von Lichtenberg und Bietehi und Hördt herrn Simon von Lichtenberg, samt anderen gutem zu lehen. 1502. {AmmeisterwahL) — Dies jähr war zum ammeister erwählet herr Johann von Rossenburg; war bei den Freyburgern. 1503. {Stiftung der Elendenherberge.) — Damals fieng herr Oltele 1360 von Utlenheim, vicarius im münster, an geld zu sammeln zu einer elenden herberg für arme und auch pilger; da bekam er bald so viel geld, dass er von stund an eine herberg baute auf S. Elisabethengasse. Es war aber den pilgern übel gelegen, deshalb zog er solche auf den Weinmarkt, und wurde noch dieses jähr gebaut. Ist jetzund die mang da. 1504. {Nicolaus Spender will ein Kloster zu S. Gallen bauen.) — Als 1. Notii: Ob dies Jahr sei? — 08 - die clusen zu S. Gallen viel Schwestern überkam und zu enge wurde, da Iiub lierr Nicolaus Spender, propst zu S. Thoman an ein kloster dahin zu bauen, und als es im werk war starb er. So ward nichts daraus, wie wohl er schon ein haus gebaut halte. 1505. (Streit mit Sclilellstadt.) — Als noch der alte neid vom vorigen krieg gegen den bischof in denen von Schlettsladt Stack, thaten sie dem bischof und bistum.zu leid was sie möchten, und tiengen damalen einen Schreiber, dem bischof zuständig, auf dessen herrlichkeit und setzten den auf ein rad, dem bischof zu leid. Solches erzürnte den bischof Johann höcblich, mahnet das land auf und belagerte Schlettsladt mit gewalt, hieb ihnen die reben ab und verbrannte ihnen auswendig alles. Da kamen die von Strassburg und andere, legten sich dazwischen, vertrugen die sache und war aller schaden gleich aufgehoben. 1506. [Baden befestigt.) — Dieses jähr wurde die niederstadt Baden mit mauern und Ihürmen (umgeben), damit man vor Überfall der feinde versorgt wäie. 1507. (Ammeisterwahl.) — Da ward zum ammeister erwählt Rulin Kremer, war bei den kremern. Fol. 238 1508. {Feldmaeuse.) — Dies jähr assen die mause auf dem feld die 1301 fruclil mehr denn halb ab, und galt doch der weizen ein fürtel A schilling; roggen 28 pfennig und die gerste 20 pfennig. 1509. (K. Kart besiegt OestreicJi und Wurtemberg.) — Damals mahnte kaiser Carl das reich auf wider Wirtemberg und Oesterreich. Markgraf von Baden und der bischof von Strassburg wollten nicht ziehen, damit Oesterreich nicht Ursache nehme ihr land anzugreifen. Aber Oesterreich wurde gezwungen, auch Wirtemberg, dass sie sich des herzogstitels: Schwaben und Elsass mussten verzieht tliun und dem reich gehorsamen. Desgleichen der pfalzgraf die gerechligkeit, so er im Elsass vermeinte zu haben, musste er auch verzieht ihun; denn im span mit kaiser Ludwig hatte ein jeder an sich gerissen, was er konnte oder mochte. (Zudem weil der landgraf Hans alles verkauft halle.) 1510. {Setz genommen.) — Es waid auch Selz belagert und gewonnen und geschleift, dem markgraf von Baden zu leid, da es vom reich zu leben stand, und gebollen solches nichl mehr aufzubauen. 1511. (Unordnung im Laude.) — Denn weil die landgrafschaft im Elsass abgestorben war, wollte ein jeder sich des litels anmassen und die lande ihm zueignen, auch sah man einem jeden zu, was er vom reich - 60 nahm, welches man leicht vom kaiser konnte mit geringem gell zu wegc bringen, da er allein auf gelt und sein reich zu Böhmen sah. 1512. (K. Karl vermaehlt sich wieder) — Es war kaiser Carl's vorig gemahl gestorben, darauf nahm er seine dritte, namens Anna, herzogs Bolislaus tochter von der Schweiniz. Die gebahr ihm damals in Nüinberg den 28. September einen jungen herrn, Wenzeslas genannt; die kaiserin aber starb an der geburt. 1513. (Ammeisterwahl.) — Dies jähr war herr Johann Heilmann ammeister. Er war bei den tuchern. 1514. (Neue Handwerker gemacht.) — Darauf wurden aucli mehr handwerker gemacht, die zuvor consloffler waren, als die goldschmiede, kiefer, luchscherer. Doch machte man keine neue zunflaus ihnen, sondern sie wurden zu anderen zünXten eingelheilt. Es wurde auch geordnet, welcher von handvverken war und urbar, der sollte ewig zu den handwerken dienen, er sei so erbar und reich er immer wolle, ob er schon eines ritters tochter bekäme, das zuvor nicht bräuch- lich gewesen war, denn zuvor sind viel handwerker also reich auf- gekommen, die jetzt reiche, gute bi^irger und edele geschlechter sind. Derhalben wurden alle ritler und edelknecht und geschlechter wiederum von neuem in Ordnung gebracht, dass alle so hussgenossen sind und theil an dem münzrechte haben und in dem saalbuch eingeschrieben werden, sollten eine mark gold aufs saalbuch legen, dem münzmeister 20 silber- und jedem hussgenossen 10 silbergroschen erlegen. 1515. {Hausgenossen.) — Und waren das die hussgenossen : Hüffel Erlin Schwarber Ripel Butzlin Müllenheim Zorn Baeumlin Böcklin Rorenderle Twinger Zabern Duschmann Spiegel Weissbrötle Lenzel Riet Ellenhart Knobloch Manssen Degenfeld Rebstock Voischen Grostein Berger Pfaffenlab Maller Schenterle Rotlenberg KolHn Lemlin Schoneck Nope Bau mann Berer Glösner Kageneck Rösselin Kürbisser. Wetzel Meerschwein Rosheim Kornle \-MH Fol. 239 - 70 - 1516. {Rillergeschlechter zu Sirassburg.) — Diese nachfolgenden von rittern, edelknechlen und geschlechtern, so mit den constofflern dienten, doch nicht hussgenossen waren, noch theil an der münze hatten: Treybel Gürtler Bussnan Blenckle Claus Rosheim, Letzeherr Blumele Gottesheim Treistein Diemeringen Humpracht Hugelin Sigele Ehnheim Molsheim Heiligenstein Hessen Hessen zum Hauert Sturm Zur Magd Mosung Wegwag Reisser Werle Lutterburg Förster Halle Marx von Eckwersheim Schilligheim Lösselin Wickersheim Still Schaube Rümle von Weschenheim* Dambach Wolleben Küssen Heuwart Schwaben Engelbrecht und andere mehr. 1517. {Kapitel der Baarfüssermoenche zu Strassburg.) — Damals ward ein grosses capitel der baarfüssermönch gen Strassburg gelegt und gehalten worden. Dahin kam der 22. generaloberst von S. Francisco, der hiess Marcus Viterbiensis, und der gross-provincial war Albertus Marpa- chius. In diesem capitel waren die ehrwürdigen väter barfüsserordens bei einander 830; bischof Johann und jedermann that ihnen grosse ehre an. Da ward abermals von den wundern S. Francisci gehandelt, dass man bei dem bann solche glauben sollte; denn es wollten etliche nicht glauben, dieweil im leben S. Franciscus solches verschwiegen hätte. Da hüben die baarfüsser an solche wunder S. Francisci nicht allein wahrhaftig zu bestä- tigen, sondern machten ihn auch fast Christo gleich, schrieben und pre- digten auch die passion von ihm, wie von Christo selbst, auch noch mehr wunderwelke; setzten ihn auch im hitiimel neben Christo, über alle engel, I. A cô[(!; (ie ce nom un ècusson, dessiné à la plume, et portant indication de trois bandes d« couleur superposées, rouge , jauyie , blaiic. (Noie de M. Jung.) — 71 - apostel, Propheten und marlyrer, halten auch so viel verdienst, dass sie den übcrfluss verkauften, sagten man müsse alles einfältig glauben und nicht disputiren: denn sie selbst nach Francisci regel nicht dürfen stu- diren, sondern alle einfällig glauben. 1518. (Ammeisterwahl.) — Dies Jahr ward erwählt Johann von Mun- Fol. 240 dolshcim. Er war bei den goldschmieden. 1363 1519. (Schwere Kriege in Frankreich.) — Diese jähre waren schwere kriege in Frankreich, also dass der von England grossen schaden darin thäte und in die lande streifte, also dass man sich musste hesorgen, wenn etwa wiederum eine niederlage sollte beschehen, etwa in diese lande auch kommen möchte, denn der von Cusin, dessen multer eine herzogin von Oesterreich gewesen, stets sein mütterliches erbe forderte von herzog Albrecht von Oesterreich; wo nicht, drohete er dem ganzen lande, solches mit feuer und schwerl auszurotten. 1520. (Tag zu Strassburg.) — Daraufkamen alle landstände zusammen und ward zu Strassburg ein tag gehalten; dahin kamen die bischöfe von Strassburg, Basel, der von Gurck von wegen des herzogen von Oester- reich, der abt von Murbach, die grafen von Habsburg, Fürstenberg, Lauffenberg, Geroldseck, Lichtenberg. Item die Städte Strassburg, Basel, Freiburg, Breisach, Nürnberg, Mühlhausen, Colmar, Schlettstadt, Kaisers- berg, Münster, Reichenweyer, Oberehnheim, Rosheim, Hagenau, Weis- senburg und andere mehr. Da ward beschlossen einander behilflich zu seyn wider alle ihre feinde. Das wurde mit 24- siegeln bekräftigt und beschlossen. 1521. (Der Koenig von Cypern kommt zum Papsl.) — Dumalen kam der könig von Cypern zum papst Urbano dem V., zu werben eine meer- fahrt im heil. land. Dabei war auch der könig von Frankreich; der gelobte dem papst die meerfahrt. Dies geschah in der charwoche zu Avignon. 1522. (Der Koenig von Cypern in Strassburg.) — Den 20. Julius kam Petrus Lusignan, könig aus Cypern vom papst und könig aus Frankreich von Avignon, von Basel herab gen Strassburg. Es kamen viel grafen und herren mit ihm; der bischof und die Stadt empfiengen ihn ganz herrlich; man schenkte ihm ein fuder rothen, 1 fuder weissen, 1 fuder neuen wein, 16 pfund fische, lOOfiertel habern. Man turnierte auf dem rossmarkl,und war viel hofirens mit tanzen und schönen frauen; er besähe die ganze Stadt. Er suchte bei dem bischof, der Stadt und allen grafen und herren um hilfe an, Jerusalem und das gelobte land ihm helfen zu gewinnen, als — 72 — sein erbland. Darauf versprach man ihm hilfc, wenn andere fürslcn und herren auch mitziehen würden. Ueber drei tage zog er zu wasser wiederum hinweg nach Achen: da wollte er eine wallfahrt thun, darnach zum kaiser ziehen. Das folgende jähr schlug ihn sein brudcr zu lod, von wegen dass er viel verthan hätte auf der reise. 1523. {Das Hü chscvschi essen erfunden^ — In dieser zeit ward das büchsenschiessen erfunden von Bechtolf Schwarzen, einem mönch, einem alchymislen. Erstlich schoss man zu Sfrassburg, darnach zu Augsburg, darnach zu Venedig mit büchsen. 1524. {&i^osses Erdbeben.) — Den neunten tag nach singichten nach der metten, um die frühmesse kam ein grosses erdbidem. 1525. {Blankenburger Fehde) — Damalen hatten herr Heugelin von Bulach und Überle Weydenkopf etliche spenn mit den grafeu von Blanken- burg (denn sie ansprüche zu ihm halten und zu keinem recht kommen konnten), und nahmen etliche helfer zu ihnen und fiengen ihn in seinem eigenen lande, und führten ihn auf die bürg Hohenfels und bewahrten ihn mit grosser hut. Der von Bulach war ein burger zu Strassburg; damit denen von Strass- burg kein unfall damit begegnet, denn sie dessen kein wissen halten gehabt, schickten sie viel reitendes volk aus und berannten die bürg Hohenfels. Da ward gethcdigt, dass sie versprachen den von Blankenburg gen Strassburg zu stellen; das geschähe, hidem kam ungefähr der herzog von Brabant von llagenau, denn er war des reichs vicarius, und war herr Ulrich von Finstingen an seiner statt landvogt; er war den Finstingern viel schuldig von wegen niederlag bei Gülch, dass der von Finstingen in verderben kam. Er wollte derhalben Hagenau und die slädte schätzen, aber sie wollten ihm nichts geben. Deshalb mussle der von Finstingen land und leule, hab und gut versetzen und verkaufen, denn viele im Elsass ihm gedient halten. Darauf zog der herzog von Brabant gen Strassburg; dahin kam auch der herzog von Lothringen und andere fürslen und herren mehr zu ihm und wurde ihm herrlich geschenkt. Die halfen den grafen auslhedigen, also dass der von Bulach nicht sollte zu schaden kommen, dieweil er ein burger zu Strassburg war, und sollte dem Weydenkopf für seine ansprüche 5000 gülden geben: das geschah und ward dai'auf ledig. 1526. {Herzog von Brabanl zu Sirassburg.) — Der herzog von Bra- bant trieb eine solche grosse prachl, dass er zu Strassburg alles sein - 73 - Silbergeschirr verkaufen musslc : er zog wieder auf Ilagciian zu und dar- nach auf Brabant. 1527. (Grosser Komet.) — Dieses jähr erschien ein grosser comet, schier durch das ganze jähr; darauf kam den 2. juh", als man metten sang, ein gross erdbidem. 1528. (Wahl eines Ammelster' s.) — Dies jähr ward Götz Wilhelm Fol. 2ii ammeister erwählt. Er war bei den melzigern. 1364 1529. (Blankenburger Fehde.) — Da nun der graf von Blankenburg ledig war, erfuhr er, dass der von Hohenslein und seine gcsellschaft (als der Bulach und Wcydenkopf) in Hangenbietenheim bei einander waren. Da überfiel er sie heimUch: aber die edeln flohen mit den frauen in die bürg, beschlossen sie, und kamen hintenaus heimlich davon. Da slelilen sich derweilen die bauern zur gegenwehr; als sie die bürg eroberten, war niemand mehr darin und alle hinweg. Es wurden aber auf 60 bauern erschlagen und viele gefangen, alles geplündert und auf den boden ver- brannt. Das mussten die armen entgelten. 1530. (Bischof von Speyer stirbt.) — Gerhard von Kronberg, bischof zu Speyer, starb damals; nach ihm wurde erwählt Lamprecht von Büren, aus dem Elsass gebürtig. Er war abt zu Gengenbach. 1531. (Kalter Winter.) — Dieses jähr von Weihnachten an bis Georgi war also kalter winter, dass die reben, bäume und alles erfror; die wasser und der Rhein gefroren also hart und streng, dass man mit lastwagen darüberfuhr; dadurch entstand grosser mangel an holz; da ward erstlich aufgesetzt, wie man das holz geben sollte. Aus mangel musste man das holz bei dem ziegelofen verkaufen und unter die bürger vertheilen. 1532. (Schlechter Sommer.) — Der sommer war auch also kalt, dass man vier tage vor Johanni singichten eis fand, darauf ein ungeschlagter sommer folgte: die frucht war theuer und der wein gar sauer, dass ihn niemand trinken wollte. 1533. (Der Koenig von Daenemark in Sirassburg.) — Dieses jähr an einem abend spät kam der könig aus Dänemark gen Strassburg, ganz still; am morgens war er frühe auf und reisste davon, dass man nicht recht erfuhr wie er hinweg kam : er eilte gen Avignon zum papst. 1534. (Grosses Erdbeben.) — Auf den 1. September, auf S. Gilgen tag geschah ein grosses erdbidem zu Strassburg. Darauf kamen noch zwei erdbidem; darauf liess sich ein grosser comet sehen; nach dem kamen so — 74 - viel heuschrecken, dass man musste stürm gegen sie schlagen; es half nichts : sie verderbten das ganze land. 1365 1535. {Ammeislerwahl) — Ward zum ammeisler erwählt herr Albrecht Schalk, war bei den schifïleuten. 1536. (WaÜenheimer Fehde. — Brandlegung.) — Die herren von Waltenhoim hatten viel spenn mit denen von Strassburg und thaten ihnen viel Schmach an aus der bürg Hochatzenheim. Da zogen die bürger aus und brachen die bürg ab. Da bestellte der von Waltenheim 6 arme knechte und gab jedem 3 pfund pfennig. Die kehrten bei S. Claus ein, in Sempach's haus, in pilgers weise, welches die beste herberge war, an der grossen fastnacht. Da gieng einer hinten in den stall, als wollte er seines weges gehn, und legte heimlich ein feuer ein; über eine weile gieng der stall an und das ganze haus verbrannte. Da erfuhr man, dass es die pilger gelhan hatten. Da wurden vier von ihnen gefangen, sie verjehten die thal und wurden auch verbrannt. 1537. {K. Karl kommt nach Strassburg.) — Auf Georgen kam kaiser Carl gen Strassburg: da standen alle handwerke und burger gewaffnet vom Jungen S. Peter bis ins münster. Er wurde von den geistlichen und der Stadt herrlich empfangen und beschenkt. Er zog aber bald hinweg zum papst gen Avignon und gen Rom. Da empfing er die kröne, und kam auf Pelri und Pauli wiederum gen Strassburg, zog zu schiff gen Selz, und blieb da still liegen und baute die Stadt wiederum. 1538. {Die Englaender.) — Indess hatte der krieg zwischen Frank- reich und England ein ende, und das kriegsvolk hiezwischen nichts zu Ihun. Sie hatten einen hauptmann genannt Springhirz, ein rilter, den nannten sie den erzpriester. Der war zuvor auch schon einmal ins Lülzel- burger land gekommen, aber Boemundus, bischof zu Trier, hatte ihn mit vielen herren zurückgeschlagen. Er war sonst ein rechter erzpriester, denn als der papst ihn samt anderen bischöfen nach Frankreich geschickt, frieden zu machen, und aber die Liltauer von dem hochmeister in Preussen, herrn Heinrich von Knipenrott, dem 18. hochmeister, waren abgefallen und grossen schaden thalcn, hat er den papst und kaiser un) liille angeiufen. Da hat der papst diesem ei'zpriesler Springhirz befohlen, wer in Preussen ziehen wollte aus Frankreich von diesem volk, den sollte er mit dem kreulz zeichnen und ablass geben, dessen er eine bulle halte, auch mit des kaisers wissen. Die von Strassburg schrieben dem kaiser gen Selz, da er damals lag und die sladt baute. - 75 — 1539. {Bündniss Arnold' s von Cervola mit dem Herrn von Coucy.) — Springhirz halle ein bündniss mil dem von Cusin, war sein obrisler, und zogen aus befehl durch Franlireich und Lothringen. Diese schälzlen die leute, raubten und nahmen alles wo sie hinkamen. Als Boemundus, erzbischof von Trier, solches volk inne ward, versam- meile er ein grosses volk mit Cuno von Falkenstein, Wenzel herzog zu Lülzelburg, Waldemar zu Sponheim, Veldenz, Starkenburg, auf 20 lau- send. Aber weil sie vormals von ihnen waren geschlagen worden, eilten sie durchs Wesirich fort aufs Elsass zu \ 1540. {Einzug der Englaender in's Elsass.) — Die woche nach S. Ulrichs tag zogen sie zu ross und fuss ganz wohl gerüstet, 60 lausend stark, über den Zaberner steeg stracks auf Strassburg zu, und kamen noch die nacht bis gen Königshofen in die vorsladl unter die wagner. Davon erschrack das ganze land; man flüchtete in die Stadt, auch anderswohin, was man konnte. 1541. (Sie liegen vor Strassburg.) — Am morgen hielten sie mit einem gewalligen häufen bei dem galgen, erboten in die Stadt, sie wollten mit ihnen streiten auf dem felde. Da schlug man stürm; da kamen alle burger zu ross und fuss vors münster. Da meinten die metzger, sie wollten hinaus mit ihnen zu streiten; das wollten die burger und hand- werker kurzum nicht, denn ihrer viel waren, mehr denn man damals wussle. Sie waren auch wohl bewaffnet mit hämisch und lanzen, und halten lange köstliche kleider an, auch beingewand, das sind hossen und lange spitze schuhe und hohe hüte auf. Solches hat man zuvor nie gesehen; das gemein volk gieng ziemlich nackt und barfuss. 1542. ( Verheerungen um die Stadt.) — Da man nicht hinaus wollte zum streiten, zündeten sie Köin'gshofen an und verbrannten viele häuser, zogen hernach ins land, stürmten viel Schlösser und slädlein, verbrannten auch das kloster Trultenhausen. Die armen flüchteten was sie konnten oder mochten, sie verbrannten und raubten alles, fiengen viel volk und schätzten sie alle urab geld, rosseisen, leder, gewand und anderes was sie bedurften. Aber man Hess solches nicht aus der stadl kommen, damit sie solcher dinge mangeln mussten. 1543. {K. Karl kommt nach Strassburg.) — Da mahnte man den ganzen bund im lande auf, auch kaiser Carl, der in Selz lag mit seinem söhne und baute Selz wieder, das er zuvor geschleift halte, sähe eine weile 1. Cfr. avec le texte de Koenigshoven, éd. Hegel, p. 486 ss. - 76 - zu, eingedenk etlicher Sachen, die sich unter könig Ludwig zugetragen. Doch kam er gen Strassburg mit vielen fürsten und herren, auch grossem Volk und legte sich bei S. Arbogast und Eckbolsheim. Da kam so viel volk, dass man den Englischen stark genug war. Da ward ein geschöllim lager, deiui einer von Strassburg hatte sich mit einem von des kaisers dienern entzweit; da ihm nämlich des kaisers diener nicht weichen wollte, hatte er ihn in den koth geworfen. Da wollte der kaiser ins strassburgcr lager fallen und sie erschlagen; da bat ihn der bischof Johann von Strassburg mit einem fussfall: doch liess er dem Ihäter den köpf abschlagen. 1544. {Die Englaender ziehen aus dem Lande.) — Nach dem lag er noch 8 tage still, da s[)raclicn der bischof und die stadl, warum man dem bösen volk nicht nachjage und es aus dem lande (riebe. Da sprach der kaiser, er warle auf mehr volks, denn die feinde lagen zu Dambach, Ebcislieim, Bcnfeld, Schletsladt und in allen flecken darum. Da zog man auf sie. Als sie solches hörten, zogen sie fort, raubten und verbrannten alles, viele klöster und kirchen im ganzen lande. Man zog ihnen nach bis vor Colmar, aber sie beraubten Ruflach, verbrannten auch alles darin, schlugen zu todt wen sie ankamen, schändeten weiber und kinder, und zogen eilends fort, in einem tag wohl so weit als die unsern in zwei tagen; gaben vor, sie wären auf forderung des kaisers herausgekommen; doch gab man dem keinen glauben. 1545. {Theurung und Sterben^ — Da man sie nicht ereilen mochte, zogen die bundesstände und der kaiser wieder zurück, und Ihaten die freunde eben so grossen schaden schier als die feinde, denn es in der ernte war, und mit den pferden viel verwüstet wurde. Es hatten auch die mäusse das körn auf dem felde wohl halb abgegessen; darauf folgte eine theurung wohl G jähre lang, dass ein fürtel auf 12, auch 14, bis in die IG Schilling galt; darob ein grosses sterbet erfolgte. Da hatte man etwas neues gesehen, da hub man an und trug auch beingewande oder hosen und lange socken und spitze schuhe, auch kappen die sonst die nonnen trugen. 1546. {Bischof Johann stirbt.) — Als die Englischen solchen grossen schaden im landu getlian halten und die armen ihr elend tag und nacht dem biscliuf. Johann klagten, war er ihnen beholfen was er konnte und mochte. Es gieng ihm aber solcher Jammer zu herzen, dass er von grossem leid krank wurde, starb also vor grossem herzenleid auf S. Creuztag im heibst, als er 12 jalire bischof gewesen, und ward zu Strassburg in S. Jonanns capell bei seinen valern von Lichtenberg begraben, die auch — 77 - bischöfe zu Strassburg gewesen waren. Nach seinem tod meinten viele leute er wäre heilig und thäte zeichen, denn ihrer viele riefen ihn an, die bald darauf gesund wurden, die machten ein gross geschrei. Zehand brachte man ihm viele opfer, und ward sein grab mit wachs, kerzen und andern opfer beschenkt. Ehe ein jähr herum kam, hatte man seine heilig- keit und wunderzeichen vergessen und kam niemand mehr. 1547. {Streitige Wahl eines neuen Bischofes.) — Darum kamen die domherren zusammen und erwählten abermals zwei an das bistum, herrn Haman von Kyburg, den dumpropsl, und herrn Johann von Ochsenslein, den dechanten. Sie waren auf beiden seilen stark genug, deshalben wollte keiner dem andern weichen: es wollte aber einer dem andern grossen vortel thun, wenn er weichen wollte, das wollte aber keiner thun: daraus erfolgte viel krieg, zank und Widerwillen das ganze jähr aus. 1548. (Münsterlhurm gebaut.) — Dies jähr ward der thurm am münster bis oben an den heim bei den vier Schnecken verfertigt und erbaut. 1549. {Ammeisterwahl.) — Dies jähr ward zum ammeister erwählt Fol. -213 Contz Müller; war bei den kornkäufern. l<>ßö 1550. {K. Karl nimmt sein viertes Weib.) — Kaiser Carl hat sein viertes weih genommen, herrn Boleslaus von Stein tochter, Elisabeth, des königs von Polen Schwester tochter, die gebar ihm den 15. februar zu Prag einen söhn, Siegmund genannt, der hernach könig in Rom wurde. 1551. {Johann von Lützelburg Bischof.) — Als die unhellige wähl und spenn zwischen beiden erwählten bischöfen noch währte und keiner weichen wollte, da bat kaiser Carl IV den papst für seiner Schwester söhn Johann graf von Leine und S. Paul, der war ein Franzoss^ Das bewilligte der papst, schickte dem kaiser die briefe und confirmation zu, gebot dem capitel und allen domherren diesen anzunehmen, und sollten diese beiden abstehen, die darum zankten; da ward abermals friede gemacht und ward keiner nichts. 1552. (Einritt des Bischofs zu Strassburg.) — Johann graf von Leine und Lützelburg, der that seinen einritt den 11. juni, 14 tage vor Johannis des läuiers; mit ihm kamen die päpstlichen und kaiserlichen legaten; alle geistlichen, auch die sladt, empfiengen ihn herrlich, wider ihren willen. 1. Johannes Luzelburgius, Gallus cognomiaatus ac cornes Liguiae, quoJ in Gallia educatus esset et patei- ejus comilatum Lyniensein gubernasset. (Note de Specklin, accompagnée d'un écusson dessiné à la plume.) - 78 - 1553. (Wese7i und Verivallung des neuen Bischofs.) — Er war eine herrliche schöne person, als man finden mochte. Er war aber zum regie- ren nichts nutz, die fünf jähre die er bischof war, versah er nichts, er liess alles seine rälhe und amlleute verwalten, die versahen alles nach ihrem nutzen, nahmen ein und gaben aus; er fragte nach nichts; alles sein thun stund darauf, dass er ruhige tage haben möchte mit essen und trinken, das musste köstlich zugerichtet seyn. Morgens früh, sobald er aufstund, und ehe er einiges vornahm, musste er eine gute suppe haben, ein ganzes huhn, fisch, vogel, wildpret oder gans; das ass er allein auf; das trieb er hernach den ganzen tag, das war seine grosse arbeit. Um seiner lüder- hchkeit wegen nannte man ihn bischof Leilach, auch etliche den kappen- fresser, dann er sie gern ass. Er liess alles gehn, wie es ging; er fragte nach niemand; es war ein jeder, woher er kam, fremd oder heimisch zu ihm, so er sagt, er wolle ihm dienen, war er mit ihm wohl zufrieden, befahl ihm zu geben, was er wollte; er begehrte keine rechnung, fragte auch nicht, wo es herkäme; essen und trinken war ihm das liebste, das trieb er bis in die nacht. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 675—676.) 1554. {Freiburger Fehde.) — Damals stund graf Ego von Freiburg mit der Stadt Freiburg noch in langwierigem krieg: darauf machten sie bündniss mit der Stadt Basel, Neuenburg, Breisach und andern mehr. Darauf nahmen sie dem grafen das schloss Berckhalten ob der Stadt ein und zerbrachen es; fanden viel gut, auch viel heiligthümer darin, das thaten sie in die kirchen. Welches den grafen verschmähet, und unter- stand sich die sladt zu gewinnen, und kriegten sehr auf einander. Und einmal um mitternacht, an Unserer frauen abend, wollte er durch verrath die Stadt einnehmen, ward aber durch einen der den anschlag hörte, gewarnet, und er holte dazu hilfe seiner multer brüder, herr Mathes von Schwanau und markgraf Rudolf von Hochberg. 1555. {Zwei Slrasshurger von Adel erschlagen.) — Da zogen die von Freiburg aus und gewannen die bürg Weiher und fiengen zwei junge von adel darauf, die waren von Strassburg, ein Zorn und ein Maller, die hatten gar nichts mit ihnen zu thun, die nahmen sie gefangen, und schlugen sie in dem gefängniss unschuldiger weise zu tod wirler alles rechte, da sie doch im bunde mit ihnen waren; zogen hernach mit dem bund vor Endingen, das des grafen von Isenburg war und belagerten solches. 1556. (Auszug der Zorn und ihrer Verbündeten gegen Freiburg.) — Da das herr Berlhold Zorn /u Strassburg, des knaben vater, erfuhr, wollte er solchen mord rächen. Er war ein frommer vornehmer ritter, und - 79 - beschrieb seine guten freunde von allen enden; da kamen auf 500 pferde zu ihm; es kam auch der markgraf von Baden, der markgraf von Hoch- berg, die grafen von Sahn, H. von Lichtenberg, Leiningen, Zweibiücken, Finstingen, Ochsenslein, Yssenburg, auf 5000 zu ross und zu fuss, zogen zu graf Egon, der unschuldigen mord und der Freiburgor troz zu rächen. 1557. (Die Freiburger werden besiegt.) — Als sie ins Bieisgau nach Fol. 244 Endingen kamen, denn die von Freiburg lagen um Endingen, samt den Baselern und ihren bundesgenossen (wollten die) nicht zwischen den herren und der Stadt bleiben, zogen auf eine höhe dem Rhein zu, nahmen den vorlheil ein, dass sie frei möchten streiten. Da geschah auf S. Lux tag der angriff und lagen die von Freiburg hernieder mit ihrem bund und wurden geschlagen. Man jagte ihnen über den Kaisersluhl nach bis vor Breisach ans thor; es wurden auf 1200 erschlagen und auf 400 im Hhein ertränkt, und viel hundert gefangen. Der Baseler blieben allein auf 800 tod. Sie fielen ins Breisgau, nahmen Sulzberg ein. 1558. {Friedensverhandlungen.) — Da ward ein anstand begehrt und legten sich die herzöge von Oesterreich samt andern dazwischen, und wurden viele tage gehalten. Es wurde auch ein tag gegen Strassburg gelegt und zu Unterhändlern erbeten. Die von Freiburg nahmen den bischof von Constanz und den bischof von Basel; der graf Ego von Frei- burg nahm den bischof von Strassburg und den markgrafen von Baden, Oesterreich und Wirtemberg als mittelmänner, samt vielen grossen herren und Städten mehr: denn viel schaden durch solche spenn geschehen und noch geschehen möchte, und ward einmütig gefunden, dass viel weger die Stadt und der graf von einander kamen, dieweil eben die herrschaft Badenweiler abgestorben, da sollte die Stadt Freiburg ihrem herren diese herrschaft dafür kaufen und ledig zustellen, hiergegen sollten sie auch ledig von ihm sein. Solches ward zu beiden theilen angenommen und bewiUigt. Sie kauften also diese herrschaft desto Iheurer, und liehen an 20 tausend mark silbers. Dieweil sie aber einen schirmherrn haben mussten, schlug man ihnen 3 vor, Oesterreich, Baden, Wirtemberg: also nahmen sie Oesterreich, das ihnen auch das meiste geld geliehen hatte, nämlich Albrecht und Leopold. Graf Ego zog gen Badenweiler, wo er und seine nachkommen begraben liegen. Doch behielt er den titel : graf von Freiburg. Hiermit ward friede. (Cfr. Kœnigshoven, e'rf. //e^e/, p. 793 — 795.) 1559. (A'. Karl kommt abermals nach Strassburg.) — Hierauf kam Carolus wiederum gen Strassburg, mit seinem jungen söhn Wenceslaus; heute sich, dass der feind aus dem lande war; zog den Rhein hinab, bis — so- in Holland, ward mil herzog Albrecht von Bayern, graf zu Holland und Seeland, könig Ludwigs söhn, freundschaft gemacht; der gab seine lochter Johanna kaiser Carl's söhn, Wenceslaus, zur ehe, und wurde das beilager hernach anno 70 an dem 18. november zu Newenburg gehalten. 1307 1560. (AmmeisterwaliL) — Dies jähr ward ammeister herr Johann Heilmann. War bei den tuchern. 1561. {Thurm zu S. Thomae ausgebaut.) - Damals ward der grosse thnrm zu S. Thomae ausgebauot und vollendet. Fol. 215 1562. {Auimeisterwahl.) — Dies jähr war Rudolf Wasicher ammeister. \'^CtH Er war bei den schiffleuten. 1563. {Die Juden werden wieder in die Stadt gelassen.) — Damals kam viel mangel und klage, dass riian sagte, die Juden hätten den leuten und handwerken geholfen, wenn man etwas bedurft hatte: da kamen ralh, scliüffen und amann zusammen, und ward erkannt, dass man die Juden wiederum in die Stadt empfangen sollte. Solches geschah, da man doch vor 20 Jahren so unbillig sie mit grossen martern verbrannt hatte und das ihrige genommen, den rath geändert und die meister entsetzt hatte. 1564. {Grosse Theuerung.) — Solches wiederbegehren der Juden machte die grosse theurung, welche am ganzen Rheinstrom war, also dass ein brot, eines taubeneies gross, galt 3 pfenning und ein fürtel frucht galt 2 mark fein silbers, und man konnte es doch nicht dafür bekommen. Da sagte man, die Juden hätten zu ehren der handwerke geld gehehen. Solche theurung machte die Juden wieder gut, von wegen ihrer anleihen : sie wurden mit conditionen wieder eingelassen, doch mussten sie 20 tau- send gülden der Stadt geben, damit sie schütz und schirm der Stadt gegen mäiinigllclit'n hai)eii möchten. 1565. [Krieg in Schwaben.) — Damals hat sich ein grosser spann, der der Stadt Strassburg hernach übel bekam, zwischen graf Eberhard von VVirlemberg und den reichsstädlen in Schwaben erhoben, weil sie seine unterthanen zu bürgern emplingcn, das w'ollteer nicht leiden, sagte, er habe deswegen freilieiten von kaisern und königen. Hiegegen zeigten die Städte, als Weil, Reutlingen, Esslingen und andere mehr, dass sie auch freiheiten hätten von kaisern und königen, und solcher macht. Darauf grif der von Wirtemberg die Städte an, raubte, brainite, und hieb ihnen bäume und reben ab. Die Städte hinwiederum nahmen ihm das vieh und anderes, wo sie konnten. Dieser krieg währte 3 '/« jah'', und wurden auf 1400 menschen erschlagen und viele gefangen, und auf 1 500 dörfer in den - 81 — landen verbrannt. Der von Eberslein überfiel den von Wirtend)erg im Wildbad, aber er kam davon. (Gfr. Kœnigsiioven, éd. Hegel, p. 832 — 833.) 1560. {Ammeislerwahl.) — Dies jabr ward erwählt zum ammeister 1369 herr Johann Kürnagel; war bei den Freyburgern. 1567. (JSeue Kirche zu S. Ciaren auf dem Woerlh.) — Damalen hüben die nonnen zu S. Clären auf dem Word an ihr kirchlein abzu- brechen und eine schöne kirche und kloster zu bauen. Die wurden in 6 Jahren fertig und geweihet. 1568. iSlrasshurger dem Kaiser nach Ilalien geschickt.) — Damals schickten die von Strassburg 20 gleven, das ist 80 gerüstete pferde, kaiser Carlo zu hilfe in Italia, da er aus geheiss des papstes den herzog von Mailand bekriegte (denn von wegen könig LuJwig, der herzog von Mailand auch im bann war) und Lomparten einnehmen sollte. Als es aber vertragen, kamen sie dieses jähr wieder heim. 1569. {Papst Urban bannt den Kaiser.) — Da solches papst Urbanus vernahm, dass kaiser Carolus den herzog von Mailand nicht erschlügen, noch vertrieben und das land eingenommen hatte, that er ihn auch in den bann, gebot den fürsfen einen andern könig zu wählen, da Carolus ein ketzer wäre an der kirche und den Christenglauben nicht hätte, und gebot allen fürsten und Städten, arm und reich : man suchte alle Verantwortung so könig Ludwig gethan hatte, wieder herfür. Dieweil aber der papst bald darauf starb, wurde solche unruhe vermieden und blieb kaiser Carl mit ruhe an dem reich. 1570. {Theurung.) — Dies jähr waren alle dinge am ganzen Rhein- strom theuer. 1571. {K. Karl in Hagenau.) — Kaiser Carl kam von dem chur- fürsten den Rhein herauf mit seinem söhn Wcnceslaus und ordnete zu Hagenau und im ganzen lande viel gute Ordnungen, damit das reich mehr in gutem wesen erhalten würde. Herrn Ludemann von Lichtenberg gab er Obermodern und anderes zu kaufen, wie auch andern vom reich. Der von Blankenburg, mit bewilhgung des kaisers, verkaufte dem Lichtenberg Ernolzheim, Griesheim, Utweiler und anderes mehr. Herr Siegmund von Lichtenberg kaufte von Siegfried von Fürdenheim und Bechtolf von Wilsperg, Dossenheim, Dettweiler und einen iheil von Herrenstein; das haben die von Strassburg hernach von ihm gekauft. Hochfelden gab er der Pfalz, kam hernach im krieg an Ochsenstein; darnach wieder an das reich. B. XXV. — (M.) 6 — 82 — Fol. 246 1572. {Ammeisterwahl.) - Dies jähr ward hcrr Johann Kantzier 1370 ammeister erwählt; er war bei den goldschmieden. 1573. {Bau der Stadtmauern). — Im frühling hub man bei S. Calha- rineii an die Stadtmauern mit zinnen zu erhöhen, und mit einem steinernen Umgang zu machen bis hinauf vor das Finkweiler am einfluss der ßreusch, damit in feindesnöthen die handwerker darauf stehen könnten. 1574. (Ochsenstein genommen.) — Damals geschah denen von Strass- burg viel schmach von herrn Rudolf von Ochsenstein von der bürg Klein- Ochsenstein. Da zogen die burger und handwerker aus und gewannen Klein-Ochsenstein und besetzten solches mit volk. Da aber also viel kosten wollte drauf gehen, und man besorgte, es möchte mit gewalt wieder ein- genommen werden, haben sie solches zerbrochen. Es ist wieder gebaut worden, desgleichen geschah hernach mit Ilennenberg (?) auch. 1575. {Johann von Strasshurg ivird Erzbischof von Mainz.) — Damals starb der bischof zu Mainz, da warb kaiser Cail IV bei dem papst, dass der bischof Johann von Strasshurg, sein veiter, möchte bischof da werden, wie er denn zuvor brief und siegel vom papst erhalten, und er wurde auch bischof zu Mainz. Aber Haman von Kyburg besorgte, der von Ochsenstein möchte ihn abermals hindern (wiewohl bischof Johann noch bischof war), da trug herr Hamann von Kyburg, dompropst, und mit seinen brüdern auch graf Bechtold von Küssergad, herr Reinhard von Windeck und Heinzmann von Neuenburg, Hugelin von Lörrach, Paulus von Steinbrunn, Hans von Ort, Claus Rucklinger, Oberlin Röderer, Eber- liardl Zullen von Sickingen, ein Zenger und andere mehr, an (dass sie den dechanl von Ochsenslein fiengcn) \ 1576. {Entführung des Domdechanten von Ochsenstein) — Die kamen bei nacht, nach der dritten wachtglocke in die Brandgasse in der von Ochsenstein hof (so jetzt der Hanauische hof ist); da zeigte einer an, er hätte einen brief, müssle ihn dem herrn dechant, Johann von Ochsen- slein, selbst geben. Der herr versah sich nichts böses, sobald er kam, fielen ihn die andern alle an, verhielten ihm den mund und trugen ihn ohne gegenwehr geschwind durch's Richtersgässle, so man jetzt den Sclilupf nennt, nahe bei des lolmherren haus durch. Da stand ein schiff im graben, darauf bestellt, fuhren mit ihm auf die ßreusch, zur Stadt hinaus auf dem Rhein davon. 1. Les mots entre parentlièsc ont 616 ajout6s par M. Jung. En copiant Kœnigslioven, Spccklin les avait oubliés. — m — Der junge rief (denn die diener assen) und ehe sie ihre waffen nahmen, waren sie schon hinweg. Sie liefen in die gassen unn zu suchen, kamen zu herrn Hans Kantzier, dem ammeister, baten um hilf; auch zu den andern meistern. Die waren auf, suchten ihn die ganze nacht in der Stadt. Morgens war man zu ross und fuss auf, fragte und suchte auf allen Strassen; kein mensch konnte nichts erfahren, und ritten deshalb wieder heim. Der dompropst hatte sich verborgen, dass man meinte, er wäre nicht in der Stadt, damit kein argwöhn auf ihn käme. Am dritten tag kam bol- schaft, wie der von Ochsenstein auf Windeck wäre, und hätte der von Windeck solches aus geheiss des dompropsls von Kybiirg gethan. Darauf ward angezeigt, dass der von Kyburg heimlich in einem hansim Oelgässle bei S. Stephan in eines priesters haus verborgen läge. Da nahm der am- meister etliche herren vom rath und die diener, und fiengen den dompropst und legten ihn gefangen in einen thurn am W^einmarkt. Es waren stets zwei vom rathe und seiner diener auch zwei bei ihm, dieweil er gefangen lag. 1577. {Die von Sirassburg belagern Windeck.) — Da also der herr dechant auf Windeck gefangen lag, verschmähet es die Stadt sehr, dass wider ihre freiheiten ein mann mit gewalt gefangen und aus der sladt geführt worden: denn wer gefangen würde, sollte es durch meisler und rath werden, und bei ihren eiden ins gefängniss gelegt werden. Als der von Windeck den von Ochsenstein zu recht nicht ledig stellen wollte, zogen die burger und handwerker aus vor Windeck, und lagen auf 14 tage darvor. Dieweil redeten viele herren dazwischen, dass ein anstand des kriegs gemacht wurde, und hoffte jedermann der herr dechant würde ledig werden. (Gfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 805—806.) 1578. {Ammeisterwahl.) — Da ward wieder ammeister Götz Willhelm; ^ol- ^47 war bei den melzigern. ^"^'^ 1579. {Lamprecht von Büren zum Bischof erkoren.) — Als nun beide herren, der dompropst von Kyburg und der dechant von Ochsenstein noch gefangen lagen, und man keinen bischof ohne sie wählen konnte, da bat könig Karl den papst abermals für den bischof von Speyer, Lamprecht von Büren; der war eines schiltigen ritlers söhn aus dem Elsass, Wilhelm von Büren genannt. Der war erstlich ein mönch zu Neuweiler, darnach abt zu Gengenbach, darnach bischof zu Brixen, darnach 14 jähre bischof zu Speyer, ward wider Eberhard von Landeck bischof von Speyer, von Urbano V. und Carolo IV. eingesetzt; hernach bischof zu Sirassburg, und verhinderte die wähl, dass die herrn gefangen lagen. Er war ein frommer — 84 — untl liocligelehrter herr. Der papsl und der kaiser gaben ihn dahin wider aller domherren wissen und willen. Da war alles in nncinigkeit. Darauf kam bischüt' Lamprccht von Büren von Strassburg liinweg und ward erz- bischof von Mainz, auch aus Vorschub des papsles und des kaisers. Den hatten die donnherren eben so gern, wie die von Strassburg. 1580. {Windecker Fehde.) — Als man lange gethädigl und den dechant nicht konnte ledig machen und der von Windeck darauf drang, dass man den dompropst sollte zuvor ledig geben, worauf auch der dom- propst drang, das wollten etliche domherren, auch die Stadt nicht Ihun. Deshalben machten die von Strassburg eine Schiffbrücke über den Rhein und hüben auch an und schlugen mit pfählen eine brücke über den Rhein erslmalen und führten das volk zu ross und fuss hinüber, und verbrannten dem von Windeck das ganze Bühlerthal und was er darum hatte. Darauf verheerte der von Windeck denen von Strassburg was er vermochte. Da nun der krieg auf jähr und tag gewährt hatte, ward der dechant von Ochsenstein durch seine freunde ausgelhädigt und mussle dem von Windeck für den schaden 4000 goldgulden geben und 60 pfund für den az, und ward darauf ledig. Hierauf wurde dem von Windeck die sladt Strassburg sein lebenlang verboten, bei leib und gut. Der dompropst lag aber noch wohl ein jähr lang, so dass er 2 jähr und drei wochen zu Strassburg gefangen lag. Zuletzt wurde er ausgethädigt, ohne alle engeltniss, musste aber 400 pfnnd pfennig für den az geben. Da nun der von Ochsenstein ledig war und dem von Windeck die Stadt verboten, konnte der von Ochsenstein solche schmach nicht wohl rächen: deswegen trug er mit einem fremden ritter an, der nahm den von Windeck gefangen, und musste sich um 2500 gülden lösen, und während er ge- fangen lag, Hess ein knecht auf Windeck ein licht im stall foUen, davon gieng die bürg Windeck an, und verbrannte mit allem was darin war. Darnach baute herr Rienwalt von Windeck die bürg wieder auf. Solches gönnte ihm der von Ochsenstein wohl, denn er ihm viele schmach ohne ursach gethan halte. (Cfr. Kœnigsiioven, éd. Hegel, p. 800—807.) 1581. {EinrUl des Bischofs in Strassburg.) — Auf Unserer frauen abend der jünger, es war der 7. September, ritt bischof Lamprecht ein zu Strassburg, und empficngon ihn die domherren und die Stadt, wider ihren willen. Er war ein verständiger, gelerler mann, aber zum kriege halte er gar keine lusl, liess vieles um des friedens willen geschehen; darum - 85 - hassten ihn die domherren und die ganze lilleiscljafl, gaben auch nicht viel auf ihn, seines niedern Standes halb. 1582. {Grosses Sterben.) — Dies jähr wor ein gross sterbet, darum ward S. Nicolaus capelle über der Ureusch also reich, dass sie die kirclio grösser und auch den hohen Ihurn bauten. 1583. [Johanniter in Strassbunj.) — Dies jähr sollen die Johanniter erstlich in S. Johanns kloster gekommen seyn. 1584. {Erdbeben.} — Den 1. Juni und auf Unserer frauen lag ge- schahen zwei grosse erdbeben zu Strassburg. 1585. {Eine Aenderung des Ralhes.) — Es starb auch der animeister herr Götz Wilhelm. Da ward wiederum eine aenderung des raths, dieweil die ammeister so kurz regierten, und machte man 4 meister und einen ammeister, die sollten 10 jähre an einander regieren. Und waren das die meister, herr Hans Zorn, herr Heinz von Müllenheim, herr Hans Schilt und Gross Fritsch von Heiligenstein, und ward ammeister Heinrich Arg, ein weinmann^ der blieb 7 jähre lang und starb. Darauf hub dieselbe Ordnung wieder an und wurde ein neuer brief gemacht, den man schwören sollte, wie folgt. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 781.) 1586. {Schivörbrief von iSli.'^) hl gottes namen amen. Wir die meister, derrath, dieritter, die knechte, Fol. 248 die burger, die handwerke und die gemeinde, beide reiche und arme zu Slrassburgk verjehend an diesen gegenwertigen briefe, dass wir gemeinig- liche und einmütikliche überein sind khomen und uffgesetzt handt ein gemeine gerichte: gott zu ehren und der statte Strassburg zu nutze und frommen, und auch gleich zu richtende dem armen als dem rychen, in alle wiese, also hienach geschrieben stahl, und ist das gerichte zu dem ersten. So sollend die ethe und zwentzig, die von den handwerk wegen in dem ralh sind, und der ammeister in den achten tagen, eh der rath abzäth, einen ammeister kiesen, der ein handwerkmann ist, den sie trauwent uff yren eidt, der der slat zu Slrassburgk, arm und reiche und aller mennig- lich, aller nutzest weo:est und allerirlichest sei, und soll och der nit lanirer ammeister seyn, danne ein jähr, Were aber dass der ammeister in dem jähr abgienge, dovor gott sey, so soUent die vorgenanten ethe und 1 . Die Abschrift ist zwar in dem XVI. Jahrhundert geschrieben, aber nicht von Speck- lins Hand; der Abschreiber hat manches verschrieben, und die Orthographie vemach- lässigt.-(Note de M. Jung.) — 86 - zwentzig, die von den liandwerk wegen in dem ralli, einen andern hand- werkmann kiesen zu einem ammeister, den sie truwent uff ihren eidt, der der stal zu Slrassburgk, arme und reiche, und der gemeinde allergleichest, nützest und wegest si, ohn alle geverde und arge list, und soll ouch der neuwent den ralh untz (sie) ammeister sein und bleiben. Zu gleicher wise were es dasz der ammeister siech würde, sosollenlouch die vorgenannten ein und zwentzig einen andci'n an seiner stahl kiesen und setzen; und soll ouch (1er ammeister sein, alle die weil untze dasz der ammeister genieset; darnach so soll der rath gemeinliche vier erbare unversprochene biedermannen zu vier meislern des vorgenannten unserer stat zu Slrass- burg kiesen: sie seint von ritlern, von knechten, von burgern oder von handwcrkleutcn, die sie truwent uff ire eidt, die der slat zu Strassburg, beide reiche und arme und dergemeindealler nutzest, bestund gemeinest seind, und soUent ouch die nit lenger meister sein, denn jeglicher ein viertel jahrs, den rath uss : und soll noch je ein rath in den acht tagen eh er abgeht, einen andern rath kiesen, denn sie ouch uff ihren eidt der slat zu Strassburg, reiche und arme, und allermenniglich allernutzest, wegest und allergleichest sei; und soUent von rittern und von knechten eyliffe gekosen werden in den rath, und siebenzehn von den burgern und Fol. 249 von den handwerken ehtwe und zwentzig, und sollenl von denselben sechs und fünfzehn vier meister gekosen werden, die der stat zu Strass- burg, arme und reiche, allernutzest und gleichest seint; man soll auch scliwöien, dem vorgenannten ammeister und den vier meistern und dem ralh und ihrem gerichtc gehorsam zu scinde, und gelrewlich zu ralhen und beholfen zu sinde gegen allem denen die sich gegen ihnen und ihrem gerichte setzend oder setzen wollent, doch soll des ammeisters eid vor allen dingen vorgehen. Der vorgenannte ammeister und die vier meister und der rath sollenl ouch schwören den rittern und den knechten, den burgern und den handwerken, und der gemeinde, arme und reiche getruwiich zu behufhende und zu verwarende, also ferne sie könnent und mögenl mit liebe und mit guette und gleich zu richtende, dem armen also dem reichen ohne alle geverde. Wir haut ouch verschworen die kuren, die wir battent an den ralh, dass wir die nymmer gefordernt und geschaffent geforderte werden, in dheinen weg ohne alle geverde. Wenn ouch ein knabe achtzehn Jahr alt wird, er sei von rittern, knechten, burgern oder von handwcrkleutcn, der soll schworen diesen brief stets zu haltende, und soll man auch den bürgern, meister und rath bei dem eidt, wo man es weiss oder befindet, dass er nit geschworen habe und wolle nit schwören, das soll meister und rath erkennen, wie er es bessern soll. - 87 - Und soll man oucli diesen hrief alle jähr scliwörcn, stets zu habende, wenn ein ralh abgeht, darnach in den aclilen tagen, so der neuvve rath gescliworen hat. Es soll auch der ammeistcr, noch die vier meister, die zu meister gesetzt werdenl, noch dheiner in den ralh, noch niemand von ihrenwegen dheinerlei schlechte miete nehmen noch mietcwon, in dheinem weg bei dem eidt, den sie darumb geschworen hanl, alle die- weilc sie in dem rath sint, und wer die miete nehme, der soll meineidig sin, und wo es meister und rath befindet, die dann meister und rat sint, die sollent es rechten bei dem eidt ohne alle geverde. Wäre ouch, dass gott wende, dass ein geschelle würde, so soll sich niemand waffcncn, es war denn dass man die mortglocken leute, und soll ouch niemand heissen leuten, denn ein ammeister, der dann ammeister ist, und wenn man sie also leutet, so soll menniglich zu fuss vor das münster, und da bei dem Fol. 250 ammeister und den andern meistern bleiben, und wenn sie der ammeister und die meister heime heissen ziehen, so sollent sie bei dem eidt unver- zügenlich heimziehen. Wäre aber, dass ein feuerausgienge, so sollent sich die handwerker wafirien und für das münster ziehen zu dem ammeister und den meislern, und sollent die rilter, die knechte und die burger sich nit waffnen, es wäre denn dass der ammeistcr und die meister nach ihnen sendend, so sollen sie sich waffnen und zu ihnen kommen, bei ihrem eidt, und was sie sie dann heissent thun; das sollent sie gehorsam seint zu thundc, ohne alle geverde. Wäre es ouch dass ein crbar mann ungeverlich komme ritende vor das münster, der soll das pferd wieder heim schicken unverzogenlich, ohne alle geverde. Wer auch der wäre, der wider diesen vorgeschriebenen hrief und wider das gerichto Ihäte oder wider einen artikel, der darin geschrieben stat, oder schuffe (dass) dawider gethan werde, und das kundhch würde meister und ralh, die zu den Zeiten meister und rath sint, der soll meineidig sein und soll sein burgrechl verloren haben; und soll nymmermehr zu Strassburg in den burgbann kommen, noch burger werden, und sollent auch seine leben den herren ledig sein. Ist es dass meister und rath urteilend dass sie ledig sollen sein und soll sein leben und gut meister und rath gevallen sein, und soll sich auch meister und rath alles seines gutes underziehen und nehmen, es sie in dem lande oder in der stat, also ferne sie vermoegent bei dem eidt, ohn alle geverde. Und (sollen) ouch meisler und rath dies gut nit wiedergeben bei ihren eidlen, und welich meister und rat dies nit richtend, von dem, oder von den die dies verbrechent, die sollent mein- eidig seyn und erlös, und sollent nymermchr meister noch ralh zu Strass- burg werden. Fol. 251 Und der vorgenannten dinge zu ewiger ganzer Lestätigiing so ist unserer stelle gross insiegel zu einer uikund an diesen brief gehenkt, mit der rilter, knechte, burger und handwerkleule insiegel, die hernach geschrieben stehen : Wier 1. Claus Zorn von Bulach, 3. Johans Zorn der eller, 5. Johans von Müllenheim, 7. Eberlin von Müllenheim, 9. Bechtold Zorn, 11. Johans Schilt, die herzu gckoscn wurden von der litlcrn und knechten wegen diesen brief zu siegeln, 2. Gosse Engelbrecht, 4-. Hans von Grossen, 6. Erbe Loselin, 8. Julians Albrecht Rulenderlin, 10. Claus Knobloch, ritler und wir 1. Cunlze Bocke, 3. Wcrnher Sturm, 5. Johans Merswein, 7. Peter Rebstock, 9. Bechtold Mause, 2. Claus von Heiligenstein, 4'. Johans Mollesheim, 6. Johans Lentzelin, 8. Eberlin von Schönnecke, 10. Cunz zum Treybel, die herzu gekosen wurden t von der burger wegen, 2. Johans Heil mann, 4. Götze Wilhelm, 6. Johann Monnelsheim, 8. Rudolf Lumbar, 10. Hanse Carle, 12. Wallher Waszicher und wir 1. Hans Gantzlcr, 8. Ruiin Barpfennig, 5. Johans Kurnagell, 7. Conrad Müller, 9. Claus Nellesheim, 11. Heintze Arge, und Hanneman Schiler, die ouch herzu gekosen wurdent, diesen brief zu besigelnde von der band werker wegen, verjehent dass wir unsere insiegeln zu einem wahren urkundt der vorgehnden dingen an diesem gegen- wärtigen brieff, zu der statte insiegel zu Strassburg haut gehenkt. Der wart gegeben an dem ersten montags vor sanct Agnes tage, in dem jähre da man zalle von Goltz geburde dreyzehn hundert jähr sibentzig und ein jähr*. 1587. (Rulman Merswin und der Bau des Johannisklosters.) — Dies jähr 71, als der bau der regulirten lierren im Grünen Wordt ziemlich in abgang gekommen war, kam der wördt darum in des abtes von Altdorf bänden, da kaufte es herr Rulmann Mehrscliwein, ein burger von Strass- 1. Eine siiatcic Haiul hat daiilbcr gcsclirieben : achtzig. (Note de M. Jung. - 89 - bürg, dem abl von Altdorf ab (einen grossen platz zum alten kloster, denn ihm sein weib Gertrud von Rutenheim dies jähr starb und da begraben liegt) zu einem gotleshaus; baute eine sclu'ine kirche dahin (die noch da steht), hart neben die alte kirche, also dass beide chor neben einander stehen, aber die beiden kirchen sind nur eine kirche, und baute solches in der ehren Johannes des täufers und des evangelislen. Der hat es den geistlichen ordcns S. Johannis geschenkt, mit vielen gülein hoch begabt. Er selbst ist sein lebenlang darin geblieben, hat viel gute bûcher geschrieben, und solches 1378 auf Simon und Judä vollendet. 1588. {Rulman Merswin's Tod) — Rulmann Schwarber {sie) starb 1382 den 15. calendas augusti, liegt neben S. Johanns altar mit seinem weih begraben. (Cfi-. Kœnigsiioven, éd. Hegel, p. 733.) 1589. {Neubau des Johanniterklosters.) ~ Nachdem aber vor 50 jah- fol. 2:y2 ren die Tempelherren alle erschlagen und die guter den neuen ritlerbrü- ^'^'^^ dern S. Johannis orden zuertheilt worden, und hernach die comthuren zu Schlettstadt dem haus zu Strassburg in pfandweis eingeben worden, welches sie noch in banden haben, wiewohl die ritter solches von ihnen jetzt wieder begehren und also im rechten darum stehen, da hub man an das alte Johanniterklosler zu Dorlisheim, so die Tempelherren hatten, wieder aufzubauen, denn es alt war, und (wurde) von den nachbauern zu Molsheim und andern sehr gebessert und schön gebaut und den Johanni- tern von diesen übergeben. 1590. {Erdbeben.) — Freitag vor S. Velltens tag morgens geschah ein grosses erdbeb en. 1591. {Sterben und Kirchenbauten.) — Dies jähr währet das sterbet noch, denn es auf jähr und tag währet in Stadt und land; und wurden oft in einem tag 100 leichen begraben. Davon wurden die pfarrkirchen sehr reich, also dass S. Martinskirche gar abgebrochen und von grund auf umgebaut wurde; die kirche zum alten S. Peter wurde auch gar abge- brochen und von grund auf mit dem hohen thurm gebaut, wie auch S. Claus, die die Spender gestiftet vor langen jähren. 1592. {Theuerung.) — Darauf folgte theurung in allem, allein in fruchten nicht, also dass Fritsch von Heiligenstein gab 1 pfund erbiss und 1 pfund feigen in gleichem geld und gewicht, und wurden doch die erbiss viel pfund höher und besser geachtet denn die feigen. Es war der wein auch also theuer, denn man keinen baute, auch keiner wuchs, dass man erlaubte den wein zu geben wie man wollte. Da gab man 1 maas wein um — 90 — 4 schilling und auch um 40 pfennig, den nächsten um 32 strasshurger pfennig. Da brachte man wein von Worms und Speyer, auch von Zürich und Basel, und ehe der august vergieng galt 1 mass 3 pfennig. Also galt dies jähr l mass wein und 1 fürtel waizen gleich geld, nämlich jedes 4 schilling. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 8G9.) 1593. {Weinpreise.) — Auf S. Mauricius tag galt auf einen tag 1 mass wein am morgen 1 schilling, darnach 10 pfennig, darnach 8 pfennig, darnach 6, und ehe es nacht war, galt 1 mass 1 pfennig. Dies jähr war ein solcher grosser herbst, dass man das ganze jähr den wein zopfte, i mass um 1 pfennig, den besten um 2 pfennig. 1594. (Erdbeben.) — Auf Maria gehurt kam zu Sirassburg ein grosses crdbeben. 1595. {Münsterglocke) — Damals wurde die schlagglocke auf dem münster gemacht. 1596. {Würtemberger Fehde mit den Staedten.) — In dieser zeit erhob sich misshelligkeit zwischen dem grafen von Wirtemberg und den Städten in Schwaben, die kriegten aufeinander und verderbten das ganze Schwabenland mit raub und brand und todtschlag zu beiden Seiten. Da nahmen die von Reutlingen dem Wirtemberger den 16. martii abermalen viel vieh; da rannte graf Eberhard von Wirtemberg und sein söhn Ulrich mil vielen reitern ihnen nach und eroberten das vieh wieder, und rannten ihnen nach bis ans thor, stiegen von den rossen und stritten zu fuss; da fielen die andern burger gewapnet zum andern thor hinaus, fielen hinler ihre feinde und vorne. Da sprang der von Wirtemberg verwundet auf sein pferd und kam davon. Es wurden aber drei grafen erschlagen, der von Schwarzenberg, einer von Zollern und einer von Sickingen, und 72 ritler und edelknechte, ohne das gemeine volk. An burgern wurden 16 erschla- gen, denn man nahm niemand gefangen. Da legten sich herren und städlc in einen verlrag und wurde ein anstand gemacht. Auf solches wurden die Städte etwas stolz, denn der von Wirtemberg musste viel zinse und gülten verkaufen, denn viel leistungen auf ihn geschehen, das wollte er nicht leiden und meinte ein jeder theil, er breche den frieden. Darauf niachleii die Städte in Schwaben einen bund. Da machten auch die schwäbischen herren einen bund wider die Städte, samt allen ritlern und knechten, und am Rhein. Die hatten drei gesell- schaCten : in Bayern, S. Geoigon; S. Wilhelm in Schwaben, Franken; die Panlhier- und Löwengesellschaft am llhein. Jedcgcscllschaft trug vongold 91 — und Silber ihr zeichen auf den kleidern. (Cfr. Kœnigshoven, cd. Hegel, p. 835.) 1597. {Mitglieder des Loewenbiindes im Elsass.) — Und waren diese in der Löwengesellschaft, aliein im Elsass, nur grafen und herrcn, die rilter und edelknecht nicht mit gemeldet. Lamprecht, bischof zu Strassburg. Jacob, Siegmund, bischof zu Metz, Friedrich, (sie), bischof von Worms, Hugo, grafen zu Vinstingen, • herren zu Lichtenberg, Wolf zu Zweibrücken, Friedrich zu Saarwerden, Hanemann, Friedrich, Ludeman, Ulrich, Siegmund, Johann, Heinrich, Johann, Simon, Veiten, Hugelmann, grafen zu Vinstingen, Emich, Johann, graf zu Salm, Wolraff, graf zu Lützclstein, Diebold, graf zu Blankcnburg, Siegfrid von Leiningen, Johann von Saarwerden, Haman ) „• . c,. „T , }zu iJilsch, Simon Wecker ) Johann zu Salm, Hans, Claus, und auf 500 vom adel, rittern und edelknechten. herren zu Dachstuhl, Doch nahm der bischof von Strassburg die sladt Strassburg aus: wider diese nichts zu Ihun. Aber in den andern zwei gesellschaften, unter dem schwäbischen und anderm bunde, waren zu obgenanntem rheinischem bunde der herzog von Bayern, herzog Ruprecht am Rhein, der burkgraf von Nürnberg, bischof von Bamberg, Würzburg und andere mehr. 1598. {Der Rheinische Bund.) — Da das die städte am Rhein befanden, wussten sie nicht über wen es sollte zuletzt gehn; derhalben machten alle Städte am Rhein, Strassburg bis gen Frankfurt, zu beiden seilen, auch einen bund, wenn man sie wollte unschuldiger weise angreifen, einander behilflich zu sein, das ward genannt die rheinische bank. Doch nahm Strassburg ihren bischof auch aus. 1599. {Verhandlungen mit dem Schwaebischen Bund.) — Als nun der schwäbischen fürsten und der rheinische bund gemacht war, daneben die rheinische bank, auch ein besonderer bund, da machten die schwäbischen Städte auch einen bund, und bewarben sich um die rheinische bank auch, und schickten ihre vornehmen boten gen Strassburg, mit bitte, dass sie mit in ihren bund wollten eintreten. Fol. 233 — 02 — Solches nahm mon in bedacht: da widerriethen die edeln und weisen in Strassburg, zeigten an, dass solches ein schwerer handel wäre, das sich die rheinischen slädle sohlen in der schwäbischen alle kriege legen, und das sie nicht angicnge, sohlen helfen ausliagen, dazu mit grossem schaden. Der hund wäre allein angesehen sich zu beschirmen und nicht andere dadurch zu bekriegen und hiemit feindschaft zu überkommen mulhwiliigerweis; das elwa ein ganzes land entgelten müsste. Dazu hätten sie von ihren allen oft hören sagen (die ganz weise, fürsichtige leute gewesen sind), dass man nimmermehr keinen bund über Rhein machen solle, insonders mit den Schwaben, welches bedenken jelzund vorfiele, dann sie nimmermehr würden zur ruhe kommen. Aber die Schwaben schwalzten also viel, dass aller guter ralh nichts half, und giengen die rheinischen slädle, wider aller w^eiser leute ralh, hilfe und bündniss ein. (Clr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 836.) 1600. {Die Edlen müssen der Stadt schwoeren.) — Darauf wollte man auch wissen, in welcher bündnissen die edeln und burger zu Strassburg wären, und welche burger oder nicht wären, denn es sprachen viele, sie sässen in der Stadt wie ihre altvordern auch; wann sie dann der Stadt bedurften, sprachen sie meister und rath an, ihnen wie sesshaften bürgern beholfen zu seyn, dies ward ihnen willfahrt. Wann aber die stadl noth Fol. 254 angienge und man sie ansprach, sagten sie, es gieng solches sie nichts an, denn sie keine bürger wären. Also wollten sie beide rechte zu ihrem vor- theil haben. Darauf erkannte meister und rath, dass alle die von adel und burger, so in der stadl wohnten, sich in monatsfrist erklärten, ob sie wollten der Stadt schwören, wie andere burger auch, oder sollten die Stadt meiden 10 jähre lang. 1601.^ (Fehde mit Johannes Erbe.) — Dies giengen ihrci' viele ein, als einCibillige forderung, aber herr Johann Erb, ein ritter, wohl befreundet, wollte solches nicht ihun, und meinte solches mit trotz zu erhalten. Darauf ward ihm bei leibstraf die Stadt 10 jähre lang verboten, oder so lange bis er dieser erkennlniss nachkäme. Daraufzog er mit zorn von Strassburg zu herrn Burkhard von Vinstingen, der gern solche händel hatte, bewarben sich um hilfe und sagten der sladt Strassburg ab, griffen die Stadt und ihre burger an. Es war aber herr Eppo von Haltstatt ritler, der sehr reich war, auch ein burgor zu Sliasshurg, der wolmie zu llerrlisheim, obwendig Colmar. Da sanimelle herr Johann Erbe alle bösen schelmen, diebc und mörder zu- — 93 — sammcn im lande, was er lial)en moclile, und fuhr mil ihnen hcimUcli gen Ilerrlisheim, sie erstiegen bei nacht die barg, gewannen sie, und nalimen herrn Eppo gefangen. Ei- befahl den bösewichlern, dass sie herrn Eppo und die bürg sollten wohl bewahren und verhüten, er wolle hilfe hohlen. Hiemil nahm er auf der bürg alles geld,kleinod und Silbergeschirr und fuhr damit hinweg und liess die andern hüben. Solches erfuhr herr Murle von Wallensec', der landvogt zu Eusisheim, kam morgens früh, als Johann Erb kaum hinweggekommen, belegte die bürg und Stadt, dass niemand heraus kommen konnte, schickte gen Colmar nach hilfe; die schikten gen Sirassburg, da kamen die von Strassburgbald, belagerten die bürg und gewannen sie samt llerlisheim, das slädllein ; machten herrn Eppo ledig und fiengen seine wächler, darunter 50 bös- wichter waren, die dem land mit rauben und stehlen grossen schaden gelhan hatten. Da wurden 3 gerädert, 16 gehenkt, die anderen wurden geköplt, bis auf drei, die behielt man, damit man den krieg wollte ver- richten. Hiezwischen legten sich viele in diesen krieg zu vertragen, welches geschah, und wurde verglichen: doch sollte Hans Erbe die 10 jähre von der Stadt bleiben, und wurden die drei aufgrossebürgschaft ledig gelassen. Ehe aber die 10 jähre herum waren, wurde herr Hans Erbe zu Illkirch von dem Weissen Zorn zu lod geschlagen. (Gfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 802-803.) 1602. {Bau des Karmeliterklosters.) — Damals ward das karmeliter- kloster und kirche bei der Spitlelgrube gar fertig und geweihet. 1603. {Kloster zu Dachstein.) — Damals that bischof Lamprecht die augusliner mönche, die bischof Johann zu Dachslein kürzlich gestiftet hatte, aus dem kloster; gab ihnen jedoch ihre Unterhaltung in andern klöstern, und ordnete andere mönche, die ein besseres oder strengeres leben sollten führen; er hat sie aus dem kloster von der Obern Steig hinter Maursmünster genommen, und dahin gesetzt. 1604. {Martinimesse gestiftet.) — Damals überkamen die von Strass- Fol. -255 bürg, mit des römischen königs willen, eine fi'eie messe zu kaufen und zu 137ö verkaufen (aus) allen landen, und sollte die messe vier wochen währen, nämlich 14 tag vor und 14 lag nach Martini. Solche freiheit kostete grosses gelt. Ueber acht jähre wurde sie wieder abgestellt, denn die bürger sagten 1. Das Wappen des Herrn von Wallensee war hier in der Specklin'sclien Handschrifl am Rand eingezeichnet. (Note de M. Jung.) - 94 - sie wäre mehr schädlich denn nülzhch. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. lU.) 1605. {Grosse Braende.) — In der fasten gieng ein grosses feuer auf in der Viehgasse, und es war ein grosser wind, und es verbrannten auf beiden seilen und darum auf 80 häuser, bis an das Metzgerlhor blieben nur vier häuser stehen. Auf Jacobus hatten etliche fremde knechte gedroschen bei dem Weissen Thurn, und meinten es wäre ihnen unrecht und schmach widerfahren, da legte einer ein feuer ein, davon verbrannte die ganze zeile zu beiden enden und bis S. Aurelien herum, bis an das Teutsche Haus, und geschah grosser schaden, denn alle scheueren voll fruchte lagen. lieber 7 wochen wurde auswendig des Weissen Thurnszu Königshoffen abermalen ein feuer eingelegt, dass die lange zeile häuser mit einander verbrannte, wider den Bruch vor dem Weissen Thurm und dem Wick- huss, und Königshoffen brannte ganz ab, und geschah abermals in scheueren an körn grosser schaden. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 754, 755.) 1606. {Erzbischof Johann von Mainz stirbt.) — Damals starb auch der erzbischof von Mainz, Johann von Leine, gewesener bischof zu Strass- burg; man sagte, er wäre zu Eltfeld mit gift vergeben worden. Er liegt im Rheingau im kloster Erbach begraben. 1607. {Bischof Johann erkauft die Landgrafschaft Elsass.) — Es kaufte auch bischof Johann von Sirassburg von graf Ludwig von Oeltingen, der die letzte landgräfin hatte, und von denen ein söhn (vorhanden), und der landgraf verordnete, dass dem söhn die landgrafschaft seines weibes halber beständig zustehen sollte. Und überkam also der bischof mit bewilligung des kaisers den titel. Noch war landgraf Hans, der der aller- letzte, im leben; er starb 1376. Die landgrafen führten nun auf dem heim den but, die andern aber die Jungfrau; dies wurde aber wieder geändert und das älteste kleinod, nämlich die Jungfrau, wieder darauf geordnet. Doch trug damals das einkommen der landgrafschaft nicht so viel als die summe mochte ertragen nach dem liauptgut, welches er für eine grosse Sünde hielt; er beichtete es dem papst, begehrte absolution von ihm, welches er auch erlangte, denn er ganz sparsam war; damit half er seinen freunden, auch kindern und enkeln, deren er etliche hatte, sehr auf, denn er milde gegen sie war; doch sparte er es an anderm. \M\ 1608. {Grosses Wasser.) — Damals hat es fast den ganzen winter geregnet, und waren in allen landen grosses vvasser. Da sprangen im — 05 — Elsass etliche berge von einander und sprang das wasser also gewallig heraus, dass es steine wie mühlsleine, forttrieh, auch bäume und ganze häuser. Der erste erdbruch geschah auf den 12. jänner, der andere auf S. Agnesen tag, der dritte auf S. Veltens tag, die Ihaten den grössten schaden; und fuhr man durch die Stadt in den Strassen mit schiffen, die leute zu holen. (Gfr. Kœnigsiioven, éd. Hegel, p. 866.) 1609. {Ggschoell der Rebstock und Rosheim.) — Auf S. Jörgen tag nach dem nachtessen sassen beide geschlechter, die von Rossheim und die Rebstock bei S. Thoman, auf ihrer trinkstuben, und wurden slössig, also dass ihrer drei von Rossheim erschlagen wurden. Da klagten die von Rossheim als wenn es ein mord wäre. Aber meister und rath erkannten es für einen todschlag. Deshalb wurden 12 person von den Rebstocken 10 jähre die Stadt verboten. Die zogen gen Molsheim und wohnten da. 1610. {Lothringische Fehde.) — Damalen hatten die von Müllenheim, die burger zu Strassburg waren, etlichen Lothringischen viel schaden zugefügt, die spenn mit ihnen halten, aus dem Willerthal, welches ihnen war. Da zog der herzog aus Lothringen heraus, verbrannte das Willer- Fol. 257 thal, auch Scherweiler, und was den von Müllenheim war. Er zog auch vor ßergheim und that manchen stürm davor: sie wehrten sich redlich, also dass er musste abziehen. Da kam er vor S. Bill, dem bischof von Strassburg zuständig, nahm es mit gewall, sagte, es gehöre ihm zu. Das liess bischof Lamprecht gütlich fahren, wollte darum nicht kriegen, denn er nicht grosse freude halte, wider einen solchen feind zu streiten; so war er auch nicht grillig auf geld. Er legte keine collecten auf die geist- lichen, nahm auch nichts für die confirmation der prälaturen, aber sie haben es hernach wohl gelohnet. (Gfr. Kœnigshoven, éd. Hegeln p. 813.) 1611. {Bischof Lamprecht von Koenig Karl zum Bischof von Bam- berg ernannt.) — Da aber bischof Lamprecht nicht kriegen wollte, war ihm der adel noch mehr abgünstig, denn er nur studirte und seines amtes lugte, da hätte ihn könig Carl gern zu seinem cantzler gehabt, denn er seiner begehrte: damit er aber desto näher in Böhmen zu ihm hätte, handelte er mit dem papsl, dass er ihm das bislum Bamberg dazu gäbe, und als adminislrator einen vogl zu Strassburg haben sollte. Darüber gab ihm der papsl brief und siegel. Denn es war graf Adolf zu Nassau bischof zu Speyer, bischof zu Mainz geworden; wollte aber Speyer auch behalten, aber könig Carl gab mit bewilligung des papstes dem markgrafen von Meissen das bislum zu Bamberg. Als der von Bamberg nicht weichen wollte, könig Carl gebe ihm - 96 - denn das bistum Speyer ruhig ein, da musste könig Carl den von Mainz zu Erfurt belagern, damit er ihn vom bistum Speyer Iriebe, und der von Bamberg dem bischof Lomprecht weichen möchte. Indessen starb der bischof von Magdenburg, da gab könig Carl dem von Bamberg das bistum Magdenburg, damit bischof Lamprecht mit despapstes hilfe Strassburg und Bamberg behalten möchte. 1612. {Streitige Bischofswahl.) — Da solches die domherrcn erfuhren, wollten sie dem papst solche gewalt nicht zugestehen noch zulassen, son- dern ihre freie wähl haben, und gritTen selbst zur wähl, und erwählten abermals zwei, den dechanten Johann von Ochsenstein (das war das dritte mal) und Georg von Veldenz, den scholaster, den 15. februari. Es wollte aber bischof Lamprecht das bistum nicht fahren lassen und wollte keiner dem andern weichen; da ward der von Ochsenslein vom bischof von Mainz confirmirl, und der unterzog sich allen geschäflen des bistums. Darwider appellirte der von Veldenz, dass er ihn zuvor nicht verhört hätte. Bischof Lamprecht blieb bei des papsles briefen. Da schlugen sie prozess gegen ein- ander auf und verbannlen alle drei einander. Solches währet schier ein jähr. 1613. {Stadterweiterung.) — Damals als die drei Vorstädte ganz blos lagen, und etliche male teuer eingelegt worden, und die Englischen viel Schadens darin gelhan hatten, und man mit dem bau in der Krautenau und dem Finkweiler fertig war, da hub man an die Wagner, Kronenburg und die Steinstrass zu der Stadt zu begreifen, und hub man am Martini bei S. Johann und bei des bischofs brückenlhor zu bauen. Es war aber das Weisselhurn, Cronenburg und Steinslrasserthor zuvor gebaut, hallen aber keine graben noch mauern, sondern nur einen zäun und ein flüsslein von der Breusch. Da wurden gute graben und mauern mit umgangen gemacht, auch gute thürm und weickheussle dazwischen, bis vor der deutschen herren kloster, und anno 1390 vollendet. 1614. {Das Heilige Grab im Deutschen Hause gebaut.) — Es baute auch bruder Johannes von Schoffelzheim, Augustinerordens, in ihrem garten das heilige grab, wie das zu Jerusalem, am eck f^&%^\\ den Johan- nitern über. 1615. {Bischof Lamprecht sucht auch das Bisthum Strassburg zu behalten.) — Bischof Lamprecht handelte mit dem kaiser und dem papst, ob ihm das bisthum bleiben möchte: dieweil er des kaisers kanzler war, vermochte er viel bei dem kaiser. Denn er nach ehren, wie man sagt, sehr grittig war. Er war sehr gelehrt; mitdieserkunst brachte er zuwegen schier alles was er begehrte. Da waren ihm die geistlichen nicht hold. — 97 - 1616. {Ilagenauer Fehde.) — Damals liaKcn die von Hagenau einem edelkiicclil, Slopliass genannt, eine schmacli bewiesen: der kriegte auf sie, beraubte und verbrannte ibnen die böfe. Als nun di(^ soldner aus Hagenau fielen, machte Stophass einen hinterhalt, und als die vuii Ilagenau viel der besten fiengen, fiel Stophass aus dem halt und fieng sie fast alle, und wurde ein brotbeck, Iluttendorf genannt, erschlagen. Da musste sich die sladt Hagenau mit ihm vertragen und musste ihm 5000 gülden geben, damit die gefangenen los würden. 1617. {Hünenburger Fehde.) — Damals ward um viel widersagens willen die bürg Ilünenburg gewonnen, bis man sich wieder verglich. Als er aber und seine gesellen mit rauben und nehmen stets fortfuhr, zogen die von Hagenau mit hilfe deren von Strassburg und des reichs vor Dhann, darin sich Stophass samt seinen gesellen hielten. Als sie die bürg gewonnen und die räuber gerichtet, haben sie die bürg verbrannt und geschleift. 1618. {Fehde zwischen den Rebstock und Rosheim in Molsheim.) — Fol. 258 Als den Rebstocken vorigen Jahres todschlags halb der von Rosheim die \^lo sladt verboten war, wollten die von Rosheim solchen todschlag selber rächen, machten mit zwei bauern zu Molsheim einen anschlag und zogen nach einander, unbekannter weis in Molsheim, lagen da bei den zwcnen verborgen bis auf ihre gelegenheit. An Veldens abend giengen die Rebstock alle, selb zehent auf der junk- herren trinkstube, assen zu nacht da oben, und hatten sich keines argen versehen; da sie gegessen hallen, da kamen ungewarnet die von Rosheim gewaffnet, mit den zwei bauern auf die trinkstube gelauffen, und erstachen, 8 Rebstock; zwei jungen entliefen, dieweil sie mit den ältesten zu Ihun hallen, und waren das die acht: herr Peter Rebstock, Claus, Reinbold, Hugo seine brüder, Hetzel, Claus, Loselin, und Burkle Berlschc, alle Rebstock. Da solches die von Rosheim gelhan hatten, waren die porten alle zu, denn es nacht war; sie halten sich aber mit leitern und seilen darzu gerüstet, und kamen über die Stadtmauer aus davon, also ehe man auf war und sie suchte, konnte man sie nicht finden, bis morgens suchte man wo sie auskommen wären. Es wohnten aber noch etliche Rebslock zu Strassburg, die klagten solches als einen raord über die von Rosheim, da wurde ein urtheil erkannt, wie die vorigen auch, dass solches kein mord, sondern ein tod- schlag wäre, feind gegen feind, und wurde den von Rosheim auf zehn jähre lang die stadl verboten. B. XIV. — ;M.) 7 — 98 - Die zwei bauern aber, die keine feinde wider die Rebslock waren, son- dern geld genommen hallen, und sie hallen todschlagen helfen ohne Ursache, das wurde ihnen für einen mord anerkannt Deshalb wurden sie gefangen und auf räder gesetzl. (Gfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 786.) 1619. {Friedrich von Blankenheim zum Bischof gewaehlL) — Da der zank mit bischof Lamprecht und den von Ochsenstein und Veldcnz zu Rom noch währte, kam bischof Lamprecht vors capitel, zeigte an, wie er friedens halber, dem bistum zu gut, viele dinge hätte lassen geschehen, damit keine unruhe entstünde, also habe er des bislums nutzen hierin gesucht, wann er anderswo bischof war und das bistum Strassburg nicht beschwerte, sondern als ein administralor. Solches habe er auch nicht für sich allein gethan, sondern aus geheiss des papstes und kaisers. Dieweil er aber sehe, dass er dadurch verhasst und feindschaft erwecke, wolle er ihnen hie mit dank das bistum wiederum übergeben. Es waren aber von stund an des papstes legalen vorhanden, präsenlirten im namen des papstes und des kaisers herrn Friedrichen von Blankenheim, einen recht gelehrten jungen mann, nicht über 20 jähr alt, aber gelehrt und in rechten erfah- ren, und strenger herr, und Hess seine confirmationsbriefe vorlesen. Dies geschah auf S. Mauricien tag, den 22. September. Darin war denen von Ochsenstein und Veldcnz abzutreten geboten, welches dem capitel sehr hoch verschmähet; sie waren aber selbst daran schuldig, da sie stets un- einige wählen hatten; dadurch machte sich der papst einen eingang, dass er selbst bischöfe setzte. 1620. {Einzug des Bischofs in Sirassburg.) — Den 26. seplember zog der neue bischof Friedrich zu Strassburg ein; er wurde von der Stadt ehrlich empfangen, auch Hess er sich von allen stiften und im münsler possess geben, wider aller ihrer Herren willen. Bischof Lamprecht zog gen Bamberg in sein neues bistum. 1621. {Die Englaender kommen abermals in das Elsass.) — Den nächsten tag nach Michaelis, als der krieg in Frankreich und England abermals sich geendet, kamen abermals aus Frankreich über den Zaberner Steig ins Elsass, aus befehl des herrn von Cussin, von OeslerreicH sein müllerlich erbe zu fordern: man liiess sie nur die Englischen, dieweil Engeliand viel sieg wider Frankreich hatte. Darunter waren aber viele Deutsche. Kein wohlgerüsleleres volk hatte man je gesehen. Beim ein- und auszug waren leule bcslellt, die sie mussten abzählen, wie viel ihrer wären. Im einzug waren ihrer auf 70 tausend, im auszug Ol tausend; es waren ihrer auf 50 tausend zu pferd, darunter 7000 in ganzen kürissen, - 99 — rosse und mann. Die hatten 25 vornehme obersten und hauptleute; sie fol- 2o9 trieben grosse schände mit weibern, Jungfrauen und kloslerfrauen; sie verderbten und verbrannten alles. Die von Sirassburg schickten auf ein geleit ihre gesandten zu ihnen mit bitte, dieweil sie ihnen kein leid gethan, auch mit ihnen nichts zu schaffen, dass sie nicht also tyrannisch hauseten und der armen lente verschonen wollten, mit raub, brand und lodschlag, auch anderer schände und laster; hiergegen wollte man sie mit essen und trinken im fortziehen versehen. Daraufzeigten sie an, dass sie auf befehl des herzogs von Cussin aus Frankreich herausgezogen wären, welcher bald nachkommen würde; der wollte sein mütterliches erbe mit gewalt haben; die war herzog Lupolds tochter von Oeslerreich gewesen; der forderte das ganze Hegau und Thurgau von denen von Oesterreich. Doch wollten sie weichen, wenn man 60 gute pferde gebe und 60 golden stück oder tücher und 60 tausend gülden. Da man aber wusste, dass sie solches nicht hielten, wenn man ihnen schon solches gäbe, wurde ihnen solches nicht wohl bewilligt, sie zögen denn zuvor hinweg. 1622. {Die Englaender nehmen mehrere Orte ein.) — Darauf gewannen sie Wangen, schlugen alles zu tod. Sie fiengen alles volk; die mussten ranzionen geben, also gold, silber, geld, tuch, rosse, eisen, nägel, leder, brot. Sie nahmen jedermann gefangen, die entliefen ihnen dann bei der nacht wiederum. Der bischof gab ihnen 3000 gülden, dass sie aus seinem gebiet auswei- chen sollten, und viel dinge mehr. Die von Strassburg schickten tag und nacht boten aus zum herzog von Oesterreich, nach Wirtemberg und den Schweizern, dass sie gewarnet waren vor dem bösen volke, und das land ausräumten, damit der feind nichts fände und mangels halben weichen müsste. Da belegte der von Oesterreich und Wirtemberg die Stadt ßreisach mit volk : sie selbst durften aber nicht heraus kommen. Vor Hagenau wurden auf 40 erschlagen, darunter ein grosser herr, den führten sie gen Stephansfeld und begruben ihn da. Hagenau gab ihnen 500 gülden; da zogen sie fort bis vor Selz. Die von Marlenheim wollten sich wohl halten, sie luden sich zusammen, nahmen ein panner, überfielen etliche Englische und schlugen auf 24 tod. Aber die Englischen überfielen sie stark, schlugen auf 350 bauern zu tod, nahmen alle dörfer und flecken im ganzen land ein, bis gen Strassburg; zogen bis Holtzenheim. 1623. {Die Englaender kommen in die Naehe Strassburg s.) — Auf S. Lux tag zogen sie bei Hausbergen gegen die Stadt, und schlugen gegen - 100 — die ßreusch nach Schaffholzen hin. Indem gieng man in der sladt mit kreuzen um. Da rief der wächter vom münster herab, wie das fremde Volk auf die stadl zuzöge mit grossen häufen. Da hicss der ammeister die mordglocke läuten : da liefen die burger und handwerker gewaflnet vor das münster; auch zu ross und fuss an die porten, thürne, mauern, und wo ein jeder hingeordnet war. Da zogen sie wieder hinweg. Den nächsten samstag hernach kamen die Englischen morgens früh vor die sladt, da läutete man abermals die mordglocke; da lief jedermann wieder an seinen bescheiden ort, zu ross und fuss. Da ritten ihrer viele hinaus gegen den feind und kamen so nahe zusammen, dass sie mit einander reden konnten. Doch kam es zu keinem schlagen. Bei der nacht kamen sie wieder an die Stadt, konnten aber nichts ausrichten. Es waren aber alle in den Vorstädten und klostern in die Stadt geflohen, also dass die Vorstädte fast alle leer stunden; da baten die unter den Wagnern und Steinslrasse, dass man ihnen wollte volk zu geben, wollten sie die Vor- städte selbst bewahren; da gab man ihnen schützen zu hilf, und sie bewahrten sich selbst. 1624. (Beabsichtigter Verratli von Brumalh.) — Sie (die Engelländer) hallen zwei bauern von Brumalh viel geld verheissen, wenn sie ihnen die stadl Brumalh verralhen wollten : solches erfuhren die zu Brumalh, fiengen die zwei bauern und setzten sie auf räder, und bewehrten ihre sladt wohl. Fol. 2G0 1625. {Die Englaender hausen übel im Elsass.) — Sie stürmten manches städllein, gewannen keines, allein Wangen; doch konnten sie das schloss inwendig nicht gewinnen, da hatten sie ihr gut hinein- gellüchlel; raubten sonst alles, schändeten weih und kind, und nahmen alles gefangen. 1626. {Verlheidigungsmassregeln zu Sirassburg.) — Man brachte auf alle thürne büchsen: da sie solches erfuhren, kamen sie nicht mehr zur Stadt. Auch hatte man grosse wurfwerke auf den Jungen S. Peters kirch- hof, auch in des propsts hof, und auf S. Stephans plan gestellt, damit wenn die feinde kämen, man grosse steine und anderes unter sie geworfen halte. Auch brach man alle wände ab auf den mauern und dem burg- graben, damit keine behältnisse da wären, wenn der feind dahin käme; alle spitzen und grünen ende belegte man mit wellen und stroh : wenn der feind dahin käme, hätte man solches angezündet. 1627. (Herr von Coucy kommt über die Steige in's Elsass.) — Da sie auf 7 Wochen im lande gelegen, und alles verheert und verderbt hatten. — 101 - auch die Oesterreicher ihr eigenes land verbrannt und alles geflüchtet hatten, da kam der herzog von Gussin mit 1500 glevcn oder üOOOpferden, ganz wohl gerüstet über die steige herein ins land und schlugen sich zusammen. Diese waren alle sehr köstlicher gekleidet als die vorigen, in sammet und seide. Sie hatten lange beingcwande an, auch kulhüte auf, mit stumpfen zipfeln, wie mönchskutten. Sie halten lange sporcn an, ihre kannen, platten, teller und trinkgeschirre waren alle silbern, auch vieles vergoldet: sie wollten allenthalben nur silberund gold haben, sonst nichts. 1628. {Die Englaender ziehen in die Schweiz.) — Als der von Cussin ins land kam, fand er alles verheert und musste noth halben fort. Am Katlicrinen- tagc zog er fort, auf Basel zu mit den hellen häufen. Aber sie mussten sich ausbreiten in viele häufen des provianls halben, zogen ob Basel über den Hauenstein, verheerten alle Schlösser und slädte, auch dörfer, insonders was dem haus Oesterreich zuständig war. Als sie auf Bern zu zogen, lag ein grosser häufen, auch die fürnehmsten, in einem kloster, Frauenbrunn genannt. Da kamen bei nacht die von Bern mit ihren belfern, umgaben das kloster und zündeten es an. Was heraus lief, wurde alles erschlagen, und verbrannten mehr denn tausend darin und vieles gut. Da sie aber mangels halben mit so viel tausend pferden sich in der Schweiz und Thurgau nicht erhalten konnten, zogen sie wieder ins Elsass, thaten aber- mals grossen schaden mit raub und brand und todschlag, gewannen Wattweil mit stürm und erschlugen auf 800 mann darin, fiengen viele. Darnach zogen sie durch die thäler übers gebirg wiederum in Frankreich, mit grossem schaden des ganzen landes. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 815-819.) 1629. {Weinernte.) — Diesmal wuchs guter wein, welcher um Michaelis gelesen wurde, aber des volks halb blieben viel reben stehen und wurden erst um Weihnachten gelesen, als das volk aus dem lande war, der war gar seyger und zech und gar nicht gut. Darnach kamen vieler guter jähre auf einander, dass so viel wein und körn wuchs, dass es ihrer viele verdross. 1630. {Der Bischof reitet in Strassburg ein.) — Auf St. Stephans tag ritt bischof Friedrich von Blanckenheim zu Strassburg ein, und wurde von der Stadt und den geistlichen wohl und ehrlich empfangen: allein die dom- herren wollten ihn nicht empfangen, dieweil sie ihn nicht erwählt halten. Da sie aber sahen dass es nicht anders seyn konnte, überkam der bischof mit ihnen, dass sie ihn auch empfiengen. 1631. {Syiiode abgehalten.) — Im eingang des Jahres hielt der bischof Fol. 2Gi einen synodum mit ahen geistlichen, vertrug alle Sachen unter den geist- 1376 — 102 - liehen, -womit er sich einen anhang machte, denn er sehr gelehrt war, doch noch jung, nicht viel über 20 jähre alt, aber streng und unerschrocken, und machte guten frieden imbistum. Nach diesem schweren krieg bedurfte das land solches gar wohl. Hiermit erfuhr er, was hinter der sladt und den geisthchen, auch auf dem lande stecke, und wie sie sich gegen ihn hielten, denn er sehr listig war. 1632. {Reichstag zu Rense.) — Auf des Johannes des täufers tag legte kaiser Karl, als er etwas alt wurde, einen tag an den Rhein mit allen fürsten; die kamen zu Rens und Lahnstein zusammen. Dahin kam des papstes legat und zeigte des papstes begehren an, dass man wollte Wences- laus zum römischen könige wählen, Carolus verhiess auch jedem chur- fürslen 100 lausend gülden, versetzte ihnen dafür die zolle am Rhein. Der wurde anerkannt und zu Frankfurt ausgerufen und wurde mit Johanna seinem gemahl am 6. juli zu Achen gekrönt. Siegmund, seinem jüngsten söhn gab er die mark Brandenburg und wurde ihm Maria, könig Ludwigs aus Ungarn tochter versprochen und in Ungarn geschickt, die spräche zu lernen. 1633. {Hausgenossen.) — Der bischof machte wieder neue haus- genossen und diese wurden eingeschrieben, wie von altersher : Duschmann Riedl Lenzel Röslin Knobloch Merschwein Rebslock Beck Erlin Grostein Baeumlin Kürbisse Winterthur Epfig Spiegel Berger Pfaffenlab Rottenburg Schoelck Schwarber Maler Ellenhart Strauben Lemlin von Frankfurt. Kazweck Wenzel Müllenheim Eberlin Butzlin Berer Mausen Völschen 1634. {Andlauer Fehde.) — Damals verwundete ein hcrr von Andlau einen soldncr von Strassburg, da zogen die von Strassburg aus, verbrannten und verheerten das ganze ihal Andlau. Da redeten viele herren dazwischen. Da gelobten zwei herren von Andlau sich zum recht gen Strassburg zu stellen, und zu Ihun was sie die stadl darum heissen würde, welches geschah, und ward die sache gütlich verglichen. 1635. {Landgraf Hans stirbt.) — Den Q^. juli, an S. Jacobs abend, starb zu Bischwiller bei seinem Schwager, der landgraf Hans in Elsass, der allerletzte; wie wohl er selbst seinen anspnich seinem Schwager bischof Johann von Lichtenberg anno 58 verkauft, halte er doch den lilel vor- behalten. Deshalben wurden sie nur die grafen von Word genannt, weil — lOS - sie da wohnten. Nach seinem lode haben sich die biscliöfe von Strasshurg landgrafen von Elsass genannt, bis an heuer. Er starb zu Bischwiller bei seinem schwager herrn Endemann von Lichtenberg, dem er viel land zu kaufen gegeben hat : er Hegt auch in der Schlosskirchen begraben. Er verUess ein tochter, die hatte einen grafen von Oettingen. 1636. (Friedrich von Lichtenberg stirbt.) — Damals starb auch herr Friedrich von Lichtenberg, der die landgrafschaft Elsass verwaltete. Er liegt in S. Johann capel in Münster bei seinen freunden des geschlcchts begraben, ein frommer herr. 1637. {Streit des Rathes mit den Geistlichen.) — Da wurde zum am- \^>11 meister erwählt. . . (sie). Es massten sich die geistlichen viele jähre her, als noch von könig Ludwigs wegen , viele freiheiten zu. Dieweil die Stadt im bann gewesen war, wollte niemand zu recht slehn weder vor geistlichem noch welt- lichem gericht. Da nahm die Stadt einweg für geboten, dass die geistlichen sollten in rechtlichen Sachen vor weltlichen richtern recht geben und nehmen; wo nicht, sollte man sie mit gewalt pfänden, auch weder malen noch kochen, und kein bürger zu ihren messen noch opfern gehen, also giengen sie es ein zu recht zu stehen. 1638. (Ludolf des Karthaeuser's Schriften.) — Damals hat Ludolf Sachs, ein heiliger carthäuser zu Strasburg, der zuvor eines cardinals beichtvater gewesen, viel heiliger guter bûcher geschrieben, unter andern eines, wie man das leiden Christi betrachten soll, ganz tröstlich, denn er theologus und philosophus war. Im 68. capitel straft er die geistlichen ganz hart, ihre pracht, hoffahrt, gritt, hurerey, falschen gottesdienst, abgötterei, Unwissenheit, das jagen der grossen pfründen, fressen und sauffen, die sonst nichts wissen, ungelehrt, die das arme volk nur schinden und betrügen, nicht beten, noch fasten, noch des gottesdienstes warten, kranke und arme noth lassen leiden, noch viel weniger trösten und viel anderes mehr. 1639. {Berthold Schwartz erfindet das Schiesspulver.) — In dieser zeit war ein mönch, Benedictiner ordens, Bertholdus Schwartz, ein alche- mist, der bracht durch seine kunst also viel zuwegen, dass durch natür- liche mittel donner und blitz sich erzeigen, dadurch das pulver und schiessen ist aufkommen, und also allgemach von tag zu tag das schiessen und büchsen in Teutschland erstlich erfunden. 1640. {Herrschaft Geroldseck vertheilt.) — Damals haben die herren - 104 - von Geroldseck ihre vielen herrschaften getheilt, als Geroldseck, Sulz, Donistett, Schwanau, Lohr, Malberg, Wolfach, Schenkenzell und andere mehr. Fol. 2G2 1G41. (Koenigshofen ahgehrannl) — Da wardt zum ammeister er- 1378 wählt. . . {sie). Als die armen Icute bei dem Weissenihurn nach dem grossen ein- geleglen brande wieder gebaut hallen, auch zu Königshofen, da kamen derselbigen schelmen und bösewichte wieder etliche und legten in den oslerfeierlagen feuer ein; da verbrannten die häuser wieder mit grossem schaden. Da wurden drei von ihnen gefangen, die hat man wiederum ge- braten und verbrannt. Darauf wurde Königshofen erst alles zu ackern und feldern gemacht. 1642. {Die Maeiise fressen die Feldfrüclüe.) — Es hatten die mause dies jähr die frucht mehr dann den dritten theil auf dem feld abgefressen, und galt doch dies jahrein fürtel körn nur 18 pfennig, gerste 12 pfennig; des habers 10 pfennig. Auf Urbani verdarben die reben, deshalben wurde der wein iheuer. 1643. {Bischof Friedrich legt grosse Schätzung auf.) — Damals legte bischof Friedrich grosse Schätzung auf seine unterthanen , auch auf die priester und geistlichen auf dem land. Die meisten bewilligten ihm solches und gaben und er brachte dadurch einen grossen schätz zuwege. 1644. {Streit des Bischofs mit den stnedtischen Stiftern.) — Darnach legte er auch in der Stadt grosse collecten auf die Stifter und pfaffen, in- sonders zu Jung S. Peter und S. Thomas. Da appellirten die Stifter dar- wider zu Rom vor den papst und trieben das wohl 5 jähr. Der bischof gab stets zur anlwort, es wäre kein papst, hatte auch keinen glauben an ihn, denn stets zweiung im papsttum war und ein papst den andern verbannte, deshalb er an keinen glauben wollte. Aber als ihn der papst zum bischof ordnete, da war er doch ein rechter papst. Da aber die geistlichen nichts auf ihn geben wollten, da verstörte er ihre zinse und gülten auf dem lande im ganzen bistum. Darauf nahm sich der rath zu Strassburg des handeis an, sagten die Stadt und burger hätten alles gestiftet und gegeben was die klöster und Stifter einkommens halten, deshalben wäre solches das stift der burger und ihrer kinder. Handelten also streng mit dem bischof, dass er den Stiftern ihre guter zinse und gülten abschlage, und wurden neben den alten briefen neue aufgerichtet, dass er nicht macht hätte die stifte zu schätzen in der Stadt. Hierauf war er der sladl nimmermehr hold, denn er - 105 - war sehr geitzig nach gelt, denn dadurch wollte er zu hohen ehren kommen, wie er hoffte. 1645. {Kaiser Kar UV stirbt.) — Auf S. Andreas abend starb kaiser Karl IV zu Prag. Er liegt zu Unser freuen auf dem schloss begraben. Er hatte vier eheweiber gehabt : Bianca, des grafen von Angus aus Frank- reich tochter, die zweite Anna, pfalzgrafin, die dritte Anna, Boselo von der Schweiniz tochter, davon Wenceslaus könig; die vierte Elisabeth, herzogin zu Stettin, davon hatte er könig Siegmund. Er regierte 33 jähre, an seiner Stadt wurde römischer, auch böhmischer könig: Wenceslaus. 1646. {Herr Heinrich Arge, Ammeister, stirbt.) — Dies jähr starb 1379 herr Heinrich Arg, nachdem er 7 jähre ammeister gewesen, und noch drei jähre ammeister sein sollte. Da ward geordnet, dass man sollte wiederum die alten ammeister regieren lassen, nach Ordnung, bis zu aus- gang der zehn jähre. Deshalben war in der Ordnung von altern her Johann Cantzler geordnet, denn der sterbent währet noch sehr. 1647. {Johannes Tauler stirbt.) — Dies jähr, den 15. juli, starb auch der ehrwürdige, gottesfürchtige und hochgelehrte fromme Johann Tauler, Prediger ordens, der viele christliche bûcher beschrieben , die noch vor- handen sind. Er Hegt vor dem lectorium theologum. Auf seinem grabstein steht ein schlechter mönch gehauen. Zu den haupten steht : hi Christo Jesu. Auf der brüst hat er eine kröne, darunter steht der buchstabe T und der name Christus. Zur linken das lämmlein Christi, daraufweiset er mit der rechten band. Und mit dieser schrifl: Anno MCGCLXXIX in die Ciriaci et Judilhse obiit F. Johannes Tauler. 1648. {Einweihung des Heiligen Grabes?) — Dies jähr ward erst das heilige grab geweihet im Augustiner kloster, welches längst zuvor erbaut war. 1649. {Mordglocke neu gegossen.) — Dies jähr ward auch die mordt- glock von neuem gegossen, daran geschrieben steht : 0 rex glorise Chrisle, veni cum pace. 1379. Unten herum : Mein schall thut kund der statte noth. Vorm feind bewahr lieber herre gott. 1650. {Ammeisterwahl.) — Da ward nach alter Ordnung zum am- l'ol. 263 meisler erwählt herr Philipp Haus, war bei den gärtnern. 1380 1651. {Neuer Staedtebund zu Strassburg.) — Damals als sich viel fürsten und herren, wie vor geredet, zusammen wider den schwäbischen - 106 - bund begaben, da entsetzten sich etliche Städte und machten auch einen bund zu Sirassburg; es waren nur Städte, als Sirassburg, Golmar, Schiet- Stadt, Ober Ehnheim, Rosheim, Hagenau, Weissenburg, Landau, Speier, Worms, Mainz, Frankfurt. Das ward der Rheinische bund genannt. Solcher bund war nur gemacht, niemand zu beschädigen, sondern nur wann sie sollten beschädigt werden, wider ihre feinde zu stehen. Doch nahm die Stadt Slrassburg ihren bischof auch aus, wider denselben nicht zu stehen. 1652. (Der Loewenbtmd.) — Darauf machten die fürsten und harren wider den rheinischen und schwäbischen bund, auch einen bund, den dritten, zum Löwen oder Pantherthiergesellschaft; das war Ruprecht, pfalz- graf und churfürst, Ruprecht der jung, sein söhn, Clemens, Stephan, Friedrich, Johann, alle herzöge von Baiern, der markgraf von Baden, der burggraf von Nürnberg, item der erzbischof von Mainz, die bischöfe von Strassburg, Würzburg, Worms, Bamberg und andere. Doch nahm der bischof von Strassburg die Stadt Strassburg aus, das thaten die städleauch gegen sie. Aus diesem bunde folgte nichts gutes. 1653. {Kartenspiel aufgekommen.) — Dies jähr ist erstlich zu Strass- burg und im lande darum das kartenspiel aufgekommen, und triebens die edeln tag und nacht auf ihren trinkstuben; zuvor spielte man schach- und bretlspiel, und hielt man das kartenspiel für sehr kunstreich. Es legte sich schier jedermann darauf, also dass man es verbot, und nur den edeln und burgern (erlaubte) damit zu spielen. Alle maier halten genug zu thun nur karten zu malen. 1654. {Fromme Stiftung.) — Dies jähr soll Guntz von der Megt, ein edelknecht, den spital zu S. Johann für 12 fromme, alte erbare frauen gestiftet haben, zu beten. 1381 1655. {Ammelslervmhl.) — War diesmal zum ammeistcr erwählt herr Wallher Wasicher; war bei den schiffleulen. 1656. ( Verkauf von Gerechtigkeiten an Barr.) — Die wespermennt {sie), die Barr inne hatte, verkaufte damals herr Rudolf von Ochsenstein an Barr, samt allen gerechtigkeiten. 1657. {Die Messe wieder abgeschafft.) — Danach beklagten sich die kunstleute und handwerker, dass sie alle ihre waaren verzollen müssen, deshalb solche theurer geben, die fremden waaren in der messe zollfrei seyen, und könnten näher gegeben werden; ihre waaren aber hegen blieben: wollten sie ihre burgerrecht aufsagen, so könnten sie wie fremde, - 107 - sich besser erhalten. Also wurde mit schöfTel und ammann die messe wieder abgekündel, die gross gelt zu erwerben gekostet hatte. (Nota : Der brief so hielier gehört stehet vorn, fol. 248.) 1658. {Veraenderung im Rath.) — Damals waren die 10 jähre herum, lol. 2ri'i die herr Heinrich Arg sollte regiert haben neben den vier meistern, und I-j«^- befand man dass es nicht nützlich war, dass die meister also lange regieren sollten, denn sie dadurch etwas hochmüthig würden, auch sich viele ihrer langen regierung beschwerten, deshalb wurde es rathsam angesehen, dass man die Ordnung im brief, den man alle jähr schwört vor dem münsler halten sollte. Darum wurde wieder ein neuer rath eingesetzt, und sollten auch vom adel in den rath gezogen werden; 11 vom adel, und von den burgern 17 und von den handwerkern 28 personen. Aus dem sollte man nennen und erkiesen den ammeister. Da ward erwählt Johann Messerer. 1659. {Zug gegen den Grafen von Vergtj.) — Damals hatte der graf von Versoy das schloss Schetelo im Westrich ein, darauf er etliche liegen hatte, die raubten alles was da aus und einzog, denn es der landstrasse sehr gelegen ist. Da aber denen von Strassburg und auch dem bischof und andern grosser schaden dadurch geschah, und die von Strassburg solchen muthwillen nicht länger leiden konnten, zogen sie aus, belagerten Schetelo. Da kamen der bischof von Strassburg Friedrich und der graf von Lützelstein, auch andere Städte zu ihnen, und geschah von aussen und innen grosser schaden. Als man aber drei wochen war davor gelegen, gaben sie die bürg mit vergeding auf. Da Hess man die böswicliter abziehen, und verschleiften Schetelo auf den boden und zogen heim. Solches verschmähet den grafen von Versoy dass man ihm eine solche gute bürg zerbrochen hatte, und wollte seinen schaden rächen und sam- melte ein gross volk ; zog erstlich auf den grafen von Lützelstein und be- lagerte die Stadt Sarbebelen und schädigte den von Lützelstein und Fin- stingen sehr, erbot sich zu streiten gegen jedermann. Da zogen der bischof und die Stadt Strassburg, auch der markgraf von Baden aus, wider ihn zu streiten, und als sie an die Zaberner Steige kamenunddergraf von Versoy solches erfuhr, zog er hinweg, liess sein volk laufen. Da zogen die herren auch wieder heim. (Gfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 807—808.) 1660. {Strassburg zieht gegen den von Schoeneck.) — Damals hatten zwei edelknecht, die Böger von Paperten genannt, die Stadt und schloss Homburg in pfandweise ein, von dem bischof von Metz. Darauf enthielten sich viele böswichter, insonders Simon von Schöneck, der Stadt Strassburg grosse feinde. Der hatte viel unschuldige leute beraubt und ermordet, in- — 108 - sonders herrn Riilin Lösselin, rilter, und viel ehrliche leute mehr. Da gelobte eine Stadt Strassbur? wer den Simon von Schöneck lebendig brächte, dem wollte man 3000 fl. geben, wer ihn tod brächte, 2000 fl. Es half alles nichts, er hatte seine kundschaft also gut, und grif auf die Stadt Sirassburg also listiglich an, dass man ihm nicht zukommen konnte, und holte seinen unterhalt auf Homburg. Da zogen die von Strassburg aus auf Homburg mit grosser gewalt. Da solches die zwei Böger von Paperten erfuhren, zogen sie denen von Strassburg bei Homburg entgegen, gaben sich gefangen, übergaben ihnen Homburg, schloss und Stadt, zeigten ihre entschuldigung an und schwuren Simon von Schöneck keine stunde mehr aufzuhallen, welches auch ge- schah. Da gab man ihnen schloss und Stadt wieder, sonst war alles zerstört worden. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 809—810.) 1661. (Brumath geplündert.) — Im heimzug geschah dass Georg Wiedergrün zu Brumath war. Er fiel in Brumath ein, nahm etliche bürger gefangen und auch viel gut, führte sie hinweg von wegen etlicher schuld, so die von Lichtenberg von wegen der Pilgerin gellen sollten, zwang sie ihm zu Orlenburg recht zu nehmen. Herr Ulrich von Finstingen, der land- vogt zu Hagenau, begehrt dass Wiedergrün recht sollte vor ihm nehmen oder den verampteten der landvogtei, da ward ein tag gegen Ingwiller gelegt, dass die von Strassburg mit graf Hanemann und Wecker von Zwei- brücken auch sollten dahin kommen. Es halte aber Heinrich der junge, herr von Lichtenberg spenn mit dem grafen von Lützelstein, der traf beide grafen von Zweibrücken an, schlug sie und nahm sie gefangen. Zuletzt als der tag gen Strassburg gelegt wurden sie ledig und vertragen. Fol. 2G5 1662. {Ammeistenvahl.) — Dies jähr ward wiederum herr Hans 1383 Canlzler ammeister erwählt, war bei den goldschmieden. 1663. {Zug gegen Homburg.) — Damals geschähe herr Heinrich von Lohr, der burger zu Strassburg war, viel schmach von den herren von Homburg, da schrieb die Stadt freundlich für Herrn Heinrich von Lohr, dass sie sich wollten gütlich mit ihm vertragen, aber sie schmäheten den boten und sliessen ihn aus der bürg. Auf solche schmach zogen die von Strassburg aus mit herrn Heinrich von Lohr vor die zwei bürgen von Hom- burg, gewannen die Stadt und verbrannten sie auf den boden ab, auch das ganze Ihal und alle dörfer, denen von Homburg zuständig. Sie lagen 8 tage darum, da es aber noch kalt war, zogen sie wieder heim, mil be- scheid, sobald es wärmer würde, wieder zu kommen, indessen wurde der krieg gerichtet. — 109 - 1664. {Spaenne zwischen den Zorn und Müllcnheiin.) — Damols erliob sich spenn zwischen den von Zorn und Müllenhcim, dass sie auf einander kriegten; da zog der bischof das geisUiche g^ericht in seinen hof, damit es sicher wäre. 1665. {Der letzte Herr von Spessburg stirbt.) — In dieser zeit starb herr VValther von der Dick auf Spesburg hinter Andlau ; Hegt in Andlau begraben; der letzte herr seines Stammes und namens. 1666. {Der Bischof legt der Geistlichkeit Steuern auf.) — In dieser Fol. 2GC zeit als bischof Friedrich die stifTler nicht schätzen durfte, nahm er viele wege für sich damit er gelt samelte, deshalb mussten alle aebte und prae- laten und andere geistlichen ihre confirmationen von ihm erkaufen. Da musste oft ein abt oder eine aebtissin 5 oder GOO gülden geben; welcher nicht wollte, kam bald ein andrer der gern gab. Deshalb, während er bischof war und eine abtei ihm zwei oder drei mal zu banden kam, kamen etliche klöster in grosse schulden, versetzten ihre guter und verarmten, auch wenn ein herr, dienstmann, oder reicher bauer starb, zog er sein gut an sich, als sein eigen. Da musste sich die freundschaft mit ihm vergleichen nach seinem willen, den reichen priestern und pfaffen nahm er es gar, sagte, er wäre ihre geistlicher erbe, gab weder den freunden noch Schuldnern etwas. 1667. {Bischof Johannes, Predigerordens, stirbt allhier.) — Damals starb bischof Johannes, Prediger ordens, in Strassburg, liegt zu den Pre- digern, mit einem erhabenen grabstein. Sein epitaphium steht also : Anno Domini MCCCLXXXIII. die Augustini, Obiit venerabilis dominus, dominus Johannes Episcopus Gastoriensis, ordinis Praedicatorum. 1668. {Neubau des Klosters Steinbach.) — Damals hat herzog Leupolts von Oesterreich gemahl, frau Gatharina von Burgund, das alte verfallene kloster schön Steinbach wieder von grund auf neu gebaut. 1669. {Ammeisterwahl) — Damals wurde zum ammeister gewählt 1384 herr Conrad von Geispolzheim, war bei den brotbecken. 1670. {Fehde mit Hagenau.) — Als die von Hagenau grafen Hansen von Lichtenberg abermals viele irrungen machten in seinen gerechlig- keilen, und über alle alten vertrage griffen, und er der Stadt Sirassburg bürger war, zogen die Stadt Strassburg und graf Hans von Lichtenberg mit gewalt vor Hagenau, lagen auf /i- wochen davor; darauf wurde ein — 110 — friede angestellt auf eine zeit, da ward die sache vertragen und hin- geslelll'. 1671. (Der letzte Graf von üssenhurg stirbt.) — Damals starb herr Hesso, der letzte graf von Ussenburg zu Kenzingen; die lierrschaft kam mehrentheils an Oesterreich und Baden. 1672. {Brand im Münster.) — Damals zierte man etliches an der orirel im münster und es stand die schmiede und das feuer nahe an der orgel. Auf S. Gertrudentag am abend, als sie das fcuer nicht recht besorgt, gieng ein grosser wind, und gieng die orgel an, und verbrannte alles, kam auch in das lange dach ob der kirche, verbrannte das ganze bleierne dach zwischen den chor und dem thurn, und wäre nicht also grosse hilfe geschehen, so wären chor und Ihurn auch angegangen. 1673. {I^eue Münsterorgel.) — Darauf fieng man an eine andere orgel zu machen, köstlicher denn der vorigen keine, sie kostete auf 1000 pfund, ohne was man zu bessern hatte. 1674. {Grosser Brand in Strassburg.) — Es gieng auch ein feuer in der Stadelgasse auf, und verbrannte alles um das Barfüsser kloster; es kam auch über den graben und verbrannte alles bis in die Slampfgass : bei der Gürtler gotteshaus hörte es auf und am Brant ein End, daher es noch so heisst; was am Rindssütter graben Hegt, an beiden Seiten, auf 160 häuser. 1675. {Münsterbau.) — Dies jähr sollte das münster bis an die A Schnecken fertig werden; nachmals haben es die zwei junkherren von Prag fertig gemacht und Johann Hild {sie) von Cöln. Fol. 256 1676. {Streit mit dem Grafen von Ver gif .) — Zwischen ostern und pfingslen wollte der graf von Versoy, von wegen dass ihm die von Strass- burg sein schloss Schetelo zerbrochen hatten, nochmals sich rächen, und versammelte abermals ein grosses volk zu ross und zu fuss und zog durchs Westrich bis an den Zaberner Steg, und wollte in Elsass fallen. Da ward das land gewarnet; denn der von Versoy sagte, er wolle das ganze land verheeren und verbrennen und alles zu tod schlagen. Da hatten die armen leute alles geflöhet, was sie halten in die Städte und Schlösser: da waren ethche fromme leute bei ihm, die sprachen: dieweil er im sinn habe das 1. Dieser graf Johann von Lichtenberg hatte vier töchter, die wollten geistlich werden, kamen auch alle vier nach Strassburg in S. Clara kloster auf dem Rossraarkt. (Note de Specklin.) 2. « Nach Randbemerkungen Specklin's auf fol. 2 jG und 2G 3. » (Note de M. .lung.) - 111 - land zu verbrennen und die leute todschlag^en wollte, wolllcn sie ihm dazu nicht helfen, sondern sie haben ihm nur eine schlechte reise dienen wollen, und fuhren wieder hinweg-. Da durfte er nicht ins land. Doch rannten elHche gleven ritter über die steige und verbrannten zwey dörfer und flohen wieder hinüber, und zogen heim. Da sprach der von Versoy: er wolle gern ewiglich in der hölle sitzen, wenn er sich nur nach seinem willen genug an den von Strassburg rächen möchte. Damals sammelte der von Versoy abermals ein grosses volk und wollte Fol. 2G5 auf die von Strassburg und andere ziehen von wegen Schetelo. Da aber dem herzog abermals grosser schaden widerfuhr von wegen der durch- züge und anderm an seinem lande, wollte er solchem vorkommen, schrieb allenthalben um hilfe, auch denen von Strassburg, das seinige zu beschützen. Da kamen alle nachbarn und stände zu ihm mit hilfe. Auch die von Strass- burg schickten ihm 100 pferd und 4000 zu fuss und kamen gegen Lien- statt. Da der von Versoy solches vernahm, schickte er etliche, die grossen schaden dem von Lothringen thaten. Und zogen die von Versoy wieder zurück. Da nun die ritter und knechte von Strassburg zu Lienslatt lagen, da war Adam Löselein von Strassburg der sah Simon von Schöneck, den böse- wicht, der voriges jähr seinen vetter Rülin Löselein, ritter, unschuldiger weise ermordet halle, darauf die von Strassburg ihn auf Homburg und anderswo gewahrt hatten. Er trat zu dem bösewicht, Simon von Schöneck und erstach ihn von wegen seines vetters, mit hilfe seiner vettern Erbe Löselein und Rufelin Wasicher von Strassburg. Da das die Welschen er- fuhren, die bei dem herzog waren, dass ihr gesell Simon erschlagen war, da wafi"neten sie sich und überfielen die Deutschen, und wollten sie alle erschlagen haben: hergegen wehrten sich die Deutschen, so best sie mochten, denn ihrer wenig genug waren, und wurde Claus von West- husen erschlagen und mehrere verwundet. Da ritt der herzog von Lothringen dazwischen, machte frieden und nahm die Deutschen alle gefangen. Sie mussten schwören sich wieder zu stellen auf Verantwortung auf ein ziel, und Hess sie alle hinweg ziehen, heimzu, allein die drei vorgenannten, die den Simon von Schöneck erschlagen halten, Hess er zu Lienslatt ins ge- fängniss legen und wollte sie richten lassen. Aber viele grafen, edele und Herren baten den herzog dieweil sie ihm zu dienst wären dahin gekommen, sollte er verzeihen, bis er hörte warum solches geschehen wäre. Solches bewilligte der herzog, und sie lagen auf 11 Wochen gefangen. Hiezwischen schrieb die Stadt Strassburg aHe Handlung an den herzog, — 112 - und geschähe i^rosse fürbitlc von grafen und herren, auch von denen von Sirassburg. Zuletzt musste man mit dem herzog ihädigen, und ward die rathung gemacht, dass sie 10 lausend gülden geben musslen. Das erlegte die Stadt Strassburg auf bürgschafl für sie. Darauf wurden sie alle ledig. Solches war für den herzog ein grosse schände, und redete ihm jedermann übel zu, dass er eines bösewichts halber, rilter und knechte, die ihm zu hilf auf ihre eigene kosten gekommen waren, also unbillig schätzte und solches vor ihren lohn gab. Darauf musslen die drei im ihurn sich schätzen bei ihren eiden, da war Adam Löselein um 1000, und Rüfelein Wasiclier um 1000, und Elbe Löselein um 800 pfund geschätzt; die andern, ritler und knechte nach marzahl eines jedens Vermögens, bis die 10 lausend gülden ganz wurden. (Cfr. Kœnigshoyen, éd. Hegel, p. 810 — 811.) Fol. 267 1G77. {Ammeisterwahl.) — Im eingang des Jahres als man sollte einen 1385 neuen ammeister erwählen, da wollte herr Wallher Wasicher ammeister seyn und bleiben mit hilfe herrn Hans Ganzlers und Herrn Philipps Hauszen, denn diese drei waren sehr mächtig und nahmen sich der gewalt zu viel an; waren sonst weisse aber listige leule, zogen jedermann an sich, also dass schier nichts in Stadt und land konnte verrichtet werden, man halte sie denn dabei; dazu nahmen sie geschenke, auch oft von beiden parleyen, es wären geistliche oder weltliche personen: in summa es musste alles im rathe nach ihren köpfen gehen, es war recht oder nicht; dass brachten sie zuwegen dass keiner in ralh und ämpler kam, als was sie wollten, und brachten alles durch. Da aber Walther Wasicher mit der beiden andern hilfe ammeister bleiben wollte, damit der gewalt nicht aus ihren bänden käme und sie nach ihrem gefallen regieren möchten, das verdross herrn Conrad von Geispilzen, den brotbecker, der im alten rath ammeister war, der sprach : Das sollte nicht seyn, dass man mit gewalt das ampl anfallen und keine chur mehr gellen sollte; ehe es dahin kommen sollte dass die drei allein meisler seyn sollten, wolle er das pannernehmen und milden handwerken vors münsler ziehen und einen neuen ammeister erwählen. Da er dann aufstand um zur tliürc hinauszugehen, waren weise leule, die hielten ihn und redeten dazwischen, dass kein geschöll und auflauf würde. Darauf ward ein neuer ammeister erwählt, herr Claus Mayer, war bei den schifïleulen und vier neue meisler und ein neuer ralh nach allem brauch. 1678. {Untersuchung wider die allen Meisler des Ralhes) — Darauf — 113 — wurden von adel, burgern und handvverkern vom ratli geordnet, die sollten heimlich in Stadt und land zeugniss hören, wie sich die drei meister in ihren ämtern und thun verhalten hatten; und als sie solches verrichtet hatten, brachten sie es wiederum vor ralh. Darauf gebot man Walther Wasicher und Philipps Haussen vor ralh, denn Hans Canzler nicht in der Stadt war; als sie vor rath kamen, hielt man ihnen die stücke so auf sie erzeugt waren, vor und hiess sie auf ein jedes stück ihre Verantwortung thun; darauf gaben sie antwort, wie sie mochten. Nach klag und antwort urtheilten meister und rath, dass diese zwei sollten von stund an, aus der sladt ziehen, und auf 10 jähren bei der wähl nicht in die Stadt kommen, und nimmermehr zum ralh kommen, und dass ihr halbes gut der Stadt verfallen sey, und anderes mehr. Solches schwuren sie und kamen hinweg. 1679. {Herr Hans Canizeler.) — Ueber drei wochen kam herr Hans Canzler wieder zu land und als er gen Hagenau kam, erfuhr er wie es seinen zwei gesellen ergangen war. Da fürchtete er sich und wollte nicht gen Strassburg, denn er mehr auf sich wusste denn seine zwei gesellen. Da er nicht kommen wollte, überschickte man ihm das urtheil das meister und rath auf ihn erkannt hatten, nämlich dass er in zeit seines lebens nicht mehr in Stadt und bistum Strassburg kommen sollte, und all sein hab und gut der Stadt verfallen seyn sollte, und sollte in drei tagen kommen, und vor meister und rath solches zu halten, schwören. Da er darauf nicht erschien noch kommen wollte, da gebot man, wer Fol. 268 ihn lebendig brächte oder tod schlüge, dem wollte man 1500 gülden geben. Da er solches hörte, erschrack er und kam, schwur alles, wie geurtheilt war, doch überkam er mit der Stadt, dass sie alle jähr 100 pfund nehmen sollte, oder er, oder seine erben solches mit 1500 pfund möchten ablösen, welches geschah. Denn die von Mainz, Worms und Speier legten sich in die sache zum vertrag. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 782 — 784.) 1680. {Zivist mit den Predigermoenchen.) — Damals halte ein knecht seinen meisler wund geschlagen, da liefen ihm die stadlknechte nach und erwischten ihn bei den Predigern. Das sahen etliche mönche, liefen aus dem klosler und nahmen den knecht mit gewalt aus der stadlknechte bänden, führten ihn ins kloster und halfen ihm darvon. Für solchem ge- walt und Schmach forderte die sladt 200 pfundpfennige.Doch war niemand gemeldet, und geboten allen burgern, die unter ihrem stab sassen, bei hoher strafe dass niemand zu den Predigern gehen, keineswegs weder messe hören, opfern, noch beichten, auch kein gottesrecht da empfangen. B. XIV. — (M.) 8 - 114 — Da fragten die Prediger, wer denn die 200 pfund geben sollte, da gab der rath zur antwort: man habe nicht über sie geurlheilt, denn sie geislHche leute wären, sondern nur über die, welche unter ihrem stab sässen. Da aber das gebot lange währte und niemand zu ihnen kommen wollte, ver- standen sie wohl, wer das geld geben sollte. Erlegten also die mönche die 200 pfund, da ward das gebot aufgethan, doch musslen sie sich verbürgen, dass sie solches nicht klagen wollten, damit man nicht in den bann käme. Das thaten die mönche mit grosser bürgschaft. 1681. {Die Stadt Boersch überfallen.) — Es hatte damals herr Hans von Ochsenstein, dompropst von Strassburg, vom capitel die Stadt Börsch pfandweise ein, und halte mit dem grafen von Saarwerden etliche spenne und kriege. Und auf S. Matlhis tag machte sich der graf von Saarwerden mit seinen heifern heimlich auf und überfiel ungewarnt die Stadt Börsch, nahm sie ein, raubte alles was er darin fand und verbrannte die Stadt, fieng viel leute und führte sie gefangen mit ihm und schätzte sie nach seinem willen. Das konnte ihm niemand verwehren, da das stifft, der bischof und die Stadt uneinig mit einander waren, und Hess der bischof solches geschehen, da er es doch hätte können wenden. 1682. {Brand zu Rosheim.) — Auf Adolphi hatte zu Rosheim ein kind ein feuer geholt in eines nachbarn haus, das entfiel ihm auf der gasse ins Stroh, davon gieng ein solches feuer an, dass die ganze Stadt, bis an 30 häuser abbrannte, samt allem gut, desgleichen die kirche und glocken. Es verbrannten auch die porten und brücken, dass die leute über die Stadtmauern ausfielen und mehr denn 80 personen verbrannten. Das wasser, das durch die Stadt läuft und alle brunnen, und die Stadtgräben waren also heiss, dass es kein mensch erleiden mochte und zum loschen nicht konnte gebraucht werden. Nach etlichen tagen stiegen zwei in einen brunnen, darin sie etliche dinge geworfen hatten, sie verdarben darin, also heiss war das erdreich und wasser noch. Viele meinten, es sei ein liölliscli und kein natürlich feuer gewesen. 168J>. {Zweibrücken verkauft.) — Damals verkaufte graf Eberhard sein theil Zweibrücken herzog Ruprechten dem altern, pfalzgrafen, derzuHam- bach und Bergzabern an 25000 florenzer gülden zum halben theil, das andere halbe theil übergab er ihm auch, und empfieng es zu einem kunkel- lelien wiederum. 1684. {Steigen des Rheines.) — Dies jähr in der fasten war der Rhein also gross, als man gedachte, das währte wohl 14 tage. 1685. {Neue Zoclle.) — Dies jähr als der bund lange gewährt und viel — 115 - kosten darauf gieng, schlug man zoll und bei auf alle pcrsonen in sladl und land, welches eine grosse summe gelts trug. 1686. (S. Ursulae Heilkim.) — Als man zu S. Johann in der neuen kirche S. Ursulas altar aufbaute, und man vom bischof von Cöln heiltum von S. Ursula begehrte, hat er von ihrem heiltum dazu geschickt, samt zwei heil. Jungfrauen von den 11000 mägden, die eine S. Ardaniia, die andere S. Isala, welche heilige körper mit allen geistlichen von allen stiften und klöstern herrlich empfangen wurden und neben S. Ursula in einem goldenen sarg noch stehen. Und ist in dieser Stadt Strassburg solch viel heiltum, als man an einem andern ort finden mag. 1687. (Ammcistenvald.) — Da ward Heinrich Lymer zum am meisler Fol. 269 erwählt. Er war bei den krämern. 1386 1688. {Die Juden wieder in die Stadt gelassen.) — Dies jähr wurden die Juden wider für gut erkannt, mussten aber der Stadt 20000 fl. geben, sonst wohnen sie nicht gut. 1689. {Loewensleiner Fehde.) — Damals hatte junkher Hans von Lichten- berg einen grossen krieg mit zwei edeln knechten, genannt Ileinum Straus und Hans von Albe und schädigten einander auf beiden Seiten, die hielten sich auf der bürg Löwenstein. Diese bürg war zu rauben ganz gelegen, dazu sehr stark. Da bat Junker Hans von Lichtenberg die von Strassburg, denn er ihr burger war, dass sie mit zögen vor die bürg Löwenstein. Dar- auf zogen sie mit büchsen und werken vor Löwenstein und untergruben den felsen und bürg, und lagen auf 4 wochen davor. Da das die innern erfuhren, dass die bürg zum fallen stände, gaben sie die bürg auf. Da Hess man sie abziehen auf gethane gelübde, und wurde die bürg zerbrochen und zogen wieder heim. Dieses kostete mit brechen und was man ver- zehrt hatte auf 14000 fl., auch was man den werkleuten gab. Hernach aber hüben sie wieder an zu rauben, und schädigten viel, und hielten sich Strauss und Hans von Albe auf der bürg Modern. Da legten sich die söldner von Strassburg heimlich gen Pfaffenhofen, und um milter- nacht erstiegen sie bei nacht die bürg und fiengen den Straussen und den von Albe, die führte man gen Strassburg, da wurden sie enthauptet. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 812.) 1690. (Kampf zwischen Oesterreich und den Schweizern.) — Indessen erhub sich ein schwerer krieg zwischen herzog Leopold dem altern von Oesterreich, und zwischen seinen unterllianen Uri, Schwiz, Unlerwalden, Zürich, Bern und den thälern und sie entzogen dem herzog viele Schlösser, Städte und Ihäler, wider recht. Daraus grosser todschlag, raub und brant — 116 - entstand, und thaten dem herzog viel Schmach an, und seinen amtleuten, zeigten an sie möchten burger werden, wo sie wollten, und wären gefreit von kaisern und königen. Lisonders machten die Züricher dem herzog viel Volk abfällig, nahmen ihm auch Rothenburg, Sempach, Entelnbuch, und viel andern mehr. Die von Zürich nahmen dem herzöge Pfeffingen und erschlugen darauf 20 man, verbrannten es und thaten viel schaden darum nicht zu sagen ist. Da mahnte herzog Leopold seine mannschaft in den oberlanden auf, auch seinen obersten herrn Hans von Ochsenstein, dompropsl zu Strass- burg, des herzogs landvogt und obristen, der zog mit dem hauplbanner zu Strassburg aus, mit vielem volk zu ross und zu fuss. Ehe er aber aus dem land zog, verordnete er seine landschaft zum besten und übergab dem bischof Friedrich zu treuen bänden, als einem schirmherrn, bis er wieder kam, oder seine erben, die Stadt Börsch, die er pfandweis hatte, auch das schloss und dorf Barr, samt allen gutem dazu, zu beschirmen, insonders wider den von Saarwerden, und fubr darauf zu herzog Leopold ins Ergow. Fol. 270 Zu Eger wurde berathschlagl an welchem ende man in die Schweiz ziehen sollte; da fielen wohl drey wege vor, da ein jeder meinte der beste sei. Cuno von Stocken, des herzogs narr sagte: «Ihr sagt alle wo ihr hin- ein wollt, es sagt aber keiner, an welchem ende ihr wieder heim kommen wollt ; dies wäre nölhiger vorzunehmen.» Da kamen über 2000 pferd und viele zu fuss, auf 18000, doch kamen sie nicht zum streit, darunter über 400 gekrönte helme zusammen, zogen vor Sempach, wollten es stürmen, da war es wohl besetzt. Der herzog hatte auch 200 mäher mit sensen bei ihm, die den rossen das fulter auf dem felde abmäheten. 1691. {Schlacht bei Sempach.) — Den 9. Juni kamen gegen ihnen die von Ury, Schwytz, Unterwaiden, Luzern und andere, auf 2000 zu fuss, und nahmen eine gute Ordnung gegen die herren; da stiegen die herren alle zu fuss ab und gaben ihren knechten die pferde, und zogen zu fuss gegen die Scliweizer und schrien, man solle die buhen nur zu tod schlagen, und liefen gegen ihnen, insonders die jungen vom adel, die wollten rilter werden, damit kamen sie aus der Ordnung. Der alte von Ilessenburg sagte : Liebe herren, es gefallt mir nicht, dass man den feind so leichtfertig angreifen will, man muss ein wenig sinn haben, man soll keinen geringen feind verachten, denn ich bin mehr bei solchen bändeln gewesen. Lasst uns ein wenig halten und im vortheil bleiben. Da schrie der von Ochsenslein: 0 Ilessenburg, hassenfraz, es sind — 117 - unserer nur zu viel ! An die Bauern ! Sagte hiermit zu herzog Leopold : Diese hand voll bauern, wollen wir die heute gesotten oder gehraten zehren? Darauf fuhren sie in der Unordnung fort und griffen die wohlgeordneten Schweizer auf der ebene an, vor Sempach. Da wurde ritterlich gestritten und wurden auf 60 Schweizer erschlagen, ehe einer von den herrschaften erläge. Es war aber ein sehr heisser tag, also dass die lierren von grosser arbeit und hitze in ihren hämischen bald ermattet und müde wurden und ersticken wollten, also dass sie anhüben zu erliegen. Da druckten sie (die Schweizer) auf sie nach, dass die herren nach den rossen umsahen, und denselbigen zuliefen. Im laufen hinderten sie die langen Schnäbel an den schuhen, die schnitten sie in eile ab, dass sie laufen konnten. Da das die knechte auf den pferden sahen, dass die flucht angienge, ritten sie davon, die herren riefen ihnen nach, so dass wenig herren zu pferd davon kamen, und wurden fast alle edelleute und auf 400 gekrönte helme erschlagen, ohne die andern, deren auch auf 1500 waren, der Schweizer auf 200. Herzog Leopold blieb selbst, mit ihm herr Hans von Ochsenstein, sein veiter, der raarkgraf Ott von Hochberg und auf 400grafen: von dem adel war der mehrtheil aus diesen landen gewesen. 1692. {Die gefallenen Ritter aus dem Elsass.) — Von Strassburg sind von herren, rittern und adel geblieben, diese: Herr Hans von Ochsenstein, dompropst zu Strassburg, des herzogen obrister und pannerherr und landvogt; Guno von Müllenheim, N. Kraft. Rudolf von Müllenheim, N. von Ettenheim, Albrecht von Müllenheim, von Landsberg, Oswald Zwinger, Einer von Lichtenstein, Hug und)KliltenvonRothen- Anton von Meistein (sie), Franz j heim. Ein Botzheim von Schlettstadt, Zwei von ßolsenheim, ohne die Diener*. Aus dem Elsass: Herr Walter von Dicke, ritter, Herr Burkhard! von Massmünster, Drei von Rathsamhausen, ritter, ritter. Zwei von Andlau, ritter, Herr Hans von Rottenheim, ritter. Zwei von Hatlstatt, ritter, Conrad Stör, ritter, Herr Bernhard Groh, ritter. Zwei von Lobgassen, ritter, Vier Waldner, Ein Landsberger, Hans von Berckheim. 1. Speckelhat noch zwei Verzeichnisse, mit der Benierkung : In der Gosmograpliie (von Seb. Münster) alle Personen recht zu sehen. (Note de M. Jung.) 118 Von Argow: Herr Hans und C . . . von Hahvil, ritter, Reinmann von Königstein, ritler, Hans von Eschen, ritler, Albrecht von MüUenen, ritter, Godlfrid Müller, ritter, Herr Wilhelm Schenk, ritter, Herr Werner Schenk, ritter, Herr Rudolf von Hünenberg, ritter, Vom Su Zwei Grafen von Thierstein, Hans und Ulrich von Hassenburg, Drei von Bärenfels, ritter, Herr Rudolf von Schönau, ritter, Herr Walther von Rottenburg, ritter, Herr Gottfried von Roden, ritter, Herr Friedrich von Münsteroll, ritter, Herr Werner von Flaxland, ritter, Herr Gener von Küssenburg, ritter. Fünf von Reinach, ritter, Marquard von Boldeck, Zwei von Rediken, Krafft, Dirmenstein, Lichtenstein, von Espenthal, Botzheim von Schlettstadt. ndgau: Heinrich von Vogesheim, Hans von Grünenberg, ritter, Vier von Epfingen, Fünf von Mörsburg, Peter von Rodeswil, Hans zum Wickhuss, Heinrich Schuster, Hans Schnebel, Hans von Berkheim, Franz von Tengerfeld, Walther Nuvar (?) von Hüningen. Wilhelm von Rottberg, Vom B r e i s g a u : Markgraf Ott von Hochberg, Zwei Schnäbele von Friburg, Graf Hans von Fürstenberg, Herr Walther von Geroldseck hatte einen söhn Georg, thum- herr zu Strassburg, Zwei von Staufen, Zwei von Wisswil, Zwei Küchle, ritter, Zwei von Bolsenheim, ritter, Herr Martin Maltere, ritler. Herr Ostwald zum Wisser, ritter, Herr Hummel von Keppenbach, ritter, Herr Hans Major, ritter, Herr Conrad Stolz, ritter, Herr Egenolf von Stülingen, ritter, selb drei, Herr Walther von Inwehre (?), ritter, und noch fünf edelknechte. Der Schulz von Neuenberg. Aus Oberburgund eilf Ritter, 111 edelknechte, Der schultheiss von Araw mit 24' edelknechten, - 119 — Der Schulz von Zofingen mit 12 edelknechten, Der von Rheinfelden mit 8 edelkneclitcn, Aus Nieder-Basel neun edelkneclit'. 1693. {Begrabimg der Gefallenen) — Am dritten tag ward erlaubt, Fol. 271 dass ein jeder die todten möchte begraben. Da schmeckten sie schon also stark von der hitze, dass niemand solches thun wollte. Da nahm man herrn Leopold von Oesterreich, den von Ochsenstein, markgraf Ollo von Iloch- berg, und auf 60 grafen und herren, die wurden gen Königsfelden geführt. Die andern wurden auf der wahlstatl in eine grübe geworfen, vor grossem gestank, und nachmals eine kapeile dahin gebaut. 1694. [Herzog Leopold der Junge kämpft iveiter gegen die Schiveizer.) — Nach der Sempacher schlacht ist herzog Leopold der junge an die Schweizer gerathen, seines vaters tod zu rächen. Als er aus dem Elsass und den landen ein grosses volk sammelte, und gegen die Schweizer zog, haben sich die Schweizer auch gestärkt, und Rothenburg, Stadt und schloss geschleift, wo der herzog einen grossen zoll hatte. In diesem krieg wurde der österreichische adel aller aus der Schweiz vertrieben und erschlagen, und erschlugen die von Glaris dem von Oesterreich viel volk, auf 1200 mann; solches geschähe an andern enden mehr, bis auf einen anstand. Doch empfingen die Schweizer zu Rapertswiller und an andern enden auch grossen schaden. 1695. (Bischof Friedrich behält das Ochsensteiner Erbe.) — Inzwischen da bischof Friedrich die niederlage hörte und erfuhr was für herren ge- blieben waren, da behielt er mit gewalt was ihm herr Hans von Ochsen- stein zu treuen bänden zugestellt hatte und wollte seinem bruder herrn Ottomann von Ochsenstein, des eigen es war, nicht wider zustellen, und als der von Ochsenstein ihm das recht bot, so wollte er ihn dafür bekriegen, bis der bischof den grossen krieg mit der Stadt anfieng, da gab er dem von Ochsenstein alles wieder, damit er ihm helfe die Stadt bekriegen, wie auch geschah. 1696. {Der Bischof nimmt auch andres Gut an sich.) — Es war auch graf Hans von Fürstenberg erschlagen worden, da fiel der bischof von Strassburg auch in das Kinzigthal und nahm Hasslach ein, sagte, es wäre erledigt und an das bistum gefallen, als ein leben, und hielt es lang dem 1. Fol. 392" hat Speckel ungefähr das Verzeichniss, das sich bei Königshofen befindet. Nur fügt er zu den 35 Rittern von der Etsch noch 28 Ritter von Oesterreich. (iNotc de M. Jung.) — 120 — grafen Ludwig vor, der doch seines bruders wahrer erbe und dessen eigenlhum es war. Es war auch markgraf Otto von Hochberg erschlagen worden, da nahm er den markgrafen Hesse und Hans den guten flecken Herbolsheim, sagend es gehöre ihm zu und hielt es ihnen lange vor. 1697. {Theihmg der Geroldsecker Erbschaft.) — Indessen starb auch der letzte herr von Geroldseck im Wasichen, genannt herr Volmar, der noch jung war, und alle seine herrschafl, und was sein eigenthum, das nahm er auch, als wenn es sein wäre, darüber wurde mit des verstorbenen mutter Agnes, die eine gräfm von Lülzelstein war, und der freundschaft, so viel gehandelt, dass man dem bischof um frieden willen gab den vierten Iheil an Klein-Geroldseck und alle andern dörfer, das andere Iheil nahm der von Ochsenstein und der herr von Wangen, die beide töchter von Geroldseck hatten; das andere Iheil war dem slift Metz zu lehen aufgetragen, das wurde dem von Rappoltstein geliehen, der schrieb sich hernach herr zu Geroldseck im Wasichen. Wären sie stark genug gewesen, sie hätten dem bischof keinen pfennig gegeben, waren ihm auch keinen schuldig. 1698. (Saarbiirg überfallen.) — Darauf überfiel graf Heinrich von Lülzelstein die Stadt Saarburg und wollte solche mit gewalt zu seinen bänden nehmen : aber die burger liefen zusammen und jagten ihn wieder zur Stadt hinaus. 1699. {Der letzte von Horburg stirbt.) — Es starb auch der letzte herr von Horburg, da nahm der bischof seinen erben die herrschaft Bielstein wider alles recht, doch musste er solches dem von Wirtemberg wieder geben, als der ihm half die Stadt bekriegen. 1700. {Des Gustos zu Lautenbach Erbe.) — Damals starb auch hinter Gebwiler der custos zu Lautenbach, der ein Landsberg und reich war. Es war aber nicht gerichtet worden: er hatte zwei brüder, Burkhard und Hartmann von Landsberg, die seine erben waren, die raussten sich zuletzt mit dem bischof nach seinem willen vertragen. 1701. {Ein fremder Priester zu Strassburg gestorben) — Es kam auch ein fremder priester gen Strassburg, herr Rudolf von Hinspach genannt, der brachte viel gut mit ilim, wollte weiter ziehen, denn er unter einem andern bischof daheim war; der wurde krank und starb zu Strassburg, und der bischof von Strassburg halte nichts mit ihm thun, nahm doch alles Fol. 272 weg was er bei ihm fand, wollte seinen Schwestern und rechten erben nichts geben, zeigte an, er wäre in seinem bistum gestorben. Doch gaben sie ihm zuletzt sechs hundert gülden. — m - Solche händel trieb er tag und nacht, dieweil er bischof war; war einer hinweg, kamen zwei wiederum: darum überkam er sein- viel gell, und hatte (dessen) genug. 1702. {Bcrgiverk in der Herrschaft Geroldseck.) — In der zeit kam ein gutes bergwerk auf im Kinzigthal neben der herrschafl Geroldseck, da traf man viele gute silbergänge an, und war also viel silber, dass man sagte, alle die daran bauten würden zu lierren werden. Da solches der bischof erfuhr, sagte er, der beTg liege im bistum, und gehöre ihm zu. Da sagte der von Geroldseck, der berg liege in seiner herrschaft und wäre sein eigenthum. Der bischof erwiederte, er wäre geistlich und giengeihm vor; und nahm den berg und etliche tausend mark silber mit, und sagte, er wollte allen denen die anspruch an das bergwerk hätten, zu recht stehen vor dem römischen könig. Da wollten sie ihm das halbe silber geben das sie fanden, damit er sie Hesse dabei bleiben, das wollte er nicht thun. Da schnitt sich das silber in einer nacht ab, dass man nichts mehr finden konnte. Also war da dem bischof und den frommen leuten denen es gott gegeben nichts, und ist also liegen geblieben. (Cfr. Kœnigshoven, éd, Hegel, p. 679.) 1703. {Bischof Friedrich strebt nach dem hischoeßchen Stuhl zu Metz, Mainz, Trier.) — Er strebte stets nach grossem geld wie er auch stets nach einem grössern bistum stund. Als das bistum Metz ledig war, stellte er darnach bei dem papst und capitel; kostete ihn mehr denn vier- zehn tausend gülden, und wurde ihm nicht. Darnach stellte er nach dem bistum Mainz, auch Trier, welche ledig wurden, daran er mehr denn sechzig tausend gülden hieng, und ward ihm keines, denn man seine schinderei allenthalben wusste, auch seinen unruhigen köpf. 1704. {Der Bischof zu Bede gesetzt. Seine Antwort.) — Darüber wurde er von etlichen herren zu rede gesetzt, warum er solche grossen kosten auf andere bistümer verwende, so er doch an dem bistum Strass- burg könnte einen fürstlichen stand führen, denn sie einen übersclibg gemacht halten, dass er alle jähr besser denn vierzig tausend gülden ein- kommen habe, ohne andere nebengefälle mehr, welches schier eben so viel war, also dass man meint er habe jährlich auf hundert tausend gülden einkommen, welches damals viel war, und habe dazu mit Schätzungen ein grosses aufgehoben, und um andere bistümer geworben, welches ihn auf hundert lausend gülden kosten soll. Wenn er solches geld und übrige Unkosten ans bistum Strassburg gelegt hätte, zudem es ein gutes land - 122 - wäre, so hätte er eines der besten bistümer gehabt, so man in allen landen finden möchte, und wenn er wollte, könnte er ganz ruhig sein in gutem frieden. Darauf gab er ihnen zur antwort, er wollte dass er der sieben chur- fürsten einer wäre, und sein lebenlang keine ruhe nimmermehr bekäme, darum gebe er so viel geld aus, sonst wollte er es wohl behalten. Er war sehr ehrgeitzig und wollte sich einen namen machen. Derhalben hat er Stadt und land mit seinem unruhigen köpf in grosse noth gebracht. Zuletzt ist es alles über ihn hinausgegangen, denn er strebte mit fleiss nach krieg, dessen bekam er auch genug. 1705. {Gddes Welnjalir.) — Dies jähr wuchs so viel guter wein dass man das ganze jähr eine maass um 1 heller vom zapfen schenkte. Es galt ein fuder wein einen gülden, und ein fuder fass vier gülden: mancher lösste nicht so viel aus dem wein, als er hatte vom fass zu binden gegeben. Fol. 273 1706. {Ammeisterivahl.) — Damals war ammeister herr Wilhelm 1387 Metzger, war bei den metzigern. 1707. (Eine Krankheit, der Bürzel genannt.) — Gegen den frühling kam eine schwere krankheit, der floss oder burzel genannt, dass der zehnte mensch nicht gesund blieb, in klöstern, kirchen und bürgen; dass man an etlichen orten nicht singen konnte. Doch in der fasten war es am allergrössten, da erlaubte man den kranken fleisch, eier, butter und anderes zu essen. Da assen die gesunden auch mit, denn es gieng alles in einer absolution hin. 1708. {Die Krautenau mit einem Graben um ff eben.) — Damals fieng man an die Krautenau um zu graben, vom S. Katharinenklosteranbisum die Krautenau hinter S. Claus in undis, bis zum Teich, und wollte sie mit guten mauern umfangen haben; da aber das graben so viel kostete, Hess man damals ab. Und bück man das brod den arbeitern zu S. Claus in undis, da noch die stube und der backofen stehen. Doch wurden vier thore und thürme gemacht, S. Catharinen, S. Johannes, S. Claus und Fischerthor; sonst waren keine mauern, nur der graben und ein zäun darauf. 1709. {Kaltenhausen abgebrannt.) — Damals gieng zu Bitsch die Stadt blenden (sie) genannt vom feuer an, brannte gar ab. 1710. ^Billige Preise.) — Dies jähr galt ein fürtel weizen, roggen, gerste, habern, erbis, hnsen, äpfel, birnen, nüsse gleich viel gelt, jedes vier Schillinge. - 123 — 1711. (Schlechter Lebenswandel K. Wemel's.) — In dieser zeit hub könig Wenzeslaus an sich übel zu halten mit gemeinen frauen, fressen und saufen, darüber sich sein gemahl, Johanna, hart bekümmerte und vor grossem leid starb. 1712. (Ammeistenvahl.) — Da ward ammeister herr Andreas Heil- 1388 mann, war bei den tuchern. 1713. (Die Juden abermals aus der Stadt gewiesen.) — Damals kamen viel klagen mid allerhand bedenken der Juden halb. Da ward erkannt dass die Juden sollten aus der Stadt ziehen, und nimmermehr zu ewigen Zeiten in der Stadt wohnen. Doch mochten sie wohl aus und eingehen, auf geleit, zu handeln. 1714. {Bruno von Rappollstein faengt einen englischen Ritter.) — Dieses jähr fieng herr Bruno von Rappollstein ohne Ursache, einen ritter aus England, genannt herr Johann von Ilarlostein. Von dieser gefängniss wegen schrieb der könig aus England an die stadl Strassburg, denn herr Bruno burger zu Strassburg war, mit grosser bitte herrn Bruno, ihren burger, dahin zu halten, dass er den gefangenen ritter ledig liesse, solches wollte der könig ewiglich gegen die stadl nimmer vergessen. Da schickten die von Strassburg nach herrn Bruno, der kam gen Strass- burg vor rath, zeigte an, desgleichen auf allen trinkstuben sagte er, wie grosses recht er zu dem gefangenen ritter hätte. Es war aber niemand da, der dem gefangenen ritter verantwortet hätte und seine Unschuld ange- zeigt, und blieb die sache also ersitzen. Auf solches schrieb der könig der Stadt etliche mal mit grosser bitte mit herrn Bruno zu handeln, dass er doch den gefangenen ritter ledig Hess. Daraufschrieb die sladt dem könig: als sie herrn Bruno von Rappoll- stein zu einem burger empfangen hätten und aufgenommen, hätte man ihm, wie andern burgern auch, vorgehalten, was krieg und spenn er Fol. 27 i ihnen brächte, dazu werde man ihm weder beholfen noch berathen seyn. Nun wäre der gefangene rilter vor der zeit, ehe er burger geworden, gefangen worden. Zudem halte er ihn in seinem lande, darüber sie nicht zu gebieten hätten, auch ihn nicht zwingen könnten. Da blieb die sache abermals eine zeit hängen. Es sprachen aber weisse leute, die der sache etwas weiters nachdachten, dass man solle mit herrn Bruno handeln, dass er den gefangenen rilter ledig Hesse, denn der könig von England möchte dadurch bei andern die Stadt in unfall bringen, und ein schwerer Handel daraus werden, denn der könig würde solches nicht unterlassen. Da sprachen etliche, der - 124 — könig von England müsste ein langes schwert haben das bis Strassburg reichte. 1715. (Bischof Friedrich erobert Heckingen.) — Damals zog bischof Friedlich mil einem kriegsvolk vor Hechingen bei HohenzoUern, nahm solches ein als ein verfallenes leben von Wirtenberg, und nahm auch S. Pilt und anderes im Elsass. Im vertrag gab der von Würtenberg dem bischof andere guter im Elsass dafür, als Markolsheim und viele dörfer. 1716. {Anspruch des Herzogs von Burgund etlicher Juden halber.) — Damals halte der herzog von Burgund etlichen anspruch an slädle und lande von wegen etlicher Juden halb, die man vertrieben halte. Aber könig Wenzel, der bischof und die Stadt Strassburg legten sich darwider. Da musste er ablassen; darauf musslen die Juden der Stadt zwanzig tau- send gülden geben, und ewig verwiesen bleiben. Das geld brachte kein glück, frass das andere mit diesem auf 1717. {Fehde zwischen Salzburg und Bayern) — Damals hatte der bischof von Salzburg spenn mit dem herzog von Bayern, begehrte auch in den schwäbischen bund zu den Städten, denn ihm der herzog etliche Städte und festungen verhielte; da wardt ein gütlicher tag in Bayern gelegt in einem kloster: als der herzog dahin kam nahm er den bischof gefangen; wollte er ledig werden müsste er 60 tausend gülden geben, und viele gerechtigkeilen mehr. Als er ledig geworden, wollte das capitel nicht halten was er versprochen, sagte, er hätte nicht recht vom bislum solches zu vergeben. Da gieng der krieg wieder an. Deshalb begehrte der bischof auch in den bund. Fol. 275 1718. {Fehde des Schwaebischen Bundes mit Bayern.) — Als der schwäbische und rheinische bund, wie vorgemeldet, wieder in guter stille waren, da griffen herzog Stephan und Friedrich aus Bayern auf etliche kaufleute von Nürnberg und nahmen ihnen grosses gut. Das wollte der schwäbische bund nicht gut heissen, dicweil im ausbund geschehen : die herzöge von Bayern wollten aber von keinem ausbund wissen, da wurde die sache auf herzogen Ruprecht von Bayern, pfalzgrafen bei Rhein, dem altern überwiesen, er sollte einen spruch thun. Der sprach zum frieden, der schaden gegen schaden so im krieg geschehen, sollte aufgehoben seyn, und sollten beide herzogen aus Bayern, was sie noch von dem gut hatten, den kaufleuten wieder geben und zwölf tausend gülden darzu. Das wollten beide, herzöge, und auch die kaufleute nicht thun. Da sprach herzog Ruprecht, er wolle selbst sechs lausend gülden dazu geben, — 125 — denn zwölf lausend gülden wären bald verkriegt, damit man zum frieden käme. Da man es nicht annehmen wollte, zogen beide parteien von einander. 1719. {Schlacht bei Doeßngen.) — Da mahnten die Schwaben den rheinischen kreiss auf, die Stadt Sirassburg schickte hundert pferde, so auch alle Städte am Rhein, und kamen zusammen 800 gleven, von denen jeder fünf pferde halte; die belagerten bei Wyl zu Dofïlngen in Wüiten- berg den kirchhof. Da machten sich auf der alte und der junge von Wur- temberg, herr Ruprecht der junge und Baden samt vielen herrn, mit dem bund auf 700 gleven und 2000 bauern. Auf Bartholomäus geschah eine Schlacht, darin die Städte erstlich oblagen. Der junge von Wirtemberg, Zollern, Werdenberg, einer von Löwenstein und mehr denn sechzig riller und edelknechte wurden erschlagen, und die scharen wichen schon, da schrie der alte von W^ürtenberg: Die slädte fliehen! Da meinten die Städte die hintern wichen. Da kam der herr von Bitsch und Rossenfeid dazu mit 100 gleven, die ausgeruhet waren; da wichen die städle und wurden auf 1000 erschlagen und auf 600 gefangen. 1720. (Weiterer Verlauf des Staedtekrieges.) — Da griffen die schwä- bischen slädte widerum zum krieg. Die von Nürnberg gewannen dem markgrafen Langezenne und Widesbach, zwei slädtlein, auch zwei vesten, Altenberg und Schönenberg, führten habe und gut mit heim. Die von Esshngen zogen vor Kretzingen : da fielen die von Kretzingen heraus und wurden wohl 100 von ihnen erschlagen. Desgleichen erschlugen und fiengen die von Reuüingen wohl 50 von Trutelfingen. Darauf belagerte der bischof von Würzburg Schweinfurt, die machten frieden. Darnach Windesheim, gewann es nicht, that aber an den gütern grossen schaden. Die herren zogen vor Heilbronn, hieben die reben und bäume um, ohne was den pfaffen und klöstern zugehörte: da sie abzogen hieben die bürger die reben der pfaffen auch ab und verheerten ihre guter; so dass alles gleich zugieng. (Gfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 840—842.) 1721. {Theilnahme Sirassburg' s am Kampfe.) — Nach diesem ermahnte der schwäbische bund den rheinischen zu etlichen malen auf den schaden zu rächen. Da schickten die von Strassburg 200 gleven, das ist 1000 pferde, und kamen bei Speyer zusammen auf 900 gleven, und widersaglen dem herzog Ruprecht am Rhein. Da drei tage nach dem absagen, wie bräucli- lich, um waren, zogen sie dem herzog in's land und verbrannten ihm drei tage lang viele dörfer und flecken. Da aber der herzog kam, zogen sie wieder heim. Da sagte der herzog zu denen von Strassburg: er hätte - 126 — weder ihnen, noch den rheinischen Städten kein leid gethan, und doch hallen sie seine armen leute also geschädigt; solches wolle er rächen. 1722. {Die Koenige von Frankreich, Sicilien und Navarra am Rhein.) — In diesem kamen der könig von Frankreich, der könig von SiciHen, der könig von Navarra, die herzöge von Burgund, Lothringen, Borrer {sie) und andere grosse herren, wohl mit hundert tausend pferden bis an Cöln, wollten den herzog von Jülch, und den von Geldern bekrigen. Darüber erschrack der rheinische bund, meinten es würde über sie hinaus gehen, denn der könig von Frankreich hatte herzog Stephans von Bayern tochter geheiralhet, und wenn ihn herzog Ruprecht begehrt hätte, wäre er gern gekommen; es war aber so böses regenwetter, hatten auch keinen pro- viant, dass sie wieder zurück und heim ziehen mussten. 1723. {Kaempfe im Unter- Elsass.) — Da machte herzog Ruprecht mit junkher Oltmann von Ochsenstein und Hans von Lichtenberg einen bund, dass sie dem herzog Ruprecht Reichshofen eingaben, schloss und sladt; darin legte er 300 gleven und waren beide herren ihre hauplleute und versengten den ganzen winter hindurch das land, sonderlich herrn Hansen von Lichtenberg land. Da zog junkher Ottmann von Ochsenstein aus mit ethchen gleven und nahm das Hochfelder schloss ein, denn es halb sein war, Hess die reiter da liegen und zog wieder davon. Da fielen sie aus dem schloss, raubten und plünderten den flecken und kirchhof. Dieweil fielen die bauern in die veste und nahmen die ein und wurden die gefangen, die sie hüten sollten, schickten nach denen von Strassburg und gen Hagenau, die kamen bald, besetzten das schloss und führten die gefangenen hinweg. (Cfi'. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 843.) 1724. (Herzog Ruprecht raecht sich an den Staedten.) — Darauf machten sich etliche Städte, als Mainz, Worms, Speier auf mit GOO pferden und verbrannten dem jungen herzog Ruprecht sein land und machten viele arme leute. Er war aber heimlich auf, überfiel sie, schlug wohl 200 zu lod, und machte auf 300 gefangen, die er zum herzog brachte. Der sagte: Ihr habt auf mich und meine armen leute bei nacht gebrannt, ich will euch ehrhch bei tag verbrennen, und hess sie in einem ziegelofen alle verbrennen. Das geschah an einem freitag auf Martini 1388. (Gfr. Kœ- nigshoven, éd. Hegel, p. 845.) 1725. {Kaempfe in Schwaben und Baiern.) — Am Martini fiel der herzog von Bayern die von Regensburg an, und nahm ihr vieli, aber die von Regensburg schlugen dem herzog viel volk zu lod, nahmen ihm das vieh wiederum. Die von Rotlcnburg an der Tauber fielen den bischof von — 127 - Würzburg auch an, sie wurden aber zurück getrieben und melir denn 100 vor dem thor zu tod geschlagen. 1726. (Die Slrasshurger befehden den Markgrafen von Baden.) — Am Michaelis griff der jung markgraf von Baden auf die von Strassburg : da machten die von Strassburg eine schiflbrücke über den Rhein, und schlugen auch pfähle und machten eine brücke, wie sie noch ist (dies war die erste brücke), zogen hinüber ins markgrafenland und ins Ried und verbrannten und verheerten es schädlich. Dasselbe that der markgraf her- wieder mit seinen heifern die er halte, auf Stauffenberg, Thiersperg, Geroldseck, allermeist aus Stollhofen, versengten und verbrannten denen von Strassburg alle höfe und was sie hatten bis gen Kayl und jenseits des Rheins, von Beinheim durchs Riet bis gen Gambsheim; und geschah den ganzen winler durch grosser schaden. Da hub man an die Krautenau zu umgraben, damit man nicht also bloss konnte hineinlaufen, und etwas zur beschirmung hätte. (Cfr. Kœnigs- HOVEN, éd. Hegel, p. 845 — 846.) 1727. {Bie Freihurger nehmen das Strassburger Stadirecht an.) — Dies jähr hüben die von Freiburg ein recht der Stadt Strassburg, auch ein gemeinde an, und wählten auch einen ammeister nach Ordnung zu Strassburg. 1728. {Ammeister wähl.) — Da ward zum ammeister erwählt herr Fol. 278 Heinrich Kranich, war bei den Freyburgern. '1389 1729. {Graf Emich von Leiningen in Brumath.) — Nach dem neuen jähr kam graf Emich von Leiningen gen Brumath, da es halb sein war und halb der burger zu Strassburg; es waren auch zwei bürgen darin, eine die sein war, die andere denen von Strassburg. Da rühmte er sich gegen etliche bürger von Strassburg, die er zu gast halte, auch gegen seine unterlhanen, wie dass ihm seine armen leute hätten 4000 gülden gegeben, dass er aber nichts (sollte) mit dem krieg zu thun haben. Darauf fuhr er zu dem herzog Ruprecht dem altern und nahm auch 4000 gülden, und versprach ihm Brumalh einzugeben, damit er die von Strassburg besser hinaus bringen könnte, und machte ihn zu einem obristen, samt dem von Woyd, propst zu Ach, und dem von Bitsch. Darauf rüstete sich wieder herr Ruprecht mit 1000 gleven. 1730. {Strassburg rüstet sich gegen einen Ueberfall.) — Da gedachten 1. Der Bezeichner der Blätter hat 276 und 277 übersprungen. Es fehlt nichts. (iNotc de M. Jung.) — 128 — die von Strassburg wohl, dass es über sie gehen würde von wegen des Zuges im vorigen jähr, denn herr Ruprecht ilinen solches verheissen halte. Da gebot man zu Strassburg, dass man niemand fremdes in die Stadt liesse, auch alle fremden, die man nicht gar wohl kannte, mussten sich aus der Stadt thun; auch durfte man niemand beherbergen. Kamen dann fremde oder pilgrime, so liess sie niemand ein, bis er Wahrzeichen hatte, denn man fürchtete verrätherei und feuer: denn einer gefangen wurde, der wollte in der Krautenau feuer einlegen. Auch wurden in allen Vorstädten tag und nacht grosse wachen gehalten; auch bliess man keine Judenbless auf dem münster, damit die schaarwächter desto länger wache iiielten. Man hieng auch von einer thorglocke zur andern in allen hüusern lucernen hinaus: aber nach zwei nächlen, da der mond hell schien, liess man es bleiben. S. Elisabeth-, Spital-, Uten-, Stephans- und S. Andreas thor, und alle kleinen thörlein liess man beschlossen, die andern wurden wohl besetzt. 1731. {Brumath durch den Grafen von Leiningen verralhen) — Acht tage vor lichtmess nahm und übergab der von Leiningen verrälherischer weise Brumath und seine armen leute, nahm es mit 600 gleven ein. Da wurde geplündert, freund und feind, frauen und Jungfrauen geschändet; viele entflohen, und wurde die bürg, die denen von Strassburg gehörte, auch eingenommen. Es war viel züg darauf, und viele leute halten darein geflüchtet, dann man hatte sich solches nicht versehen. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 847.) 1732. {Umgegend Slrassburgs verheert.) — Des andern tages zogen sie aus Brumath zu ross mit grossem volk, verbrannten Fürdenheim, Schilcken und andere dörfer mehr, und legten sich in hüllen, wenn die von Strass- burg wären ausgefallen, dass man hätte können rückwärts in sie einfallen und sie schädigen. Da schlug man stürm und kamen alle handwerke vor das münslur, gewafl'net und an die zinnen, wie sie geordnet waren. Aber die reiter zogen in die bruche zu der Rothen kirche und hielten da lange spräche. Da ward befunden, dass besser wäre, man bliebe jetzt daheim, da sich der feind gestärkt haben könnte. Da dieses die feinde erfuhren, zogen sie mit raub und brand wider nach Brumath. Das erschreckte das ganze Elsass. Indem halle man zu Strassburg geboten, dass man je über das dritte haus eine Incern musste aushängen, und besetzte alle lliürm und mauern niitgewaff^neten leuten, man liess niemand aus und ein, und besichtigle alle mit fleiss, damit nichts schädliches hineinkäme. - 129 — 1733. {Brumalh verbrannt.) — Als sie auf aclil la^^c für Brnmath lagen, und das land verheerten und verbrannten, auf Unserer frauen liclilniess, da gieng zu Brumalh ein gross feuer auf, in der vorstadl, sehlug über die Stadtmauer ein, also gewaltig, dass die feinde gedrungen wurden zu weichen und mit den pferden kaum aus dem feuer kommen konnten und eilelen hinweg, fürchteten eine verrätherei. Und biannte wohl halb ab die sladt. Da dies die zu Strassburg und Hagenau erfuhren, zogen sie hinaus, ver- brannten das andere halblheil auch ab, zerbrachen und schleiften die Stadt- mauern, thürme, porlen und beide bürgen. Die dörfer an der Sorn und darum halten alle dahin geflüchtet, das wurde alles verloren. Darnach zogen sie in graf Emichen land, verheerten und verbrannten ihm alles, und zogen wiederum heim. In diesem kriege sass der bischof, auch alle Städte und das ganze land still, deshalben geschah ihnen auch kein leids. (Gfr. Koenigsiioyen, éd. Hegel, p. 848.) 1734. {Der andere Ritt vor Strassburg.) — Auf mitfasten schickte herzog Fol. 279 Ruprecht der aeltere 800 glefen auf die von Strassburg, mit dem mark- grafen von Baden, Leiningen, Bitsch, Oltmann von Ochsenstein, dem von Blankenheim, des bischofs von Strassburg bruder: die kamen über die steig und stracks auf Strassburg zu und hielten bei Mundolsheim bis gen Hausbergen, und verbrannten alle dörfer im land. Da stürmte man und liefen alle bürger und handwerker auf alle thürme, mauren, platze und thore, wie es bestellt war, und zog die zu pferd in die brüch bei Kronen- burg. Da rannten die feinde im felde hin und her. Da ritten etliche soldner und junge gesellen hinaus, so nahe zum feind, dass sie mit einander reden konnten. Doch geschah kein scharmuzel. Da eniboten sie denen von Strass- burg, ob sie wollten mit ihnen streiten, sie wollten ihnen feld geben. Da fragten die von Strassburg, wo die herren wölben ins feld kommen, er (der böte) solle hinziehen und fragen, wo sie im feld warten wollten; so wollte man ihm eine antworl geben. Der bote kam bald wiederum und sagte : die herren wollten bis sonntag im feld erscheinen, zwischen dem galgen und Hausbergen. Da sagte man zum boten: Sag' deinen herren: sie beständen nicht, denn sie renneten im feld hin und her; aber wenn sie die pferde wollten in die Schlösser und flecken thun, und zu fuss streiten, so wollen wir kommen, und zogen darauf aus. Da fuhr der bote davon und kam nicht wiederum. Da zogen die von Strassburg wiederum heim. Der feind rückte gegen abend auf Eckbolsheim und lag über nacht zu Geispützen und Ensisheim. In der nacht ging zu Geispützen ein feuer auf, B. XIV. _ (M.) 9 - 130 — das ganze dorf verbrannte. Da verbrannlen grausam viel pferde und hämisch und geschah dem feind ein grosser schaden. Als sie drei tage im lande gewesen waren, zogen sie wieder fort auf Molsheim zu und ver- brannten Westhofen, Bergbieten und viele andere dörfer. Da drapten ihnen die soldner von Sirassburg nach, da musslen sie sich zusammen- halten bis sie aus dem lande kamen. In der karwoche zogen die von Strassburg mit 700 gerüsteten pferden aus ins Westrich und verbrannten den von Ochsenstein und Bitsch viele dörfer und brachten viel vieh mit heim. Nach Ostern zogen sie dem markgrafen mit raub und brand auch ins land, nahmen bei Stollhofen 2000 gülden werlhs vieh. (Gfr. Kœnigsiiuven, éd. Hegel, p. 849.) 1735. {TJieurung im Lande.) — Es war dies jähr nicht viel reisens am land, denn es durfte niemand am Rhein ohnegeleit wandern; die Strassen waren mit gras und distcln verwachsen; salz und eisen war in der Stadt theuer, doch fand man es genug. Das körn galt, ein fürtel, nicht über 6 oder 7 schilling, der wein desgleichen; denn man Hess keinen wein den Rhein hinabgehen, das ganze jähr, denn die von Strassburg verschlossen ihn. 1736. {Tag zu Eger.) — Darauf ward auf pfingsten ein tag gen Eger gelegt, dahin kamen aller stände gesandte vor den römischen könig, ward aber nichts ausgerichtet, denn allein frieden geboten und solches herrn Ruprecht dem aeltern befohlen. Doch wurden Regensburg, Nürnberg und Weissenburg mit den harren verglichen. Fol. 280 1737. {Friede zu Heidelberg.) — In diesem krieg geschah in Bayern, Franken, Schwaben und am Rhein grosser schaden zu beiden Seiten: denn an vielen enden auf 3, C, auch 8 meilen oft kein dorf oder niclits mehr war; es war alles veibrannt und verheert. Im Elsass war es doch nicht so sehr als anderswo, und wurden dennoch über anderthalb hundert dörfer und flecken verbrannt und verheert. Dem bischof geschah wenig schaden, denn er still sass, keinem theil half; über Rhein, III und Brcusch aufwärts, ge- schah auch kein sonderer schaden. Also hatte man ohne Ursache, mulh- willigerweise dem schwäbischen buiide geholfen. Da man schier müde war zu beiden theilen, wurde auf pfingsten ein tag gen Heidelberg angestellt, dahin kamen der von Strassburg und des mehrentheils schwäbischen und rheinischen Städte gesandten; da wurde der krieg gerichtet, und mussten die slädle den hcrreii gross gcld geben und alle ausburger ledig ablassen, ohne die von Sirassburg, die behielten ihre freiheit, und wurde 6 jähre lang im land friede gemacht in den vier landen, als Bayern, Schwaben, — 131 — Franken und Elsass. Dazu verband sich der römische könig und alle fürslen und herren den zu hallen, und wurden in allen landen neun mann ge- ordnet, 5 von den herren, 4 von den Städten, die solllen allweg montag nach der fronfasten zusammen kommen und recht besitzen und klag und antwort annehmen, was jedem vor schaden geschehen, solches iheligen und jedem zu recht helfen oder helfen bessern, damit ward dieser krieg gerichtet und mit grossem schaden. (Cfr. Kœnigshuven, éd. Hegel, p. 851, 853.) 1738. (Frankfurter Fehde.) — Indessen zogen die von Frankfurt mit 1500 zu ross und fuss auf die von Gronenburg; da waren die vonCronen- burg mit ihren heifern auf, den wald zu beschirmen, aber die von Frank- furt schlugen und fiengen ihrer viele und zogen mit freude auf Frankfurt zu. Indess kam herzog Ruprechts volk auch dazu von Oppenheim mit 150 glefen, jagten ihnen nach bis ans Ihor. Wiewohl derer von Frankfurt wohl noch so viel waren, wurden doch auf 40 vornehmer burger erschlagen und auf 600 gefangen, die musslen sich hernach mit 100 tausend gülden lösen. Darauf wurde wieder ein tag gen Mergentheim, darnach einer gen Bamberg gelegt, die verschlugen sich alle und ward nichts ausgerichtet. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 850.) 1739. {Bappoltsteiner Fehde.) — Da nun der bundeskrieg ein wenig zum frieden gerichtet wurde: indessen hatte der könig aus England etliche mal an könig Wenzeslaus zu Böhmen geschrieben, auch an alle chur- und fürslen. Darauf schrieb der römische könig der Stadt ernstlich, herren Bruno, ihren bürger, dahin zu halten, dass er den gefangenen ritler ledig liesse. Darauf schrieb die Stadt wie zuvor, dass sie herren Bruno mit gewalt nicht zwingen könne. Doch schickten sie erbare boten zu herrn Bruno, dass er wollte den ritler ledig lassen. Er zeigte aber an, die vür- wort, so sie ihm hatten vorgehallen, als sie ihn zum burger aufgenommen. Man vermeinte herr Bruno hätte stets gehoft, der könig sollte ihm um den ritter viel geld geben; also dass nichts daraus wurde. Daraufhielt könig Wenzeslaus einen landtag zu Eger in Böhmen, schickte seinen stallhaller, genannt der Weisskle, dahin, der verklagte vor dem landrichler die Stadt Strassburg, dass sie auf des röm.königes gebot herrn Bruno, ihren bürger nicht dahin hielten, dass er dem könig aus EngcUand seinen gefangenen riller nicht ledig Hesse aus dem unschuldigen gefängniss, begehrte im naraen des röm. königs die achlerklärung über die Stadt Sirassburg. Darauf erkannte der landrichler, dieweil denen von Strassburg nicht — 132 - war verbotlen worden, weder mit geschrieen, noch mit boten, so könnte man sie nicht ächten. Wollte aber jemand auf die von Strassburg klagen, soll man ihnen mit anleil berufen, oder mündlich vor gericht laden, wie recht, gebräuchlich und gewohnheit ist. Fol. 281 1740. {Ammeisterwahl.) — Da wurde zum ammeister erwählt herr 1390 Conrad Armbrusler, der war bei den goldschmieden. 1741. {Strassburg in die Acht erklaert.) — Damals liess der röm. könig Wenzeslaus wiederum zu Bürglis in Böhmen ein königlich hofgericht halten, und wurde die sladt Strassburg und herr Bruno dahin citirl; aber sie kamen nicht, zeigten an, dass die am Rhein über den fränkischen kreyss nicht mögen cilirt werden und in keinem fremden land zu recht dürfen stehen. Aber Weisskle, des königs stallhaller, klagte im namen des königs, auch des von England, heftig über die von Strassburg und Bruno von Rappolfslein um den unschuldig gefangenen rilter und ungehorsam der sladt Strassburg. Darauf wurden die Stadt Strassburg und herr Bruno in des reiches acht erklärt in Burglis in Böhmen, welches wider des reiches fr eih eilen war. Da nun die von Strassburg erfuhren, dass sie in die acht erklärt wären, auch herr Bruno, gaben sie ersllich nicht viel darauf. Da wurden sie ge- warnt, dass sie sich sollten mit dem könig vertragen, denn sonst allbereit leute wären, die auf sie achlung ihäten; solches könnten sie jetzund leicht wenden und mit geringen kosten daraus kommen. Darauf handelten sie mit herrn Bruno, dass er den gefangenen ritter auf einen revers ledig liesse und sähe, wie er aus der acht komme; welches wirklich geschehen, denn man um seinetwillen nicht viel machen konnte, und war er doch der anfänger aller dinge. Indess hatten die von Strassburg um ein geleit zum röm. könig in Böhmen geschickt, sich zu verantworten; das ward ihnen gnädig ertheilt. 1742. (Strassbitrf/er Gesandte inPrag.) — Daraufkamen die gesandten von Strassburg gen Prag; hielten stets an, ihre sache vorzunehmen und zu verhören, aber sie konnten nichts schaffen, noch vor den könig kommen, denn der könig war stets voll, und hielt sich ganz böse und lüderlich, er soff, spielte und war stets bei den huren, wiewohl er eine schöne königin hatte; dazu hatte er einen gesellen stets bei sich, das war der hencker' von Prag, dem hub der könig selbst ein kind aus der laufe. Derselb fuhr stets mit dem könig auf seinem wagen; sie lagen in allen würthshäussern bei 1. Dans la copie de ce fragment, faite par L. Schnkeoans, ou lit : das war der Juncker lOH I'rarj. — 133 - schonen frauen. Und war doch der künig ein hessh'che person, halte einen grossen hoffart, halb krumm, und war nichts schön an ilime. Er liess viele leute, auch geistliche, hinrichten, die es gut mit ihm meinten und ihn ver- warnten. Als nun die von Strassburg auf 6 wochen zu Prag gelegen waren und der könig dahinweg reiste, darzu der könig wusste, dass der gefangen ritler ledig war, zogen sie unverrichter sache hinweg; denn Weisskle sie hinderte, dass sie nicht konnten vorkommen, da sie auch sahen was es für eine hofhaltung war. Kamen also wieder gen Strassburg. Da waren etliche herren in Böhmen, als der Weisskle, herrTristrant von der Weittmühl, die brachten achtebriefe vom könig aus, die hätten auch gern geld gehabt, griffen auf die von Strassburg, wo sie mochten, fiengen etliche bürger und kaufïeute, die sich lösen mussten; da wanderten die von Strassburg desto weniger aus. Einsmals erwischten sie einen, Zobins ge- nannt, der solcher briefe viele führte, den däumellen sie so hart, dass er und seine gesellen nicht viel mehr kamen mit solchen briefen. (Cfr. Kœ- NiGSHOYEN, éd. Hegel, p. 682 — 683.) 1743. {Turnier zu Strassburg.) — Im nächsten jähr hatte herr Götze Engelbrecht im turnier zu Basel den dank erlangt, der legte seinen turnier gen Strassburg auf sonnlag nach Unser frauen geburt dieses jähr; wiewohl er hiezwischen starb, so ging doch der turnier fort'. Dahin kamen und besuchten alle ober- und niederländische herren, am Bodensee und Rhein, am Westrich, fast auf 300 helme, das sind 1200 pferd, wie nachfolgt. Dazu ein sehr gross frauenzimmer, von frauen und Jungfrauen, und gingen alle dinge köstlich zu. Dieweil aber der herren und ritterschaft sehr viel in diesen landen, wurde geordnet, dass von einem geschlecht nur einer turnieren sollte, sonst wùrd es kein end haben und zu viel werden. Diese haben das thurnier persönlich besucht und haben thurniert. Fol. 282 Vom Bodensee und Oberland: Grafen : Frey herr en : Friedrich von Zollern, Jacob von Walburg, Conrad von Wallenberg, Lienhard von Hohensax, Hans von Heiligenberg, Albrecht von Zembar, Werner von Sulz, Georg von Hohenheim. Ernst von Fürstenberg, Friedrich von Masox. 1. Ici le manuscrit de Speckliu portait les armoiries d'Engelb recht. (Note de M. Jung.) — 134 Ritter: Hans von Königseck, Ulrich von Morspurg, Georg von Frundsperg, Wolf von Heimburg, Ernst von Berdingen, Ludwig von Landow, Georg Truchsess von Rheinfelden, Heinrich von Heygitz (?). Mit dem von Wirtemberg : Eberhard graf zu Wirtemberg, Ludwig von Ottingen, Heinrich von Löwenstein, Wilhelm von Hohenlohe, Friedrich von Mümpelgart. Freiherren: Schmasmann von Rappoltstein, Hans von Gundelfingen, Albrecht zu W^indeck. Edelknechte: Heinrich von Stoffel, Albrecht von Landenberg, Georg von Reischach, Reinhard Schenk von Winterstelten, Albrecht von Wolkenstein, Claus von Schönstein, Ernst von Freyberg, Cunz von Neuneck, Jost von Rodt. Baseler: Dietrich Mönch, Heinrich von Rhein, Friedrich von Hall, Heinrich von Langenaw, Ulimann Kemble (?), Hugle von Schöneck, Claus von Wilden, Ernst von Helbling, Peter Schenk, Paul zum Jungen, Stoffel Molter, Utz Krafft, Hans Merzeier (?), Hans zur Kindaw (?). Markgraf von Baden: Rudolf markgraf zu Baden, Johann graf zu Hohenburg, Heinrich graf zu Thierstein. Freiherren : Wilhelm von Limperg, Walther von Geroldseck, Rennat von Ettendorf. Ritter: Eckrich von Rechberg, Heinrich Marschalk von Pappenheim, Georg von Haus, Heibrand von Hurtorf (?), Friedrich Christoph von Hoffingen, Reinhard von Wasserstette. Edelknechte : Ulrich Schilling, Hans Späth, Georg Ambros Ernst von Gultling, Emich von Eberstein, Wolf von Aw, Hans von Landersheim, Georg von Windeck, Bernhard von Steinfels, Albrecht von Nippenburg, Jost von Andlaw. von Engen, 135 Die Niederrheinischen Grafen: Ulrich ) „ zu Hanau, Reinhard ) Ott von Solms, Phihpps von Falkenstein, Siegmund von Rheineck, Otto von Lone, Wolf von Wertheim, Christoph zu Neuss, Albrecht zu Reiburg, (?) Wolf zu Kastei, Emich zu Leiningen, Ernst zu Lebe, Wilhelm zu Vianden, Johann zu Katzenelnbogen, Berloch zu Eissenburg. Ritter und Edelknechte : Hans Landschad, Arnold von Fleckenstein, Georg von Helmstadt, Wolf von Griw (?), Siegmund von Hochstett, Ulrich von Rahelstein, Sigmund von Remingen, Arbogast von Landsberg, Ruprecht von Fengen, Heinrich von Blockirch, Adolf von Gemmingen, Heinrich von Geiersberg, Georg von Seckendorf, Claus von Weingarten, Adolf von Utenheim, Albrecht Hoffart von Kirchen. Herren : Wilhelm von Königstein, Reinhard von Weslerburg, Heinz Schenk von Erbach, Georg von Cunenberg, Erasmus von Eckstein, Heinrich von Hohenfels. Bitter : Rudolf von Altorf, Philipps von Gronberg, Ortlieb von Frankenslcin, Wolf von Dalberg, Hans von Lutten, Wilhelm von Eberz. Edelknechte : Heinrich von Wihoz, Michel von Riedesheim, Emich von Oberstein, Adam von Salem, Dietrich von Gaw, Eberhard Wansheimer, Wolf Brom, Wolf von Sponheim, Eberhard Fetzer, Veiten von Ramberg, Diebold von Langenfeld, Hans von Olterbach, Peter von Mühlhoffen, Cuntz von Küttolsheim, Paul von Muckenheim, Claus von Friesenheim, Hanser von Knabsberg, Waller Brendel von Spanheim, Simon Bass von Waldeck, Dietz von Ockenheim, Erhard Brumser, Claus von Wachenheim, Peter Steinruck. Aus Westrich: Grafen : Jacob von Lützelstem, Eberhard von Zweibrücken, Fol. 283 136 Friedrich von Saarwerden, Jacob von Mors, Fol. 284 Friedrich von Sponheim, Johann zu Veldenz, Otto von Blankenburg, Alway von Finstingen, Georg von Kirkel, Arnold von Rotlenmoth, Jörg von Rolingen und Dachstuhl, Jörg von Kriechingen, Nicolaus von Ballheim. Ritler und Edelknechte: Peter von Karpen, Hans von Alb, genannt Sulzbach, Wolf von Hohenstein, Guntz von Rolingen, Erhard von Hohenstein, Johann Bürk von Bopparlen, Claus Rucker von Finstingen, Johann von Morbrunn, Albrecht Hans von Dimbach. Die Herren von Lichtenberg und ihre GesellscJtaft : Hanemann, \ Cunrad, Heinrich, Friedrich, Siegmund, Hans, herren zu Lichtenberg. m Her und Kdelhiechle Conz von Lampertheim, Cuno von Gutlersheim, Dietrich von Rotzenhusen, Hans von Weilersheim, Heinrich von Heringen, Rudolf von Fegersheim, Bechloid von Wilsperg, Jacob von Rotzenhusen, Fritz von Fleckenslein, Siegmund Knobloch, Hans von Lambsheim, Wolf von Hochfelden, Heinrich Hüffel, Ludwig Pfaffenlapp von Still, Cunemann von Bolsenheim, Bechtold Kranz, Peter von Kirspach, Lutz von Rothbach, Hans von Berstett, Wolf von Witlersheim, Hans von Blumenau, Jörg von Wickersheim, Hans von Holstein, Cuno von Hergersheim, Leutfrid von Königsbach, Jörg von Winstein, Wirich von Hohenstein, Hermann Dapelstein, Peter Eckbrecht, Reinold von Waltenheim, Hans von Schöiiecken, Caspar Beger, Reinold Weckel, Wilhelm Zuckmantel, Wolf HafTner von Wasselnheim, Fritz von Uttwiller, Dielz von Randeck, Peter von Egersheim, Wolf von higenheim, Jacob von der iMagd, Wilhelm von Wilsberg, Jörg von Lambsheim, CuMtz von Miltelhusen, Ulz Otlinger, Claus von Beckingen, Adam von Arnsperg, - 137 - Adam von Oberzheim, Ulrich von WeiLenheim, Peter von Berslelt, Burkhard von Rumersheim, Claus Seyfried. Die von Ochsenstein : herren von Ochsenstein, Volmar, Ollomar, Eberhard, herr zu Wasselnheim, Rilter und edle zu Strassburg, so jedem geschlecht nur einer oder Weisung des geschlechtes : Claus Zorn, rilter, Hans Zorn, Peter Zorn , Hans Läpp, rilter, Burkhard von MüUenheim, ritler, Daniel von Müllenheim, Claus von Westhusen, rilter, Hensel Löselein, Goez von Gräfenstein, Claus Bock, ritler, Rudolf Judenbretter, Thoman von Kageneck, Claus von Kageneck, rilter, Hans Sturm von Slurmeck, Bernhard zum Ried, Cunz Winterlhur, Gösele Sturm, rilter, Heinrich Rebslock, rilter, Claus Engelbrecht, Jörg von Pforzen, Peter Blümele, Claus Lohnherr, Albrecht Hess, Claus Börsche, Ortlof Spiegel, Walter Vespermann, Diebold von Rolzenhusen, Wernlier von Kuliieiilieim, Ludwig von Eckendorf, Eberhard Shorach, (?) Hans von Kindvviler, Hans von Epfig, Ruprecht von Auenheim, Peter von Merenburg, genannt Rûb- samen. in der stadl wohnten, doch ward von zu meisten zwei zugelassen, zu be- Goetz Nope, Heinrich von Kogenheim, Dietz Koltesch, Adolf Baumgartner, Peter Schub, Albrecht von Kippenbach, Johann Burggraf, Wolf Merschwein, Peter vom Weg, Hans von Renchen, Hans von Sigolsheim, Claus Bawraann, Jörg Elhart, Hans Dindesheim, Hans Knobloch, Fritz PfafFenlapp, Claus Spender, Hans von Müllenheim, Hans Duschmann, Philipp Hüffel, Jacob Bawmann, Claus zur Megde, Stoffel Lenzle, Hans von Schenk, Jost Still von Geispitzen, - 138 — Claus von Haltstatt, Hans von Dauchersheim, (?) Hans Lumpart, Gunz von Epfig, Lutz Beumle, Claus von iMerzenlieim, Hans von Berslett, Jost von Bolsenheim, Jörg Derer, Hans von Ettenheim, Claus Heger, • Hug von Rottenheim, Hans von Pforzen, Hans von Merenstein, Claus Erbe, Rudolf Zwinger, Philipp Reder von Dirsberg, Heinz von Kolbsheim. Dienstag hernach stach man in den hohen zugen. Es gieng aber das thuniier mehrentheils über die ritter und edelknecht zu Stra^sburg, und hätte man nicht ausdrommetet, wäre es ein härter thurnier geworden, undvA'ürden viele geblieben seyn, denn es mehr einem ernst denn schimpf gleich sähe, denn man hatte sich darauf gerüstet. Fol. ?85 Man hatte in der Stadt grosse hütten, auch an allen thoren und auf allen platzen mit gewapneten leuten besetzt: am Rossmarkt war der Rinds- heutergraben mit holz und dielen überschössen: darauf standen die hand- werker gewaffnet mit ihren bannern, damit kein auflauf und geschöU würde, welches eine grosse notdurfl war. Nachmallen hielt man köstliche taufe und bankete. Es war ein groseee Volk in der stadi, mehr denn 3000 fremde pferde. Hernach zog jedermann wieder zu haus. 1744. {Rheinau rveggefressen.) — Damals war der Rhein ziemlich gross, und frass zu Rheinau die Stadt sehr hinweg, und kam so weit dass es den herren von Honau (denen vor etlichen jähren ihr slift zu Honau der Rhein hatte hinweggefressen) damals zu Rheinau wiederum hinweg- frass, also dass die hausser und kirche, alles in den Rhein fiel. Deshalben sie gezwungen wurden zu weichen. Sie kamen in die Stadt Strassburg, setz- ten sich zum Alten St. Peter mit bewilligung des bischofs, und machten ein Stift daraus; brachten S. Amandus heillhum mit ihnen her. S. Michel war ihr patron, deshalben nannten sie das stift zu S. Michel und S. Peter, wie es noch heisst. Ist jetzund noch ein slift; sie essen noch alle im refec- lorium. Aber jedermann sagte, es wäre eine strafe goltes, dass sie der Rhein also plagte, denn sie nicht also fromm waren, wie ihre alten vorfahren. 1745. (Hohengei'oldseck verbrannt) — Den 16 juni schlug das wetler auf Hohen Geroldseck und verbrannte das ganze schloss. 1746. {Papst Bonifacius setzt ein Jubeljahr.) — Damals setzte papet Bonifacius auf Unser frauen heimsuchung, und ward zu Strassburg ver- - 139 - kündet und in allen landen zu feyern, dass sie wollte unsere feinde, den Tüi cken, zertreten, wie sie das gebirg getreten hatte, auch unser trost, hilfe und Fürsprecher sein, und dem papsthum, welches sehr getheilt war, wolle zu hilfe kommen. Setzte man auf, dass man das jubeljahr sollte alle 33 jähre halten, denn also lange wäre Christus auf erden gegangen: denn es kam der Stadt Rom grosser nutz daraus. 1747. {Ammeisterivahl.) — Dies jähr ward ammeister herr Conrad 1391 von Geispoltzheim; war bei den beckern. 1748. {Tag zu Mainz.) — In dieser zeit handelte man von denen von Strassburg wegen der acht halben, bei dem römischen könig, also dass der könig bewilligte einen gütlichen vertrag, weil der ritler ledig war. So war der von Rappollstein auch schon aus der acht, der doch der rechte schul- dige war an allem diesem handel. Darauf ward um mittfaslen ein tag zu Mainz gelegt. Es hatten aber die von Strassburg vor der zeit herrn Bruno von Rap- poltstein und den seinigen viel geld geliehen auf sein bitten, und er hatte der Stadt Strassburg die Stadt Rappoltsweier zu Unterpfand gelegt; des- gleichen halten die von Müllenheim zu Strassburg ihm auch viel geliehen und (er) Gemar vor underpfand darüber ihnen eingeräumt, auch einen eid gelhan, briefe und Siegel über sich gegeben zu hallen; welches die unter- Ihanen auch bewilligten und annahmen. Aber herr Bruno nahm diesmal mit verrälherei Rappoltswir ein, wider seinen eid und ehre, auch brief und siegel, und wendete vor, die sladt wäre in acht, da er doch selbst der anlänger aller dieser handlung gewesen. In der fasten kamen des königs gesandten gen Maynz, nämlich herr Lamprecht von Burne, bischof zu Bamberg, kanzler (zuvor gewesener bischof zu Strassburg) und herr Künast von der Tauber und herr Barsebo von Schwinar, auch ein Böhme, landvogt im Elsass und Schwaben. Die Stadt Strassburg hatte neben sich erbeten herzog Ruprechten pfalzgrafen und kurfürsten zu Heidelberg, der kam mit ihnen dahin, mit vielen herren, Fol. 28(î und halten zu beiden theilen volle gewall zu handeln. Da ward gethedigl, dass die von Strassburg über alle (kosten)' dem römischen könig noch sollten geben, dem Heinrich zum Jungen, burger zu Maynz, des königs ein- nehmer, 4500 goldgulden, jetzund die 500 haar, die andern 4000 nächst- künflig Unser frauen lag der Jüngern. Hiezwischen sollten sie verschaiTen, dass die acht aufgehoben und die briefe so darüber gegeben, fertig und besiegelt und vom könig unterschrieben würden. Die 500 goldgulden, 1. Von hier an sind die oberen Ecken der Handschrift abgebrannt. (Note de M. Jung. — 140 — nach laut des Vertrags wurden baar erlegt, alle Sachen gerichtet, und sie zogen wieder heim. 1749. {Bischof Friedrich wird Administrator von Basel.) — Damals war bischof zu Basel Immer von Ramslein etliche jähr; der konnte das bisthum aus dem Schuldenlast nicht bringen, darein es seine vorfahren ge- bracht halten. Da ward beraihschlagt, auch sah es der bischof selbst für gut, dass er vom bislhum abtrete, welches auch geschah, und ward ihm ein genanntes neben der Ihumpropstei gegeben, sein lebenlang. Daneben sollte man einen adminislrator dahin ordnen, der ohne das genug hätte und das bisthums einkommen sparete, bis man aus den schulden käme. Da war im rath befunden, dass man den bischof Friedrich von Strass- burg nehmen sollte; der war ein nachbar und könnte geldzuwegen bringen, als sonst keiner, sagten aber nicht woher, bis sie es erfuhren. Als bischof Friedrich von Strassburg solches ward vorgetragen, kam er auf Barnabas gen Basel, mit grossem zug köstlich; da wurde er von der Stadt und den geistlichen wohl empfangen. Da resignirte bischof Immer das bislhum, da schwur man ihm auf der Stuben zur Mucken, und wurde ihm von den geistlichen und der Stadt ehrlich geschenkt, und trat der bischof Immer von Ramslein wieder in seine alle propslei in Basel. 1750. {Klein-Basel eingelöst und an die Stadt Basel verkauft.) — Damals war die mindersladt Basel den bischöfen zu Basel; die hallen sie den von Oesterreich versetzt: bischof Immer von Ramstein halte gut solche vom hause Oesterreich zu lösen, doch mit vorbehält, wenn ein bischof solches geld erlegte, ihm die Stadt wieder einzugeben. Bischof Friedrich handelte so viel damals, dass die sladl die lösung that und soviel darauflegte, dass es 22000 gülden war, doch auf wiederlösung: darnach traf er einen kauf mit ihnen, dass sie 29800 gülden noch weiler- geben. Also kamen die von Basel hinter die kleine Stadt, wie sie solche noch haben. Darnach versetzte er etliche zehnten des Stifts Basel an das slift Strass- burg und legte eine Schätzung auf die geistlichen, und machte das slift Basel noch ärmer denn zuvor: also erfuhren die guten ft-ommen Ihum- herren zu Basel mit grossem schaden, wie bischof Friedrich von Strass- burg so wohl konnte geld zuwegen bringen, und woher es kam. Er sam- melte allenthalben geld, denn er seltsame Sachen im sinn hatte, wie er schon dieses jähr anhub. 1751. {Der Bischof plant Verrath gegen Strassburg.) — Da bischof - 141 - Friedrich die geistlichen zu Strassburg- nicht durfte schätzen, da ihm die Stadt einen knöpf dafür gemacht hatte, reiste er zum landvogt Warseho, der gar wohl beim könig war, handelte mit ihm, dass die entschlagsbriefc beim könige gehindert würden : so wollten sie die Stadt, weil sie in der acht war, angreifen; die müsste ihnen geld genug geben. Welches dem landvogt wohl gefiele; er schrieb in Böhmen und verhinderte die briefe, mit verheissung das geld mit ihm zu theilen. Solches geschah da die an des königs hof waren, wie der könig auch, geld nahmen und halfen zu allem schelmenwerk. 1752. {Fleckensteiner Fehde.) — Damals wurde herr Rudolf, abt zu Murbach, landvogt zu Hagenau; der kam zu krieg mit dem von Flecken- stein, um etliche dörfer im Ried, als Roppenau, Sässolsheim und andere. Doch halte er hilfe vom markgrafen von Baden. Der von Fleckenstein kam gen Strassburg, gieng zu den rittern und edeln knechten, zeigte ihnen an, wie grosses unrecht ihm geschehe: darum wollte er die landvoglei be- kriegen, was ihnen dann schaden geschehen möchte, wolle er bezahlen. Das Hessen die edeln geschehen. Als solches die von Hagenau erfuhren, hieben sie alle bäume um; darauf verbrannte der von Fleckenstein Batzen- dorf, Wiedersheim, Hausen, Schäffolsheim, bis an die 20 dörfer von Ha- genau. Dieweil aber die edeln zu Strassburg zusahen, da ward auf ein jähr lang friede gemacht. Als die von Strassburg in des königs acht kamen, und alle lande wider die von Strassburg zogen, wollten die von Fleckenstein nichts wider die von Strassburg thun, dieser handlung halb. 1753. {Handwerker in Hagenau zu Schöffen gewählt.) — Damals mangelten vom adel um schöppen zu setzen zu Hagenau. Da man nun nie- mand haben mochte, und man auch weise, verständige burger fand, wur- den die ersten von den band werkern gezogen. Ritter Hans, Völtzel, ein luchscherer, und Bechold, farber. Darüber wurde brief und Siegel aufge- richtet, so man alle jähr liesst. 1754. {Bündniss gegen Strassburg.) — Der bischof und landvogt mach- Fol, 2.s7 tan hierauf heimlich einen bund mit dem markgrafen von Baden, Eberhard von Wirtemberg und Hamann zu Bitsch, Philipps, Heinrich und Johann zu Lichtenberg, Bruno zu Rappoltstein, Ochsenstein und andern fürslen und grafen mehr, die der Stadt viel schuldig waren. Damit meinten sie ihre schulden weit zu machen, weil sie in der acht wäre, und handeilen mit dem landvogt, dass er möchte zu wege bringen, dass sie heimlichen vom könig gemahnt würden (als lehensleute des königs) die von Strassburg anzugreifen ; das wollten sie heimlich thun, ehe die Stadt gewarnet wurde. — U'I — So wollten sie der Stadt stark genug seyn und sie wohl zwingen, oder geld genug bekommen : solche mahnbriefe brachte der landvogt aus. Als aber die zeit kam, hätten die von Strassburg gern das geld erlegt und mahnten den zu Maynz oft die briefe vom könige heraus zu bringen. Desgleichen begehrten herzog Ruprecht und bischof Lamprecht von Bam- berg und kanzler, selbst oft vom könig, als gewesene Unterhändler, aber es kam keine antwort. Es nahm der herzog von Oesterreich im Breisgau etliche guter ein, als die von Kappenbach; er unterlegte und belagerte Kappenbach, gewann und zerbrach es. 1392 1755. {Ammeist er wähl.) — Da ward zum ammeister erwählt herr Gonz Müller; war bei den kornkäuffern. 1756. {Bischof Lamprecht stirljl zu Gengenbach.) — Damals als bischof Lamprecht von Bamberg, gewesener bischof zu Strassburg, auf 20 Jahre lang bischofzu Bamberg gewesen, auch des kaisers kanzler und nun etwas alt, übergab er das bislhum Bamberg auch, kam wiederum in sein alles kloster Gengenbach, darin er zuvor abt gewesen, wollte also einsam sein leben beschliessen. Da er dahin kam, lebte er nicht lange, starb darin und liegt da begraben. 1757. (Weiteres Wirken gegen Strassburg beim Koenig Wenzel.) — Als die Stadt nicht mochte wissen, wie es käme, dass die entschlagungsbriefe nicht kamen, ward gemulhmasst und auch angezeigt, dass an des konigs hof alle dinge liegen und ersitzen blieben, denn keine achtung auf solche dinge gegeben würde, da nur essen und trinken und aller muthwille da vorgienge, welches wahr war, auch die von Strassburg solches wohl wuss- ten, waren auch mit dem anmahnen säumiger; daran der ammeister Gonz Müller nicht wenig schuld halle. Indessen bekam Barsebo, der landvogt, vom könig Wenzeslaus mehr denn hundert blankarlen, das waren weisse briefe, war nichts darin ge- schrieben, allein des konigs Siegel war unten darauf gedruckt, und mit des königs band überschrieben: darein schrieben dann der landvogt und der bischof, auch andere, was sie wollten, und mahnten viele fürsten und herren auf, besonders die benachbarten, im namen des königs, ganz heim- lich, eine reise zu thun, als von wegen des reichs. Da wussten die herren wohl, wo es würde hinausgehen. Darauf spcissten die herren ihre schlüsser und Städte und sammelten heimlich viel volks, dass es ja niemand erfahren konnte, auch etlicher herren rätlie nichts darum wussten. Insbesondere warder bischof Friçdrich ein hauptmann in solchen sachen. Nota: Ben- - 143 — felden und anderes mehr wurde (vom bischof) versetzt, damit er solches besser unternehmen konnte'. 1758. {Betragen des Bischofs.) — In diesen zeilen wurden die von Strassburg oft gewarnet von guten frommen leuten, dass heimlicli eine reiss vorhanden wäre, die gewiss über sie gehen würde; dass wollten sie nicht glauben, denn sie ihrem bischof zu viel trauten, Ihalen ihm solches alles zu wissen, dass heimhch ein krieg vorhanden sei, welcher über sie gehen sollte, darunter er auch selbst begriffen sei. Darauf dankte ihnen stets der bischof, dass sie ihm solches zu wissen thäten und ein solches gutes vertrauen zu ihm hätten, sie sollten dabei bleiben und niemand keinen glauben geben, denn wenn er etwas sollte erfahren, wollte er es ihnen von stunden zu wissen ihun, bat sie, was sie hörten ihm solches auch mit eigenen boten zu verständigen. Darauf gebot er im ganzen bisthum, wie dass ein geschrei ausgienge Fol. 288 einer reiss halben, wodurch das landvolk möchte erschrecken und flüchten, solchem sollten sie keinen glauben geben, denn wenn etwas sollte seyn, wollte er es ihnen zeitlich zu wissen thun: da glaubte man ihm gar wohl. Er that aber solches aus drei Ursachen : Erstlich traute und glaubte ihm die Stadt deswegen gar wohl; zum andern, dass mit dem flüchten nichts in die Stadt käme zu nutz; zum dritten, dass das kriegsvolk vor der Stadt desto mehr proviant hätte. Solches gebot hat hernach seine armen leute in grosse verderbniss ge- bracht. Ueber vier tage kam der Stadt gewisse warnung zu, dass alles unglück über sie werde ausgehen, denn das volk zöge schon an. Solches hätten sie von etlichen die mit ziehen würden. Darauf schrieben sie dem bischof wieder zu, mit der bitte was vorhanden, dass er das land als ein bischof sollte schützen und bewahren helfen. Darauf schrieb er ihnen wieder zu: Unsern gruss zuvor. Liebe und ge- treue, wie ihr uns geschrieben habt, so lassen wir euch wissen, dass wir unsere haben ausgesandt alle sachen zu erkundigen, was die uns her wie- der bringen, das sie erfahren haben, wollen wir euch wissen lassen. Ge- geben montags nach Bartholomäi im 1392 jähr. (Cfr.KŒNiGSHOVEN, éd. He- gel, p. G84— 685.) 1759. {Bruno von Rappoltstein nimmt Gemar.) — Es gab aber der bischof hierauf keine antwort mehr. Da kam wieder warnung von andern 1. Letzterer Satz von SpecküQ au den Rand seiuer Handschrift notirt. i.Nutc de M. Jung.) - IM — Städten und herren im land, ins besondere dass herr Bruno von Rappolt- slein mit würde angreifen. Indessen nahm lierr Bruno von Rappoltstein Gemar mil verrätherei, wie auch Rappoltsweyer, welches herrn Heinrich von Müllenheim, einem ritter und burger zu Sirassburg, versetzt war, auch ihm geschworen hatte ihm darin keinen zwang zu Ihun. Als er solches einnahm, widersagte er erst dem von Müllenheim, von wegen der sladt und acht. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 685.) 1760. {Vertheidigwigsanslalten in der Stadt.) — Da empfanden die von Sirassburg erst dass solches gewiss über sie gehen würde, eilelen auf das land (denn es eine gute erndte gewesen war) und führten alles, ge- droschen und in garben, herein was sie mochten. Da dreschte man hernach in kirchen und in kreuzgängen und andern orten aus; auch führte man holz, wein und anderes was man mochte, zu wasser und land, bei tag und nacht in die Stadt. Auf Adolphen brach man den herrlichen spitel ab vor der Stadt und führte die kranken bei den Gedeckten Brücken in der Stadt hof und legte sie auf die bühnen. (Ist jetzund der Herren-Stall'.) Sie brachen auch S. Elisabelhenkloster ab, mit vielen häusern; denn es alles zu nahe an der Stadt lag. Solches brannten sie zuvor ab und alles darum, hieben auch alle bäume ab, damit man desto besser konnte ins feld sehen. Üie nonnen vertheilte man in die Stadt in andere klöster, als zu S. Claus in undis und zu S. Johann, gah auch jedem das halbe gut. Auf der andern seile vor dem Weissenlhurn brach man Adelshofen ab, zwischen dem Weissen ihurn und dem Wickhüssel, auch Königshofen, mit vielen schönen höfen und häusern; auch die neuen häuser, die kürzlich zweimal verbrannt und erst wieder neu gebaut waren worden, alles ab, und ward zu einem ebenen feld gemacht, das noch der Königshofer bann heisst. Elisabethenlhür und der Weysse ihurn wurden zugemauert, auch der Guldenthurn und Welden-Pörtlein* bei dem Judenkirchhof. Finkweiler und andere mehr, auch S. Slephanslhörle, S. Andreas und Finkwillerthörle wurden zugeschlossen; die andern porten besetzte man mit gewaffneten leuten. Obwendig den Gedeckten Brücken überschlug man die ßreusch mit pfählen und zog starke ketten dardurch, dass man nichl mit schiffen konnte in die Stadt kommen, und wurde auch ein schiff bei S. Ciaren auf dem 1. Nota: Unser frauea brUdern wurde S. Pliinen spital, zu S. Barbara geaannt, überge- ben. (Note marginale de Specklin.) 2. SiLBERMANN nennt es Waldncr-Pförticin, S. Gl. (Note de M. Jung.) - 145 — Wördt, ein schiff mitten auf die Breuscli geordnet, darin lag und nacht gewapnete leute waren, dass niemand das wasser herauf in Stadt möchte, und mit geschütz wohl versehen. Zu S. Stephan an den mauren hrach man eine scheuer, auch des hoffmanns liaus ab und anderes melir, damit man zu ross und fuss zu einem gang herum konnte kommen; auch änderte man an allen orten und enden alles, auch Ordnung mit der provianf, hulh und wachte, alles nach notdurft, ward zum besten angeordnet und bestellt. 1761. {Beginn des Streites.) — Den tag vor Unser frauen geburt kamen Fol. 289 viele fürsten und herren inElsass zusammen, widersagten dersladl(darob erschracken alle Städte im land) im namen des königs, als gehorsame lehenleute, und waren das die herren und fürsten persönlich die vor Strassburg zogen : Friedrich von Blankenheim, bischof Der von Rappoltstein, zu Strassburg, Der von Bitsch, Bischof von Dassel, Der von Nassau, Bernhard markgraf zu Baden, Der von Salm, Graf Wilhelm von Gülich, Der von Blankenburg, Der herzog Carl von Gellern, Der von Saarwerden, Der markgraf Hans von Hochberg, Der von Mors (?), Der graf Eberhard von Wirtemberg, Der von Bolchen, Des königs landvogt in Oberdeutsch- Die von Lichtenberg, landjherrWarsebo vonSchwinar, Der von Ochsenslein, Der markgraf von Rötteln, Der von Geroldseck, Der von Thierslein, Der von Fürslenberg, Der von Lützelstein, H. von Ettendorf. Der von Kyrburg, Alles fürsten und vornehmen grafen, ohne die von adel, eine grosse summa, die auch auf 800 waren. Bruno von Rappoltstein, samt vielen herren und andern, auch alle dienstleute in Elsass, die mussten zum ersten widersagen : dadurch ward die Stadt zeitlich gewarnt. Insonders waren dennoch etliche ehrliche leute, die solches thun mussten und darneben die Stadt im vertrauen lange zu- vor gewarnt hatten, und mitleiden hatten: besonders erbarmte sie das arme landvolk. Also findet man unter vielen bösen auch fromme leute: doch waren auswendig im land um die Stadt eitel feinde und sie halte niemanden zu helfen. (Gfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 685—686.) 1762. {Angriff auf Strassburg.) — Erstlich legten sie sich auf eine meile oder zwei, um die Stadt in die dörfer herum, als zu Eschau, Erstein, B. XIV. — (M.) 10 — 146 - llindisheim, Northausen, Fegersheimund andern orten mehr. MiUvoch nach Unser frauen gehurt zogen die herren mit 5000 pferden wohl gerüstet aus, und Hessen 5000 gerüstete pferde im lager bei dem fussvolk, kamen auf die Metzgerau, bei dem wickhäusele, rannten durch den Kalkgiessen auf Metzgcrau. Da rannten etliche söldner hinaus, kamen so nahe zu- sammen, dass sie mit einander reden konnten; geschah aber kein angriff; da zogen sie wieder zurück und verbrannten das wickhäussele. Am Sonntag hernach zogen sie auf die andere seite der Stadt, liessen doch einen grossen häufen auf der andern seile zum Überfall, und ver- meinten die burger aus der Stadt zu locken. Sie hielten mit einem grossen häufen bei Eckbolsheim, dabei hatten sie 1000 pferde bei Haussbergen, und einen häufen mit 1000 pferden bei Schilken; auch einen häufen mit 1000 pferden inmitten auf dem felde; hinter S. Helenen hielten 8000 wohlgerüstete pferde. Sie verbrannten das wickheussel bei S. Helena, und rannten bei dem galgen auf Königshofen zu, und meinten die bürger würden aus der Stadt ziehen und mit ihnen schlagen. Sie wollten auch Waseneck vor dem Judenthurm verbrannt haben; es lagen aber schützen darin, hatten sich verschanzt und verbaut, dass sie nicht dahin kommen mochten. Darnach wollten sie auch die Spiltelmühle verbrennen; es lagen aber viel schützen darin verborgen. Das wurden sie gewahr und zündeten eine scheuer an und verbrannten etliche esel darin. Darnach rannten sie bei der Hirzelache, bei S. Clären und wollten einen wellenhaufen ver- brannt haben bei dem ziegelofen, im Sack. Da hatte man auf S. Ciaren auf dem Wördt, auf den thurn einen erker gebaut, da lagen etliche schützen darin, die schössen unter sie, da rannten sie davon. Es rannte einer vorm thor, der zündete den galgen an ; da fiel man heim- lich hinaus und fieng den der den galgen angezündet hatte, und führte ihn in die Stadt, und kamen mehr zum thor, zogen aber zu beiden theilen ab. Auf S. Morizen tag zogen alle fürsten und herren wider bei lUkirch auf Metzgerau zu und durch den Kalkgiessen wieder um: aber der Kalk- giessen war mit fusseissen überlegt, das wurden sie gewahr, und mussten viele knechte mit rechen kommen und die fusseisen herausrechen, und kamen mit 8000 pferden durch auf Metzgerau, zum ziegelofen und zur Rheinbrücke. Auf der andern seite lag ein gross volk an der brücke, aus Fol. 290 der markgrafschaft, Offenburg, Gengenbach, Geroldseck, Lohr, und von andern enden mehr. Auf dieser seite rannten viel vom häufen und ver- brannten den ziegelofen, auch die holzscheuer, mehr denn 4000 klafter holz. Sie verbrannten in dem Heyritz, auch bei den owen und bei S. Jo- hannis in undis und St. Elisabelhenau viele häuser. — 147 — Es kamen auch viele unten herauf von Hanau zu schiff und verbrannten die Ruprechtsau. Darauf wollten sie in die Enlenletz zu S. Kalharinen in Krutenau, und solche auch verbrennen. Da durften sie vor den schützen und den bürgern mit den langen spiessen nicht dahin kommen, und meinten, die Krautenau wäre an allen enden so wohl besetzt, wenn sie bei dem Teich, oder S. Claus in undis gekommen wären, so hätten sie alles leer gefunden, denn alles volk daraus in die sladt gezogen war. Es rannten viele vom häufen auf die andere seite bei dem Metzgerlhor, S. Agnesen und S. Marxklosler herum, und wenn die müde waren, kam ein anderer häufen und rannten auch herum, und meinten allwegen man sollte aus der Stadt fallen und mit ihnen schlagen. Man schoss sehr aus den büchsen unter sie und ward doch keiner getroffen. Die fürsten und herren schlugen viele zu rittern beim ziegelofen, die waren alle aus fremden landen und nur einer aus diesem lande in Elsass, der hiess Heinrich von Hattsladt, von Willer aus dem Münsterlhal. Die andern wollten nicht ritter werden, sie hätten denn zuvor wohl ge- stritten. Darnach rannten sie wieder auf Metzgerau, da rannten viel soldner und junge gesellen aus der Stadt, und welche die stärksten waren, jagten ein- ander herum und geschah doch niemand nichts. 1763. (Sturm auf die Rheinbrücke.) — hidessen stürmten die herren die Piheinbrücke auf der einen seite und die andern auf der andern seite, und Schossen mit grossen büchsen zu beiden seilen, und sonderhch hatte herr Bruno von Rappoltstein die grösste büchse, die im land war, und schoss mit derselbigen mitten durchs Zollhaus und geschah denen darin kein leid. Es war eine fallbrücke vor dem Zollhaus, die war so gemacht, dass wenn der feind daraufkäme, man ihn mit der brücke in den Rhein fallen Hess. Dieweil man also an der brücke stürmte, kamen zwei schiffe mit dürrem holz, öl, speck und schwefel und trieben den Rhein ab, wie es der bischof bestellt halte. Die hatten lange zwerchhölzer damit sie in der brücke Jochen hängen blieben. Diese zündeten die feinde an und wiesen sie zur brücke, damit sie da hängen bheben, und über sich die brücke ver- brenneten. Da die im Zollhaus solches sahen, fuhren sie mit schiffen dazu, hieben die zwerghölzer ab und wiesen die schiffe durch die brücke, dass ihr kein leid geschah. Sie wehrten sich also dapfer aus dem schiffe mit büchsen und armbrusten, dass der feind nicht zu ihnen kommen durfte. Dieweil kam ein grosser floss, darauf lagen grosse drolbäume und — 148 — hûlzer, der fulir auf dem Rhein herab und wiesen ihn etliche mit schiffen auf die brücke zu, damit wollten sie die juche umstossen. Der Rhein war aber klein und da der floss schier zur brücke kam , blieb er an einem grien liegen. Da wollten ihn die feinde herabschalten, aber die auf der brücke schössen also dapfer unter sie, dass man ihn musste liegenlassen; den hat man hernach herausgezogen. Da nun die schiffe und flösse nichts halfen, da beschossen und stürmten die herren die brücke zu beiden selten : aber die auf der brücke wehrten sich dapfer und erhielten sich und die brücke. Der feind halle unten und oben schiffe bestellt, wann die aus dem Zollhaus die flucht zu wasser geben würden, dass man sie hätte können auffangen. Dass man sich stets der Rheinbrücke also hat angenommen ist gewesen dass vormals da ein fahr gewesen; in der Ruprechtsau war auch ein fahr, und eines zu Grafcnstaden. Alle diese fahren sind den herren von Lichten- berg gewesen, als obervögte und schul iheissen zu Strassburg, die haben sie um ein geld anderen herren verheben: die sladt vermeinte aber, weil der grund und boden der ihre wäre, hätte sie das recht eine brücke zu machen, das viel zaiiks gab. Fol. 291 Dieweil man viel stürmte an der Rheinbrücke verbrannten sie die schiffe, die von Hanau heraufgefahren waren, wie vorgemeldet, und sie rannten abermals in die Metzgerau herum und schössen zusammen. Da wurden zwei feinde erschlagen und viele pferde erlegt und beschädigt, und wurden auch zwei arme knechte von der Stadt erstochen, die hinaus- liefen und pfeile auflesen wollten. Gegen abend zog der feind unverrichtet wieder ab, nur dass sie viel verbrannt hatten, hidessen kam ein geschrci gen Kehl, dass die aus der Stadt über den Rhein zögen und die zu Kehl alle erschlagen wollten. Da war ein solches laufen und fliehen über die Kinzig, dass sie alles liegen und stehen Hessen was sie hatten, rüstung, kessel und pfannen, und alles gekochs. Das nahmen die auf der Rhein- brücke alles, und sie kamen mit solcher gewalt nicht mehr her wieder allesammt: allein dass sie der Stadt etliche male das vieh auf der Metzgerau und anderswo nalimen: eUiche mal nahm man es ihnen wieder. Deshalb legten sie vielmal grosses volk verborgen, und wenn man ihnen nachge- eilt wäre, wäre man geschlagen oder gefangen worden. 1764. (Versuche einer SchlidUuny des Slreilcs) — Am Michaelis kam der edel graf von Sponheinj, der schultheiss von Oppenheim von wegen herzog Ruprechts, auch die gesandten von Mainz, Speier, Worms, und andere, die begehrten, üb man nicht möchte dazwischen reden. Das ward — 149 — ihnen zu beiden selten bewilligt, und auf ein geleit ein lag gen Eschau an- gestellt. Dahin kamen alle herren, auch die gesandten von Sirassburg; da forderte herr Warsebo ftir seine person, wenn die von Strassburg wollten aus der acht seyn, hundert lausend gülden , die müsste er mit etlichen herren theilen. Zum andern, so hätten alle herren, die hier zu feld lägen, ein jeder ein ansprach, das sollte an ihn kommen, so wolle er der Sachen ein gemeiner richter seyn, davon niemand appelliren sollte. Solches übergab er auch sclirifllich mit den anforderungen. Hieraufgaben die von Strassburg zur antwort: was die Rheinbrùcke, die Zölle und anderes antreffe , hätte man sich kürzlich mit den herren allen verglichen. Als sie kürzlich zu Strassburg gewesen sind , da hätte man sich verglichen und ihnen ehrlich geschenkt, darauf brief und siegel aufgerichtet. Was des bischofs anforderung belangt, wäre es nicht allein mit den alten bischöfen, sondern in drei jähren her alles vertragen worden, darüber brief und siegel aufgerichtet; darauf er und das capilel geschworen hätten, dawider nimmermehr zu tliun: denn sie ihn nicht allein bei ehren sondern auch bei land und leuten erhalten hätten, und bedünke sie unbillig, dass er seine eide und ehre nicht bedächte. Des- gleichen hätte er geschworen, dieweil er bischof wäre, wider die Stadt nicht mehr zu thun: auch ihre hilfe zu seyn wider alle ihre feinde. Solches achte er wenig, brächte dazu land und leute in die äusserste armuth, die ihre voreitern mit grossen Unkosten gepflanzt hätten, und an der Stadt er und die seinen ihre wohlfahrl hatten. Nach viel hin und Widerreden er- boten die von Strassburg dem landvogt 30000 gülden zu geben, damit sie aus der acht kommen möchten. Auch was die herren für anspräche hätten, wollten sie lassen an ihn kommen, dem röm. könig zu ehren, doch mit vorbehält, dass sie bei ihren alten, auch jetzigen freiheiten bleiben möchten. Solches erbieten dünkte den Unterhändlern ganz billig und ge- nug, und vermeinten der sache sei hiermit genüge geschehn. Der land- vogt wollte kurzum keinen vorbehält von ihnen haben, sondern wie, und was er sprechen würde, dabei zu bleiben. Da erboten sich die von Strass- burg, dass sie solches wollten vor herzog Ruprechten, oder vor die kur- fürslen am Rhein, oder vor alle kurfürsten kommen lassen. Dass wollte der landvogt kurzum nicht thun, sondern blieb bei seiner ersten forderung, wie fest der von Sponheim und alle gesandten dazwischen redeten. Da der landvogt nicht weichen wollte, da fuhr man von einander, und es ward der krieg nicht gerichtet. 1765. {Fortsetzung der Fehde.) — Darauf fuhr hernach der landvogt Fol. 292 — 150 — auch hinweg, mit grossem raub nach Böhmen und liess 800 pferde seines Vol- kes bei dem bischof. Da zogen der markgraf und Wirtemberg auch heim und Hessen 1000 pferde da; also andere herren liessen viele pferde und fussvolk bei dem bischof und zogen heim, da der winter mit gewalt einfiel. Als nun der bischof mit so vielem volk das land noch inhielt, und man aus der Stadt reisen konnte, da wollte das fremde volk, auch das des bischofs, nicht mehr zu feld liegen, sondern legte sich in die reichs- und bischöflichen slädte in Elsass. Als sie aber auf den bürgern in den städten lagen, niemand bezahlten und viel muthwillen trieben, dazu mit rauben und brennen die von Strassburg stets angriffen, lasen (sie) die reben ab, und liessen keinen wein in die Stadt gehen. Da galt doch der wein in der Stadt 2 auch 3 pfennig , der allerbeste A pfennig , und 1 fürtel frucht 6 auch 7 schilling. Auf dem land galt 1 ohmen wein 4 pfennig; das machte dass keiner in die Stadt kam. Sie nahmen auch auf dem land der bürger zins und guter ein, brachen alle höfe und häuser ab, die denen von Strassburg waren, und führten was gut war in die Schlösser; das andere verbrannten sie; auch liessen sie weder salz, schmalz, holz, wein und frucht in die Stadt gehen; doch war dessen kein mangel in der ganzen Stadt: allein am mahlen wollte mangel seyn, denn der bischof hatte die 111 unter Erstein abgraben lassen und bei der Bürtel-Krafft in den Rhein geleitet. 1766. (Mühlen in der Stadt aufgerichtet.) — Da machte man eine schiffmühle bei der Rheinbrücke; die konnte alle tag auf 30 fürtel mahlen, das bück die sladt und gab das brot den armen bürgern; die reichen hatten genug in ihren häusern. Die mühlen giengen sehr gemach, auch bei den Deutschen herren; die mühle bei S. Arbogast gieng auch gemach; darin lag eine grosse büchse, das wusslen die feinde und durften nicht dazu kommen. Doch wurden dort viel trettmühien gemacht: und das körn auch sonst zerstossen auf allerhand weg. Auf S.Andreas tag kam ein wind und regen, dass die wasser gross wurden, da hatte man genug zum mahlen. Die Stadt bück das brot selbst und gab man männighch ge- nug, ums geld, den armen auf borg, auch einen theil umsonst. 1767. (Des Bischofs Beichtvater.) — Inzwischen wurde das vieh auf- genommen bei S. Arbogast und dem Deutschen orden: dabei war stets des bischofs beichtvater, ein alter mönch Augustinerordens, ohne alle conscientia, der nahm allwegen seinen theil von dem was gestohlen wurde ; haifauch selbst stehlen und rauben, und den armen das ihre nehmen, gleichviel es war vom reich oder anderes: also wie der beichtvater, also — 151 - auch der herr. Oftmals hielt er messe um milternacht; wenn der bischof auf seyn und reiten wollte, stund er mit vom schlaf auf, oft noch voll und toll, lief an den altar, er wäre dazu gerüstet, oder nicht. Blieben die herren im land dieses jähr also liegen. Als aber das Volk auf dem lande über den armen lag, sie auch nicht geflüchtet hatten, auch nicht in die Stadt kommen konnten das ihrige zu verkaufen, und ihnen draussen auch nichts dafür wurde, kam das landvolk in grosse armut. 1768. {Die Blutzapfen.) — Es waren etliche arme gesellen in die Stadt geflohen, die liefen etliche mal hinaus, raubten das vieh und was ihnen werden mochte, wagten also ihr leben. Die hiess man nur die Blutzapfen. Einmal zogen ihrer auf 300 hinaus, da hielt man auf sie. Sie zogen über den Rhein und bei Rohrburg grif man sie an. Da wehrten sie sich, waren aber viel zu schwach; es wurden auf 150 erschlagen. Sie hatten aber auch viele erlegt, insonders den Friedrich von Stauffenberg, einen edelknecht. Daman den fand, schlugen sie die andern alle zu tod, die sie schon hatten gefangen genommen. Da wurden viele zu Altenheim begraben, etliche führte man heim, begrub sie zu S. Stephan, denn viele aus der Krautenau waren. Darnach Hefen abermals ohne erlaubniss viele hinaus, auf ihr ge- rathwohl und brachten eine gute beute. Es hatte die Stadt damals einen hauptmann aufgenommen, genannt Cuno fol. 293 von — , ein edelknecht, der es treu mit der Stadt meinte, auch stets sein bestes that, denn er viele kriege versucht hatte. Der nahm sich vor eine reise zu thun mit allen soldnern und burgern. Als sie bei Wickersheim (sie) zum Thurne kamen, stiessen sie auf etliche Böhmen, die des königs und des landvogts diener waren, mit denen schlugen sie sich, dass etliche blie- ben, und brachten 24 gefangene auf, darunter war ihr hauptmann, genannt der Zenger aus Bayern, der sonst an des königs hof hoch daran war. Also hatte man auf 70 vornehme fremde gefangen, während der feind nicht mehr denn zehn hatte. Am Weihnacht abend zog man aus, wie sonst etliche mal auch, und zer- schlug und zerbrach den feinden die mühlen, damit man nicht könnte mahlen und backen. Auf solches liefen abermals die Blutzapfen mit grossen häufen hinaus, hinter die kam herr Hans von Lichtenberg und schlug auf 200 zu tod. Dieses geschah den letzten lag dieses Jahres bei Vendenheim. 1769. {Ammeisterwahl.) — Da ward zum ammeister erwählt herr Hein- 1393 rieh Leimer, der war bei den krämern. — 152 — 1770. {Streifzüge der Strasshurger.) — Nach dem neuen jähr zogen die von Sirassburg aus mit lOOOpferden, an einem morgen früh über den Rhein, gewannen Willslelt mit gewall, welches gute zwinger, Ihürme und mauern hat, und hüben an zu brennen von Offenburg aus bis hinauf auf Lohr und an dem Rhein wieder herab, alles was dem bischof, Geroldseck und denen von Lohr war, und kamen am andern abend spät wieder heim, nachdem sie auf 40 dörfer und flecken verbrannt hatten. Die andere woche zogen sie abermals mit lOOOpferden und vielem fuss- volk aus in die markgrafschaft Baden und bekamen auf 1500 stücke grob vieh und pferde, triebens bis an die Rheinbrücke, und theilten solches unter sich, und verbrannten das land ganz schädlich. Darauf wurde in der Stadt bestellt, wenn ein geschöU würde, sollte man Sturm schlagen; alsdann sollte jedermann vors münster laufen, da würde man die handwerker hin bescheiden, wo jeder hin gehört. Das geschähe zwei mal. Man hatte auch an Breuscheck, bei der Karthaus, auch auf allen warten, an einer stange hoch oben einen korb: wenn der feind kam, Hess man den korb herabfallen: so lief jedermann aus den gärten in die Stadt und war gewarnt. 1771. (Versöhnung Strassburg's mit K. Wenzeslaus.) — Als nun dieser krieg währte bis um lichtmesse und gegen die fronfasten, da waren leute bei denen von Sirassburg zu Prag, die des königs gelegenheit wussten, sie lagen den ganzen winter da. Die halten gute wälsche weine dahin ge- bracht, die der könig gern trank. Diese kamen also unbekannt vor den könig mit dem wein. Ehe es andere diener erfuhren warum sie da waren, hatten sie ihre sache bei dem könig verrichtet und bekamen durch geschenke briefe und siegel über alles was die von Sirassburg begehrten. Das datum stand, auf den neuen jahrstag zu Bürgein in Böhmen. Und wurde die sache also hingelegt, dass die von Sirassburg dem röm. könig sollten 32000 gülden geben für alles: hingegen sollte der röm. könig denen von Strassburg der acht halb entschlagsbriefe geben, die- selben durch's ganze reich publiciren und aufheben; wie auch geschah. Die Rheinbrijcke und den zoll bestätigte der könig denen von Strassburg ewiglich; kein Iheil sollte an das andere anspräche haben, sondern ein schaden gegen den andern aufgehoben seyn. Fol. 294 Alle Schlösser, höfe und guter, so der burger von Strassburg wären, sollte man ihnen geben, auch alle ausständigen zinzen und guter, ob die schon verlobt, geschenkt oder übeigeben wären, zu bezahlen solches und an- deres mehr, so in den briefen begriffen und mit des königs band unter- schrieben und besiegelt ward. - 153 - Als die gesandten von Sirassburg heim kamen, ward ein fag auf Invo- cavit gen Hagenau geboten ' gesandten so das geld empfingen. Daln"n wurden cilirt der bischof, markgraf Bernhard von Baden, Wirlemberg, Rappoltstein, und auch alle andere fürsten und herren, so die sladt belagert hatten, da ward ihnen ein friede geboten gegen Strassburg, auch ein vertrag aufgerichtet, nach laut aller ihnen gegebenen frciheiten; der wurde ihnen vorgelesen und den mussten sie unlerschrciben. So kamen die von Strassburg nicht allein aus der acht, sondern bekamen noch grosse freiheiten dazu. (Gf. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 683—695.) 1772. {Unglückliche Lage des Bischofs.) — Da männiglich die achter- lassung derer von Strassburg erfuhr, daneben noch die grossen freiheiten, ins besondere mit der Rheinbrücke, erschracken die herren, dass ihnen vor ihre Unkosten nichls anders werden sollte, ins besondere der bischof Friedrich. Der hatte sich hoch verbrieft und versiegelt die Unkosten zu er- legen; da fiel alles unglück auf den bischof, denn männiglich von ihm wollte bezahlt seyn und sie hoben an ihn und sein bistum als ihr Unter- pfand anzugreifen. 1773. {Er tauscht sein Bisthum aus.) — Da er merkte dass er solches nicht konnte ausharren, und dass ihm nicht möghch solche schuld zu be- zahlen, und doch noch etwas geld hatte, und hörte dass das bistum Lütlig {sie) ledig geworden, kaufte er solches vom papst. Das bewilligte der neue bischof Wilhelm Diest von Mastricht, doch mit der bedingung dass ihm das bistum Strassburg werden möchte. Das wollten die domherren nicht eingehen. Mit solchem kaufFen der bistümer gieng er stets um: er hätte wohl ein herr seyn können, hätte er das geld an das bistum Strassburg gelegt, da es damals sehr reich war. 1774. {Seine Verbündeten gegen ihn aufgebracht; seine Flucht.) — Da solches seine amlleute erfuhren, dass er an einem andern ort bischof wäre, wollten sie ihn nirgends mehr einlassen. Seine helfer streiften auf ihn und hätten ihn gern gehabt. Da hinterliess er briefe worin (er) das bistum Strassburg und Basel den domherren übergab. Da das die amtleute erfuh- ren, wollten sie ihn an keinem ort des bistums mehr einlassen. Da er nun bei freunden und feinden keinen Unterschlupf haben konnte, sich auch vor dem schuldgefangniss undschmach fürchten mussle, wich er auf Arbo- gasti, in der nacht, selbander arm und elend, mit grossem schaden und spott aus dem land und kam in sein neues bistum gen Mastricht, das er mit I. Text verbranat. (Note de M. Jung.) — 154 — bischof Wilhelm von Diest und mit des papstes consens eingetauscht hatte, welches ihm eine grosse notdurft war. Er war 15 jähre bischof gewesen und nur ein jähr friede, die andere zeit allweg krieg. 1775. {Seine ferneren Erlebnisse.) — Sobald er dahin kam, hub er den nächsten krieg an mit etlichen herren, die ihm Vtrich (5/c) entzogen hatten: es gelang ihm und er halte besser glück denn mit den Strassburgern. Also hat er alle schulden mit der flucht bezahlt: es ward ihm von männiglich nachgeredet und verflucht, weil er niemand bezahlt hatte, auch die herren und seine freunde in grosse Unkosten und das ganze land in das äusserste verderben gebracht hatte. Er ist später wohl nach 30 jähr nach Sirassburg gekommen, und hat elHche alte bekannte angesprochen, als er aber merkte, dass man seiner wollte gewahr werden, ist er gen Zabern zu bischof gekommen, wie wohl ihm, wenn er sich schon zu erkennen gegeben hätte, kein leid widerfahren wäre, da schon alles vergessen und vergeben war. Er hätte wohl können einen feinen Staat führen und mit dem münzen, kaufen derbistümer und kriegen viel ersparen können, da er allein am bistum Strassburg alle jähr besser in geld auf 40 tausend gülden einkommens hatte, ohne andere gefalle. So viel hatte er, als er es verliess, früher hatte er noch mehr. Man hiess ihn nur bischof Lung, denn wenn er schwur, sagte er allwegen: Bolz Lung! 1776. {Der Ammeister Cuntz Müller.) — Es war aber herr Conlz Müller, der altammeister, ein hochtragender mann, der wurde etlicher stücke über- wiesen, dass er in diesem kriege, als er ammeister war, es mit den aus- wendigen gehallen hatte und die Stadt mit untreue gemeint. Dazu klagte Hans Barpfennig auch etliche stücke, die keinem ammeister zustanden, denn er viele briefe erhalten, auch auf etliche allein antwort gegeben, nach seinem gefallen, ohne vorwissen des raths. Da wurde Conz Müller Fol. 295 vorgeboten und wurden ihm solche stücke alle ordentlich vorgehalten, die sollte er verantworten. Darauf verantwortete er sich so gut er konnte und mochte; daraufhörte man die zeugen. Nach klag und antwort urlheille meister und ralh, dass er schwören sollte in ewige gefängniss, und sollte sein hab und gut dem meister und rath verfallen seyn; sie nahmen aber nur das halbe gut, für alles 100 mark silber, seinen erben zu gut. Solches musste er schwören und bürgen darüber stellen. Da ward ihm stube und kammer gebaut und er darein gelegt, in dem thurm gegen dem Alten S. Peter über, auch wurde verboten, dass niemand durfte zu ihm gehen ohne wissen von meisler und rath. Solches gönnte ihm jedermann sehr wohl; als er auf 10 jähre darin gelegen, starb er. — 155 — 1777. {Zwei andere Bürger heslrafl.) — Es waren auch zwei edle biir- ger zu Strassburg, lierr Claus und herr Thomas von Grossslcin, riller, die hallen auch mil dem bischof und den seinigen gehalten, während des ganzen kriegs. Doch geschah ihnen elwas unrecht, allein der ammeisler Heinrich Leimer war ihnen feind. Die wurden gefangen und erkannten meister und ralh, dass sie mussten über das englische meer schwören. Dies zu halten, mussten sie sich hoch verbürgen. Also kamen auch sie hinweg. Als sie nach England kamen, starb herr Thomas bald; aber herr Claus erzählte dem könig seine Unschuld; daraufschrieb der könig von England oft an die von Strassburg für herrn Claus von Grossstein; da verhörte man zeugniss und es befand sich dass ihm unrecht geschehen war. Also wurde er wiederum gen Strassburg berufen, doch musste er schwören solche acht nicht zu rächen: er war ein frommer mann. (Cfr. Kœnigshoven, éd. Hegel, p. 785.) 1778. (Wahl eines neuen Bischofs.) — Nach diesem kamen die dom- herren zusammen zu ralhschlagen um einen neuen bischof. An Adolphi erwählten sie einhellig herrn Burkhart, grafen zu Lützelstein, den dom- propst (der übergab die propstei von stunden herrn Crispian von Ochsen- stein), damit man nicht abermals ursach gebe dem papst dass er einen andern dahin setzen möchte. Es waren aber etliche domherren, die brach- ten an, dass sie bedünkte, die Stadt würde zu mächtig, und besser man dämmte sie bei zeit, insonders wäre jetzt die beste zeit, dieweil sie jetzt vom krieg ermüdet wäre; insonders trieben herr Siegmund und herr Ul- rich von Lichtenberg sehr daran. Dagegen waren viel friedliebende herren, die zeigten an, in welcher grossen noth das bistum und die armen noch steckten von diesem krieg, und wie die wunden noch offen und nicht ver- bunden seyen: deshalb bedürfe man frieden: aber es half alles nichts, son- dern bischof Burkhard musste schwören die Stadt von neuem anzugreifen. Die herren von Lichtenberg und ihr anhang wusslen aber noch nicht dass schon ein neuer bischof vorhanden wäre. 1779. {Der Papst befiehlt die Einsetzung Wilhelms von Diest.) — Solches erfuhr meister und rath ins geheim, darob sie erschracken, da sie sich abermals eines krieges mussten versehen. Als man aber in rathschlagung sass, wie man einem solchen unglück mit fug vorkommen möchte, kam bot- schaft vom papst, darin er der Stadt und andern gebot nicht den erwählten bischof von Lützelstein sondern den welchen er hiemit schickte, einzu- setzen und ihm zu gehorsamen, mit namen herrn Wilhelm von Diest, einen — 156 — Niederländer, gewesenen bischof zu Utrich. Diesen anlass nahmen die von Strassbiirg mit freiiden auf, hofften hiemil bei ihren freiheiten zu bleiben, sagten dem neuen bischof Wilhelm alle hilfe zu. Darauf schwur er ihnen, sie Fol. 296 bei allen ihren freiheilen bleiben zu lassen in allem frieden. Daraufsagten sie ihm hilfe zu; sonst hätte er das bistum nicht mögen behaupten. Darauf wurden die domherren und die geistlichen alle auf Unser frauen haus ge- fordert, und wurden des papstes briefe von allen geistlichen gelesen, dass sie bischof Wilhelm bei dem bann annehmen sollten. Aber sie schwiegen alle, und wollte ihm keiner gehorsamen. 1780. {ßun:kardt von Lützelstein rüstet sich zur Gegemvehr.) — Dar- auf zog bischof Burkhard von Lützelstein auf Dachstein zu, hielt rath mit den seinigen, wie die sache zu thun wäre. Er hatte auf seiner seite grosse hilfe, auch von der ritterschaft. Die grafen von Bitsch, welche nicht gut lützelsteinisch waren, schlugen sich zur Stadt und dem neuen bischof Wil- helm, der zu Sirassburg in seinem hof still liegen blieb. Indessen hüben die von Andlau, die von Rathsamhausen und andere, die bischof Burkhard beistanden, an die Stadt anzugreifen. Da zogen die von Strassburg aus und verbrannten das thal Andlau, auch viele dörfer, so denen von Rathsam- hausen zuständig waren. Da gelobten sie frieden bis zur vergleichung. 1781. (Streitigkeiten) — Indessen hatte bischof Burkhard den herzog von Oesterreichauch auf seine seite gebracht: da wurden die unterthanen im bistum aufgemahnt. Da solches die Stadt erfuhr, da zogen sie mit 1000 mann und 400 pferden hinaus und verbrannten viele dörfer im bistum, also dass die armen froh waren dass sie daheim blieben, dass ihre warteten und die Stadt mit frieden Hessen. Da man spürte, dass mit gewalt nichts erhallen werden möchte, hüben beide bischöfe an am Martini, und schlugen prozess gegen einander an. Dies mochte man besser leiden, denn den krieg. 1782. {Meisler und Rath Strassburg' s fordern die Stifter zum Gehor- sam auf.) — Indem gebot meister und rath, wer der Stadt gehorsamen wollte, der sollte sich geschrieben geben, er wäre geistlich oder weltlich, und wer das nicht thun wollte, dem sollte man weder mahlen noch backen, auch zu nichts beholfen seyn. Darüber erschracken beide stifTt, zu Sankt- Thomas und Jung Sankt-Peter, denn Alt Sankt-Peter noch kein rechtes Stift war. So ist das Hohe Stift dieses alles gefreit. Es war aber ein domherr zu Jung S. Peter, meister Reimbolt der offizial, der war der geistlichen rath, und zeigte ihnen an, dass sie in solchem gebot der studt wohl möchten gehorsamen, welches auch geschah. Denn sie hallen zuvor zusammen ge- — 157 - schworen, solches nicht zu thun; darauf that die sladt das gebot wieder auf. Das verdross herrn Uh'ich und herrn Siegmund von Liclilenbcrg sehr und andere domherren mehr. Doch der mehrlheil hielt mit der sladt. Damals belagerte herzog Albrecht von Oesterreich das schloss Kepenbach und gewann und zerbrach es, denn sich viel daraufhielten und im Breis- gau streiften. 1783. {Ammeislerwahl.) — Da ward zum ammeister erwählt herrWil- 1304 heim Metzger, war bei den metzigern. 1784. {Meister Reimhold, der Officiai, gefangen.) — Auf den neuen jahrstag am morgen früh wollte ermeldeter meister Reimbold, der officiai, in die metten gehen zum Jung S. Peter, da warteten beide herren von Lich- tenberg, Ulrich und Siegmund, vor der kirche mit ihren heifern und fiengen meister Reimbold mit gewalt, und führten ihn aus der Stadt auf Lichten- berg in harte gefängniss, wollte er hernach ledig werden, mussle er ihnen 1200 gülden geben. Solche gewalt verschmähte die Stadt hoch, dass man einen wider ihre freiheiten sollte gefänglich aus der Stadt führen : bischof Wilhelm gebot ihnen bei dem bann, solchen wieder ledig zu geben, konnte aber nichts erhalten; mussten also frieden halten, solche schmach auf diesmal leiden und der zeit erwarten. Darauf machte bischof Burkhard einen neuen offi- Fol. 297 cial an des gefangenen statt, legte das gericht und insiegel gen Dachstein, dazu halfen ihm die von Lichtenberg, denn alles ihr rath und angab war. 1785. {Bischof Wilhelm zu Strasshurg.) — Aber bischof Wilhelm behielt das insiegel und gericht an des gefangenen statt zu Strasshurg, also dass zwei gerichte und insiegel waren : aber man hielt nicht viel auf das zu Dachstein. Bischof Burkhard hatte (ohne Zabern), sonst fast das ganze bistum inne, und hielt sich zu Dachstein; bischof Wilhelm in seinem hof zu Strasshurg ganz still und gering, mit dem von Bitsch und den domherren, über ein jähr. Er Hess oft seine (des papsles) briefe auf Unser frauen haus lesen von allen geistlichen und weltlichen, und wussten die pfaffen nicht was sie thun sollten, oder welchen bischof sie annehmen wollten, hielten sich still, hiengen sich an keinen theil bis sie sehen mochten, wo es hinaus wollte, und wer bischof bUebe. Aber bischof Wilhelm hielt sich ganz still und ganz heilig, mit fasten und beten, tag und nacht, und hielten ihn viele für heilig. Es kamen auch viele kranken und siechen zu ihm, die segnete er für das fieber und andere bresten, und man hatte einen guten glauben an ihn. — 158 — 1786. (Ei7i Tag nach Slrasshurg gelegt) — Da nun dieser spann lange gewährt und man nicht zum ausweg kommen konnte, fürchteten die von Strassburg, dass sich die äussern stärken möchten, wie denn schon im werk, dadurch sie möchten in gefahr kommen : deshalb zogen sie aus und wollten diesem vorkommen, nahmen viele flecken und städtlein ein und zogen vor Molsheim, solches mit gewalt zu gewinnen. Da man aber sah, dass die von Strassburg nicht mehr warten wollten bis man sie angrifl"e, wie zuvor, da ward dazwischen geredet und ein gütlicher tag auf Oswaldi gen Strassburg gelegt, und herzog Albrecht von Oester- reich zu obmann erbeten. Auf Oswaldi kam der herzog von Oesterreich samt vielen grafen und herren gegen Strassburg. Da wurden beide parten verhört, und erkannt, auch von beiden parteien bewilligt, dass der herzog von Oesterreich sollte zu recht sprechen, doch in der gute, und was da gesprochen, wollten beide parteien annehmen und halten. Da sprach der herzog von Oesterreich zu recht und zum frieden : der Bischof Burkhard sollte von dem bistum abstehen und sollte bischof Wilhelm von Diest bischof seyn und bleiben. Hingegen sollte bischof Wil- helm herrn Burkhard für seine Unkosten geben 20 tausend gülden in drei monaten, und Ruffach, samt dem ganzen Mundat sein leben lang, welches auf 8000 gülden jährlichen einkommens hatte, ohne ander gefalle. Solches ward von beiden theilen also angenommen und brief und siege! darüber aufgerichtet. Darauf ward dem bischof Wilhelm possess gegeben im münster von allen domherren. Und kam herr Burkhard hinauf gen Ruf- fach, und war wieder frieden im land. 1787. {Herrschaft Lützelstein abgestorben.) — Hernach ist die herr- schaft Lützelstein abgestorben und da er der letzte war, nahm er mit bewilligung des papstes ein weih und gab aller geistlichkeit urlaub; er überkam von seiner frau zwei söhne, Wilhelm und Jacob, die letzten grafen von Lützelstein. Hernach starb er auf Unser frauen, der jungen, tag 1428. 1788. {Bischof Wilhelm thut die Geistlichkeit in den Bann.) — Als nun bischof Wilhelm bestätigt und ihm allenthalben geschworen war, da citirte er alle äbte, prälaten und geistliche in Stadt und land, deren sehr viele sind, allein in der sladl über 000, (pricster, mönche und nonnen), Fol. 298 hielt ihnen vor: Nachdem er ihnen seine briefe vom papst etliche mal bei dem bann verkündet, sie aber nichts daraufgegeben und fort gesungen hätten, habe er jelzund neue (briefe) wegen ihres Ungehorsams gegen das bistum, und verkündigt ihnen dass sie alle im bann seyen. — 150 — Daraufgaben sie zurantwort: Dieweil biscliof Burkhard wahrer bischof gewesen, hallen sie nicht zweien schwören können. Darauf gab er ihnen anlwort: Sie wären im bann; wollten sie sich absolviren lassen, wolle er es Ihun, wo nicht, wolle er ihnen die pfründen nehmen. Also ergaben sie sich in die strafe, und er ward ihnen gnädig. Da gab jeder für die abso- lution, je nachdem er eine pfründe oder prälatur halle, einer 1 pfund, etliche 2, 3, auch etliche 10, etliche 25. Es gab dies so viel, dass er herrn Burkharden wohl die 20,000 gülden erlegen konnte, und ihm noch ein gut theil übrig bliebe. 1789. {Er reitet in Slrasshurg ein) — Den 10. decembris thal er seinen einritl in Strassburg, ganz herrlich, und ward von allen geistlichen und der Stadt wohl empfangen und ihm mit Schenkung wohl begabt. Er schwur dem kapitel, auch den geistlichen, hernach der Stadt, der ritter- schaft und landschaft, jedem insonderheit, sie bei ihren allen freiheiten bleiben zu lassen, auch dieselben mehren, begaben und beschützen zu helfen. Solches ward verbrieft und versiegelt. 1790. . {Bischofs Friedrich Schreiben an seinen ISachf olger.) — Hierauf schrieb ihm der alte vorige, entloffene bischof, Friedrich von Ulrich (recht ein geselle dem andern), wünschte ihm viel glück zum bistuni Strassburg, mit langen umständen. Zuletzt warnte er ihn, dass er sich vor drei dingen hüten und denselbigen wohl nachdenken möge; nämlich, 1. vor der stadl gewalt und mächtigkeit, 2. vor untreu seiner amt- und lehnleut, 3. vor des kapilels grosser unerfahrenheit. Er konnte andere leute wohl warnen jetzund, aber zuvor wusste er sich selbst nicht darein zu schicken : denn er meinte die stadl zu zwingen, ist es aber wohl inne worden; seinen amtleuten erlaubte er allen muth- willen und wollte sie also heben, das kapitel hielt er für einfältige uner- fahrene leute, weil sie wahrhaftig waren und nicht mit betrug und lug umgiengen, wie er. Also warnte er im Niederland den andern hie, da doch dieser bischof Wilhelm mit betrug den andern weit übertraf, wo noth, er von ihm sollte gelernt haben. An solchen Sachen war das kapilel und die domherren nicht wenig schuldig, mit ihren etlichen uneinigen wählen, womit sie dem papsl hatten einen zugang gemacht. Wer bei dem papste schmierte, der konnte fort- fahren, und so blieb auch zuletzt ihre einhellige wähl dahinten, wie jetzt geschehen. 1791. {Trockener Sommer.) — Dies 94. jähr war ein solcher trockener - 160 - sommer, dass das körn gesäet, geschnitten, gedroschen und gebacken wurde, ohne dass es einen tropfen darauf regnete. Es wuchs guter wein, der auch wohlfeil war. Fol. 299 1792. {Ammeisterwahl.) — Wurde zum ammeister erwählt herr Claus 1395 Bärmann, war bei den schiffleuten. 1793. {Münzen gepraegl.) — Damals hub man auch an die Schillinge, groschen und vierer zu schlagen, und schlug man die gilgen darauf, nach der freiheit von den königen Glodoweus und Dagobertus und Ludowig. Man hub auch an hellerbrote zu backen, denn die pfennigbrote waren zu gross für einen menschen zu essen, welches zuvor nie gewesen war. 1794. {Naturerscheinungen.) — Dies jähr war ein solcher grosser wind, der viel bäume und häuser umwarf und grossen schaden that. Damals sah man ein kreuz am himmel, darum gieng ein regenbogen. 1396 1795. {Ammeisterwahl.) — Da wurde zum ammeister erwählt herr Ulrich Götze, war bei den salzmüttern. 1796. {Rappolsteiner Fehde.) — Als man nun meinte, es würde überall frieden seyn, klagte herr Hans von Müllenheim, ritter und burger zu Strassburg über herrn Bruno von Rappoltstein dass der ihm Geraar ver- rätherischer weise, wider alle briefe, ehr und eid eingenommen. Da zogen die von Strassburg vor allerheiligen aus mit büchsen, gewerken und katzen vor Gemar; und als sie auf drey wochen davor gelegen und darein geworfen und geschossen, da ward einem ammeister ein söhn, und einem andern ammeister ein bruder erschossen : sie waren selbst daran schuldig, denn sie begaben sich an das aller nächste ort vor Gemar. Da kam der herzog Albrecht von Oesterreich gen Berkheim und beschickte beide parteien, die von Strassburg und herren Bruno von Rappoltstein, da ward eine ralhung gemacht und zogen beide parteien wieder heim. 1797. {Hälfe gegen die Türken begehrt.) — Damals bat könig Sigmund, des römischen königs Wenceslaus bruder, alle Christen hilfe zu thun gegen den Türeken Amuratus, und kamen auf dreimal hundert tausend Christen zu hilfe, vermeinten kaum, dass so viel volk sollte (nölhig) seyn. Da man schlagen sollte, wollten die stolzen Franzosen den angriff haben, welches doch nie bräuchlich, sondern allwcgen den alten Deutschen zuständig gewesen und konnten doch im angriff nicht bestehen, und eher die Deutschen dazu kamen lannten sie davon, und machten mit ihrer flucht eine unuidnung, dass auch die Ungarn flohen, mehr denn zwey hundert tausend Christen erschlagen wurden und erlranken, und der ' - 161 - herzog von Burgund gefangen wurde. Und wurden 14. von Strassburg auch erschlagen: drei Zorn, hcrrllans und Engelbrechl, riller, sieben von Müllenheim, davon zwei wieder heim kamen, die andern blieben alle; Wallher von Endingen, Friedrich von Heiligenslein und Hängel Seussen söhn; alle ritter und edelknechte blieben, und viele ihrer diener. Man schickte in die Türckei, ob sie gefangen wären, aber man erfuhr sie nicht mehr. Der von Burgund kam, selb zehn wieder heim. König Siegmund mit vielen herren, auch mit dem burggrafen Hennenberg, dem von Cily und andern, kamen auf der Donau davon, auf Conslantinopel zu. Es ward auch erschlagen der letzte graf von Mümpelgarl, samt vielen rittern und edeln knechten aus diesem lande. Der Türcke wollte den herzog von Burgund tödten; dies widerriethen ihm seine rälhe, sagten, er sei ein grosser herr, habe keine ruhe, löse man ihn los, so hebe er nächstens krieg an, und mache unruh unter den Christen; damit kannst du die Christen besser kriegen. Der Türck sprach: Ich will sehen, ob er ein so mächtiger herr ist, ich will ihm auflegen was keinem wohl möglich ist. Er sollte ihm nämlich für seine erledigung geben 100 tausend gülden, 12 grosse weisse spanische pferde, 12 weisse spa- nische wind(hunde), 12 weisse girfalken, 12 weisse falken, 12 weisse pfauen. Als er ledig war, schickte er solches dem türckischen kaiser, und schreibt herr Caspar Engelsüss, priester, dass er selbst solche pferde, falken, pfauen in Strassburg gesehen habe, als man sie dem Türeken zuführte. 1798. {Geissler in Strassburg.) — Damals kamen auf 80 geissler gen Strassburg, die hatten sich alle mit weissem beuteltuch bedeckt, waren am rücken bloss, zogen in alle kirchen und geissellen sich. Das Ihalen sie in allen städlen: wenn sie mit dem kreuz kamen, läutete man alle glocken. 1799. {Dreijaehriger Bund mit Basel.) — Damals machten Strass- Fol. 300 bürg, Basel und etliche slädte in Elsass ein dreijähriges bündniss, da man allenthalben den Städten zusetzte, insonders suchten die bischöfe viele gerechtigkeiten, die ihnen nicht gehörten. Insonders ward Colmar gewonnen. 1800. {Ammeisterwahl.) — Damals ward ammeister herr Heinrich 1397 Kranich; war bei den Freyburgern. 1801. {Grosser Brand.) — In der nacht nach S. Veltens tag, da stund ein grosser wind auf, als man lange nicht gehört hatte. Man sagt, der wind habe das feuer aus der schwefelpfann an des am meislers haus in die badstube zur Gilenen im Metzgergiessen (geweht); er warf häuser und B. XIV. — (M.) 11 - 1G2 — Scheunen um und viele grosse bäume. Da gieng ein feuer auf in Unser frauen leuthof bei dem thurn, und warf der wind das feuer fort, dass die badstube dabei auch angienge und alle häuser, auch die herberge zum Baum und an S. Nicolaus capeil. Da wandte es der wind über den weg bei der Metzgerstube, und es verbrannte die grosse und kleine Viehgass, bis an den Metzger thurn, hinter den mauern hinab bis an Utengass, und ver- brannten häuser und scheunen, auch der Metzgerthurn, und warf der wind über zwei Wassergräben, weit hinab auf S. Catharinenthurn, der mit schindeln gedeckt war. Davon verbrannte die kirche und das chor, und gieng der wind also schnell und trug das feuer über S. Johannsgiessen in die häuser und verbrannte bis an S. Nicolaus thurn. Es konnte niemand löschen, noch flüchten bis sich der wind gelegt hatte, also dass in sechs stunden über 200 häuser und 200 scheunen, und auch sehr grosses gut verbrannte. Die handwerker standen gewapnet an dem münster mit den Schwefelpfannen, die musste man auslöschen und also fmsterling stehen: sie mussten zuletzt auf dem Fischmarkt stehen, da es die leute vor dem münster umwarf. Der wind warf das feuer aus den pfannen auf die häuser, dass man fürchten musste dass davon auch ein feuer aufgienge. Der wind warf auch das thürnlein auf dem chor im münster mit den glöcklein herab, wo man hürnte; er that in der Stadt und auf dem land grossen schaden, warf viele tausend bäume um. In dem wind gieng auch bei der Schindbrücke in dem bäckerhaus ein feuer auf, auch eines im bäckerhaus bei dem Hohen Steeg, auch in einem haus bei dem Alt S. Peter: diese drei feuer wurden bei zeiten gelöscht, ohne besondern schein; wären sie (das gott nicht wollte) alle angegangen, so wäre die halbe Stadt darauf gegangen. Da wurde abermals eine Ordnung gemacht mit den überhängen und feuermauren. Fol. 301 1802. (Fehde mit denen von Lichtenberg.) — Als bischof Friedrich, wie obgemeldet, vor drei jähren im kriege grossen schaden gemacht und vieles verschrieben und Unterpfand verlegt hatte, da waren viele darunter mit denen man gütlich überkam, damit man frieden von ihnen hätte, da man ihnen doch nichts schuldig war; doch Hessen sich etliche auch weissen. Etliche wollten sich nicht weissen lassen, und vermeinten man müsse mit ihnen überkommen und ilinen geben, was sie wollten. Die ent- hielten sich auf der bürg Herrenstein und streiften stets auf den bischof und die Stadt Strassburg, nahmen ihnen ethche mal das vieh, auch etliche nahmen den bürgern; desgleichen durfte niemand sicher wandeln, noch - 163 — etwas thun. Die bauern durften ihre äcker nicht bauen, sie gaben ihnen ha- bern, geld und anderes. Dazu halfen ihnen herr Ulrich und herr Siegmund von Lichtenberg, domherren zu Strassburg, heimlich : denn keinem ihrer unterthanen war leides geschehen: sie hielten aber die Sachen ganz still. Als man aber alle kundschaft erfuhr, dass durch die beiden von Lichten- berg dem bischof und der Stadt sehmach geschehe, daneben auch noch eingedenk war, dass sie meister Reimbold, den offizial, öffentlich mit ge- walt gefangen und aus der Stadt geführt, und nach ihrem willen geschätzt, auch jetzt wieder mit heimlichen practiken umgiengen, wie man alle tage erfuhr: darauf gebot der bischof, dieweil die Stadt, so wie er, in sorge seyn musste wegen der practiken der herren von Lichtenberg, und aus briefen gefunden worden dass sie Stadt und land in noth bringen wollten, so wäre sein begehren, dass man herrn Ulrich und herrn Siegmund von Lichtenberg sollte gefänglich einziehen und in seinen hof zu Strassburg legen, bis er mit ralh des capitels über sie erkennen würde. 1803. {Ulrich und Sigmund von Lichtenberg verhaftet.) — Damals war herr Ulrich archidecan, der wohnte mehrentheils zu Schilckheim vor der Stadt. Da kam herr Ulrich Gosse, der stettmeister, mit des bischofs und der Stadt soldnern gen Schilckheim und nahmen ihn gefangen im namen des bischofs, darüber sie ihm schriftlichen befehl zeigten. Herr Ulrich wollte solches nicht bewilligen, sondern erbot sich zu recht vor den römischen könig, oder vor die kurfürsten, oder die bischöfe von Bamberg und Maynz, vor geistlich oder welthch. Aber man nahm ihn mit, führte ihn in die Stadt, ins bischofs hof, mit grosser hut in den kerker; aber ihrer beiden vornehmste diener legte man in den thurn. Hernach gieng herr Ulrich Goss in herr Siegmunds von Lichtenberg hof in der Stadt und nahm ihn gleichmässig auf des bischofs schrift und gegenwärti- gen gesandten gefangen; legten ihn auch in des bischofs hof in den kerker. 1804. {Die Geistlichkeit will aufhoeren zu singen.) — In dieser zeit als sie gefangen, hörten die geistlichen auf zu singen; als sie den gebrauch fürwendeten, dass wenn eine geistliche person gefangen wüi'de, man nicht mehr singen sollte, zeigte die Stadt an, dass als herr Reimbold, der offizial gefangen war, hätte man an sie begehrt, sie möchten nicht mehr singen, nach laut ihrer freiheiten : das hätten sie nicht thun wollen. Deshalb gebot ihnen jetzt der stettmeister zu singen, oder er würde im namen des bischofs einen andern prozess vornehmen, wie auch mit beiden herren. Darauf hüben sie wieder an zu singen. 1805. ( Vergleich mit der Stadt.) — hidess sie einlagen und mit des Fol. 30-2 — 1C4 - bischofs dienern verwahrt wurden, haben beide herren sich nniit der Stadt verglichen, und schrieben das capitel und die sladt an den bischof, dass er anzeige was für schwere briefe er habe, er wolle sie herfür Ihun, damit die beiden herren nicht unbillig in haft aufgehalten würden. Da wurde nichts beigebracht, dass herr Sigmund länger konnte aufgehalten werden, da er um viele sachen kein wissen hatte die sein bruder, herr Ulrich, verhandelt halte. Auf Unser frauen geburtstag wurde er ledig gelassen, doch auf schwere bürgschaft, solche gefangenschaft nicht zu rächen, auch des rechtes zu stehen, wohin er gefordert würde. In ihrem getängniss wurde ihnen von ihren eigenen dienern, so noch ledig waren, viel vertragen, das wollten sie hernach der stadl abgewinnen, da es doch ihre diener veruntreut hatten. Herr Ulrich blieb lange liegen, da er etliche schwere artikel verant- worten sollte. Daraufbegehrte er ledig zu seyn, das ward ihm abgeschlagen. Darauf begehrte er erleichterung der gefängniss, damit er sich mit andern berathschlagen möchte, das ward ihm zugelassen. Da man nicht also scharf achtung auf ihn hatte, machte er seine praclik und auf freitag nach Mar- tini in der nacht, riss er aus, und kam davon in sein'gewahrsam. Indessen starb herr Volmar von Lützelstein, der dechant, und herr Ulrich hatte briefe vom papst und kapitel, dass er sollte dechant werden, durfte aber nicht dazu kommen; kam also um das dechanat. Darauf Hess man die zwei diener auch ledig : hernach wurden die sachen mit dem bischof und den herren auch vertragen. 1806. {Bitscher Haendel.) — Während dieser handlung und in der zeit hub der von Bitsch auch händel an mit dem bischof und der Stadt, und forderte an sie eine grosse summe geld, dass niemand darin konnte rathung treffen. Der grund der anforderung war, dass er dem bischof Wilhelm wider den bischof Burkhard von Lützelstein beigestanden und in grosse Unkosten hierdurch gekommen wäre. Da man hörte dass er solches mit gewalt rächen wolle, und dadurch den bischof und die Stadt zwingen nach seinem willen zu thun : damit aber der von Bitsch und die armen in ruhe blieben, erbot sich die Stadt Strassburg ihm 12000 gülden zu geben. Das wollten sie nicht, und fielen mit gewalt in das land und verbrannten der Stadt und dem bistum viel dörfer, raubten alles bis an die stadl und übten widersatz bis auf drei tage lang. Indessen griffen und pfändeten gleichmässig die auf der bürg Herren- stein noch fort auf Stadt und land, nahmen viel vieli und zwangen die bauern ihnen zinse und gülten zu geben und war niemand sicher. Da machten die von Strassburg heimlich einen anschlag und freitags nach - 165 - Nicolai zogen sie aus mit berittenem volke und Werkzeugen und kamen um mitternacht heimlich vor die bürg, wie sie es bestellt hatten, brachen Fol. 303 ein loch darein durch die mauern und schlichen mit den waffen hinein, dass es niemand gewahr wurde, bis sie die lichter anzündeten und fiengen darauf 18 mann, ohne das andre volk; darunter war Jörg von Kolbsheim und Burkhard Schwan, die schickten sie alle gefangen nach Strassburg und besetzten die bürg. Es halte aber Jörg von Kolbsheim einen bruder, Cuno von Kolbsheim genannt, der war der Stadt Strassburg hauptmann, ein gar frommer mann, und hatte sich in dem ganzen krieg ritterlich und sehr wohl gehalten, und war der sladt sehr Heb: der bat, neben andern, für seinen bruder; da that man ihm die ehre an und Hess sie alle ledig hinweg, sonst hätte man sie als strassenräuber enthauptet. Doch mussten sie schwören dass sie alles raubens wollten müssig stehen, und keine räche beweisen. Darnach ord- nete man einen andern burgvogt auf Herrenstein. 1807. {Fleckensleiner Fehde.) — Als herr Bersebaum von Schwinmar landvogt wurde zu Hagenau und der krieg vor sechs jähren noch nicht gerichtet war mit dem von Fleckenstein, da zogen der landvogt und Stadt Hagenau vor Beinheim mit vielem volk, schössen darein, und wurden drei erschossen. Da kam der markgraf dem von Fleckenslein zu hilf; da ward es vertragen und versetzte der von Fleckenstein Beinheim dem mark- grafen für die hilfe, die er ihm gethan, um eine geringe summe geld. 1808. {Kloster Altenbronn erneuert.) — Damals hat bischof Wilhelm das kloster Altenbronn bei Dachstein , das vor vielen hundert jähren eine klause mit waldbrüdern und einsiedlern gewesen ist, und schon zur zeit Dagoberti und Pipini gestanden, darin bruder Augustinerordens wohnten, wiederum erneuert und priester dahin gesetzt. Ueber der porte, neben seinem wappen stehen diese deutschen reime : Von gottes geburt MCCG jar LXXXX und VII gezählet gar In der charwochen ward dies kirchlin Zu ehren der reinen künigin Von bischof Wilhelm von Dietz erneuert Und von gemeinem almussen ersteuert. Maria, multer, reine maget Die alle genad an dir ist behaget. Da hilf uns armen allen gleich Zu dir in das ferne himmelreich! - 166 - 4398 1809. (Ammeisterwahl.) — Dies jähr ward ammeister herr Conrad Arrabruster, war bei den goldschmieden. 1810. {Spital gebaut.) — Damals hub man an den jetzigen spital zu bauen, mit grossen Unkosten, an den jetzigen ort, wo er noch steht. Das war die dritte Versetzung in manns gedächtniss, und man that die kranken von dem hof bei den Gedeckten Brücken, da sie vier johre lang gelegen waren : denn es war grosser mangel, da man die kranken nicht wohl legen konnte, da das sterbet sehr einriss, und hat dies sterbet auf acht jähre lang gewährt, und wollte nicht aufhören. Da ward geordnet, dass man jeden donnerstag mit dem Sakrament aus allen Stiftern und klöstern umgienge, so lange das sterbet währte. 1811. {Ein Gefangener verbrannt.) — Damals hatte herr Ottfriedrich, ein ritter, einen söhn, der kriegte um etlicher spenn willen auf die dom- herren zum alten S. Peter: er ward aber von ihnen erwischt und gefangen, baten deshalb die Stadt um ein gefängniss. Da gab man ihnen den thurn ein bei dem alt S. Peter gegenüber, darein legten sie ihren gefangenen. Auf Katharina in der nacht hatte er ein licht in dem gefängniss und entschlief, und um die dritte nachtglocken fieng der käfig an zu brennen und der gefangene verbrannte mit dem käfig. Man kam dem thurn zu hilf, der steinern war, dass er nicht ganz verbrannte. 1812. {Zug gegen den von Bitsch.) — Als der von Bitsch die rathung nicht annehmen wollte, sondern stets die armen verderbte und man mit bitten nichts von ihm erhalten konnte, da zogen die von Strassburg, bischof Wilhelm und des reichs landvogt, Dietrich von der Weitmühl, heimlich bis nahe vor die bürg Lohnburg, darin der von Bitsch seyn sollte: aber er war nach Bitsch gewichen; da getrauten sie nicht die bürg mit stürm und gewalt zu erobern, da sie auf eitel felsen liegt. So lagen sie nur über nacht davor, zogen morgens ab, verbrannten den hof und etliche dörfer und zogen wieder heim. Fol. 304 Da die von Bitsch die 12000 gülden von der Stadt nicht annahmen und mit raub und feuer don bischof und die stadt angriffen, beschrieb die Stadt Strassburg etliche hundesgenossen, den bischof und herrn Dietrich den landvogt mit dem reichs panier, und am herbst, am heil. Wurztag, zogen sie auf den von Bitsch und seine helfer, die das land verbrannt und verheert hatten, und verbrannten ihnen auch 72 gute flecken und dörfer, die alle voll körn und frucht lagen, und geschah grosser schaden. Sie wollten noch Weilers, da kamen viele herren dazwischen und baten um einen stillstand und vertrag, und nahmen die von Bitsch mit dank 2000 gul- - 167 - den, nach grossen schaden. Vor denn schaden wollten sie nicht 12000 nehmen. 1813. (Weiii- und Kornpreise.) — Acht tage vor Michaeli galt ein fuder wein zu Schlettstadt und im land 25 gülden : darauf kam in acht lagen ein so guter herhst, dass man zu Molsheim 7 fuder wein um 14 schilling kaufte ; man gab dies jähr den besten wein eine maass um einen heller, also galt ein besen und eine welle rettig und chie maass wein gleich geld, jedes einen heller. 1814. (Die Kirche zu S. Tliomae weiter gebaut.) — Dies jähr führte man den thurn zu S. Thoman von steinwerk eines gaden höher auf. 1815. (Ammeisterwahl.) — Da ward zum ammeister erwählt herr Rulewin Barpfennig, war bei den krämern. 1816. {Feindselige Plaene des Bischofs.) — Da hoffte man, es würden 1399 alle Sachen nunmehr zu recht kommen, dieweil man sich mit allen nach- barn vertragen und die schweren langwierigen kriege zu ende gebracht waren und dass der bischof mit frieden leben würde, weil die Stadt ihm geholfen, dass er zum bistum gekommen war: aber der teufel, ein feind des friedens, facht den geistlichen geiz und hoffarth an, deshalb forderte der bischof ohne alle noth ethche gerechtigkeiten von der Stadt, und meinte, weil er auf das bistum und die geistlichen durfte Schätzung legen, so dürfe er auch auf die sladt Schätzung legen und anderes mehr. Da ihm solches gar nicht bewilligt, und auch der Stadt freiheiten vorgehalten wurden, auf die er geschworen hatte, wollte er davon nichts wissen, sondern meinte, wenn einer einer Stadt bischof wäre, die Stadt ihm gehorsam schuldig sei. Solcher gehorsam, sagte die Stadt, verstände sich auf die geistlichkeit und nicht auf welthche geschäfte. Darauf legte er eine grosse Schätzung auf die Stifter und geistlichen in der Stadt, die sie aber nicht bewilligen wollten und ihm anzeigten, sie wüsslen keine noth das ihne angienge, sondern müsslen erachten, er würde solches in andern wegen brauchen, wie sie denn hörten dass er sich um bündnisse bewerbe; und baten ihn um gottes willen in frieden zu leben, seine armen zu verschonen, da sie nun oftmals erfahren, in welche noth der vorige bischof land und leute gebracht hatte. Da legte er nochmals eine grosse Schätzung auf geistlich und weltlich Fol. 305 im ganzen land, welches etliche Jahre währen sollte: davon erhob er eine grosse summe geld, neben dem andern einkommen; seinen amt- leuten und andern herren versetzte er land und leute; damit wollte er sich an den geistlichen und der Stadt rächen. Er machte schulden, wo - 168 - er konnte und mochte, und Hess seinen amtleuten gegen seine unterthanen allen raulhwiilen zu, dass sie von den armen reich wurden. Er war ein feind der geistlichen und der sladt sein leben lang, da er doch auf 44 jähre bischof war. 1817. {Haltung des K. Wenzel.) — Solchen mutliwillen liess der papst allen geistlichen zu; der römische könig Wenzeslaus war auch kein nutz; der liess in allen landen nicht allein allen muthwillen vorübergehen, son- dern half selbst dazu : deshalb that jeder was er wollte. 1818. (Slaedtebund.) — Als nun bischof Wilhelm mit etlichen andern bischöfen und herren einen bund machten, denn sie meinten auch die Städte, wo bischöfe waren, gehörten ihnen, liess es sich ansehen, als wollten die pfaffen abermals nicht ruhig seyn, deshalb machten die Städte Strassburg, Basel, auch alle Städte im ganzen Elsass und am Rhein einen starken bund, einander beholfen zu seyn fünf jähre lang; wenn man eine, welche es wäre, angriffe, sollten sie alle zu hilfe kommen, zu ross und fuss, 25000 stark. Da dieses die bischöfe erfuhren, wurden sie wieder still. 1819. {Verbot wider die Baarfüsser.) — An S. Ulrichstag kam meister und rath vor, wie die nonnen zu S. Clären auf dem Rossmark schier alle mit kindern giengen; daran sollten die mönchezu den barfiissern schuldig seyn, die tag und nacht aus und einHefen, die nonnen visitirten, beichte hörten und messe darin hielten. Da man nicht anders konnte, geboten meister und ralli dass niemand mehr zu den barfüssern gehen sollte, weder beichten, opfern, noch messe hören. Darauf schwuren diebarfusser mönche dass sie unschuldig wären an den nonnen, und auf grosse fürbilte wurde das gebot wieder aufgehoben. Doch wurde ihnen verboten in keine beschlossene klösler mehr zu gehen. Da aber niemand solches gethan haben wollte, und die nonnen auch niemand anzeigen wollten, da mussten die armen nonnen ihre kinder selber ziehen und hatten keine väter dazu. Fol. 306 1820. {Ammeisterivahl.) — Dies jähr wurde wieder herr Wilhelm 1400 Metzger ammeister, war bei den metzigern. 1821. {Komet.) — Damals liess sich ein grosser comet sehen. 1822. {Die Stadtmauern erhoeht und gebessert.) — Damals hub man an, oben von dem einfluss der Breusch beim Finkweiler, bis zu dem thurm bei Unserer fraueii kloster, das jetzt Spital heisst, bis hinab an S. Galharinen thörlein bei S. Johanns giessen, die mauern zu bessern und höher zu bauen. Auch der verbrannte Metzgerthurm wurde wieder gebaut, und auswendig ein thurm mit einem gewölb und zinnen und mit ziegeln be- — 169 — deckt. Auch wurde der andere zwinger von Calharinen bis ins Finkweiler erbaut. 1823. {Bischof Burkhard von Lützelstein vermaehlt sich.) — Als bi- schof Burkhard von Lützelstein noch zu RufTach war, laut des Vertrags, starb die grafschaft Lützelstein ab ohne mannserben und war herr Burk- hard der letzte, und hatte noch eine Schwester, Margarethe, äbtissin zu Er- stein. Daneben war er auch stets geplagt von bischof Wilbelms amlleuten. Da gab er, mit bewilligung des papsles, dem ganzen geistlichen Staat Ur- laub, nahm ein weih und bekam mit ihr zwei söhne, Jacob und Wilhelm, welche auch die letzten ihres geschlechtes sind gewesen. 1824. {Ein neuer Orden.) — Damals kam aus Italien ein neuer orden, genannt die Miserator {sie) gen Strassburg und anders wohin; die liefen mit vielen tausenden durch alle Städte und schrien: misericordia dei! Da- runter waren geistliche, auch bischöfe, priester, grafen und herren. Es kamen auf 2000 allein gen Strassburg, giengen ganz schneeweiss und schrien stets, da es ein grosses sterbet war. Etliche hielten sie für ketzer, denn sie trieben viel aberglauben. Da wurden viele getödet, die andern liefen hinweg. 1825. {Koenig Wenzel abgesetzt.) — Als der grosse comet gesehen wurde, ward könig Wenzel entsetzt und herr herzog Ruprecht römischer könig erwählt. 1826. iyValdenser in Strassburg) — Es wurden etliche personen ge- zugen, dass sie grosse ketzerei trieben, welche man Waklenser nannte. (In Strassburg) wurden 32 gefangen; da man sie daumelte, bekannten zwei, die der ketzerei schuldig waren, zeigten aber an, dass sie vor der zeit den ketzermeistern gebeichtet und darüber busse empfangen hätten, und waren solche alle bürger und sesshaft zu Strassburg, aber keiner da geboren, wiewohl etliche den rath besessen hatten. Ihr glaube und ketzerei war, dass Unsere liebe frau und die heiligen niemand helfen könnten, noch selig machen, darum sollte man sie nicht gott gleich anbeten und ihnen mehr ehre beweisen. Deshalb sie auch nicht für dieselben gefastet noch gefeiert; sondern hielten sie vor grosse heilige gottes; dass man gebiete, Gott nicht ohne der heiligen fürbitle anzurufen, das bedünke sie nicht recht. Der ehestand, für den welcher, geistlich oder welllich, ihn nicht halten könnte, sei niemand verboten; wäre besser im ehestand, denn in hurerei zu leben. Man müsse gott allein durch Christum anbeten und durch den selig werden; die andere anrufung halten sie für abgöttisch. Zum andern, glauben sie nicht, dass ein priester, der in todsünden - 170 - und hurerei öffentlich lebte, absolviren, noch die sacramente recht geben könne, weil sie andere (menschen) deshalb verbannen: sie wären gleich- massig im bann : der andern artikel waren noch sehr viele. Deshalb nahmen sie einen jungen knaben , zogen den zum studiren auf, ganz züchtig; wann er zu seinen lagen kam , mussle er auf ein tuch sitzen. Da fragten sie ihn, ob er rein und keusch wäre und sich gehalten, darauf musste er auch schwören, dass er hinfort sich auch also halten wolle, wo möglich, wo nicht, sollte er solches alle zeit macht haben anzu- zeigen. Wenn er solches versprach , so hoben sie ihn dann auf: das war dann ihr priester und oberster, von dem empfiengen sie busse und die sacramente. Darauf erkannte meister und rath , dass man die geistlichen rechte und den officiai darüber hören sollte, die sprachen: nachdem sie vor der zeit wären von der kelzerei abgestanden und busse empftmgen hätten, so hätten sie doch die Stadt in einen bösen ruf gebracht: deshalb wurde ihnen die Stadt verboten, einem kurz, dem andern lang, nach gelegenheit des handeis. Zu Bern in der Schweiz und an andern enden, fand man diese ketzer auch: die predigermönche wollten, man sollte sie unverhört ver- bannen, aber das mehr wollte nicht; weil sie busse empfangen und abge- standen, sollte man ihnen verzeihen. 1827. {Ein seltsamer Prozess.) — Damals hatte Diebolt von Wingers- heim einem burger Mayer Heinrichen, einen handwerker, etliches geld geliehen, auf eine genannte zeit. Dafür gab er ihm zu wucher ein baum- wollenes tuch; aber Diebolt wollte sein geld vor der zeit kurzum wieder haben. Da beklagte sich Meyer Heinrich vor dem weltlichen niedern ge- richt, wie ihm Diebolt solchen drang thäte um das geld vor der zeit. Doch begehrte er ihm das geld zu geben, man sollte nach margzahl ihm das baumwollene tuch abziehen: das wollte Diebolt nicht thun. Solches brach- ten die Schöffen vom niedern gericht vor den grossen rath. Da sprachen etUche, dass man solche sachcn nicht sollte annehmen, sonst kämen meister und rath nimmer zu ruhe, und sollten es liegen lassen. Dagegen waren viele; man sollte solches strafen, sonst würde der wucher aufkommen und gemein werden, und dass man mit ernst nach solchen leuten stellen und fragen sollte, wer solchen wucher triebe. Dazu ward vom rath geordnet herr Ulrich Bock, ritter, und lierr Andres Gantzel, ein goldschmied; diese beschickten ins geheim die handwerker, fragten sie bei ihren eiden, und verhörten viele. Da waren denn der Wucherer, für- käufer und bletschgeber also viel , dass meister und rath solches musste - 171 - verbieten, und sie erhoben über 2000 pfund pfennige von den Wucherern zur strafe auf. Fol. 308« 1828. (Koenig Wenzel und die Fürsten.) — Es war damals etUche Fol. 309 klage von vielen jähren her, dass könig Wenzeslaus im römischen reich viel muthwillen zuliess, auch selbst dazu half, mord, raub und anderes hingab, geld annahm und viele blanke oder bare briefe ausgab, die er unterschrieb und besiegelte , darunter dann jeder schrieb was er wollte. Er war tag und nacht voll und bei den huren, wurde auch zweimal ge- fangen, daraus er einmal entlief; man hoffete stets er würde sich bessern, aber alles umsonst. Deshalb wurden viele tage gehalten von kurfürsten und andern, die Sachen im reich besser zu bestellen; darauf wurden fürstentage zu Boppart, Lahnslein, Maynz, zu Meinungen in Thüringen gehalten, und der könig dahin citirt, sich zu verantworten und waren das die arlikel, die von den fürsten ihm zugeschickt wurden: wo er nicht käme, würde man einen andern könig wählen, der dem reich mit nutzen vorstände. Und waren dies die artikel : 1. Dass er von dem könig von Frankreich geld genommen und ihm die Stadt Jenua vom reich gegeben, ohne vorwissen des reichs und der kurfürsten. 2. Dass er geld genommen und den vice-comes zu Mailand zu einem herzog gemacht, und ihm die Lombardei übergeben, ohne vorwissen des reichs und der kurfürsten. 3. Dass er die gerechligkeiten die ihm zugefallen, und dem reich zugehörig, und Städte und Schlösser des reichs andern zum eigen- thum gegeben. 4. Dass er viele unschuldige, geistliche, edle, doctoren und andere unverhört hat lassen morden und umbringen. 5. Dass er in seiner regierung alle strassenräuber, zu land und zu wasser schirme, und ihnen aufenthalt gebe, über alle klage. 6. Dass er geld genommen und unbeschriebene blanke pergamentene briefe mit seiner band unterschrieben und versiegelt wider die von Strassburg und andere ausgegeben, darauf ein jeder hat mögen schreiben was er gewollt. 7. Dass er sich mit dem könig in Polen, der ein beide ist, verbunden, und wider die Christen und Teutschen herren in Preussen gekriegt. 8. Habe er und die seinigen viele leute aus dem reich ohne verschulden 1. En blanc. (Note de M. Jung.; — 172 - und anklage citirt und geldstrafen von ihnen genommen, um nichts, auch solche citationen verkauft habe. 9. Hätte er die hohe schule zu Prag, die sein vater gestiftet, zu grund gerichtet, da er die gelehrten hasse und vertreibe, daneben auch den ketzern luft gegeben. 10. Dass er mit fressen und saufen tag und nacht des reichs geschäfle unbeachtet liegen lasse, krieg und aufruhr stärke und zusehe. 11. Dass er neben seinem gemahl tag und nacht in gemeinen häusern und bei frauen sitze und mit ehrlosen leuten gemeinschaft halte, und zur schände des ganzen reichs also seine majestät zum höchsten vermackelt habe. 12. Gebe er auf vermahnen des papstes, der könig, derkur- und forsten nichts; auch sei er zweimal im gefängniss gewesen, haben sie Ver- besserung gehofft; (da er) auf ihr väterliches vermahnen auch diesmal nicht käme, so sei nun ohne weitern prozess ihm das reich genommen und ein anderer christlicher könig gewählt. 1829. {Koenig Wenzel abgesetzt.) — Auf Urbani nahm man einen Wahltag zu Frankfurt vor, und mit hilfe des kurfürsten Rudolf von Sachsen wurde Wenzeslaus entsetzt und herzog Friedrich von ßraunschweig erwählt: aber dem bischof Johann zu Mainz, geborner von Nassau, war solches sehr zuwider, und er machte viel Uneinigkeit. Als dann herzog Friedrich nach Braunschweig heim reiste, und sich auf diekrönung rüsten wollte, hat der bischof von Mainz den von Waldeck bestellt, der überfiel am pfiiigstabend bei Fritzlar den herzog Friedrich; der wollte sich nicht gefangen geben, und ward von einem von adel erschlagen. Rudolf von Sachsen wurde verwundet, von dem bischof von Verden gefangen; graf Siegmund von Anhalt kam schwerlich davon. 1830. {Wahl Ruprechts.) — Zuletzt wurden Wenzeslaus wieder gen Lahnstein am Rhein citirt, darauf man 10 tage über allen termin wartete: es kam weder der könig, noch niemand von seinetwegen. Es kamen viele klagen über ihn, besonders halfen die von Strassburg viel dazu, wegen des krieges mit ihrem bischof. Zuletzt wurde könig Wenzeslaus aus erkenntniss aller fürsten des reiches entsetzt und als unnütz verrufen. Auf den 21 augusti, wählten sie einhellig zu einem römischen könig, Ruprecht den altern, pfalzgrafen am Rhein, herzog von Bayern. Er wurde zu Rense auf den königstuhl gesetzt und ihm gehuldigt, und vom papsl Bonifacio IX bestätigt. Er war ein frommer und aufrichtiger fürst, der als- bald nach Frankfurt mit grossem volk zog, sicii an die Stadt legte, erwar- - 173 - tend, ob ihn jemand am reich hindern wollte, und als er sechs woclien davor gelegen und ihn niemand am reich hindern wollte, führten ihn die fürsten in die Stadt Frankfurt und huldigten ilim. Dabei waren des papsles, der könige von Frankreich, England, Polen, Ungarn und Dänemarks gesandten, und 36 fürsten, 13 bischöfe, 332 grafen, 2000 ritler, die edeln und andern gesandten konnte man nicht zählen, auf GA tausend personen, gerüstetes volk. Dahin kamen die von Strassburg auch und schwuren ihm, den bestätigte er ihre freiheiten. Darauf baten sie den könig, wenn es seine gelegenheit wäre, möchte er sie von wegen aller nachbarschaft gnädig besuchen. 1831. {Gemar verpfaendet.) — Damals halle herr Schmassmann von Rappollslein die sladt und bürg Gemar herrn Rudolf vom (Hohenstein) zu Strassburg um 15 lausend gülden verpfändet. Der von in die bürg, schlug den graben ab dass er für ^ 1832. {Der von Hohenstein gefangen genommen.) — Auf S. Martins abend hatte bischof Wilhelm einen heimlichen bund gemacht mit herrn Hansen von Lichtenberg, auch Bitsch und Vinstingen, und in der nacht erstiegen sie die Stadt Gemar, und lagen einen tag und zwei nachte vor der bürg. Da wollte sich herr Rudolf mit beiden söhnen zu recht und auf gnade ergeben, denn er mit keinem menschen zu thun halte, das wollten sie nicht thun, sondern fiengen herrn Rudolf von Hohenstein und seine zwei söhne, raubten sladt und schloss und führten sie gefangen auf Lichtenberg. Sie lagen auf 16 wochen da oben, damit sie solches (Gemar) mochten in ihre bände bringen. Weil aber der von Hohenstein des mark- grafen von Baden diener war, verschmähet es ihn' sehr, versammelte des- halb in Schwaben und in dem Oberland ein grosses volk, auf 16 lausend zu fuss, wollte damit den bischof von Strassburg und Lichtenberg mit raub und brand angreifen, welches der Stadt Strassburg sehr schädlich gewesen wäre; deshalb legten sich viel dazwischen, da ward gen Hagenau ein tag gelegt und gethädigt dass der «bischof und der von Lichtenberg sollten den von Hohenstein und beide söhne auf freien fuss zum rechten stellen, welches geschah. Da ward zu recht erkannt und gesprochen, dass der bischof und der von Lichtenberg den von Hohenstein nicht mit fug, sondern unbillig wider alle rechte gefangen hätten, und wurden ledig erkannt und ward der schaden zu beiden Iheilen aufgehoben. 1833. {Koenig Ruprecht in Strassburg.) — Nach diesem zog der Fol. 3io Die Stelle ist verbrannt. (.Note de M. Jung/ — 174- — römische könig Ruprecht den Rhein herauf, und auf S. Gäcilienlag kam er gen Strassburg, wie er versprochen hatte. Ehe er kam gebot meister und ralh, dass niemand sollte beim jungen S. Peter vors thor gehen,. bei 5 pfund pfennig, auch niemand im münster auf den lettner, denn nur die domherren und wer darauf gehört, gehen sollte; man verkündete auch in und auswendig, dass kein ächter sollte dem könig oder der königin anhängen, wer das thäte dem sollte eine doppelte strafe aufgelegt werden, man werde sie sonst begnadigen, nach gestalt der sachen. Es gebot auch meister und rath bei 5 pfund pfennig dass alle die zu reiten hätten, mit dem ammeister dem könig entgegenreiten sollten, wer ein geschöll machte, der sollte meister und rath mit leib und gut verfallen sein. Man stellte die burger und handwerker gewaffnet vom Steinstrasserthor an bis an den Pfennigthurn von beiden Seiten mit den pannieren : vom Pfennigthurn an bis ans münster standen die domherren, auch alle geist- lichen und die orden mit den kreuzen, kerzen und allem heilthum. Als nun die meister und edeln, auch alle bürger, die zu reiten hatten, hinaus zogen mit 500 pferden, und vor S. Helenen abgestiegen waren, empfiengen sie den könig und die königin mit hohen ehren und zogen vor dem könig her. Auf der gänseweid bei S. Helenen, da stachen stets zehn ritter in hohen zeugen, vor der königin her, den ganzen weg durch die Stadt, bis an das münster; welches sehr lustig zu sehen war, dass sie also auf und abrannten : wer fiel, durfte nicht wieder aufsitzen, sondern musste heimreiten. Bei dem Pfennigthurn wurden sie von den geistlichen ganz herrlich empfangen und bis ins münster begleitet. Als sie ihr gebet im münster gethan hatten, führte man den könig und die königin, auch alle fürsten und herren zu ihren herbergen: darauf wurden der könig, die königin, alle fürsten und grafen und herren beschenkt. Sie lagen in's Greger's hauss und in's Schanekers haus in der Judengass und daselbst herum. Der könig hatte neben der königin auch seine vier söhne, alle pfalzgrafen, bei ihm, auch drei töchter, die eine hatte den herzog von Lothringen, die andere den herzog von Gleff, die dritte ist hernach dem herzog Friedrich von Oesterreich vermählt worden. Es wurde geschenkt, dem könig : eine güldene schauer von 200 gülden, darin iOOO goldgulden, drei fudcr wein, 100 fürtel habern, 12 pfund pfen- nig werth fische, 1 salm oder lachs, 4 ochsen. Der königin : eine schauer von 100 gülden mit 400 goldgulden, 11 fuder wein, 50 fürtel habern, 10 pfund pfennig werth fische, 1 lachs, 2 ochsen. - 175 - Dem herzog von Lothringen: 1 fuder wein, 20 füricl habern, 2 pfund pfennig werlh fische, 1 lachs. Des königs vier söhnen jedem ein ganz silbern luch oder stück, den drei töchtern, jeder ein ganz golden tuch oder stuck. Auch beschenkte man alle Fürsten, grafen und herren, auch den bischof von Speyer und andere, nach altem brauch ganz herrlich und erhielt männiglich gross ehre. Dar- nach sprach der könig die Stadt an, ihm zu ehren ihn nach Italien zu begleiten, die kröne zu holen, welches man ihm dienstlich gerne bewilligte sammt etlichem geld. Man hielt dem könig zu ehren den abend einen köstlichen tanz. Ueber den andern tag vormittags zog der könig wieder hinweg auf Hagenau, da kam bischof Wilhelm von Strassburg zu ihm. Er hatte nicht über 700 pferde bei ihm. 1834. (Grosse Braende^) — Am weihnachtstag um den mittag gieng ein feuer auf in der Kurbengass, im hauszur Spangen, und war männiglich in der kii'che, und verbrannten auf 15 häuser und viel gut darin, weil niemand daheim war, und bei der Krämergasse ward es mit noth ver- wehrt, dass es nicht weiters kam. Dieses jähr gieng ein feuer auf Hohenburg auf und verbrannte ein Fol. 3ii grosser theil des (klosters). 1835. {Bischof Wilhelm versetzt das Kirchengut.) — Damals hub bischof Wilhelm an vom bistum zu versetzen und zu verkaufen: dem widersetzte sich das capitel ernstlich, so viel es vermochte. Da kaufte die st- ZUR GESCHICHTE DER KLOSTER MURBACH & EBERSHEIMMUNSTER (Mittheilungen von P. W. E. ROTH in Darmstadt.) Von den hier mitgeteilten Stücken beziehen sich I und H auf Kloster Murbach. Nr. I befindet sich mit einer grossen Zahl Murbacher Traditionen und sonstiger Urkunden von 728 — 14-28 und mit den bereits in den Slrass- burger Studien, III 336 ff. veröffentlichten Bibliolhekscatalogen in der Darmstädter Hs. Nr. 2760 (quart, Papier), und ist teilweise von dem Be- nedictiner Legipontius im vorigen Jahrhundert geschrieben. Die Materia- lien über Murbach entstammen jedenfalls alle oder teilweise der älteren Hs. 45. 4" in Golmar, aus welcher ein Stück in der Westdeutschen Zeit- schrift, 1885 (IV) S. 302 ff. mitgeteilt ist. Der Verfasser der von mir ge- gebenen Nachrichten über Murbach ist der Augsburger Chronist Sigmund Meisterlin, der mehrfach zu Murbach in Beziehungen stand. Ueber ihn s. Allg. Deutsche Biographie s. v., Städtechroniken III und wohl auch Che- valier Rep. 2086, Mossmann in Mémoires de la Société pour la conservation des monuments historiques d'Alsace, 1864-, II 49 — 54. Nr. Il steht in der gleichen Hs. und beruht teils auf Autopsie, teils auf Meisterlins Notizen. Nr. III entnahm ich dem Sammelband 2702 fol. der Darmstädter Biblio- thek, einer Arbeit des schon genannten Benedictiners Legipontius. Sie bezieht sich auf das Benedictinerkloster Ebersmünster oder Ebersheim- münster bei Schletlstadt. Darmstadt, im Dezember 1887. — 180 - I. Sigismundi Meisterlein* epistola de tapetiis antiquis et libris Mss. inmo- nasterio Morbacensi olim extantibus. Reverendo valde omnique honore dignissimo domino patrique Barlho- loraaeo abbati Morbacensi confrater Sigismundus I. D. dévolus sanctae caritatis conatum ad obedientiam. Cum te sciam virorum oplime ! pro tua singulari induslria iam dudum operam dédisse magnam, qua via omnia per decessorum tuorum monimenta, ne perditum irent, possint ad resti- lutionem deduci, ut in tam laudabili coepto finem assequi possis, me quoque non defuisse voluntate, utinam el fructu, credo, non ignoras. Ve- rum profecto experti sumus, quam vetustas omnia consumit, ac tinea anli- quilatis conficit universa, idque licuit videre in tot codicibus magna cura et ingenio patrum in loco illo sanctissimo ac vetustissimo tibi commisso repositis, prout isle, quem revolvebamus, ostendit rotulus, qui tot describit opéra iam partim deperdita, ut numerum repertorum excédant. Et o utinam vel illa, quae de tot supersunt, tuas ad manus dcvenissent intégra, ac allu- vione minime attrita. Ob quem tuum conatum, quanta obsequaris praeconia apud homines nostri aevi, quantaque premia a largitore omnium bonorum deo, sibi nolum reor, (juem nil latet. Famam enim tuam, laudem nomenque nulla unquam eximet vetustas posteris, si quid mea carmina possunt; quin et me tacente, ipsa opéra clamarent. Sed hoc in aliud tempus differamus, nunc qua de causa haec scribam, percipe paucis. Taedium quoddam, ut assolet, cepit me hodie agendi aliquid noviter, ob hoc remisi animum ocu- losquevoluipascere, et in maiorem laborem incidi, siquidem cortinas illas antiquas inspexi, quod te eliam quam saepe fecisse scio, moxque animum apposui, num ipsa dcpicta possint eliam posteris tradi, ne ut iam pêne factum est nobis, sic et ipsis périrent. Studii nempe eorum et in hoc re- lucet assiduitas, amorisque et diligentiae ad s. locum sollicitudo, quando ante oculos omnium voluerunt intextos pannis eos proponere, qui loco benefeceranl, ut segnibus perversisque verecundiam, egregiisveroaclabo- ranlibus adderenl quoddam calcar. Nosli aulem me ipso melius, scribere 1. Das Wort iMeisterlein, mit dunkler Tinte durchstrichen, aber aocii lesbar. Am Rande steht von andrer Hand wie die Absclirift: Forte Meisterlein, darunter von gleicher Schrift wie der Brief: monachi ut leor Gamundae vicari Augustae. Tapetia sive panni, pallia seii palliola appeliaijantur, quae ad aitaria aut sepulchra et qnandoque ad parietea snspendc- bantur. ~ 181 — tarnen ea volui, ul qui vel oculis dolet, aut collo, ut alte suspensa non queal legere, carlae utatur suffragio. Patres igitur tundalionis incrementique monasterii lui volentes Iraderc ordinem recto tramite bénéficia privilegiaque tradentes principes ac pa- tres, quorum mentio dabatur, depingendos statuerunl. Quorum primus fundator ille inclytus dux stans versus almum loci ipsius sanclissimum patronum Leodegarium eum alloquitur per hos versus : Paucum sume datum, quod reddas multiplicalum. Hanc tibi fac sedem dignam, praesul sacer! aedem. — Subsequuntur illum reges, imperatores, caelerique principes, quilibet manu gestans verba sui privilegii, quo locum dotavit; primo Theodoricus rex dicens abbati ac episcopo locique ipsius reformatori sanclissimo Pir- minio: Placuit, utmonasterium tuum sub defensionenoslra successorumque nostrorum consistât, et quod fiscus de curtis vel territoriis sperare poteral, ecclesiae tuae indulgemus. Sequitur eum Pipinus imperalor* augustus dicens abbati ßaldeberto : Nullus iudex in res ecclesiae tuae, nec ad causas audiendas vel freda exi- genda vel fideiussiones toUendum nec homines tam ingenuos, quam et servos de quibuslibet causis stringendum ingredi audeat. Post huncKarolus imperator augustus dicit Siniperto episcopo et abbati (quis porro luerit ille Sintpertus, titubent alii, ego reor omnino fuisse huiic episcopum Augustensis ecclesiae, ac abbatem Morbacensem, cuius vita mirifica fuit, ac temporibus Caroli floruit, hodieque sepulchrum eius co- ruscat, diesque eius una cum historia propria celebratur infra septa mo- nasterii sanctorum Udalrici et Affrae, ubi et sepullus est in praefala civitale tertia décima die Octobris). Is inquam Karolus dicit eidem : Benefîcium auctoritate antecessorum nostrorum confirmatum huic ecclesiae deinceps per nostram auctoritatem maneat inconcussum. Sequitur hune Luodvvicus imperator augustus dicens Guntramo abbati: Nullus ex iudiciaria potestate homines tuae ecclesiae terras possidentes in- quietare vel calumpniam generare, vel contrarium temptare praesumat. Post hune Karolus imperator augustus dicit Friderico abbati: Liceat possessoribus ecclesiae tuae res suas quiète possidere, et quidquid de iure fisci in iis habere poterat, ipsis concedimus. Deinceps Cunradus rex dicit Nantperto' abbati: Basilicam sancti Desi- 1. Am Rande: Etiam reges olim imperatores dicebantur. 2. Am Rande : Aliis Wambertus. — 182 - deriiel sanctae Susannae el Dodilam et quicquid ad ipsam pertinel, regali auctoritale tibi roboramus. In fine corlinae Hugo archiepiscopus Bisuntinus ponitur loquens abbati Eberharde etc. Goncedimus tibi et successoribus tuis libertatem conse- crandi allaria in ecclesiis, quas habet sanclnsLeodegarius in nostradiocesi. A ialerevero tabler concluditur ipsa corlina sen tapelium: \v. dasLIrice' Berchlolfus A. dat mediumque. Quod artifices forsilan apposuere. Heliqua vero lia habet se sicut prima, nam primum locum tenet Otlo I imperator augustus et dicit Landelob epo. et abbali : Omnia loca, quae vel tempore Eberhardi concessa sunt vel post adaucta, vel iniuste abstracta, ecclesiae tuae corroboramus. Otto II imperator augustus dicit Beringero abbati : Juxla anlecessorum nostrorum décréta sancimus, ut nullus comes, aut iudex vel praepolens persona in locis ecclesiae tuae mansiones habere, vel paratas exquirere praesumat. Otto III gloriosissimus rex ait Helmerico abbati Murbacensi : Ecclesiae etc.eligendiabbatem,qui rebus ft-atrumqne regimini praeesse possit,quando- cunque necesse sit, liberum concedimus arbitrium. Hainricus imperator augustus loquitur Degenhardo abbati : Teloneum iuxta antecessorum nostrorum concessiones per omnes regni fines neque in urbe neque in via, neque ad pontes seu aliquam structuram avestris re- quiratur. Cunradus dei gratia rex dicit Degenhardo abbati: Sancimus, ut nullus iudex vel comes, seu quaelibet praepolens persona mansiones in locis ecclesiae tuae^ aut paratas exquirere praesumat etc. Hainricus imperator augustus dicit Wolferado abbati: Omnia loca, quae Eberhardus et Lnilft'edus tui monasterii conslruclores fratrum usibus con- cesserunt, imperiali auctoritale roboramus. Hainricus ultimo loco dicit abbati Erlolfo : Omnia loca, quae conslruclo monaslerio tuo usibus fratrum antecessores nostri concesserunl, regali auctoritale confirmamus. In capilibus vero praefatarum imaginum nomina ipsa personarum, proul posui, continentur. Porro isti versus per longam lineam superiorem in ambabus cortinis positi sunt, tarn de principibus, quam de abbatibus indi- cantes : 1. DIricus abbas obiit 1075. Bertholphus circa a. 1140. 2. Fehlt : habere. - 183 — Patres et reges simul ornant dogmala leges : Patrum doctrina rutilai dilectio bina; Reges debellant luniidos, ne iura relellant. Hi patribus iuncti parili charismate et uncli Ecclesias dilant, iniustitiae mala vitanl. Per testamentum regale, quod est monumenliiin, Pervigili cura patribus firmantes valitura, Pauperibus Cbrisli dant reges largiter isti. Cultus humanos et victus cottidianos Curant pastores, teneant ut in ordine mores; Atque pie laeli sua credant corda quieti. Publica, qua plorent mala vel regibus oi-ent. Praemia sumpserunt caelestia quae raeruerunt. Ecce virorum praestantissime ac domine mi gratiose! rationes lemporis mei hodierni. Tu fac, ut gratum libi sit hoc munusculum. meque ut assoles, favoribus prosequere. Datum in castro tuae dominationis Hugslein die Martis septima Junii 1-46-i. II. Addere porro libel aliu. (juae tum in leniplo, cum in velustis codicibus reperimus monumenta. El primo quidem sub imagine Eberhardi fundaloris, in eodem postea coenobio vitam monaslicam complexi, leguntur sequenlia : Eberhardus illustiis dux Sueviae, cornes Alsatiae. lundator monasterii Murbacensis. Haec mulatio dexterae excelsi postquam conversus sum poenitentiam egi. Eiusdem inferius legitur epitaphium gratae memoriae ergo prisca sim- plicitate scriptum hoc tenore: Discal, qui nescit, Eberhardus hic requiescit, Qui vir sublimis rebus ditavit opimis Hoc claustrum sponte sic non rapilur Plegetonle. Indulus veste claustrali vixit honeste. Pro tibi donatis Leodgari iunge bealis Perpetuo vives, caelis super omnia dives. Ad cornu epistolae seu in sinistro latere altaris ss. apostolorum Pétri et Pauh sequens reperitur inscriplio, quae indical fratres nostros ab Hunnis trucidatos ibidem iacere sepultos, ita enim habet : — 18/* - Nostrorum fralrum iacet hic funus lumulatum : Vim rosei finis pertulit isle cinis. Hinc bene migrabant, quos Hunni mortificabant. Hos deus in caelis laetificare velis. 4. In alio sepulchrali sarco haec legitur inscriptio : Claudil multorum praesens lapis ossa virorum In templo veteri iam pridem digna teneri. Horum placatus, si sunt, tege Christe ! reatus, Nos vice dando pari per eorum vola tueri. — 5. In veteri codice sequens legitur adnolatio de ara in castro sancli Amarini consecrata : Anno domini MCGLXXX sub abbate Berlholdo con- secratum est allare in castro sancti Amarini in honore s. Mariae virginis m die assumptionis eiusdem, cuius dedicalio est celebranda in oclava ipsius assumptionis; et fidelibus omnibus ibidem per oclavam venientibus harenam unam, anniim unum cum quadraginla diebus pro indulgenlia peccatorum concessit papa. Reliquiae ibidem in altari conditae: Ss. Jo- hannis, Margarethae virginis, ss. Desiderii et Reginfredi martyrum, de sepulchro domini, de praesepio domini, s. Waldeberti confessons et abbatis, et aliorum plurium sanctorum in eodem conditae sunt altari*. Epitaphium. — In veslibulo ecclesiae maioris monasterii Morbacensisin latere sinistro altaris ss. Pétri et Pauli hodie ad cornu epistolae : Glaudit multorum etc., wie oben. Versus, qui supra fundatorum monasterii Murbacensis iconis a. 1464 positi fuerunt per longam lineam superiorem in ambabus cortinis tam de principibus quam de abbatibus indicantes : Patres et reges simul ornant dogmata leges, etc. '. Nb. Supra tumbam ad '. Nostrorum fratrum etc.,' wie oben. — Caelestinus L. B. a Beroldingen coadiutor Murbacencis et Ludrensis pus et fratrum manibus hoc mausoleum posuit a. iMDCGV. V. idus Septembris. NB. Infra legitur epitaphium supra relalum hoc initio : Claudil multorum. Dominus Rudolfus de Watwiler huiiis monasterii abbas... f 1388. 1. Hierauf folgen die Bibiiotlirkscataloge. 2. Siehe oben in Meisterleins Arbeit. 3. Lücke. — 185 — D. Wallerus a Wilsperg vita functus a. 1513, cuius epilaphium superal in ecclesia Murbacensi, ubi porrectus ipse iacet in habilu ponlificali, in sinislrae manus digitis duos habet annulos, in dextera seplem. — III. Excidium monasterii Aprimonasleriensis 5'° Oclobris ipso die s. Placidi protomartyris feslo, nobis heu nimium quantum infesto, perSuecosSueco- rumque compHces factum anno 1632. Cum bellona ferox saevo discrimine Marlis Imperium quateret, bella nefanda movens, lamque suum Eumenidum vomuissent pectora virus Pacifugum locus hie tristia damna lulit. Hie namque adversi slatuit sua Marlis alumnus Signa, hostile nihil quod fiel usque timens : Nocle sed illum furlivo Iramile ducla Schlellsladio excurril Caesariana cohors; Ac veluli rabido praeceps armala furore Ferlur in incautos, et sine lege ruit. Exoritur clamor, miscenlur quaeque lumultu, Atque adversorum corda Iremore pavent. Classica signa canunt, concursans undique miles Gonsullo minime, quod facil ille, facit : Omnia lurbanlur, confundet cuncta periclum, Pendel in ancipiti sors inopina loco: Utraque discrimen Martis lentaverat armis, Ast raage pars aquilae viribus ense polest. Nam fugat et fundil, clamoreque provocat hostem, Excitus ille fugae lerrita terga dedil, El quaqua poterat versum se ad castra recepil, Sarcina negligitur, vita luenda fuit. Accedilque fugae damnum iacluraque rerum, Folio 392» Perderet ut raptas quotquot haberet opes. Nee minus (eslo cohors audentior issel in hostem Caesaris;) isla sibi palma cruenta fuit. Plumbatae siquidem turmae coryphaeus ab hoste Tangitur, et subito concidit exanimis. Quid facial viduala cohors duclore perempto — 186 — Consiliis agitur: slat revocare gradum, Diripil ergo locum, convasal quaeque, potitam Accélérât praedam, dives ab hoste redit. Caetera praetereo, satis est retulisse ducentos Bis quadragenos hinc quod abegit equos. Dives ab hoste redit, spohisque onerata revertit, Qua ruerai, curae nec locus ipse fuit. Heu maie, nam penitus spoliatum linquit inermem, Milite non firmat, nulla pericla cavet. Fusorum insidiis exponitur atque furori Fit palulus, nec se qui lueatur habet. Interea volitans rumor venit hostis ad aures Caesareas turmas iam revocasse gradum Atque eliam secum captas ad moenia praedas Ducere, praesidio destituisse locum. Audiit, ingentes turpis fuga suscitât iras, Ultricesque parât ferre referre vices. It furor in praeceps, rabiesque armarat inermem, Damna repensurus fleclere pergit iter Hunce (!) locum repetens, de quo fuit ante fugatus Vindicet ut praedas foemineamque fugam. Advolat ergo fremens conceptum corde furorem Evomil et poenas poscil, et igné capil. Blatt 393 Cingitur inimerilis subito sine crimine flammis, Totus et in cinerem verlitur ipse locus. Illacrymans, eheu! refero, incendisse profana Non satis est (rabies nescit habere modum,) (juin etiam superos malesana lacescit, et audet Saciilegis manibus contemerare sacra. Festa dies aderat Placidi protomartyris, aevo Consignanda dies, heu nimis alra dies! AeDIbVs his Varlos, SVeCI fVror IMpIVs Ignés Subiicit, et nitreo pulvere spargit humum. Fit fragor, igné micanl crepilantibus atria flammis Undique diffusis, fulgur inesse putes. Verbere flammivomo quatilur domus icta résultat Ignibus, ac veluli fulmine lacla Iremit: Discutilurque thorus, lempli laquearia nutant Fornicibus ruptis, jumpilur ipsa strues. - 187 - Nee mora. diversum serpit Vulcania peslis Heu male depascens obvia quaeque sihi. Tecta domus subcunt incendia lala per orbem Ecquid habet clauslnim culminis, ignis eral. Flammariimque giobi volvuntur ad aelhera, triste Nocte mieat Iota, totus ab igne polus. Sic sua conglomérat flammata Volumina passim Mulciber, usque daret rara favilla modum. Heu furor! heu rabies! quo non malesuada nefandis Irarum stimulis exagitata ruis? Haeccine vindicte est insontem plectere! miles Blatt 39:}v Si spolium repetis, Caesarianus habeL Nee locus est praedae, nee aper, sed Caesaris aies Noxius est culpae, si fuga culpa fuit, Ast impune tarnen tulit hoc reus, et sine causa, Quae fueranl aquilae, débita solvit aper. Carmen hoc Iragicum composuit r. d. abbas Nicolaus Specklin successor abbatis Martini Schlatter, sub cuius infeliei regimine Aprimonasterium istud a Suecis exustum est anno 1632. Nieolaus' Specklin Aprimonasterii abbas a. lo^ö eleetus, vir eruditus et religiosus, strenuus disciplinae restaurator, nee de suo tantum, sed etiani de pluribus aliis monasteriis benemeritus, plurima pia et utilia scripsit opuscula, quae in eins loci bibliothecaadservanturmanuscripta. Ad calcem necrologii extat eins poëma tragicum et elegans, qua funestum monasterii sui excidium a. 1632 a Suecis illatum poëtice depingit. Vivere desiit a. 1657 die 22. Julii, cum vivens hanc sibi sepulchralem composuisset inscriplionem. Ibara, qua poleram, qua non poleram, non ibam. Tu quoque, qua poteris, si cupis, ire velis. Quae potui, feci, tibi nunc infecta relinquo, Posthume! perficias, [fae possis,] quae tibi licta manenl. Postulat ordo, locus, quae iam coepere priores, Posthume! perficias, postulat ordo, locus. Ast fortasse tibi mea facla haec uulla videntur, Ul dicas, nihil est, subsequere, et satis est, Restrue destruclum, simul et collapsa reforma, Sis, âge, quod potis es; si facis haec, salis est. 1 . Andere Hand. SOUVENIRS ET RESTES D'ANCIENS MONUMENTS DISPARUS EN ALSACE DEPUIS LE DIX-SEPTIÈME SIÈCLE. {Suite'.) Noire travail de récolement, entrepris en 1860 au musée lapidaire, s'ar- rêtait à l'autel deThionville. Pour le rendre complet, nous avons à ajouter un stèle avec inscription, trouvé en 1755 sur le Wasenberg, et décrit par M. de Morlel. Il n'en reste plus traccl Dans le cours des deux derniers siècles, plusieurs monuments lapidaires de l'époque gallo-romaine ont disparu des localités dans lesquelles ils furent découverts, sans qu'on sache ce qu'ils sont devenus. Schœpflin en signale quelques-uns, entre autres un autel orné de bas-reliefs de quatre divinités, que de son temps on voyait sur les bords du Rhin, entre Seitz et Münchbausen. Schweighseuser pense qu'il a été englouti par le Rhin'. A la suile de son travail sur les inscriptions romaines en Alsace, M. de Mor- let en mentionne six qui sont perdues*. L'ignorance des ouvriers et l'in- curie des personnes qui doivent surveiller les travaux nous expliquent ces pertes. Il y a deux ans à peine qu'une dalle avec inscription romaine, découverte à Seltz et destinée à être placée dans le cloître de Wissembourg, a été mise en pièces par des maçons pour servir de remblai. Nous avons dit plus haut le cas qu'on a fait de toute une série de monuments antiques lors de la reconstruction de l'église de Bisthofsheim am Berg. POTERIES. - VERRES. - BRONZES. - OBJETS DIVERS. Autrefois et jusques il y a quarante ans, bien peu de personnes en Alsace faisaient collection d'antiquités, si nous exceptons les monnaies et les médailles. Dans le Bas-Rhin, la plupart des objets trouvés étaient 1. Voir louio XIII, Mcm.j p. .'JGl et suivantes. 2. Bull. I--« série, tome IV, Mem., 9ô. — Dramkach, n" 184:;. '■\. Antiquités de l'Alsace, Deuxième section, p. 175. i. Bidl. 1. c, p. 97. #«;i)li;!!'i''':"K' 'Hii!;ntrinf;fi!i!i^fiiniii Cà.Wi^Her /ioù ef aat. liliil ' I ! L ( 0 1 i i 1, f ' Bed.ec ImpF./Tuùg*-t éSMaèe^^e^ Scf-as5^u-^j- MONUMENTS DISPARUS WH:V ÇïL Q- O ID < CL r- Gl ;=) en S en w :=: o UJ _J Z3 < _l s Qi Ori h- O H- < z CO P- UJ < O O jonctiow des :deux voies antiques ^D'OT-ROTT et t)E Bakr. APRÈS L'ABREUVOIR S^ JEAN MONUMENTS DISPARUS ONCTION DES UX V01E6 ANTIÇUCS TIVOTT ET DE BA>KR, S L'ABREUVOIR S' JEAN CROQUIS. B. NDIQUANT LE Ï)ÉTA\L DE L'ÉTAT ACTUEL. S)t,i,iiDniilxrn«r:RScl^htC' nJ P Û ^ K < (D Z ( ) (D w O , 1 ç CJ f- co (D c UJ 3 tt CO M 'CD < D-, (0 o -13 Dû ® , 1 J (Ö O c c^ (D t- O i 3 ■t^ g ■Tl 3 ^ MONUMENTS DISPARUS . COliliÊGlAIiE DE S^ hÈONARD Hévalton Princi]iale^ . tsAS i__0,75 . ID 1.8^. Plan'. . eis. — , — 0. «5 0."? 2 d -1 I j^'Mtnt Slrassb. DmcKem Yorm. k. ùchullz & C- (1.) MONUMENTS DISPARUS . COLLÉGIALE DE S^ LEONARD Couple sur A B. EUvalion Postérieure . Bingeisen arch. e de- S'.ii^t Slrassh.JJmckera vorm.I^.SckaUz &C^(2J MONUMENTS DISPARUS . OOJilxÉGIALE DESU;ÉONARD. Détails (k la jiarlte sMjiêrieurt BMails du socle Jyn tires. Ringasen anh. Straash. Druckern vorm RSchuÜz äC°W MONUMENTS DISPARUS '*t:>~Sr EGLISE de HONCOURT côté Sud d'apris le^ croçruis de- Silbermana ijJi.R SdiàxiC'Strttitar^ MONUMENTS DISPARUS HONCOURT V- h dessùi de SUhermaïui -par A . Straub, en 1SS6. MONUMENTS DISPARUS Orient 1 2 5 ir 5 6 7 io n n. ii u is 16 17 18 IS 20 31 21 ii M Mètres irufrU sur h dessin de/ SübermaiuLpar A.Slrajal ;eii 1856. HONCOURT MiK SciaUxêL C ". Stmsbaay CD o Cd o U:) ^ O o m tH s^ p^ 3 C3 ô o O) Ti ffi a .- « w ta 3 / — \ 1— 1 ä == P 3 -. {llaUung des Bischofs.) — Dazu gchol hischof Wilhelm allen geistlichen in der sladt, ihm und nicht der Stadt zu gehorsamen Die geistlichen zusammen, machten eine gemeine bruderschaft, dass sie wollten frei seyn wie pfaffen zu und an anderen orten mehr, auch der sladt keine pferde, noch wagen mehr halten, auch keine Steuer noch Schätzung und kein recht nehmen, sondern alle geist- liche sollen recht nehmen vuii dem hischof, dem capilel oder offizial .... die solches handhaben sollten, und hriefe darüber aufgerichtet mit allen stiften und geistlichen insiegeln Die sladt diesmal in solchem lärmen sollte gehen lassen bis zu ihrer zeit.' 1957. {Balhsbeschluss der Edeln halber.) — Da die edeln die stadt also räumten, kamen schöffel und amann mittwochs nach Martini zusammen. Da wurde erkannt, dass alle die ihr burgerrecht zu schmach der Stadt auf- gegeben hätten, weder sie, noch ihreweiber, kinder oder gesinde ewiglich nicht mehr in den burgbann kommen sollten, noch weniger in die Stadt, sie erkauften den wieder ihr burgrechl, und geständen der strafe die meister und ralh ihnen auflegen würden. Man gebot auch bei grossen ])üncn, dass sie niemand hausen noch herbergen sollte, noch einige gemein- schaft mit ihnen haben, weder heimlich noch oflentlich. Das machte den handel noch heftiger zu allen zeiten. — (Gfr. Meyer, éd. üeuss, p. 80.) 1958. {Lichtenbergische Fehden.) — halte domherr Ludwig von Lichtenberg zwei kriege, den einen mit Friedrich Begern, der sagte ihm ab, mit diesen seinen belfern : von Fleckenstein, Peter Hock von Schankenfels, ge- von Diemringen, nannt Griff drufl'. könig Roth, genannt Kegel; Claus von Roltenburg, vonNeuweiler,genanntSchef- Verius von Ueberlingen. feliii, Hans von Flersheim, Hans von Saarbrücken, und andere mehr. Den andern krieg hatte er mit Hans von Fleckenstein, da sagten ihm ab: Ludwig von Bei&ernheim, Hermann Sulzbach, genannt Hess, Conrad von Schweinheim, Balthasar von Hoffen, Heinrich Muckenheimer, Heinrich Fischer von Seckendorf, 1. Die Lücken, verbrannt. (Note de M. Jlnü.j - 239 — Ileinricli Hans von Wildonsteiii, Hans von IIamI)acli, genannt Scliiio- Weiner von Abelscliweier, renpfeil, Hans von Sleingrub, genannt Mamel, Hans von Epfig, genannt Heizer, Johann Steinher von Rohrbrunn, Stein Henige, Conrad von Speyer, genannt KncJ)cl, Claus Marslaller aus Franken, Lucas von Ulm, Peter von Fleckenslein, Herman Schneckbein, Hans von Flersheim, genannt Paslei, Conz von Hoiderbosch, Dietz von Rottenburg, samt ihren heifern. Der von Fleckenstein lag unten, und musste viel von dem haus Lichten- berg zu leben empfangen. 1959. {Ammei ster wähl.) — Dies jähr war zum ammeisler erwählt lierr Claus Gerbot, war bei den gerbern. 1960. (Streitigkeiten ivegen des Zoll's zu Grafenstaden.) — Auf S. Er- harlstag eihub sich ein spenn mit etlichen der ausgezogenen burgern gegen die Stadt Sirassburg des Zolles oder fahrs halb zu Grafenstaden. Herr Claus Zorn von Bulach, von Reichenstein, ritterund Junker von Wangen, sein Schwager und etliche edeln, die aus der Stadt waren, sagten, dass sie das fuhr und zoll zu Grafenstaden und Illkirch vom könig zu leben trügen. Dagegen sagten die von Strassburg, dass sie gute briefe und siegel hätten, dass solches ihnen zugehörte. Da schickten sie in der nacht dem ammeister einen widersagebrief, und fuhren dieselbige nacht vor Benfeld heimlich, und verbargen sich gegen dem Wasserlhor, und meinten morgens, wenn die port aufginge, die Stadt zu überfallen, welches auch geschehen wäre, wenn sie sich nicht so bald hätten sehen lassen. Das stadtthor wurde wieder zu- geschlagen. Damals war Benfeld denen von Strassburg vom bischof versetzt. 1961. {Dachsteiner Fehde.) — Hernach stiess Claus Zorn mit Hans von Fol. 346 Müllnheim, herrn Hansen söhn in der Brandgasse, dessen mutter eine Mün- 1420 chin war, und der Dachstein vom bischof verpfändet war, seine mutter und brüder aus Dachstein, und legte darein der Stadt feinde, die der Stadt dörfer und höfe auf dem lande verbrannten und grossen schaden thaten. Daraufzog der dompropst, herr Crispian von Ochsenstein gegen Dach- stein und handelte um einen frieden, und als man im besten war, halte Hans Barpfennig und N. Betscholt, der ammeister gemacht, das man den edeln einen widcrsagbrief schrieb. Der kam um mitlagen, wäre er gegen abend gekommen, so wären schon alle dinge vertragen gewesen. Als die edeln den lasen, wollten sie in der feindschaft bleiben, welche man ihnen - 2-iO — angekündigt lialte. Sie brachten den bischol' Wilhelm auf ihre seile und besetzten Dachstein. Daraufzogen die von Sfrassburg, acht tage vor lichlmcss, von mitler- nacht aus vor Dachstein, mit büchsen und allerlei geschütz, und meinten solches zu gewinnen. Die in Dachstein halten aber das städlein und die mauern mit guten reisigen und anderem volk wolil bestellt und schössen heraus, dass mancher verwundet wurde. Da die von Strassburg sahen, dass sie nichts schaffen konnten vor dem wüsten regenwetter, zogen sie den- selbigcn tag die reifer wieder heim. Unterwegs verbrainiten sie zu Kolbs- Fol. 347 heim herrn Claus Lappen sein bürgle ab, dessen söhn auch der sladt feind war. Die mit den wagen zogen gegen Molslieim, damals der stadl Strassburg vom bischof verpfändet. Die Ihaten mit ausfällen und streifen dem feinde viel leid, und fingen also viele, dass sich die feinde schiernicht aus Dachstein wagen durften. Sie nahmen ihnen oft die Breusch aufDorlis- heim zu, dann fielen bei nacht die von Dachslein wieder aus und nahmen das wasser wieder. Dies geschähe öfters, und so jagten einer den andern. Zuletzt fuhren die von Molsheim auch wieder heim. In diesem krieg mahnten die von Strassburg die von Basel um hilfe, da sie im bunde mit einander waren. Die von Basel schickten 15 gleven, die hie- nieden blieben bis der krieg ein ende hatte. — (Cfr. Meyer, éd. Retiss, p. 81.) 1962. (Ei7i Tag zu Schlettstadt gehalten.) — Indessen wurden zu Schlett- stadl und anderswo ein tag gehallen, und nichts gerichtet; da beschickte der margraf von Baden einen tag für sich, und waren beide parleien da. Man hatte klag und antwort. Dann Hess man die sache dem markgrafen zwischen der Stadt und herrn Claus von Bulach, genannt von Reichenstein. Der margraf sprach, dass die von Strassburg mit recht bei dem fahr von Grafenstaden bleiben sollten. Diesem spruch widersetzte sich der von Bu- lach, aber Hans von Müllenlieim und andere edle waren zwischen ihm und der Stadt Strassburg und ein friede ward angestellt bis über ein jähr, au S. Georgen tag. Anno 1421. — (Cfr. Meyer, cd. Reuss, p. 82.) Indem hielt herr Hans Lumpart, altammeister, viel mit den äussern; darum wurde ihm die sladt fünf jähre lang verboten, doch ohne nachtheil seiner ehre. Auf erbeten kam er in zwei jähren zurücfc. 1963. {Abermalige Aenderung des Rallies.) — Als nun viele der edeln und bürger hinweggezogen waren, auch viele ein ganzes jähr weg gewesen, und man im ralh ilirenthalhen mangel halle, da wurde der rath ehvas enger zusammengezogen, und wurden von den edeln und burgern 14abgelhan, so dass der dieses jähr ein ammeisler war, das andere jähr mit den drei — 241 - edein auch ein stctlmcislcr sein sollte, ob er schon von den hondwerkern wäre, und war Rulin Barpfennig-, ein krämer, allammeister, der erste stelt- nieister neben den andern stellmeistern, und Claus Gerbol, ein geiber, altammeisler der ander, nach diesem das andere jähr. 1964. (Wartn Weder und grosses Wasser.) — Dieses jähr war ein so frühes jähr, wie man es nie gehabt hatte. Auf ostern hatte man rosen, mitten im april zeitige erdbeeren und kirschen, und blühten die reben, um Jo- hannis zeitige Irauben; aber auf den 8. juni fiel ein schnee im Elsass, auf beiden gebirgen, that aber keinen schaden, die erndle und der herbst waren gut. Um Katherinen war die Breusch also gross, dasssie an den krahn lief, und man zwischen Lingolsheim und S. Ai'bogast mitschifïen fuhr. Der Bliein und die 111 waren sehr klein, sonst wäre es nicht gut gewesen. 1965. {Ammeisterwahl.) — Da war ammeister herr Johann Betschold rol. 3i8 von Mutzig, und war bei den metzigern. l'^^l 1966. {Abermals ein Tag tu Schletlstadt.) — Auf S. Georgen, als der anstand aus war mit den edeln, war der ein lag gen Schletlstadt gelegt von wegen des fahrs zu Grafensladen undlllkirch. Die edeln zeigten briefe, dass sie es vom reich zu leben hätten. Die von Strassburg legten auf, dass sie es von vielen römischen königen zu leben trugen : denn Grafen- sladen und das fahr haben die von AUdorf von denherren von Lichtenberg zu lehen getragen, aber mit bewilligung derer von Lichtenberg haben es die von Strassburg denen von Allorf abgekauft und von dem könig die beslätigung erlangt. Denn die herren von Lichtenberg als scbultheissen und obervögte zu Strassburg halten alle wassergerechligkeit in Stadt und land, also auch die fähren zu Grafensladen und Illkirch, in der Krafft, am Rhein bei Kehl und in der Ruprechlsau. Als aber die Stadt die Rheinbrücke baute, hat es viel krieg und zank darum gegeben, doch ist zuletzt kauf- weise alles an die Stadt gekommen, sammt andern gerechligkeilen. Die Stadt legte auch des königs gebot vor, dass niemand die. fahr zu Grafen- sladen anders als von ihm nehmen sollte. So vergieng der tag und wurde nichts ausgemacht, und ward alles an den könig geschoben, dabeiblieb es auch auf beiden parteien. 1967. {Zug gegen Mutzig.) — Damals hatte bischof Wilhelm mit etlichen Mulzig, das schloss eingenommen, das einem bürger von Strassburg war, deshalb zogen montags nach S. Marlin die von Strassburg aus mit 1 200 mann zu fuss und zu pferd, alle wohl gcwalTnet, und wusslc niemand, wo sie hin wollten. Ihrehauplleute waren Gerhard Schoup, Lütolt von Kol- besheim, edelknecht, und Claus Gerbol, ein altammeisler. Da sie gen Mols- — 242 - heim kamen, gab man ihnen wein und brol, dann zogen sie fort und kamen vor Mulzig. Da theilten sie sich in drei scharen und machten das lager, und wohl rathschlagen, wie das schloss zu Mulzig erobern möchten. Zu dem kamen ihnen post von ihrer wache, die sie gestellt halten, wie bischof Wilhelm mil 300 pferden käme, Mutzig zu besetzen. Er wusste nichl, dass es schon belagert war. Solches wussten die von Strasshurg wohl eine stunde vorher, ehe sie kamen, und thalen doch kein Vorsehung; sie meinten nich dass sie kommen dürften. Der bischof mit seinen edeln zog von ßergbieten- heini über den berg und von Dingsheim herab. Als er nun kam und sähe, dass sie sich in drei häufen gclhcilt hallen, um die sladt herum, wollten die seinen es wagen und einen lauf vor sich nehmen und in die sladt rennen, es gerieth übel oder wohl. Sie hiessen den bischof von ihnen weg- reiten, dass er nicht darniederliege, denn ihrer nichl viel waren; wie auch geschähe, hidessen trieben sie die pferde an und rannten stracks auf Mutzig dem schlösse zu, und in dem rennen fiengen sie auf 50 der besten in vollem lauf und führten sie gen Mulzig gefangen in das schloss. Es wurden zwe von Strasshurg erstochen, ein soldner und ein knechl; auf der andern seile blieben drey, Thomas Lenlzel und zwei knechte. Da liefen sie zusammen und hätten gern die ihrigen enlschültet; sie konnten indessen vor dem engen weg nicht dazu kommen. Also zogen sie von dannen gen Molsheim und Hessen den tross im felde stehen ; da liefen die von Mutzig heraus und zogen die wagen in die sladt. Hätten die hauptleule das feld recht bestellt und wären vorsichtig gewesen, so wäre dieser schaden nichl widerfahren. 1968. {Zug vor Rheinau.) — Darnach zogen die von Strasshurg vor Rheinau, und schössen die mauer zum stürm, dass ihrer wohl 40 hinein konnten. Den andern abend wollten sie stürmen, hielten aber keine rechte Ordnung; es wurden viele erschlagen, und ein Wormser im graben ge- fangen. Den andern tag zogen sie unverrichlel wieder heim. 1969. {Zug nach Lothringen.) — Darnach zog der pfalzgraf, und auch viele von Strasshurg und vom land dem herzog von Lothringen zu, wider den von Burgund. Aber der von Lothringen und der könig von Sicilien und Jerusalem wurden gefangen; den andern, auf 2000, wurden die halse abgestochen; der pfalzgraf kam mit dem von Kumersee mit 1500 pferden davon. Es wurden viele grafen und herren gefangen, und geschah dies den 15. martii. 1970. (Gi'osses Wasser.) — Dieses Jahr, 14 tage vor Weihnachten, da kam ein solches grosses wasser in sladt und land, dass es den doldgiessen, beim Sj)ital, und dem Metzgergiessen überlief, auch um das KauOiaus, unter — 243 — den fischern und in der Kraulenou, und lief es in die liäuser. Die ganze Ruprechlsau lag- im vvasser, und musslensichdic leule ül)en in den häuscrn behelfen. Es erlrank schier alles vieh auf dem lande. Es lief über alle Felder und äcker in den Stadtgraben, alle mühlcn zerbrachen; es warf unterhalb S. Elisabelhenlhor bis an Unserer Frauen brüdertlior, die Stadtmauer auf 60 klafter lang um. Es führte alle mühlen und brücken hinweg. Das holz wurde theuer, ein fuder holz kostete zehn schilling, ein hundert wellen zwölf schilhng, man konnte es nicht einmal bekommen. Als das wasser hinvvegfiel, brachte es einen grossen gestank von todlem vieh, mur und anderm. 1971. {Ammeislerwahl) — Es ward zum ammeister erwählt herr 1422 Claus Melbrüg, er war bei der Lucern. 1072. {Zug vor Hohenzollern.) — Als allenthalben die Städte von den herren, den bischöfen und vom adel geplagt wurden, da machten alle Städte im Elsass, als Strassburg, Basel, Colmar, Schlettstadt, Hagenau, Freiburg, Breisach, Ober-Ehnheim und alle Städte einen bund mit einander wider ihre feinde. Darauf zog man wieder vor Hohenzollern, und lagen 24-reichsstädledavor, da es seit 30 jähren ein raubhaus gewesen w^ar. Bel- schold Manse von Strassburg, der hauptmann, wurde davor erschossen. Dasschloss wurde gewonnen und zerbrochen. Man hungerte es aus, das man schier ein jähr davor lag. 1973. {Bischof Wilhelm bekriegt die Stadt.) — Auf den herbst zog Fol. 350 bischof Wilhelm mit dem bischof von Metz und andern edeln, und lagen wohl 10 tage vor Osthoffen, der Stadt zuständig. Sie erbrachen die bürg, plünderten und verbrannten sie. Dann zogen sie vor Börsch, das auch der Stadt war; nachdem sie lange zu S gelegen, zogen sie wieder ab, und gewannen es nicht; thaten aber ausserhalb der Stadt viel schaden. Damals haben herr Schmassmann von Rappoltstein und graf Hans von Lupen von Konsheim (?) bei nacht das schloss Giersberg erstiegen, und haben herrn Hansen von Giersberg erstochen, einer schmach halb die er dem herzog Friedrich von Oesterreich bewiesen hatte. 1974. (Ammeisterwahl.) — Es ward zum ammeister erwählt herr 1423 Claus Schanlith, war bei den kiefern. übergab markgraf Otto von Hochberg das bisthum an Fried- rich von Züllern, domdechant zu Strassburg, der starb. . . . , zu Gotlleben. Darauf ward wider dafür erwählt Costens, herr Heinrich von Heiden, domdechant zu Strassburg, administrator zu Chur. - 2M - 1975. {Brand in Slrassbvrg.) — Montag nacli S. Medhardlslag ver- brannten 4 häuser hinter den Wilhelmern, samt drey persohnen. 1976. (Das Bisthum Basel neu besetzt.) — Den 4 mai kamen viele geistliche gen Sirassburg zusammen, denn bischof Hartmann übergab da das bislhum Basel herrn Hans von Fleckenstein, propst zu Sclz, auf etliche gcdinge. Daraufzogen bischof Hans von Fleckenstein, mit seinem vetter Friedrich von Fleckenstein, bischof zu Worms und Ruhen von Helmslädl, bischof zu Speyer, mit 500 pferden hinauf auf Basel. Da ward er ange- nommen; er behielt sich die propslei Selz vor, hub bald krieg zu Basel an, gewann etliche städle und Schlösser dem bisthum zuständig. 1977. {Lichtenberger Fehde.) — Dieses jähr hatte herr Ludwig von Lichtenberg feindschaft und krieg mit Hessen von Lützelburg; da sagten ihm ab, aus Welschland, aus Lothringen 39 herren von aüel; von deutschen waren nicht mehr von adel Hermann Bohem, Kochersberg von Lützelburg, bas- Hensle Schuping von Rixingen, tard, Walther von Hüttingen, Conz von Bitsch, genannt Pfaff, Foltz von Diepach, Claus von Bruwiler, Quirin Konst von Zabern, Grafen Carle von Alb, genannt Peter Rolinger von Zabern, Gaukler, Dulman von Freunzwiler, Georg von Strassburg, Betschen Hans von Lutterburg, Hans Itelböh von Oberkirch, Heinrich Brum von Offenburg, ge- Conz von Hinischeim, genannt Har- nann t Guck druff. rass und ihre helfer. Nach vielem raub und auch todschlag wurde die sache zum rechten ver- glichen. 1978. (Fehde mit Bischof Wilhelm.) — Als der bischof die von Strass- burg auch über Rhein angriff, zogen sie über den Rhein, verbrannten dem bischof viele dorfer. Darunter giengen auch zu grund Griessen, Appen- weyer, Nussbach, die dem pfalzgrafen zuständig waren. Vor kurzem halte sie bischoff Wilhelm vom bischthum dem könig Ruprecht übergeben. Hie- gegen verbrannte derbischof im Elsass was der Stadt war, und es giengen viele dörfer zu grund. Da ward auf fassnachl ein tag gen Schäffolshcim gelegt; dahin kam der bischof von Mainz. Darnach tagte man zu ostern zu Worms. Darnach wurde ein tag vom bischof von Mainz auf S. Georgen- tag gen Speyer gelegt: dahin kamen viele huiien, und wurden die dinge ''crichtet. - 2/^5 - 1979. {Ammeisterivaltl.) — Da ward zum ammeister erwählt herr Jacob 1 424 von Geispolzheini ; er war Ijei den beckern. 1980. (Zivist mit dem Pfalzgrafen Ludiuig.) — Damals beklagte sich pfalz- graf Ludwig über die von Strassburg, dass sie ihm Nussbach, Appenweyer und viele andere dörfer und flecken im bischöflichen kriege unschuldiger weise verbrannt hätten, und begehrte von der Stadt einen abtrag. Weil aber der pfalzgraf den markgrafen von Baden bekriegen wollte, und er der Stadt hilfe hoch vonnöten war, sagten sie ihm eine stattliche hilfe zu, die war für den abtrag mit gedungen, und wurde die sache also gütlich verrichtet. 1981. {Burg Kagenfels zerstoert.) — Herr Ludmann hatte auf Lichten- berg einen amtmann, den wollte er Verstössen, der entrann jedoch nach Strassburg mit zwei söhnen. Die widersagten herrn Ludmann, grifien auf ihn, nahmen ihm einen grossen raub und vieh, und trieben es auf Kagenfels. Da machte sich herr Ludmann auf, mit vielem volk, und belagerte Kagenfels. Da gaben sie das schloss auf. Es wurde gethediget, dass er sie beim leben Hess, er nahm sie gefangen, führte sie auf Lichtenberg und zerbrach die bürg. 1982. {Geroldsecker Fehde.) — Damals kriegten herr Hans und herr Georg von Geroldseck gebrüder wider ihre zwei andern brüder, herrn Heinrich und herrn Diebold. Als herr Hans und herr Georg Geroldseck be- lagerten, machten sie bürden von dielen unter den felsen, und warfen grosse steine darauf. Da meinten die im schloss, sie untergrüben den felsen, es schüttete einer einen bêcher mit wasser in die stube. Da lief das wasser gen thal, sie meinten nun der felsen wollte fallen, das doch nicht war, und gaben das schloss auf. Darauf ward der krieg gerichtet. 1983. {Grosses Wasser.) — Nach S. Jakobs tag war ein so grosses wasser, dergleichen man in hundert jähren nicht gesehen hatte. Es ertrank viel vieh. Da wurde zwischen dem Rossmarkt und S. Andres thüriein ein schöner lebendiger hirsch gefangen, der schwamm das wasser herab. Zu diesem schwammen junge gesellen und brachten ihn ans land. 1984. {Markgraefler Fehde.) — In dieser zeit trieb markgraf Bern- Fol. 352 hard von Baden und richtete viele neue zolle auf im Breisgau, nahm vielen vom adel erb, und wollte auch nicht leiden, dass einer anders wo bürger werde, that denen von Freiburg und Breisach grossen schaden, desgleichen raubte er auch auf dem Rhein, und richtete zu Mühlberg einen neuen grossen zoll auf, wider alle freiheiten. Also verbanden sich Strassburg, Basel, Breisach und andere städte im Elsass, mit herzog Ludwig — 246 - pfalzgrafcn am Rhein. Die städle kamen zu Sli-assburg zusammen; Basel schickte zu wasser 800 mann zu fuss, und 250 pferde, wohl gerüstet; dazu stiessen die von Strassburg 1000 mann zu fuss und -400 pferde, ein grosses wurfwerk und zwei grosse sleinbüchsen; ehe die andern städte kamen zogen sie über die Rheinbrücke auf Mühlberg zu; und eilten, all- wegen G auf einem wagen, mit zwei der aller grössten büchsen, die ver- brannten dem markgrafen viele dörfer, auchRastadt, und belagerten Graben und iMühlberg mit dem pfalzgrafen Ludwig, und warfen und schössen tapfer darein. Die inwendig wehrten sich auch tapfer auf drei wochen lang. Es kamen dahin auf 4000 pferde, ohne das fussvolk. Die Baseler wurden stossig mit denen von Strassburg, des proviants halb, denn man schickte denen von Strassburg den proviant ohne kosten hinab. Die Baseler wollten es auch ebenso von ihnen haben, und wäre der pfalzgraf nicht dazwischen ge- kommen, wäre ein grosses schlagen daraus geworden. — (Gfr. Meyer, p.83.) Fol. 353 1985. {Die Burgunder fallen ins Elsass.) — in diesem anzug vor Mühlberg hatte der markgraf von Baden den herzog von Schalon bestellt ins Elsass zu fallen, damit der zug würde. Derselbe schickte auch einen absagbrief gen ßefort an frau Katharina von Burgund, des herzogs Leopold von Oesterreich hinlerlassene wittwe, die das Sundgau und andere als witthum besass. Darauf sie die Baseler als verbündete und nachbarn umhilfe bat; die kamen bald. Auch die andern Baseler von Mühl- berg zogen über die brücke von Breisach, rückten zu den ihrigen nach Dattenriet auf ßefort zu. Da wollten die Burgundischen nicht warten, sie zogen wieder zurück und entflolien. 1986. {Grosses Wasser.) — Diesen sommer war der Rhein abermals so gross, dass er über alle auen und felder lief. 1987. {Weinkauf Ordnung.) — Damals ward eine Ordnung gemacht: wer wein kaufte sollte von einer jeden maass einen heller umgeld geben oder von einem ohmen einen schilling; jeder der wein im haus hatte und den trank, sollte für's jähr acht schilling geben. Das sollte drei jähre währen, weil man viel geld verkriegt hatte. Dennoch kostete eine maass wein nur einen heller, und ein fürtel fruchl drey schilling. Die von Colmar wollten es auch also anfangen, es gab aber einen auflauf, also dass sie es mussten bleiben lassen. 1988. {Sterben.) — Dies jähr starb es also sehr, dass die heilige geisl glocke zerbrach. Fol. 354 J989. (Ammeisterivald.) — Es ward zmn anmieistei" erwählt herillans 1425 Lumpart; war bei den Schiffern. — Ul — 1990. {Zug vor Rmnstein.) — In dieser zeit sassen etliche herren in Schwaben auf; sie' Falckenstein wohnten auf einer vesle, die hiess Kamstein und rauhten auf den Strassen, was sie mochten. Einmal teil des Conrad von Fürstcnherg diener ein häufen vieh vorüher, dem von Fürstenberg zuständig; das nahmen die von Falkenstein und trieben es auf Ramstein. Da eilte der von Fürstenherg ihnen nach mit 500 hauern und 20 pferden, und belagerte Ramstein, und schrieb denen von Sirassburg, dass sie ihm möchten zu hilf kommen, da er der Stadt Strassburg bürger wäre. Dienstag vor Michaelis zogen die von Strassburg aus mit etlichen grossen stücken büchsen, dreissig schützen, zimmerleuten, maurern und anderen Werkleuten vor Ramstein in Schwaben, darauf die von Falkenstein waren. Den nächstfolgenden freitag gaben sie das schloss auf und überkamen mit graf Conrad, dass er alles nahm was im schloss war, der gab denen von Strassburg iOO gülden für die beule: aber die von Strassburg brachen das schloss ab, welches eine gute feste und felsenhaus war; es konnte niemand ohn beraubt darum reissen; hätten sie sich recht gewehrt, so hätte man es nicht so bald genommen. — (Gfr. Meyer, éd. Reuss, p. 83.) 1991. {Kaußeutmesse aherhannt.) — In diesem jähre wurde die kauf- leutmess, die am Johannis war, wieder aberkannt, denn man meinte, sie wäre der Stadt sehr schädlich an ihren gefallen, weil jedermann fi-ei war; dies währte etliche zeit. Es beklagten sich die kaufleute, dass die fremden frei und nicht hier wohnend, alles wohlfeiler geben konnten. 1992. {Hochzeit.) — Daraals verheirathete sich frau Clara von Ochsen- stein an Herr Ulrich von Ralhsamhausen zum Stein. 1993. {Grosses Sterben.) — Dies jähr war ein grosses sterben zu Strassburg und im ganzen lande. Dem herzog Ludwig pfalzgrafen und landvogt starb auch ein söhn zu Hagenau, den er mit der königin von Engelland hatte. Dieses sterben währte wohl zwei jähre lang, so dass man wieder einen grossen kreuzgang aufsetzte an jedem donnerstag, wie von alters her. 1994. {Ammeisterivahl.) — Es ward zum ammeister erwählt herr I^SG Rülein Barpfennig; er war bei den kaufleuten. 1995. {Aenderung im Rath.) — Es wurde die nächste gewohnheit wieder abgethan, dass die nicht sollten stettmeister werden, sondern 1. Verbrannte Stelle. (Note de M. Jung.) — 2/i8 — allein die adeln sollten slettmeister werden, und nicht, mehr auf die * kommen sollte. 1427 1996. (Ammcisterwahl.) — Da ward zum ammeister erwählt herr Hugo Dreizehn; war bei den zimmcrleuten. 1997. {Sterben.) — Auch dies jähr starb es grausam sehr zu Strass- burg auf 15000 personen, schier eitel junges volk. Als man des heiligen geistes grosse glocke sehr gebraucht halte, brach sie dieses jähr abermals. Sie wurde auf Lorenzen bei der Steinbutte am Fronhof wiederum gegossen: da wurde viel silber, und köstlich metall und münzen in den ofen geopfert. Sie kostete neben dem alten zeug 1300 gülden, hat gewogen 180 zentner, und goss sie M. Hans Gremp. Nachmals starben schier eitel alte leute, viele tausend 1998. {Güterwagen gepUlndert.) — Damals hielten die von Strassburg und andere zu Frankfurt messe, und schickten auf 18 wagen guter den Rhein hinab. Das ward ihnen von denen von Dieflenau genommen und nach Diffenau geführt. Man erwischte zwei von Dieflenau, die hängte man an die bäume im forst. 1999. {Sponheim kommt an Baden.) — Damals wurde graf Hans von Sponheim von seinen beiden söhnen vertrieben, der kam zum markgrafen Bernhard von Baden und vermachte ihm die grafschafl. Also ist Sponheim an Baden gekommen. 2000. {Die ausgezogenen Edeln greifen die Stadt an.) — Damals griffen die ausgetriebenen vom adel auf bischof Wilhelms geheiss stehts die Stadt mit raub und brand an. Da schickte die stadt ihre soldner, die erstiegen Ramstein im Willerthal, das dem Rudolf Zorn von Bulach, ritler, gehörte, plünderten und verbrannten es; gewannen auch Berenstein, dem Dambach die Stadt gehörte, mit deren liilfe; verbrannten auch Husenberg beiHütten- heim des herrn Hans Mansen; Herbolsheim des Jacob Duschmann; zu 111- kirch brachen sie dem von Kagencck sein haus ab, dem Claus Läpp zu Kolbsheim, und Ludwig von Wickersheim zu Wickersheim, brannten sie diebuj'gen ab; erstiegen auch bei nacht dem Houtmann von Wangen, Stadt und bürg Wangen, plünderten und verbrannten sie und anderes mehr. Ebenso liielten der bischof und die edeln auch vor und nach haus, ver- brannten und verwüsteten alles im land, das denen von Strassburg war. Fol. 355 2001. {Ammeislerwahl.) — Da ward zum ammeister erwählt herr Adam 1428 Reiff, war bei den kaufleuten. l. Veibrannte Stelle. (Note de M. Juxü.) — 249 - 2002. {Neue Angriff e des Bischofs.) — Damals stiftete bischof Wilhelm von Slraseburg durch sich und andere an auf die von Strassburg, mit raub und brand alles was Hinten nach erdachte er eine list und machte heimlich einen bund mit dem bischof von Cöln, herzog Karl von Lothringen, herzog Stephan von Bayern, mai kgraf Bernhard von Baden, Junker Ludwig von Lichtenberg, und Junker Heinrich vonBitsch, Salm und andern grafen, honen und slädten, auch Offenburg und Gengenbach, die halten heimlich in einer nacht so viele pferde aus dem Breuschthal heraus bis an die sladt gebracht, dass es kein mensch gewahr wurde, an 2000 pferde, und war dies ihr anschlag: junkcr Ludwig von Lichtenberg und der von Bitsch sollten aus der sladt zur Rheinbrücke ziehen, die brücke mit gewalt einnehmen, alsdann sollte das andere volk in des markgrafen land und in dem lichlenbergischen von jenseits des Rheins auf die brücke kommen, und das Zollhaus anzünden, wenn dann diebürger auszögen, die brücke zu retlen, so wollte er der bischof auf der Metzgerau die bürger durch das wickhaeusel rückwärts angreifen und schlagen. Die andern sollten die porten einnehmen, und dann alles landvolk hineinführen, welches schon im ganzen land auf den füssen war und heranzog. Sie sollten die Stadt einnehmen und plündern, und mit hilfe der genannten herren sie behaupten. Der anschlag war gut und wohlbestellt. 2003. {JJeherfall der Rheinbrücke.) — Auf montag vor Unser frauen geburt am morgen früh ritten beide genannte herren, Lichtenberg und Bitsch, der Rheinbrücke zu aus der Stadt, sie schickten einen koch nnd reissige voran, die begehrten, wie zuvor auch, über die Rheinbrücke zu ziehen. Die brückenhüter Ihaten die brücke auf, wurden aber gefangen genommen und die brücke offen gelassen bis die herren nachkamen. Indessen ritten herr Claus Schanlith, altammeister, und andere eine botschaftsreise das land hinauf; als sie nach Grafenstaden kamen, ritten etliche reiter voran, die erblickten des bischofs reisigen zug daherziehend. Da sie sie sahen, rannten sie zurück, der Stadt zu und zeigten es an. Als Fol. 35G der bischof und die andern sahen, dass man sie erblickt und dass sie ver- rathen waren, ritten sie wieder zurück und stiessen einen liof an, damit denen bei der Rheinbrücke ein zeichen zugeben, dass sie erblickt worden und die sladt gewarnt sei. Dieweil hatten der von Lichtenberg und von Bitsch die Rheinbrücke schon besetzt: als sie das zeichen mit dem feuer sahen, und die burger aus der sladt ziehen, flohen sie eilig davon, nahmen die züllbüchsen mit, mit dem geld und zündeten das Zollhaus an. Denn der anschlag also gemacht war, dass wenn die bürger das brennende — 250 — zoll zu retten hinausliefen, der bischof auf die bürger fallen, und zugleich die andern, auf 1000 pferde, das thor und die sladt nehmen sollten : dann sollten sie hernach rücken. Es wäre ihr anschlag gewiss gelungen, wären obgenneldele reiter nicht von ungefähr hinaus geritten, welches gotles willc gewesen ist. Jenseit der Rheinbrücke stand der markgraf Bernhard von Baden, und die von Ofi'enburg und Gengenbach, die alle dem bischof halfen. Da sie nun sahen, dass ihr anschlag nicht gelungen, widersagten sie jetzt erst der Stadt zu einem schein, damit ihre sache ein ansehen haben möchte. — (Cfr. Meyer, éd. Rcuss, p. 83—84.) 2004. (ßischof Wilhelm sagt der Stadt ab.) — Es sagten ab der bischof Wilhelm von Strassburg, der bischof vonCöIn, herzog Karl von Lothringen, herzog Stephan von Baiern, der markgraf Bernhard von Baden, Lichten- berg, Bitsch, auf lOOgrafen und ritlern, auch Offenburg, Gengenbach, und was dem bischof beistand. Da gieng der krieg auf die Stadt, und der Stadt auf den bischof sehr gewaltig an, und geschah sehr grosser schaden den armen mit brand und raub. 2005. {Zug vor Oberkirch.) — Damals war Oberkirch der sladt Strass- burg und da man besorgen musste, dass sie Oberkirch belagern würden, legte die sladt Strassburg noch 60 mann mit büchsen und anderen ge- wehren darein zu den andern burgern. Und waren ihre hauplleute Mathis von Awe, Bernhard Mörsel und Heinrich von Nothalden. Es halte aber der markgraf vor diesem krieg die Stadt gebeten, dass sie ihm einwurfzeug leihen sollten; das haben sie ihm nachbarlicher weis geliehen. Da hubman jetzt an, raubte und brannte aufeinander: nun nahm der markgraf, der bischof und die herren dieses werk, auch grosse buchsen und viel volks, und belagerten Oberkirch, und bauten ein grosses boll- werk vor Oberkirch. Aber meisler Grasseck zerschoss das bollwerk zu stücken; darauf bauten sie von erde, und warfen manchen grossen stein mit dem werk in die Stadt, die noch da liegen, und es geschähe (goll lob), keinem menschen dadurch schaden; es kamen nicht mehr aus der sladt um denn zwei, die erstochen wurden. Aber die in dem städtlein brachten mit schiessen und schlagen mehr denn 50 der aeussern um. 2006. (niicinau genommen.) — Mittwoch nach Andre« zogen die von Strassburg auf den bischof gen Rheinau, denn die darin waren raubten auf die von Strassburg wo sie konnten. Sie erstiegen die sladt bei nacht, fiengen darin 21 reisige, auch herrn Georg Zorn, seinen bruder und - 251 - andere mehr. Die führte man gen Strassburg gefangen. Diejenigen die rUieinau gewonnen, waren nurSGOmann, die (heilten die beule: sie fanden 1188 pfund Pfennige und es wurden jedem 11 pfund, 0 scliillingc {sie) 2007. {Verunglüchler Zug gegen Hagenau.) — Als man von Kheinau wieder heim kam, da wollten etliche gegen Ilagenau einen ritt thun, da man angezeigt dass etliche von des bischofs und vom adel da lagen. Es rüsteten sich über 70 zu pferd. Dies wurde dem feinde verkundschaftel. Als herr ïlarltmut von Kronberg ihrhauptmann, und Ilug Dreizehns söhn, ein burger auszogen, hatte sich ein edolknechl des bischofs unter eine brücke gesetzt, die von Strassburg, die unwissend hinüber zogen, gezählt, und war auf einem andern weg wieder zu den seinen gekommen. Die stärkten und versteckten sich, und als die Strassburger gegen Weitbruch kamen, wurden sie allenthalben umgeben, und gefangen. Sie mussten sich alle mit grossem geld lösen, und es wurde ihnen alles genommen. 2008. {Zug vor Metz.) — Vor der erndte, als sie nichts wussten mit den von Strassburg auszurichten, kamen herzog Karl von Lothringen und herzog Stephan von Bayern mit 500 pferden und 17000 zu fuss aus dem Elsass, denn sie wollten Metz überfallen. Es fehlte ihnen auch da; darauf verbrannten sie viele Städte und dörfer, hieben die reben ab und thaten grossen schaden. Sie mussten vor grossem hunger heim ziehen. Damals widersagte Junker Pupacher (?) allen Städten im Elsass. Darauf legte herzog Ludwig viel volk in die Städte bis man sich mit ihm vertrug. 2009. {Fruchtpreise.) — Dieses jähr galten ein fürtel frucht, erbsen, linsen, zwiebeln, birnen gleiches geld, nämlich jeder 9 schilling. 2010. {Stadtbauten.) — In solcher feindschaft baute man die äussere porte von dem Weissen thurn, und die wälle; machte auch an allen porten fallwerke, damit man geschwind vor dem Überfall aufziehen konnte. 2011. (Fruchtankaeufe.) — In dieser zeit als der bischof und die andern nichts in die Stadt wollten folgen lassen, wurde es ziemlich theuer in der Stadt, ein sester salz galt 7 Schillinge. Da kaufte die Stadt von Basel, auch aus dem Sundgau, Breisgau, viel frucht ab, und man führte solches mit gewalt in schiffen in die stadt. Acht tag vor Johannis setzten der bischof von Mainz und viele fürsten abermals einen lag an gen Speyer : Dahin kam bischof Wilhelm und sein anhang, auch die Stadt Strassburg. Da wurde es abermals vertragen, aber der bischof hielt nichts, und liess sich allweg vom papst des eides halben absolviren. Darauf gebot der römische könig den sieben kurfürsten, dass sie den B. XIV. — (M.) 17 — 252 — krieg mit denen von Strassburg vertrügen; dies geschah auf S. Sixt's lag, und es wurde nach dem willen derer von Strassburg gemacht'. Fol. 357 « In diesem lärmen enthielt der bischof der klerisei ihre renten, gülten, «und einkommen mit diesem beding in arrest, dass so sie es haben wollten «und gcniessen, sollten sie aus der Stadt ziehen, wo nicht, sollten sie es «ausserhalb der Stadt verkaufen lassen, damit es dem proviant der Stadt «nicht zum besten käme. Aber deren keines wollte die klerisei thun, « sondern hielt stark an im September 1428, er solle ihnen den arrest «entschlagen. Dessen weigerte sich der bischof. Darum schrieben die «herren zu S. Thomas, jung und alt S. Peter, auch die deputati hoher stift «im Gürtlerhof an papst Martinum und hielten an, dass er sich zwischen «ihnen und den bischof interponiren wolle; da denn zu merken, wie c( stattlich die stadt Strassburg entschuldigt, dass sie sich auch rechte vor «ihrer heiligkeit oder anderen gebürlichen rechte ergeben, und damit «contentiren lassen wolle.» Vide epistolas de hac re. 1429 2012. {Ammeisterwahl.) — Es ward zum ammeister erwählt herr Claus Melbrü, er war bei der Lucern. 2013. (Münzpraegung.) — Da schlug man zu Strassburg erstmalen die oertlen. 2014. (Tfieiierung.) — Mitten im maj erfror alles körn in allen ländern, und ward grosse noth der armen leute, und sehr Iheuer, da gab man vielen das brot um gottes willen, und half allenthalben den armen. Darauf erschien ein grosser komet. 2015. {Griechischer Herzog in Strasshtirg.) — Damals kam ein grie- chischer herzog mit seiner frau und grossem gesinde von Konstantinopel her, er zöge darnach auf Hagenau, denn er gen Aachen wollte zu Unserer Frauen. Man beschenkte ihn, wie einem fürsten gebürt. Fol. 359 2016. {Ammeisterwahl.) — Da ward zum ammeister erwählt herr 1430 Claus Schanlüt, war bei den kiefern. 2017. {Kampf um Oberkirch.) — Drei wochen nach oslern, als der markgraf von Baden und der bischof noch vor Oberkirch auf 28 wochen lagen, schrieben die von Oberkirch um hilfe, sie müsslen sich sonst des hungers wegen ergeben, da sie schon mehr als ein halbes jähr belagert wären und keinen proviant mehr hätten. Da zogen die von Strassburg aus 1. Von späterer Hand, vielleicht von Silbermann eingesclirieben, ist das folgende Stück. (Note de M. Juno.) mit 10000 mann und 900 (?) pferden, und mit der Stadt streilbanner, und kamen ungewarnt an. Die im boliwerk gaben es den ersten tag auf, doeb sollte man sie mit ihrer habe heimziehen lassen; das geschah, und fand man daselbst auf 18 stücke grössere und kleinere büchsen, auch des markgrafen grosse büclise, und viel kosten an wein, brot, (leisch und anderes. Da lief das volk aus Oberkirch, männer und frauen, reich und arm, nahmen und brachen ab was nutz war, und zündeten das boliwerk an und verbrannten es bis auf den grund. Und als die von Strassburg in Oberkirch einzogen, lief ihnen jedermann entgegen und hiess sie mit freuden willkommen seyn. 2018. (Zug nach Bischofsheim.) — Den 1. inartii darnach zogen sie auf den von Lichtenberg, verbrannten Links und mehr denn 7 dörfer darum, und zogen gen Bischofsheim vor den kirchthurn. Es lagen viel bauern in der kirche und auf dem thurn, die spotteten und verlachten die von Strassburg mit vielen schmähworten und schössen unter sie herab und erschossen einen edelknecht. Man sagten ihnen, sie sollten herab gehen und die kirche aufgeben oder man würde sie mit feuer anzünden. Sie hielten es für spott und meinten es sei nicht möglich den thurn zu gewinnen. Da stiessen sie die kirche mit feuer an, das feuer lief auf den thurn hinauf. Die von Strassburg nahmen alles gut was in der kirche war. Der thurn hub an mit gewalt zu brennen, denn viel speck und fleisch darin war; da es (das feuer) also gross war, fielen viele herab zu tod, einen theil empfieng man in den spiessen; mehr den 60 bauern verbrannten in dem thurn. 2019. {Geispolsheim verbrannt.) — Der bischof hatte Geispitzen, das schloss besetzt, die streiften stets heraus, raubten und nahmen denen von Strassburg, was sie mochten und konnten, nahmen auch viele gefangene. Auf Oswald zogen die von Strassburg vor Geispitzen : da dies die darin waren, erfuhren, und solchem gewall nicht widerstehen mochten, gaben sie das schloss auf und zogen ab; man verbrannte das schloss und zog heim. 2020. {Landfrieden aufgerichtet.) — Damit man doch einmal ruhig würde, haben die herren vom domcapilel, auch alle äbte, prälaten und herren einen landfrieden aufgerichtet : wer den bräche sollte an leib und gut gestraft werden. Den zu halten haben sie geschworen, und solchen gott zu lob, dem ganzen land, geistlich und weltlich geboten. Der papst und der könig haben solchen approbirt und für gut erkannt. Doch Hess bischof Wilhelm nicht nach seine unterthanen zu schätzen, und seinen — 254 — geistlichen schwere collecten aufzulegen, daneben das bisthum hoch zu beschweren. Fol. 300 2021. {Ludwig von Lichtenberg begehrt Frieden.) — Da nun herr Ludwig von Lichtenberg hörte wie es stände, auch den schaden zu Bischofsheim, da erbarmete er sich seines landes : es gereuete ihn dass er so muthwiliig und ohne alle noth sich mit dem markgrafen von Baden in den krieg gegen Strassburg eingelassen: er begehrte frieden, der ihm auch zu Iheil wurde und am krummen mittwoch aufgerichtet und bestätigt. Darüber wurden ihm die andern herren alle feind, sagten, er habe wider seinen eid gelhan, deswegen musste er für sein land fürchten: er übergab es deswegen seinen söhnen Ludemann und Jacob. Ihm selbst aber war es so leid dass er in den krieg gekommen, dass er von sinnen wurde und bald starb: kurz vor seinem ende kam er jedoch wieder zu sich selbst. 2022. {SladlbaiUen.) — Da man ein wenig zur ruhe kam, baute man vor das wickhäusel wohl hinaus, eine warte mit einem hohen thurn, dass man sich wohl darauf erhalten konnte mit zwingern und umläuffern, wie sie noch steht. Man baute auch die wälle und aussenport vor dem Weissen- thurn auch den vorbau vor dem Kronenburger und Steinstrasser thor. 2023. {Dieffenau überfallen.) — Damals gedachte man an den raub den vor zwei jähren die von Dieffenau denen von Strassburg gelhan, indem sie an 20 wagen guter zu wasser genommen hatten. Deshalb fielen die waghälse oder blutzapfen, wie man sie nannte, bei nacht aus Strassburg, und überfielen Dieffenau. Es wurde der edelmann daselbst erstochen und alles sein gesinde. Sie plünderten das schloss und brannten es auf den boden ab. 2024. {Schaffhausen verbrannt.) — Damals zogen der markgraf von Baden, der herzog von Lothringen, herzog von Urslingen, das land herauf, wider den herzog von Oesterreich. Aber sie mussten zurück, da sie mit schaden abgetrieben wurden. Der herzog von Urslingen verbrannte Schaf- hausen, und wohl 30 männer, weiber und kinder, an den boden. 2025. {Schauenburg belagert) — Montag vorDionysius zog markgraf Jacob vor Schauenburg, da ihm in der belagerung von Oberkirch viel schaden daraus entstanden war. Die sache wurde gethädigt und zum rechten gewisen. 2026. {Ewige Messe aufgesetzt.) — Auf Unser Fi'auen gehurt setzten meister und ralh eine ewige messe auf zu singen in Unser Frauen kapelle; den nächsten monlag allweg hernach zu halten, dem allmächtigen gott, — 255 - Unser lieben Frauen und allen heiligen zu einen um gnädige fürsehung der Stadt. 2027. (Streit um Lothringen) — Da starb herzog Karl von Lothringen ohne leibeserben ab : da meinten herr Reinhart von ßar und der könig von Sicilien Lothringen gehöre ihnen; es meinte aber dergraf von Vaude- monl Lothringen gehöre ihm, als rechtem erbe. Da sammelten der von Lothringen herr Reinhart, auch der von Vaudemont, aus dem Elsass und von Strassburg ein grosses volk, und auf Unser Frauen heimsuchung, den 2. juli kamen sie bei dem dorf Ballemacolle zusammen. Da riss der von Cummercy von herrn Reinhart mit den seinen aus, ehe die Schlacht angieng. Viel volk von deutschen und welschen wurde erschlagen, und herr Rein- hart, auch der von Bar und der bischof von Metz mit vielen grafen und herren gefangen. Hernach ward die sache vertragen. 2028. {Ammeisterwahl.) — Da ward zum ammeister erwählt herr Fol. 361 Johann Steheier; er war bei der Sleltz. 1431 2029. {Koncil zu Basel.) — Da hob das concilium zu Basel an : da machten dem von Strassburg und andern bündniss auch eine hilfe was dem concilium mochte noihwendig seyn. 2030. {^eue Ordnung des Rathes.) — Damals ward geordnet wie der rath sitzen sollte, und hub man an die Ordnung aufzuschreiben : sonst sass jeder wie er kam und wo es ihm gefiel, jetzt sollte jeder sitzen wie man die namen liest, und war dies die erste Ordnung. Der rath zu Strassburg 1431. Fol. 358 Die 4 meister: Johann Zorn von Eckirch, Ulrich Löselin, Adam Bock und Claus Erlin. oder Steheier, Aufder rechten band: von Sturmeck, Heinrich Engelbrecht, Spiegel, Hans von Müllenheim, Bock, Jacob Duschmann, Lumbart, Bernhard Mursel, . . gust von Kageneck, Peter Mosung. Von den handwerkern : 1. Krämer : Peter Reiff, 4. Küfer : Heinrich Dolheim, 2. Brotbecken: Jacob von Geispolz- 5. Tucher : Hans Rener, heim , 6. Gerber : Claus von Dunzenheim, 3. Metzger: meister Hans, 7. Würthen : Hug Dossenheim, - 256 - 8. Maurer: M. Hans von Berghüim, 20. Schercr u. Lader: M. VVoUerhans, 9. Schmiede: M. Conz Rosenberg-, 21. Salzmüler: Hans Messerer, 10. Schneider: M. Hans Monschein, 22. Wörher: Diebold Koner, 11. Schifïleut: Hans Lullenschein, 23. Weinsticher und unlerkäufer: 12. Kürsner : M. Claus Speiser, Claus Ricker, 13. ZiiTimerleute: M. Frilsch aufdem 24. Wagner, kistner, drechsler: Hug Würdt, Dreizehn, all ammeisler, \A. Weinrufer: Hans Meiger, 25. Grempen,sailer,obser:M.ßerlsch 15. Schuhmacher : Hans Pfawe, Vilinger, 16. Goldschmied: Hans Marx Hüller, 26. Fasszieher : Claus Veuer (?), 17. Kornlcule: Claus Melhry, alt- 27. SchifTzimmerleul: Hans Hellc- ammeisler, mann, 18. Gartner: M. Gölz Herolt, 28. Oelleut,müller und tuchscherer: 19. Fischer : Hans Wirsei, Contz von Mentz. 2031. {Tag zu Nürnberg.) — Als man zu Nürnberg einen ralhschlag machte wie man die ketzer in Böhmen austilgen möchte, sollten allein auf 40 (lausend?) pferde zusammen kommen. Ein jeder mensch so 15 jähr all, sollte geben 1. plappert; wer 100 gülden hat, sollte 5 Schillinge geben, 1000 gülden sollte 1 gülden geben, 5000 gülden 5 gülden und also fort an. welches eine sehr grosse summe betrug. 2032. (Zug gegen die Hussücn.) — Da schickten alle fürsten und herren ihre hilfe: die Seestädte, Sachsen und alle lande schickten ein grosses volk : einen häufen bildeten die Franken, einen andern die Baiern; der cardinal von Angelis, Julianus genannt, der dem concilio zu Basel sollte fürslehen, zog voran, das gab allen menschen gnade und ablass. Der bischof Wilhelm von Strassburg schickte 20 gelcn, jeder selbvierl, und die sladt Strassburg 15 gelen, das sind 60 pferde. Und auf Margarethen zogen sie von Strassburg aus, mit aufgethanem panner nach Böhmen. Diese stiessen zum rheinischen kreise, den führte Otto, crzbischof von Trier, und Cuno von Kolbsheim, der alle, war der sladt Strassburg hauptmann. 2033. {Flucht des Kreuzheeres.) — Als man mit grosser gewall nach Böhmen bei Dachau gekommen, flohen sie alle schändlich, ohne allenoth: als man sagte, die Böhmen wären schon da, und man kaum 50 gesehen hatte. Das war den 14. augusli. Dem cardinal wurde aller ornat genommen, auch auf 12000 wägen, büchscn, mörser, pfeile, proviaiil, zelten, alles kam in dei' Ilussiten band. Cuno von Kolbsheim war der lelzle in der flucht und der nächste am — 2JT7 - fciiid; er wehrte sich rillerlich; als aber keine hilf da war, floli auch er davun, und h'ess alles dahinten. Auf S. Franciscus tag kamen sie wieder heim gen Strassburg, die ketzer wurden nicht vertrieben, was eine grosse schände und spott ist. Denn man meinte die ganze weit zu zwingen, solch ein grosser schätz war dazu gesteuert worden. Das geld kam auch hinweg, niemand wussle wohin. 2034. {Fischmarkt.) — Damals soll die mauer um den Fischmarkt gemacht worden seyn. 2035. (Ammeisterwahl.) — Es ward erwählt herr Albrecht Schalk, 1432 war bei den Schiffern. 2036. {Zug vor Schauenhurg.) — Als die von Strassburg Oberkirch inne hatten, trieben die edeln von der bürg Schauenhurg vielen muthwillen auf die von Sirassburg * geschah, dass desgrafen diener von Wirtemberg auch eine schmach widerfuhr. Da zogen der graf von Wirtemberg und die Strassburger vor Schauenhurg, und nachdem sie auf 17 tage dafür gelegen, wurde durch erbare leute gerichtet und vertragen. 2037. (Neuer Galgen mifgerichlet.) — Dies jähr wurde galgen vor dem Kronenburger Ihor mit vier steinern stützen aus quadern gebaut, wie die schrift in einer steinern tafel gehauen ausweissl, also lautend: Dies werk ward gemacht und vollbracht auf den nächsten freitag vor den milfasten des Jahres als man zahlt nach gotl's gehurt MCCCGXXXII. 2038. (Kmfßetdemesse angesielÜ.) — In diesem jähr wurde die kauf- leutmesse wieder angestellt, welche zuvor zweimal war abgegangen. Denn es den Franzosen, Schweizern und andern gelegen war, die solches begehrt hatten. Es wurden die bürger zu der zeit auf gefreiet. 2039. {Artikel über die Wahl eines Bischofs.) — Damals haben die Ihumherren im hohen stifl einhellig sich mit einander verglichen und beschlossen, und etliche viel artikel gestellt, wie man einhelliglich einen bischof wählen soll; item was derselbe auch schwören sollte damit darnach alle spen, krieg, Schätzung und andere eingriffe von niemand mehr geschehen könnten. Solches haben sie dem papst geschickt; der hat es approbirt, für gut erkannt und bestätigt. 2040. (Wunderzeichen) — Damals war eine nonne oder klosterfrau zu Freiburg im Breisgau, die hatte die fünf wunden, wie S. Franciscus, 1. Verbrannte Stellen. (Note de M. Junü.) — 258 — ohne diu andern. Da zog täglich ein unsäglich volle von Sirassburg und allen enden daliin, und geschahen viele wunderzeichen. Es halten auch Unser Frau zu Mergenthai beiHagenau und Roltenberg viel wunderzeichen zu Ihun und gnädig zu seyn, dass grausam viele lodten lebendig und anderes wurden, wie man sagl und die pfafTen schreiben, darum gab es ein grosses zulaufen und opfer; und hörte die vierjährige theuerung au und fieng das concilium zu Basel an. Fol. 362 2041. {König Sigismund klagt Slrassourg wegen unterlassenen Röm&t^- ziiges an.) — Da könig Siegmund nach Rom ziehen wollte, diekaiçerkrone von dem papst Eugenio zu empfangen, schrieb er an alle stände, ihm zu helfen und ihn nach Rom zu geleiten. Als aber der kaiser fort ziehen wollte, und sich fand dass kein fürst, graf, herr, noch sonst jemand aus dem Elsass erschienen war, lud der hofmarschall von Pappenheim die von Slrassbui-g vor das landgericht gen Nürnberg. Da schickten die von Strassburg Wölfelein Bocken gen Nürnberg. Der zeigte die enlschuldung an, das der bischof, noch niemand, aus dem Elsass zöge, denn sie alle ihre macht gegen die sladl wendeten, damit sie eher die Stadt möchten in seine gewalt bringen, und wenn sie allein sollten ziehen, müssten sie ihre besten bürger schicken, daran ihnen nicht ein wenig gelegen wäre; bäten, sie sollten selbst erwägen, was sie nun lange jähre her hätten für kriege geführt, dabei ihnen weder könig, noch jemand wäre zu hilfe gekommen in ihrer gerechten Sachen, sondern dass man noch stets gell dazu von ihnen wollen haben. Darauf ward gethädigl, dieweil sie vor 14 Jahren dem kaiser zu Strassburg solches auch angezeigt hätten : dass sie ihre hilfe möchten zu ihrer nothdurflt behalten, sollten aber dem kaiser für solchen dienst 4000 gülden geben. Darauf war gethädigl, dass man 3600 gülden sollte erlegen, und herrn Caspar Schlick, dem kanzler, für die quitlung 50 gülden. 2042. (Strassburger Gesandte auf dem Konzil von Basel.) — hidesseri halle der könig Siegmund herzog Wilhelm aus Bayern, seinem slatl- halter das concilium zu Basel auch geschrieben, in seinem namen vor dem concilio anzuhalten, dass die von Strassburg und andere dem kaiser ihre gehorsamsten dienste und pferde halten sollten auf pfingsten, bei verlierung der leben, ohne anzeigen, woher ihm seine leben kämen, und solches verloren haben; die von Strassburg sollten auch 60 i)ferde dem Fol. 303 kaiser in Italia schicken. Darauf citirte herzog Wilhelm die von Strassburg gen Basel. Dabei schickten diese wieder herrn Wölfelein Bock, denn es klagte herzog Wilhelm, von wegen des königs vor dem concilium. Darauf — 259 — hiachte licir Wolfele Bock vor, wie die sladt mit dem hofmarschalk und dem kaiizler zu Nürnberg eine Ihädigung getrofTen hätte für den dienst; wollte aber der hofmarscbalic von der ibädigung abstehen, so wollte die Stadt willig seyn mit leulen und pferden zu dienen, wie von allem her gebräuch- lich gewesen, wenn andere fürsten, herren und Städte auch mitzögen. Es blieb bei der vorigen vergleichung, sie nahmen das gelt und waren also zufrieden. 2043. {Spessburg genommen.) — - Auf den grünen donnerstag gewann herr Steflan aus Bayern, Spesburch bei Andlau, fand aber keinen proviand darauf. Darauf zogen die von Andlau und ihre helfer, auf 2000 stark, davor, da mussten sie sich ergeben, und wurden alle dinge verglichen. 2044. (FruclUpreise.) — Dies jabr galt die frucht zwölf schilling, bieren 18 schilling, eine maass wein 5 pfennig. Von Martini bis an S. Georgentag fielen 34 schneen, auf einander; und kam doch ein gutes jähr darauf. 2045. {Ammeislerwahl.) — Dieses jähr ward zum ammeister erwählt 1433 herr Hug von Dossenheim; war bei den Freyburgern. 2046. {Bischoefe von Konstanz) — Dies jähr trat markgraf Otto von Ilochberg bischof von Konstanz dasbislbum ab. Herr Friedrich von Zollern, thumcantorzuStrassburg wurde erwählt; er lebte nur drey jähre und starb anno 36. Darauf wurde erwählt zum bischof von Konstanz herr Heinrich von Hewen .... zu Sirassburg und ehrlich dahin geleitet. 2047. {Aenderunyen im Ralh.) — Dieses jähr ward für rathsam an- gesehen, dass man aus dem ralh herren ordnete, die ewig blieben, die allein auf der sladt händel, und auf des raths und desselbigen arlikel band hielten, und wurden neue Ordnungen deshalben gestellt, darauf sie schwören; deren waren fünf von edelknechten und zehn von bürgern und handwerkern. Die wurden die XV genannt; die noch im wesen sind. 2048. {Kaiser Sigismund gekroent.) — Kaiser Siegmund wurde vom papstEugenio zu Rom auf pfingsten gekrönt, nachdem er ein jähr initalia gewesen war, und viel verhandelt, mit dem papst der Christenheit zu gut, auch betreffend das concilium, welches der papst im sinn hatte in Italia zu halten, meinend dass das in Basel keinen forlgang haben sollte, das er auch nicht anerkennen wollte, denn es des papstes hof auch reformiren wollte; das wollte er nicht leiden. 2049. {Streit zivischen Koncil und Papst.) — Aber die zum concilium ordentlich beruften citirten öfter den papst; er wollte nicht kommen, da- — 260 - rauf sie ihn also cilirlcn, dass sie ihn, wenn er nicht käme, despapslhums entsetzen würden, und einen andern erwälden. Das erschreckte den kaiser Siegmund, denn er besser wusste als sie was daraus werden wollte, wie er es in dem concilium zu Konstanz und auch mit den Böhmen gar wohl erfahren hatte, und einsah dass ihr zank grosse mühe und arbeit machen würde. Da nun der termin des papstes herzulief, wie ihn das concilium citirt halte, eilte kaiser Friedrich (sie) heraus, kam gen Basel, dass es niemand wusste bis er auf den Rhein und an die Stadt kam, und er erhielt von dem concilium für den papst noch einen längern termin. Dies geschah im Oktober. 2050. {Kaiser Sigismund in Slrasshurg.) — Hiezwischen, als der kaiser da still liegen sollte, fuhr er auf dem Rhein herab gen Strassburg, die Stadt heim zu suchen, und fuhr mit dem schiff in die Stadt, und stieg bei der Neuen brücke aus, mit vielen fürsten und herren. Da stand der ganze rath und alle handwerker mit ihren fahnen und stangkerzen, auch alle geist- lichen, und empfiengen ihn ganz herrlich, führten ihn ins niünster, dar- nach in die Brandgasse, in das Lohnherren haus. Da wurde ihm und allen fürsten und herren köstlich geschenkt. Da hofirte man dem kaiser mit schönen frauen und tanzen zum Mühl- stein und Hohensteeg. Da wollten die poeten abermals Darnach tanzte er (auch) ins hof und garten. Der kaiser war sehr fröhlich, nicht allein man hofirte ihm mit schönen frauen und Jungfrauen . . . . . und was die Stadt begehrte, das bewilligte der kaiser*. Da sehr viel fremdes voik da war, bestellte man starke wachen, man ordnete 60 zu pferd und auf 50 zu fuss, alle gewapnet; andere mit scbwefelpfannen ritten mit, denn es waren auf 62 fürsten und grafen da, darunter drei herzöge von Bayern, der bischof von Trier, der herzog von Lothringen, markgraf von Baden, der von Röteln, drei herren von ßlankunheim, markgraf von Ferrara, der bastart von Savoien, und viel andere fürsten und herren, und wurde ihnen auf 1500 gülden werth geschenkt. Als sie etliche tage da gelegen, und viel von wegen der Hussiten ge- handelt worden, von einem grossen lieerzug, zogen der kaiser und die herren wieder hinweg. 2051. (Nikolaiisbrücke gebaut.) — Dies jähr in der fasten, liub man an und baute die zwei grossen pfeiler an S. Clausbrücke, aus dem wasser. Die wurden auf Adolphi fertig. Es Hess aber der ammeisler Hug von Dossen- I. Verbrannte Stellen. (Note de M. Jung.) - 261 — heim seinen namen daran hauen. Das wollte die gemeinde nicht leiden und musste der Werkmeister den nanien wieder hinweghauen. 2052. {Ammeisterwahl.) — Es ward ammeister erwählt herr Jacob Fol. 365 von Geispolzheim, war bei den beckern. 1434 2053. {Eine Hochzeit zu Eger.) — Als der kaiser sich aus diesem lande weghub, da w'ard zu Eger eine hochzeit; der graf Hans von Lupfen, hofrichler, gab seine tochter Magdalena dem grafen Wilhelm von Gundel- fingen. Zu dieser hochzeit kam kaiser Siegmund selbst, auch bischof Wilhelm von Strassburg, und auf 60 fürsten und grafen, und sehr viel volk. 2054. {Ammeisterwahl.) — Es ward zum ammeister erwählt herr 1435 Hans Gerbot, der war bei den gerbern. Damals wurden etliche von Zürich von denen von geschädigt. Daraus folgte ein grosser span, der jedoch durch etliche Städte gütlich bei- gelegt wurde. 2055. {Finsiinger Fehde.) — Damals wiedersagte herr Schann von Finstingen herrn Stephan aus Bayern, dem landvogl zu Hagenau, und that dem reich grossen schaden, und hatte auf 650 pferde bei ihm, und kamen des herzogs pferde, auf 100, an sie. Des herzogs volk stand zu fussabund wollte streiten. Das wollten die andern nicht thun, und rannten wohl zwei stunden um sie. Zuletzt nahmen sie ihnen die ledigen pferde und zogen ab. Da behielten des herzogs diener das feld, mussten aber zu fuss heim gehen. Doch ward herr Schann übel zerschossen, und blieben ihm ein ritter und edelknecht todt; und viele verwundet; auch viele pferde. Auf des her- zogs Seite ein edelknecht und zehn bauern. Des herzogs reiter überfielen einen edelknecht unschuldigerweise, der war ein bürger von Strassburg. Da überfielen die von Strassburg mit ihren soldnern des herzogs reiter bei Molsheim. Die flüchteten auf Strassburg zu und kamen ihrer eilf in die Stadt, und meinten sie flüchteten zu ihren freunden, aber sie wurden ge- fangen und man wollte ihnen die köpfe abhauen. Da baten die von Hagenau um einen kleinen stillstand. Da kam der markgraf von Baden; auch alle Städte im Elsass baten für sie, und sie mussten schwören, dass weder sie, noch der herzog Stephan sich rächen wollten. Ihr gut, an 1 000 gülden, wurde genommen, und auch der herzog Stephan musste 1000 gülden zahlen. Die rechten Ihäter aber waren auf Geroldseck geflohen. Da zog herzog Stephan vor Geroldseck, das wurde bei nacht erstiegen mit hilfe eines Wächters. Den erstachen sie zum lohn und warfen ihn über die mauer. Darauf ward alles vertragen. — 262 — Fol. 36G 2056. {Fehde mil Hagenau.) — Auf den mailag war messlag zu Matten (?) da zogen viel Stensel unredlicher weise und schickten erst den brief gen Hagenau. Damals war junkherr Simon von der Stadt Hagenau hauptmann der schwarze herzog von Bayern war auf seinen schlossern, aber der von Miltelhusen und Hofmann und wurden auf 16 soldner von Hagenau gefangen, und geschätzt und ward verglichen'. Fol. 367 2057. {Ammeisterwahl) — Es ward zum ammeister erwählt herr 1436 Conrad Armbruster, war bei den luchern. 2058. {Leiningische Fehde.) — Damals hatte ein edelknechl, Nagel, spann mit grafen Emich von Leiningen, von wegen dass sein pflegesohn Friedrich beistand. Der Nagel gewann dem Dietrich von Miltelhausen und Hans von Falkenstein die bürg zu Hagenau ab. Graf Emich nahm ihm dagegen die bürg Winstein, die ein leben von Speier und Lichtenberg ist. Des Nagel Wollschläger und Türckheim ist {?). Der graf verbrannte zu Hagenau die Vierrädermühl, nahm alles tuch auf der walk, da doch die von Hagenau nichts damit zu thun hatten. Darauf brannte J. Nagel dem von Leiningen viele dörfer ab; da legte man sich dazwischen, es wurde vertragen, dass Nagel des von Leiningen diener wurde. 2059. (Wetter.) — kam ein grosser wind und donner und l»litz tag geschah eine grosse Schlacht in Frankreich. 2060. {Leiningische Fehde) — GrafEmich von Leiningen, der jüngere mit herrn Jacob und Da ward vom pfalzgrafen gen Kleburg ein gütlicher tag angesagt, und waren dazu von seile derer von Lichtenberg geordnet Wirich von Hohenburg auf Leiningen, Henne Hornecker, und wurden viele Sachen gütlich vertragen Schaub wollte nach Köln. Da halte Hornecker mit etlichen Leiningischen auf ihn gewartet und ihn gefangen, und auf Wildenstein gelegt. Als aber die herren von Lichtenberg, von Hornecker die ui'sache dieses gefängnisses halten wissen wollen, zeigte Hornecker an, dass anno 1418 Gerhard Schaub Stephansfeld und Brumalh überfallen habe, auch ihn ge- fangen genommen habe, und einer aimen frau einen manlel und ihr geld genommen, die jetzt bei ihm wäre und ihm diente. Deshalb begehre er abtrag. Darauf scliickten die von Lichtenberg den Schwarz Heinrich von Sickingen zu hurzog Ludwig, pfalzgrafen, der auch bei dem vertrag zu I. Vcrbraimte Stelleu. »Nute de M. Jlnu.) — 268 — Germersheim gewesen war, dass herr Ludwig mil denen von Lichtenberg gehandelt, dass llornecker ledig sei gestellt worden, und alle Sachen des- halb verglichen wären, bat hiemit den Schauh auch ledig zu stellen, und erbot sich zu rechten vor bischof Wilhelm von Sirassburg und herzog Steflan von Baiern. Darauf ward Schanb aurDrachenfcls gestellt, da ist er von graf Friedrich von Zweibrücken ledig gezahll worden. 2061. {Englaender in Lothringen) — Nach der schlacht in Frankreich kamen auf zehntausend Englische in Lothringen, da kam das geschrei sie würden in das Elsass ziehen und das concilium zerstören. Daflohmännig- lich in die sladl, man besetzte sie, aber sie kamen nicliL 2062. {Ammeisterwald.) — Es ward zum ammeister gewählt herr l-^ST Licnhard Drachenfels; war bei den 2063. {Münzfferechligkeit des Bischofs.) — Damals masste sich bischof Wilhelm von Strassburg noch steg gerechtigkeilen an, insonders der münz, silbers und wechseis halb in der sladt, als seine gerechtigkeit. Da fuhren etliche zu und erkauften sie von ihm, also dass niemand keine goldgulden auch silber münzen durfte kaufen noch wechseln, denn sie; also wenn solches fortgegangen, hätten sie zuletzt nicht allein alles gold und silber, sondern auch die Stadt an sich gebracht. Solches halte der bischof gern längst für sich haben wollen; es war auch eine seiner forderungen. Da solches meister und ralh erfuhren wurden sie erzürnt, und wurden solche alle beschickt. Dieses wurden sie bekanntlich. Und waren dies die bürger die Wechsel gekauft halten : herr Adam Bock, der mussle schwören in die Krautenau; sein bruder Erhard Bock, musste schwören unter die Wagner, ihr leben lang und jeder 100 pfund strafe geben. Die andern, als Bernhard Mörsel, Claus Lentzel, Hans Knobloch, Wallher Spiegel und sein bruder, die wurden der sladt eigen, mit leib und gut, und mussten solches der sladt geschrieben geben und schwören, leib und gut nicht zu entäussern und zu verändern, und mussten solchen kauf als unrechtmässig dem bischofabkünden, auch was schaden der sladl dadurch entstehen möchte, sollten sie solchen erstalten, solches mussten sie ver- bürgen und schwören zu hallen. 2064. {Bund im Elsass und Schwaben.) — Da kam ein grosser bund Fol. 368 in Schwaben und Elsass zusammen, auf 72 slädte, bischof Wilhelm von Strassburg, herzog Ludwig, pfalzgraf, herzog Otto, herzog Hans, der von Leiningen, der landvogt war, nahmen dem herzog (von Lothringen ?) viel vieh, triebens gegen Hagenau. Darauf zog der herzog ins Westrich, nahm Kaiserslautern ein, und Ileichelnheim. Da ward es vertragen. — 264 — 2065. (Theuerung.) — Am pfingslen ward die fruchl rheuer, also dass ein fürlel auf 8 — 9, bis in die 10 scliilling- galt; in Schwaben galt es A — 5 gülden. Da kamen die Schwaben in dies land, kauften viel frucht und zahlten gut, so dass man fürchtete, sie würden alle frucht aus dem lande führen. Da kamen der bischof von Sirassburg, die von Lichtenberg, Rappoltslein, Colmar, Schlettsladt, Ilagenau und alle slädte zusammen, und liessen kein körn mehr aus dem land, sonst wäre eine grosse theurung eingefallen. Der wein war auch Iheuer, ein maass 5 auch 6 pfennig. Man Hess kein körn aus der Stadt, auch nicht über 6 pfennig brol. Das körn galt zehn schilling, ein apfel ein pfennig, eine birn ein pfennig. Am Martini galt die frucht 16 schilling, in Colmar 2 schilling, in Basel 3; im Westrich 4 schilling, alles in einer zeit; man liess nichts aus dem lande. 2066. {Herzog Ludwig der Junge Landvogt.) — Mittwoch nach Michaelis kam herr Ludwig der Jung, gen Ilagenau als ein landvogt. Da wurde graf Emich sein Statthalter. Fol. 369 2067. {Kaiser Sigismund stirbt.) — Den 9. december, um 3 uhr nachmittag, starb kaiser Siegmund in Mähren zu Znaim. Seinen leib führte man gen Worms zu seinem vorigen gemahl. Man hielt ihm zu Strassburg ein königliches begräbniss. Dabei waren auf 28 fürsten und grafen per- sönlich im münster, in leidkleidern und alle personen bei der procession trugen windlichter, ganz köstlich, man hielt ihm 150 messen in allen stiften. 2068. {Seine Grabschrift.) — Sein epitaphium lateinisch und deutsch : Caesar ob imperium, tuus en ego Roma, sacratum Rexi, non ense sed pietatis opc, Pontificem summum feci, tribus spretis, unum, Lustravi mundum, schisma negando malum. 0 Rom, nimm wahr,' Ich Siegmund der kaiser zwar. Regiert habe das heilig rieh, Nit mit Schwert, sondern miltiglich. Drei päpste hab ich abgestellt Und einen zu schaffen erwählt. Viel land hab ich durchfarn, Die kelzereien auszutilgen garn, l. Diese l'eriplirase ist durchstricbeu, wohl ein Versuch Specklin's. (Note de M. Jung.) — 265 — Ungarn und Böhmen sind meine reich Und deren mehr des gcleich; Der bitter tod hat mich umschlossen, Zu Znaim, als ich was auf der Strossen, hl Mähren, by der chrislh'chen schar; Mit gutem cnd, ich hinfar, Als man zählte 1437 jähr, Den 9. december, das ist wahr. 2069. {Ammeisterwahl.) — Es ward zum ammcister erwählt harr 1438 Albrecht Schalk; war bei den Schiffern. 2070. {Koenigsivahl.) — waren alle kurfürsten zu Frankfurt, und wurde an kaiser Siegmunds statt könig Albrecht von Ungarn und Böhmen das concilium von Basel, den patriarchen von Agiei und viele herren, die kamen gen Strassburg und lagen zu wie auch im Sie ermahnten die kurfürsten vom papste Eugenio abzu- treten und dem concilium zu Basel beizustehen, und bekammen eine gute antworte 2071. {Brückenbau.) — Dieses jähr baute man die zwei steinernen brücken, bei den Gedeckten brücken, mit zinnen und bogen, ganz stark und fest. 2072. {Schauenhurg belagert.) — Damals belagerte markgraf von Baden Schauenhurg; man trat dazwischen, und so kam es zum rechten. 2073. {König A Ibrecht bestaetigt der Stadt Freiheiten.) — Die gesand ten von Strassburg kamen gen Wien zu könig Albrecht, der bestätigte der Stadt ihre freiheilen, montag nach Gatharina. 2074. {Die Armen Gecken in Lothringen.) — Damals war der bischof von Metz Statthalter in Lothringen von wegen des herzogs von Bar, aber der von Vaudemonl wollte solches nicht haben, da entbot der bischof den armen gecken, dass sie ihm um sold dienten. Als sie lange in Lothringen lagen, schätzten sie jung und alt. Der bischof musste selbst sein eigen gut von ihnen lösen. Sie schlugen jung und alt, weib und mann zu lodt, was nicht gelt geben wollte. Als der winter kam, wollten sie bei Zabern heraus; aber sie wurden da geschlagen, dass sie weichen mussten. Doch blieben sie nicht lange aus. 2075. {Ammeisterwahl.) — Es ward erwählt zum ammeister herr 1439 Claus Mehlbrey, war bei der Lucern. l. Verbrannte Stellen. (Note de M. Jung.) - 266 — 207G. {Einbruch der Armen Gecken in' s Elsass.) — Da bischüf Wil- helm keine ruhe haben konnte, und stets damit umgienge, wie er die sladt möchte schädigen, gieng er den von Finslingen heimhch an, dass er den Armagnacken ob man denen von Strassburg möchte. Der von Finslingen sah die sache gut an, da er eben so unruhig war als derbischof, und führte die feinde heimUch nach S. Mathis tag über die steige mit 12000 pferden. Sic lagen ganz still die nacht um Zabern herum in den dörfern. Herr Ludemann war zu Steinburg im feld mit vielen bauern. Er entrann ihnen kaum. Viele bauern wurden gefangen und geschätzt. Einen bauern brieten sie bei dem feuer, bis er voll blättern war, da Hessen sie ihn gehen. Er starb erst in 14 tagen mit grossen martern. Sie nahmen auch S. Johann ein. Am morgen waren sie früh auf, zogen auf Strassburg, legten sich verborgen bei S. Arbogast, Eckbolzheim, die Karlhause (die ihnen 1000 gülden gab), und bei S. Gallen in die klammen. Sie hielten mit fünf häufen, und meinten die von Strassburg sollten alle aus der sladt ziehen. Aber lierr Rulin Barpfennig ward zum hauptmann geordnet. Der wollte nicht, dass jemand unbewaffnet hinaus zöge. Aber das volk lief hinaus, unbewaffnet, auf 600 mann; die hatten ein banner, daran ein kränz und ein bundschuh war. Da lief jedermann zu. Da fielen sie aus ihrem halt herfür bei S. Gallen und S. Arbogast, fiengen ihrer viel, darunter Konz von Lamparten, der grosses gut geben mussle, und wurden auf 50 erschlagen. Fol. 370 Am mitlwoch zogen sie auf Molsheim, Dachstein, Rossheim, Barr, Eplig, und im ganzen lande, plünderten weiber und kinder, schlugen zu lodt alles was nicht entlaufen konnte. Da schrieben die von Sirassburg das land auf und ab; man befestigte was man in der eile konnte. Herzog Ludwig schickte geschwind 300 pferde, die auf Rosheim zogen. Unten im land musterte man alles land volk; die Stadt rüstete sich heftig, man hieb die bäume ab um die sladl, zerstörte die häuser auf der gansweide, besetzten alle letzen mit starken wachen. Bei S. Diebold fiengen sie in einem dorf auf 200, die schlugen sie alle zu lodt. Darnach thalen sie sich bei Schlellstadt zusammen, zogen ins obere Elsass. Deren waren, als man sie zählte, noch auf 16,000 zu ross, hatten auf 600 schöne weiber, auf pferden reitend, sonst viele wagen und kärche mit gestohlenem gut. Zogen, als wollten sie nach Basel (da man sagte, sie seyen in das land gekommen, das concilium zu zerstören). Es wurden auf 200 von ihnen erschlagen. Da zogen sie wieder ins Sundgau dem gebirge zu, als wollten sie wieder herab, da war ein solches flüchten in alle Städte, auch gen Sirassburg, dass die geflüchteten gern wieder — 267 — hinaus wären, konnten aber nicht. Alle gassen standen voll kärche und wagen, vieh und leuten. Sie brachten genugsam essen mit; doch mussten sie schwören der sladt treu zu seyn, so lange sie hier waren. (Die armen gecken) schändeten Frauen und junglVaiien im ganzen lande, raubten alles hinweg, thaten grossen schaden, verbrannten mehr denn 150 dörfer, zogen auf Brumalh und Hagenau, plünderten und schlugen zu todt alles was nicht geld hatte. Man konnte ihnen nicht widersetzen, da man nicht zusammenkommen konnte, man hatte sich solchen Überfalls nicht versehen. Als sie auf 14 tage im lande gelegen waren, und alles verderbt hatten, zogen sie auf Mümpelgart zu in Franckreich übei-. Ueber solches mochten bischof Wilhelm und der von Finslingen gar wohl lachen. Golt gebe ihnen den lohn! — (Cfr. Meyer, éd. Betcss, p. 85.) 2077. {Büsiungen im Lande.) — Indessen zogen auf 10000 mann von der landvogtei und pfalzgrafen landvolk über Strassburg fort. Dazu gab die Stadt auf 200 pferde, die zogen dastand hinauf. Da kam dem landgrafen botschaft, sie wären fortgezogen, also zog man wieder heim. Die gecken aber zogen aus dem Sundgau wieder herab. Da ging alles zu grund, alle klöster, kirchen, kelche, monslranzen. Sie schlugen alles todt. Als sie nun auf drey wochen im lande geplündert, zogen sie übers gebirg nach Loth- ringen, hielten gleichmässig Die herren und grafen von Lichtenberg, Ochsenstein, Lützelstein, Salm hatten ihr volk versammelt, griffen sie in der herrschaft Lützelstein an. An 2000 gecken wurden erschlagen, auf der herren seile auf 1400. Da zogen die gecken mit grossem schaden fort nach Franckreich. 2078. {Mülhausen angefallen.) — Als nun die gecken aus dem lande waren, hatte herr Heinrich noch auf 400 pferde bei einander. Die sprach bischof Wilhelm an Mülhausen zu überfallen, denn der bischof meinte die Stadt sei ihm zuständig, wie wohl könig Rudolf vor langen Jahren solche hatte wieder zum reich gegeben, und machten den packt, er sollte auf Rufach ziehen, als wenn es der bischof besetzen wollte, welches auch geschah. Am osterdienstag vor mitternacht zog er mit dem volke aus, war morgens früh vor Mülhausen, wenn der hirt das vieh austrieb, die Stadt zu überfallen, während das volk noch schlief. Morgens früh kamen sie vor Wittenheim in die Strutt, da hatte ein bauer eine eggo, im feld stehen lassen, des von Lützelsteins pferd trat darein, schlug aus und dem reiter ein achselbein B. XIV. — (M.) jg — 268 — entzwei, so dass man ihnen der grossen sclimerzen wegen wieder nach tragen musste, und ward solciie übelthat durch goll also verliinderl. 2079. {Münsterbau.) — Damals ward das münsler fertig bis auf den knöpf wie es jelzund ist, denn in der woche Johannis des täufers wurde das kreuz und der knöpf darauf gesetzt. Doch wurde es also gemacht, dass ein Mariabild sollte auf dem knöpf stehen. Die hohe des thurmes soll 594 schuh seyn, befindet sich aber im maass nicht also. Vom boden zum wächterhaus 272 schuh vom wächterhaus auf die 4- Schnecken ... 149 die 4 Schnecken 85 bis oben offen am ring 70 vom ring auf den knöpf 18 594 Fol. 371 Es ward auch der Weissthurn mit einer furporten gehauen. 2080. ( Vom Konzil zu Basel.) — Damals hob es an im concilio zu Basel 5000 personen hinweg waren; viele flohen hinweg Strass- burg. Der bischof von Ebron, welcher auch geflüchtet ' 2081. (Bischof Willielm stirbt.) — Den 6. Oktober auf Dionysii starb bischof Wilhelm; er war in einer Viertelstunde gesund und tod; man läutete die glocken im land (?) und leid. Er wurde zu Molsheim bei bischof Johann im spital begraben, denn man ihn zu Sirassburg nicht tod haben wollte, gescliweige lebendig. Ein unruhiger mann sein lebenlang, der nie keine gute stunde für gedanken hatte, stets auf krieg und zank, davon er doch nicht viel gewann. Er versetzte, verkaufte, verschenkte vom bis- thum und kapitel was er konnte und mochte, verthat aller seiner vorfahren Vorrechte und schätz. Dadurch brachte er Stadt und land, auch seine unler- thancn und armen Icute um leib, ehr und gut, er war selbst kein nütz. Gott verzeih ihm! Männiglich freute sich seines todes. Es zeigten sich etliche grausame gespenst in seinem gemach, darin er starb, eine zeillang durfte niemand darin wohnen. Epitaphium : Invisus urbi, invisus clero, invisus omnibus. 2082. ( Wahl eines neuen Bischofs.) — lieber vier wochen, im november, hielt man gross kapitel und griff zu der wähl eines neuen bischofs. Da baten die stände, auch die Stadt, um einen friedliebenden herren. Aber die l. Verbrannt. (Note de M. Juno.) - 269 - herren entzweiten sich sehr in der wähl, so tiass sie ihre IVeiheilen ver- gessen und sich wieder auf den papsl herufen wollten. Ein Iheil erwählte herrn Johann von Ochscnslcin, der war alt, stets krank und hörte nicht wohl; die andern erwählten herrn Coin-ad von Bussnang aus der Schweiz, der war portalor und keller, ein frommer, stiller mann, nalimcn ihn ge- schwind und führten ihn ins clior, setzten ihn auf den allar, hüben an und sangen das ledeum die andern den domprobst von Ochsenstein auch, setzten ihnauf denaltar, hüben besonders an tedeum zu singen. So sangen also beide parteien widereinander, dass kein mensch verstand was sie sangen oder schrien. Daraufführte die eine partei den hof, da ward gekocht, der domprobst von Ochsenstein wollte da bat die Stadt, und viele grafen und herren damit es nicht zu streichen käme, wie es auch geschehen wäre, denn ihr gesind, auch andere, auf 1000 personen stark war. Darauf führte man den herrn von Ochsenstein in seinen hof in der Predigergassen. Die Stadt stellte an beide höfe wachen in hämisch, besetzte auch alle thore, damit kein fremdes volk zu ihnen käme. Herzog Ruprecht von Bayern, domherr zu Strassburg, ein jnnger reile- rischer mann, der den vonßussnang halte wählen lassen, hielt starke band über ihn, geleitete ihn nach Dachstein, wo er sich stille verhielt mit vielem volk. 2083. {Papst Eugenius abgesetzt.) — Den 17. november ward im conciHo zu Basel, nach entsetzung des papstes Eugenius, mit gemeiner wähl zum papst erwählt Amadeus der alt, der erste herzog von Savoyen, ein einsiedler zu Ripallien am Genfer see, welcher ' 2084. {Brand in Strassburg.) — Anno 1440, mittwoch nach Michaelis, Fol. 375' gieng am Traeubelmarckt das eckhaus an und verbrannten 1440 in Kraemergass. — Exe. Sp. 2085. {Erßndimg der Buchdruckerkunst.) — Domallen wardt die herr- liche kunst, die buchdruckrey, zu Strasburg erfunden durch Johann Menteln, am Fronhofï zum Thirgarlen. Seine schweger Petter Scheffer und Martin Flach verlegten solhs, aber sein diener Johann Gensfleisch als er ime die kunst hatte genugsam abgestollen, flöhe er in sein heimatt gan Mentz, Do hat er solhs durch den Guttenberger, der reich wass, alles besser in Ord- nung braht. Dessen untrew bekumert sich der Menteln so hardt das er i. Ici s'arrête brusquement le manuscrit de la copie prise par M. Jung, soit qu'il ait lui-même suspendu son travail, soit que les feuillets suivants aient été égarés après sa mort. Nous sommes réduits, à partir de ce moment, aux fragments réunis dans les manus- crits énumérés dans la préface. — 270 — slarbe vor leidl. Wardt zu eren der kunst ins münsler begraben, und ein driickeibress auf sein giabslein gehawen. Hernach slriefTe golt seinen diener den Gensfleisch auch das er bis ahn sein end istbhndt worden. Ich hübe die erste bress, auch die buchslaben gesehen, wahren von holz ge- schnitten, auch gantzc woiler, und silaba, liaKen lochlen, untl fast man ahn ein schnür nacheinander mit einer nadel, zöge sey daniioch den zeillen in die lenge. Es ist schad das man solhs werck (welhs das aller erste in aller weit gewessen ist) hat lassen verloren werden*. — Pp. Sehn. Fol. 37b^ 2086. {Neue Zoelle gesetzt.) — Anno 1441 setzte bischof Ruprecht 1441 vier neue zoell : 1) zu Gogenheim, 2) zu Nider-Ehenheim, 3) zu Berss, 4) zu Lingelsheim. Darwider setzten sich alle slaett im Elsass. — Exe. Sj». 2087. {Dischoeßiche Ritter gefangen genommen.) — Eodem (anno) hielte der bischoff viel mannliche riller aufl" der Strassen, die spotteten und schlugen der statt soldener. Aufl' viel vergebenes klagen nahm Gerhaid von Hüchfelden, der statt hauplmann, etliche zu pferd mit sich und ver- steckte sie bey Hochalzenheim hinter die haelden und schickt etliche voran, mit denen trieben dess bischoff's ritler ihren muthwillen, warfen etliche unter die [)ferd, da umbringet sie der hauplmann und schlug sie Irucken mit fausthaemmern, kuplel sie zusamen und führt sie zu fuss gefangen nach Strassburg, bis der bischoff versprach solchen muthwillen abzuschaffen. — Ibid. Fol. 37G'' 2088. (Der Stadt Freiheiten hestaetigt.) — Eodem (anno), montag vor S. Michaelis, beslaetigte koenig Friedericus der statt Strassburg ihre frey- heilen mit dem insigel. — Ibid. Fol. 377'' 2089. (Ueberschemmun g der Metzger au.) — »Unler vielen derselben 1443 merket Specklin vom jahi-e 1443 an dass duich den angelofl'enen Rhein die auf der Metzgeraue gestandenen haeuser und kloester so in's wasser gesetzt wurden, dass man die geistlichen herren und klosterfrauen mit schiffen abholen und zu ihren freunden in die sladt führen musste.» — Silbermann, Lokalgeschichte, p. 143. Fol. 393« 2090. {Wohlfeile Zeiten.) — Anno 1445 war alles wolfeil, auffbe- 1445 zalung, wan einer einmal reich würde oder geld bekaeme, 1 ohm 14 pfennig, 1. Ce texte se trouve imprimé dans Schräg et dans Schu.ter-Koenigshoven, p. 412, avec certaines variantes modernes. Schoepflin, Vindiciae , p. 37, cite comme texte de Specklin un texte analogue, mais pas le sien, car il est peu prol)ai)le (]iic Specklin ait raconté deux fois la môme anecdote. Sch.veeuans a pris son texte sur le manuscrit ori- ginal. — 271 - körn 18 pfennig, diüo 15 eyer 1 pfennig-, ein fuder neuen SguUlen, firnen 16 bis 20 gulden. — Exe. Sp. 2091. {Müntzpraegimg.) — Anno 1445 hob man an zu Slrassbnrg erstmals blappert zu schlagen. — Pp. P. 2092. (Bierbrauereien eingerichtet.) — Anno 1440 auf den palmlag, Fol. 393'' fieng es an zu regnen und zu schneien und in der nacht erfroren alle 1440 reben im ganzen Elsass. Eine maass wein kostete 7 pfennig und weil die reichen ihre keller nicht oeffneten, so fieng man an hier zu sieden. Die maass galt 2 bis 3 pfennig, nachdem es gut war. In kurtzem gab es über 40 bierwirthe. Diese mussten der stadl von 13 schilling einen alsohmgeld zahlen. — Texte modernisé par Friese, Histor. Merkwürdigkeiten, p. 161. 2093. {Sankt Antons Kapelle abgehrochen.) — Anno 1446 wurde S. Anthonii capell bey S. Andreas abgebrochen in frü {sie) und baute man ein hübsche kirch dahin, da viel leuth S. Anlhonis feur ankam. AVard anno 1448, auff Margarethen, geweyhet. — Exe. Sp. 2094. {Bischoff Hubo von Nicopolis stirbt.) — Am 2. September starb Fol. sg?*» der herr bischof Hubo im Predigerklosler; er liegt in einem erhabenen 1447 grab mit dieser grabinschrift : ANNO MCGCGXLVII, die Mansueti septemb. Obiit reverendus pater et dominus, dominus Hubo episcopus Nicopolitanus, santi Donalislae Filius, hujus collegii. Orate pro nobis'. 2095. {Das Salve Regina gesungen.) — Dis jor hub man erstlichen 1448 das salve regina ahn zu singen, dass man die himmlische konigin erbatle dasz sy unsz wollte genedig sein, auch um gutt wetter, und friden in allen landen schaffen, und unsz vor allem leidt behütlen und in unsern nötlen by stän. Doruff wurde ihr altar und bildl, von newem zu gericht, im münster gantz kostlichen gezirtt, montag alwegen hernoch zu halten, dem almech- ligen golt, unser lieben frauen und allen heiligen zu ehren um gnedige viersahung der statt. — Pp. Sehn. 2096. {Zug vor Nideck.) — Noch ehe Wasselnheim erobert wurde, Fol. 398 zogen die burger von Strassburg vor die veste Nideck, weil Junker Andreas Werich dem bischof Ruprecht und dem grafen von Finstingen geholfen und der Stadt viel schaden gethan hatte. Er batt aber um friede und schwur dass er hiefüro dem grafen von Vinstingen wider die Stadt und t. Specklin semble avoir inscrit deux fois ce fait, d'abord en 1437, puis à la place qui lui revenait. Le manuscrit de M, Jung le donnait à la page 367 *>. 272 — das kcipilel nicht mehr dienen wollte. Das nahmen sie an und zogen wie- der ab. — Texte modernisé par Friese, llistor. Merhivvrdigkeitev, p. 29. Fol. 400 2097. {Vom Wasselnheimer Krieg) hat auch Specklin erzählt; denn beim Cilat der Erzaehlung nach der Clironik Wallliers, sagt Friese in einer Anmei kung : «Speckle sagt : Sie würfen auch ganze tonnen ulmergrien in dass schloss.» — Ibid. Fol. 401' 2098. {Heimzng nach Eroberung Wosselnheims.) — Do nuhn solhs alles berichl warde, zogen sey auffUnser fiawen dag inn dermess widerum heim, mit pfeifien und drummen und furihe man in das streytt panir vor bis ins münster, do släckten sy es vor unser IVawcn allhar, und knyten nider die fussgondlen, und hieltten die reisigen vor dem münster, auff 800 pferde, do sänge man das salve regina, das es inen also wol ergangen war. Do sich solhs endett zöge jedermann heim zu hauss*. — Pp. Sehn. 1. Ici s'arrêtent les fragments conservés du premier volume des Collectanées de Specklin. ÏOMUS II. 2099. {Jubeljahr.) — Uff 900 von Strassburg sollen nach Rom auff Fol. 2"' dieses jubilaeum kommen sein; von allen orten 1800000 personen. Ein 1448 unsinniger esel soll auff der Tyberbrücken verursachet haben, dass auf 1800 personen ertrunken. — K.-S. G. 2100. {Achlraedermühl gebaut,) — Anno 1449 als man im Gecken- Fol. 4 krieg und sonst etUch mahlen viel mangel verspürt, hub man ahn vor dem 1449 Weissthurnthor die Achlraedermühl zu bauen; machte ein zwinger da- rumb, dass der feind nit so leicht daran thun konnte. — Exe. Sp. 2101. {Paepstliche Bulle angeschlagen.) — Domollen als das ander Fol. 4'' jor sollte ein jubel zu Rom werden, schlüge man am münster, zum Jungen St. Peter die erste deutsche bulle mit grossem ablass. — Pp. Sehn. 2102. {Ein Taufstein im Münster gemacht.) — Domollen kamen die Fol. 5» ehrwürdigen herren, herr Hanss von Ochsenstein, thumprobst und andre 1450 Ihumherren und vikarien vir meyster und roht mit bytt dass sie dem werck- meyster befellen ins münster einen dauffstein zu machen. Do gab man inen zur antwortt, das solches Unser frawen werk nichts angaenge, sunder gehoertt in die leutlkirch zu S. Lorentzen zu und denselbigen pristern die ire pfrund und slifftungen darzu hatten, do wo sey ihren nutzung und stifftung hatten, dan soltte das werck solches alles machen, würde es solchs mit den gefeilen nit erzeugen mögen. Doch wollten sey den gebo- renen herren einen zu gefallen machen lassen, doch das dadurch kein gerechtigkeitt gesucht würde. Befahlen deshalben dem werckmeister einen zu machen. — Ibid. 2103. {Lichlenbergisch-Ochsensteinische Fehde.) — Die grafcn von foI. 5—8 Lichtenberg und Lützelstein halten grossen streit und Feindschaft wider 1450—1452 die von Leiningen und Ochsenstein und ihre helfer. Darauf erbot sich graf Georg von Ochsenslein zu einem Zweikampf mit herrn Ludwig von Lichtenberg, auf einem platz bei Weissenburg. Letzlerer nahm die auf- forderung sehr gerne an, schickte seinem gegner das maass von seinem — 27/t - Speer und pferd, nach rilterehre, und erschien an dem hestimmlen läge auf dem kampfplatz, aher der graf von Ochsenstein kam nicht, sondern fiel dem von Lichlenberg, mit hülfe des grafen Schoffried von Leiningen, unversehens in's land, plünderte und verbrannte viele doerfer und trieb das vieh weg. Diese treulosigkeit zu raechen, verstaerkte sich Ludwig mit den hülfsvoelkern seiner bundsverwandlen und verheerte die laender seiner feinde. Daraufkam es, im junius des folgenden iahrs, bey Reichs- hofen zu einer hauplschlachl, in welcher Lichtenberg siegte und seine zween feinde, der von Ochsenstein und der von Leiningen, mit 36 edeln, wurden an der brücke bey Gundershofen gefangen und auf dem schlösse Lichlenberg in schweren verhaft gebracht. Die 36 edeln kauften sich im iahr 1452 alle los, aber von den zween grafen nahm Ludwig kein loesegeld an, so viel sie auch anboten, denn er hatte im sinne sie im gefaengniss umkommen zu lassen, weil er fürchtete dass sie ihm niemalen ruhe lassen würden. Graf Schoffried von Leiningen lag sieben iahr in einem tiefen, finslern thurm, und die drey ersten iahre waren seine fuesse in den stock geschlossen. — Texte résumé et mo- dernisé de Friese, Histor. Merkwürdigkeiten, p. 35—36. Foi. e^ 2104. {Festtage.) — Anno 1451 kam S. Georgii auff charfreytag, S. Marx auff osterlag, fronleichnam auff Johannis Baptistae. — Exe. Sp. 1453 2105. (Tmifstein im Münster gesetzt.) — Anno 1453 auff Malheii ward de)' tauffstein fertig, gaiilz künstlich und schoen, wie noch zu sehen. Do woltt in der loht nit setzen lassen, die ihumherren besichtigten dann in zuvor. Doruff sproche der roht dass sey in woltlen setzen von bytt wegen und keiner gerechtigkeytt, das soltten sey bekennen, nit dass man heult oder morgen sprechen sollte, wehr das eine gemacht habe, mache das ander auch. Da bekantten die Ihumherren (hernach genandt) das solcher tauffstein auff ir bytt und keiner gerechtigkeytt gemacht sey worden, vor einem notario, in beysein herrn Haussen von Ochsenstein, thumpropst; herren Ilanss von Ilelffenstein, dechantt; herren Friderich von Leiningen, schulher; herrn Jörg von Gerollzeck, singer; herrn Coiiradlvon Bussnang, portner; herrn Ludwig von Bitsch, custos; herrn Wilhelm von Ilelffenstein, camerer; herrn Nicolaus von Leiningen. Actum feria quarla post festum Chatharinac, anno 1453. — Pp. Sehn. Fol, 8» 2106. {Kleider trachten.) — Dis iar hübe man ahn lange schnaebel ahn 1454 die schuch zu machen, auch kurlze kleine menlel und kleine gugelhütt, die bonde man mit einem nestel zusamen, auch kurlze und lange hossen. Die frawen trugen ouch kostliche lange kleyder und Schleyer und köstliche — 275 - güldene giirltel. — Exe. Sp. — Cfr. L. Schneegans, Schanübare Tracht, p. 14. 2107. {Zug vor Nideck.) — Aber im jähr iA^A fieng eben dieser herr Fol. 9 von Nideck mit lierrn Ludemann von Lichtenberg streit an. Letzterer be- lagerte Nideck sehr hart. Da sich iiinker Werich nicht mehr halten konnte, kam seine gallin, die gross schwanger war, fiel herrn Ludemann zu füssen, übergab ihm das schloss und bat um gnade für ihren gemohl. Ludemann, gerührt, gewaerte ihre bitte, übernahm das schloss, schenkte ihrem mann das leben und zog ab. — Texte modernisé par Friese, Hislor. Merkwür- digkeiten, p. 29. 2108. {Ein gross hagel und wind.) — Er warfîe zu S. Clausz vast das Fol. lo*^ ganze dach von der kirchen ab. — Pp. Sehn. 2109. {Slrashourgeois faits prisonniers.) — En 1455 quelques citoyens 1 455 notables de Strasbourg s'étaient rendus aux bains de Pfeffers et à leur re- tour ils furent faits prisonniers dans le Hegau par des nobles et conduits au château d'Egiisau et de Hohenkraehen. Les Zurichois, lorsqu'ils furent informés de celte attaque contre leurs alliés, assiègent Eglisau, brûlent le château et renvoient, sous une bonne sauvegarde, les Slrashourgeois dans leur ville. — Pp. P. 2110. (Bruder Albrecht und der Teufel.) — Anno 1455 war ein be- Fol. 1 1 gehardsbruder, Albrecht genannt, zu Freyburg in Brissgau, der gab sich auff's web^ji'- und wollschlagerhandwerk, zog von Basel gen Strassburg und Hagenau, kunte kein arbeit bekommen, hatte auch kein geld. Als er in Reichstaeiter wald kam, schreye er staets : Will mir niemand helfen, so helff, u. s. w. Der boese feind kam bald stattlich geritten auf einem pferd, sprach: Was wiltu? Er sprach: Ich habe kein arbeit noch gelt. — Der boess sprach: Wan du thun will was ich dich heisse? — Er sprach: Wer bistu? — Er sprach: Der boess; wiltu mir folgen? Ich will dir geld genug geben. — Er sprach: Wass muss ich denn thun? — Er sprach: Du musst dich deines gottes verleugnen und solches nicht beichten. — Das gelobt er ihm, da hatte er gold und geld genug im seckel. Da verschwand der boese geist. Bald fiel ihm ein grosser erwen ein; da begegnet ihm ein weih in einem blawen manlel. Die sprach : «Ich weiss woll was du gelhan hast. Du hast gott verleugnet; ruffe golt und Maria an, die moegen dir zu hülffe kommen und gang zu geistlichen brüdern», und verschwand. Da kam er zu S. Helena vor Strassburg, gieng in die kirch, vor Unser frauen allar und ruff Unser fiavven an; da kamen die leuffel wie äffen und sprangen vor der kirchen auff den baeuraen herumb. Der siegrist und noch fünffe — 576 - fragten : Was macht ihr äffen alle hier? Da sprach einer: Wir warten auff unsern gesellen, der bettet in der kirche. Da ward dem sigristen und den andern sehr bang, hiess den aus der kirche gehen, da verschwanden die äffen alle. Er kam gen Colmar in's predigercloster, aber der boesse feind handelt also mit ihm, dass er schier verzagte. Einsmahls da holt ihn der boese feind für den brüdern allen und Hess sein kult und paret in einem storekennest liegen, führt ihn über Ilohenlandsberg; dieweil er aber golt umb hülff anruffte, bracht ihn der boess wider in's closter. Da war der boess geist gar in ihn gefahren. Also hat man ihn zuletzt im thumb öffent- lich beschworen, und ist der boess geist sichtiglich wie ein schwartzer vogel von ihme gefahren und nicht mehr zu ihm kommen. — Exe. Sp. Fol. 12'' 2111. {Wallfahrt nach der Abtei S. Michel.) — Anno 1456 haben viel 1456 100 iunge kind eine wallfarlh nach St. Michael, bey S. Malo gelhan. — Ibid. Fol. 13^ Anno 1457, um Michaelis, sammelte sich eine menge iunger knaben, 1-457 400 von Strassburg, und liefen wallfahrten nach S. Michaelsberg in Nor- mandie. Sie wollten sich nicht halten lassen, viele starben unterwegs. Diese capelle liegt im meer auf einem felsen, es geschehen, sagte man, dort grosse wunder. Waehrend ganzen 6 stunden kann man trockenen fusses hinkommen, da opfert man dort und hoerl messe, dann kommt 6 stunden die meeresfluth wieder. Im frühling kamen die knaben wieder, auch viele allen wollten das mirakel sehen. — Texte modernisé dans les papiers T. G. Rœhricii. Fol. 13'> 2112. {Ein Waldenser verbrannt.) — [F. R.J von Deutach in Schwo- 1458 benland gebürtig, ein Waldenser, um dass er die donationen Constantini verlaeugnet, ward auf steifes anhalten der geistlichen, zu pulver verbrannt. Der ganze process findet sich in der Stadt Strassburg vergichtbuch und bey herrn Dachtlern der denselben daraus geschrieben*. — Pp. Rh. 2113. {Glockeng elaeute) — Auff Unser frawen himmelfartt wurde erst- lichen geordnett dass man zu mittag leutten sollte gott zu danken für den erlangten sieg wider die Türken vor Griechisch-Weyssenburg, auch gott zu bitten wider die pestilentz so domollen hefftigregiret. Nochmallen aber als der ertzbischoiï von Menlz ein synodum hieltle zu Mentz und bischoff Ruprecht auch dohin zöge, hat er neben villen bischoffen mit heilsamer Ordnung helffen machen. AIss er heim käme und man alle freitag zu mit- tag leitte, damit man das leyden Christi sollte bedencken und danck sagen, 1. Dans les Excerpla Spccklini ce même texte est résumô de la façon suivante: Anno 1 i58 hatte ein Waldenser, Friedrich Reyser, die donalioncm Constantini Magni ver- brant. (sicl) — 577 — halt bischofT Ruprecht geordneil dass solchs alle dag sollte geschehen und halt vil und grossen ablass dorzu geben, wahs der papst besleligl hal. Pp. Sehn. 2114. {Chor der All- Sankt- Peter Kirche gebaut.) — Als die neuen Fol. li thunjherren vor iaren von Rhinau zunn alten S. Petter kommen wahren, 1459 haben sie ein schlecht chor gehapt. Dcrhalben haben die das jetzig new chor kunsilichen ahngefangen, das wurdt dis ior ganz ferttig, cost sampt dem gcwolb uff 2700 gülden. — Ibid. 2115. (Neues Geivoelbe im Münster.) — Nach dem die gewoelb im Fol. i i^ münster in der kirche etwas breslhafft wahren, hübe man das ganz dach- werk ab und macht ein ganlzen neuen dachstuhl, setz den auff und bedeck die ganz kirch und dach mit bley. Hernoch deckte man alle gewoelb in der kirchen auch hinweg, und gewoelb das ganz munster von neuem in- wendig und ward solches werk in 10 ioren fertig, welches ein gross gellt cost halt, aber schoen und bestendig. — Ibid. 2116. {Brand heim Münster.) — Für in Einganss(?)hauss vor dem Fol. 18 münster. — Ibid. 1460 2117. {Die neue Kanzlei gebaut.) — Als herr Hanss Melbrey und herr Fol. 19» Hanss Drachenfelss bede aille ammeyster und baw- und lohnherr wahren, 1463 do finge man ahn die new cantzeli, zu bawen, mit dem schönen Ihür ge- stell und der statt wappen ganlz künstlich, wie es noch zu sehen ist, auch den steinen gang hinüber auff die pfaltz zu machen, und wardt fast alles in einem jor vollendt. Als aber herr Jacob von Lichtenberg mit seiner schönen Berbel offt von Hagenau gen Strassburg kamen und vil do wohnett, halt in der werkmeyster oben sammt seiner Bärbel in stein künstlichen contrafett und gehawen, wie noch zu sehen ist. Das ungelt haus wardt auch darunder geordnett, es kost vil, dan man brache vil heusser ab do boden zinss und und andere beschwerden so zu S. Marlin und anders wohin gehonten, musslen hoch ablössen. — Ibid. 2118. {Neue Glocke gegossen.) — Anno 1462 als bischoff Ruprecht Fol. 19*' ordnete die ausslegung der evangelien und ward die prediger glock 1462 gössen, oben am oehr herum: ADONÂY EMANVEL TETRAGRAMATON. Inschrift: Vox ego sum vitae, voco vos, orale, venite. — Ibid. — Cfr. aussi K.-S. G., p. 280. 2119. {Gedeckte Brücken abgebrochen. — Frauenhaeuser.) — Anno Fol. 20» 1464 do brache man beede gedeckte brücken ab oben bey dem frawen- 1464 hauss (Lupanari deren waren zwey in Strassburg, 1. auf dem Rossmark - 278 — und Bickergass, 2. bey dem Herrnsloll, so anno 1536 noch gestanden) ab und baute sleinere dahin mit zinnen und staicken gewölben und anno 1470 vollendet. — Pp. Silb. — Cfr. aussi K.-S. G., p. 307, inconiplet. 2120. {Schaffner gestohlen.) — Anno 1464 schaflher gestohlen, {sie) — Pp. Sehn. Fol. 21 2121. {Weinpreise.) — Anno 1405 viel wein, aber sauer. Ein fuderzu 1465 2 oder 3 gülden, den fürnen zu 20 gülden. — K.-S. C, p. 408. 2122. {Ludwig von Lichtenberg und die schoene Baerbel.) — Le récit donné par Friese dans les Historische Merkivürdigkeiten , p. 36 — 40, est évidemment inspiré par Specklin, mais avec des emprunts faits à Bern- hard Herlzog et des réflexions provenant soit de Silbermann, soit de lui- même, de sorte qu'il n'est guère faisable de reproduire ici son texte comme celui de noli-e chroniqueur. Dans les notes de F. Piton nous trouvons le dicton suivant qui se rapporte évidemment à l'histoire de Baibe et doit se placer soit ici, soit au feuillet 30; Piton indique les deux chiffres en marge : Ein hur auf einem schloss. Ein bettler auf dem ross, Ein laus in einem grind, Nicht stolzer gsindt sich findt. Un autre passage non daté, qui semble trouver sa place ici, c'est le suivant, conservé par L. Schnéegans: Aber die boese Berbel niusste hinweg schwören. Die zöge gen Hagenaw. Do zöge der herr Jacob auch dorthin, kaufl' den herren von Stechfelden ir hauss ab und lebte do mit seiner Berbel als eheleult. Fol. 21b 2123. {Neue Trachten.) — Domollen hub man ahn kurtze wames und 1466 lange hossen zu dragen auch gugelkapen mit nestelen zusammenknüpfft, auch kurtze mentle und schuh mit langen spitzen, die weiber mit hohen schleyern, langen mentlen und guldne gürttel. Man zöge das bor gar lang und auff'kreist und die bartt alle glatt abgeschoren, und spitze wehr und dolchen, auch waren die holtzschuch ganz gemein bey den weybern. — Pp. Sehn. — Cfr. aussi Friese, Histor. Merkivürdigkeiten, p. 93 et L. Schnéegans, Schandbare Tracht, p. 15. Fol. 2:{— 2i 2124. {Kartenspiel bestraft.) — Ein hauptmann der stadl wurde, weil 1467 er es geschehen liess dass zwei seiner untergebenen am grünen donners- lag nachts mit karten um geld spielten, mit den spielenden an'shalsseissen - 279 — gestellt mit der Überschrift ilires Verbrechens. — Texte modernisé par Friese, Hislor. Merkivürdigkeüen, p. 94 2125. (Ein Kardinal predigt in Strassburg gegen die boehmischen Fol. 24'> Ketzer.) — Anno 1468 kam ein kardinal vom pabst von Rom gen Strass- I4G8 bürg, wie auch andere mehr in andere staett und laender. Und auf dem Fronhüff stellte man einen predigstuhl auf und kam die gantz gemein zu- samen. Dabey war bischof Ruprecht, sampt allen geistlichen. Do predigt der cardinal vom koenig Jersicus (sie) aus Boehmen, wie er ein grosser erlzkelzer waer und der verdambten hussitischen lehr anhang, wollt den heiligen vatter, den papst, nil als Christi Statthalter erkennen, wan er nit Christo und S. Petter gleich lebt, welche ketzerey zu Coslentz verdambt waere. Zum andern haelle ein koenig vor sich solches nit macht, des pabsts leben nachzufragen, welches keinem engel gebühre, geschweige einem menschen. Zum dritten Hess er im gantzen koenigreich Boehmen und Maehren die sacramenten in beiderley geslalt geben, wider die Ordnung der roemischen kirchen. Zum vierdten waere ihm bey dem bann geholten worden alle ketzer in Boehmen und Maehren todt zu schlagen und zu ver- brennen, solches halte er nit gelhan sondern waer selbst ein ketzer. Derhalben aus befehl der heiligen roemischen kirchen und unsres heiligen vatters pabst, hat man den koenig vor sich, sambt seinem gantzen reich, in acht und bann und dem teuffei übergeben mit leib und seel und ihn seines koenigreichs entsetzt, und maenniglichen erlaubt ihn und die seinen an leib und gut anzugreiffen. Bliess hiermit ein licht ab, sagt: also wie er diss licht ausblasst, also waere der koenig vor sich und die seinen vor gottes angesicht verloschen und ausgethan. Drauf gieng man in's münster und sänge das Te Deum laudamus. — Silbermann, Extraits manuscrits, p. 62—63. 2126. {Das Wetter schlägt ins Münster.) — Anno 1469, den 6. fe- Fol. 25-' bruarii, schlug das weiter in's münster und datte grosse schaden, und 1469 schlug wol ahn 8 orten. Jedoch kam man allem vor, dass kein für uss- gienge. — Pp. Sehn. 2127. (Peter von Hagenbach's Gewaltthaten.) — Wo er (Peter von Fol. 27 Hagenhach) schoene nonnen wusste, zog er in die cloesterundnothzogete sie, auch viel eheliche weiber und die mannen mussten zusehen. Vierzig mussten die koepf under den banck stecken, und welcher sein weih er- rathen, musste eine grosse kanne mit wein ausstrincken, welcher nicht, wurde die stieg hinab geworffen. — K.-S. G., p. 370. - 280 - 1470 2128. {Einnahme Orlcnburgs.) — Anno 14-70, nach Martini tag, be- lagerte und eroberte es (Ortenburg) der landtvogt des herzog Carl's von Burgund, Peter von Ilagenbach, mit dem ganzen Weilerthal. Allein im Jahr 1474, am munlag nach oslern, kamen die Strassburger mit vil volcks und zwey grossen stücken oben auf den berg, und gewannen das schloss Ortenburg denen von Burgund wieder ab, für ihren bürger, herrn von Müllenheim. — Texte modernisé par Friese, Histor. Merkwürdigkeiten, p. 75. Fol. ss^ 2129. {Jahreszeiten und Ernten.) — Anno 1473 hüben im februar 1473 die baeum an zu blühen, im martio und aprili die reben, im maio hatte man früh obes, im juni zeilige trauben, vor Johanni die ernd, im augusl herbst. Frucht und wein gutt, das viertel zu 3 und 4 schilling, den ohmen zu 15, 16 biss 18 pfennig. Kraut, rcttich, ruhen, waren theur, man gab 3 ohmen wein für einen sester ruhen. Der sommer heyss, dass die wälder, S. Ottilienberg und closter, brannten. Im September und october blüheten die baeum. Im martio hatte man zeitige kirssen. — Exe. Sp. — Cfr. aussi Friese, Histor. Merkwürdigkeiten, p. 163. Fol. 34" 2130. {Jakob von Lichtenberg in den Grafenstand erhoben.) — Eodem anno (1473) als koenig Friedrich in herrn Jacob von Lichtenberg hoff beym J. Sankt-Peter lag, machte er im boysein der fürsten herrn Jacob von Lichtenberg zu einem graffen, empfieng die regalia und aendert sein wapen aus weiss in schwartz. — Exe. Sp. 2131. {S. Odilienkloster verbramit.) — 1473 Odiliencloster verbrannt. — Pp. Sehn. Fol. 34'' 2132. {Rathsglocke gegossen.) — Auch wil man den roth allvveg muste zusammen gebielten und solchs langsam geschähe, wardt geordnett dass man ein glock gösse, damit man den roht zusamen hinfortt laeullen sollte, die man noch laeult. Uff der glock : Als man zalt 1473 iar Was K. Friedrich sin offenbar, Do halt mich M. Toman Jost gössen Dem raht zu laeullen unverdrossen. — Pp. Sehn. 2133. {Règlement sur la prise d'armes des bourgeois.) — En 1473 un règlement fut publié qui ordonna en cas de guerre ou d'attaque de la ville et d'incendie, à tous les citoyens et corporations de métiers de se rendre à leurs postes respectifs. Les habitants de la Krutenau devaient se réunir devant St.-üuillaumc, ceux du faubourg de Pierres devant l'église de la — 281 — Toussaint, ceux du faubourg de Saverne devant St.-Jean ou St. -Marc, ceux du Faubourg Blanc devant le Michelsbübl. Les habitants de la ville devaient se réunir devant la cathédrale, place St.-Etienne, Marché-aux-Chevaux, la Tour-aux-pfennigs, St.-Pierre-le- Vieux, et place St.-Thomas, sous les ordres des membres du conseil. Ceux à cheval devaient accompagner l'ammeisler. La place devait être éclairée la nuit par des flambeaux. — Pp. P. 2134. {Belagerung von Bretjsach durch P. von Hagenbach.) — Fol. 43 Friedrich Voegelin, ein Schneider, ein beherztes maenniin, befehligte die 200 soldner vor der statt und warnet die burger. — K.-S. G., p. 371. 2135. {Kirchen und Klöster abgebrochen.) — Anno 1475, vor S. Gallen- Fol. ss»» u. 50« lag, biss liechtmess 14.76, wurden vor der statt abgebrochen: 1) Elisa- 1475 belhen kirch. — 2) Capell zum heiligen blut. ~ 3) Unser frauen brüder closter. — 4) S. Agnesencloster. — 5) S. Marxcloster. — 6) S. Johann- closter in undis. — 7) Reuerincloster, sambt 680 haeusser und 1300 scheuern. Vorhero sind gestanden: Im Waseneck 250 haeusser. Schweighoff und Teich. 100 » Kurbau 60 » Finckweiler ) ,^^ Q w . 100 » S. Arbogast \ Spitlalgrub \ Viehemarckt I ,-r. o » ) loO » S. Agnes S. Marx Cloester S. Sleffan, S. Marx , S. Margarelhen, S. Agnes, S. Catharina , S. Elisabeth, S. Clara am Woerd, S. Clara am Rossmarckf, S. Johann in undis, S. Clauss in undis, Zu Reuerin, S. Joh. Orden, Teulschorden, Wilhelmiter, Carmeliler, Augustiner, Barfüsser, Prediger, Anthonier, Carthüsser, S. Arbogast. 5 suffi: Pfarren: U. Fr. Münster, S. Martin, Spiltal, S. Thomae, S. Claus, S. Barbara, J. St. Peter, S. Andres, Heil. Blut, A. St. Peter, S. Aurelia, S. Helena, Allerheiligen. S. Laurentzen, 180 capellen. — Exe. Sp. Fol. 56» 2136. {Sankt Agnesen-Kloster abgerissen.) — Sant-Agnesenkloster neben S. Marx, auff Melzgeraue, ist 1475 im burgundischen kriege nie- dergerissen und die closterfrauen nach S. Margarethen transferiret wor- den. - K.-S. G., p. 282. Fol. 57 2137. {Würfelspiel bestraft.) — Im Jahre 1476 wurde ein weber, 1476 Mathias von Wirschen zum Tliurm, weil er am charfreylagmil würfeln um geld gespielt, an das halseisen gestellt und mit ruthen zur Stadt hinaus gehauen. — Texte modernisé par Friese, Histor. Merkwürdigkeiten,]-). 9 A. Fol. 58 2138. {Stadtbauten.) — Anno 1476 hub man ein neuen graben mit mauren und Ihüinen an S. Clara auff dem woerd mit einer mauren, zwinger und graben aufzuführen, einen starken thurn ans wasserim Sackzubawen auch einen thurm am Fischerlhor gegenüber. — Exe. Sp. Fol. 60 2139. {Beide nach der Schlacht bei Granson.) — Die zelte waren lauter seyden und gold, mit perlen wappen, inwendig mit rolem sammel gefüttert, dessgleichen die tagfenster mit haubwerck, die sail von gold und seiden, die Stangen verguldt, ein gülden sessel, 300 grosse stück und credentz, viel güldene bilder mit edelgestein, ein stück vom heiligen creulz dessgleichen, dass best in der weit geschaelzet, S. Andreas daumen, ein paternoster von lauter rubin und diamanten, ein gülden krantz von edelsteinen, 30 tausent cronen werth, den gab ein soldat um ein hämisch. Das silber gab man für zinn hinweg, silber und gold in geld Iheilte man mit hüten, wurde auff 30 tonnen goldes geschaelzet, stein, koestliche cleinod, war umb 1 cron verkaufft. Ein Strassburger gab 12 gantze güldene bêcher, 80 mark schwer, umb 6 gülden, zu 5 schilling, weill sie ihm zu schwer, darauss zu Irincken. — K.-S. G., p. 377. Fol. G4 2140. {Ein Stern erscheint am Tage.) — Anno 1476 sähe man am hellen tag einen stern über dem Pfennigthurn einen monat lang stehen. — Exe Sp. Fol. 65 2141. {Schlacht bei Nancy.) — Ein beckenknechl sliess herlzog 1477 Carlen, als er nach einem wollte schlagen, mit einem spiess, dass er vom pferd kam, unbekannt, den er in einem graeblin vollends erschlug. Dass — 283 - sähe ein iunger graiî, für ihn bale, es wurde aber in dem gelümmel nicht geachtet. — K.-S. G., p. 380. 2142. {IS'eue Klosterbaulen.) — Anno 1477, nach geendigteni krieg, Fol. GC hub man an S.Marx frauenclosler im bruch vor des Bischofs burgelhor zu bauen, mit hülfT Hans Voelschen, eines edelknechles, der halte fünff loechter in S. Marx closter und zu S. Johann in undis. Da führte man die von S. EHsabethengass und vom Heihgen Creutz bey S. StefTan darein, daher es zu S. Marx und S. Johan genennet wird. Man haifauch den Reuerin dass sie ihr closter bauten in Utlengass. Die statt kauft auch von bischoff Ruprecht iuiigfer Phinen spilal, zu S. Barbara genannt, bey S. Thomas- bruck umb 1200 gülden und gab solchen Unser freuen brüdern, so noch im spitlal waren. Doch gab man den moenchen das geld, die gaben es dem bischoff, davon baute der bischoff S. Barbara kirch bey S. Walpurg capell, gab alle gefaehlvon iungfer Phinen spitlal dahin, und richtet wider einen spitlal für 20 alte personen, sampt einem prister zum Schaffner, auf, wie er noch hinter den Kürssnern stehet. — Exe. Sp. 2143. {Grundslein zum Reuerinnenkloster gelegt.) — Anno 1-478, den Fol. CG»" 20. januarii, als man des Blenckell's hof in Utlengass zu einem closter für 1478 die Reuerin abgebrochen und geraumet, haben herr Dr. Kaysersberg, Paul Munhart und M. Eggeling den ersten hauptstein zu der kirchen ge- legt. — Ibid. 2144. {Die Praedicatur im Münster gestiftet.) — Der dechant von Fol. ß?^ Helffenslein stiftet die predicalur im münster. Dr. Gayler von Kaysersberg. — Pp. Sehn. 2145. {Einritt Bischof Albrechts.) — Bey einritt bischoff Albrechls Fol. 7i giengen die sechs Ordnungen der burger und handwercker mit ihren panern, die 1. auff Pimpernantz; die 2. zur Steltzen; die 3. zur Blumen; die 4. zur Lucernen; die 5. zu den schumachern; die 6. zu den tuchern. Die in Krautenau, Wagner und Steinstrass waren auf ihren Stuben in hämisch. Man gab einem alle tag für wacht und cost 18 pfennige. — Exe. Sp. 2146. {Bischof Albrecht's Bauten.) — Bischoff Albrecht verlangte von Fol. n^ papst Alexander IV dass die probstei St. Druwen zu Schlettstalt hinfurt 1479 und dass gefeil zu seinem disch dienen sollte, den er halle am schloss Dachstein über 7 dausent gülden verbawen, auch am hoff zu Zabern grosse costen angewandt. Er transferirt die Steiger herrn zu Zabern im closter zu weltlichen Ihumherren von Zabern ins stift, welchs er kürzlichen erbawen und ahngericht hatte darin er neben erweilerung an der kirchen, so er zu B. XIV. — (M.) 19 - 284 — Zabein bawte, auch ein köstliche capel bawle zu seinem begiebniss, auch einen altar mit köstlichem gemeldt und ewiger mess, auch alle jardag auf 80 prister in der kirclie ehrliche gefeil geordnett, auch eine köstliche tafel, Stab und ornait machen lassen, welche seine vorfahren nicht do ge- habt haben. — Pp. Sehn. 2147. {Johannes von Wesel.) — Als 1479 Johannes von Wesalia was er von der nichtigkeit des paebstlichen ablasses und von fasten gelehrt und dass die bischoffe und geistlichen keine neuen gesetze zu machen haetten, sondern bey denen im evangelium bleiben sollten, und dass man zu Worms und sonst ebensogut als zu Rom absolution bekommen könne [da wurden Dr. Kaisersberger und Dr. Engelinus von Strassburg auch über diese artikelgehoert und wollten dieselben nicht verdammen, sagten man müsse den mann erst hoercn, wie er's verstehe und wie er's aus göttlicher schrift beweisen koennle, dann erst sollte man richten. Vordem verhör werde kein übelthaeter gestraft, geschweige was gottes wort be- trifft. Sie wurden fast selbst mit ihm verdammt, aber Dr. Kaisersberger vertheidigte sich, er habe ja solches nicht gelehrt, gepredigt oder ge- schrieben, sondern bloss Wesalia, wenn aber einer lust haelte, solche artikel zu widerfechten, disputierweise, wolle er solche wohl erhallen, aber nichts schliessen, dass solche wahr waeren.] — Pp. Rh.* Fol. 72" 2148. (Der letzte Herr von Lichtenberg stirbt.) — Freylag noch der 1480 heiligen drey könig dag, starbe der allerletzte herr von Liechtenberg, herr Jacob, genandt mit dem bartt, der alss marschalk und vogt zu Strassburg. Er starbe zu Ingwiller, ligl zu Rimpertwiller begraben. Er war ein gelertter, herr in astronomia, auch in negromantia, er kundte vil seltzamer bossen machen, auch hin und wider faren in lüfflen. Fol. 73« Herr Jacobs von Liechtenberg madona, die schoen Berbel genandt, wahr ein golloss weih, die ist hernach von wegen vieller boesser missethatten zu Ilagenaw gericht worden. — Pp. Sehn. 2149. {Marx von Eckwersheim und Anton von Wilsperg.) — Domol- len hatte herr Ilanss Marx ritter ein schweren span mit Anthony von Wils- 1. A la suite de ces lignes M. RœnnicH a ajouté la remarque suivante : « NB. Es soll diess aus Specklms CoUectaneen ad 1479 sein, aber ich kann's nirgends drin finden. Es ist abgeschrieben in Wenckeu's Miscell. Argent., Il, 4° (Archiv. Tiiom.).» Los lignes mises entre [ ] sont à peu près semblables à un texte conservé par Silberman.n, dans ses Ex- traits de SpeclUin (p. 47—49), où elles sont signées de l'initiale W, (Wencker?). Ou ne peut guère soupçonner le savant archiviste d'avoir forgé un texte de ce genre; mais peut-être a-t-il mal cité sa source? - 285 - perg, obervogt zu Zabern und kunteMarx den Wilsperger zu keinem rech- ten bringen, den Wilsperger nil recht hatte. Dowil aber die Marxen zwo hend in irem wappen füren, entpolte im Wilsperg er wolle ein rechten Marxen aus im machen, dawil er recht haben wil, oder wolte kein cdel- knecht sein. Eins mollen wahr Hans Marx zu Danbach ins bad gangen, von Bilstein aus dem Weillcrtall, darufT er wohnet mit einem knecht. Do halte in Wilsperger ausgespürlt und alsherr Marx aus dem bad ging nackent, halt nur ein weissen mantel um, do erwischte in Wilsperger mit seinem diener und hiewe im bede hend ab, sass auff und leitten darvon, macht also ein rechten Marxen aus im. Auff solchen unbilligen gewallt mochte in herr Marx den Wilsperger dennoch zu keinem rechten bringen, und als herr Hans sterben wollte, ruff er laull: Anthony von Wilsperg, dawil du mir unrecht gethan, auch mit gewallt mir meine bede hend abgehawen hast und mir nicht zu keinem rechten hast ston wollen, so berùff ich dich ins thal Josaphatt vir den gerechten unser beder richter, doch bilt ich gott er wolle dir verzeihen, und ist doruff verstorben. Am dritten tag hernach wahr Anthony von Wilsperg zu Sirassburg zum Hohensteg, und als im herr Hans Bock die ladung von herr Hans Marxen selig ahn zeygl, ist er gelingen umgefallen, kein worlt geredl, und doli gewessen. Gott woll inen allen verzeihen. — Ibid. — Cfr. aussi Strassburger Geschichten und Sagen, du même, p. 217. 2150. {Grosses Wasser.) — Unter eben dem 1480ten jähr wird in Fol. 77 Specklin's Collect, mscr. bey dem damaligen grossen wasser eben dasjenige angemerkt, was schon bey l^Sl erinnert worden ist, dass nemlich die Stadtmauer unter St. Elisabelhen-thor bis an das Frauenbrüder-closter bey 60 klafter lang durch die fluth niedergerissen wurde. An diese wieder neu aufgerichtete mauer wurden zween grosse schoene thürme gebauet, deren jeder oben mit zinnen, dahinter mit einem umgang versehen und mit einem dach von bunten ziegeln bedecket war. — Silbermann, Lokal- geschichte, p. 93. 2151. {Ein Verraether.) — Anno 1480 hatte bischoff Albrecht ein kaemmerling, Jacob Berman von Zabern, ein verraether, der flöhe in Welschland. — Exe. Sp. 2152. {Vom Grünen Bruch) — sprach Specklin zum Jahr 1480, laut Silbermann, Lokalgeschichte, p. 134. 2153. {Geiler von Kaysersberg predigt loider das Kirchiveihfest im 1482 Münster. — Die armen Sünder.) — Anno 1482 halt Dr. Kaysersberger den boesen brauch gestrafft, welcher alle jähr auf Adolphi fest der kirch- - 286 — weyhung des münslers zugangen. Da kamen aus dem ganizen bislum vveib und mann zusamen in's münster, die blieben Übernacht darinnen. Man bellete die ganze nacht, aber ohneandacht, dan man eth'cbe fass mit wein in St. Caliiarincn capeh legt und gäbe man die nacht denen frembden in der kirchen zu trincken und sähe der fassnacht, Venus- und Bachus-spiele mehr gleich dan einem gottesdiensl. Er brachte auch auf, dassman den armen sündern dass heihg sacramenl vor ilirem todt zu geben verordnete. Die beltelmönciie waren darwider. Dr. Kaysersberger hiess sie heuchler und lügner. Aber Joliann Freytag, von Düsseldorf, ein carmeliter, fiel ihm bey. Der rath befragte sich bey drey hohen schulen, die erkanlen Di'. Kaysersberger's vor goetllich und christliche meynung. Dorauf gäbe man den armen sündern, wan sie hingeführt wurden zum gericht, das heilig sacrament beym Cronenburgerlhor, in der capell zum eilenden creulz, da ein priester allwegen mess hiebe in beysein des armen sünders. Und bey dem hochgericht baute man ein capel, dorin hoerte der sünder beicht, welche noch do steht. Den priestern gab man auf Unserm frauenhauss zu essen. Der brauch waehret noch diesen tag. — Silbermann, Extraits manuscrits, p. 5—6. Fol. 90'' 2154. {Strassburger Mànlzen gepraegt.) — Anno 1482 wurden die ersten Strassburger creutzer mit beyderséits gilgen geschlagen; man nennet sie auch zweyling. — Exe. Sp. — Pp. P. Fol. 92 2155. {Wohlfeile Zeiten.) — Anno 1484 galt der ohmen guter wein 1484 zwantzig pfennig, landwein sechs oder sieben pfennig. Item ein ohm umb ein ey. Item, umb gotswillen, ein viertel frucht zu drey schilling. Allen spitaelern und cloestern gab man wein genug umsonst. Wurden auch viel gebaeuer von eitel wein aufgeführt'. (K.-S. G., p. 365. — Cfr. aussi Friese, Historische Merkwürdigkeiten, p. 163.) Fol. 93 2156. (Sonnenfuisteniiss.) — Anno 1485, den 16. martii, 4 uhr nach- 1485 mittags so grosse sonnenfinsterniss, dass man die Sternen sähe. — Exe. Sp. 2157. (Weintheuerung.) — Die trauben beerten sich überall ab in der nacht auf den S. Lorenztag. Da schlug der wein also auf, dass ein fuder 40 bis 42 gülden galt. Das kam aber auch daher, weil der wein stark in's auslami verführt wurde. Diese weintheure hielt an bis ins jähr 1493. — Friese, Historische Merkwürdigkeiten, p. 164. Fol. 91'' 2158. (Münsterbauten.) — Domollen wurdt der neu gang des cohrs 1486 1. "Das lieisst mit inoertel mit wein angemacht.» (Note explicative de Friese.) — 287 — im munster bauen, auch das cohrgewelbgemaldl, doran das iungslegericht und den prophelen. Der zeygt mit dem finger liernb auff die j)fafleii, in der andern handt ein zedel, doran ist geschryben: Diss volck ehret mich mit iren lipen aber ihr herlz ist fern von mir. Welch noch zu sehen ist. Es wardt auch der schon predigstull Dr. Keysersbergern zu gefallen gemacht vom werck, durch meysler Ilanss üamerer, dem werckmeyster, welcher noch im münster stett. — Pp. Sehn. 2159. {Ablass gepredigt.) — Anno 1486 kam Raimundus cardinal und Fol. 95 paepsllicher legat von Rom, ein gebohrner Fiantzos, mit grossem ablass. Bischof Albrecht gienge ihm sambt allen geistlichen mit allem heiligthum auf Melzgerau entgegen, ward mit bogenen knien und grosser ehr em- pfangen, lag zu St. Johann. Er machte durch die ganize Stadt im einzug über alle menschen das creutz. Den ablass musste man theuer bezahlen, sagle, man müsste dieses geld wider den Türeken brauchen. Er bekam eine summe gelds. Er vergab alle sünd, auch die nit gebeicht; den todten ver- gab er alle sünd, um ein genands gelt. Für ein seel im fegfeuer, so etwan erschlagen ohn gebeicht, oder ohne Sakrament gestorben, hat man eine cron müssen geben für die erloesung aus dem fegfeuer, aber die im zweifei waren ihrer Seligkeit, gaben ein gülden. Vor die andern laeglichen sünden gab man ein gülden, so noch lebten, als ehebruch, diebstal, meyneid etc. Aber taegliche sünd gab einer fünff blappert. Als er nun in sladt und land ein gross gult hat auffgehoben, machte er dem volck zuletzt eine mess im münster, die er hoeher schaetzte dan alles ufgehobene gel(i und fuhr damit davon. — Silbermann, Extraiis ma- nuscrits, fol. 106. 2160. (Geiler von Kaysersberg in Einsiedeln.) — Anno 1486 zog Fol. 95'' Dr. Keysersperg zu bruder Clauss gen Einsiedeln. — Exe. Sp. 2161. (Knopf auf das Münster gesetzt.) — Dismollen halte man das Fol. 06^ Mariabildt so auff dem knopff stunde widerum herab gelhan, dan es vom 1488 Wetter geschedigt, auch vom windt stetz schaden name und den jetzigen knopff auffgesetzt, daruff ein kelch und ostia gehauen stett. — Pp. Sehn. 2162. {Neue Orgel im Münster.) — Domollen ward die jetzig neu orgel Fol. 97'' im münster gemacht, und den alten zeug widerum darzu braucht, durch 1489 M. Friderich von Ahnspach abbrochen bis uff den fuss; kosst über alles zeyg, uff 500 pfund pfenninge. — Ibid. 2163. {Peter Schott stirbt.) — Anno 149 1 war ein gelehrter ihumherr als Fol. loo man nit finden möchte, zum Jungen S. Peter, nit über 30 iahr alt, Peter 1491 — 288 - Schott genant. Der hubo an auss goltes vvorl alle laster zu straffen, ver- warft' den gekaufllen ablass, so ohne reu und besserung des lebens kauffl wurde, verwarlT auch des pabsts ansehen, der sich über Chi'islum wolle setzen, die ehre gehoere Christum zu, der uns mit seinem leiden und sterben ablass erworben halte, wer solches mit warem glauben annehme. Als er aber etliche geistliche missbraeuch, darneben der geistlichen gottlos leben auch angriffe, wardt er in drey stunden todt, dan ihme mit giiîl vergeben wurde, als er einsmals mit dem probst asse, dessen koechin ihm solches in einem trunck soll zugereicht haben. — Silbermann, Extraits manuscrits, p. 107. Fol. 102 2164. {Geiler von Kaysersherg tvider alle öffentliche Unzucht.) — 1492 Ums iahr 1492 beredte sich Dr. Kaysersberger ernstlichen mit bischof Albrechlen und dem rath zu Strassburg, dass sie wolten das öffentliche hurenhauss ablhun, dan solches von Christen zu hoehren nicht goetllichen noch recht wäre. Man soi te auch alle nonnen (deren viel waren, auch vom adel) dass man's öffentlich wusste, nil allein huren waren, sondern auch vil kinder heimlichen umbrachten (wie dan in kurtzem drey mahl offenbar worden), sagte er man solle sie in einen sack slossen und in's wasser werffen. Die münch und geistlichen, die schuldig daran waeren oder dazu hülffen, solle man mit dem schwerdt richten. Aber der bischof, auch der ralh, wollten die band nil an die gesalbten legen. Dazu hatten vil vom adel und im régiment, toechter, Schwestern, hassen und mehr freunde darinnen, wolten auch ohne des pabst erlaubniss solches nil angreiffen. Dr. Kaysers- berger aber sagte, dass er solches gegen golt, pabst, kayscr und bischof verantworten, aber man wollte keine reformation leiden, konnte also nichts erhalten, den dass er's oeffentlich auf der kantzel meldete. — Silbermann, Extraits manuscrits, p. 111. Fol. 102, 103, 2165. (Geiler's von Kaysersherg weitere Reformvorschlaege.) — Anno loi 1492, und viele iahre vorher, hatte Dr. Kaysersberger bey bischof Albrecht angehalten um eine reformalion dergeistlichen, derohalben bischof Albrecht allen seinen geistlichen einen synodimi ausschriebe zinstag nach Quasimodo. Dahin kamen der bischof Albrcchl mit vielen graffen und herren. Es waren auch zugegen fast alle herren des hohen sliffls, auch von allen Stiftern und cloeslern, auch die provincialen, aebt, priores und vornehmste praeladen vom gantzen bislhum, auffGOO personcn geistliche. Donnerstag darnach thate Dr. Kaysersberger eine herrliche sermon und war sein thema : Die jünger freuelen sich als sie den herren sahen, u. s. w. Darauf Ihat er eine schoene predig wie sich die schaefilein freuen dass sie einmahl ihren hirlen, — 289 — ia die iunger ihren herren sehen, und je oefîler der hirll seine schaefflein hesiiche, je mehr sie sich freuen dass sie von den woeliïen heliülel werden, etc. Es vvaehrle fast eine stund lang, alles ausgoettlicher geschrifl't. Darnach wand er sich zumbischof, zeigte ihm an was er vor ein schwer amt führte und warum er bischoff" zu Sirassburg waere, und nit wie ihn viel suppenfresser seines gesinds überreden, er waere ein fürst nit allein sondern ein gebührner fürst; damit führen sie ihn zum verderben seiner Seelen, dass er sonst laengst die reibrmation haetle vorgenomen. Aber jetzt freuen sich die jünger dass sie den herren sehen, jetzt werde er ihnen die haende und seile zeigen, das ist die liebe, nit den seckel der Schätzung noch die haend der Schmierung, noch die kelter der unlertruckung, damit die schaeflein sich freuen weil der oberste hirl (nit der pabst zu Rom mit seiner tyranney) sondern der hauplhirt Christus, der da spiiclit: «wann zwey oder drey versamlet sind in meinem namen, bin ich mitten unter ihnen. » Nachdem ermahnte er den bischoff dass er amtshalber vor gotl schuldig sey alle lasier auszureuten, doerffte nit aufspabsts brieff und siege! warten was er thun solle (Christus habe ihne genugsam vorgeschrieben, welches nicht trügen kann) wie der der nimt geld, lasst alle lasier fürlauffen. Dazu helffen die praeladen, auch des bischoffs hofgesind, insonders die mehren- theils von adel sind, damit mort, blulvergiessung, blulschand und lasier auch die grossen ergernuss fürgingen, und solches raehrentheils von den geistlichen. Wie ist nur ein lauffen von den praeladen und moenchen zu den nonnencloestern, hergegen die nonnen lauffen öffentlich in die moench- cloeslern, und zu den praeladen; wie viel kinder werden vertruckl und umbracht (wie den in einem dosier kürtzlichen abermohlen fünffgetoedle kinder an heimlichen orten funden worden), und wollen dannoch fromm seyn. Die anderen nonnen sind etwas frommere huren, die bekennen dass sie huren sind und erziehen ihre kind und hilfft eine der anderen aus christlicher lieb die kind saeugen, sagen sie haben nit mit geistlichen brüdern zu thun, sondern sind fleisch und blul, und hat hie eine ihren Vetter, die andere einen von adel und also fort an. Wan man solche leutt will straffen, so legen sich gewoehnlich des bischoffs gesind darein; deren eine ist dessen Schwester, sein bass, sein lochter, bringen den brieff von Rom herauss, dass man sie nit öffentlich straffen darff, legen geld, damit ist der hurenwirlh zufrieden. Die grosse straff isl dass sie drey lag müssen zu wasser und brod fasten, so ist alle sünd verziehen. Das ist eine lange poenilenlz; man solle sie nur unter der Schindbrucken ein vierlelstund wasser trinken lassen, so würde es ihnen besser vergehen. Was treibt — 290 — man nur vor eine unsaegliche abgoelterey, davon nit zu sagen isl, auch bey den beiden nit erboert, damit wird unser cbristenthum ein spott vor den Juden, ia aucb unler den Christen selbs, dann die heilige multer gottes und seiner lieben heiligen viel mehr ehr auch anrufTung zustelt dan gott selber. Darneben unler der heiligen mess wird also viel zauber getrieben, auch von den geistlichen selbst. Man sage ihnen an den cehbat, so nimmt der bischof die coUeclen, der fiscal und officiai geld, lassen ihnen öffent- liche huren, und wie viel werden noch ehrlichen burgern ihr weih und kind beschissen. Diese lasier und noch unzaehliche viel gehn in solchem schwandt als wan sie geholten waeren bey leibeslraff. Darneben ist der güllesdienst von niemand mehr vcracht als den geistlichen im chor. Wan man mess hallt, gehn die herren auff dem lellner und in der kirchen spatzieren, schwaelzen, haben ein solches gelaechter dass derpriesler offt über dem altor muss stille halten. Alle religion verspotten sie selbst, ihre huren und banckert gehn wie die vom adel; es ist kein unterscheid. Bey allen bancketen und hochzeitten müssen die huren oben an sitzen mit grosser ergernuss frommer frauen, fressen und sauffen waehrl tag und nacht. Das Patrimonium Christi wird mit leichlferligen personen, pferd, hund, und mit unnützem gesind verlhan, die armen leiden not, ist niemand der sich ihrer erbarme. Wan man von einer reformation redt, will man hauen und stechen. 0 seliger bischof und waechler, wache auf, reformiere deine kirch, nach dem heiligen evangelium, seine apostel und bewaehrten kirchenlehrer, schaffe deine heuchler von deinem hoff ab, die dich zur hoellen leiten, brenne das boess mit dem feuer der gerechligkeit aus, nim zu den raethen fromme praeladen, die solches alles nach gottes wort re- formieren helffen. In die mitte stelle die obrigkeil und deine amtleutl die solches handhaben, zur linken stelle den hencker der mit feuer undschwert solches exequire, mit allem ernst, dann wird gott versoehnt wan das übel gestrafft, die lasier abgeschafft, die gerechligkeit herfürleucht und erbarkeit gepflantzt, dem armen zu seinen rechten geholffen wird, alle beschwerden eingestellt, der gotlesdienst recht gehalten und der kirchen ihre zierd wider zugestellt wird, schand und lasier vertrieben, willwen und weysen erhalten, alle zauberey untertruckt, und wahre anruffung zu gott geschehe. Alsdann wird der seegen über uns fallen vom himmel wie ein tau und wird die kirch und welllich régiment blühen. Darauf sagt man : Was wird aber unser heiliger vatter, der pabsl, dazu sagen, dass man ohne bullen und befehl solches fürnimbt? Es wird ein seltsam leben werden, man wirds nit leiden wollen. Goltlob dasland bat kein Ihor, so thul man alle tag das ihor an der statt auf, wer's nit leiden will, dem ist's wandern erlaubt. Ja wer — 291 - das nil leiden wollte, sollte man zum land liiiiausjagen. Was unsern herren den pabst anlangt, wird er nicht wider goellliche lehr noch menschliche recht handeln sondern vielmehr helflen handhaben, etc. Und solches wurde gesagt mit viel mehr und langen werten. Darnach kehrte er sich zu den geistlichen praeladen, thal auch eine lange sermon, wie sie sich sollten ballen, mit vielen umstaenden. Darnach kehrt er sich zum hofgesind und amtleutten, sagte ihnen ziemlicli die meynuiig. Darnach kehrte ersieh zurobrigkeit der statt, zeigte ihnen ihremaengel auch an, wie sie solches übel solten straffen helffen. Darnach kehrte er sich zur ganizen gemein, wie sie im gehorsam leben sollen, sich der geistlichen nit beladen, denn solches der obrigkeit zustaendig, allein sollten sie goll helffen bitten und gehorsam seyn. Letzlich sah er den bischoff wiederum an, zeigte an, was er do gered, habe er aus seiner befehl nit allein gethan sondern auch aus gottes, bäte um golteswillen um eine wahre, ernstliche reformation, wo solche nit erfolgte, bezeugte er hiemit vor gott, dass er an ihrem blut, auch Seelen- heil, wolte unschuldig seyn, allesauf sie legen. Er wollte nit desto weniger lag und nacht alle lasier straffen biss in seinen tod, damit er sich ihrer Sünde nit theilhafftig machte, und solches redete er mit vielen wahren christlichen worten. Maenniglich sähe ein ander an, man wusste nit wie man's angreiffen solle, den sie fast alle in einem spital krank lagen. Doch ward nach langem eine reformation gestellt und bei grossen straffen die lasier eingestellt, die aber solches hulffen stellen, die waren hernoch die ersten die solches gen Rom brachten, darauf der pabst dem bischoff gebot den geistlichen ihre concubinen zu lassen. Die cloester wurden beschlossen, aber die thüren gingen auff wan man anklopffle, die nonnen trugen keine kinder mehr, nur alte leute. Der geistlichen auch ihre huren mussten die koestlichen kleyder von ihnen legen (wan sie nachts schlaffen lagen), das banckeliren ward abgestellt, man frass und soff nur. In den kirchen wurden die geist- lichen still (dan sie kamen nit viel darein), die beschwerden wurden von den armen aufgehoben (sie durften nur Schätzung geben), die geistlichen dorfften mit ihren huren zu keiner kirchweyh mehr gehen (fuhren auf wagen dahin), wittwen und waysen wurden versorgt (dass sie blut weynten), und die armen deckte man mit alten hosen zu*. — Ibid. p. 113 — 118. t. Ad Speckt. Coll., T. II, fol. 101—104 (1192), hat Silbermann diese Note (pars II, fol. 6) gefügt : «' Von D' Kaysersbergers vorgenommenen reformation und gelialtenen predigten han- — 292 — Fol. toi 2166. {Koenig Maximilian lin Sh^assburg.) — Anno iAQ'^kiimkoenig Maximilian I nach Strassburg, Da geschähe ein grosser aufflaiif vor dem münsler von iVembden fussknechlen, wegen theurer irrten zum Dock, da für ein slück fleisch und gebralens 2 pfenning und für wein 1 pfenning gerechnet worden. — Exe. Sp. — (Cfr. Meyer, éd. Reiiss, p. 37.) Fol. toi*" 2167. {Geiler von Kaysersherg predigt vor Koenig Max.) — \m vor- gemellen iahr, montag vor Unserer frauen himmelfahrlstag, kam koenig Maximilianus aus dem Oberland herab. Und auf Unserer frauen himmel- fahrlstag that Dr. Kaysersberger wiederum eine predig, im beyseyn koenig Maximiliani und vieler fürsten, darin war auch bischoff Albrecht sambt vielen domherren, graffen und vielem volck. Und als er an's end seiner predig kam sagte er zum gemeinen volck in beyseyn des koenigs, bischoffs und aller obrigkeit: Lieben freund, vor einem halben iahr als ich habe streng gepredigt wider alle schandt und laster (und erzehlte die widerum ordentlich nach einander wie vorgemeldt) wie ihr dan eben so wohl wissen wie es hier beschaffen ist, und habe verhofft es solle alles abgestelt werden, so wird es nur mehr geslaerckt. Die ursach will ich euch melden. Da mich unser heiliger vatter der pabst und unser gnaediger herr, der bischoft' zugegen, auch alle praeladen und hoffgesind nit recht verstanden haben, derohalben muss ich sie entschuldigen, dan ich habe hart darauff gelrungen alle solche laster zu reformiren, so haben sie's verstanden sie sollen's devitiren {sie) und derohalben gehet alles noch so fort. Als ich aber unscrn gnaedigen bischoff, Jesus Christus, recht berichtet habe, hoere ich, so wird er andre reformatoren schicken die es besser verstehen werden. Sie sind schon mit der bullen auf dem weg; ich werd es nit erleben, aber eure viel werden's sehen und erleben. Da wird man mich gern haben wollen und folgen, aber da wird kein hülff noch rath mehr seyn. Darum wolle iedermann dencken das es ausbreche. Koenig Maximilianus hat am imbis, als bischoff Albrecht und andre mit ihm assen mit grossem ernst solches vermeldt und gewarnet, und doch D. Kaysersbergers hoeflichkeil wohl moegen lachen. Dieser Maximilianus hat auch D. Luthers reformation erlebt, wird gewiss offl an D. Kaysersberger gedacht haben. — Silbermann, Extraits manuscrits, p. 119—120. dclt Specklin weitlaeufig, besonders wie auffdem synodo welchen biscliolF Alhreclit auf zinstag nach Quasimodo im iahr 1492 au.sgeschrieben, er eine scharffe busssermon ge- lialten. Es ist alier diese sermon in lateiii ^retrnckt lieranskoinmen und sind D'' Kaysers- bergers predigten zu teutsch alhier in Strassburg getruckt worden.« — 293 - 2168. (Hohe Pt^eise.) — Anno eodcm (1492) «alt dass viertel fruchl Fol. I05 18 Schilling, das fiider 24 gülden. Darüber stürben viel hungers. Eodem kauiTle Marx Carle ammeister neuen wein von Marx KaufTen zu 472 gülden, von Foelschen rilter aber sehr guten fürnen zu 42 gülden. — Exe. Sp. 2169. {Weinpreise.) — Anno 1493 guten wein, den ohmen zu 5 und Fol. 106'' Gpfenning, den besten zu 7 pfenning. Ein fuder guten wein umb ein kalbs- 1493 groess. — K.-S. G., p. 408. 2170. (Münslerbmiten.) — Domollen dis iohr wardt gegen den FronhofT Fol. [Oi^ uff den gretten bei der drey künigubr ausswendig die gang bischoff auch das Mariabildt sampt dem gang und uhrzeyger mit den planelten gemacht und das dach mit bley bedeckt. — Pp. Sehn. 2171. {Bischof AlhrecM s Bauten.) — Der bischoff bawte domollen sehr Fol. los^ ahn der bürg Eisenburg zu Rufach, auch ahn Zabern ahn dem hofï', und 1^94 bawte auch ein schoen capel im stifft, auch dasselbig erweyttert, und ein ewige mess alle dag in seiner capelen, darin er sein begrebniss zuricht (wie noch zu sehen), und sliffle im sein jarzeytt mit grosser besoldung, das alle jähr 80 priester do sein jarzeytt hegen; er machte im ein köstliche tafel, Stab und ornat alss von keinem bischoff mehr gesehen wardl. Er bawte auch Dachstein und bessert solhs hoch.* — Pp. Sehn. 2172. {Münsierbauten.) — Domollen wardt die gross schlagglock auff dem münster gemacht von meyster Hanssen von Barr und um 240 gülden verdingt mit den thurme auff den platz. Auch wardt S. Lorentzen vorbau, capell und portall mit S.Lorenzen auff dem rost, ahngefangen zu bawen von M. Jacob von Lanzhutt, dem Werk- meister, und das fundament 21 schuh dieff ahngelegt und im iar 1505 volendt. — Ibid. 2173. {Weinpreise.) — Anno 1496 galt das fuder guten wein 4 und Fol. los" 5 gülden. - K.-S. G.,p. 365. 1496 2174. {Blalterhaus gemacht) — Anno 1495 ward das blatterhaus von Fol. los»»- herrn Bastian Erben gemacht bey Finckweylerthörlin. Damallen kamen viel leuth auss Frankreich, die koenig Carolo in Italien und Neapolis ge- dient hatten, die halten eine unbekante krankheit, die weder arlzt noch barbierer heilen konlen. Man wollte und dorffte sie auch in den badstüben nicht annehmen. Man hiesse sie die blalterleuth, etliche die Frantzosen, 1. Ce texte se rapproche beaucoup de celui donné par Specklin (fol. 71''), à l'année 1479. 109" 1495 — 294 — dieweilen sie's aus Fjanckreich brachten. Da havvle herr Bastian Erb umb golleswillen ein blatterhaus in Finckvveyler auffdass unschuldige, fromme leutt nit also im feldt stürben und gäbe man vil guttes dorin. Und war die kranckheit erblich; hatten dass essen aus dem spittal/ — Exe. Sp. — Pp. P. et Sehn. 1496 2175. {Sdlsames Zeichen.) — Anno 1-496 wurden zwischen Dann und Sennen im heumonath auff einem bäum 60 Falken und mitten inne ein grosser schwartzer adler gesehen. — Exe Sp. Fol. 111^ 2176. {Wetter schlaegt in's Münster.) — Anno 14-96, den 6. hornung, 1496 schlüge das weller ins münster, datt grossen schaden. — Pp. Seh. 1497 2177. {Weinpreise.) — Anno 1497 (wurde guter wein das fuder ver- kauft) zu 3 und 4 gülden. — K.-S. G., p. 365. Fol. 115» 2178. {Neue Münsterorgel.) — Domollen brach man die orgel im 1499 munster ab biss uff den fuss und wurde durch Hanss Kerpffere von An- spach widerum, wiesey ietzundt ist, auffgesetzt und cost, über alles was man zum besten hatte, über 1000 gulden^ — Ibid. 2179. {Ahlass zu Slrasshiirg verkündigt.) — Anno 1499, zu miltel- fasten, schickte pabst Alexander VI ablass in Teutschland. Die verkündigten öffentlich aufs künftig iohr gen Rom aufs iubeljohr zu kommen, mit an- schlagung voriger Verkündigung so anno 1450 geschehen. Doch ward solches etwas milter, wie dan vor 10 iahren pabst Innocentius VIII auch gethan hatte, welcher mehr geld davon bracht weder ein iubeljahr er- tragen mochte; den process nähme man jetzund auch vor die band. Als die legalen kamen mit dem ablass, zogen alle orden, slifft und geistliche mit dem creulz ihm entgegen und empfiengen den ablass gantz demülhig, den trug ein esel in einem goldnen kaestle auf dem rucken. Da führte man den ablass in's münster, dorin war nichts als ein alter brietT, den stellte man auf den altar, wie gewohnlichen ist, mit grosser andacht. Da- nach sass man zu beicht im münster, zu den Predigern, zum iungen S. Peter, zu den Baarfüssern und zu Unseren frawen brüdern. Do stunde in ieder kirch ein creulz und ein kästen mit ablassbriefen und ein kästen darein 1, Schneegans cite ce passage sous le feuillet 104«, mais le compilateur anonyme du dix-huitième siècle et Piton ont tous deux l'indication adoptée plus haut. G. Koch, dans ses Observations sur l'origine de la maladie vénérieiine, et sur son introduction en Al- sace et à Strasbourg (Mémoires de l'Académie des Inscriptions , t. IV, p, 337), cite éga- lement le fol. 109», en discutant, sans citation directe, l'opinion de Specklin. 2. Celte donnée n'est peut-ôtre qu'une variante de la note analogue de Speckli.n (fol. 97''), à l'année 1489. — 295 - man das geld legte. Uo musste man die süiid beichten, davor gab einer, naeb dem die sünd war, einen aucli zwey scliilHng. Was aber grosse Sünden waren als ebebrucb, todtscbiag und ander scbclmenwcrck, do musste einer elwan ein gülden, auch zwey, bis in die fünfl'und secbs gülden geben, boeber kam es nil. Den ablassbrief aber musste er insonderiieit zablen, der zahlt fünf blappert zwey pfenning. Welcher aber bley daran haben wollte, der musste fünf schilling geben, doch halle einer die wähl. Dieweil aber das bley wahrhaflter ist, nahmen die reiciien gewöhnlich die mit bley gesiegelt waren. Das waehrle bis auf den osterabend. Es wurden allen denen die beichteten buss aufgelegt, darnach einer ge- sündigt hatte. Etliche lagen, etliche knieten vordem creulz ein, zwey oder drey stunden, etliche vor Unserer frauen bild, etliche mussten einen oder zwey rosenkranlz betten, etliche lagen im ersten tag. Etliche mussten die Waffen domit sie wund oder todtgeschlagen haben, in bänden, etliche im mund tragen und haben. Etliche lagen creulzweis, etliche den langen weg, etliche mussten auf den knien um's münsler gehen und betten, etwa 100, auch 200 ave maria und etliche paler nosler. Mussten auch fasten, nach dem es einem aufgelegt war. Es war ein solch getraeng dass mann kaum priester genug hatte zur beicht und absolution. Es ward auch erlaubt dass alle die nit gen Rom wollten aufs Jubeljahr sollten ungefaehrlichen halb alsoviel in gotteskaslen legen, als sie ver- meinten gen Rom zu verzehren. Do kam schier alles landvolck aus dem bistum auch herein. Sie vertrieben auf sechzig tausend ablassbrieffnurzu Sirassburg. Das geld das sie dafür, auch für andre sünden und die zehrung gen Rom aufhüben, ist ohnzahlbar gewesen. Man fülirte das geld mit wegen hinweg, darauf war auf iedem wagen ein creulz und bannbrief daran. Welcher solches wollte angreiffen, wäre des teufeis mit leib und seel. Welcher aber wollte noch mehr darein legen, geböte der pabst den engein im himmel dessen seele an seinem end, ohnangerührt des fegfeuers, in die ewige frend zu führen. Sie halten viel Schreiber bey ihnen die nichts dan ablassbrieff schrieben, die andren versigelten's, dan sie halten des pabstssiegel. S. Peter's Schlüssel der bieng am creulz, der war gülden. Es war ein gross getraeng, den jedermann wolle den Schlüssel zum himmel sehen, den Christus S. Peter gegeben hat. Man fiel davor nieder mit grossem reverentz. Man schlug die vorige bulle des pabst Clemens welche er vor 50 iabren gegeben hatte, wider an. Das geld, wie man vorgäbe, sollte wider den Türeken gebraucht werden, wie allezeit vorgewendet worden. Es betrüge allein in Ober- teutschland auf 6 donnen goldes, ohne was gen Rom kam. — Silbermann, — 296 — Ëxlrails manuscrits, p. 108 — ilO. — Ce passoge se trouve également en résumé et plus modernisé clans les papiers de T. G. Rœiiricii. Fol. iic^ 2180. {Brand in Strassburg.) — Anne 1-499 auf Maria3 Empfängniss, morgens umb 5 ulir verbrannte die haberdoerre bey der Dingsenmühle. — Exe. Sp. Fol. 116'' 2181. (Bischof Albrecht's Bauten.) — Darneben braucht er auch vil 1500 geltt, dan er vil heusser zu Zabern kaufft auf dem Rossmarck, solhs abbrochen und herrlichen gebawen, auch dass schloss Issenburg zu Rufach, so verfallen, widerum uffbawen. — Pp. Sehn. 2182. {Brand in Strasshurg.) — Eodem anno (1500), montag nach Jacobi, brannte der Gürllerhoff. — Exe. Sp. Fol. ii7 2183. {Verschiedene Braende in Strasshurg.) — knno \^^^,sdimh%[ng nach Judica, brannte ein hauss im Bruch. Sontag nach Judica, zum Schwanen, Georg Scherer's hauss. Auff Adolphi, im Giessen, Hans Neffen des metzgers, und hinder dem Seyffenhauss. Auff Calharinae braute das schatzhauss neben der kürssnersluben. Auff Luciae und Otiliae, dess von Hewen hoff in Brandgass. — Ibid. Fol. 12P 2184. {Altar im Münster gemacht.) — In diesem jähr ist der schoene 1501 altar im münster von Nicolaus von Ilagenauw gemacht worden. — Pp. Sehn. Fol. 121 2185. (Ein neuer Ablass.) — Anno 1502 kam der paebslliche legal, 1502 cardinal Raimundus, mit grossem ablass wider den Türken. Er vergab alle Sünden, auch wenn sie nicht gebeichtet, bey todten und lebendigen, die aber der Seligkeit für die abgestorbenen seelen wollten gewiss seyn, musslen 15 schilling geben. Es gieng gross geld ein. — Pp. T. G. Rœh- RiCH. Texte probablement modernisé. 2186. {Brand in Strasshurg.) — Anno 1502, auff S. Ursulae tag, abends umb 9 uhr, braute es in Jacob Kerle, des melzgers hauss, hinter Jacobs Bergers, ritters, haus, verbrannten 3000 viertel fruchten. — Exe. Sp. Fol. 122'' 2187. {Wilhelmerkloster neu gebaut.) — Als das Wilhelmercloster, so uuhr von holtz gehauen, mehr theils wahre (ohne die kirch) und allt, wardt es diess iar abbrocheji und alles von steinwerck bawen, wie noch inwendig über dem portall solche schriffl zu sehen ist, also : — 297 — Durch Erhalt von Steinhach prior und provincial vvardl volbrachl dieser haw überall Und war XV^ und II die iaizall. Also beleibt das Sprichwort bey dem orden: Wolt ich arbeilten wehr ich ein Wilhelmer worden. Sub Alexandro sexlo et Maximiliano. Romanorum rege. — Pp. Sehn. 2188. {Der Bundschuh im Breisgau.) — Anno 1503 war Jost Fritz Fol. lio {sie) hauplmann des bundtschuhes in Breissgau. — Exe. Sp. 1503 2189. (Dachsteiner Inschrift.) — Do weil man aber eben domain Dach- Fol. 123"^ stein bawle, ist solhs zur gedehtnus im shloss im fordern baw ingehawen worden, also: Ex ducibus Bavaris Albertus episcopus istam Iiislaurans arcem, nobile fecit opus, Mansuetusque pater patriae multo aere redemit Vallem cui nomen perflua Brusca dedit. ütque pro voto patarant (sie) intrare Trebetos Oppida cum pagis libéra restituit. Anno Christi MGCGGC. tertio. Operis violalor infoelix esto. — Pp. Sehn. 2190. (Kaiser Maximilian und Geiler von Kaysersberg) — Anno Fol. 124'' löO-i, auff Unsrer frauen himmelfarth, war kayser Maximilianus abermahlen 1504 in Dr. Kaysersbergers predigt, wie auch bischoff Albrecht und viele fürslen und herren. Do hat Dr. Kaysersberger am end seine predig abermahlen der refor- Fol. 125' mation gedacht, will pabst, bischoff, kayser, koenig nit reformiren unser geistloss, verrucht, gottlos leben, so wird gott einen erwecken der es thun muss und die fallene religion wider aufrichten. Ich wünsche den tag zu erleben vnd sein jünger zu seyn, aber ich bin zu alt; euer viel werdens erleben. Ich bill euch dencken an mich, was ich sag. Der kayser hat mit bischof Albrechten desshalben viel geredt, auch nach Jacob WimpfTellinger in sein herberg beschickt und dieses wissen mens rath mit grossem fleiss angehoert. — Silbermann, Extraits manu- scrits, p. 5 et une seconde fois, p. 120. — Sous une forme plus moderne le même récit se trouve aussi dans les papiers de T. G. Rœhrich. — 208 — Fol. 12G 2191. {Brand m Strassburg.) — Anno 1505, samslag vor Martini, 1505 brannte die steinhütle auff dem Maurhoff ab.' — Exe. Sp. Fol. 128'' 2192. {Bischof Albrecht stirbt.) — . . . . Und auff S. Bernbardls dag, 1506 war donnerstag vor Bartolemeii, zwischen 3 und 4 uhren, do slarbe zu Zabern bischoff Albrecht von Sirassburg, hertzog aus Bayern. Er war ein frommer herr, hielte gutten friden, darum verliesse er ein grossen schätz. Er war bischof 28 jar, 9 monat, 5 tag. Man begrübe in mit grossem leydt zu Zabern in sein neuw capell, und begrebnuss, die er in der kierchen bawen halt lassen. Nota sein epitaphium.^ — Pp. Sehn. 2193. {Die Boeller erfunden) — Anno 1506 seind die boeller erfun- den, und Mülhausen in Schweitzer bund kommen. — Exe Sp. Fol. 129 2194. {Wirlhshauss zum Spanhett wieder aufgebaut.) — Anno 1507 1507 ward dass wirthshaus zum Spanhett, welches anno 1497, samstags nach Ulrici, in der mess abgebronnen, von Unserer frauen werck wider ge- bawen. — Exe. Sp. Fol. 130' 2195. {JSeue Münze gebaut) — Anno 1507, auff Quasimodo, suchten die von Strassburg bey Kayser Maximilian I an, goldgulden zu müntzen, so auch verwilligt. Da hub man an die ersten zu schlagen und brach man die alt müntz ab und baute die neue dahin, die noch da steht, mit der schoenen schlagglocken. — K.-S. G., p. 707. 1. ün hasard heureux nous a conservé la preuve convaincante de l'état tout fruste dans lequel se trouvaient encore les données groupées sur les feuillets des Collectanées. Le feuillet 12C' du manuscrit était tout simplement une lettre de Specklin, à l'un de ses beaux-frères, demandant des renseignements sur une chapelle seigneuriale quelconque, dont il voulait parler à l'année 1505. Il avait évidemment placé ce papier là comme mé- morandum pour une rédaction future qu'il ne put entreprendre. Cette lettre ayant fait partie ûc,^ Collectanées, nous la donnons ici, telle que L. Sghnéegans l'a copiée. Mein gruss zu voran, lieber schwager Mathern, ich habe zu negst das mess von golt- schmidt empfangen, soUis M. Leinhartteu geben, hatt das holtz zu gericht, wurdt sey die ander wochen machen, wil ich sey dan hinuss schicken. Bitt wollen den goltschmidt bitten das er mir in der schlosskirchcn die begrebnuss abzeichne, die gegen der kiirchcnthtir über stott. Soi, mein ich, etliche breiter darvor ligen, lieber lossen ein wenig dar zu räumen, den ich's gern hette. Hiemit gott befoUen. Datum den 10. junii anno dorn. 87. Euer williger schwager Daniel Spegkle. 2. Specklin voulait sans doute copier plus tard cette épitaphe à Saverne môme. 3. D'après les papiers de F. Piton, c'est au feuillet 131 que se serait trouvée cette uotice. - 299 — 2196. {L'empereur Maximilien à Strasbourg.) — Le Vendredi-Saiiil Fol. 13 1 1507, l'empereur Maximilien I arriva à Strasbourg; il logea à l'iiôlel des chevaliers de Saint-Jean de Jérusalem. Il fit une absence de qneltjues jours pour se rendre à Brumatli et à Biiclisvvciler et Ilnguenau. Pendant son absence des gens de sa suite eurent une dispute avec les jardiniers du Marais-Vert; un gentilhomme fut tué dans sa querelle. L'empereur reçut la nouvelle de l'alTront fait à sa suite, et ne passa pas même, lors de son retour, par Strasbourg et se rendit à Oiïenbourg, où il fit conduire sa cou- ronne et ses équipages, qui étaient restés déposés au Pfennigthurm. Il envoya d'Ofîenbourg Pierre de Merschbourg, landvogt, pour se plaindre, en son nom, des procédés de cette partie de la population et pour en de- mander la punition sévère. L'empereur porta même une plainte à la diète de Constance le 23 avril suivant, et nomma une commission pour instruire cette affaire; mais, sur les instances et les excuses de la ville, la chose en resta là. — Pp. P. — (Cfr. Mkyeb, éd. Reuss, p. 72—74) 2197. {Hagel gefallen.) — Anno 1507, montag vorBartholomae, seind Fol. 131»' umb 4 uhr hagelstein gefallen wie ein faust undganssey, lagen vier tag ohne schmellzen, schwemmete die reben mit wurtzeln hinweg. — Exe. Sp. 2198. {Streit zivischen den Predigermoenchen und Baarfüssern.) — Fol. 133 Anno 1508 hüben die zwen orden, die prediger und baarfüsser in den 1508 predigen einander an zu schaenden und laestern von wegen der heiligen iungfrau Maria halben. Die prediger wollen sie waere in sünden gebohren wie ein anderer mensch, aber doch heilig, sonst haelte Christus als ein mensch von ihr nit koennen gebohren werden, doch ohne sünd. Die baar- füsser wollten sie waere ohne sünd gebohren, darum auch Christus ohne sünd von ihr gebohren waere. Die baarfüsser hatten einen groesseren zulauff den die predigermünch, derhalben bekamen sie mehr opfer, also dass meyster und rath gebieten musste, von solchem abzustehen und solches dem pabst zu urtheilen heim zustellen, und sollen die pfarr- und beichtkinder iedes sein opfer dahin opfern da es hin gehoert. Darauf fuhr D. Wiegand von Franckfort gehn Sirassburg zu D. Sephan {sie), predigerordens, halten raihschlag und fuhren darnach gehn Rom zum papst, do ist er verlohren worden. Als er nit wider kam von Rom hatte D. Stephan viel boese anschlaeg, die sache mit Maria zu erhalten, aber D. Sebastian Brandt zu Strassburg vexirte die moenche mit schreiben und carmina sehr wohl. Darauf zöge D. Stephan von Strassburg aus dem closter und hielten zu Wympffen ein capital wider die baarfüsser und wollten ihr Sachen mit wunderzeichen und hülffe des B. XIV. - (M.) 20 — 300 — tcuffels erhallen. Und zöge D. Stephan clesshalb von Sirassburg- ans dem ehester gehn Bern, da sie dan einen einfaelligen schneiderknechl in den orden nahmen, machten falsche geisler, so dem bruder erschienen, auch die fünf wunden überkam und viel anzeigt was Unser frau mil ihmc ge- redt, und bclrogen viel leiith. Dai'auf jjredigten die prediger moenche dass man die baarfüsser sollte vertreiben, dan Maria solches befohlen haetie. Das wolle der ralh zu Slrasshurg nil llitin ohne befehl des pabsls. Die prediger wollten aber aus befehl Mariae die zu Bern den predigermoenchen solches befohlen halle, das baarfüssercloster zu Sirassburg auch mit gewalt haben oder mil dem bann gegen die obrigkeit handeln. Dan D. Stephan Kollzhorst, so zu Bern den handel führte, war aus dem prediger dosier zu Sirassburg dahin ge- zogen, mit dem teuffel den pacl gemacht, zeigt an das prediger closter zu Sirassburg waeie nil reformirt, mainte also das dosier allein zu bekommen. Aber D. Sebastian Brand zu Slrasshurg machte viel carmina wider die predigermocnche und Mariae zu ehren. Das wollen sie, die prediger nil leyden dass man Mariae ohne erbsünde wollte verlhaetigen, stunden auf ihrem Thoma von Aquino, das gab vi! zanck und musslen sich die baarfüsser moench wohl leyden. Die obrigkeit beschützten die baarfüsser, sie haellen sonst fori gcmussl, dan sie sehr verhassl wurden, viel aber hieltens mit den baarfüssern dieweil sie Maria die reine magd ohne erbsünd verliiaetigt. Die baarfüsser zu Schletlslatl musslen vor dieses mahl fori aus ihrem dosier und den predigern einräumen. — Silbermann, Extraits manuscrits, p. 7-8. 2199. {Geilers Reformationsversuche.) — Auf dringendes zureden Geilcrs gebot der bischof dass sich alle geistlichen sollten ehrbar und fromm hallen, aergcrniss vermeiden, damit sie goll desto besser dienen koennlen, verbot allen thumherren, geistlichen praelaten dass sie alle offenen huren, und andre von sich thaelen, beym bann und verlierung der pfründen. Dasselbe verbot er auch den kloeslern, aber sie protcstirlen dagegen, zeigten an dass sie menschen waeren, er solle sie lieber ihrer gelübde entschlagen, die sie unwissend gelhan und appellirten an den pabsl. Geiler appcllirte wider diese a|»pellalion, aber es half nichts, der pabsl erklaerte man solle die kloesler lassen wie sie sind, wenn auch die moenche und nonnen sündigten'. — Texte résumé et modernisé des papiers T. G. Bœiiricii. 1. l'ent-fMrc ce pas.sage de Spkcklin, uppartcniiiit à l'aiinoc 1508, n'ost-il ({u'iiiic va- riante résumée du texte, douiié plus liant, loi. 1Ü2 — 1U4. — fîOI — 2200. {Sladlhefestir/imgen.) — Anno 1508 liai man die rundwelir am Fol. 135» Kronenbui'g gebawen, auch das Roseneck unter Steinsirassen und den XlIF'" graben liinab gefährl bis zum Hausclierlhoerlein. — P|). P. 2201. {Geiler von Kayserherg stirbt.) — Anno 1510, zu milfaslen, Fol. 139 dass ist auf Laelare, zu mittag, starb D. Jolian Geyler von Kaysersberg. 1510 Er war über 76 iahr all; liegt vor dem predigstuhl begraben. D. Seba- stian Brand machte ihm sein epitaphium. — Silbermann, Extraits manus- crits, p, 6. 2202. (Wimpheling besucht J. Reuchlin.) — Anno 1510 kam Jacobus Wimpheling zu Job. Reuchlino nach Pforlzheim mit Jacobo Slurmio. — Exe. Sp. 2203. {Kaiser Maximilianus schreibt an Jacob Wimpßing gelui Strass- Fol. 139'' bürg.) — Maximilian von gotles gnaden roemischer kayser, alzeit mehrer des reichs, entbleien dem würdtigen, andaechligen, unserm lieben und getreuen Jacobo Wimpelingo {sie) von Schlettsladt, der heiligen geschrifft lehrer, unsern gruss. Würdiger und andaechliger, lieber und getreuer, nachdem wir, wie auch unser herr valter hochseeliger gedaechtnuss, stets zu gemülh geführet mit was grosser beschwerd nit allein auf unserm land, sondern dem gantzen roemischen reich ein grosse beschwerde auf dem haltz lieget, mit erschoepfung Teutschlandls an allen gülern, so gohn Rom fleusst, ohne alle noth und aufhoerens. Die weil wir aber vor 5 iahren mit D. Kay- sersperger seeligen und dir mündlichen von diesem red gehalten, und einmal mus in's werck gesetzt werden, sind wir desshalben gesinnet einen lag gehn Coeln und Trier auszustellen, damit des koenigs von Franckreich und Parlaments gesande auch möchten dabey sein. Ist derohalben unser gnediges begehren an dich, du wollest nachdenckens haben wie die be- schwerten, ohne hinternuss der religion, von Rom und den curlisanen etwas moechte abgewendet werden, uns (und) dem heil. roem. reich zum besten. Das wollen wir in genaden gegen dir erkennen, wie wir dan mit anderen getreuen gleichs fleiss wollen beratschlagen, damil ein concilium darwider moechte vorgenommen werden. Datum Innspruck, den X. merlz nach Christo geburt 1510, unseres roemischen reichs im 25. ior. — Silbermann, Extraits manuscrits, II® partie, p. 1—2. 2204. {Leben Jacob Wimpheling s.) — Dieser Jacob Wimpflin ist zu Schlettsladt von frommen eitern gebohren und auferzogen worden. Er hat erstlich zu Schlettsladt, darnach zu Freyburg und Paris studirt, hernach - 302 - Professor worden zu Ileyilelberg in iheologia, darauf (humprediger zu Speyer, kam zulelzl gehn Sirassburg, da er dan nach langen lahren, als er die endcrung der religion erlebt, dovon ich (sie) offt sagt, es muss brechen, dan man keinen goll im himmel forchle, noch glaubt, alles war uf Rom gerichl, jclzund hoere ich die cngel einmahl das gloi'ia in excelsis singen, jetzt hoere ich einmahl, dass Christus unser erloeser ist, jetzt sehe ich Christum in der schoos Simeon's, o herr, nun lass deinen diener in frieden fahlen, den meine angen haben der weit heiland gesehen. Er ist zu Schlett- sladt bey seiner Schwester nach etlichen ioren gestorben im 80^*^" iors sins alters. Er halle grosse liebe zur Jugend, darum ersieh gehn Strassburg that, hat viel unterwiesen, insonders herren Jacob Sturm an dem die Stadt, auch gantz Teutschland viel gutes empfangen hat, den auch kayser Maximilian für den gelehrtesten hoch hielt, auch sehr viel seines raths bevor ab in religionssachen brauchte. Er ist einmal gantz hart von den Augustinermünchen zu Strassburg, bey pabst Julio II. zu Rom verklagt worden. Die ursach war das er ge- schrieben hat, unter andern geschrifften an kayser Maximilian : S. Augustinus waere ein bischof und lehrer gewesen, wie in seinen büchern zu sehen und kein moencli oder doch kein solcher wie ihn unsre Augustinermoench hier abmahlen, mit einem langen hart, schwarzer kutten und breytem gürtel. Doch ginge das noch wohl hin, waii sie nur auch seiner lehr und leben nachfolgten. Unser moench hierkoennen noch wissen nit ein capitel in gnnlzcr heiliger geschrifft anzuzeigen, sind tag und nacht toll und voll, das closter laufft öffentlich voll huren, von einer zell zur andern, ia ein solcher schlepprock darff wohl in einem vierteliahr nit einmahl rauss kommen, niemand ist der solche hüben strafft, weder pabst noch bischoff, die Obrigkeit darf die geistlichen nit straffen. Also lauff der leuffel durch alle staend, etc. Als solches der pabst Julius eifuhre, citirt er den Wimpf- ling gen Rom; dievvcil aber Wimpfling mit dem stein beladen, hielten D. Conrad Peutinger und sein veiter Jacob Spiegel, kays. Maximilians secretaren, bei kays. May. hefftig an, dass er selbst an pabst schriebe, dieses frommen maus zu verschonen und ein concilium zu hallen und die laster an den geistlichen abzustellen, aber, ob er solches thun wolle, erliess er von der citation. Es hat kayser Maximilian vor vier iahren als er zu Strassburg war und mil Jacobo Wimphelingo von wegen der reformalion und beschwerd des pabsts viel gcredl, und sin beduncken stets angehocrl als eines gelehrten, treuen, aufrichtigen, geistlichen man's, der auch dem kayser gantz treu- - 303 - ligen hierin geralhcn, und niemand hierin verschont. Zeigic an der itayser koennte goll keinen heiligern und angenehmem dienst Ihun und kein loebHcher wcrck, als dass er die bcschwerd Teutschland's maessigl, der curtisanen mulhwill daempt, das geld das vor annalen, pullium (sie) und ander aus Teutschland komme, dasselbige an gelehrte leuth wendet, wie in Frankreich, etc. Darauf der kayser als er heim nach hinshruck kommen zu anlang und Vorbereitung ein eyd aussgehcn lassen und solches dem Wimpheling zu besichtigen gohn Strassburg geschickt. Ist publicirt worden. (Exhibetur ab auctore*.) 2205. (J. Wimpheling schreibt an K.Maximilian.) — A uff dem reiclis- tag zu Augspurg schrieb kayser Maximilian Jacoben Wimphelingen gehn Strassburg, schickt ihm des Luthers füibringen, begehrt sin bedencken. Wimpheling schrieb dem kayser, noch dem er sehr alt und die sach wichtig, waere das sein beduncken, demnach Ihro Mayeslaet vor ellich langen iahren ein gottseelige christliche reformation ahn den geistlichen, so gantz hoch von noethen allwegen gewesen ist, dieweil Ihro Mayeslaet aber an pabst und den cardinaelen niemahlen nichts haben erhalten moegen und sie nur das gespoett mit allen, so es goetllich, treu und redlich ge- meint haben, getrieben, koennen Ew. Mayestaet jetzt mahlen eben das gegentheil auch thun, darzu mit besserem gewissen, dan die geistlichen selber an solchem goettlichen werck treiben solten also das befürtern. Ew. Mayestaet haben's in die 20 iahr her wohl erfahren, wie ernstlich sie solches gemeint haben, das nicht an den geistlichen zu reforrairen ist, ia sie leidens nitund solten viel fromme, redliche leuth, iagotles word selbst darüber zu gründe gehen. Aber dieser moench greifft nit ihr persohn an, sondern die lehr, so mit grosser ergernuss in der kirchen gedult wird, und thut sollches aus gottes wort, derhalben die ungelehrten moench nit viel erhalten werden, sondern mus nur durch der kirchen autorilaet ge- schehen, welche viel dings ohn gottes wort eingeführt hat. Ew. Mayestaet wird auch angeruffen werden als ein beschirmer der kirchen, welches nit fehlen wird, alsdann können Ew. Mayestaet^antworten, dass Ew. Mayestaet nit wolle gebühren in den geistlichen Sachen etwas zu sprechen. Alsdann wird sichs Ew. Mayestaet propheceyung in Wahrheit befinden, die gesagt haben, es müsse gott selber eine reformation anfahen, dan solches keinem menschen müglichen ist. Also hart sind die geistlichen in ihrem fürnehmen. VVan dan Luther in seinem fürnehmen fort fart, so muss dan gewiss folgen I. Sans doute note de Silbermann. - 304 — wnn (lie lelire sichaenderf, die pcrsohnen sich auch müssen darnach leben. Ilieniil kocnnen Ew. Maycslaet eine weile zusehen biss sie ein weil die kocpflmil einander anslossen, dan Lulher nit gern vom gewissen grund weichen wird, wie ich von den hoer die ihn kennen. So wird unser hei- liger valier, der pabst, von der kirchen noch weniger weichen und koennle nichts schaden, dass man ihnen die band im haar hielte, biss sie selbsl ein leformation begehrten. Alsdann waere es zeit etwas fruchlbarliches vor- zunehmen, doch hoffe ich, golt werde alles zu seiner kirclie nutz und frommen richten, welches ich von golt bille. Ew. Mayeslaet secrelarien Jacob Spiegeln hab' ich noch laenger geschrieben mein redlicbs bedencken, davon es Ew. kayserliche Mayeslaet werden hoehren, etc. Hierauff hat sich der kayser, so viel moeglichen des orts enthalten, auch bald den abschid machen lassen und hat herrn Johann Roeschen, prior der carthusen zu Fryburg im Bryssgau erforlern lassen, ein frommen gelehrten man, den er auch biss an sein end bey ihm behalten hat, und im october von Augspurg nach Oesterreich verreyst. — Silbermann, Ex- traits manuscrits, deuxième partie, p. 2 — 6. — Ces mêmes fragments ont été également copiés par J. Wencker dans ses Colleclanées, conservées aux Archives de la ville. T. II, pièce 13. Fol. 142'' 2206. {Neuer Ahlass an den Deutsch- Orden.) — Anno 1510 gab der pabsl den Teutschen herren grossen ablass, mit solchem wider die un- gläubigen zu streiten, doch solle man ihm den dritten pfennig davon geben. Dieweil er ihnen aber einen über alle mas grossen ablass gab, welcher sich in die 40 tausend etlich und 80 iahr und etliche tonen {sie) erstreckte, auch viel, da man eine seel mit 2 schilling, 9 pfennig gar aus dem fegfeuer erloesen konte. Solcher ablass war im Teutschen hauss und zum Jungen S. Peter ausgetheilt durchs gantze iahr, alle monat drey tag. Jederman wolle des ablasses Iheilhafflig werden. Die priesterschafft und die orden setzten sich hart darwider, sagten ohne seelmess könte keine seel ledig aus dem fegfeur kommen. Da kaufTle man's zu beeden seilen damit man's nur gewiss halle. — Silbermann, Extraits manuscrits, p. 121. — Le même passage a été résumé dans ses notes par ï. G. Rœhrich. Fol. 161'' 2207. {Neuer Ablass gepredigt.) — Anno 1515 liess bapst Leo X. 1515 ablass in aile weit ausgehen. Die weil man aber wussle, das der Türck in Asia und Aegyplen kriegt, wend er für wie ihme bottscbafft kaeme, wie so viele Christen gefangen würden, die alle nach erlassung schreycn, liess zu Rom grosse ablassbrieff Irucken, deren viele nach Strassburg kamen. Zum Jungen S. Peter sass man zur beicht und bieng den briefT auff. Aus- — 305 - wendig zu einganc auf einer spannen breyt, war ein ligur getruckf, auf der einen seilen zerstiess Christus das fegfeuer mil dem cieulz. Die herauss i war eine grausame finsternuss der sonnen. — Exe. Sp. 2355. (Grosse Hitze.) — Speckle sagt von diesem jähre dass von der grossen hitze und dürre die erde berstete. Die waelder verbrannten und viele menschen und thiere verschmachteten. — Friese, Hist. Merkivürdig- keiten, 1691 2356. {Reichstag m Hagenau.) — Martin Butzer predigt offt zu Hagenaw, das wollen die papislen nit leyden, aber es halffe nichts; wil der reichsdag wehret, kam vil volck gen Strassburg vor freuden, auch schickte man vil proviandt hinab von allen wahren. 2357. {Riesentrauhe.) — Bey Andlau fand man ein grossen drauben in den reben, der halte, einer guten elen lang, ein ritzrolhen barll, also man in abschnidt, brecht man in gen Strassburg, zeigt in dem raht und vilen 100 bürgern, den drug man gen Heidelberg und schenckf in pfaltz- graf Ludwig; der pfaltzgraf schickt in gen Speir, schanckte in keysser Carle. Man sagt hinder den guten Irauben wahr ein Judas, also auch hinder dem reichsdag, weil er ein rotten hart hatte. — J. Wencker, CoUectanea, II, fol. \h^ . 2358. {Gtiter Herbst.) — Eodem anno fieng der herbst im augusto an, Fol. 265 die Irauben waren wie meertrauben, wein wie malvasier und dessen viel. Das fuder galt nicht über 8 gülden. In dem spittal ist noch ein fass davon aufbehalten worden. — Exe. Sp. 1. Dans le résumé de ce même texte, fait par le compilateur anonyme des Exe. Sp., on lit ici, entre parenthèses: «anjetzo Stromischer erben.« 2. Wohl nur ein Excerpt aus der Nr. 2353 gegebenen Stelle. — 354 - Fol. 265'' 2359. {Eine Raeuherhande zu Hiindsfelden.) — Es halle graf Philips von Hanau vor kurtzer zeil ellich und 20 personen von Ilundsfelden und darumb zu Lichlenau als raocrder mit dem rad richten lassen, aber man spürte noch dass es nicht recht zuging, dero halben ihn die sladt Slrass- hurg etliche mal darumb ersucht. Es fiel aber die sladt 1540, im oclober hinaus, nahmen alles gefangen zu Ilundsfelden, doch enllieffen etliche. Es wurden aber 9 von den rechten erwischt. Als man sie nun peinlich befragt, auch alle kundschafl verhoert, und über die 100 mord bekannten, wurden sie verurlheiit mit dem rad gericht zu werden und darauf zu legen, welches freylag vor Martini, den 9. november war. Wilzenhans warihrhauptmann, darunter die aergsten waren Lux Glauss, Witzen Michel, Weber Hans, Fritzen Hans, Conrad Clauss, und der W'ilz, Kerbes Claussund ein lahmer, den musste der hencker auf den richtplatz tragen. Sie waren allemoerder zu Hundsfelden, ausgenommen der pfarrer und der sigrisl. Sie nahmen den leulten nur das geld, das andere warffen sie in den Rhein. Einemagd halle sie verrathen. — Pp. P. 1541 2360. (D. Capüo stirbt.) — Domallen slarbe D. Capito, do war an sin statt berufen von Costentz der hochgelerl Paulus Fagius von Pihein- zabern hurtig, und pfarrherr zum Jungen S. Peter aufgestellt, auch geordnet die heilige geschriflin hebraeischer sprach neben D. Caspar Hedio, Martin Butzer, und Peter Märtyrer zu lesen. — J. Wencker, Colledanea. Fol. 267^ 2361. {IS iedermünsler abgebrannt.) — Anno 1541, sontag noch Martini, was die aptissin vonNidermünster, Ursula von Zuckmantel, bey denen von Ratzenhusen zu Barr. Da verwahrlosten sey das für zu Nidermünster also das schir was nit gewölbt alles verbrant, auch alle dache von der kirche und creutzgang, datt grossen schaden. Hernoch ist es widerum wol er- bawen worden was zu nolurff gehörig was; die thumherren setzten einen Schaffner dohin domit er besser zu sähe und ging also das dosier in ein abgang. — Pp. Seh. Fol. 268'' 2362. {Ordnimg des Gottesdienstes.) — Anno 1542 ward auch zu 1542 Strassburg von Bucero und den geistlichen angestelt, auch von der Obrig- keit geholten dass man alle zinslag sollte einen beitag anstellen, aber alle vier Wochen einen grossen bettag , also dass man in allen kirchen bellen solle und predigen wie an einem sontag, golt anzuruffen, damit er seine kirch wolle erhalten. Welches biss anhero ist gehallen worden. — Silber- mann, Extraits manuscrits^ IF parlie, fui. 25. — J. Wenckeh, Collcctanea, II. fol. 10=». 2363. {Erzbischof Hermann von Wied ruß Bucer nach Koeln.) — — 355 - Doniallen im hornuiig, wolle bischofTIIcrman zu Colin sein bischlum refor- miren nach lui des abscheidts des Reclienspurger Reicbstaf^s, darzu be- ruffe er gelerle leüt, daizu rielile im Ü. Johann Grogei', der zeigle ahn wie er zu Ilagenau, Speir, auch zu Worms und verschinen jar auffallen colloquio {sie) gewessen und wisse kein gelerteren und fridsamern in der religion dan Marlin Bulzer zu Sirassburg. Daruff schribc bischofl' tierman der sladl Sirassburg, wie er gesinnl sein kirch zu reformieren, darzu er gelerle leült in der religion bclorfl'te, balle man wolle ime M. ßutzern dazu günnen, daruff Bulzer im hornung zum bischof gen Bonn käme. Groger empfing ein wol, name in mil gen Colin, darnach wider gen Bonn, do hal Bulzer über achl dag lang predigl. Groger liess ein buch der reformalion aussgan, wider dess erlzbischoff Hermans willen. Es wass fast auss den evangelischen oder lullerischen büchern gezogen. Im december schickle der churfürst von Coelln widrum geyn Strassburg Martin Bulzer und Dr. Hedio widerum erfordern, und liess sie zu Bonn predigen. Es war aber herlzog Joerg von Braunschwig, schulherr von Sirassburg, auch Ihumbherr zu Coelln, der legle sich hart wider Butzern. Das iohr daruff schribe erlzbischoff abermahlen umb Bulzern und Dr. Iledio, die zogen auss geheyss des rahls widerum dahin. — J. Wenckeh, CoUectanea, fol. 15^ — \Q\ 2364. {Ein grosser Schwarzkünstler.) — Dise gantze zeit her vom pabslum halle sich ein pfaff, so BealusN. hiesz, in der cluszen zu S. Andres enlhallen, ein grosser Schwarzkünstler, man hiesz in nur Beat warsager; es war lange jar ein solch zulauf zu im gewesen das niemandts glaubt er wüssle alles was gestolen (wo es) hinkam, wer es helle, auch was anders wo geredt, gehandlet und virgenommen, auch über 1000 meilen; solchs zeigten die gelerten ahn dasz es ein teufelsbelrug wäre, Christen solchs nit gebürle mit dem teufel gemeinschaft zu haben, auch nit zu leyden bey Christen dasz man mehr dem teufel nochlief dann golt. Dar- neben bannet er etliche böse geisler in heuser die im nit holt waren, da- mit meniglichen von in plagt wurde; derhalben wardt im verboten die Stadt zu meiden und anderswo zu wohnen (doch dorfle er zu etlichen Zeilen herkommen). Darauf zöge er gen Hagenau; do wichen die teufel und gespenst auch hinweg; und anno 1563 gestorben zu Hagenau in einem Sessel, alsz er zuvor anzeigte in welcher stund er sterben würde. — J. Wencker, CoUectanea. 2365. (Beati Rhenani monumentum Selestadii posilum.) ï"ol- ^^^ — 356 - Deo optimo maximo sacralum. EàSA MEN OYPANIH 2TPATIH rH0H2EN lONTI, nA2A AE 2AE2TAAIßN E2T0NAXH2E nOAI2. TA TOT BPOTßN E$HMEPA BIOY- KAHNO^, 2KIA2 ONAP, EIAßAON AN0PQnO2 E^Y. OYK 0AB02, OY XPY202, TENOS, TYPA]\NI2, OYA' EYMOP$IA, OYA' EYMA0E2 MOPON ^YPEN- BAINEI IIAP' ESAI$NH2 BP0T0I2 noAYMOX0OI2I • (AEIBETE NYN AAKPYON) 0EOY MEEA^ BEATON HPnASEN N002, nP02 OABmN X0P0Y2 AFQN, 02 HN MEN OMMA ÏÏATPIAO^, KAI KAEINON EYX02 0EYTONON, M0Y2H2I nP02$IAE2TAT02 EAAHNIKH2 KAI TIMI02 PßMAIKHS • 2Y A' EYTYXEI. Te capiunl laeto venienlem sydera plausu Sed quae te genuit, palria terra dolet. Vita morlalium diaria: fumus, umbrae somnium, simulacrum homo est. Non félicitas, non aurum, gcnus, dominium, neque venustas, neque docilitas mortem effugiunt. Invadit derepente aerumnosos mortales. Fundite nunc lacrymas, Dei magna voluntas abstulit Bealum, perducens eum ad clioros beatorum : qui oculus erat patriae et inclyla gloria Teuto- num, musis graecis amicissimus, honoratusque romanis; tu autem bene vale! — Exe. Sp. Fol. 269» 2366. (ISeiie Münslerglocke.) — Domollen wardt die nochglock, so itzundt sclileclit, gössen, aufi'gelienckt und bedeckt. — Pp. Sehn. 154-3 2367. {Bollwerk am S. Cdarenivoerlli gchaxiL) — Man bawle auch ausser der rechten handl neben Kronenburg, den holen wall und wardt die cape! zum Elenden crulz abbrochen, do die armen sünder sust das sacrament empfingen, von D. Keyserspergcr auffgericht, auch wardt der wähl in S. Johanns garten, bey Teuflclslhurn gemacht und der Ihurn abbrochen. Doniallen wardt S.Clarenwerdl mit einem wal und rundelcn anlangen und bawen biss an den thurn, im Sack genandt, man fandt vil alle heydnische - 357 — münlzen da. — J. Wëncker, Colledanea, II fol. IG''. — Cfr. aussi Silber- mann, Lokalgeschichte, p. 94. 2368. {Bau des aeiisserslen Melzgerllwrmes.) — Spcckliii sprach da- von zum Jahre 1543. — Silbermann, Lohalgeschidde, p. 98. 2369. {Kapelle zum «EllendencrenlzT) abgebrochen.) — Die capelle Fol. 273 «zum Ellenden creulz», die ward anno 1543 ahgehrochen. — Exe. Sp. 2370. {Wirren im Koelner Erzbistimm.) — Als der kayser aus Afrika in Hispasnia kommen was, zöge er gegen den frühling in Deulschlandl, den herlzog von Gülich zu straffen. Kam der kayser nach Speyr. Dahin käme von Strassburg herr Jacob Sturm und andre fürstengesandten, handelten von wegen des herzog's von Braunschweig, der sie mit raht er- sucht hatte, richten nit vil auss. Der churfürst von Coelln kam dahin, batt für den hertzogen von Jülich, rieht auch nichts auss. Zu Menlz kam dem Jcayser grosse klag von Strassburg, wie sie das bistum, alles nach ihrem kopff, haetlen reformirt und alles vom alten weg gewent, wozu des pabsts schreiben viel halff. Der kayser zöge auf Bonn. Butzer und Hedio, welche das vorige iahr vom churfürsten von Coeln nach Bonn begehrt worden, da zu predigen, waren in grosser gefahr zu Bonn; sie hielten sich derhalben heim- lich und still. Das spannisch kriegsvolck, die mit dem kayser nach Teutsch- landt kommen, haueten über 300 aecker reben ab, sagten : So muss man die lutherischen lernen. Der kayser hielt band über die Stadt und volck, sonst haelten sie die stadl verbrant, plünderten alle doerffer darum, alles auf anklagen der pfaffen zu Coeln. Der kayser handelt mit dem bischoff, einen stillstand zu haben, biss auf ein concilium und solte den Butzer und Hedio gehn Strassburg wider zurückschicken. Als der keyser nun davon zöge, besetzten Butzer und Hedio die kirchen mit gelerten und kamen sie widrum gen Strassburg. — Silbermann, Extraits manus- crits, IP partie, p. 26. — J. Wencker, Colledanea, II, fol. 16^. 2371. {Sonnenfinsternis s.) — Anno 1544, 2. nonas januarii, 9 uhr Fol. 274 vormittags, war bey hellem himmel ein so grosse sonnenfinsterniss dass 1^44 die handwerksleuth lichter anzündeten, weil man sonsten weder schreiben noch lesen kunt. Es waren auch dieses iahr drey gantze mondsfinster- nissen. — Exe. Sp. , 2372. {Hohenburg verbrannt.) — Den 24. martii hat die aptissin auf i-'ol. 275 Hohenburg gebadet, welche Agness von Oberkirch hiess, von adel, und das badhuss verspert. Indem got in dem badhuss ein feuer auf. Die nonncn und andere klopfen ahn, sagen: Gnedige fraw, das feurim badhauss brennt — 358 — nil redit, es würt ein feur sein. Indem hebt es überhaupt ahn zu brennen, also dass sie nackt aus dem bad geloffen. Wenig kam aus dem closter, es verbrannte vast alles: kirch, creutzgang, und die gebew. Die glocken im ihurn schmelzten, vil heiltum und ein grosser schätz, sarabt allem gebew ging zu grundt. Man sähe das feur im ganlzen landt, von Basel und dem gantzen Schwartzwaldt, biss unter Rastatt, das macht die hoehc. Hernach sind sie gen Sirassburg, so man auch noch dem brandt ein wenig widrum bawen hat. Do sind sie fast alle ausgestorben. Der bischof (hat) hernach welsche prisler und nonnen aus dem dosier Neymünster hinaus gesetzt, und hat des gefell ingenommen. — J. Wencker, Colledanea. 2373. (Karl V und die Aebtissin zu S. Stephan.) — Ebendamahlen buhlete ein moench zu S. Arbogast, Ludwig Botz, mit der aeplissin zu S. StefTan, Adelheid von Andlau. Er sliege über S. Stephans thoerle in der Steingassen bey nacht über der maur hinein. Dass hatte man ihm abge- sehen und einmahl da er aber was hineingestiegen, steigen über eine weil die scharwaechter auch hernach, dan die leyter noch innwendig slunden, und erwischelen sie beede in der kammer im bette und legten ihn in thurn gefangen, sie aber wurde verhütet. Doch bewilligten sie beede ein- ander zu nehmen. Die kam gen Speyr zu kayser Carolo V, zeigt ihm wahr- hafftig alle geschieht an, sie wolle in die ehe greiffen und bey ihrem geist- hchen stand bleiben, bale ihr Mayestäl wolle sie darbey erhalten. Nachdeme sie nun ein überauss beredt weih war, gab ihr der keyser selbs die ant- wort, sagend : Liebe frauen, diese cloesler sind für iungfrauen gestiftet die gott dienen, dieweil ihr aber der weit dienet und habt zur ehe griffen, kann ich euch nicht helffen. Doch wann ilir nit haetlet zur ehe gegriffen, wolle ich euch wol helfen. Doch schaffet der kayser dass die stall ihr noch ihr leben lang noch also vil mussten geben, als sie bewilligt hallen, nemb- lichen 100 gülden, 40 viertel fruchten, 2 fuder wein, holtzund behausung. Ist genug für eine hur. — Exe. Sp. — Résumé dans Pp. Piton. — La fin chez J. Wencker, Colledanea, II, fol. 16 3. Fol. îTC 2374. {Ein grosser Fisch gefangen.) — Eodem (anno) ward ein hecht in der 111 gefangen, so 34 pfund gewogen, die leber 31 loth. — Exe. Sp. 2375. {Graf Wilhelm von Fürstenberg baut einen Thurm in der Stadt.) — Domallen alss graf Wilhelm von Fürslenberg zu Strassburg was, baute er an seinen hoff, gegen S. Slephansplan, eine pforie mit grossen steinen und zwey rundel mit schutzloecheni für ein ziemlichen gewalt. Als solches stunde und er weiter bauen wolle, und er aber mit dem keyser und andern in grosser freundschafl stunde, war solches dem ralh bcdencklich, verholen — 359 - ihm solche feslung weiter zu hauen. Hernach, anno 1560 ist es wider ah- gebrochen und dass hauss zur Jungfrawen dareingehauen worden; dan alle haeusser daherunnb sein waren. — J. Wencker, CoUcclanea, fol. 10'\ — Exe. Sp. 2376. {Peter Brully zu Tournay verbrannl.) — Damalen alsz Johannes 1545 Calvinus von Straszburg hinweg käme, wurde Peter Brülius von Metz vom keyser vertriben; der wardt an Johannsz Calvinus statt in die französisch kirch geordnet; es wardt aber ebendamalen potschaft zu Straszburg ausz Flandern, insondersvon Dorneek (kommen); ehe man in ahnstellt ward er durch Marlin Butzern und andere erbeten er wolte dahinziehen und solchs göttlich werck helfen ahnrichten ; sein schwähr, auch sein weib, die blieben zu Straszburg, und zöge er ins Niederlandt. Alsz er dahin käme gen Dorneek, hatten in die pfaffen von stund an erfaren, brachten so vil zu wege, dasz man in suchte; alsz sie solchs erfuren, liessen in etliche gute fründt by nacht über die mauren hinus in graben; alsz er hinab käme und im graben sasse, wollte im einer glück wünschen und sliesz ungefer ein ledigen stein ab, der fiele Peter Brulii auf ein schenckel und schlug im den entzwey; er schrie vor schmertzen, auch seines unfallsz; das hörten etliche wechter, wardt also gefangen und ingelegt. Alsz man ime vil ding vorhielte, bekante er seinen glauben starck, dan er überausz gelert wasz ; er schriebe etliche brief an sein hauszfrau gantz christlich. Alsz die von Straszburg solchs erfuren, baten sie den churfürsten, auch den landgrafen und andere (welche eben damals zu Wormbs waren); aber ehe man hinab käme war er schon verbrandt. Er bekannte seinen glauben mit grosser standlhaftigkeit bis an sein letztes endt. Geschehen den 19. hornung. — J. Wencker, Collectanea. 2377. {Gesandschaß nach England und Frankreich.) — Damalen kam koenig Heinrich von Engelandt und koenig Frantz auss Frankreich in ein schweren krieg mit einander, Bolonien halben. Als er aber den prote- stierenden schwer läge, wurden zu solcher légation von allen fürsten und stedten ausgeschossen, zu koenig in Frankreich Christoph von Hüningen, von Strassburg, Johann Brim von Nideck, und Johann Sturmius; zum koenig in Engelandt Ludwig von Bombach, von Strassburg Johannes Sleidanus. Es wardt aber nichts verriebt, wiewol der keyser auch zu in schlüge. — J. Wencker, Collectanea. 2378. {Neubauten.) — Anno 1545 brach man in S. Johans garten am Fol. 279 eck den Teuffels thurn ab, und füllet ihn mit erden. Man kaufte viel haeusser — 360 — bevm Teulschen hauss, Weyssenlhurn und Cronenburg und brach bey letzterem die Herrenkirch oder capell ab. Der Grüne thurn an Steinstrass, so anno 1480 erbauen, war sehr hoch, mit einem grünen dach, dieweilen er aber vor der stall an der mauren stunde, wurde er über halb abgebrochen. — Exe. Sp. — K.-S. G-, p. Tlà-. 154-6 2379. (Butzer's Predigt über Luthers Tod.) — Alss ßutzer widerum gen Strassburg (von Regensburg) kommen, und am ersten sontag in der abendtpredigt im münster, beweinte er den standt teutscher nation , zeigt den dot Lulheri ahn, was er vor seinem end gebeten halte, und sprach diweil gott disen propheten genommen, dass gewiss ein Irübsal über Teutschlandt gan würde, dann Luther oft gesagt, bey seinem leben werde kein krieg der religion werden, das hab er oft von gott beten, aber noch seinem dot werde es bald ahngan. Do sollen wir gott darüber bitten, darumb Lulheri bûcher gern lesen, dann darin der kern und auslegung goeUlichs worl waere. — J. Wencker, Colledanea. Fol. 282 2380. {Vorbereitungen zur Veriheidigung Strassburg' s.) — Anno 1546 brach man viel haeusser bey Roseneck ab und schütte ein grossen wall in die stall, neben dem thor inwendig biss an die hindermauer zum Drey- zehnergraben und brach auswendig die zinnen ab, damit dasselbig eck wohl versehen waere zu beyden seyten. Man führte solche erde von Schilckenbuckel herin. Man schütte auch ein wall in S. Clara closlergarten am Rossmarckt an die mauer, damit man über die Rauscher- und Plawel- mühlen in den aeussern Dreyzehnergraben streichen koente und brach im Zeughoff darneben den thurn ab, und ward die maur in Burggassen, zum auffenlhalt des walls gehauen. Man brach hin und wider vil schutzloecher ein, und baute blochhaeusser auff die wasser allenthalben und goss man viel stück und kugeln, bestellte viel pulver, auch provianl, sallz und schmallz, salzte fleisch ein, legte in die Predigerkirch, machte vielschantz- koerb auf die bollwerk, bestellte die wachen, musterte die burger, nahm 2 grosse faehnlein knecht an, die legte an in die Wanzenau, bis man sie erfordert. — Exe. Sp. — Pp. P. — Gfr. aussi Silbermann, Lokalgeschichte, p. 100. 1547 2381. (Ein franzoesischcr Gesandter in Strassburg.) — Es war aber die zeit, im hoi-nung, Mendoza, ein vertriebener Spaniei', von koenig ausz Frankreich gen Straszburg komen, der zeigt des königs geneigten willen ahn gegen die Stadt und bundlverwanten, bote hilf und gelt, auch besalzung und erieltung der stadl ahn, damit sie vor dem keyser wohl sicher beleiben mochten, und hole vier mal mehr der stadl ahn denn man zuvoran vom könig — 361 - begert hatte; sagt der könig hette sich bis ahnher besser bedacht, und diweil es dem keyser glücklichen ginge, stunde ir grosse gefahr darus und betorfen des königs hilf mehr dann zuvoran, und solten solche gelegen- heit nit auszschlahen. Solches erfure der keyser bald ; forchte die Stadt Straszburg mache mit Franckreichbündtnusz, daran ime nil wenig gelegen wasz, danne sie ein port des Rheins und Teulschlajidt ist ausz Franckreich. Es käme aber in zwen dagen dem keyser widerum post durch etliche die noch gut keyserisch waren, dasz die Stadt Strassburg dem koenig ausz Franckreich hochheben dankten seiner hilf und beystandf, diweil sie sich aber entschlossen bey dem keyser um Verzeihung ahnzusuchen, hoften sie ein gnädigen keyser zu haben; wo sie aber über alles kein genaden finden, wolten sie sehen dasz sie durch mittel machten zu genaden kommen; daruf Mendoza widerum zum könig zogen ist. Alsz der keyser solchs erfure, war er über die massen wohl zufriden. — J. Wencker, Collectanea. 2382. {Strasshurger stossen zum Schmalkaldischen Bund.) — Damit aber die von Straszburg aufbracht wurden und dem bundt zuzogen, auch gelt erlegten, schickte der landtgraf seinen ersten söhn Wilhelm gen Straszburg; der halte auf jähr und lag do sin aufenlhalt bey D. Johann Wintern von Andernach; daruf name die sladt Straszburg auf 2000 knecht ahn, schickte sie mit margraf Wilhelm von Furstenberg und Ulman Boeckle den bundtsfürsten zu, vir Ingelstadl. — Ibid. 2383. {Aussoehnung mit dem Kaiser.) — Hierauf sandten die Strass- hurger nach Ulm zu den raelhen des kaisers um frieden auszumitleln, herrn Jakob Sturm, Mathis Pfarrer, Marx Hag. Der keyser liess sich nicht ungeneigt finden und sie zogen wieder gen Strassburg und zeigten ihren handel an. Man war zufrieden und schickte nun die genannten dem kaiser selbst nach Noerdlingen. Den 20. märz erschienen sie vor ihm, thaten einen fussfall, baten um Verzeihung, sie hätten ihren bundsgenossen den vertrag hallen müssen, wissen wohl dass sie Ihro kays. Maj. hoechlich dadurch erzürnt, aber er solle sie gnade finden lassen, haben bisshero in allen reisen und zügen ihr bestes gethan, soll kays. iMaj. hinfort allen gehorsam, wie es immer seiner reichstadt geziemt, gewaertig seyn. Der kaiser liess sich gnaedig finden, beschied sie wieder, antwortete ohne zorn aus obigen gründen : er wolle ihnen verzeihen und alles vergessen, aber sie sollen ieden bund wider ihn, besonders den schmalkaldischen verlassen, auch geloben künftig in keinen bund zu treten, da nicht kays. May. auch sey, und deren bruder, sollten Seiner May. und dem kammergericht gehorsam, und ihre gebühr zu Unterhaltung desselben erlegen, wie es — 362 — einer treuen reichsstadl gebührt; sollte Ihro May. feinden, weder jelzt noch künftig, keinen unterschleif noch aufenthalt geben; sollten ihren burgern und unlerthanen nicht erlauben dienst gegen kays. May. zu nehmen, weil aber Ihr. May. dem heil. rœm. reich und der Stadt Strassburg zur wolfahrt m diesem kriege grosse Unkosten augewendet, damit alles wider moecht in Ordnung gebracht werden, begehre er ihre Steuer dafür, nem- lich in 6 monaten 36000 gülden und 12 stück büclisen, darunter 4 mauer- brecher, A nothschlangen, A grosse feldgeschoss, und auf jedes stück hundert kugeln und gehoeriges pulver. Dagegen will der kaiser sie in ihren vorigen freyheilen lassen, sie mit keiner schweren Schätzung beladen, und es bey dem herkoemmlichen lassen. Hierauf schwieg er still und heftet einen scharfen blick auf die Slrass- burger ob sie wohl diese bedingungen annehmen würden, als aber sie mit unterlhaenigem danck zufrieden waren und annahmen, war dem kaiser wieder wohl, denn er sich vor den franzoesischen unterhaendlern sehr fürchtete. [Bey der aussoehnung sagte einer: Ir Majestaet waere nur zu gnaedig! Daruf sagt Ir. Majestaet: «Du verstehest es nit; wollt golt ich kunte alle meine feindt zur güle bewegen, ich wollt in noch gelt dazu geben.» Zogen in der stunden noch hinweg auf Nürnberg zu. Die gesandten kamen gen Strassburg heim und ward ire Werbung vom ganzen ralit an- genommen, solche zu halten. Damit kamen sie des kriegs an ein endt und zogen die franzoesischen gesandten widrum heim von Strassburg ohn- verrichteter Sachen.] Die andern bundsgenossen wurden weit strenger behandelt. Landgraf Philipp verraelherisch gefangen nach einem nachtessen beim hertzog von Alba und sein söhn in Strassburg klagte bitter über herzog Moritz und den von Brandenburg, weil sie seinen vater verrathen, befahl aber dass alles was sein vater bewilligt geleistet werde. Der kaiser bekam in diesem krieg allein vertragsweise über 800 grosse feldstücke. — Text modernisé et résumé parT.G.RŒiiRicn. Le fragment entre [ ], reproduitpar J.Wencker, Colledanea. Fol. 2Sl^ 2384. {Das Grab Bischof Bcrthold's im Münsler geocffnct.) — Den 22. marlii alsz im münster S. Catharina capel oben das gewelb bresthaff war, da hatte man solhs hinweg gethan und ein gantz new gewelb dahin gehawen und auff gericht wie noch zu sehen. Do hatte der werckmeysler domit die capel geebnelt werde, mit vorwissen viel begrebnuszen hinweg gelhan, do halt er bischoff Behlolff begrabnusz auch auff gethan welche - 363 — under der erdrich etwas diefT aufî 5 schuh war, oben aber über der erde uff 3 schuh alsz man hinab geschehen (sie). Das grab wardt inwench'g mit schonen steinen auszgehawen; do hatte man iiellc hechlcr hinab gelassen, do hab ihs selbs gesehen das er noch ganz do gelegen, ein schone grosse lange herliche person. Er läge mit dem haupt auff einem schonen Rissen daran golt wasz, sein ahngesicht, mundt und nassen wasz noch alles gantz und weysz von färben, allein die äugen wahren mit einer schwartze über- zogen, hatte ein schone inful auff und von gollt, silber und grünem samett mit gülten rossen, ain schonen ornait ahn, lag etwas auff rechten seytten. Ahn seinem rechten arm hatt er ein bischofflichen stab, gantz verguldten, in der lincken handt ein vergult schwerlt und buch, an den banden handt- schuh und guldne ring daran, an seinen fussen halt er stiffel ahn und doruber bantofflen und vergultte sporen. Zu verwundern das er 194- iar also gantz noch da gelegen ist als wan er vor drey dagen gestorben wehre; man liesz in maniglichen sehen den gantzen dag; den andern dag hatte man blatten darüber gelegt und den obern stein in die werckhütle gestellt, aber sein epitaphium ist noch in der wandt, welhes im zu den fussen in der wandt stunde und noch zu sehen ist. — Pp. Sehn. 2385. {B. Ochino zu Sirassburg.) — Bernhardus Ochinus hielt sich auch 1547 zu Strassburg auf und zog mit P. Martyr nach England. — Pp. Rh. 2386. {Malheus Zell slirhl) — Anno 1548, den 10. jenner, starb 1548 herr Malhis Zell, seines alters 74 iahr, hat 41 iahr gepredigt im pabslthum und lutherthum, der allererst evangelische prediger, welcher erstlich viel hat müssen leyden, ein frommer, eyffericher und ernsthaffler mann in gottes wort. Dag und nacht war seine behausung voll armer leulh, denen gab er essen und trincken und alles was er hatte. Er ligl auf Kurbau, allerhinderst im eck. Sein haussfrau Gatharina stund auf sein baar auf der begraebnis, thate eine schoene predig zu den weibern mit grossem ernst, zeigte an wie ihr hausswirth nit gestorben sondern erst recht lebendig worden waere, bewiesse solches mit goett- licher geschrifft, weynet nit, trug auch kein leyd. Martin ßutzer that zu den maennern erstlich teutsch, darnach in latein eine schoene sermon, den vil frembt volck do war. Man scliaetzte auf 5000 personen die bey der begraebniss waren. — Silbermann, Exlrails manuscrils, 11^ partie, p. 26-27. — J. Wencker, Collect., II, fol. 18*. 2387. (Verhandlungen wegen des Interim' s.) — Man hielte wegen des Interims taeglichen rath ernstlichen, und stunden damahlen die burger B. XtV. — (M.) 24 - 364 — stets vor der Pfaltz, etwa 2000 biss 3000, dass man offt nitl wusste wie man daran was. Die herren bathen offt dass man hin solle gen, es würden olle ding wol geordnet werden. Zuletzt bekamen schoefTel und amman von den zünfTlen vollmacht zu handeln; do übergab schoefTel und ammann dem rathe alles bey zu handeln, dobey wolten sie bleiben. Die burger wolten kurtzum keine aenderung in der religion haben. Als aber raeth und XXI zusammen kamen, und viel ihrer haulh, auch den kayser forchten, wolten viel aufstehen und hinweg gehn. Herr Jacob Sturm stunde vor die thür, wolte niemands hinaus lassen, es waere denn ein beschluss geschehen. Dievveil aber etliche gut keyserisch, auch leben von ihm hatten, forchten sie sich vor der burgerschafft, wan etwa solle ein auf- lauff werden, würde es über sie gehen, und beschlossen das buch oder Interim anzunehmen, dan die sag gewiss war, der kayser wolte selbs kommen, wie er sich auch hat hören lassen. Domahlen sähe man wie es zu Costentz gegangen was. Damit aber viele zu beyden seithen ruhig seyn moechten, gaben sie ihr burgerrechl auf und zogen an andere ortl biss das welter herüber seyn moechte. Die burger fluchten ihnen schier den halss ab, sagten: man führte sie in angst und nolh und zögen darnach davon, warfen mit boesen Worten um sich, etc. — Silbermann, Extraits manuscrits, W partie, p. 27-28. — Se trouve, avec quelques variantes, chez J. Wencker, Collect., II, fol. 14''. Fol. 293 2388. {Soeldner abgeschafft.) — Man hatte einige iahr her stets pferde in- und ausserhalb der Stadt in besoldung gehalten, darauf ein sehr grosser kosten gieng, da wurde anno 1548, den 19. mai, alles aberkannt und ein rittmeister gehalten, wan etwa von noethen, pferde zu werben. - Pp. F. 2389. {Festsetzungen ivegen Einführung des Merim's.) — Als die gesandten vom kayser zurückkamen, wurden im seplember etliche von der Stadt und dem bischof abgeordnet, die alle Streitigkeiten des bischofs mit der statt verglichen. [In der handlung mit dem bischof, des Interims halber, also ergangen, nota: D. Johann Dyschle und D. Welsinger waren die redelführer, sonst helle man wol koennen mit dem bischof überein- kommen.] Man räumte dem bischof münsler. Jung- und All S. Peter ein. S. Thomae Hess der bischof fahren weil es für (die) schule angeordnet war. Diese vier stifte hallen noch ihr ganzes einkommen. Die Stadt nahm dann die geistlichen herren alle in ihren schütz, dagegen sollten sie der stall eine gemeine Steuer geben, sonst aller beschwerden frey sein, welche - 365 - bürger waren, eiiiess man das burgerrecht. Viele hallen weiber, die Hess ihnen der bischof; auf den chrisüag sohlen sie anfangen mess zu singen. — Résumé de l'original par T. G. Uœhricii. — Le passage enlrc [ ] est un fragment du texte, conservé par J. Wencker, Colleclanea. 2390. {Einführung des Interim' s.) — Annol549, umb weyhenachten, Fol. 599 hübe man an, zu den Predigern zu leuten und in die predig zu gehen. 15-49 Darin ging der ganlze rath. Die pfaffen sollen auch anheben auff den drey stifften, so waren sie noch nit gerüsl. Auff etlichen waren kaum 3 oder 4 pfaffen, die andern hatten kein chorhembler. Also muslen sie es damahls bleiben lassen und schickten in Schwaben, Lotharingen und in's land nach pfailen. Da kamen ganlze waegen vol schelmen her. Antea da dieburger erfuhren, dass man die mess wider solle aufrichten, waren sie unwillig, lieffen offt zusamen, kamen auch vor die Pfallz. Es wolle sie nichts gutes ohmen (sie), dieweilen die fürnembslen, vom ralh, auch von den burgern, hinweg zogen. Darauf zeigte herr Jacob Sturm und herr Mathis Pfarrer, altammeisler, den burgern an, man würde sie in drey tagen alles berichten, was ge- handelt worden ist. Darauf forterle man alle zünffte zusamen, zeygte den burgern an, was mit dem kayser, auch dem bischoff Erasmus, schoeffel und amman ge- handelt worden waer, der religion halben, also dass man um friedens willen dem bischoff und dem kayser zu gefallen nur drey kirchen wolle einräumen, dargegen die Prediger kirch aufthun, die andern kirchen bleiben alle wie zuvoran. Man würde nur mess lesen und vesper singen, sonst würde weder procession, weyhwasser noch anderes nit zugelassen werden. Dieweil sie kirchen genug in der Stadt haetten, halben sie gedull zuhaben, es würde vielleicht nit lange waehren, dan sie wohl sehelen und hoerten wie der Spanier hauss halte. Wan nun der kayser solle stadl und land angreiffen, haetten sie kein hülff. Sie würden sehen, dass dieses zehenmahl leitlicher were, dan die fürnembslen bundsverwandten gefangen, die andren haelten sich mit dem kayser vertragen. Balhen die burger hierinnen, ihr weih und kinder zu bedencken, gott werde selbs ein mittel dazu senden, und bathen man wolle ihnen als vaettern vertrauen, sie wollen handien das sie gegen gott und maenniglich bestehen koenten, dan sie waeren nun eine zeit lang, lag und nacht, zu rath gesessen, wie sie selbst wissen und haetten keinen bessern weg finden können. Bathen auch, man wolle die pfaffen mit ruh lassen, ein ieder sein gesind und kind auch dazu anhalten, — 366 — domil man nicht in weitere liandlung kommen moechte, weil ietzund alles zum vertrag kommen waere. Die burger waren wohl unwillig, halben doch man wolle das beste hierin handien. — Silbermann, Extraits ma- nuscrits, II«' partie, p. 28—30. — Wencker, Collect., II, fol. 48^ — Résume dans les papiers T. G. Uœhrich. Fol. 302» 2391. (Der erste katholische Gottesdienst im Münster.) — Anno 1550, 1550 den letzten jenncr, hub man an um drey uhren im münster. Jung- und Alt S. Peter zur vesper zu laeuten, was am liechtmess abend. Es wolte ihn aber ein obrigkeit nit gunnen, im münster noch anderswo mit den glocken im thurn zu laeuten, musten sich mit dem vespergloeckle in dem thürnle auffdem chorbehelfîen. Als man ausgelitten hatte, war viel volcks da, von iungundall, insonders im münster. Sic sangen eine kurtze vesper, machten sich bald widerum in die capitelstub und machten die thüren zu. Den 1. februarii was em sontag und Unser frauen liechtmess, da litte man zur mess; als die Fürsten und graßen, so damahlen auff dem stifTl waren, in chor kamen, giengen vier slaebler vor, mit siiberen stachen, wie gebraeuchlich, stehen sich in's chor, sangen ein weil und hub der pfaff die erste mess an. Da war ein solches gelauff und gemurmel im münster, das man schier sein eygen wort kaum hoeren mochte. Darnach war der priesler, so M. Probasius (sie) Soffer hiessc, aus dem chor auf die cantzel begleit. Es war aber sein predig mit ernst zu hoeren niemand hinkommen, dan eitel alte pfaffenhuren und derselbigen knecht. Und als er auff die cantzel traite und das evangelium verlesen hatte, war das münster voller volcks, nur zu hoeren was er predigen wolte. Nach verlesenem evangelium, hübe er ahn : Liebe alte Christen, wer wider den leuffel und die well will sti'cilen, der muss sich rüsten, als einer der einen baeren stechen will. Er muss ein glatten kütlel anthun, dass die klauen nit hafften moegen, ein glat paar sliffel an han, domit ihn nichts am weeg hinlere, ein gute nebelkapp, ein gut paar handschug, und einen scharffen spiess. Also wan sich der baehr auf thul, gegen ihm will, dass er gefasst sey, und um ihme nach dem herlzen zu stechen, und also fachen. Also muss man den baehren stechen, wie auch der heilige Paulus von den goettlichen waffen auch schon redl. Also in dieser weit auch, etc. Auf solchen laecherlichen anfang fieng maenniglich an zu lachen. Man hat ilin nachmalilen biss an sein end nicht anders dan den Baehrenstecher geheissen. Alss er widrum von der cantzel nach der predig in chor beleit wurde, hübe er die mess widrum ahn ausszumachen, mit Verwunderung des jungen volcks und zöge jedermann heim. — Silbermann, Extraits — 807 — manuscrils, II« partie, p. 30—32. — J. Wencker, Colledanea, II, fol. 19^. — Pp. T. G. Rœiiricii, en résumé très-exact. 2392. {Unruhen im JSachmillagsgoücsdicnst.) — [Nachmillao- um 12 uhren littet man mit dem kleinen gloeckle, zur mi(dag:sprc(li{3^ Do käme abermalen vil volcks dahin zuhören. Ein oberkeil hatte aber allvvegcn die Stadiknechte da, damit kein aufflauf noch anders daruss folgen moechte.] Als man aber in der besten predig ist, schlagen einander zwey buhen, weiss niemandt warum, der stadlknechl will einen fangen; laerm; die Stiftsherren wissen nicht was es giebt, der prediger erschrickt, lauft fort. Jacob Sturm und der ammeister kommen nachher in die capitelstuben, sagen es sey nichts, sie sollen ruhig fortfahren. Die herren antworten sie koennen unter dem unruhigen volck ihres leibs und lebens nicht sicher seyn, man müsse eine andre Ordnung vornehmen. Montags rillen die slifls- herren gemeinschaftlich zum bischof gen Zabern, bischof schreibt an den kaiser in die Niederlande, die Stadt schickt gesandle hin: es sey ohn ihr wissen geschehen, wollen sorgen, dass nichts mehr der art vorfalle, so einer schuldig befunden, wollen sie ihn am leib straffen. Kaiser anlwort er koenne die Strassburger nicht weiter treiben als sie sich Selbsten erboten haben, gebot dem bischof mit ernst seinen geistlichen zu befehlen, dass sie in ihrem werck fortfahren. — Le passage entre [ ] chez J. Wencker, Collect., II, fol. 19'''. Le reste résumé, un peu modernisé, de T. G. Rœhrich. 2393. (Vorsichtsmassregeln im Münster getroffen.) — Alss sich die statt und der bischoffwiderum hatten mit einander verglichen und sollten die pfaffen ihr werck widerum ahnfahn, verschlage man vom crülzgang die Stegen hinauss bis ins eher, auch die chorthüren gegen dem volck und allenthalben mit eissenen gettern das niemands zu den pfaffen kunle komen, also dass sey sicher gingen vom capitel bis in's chor und bestellte man ahn alle thuren, ordt und endt Stallknecht, domit niemandts etwas mochte ahnfahen. Den 24. maii, was der pfmstabentl, do hüben sey widerum ahn vesper zu singen und morgen mess und predig zu halten durch den berenstecher. Der stell- und ammeysler beleyben den dag jedesmoll im münsler, damit kein aufflauff werde, als man widerum ahnhub vesper zu singen. — Pp. Sehn. — Résumé, Pp. Rh. 2394. {M. Greuter und W. Dachstein singen iviederum im Chor.) -— Fol. 303—304 Und Martin Greuter, der cantor und Wolff Dachstein der organist, so das evangelium hatten helfen befürdern und vil gute psalmen haben gemacht, (waren aber zuvor moench gewessen, und hatten weiber genommen und kinder), drallen in ihren chorhemdern wiederum in's chor und hülfen — 368 - singen unJ luden hiemil eine grosse feindscliaft von den burgern auf sich dann maus ihnen nil zutraut hatte. Dornach käme das volck in ein gewon- heit, dass man sie mehr acht, dieweil die pfaffen allein im chor blieben. Man braucht kein Weihwasser, noch saltz, auch kein procession, brannte nur lichter aufï'dem altar und sunst keine. Es kam auch sunst niemandtin die kirch, allein etwa 6 oder 8 alte pfafTenhuren. Wann ein papistisches starbe, begrübe mans zu den evangelischen, es galle gleich. Allein etliche begerten anderswo zu liegen. Das leiss man geschehen wie noch. — J. Wencker, Collectanea, H, fol. 19 ^ — Texte modernisé, Pp. Rh. 1552 2395. {Zug Heinrich' s II. nach dem Elsass.) — Der koenig von Frank- reich, Heinrich der II., liess ein schreiben an die slaedte des reiches drucken, worin er die freyheilen des französischen volks rühmt und hoch bedauert, er wolle Deutschland befreyen und hoffe, dass man ihm beystehe. Ueber tausend exemplare dieser proclamation kamen gen Strassburg. Nachdem der koenig Metz, Toul, Verdun genommen und das gerücht ging, dass er auch Strassburg begehrte mit wenig begleilung zu besuchen, und anzeigen liess, was die Stadt für einen grossen nutzen darauss ziehen koennte, wie er so günstig gegen sie gesinnet, da die sladtden Frantzosen schon so grosse dienste geleistet, da nahm die Stadt in eil 5000 mann in sold auf, deren obrist Claus von Ilattstadt. — Arrangement fortement mo- dernisé. Pp. Rh. Fol. 318''— 2396. {Verlheidigungsmassregeln in Strassburg.) — Anno 1552, als 3^9* Strassburg die post bekam, dass der koenig in Frankreich herausziehen wolle, flöhe dass ganlze land mit hab und gut, frucht und wein, in die statt. Man haute alle baeum und gaerten umb, brach Waseneck, ziegeloffen im Sack, vor Clarenwoerd das büchssenhauss ab und was vordem Juden- thor stunde, als die plawelmühl, walck- und lohmühl, alle gartenhaeuser und brantweinhütten, den armbrustrein, stellete alle zünffte an, die mussten neben den knechten anheben einen neuen graben zu schrolten. Diebauren mussten hollz und stein in die statt führen. Man stellete schantzkoerb, führte stück auH, brach schulzloecher, bauet blockhaeusser auffs wasser, führete ein graben von Clarenwoerd biss vor die Rauschen am Dreyzehner- graben, in der mitte mit einer wehren. — Exe. Sp. — Pp. P. Fol. 317^ 2397. (Entrée de Charles-Quint à Strasbourg.) — En 1552 Charles V accompagné du duc d'Albe, du margrave de Brandebourg, Adolphe de Holstein, p]mmanuel comte de Savoie, le prince d'Orange, de l'évêque d'Arras, d'Erasme, évoque de Strasbourg, el de 800 chevaux, vint à Stras- bourg; un corps de 50,000 hommes campait dans les villages environnant - 309 — la ville. Il fut reçu par le Magistrat dans la plaine des Bouchers et conduit dans la cathédrale, où le clergé le reçut avec tout le luxe possible'. De là il se rendit dans son logement, rue du Dôme, maison du coin (Conrad Meyers hauss) où la duchesse Christine de Lorraine avec ses filles, qui s'était rendue à Strasbourg pour le voir et lui demander secours, le re- çut. Jacques Sturm, Ulman de Bœclde, Matlhis Pfarrer et Frédéric de Gotlesheim vinrent encore le complimenter au nom de la ville et lui offri- rent dans un vase en or 1000 fl. d'or, six bœufs, six tonneaux de vin, cent sacs d'avoine, et vingt livres de poisson. Après son dîner, nonobstant une pluie battante, l'empereur, couvert d'un manteau en feutre, quitta la ville, prit congé du sénat et vint rejoindre son armée à Bischheim, où il coucha dans une petite maison de paysan. Il quitta le lendemain pour se porter sur Haguenau. Il avait demandé à la ville, contre paiement, 24,000 grands pains pour son armée, qui lui furent expédiés en bateau vers Landau, où il séjourna quinze jours et vint le 22 octobre devant Metz qu'il assiégea. - Ibid. 2398. {Inschrift am JudentJior.) — [Am Judenthor wurde diese in- Fol. 319" Schrift eingehauen] : Heinrico Gallorum rege mihtem in Carolum V impe- ratorem augustum per hanc Germaniaepartem ducente, senatus populusque Argentinensis j)ortam hanc aggere et fossa munire fecit, anno MDLIL, mense maio. — Ibid. 2399. ( Verbot des Wegzuges mis Strassburg.) — Die von Straszburg verboten, bey hoher straf, dasz kein burger hinweg ziehen solle; aber es zogen auf 800 burger, ohn die handwercksgesellen, heimlichen hinweg. — J. Wencker, Collectanea. 2400. {Franciscus Dryander stirbt.) — Eodem (anno), den 21. decem- ber, starb Franciscus Driander, ein Spanier, der in Spanien viel menschen bekehret und zu Strassburg die spanische bibel trucken lassen; dessen iünger Diazius war. — Exe. Sp. 2401. {Jakob Sturm von Sturmeck stirbt.) — Den 30. oclober starb 1553 h. Jacob Sturm, seines alters 63 jar, am viertägigen fieber, ein zier teutsches adels, dem keyser, könig, chur- und fürsten, von wegen seiner geschik- 1. Les extraits de T. G. Rœhrich ajoutent à cette sèche analyse le détail suivant: Er stieg am mQnster ab, gieng in's clior, wo man alle catholischen geistlichen der stadt ver- sammelt hatte, über hundert, und verrichtet da seine andacht. Beym wiederauffsleigen sagte er zum hertzog von Alba, der ihm den Steigbügel hielt, auf frantzoesisch : «Es steht alles ding wohl, was hat man denn zu klagen, hat man nit priester genug?» und laechelte. (Texte modernisé. Pp. T. G. Rcehrich.) — 370 - lichkeit, vil verlrawt und braucht haben, und teulscher nation vil gedient und vil Sachen bey dem keyser helfen zum besten richten; dcrhalben in der keyser sehr liebet von wegen seinem hohen verstand! und redlich- keit; darneben war er übei- die massen hochgelehrt*. — J. Wencker, Collecianea. 2402. {Evangelische FlüchlVmge in Slrassbnrg.) — Besonders aus England, als Maria Tndor koenigin geworden war. Specklin, ad 1553, sagt über 100 personen. — Pp. Rh. 2403. {Wachen an den Thoren.) — Wegen der menge der fremden mussle man wachen an den thoren anstellen, da nicht allen zu trauen. — Ibid. Fol. 322 2404. {Thorivaechter bestellt.) — Anno 155/i' hatten arme burger, 1554 tagloehner und kaerchelzieher, die thorschlüssel in ihren haenssern über nacht, und von dem zu- und auffschliessen jaehrlich 3 oder A pfund pfennig. Aber da Metz verlohren, wollte der rath solchen lüderlichen leuthen nicht mehr trauen, sondern ordnete dass man von jeder zunfft einen ehrhchen burger waehlen sollte, der vor raeth und XXI über gewisse artickel schwoeren solle, deren iedem jaehrlich 8 pfund pfennig zu geben. — Exe. Sp. 2405. {Augustinerkirche abgebrochen.) — Anno 1535 ist das (Augu- stiner) closter zur Elenden herberg gemacht worden für die armen pilgrim und zum theil abgebrochen. Anno 1554, im frühling, ist die kirch und chor zu den Augustinern abgebrochen worden, doch die kirch zu einer scheuer, zu holtz- und vasshauss gemacht, die steine zum neuen bau vor dem Judenthurm auss Wasseneck gebraucht. — K.-S. G., p. 280. Fol. 323 2406. {Ammeisterstube zum Ancker gemacht.) — Anno 1554 [wurde] die ammeisterstub zum Encker [gemacht?]. — Ibid., p. 307. Fol. 325 2407. {Der Rath untersucht der Stadt Allmende.) — Anno 1555 [den 1555 15. januarii], haben die herren zu Strassburg den aiment ersucht in der Stadt, und angefangen unter der grossen Erbislauben und hat man einem haus gegeben 8 schuh von seiner thür oder von den gaeden hervor, das andere bis unter die Schwibbogen soll alles aliment seyn, darffauch kein burger nichts unter die bogen stellen, er wolls denn verzinsen, und alte 1. II semble avoir existé deux rédactions de ce fait; du moins Silbermann, Extraits manuscrits, II« partie, p. 32, nous le donne-t-ilsous une forme infiniment plus sommaire: « Anno 1553 starl) iicrr Jacob Sturm, seines alters (i3 jalir. Er war ein verstaendiger und gelehrter man, der der Stadt viel fautes erwiesen. » - ,S71 - weüerdaecher vornen an den liaeusein sind aberkannt solche abzubrechen, welches auch geschehen ist. Solcher (weiss?) hat man jedem geholen hinter sich zu weichen in drey tagen, bey dem eyd, umb 30 gülden. Solches haben etliche bürger gelhan, ausgenommen die kürschner unter der Erbslaub haben nit wollen weichen, noch abbrechen, vermeinend ihnen geschaehe ungchühi'lich, dieweil sie und alle bürger unter der Erbslauhen vor ihr eigenlhum gehallen und etliche in kurlzer zeit newe haeuser mit schweren kosten gebauet, und soll jetzt nit ihr seyn, so haelten sie übel bauen. Hierauf haben die kürschner eine supplication gemacht vor rath und XXI, die hat man von ihnen gehoerl, aber keine anlvvorl gegeben. Nach drey tagen haben ihnen die dreyerherrn auf dem Pfenninglhurn geboten bey dem eyd und 5 pfund, hinter sich zu weichen und abzubrechen. Da haben sie abgebrochen. Welcher bürger aber will seinen bogen heraus zu bawen der soll davon zinsen alle iahr 3 gülden, das vormals nil gewesen. [ Umb Valenlini hat man Schilckenheim anfangen zu schleiffen.] — Pp. P. — Les mots entre [ ] dans les Exe. Sp. 2408. (Tmlten hausen verbrannt.) — Anno 1555 Trultenhausen ver- Fol. 325'' brant. — Pp. Sehn. 2409. (S. Clarenkloster auf dem Rossmarkt abgebrochen.) — Eodem Fol. 326^ anno, umb Martini, fing man an das chor zu S. Clara auff dem Rossmarkt abzubiechen, davon etliche beschaedigt und zu tode gefallen. Die stein führte man vor dem werck zu dem Judenthurn, deren viel, weilen das chor schoen gewoelbt und darauf ein kunstlich durchhauenes glocken- thürmlin, dessgleichen keines in Strassburg gewesen, so mehr als 1000 gülden gekostet das ausgehauene thürnlin nach Meintz geführt. — Exe. Sp. 2410. (Brand im Münster.) — Anno 1555, den 19. octobris, ist der Fol. 327 glockenslul im munster verbrunnen. — Ibid. 2411. (Niedermünster verbrannt.) — Anno 1555brandtNidermünster. — Pp. Sehn. 2412. {D. Johannes Sleidanus stirbt.) — Den 31. october starbe der 1556 hochgelert und weitberühmt herr Johann Sleidanus zu Straszburg. Er hatte im ein flusz am schenckel lassen zuheilen, daruf er darnach gar kein gesunde stundt mehr, und hat solchs nit geacht. — J. Wencker, Collec- tanea. 2413. (Des soldats, licenciés à Strasbourg, se noient.) — En 1558, au Fol. 332'' mois de juin, beaucoup de soldats au service de la ville furent congédiés; 1558 — 372 — on les embarqua pour les faire partir en bateau. Tous se jetèrent dans le bateau avec tant de violence qu'il sombra et plus de 30 périrent. (Fait mentionné à l'occasion de l'auberge du Loup, à la porte des Pécheurs.) — Pp. P. 2414. {Kaiser Karl V. stirbt.) — Anno 1558, im augusto, Hess sich ein bleicher, toedllicher commet sehen, 7 tag lang. Darauf den 21. September, kayser Karl in Ilispanien, im closter zu S. Just, S. Hieronimy ordensgantz seeliglichen gestorben. In der letzten stund war der ertzbischoff von Toletobeyihm, sprach ihm Iroestlichen zu. Darauf sprach der kayser seine letzte wort : 0 gott, mein schoepffer, ich dancke dir um vielerley gaben, die du mir verliehen hast, und mich ein köenig vieler koenigreich geordnet, und mich mit deinem schütz erhalten, und in meinen letzten lagen mit dem heiligen licht deiner genaden zu erkaennen geben dein wort gegen der nichtigkeit dieser weit und aufzusteigen zu dir durch das leiden und creulz Jesu Christi deines heben sohnes. Und bitte dich, du woltest mir meine sünde verzeihen und meine sündige seel waschen in dem unschuldigen blut deines lieben sohnes Jesu Christi, und sein leyden und sterben nit an mir lassen verloren werden, sondern meine seel durch ihn erhalten, welche ich hochbefleckt habe mit dieser irdischen herrschafft, darüber viel 1000 menschen um- kommen. Ich bitte dich, himlischer vatter, verzeihe mir durch das bittere leyden und sterben Jesu Christi alle meine sünd, dan meine besten werck sind voller sünden, und empfange meine arme sündige seel in die arme deiner barmherlzigkeit, dan ich habe alle meine hoffnung in dich, mein himlischer vatter, geselzet, dan du allein mir holffen, und durch Christum erloesst hast. Zuletzt thate er die äugen zu und sagte : Herr, in deine haende befehl ich meinen geist. Und ist sanfft entschlaffen dieselbige stund. Um solcher bekanntnuss ist hernach sein beichtvatter (in) effigie verbrant worden, der soll ihn also allein auf Christum gewiesen haben. [So weit Specklin'.] — Silbermann, Extraits mannscrits, IP partie, p. 33 — 34. — J. Wekcker, Co//ed., II,fol. 19^— 20*. Fol. 33 i 2415. {Katholischer Gottesdienst hoert auf .) — Anno 1559, 18. novem- 1559 bris, warffen etliche hüben ein schneeballen ins münster; davon die pfaffen, I. Ces mots sont suivis de la note siiivaute: «Dieses kaysei's testament soll nicmoliicii zum Vorschein gekommen seyn», qui peut appartenir au récit de Specklin, mais pciil également ùtre sortie de la plume de Silbeumann. - :M:] - monlag vor Calliaiiiiac, in allen slift'ten auniiocrten nicss zu halten. — Exe. Sp. 2416. {Evangelische Predigt zu Alt S. Peler.) — Anno 15G0, den Foi. 335 21. martii, widerunn angefangen zu Alt S. Peter evangelisch zu predigen. 15G0 — Pp. Sehn. 2417. {Neuer Wall gebaut) — Anno 15G0 kaufte man etliche haeusser Fol. 33G'' hinter der mauren von Steinstrass his an Weissenthurn und schütte ein wall von Steinstiass biss Cronenhurgerthor, nahm den grund auswendig von den aeckern, dann es ohnehin etwas hoch war und gab den gaertnern noch mehr atmend dazu. Da fand man viel anliquitaeten von steinen, mauren, gewoelben, hämisch, wehren, müntzen von gold und silber auf heydnische art. Anno 1562 wurde solcher bau von Gronenburg biss Weissenthurn fortgeselzt. — Exe. Sp. 2418. {Armbrustrain neugebaut.) — Eodem (anno) baute man den arm- brustreyn widerum an sein alten ort, wo er ietzo auch stehet, dessgleichen baute man auch das schiesshaus wieder. Die branntweinhütten versetzte man obwendig der spittelmühl, die sausteig zwischen die wasser. Zuvor stunden sie an der Hirtzlachen bey Waseneck*. — Ibid. 2419. {Fünfzehnerknecht gerichtet.) — Eodem (anno), 4. octobris, ist der fünfzehnerknecht, wegen bestohlenen ungelts in roth und weiss ge- richtet worden. — Ibid. 2420. {Münster und Jung S. Peter wieder eingeraeumt.) — Anno 15G1, Fol. 337'^ den 18. maii, hat man der statt dass münster und Jung S. Peter widerum 1561 eingeraumpt und thate man die Predigerkirch wider zu. — Ibid. 2421. {Schützenhaus aufgebaut.) — Eodem (anno) ward das schützen- Fol. 338 hauss am büchsenrein wider bauen, so vor neun iahren abgebrochen. — Ibid. 2422. {Zaberner Disputation zwischen Christoph von Wurtemberg und 1562 den Guise.) — Im hornung kam herzog Christof von VVürtenberg, landt- graf Wilhelm von Hessen, D. Brentz und andere gen Slraszburg; man schenkte in wie fürsten gebürt; sie zogen auf Zabern zu. Dahin käme der hertzog Claudius von Geusz, der Ludwig, cardinal von Geusz, auch Ludewig, groszprior S. Johanns orden in Franckreich. Do wardt vil disputiert von wegen der religion; der von Geusz erzeigte sich sehr aufs Lutters seyten, betreffend das sacrament, und war heftig wider die calvinisten; damit l. D'après les papiers Piton, ce passage se rapporterait à l'année 1561. - 374 - wolle er hilf ausTeutschlandl den hiigenoUen entziehen; zeigt ahn in einer predig so er in der pfarkirchen zu Zabern, denlö.hornung, den l.samstag in der fasten, dat, dasz er, auch der könig und die königin mit der Augs- purgischen confession zufrieden, wollen sie im königreich leiden, so die hugenotten und calvinislen auch also gesinnet. Er wäre der Augspurgischen confession nie zuwider gewesen, auch der könig und die königin, dan sie alle arlickel was die Seligkeit antreffe, auch die sacramenl rein darin aelerl würde; obschon ellichs so die ceremonien betreffen mit im nil gleich lautenl, lege daran nil vil, dann sieselbs nil ahn allen enden gleiche ceremonien hielten; aber die hugenolcn und calvinislen verwerfen alles, die confessionisten sowol alsz die papisten, sagten es wäre nur ein new papstum; wie dann die confessionisten wider die calvinislen mehr zu Ihun auch zu besorgen dan vor den papisten. Solches geschähe alles damit er die evangelischen auf sein seylen bringen moechle. Begerte ahn herlzog Christof seine gelerle in Franckreich zu schicken, auf des königs sicher geleil, darvir er sein leib wollte verpfenden, damit man doch den calvinislen das maul stopfen kunte. H.Christof bewilligt; zogen friedlichen von einander, widrum auf Straszburg und heim zu. Der von Geusz liesz underwegen, in Franckreich, vil frome Christen umbringen allenthalben. Bischof Erasmus hielte sie alle coslfrey zu Zabern ausz. Alsz aber der cardinal widerum in Franckreich zöge, hat er sich zu Vassoy gegen den Christen, alsz sie in der kirchen waren, mit morden grewlichen erzeigt. Fol. sssb 2423. (Coudes Familie flüchtet nach Strasshurg.) — Alsz sich in Frank- reich alles zum krieg schickte, da date Ludwig von Conde, herlzog zu Bourbon, 6 junger seiner kinder sambl seiner schwiger gen Slraszburg; die lagen im pfallzgrefischen hof, in Predigergassen, auf zwey jar. — J. Wencker, Collectanea. Fol. 339 2424. {Münster durch den Blitz beschädigt.) — Anno 15G2, frilag den 10. julii, gegen abentt, schlug das welter in einer stunden dreymal in dass münster, dalle im münsler sehr grossen schaden, kost sehr viel widerum zu bawen. — Pp. Sehn. Fol. 3i0'' 2425. (Kloster Hornbach zu einer Schule geordnet.) — Disz jar liesz herlzog Wolfgang, pfallzgraf von Zvveybrückcn, das dosier Hornbach, so auszgestorben, zu einer christlichen schulen ordnen, darinn alle landlkinder so nit Vermögens, kunten studieren, ordnet classes und eine reclorie, gab auch das dosier und alle gefell dozu, liesz alles dai'zu bawen und räumen. Es halle aber S. Pijiminius fast alle dosier in disen landen erstlich auf- - 375 — g-erichlet und zu schulen geordnet, wie auch disz closter Ilurnbncli, darinn er auch gestorben und begraben worden. Wie man donialen den liolien alter hinweg räumte, ist sein begrebnisz und cörper undcr dem allar L;e- standen, daruf mit gülden buchstaben : Dextera Piriminii Benedicat fercula nobis, Dextra Piriminii Benedicat pocula nobis. Alsz aber der fürst befale den sarck mit dem cörper daselbst in der kirchen in die erden zu lossen (wie geschehen) und nit zu öffnen, so hat aber ein wcrckman den sarck geöffnet, vermeint etwas darin zu finden; do ist im etwas aus dem sarck begegnet, also dasz er erschrocken und den andern tag gestorben ist. Da nichts darin gewesen dan des heiligen cörper mit leinwat, von oben gantz verwesen, ohn die gebein; dann er uf 900 jar do gelegen ist. — J. Wencker, CoUectanea. 2426. (Entrée de l'empereur Ferdinand ?"" à Strasbourg.) — Le 18 Fol. 3ii décembre 1562, l'empereur Ferdinand I'^'' a passé par Strasbourg en ve- nant de la diète de Francfort. Il fut reçu par le magistrat près Sainte-Hé- lène et conduit sous un dais en damas, décoré de l'Aigle noir, jusque dans la rue des Juifs «in iunker Diebold Joham von Mundolsheim hus», où il logea. Lorsqu'il entra par la porte de Pierres, on le salua d'une salve d'artillerie sur le Clarenwœrth jusqu'à la porte de Saverne. Cinq cents bourgeois de la ville, armés d'arquebuses, formaient le convoi. L'empereur était accompagné de 500 chevaux, 100 hallebardiers et beaucoup de sei- gneurs. Dans le faubourg de Pierres 500 bourgeois avec leurs cuirasses et leurs épées étaient formés en bataille. La ville lui offrit un vase en or avec 1000 florins d'or, 100 sacs d'avoine, deux foudres de vin, deux cuves remplies de poisson, et quatre bœufs. — Le lendemain l'empereur a visité l'arsenal et la cathédrale, et est parti pour Sélestadt. L'évêque et le magis- trat l'accompagnèrent jusqu'à la Ilohwarth. — Pp. P. 2427. (Empfang deutscher Staedte.) Fol. 342 Basel, herrlich Kempten, ehrlich Brysach, kriegisch Mentz, fürstlich Golmar, freundlich Rheinfelden, zierlich Costnitz, stattlich Schaffhausen, einfaeltig Franckfurt, ohnbesinnlich Schlettstadt, bäurisch Freyburg, geistlich Speyr, dapfferlich Hagenau, demütig Strassburg, praechtisch Insbruck, keyserhch Ueberlingen, listig Issney, maessig Waldshut, einmütig Landau, liederlich Wormbs, vermoegUch. — Exe. Sp. — 376 - Fol. 344 2428. (Matthias Pfarrer, Ammcister pour la septième fois.) — L'usage 1563 que l'ainmeisler devait passer ses soirées et souper à la Pfaltz, pratiqué jus(jue-là, fut aboli à cause de lui, auquel son grand âge et ses infirmités ne permettaient plus de sortir le soir. [Il mourut à l'âge de 87 ans en 1568'.] — Pp. P. 2429. {Joh. Sturm und Joli. Marhach) — (Ziveiung in der Hohen Schule.) — Alsz aber die zweyung in der scliulen aufstünde von der vir- sehung gottes und des lierren nachlmal, hat man ein disputation hie virge- nommen solcbs zu vergleichen; und sontaginvocavit kamen die gesandten, neben in die gelerten hielier gen Straszburg: D. Johann iMarbach, Super- intendent, sampt den paslorn und diacon allen, sie waren einstheils, das andertheil was D. Jeronimo Zanchio, ein Franzosz, und Johann Sturmius, rector; der fürsten gesandten, die dem gespräch solten beiwohnen, waren D. Wolfgang Kertnilz, pfällzischer cantzler, Daniel von Renlheim, obervogt zu Neuenburg ahn der Tonaw, D. Ilelian Bern, würtenbergischer rhat, und vier von der sladt wegen; die gelerten und theologen so von fremden orten herkomen waren: Johann ßrenzius undD. Jacobus Andrew von Tübingen; von Basel D. Simon Seltzerus und M. Ulricus Coreius, prediger zu Basel, und M. Gumanus, superintendens zu Zweibrücken, die hatten die kiefer Stuben ein. Vierzehn gantze dag ginge man mit den geschriften um ehe man eine vergleichung träfe und die concordia gesteh würdt; hie zwischen dalen die gelerten vil herrlige predigen immunster und zu S. Toman. Den 16. marlii beschickte man alle gelerten von der Stadt und lasz in die con- cordy vor, in beysein von der stadl abgeordneten; solchs liessen in die gelerten gefallen, versprachen solchs anzunemen und unterschreiben, so verr das gegentheil gleichfalls date. Heruf das gegentheil auch beschickt; die habens auch ahngenomen; also haben alle fürstliche räht und gelerten, auch von der Stadt herr Heinrich von Mülnheim, steltmeister, herr Ilansz Hamerer und herr Carl Müg, bede ameisler, und D. Bernhart Botzheim den 19. marlii morgens um 0 uhren alle gelerten und prediger beschickt, do isl die concordy öffentlichen verlesen und von allen unterschrieben wor- den. Solche concordy ist zu finden und eingeschriben worden in das buch Gonvenluum eclesiasticorum; und sind also fridtlichen von einander ab- geschieden. NB. Alsz anno 1563 der schulzanck was und vil sich auf Phil. Melanch- 1. Nous ne savons pas si les mots entre [ ] proviennent du texte de Specklfn ou ont 6lé ajoutés par Piton. - 377 - thon, weil er dot was, beruften, brachte D. Ludwig Gremp vonFreidenslein Philippus Melanchton eigne handt so er anno 1500 gescliriben hat: Philippus Melanchton propria manu haec scripsit verba de sacramento corporis et sanguinis Christi in libellum D. Majoris, dominica Palmarum, ante mortem, anno domini MDLX. Verum corpus et verus sanguis Christi exhibetur in pane et poculo. Quaestio jam oritur quomodo Christus corporaliter possit esse in sacra- mento, cum simul idem corpus non possit esse in diversis locis? Christus dixit se alîulurum, ergo vere adest, in sacramento et corporaliter nee querenda est alia ratio, verbum ila sonat, ergo necesse est ila fieri. Quod vero ad corpus attinet, quando vult, potest esse ubique vult. Quare jam est alia ratio sui corporis et nostri. De ubiquitate non est dis- pulandum in hac controversia. Nee scholastici dicunt, de ubiquitate, sed récitant simplicem sententiam de corporali praesentia Christi. Deitas neque corpus neque sanguinera habet, et est conjuncta humanitati Christi, est ubique. Humanitas Christi est conjunctissima divinitati Christi, et sunt deitas ef humanitas in Christo inseparabiles. Ergo Christi corpus et sanguis in sacramento ejusque actione sunt ubique juxta haec verba : hoc est corpus meum, hie est sanguis meus. Et ero vobiscum usque ad consumationem seculi. — J. Wencker, Colleclanea. 2430. {Französische Predigt zu S. Andreas geschlossen) — Den Fol. 351^ 17. augusli, alsz die Franzosen S. Andres kirch einhatten, darin predigten öffentlichen und sich mit der lehr wider die hiesigen prediger heftig legten, des sacraments halben, hat man inen die kirch beschlossen; also sind sie hernach in heüsern zusamen komen und predig gehört, zuletzt gar abge- stelt worden. Den 17. augusti alsz Wilhelmus N., der welsch prediger, stetz wider die prediger zu Straszburg predigt des sacraments halber, wider sein gelübdt, auch oft gewarnet (hatten S. Andreas kirche in), do legte ein oberkeit ein schlosz daran, und ist seithero kein welsche kirch mehr inen ingeben worden (in) welcher sie das chor zu Predigern, andere und dise in gehabt hatten auf 40 jar lang*. — J. Wencker, Colleclanea. 2431. {Erste Fallbrücke gemachl.) — Anno 1563 seind die ersten fall- brucken zu Strassburg gemacht worden. — Exe Sp. 2432. {Neue Waelle gebaut.) — Eodem (anno), im sommer hat man Fol. 354 1. Nous avons laissé, l'une à côté de l'autre, telles que les a recueillies J. Wencker, les deux rédactions successives de Spegklin, sur un seul et même événement. - 378 - vom Weissen thurn biss an Roseneck und Steinslrasser thurn alle zinnen undgaeng dersladtmaurenabbrochcn, und mit bialten belegt, desto besser in's feld zu schiessen, und machte die thürne niederer. Man erschütlel auch den wall von derniülilen vom grossen bollwcrck am Weissenlhurn bissam Cronenburg, darzu man in selbiger gantzen gegend viel haeusser abbrach. — Ibid. 2433. (Speisung der Armen.) — Eodem, da die EUendherberg voller armen lag, machte man hütten von brettern von St. Johann bis an das Teutsche hauss, stellte lange tische, baute grosse küchen, da gab man ihnen suppe, fleisch und gemüss, auch stroh zum lager; der kosten war von S. Marx gegeben. Es kamen über 1500. Nach der Saatzeit zogen sie wieder ab. — Ibid. — Texte modernisé. Pp. T. G. Rœurich. 2434. (Ei)i Diener vom Ungelt verurtheiil.) — Eodem, den 10. augusti, ward MartzoIfT Ilirtz, ungeltsbedienter, welcher drey iahr vorhero den fünffzehnerknechl angegeben, wegen abgetragener 3 '/j gülden eingezogen und den 1. Oktober mit dem schwert zu richten fürgesteilt, aber von fünf fürstlichen personen arbeiten, auf sechzig meilen der statt verwiesen und mit zwey Schindern nach Graffenstaden begleitet. — Ibid. Fol. 355 2435. (Grosses Sterben.) — [Anno 1564- war hier ein grosses sterben.] 1564 Do wurde raufen, spielen, saufen streng verboten, auch den noch hier sich aufhaltenden pfaffen ihre huren, die wollen sie aber der obrigkeit zum trotz bebalten, mit viel boesen worten. Aber man nahm einige dieser herren gefangen sambt ihren dirnen, diesen verbot man die stall. Sie giengen nach Ilaslach und ihre herren, nachdem sie ausgebüssl, folgten ihnen dahin. — Pp. Rh. 2436. (Zahl der Gestorbenen.) — Anno 1564, in dem sterbend, starben auff4j18 personen, darunter 25 iungfrauen auffeinen lag begraben worden. Da wurden 100 arme schüler von S. Marx^erhallen, man gab iedem wöchent- lich ein schilling und 0 laib brod, und samlet alle Vierteljahr für sie in den kirchen. — Exe Sp. Fol. 356 2437. (Ämc//aw/e??.) — Eodem (anno) wurden die kindtauffen auf nach- mittag angestellt. — Ibid. 2438. {Ein grosser Brand.) — Eodem, 14oclobris, verbran dess leb- küchlers und hecken hauss unten am eck des Spitlelgaesslins, gegen dem schlaghaus, sambt zwei haeussern und 3 personen. — Ibid. Fol. 350« 2439. (Bleidach am Münster.) — Anno 1564 Diesen sommer - .^^79 — hübe man ahn und bedeckte das münster widerum von nevvem mit bley, ward wol drey iahr daran gemacht. — Pp. Sehn. 2440. (M/z schlaegt in S. Thomae ein.) — Den augusti scliluge das Wetter in S. Thomen. — Ibid. 2441. {Hasen auf einem Schiff gefangen.) — Anno 15G5, auf Malhiae, Fol. 357 fieng man für dem neuen thor zwey lebendige haasen, wegen grossen 1565 Wassers, auf schiffen. — Exe. Sp. 2442. (Blitz schlaegt in' s Münster.) — Imjuny sclilug daswetteroben Fol. 358* ins münster, dass man meinte die krön würde herabfallen. Do musste man 6 grüstüber einander machen bis über den knöpf und mit grossen uncoslen gebessert. Weil man daran baute, schlug das weiter widerum darein, bey- nahe also das es ahn hub zu brennen die gerüst, aber der regen leschle solches widerum selbs. — Pp. Sehn. 2443. (S. Erhardskapelle abgebrochen.) — Eodem (anno) ward S. Erhards capell abgebrochen und das Baumgartnerisch hauss dahin ge- bawen. — Exe. Sp. 2444. {Brand in der Spiessgass.) — Anno 1565 brannte das eckhauss in Spiessgass, Lux Messinger's, den 9. julii. — K.-S. G., p. 289. 2445. {Abermalige Theuerung.) — Anno 1566 kamen wider über Fol. 359 1200 Welsche. Die bürger brachten ihnen essen und den kindern pappe, 1566 andere bauten wider hütten wie oben, sie blieben bis in die erndte, man gab ihnen auch einen zehrpfennig mit von S. Marx. — Pp. Rh. 2446. {Schloss Falckenstein verbrannt.) — 1566. Schloss Falckenstein Fol. 359» vom blitz verbrant auf den charfreitag. — Pp. Sehn. 2447. {Neue Kantzlei gebaut.) — Anno 1566, im mai, da fing man an die neu cantzley zu bawen, und brach man die alten haeusser in Schlosser- gass ab und baute die neue cantzley samt des stattschribers haus gegen der Oberstrass und ward im dritten iahrvoUendt. Zuvor musste der amraeister auswendig stehen. — Pp. P. — Exe. Sp. 2448. {Supplik der Nonnen zu S. Claus in undis an den Kaiser.) — Die nonnen zu S. Claus in undis Hessen dem kaiser auf dem reichstag zu Augsburg, 1566, eine supplication überreichen, worin sie sich schwer be- klagen wegen ettlicher eingriffe in ihre klostergerechtigkeit, dass man handmühlen darin angelegt, etc. Der kaiser gab die supplication den strass- burgischen gesandten und reiste, ohne antwort zu ertheilen, wieder ab. Als der gesandte das betragen der nonnen dem rath berichtet, wurden B. XIV. - (M.) 25 - 380 — einige herren dahin geordnet, da sie unter der Stadt schütz und schirm, habe ihnen solche klage gar nicht gebührt, desshalb sollen sie nun 1000 gülden und 400 fierlel frücht in's almosen geben, zur straff und ihrem doctor sagen dass er sie ein andermal eins bessern berathe (einer von den bischoeflichen theologen zu Zabern hatte sie gestellt). — Texte modernisé, Pp. Rh. Fol. 359'' 2449. {Strasbourg sollicite 'pour son École les privilèges académi- ques.) — A la diète d'Augsbourg, en 15G0, le docteur Louis Grempp fit au nom de la ville à l'empereur Maximilien II la demande du privilège d'une université, qui lui fut accordé. — Pp. P. 2450. (Ueber den Sektirer Martin Steijibach.) — (Er) wohnte in der Krautenau. Mathis Negelin hat ihn mit heiliger schrift in einem buch wider- legt. Seine lehren waren : i) er sey der heilige geist, 2) sey Elias davon der prophet Malachias sagt, 3) sie sehen stets ein licht und Martin Steinbach sey diess licht, etc., 4) Jeremias XLVIII, 22, sey Steinbach gemeint, ebenso 2. Corinlher, III, 2. u. s. w. Ihre arlickel sind gedruckt worden. Einige in's gefaengniss, andre vertrieben, nach Schlettstadt, Martin Steinbach in ewiges gefaeng- niss. — Texte résumé par T. G. Rœhrich. Fol. 300» 2451. {Veraenderungen an der Rheinbrücke) — Anno 1566 hat man die Rheinbruck weiter hinab gemacht gegen Kehl zu und eine neue werbe geschüttet, und waren dazu viel neue joch geschlagen. Es war aber um pfingsten also warm dass die schnee im Schweizerland anfiengen zu schmelzen, davon wurde der Rhein sehr gross, also dass man die brück an schiffe anbinden musste. Den 14. junii, in der nacht, um 2 uhr, stiess der Rhein 9 ioch hinweg, und triebe solche an die neue brück und riess dieselbe so zusammen dass nur noch 3 ioch davon stehen blieben. Und dieweilen die messe vorhanden war, hat man die waegen, ross und mann, in schiffen müssen herüber führen, desswegen man den zoll um die haelfle gesteigert, bis man wiederum eine brücke auf schiffe und ioche gemacht liatte. — Silbermann, Lokalgeschichte, p. 226. Fol. 301» 2452. {Schloss Philippsburg erbaut) — Pp. Sehn. Fol. 362 2453. {Thorwaechter geordnet) — Anno 1567 wurde den 18. februar 1567 geordnet dass an allen thoren und thürnen sechs knecht und sechs burger wachen solten, auch überall wachtgloecklin die ankommende reitter an- schlugen und nach der münslerglock von dem Melzgerlhor an rings umb — 381 — die statt mit selbigen die stunden anzeigen, auch dollmetschen an Metzger- und Cronenburger thur. Man brach die gcwoelb an den gedeckten brücken ab, und machte schutzgaller dahin, auch ein neue vvasserwehr am andern thurn gegen dem einfluss mit einem rundel von schutzloechern; auch wachtstuben und haeusslin. — Exe. Sp. — Pp. P. 2454. (Gedeckte Brächen umgebaut.) — Anno 1507 brach man die Fol. 362'» steinere gevvoclbe ab und macht es von holtz, damit man schutzgatter daran machen koente und baute nevvc vv^asserwehr am andern timrn gegen der Brüsch einfluss. — K.-S. G., p. 307. 2455. (Ammeister Mathis Pfarrer stirbt.) — Anno 1568, 19 januarii, Fol. 365 starb ammeister Mathis Pfarrer, 87 iahr alt, 53 (iahr) in einer ehe. — 1568 Exe. Sp. 2456. {Blitz schlaegt ins Münster.) — Anno 1568, den 29. junii, aufl" Fol. 3GC' Petri und Pauli, schlüge das weiter morgens um vier uhren ins münster, oben bey der cron, und dalt grossen schaden, und zündte das chor an, also dass man sturmette. Es verbrannt der gantz dachstuU auff dem chor, das bley lieff herab aus den noechen und spritzt weyttum sich, verbrannte die leut sehr, aber man datte grosse rettung, sunst wehre es ins lange werck auch komen. Donoch hatte man widerum den dachslull gemacht und mit bley bedeckt und den gang und Schnecken darzu gemacht, wie zu sehen. Man machte von stund an ein gerüst bey der cronen, und machte ein duch darum, damit niemandt schwindlett. Den 20. julii schlug das weiter widerum in's münster, geradl in die cron, ahn das vorige ortt, dall grossem schaden dann zuvorn, zündele das duch an damit das grüsl verhangen war. Man stiege geschwind hinauff und dempte das feur. — Pp. Sehn. 2457. {Entdeckung roemischer Altertliümer.) — Eodem (anno), mense Fol. 366'' julio, do kauffte ein ehrsamer rath alle haeusser vom Weissenthurn biss an's Teutsche hauss und S. Aurehen, brach die ab und hub an vom Weiss- ihurnthor ein wall zu schütten biss an Lug in's land. Da stunde noch ein alter wall auff mauren. Von dannen hinler dem Teutschen hauss fori bis hinler S. Margarethen garten. Und nam man den grund und erde hart von. Da fand man mehr als zwanzig saerck von gantzem stein, darin viel glaeser mit wasser, schusseln, ampeln, hundert krüge voll gebrannter menschen- bein. Darunter ein schoener sarck mit spitzen steinen deckein, darinnen [stunden zwey krüge mit gebrannten beinern und asche, auch zwey steinerne haeupler, die sahen einander an; zwei steinerne rothe schusseln; zwo lampen ;] zwei [schoene] hohe glaeser, mit diamant gerissen, [und — 382 - waren die glaeser platt voll vvasser] darauf stunde ein messerrucks dick oel. [Ich habe das wasser selbst versucht, hat wie ein ander brunenwasser geschmeckt, und ist ganz hell gewesen.] Auch ein steinern taffel darauf LLICIN. C. LICIN. FIL C. CONT. EQV., sampt andern Schriften die man aufl' den Maurhof geführt. Auff diesem platz het Constantius und Julianus die Allemanier geschlagen. DiserLicinius ist Gonstanliibrudersohn gewesen. — Exe. Sp. — Pp. P. — Les passages entre iJ sont uniquement conservés dans Silbermann, Lokalgeschichte, p. 39. 2458. {Pn7iz Wilhelm von Oranien in Strassburg.) — Prinz Wilhelm von Oranien kam 1568 mil Johann Casimir pfalzgraf aus dem krieg in Frankreich nach Sirassburg, und alle obersten mit ihm, man beschenkt ihn und lud ihn auf die ammeisterstub zu gast. Glauss von Hattstatl warb hier und im Elsass 12 faehniein fussknecht und führt sie dem prinzen Wilhelm zu. Aber koenig Ferdinand schrieb an die regierung zu Ensis- heim, diese rief ihn zurück bey verlierung seiner leben. Er kam. — Texte résumé et modernisé. Pp. Rh. Fol. 3G9 2459. {Bete)i angeordnet.) — Eodem (1568), den 6. decembris, befahl man umb 9 uhr und 12 uhr bey dem laeutlen zu betten. — Exe. Sp. 2460. {Schandhaeuslein auf der Schindbrücke.) — Eodem, 12 decem- bris, wurden wegengotteslaesternszweystraffhaeusslin auff die schindbrücke gesetzt, eines für die maenner, dass andere für die weiber. — Exe. Sp. Fol. 370» 2461. {Blitz schlaegt ins Münster.) — Anno 1569, den 13. januarii 1569 wardt es fein still weller. In des kompt gelingen ein grausamer donder- streich, schlüge in die cron und lieffe das feuer hinab durch den gang bis binden in's chor und wardt darvor noch darnoch nichts gehortt, dann es gantz still war und drucken welter. Dawil man aber ein bischoff woellen sollte, hielten solches etliche nicht für ein gut zeichen. — Pp. Sehn. 2462. {Mannschaft in die Doerfer um Strassburg gelegt.) — Anno 1569, 21. januarii, wurden 700 schützen nach Eckbolzheim, Schilckheim und Wantzenau gelegt. — Exe. Sp. 2463. {Wahl eines neuen Bischofs.) — In diser zeit hüben ahn die thumherren gen Straszburg zur wähl eines newen bischof zu komen ; do be- fale ein ers. raht, den 23. jenner, auf allen kantzlen dem volck zu verkünden gotl zu bitten um ein bischof der sladl und landl, auch goltes wort lieb habe und mit glück anfahe. Welche wähl negstkünftig mitwochen sollte geschehen. Den 24. mailags kamen alle thumherren erstmalen zusammen, zu be- — 383 — rahlschlagen von wegen eines nuwen bischofs, und waren dasdiclierren: Reichart, pfallzgraf bey Rhein, herlzog in Beyern, ihumprobsl; Cuno, graf zu Manderscheidl und zu Schleyden, Ihumdechant; Gollfridl Christof, graf zu Zimbern, camerer; Ludwig, gi-af zu Eisenburg-Budingen; Christof Ladisz (law), graf zu Nellenberg zu Dengen, schulherr; Oszwaldl, graf zu Dengen; Ruprecht, graf zu Eberslein; Heinrich, graf zu Sein; Herrmann, graf zu Sein; Georg von Sein, graf zu Wittigstein; Salatin, graf zu Eisen- burg-Luslow; Friderich, graf zu Hoya; Walther, herr zu Geroltzeck; Phi- lips Druchsesz, herr zu Walpurg; Johann Gerolt frey(herr) zu Hohensax und Firsleck (?); Hermann Adolf, graf zu Solms; Eberhardt, graf zu Man- derscheidl; Philips, graf zu Manderscheidl; Ludwig, graf zu Westerburg; Johann, graf zu Manderscheidl; Philips, graf zu Waldeck; Peter Ernst, frey zu Griechingen; Gebhart, frey zu Walpurg, alle persönlichen. Am andern (tag), das war der 25., geböte meister und rhatvilcn burgern in hämisch; den 26., wann die wähl geschehen, auf 200 auf die beckur- sluben; bewachten auch den Bruderhof, dann er beschlossen was; auch im münster; es stunden auch gerüste mann vom chor bis im bischofhof; man bewarthe auch alle thor starck und den Zeughof; um 7 uhren liete man im münster wie zu einer amptpredig, und date D. Johann Marbach ein schöne predig, was ein bischof sey und wie er sein solle; auf dem letner im chor stunden alle thumherrn, auch die räht, und horchten der predig zu; nach der predig gingen sie widerum in die capilelsluben; der rhat bliebe auf dem chor und alles volck im münster. Do verzöge sich die wähl bis um 2 uhren; do wardt erweit Johann, graf zu Manderscheydt (wiewol herlzog Reichart auch etliche stimmen hatte; das vertrosse in, ging stracks aus der capitelstuben und sagt: heut ein pfaff und nimmermehr, dann er schir 4-0 jar auf dem stifl gewesen was; name auch bald eine gräfin von Wiedt zu ehe); die andern thumherrn namen den newen bischof und fürten in ins chor, alsz Cuno, graf zu Manderscheydt, herr zur Schleyden, thumdechant, und der thumcamerer, der eltesten ein. Do leite man die grosz glock und salzte man den bischof, ohn allen ornat, auf den allar; do orglet man und sangen die pfaffen im chor Te Deum laudamus' hatten 1. Sleidanus. NB. die historig iret sich, dann der Stadt cantores solches gesang verrichtet. Dasz es die Stadt durch ire cantores verrichten ■wollen lassen, solches ist dem capitulo also vorgetragen und angebracht worden : doch ward bey diesem puncten in dem über die bischöQiche wähl angestelten bedacht erinnert; wann das capitel solchs nit eingehen und sich darüber beschweren wolte, dasz alsdann ime zugelassen seyn solte das gesang durch ihre cantores zu verrichten. Welches von Meinen Herren als zu observiren erkaat worden. — (Note de Specklin.) — 384 — aber kein chorock ahn ; darnach fürte man in in den steinen slul under den letner, gegen dem altar; do gingen vier mit silbern stehen vorher, do empfinge er posesz mid läse im Sebastian Metzger, notarius solches vor; die thumherren gingen uf den letner zum raht, do läse man von dem letner ein zedel herab wie und wer bischof worden wäre ;darnoch fürte man den bischof sambt den thumherren, auch den raht, ins bischof hof; do käme herr Heinrich von Mülnheim, herr Wolf Sigmundt Wormser, bede stedt- meyster, herr Hansz Hamerer, herr Carle Müg, bede ameyster, von wegen des gantzen rahts, wünschten dem nuwen bischof vil glück und verehrten im 2 wagen wein, 24 fiertel habern, 6 büttig mit fischen; do assen alle thumherren, auch der raht und meniglichen wer sitzen kunt, im bischof- hof ; alle herrendisch auf 50 essen, und auf der gemeine disch 20 essen und guten wein, meniglichen genug ; den burgern so gewacht, gäbe man aufs ameyster Stuben ein imbis. — J. Wencker, Collectanen, II. 2464. (Des neuen Bischofs Verhalten gegen die Stadt.) — Der bischof (Johann von Manderscheidt) verweigerte der Stadt die gewoehnliche huldi- gung; er machte ganz unsinnige bedingungen die die Stadt nit annehmen kondt. — Texte résumé par Rh. Fol. 374'' 2465. (Hinrichtung von Hexen.) — Anno 1569 Hess Claus von Hatt- statt etlich hexen verbrennen, so bekannten dass sie zu Drei Eguisheim auff ihrer hochzeit alle meyssen im gantzen land gefressen, da man den schlossthurn voll ihrer federn fand. — Exe. Sp. Fol. 376 2466. (Schlacht bei Mo7icontour.) — Eodem (anno) geschähe die Schlacht bey Moncontour. — Ibid. Fol. 377» 2467. (Schnee und Gewitter.) — Anno 1570, den 3. martii, kam plolz- 1570 liehen ein grosser windt und fielle ein schnee, wol schuch dieff und im grossen schneien datt es 3 streich in's münstcr, blix und dundert. Es war schrecklich zu sehen, dan es im schneyen also schlug und blix. — Pp. Sehn. Fol. 380 2468. (Neue Münzen angeordnet.) — Anno 1570 befahl kayser Maxi- milian dass man den adler auf alle müntzen schlagen soll, dass wolte Strassburg nicht thun, sondern müntzten allein pfenning und für sich selbs. — Exe. Sp. Fol. 381 2469. (Vo?n Grünen Bruch) sprach Specklin, zum Jahr 1570, nach Silbermann, Lokalgeschichte, p. 134. 2470. (Grosses Wasser.) — Eodem (anno), 3. decembris, kam ein groesser gewaesser als anno 1480, dass alle mühlen, auch die habermühl, hinwegführte. — Exe. Sp. — 385 - 2471. {SchifJ'brucli cm der neuen Brücke.) — Im jähr 1570 hat sich Fol. 382« das Unglück an dieser brücke begeben, wie Specklin erzaehlt, dass den 10. may an einem freylag ein Hügelsheimcr sciiifT bey grossem wasser, weilen die schiffleute betrunken waren, wider die brücke fuliren, so dass das schiff entzwey gieng und 21 personen ertranckcn, wobey über 100 viertel frucht und viel gut zu grund gieng. Sieben personen sind noch gerettet worden. — Silbermann, Lokalgeschichte, p. 206. 2472. {Bischof Johanns von Mander scheid Tugenden und Fehler.) 1571 — Diesen früling zöge bischof Johann von Strassburg, nur mit zwantzig dienern heimlichen nach Rom und holte sein pallium und confirmation vom pabst; das kost 30 tausent gülden. Der pabst gäbe im vil freyheiten, insonders dasz er alle pfründen so ins papst monat ledig würden im gantzen bischtum macht hatte zu verleihen wem er wolte; welches er sich hernach gebrauchte. Do er widerum herus käme, legte ei' ein dreijährige Schätzung aufs bischtum; die musten im nit allein die 30 tausend gülden, sunder auch die zerung und anders mehr erlegen; er stiesse auch die barfüsser raünch zu Zabern ausz irem closter, date Jesuiter darin und richte ein schul darin ahn; erbrachte auch diefreyheit mit das alle pfründen die ins pabst monat ledig würden, der bischof bette zu verleihen, welches er allen stiften ver- kündigt'; er erbet auch mit gewalt alle pfarherr und prelaten die stürben, aber kein schuld wolte er bezalen; allen pfaffen und priestern verböte er ire coneubinen, diemustens im gantzen bistum von inthun. Etliche kauften sich mit gelt ab, etliche zogen mit iren huren ausz dem bischtum; es was ein seltzames hurcn-lermen. Er ist ein verstendiger herr gewesen; er suchte selbs alle brief ausz und läse sie, daran er etlich jar wandte; das macht, er hatte kein lust zum jagen noch anders; darneben ist er sunst allem fressen und saufen feindt gewesen, also dasz man riihe weisz dasz er sich uber- druncken hat; auch hat man ahn ime nihe gespürt dasz er sich mit einigem weib befleckt hat. So asze er stetz allein in seinem gemach, allein ahn fest- lagen und wann fremde herren zu im kamen, sunst sasse er stetz über den briefen; darin fände er vil alte sachen, das wolte er widrum von der Stadt haben, aber die Stadt hatte andere brief dagegen, das machte vil spann. — J. Wencker, Collectanea, II. 2473. {Erste lutherische Predigt zu Andlau.) — Anno 1571 wurde in Andlau zuerst das evangelium gepredigt. — Pp. Rh. 1. Phrase répétée, qui parait déjà plus haut; peut-être la répétition est-elle la suite d'une négligence de Wencker, plutôt que de Specklin. - 386 — 2474. {Die ersten Jesuiten im Elsass.) — Bischof Johann von Mander- scheid hrachte sie zuerst in's Elsass, er vertrieb die Barfüsser aus ihrem kloster in Zabern, that Jesuiten hinein und richtete eine schule für sie ein. — Pp. Rh.' 2475. {Schweres Gewitter) — Anno 1571, sonntag den 8. julii, schlug das weiter in's Zollthor bei dem Allten S. Petter, auch ins wachthaeusel vor dem Spittelthor. — Pp. Sehn. Fol. 383» 2476. {Blitz schlaegt in S. Thomac?) — S. Thoman, 10. augusti. — Ibid. Fol. sss*» 2477. {Neues Uhrwerk im Münster.) — Domollen hübe man das schon Uhrwerk im munster ahn, auf befelch der herren pfleger, als Juncker Diebolt Joham, slettmeister, herr Michel Lichtensteyger,ammeyster, Juncker Fried- rich von Gottesheim XIII, und der Schaffner Euchtarius Mornhinweg, des wercks Schaffner und bede mathematici M. Conradus Dasipodius und M. Davitt Wolkenstein. Das steinerne gehaeuss stunde etliche iar zuvoran da und brache man das altuhrwerck dargegen über mit den heiligen drey konigen hinweg, und in drey iarn volendt wie zu sehen. — Ibid. Fol. 384» 2478. {Münsterbrmten.) — Domollen wardt noch dem brandt das eher widerum gedeckt, auch der gang und die Schnecken von newem gemacht über dem chor, wie noch zu sehen, und fertig gemacht. — Ibid. Fol. 384'' 2479. {Betglocke gegossen.) — Diss iohr wardt abermollen von newem geordnett also wan die morgenpredig am wercktag aus ist, und am sontag die mittagpredig, und wie man im münster bette, solle man leulten also in allen kirchen und solle mennigliche in haeussern und auff den gassen, auch im raht betten und gott um seinen segen anruffen. Zu diesem gebett wardt ein sonder glock gössen, so man die bettglock heisst. Daruff steht oben herum geschryben : Ehre sey gott in der hohe und auf erden friedt und den menschen ein wolgefallen. Unden herum : Darum bette man mich gegossen Dass min stim soll machen unverlrossen Betten zu gott mit mundt und geist Derhalben mich die betlglock heist. Gegossen von Jerg Amans henden. Auf gott all Sachen man soll wenden! Ist hernach gen Dorlisheim kommen. — Ibid. Fol. 385 2480. {ISiedermunsler verhranl.) — Ibid. 1572 . 1. Cette notice n'est que le rùsuuié d'une phrase du n" 2472. — 387 - 2481. {Brand in Rosheim.) — Den 17. aprillis, gegen abenl, kam ein gross weiter mit einem grossen hagel, der dalt grossen schaden, zerschlug viel fenster. In Rossen schlug es in die kirch und verbrant sie sampt dem thurm und glocken. — Ibid. 2482. (Bischof Johanns Mutter stirbt.) — Anno 1572, im julii, kam Fol. 38C bischoff Johanns von Strassburg frau mutter gehn Strassburg, war ein gebohrene graeffin von Wiedl, von dannen zu ihrem söhn dem bischoff gehn Zabern. Als sie nit vil tag do was, wurde sie sehr schwach und kranck, begehrte an ihren söhn den bischoff dass er ihr wolle das heilig sacrament reichen lassen in beeder gestalt und wolle solches von keinem unreinen priesler nil empfangen, sondern von einem evangelischen. Bischof Johann mussle derohalben graffen Philipsen von Hanau gehn Bussweiler schrei- ben, der schickte dem bischoff den pfarrherrn von Pfaffenhofen, ein gelehr- ten mann, dem hat sie gebeicht und das heilige sacrament von ihn em- pfangen. Der bischoff wollt ihn hochbegaben, er wolle aber nichts nehmen. Hierauf ist sie bald zu Zabern gestorben. Der bischoff liess sie in die graffschafl Manderscheidt zu seinem herren vatter begraben. — Silber- mann, Extraits manuscrits, IP partie, p. 10. — En résumé Exp. Sp., Pp. Rh. 2483. (Theurung.) — War eine ausserordentliche theurung und kamen sehr viel arme leuth nach Strassburg, also dass alle gassen voll liefen und niemand wegen klopfen und klingeln im haus ruhe hatte. Damit die armen leutt nit hungers stürben, richtet ein obrigkeit in derEllenden- herberg ein neu almosen auf darein man alle armen weisen solle. Hergegen baten die burger weil man von haus zu haus alle wochen einmal in allen pfarren würde sammlen, dass ein ieder geld oderbrot sollte steuern damit maenniglich vor den haeussern mit ruh koennle seyn. Man hatte zwey grosse Stuben und haeusser zum lager, eins für mann und eins für weiber gebawen. Da wurde also reichlich gesteuert dass man das halbe kaum unter den armen brauchte und iedermann genug hatte. — Pp. P. 2484. {Neues Almosen eingerichtet.) — Eodem (anno) wurde in Fol. 388 waerender theurung dass neue almosen in der Elendenherberg angerichtet dem gassenbettel zusteuren und samlete man von hauss zu hauss geld und brot*. — Exe. Sp. 2485. {Steigerung der Noth und Fruchtordnung.) — Es wurde immer theurer und theurer; da kamen der bischof und alle landstaende im Bru- 1. Résumé du numéro précédent. — 388 — derhof zu Sirassburg zusammen und machten eine Ordnung wie man die frucht geben sollte. Aber da kam vier freilage kein koernlein auf den markt; und woher das? Die fürslen und edelleutl halten viele fruchte, aber sie wollten sie nach dem preis den sie selbst gesetzt hatten, nicht verkaufen. Da wurde die laxe aufgehoben und nun waren die maerkte wieder bestellt. — Texte modernisé par Friese, Ilistor. Merkwürdighei- ten, p. 171. Fol. 389» 2486. (Thurm der Alt S. Peterkirche neu gebaut.) — Disen sommer haben die zum Alten S. Fetter ihren kirchthurm, welcher gantz nieder wahr, hoch auffbawen und die glocken hoher gehenkt, wie noch zu sehen ist. — Pp. Sehn. 2487. {Franzoesische Exulanten in Strassburg.) — Nach dem 24. august kamen viel franzoesische herren nach Strassburg geflüchtet, unter andern zwey soehne des admirai Coligny, der prinz von Gondé, der herr von Andelot, blieben zwey iahre hier. — Résumé, Pp. Rh. Fol. 391 2488. {Grosses Schiessen zu Strassburg.) — Anno 1573, den 1 7. augusli, 1573 hielt ein obrigkeit mit den burgern ein gross schiessen mit grossen stücken. — Pp. P. Fol. 392 2489. (Ingoldische Fehde.) — Damalen stunden vil reiche burger und kaufleut auf, schulden halben, ahn denen ein burgerschafl und andere etliche hundert dausend gülden verlustig tvurden, darunter waren auch die Ingolt, also dass ein oberkeit verursacht Philips higolt in gefencknuss, und andere, zu legen, darin sie auch hernach gestorben sind. Nuhn waren die Ingolt bischof Johann und dessen vorfahr auch zwantzig tausend gülden schuldig. Do machte ein Stadt Straszburg, nach lut ihrer freyheilen und gebrauch, die Ordnung, dasz jedermann neben iren bur- gern zugleich solle nit eintreten, welcher nit genugsam pfandt helle. Nun hatte bischof Johann nit mehr dann eine blosze verschreibung, derhalben wardt er gemanel, neben andern Schuldnern, die verlossene guter anzudreten; das woLte er sich nit erkleren. Nuhn halte ermeldter Ingolt ein schlosz zu Bischen by Rosen, sampt vilen gütern, das name bischof Johann ungewarnet ein; do bäte in die sladt oft solchs alsz ires burgers eigenlhum zu lossen und sich nit selbs zu pfenden; das wolle er nit thun, und auf den 24. augusli, in der nacht um zehn uhren, hatte ein oberkeit heimlichen 400 gerüste burger, 80 pferdt und sechs fcldtstück geordnet, die zogen zum Weisentburn heimlichen die nacht, kamen vor drey uhren gen Bischen, nanien erstlich die kircli ein, dann der bischof be- folen so bald man etwas merckte, solle man stürmen; do hatte er befolen — 389 - in allen dörfern und flecken auf zu sein; als die bauren slurm sclilaj^en wollen, hatte man die glocken zuvor sampt der kirchen ein. Bald haben sie das schlosz aufgefordert; darin war niemandt dann der burckvogt und wenig knecht, so der bischof hinein geordnet hatte; alsz es sich verzogen, sligen etliche hinein, brachen das Ihor auf; do haben sie das schlosz mit etlichen personen besetzt, den burckvogt gefencklich mit heim gefürt und um abent mit Ordnung widerum herkomen und aufs ameysters Stuben zu nacht gessen. Des bischofs burckvogt legte man zum Hirsch in die her- berg; hernach hat sich bischof Johann zu Speir ahn der knmersolchs hoch beklagt. — J. VVencker, Collectanea , IL 2490. {Schwere Zeiten.) — Es war ein nasser sommer, die trauben wurden nicht zeitig. Den 28. junius fiel zu Ettenheim und im Breisgau ein grosser hagel; es fielen steine, ein pfund schwer, menschen und vieh wurden erschlagen, wein und fruchte verderbt. Gegen den herbst hin regnete es fast bestaendig, die trauben faulten an den stoecken und der wein den man noch bekam war sehr sauer. Es war eine schwere zeit für die armen und grosse hauffen aus allen landen slroemten Strassburg zu. Alle gassen liefen voller armen die der Stadt viel beschwerden und theurung brachten, doch gab iedermann den armen gerne und war, gottlob, in der Stadt immer noch wohlfeiler als auf dem lande und an andern orten. — Texte modernisé par Friese, Hist. Merkwürdigkeiten, p. 171—172. 2491. {ßchloss zu Baden gebaut.) — (Anno 1574') faengt Otto Heinrich Fol. 394^ graf zu Schwarzenberg, des iungen marggraffen Philip von Baden statt- 1574 halter, das neue schloss zu Baden an zu bauen. — Pp. Sehn. 2492. {Grosses Hagelwetter.) — Den 17. junii noch mitdag kam ge- Fol. 397 lingen ein grosser hagel gen Strassburg, warfFe stein schier wie nussen und allmit ein gross wetter, datt auf drey streich in's münster, schlüge auch inn Altten S. Pettersthurn, auch in herrn Jonas Bültner's hauss zu S. Tho- man, bey S. Aurelien in Schaffner Diebolts hauss; in Kruttenaw traff es ein frau und magt. Es warffe die maur hinder den Barfussen neben dem Pfennigthurn aufflOO schuh lang in graben. Vor dem Judenthor warfi" es die fuettermaur auff 400 schuh lang in graben; daneben infeldern grossen schaden gethan. Druff schlüge alle ding noch teurer auff. — Ibid. 2493. {Bischof Johann' s Forderungen an Strassburg.) — Eodem (anno) Fol. 399 that bischoff Johann anforderung an die statt von 70 artickeln. — Exe. Sp. 2494. {Ein Haus eingestürzt.) — Anno 1574, 29 novembris, am Fol. 400 — 300 — morgens frühe, fielle die herberg zur Alten Pfaltz in Kurbengass ein. — Ibid. 1575 2495. (Streit zivischen Stadt und Bischof Johann.) — Der kaiser sandte eine commission um den streit der sladt mit dem bischof beyzu- legen, aber die hundert bedingungen waren so anmassend, dass die Stadt sie nicht eingehen konnte, hi der kaiserhchen commission war auch Lazarus von Schwcndi, freyherr von Ilohenlandsberg, kayserlicher ralh. Der bischof begehrt den ralh einzusetzen, den gottesdicnst nach seinem willen einzurichten, alle zoelle, allen zehnten von den waaren auf dem markt, alle gefaeile der kirchen und kloester, etc. Acht tage stritten die commis- sarii, vergeblich redete ihm der kaiserliche gesandte zu, vergeblich wurden die Urkunden dargelegt. — Texte modernisé, Pp. Rh. 2496. {Eine gute Ernte.) — Anno 1575, am charfreitag und noch einmal Philippi Jacobi (den i. maii) erfroren die reben ganz durch reiffen. Da jammerte jedermann wegen der grossen theurung, die schon sechs iahre lang waehrte. Aber der allmaechtige gott lebte noch und sorgte, da alles verzagte, denn da kam die frucht gaehlingen auf einen wohlfeilen preis, dass ein viertel von 7 gülden auf 12 schilling, darnach auf 10 schil- ling kam. Niemand konnte anders sehen und preisen als dass gott solches that*, denn in allen landen war frucht und wein genug, da es doch zuvor bey guten erndten viel theurerward, und war nicht anders, denn dass gott der armen gebeth gnacdig erhoeret hatte. Aber der wein blieb theucr. — Ibid. — Texte plus ou moins modernisé par Friese, Hist. Merkwürdig- keiten, p. 172—173. Fol. 405 2497. (Zürcher Hirsebreifahrt.) — Den 20. juni kamen die von Zürich 1576 samt andern Schwitzern zu schiff gantz stattlich. Sie brachten von Zürich einen grossen ehernen baffen voll gekochten liirss, so zu Zürich kocht war. Der kam gantz heiss hieher, dann sie in einem tag von Zürich her- fuhren. Als sie den S. Johannisgiessen herein fuhren, empfieng man sie stattlichen mit drummen und pfeiffen und begleitete sie aufl" herren am- meisters Stuben zum essen. Do stellte man zum gedaechtnuss auffalle tisch ein heiss muss so zu Zürich kocht war. Der baffen steht noch auff dem Zeughoff [wiegt 144' pfund*]. üeber wenig tagen kamen dreyssig schützen von Basel, alle in einer kleydung, die schenkten der Stadt einen lebendig hirschen und ein reb 1. Kous avons omis ici une phrase sur les usuriers, qui certainement n'est pas de Specklin, mais de Fmesé. 2. Ces derniers mots se trouvent seulement dans un résumé. (Exe. Sp.) - 391 - samt vier salmen. Man empfieng- sie alle heriiicli und logiert sie in vor- nehme burgershausser. Des ammeistersstub legte man aulTdensehiessrain. Es gienge alle ding ganlz stattlich zu, man verehrte allen frembden, in- sonders den Schweitzern. Man Hess auch einen glückshalTen ausgehen mit vielen koestlichen kleinodien, darin überkam das beste ein armes meidlin mit einem namen. Herr Hans Casimir, pfallzgraff, hatte 1100 namen darin und überkam nichts. Ein ehrsamer rath liess auch die Schweitzer alle auff seine kosten wieder heimführen. — Pp. P.'. 2498. (Franzoesische Kirche geschlossen.) — Anno 1577, 20. febrnarii, Fol. 407 ward die welsch kirch gantz zugethan, dieweil sie sich mit gewalt gegen 1577 die prediger legten. — Wencker, Collectanea, II, fol. 23^. 2499. {Daniel Specklin ivird Sladtbaumeister.) — Domollen halt Fol. 408» Daniel Speckle von Strassburg die gantze statt Strassburg vonholtz in ein model iust gemacht. Die statt in der XIII. stuben im langen disch. Drauss kann man sehen, was seyther bawen worden ist. Daruff wardt er zum baw- meisler ahn genommen, so zuvoren nit brauchig wass, dowil man aber gesinnet die statt zu bevestigen, wardt er desshalben ahn genommen. — Pp. Sehn. 2500. (Neue Befestigungswerke.) — Anno 1578, auf liechtmess, Fol. 409 schleiffte man im Ciaren woerd dem graben gegen dem ambrustrein zu, 1578 führte vornenher eine maur, und den wall stracks hinüber auff den arm- brustrein an den andern wall, und machte auss dem platz und graben ein garten, wie noch zu sehen ist. Als man da fertig, fieng man den grossen bau bey Roseneck an, man schleiffte mauren, graeben, verbau, und baute dahin die jetzige wehr, erweitert den graben, aendert die brück und ward anno 80 fertig. — Exe. Sp. 2501. {Messe in den Nonnenklo ester n gelesen.) — Eodem, 1. maii, hüben die pfaffen an zu S. Johann und nonnencloestern zu predigen und mess zu hallen, wurde aber von der obrigkeit gleich wider verholten. — Ibid. 2502. {Alterthümer zu Woerth gefunden.) — Eodem (anno) seind zu Fol. 411*» Woerd viel anliquitaeten gefunden worden, darunter ein viereckigter stein, darauff Mercurius, Hercules, Diana, Venus. — Ibid. 2503. {Vergleich zwischen Stadt und Bischof.) — Als 1578, im no- vember, herr Gebhart Truchsess von Waldburg, domdechant zu Strassburg, 1. Une autre note en français, de Piton, qui mentionne le nom de Gaspard Thomaon et celui de l'Hôtel du Cerf, nous montre que le récit de Specklin était plus détaillé. — 392 — zum ertzbischoff zu Goeln erwaehlt und besorgt war um den span im bis- thum Strassburg, da der bischof nicht schwoeren wollte, bat er dringend Stadt und biscliol' sich zu vergleichen, der bischof solle schwoeren und die Stadt solle nichts Ihaelliches gegen den bischof vornehmen. (Im geheimen ralli ward nemlich beschlossen, den widerspenstigen bischof gefangen zu nehmen oder zu vertreiben, das domkapitel hatte davon nachricht erhalten, auch der bischof.) Jetzt schrieb bischof Johann der Stadt gar freundlich, er wolle nun der sladt schwoeren, wann er der sache besser bedacht were, sollten nur etliche gesandte nach Zabern schicken, um die huldigung an- zunehmen. Diese wurden in Zabern herrlich empfangen und auf Martins- tag schwor der bischof endlich, wie jeder bischof seit undenklichen zeiten, dass er der Stadt freyheiten, gerechtigkeiten und herkommen nicht mindern sondern mehren wolle, dass er von den bürgern und den zur Stadt ge- hoerigen keinen andern zoll nehmen wolle als herkommens ist, die geist- lichen gerichte sollen ihren gang haben und niemand kein indultum gegeben werden ohne des klaeger's wille. Die Stadt versprach nachbar- lichen dienst und guten willen. Man schied froehlich. Im folgenden iahr kam der bischof selbst nach Strassburg, wollte aber keinen einzug halten, da er nicht im münster absteigen konnte, ward freundlich mit ehren empfangen. — Texte résumé et modernisé par T. G. Rœiiricii. 1579 2504. {Eine Hexe verbrannt.) — War ein weib in der Krautenau, die vieler zaubereyen bezüchligt, hatte ihren eigenen mann verhext, dass eitel geschnitten stroh von ihm ging und starb. Als man im spiltal ihn aufschnitt, war er voll geschnitten stroh. Die hex ward verbrannt. — Pp. Rh. Fol. 415 2505. {Bischof Johann besucht den Rath von Strassburg.) — Den 18. februarii, alsz bischof Johann sich mit der Stadt Straszburg gentzlichen vertragen, auch selbs zugesagt die Stadt einmal zu besuchen, alsz hat er auf dato heimlichen alles aufs beste in seinem hof bestellt, und als es um 9 uhren wäre, kamen des bischofs räht, begerten vir raht und XXI sie zu hören. Der raht wäre willig sie zu hören was der bischof mochte aber etwas newes virbringen. Alsz sie virkamen, zeigten sie ahn wie ir fürstl. gnaden die Stadt und oberkeit begerte freundlichen und nachburlichen zu besuchen, mit bitt dasz ein ers. raht ir fürstl. gnaden nit wollen verschmähen und um 10 uhren ins bischolhof mit ir fürstl. gnaden das mitagmal helfen in aller freundlichkeit volbringen. Der rath wüste von solchem nichts ; name sie wunder der kurtzen ladung, doch sagten sie zu; man bcfale den Söldnern und andern sich eilent zu rüsten und ir fürstl. gnaden entgegen — 303 - zu reiten; auch den Wächtern dasz sie blosen solten; aber alles zu spat. In disem kombt der bischof die Oberstrassen mit einer gutsclien und auf 80 pferd vor diePfaltz in seinen hof gefaren, mit sambt seinen brüder und andern grafen. Der raht eilte, damit man ime mochte schencken und ent- pfahen ; welches auch geschähe in gi-oszer eil. Alsz nun meister und raht in hof kamen entpfingen sie ir fürstl. gnaden gantz wolund verehrten ime gantz fürstlich. Der bischof name alles zu gnaden ahn, und asze man bey ir fürstl. gnaden und waren sehr frölich. Der bischof widerholte ellich mal wie er hinfort der Stadt guter freundt sein und bleiben wolte; man gäbe auf 200 essen, gantz fürstlich. Den andern tag lüde die Stadt und raht ir fürstl. gnaden widrum, mit grosser bitt, auf Unser frawen hausz, welches er zusagt. Am morgen um 10 uhren käme marckgraf Jacob von Baden sambt andern grafen, auch statt- und ameyster, und holten den bischof; do ginge er zu voran ins münster und besähe das new uhrwerck; von danne auf Unser frawen hausz; do wardt ir fürstl. gnaden herlich tractiert, und werdt solche mahlzeit bisz in die naclit; und alsz man wol truncken, schide man von einander, doch bliben etliche bey ihr fürst, gnaden im hof. Morgens, alsz ein ers. raht mit ihr fürstl. gnaden allerhandt redt gehalten und die morgensup gessen hatte, scheide er gantz freundlichen; man be- leite ihr fürst, gnaden mit den Söldnern, auch etliche herren, bis gen Dachstein. — J. Wencker, Collectanea, II. 2506. (Graf Philipp von Hanau begehrt vom Bischof ein Pferd.) — Hernach hat sich graf Philips von Hanau, herr zu Lichtenberg, der elter, erkundigt, diweil bischof Erasmus nie hat wollen inritten, ob er wolte in- ritten; alsz sich der bischof erklärte, dasz solchs ohne von notten, diweil die ceremonien nit mehr im münster wie zu voran gehalten würden, wolte er also dise fründliche heimsuchung vir sinen inritt halten; daruf hat graf PhiHps von Hanau begert, ime, alsz des Stifts marschalck, das beste pferdt zu schicken, welches ime, wann ein bischof einreyt, gebürt, dann er sein gerechtigkeit haben wolte; dem bischof gefile solche suchung nit wol, doch schickte er im ein gut pferdt von wegen alter gerechtigkeit. 2507. {Verordnung des Adels halben.) — Anno 1580 ward erkant dass Fol. 418 alle von adel, so in der statt feur und rauch holten, etwas beytragen solten, 1580 oder burger werden, widrigenfalls bey 10 pfund straff bey offenem würth einkehren. — Exe. Sp. 2508. {Neubauder Befestigungen.) —(Roseneck) die newe pastey neben dem Steinstrasser thor, fertig (gebaut). — Pp. Sehn. 2509. (Jesuitencollegium zu Molsheim gebaut.) — Damalen hübe — 394 — bischof Johann von Straszburg ahn zu bawen zu Molszheim ein new col- legium, im alten spital, vir Jesuiler, die er ausz dem Niderlandt brachte; er behüte die aUen gefeil und legte allen äbten, clostern, stiften auf, von irem einkommens jährlichen dahin zu geben, damit ein fürneme schul mochte do ahngericht werden; solchs sparten alle closter und stift; ver- meinten, wolte er etwas stiften, solle ers ausz dem seinigen thun. Daruf liesse er allen clostern und stiften im bischtum ihre gefell arestieren; daruf haben sie sich mit ime verglichen und ein genandts bewilligt. — Ibid. Fol. 419» 2510. {Dachstein befestigt.) — Er hub auch ahn Dachstein das stettle zu bevestigen, auch das schlosz besser zu bawen; er brache ein schöpf im ineren schlosz, der etwas im hof hindert, ein sehr grossen gewaltigen thurn ab, wäre von luterquatern, sehrgrosz, dick und hoch, von bischof Heinrich von Veringen erbawen. Er fragte nichts nach dem reimen den bischof Heinrich daran hat bawen lassen in einen stein, also: Selig der mich macht, verflucht der mich bracht. Er bawte auch das schloss Barr bey Zabern, mit newen mauren und wehren, und liesse vil grosse büchsen zu Strassburg giessen. Er hat sunst vil und gern bawen. — J. Wencker, Collectanea, II. 2511. {Fortifications nouvelles.) — La partie du rempart, le long du quartier de la Finckmatt, fut construite avec les murs, de 1577 à 1580, par Specklin; les anciennes fortifications furent en partie démolies. — Pp. P. Fol. 420 2512. {Eine Wehr am Rhein.) — Eodem (anno) erschuett die statt wegen boesen wegs einen guten weg und werbe von Kell biss an Gold- schür, eine meil wegs lang, dann man nit durchkommen könnt, wenn nass weiter war. Aber graf Philipps von Hanaw wolle solchs wegen seinem zoll in Wilstaett nitt leyden, kamen also des guten wegs halben in schweren span Graf Philipps Hess auch Ilundsfelden, weilen es, der moerder halben, sehr beschreyt war, auff denboden abreissen. — Ibid. — Exe. Sp., en résumé. Fol. 421» 2513. {Lichtenberg neu befestigt.) — Anno 1580 hat herr Philipp graf zu Hanau und herr zu Lichtenberg, das gantze schloss welches sehr zer- fallen war, alle mauren, thürme, gewoelber und graeben rings um, mit lauter quaterstücken new auflbauen lassen, ohne beschweruiig der under- thanen, auff seine eigene kosten. — Pp. Sehn.; simple note avec renvoi à Y Architeclura von Vestungen, p. 89. Texte moderne de Friese, Hist. MerkwürdigkciXen, p. 32. — 395 — 2514. (Münsterfüicchl schlacft in der Predi'jt.) — Am 30. april 1581 ir>8l geschah folgender spass, dei' fast einen aullauf veranlasst haelle, denn das Volk hatte auch parthey genommen. War sonnlag, waehrcnd dei- nmpt- predigt schlief der münsteiknecht, indessen schlug die glocke acht, der erv\-acht, meint es sey mittag, facngt an zu lacultcn, man glauht es scy Sturm, man lauft aus der predigt, glauht es brenne, manche glauhcn es sey aufruhr wegen des handeis der gelehrten, versammeln sich bevvaflhet vor dem münster, schon waren acht banner da, die thore verschlossen, die andren kirchen fangen auch an zu laeulen, der ammeislcr kommt gerillcn, man fragt wem es gelte, niemand wusste es und so fragt man den münster- knecht, da kam's heraus dass es nichts waere, wurde der knecht in thuin gelegt. — Texte modernisé Pp. Rh. 2515. (Ein Moerder gefangen.) — Anno 1581 ward Peter Nirss, der Fol. i25 moerder gefangen. — Exe. Sp. 2516. {Johann Sliirm seines Amtes enlscLzL) — Den 9. december, alss Johann Sturmius, rector in den schulen zu Strassburg, wider alles verbot einer oberkeit, nit wollte aufhoeren mit schmaehschriflen wider Dr. Pap- pum, des sacraments halben (wie wols andere unter seinem nahmen ge- than haben, er aber underschriben) ward er seines rectorats entsetzt, doch blibe im das gefell, auch die probstey zu S. Toman, und ward ahn sein statt rector M. Melchior Junius. Sturmius ist sunsl ein uberauss gelerter man gewesen, der die schul in Strassburg aufgericht und damolen in die 43 iar versehen hat. — J. Wencker, Collectanea. 2517. {Neu Bau auf dem Martinsplatz.) — Domollen hübe man ahn Fol. 426'' das newhauss auff dem S. Mariinsplatz bey dem Fischmarck gegen der 1582 cantzley und neben dem Camellhier ahn zu bawen undkaufflen einersamer rahl binden zu noch etliche haeuser. Fornenher ist der plalz noch von S. Martins leichthoff do gewesen und vast in drey iaren auffbawen worden. — Pp. Sehn. — Pp. P. 2518. Im September hatte man by nacht auff dem münster, auff den Fol. ws» vier Schnecken und darüber etliche lichter gesehen und war doch nass regenweller. — De même, le 14 octobre, où on en avait vu douze sur les tours et les toits du château de Lichtenberg, pendant trois heures, au miheu de la pluie et du vent. Il y a sept ans, on en avait vu de même. — Extrait et résumé dans les Pp. Sehn. 2519. {Koelner Wirren.) — Den 12. jänner 1583 liess Gebhard erlz- 1583 bischoff zu Coeln, domdechanl zu Strassburg, die erklaerung ausgehen B. XIV. — (Af.) 2ü — 396 — dass die reform auf goltes worl gegründet sey und er sie in seinem biss- tluim erlaube üefTcntlich zu predigen, nahm auch bald darauf die Agnes graefin zu Mansfeld, eine coelnische aeblissin, zur frau. Die domcaj)ilu- laren zu Goeln widersetzten sich hoch, beriefen ein capitel nach Goeln und da der groesste theil dieser herren auch im capitel zu Sirassburg waren, wurde fast das ganlze Strassburger domcapitel cilirl, nicht alle kamen. Das capitel erklaeretihn für einen ketzer und abtrünnigen, wollte ihm eher hundert concubinen als ein eheweib erlauben. Da entwich Geb- hard mit allen briefen und schaetzen nach Bonn. Pabst Gregor XIII. sandte den jungen crlzbischofT von Toledo, cardinal, söhn des ertzherzog Ferdi- nand, war zwantzig iahr alt, um den alten Gebhard zu entsetzen. Er kam den Rhein herab, da hielt ihn pfaltzgraff Johann Casimir bey Speyer auf, wollte nicht zulassen dass der papst einen churfürsten entsetze; der car- dinal floh nach Italien zurück. Nichts desto weniger entsetzten die domcapitularen zu Goeln ihren ertzbischofl", zogen alle zoelle ein und waehlten hertzog Ernst von Bayern, der schon drey bissthümer, die zu Freysingen, Hildesheim, und Lültich hatte. Da besetzte Gebhard die Stadt Bonn mit truppen, die domherren verdammten ihn. Einige dieser herren die auch zu Strassburg im dom- capitel, thatten einrede; es war graff Georg von Wittgenstein, graf Hans von Winnenburg und graf Hermann Adolph von Solms, meinten es sey unbillig dass man so streng wider Gebhard verfahre, weil alle churfürsten und andre fürsten für ihn schrieben und bitten dass man ein lag desshalb zu Franckfurt habe, den kaiser Ruprecht (sie) auch bewilligt. Aber die stiflsherren fuhren fort auf des pabsls geheiss, wollten auch obige drei grafen angreifen, die zogen weg, wurden aber doch von ihnen verdammt, ihrer aemter entsetzt, ihr bild in Rhein geworfen, schrieben desshalb auch an den bischof von Strassburg und die hiesigen domherren, die nicht nach Goeln gezogen, dass sie Gebharden, der hier dompropst und die drey grafen auch entsetzen sollten und als ketzer sie verhafften. Als diese folge leisten wollten, kamen meister und ralh ins capitel, baten die herren von ihrem vorhaben abzustehen, dann das domcapitel sey in ihrem schütz und schirm, und darum auch die drey herren in ihrem schütz begriffen. Sie baten keine neuerung oder auffruhr zu machen, sonst müssten sie denen die bedraengt waeren, schulz halten. Da Hessen sie ihr vorhaben '. — Texte moderne et résumé pap. Rh. 1. «Specklin giebt in seiner clironick ein detaillirtes lagebuch dieses ganzen Iiandels, biss 1589.» Gelte note marginale de Uuehbich indique bien qu'il a lir6 son r6suui6 d'un texte inliniinent plus détaillé. — 3î)7 - 2520. {Ein Kardinal kommt nach Speyer.) — Um niilfaslcn schickte pabst Gregorius der XIII. ein jungen cardinal, was elwan 20 jar alt, heruss, was bischof zu Tolento in Ilispanien, erlzhertzog Ferdinand von Oeslreich son, gebohren von einer Augsjturgerin genandt Philina Welserin, der käme mit 200 pferden von Freyburg heiab, wolte auf Cöln zu und den erlzbischof entsetzen; und alsz er bey Speir käme mit Herrn Nicolaus von Polwil, do wart hertzog Johann Gasimirus auf in, wolle in nit lossen passieren. Do flöhe er by tag und nacht auf Rastatt und Offenhurg zu und auf Brisach, bliebe drey wochen do, zöge widerum in Italia. Die ursach was dasz er solte den bischof zu Cöln entsetzen in namen des pabsts und ein anderen welen; das wolte pfaltzgraf Gasimirus nit zulassen dass der pabst solchen gewalt wolle brauchen churfürsten auf- und abzusetzen. — J. Wen- CKER, Colledanea, IV. 2521. {Krieg im Elsass.) — Als herzog Johann Casimir der pfaltzgraf Fol. 432*» burgundische schützen ins Elsass schickte und die Oesterreichischen auf solche loss giengen, sind die welschen aus dem Obern-Elsass abgezogen, durch Geispolzheim gegen Sirassburg beym Weisenthurn-, Gronenburg- und Sleinstrasserthor vorüber, und sassen unter der Stadt bey dem aechter kreuz in schiffe und fuhren den Rhein hinab. — Silbermann, Lokalgeschichic , p. 163. 2522. {Streit zwischen den Domherren.^ — Damals wollten die dorn- Fol. 433 hei'ren und andere hiesige nicht dass man die verstossencn herren vom capilel sollte in den calender drucken; es unterblieb. — Pp. Rh. 2523. {Alterthümer zu Brumat gefunden.) — Anno 1583 ist zu Brumat ein bild gefunden worden mit schrifften und müntzen. — Exe. Sp. 2524. {Lazarus von Schwendi stirbt.) — Den 28. maii, slarbe der wolgeborn und strenge, strittbare held, herr Lazarus von Schwendy, frey- herr zu Hohen Landsperg, zu Kilchofen, ward gen Konszheim begraben; er wäre keyser Garle des V. und hernach keyser Ferdinandi, keyser Maximilian II. und Rudolfi des II. ralh und veltobrister in Ungarn; hat den Türeken vil vestungen abgenomen. Er hat sieben sprachen perfect können reden; kein lengere auch herrliche person hat man in Teutschland nit gefunden. — J. Wencker, Colledanea. 2525. {Kalenderstreit.) — Der bischof geböte damalen allen nolarien, auch ahn geistlichen gerichl zu Straszburg, dasz sie alle einschreibungen 1. Dieser Abschnitt ist offenbar ein Bruchstück der vorgehenden Erzählung, die wir nur aus den Notizen Roehrich's im Allgemeinen kenneu. - 398 - und (lalum sollen nach dem newen calender setzen nnd richten, des- gHchcn die fest zu feyren, das geschähe durchs hischols insigler, der in seinem hof wohnet, doch nit geislHch, sunder hatte ein weih. Daruf be- schiciile meysler und raht alle notarien und geböte inen, dieweil sie burger wären, dasz sie alle verschrcibungen sollen nach dem allen kalender stellen, wie von allem her, bisz solchs die sladt mit den stenden im reich sich vergleiche. Daruf alle notarien sich verglichen und wollen nichts mehr verschreiben, weder dem newen, noch dem allen noch, dalen auch dem bischof zu wissen. Man geböte auch dem insigler dass er sollte in acht lagen burger werden oder die sladt räumen. Die notarien sagten gegen den bischof den dienst auf, die andern wurden burger. — J. Wencker, Colleclanea. Fol. 434'' 2526. {Guter Herbst.) — Eodem anno war so guter herbst dass viel reben ohngelesen blieben, wegen mangel an fassen. Ein ohmen fass galt drey mahl mehr dann der wein. — Exe. Sp. Fol. 435 2527. {Stollhofcn gebaut.) — Eodem anno liess margraff Philips von Baden zu SlollhofTen die vorburg mit rundellen bauen. — Ibid. 2528. {ßtrassburg kauft die Herrschaft Barr) — Den 23. novembris starb herr Friederich von Barr, als die statt, vorhero anno 1578 die herr- schaft, domil auch die hohe obrigkeit und halssgericht zu Oberehnheim begriffen, umb 95000 fl. kauft halten, setzten sie einen amptmann auff das schloss. — Ibid. Fol. 436 2529. ( Vorzug der Teutsclien vor andern Voelkern in Tugend und Gesell icklich keit.) \. Die kriegsart und staercke. 2. Guter glaub und warhaffligkeil. 3. Erfindung der buchti'uckerey. L Geschütz und feuerwcrckerey. 5. Klein uhrwerck. C. Münlz und presswerck. 7. Bergwcrck. 8. SeibslaufTcndc mühlun. — Ibid. Fol. 437'' 2530. {Viele Voegel.) — Eodem (anno), umb liechtmess, seind viel 1584' tausend mal tausend danfincken vom Nidere gebürg, 14 tag lang drey meil wegs lang und 72 nieil breit, hergeflogen. — Ibid. 2531. {Deginn der Prechterschen Hacndel.) — Anno 1584 hüben die Prechter an sich unter den adel zu verheurathen, besassen den rath, und - r399 — war lierr Friederich Drcizeliner, aber sie Ihalen sich vom gewcrh, sagten ihre wahren alle aufT, auch den ralh, da sie XIIF"" waren und zum Spiegel dienten, und dienten hinfort zum Hohensteg als andere von adel. — Ibid. 2532. {Kalenderstreit zwischen Katholiken und Protestanten) m den Fol. 438 Jahren 1583 — 84, besprochen von Specklin. — Pp. P. 2533. (Streitigkeiten der Stadt mit den Prechler) — Eodem (anno) Fol. 440'' . . . Auff befragen wer die hoechste obrigkeit? Antwort: Der pabst, keyser und bischoff. Zu dem waeren sie der religion wegen in bann. Des raths anlwortt: Der pabst haelle auff ihrem stifft, welches ein freyslifft, nichts zu gebietten. Sie haetten auch mit dem bann in der statt und land nichts zu thun, waer auch in sechzig iahren nichts davon gehört worden. Zu deme haette die statt Sirassburg auch ein ban umb die statt, der waere mit steinen umbsetzet, da stünden der statt wapen auff, und nicht dess pabsts, und wolten des pabsts bann über ihren bann auch nicht mehr kommen lassen; dass moechten sie wissen. — Exe. Sp. 2534. [Aufnahme in den Ritler stand) — Eodem (anno) ist herr Se- Fol. 44 1^» bastian Mueg und seine bruderssoehne, Sebastian und Carle, in die ritler- schaft zum Hohensteg aufgenommen worden. — Ibid. 2535. {Steinthal. — Alterthümer zu Neuweiler.) — Steinthal, von Fol. 442 Schirmeck biss hinter Helms (?) gereyl. Eodem antiquitaeten zu Neuwiler nach Liechtenberg gebracht. — Ibid. 2536. {Des Bischofs Schreiber aus der Stadt gewiesen.) — Anno 1584 wurde Job. Lunderslo (?) secretar des bischofs weil er, auf heimliches ein- geben des bischofs der Stadt den burgereid nicht schwoeren wollte und doch weib und kind und behausung hier hatte, geboten in drei tagen die Stadt zu verlassen. — Extrait modernisé, Pp. Rh. 2537. {Zollkeller neu gebaut.) — Eodem (1585?) hat bischof Johann Fol. 448'» den Zollkeller von grund auff neu gehauen. — Exe. Sp. 2538. {Ein Sturmivind.) — Den 25. november (1585?), gegen obent, Fol. 449»» grosser wind, warff auch auff der Wilhelmerkirchen das ihürnle herab. 1585 — Pp. Sehn. 2539. {Vom Zollkeller) sprach Specklin an dieser Stelle, wie das Fol. 450 «jetzige gebaeude » aufgeführt worden. Die bischoefe haben allhie ihre gefalle «auf S. Thomae lag)» erhoben. — K.-S. G., p. 706. 2540. (Querelles à propos du calendrier) — Les anciens calendriers Fol. 450'' furent réimprimés avec permission du magistrat, et en 1585 les noms des 26" ''!*>'J>% — 400 - chanoines catholiques imprimés à l'encre noire et ceux des chanoines pro- testants à l'encre rouge. — Pp. P. Fol. 452'' 2541. {Benfelden befestigt.) — Anno 158-4 hat bischoff Johann Benfeit angefangen zu bauen und bevesligen, und wegen mangel der stein dass closter Nidermünster abbrechen und dahin führen lassen, so er doch ge- lopt halt wan man im die gefeil Hesse, solches widerum auffzubawen. — Exe. Sp. — Pp. Sehn. 2542. (Wittei'img.) — Anno 1585. Ein schoener frühling aber ein nasser sommer. Grosse gewaesser verderbten unsere felder; alles wurde wieder theurer, obwohl alles im überfluss vorhanden war. — Texte mo- dernisé par Friese, Hist. Merkwürdigkeiten, p. 173. Fol. 455 2543. {Busse für Saeumnisse des Ammeister' s.) — Anno 1586 (wurde 1586 beschlossen) wann der ammeister umb ein uhr nit in cantzley kaeme, soll er ein schilling geben. — Exe. Sp. Fol. 455^ 2544. (S. Niclaus Tliurm neu gebaut.) — Diss iar S. Clauss thurn und das spitz dach gemacht, als der thurn fallen wollte. — Pp. Sehn. Fol. 456^ 2545. {Entdeckimg des Koerpers Bischof Erkenbald's.) — Im jähr 1586, an dem ort da S. Georgen capelle gestanden, vor dem münsler, und zum sallzhauss baute, als man zu fundamenlendolbe, fand man unmensch- hche grosse coerper dabey im hoffe mit sehr alter müntz, darneben viel todte. Da ward auch ein schoener coerper in einem grossen steinernen sarck bedeckt gefunden, die haend über einander haltend, gar gantz, darbey ein bleyen creutz. Man meint es sey bischof Erkenbaldi coerper gewesen, so die capell erbauen hatt^ — K.-S. G., p. 499. 2546. {Plünderung im Elsass.) — Anno 1586 ein herrliches frucht- iahr; wo man sonst ein fürtel einerndte gab es jetzt drey fürtel; in hundert iahren stand die frucht nicht so schoen, aber es wüthete der bischoefliche krieg und es lagen viele kriegsvoelcker im lande. Da fielen selbst unsere freunde, die vorgaben dass sie zu unserer hülfe gekommen waeren, in unsre dörfer plünderten und raubten, schlugen oefen, thüren und fenster ein und verwüsteten gegen 300 doerfer. Da zogen dielandleute mit häufen in die Stadt. Domais hatten die edlen von Wildsberg über tausend fürtel fruchte in Sleinburg, die mochten sie nicht thcilen, und den armen wollten sie die- 1. L. Schneegans a uae version légèrement dliïérente pour la phrase finale : "in einem grossen steinernen sarg einen praechtig- angezogenen koerper, ohne kopff, soll bischof Erckenbald, der Stifter der capell gewesen seyn." — 401 - selben auch nicht vorkaufen, obgleich das fürlel G bis 7 gülden galt. Da kamen die Soldaten und iheilten diese fruchte ohne zank. — Texte modernisé par Friese, Ilistor. Merkwürdigkeiten, p. 174—175. 2547. {Bedingungen des Burgerrechts.) — Eodem (anno) ward erkannt Fol. 457 dass man niemand zu burger annehmen soll, erwaeredann hier gebohren, oder nehme hier ein weih, oderkoenne ein gut handwcrck oder vermoege 100 pfund Pfenning, dass er dasalmosen nicht bedoerffe und gebe umb das burgerrechl 9 gülden, und haette nit so viel kind dass die statt solche ziehen müsse. Sonst, wenn einer drey schilling gab, genoss er auch dass almosen. — Exe. Sp. 2548. (Bêglements militaires.) — Un règlement de 1586 abrogeait Fol. 4.58 quelques articles du règlement précédent sur l'administration de l'arsenal, en ordonnant à une partie de la population de se rendre sur les remparts et les canonniers (büchsenmeister) à l'arsenal. — Pp. P. 2549. {Das Neue Jahr zu pfeifen verboten.) — Eodem (1586) verbott man auffden christag, den Stattpfeifern und schülern das neue iohr zu pfeiffen, oder singen, ein alter brauch, so 14 tag gewaehret. Dafür samlet man in der kirchen. — Exe. Sp. — Pp. P. 2550. {Grande disette.) — Une grande disette attira une masse de pauvres étrangers à Strasbourg; ils furent nourris à l'Ellendenherberg. On donna le gîte et nourrit durant cette année 41058 personnes. A l'hôpital il y avait 14421 personnes malades, dont 2397 sont mortes. — Man halff diess iahr iedermann wie man konnte. Den burgern gab man diess iahr 15300 viertel frucht. Den Schweitzern hat man im iahr 2176 viertel folgen lassen, ohne was sonst auf dem marckt verkaufft wurde. — Pp. P. 2551. {Streit mit dem Bischof wegen Besiegelimg der Urkunden.) — Fol. 458 Weilen aber der bischof die brief und contracten nicht anders wolte be- ^"^^^ siegeln lassen, do geböte ein oberkeit dass alle burger und hindersassen, alle die etwas zu verschreiben und zu versigeln betten oder künftig haben würden, solten von dato ahn solchs in ihrer cantzley oder bey zwenen notarien (so sie mit namen nannten) beschreiben und in der cantzley be- siegeln lassen. Wo das nit beschehe solle ime herin die oberkeit nit be- hülflichen sein. Aber mit einem frembden mag ein burger wol thun, doch wurt im ein oberkeit nitbehülflichen sein, wan er irer hülf hierin betoerft. Es solle auch kein burger, die hauss, hof, acker, matten, reben und guter im landt haben oder kaufen, solche mit keiner bet, steur oder Schätzung weiters nit belegen lassen. — J. Wencker, Collect, IL — 402 - Fol. 478 2552. (Bund mit den Schiveüzern.) — Anno 1588 hat man bey auff- 1588 richtuiig des Schweitzerbunds den gesandten von Züricb und Bern und dero ziigelhanen, wie auch allen amnieislern und slellmeistern von klarem gold gemünzte pfenning à 3 loth; den ralhsverwandten silberne à 2 lolh, und allen schoefien à 1 loth schwer verchickt zur gedaechlnus. Stund aulT der einen seithcn ein loew mit der statt wapen, mit der Überschrift: Maiorum ]iber(ta)ti tuendae, auf der andern folgende: Foederis cum Tiguri. et Bernai, initi hoc mnemosinon S. P. Q. A. F F. 1588. — Exe. Sp. 2553. {Disputation der Strasshurger Theologen mit den Schweizer Gesandten.) — Die Schweitzer gesandten Hessen auch alle prediger kommen, stellten ihnen vor wie traurig die trennung wegen des sacraments, sie sollen doch die schmaehungen unterlassen, des gemeinen besten und der einigkeit wegen, da es doch meist nur worlsireitist; sie wollen auch sorgen dass ihre prediger ruhig bleiben. Dr. Pappus antwortete im namen aller, sie haetten nicht wider gottes wort gelehrt, wollen auch ihre lehren mit gottes wort erklaeren. Der sacramentstreit habe geruht bis die pfaelzischen und andre denselben wieder erweckt und fromme prediger an allen enden vertrieben mit weib und kind. Wie sehr Beza, Sturm und andre sie geschmaeht haben, kann man in ihren Schriften sehen. Dass man die Schweizer calvinisten heisse, geschehe bloss um sie zu bezeichnen, wie man die Strasshurger lutherische nennt. Hiietle man sie in ruhe gelassen, es waere solcher Zwiespalt nicht, wieder aufgeweckt worden. Sie haben sich nothwendig gegen die schweitzerischen prediger vertheidigen müssen, bleiben diese ruhig, so wollen sie's auch. — Texte modernisé par T. G. RŒnuicn. Fol. \%\ 2554. {Entdeckung des Bruderltoefischen Schatzes.) — Eodem (1588), den 18. julii, kam graf Hermann Adolph von Solms, kehrte widerumb in den Bruderhoff ein. Indessen hatte der schaflher feldhüner, wolte sie lebendig behalten, wusste nicht wohin mil. Zuletzt dachte er auff den kellerhals mitten im hoff, so darauf gewoelbt war und ein vergittert rund loch hatte. Gehet hinauff, ruml die alten bretter darin hinweg, da findet er drcy grossen zwilchen saeck voll gepackt, thut sie auff, rieff den heeden herren von Solms, auch dem von Mansfeld und andern darzu. Die beruffen bald notarien und zeugen, auch etliche herren vom rhat darzu, tliun solche auff. Da fand man diekleynodion, hcyliglhumb, bilder, kelch, nioiislrantzen und den besten schätz, auch etliche kocpff und bêcher von gold undsilber, auch viel von den besten ornaten, so die andren herren auss der sacristey im münster vor vier iahren geplündert halten. Aber in einnehmung des — /m — ßruderhoßes als sic es den lag halten wollen hinweg führen, huhen sie es in eyl dahin Verstössen, und ist zu verwundej'n gewesen dass in solcher langen zeit, da man alle stund dahey aufi' den kästen ist gegangen und gestanden, niemand da etwas gesucht oder gesehen hat. Den andern tag morgens, hat man ofl'enllichen, sampt allen herren, auch dem herrn ammeister, und etliche vom rhat in der procession alles heihhum,cleynolen von Silber und gold, den gantzen schätz widerumb in die kammer dess chors im münster an seine alte stelle in die kaesten gesetzt und ge- ordnet, und den gantzen log verwachen lassen, und solches iung und alt, zur gedaechlnuss öffentlich sehen lassen. Also ist dass heilthum wider an sein alt ort kommen, ausgenommen dass einhorn; ornalen und geld fand man nit. Als man nun merckte dass sie moechten etlichs dings also Ver- stössen haben, hat man an viel anderen liederlichen orten mehr gesucht. Zuletzt hat man den 22. julii in der sacrisley tieff in der mauren, in einem kensterlin noch 24 kelch gefunden, darunter acht von lauter gold und edelgestein, auch ein kistlin mit edelgestein, welche man abermalcn an sein alt gewöhnlich ort gestellt hat. — Exe. Sp. 2555. (Ein Gelübde des Domprobsles von Thcngen.) — Es hatte der thumprobst von Dengen, vor fünf jaren, nit allein in die sancta liga ge- schworen (wie auch der bischof), sunder auch ein gelübdt gethan sin bar nit abzuschneiden bisz man zu Straszburg im chor widrum mesz hielte; welches im dann sehr lang gewachsen; begerte vom bapst dass er ine seines gelubdts solte ledig sprechen; darusz dann ime vil gespött erfolgt. 2556. {Bischof Johann sucht Verbündete.) — Bischof Johann zu Strasz- burg sähe sich in diser zeit umb bey den alten orten in Schwütz, ein bündtnusz zu treffen mit des pabst Vorschub. Ueber den todt deren von Geusz erschracke bischof Johann fast übel, dann er stets Stadt und landt mit diser bundtnusz (sancta liga) drawte; also dasz die pfaffen mehr sich muszten förchten, dann die andern so sich halten zu förchten. 2557. (Der Schivoertag in Abwesenheit der bischoeßichen Gesandten.) 1589 — Montag, vor dem schwortag, alsz man dem bischof auf der Pfaltzen, wie von alters her, widrum schwehren solte, waren des bischofs gesandten abermalen nit da; wardt der actus gehalten vor zeugen und notarien alsz wann sie zugegen wären. 2558. {Bischof Johann beruft seine Lehnsleute nach Zubern.) — Es halte auch bischof Johann auf den schwörtag alle seine lehnleut gen Zabern beschrieben, damit er sehen möchte wer ime gehorsambt; do hat er inen lassen vürhalten, nachdem er zu allem friden geneigt und sehe — /m — dasz man ime zuwider wäre, bete er dasz sie wollen auf millel und weg gedencken, damit die landt in friden möchten erhalten werden; daruf, mit gemeinem rahl zu anlwort worden ist, dasz sie kein besser gelegenheit wüsten dann dasz er sich mit dem stifl, sladl Straszburg undnachbarschafl begeben wolte; daruf er bewilligt ausz dem ritterstandt etliche mit befehle darzu abzuordnen. — J. Wencker, Colleclanea, II. Fol. 48S 2559. {Vcrmacldung zweier Domlierren.) — Anno 1589 haben die ersten canonici dess hohen stifftes, graf Hermann Adolff von Solms mit einer von Mansfelt, und graf Ernst von iMansfelt mit einer rheingraefTin Juliana sich verehelicht. — Exe. Sp. Fol. iss*» 2560. {Mort de Jean Sturm.) — Specklin racontait sur ce feuillet la mort de Jean Sturm, recteur de l'Université, mort le 2 mai 1588 à l'âge de 82 ans, enterré à St.-Gall. — Pp. P. 2561. {Daniel Specklin stirbt.) — In diesem 1589 (iar) ist Daniel Specklin, der diese Sachen mit grossem fleiss, müh und Unkosten colligirt, im herrn entschlafTen. Natus anno 1536. Obiit anno 1589, aetalis 53. — Pp. Seh.' 1. «Diese Worte sind von des Cliruuisten Scliadaeiis Hand gescliriebeii. » (ISole de Louis SOHNÉEUANS.) 40.1 Zu Seite 180. Wie Ilr. Archivrat A. Sclmllc in der ZcUschrift für Geschichte cle^ Oberrhcins NF. IV, S. 398 eiinncil, ist der hier ahgcdruckle Brief luMcils .n unserem Bulletin 1804 II S. 40 (T. und bei Kraus, /u/>^./ und Allcrlhum im Oherclsass, 498 ff, vci-uiïei.llicht woidcn; jedoch nach einer Cohnarcr Handschrift, von welclier die Darmslädler mehrfach abweicht und zwar so, dass letztere der Ursclirift offenbar weit näher bleibt. In der fol-enden Angabe der Varianten sind Seiten und Zeilen des neuen Abdrucks gezählt und die Lesarten der Darmstädter Handschrift (D) vor die eckige Klammer, die der Colmarer (G) hinter diese gesetzt worden. Orthographische Ver- schiedenheiten ohne Bedeutung blieben unbeachtet. Die zur Berichtigung von D beilragenden Lesarten von C sind gesperrt gedruckt. 180, 1 Sigismundi Meisterlein] fehlt G et libris Mss. fehlt G 2 olim extantibus fehlt G 4 confrater] frater L D.] vestre dilectioni sanctae] sincère 7 perdecessorum] predecessorum 8 nt] ut invcstir/ares credo ut assequi steht vor in G 9 fruclu credo non ignoras] fructu Verum profecto] Profecto verum 10 quam] quod consumit] consummit \S iste] hesiernum rotulus] rotulum qui] quod U opéra nach deper- dita G partim] proch 15 vel] et 1 0 minime] nunc 18 famam enim tuam laudem] fama tarnen etiam tua laus 19 quin et fehlt G me] me tarnen eciam si ^[ scribam] cepi ^ noviter]naviter '^S in maiorem laborem] maiori labori tum 24 etiam fehlt G quam saepe hinter scio G 25 mm] si ne 28 amorisque et diligentiae] amoris diligentijque s. fehlt G 28 oinuium] homimim intextos] intexta 30 ipso] ipsa (Mossmann las ipsam) tarnen nach scribere G. 181, 1 ea fehlt G 5 mentio dabalur] meritis dabanlur 7 palronum] marlirem ac p. hos versus] v. illos 8 sume] summe 14 quod] quid sperare] separare 18 fideiussiones] fideiussores 21 quis porro] quisquis 22 M.] M. prius 23 coruscat] miraculis choruscat 26 Is inquam] Re- deamus ad propositum. Is 29 Luodwicus] Ludwicus 31 contrarium] contra ire 34 poterat] poteram. 182, 1 pertinel] pepcndit 3 cortinae] prime c. 4 etc] dicit 6 îv] « 7 Berchtolfus] Berchtoldus 9 /fehlt 10 loca fehlt das erste vel fehlt Eberhardi] Bernhardi 13 vel] vel aliqua 17 etc] et sibi quando- cunque] quantumcumque 19 Degenhardo] Deginhardo (ebenso 23) 24 locis] loco 27 Luilfredus] Luitfridus 29 H.] H. augustus 35 indi- cantes] iudicantes. 183, 4 et fehlt 7 Das in beiden Mss. vorhandene ßrmantes ist in fir- man t zu ändern. 1 2 vel] vel pro 14 rationes] rationem 1 7 i464] 64. SITZUNGSBERICHTE. PROCES-VERBAUX. Ü. XIV, — (S.-B.) GESELLSCHAFT SOCIÉTÉ FÜR EnHALTÜNG DER GESCHICHTLICHEN DENKMÄLER CONSERVATION DES MONUMENTS HISTORIQUES IM EL s ASS. D'ALSACE. Sitzung des Vorstands vom II. Januar 1888. Vorsitzender: Herr Cauonicus Strcaub. Séance du Comité du II Janvier 1888. Présidence do M. le chanoine STRAUB. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder: die Herren Barack, Keller, Kurtz, Martin, Nessel, Ringeisen, von Stichaner, Wiegand, Winkler und Salomon als Schriftführer. Présents: MM. Barack, Keller, Kurtz, Martin, Nessel, Ringeisen, de Stichaner, Wiegand, Winkler, et Salomon, secrétaire. Ihr Ausbleiben haben entschuldigt: die Herren Dacheux, Euting, Michaöhs, von Müllenheim- Rechberg, Schricker und J. Sengenwald. Das Protokoll der Sitzung vom 14. Dezember 1887 wird verlesen und genehmigt. Als Mitglied der Gesellschaft wird aufgenom- men-. Herr Pfarrer Dahlet, von Hambach. Zwei neue Mitglieder bringt der Vorsitzende in Vorschlag. In der Sitzung vom 4. Mai v. Js. konnte der Vor- sitzende dem Ausschuss die Mittheilung machen , dass das Landesmuseum, dessen Obhut der Ge- sellschaft anvertraut ist, durch eine grosse Anzahl antiker Fundgegenstände, meist aus Bronze, von Selz stammend, eine dankenswerthe Bereicherung erfahren habe. Der Fund war durch den Bürger- meister von Selz, den Eigenthümer der Fundstätte, dem Herrn ßezirks-Präsidenten des Ünter-Elsass zur Verfügung gestellt worden, der denselben dann der Gesellschaft zuwies. Die werthvollsten Sachen jedoch befanden sich noch in den Händen von Herrn Nessel , der sie zu Studienzwecken sich Absents excusés: MM. Dacheux, Euting, Mi- chaëhs, de Müllenheim-Rechberg, Schricker et J. Sengenwald. Le procès-verbal de la séance du 14 décembre 1887 est lu et adopté. Est nommé membre de la Société: M. Dahlet, pasteur à Hambach. Jean Deux nouvelles propositions de membres sont faites par M. le Président. Dans la séance du 4 mai 1887, M. le Président a pu annoncer que le Landesmuseum, dont la Société a la garde, s'était enrichi d'un grand nombre d'objets antiques en cuivre, trouvés à Selz. Ces objets ont été mis par le maire de Selz, propriétaire du terrain, à la disposition de M. le Président de la Basse-Alsace, qui les a fait re- mettre à la Société. Toutefois, les plus intéressants de ces objets se trouvaient encore entre les mains de M. Nessel, qui se les était fait remettre dans l'intention d'en faire une étude. Depuis, le maire de Selz a malheureusement retiré sa donation et les objets ont été vendus à M. Nessel, maire de 4 - hatte übergeben lassen. Seitdem hat der Btirger- meister von Selz seine Schenkung leider zurück- gezogen, und alle Gegenstände sind durch Kauf in den Besitz des Herrn Nessel übergegangen. Herr Nessel setzt bei dieser Gelegenheit den Vor- stand davon in Kenntniss, er habe alle Vorsorge getroffen, dass im gegebenen Augenblick diese Sachen wie alle seine Sammlungen in den Besitz der Stadt Hagenau übergehen und dem Elsass erhalten bleiben. Haguenau. M. Nessel, présent à la séance, informe le Comité qu'il a pris toutes les mesures pour que ces objets deviennent à un moment donné propriété de la ville de Haguenau et restent par suite en Alsace. Die Akademie von Bona in Algier wünscht Schriftenaustausch. Derselbe wird genehmigt. Der Vorsitzende berichtet dem Ausschuss über den Stand der Angelegenheit des Drachen- schlösschens. In der Zeit zwischen der letzten und der heutigen Sitzung habe sich der Gemeinderath von Strassburg mit Plänen für die Errichtung neuer Schulgebäude befasst und seine Ausschüsse hätten den Abbruch des Drachenschlösschens in Vorschlag gebracht. Dies Gebäude, das wohl zu den historischen Denkmälern gezählt werden darf, ist allerdings in gewissen Theilen arg ver- fallen, weil Niemand sich darum kümmerte; da aber die Mauern noch in gutem Stand sind und die Höhe der Stockwerke ausreicht, so würde nichts im Wege stehen, nach einigen Aenderungen dies Gebäude für Schulzwecke zu verwenden. In Anbetracht der Dringlichkeit der Sache, die es nicht mehr erlaubte noch den Ausschuss zu be- rufen und zu hören, haben die in Strassburg anwesenden Vorstandsmitglieder am 21. Dezem- ber 1887 ein Schreiben an die Stadtverwaltung gerichtet, in welchem die Gründe für Beibehal- tung des Hauptgebäudes mit der Wendeltreppe in gedrängter Kürze dargelegt werden. Nach Verlesung des von den Herren E. Salo- .MON, Schriflführer; Cn. Klrtz; Dr. Wilganü, Archiv-Direktor, Schrinführer; A. Straub, l'räsi- dei)t unterzeichneten Schreibens, verspricht Herr lJezirks-Prä.sident von Stichaner seinerseits die Frage noch ernstlich prüfen zu wollen, ehe er den Gemeinderathsbeschluss genehmigt. L'académie d'Hippone demande l'échange des publications. — Accepté. M. le Président informe le Comité que-, dans l'intervalle entre la présente séance et la précé- dente, le Conseil municipal de Strasbourg a été saisi de projets de construction de maisons d'é- cole et que les Commissions de cette assemblée ont proposé la démolition de l'hôtel du Dragon. Cet édifice, qui est un monument historique', est très délabré dans certaines parties à cause d'un manque d'entretien absolu; mais, les murs étant en bon état et les hauteurs d'étage suffisantes, rien ne s'oppose à faire servir ce bâtiment à un but scolaire. Vu l'urgence extrême et l'impossi- bilité de réunir le Comité, les membres du bu- reau, présents à Strasbourg, ont adressé à la municipalité une lettre, dans laquelle ils exposent sommairement les motifs qui militent pour la conservation du bâtiment principal avec l'escalier tournant. Lecture de cette lettre, datée du 21 dé- cembre 1887 et signée par MM. Salomon, secré- taire; KuRTZ, trésorier; Wiegand, secrétaire: A. Straub, Président; est donnée au Comité. M. de Stichaner, Président de la Basse-Alsace, présent à la séance, veut bien promettre d'exa- miner la question à son tour. 1. Cf. PiTOS, Stra»bourg illustré, U, 73, etc.; — Kkaus, Kunst und Alterthum in EUaas-Lothringcn , I, 554. 5 Zu Grafensfaden sind auf dem Grund und Roden von Herrn Georg Wack, in der sogenannten «Sciiaafhardt«, mehrere alte Gräber und Topfreste gefunden worden. Mitglied Barack legt ein Stück von einer alten Thonröhre vor, die beim Neubau des Gymnasiums im Jahr 1862 gefunden wurde, und die ihm Herr Görgen in der Schuhmaohergasse hier zugestellt hat. On a découvert à Graffenstaden, dans la pro- priété de M. Georges Wack, au lieu dit Schaaf- hardt, plusieurs tombes anciennes, ainsi que des poteries. M. le D»" Barack remet un fragment de tuyau en terre cuite, trouvé lors de la reconstruction du Gymnase en 1862, et à lui remis par M. Görgen. Mitglied Martin überreicht Auszüge, die Herr Roth, in Darmstadt, aus Handschriften der dor- tigen Bibliothek gemacht hat, und die sich auf die Geschichte des Klosters Murbach beziehen. Dieselben sollen in's Jahrbuch aufgenommen werden. M. Ic professeur Martin remet des extraits faits par M. Roth, de Darmstadt, et se rapportant au couvent de Murbach. Ces extraits sont tirés de manuscrits conservés à Darmstadt; ils seront in- sérés au Bulletin, Schluss der Sitzung um 4 '/^ Uhr. La séance est levée à 4 'A heures. Sitzung des Vorstands vom 4. Februar 1888. Vorsitzender: Herr Canonicus Straub. Séance du Comité du 4 février 1888. Présidence de M. le chanoine STRAUß. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder : die Herren Barack, Brucker, Dacheux, Euting, Kurtz, Martin, Michaelis, Frhr. von Müllenheim- Rechberg, Reuss, Ringeisen, Schricker, J. Sengen- wald, Stamm, Wiegand und Salomon als Schrift- führer. Présents: MM. Barack, Brucker, Dacheux, Euting, Kurtz, Martin, Michaelis, de Müllenheim-Rechberg, Rod. Reuss, Ringeisen, Schricker, J. Sengenwald, Stamm, Wiegand et Salomon, secrétaire. Le procès-verbal de la séance du 1 1 janvier 1888 est lu et adopté. Nachdem das Protokoll der Sitzung vom 11. Ja- nuar d. Js. verlesen und genehmigt worden ist, verliest der Vorsitzende einen Brief des Herrn Bürgermeisters der Stadt Strassburg, in welchem derselbe die Gesellschaft ersucht, die Miethssumme anzugeben , welche sie für das Kammerzell'sche Haus zu zahlen geneigt sei. Nach längerer Dis- kussion beschliesst der Vorstand einstimmig, der Stadt eine jährliche Miethe von 1 000 Mark anzu- bieten unter der Bedingung, dass der Hauseigen- thümer alle Kosten auf sich nehme, welche die Herrichtung des Hauses zu einem Museum nach dem in der Vorstandssitzung vom 9. November 1887 gebilligten Plane verursachen wird. Der M. le Président donne lecture d'une lettre de M. le Maire de la ville de Strasbourg, qui demande à la Société de fixer le loyer qu'elle consentirait à payer pour la maison Kammerzell. Après une longue discussion, le Comité décide à l'unanimité d'offrir à la ville un loyer annuel de 1000 .^, à condition que le propriétaire fasse tous les frais pour approprier la maison à sa destination future de musée, d'après le plan approuvé par le Comité dans sa séance du 9 novembre 1887. Le prix de location éventuelle d'un petit ma- gasin au rez-de-chaussée reviendrait à la Société. LaSociétéseraitdéchargéedesfraisde balayage, assurance de l'immeuble, impôts, etc. — 6 — Miethspreis für die eventuelle Verlehnung eines kleinen Ladens im Erdgeschoss müsste der Ge- sellschaft zu gut kommen; die Ausgaben für Rei- nigung, Feuerversicherung und die Steuern dürf- ten ihr nicht zur Last fallen. Der Vorsitzende übernimmt es, in diesem Sinne den lîrief des Herrn Burgermeisters zu beantwortcin. M. le President répondra dans ce sens à M. le Maire. Herr Reuss schenkt der Gesellschaft ein Exem- plar seines Buches «Geschichte des Strassburger Münsters in der Revolutionszeit». Dank. Frhr. von Müllenheim-Rechberg macht darauf aufmerksam, dass die Protokolle nicht regelmässig zur Vertheilung gelangten. Der Vorsitzende ver- sichert, es seien alle Massregeln getroffen, dass die Mitglieder der Gesellschaft rechtzeitig in den Besitz dieser Mittheiiungen kämen. Die Sitzung wird um 4 Uhr geschlossen. M. Rod. Rcuss fait hommage à la Société d'un exemplaire de son Histoire de la Cathédrale de Strasbourg pendant la révolution. Remercîments. M. de Müllen heim-Rechberg fait observer que les procùs-verbaux ne sont pas distribués régulière- ment. M. le Président donne l'assurance que les mesures sont prises pour que les membres re- çoivent ces communications à temps. La séance est levée à 4 heures. Besuch des Drachenhofes am 5. April 1888. Visite de l'Hôtel du Dragon, faite le 5 avril 1888. Présents : MM. Dacheux, Euting, Kuriz, Martin, de Mülienheim-Rechberg, Rod. Reuss, Salomon, J. Sengenwald, de Stichaner, Straub et M. le Bau- rath Ott, architecte de la ville. Es nahmen daran Theil die Vorstandsmitglieder: Dacheux, Euting, Kurtz, Martin, Frhr. von Müllen- heim-Rechberg, Reuss, Salomon, J. Sengenwald, Straub sowie der Herr Bczirks-Präs. von Stichaner und der städtische Baumeister Herr Baurath Ott. Ihr Ausbleiben haben entschuldigt die Herren Se font excuser: MM. Barack, Keller, Michaelis, ßarack, Keller, Michaelis, Ringeisen, Stamm und Ringeisen, Stamm et Wiegand. Wiegand. Nach einer gründlichen Prüfung des zum Ab- bruch bestimmten Gebäudes konstatiren die An- wesenden vor allem zwei Punkte, einmal die Festigkeit des Hauptgebäudes sanimt der Wendel- treppe, sodann die Höhe des zweiten Stockwerks, die 3,60 Meter beträgt. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Domherr Straub, fasst das zufriedenstellende Resultat der Untersuchung vor den Herren von Stichaner und Ott noch einmal kurz zusammen, und der Herr Bezirks;- Prä.sident verpflichtet sich, der Stadt-Ver- waltung die Erhaltung dieses alten Stücks vom Drachcnhof anzuempfehlen. A la suite d'un examen sérieux du bâtiment, les membres reconnaissent la solidité du bâtiment principal et de l'escalier tournant. Hs constatent ensuite que le second étage a une hauteur de 3>",60. Le Président résume le résultat de l'inspection en présence de M. le Président de la Basse-.\lsace et de M. l'architecle de la ville. M. de Stichaner promet de recommander à l'administration muni- cipale la conservation de la partie ancienne de YHôtel du Dragon. Sitzung des Vorstands vom 9. Mai 1888. Vorsitzender: Herr Canonicus Straub. Séance du Comité du 9 mai 1888. Prc'sidonne d« M. le cbnnoine STRAUB. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder: die Herren Barack, Dacheux, Fleischhauer, Kurlz, Martin, Michaelis, Frhr. von Müllenheim-Rechberg, Reuss, Ringeisen, Sengen wald, Schlosser, v.Türck- heim, ausserdem das Mitglied der Gesellschaft Herr Reinhart. Ihr Ausbleiben haben entschuldigt die Herren Keller und Wiegand. Nachdem das Protokoll der letzten Sitzung vom 4. Februar verlesen und genehmigt worden ist, wird nach längerer Berathung über den Termin der General-Versammlung beschlossen, dieselbe wenn möglich auf Mittwoch oder Donnerstag, den 13. oder 14. Juni, zu verlegen und vorher noch eine vorbereitende Sitzung des Vorstandes am Mittwoch, den 30. Mai, zu halten. Auf die Bitte des Herrn von Türckheim wird der für die Wiederherstellungsarbeiten an der Ruine Laudsberg bewilligte Kredit auf das Rechnungs- jahr 1888/89 übertragen. Mitglied Euting bittet, seine Abwesenheit ent- schuldigen zu wollen, und übergibt im Namen des Herrn Peter Zürcher von hier, Weissthurm- ring, vier prähistorische Fundstücke aus den Pfahl- bauten bei Colombier, Kanton Neufchâtel. Mitglied von Türckheim legt die Zeichnung eines römischen Steins, eines sogenannten Gippus vor, der jetzt in die Mauer der Kirche S. Stefano zu Pallanza eingefügt ist und dem Matronen- kultus geweiht war. Mitglied Schlosser legt dem Vorstande ein Beil in Bronze vor, das zufälligerweise im Bann der Gemeinde Weyer bei Drulingen gefunden worden ist. Das Stück ist besonders desshalb merkwürdig, weil es noch die Löcher für einen Schwebering zeigt, die man sonst nur bei Beilen mit Dille sieht. Er bietet der Gesellschaft ausserdem einen Silber- denar an von Bischof Dietrich H von Metz (1006 bis 1046). Présents: MM. Barack, Dacheux, Fleischhauer, Kurtz, Martin, Michaelis, de MüUenheim-Rechberg, Rod. Rcuss, Bini^eiscii, J. Sengenwald, Schlosser, Rod. de Türckheim. M. Reinhart, membre de la So- ciété, assiste à la séance. MM. Keller et Wiegand se font excuser. Lecture est donnée du procès-verbal de la séance du 4 février, qui est approuvé. La prochaine réunion générale est fixée au mercredi ou jeudi, 13 ou 14 juin, laquelle devra être précédée par une réunion du Comité, à la date du 30 mai. M. Rod. de Türckheim prie le Comité de vouloir bien reporter au compte de gestion de 1888/89 le crédit alloué pour les travaux de conservation du château de Landsberg, ce qui est accordé. M. Eutiug fait remettre, de la part de M. Pierre Zürcher, quatre objets préhistoriques qui pro- viennent des constructions lacustres près Colom- bier, canton de Neufchâtel. M. Rod. de Türckheim communique au Comité le croquis d'une pierre romaine, «un cippe», qui se trouve aujourd'hui encastrée dans le mur de l'église San Stefano, à Pallanza; celte pierre montre trois bas-reliefs très bien conservés, avec cette inscription : v^Matronis sacrumi). M. Schlosser présente au Comité une hache en bronze qui a été découverte, par hasard, dans la banlieue de Wcyer (canton de Drulingen). Cet instrument est pourvu d'ailerons qui en occupent la moitié supérieure, et offre cela de particulier qu'il porte encore les amorces d'un anneau de suspension. 11 oifre en môme temps à la Société un denier en argent de Théodoric II ou Thierry, évêque de Metz (1006-10461 Der Herr Vorsitzende bringt zur Sprache, dass die Verinietliung des von der Gesellschaft be- nutzten Akademiegartens, wie aus den Zeitun- gen ersirhllich war, auf der Tagesordnung der Gemeinderaths-Sitzung gestanden habe und dass er sofort Schritte dagegen beim Herrn Bürger- meister gethan habe. Derselbe habe mit einigen Gemeinderäthen den Garten besucht, die Auf- stellung der grössern Denkmaler unsrer Gesell- schaft daselbst besichtigt und für ihr Verbleiben dort beruhigende Zusicherungen gegeben. Der Herr Vorsitzende berichtet sodann ein- gehend über die Renovationsarbeiten am Chor der Kirche von Sulz U/Wald, bei denen man meh- rere Grabdenkmäler der Familie von Flecken- stein, an die Mauer gelehnt, wieder gefunden habe. Einige von ihnen seien allerdings stark verletzt, da in der Kirche in den dreissiger Jahren Chorstühle aufgestellt wurden. M. le Président informe le Comité qu'après avoir lu dans un ordre du jour d'une séance du Conseil municipal de Strasbourg une proposition de re- location du jardin de l'Académie, occupé jusqu'à ce jour par la Société, il a fait immédiatement des démarches auprès de M. le Bourguemestre. Celui-ci, accompagné de quelques conseillers mu- nicipaux, s'est rendu ensuite audit jardin, et après avoir visité les monuments historiques qui s'y trouvent placés, a donné l'assurance formelle que rien ne sera changé à l'état de choses actuel. Il rend ensuite compte des travaux de conser- vation exécutés dans le chœur de l'église de Soultz- sous-Forêts, à l'occasion desquels on a découvert plusieurs pierres tombales de la famille de Flecken- stein, adossées contre les murs. Quelques-unes se trouvaient très endommagées à la suite de la pose de stalles opérée dans les années 30. Schluss der Sitzung um 4 Uhr. La séance est levée à 4 heures. Sitzung des Vorstands vom 30. Mai 1888. Vorsitzender: Herr Canonicus Straub. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder: die Herren Barack, Dacheux, Kurtz, Martin, Michaelis, Frhr. von Müllenheim-Rechberg, Reuss, Ringeisen, Schlosser, Sengenwald, Stamm, von Türckheim, Wiegand u.Salomon als Schriftführer sowie das Mitglied der Gesellschaft, Herr Rein- hart. Séance du Comité du 30 mai 1888. Présidence de M. le chanoine STRAUB. Présents: MM. Barack, Dacheux, Kurtz, Martin, Michaelis, de Müllenheim-Rechberg, Rod. Reuss, Ringeisen, Schlosser, J. Sengenwald, Stamm, Rod. de Türckheim, Wiegand et Salomon, secrétaire. M. Aimé Reinhart assiste à la séance. Sein Ausbleiben hat entschuldigt: Herr KeUer. Absent excusé: M. Keller. Nachdem die Protokolle über den Besuch des Drachenhofes am 5. April und die Vorstandssitzung vom 9. Mai verlesen und genehmigt worden sind, verliest Herr Schatzmeister Kurtz den Rechnungs- bericht des Jahres 1887/88. Die Prüfung desselben übernehmen die Herren Barack und Wiegand. Herr Aimé Reinhart schenkt der Gesellschaft ein K.xempbir seines jüngst erschienenen Werkes über den Üdilienberg, wofür ihm der Vorsitzende im Namen der Gesellschaft dankt. Les procès-verbaux des séances du 5 avril et du 9 mai sont lus et adoptés. M. Kurtz, trésorier, donne lecture des comptes de l'exercice 1887/88. MM. Barack et Wiegand veulent bien se charger de la révision de ces comptes. M. Aimé Reinhart offre à la Société un exem- plaire de son ouvrage sur le Moni Sainti'- Odile. M. le Président remercie M. Reinhart au nom du Comité. — 9 Herr Cliristmami schenkt allen Mitgliedern des Vorstands eine Lichtdruck-Abbildung des Capitel- saales von Neuweiler. Der Vorsitzende wird ihm dafilr schriftlich deu Dank aussprechen. Nach den Mittheilungen, die Herr Professor Dr. Zangemeister von Heidelberg Herrn Schlosser gemacht hat, sind die zwei römischen Inschriften, die sich in unserem Museum auf einem Grab- denkmal aus merovingischer Zeit befinden, das in einer längst zerstörten Kapelle bei Wolfskirchen aufgedeckt wurde, beide Grabinschriften. Das be- weist, dass die beiden Steinblöcke, in welche das Grab gehauen wurde, zwei römischen Grabdenk- mälern entnommen worden sind. Diebesterhaltene dieser beiden Inschriften wird nach den Angaben des Herrn Professor Dr. Zangemeister so zu er- gänzen und zu lesen sein : M. Christmann olTre à tous les membres du Comité une pholotypie de la salle du chapitre à Neuwiller. M. le Président écrira à M. Cliristmann pour le remercier au nom des membres du Comité. D'après les renseignements (pie M. le professeur Zangemeister, de Heidelberg, a bien voulu fournir à M. Schlosser, les deux inscriptions romaines, qui dans notre musée se voient sur un sarcophage mérovingien, découvert dans une chapelle depuis longtemps détruite, près de Wolfskirchen, sont l'une et l'autre des épitaphes, ce qui prouve que les deux blocs de pierre dans lesquels ce sé- pulcre a été creusé, ont été empruntés à deux monuments funéraires romains [Bulletin, t. XVI; Mém., p. 105). La mieux conservée de ces épi- graphes doit, selon M. Zangemeister, être restituée comme suit : CTTTVtsUl- MASCELLIONI TINI-FIL-DE^NCTO-ET MATVTINO-MARCAI! : PATRE- S-ET D(is) M{anibiis) et memoriae Mascellioni Matutini fil{io) defuncto et Matutino Marciani fil{io} paire eeus et . . - 10 Die General-VersaEnmlunf^ wird auf Samsîag, den IG. Juni, in Golmar anberaumt. Die Mitglieder des Vorstandes, welche satzungsgcmäss auszu- scheiden haben bczw. wiederzuwählen sind, sind die Herren Barack, Fleischhauer, Martin, Reuss und Schricker, L'assemblée générale est fixée au saniedi 1 6 juin, à Golmai'; il y aura lieu de réélire ou de rempla- cer MM. Martin, Schricker, Barack, Rod. Reuss et Fleischhauer. Sitzung des Vorstands vom 4. Juli 1888. Vorsitzender: Herr Canonicus Straub. Séance du Comité du 4 juillet 1888. Présidence de M. le chanoine STRAUB. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder : die Herren Barack, Dacheux, Kurtz, Martin, Michae- lis, Frhr. von Müllenheim-Rechberg, Schricker, Sengen wald, Wiegand u. Salomon als Schriftführer. Sein Ausbleiben hat entschuldigt: Herr Keller. M. Keller se fait excuser. Présents: MM. Barack, Dacheux, Kuriz, Martia, Michaelis, de Müllenheim-Rechberg, Schricker, J. Sengenwald, Wiegand et Salomon, secrétaire. Nachdem das Protokoll der letzten Sitzung vom ■^0. Mai verlesen und genehmigt worden ist, ver- liest der Vorsitzende einen Rrief des Herrn Bürger- meisters von Strassburg, den Mieths-Kontrakt für das KammerzeUsche Haus enthaltend. Derselbe wird angenommen und die gegenseitige Kündi- gungsfrist auf ein Jahr festgesetzt. Dem von Herrn Rürgermeister ausgesprochenen Wunsche gemäss beschliesst der Vorstand, dass die dort unterge- brachten Sammlungen dem PubUkum zugänglich sein soHen, und zwar am Sonntag von IG'/, bis 1 Uhr und am Mittwoch von 2—5 Uhr. Der Vorstand spricht die Hoffnung aus, es werde auch der ehemalige Fechtsaal im Akademie-Ge- bäude der Gesellschaft zur Verfügung gestellt werden, damit man dort eine Sammlung von Gypsabgüssen elsässischer Denkmäler zur Auf- stellung bringen könne. Der Vorsitzende theilt mit, dass Herr Kastner ihn benachrichtigt hat, seine Mutter, Frau Kastner- Boursault habe der Gesellschaft die durch die Aus- grabungen ihres verstorbenen Sohnesim Familieii- hause, ßlauwolkengasse 2, gewonnenen gallo- römischen Funde vermacht, ausserdem schenke er selbst der Gesellschaft eine Sammlung von Medaillen, Heliefbildern und Büsten, das Pyrophon seines verstorbenen Bruders, eine Sammlung chinesischer Gegenstände u. A. m. Le procès-verbal de la séance du 30 mai 1888 est lu et adopté. M. le Président donne lecture d'une lettre de M. le Maire de la ville de Strasbourg. Cette lettre contient un projet de bail, qui est adopté; le terme de dénonciation réciproque est proposé à un an. Suivant le désir exprimé par M. le Maire , le Co- mité décide que les collections seront accessibles au public les dimanches de 10 heures et demie à 1 heure et le mercredi de 2 à 5 heures. Le Comité espère que la salle d'escrime du grand bâtiment de l'Académie sera aussi mise à la disposition de la Société pour y établir un musée de plâtres alsaciens. M. le Président fait part au Comité que M. Käst- ner l'a bien voulu prévenir f[ue sa mère M"'' Kasl- ner-BoursauU a fait don à la Société d'une .série d'objets antiques de l'époque gallo-romaine, dé- couverts dans les fouilles opérées dans la maison rue de la Nuée-Bleue, par feu son fils M. Kastner. A ces objets se joignent une collection de mé- dailles et de bustes en relief, ainsi que le pyro- phone de feu M. Kästner, et une collection d'ob- jets chinois. — M - Der Vorsitzende übernimmt es, Herrn Kastner den aufrichtigen Dank des Vorstandes für diese Gabe zu übermitteln. M. le President vent bien se charger de trans- mettre à M. Kastner l(;s remercîments du Comité. Es kommt sodann ein Brief des Herrn Fleisch- hauer, des Präsidenten der Schöngauer Gesell- schaft in Golmar, zur Verlesung, in dem er mittheilt, dass die Räumlichkeiten des Museums Unterlinden der Gesellschaft für ihre General- Ver- sammlung zur Verfügung stehen werden. Dieselbe wird nun endgiltig auf den nächsten 7. Juli anberaumt. Die Herren Dacheux, Keller, Martin, Michaelis und Salomon bitten ihr durch die Geschäfte veranlasstes Ausbleiben entschul- digen zu wollen. Herr ßergrath Jasper bittet um Mittheilung über die Mineralwasser von Mackweiler. Schluss der Sitzung um 4 '/» Uhr. M. le Président donne lecture d'une lettre de M. Fleischhauer, |)résident du tnrniléSchœngauer, qui annonce que le local des Unterlinden à Gol- mar sera à la disposition de la Société pour l'as- semblée générale. Cette assemblée est fixée au 7 juillet prochain; MM. Dacheux, Keller, Martin, Michaelis et Salomon prient le Comité de les excuser s'ils n'assistent point à cette séance générale. M. Jasper (ßergrath) demande des renseigne- ments sur les eaux minérales de Mackwiller. La séance est levée à 4 heures et demie. General-Versammlung abgehalten im Museum Unterlinden zu Colmar, Samstag, den 7. Juli 1888. Vorsitzender: Herr Canonicus Straub. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder : die Herren Dr. Barack, Fleischhauer, Ingold, Kurtz, Frhr. von Müllenheim-Rechberg, Dr. Schricker, Stamm, Dr. Wiegand als Schriftführer, Winkler, ausserdem noch etwa zwanzig Mitglieder der Ge- sellschaft. Assemblée générale tenue au musée des Unterlinden à Colmar, Samedi, 7 juillet 1888. Présidence de M. le chanoine STRAUB. Présents: MM. Barack, Fleischhauer, Ingold, Kurtz, de Müllenheim-Rechberg, Schricker,Stamm, Winkler et Wiegand, secrétaire, membres du Co- mité. Toute l'assistance était de trente membres de la Société. Der Vorsitzende Herr Straub eröffnet nach eini- gen begrüssenden Worten die Sitzung mit einem längern Vortrage über den Stand der Arbeiten der Gesellschaft. Von den Mittheilungen ist soeben mit Ausgabe der 2. Lieferung der 13. Band ab- geschlossenworden, von àemHortus deliciarum ist der Text der 5. Lieferung fertig, von 10 Platten sind bereits 8 abgezogen. Ausgrabungen und Funde sind in Grafenstaden, Sulz u/W. und in Strassburg gemacht worden. Für die Erhaltung des alten Kirchthurmes von Dietweiler sind die nöthigen Schritte gethan. Ebenso ist der Drachen- hof in Strassburg vor dem bevorstehenden Ab- Le Président ouvre la séance en adressant à l'Assemblée des paroles de bienvenue. Il expose ensuite dans un rapport détaillé l'ensemble des travaux exécutés depuis un an. La deuxième li- vraison du bulletin vient d'être distribuée. Le texte de la cinquième livraison du Horlus deli- ciarum est prêt, il ne reste plus qu'à faire tirer deux planches sur dix. Des fouilles et des décou- vertes ont eu lieu à Grafenstaden, à Soultz-sous- Foréts, aStrasbourg etc. Les démarches nécessaires ont été faites pour la conservation de l'ancien clo- cher de Dietweiler, dans la Haute-Alsace, ainsi que pour celle de l'Hôtel du Dragon, à Strasbourg. 19 brucli gerettet worden. Erhaltungsarbeiten in grösserem Umfange sind theils von der Regie- rung, theiis von der Gesellschaft übernommen oder geplant an den Kirchen von Feldbach und Thann im Ober-Elsass, an der Fideskirche in Schlettstadt, an der St. Jakobskapelle auf dem Odilienberge und an der Ruine Landsberg. Die Beziehung und Einrichtung des Kammerzell'schen Hauses durch die Gesellschaft steht in nächster Zeit zu erwarten; ihre Sammlungen in der Aka- demie sind jetzt zweimal in der Woche für das Publikum geöffnet. Die verstorbene Frau Kastner hat dem Museum eine werthvoUe Sammlung gallo- römischer in Strassburg gefundener Allerthümer vermacht. Neuere Reliefs wurden ihr von ihrem Sohn geschenkt. Von den Ehrenmitgliedern des Vorstandes ist Herr Ohleyer gestorben, der sich um die Geschichte von Weissenburg besondere Verdienste erworben hat. D'importants travaux de restauration ou de conser- vation ont été entrepris ou projetés, en partie par le gouvernement, en partie par la Société, aux églises de Feldbach et de Thann dans la Haute- Alsace, à l'église de Sainte-Foi à Schlestadt, à la chapelle de Saint-Jacques sur le mont Sainte-Odile et au château de Landsberg. Il y a lieu d'espérer que la Société entrera bientôt en jouissance de la maison Kammerzeil, dont l'appropriement se pré- pare. Les collections de la Société sont ouvertes au public, deux fois par semaine. Feu M™^ Kastner a légué au musée une collection précieuse d'an- tiquités gallo-romaines trouvées à Strasbourg. D'autres objets de date récente ont été ajoutés en don de la part de son fils. M. Straub termine en rappelant la mémoire d'un membre honoraire du Comité, M. Ohleyer, décédé depuis peu, et dont le Président relève le mérite et les services rendus par ses recherches sur Ihistoire de Wissembourg. Der Schatzmeister Herr Kurtz berichtet sodann über den Stand der Kasse: Conformément à l'ordre du jour, M. Kurtz est appelé à rendre compte de la gestion financière de l'année : RECHNUNGEN. — COMPTES. - u lîecluiiiiis' fîir dfcis Jalir l^S'T'. EINNAHMEN. Ordinarium der Einnahmen. Kapitel I. Zinsen von Kapitalien. Einkassirung der Zinsen der Reichsanleihe-Briefe 2. Semester von 1887 über 6,400 J^. jl Kapital 128 - 1. Semester von 1888 über 4,400 Ji. Kapital 88 — Ji 216 - Zinsen der bei der Elsass-Lothringischen Bank auf Kontokorrent hinterlegten Gelder 17 53 jl 233 53 Kapitel II. Beiträge der Mitglieder. 1. In Strassburg einkassirte Beiträge für 1887, 134 Quittungen. 2. Ausserhalb 206 » 340 Quittungen. Zu 8 Mark, per Quittung, ergibt 2,720 — Von der Stammrolle sind 352 Quittungen abgetrennt worden, wovon 12 sich auf Demissionäre und gestorbene Mitglieder beziehen. Bleiben. . . 340 Quittungen. Kapitel III. Subventionen. § 1. Gewöhnliche Subventionen. M Subvention des Bezirks Ober-Elsass, für 1887/88 400 — Subvention des Bezirks Unter-Elsass, für 1887/88 600 — 1,000 - § 2. Ausserordentliche Subventionen. Staats-Subvention pro 1887/88 — — Zu iibertragen .... 3,953 53 15 - OoMiptes de 1887. ^. RECETTES. Recettes ordinaires. Ghap. P''. Intérêts de capitaux. Intérêts des litres de la Reichsanleihe: 2e semestre de 1887, sur 6,400 M. de m capital 128 — 1er semestre de 1888, sur 4,400 M de capital 88 — ^ 21 G — Intérêts des fonds déposés en compte courant à la Banque d'Alsace-Lorraine 17 53 ji p33 D5 Chap. il Cotisations des sociétaires. 1° Cotisations perçues pour l'exercice 1887 à Strasbourg 134 quittances. 2« Au dehors 206 » 340 quittances. A 8 marcs l'une, fait 2,720 - Il a été détaché du registre à souche 352 quittances, dont 12 se rapportent à des démission- naires et décédés, ci 12 » 11 reste . . . 340 quittances, chiffre égal au précédent. Chap. III. Subventions. § 1. Subventions ordinaires. Ji Subvention de la Haute-Alsace pour 1887/88 . 400 — Subvention de la Basse-Alsace pour 1887/88 . 600 — § 2. Subventions extraordinaires. Subvention de l'État pour 1887/88 1,000 - A reporter .... 3,953 a.'î - 16 - Ueberlrag .... 3,953 53 Extraordinarium der Einnahmen. Ji Rechnungs-Saldo vom Jahr 1886 7,564 21 Verkauf eines Reichsanleihe-ßriefes' 2,137 55 Ertrag durch den Verkauf von Exemplaren des Hortus deliciarum — — 9,701 76 13,655 29 Recapitulation : Einnahme-Ordinarium 3,953 53 Einnahme-Extraordinarium 9,701 70 Gesammt-Summe der Einnahmen . . . 13,655 29 AUSGABEN. Ordinarium der Ausgaben. Kapitel I. Verivallungskosten , Bureau und Mobiliar. § 1. Unierhaltung des Sitzungslokals und des Museums. A. Bewachung des Lokals und des Museums. Gehalt des Wächters für das Jahr 1887 Ji ji (1. Januar bis 31. Dezember) 250 — B. Feuer-Versicherung des Mobiliars und der Bibliothek 67 20 G. Verschiedene Unterhaltungskosten des Lokals und des Museumsgartens der Gesellschaft 170 29 487 49 § 2. Verwaltungskosten. A. Vergütung an den Beamten des Präsi- denten 160 — B. Vergütung an den Beamten desKassirers. 120 — 280 - Zu übertragen .... 767 49 1. Dieser Anleihe-Brief ist am 7. März 1879 an der Frankfurter Börse zum Preis von Jl 96,50 angekauft worden, mit Kosten und Abrechnung von Zinsen, zum Betrag von -^i 1970,58. Durch den Verkauf zum Curse von Ji 100,80, wobei noch Zinsen- verrechnung, hat die Gesellschaft für denselben Brief die Summe von Ji 2 137,55 erlöst. Dadurch ist ein Gewinn von Ja 1GG,'J7 erwachsen, welcher in der oben erwähnten Einnahme von Ji 2 137,55 einbegriffen ist. - 17 — Report .... 3,953 53 Recettes extraordinaires. Reliquat actif (lu compte de 188G 7,5(3-4 21 Vente d'un titre de la Rcichsanlcihe^ 2,137 55 Produit de la vente du Horlus deliciarum. . . — — 9,701 7(1 -13,655 29 Récapitulation : Recettes ordinaires 3,953 53 Receltes extraordinaires 9,701 70 Total des recettes . . . 13,(355 29 DÉPENSES. Dépenses ordinaires. Chap. V^. Frais de bureau, d'adminislration et de mobilier. § 1. Entretien du local des séances et du musée. A. Garde du local et du musée. Payé au gardien, pour salaire, du ^ l®"" janvier 1887 au 31 décembre de la même année 250 — B. Assurance du mobilier et de la biblio- thèque contre l'incendie 67 20 G. Dépenses diverses pour travaux d'entre- tien du local et du jardin du musée de la Société 170 29 § 2. Frais d'administration. A. Indemnité au commis du président. . . 160 — B. Indemnité au commis du trésorier ... 120 — 487 49 280 - A reporter .... 767 49 1. Ce titre avait été acheté à la date du 7 mars 1879 , à la Bourse de Francfort au prix de .M 96,30 et est revenu, y compris les frais et intérêts décomptés, à la somme de Ji 1 970,58. La vente s'étaut opérée au cours de 7 — Bei der Wahl zu Mitgliedern des engern Vor- :;tands werden ernannt als : Stellvertretender Vorsitzender: Herr Barack, Schriftführer: Herr Wiegand u. Herr Reuss, Schatzmeister: Herr Karlz, Bibliothekar: Herr Eutincr. Le Comité procède à la nomination des membre; du bureau; sont nommés: Vice-président: Secrétaires : Trésorier: Bibliothécaire : M. le D' Barack , MM. Wicgarul et H. Ucuss, M. Kurtz, M. Euting. Mitglied Frhr. von Müllenheim-Rechberg stellt den Antrag, dass künftighin die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle durch einen Redaktions- Ausschuss besorgt werden und dass demselben auch die Herausgabe des Jahrbuchs obliegen solle. Der Antrag wird genehmigt und der Aus- schuss aus den Herren Straub, Dacheux, Martin und Wiegand gebildet. M. de Müllenheim-Rechberg demande que doré- navant la publication des procès-verbaux soit soignée par une commis.'=ion responsable, qui au- rait aussi à se prononcer sur la valeur des mé- moires à insérer dans le Bulletin. Sont nommés à cet effet: MM. le Président, Dacheux, Martin et Wieeand. Der Vorsitzende führt des Weitern aus, welche beträchtliche Kosten die Veröffentlichung der Chroniken im Jahrbuch verursache, und bringt in Vorschlag, man möge dafür beim Ministerium eine Unterstützung zu erreichen suchen. M. le Président expose que la publication des chroniques dans le Bulletin occasionne des frais considérables; il propose d'adresser au ministère une demande de subvention. Mitglied Salomon macht die folgende Mitthei- lung : Im verflossenen September hat man beim Durchbruch einer Thür in der Thomaskirche eine Sandsteinplatte mit Rahmen und Inschrift gefun- den, es ist dies die sogenannte Historia renova- tionis, welche Heitz, der Verfasser der Geschichte der Thomaskirche, im Jahre 1840 vergeblich ge- sucht hatte. Die Platte war zu zwei Dritteln durch das Schöpflindenkmal, das im Jahre 1775 gesetzt wurde, verdeckt, der Rest durch eine Schicht von Ziegeln; dennoch war es möglich, sie zu heben, ohne das Denkmal zu versetzen. Sie misst ohne Rahmen 1,50 m in der Breite und 2,12 m in der Höhe und soll in der Kirche wieder ihre Auf- stellung finden. Heutzutage begreift man nicht mehr, wie man es für nothwendig erachten konnte, das Andenken an eine Renovation, welche die Zerstörung der Emporbühne zur Folge hatte, durch eine Stein- inschrift mit goldenen Lettern zu verewigen. Der Ammeisler Franciscus Reisseisen erwähnt sie in seinem von R. Reuss herausgegebenen Me- morial: (o imiô | fl«tvu)cv bi)d)tci- imtf ver|'cl)cr • ïtifco ameutö • bittet ■ 90t • für in • Zu beiden Seiten des Kelchs, durch diesen ge- schnitten, steht die Jahreszahl: mcccc | Ixxxi. Meister Englin von Braunschweig hatte Theo- logie zu Erfurt gelehrt und die Stellung eines Pre- digers in Mainz bekleidet, ehe er sich in Strassburg niederliess. Wie wir aus der Inschrift erfahren, war er der geistliche Berather des Frauenklosters St. Magdalena am Waseneck. Als dasselbe im Jahre 1474 auf .Anordnung des Magistrats niedergerissen wurde, um die Stadt zu sichern , fanden die Non- nen im Hause Englins eine Zufluchtsstätte, der ihnen neun Jahre hindurch, bis zur Vollendung des neuen Klostergcbäudes, zu dessen Bau er selbst eine Summe von 236 Gulden beisteuerte, edelraüthig Gastfreundschaft gewährte. Diese Ein- zelheiten sind handschriftlichen Aufzeichnungen in der alten Stadtbibliothek entnommen. Englin wurde in der St. Magdalenenkirche beigesetzt, wie Schilter im Anhang zu seiner Ausgabe von Königshofens Chronik S. 1121 ff. miltheilt, der zwei Varianten der Grabschrift giebt, von denen die zweite übereinstimmt mit Silbermann's An- gaben. Es ist wahrscheinlich, dass der Grabstein, mit dem unser Museum bereichert worden ist, sich ehemals in einem der Kreuzgänge des Klo- sters befand. Ebenso scheint es sich mit dem zweiten Gedenkstein, der Conrad Pfettesheim ge- widmet ist, zu verhalten Derselbe war 25 Jahre lang Beichtvater und Wohllhäter dos Klosters. Herr Straulj glaubt, dass der dritte Stein, der von 147fj (latirt ist, am Waseneck gestanden haben wird, vielleicht am Fuss des Kreuzes, welches die Stelle des alten Kirchhofes bezeichnen sollte. Aux deux côtés du calice et coupé par celui-ci, se trouve le millésime mcccc | Ixxxi. Maître Engelin de Brunswick avait enseigné la théologie à Erfurt et rempU les fonctions de pré- dicateur à Mayence, avant de se fixer à Stras- bourg. Comme nous l'apprend l'inscription, il fut le directeur spirituel des religieuses de Sainte- Madeleine, établies au Waseneck. Lorsqu'en 1474 le couvent fut démoli sur l'ordre du magistrat, par mesure de sûreté, les religieuses trouvèrent un asile dans la maison d'Engelin, qui leur donna, pendant neuf ans, une généreuse hospitalité jus- qu'à l'achèvement du nouveau monastère de Sainte-Madeleine, à la construction duquel il con- tribua pour une somme de 23G florins. M. le Pré- sident tient ces détails de notes manuscrites dé- posées dans l'ancienne bibliothèque de la ville. Engelin fut enterré dans l'église de Sainte-Made- leine, comme nous l'apprend Schilter, dans l'ap- pendice à la chronique de Königshofen p. 1121 et 1122, par deux variantes d'épitaphe, dont la seconde concorde avec la transcription quen a faite autrefois Silbermann. 11 est probable que la dalle commémorative dont notre musée s'est en- richi, se trouvait dans une des galeries du cloître. Il paraît en être de même du second monument, consacré à la mémoire de Conrad Pfettesheim, pendant 25 ans confesseur de la communauté et bienfaiteur de la maison. M. Straub pense que le troisième monument, daté de 14 76, aura été placé au Waseneck, peut-être au pied de la croix de- vant rappeler la place de l'ancien cimetière. Mitglied Salomon macht noch auf einen Grab- stein von 1413 aufmerksam, der beim Abbruch des Drachenhofes gefunden wurde, und der nolh- wendiger Weise in Sicherheit gebracht werden müsste. Der Vorsitzende verspricht, das hierfür Erforderliche zu veranlassen. Schluss der Sitzung um 4 Uhr. M. Salomon signale une pierre tombale de 1413, provenant de la démolition de l'hôtel du Dragon, et qu'il est urgent de niellre en sûreté. M. le Pré- sident promet de faire le nécessaire. La séance est levée à 4 heures. Sitzung des Vorstands vom 12. Dezember 1888. Vorsitzender: Herr Canouicus Straub. Die Sitzung wird um 2 '/■. Uhr im Gebäude der ehemaligen Akademie eröffnet. Séance du Comité du 12 décembre 1888. Présidence de M. le chanoine STRAUB. La séance est ouverte à 2 heures et demie, au local de l'ancienne Académie. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder : die Herren Barack, Dacheux, Euting, Martin , Nessel, Salomon, Schlosser, Schricker, J. Sengenwald, Wiegand, Winkler und Reuss als Schriftführer. Herr Reinhardt, Mitglied der Gesellschaft, wohnt der Sitzung bei. Présents: MM. Barack, Dacheux, Euting, Mar- tin, Nessel, Salomon, Schlosser, Schricker, J, Sengen wald, Wiegand, Winkler et Reuss, se- crétaire en fonctions. M. A. Reinhardt, membre de la Société, assiste à la séance. Das Protokoll der letzten Sitzung wird verlesen und mit einer leichten Aenderung genehmigt. Der Vorsitzende legt dem Vorstand das Aner- bieten eines seiner Mitglieder vor, des Herrn Ringeisen, des ehemaligen Kreisbaumeisters von Schlettstadt, welcher der Gesellschaft schenkweise ein altes, einst von ihm zu Rosheim erworbenes Haus überlassen will, das zu den ältesten Ueber- resten romanischer Baukunst im Elsass gehört. Herr Ringeisen hat zunächst dieses Haus der Stadt Rosheim angeboten unter der Bedingung, dass dieselbe sich verpflichte, für die Erhaltung des- selben Sorge zu tragen. Da die Stadtbehörde dies Anerbieten abgelehnt hat, so wendet sich Herr Ringeisen nun an unsere Gesellschaft, um durch seine Schenkung das Gebäude gegen spätem Ver- fall zu schützen. Der Vorsitzende legt zu gleicher Zeit die Korrespondenz vor, die zwischen ihm und Herrn Ringeisen, sowie mit der Stadtbehörde von Rosheim geführt worden ist, desgleichen eine photographische Abbildung des Hauses. • Le procès-verbal de la séance précédente est lu et adopté avec une légère addition. M. le Président saisit le Comité de l'offre faite par un de ses honorables collègues, M. Ringeisen, ancien architecte de l'arrondissement de Schle- stadt, de céder à titre gratuit, à la Société des monuments historiques, une vieille maison acquise autrefois par lui à Rosheim, et l'un des plus an- ciens restes d'architecture romane en Alsace. M. Ringeisen a d'abord offert cette maison à la municipalité de Rosheim, à condition qu'elle s'engageât à veiller à sa conservation. La muni- cipalité de cette ville ayant refusé l'offre de notre collègue, celui-ci s'adresse à la Société des mo- numents historiques pour protéger par cette do- nation l'édiQce contre une destruction posté- rieure. M. le Président dépose en même temps sur le bureau la correspondance échangée tant entre M. Ringeisen et lui, qu'entre ce dernier et l'autorité municipale de Rosheim, ainsi qu'une photographie de la maison. Herr \Yinkler berichtet über den Bauziistand. Das Haus besitzt weder Innenmauern mehr, noch Böden; aber wohlerhalten ist noch ein schönes romanisches Kamin aus dem zwölften Jahrhundert. Das Dach ist ziemlich stark verfallen, aber die Reparaturen würden nicht viel kosten, und die Mauern, welche sehr dick sind, würden selbst dann nicht einstürzen, wenn man genöthigt wäre, das Dach wegzunehmen und das Gebäude im Zu- stand einer Ruine zu erhalten. Herr Schricker macht auf die Folgen aufmerk- sam, welche die Annahme dieses Geschenks für die Gesellschaft haben miisste; die Lasten der Reparaturkosten, der Steuern u, s. w. könnten leicht die Summe überschreiten, welche die Ge- sellschaft dafür verwenden kann. Herr Winkler wiederholt, er glaube nicht, dass die Unterhaltungskosten jemals beträchtlich sein könnten, ebensowenig die Steuern, welche man für ein unbewohntes Haus zahlen müsse. Er meint, die vielen Dienste, welche Herr Ringeisen der Ge- sellschaft geleistet habe, sollten allein schon den Vorstand bestimmen, den Wunsch seines Mitglieds zu erfüllen. Mehrere andere Mitglieder des Vorstands spre- chen sich in demselben Sinne aus. Herr Nessel befürchtet, die Gesellschaft über- nehme zu weit gehende materielle und moralische Verpflichtungen, wenn sie diesGeschenk annehme. FiUher oder später werde man von ihr nicht nur die Erhaltung, sondern auch die W'iederherstel- lung des Hauses verlangen. In jedem Falle solle sich die Gesellschaft das Recht ausdrücklich wah- ren, dies Haus, wenn nötliig, der Stadt Hosheim abtreten und im ölTentlichen Nutzen verwenden zu dürfen. Der Vorsitzende bringt die Frage zur Abstim- mung, ob das Geschenk des Herrn Ringeisen an- zunehmen sei oder nicht. Die Annahme wird nahezu einstimmig beschlossen. Der Vorsitzende legt die Trümmerreste von ungefähr fünfzig römischen Gelassen vor, welche M. Winkler rend compte de l'état de la con- struction. Elle n'a plus ni murs intérieurs, ni planchers; mais on y voit une assez belle che- minée romane du douzième siècle. Le toit est dans un état de délabrement assez accentué, mais les réparations ne coûteraient pas beaucoup, et, les murs étant très épais, ne crouleraient pas, si même on était obligé d'enlever la toiture et de conserver l'édiQce à l'état de ruine. M. Schricker rend attentif aux conséquences éventuelles de l'acceptation du don par la So- ciété; les charges de réparation, d'impôt, etc. pourraient facilement dépasser les sommes que le comité aurait à consacrer à cet immeuble. M. Winkicr répète qu'il ne croit pas que les dépenses d'entretien puissent être jamais consi- dérables, encore moins l'impôt éventuel à payer pour une masure inoccupée. Il croit que les ser- vices si nombreux rendus par M. Ringeisen à la Société devraient, à eux seuls, décider le Comité à s'associer au désir d'un collègue qui voudrait sauver d'une destruction, sans cela probable, un curieux débris du passé. Plusieurs autres membres du Comité prennent la parole dans le môme sens. M. Nessel exprime la crainte que la Société ne contracte trop d'obligations matérielles et mo- rales en acceptant ce don. Tôt ou tard, on lui demandera, non seulement de conserver, mais de restaurer cette maison. En tous cas, il est d'avis que la Société réserve formellement son droit de céder tôt ou tard à la commune de Rosheim l'immeuble en question, pour l'utiliser dans un intérêt public, en se chargeant des dépenses af- férentes. Après quelques autres observations échangées à ce sujet, M. le Président met la question de l'acceptation du don de M. Ringeisen aux voix. Cette acceptation est adoptée à la presque una- nimité. M. le Président attire l'attention du Comité sur les débris d'une cinquantaine au moins de vases - 33 bei den Ausscliachtuogen in der Blauwolkengasse und am bischöflichen Palast kürzlich gefunden worden sind. romains, trouves rOccuimunt dans les tranchées ouvertes, soit dans la rue de la Nuée-Hleue, soit sur remplacement de ri-lviîché, et qu'il a déposés sur le bureau. Mitglied Wiegand berichtet über die Thätigkeit des Redaktionsausschusses, welcher in der letzten Sitzung ernannt worden ist. Derselbe hat zwei Sitzungen abgehalten, am 25. November und am O.Dezember, und hat eine Geschäftsordnung ver- einbart in folgender Fassung: §1. Der Redaktionsausschuss versammelt sich nach Bedürfniss, in der Regel einmal im Vierteljahr, und erledigt in seinen Sitzungen die Vorbereitungen für die Herausgabe der «Mittheilungen» und die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle. Sj 2. Der Ausschuss wählt einen Vorsitzenden, der die Sitzungen einzuberufen und zu lei- ten hat, sowie einen Geschäftsleiter, dem dieVerantwortUchkeit für die richtige Druck- legung obliegt. Stellvertreter sind ebenfalls für beide Stellungen zu wählen. § 3. Der Ausschuss prüft die für die «Mitthei- lungen» eingereichten Arbeilen und kann für diesen Zweck geeignete Mitglieder des Vorstands zur Abgabe eines schriftlichen Gutachtens veranlassen. Seine Beschlüsse über Annahme oder Zurückweisung von Arbeiten werden zur Kenntniss des Vor- stands gebracht. § 4. Seine Beschlüsse fasst der Ausschuss mit Stimmenmehrheit, wobei dem Vorsitzenden eintretenden Falls der Ausschlag zusteht. Mitglied Wiegand fügt hinzu, dass der Ausschuss sich demgemäss konstituirt habe, zu seinem Vor- sitzenden Herrn Straub, zu seinem stellvertreten- den Vorsitzenden Herrn Martin, zum Geschäfts- leiter Herrn "Wiegand, zu dessen Vertreter Herrn Dacheux gewählt habe. Es sei zu hoffen, dass im Lauf des Januar, spätestens im Februar ein neues Heft der «Mittheilungen» zur .\usgabe werde ge- langen können. Mit demselben werden die Karten für den Jahresbeitrag vorgelegt werden. B. XIV. - (S.-B.) M. Wiegand présente un ra|)port au nom de la commission des publications, désignée dans la dernière séance; elle s'est réunie deux fois, le 25 novembre et le 9 décembre, et a arrêté un projet de règlement, dont il donne lecture au Comité. Ce projet est formulé comme suit : § 1 . La commission de rédaction se réunit selon l'urgence; en principe, une l'ois au moins par trimestre, pour aviser aux mesures préliminaires à la publication du Bulletin et des procès-verbau.x. §2. La commission nomme un président, qui devra convoquer ses membres et diriger les débats, ainsi qu'un commissaire res- ponsable de la publication régulière des impressions de la Société. Des remplaçants pour ces deux fonctions seront également choisis au sein de la commission. § 3. La commission examine les mémoires et les notices présentés pour l'insertion au Bulletin; elle est autorisée à demander, dans ce but, des avis motivés, et par écrit, aux membres du Comité. Les décisions prises au sujet de la publication ou du refus d'insertion des travaux présentés, seront portées à la connaissance du Comité. §4. La commission prend ses décisions à la majorité des voix ; le cas échéant, la voix du président sera prépondérante. M. Wiegand ajoute que la commission s'est constituée d'après ces principes, qu elle a nommé président M. Straub et vice-président M. Mari in; commissaire responsable, M. Wiegand etsuppléanl, M. Dacheux. On peut espérer qu'au courant de janvier, en février au plus tard, une nouvelle livraison du Bulletin pourra être distribuée aux membres de la Société. On présentera les quit- tances d'abonnement en môme temps que ce fas- cicule, actuellement sous presse. 3 - %h Mitglied Winkler schlägt ein neues Mitglied zur Aufnahme vor. ßeschlussfassung darüber in der nächsten Sitzung. On propose l'admission d'un nouveau membre; le Comité statuera sur sa réception dan? la pro- chaine séance. Mitglied Barack, der es übernommen hatte, die in Geltung befindliche Gesetzgebung der einzel- nen deutschen Bundesstaaten über Funde und deren Verwerthung zu durchgehen, erstattet dar- über Bericht. In Elsass-Lothringen ist noch der Artikel 716 des Code civil in Kraft, wonach das Eigenthum eines Schatzes demjenigen gehört, welcher ihn in seinem eigenen Grundstück findet. Wird der Schatz in dem Grundstück eines anderen gefunden, so gehört er zur Hälfte demjenigen, der ihn entdeckt, und zur andern Hälfte dem Eigenthümer des Grundstücks. Schatz aber ist üjede verborgene oder vergrabene Sache, an welcher Niemand sein Eigenthum darthun kann und die lediglich durch Zufall entdeckt wird». Ferner sind durch Verfügung des Ober-Präsi- denten für Elsass-Lothringen vom 10. August 1874 und vom 21. Januar 1878 die Bezirks-Präsidenten und die Forstdirektionen angewiesen worden, die Aufmerksamkeit der äussern Behörden und Be- diensteten darauf zu lenken, dass die auf Privat- eigenthum aufgedeckten Gegenstände von histo- rischer Bedeutung, namentlich Münzen, den Lan- dessammlungen zugeführt und zu diesem Zwecke mit den Besitzern entsprechende Verhandlungen behufs Abtretung der gefundenen Gegenstände gegen Vergütung des Werths derselben eingeleitet werden. Es existirt aber keine gesetzliche Bestimmung, wodurch der Finder gezwungen werden kann, von seinem Funde Anzeige zu machen oder sich desselben gegen seinen Willen zu enläussern. In Preussen verpflichtet dagegen das Gesetz (Allgemeines preussisches Landrecht I, Tit. 9 § 75) den Schatzfinder, der Obrigkeit sofort Anzeige zu machen, und noch weiter ging eine Verordnung für das frühere Kurfürslenthum Hessen vom 22. De- zember 1780, welche den Finder nicht blos zu die- ser Anzeige verpflichtete, sondern ihm auferlegte, auf Verlangen den Fund gegen Ersatz des Wer- thes abzulassen. Durch Zirkularerla.ss der Minister des Innern und des Unterrichts vom 15. Januar, 12. Juli und 30. Dezember 1886 an die Ober- Präsidenten ist für die gesammte pieussische M. Barack, (|ui avait élé prié de s'enquérir de l'étal de la législation en vigueur dans les diffé- rents États de rEmi)ire, relativement aux fouilles à faire et aux produits de ces fouilles, a la parole pour donner un exposé sommaire de la question. En Alsace-Lorraine, c'est encore l'article 716 du Gode civil qui règle la matière. Tout trésor, dé- couvert sur le terrain de celui qui le découvre, lui appartient; s'il le trouve dans la propriété d'autrui, il est tenu d'en partager la valeur, par moitié, avec le propriétaire. La loi définit ce terme de trésor, «tout objet caché ou enfoui, que personne ne peut réclamer légalement comme sien et que le hasard seul fait découvrir». Par circulaires de la présidence supérieure d'Alsace-Lorraine, en date du 10 août 1874 et du 21 janvier 1878, les présidences de district et les autorités forestières supérieures ont été in- vitées à attirer l'attention des autorités locales et des fonctionnaires sur l'importance de trouvailles de ce genre et à les engager à faire le possible pour qu'elles soient offertes aux collections scien- tifiques publiques du pays, contre payement de leur valeur. Il n'existe par contre aucun texte de loi qui puisse obliger celui qui découvre un trésor, à en donner connaissance à l'autorité, ou à s'en dessaisir contre son gré. En Prusse {Allgemeines preussisches Land- recht I, Tit. 9, § 75), la loi oblige par contre les citoyens à porter immédiatement à la connais- sance de l'autorité toute découverte de ce genre. L'ancienne loi hessoise (Ordonnance du 22 dé- cembre 1780) prescrivait cette même déclaration et stipulait même l'obligation de céder les objets trouvés ä l'État, contre une indemnité. Des cir- culaires des ministres de l'intérieur et de l'in- struction publique, en date du J 5 janvier, 12 juil- let et 31 décembre 1886, adressées aux prési- dents supérieurs des provinces de Prusse, portent 35 - Monarchie bestimmt worden, dass Ausgrabungen der Ueberreste der Vorzeit auC fiskalischem sowie auch auf städtischem und Gemeinde-Terrain nur mit Zustimmung der Herrn Minister erfolgen dürfen, um einer Verschleppung der gefundenen Gegenstände vorbeugen zu können. In Bayern ist durch Erlass des Kgl. Ministeriums des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten vom 12. Februar 1884 und vom 19. Februar 1887 bestimmt worden : 1. dass die im Besitze von Kirchenstiftungen befindlichen Gegenstände von künstleri- schem oder historischem Werthe nur nach vorhergegangener gutachtlicher Aeusse- rung des Generalkonservators der Kunst- denkmäler und Alterthümer veräussert werden können; 2. dass die Kgl. Kreisregierungen und Kam- mern des Innern tlber alle Ausgrabungen, welche in ihrem Gebiet unternommen wer- den, sowie über jeden zufalligen Fund von historischen oder Kunstgegenständen, ins- besondere von jedem Münzfunde dem Kgl. Staatsministerium Anzeige erstatten, damit dasselbe in der Lage ist, zur Erhaltung der gefundenen Gegenstände die erforderlichen Massnahmen zu treffen. Die Mitwirkung der historischen Vereine zum Vollzuge der ge- gebenen Bestimmungen erscheine geeignet und erwünscht. In Württemberg verpflichtet die Ministerialver- fügungvom 17, Februar 1820 denjenigen, welcher einen in Münzen bestehenden Schatz findet, den- selben vor allen Dingen dem Staate zur Ueber- nahme für das Kgl. Münzkabinet gegen Vergütung des wahren Werthes anzubieten. In dem Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich sind endlich unter § 928 Bestimmungen aufgenommen, welche mit den für Elsass-Lothringen giltigen zusammenfallen. Der Vorsitzende dankt Herrn Barack für seine Bemühungen zur Klarstellung einer so schwieri- gen Frage; er selbst tritt für den Nutzen und die Nothwendigkeit eines Gesetzes ein, welches ver- hindern würde, dass gefundene Alterthümer heim- que des fouilles ne pourront être entreprises, sur le domaine de l'État et sur des terrains com- munaux, qu'après avoir obtenu l'autorisation mi- nistérielle, afin de prévenir le vol ou la destruc- tion des objets trouvés de la sorte. En Bavière, une ordoimance ministérielle du 12 février 1884 et une autre du 19 février 18^7 décident que les objets appartenant à des dota- lions ecclésiastiques et présentant une valeur ar- tistique ou historique, ne pourront être aliénés qu'après un avis conforme du conservateur en chef des monuments historiques et des antiquités du royaume. Elles prescrivent en outre que les régences de cercle enverront au ministère un rapport sur toutes les fouilles entreprises dans leur sphère d'administration, ainsi que sur les objets découverts de la sorte, afin que le minis- tère puisse veiller à la conservation desdits ob- jets. La coopération des Sociétés historiques dans ce but est désirable autant qu'efficace, aux veux du ministère bavarois. En Wurtemberg le règlement ministériel du 17 février 1820 ne prescrit l'avis au gouvernement et la présentation des objets trouvés que pour le cas où ce seraient des monnaies et des médailles. L'État se réserve le droit de préemption, contre versement de la valeur véritable des objets dé- couverts. Dans le projet de Gode civil, enfin, pour l'Em- pire d'Allemagne, le § 928 a formulé à ce sujet des prescriptions qui sont identiques avec celles actuellement en usage en Alsace-Lorraine. M. le Président remercie M. Barack du travail qu'il a bien voulu entreprendre pour éclairer la discussion sur une matière aussi épineuse; il in- siste sur l'utilité et la nécessité d'une loi qui em- pêcherait les antiquités locales d'être clandesti- 36 - lieh ausser Lands gebracht würden, und die Lei- tung der Ausgrabungen nur zuständigen Personen anvertrauen würde. Es entspinnt sich eine lebhafte Besprechung der Frage. Mehrere Mitgheder erklären sich mit Warme für eine gesetzliche Regelung; andere sind der Meinung, dass alle gesetzlichen Vorschriften die jetzt bestehenden L'ebelstünde nicht beseitigen würden und dass die ütlentlichen Sammlungen des Landes keinen Nutzen davon haben würden, selbst wenn ein Gesetz die Anzeige des Fundes obligatorisch machte und dem Staate ein Vor- kaufsrecht auf jeden Fundgegenstand sicherte. Nach einem langern Meinungsaustausch, woran vorzugsweise der Vorsitzende und die Herren Eu- tiog, Nessel und Winkler sich betheiiigen, ver- tagt der Vorstand die Entscheidung über die noch nicht genügend aufgeklärte und spruchreife Frage. Der Vorsitzende verliest einen Brief des Herrn Hering, der mit Bezug auf das Schlösschen in Walf bei Oberehnheim, welches eben abgerissen wird, bei der Gesellschaft anfragt, ob sie einige hundert Mark aufwenden wolle, um einen der Schlossthürme zu erhalten. Derselbe besitze eine Wendeltreppe und trage eine Inschrift aus dem sechzehnten Jahrhundert. Der Vorstand erachtet, dass zur Beschlussfassung noch eingehendere Mit- theilungen nothwendig, und dieselben von Herrn Hering einzuholen sind. nement exportées hors du pays et défendrait toutes fouilles qui ne seraient pas dirigées par des hommes compétents. Une vive discussion s engage à ce sujet. Plu- sieurs membres se prononcent avec chaleur pour une réglementation ofTicielle de la matière; d'au- tres sont d'avis que toutes les prescriptions lé- gales ne remédieront pas aux inconvénients signalés tout à l'heure, et que les collections publiques d'Alsace- Lorraine ne s'enrichiraient nullement, quand même un article de loi ren- drait la déclaration des objets trouvés obligatoire et assurerait à l'État un droit de préemption sur tout objet retiré des fouilles. Après un échange de vues prolongé, auquel prennent part M. le Président, MM. Euting, Nessel et Winkler, le Go- mité suspend la discussion sur la matière, le moment ne semblant pas encore venu de for- muler un avis définitif à ce sujet. M. le Président donne enfin lecture d'une lettre de M. Héring, relative au petit château de Walf, près d'Obernai, qu'on veut démohr. La Société consentirait-elle à débourser quelques centaines de marcs pour conserver une des tours du châ- teau , ornée d'un escalier tournant et d'une in- scription datant du XVI* siècle? Après discussion, le Comité est d'avis que des renseignements plus détaillés sont nécessaires pour prendre une déci- sion. On les demandera à M. Héring. Schluss der Sitzung um 4 Uhr. La séance est levée à 4 heures. GESELLSCHAFT S 0 G I E T E FÜK ERIlAr.TlJÎJO DER GESCHICHTLICHEN DENKMALKR IM EL S ASS. Sitzung des Vorstands vom 9. Januar 1889. Vorsitzender: Herr Canonicus Straub. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder : die Herren Barack, Dacheux, Keller, Kurtz, Mar- tin, Michaelis, Frhr. von Müllenheim-Rechberg, Salomon, Sengenwald, Stamm und Reuss als Schriftführer. Ihr Ausbleiben haben entschuldigt die Herren Euting, Ringeisen, VViegand und Winkler. Herr Reinhardt, Mitglied der Gesellschaft, wohnt der Sitzung bei. Das Protokoll der letzten Sitzung wird verlesen und genehmigt. Im Anschluss hieran theilt der Vorsitzende mit, der Pfarrer von Rosheim wünsche das Untergeschoss des von Herrn Ringeisen der Gesellschaft geschenkten Hauses zu miethen und erkläre sich bereit die nothwendigen Einrich- tungsarbeiten auf seine Kosten zu übernehmen. Der Vorstand ermächtigt ihn, die Pläne und Zeichnungen dafür durch Herrn Winkler auf- stellen zu lassen und den Miethsverlrag sodann beiderseits vorzulegen. Der Vorsitzende legt einige Gegenstände aus der Steinzeit vor (Beile, Pfeilspitzen u. s. w.), die im Grossherzogthum Mecklenburg gefunden und von Herrn Buchholtz, Oberförster in Lothringen, geschenkt worden sind, sodann, im Namen des Verfassers, die Arbeit des Herrn A. Reinhardt tlber die Neue Kirche. Dank. Herr Abbé Lichtlé, ehemals Mitglied der Gesell- schaft und Pfarrer zu Christiania in Norwegen, B. XIV. — (S.-B.) ponii i,A CONSERVATION DES MONUMENTS HISTORIQUES D'ALSACE. - *->-^»;«'-0^:*-'—— Séance du Comité du 9 janvier 1889. Présidence do M. le cbanoinu STUAUB. Présents: MM. Barack, Dacheux, Keller, Kurtz, Martin, Michaelis, baron de Müllenhcim-Rechberg, Salomon, Sengenwald, Stamm et Reuss, secré- taire en fondions. Excusés: MM. Euling, Ringeisen, Wiegand et Winkler. M. Reinhardt, membre de la Société, assiste à la séance. Le procès-verbal de la séance précédente est lu et adopté. A l'occasion du procès-verbal, M. le Président annonce au Comité que M. le curé de Rosheim demande à louer le rez-de-chaussée de la maison offerte à la Société des monuments his- toriques par M. Ringeisen, et qu'il se déclare prêt à faire exécuter à ses frais les travaux d'appro- priation nécessaires. M. le Président est autorisé à faire dresser les projets et devis de restauration par M. Winkler, et à soumettre ensuite des pro- positions de bail fermes au Comité et à M. le curé de Rosheim. M. le Président dépose ensuite sur le bureau quelques objets de l'âge de pierre (haches, poin- tes de flèches, etc.), trouvés dans le grand-duché de Mecklembourg, et offerts par M. Buchholtz, garde-général en Lorraine. Il dépose également, au nom de l'auteur, le travail de M. A. Reinhardt sur le Temple-Neuf. Remercîments. M. l'abbé Lichtlé, ancien membre de la Société, autrefois curé à Christiania (Norwège), actuelle- 4 jetzt Almosenier im Krankenhaus von St. Barljaia, wünscht seine Wiederaufnahnje, die beschlossen wird. ment aumônier à la maison de santé de Sainte- Barbe, demande à être réintégré sur la liste des sociétaires; le Comité prononce sa réinscription. Der Vorsitzende theilt mit, er habe beabsich- tigt, für das nächste UeÜ dar Miltheihmgen ninan Aufsatz über die Glocke der Kirche von Rieding bei Saarburg beizusteuern, dass ihm aber sein Gesundheitszustand dies leider unmöglich mache. Er begnüge sich also damit, die Resultate kurz mündlich hier zusammenzufassen. Die Inschrift, die bisher verschieden gedeutet worden sei, laute: t ME . RESONANTE • PIA • MALA • GVN(G)TA • RE(PË)LLE . (M).\R1A. M. le Président dit qu'il avait l'intention d'in- sérer dans le prochain fascicule du Bulletin un mémoire sur la cloche de l'église de Rieding, près de Sarrebourg, mais son état de santé l'a empêché d'en terminer la rédaction. Il se contente donc de résumer verbalement les indications spéciales qu'il développera par écrit. L'inscription, diver- sement interprétée jusqu'ici, doit être lue de la manière suivante : f ME • RESONANTE • PIA • MALA • GYN(G)TA • RE(PE)LLE • (MjARIA. Frhr. von Müllenheira-Rechberg legt einen Kreuzer aus dem Jahre 1703 vor, und ein Exem- plar der Jubiiäums-Denkmünze von 1617, die zur Erinnerung an die Reformation geprägt und an die Schuljugend der Stadt Strassburg vertheilt wurde, beide Stücke sind auf einem Felde bei Windstein gefunden worden. M. de Müllenheim -Rechberg présente un Kreuzer de 1703 et un exemplaire du méreau du jubilé de 1617, qui fut frappé à cette époque pour être distribué à la jeunesse scolaire de la ville libre de Strasbourg. Les deux pièces ont été trouvées dans un champ près de NVindstein. Der Vorsitzende theilt mit, er habe, um ver- schiedene Denkmäler, die der Gesellschaft ge- hören und im Freien untergebracht sind, vor den Unbilden des Winters zu schützen, dieselben mit Decken verhüllen oder mit Bretterverschlägen umgeben lassen. Für die hierdurch erwachsenen Auslagen bittet er den Vorstand um Indemnität, die gewährt wird. M. le Président annonce que, pour protéger divers monuments appartenant à la Société, et exposés dans la cour à toutes les rigueurs de l'hiver, il leur a fait faire des enveloppes on des abris en planches. Il demande en conséquence un bill d'indemnité à ses collègues. Le Comité ratifie les dépenses faites à cet effet. Mitglied Michaelis hat Erkundigungen einge- zogen, ob irgendwelche Aussicht bestehe, für die Gesellschaft den grossen Aktensaal der Akademie, deren Umwandlung in ein Schulgebäucle jetzt beschlossene Sache ist, zu erlangen. Dieselben sind verneinend ausgefallen. Auch der Vorsitzende glaubt nicht, dass weitere Schritte in der Ange- legenheit noch Erfolg haben würden. Es ist im Allgemeinen keineswegs sicher, dass die Gesell- schaft ihre jetzigen Räume noch lange behalten wird. Allerlei Aenderungspläne schweben in der Luft, wie man sagt. So ist auch die Rede davon gewesen, im alten Drachenschloss die Samm- lungen des Landes und der Gesellschaft unterzu- M. Michaelis a pris des informations pour apprendre s'il y a quelque espoir d'obtenir pour la Société la grande Salle des Actes de l'ancienne Académie, maintenant que la transformation de cet édifice en groupe scolaire est décidée. Elles ont été négatives. M. le Président ne croit pas non plus que des démarches (ju'on ferait à ce sujet fussent couronnées de succès. En général, il n'est pas certain que la Société reste encore longtemps dans les locaux actuels. Divers projets de trans- location sont dans l'air, comme on dit. C'est ainsi fju'il a été question de l'anci(m llôlel du Dragon, pour les collections du pays et les nôtres; mais il serait oiseux d(,' se livrer à ce sujet à des dis- — 39 — bringen; aber es wäre müssig, diese Frage ernsler zu prüfen, da augenblicklich noch jede Grund- lage für dieses Projekt fehle. Schluss der Sitzung um ■l UIii-. eussions [)[us aiiprofondies, toute base sérieuse faisant encore défaut à l'heure actuelle. La séance est levée à 4 heures. Sitzung des Vorstands vom 13. März 1889. Vorsitzender: Herr Canonicus Straub. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder-, die Herren Barack, Dacheux, Martin, Michaelis, Schlosser, Schricker und Reuss als Schriftführer. Ihr Ausbleiben haben entschuldigt die Herren Keller, Frhr. von Müllenheim-Rechberg, Salomon und Winkler. Séance du Comité du 13 mars 1889. Présidence de M. lo chanoine STRAUB. Présents: MM. Barack, Dacheux, Marlin, Mi- chaülis, Schlosser, Schricker et Reuss, secrétaire en fonctions. Excusés: MM. Keller, baron de Müllenheim- Rechberg, Salomon et Winkler. Die folgenden eingelaufenen Bücher und Schrif- ten liegen zur Einsicht auf: Les ouvrages suivants sont déposés sur le bu- reau: 1) Annales de l'Académie d'archéologie de Belgique, 4* série, t. 111. 2) Annales de l'Est, janvier 1889. 3) Beiträge zur vaterländischen Geschichte, Basel, Band HI, Heft I. 4) Festschrift zur Jubelfeier des 25jährigen Bestehens des Vereins für Erdkunde zu Dresden, 1888. 5) Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande, lieft 86. 6) Quartalblätter des historischen Vereiîis für das Grossher zogthum Hessen, 1888, Nr. 1 — 4. 7) Neue Miltheilung von den Runensteinen bei Schleswig, von H. Handelmann und W. Splieth, Kiel, 1889. 8) Protokolle der General-Versammlung des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine zu Posen, 1888. Nachdem das Protokoll der letzten Sitzung ver- lesen und genehmigt worden ist, theilt der Vor- sitzende den Tod eines hochgeschätzten Vorstands- Mitgliedes mit, des Herrn Â. Ringeisen, früher Baumeister des Kreises Schlettstadt, Ritter der Ehrenlegion, der zu Rouen bei seinen Kindern am 25. Januar 1889 gestorben ist. Durch Coop- tation am 11. Februar 1856 in den Vorstand auf- genommen, hat er demselben seitdem ununter- brochen angehört und für die Gesellschaft sehr erspriesslich gewirkt. Die altern Mitglieder der- selben werden sich immer seiner Berichte bei den General-Versammlungen erinnern, die all- jährlich in anziehender Form einen Ueberblick Le procès-verbal de la séance précédente est lu et adopté. M. le Président prend la parole pour annoncer la mort d'un collègue apprécié de tous. M. Antoine Ringeisen, ancien architecte de l'arrondissement de Schlettstadt, chevalier de la Légion d'honneur, est décédé le 25 janvier 1889 à Rouen, auprès de ses enfants. Entré au Comité, par cooptation, le 11 février 1856, il n'a cessé depuis d'en faire partie; il a rendu de grands services à la Société, et ses membres plus âgés n'ont pas perdu le sou- venir des rapports à l'Assemblée générale , dans lesquels il savait résumer chaque année d'une 40 über die technischen, besonders die baulichen Arbeiten boten. Dem liebenswürdigen, hochher- zigen Mitgliede wird in der Gesellschaft ein war- mes, dankbares Gedenken bewahrt bleiben. Der Vorstand schliesst sich den Ausführungen des Vorsitzenden einstimmig an. façon si intéressante les travaux techniques de l'exercice écoulé. Nous conserverons à cet homme de bien, nature aimable et généreuse, un souvenir affectueux et reconnaissant. Le Comité s'associe unanimement aux paroles de son Président. Derselbe verliest sodann ein Schreiben des Herrn Bürgermeisters, in dem derselbe mittheilt, dass die Akademie und ihr Garten zu stadtischen Schulzwecken verwandt werden sollen, und dass desshalb der mit der Gesellschaft unterm 3. De- zember 1887 abgeschlossene Miethvertrag werde gelöst werden müssen. Zum Tausch biete die Stadt für die Aufstellung der Steindenkmale den botanischen Garten an, der ausserdem den Vor- theil habe, dem Publikum zugänglicher zu sein als die gegenwärtig besetzten Räumlichkeiten. Im Anschluss an dieses Anerbieten erwarte die Stadtbehörde weitere Vorschläge von Seiten der Gesellschaft. M. le Président donne lecture d'une letlre de M. le Maire, annonçant que les bâtiments de l'Aca- démie et son jardin devant être affectés au ser- vice des écoles municipales, il y a lieu de résilier le bail conclu avec la Société à la date du 3 dé- cembre 1887. En échange des locaux qui devront être abandonnés, la Ville offre un emplacement pour les pierres et monuments, au Jardin bota- nique, qui serait plus accessible aux visiteurs que le local actuel. L'autorité municipale soumet celte offre au Comité et attendra pour le reste ses pro- positions à ce sujet. Der Vorsitzende eröffnet die Berathung über die Wohnungsfrage der Gesellschaft, indem er mit einigen Worten die Schwierigkeit der augen- blicklichen Lage hervorhebt. MitgUed Barack ist der Meinung, man solle sich mit irgendwelcher Beschlussfassung nicht über- eilen, da Nichts dazu dränge. Das Zoologische Institut, welches das Natm-historische Museum der Stadt aufnehmen solle, sei noch gar nicht gebaut, und solange das letztere nicht verlegt sei, könne man die Akademie nicht anderweit verwerthen. MitgUed Schricker bemerkt, die Steindenkmale würden im botanischen Garten unter dem Einfluss der Witterung stark zu leiden haben. Man müsse schon heute das Ziel scharf bezeichnen, für dessen Erreichung alle unsere Kräfte einzusetzen seien : nämlich die Vereinigung aller künstlerischen Sammlungen Strassburgs in ein und demselben Gebäude, und hierfür eigne sich vorzugsweise das alte Schloss. Der Vorsitzende glaubt zu wissen, dass auch das K. Proviantamt, das nchen dem botanischen Garten liegt, demnächst geräumt werde. Dasselbe besitze hinreichende Häumliclikeiten, um alle unsere Sammlungen aufzunehmen. Er glaube, M. le Président ouvre en conséquence la dis- cussion sur la question du futur local de la So- ciété, en indiquant en quelques mots les difficultés de la situation. M. Barack est d'avis qu'il ne faudrait pas se hâter d'adopter une solution quelconque, rien ne pressant, puisque l'Institut zoologique, qui devra recevoir le musée d'histoire naturelle de la ville, n'est pas encore bâti. Aussi longtemps que celui-ci ne sera pas déménagé, on ne peut employer au- trement les locaux de l'Académie. M. Schricker fait observer que les monuments transférés au Jardin botanique auront à subir les atteintes du temps, que ceux en grès s'y détério- reront de plus en plus, qu'ils seront exposés en outre à d'autres causes de destruction ; il est d'avis qu'il faut dès aujourd'hui fixer le but vers lequel doivent tendre tous nos efforts, savoir : réunir toutes les collections artistiques de Strasbourg dans un seul et même local, qui serait de préfé- rence l'ancien Château. M. le Président croit savoir que le Proviantamt impérial, situé à côté de l'ancien Jardin botanique, sera prochainement évacué; il y aurait là des pièces assez vastes pour mettre tous les objets sculptés à l'abri. 11 pense qu'il ne faudrait pas - il — dass man die Ancrbietungcii der Stadtbeliördc nicht von der Hand weisen solle, um so weniger, als es ihm zweifelhaft scheine, ob man je im Schloss alle diejenigen wissenschafUichen und künstlerischen Sammlungen, die hierfür in Rede kämen, unterbringen könne. Mitglied Schricker versichert, indem er sicli dabei auf die von ihm früher vorgenommenen sehr genauen Messungen und Bereclmungen stützt, dass es in den weiten, von der Universitäts- und Landes -Bibliothek jetzt eingenommenen Räumlichkeiten so bald nicht an Platz fehlen werde. Nach einigen weitern Bemerkungen an- derer Mitglieder schlägt der Vorsitzende vor, zu- nächst mündlich den Herrn Bürgermeister davon in Kenntniss zu setzen, dass der Vorstand wün- sche, später die Sammlungen der Gesellschaft im Schloss unterzubringen, und dass man die Be- rathung über diese Frage, die man jederzeit wie- der aufnehmen könne, jetzt abbreche. Er theilt sodann mit, dass der Herr Bezirks- Präsident des Unter-Elsass den jährlichen Beitrag des Bezirks von 600 Mark der Gesellschaft zur Verfügung gestellt habe. Mitglied Barack hatte an den Herrn Kreis-Di- rektor von Bolchen wegen einiger Alterthums- gegenstände geschrieben, die in Gehnkirchen gefunden worden und von denen in den Zeitun- gen die Rede war. Ausser Knochen bezeichnete man namentlich einen kleinen Altar, römische Münzen, ein mit einer unleserlichen Schrift be- decktes Stück Papier, das in einem Glasgefäss verschlossen war u. A. m. Er bat darum, die Ge- meindebehörde von Gehnkirchen zu veranlassen, den alterthümlichen Fund unserer Gesellschaft abzutreten. Der Herr Kreis-Direktor hat geant- wortet, dass die Wichtigkeit desselben stark über- trieben worden und dass nichts Wesentliches davon mehr vorhanden sei. Es sei bedauerlich, fügt Herr Barack hinzu, dass nicht der kleine Altar wenigstens für unser Museum gereitet wor- den sei. Der Vorsitzende legt Zeichnungen von zwei im Ober-Elsass gekauften Thonfragmenten vor, die Herr Winkler an Freiherrn von Müllcnheim-Rech- berg gesandt hat. Das eine zeigt das Wappen der repousser les oßres de la nuiiiiciiialilé, qui p(!r- meltraient cette installation, d'autant plus qu'il lui semble douteux qu'on puisse jamais loger au Gliûleau toutes les collections scienlifKiues et artistiques dont il a été déjà question dans le public. M. Schricker affirme, en s'appuyant sur un métrage et des calculs minutieux, faits autnifois par lui, que la place ne ferait pas de sitôt défaut dans les vastes locaux actuellement occupés par la bibliothèque de l'Université et ses dépendances. Après quelques autres observations, i)résentée8 par divers membres, M. le Président propose que l'on entretienne d'abord verbalement M. le Maire, du désir qu'a le Comité de voir ses collections installées plus tard au Château, et qu'on ne pro- longe pas actuellement une discussion qu'on pourra toujours reprendre plus tard. M. le Président annonce ensuite que M. le Pré- sident du district de la Basse-Alsace a mis à la disposition de la Société la somme annuelle de 600 mark. M. Barack avait écrit à M. le Directeur du cercle de Boulay, au sujet des objets d'antiquité trouvés à Gehnkirchen et dont il a été question dans les journaux politiques locaux. En dehors de quel- ques ossements, on signale un petit autel, des pièces de monnaie, un fragment de papier, couvert d'une écriture illisible, et renfermé dans un vase en verre; etc. M. Barack priait ce fonc- tionnaire de vouloir bien demander à la munici- palité de Gehnkirchen de nous céder ces débris archéologiques. M. le Directeur du cercle a ré- pondu depuis que l'importance des objets trouvés lors des fouilles avait été fort exagérée et qu'il n'en restait pas grand'chose. Il est regrettable, ajoute M. Barack, que le petit autel au moins n'ait pas pu être obtenu pour le musée de la Société. M. le Président communique les dessins de deux fragments en terre cuite, que M. Winkler a en- voyés à M. de Müllenheim-Rechberg, et qu'il avait achetés dans la Haute-Alsace; l'un porte les armes 42 — Familie MüUcnheim, das andere das der Stauffen, beide stammen aus der Renaissance-Zeit. Herr Straub gibt ferner eine kurze ßescbreibung eines merkwürdigen Grabsteins, der bei den Ab- bruchsarl)eiten am Drachenhof gefunden wurde, und den er entzifTert hat. Derselbe datirt von 1442 und zeigt uns den verstorbenen Walther Grafft , Schanlit genannt. Prior des Carmeliterkloslers, in betender Haltung. Mitglied Schlosser spricht zum Schluss ausführ- licher über die Lage des Schlosses Geroldseck, das in den Gesichten Philanders von Sittewaldt, dem bekannten Werke von Moscherosch, erwähnt wird. Bisher hatte man dieses Schloss in den El- sässischen Vogesen gesucht, und da es nicht ge- lang, die Beschreibung bei Moscherosch mit der Umgebung von Geroldseck bei Zabern in Einklang zu bringen, so halte man bereits zur Annahme gegriffen, dass alle Angaben des berühmten Sa- tirikers mehr oder weniger erdichtet seien. Dank seiner sorgfaltigen Nachforschungen und seiner genauen Kenntniss des Landes ist Herrn Schlosser der Beweis gelungen, dass Moscherosch, einstmals Vogt von Finstingen, das bei Finstingen zwischen Niederstinzel und Wolfskirchen gelegene Schloss Geroldseck meinte. In völlig befriedigender Weise lassen sich so alle Angaben von Moscherosch mit den einzelnen Zügen der Landschaft und den Ortsbenennungen vereinigen. Der Vorsitzende bittet Herrn Schlosser, seinen Vortrag schriftlich für die Mittheilungen der Ge- sellschaft einzureichen. Schluss der Sitzung um 4 7« Uhr. des Müllenheim, l'autre, celles des Stauffen. Tous deux datent de l'époque de la Renaissance. M. le Président Straub donne une courte des- cription d'une curieuse pierre tombale, trouvée lors des démolitions au Drachenlwf el déchiffrée par lui; elle date de 1442 et nous montre le dé- funt Walther Krafft, dit de Schanlit, prieur du monastère des Carmes, dans l'altitude de la prière. M. Schlosser a la parole pour une communica- tion sur la situation du château de Geroldseck, qui figure dans les Gesichte de Philander von Sittewaldt, de Moscherosch. Gomme on cherchait toujours ce château dans les Vosges alsaciennes, et qu'on ne réussissait pas à trouver de ressem- blance entre les descriptions de Moscherosch et l'entourage du Geroldseck, près Saverne, on avait émis, en désespoir de cause, l'avis que toutes les indications du célèbre satirique étaient plus ou moins fictives. Grâce à des recherches approfon- dies et à sa connaissance du pays, M. Schlosser est parvenu à mettre absolument hors de doute que Moscherosch, l'ancien bailli de Fénétrange, voulait parler du château deGeroldseck-sur-Saar, situé près de Fénétrange, entre Niederstinzel et Wolfskirchen; il identifie de la manière la plus satisfaisante les indications de l'auteur avec des traits de paysage et des désignations locales exis- tant encore aujourd'hui. Le Comité suit cet exposé avec beaucoup d'in- térêt, et M. le Président invite M. Schlosser à ré- diger ses notes sous forme d'un mémoire pour le Bulletin de la Société. La séance est levée à 4 '/. heures. Sitzung des Vorstands vom 25. IVIai 1889. Voraitzeudur : Ilerr Cauouicus Straulj. Séance du Comité du 25 mai 1889. l'résidcuco de M. lo chauoiuu STRAUB. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder : Présents: MM. Barack, Dacheux, Martin, Mi- die Herren Barack, Dacheux, Martin, Michaelis, chaëlis, Reuss, Salomon etWiegand, secrétaire. Reuss, Salomon und Wiegand als Schrift- führer. — 43 Ihr Ausbleiben habea entschuldigl die Herren Keller, Frhr. von Müllenheim-Rechberg und Sen- genwald. Herr Reinhardt, Mitglied der Gesellschaft, wohnt der Sitzung bei. Das Protokoll der letzten Sitzung vom 13. März wird verlesen und genehmigt. Im Anschluss hieran macht ein Mitglied auf den allen Stein im Ritleng'schen Neubau an der Königsstrasse aufmerksam, der einen Blumen- stengel zeigt mit der Umschrift : 0 mensch zart bedenck der blumen art. Orale L P. pro eo. Es fragt an, ob derselbe nicht konservirt werden könne, vielleicht durch einen Gipsabguss. Der Vorsitzende verspricht, die erforderlichen Schritte zu thun. Der Vorsitzende legt einen fränkischen Grab- fund vor, der aus der Umgegend von Markolsheim stammt, und den Herr Kreis-Direktor Pöhlmann in Schlettstadt für die Landessammlung erworben hat. Weitere Einzelheiten und nähere Nachrich- ten über den Fund, der aus einem Frauengrabe herrührt, werden folgen. Vorläufig liegen fol- gende Gegenstände vor : 1. Halsschmuck von 70, theils aus bunter Thonmasse, theils aus farbigem Glas oder Bernstein hergestellten, zum Anreihen durch- löcherten Kügelchen. 2. Grosse Zierscheibe einer Gewandnadel aus Gold, mit Filigranaufsatz, ursprünglich mit 19 farbigen Steinen geziert, wovon 12 rings um den Rand symmetrisch eingefasst waren, z. Z. aber nur 4 vorhanden sind. Im Mittel- stück fehlen ebenfalls 4 auf 7. 3. Drei kleine Hängscheiben aus Gold, mit Fi- ligranverzierung, zum Halsschmuck gehö- rend. 4. Die beiden Hälften einer kugelförmigen Kap- sel aus Bronze, mit Rest der Scharniere und des Verschlusses, wohl zur Aufbewahrung von Amulelgegenständen. MM. Keller, baron de Müllenheim-Rechberg et Sengenwald se font excuser. M. Reinhardt, membre de la Société, assiste à la séance. Le procès-verbal de la séance du 13 mars cet lu et adopté. Un membre appelle l'attention du Comité sur une vieille dalle sculptée, encastrée dans le mur de clôture de la propriété Rilleng, à l'extrémité de la Kœnigstra.sse. Cette dalle porte un bouquet de fleurs, sous lequel on lit l'inscription suivante : 0 mensch zart bedenck der blumen art. Oratc L P. pro eo. Sur la demande s'il n'est pas opportun d'en prendre au moins un moulage en plâtre, M. le Président promet de faire les démarches nécessaires à ce sujet. M. le Président dépose sur le bureau une série d'objets trouvés dans une tombe franque, aux en- virons de Marckolsheim, et dont M. le Kreisdirek- tor Pœhlmann, de Schlettstadt, a fait l'acquisition pour le Landesmuseum. Des détails plus circons- tanciés sur le contenu de cette tombe, qui servait de sépulture à une femme, seront communiqués plus tard. Les objets reçus jusqu'ici sont : 1° Collier de 70 grains, les uns en pâte d'argile colorée, les autres en pâte de verre de cou- leur ou d'ambre jaune; tous sont percés pour pouvoir être enfilés. 2° Grande rouelle d'une fibule en or , ornée de rinceaux en fiUgrane. Primitivement 19 pier- res en couleurs s'y trouvaient enchâssées, dont 12 symétriquement posées autour du cercle extérieur, et 7 sur le disque central. Il ne reste plus que 4 des premières et 3 des secondes. 3° Trois petits pendants en or, rehaussés par des ornements en filigrane. Ils étaient appcn- dus au collier. 4° Les deux moitiés d'une bulle en bronze, con- servant encore les restes de la charnière et le crochet du fermoir. L'objet servait pro- bablement à contenir des amulettes. _ 44 - 5. Einzungenförmiges, ornamentirtes, zu cintMii ledernen Gürtel gehörendes Riemenbeschläg, aus Bronze. 6. Ein aus Bronze hergestellter, mit Querstrei- fen verzierter Besatz eines Gegenstandes, vielleicht der Klappscheide eines Kammes. 7. Vier flache, kreisrunde Knöpfe aus Bronze. .\ndere den Grabfund ergänzende Gegenstände sind auf dem Weg nach Strassburg. 5" Une lame de bronze ornementée, en forme de languette, garnissant primitivement l'ex- trémité d'une ceinture en cuir. G° Une garniture en bronze, ornée de rayures transversales, appartenant peut-être à la gaîne d'un peigne. 7° Quatre boutons eu bronze, de forme ronde, à face aplatie. D'autres objets, provenant de la môme décou- verte, sont annoncés. Der Vorstand bescliliesst einstimmig, Herrn Pöhlmann für seine Bemühungen besondern Dank auszusprechen. Im Anschluss an diesen Fund legt Herr Straub eine in der Gegend von Heidolsheim gefundene alte Lanzenspitze vor. Der in der vorigen Sitzung durch Herrn Straub vorgeschlagene Herr Weil, Bildhauer in Golmar, wird als Mitglied der GeseUschaft aufgenommen. Drei weitere Mitglieder werden vorgeschlagen. Le Goüjitc vote à l'unanimité des remercîments à M. le Kreisdirektor Pœhlmann. M. le Président dépose également sur le bureau un vieux fer de lance, trouvé dans les environs de Heidolsheim. M. \N'eil, sculpteur à Colmar, proposé par M. le chanoine Straub, est nommé membre de la So- ciété. Trois nouveaux membres sont proposés. Der Vorsitzende gedenkt sodann mit ehrenden Worten des Ablebens unsers alten Vorstandsmit- gliedes, des immer dienstbereiten und treu ge- wissenhaften Stadt-Archivars J. Brucker. M. le Président, en quelques paroles émues, rappelle la perte que le Comité vient de faire d'un de ses plus anciens membres, M. Brucker, notre consciencieux et infatigable archiviste municipal, dont tous les travailleurs ont été à même d'éprou- ver l'inépuisable comjjlaisance. Mitglied Reu.ss schenkt der Gesellschaft seine eben erschienene Ausgabe der Kleinen Strass- burcjcr Chronik. Dank für Herrn Reuss. M. Rod. Reuss offre à la Société un exemplaire d'une petite chronique strasbourgeoise', qu'il vient de publier. Remercîments. Der Vorsitzende berichtet, dass aus einer Un- terredung mit dem Herrn Bürgermeister es sich ergeben habe, dass die Gesellschaft noch min- destens drei Jahre in den Räumen der Akademie bleiben könne. In einer langern über die Lokal- frage und über die Verwendung des Schlosses zu Kunstzwecken sich entspinnenden Berathung wird angefragt, wie es mit der Erhallung des ebenfalls für unsere Sammlungen trefflich geeigneten Di-a- chenschlüsschen stehe, dessen bevorstehender M. le Président rend compte d'une conversation qu'il a eue avec M. Back, maire de Strasbourg, et de laquelle il résulte que la Société pourra rester au moins trois ans encore en possession du local qu'elle occupe en ce moment à l'.'Vcadémie. Une a.ssez longue discussion s'engage au sujet du local futur et du projet de concentrer un jour dans le Château toutes les collections artistiques; à cette occasion un membre demande ce qu'il en est de la conservation du Drachensclilassel, dont les 1. Kleine Strasêburger Chronik. Strassburg, Hcitz, 1889, ia-S". — 45 - Abbruch wieder in den Zeitungen angekündigt werde. Es wird beschlossen, neue für die Erhal- tung dieses alten Baudenkmals nothwendige Schritte an zuständiger Stelle zu thun. journaux vicnneHt d'annoncer la démolilion pro- chaine, et qui cependant se prêterait parfaitement à recevoir le musée de la Société. Il est décidé que de nouvelles démarches seront faites en vue de la conservation de ce monument. Frhr. von Müllenheim -Rechberg legt einige Abschriften alter Aktenstücke vor, die aus dem Liber con^racft/mn des Frauenhaus-Archives, dem Almendbuch und dem Memoriale der XV'^ des Stadt-Archives stammen und interessante Einzel- heiten über die Geschichte des Hauses . Im Anschluss hieran spricht Mitglied Salomon über den Plan des Herrn Seyboth, eine vollstän- dige Geschichte der Strassburger Häuser zu ge- ben, der vielleicht eine Unterstützung von Seiten der Gesellschaft verdiene, da die Ausstattung seines Werkes mit Karten beträchtliche Kosten verur- sachen wird. Herr Seyboth soll eingeladen werden, in der nächsten Vorstandssitzung seine Arbeit vorzulegen. Der Vorsitzende bringt ein Schreiben des Herrn Gerock, Mitglieds der Gesellschaft, vom 30. April zur Verlesung, in dem derselbe Schutzmassregeln für die Ruine Girbaden gegen den Unfug des be- suchenden Publikums, vor Allem der Schuljugend anregt. Es wird beschlossen, dass der Vorsitzende beim Oberschulrath bezügliche Schritte thun soll. Mitglied Reinhardt legt eine Zeichnung der Dagsburg zur Ansicht vor. Schluss der Sitzung um 4 Uhr. A cette occasion, M. Salomon entretient le Co- mité de l'intention qu'a M. Seyboth de publier une histoire complète des maisons de Strasbourg; il pense que la Société pourrait accorder son con- cours à cette publication, nécessairement très dispendieuse à raison des plans et dessins qu'elle exige. Le Comité décide que M. Seyboth sera invité à venir à la prochaine séance donner communication de son travail. M. le Président communique ensuite au Comité une lettre datée du 30 avril dernier et dans la- quelle M. Gerock, membre de la Société, demande qu'il soit pris des mesures à l'effet de protéger la ruine du Girbaden contre les dégradations cau- sées par les visiteurs, et spécialement par la jeu- nesse des écoles. Le Comité décide que M. le Président agira dans ce sens auprès de Y Oberschulrath. M, Reinhardt, membre de la Société, commu- nique au Comité une vue de Dabo. La séance est levée à 4 heures. — 46 Sitzung des Vorstands vom 19. Juni 1889. Vorsitzeuder : Herr Cauonicus Straub. Séance du Comité du 19 juin 1889. l'résideuco de M. le cbanoiue STllAUß. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder: die Herren Barack, Dacheux, Euling, Kurtz, Mar- lin, Michaelis, Nessel, Reuss, Salomon, Schricker, Sengenwald, von Türckheim, Winckler und Wie- gand als Schriftführer. Ihr Ausbleiben haben entschuldigt die Herren Keller und Frhr. von Müllenheim-Rechberg. Der Sitzung wohnen bei das Mitglied der Ge- sellschaft Herr Reinhardt und Herr Seyboth. Présents: MM. Barack, Dacheux, Euting, Kurtz, Ma rtin, Michaelis, Nessel, Reuss, Salomon,Schricker, Sengenwald, de Tiirckheim, Winckler et Wiegand, secrétaire en fonctions. Excusés: MM. Keller et baron de Müllenhcim- Rechberg. MM. A. Reinhardt, membre de la Société, et A. Seybolh assistent à la séance. Herr Seyboth berichtet eingehend über sein L'nternehmen, die Geschichte der alten Hiiuser Strassburgs bis auf die neueste Zeit zusammen- fassend zu behandeln, bei dem er sowohl die ur- kundliche Ueberlieferung wie den baulichen Zu- stand berücksichtigt hat, und liest, um eine Probe seiner Arbeit zu geben, den Abschnitt über die iirandgasse vor. Seiner Bitte, dass unsere Gesell- schaft das Patronat seiner Arbeit übernehmen möge, wird gern entsprochen. Es wird beschlos- sen, die Subventionirung dieses Werks bei der Regierung und bei der Stadtverwaltung zu be- antragen und eine Kommission aus den Herren Reuss, Salomon, Schricker und Wiegand gebildet, welche sich über das Werk gutachllich äussern und seine Herausgabe fördern soll. Herr Schatzmeister Kurtz legt den Kassenbe- richt über das abgelaufene Rechuuugsjahr vor. Die Prüfung desselben überninunt Mitglied Barack. Die in der letzten Sitzung vorgeschlagenen Herren: Dombaumeister Hartcl und Herr Bau- meister Kraft zü Sirassburg, Herr Vikar llug zu Cohuar und Herr Stadtarchivar Dr. Winkelmann zu Stra.ssburg werden als Mitglieder der Gesell- schaft aufgenommen. Le Président donne la parole à M. Seybolh, qui expose en détail le plan de son travail sur les rues et maisons de Strasbourg ; il a essayé d'y réunir toutes les données chronologiques et topo- graphiques relatives aux constructions de la ville et à leurs mutations à travers les siècles, d'après toutes les sources accessibles. Gomme spécimen de son ouvrage, il donne lecture du chapitre re- latif à la rue Brûlée. 11 termine en exprimant le vœu que la Société des monuments historiques veuille bien accepter le patronage de cette œuvre et en faciliter ainsi surtout le développement ar- tistique. Ce vœu est accueilli volontiers par le Comité, qui décide qu'une subvention sera de- mandée, tant au gouvernement qu'à l'adminis- tration municipale, pour la publication de l'ou- vrage et désigne une commission, formée de MM. Reuss, Salomon, Schricker et Wiegand, pour formuler un avis motivé sur le travail de M. Sey- both et discuter les moyens de favoriser sa mise au jour. M. Kurtz, trésorier, dépose son rapport sur l'exercice écoulé. M. Barack veut bien se charger de l'examen détaillé des comptes du trésorier. Les candidats proposés dans la dernière séance, MM. Hartel, architecte de l'Œuvre-Notre-Dame, Kraiïl, architecte à Strasbourg, l'abbé llug, vicaire à Golmar, et le D"" Winckelmann, archiviste de la ville, sont admis comme membres de la So- ciété. - 47 Ausserdem beantragt die Universitäts-Bibliolliek zu Heidelberg die Mitgliedschaft zu erhalten. Dem Antrag wird entsprochen. M. le President annonce que la Inbliotiièiiue de l'Université de Heidelberg désirerait égah;- ment être reçue comme membre titulaire de notre association. Cette demande est accueillie. Die diesjährige General-Versammlung der Ge- sellschaft wird auf Mittwoch, den 10. Juli, im Kupferstich-Kabinet der Akademie anberaumt. Die dabei zu ersetzenden bezw. auf fünf Jahre wieder zu wählenden Mitglieder des Vorstands sind die Herren Dacheux, Kurtz, Michaelis, Salo- mon und Winckler. Ausserdem ist für den ver- storbenen Herrn Ringeisen ein Mitglied auf zwei Jahre, für den verstorbenen Herrn Brucker ein Mitglied auf ein Jahr zu wählen. Der Vorsitzende berichtet über den Stand der Restaurations-Arbeiten am KammerzelFschen Hause, bei denen die alten Wandmalereien wie- der zum Vorschein kommen. ImAnschluss hieran theilt Mitglied Michaelis mit, dass über das Drachenschlössel ein endgültiger Beschluss noch nicht gefasst sei. Die Frage über die Erhaltung und zweckdienliche Verwendung desselben wird von Neuem erörtert. Mitglied Nessel fragt an, ob im Catalogue géné- ral des manuscrüs des bihliolhèques départe- mentales de France auch die Manuscripte der verbrannten Strassburger Bibliothek verzeichnet seien, ob namentlich das zweibändige, vom Bi- bliothekar Jung gefertigte Inventar darin ver- werthet sei. Es wird festgestellt, dass zwar die Incunabeln-Sammlung der Bibliothek darin be- rücksichtigt worden sei, aber nicht das Jung'sche Manuscript, dessen Verbleib unbekannt ist. Mitglied von Türckheim berichtet über den Stand der Arbeiten an der Ruine Landsberg. Der grosse Thurm derselben sei im oberen Theil sehr baufällig geworden und seine Herstellung würde mit grossen Gefahren und sehr beträchtlichen Kosten verknüpft sein. Er bittet, dass ein Mitglied der Gesellschaft, vielleicht Herr Salomon, eine genauere Untersuchung der Ruine vornehme. L'assemblée générale annuelle est fixée au mercredi, 10 juillet; elle aura lieu dans la salle du Cabinet des estampes à l'Académie. Les mem- bres sortants du Comité, rééligiblespour une pé- riode de cinq ans, sont MM. Dacheux, Kurlz, Mi- chaelis, Salomon et Winckler. En outre il y a lieu de nommer deux nouveaux membres pour un et deux ans, en remplacement de MM. Brucker et Ringeisen, décédés avant l'expiration de leur mandat. Le Président rend compte de l'avancement des travaux entrepris à la maison Kammerzell; on y a retrouvé des traces de peintures murales. M. Michaelis annonce, à cette occasion, que l'on n'a pas encore pris, dans les sphères compétentes, de décision finale au sujet de l'hôtel du Dragon. La question de la conservation et de l'utilisation éventuelle de cet immeuble est derechef dis- cutée par le Comité. M. Nessel s'informe si dans le Catalogue géné- ral des manuscrits des bibliothèques départe- mentales de France se trouvent consignés les manuscrits des bibliothèques de Strasbourg, dé- truites en 1870, et en particulier si l'Inventaire manuscrit en deux volumes, jadis dressé par M. le professeur Jung, y avait été utilisé. Il résulte des indications fournies par plusieurs membres qu'il existe bien à Paris quelques fascicules con- tenant le catalogue des incunables de nos an- ciennes bibliothèques et qu'ils ont été publiés en partie, mais que le grand travail manuscrit de M. Jung n'y est plus, et qu'on a perdu sa trace. M. Rodolphe de Türckheim expose l'état des travaux entrepris au château de Landsberg. La grande tour est fort détériorée à son sommet et toute restauration sera non seulement très dan- gereuse, mais exigera encore des dépenses con- sidérables. Il désire donc qu'un membre du Comité, peut-être M. Salomon, examine de plus près l'état des ruines et que le Comité décide en- I — AS — und der Vorstand die Frage wohl erwäge, ob auch die Herstellung des Thurms in Angriff ge- nommen werden solle. Indem Herr Salomon sich zu einer solchen Untersucliung bereit erklärt, betont er, dass die Gesellschaft vorzugsweise für derartige Arbeiten seiner Zeit gegründet worden sei und die Erhaltung einer so bedeutsamen Ruine wie der Landsberg sich besonders ange- legen sein lassen müsse. Es wird beschlossen, da von der für die Lands- berger Restaurationsarbcilcn ausgeworfenen Summe 500 Mark noch zur Verfügung stehen, einschliesslich derselben für jenen Zweck 1000 Mark flu- das laufende Jahr einzustellen. Schluss der Sitzung 4 '/. Uhr. suite la question de savoir si l'on doit entre- prendre les réparations nécessaires à la tour prin- cipale. M. Salomon se déclare prêt à entreprendre cet examen ; il ajoute que c'est précisément pour des travaux de ce genre que la Société a été fon- dée dans le temps, et que la conservation des ruines aussi intéressantes que celles du Lands- berg lui semble tout particulièrement désirable. Le Comité décide que, en outre des 500 marks encore disponibles de Texercice précédent, déjà votés pour ces travaux, une somme égale sera mise à la disposition du propriétaire de Lands- berg, de sorte qu'on pourra consacrer une somme totale de mille marks à cette restauration, pen- dant l'exercùce courant. La séance est levée à 47s heures. General-Versammlung vom 10. Juli 1889. Vorsitzender: Herr Canouicus Straub. Anwesend sind folgende Vorstandsmitglieder: Barack, Dacheux, Fleischhauer, Ingold, Keller, Kurtz, Martin, Reuss, Salomon, Schricker, J. Sengen- wald, Stamm, Winkler und Wiegand als Schrift- führer, ausserdem noch etwa 20 Mitglieder der Gesellschaft. Assemblée générale du 10 Juillet 1889. Présidence de M. le chanoine STRAUB. Présents: MM. Barack, Dacheux, Fleischhauer, Ingold, Keller, Kurtz, Martin, Reuss, Salomon, Schricker, J. Sengenwald, Stamm, Winkler et Wie- gand, secrétaire; une vingtaine de membres de la Société ont assisté à la séance. Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung mit einigen Worten des Dankes für die thätige Unterstützung, welche so viele Mitglieder der Gesellschaft den Arbeiten derselben angedeihen lassen, und gibt dann einen Ueberblick über das im letzten Ge- schäftsjahr Geleistete. Was zunächst die Publikationen der Gesellschaft anbelangt, so seien eben die Reste der Spccklin- sehen Collectancen im Druck und würden in dem Band erscheinen, dessen erste Lieferung bereits ausgegeben sei. Die Schlusslieferung werde auch die Fortsetzung des Aufsatzes über die unterge- gangenen Denkmäler des Elsass bringen mit einigen veranschaulichenden Tafeln und die romanische Periode unil'assen. Besondere Sorgfalt werde jetzt der Veröffentlichung der Protokolle zugewandt; es sei dafür vom Vorstand eine Redak- Le Président ouvre la séance. Après avoir, en quelques paroles chaleureuses, exprimé la recon- naissance à l'assemblée pour le concours que tant de membres prêtent aux travaux de la Société, il présente son rapport sur les travaux de l'année. Parlant des publications, il annonce que tout ce qui reste des Colkctanea de Spcckcl est en ce moment composé pour l'impression et paraîtra dans le volume dont les membres tiennent déjà en mains la première livraison. La suite du mé- moire concernant les monuments disparus en Alsace comprendra l'époque romane, avec une série de planches. Une attention spéciale est consacrée à la publi- cation des procès-verbaux, conGée à une com- mission de rédaction, instituée à cet effet, et - /^9 - tions-Kommission eingesetzt worden, der zugleich die Prüfung der für die Müthcilungcn eingereich- ten Aufsätze obliege. Auch der Ilortus dclicianim der Herrad von Landsberg sei nicht in Vergessen- heit gerathen, wie die neuen Tafeln beweisen würden, die vom Herrn Photographen Kraeniei- abgezogen worden seien, und die augenblicklich bei den Anwesenden zur Einsichtnahme herum- gereicht würden. Was ferner die Funde und die Erhaltungsar- beiten betreffe, welche seit der letzten General- Versammlung gemacht und getroffen worden seien, und von denen Einzelnes schon aus den Sitzungs-Protokollen bekannt sei, so sei zunächst die Blosslegung der Stein-Inschrift in der Thomas- kirche zu erwähnen, die man Herrn Baumeister Salomon verdanke, ferner die Entdeckung einiger jüdischer Grabsteine, die man unter den Trüm- mern der Gebäude am Drachenhof gefunden habe, und deren Entzifferung Herr Professor Euting sich angelegen sein lasse, sowie der Fund von römischen Topfscherben, den man bei den Stras- sen arbeiten in der Blauwolkengasse im vergan- genen Oktober gemacht habe. Eine Anzahl dieser Scherben sowie die jüdischen Grabsteine, zu denen noch ein wichtiges Grabdenkmal komme, das den Prior der Karmeliter Walther Gratft (gestorben 1442) darsteile, seien ins Museum gebracht worden, ebenso mehrere Denksteine, welche aus dem Strassburger Kloster der Beuerinnen stammten, und die Herr Notar Ritleng der Gesellschaft ge- schenkt habe. Ein neuer Zuschuss sei für die Fortsetzung der Restaurationsarbeilen an der Ruine Landsperg bewilligt worden. Der Vorsitzende bespricht sodann die precäre Lage, in der sich das Museum beGnde, was seine Lokalitäten angehe. Seine Entwicklung sei durch die fortwährende Aussicht auf neue Umzüge ernst- lich gefährdet. Unter den jüngsten Erwerbungen desselben sei in erster Linie eine Reihe alter Strassburger Gewichte zu nennen, die er selbst mehrere Jahre hindurch gesammelt und dem Museum überlassen habe, sodann die Ausstattung eines fränkischen Grabs, das man beiMarkolslieim aufgedeckt habe. Die dabei gefundenen Gegen- stände habe unser eifriges Mitglied , Herr Kreis- direktor Pühlmann von Schlettstadt gesammelt; von der Landes-Verwaltung käuflich erstanden. chargée en même temps de l'examen des mémoires présentés pour !(! liulleliii. Le ïlorlus dcliciannn de Herrad de Landsberg n'est pas oublié, comme le prouvent les nouvelles planches tirées [xiur l'ouvrage par M. le |thotograplie Kni-mcr, et mises en ciriiilalioii parmi les assistants pendant la séance. Passant aux découvertes et aux travaux de conservation entrepris ou menés à bonne fin de- puis la dernière séanc(! généiale, le Président relate la mise au jour d une inscription lapidaire de l'église de Saint-Thomas, due à M. l'architecte Salomon, la découverte de quelques pierres tom- bales hébraï(iues, trouvées dans les décombres des bâtiments adjacents du Drachenltol\ et dont M. le professeur Euting se charge de donner la description, la découverte de fragments de pote- ries romaines, exhumés dans la rue de la Nuée- Bleue, lors des derniers travaux en octobre. Un certain nombre de ces fragments, ainsi que les pierres tombales hébraïques, auxquelles il faut joindre un important monument funéraire, Ggu- rant le prieur des Carmes, Walther Grafft, i en 1442, sont déposés au Musée, ainsi que plusieurs pierres commémoratives, provenant du couvent des Bepenties à Strasbourg, gracieusement cédées à la Société par M. le notaire Rilleng. Un nouveau crédit a été voté pour aider à continuer les travaux de consolidation, entrepris l'an passé au château de Landsperg, une des ruines les plus intéressantes d'Alsace. Le Président entretient ensuite l'assemblée de la situation précaire du local affecté au Musée, dont le développement est incompatible avec l'expectative de nouveaux déménagements. Il appelle l'attention sur les acquisitions récentes, mettant en première ligne une importante suite d'anciens poids de Strasbourg, réunis par lui de- puis plusieurs années et cédés au Musée, puis l'en- semble d'un mobilier funéraire de l'époque fran- que, provenant de fouilles opérées près de Mar- kolsheim. Ces derniers objets ont été réunis par les soins de notre zélé collaborateur, M. le Kreis- direktor Pöhlmann, de Schlestadt, et acquis par l'État, qui nous en confie le dépôt. Ouvertes gra- - 50 - seien sie unserm Museum zur Obhut anvertraut worden. Die Sammlungen desselben, die seit einem Jahr dem Publikum uncntgelllich offen ständen, wachsen durch Kauf und Schenkungen von Tag zu Tag und bergen schon jetzt eine Fülle kost- barer und zuverlässiger Belege für die Kultur unseres Landes in den vergangenen Jahrhun- derten. Zum Schluss erinnert der Vorsitzende die Ver- sammlung an das Geschenk, durch welches die Gesellschaft Eigenthümerin eines Hauses aus der romanischen Zeit in Roslieim, das unter dem Namen Heidenhaus bekannt, geworden ist. Der Schenkgeber ist unser ehemaliger Kollege, Herr Baumeister Ringeisen, den der Tod wenige Tage nach diesem edelmüthigen Schenkungsakt uns entrissen hat. Allgemeines Bedauern folgt ihm ins Grab, ebenso zweien andern unserer ver- dienten Mitarbeiter, dem Herrn ßezirks-Präsiden- ten von Stichaner und dem Herrn Stadtarchivar Brucker, die bald darauf verschieden sind. Die Gesellschaft wird ihr Andenken in dankbaren Ehren halten. Herr Schatzmeister Kurtz legt den Kassenbericht der Gesellschaft vor. tuilement au public depuis un an, nos collections, qui doivent grandir de jour en jour, oITrent déjà maintenant di; nombreux sujets d'étude, et con- serveront au pays les plus authentiques témoins de la civilisation du passé. H termine en rappelant à l'assemblée que, par suite d'un don, la Société est devenue propriétaire d'une maison de l'époque romane, sise à Rosheim et connue sous le nom de Ileidenhaus. Le dona- teur est notre ancien collègue, M. l'architecte Ringeisen, que la mort a enlevé, peu de jours après cet acte, à l'affection et à l'estime de ses collègues. D'unanimes regrets suivent dans la tombe cet homme méritant, ainsi que deux autres de nos collaborateurs, M. de Stichaner, Président de la Basse-Alsace, et M. l'archiviste Brucker, qui se sont éteints il y a peu de semaines. La Société leur vouera une reconnaissance bien méritée. M. le trésorier Kurtz donne connaissance de la situation financière par le compte rendu suivant : RECHNUNGEN. — COMPTES. 52 -^ I^ecliiiiiiis: für dîAS Jalir 1Q88. EINNAHMEN. Ordinarium der Einnahmen. Kapitel I. Zinsen von Kapitalien. Einkassirung der Zinsen der Reichsan- Ji leihe-Briefe 176 — Zinsen der bei der Elsass-Lolhringi- schen Bank auf Kontokorrent hin- terlegten Gelder U 09 m 190 69 Kapitel II. Beiträge der Mitglieder. 1. In Strassburg einkassirle Beiträge für 1888, 119 Quittungen. 2. Ausserhalb 201 » 320 Quittungen. Zu 8 Mark per Quittung, ergibt 2,560 — Von der Stammrolle sind. . . . 337 Quittungen abgetrennt worden, wovon 12 sich auf Demissionäre und gestorbene Mitglieder, 5 auf momentan abwesende Mitglieder beziehen. 17 17 •» Bleiben. . . 320 Quittungen. Kapitel III. Subventionen. Subvention des Bezirks Ober-Elsass m pro 1888/89 400 — Subvention des Bezirks Unter-EIsass pro 1888/89 600 - Subvention des Staates pro 1888/89. 1,3/^2 - ' 2,342 — jt 5,092 69 Zu übertragen .... 5,092 69 - 53 - Oomptes de 1Ö88. RECETTES. Recettes ordinaires. Chap. P''. Intérêts de capitaux. Encaissement des intérêts de la Reichs- Ji anleihe 176 — Intérêts du compte courant déposé à la Banque d'Alsace et de Lorraine. 14 69 ^é 190 69 Chap. II. Cotisations des sociétaires. i** Cotisations perçues pour l'exercice 1888 à Strasbourg 119 quittances. r Au dehors 201 » 320 quittances. A 8 marcs l'une, fail 2,560 — lia été détaché du registre à souche 337 quittances, dont 12 se rapportent à des démis- sionnaires et des décédés .... 12 et 5 ont été ajournées pour cause d'absence des destinataires ... 5 17 )> Restent .... 320 quittances, chiffre égal au précédent. Chap. III. Subventions. Subvention de la Haute-Alsace pour ^ 1888/89 400 - Subvention de la Basse-Alsace pour 1888/89 600 - Subvention de l'État pour 1888/89. 1,342 - 2,342 — ./i 5,092 69 A reporter .... 5,092 69 B. XIV. — (S.-B.) 5 54 - Ji. Uehertrag .... 5,092 69 Extraordinarium der Einnahmen. i^'iù Rechnungs-Saldo vom Jahr 1888 0,619 28 Ertrag durch den Verkauf von Exemplaren des Horlus delkiarum 180 — Verkauf eines Exemplars : Die abgeganyencn Orischaften des Elsasses, von A. Straub 1 60 Recapitulation : Einnahme-Ordinarium 5,092 09 Eiiinahme-Exlraürdiiiariuni 0,800 88 Gesamnil-Summe der Ehinahmen . . . 11,893 57 AUSGABEN. Ordinarium der Ausgaben. Kapitel I. Veriünltimgskoslen , Bureau und Mobiliar. § 1. Unierhaltung des Sitzungslokals und des Museums. A. Bewachung des Sitzungslokals und des Museums. Vergütung an den Wächter des Lokals für Ji das Jahr 1888 250 - Idem für das 1. Quartal 1889 02 50 B. Feuer-Versicherung des Mobiliars und der Bibliothek 07 20 G. Verschiedene Kosten und Vorkehrungen für die General-Versammlung in Colmar. 21 55 D. Honorar für ein Projekt zur Umwandlung des Kammerzell'schen Hauses in ein Mu- seum 100 — E. Unterhalt des Museumsgartens 430 04 F. Ausserordentliche Bewachung des Mu- seums während der Tage, wo dasselbe dem Publikum zugänglich gemacht wird. 135 — G. Aufstellung der Steindenkmäler im Mu- seumsgarten .138 57 0,800 88 11,893 57 1,471 M\ Zn iiherlrngcii .... 1,471 4li - 55 — lieport . . . 5,092 09 Recettes extraordinaires. Reliffual actif du compte de 1(S(S8 (»,010 28 Produit de la vente d'exemplaires du llorlns deliciarum 180 — Vente d'un exemplaire des Villages disparus en Alsace, par le chanoine A. Slraub 1 GO 0,800 88 11,893 57 Récapitulation : Recettes ordinaires 5,092 09 Recettes extraordinaires 0,800 88 Total des recettes . . . lJ,89r3 57 DÉPENSES. Dépenses ordinaires. Chap. P"". Frais de bureau, d'administration et de mobilier. § 1. Entretien du local des séances et du musée. A. Garde du local et du musée. Salaire du gardien, du i^'" janvier 1888 jj[ au 31 décembre de la même année. . . 250 — Idem, pour le i^^ trimestre de 1889 ... 02 50 B. Assurance du mobilier et de la biblio- thèque contre l'incendie 07 20 C. Dépenses diverses pour les préparatifs de la réunion générale de Colmar 21 55 D. Honoraires pour un projet de transforma- tion de la maison Kammerzell en musée. 100 — E. Entretien du jardin du musée 430 04 F. Dépenses supplémentaires pour garde du musée pendant les jours où il est ouvert au public 135 — G. Pose de monuments lapidaires dans le jardin du musée 338 57 l,/i.71 40 A reporter .... 1 ,47 1 40 - 56 — Uehertrag .... 1,471 46 § 2. Venvaltiingskosten. A. Vergütung- an den Beamten des Präsi- Ji. denten 160 — B. Vergütung an den Beamten des Kassirers. 120 § 3. Büreau-Kosten. A. Porto der Korrespondenz und für ver- schiedene Sendungen 52 54 B. Versendung der Zeilschrift der Gesell- schaft an ihre Mitglieder 118 60 C. Trägerlohn der Zeitschrift {Bulletin) und Einladungskarten; verschiedene Kommis- sionen 32 — D. 425 Exemplare des Correspondenzblalles zur Westdeutschen Zeitschrift pro \S8^. . 170 — E. Heizung des Sitzungslokals und des Mu- seums 21 44 F. Verschiedene Ausgaben 80 57 G. Fuhrlolin und Auspackungskosten für die dem Museum zugeführten Steindenkmäler. 74 60 II. Aufbewahrungs- und Commissionsgebüh- ren für die bei der Elsass-Lothringischen Bank hinterlegten Geldbriefe 1 84 J. Beschaffung von dienstlichen Drucksachen, Mitgliederkarten, Umschlägen etc 188 10 § 4. Einkassirungskosten. A. Einkassirung der bei den Strassburger Mitgliedern erhobenen Beiträge 32 — B. Einkassirung der durch die Post erhobenen Beiträge der auswärts wohnenden Mit- glieder 111 25 280 739 69 143 25 Zu übertragen .... 2,634 40 — ü/ — Repoli .... I,i71 A(\ § 2. Frais d'aJininislralion. ^< A. Iiulemnite au commis du président. . . . IGO — B. Indemnité au commis du trésorier .... 120 — § 3. Frais de bureau. A. Aflranchissement de la correspondance et d'envois divers 52 54. K Affranchissement du Bulletin expédié aux membres par la poste 118 GO C. Transport à domicile du Bulletin, de lettres de convocation et commissions diverses. 32 — D. 425 exemplaires du Correspondenzhlatt zur Westdeutschen Zeitschrift, année i 888. 1 70 — E. Chauffage du local des séances et du musée 21 M F. Dépenses diverses 80 57 G. Frais d'emballage et de transport de mo- numents lapidaires destinés au musée de la Société 74 üO H. Frais de garde, de timbre et commissions pour encaissement de coupons des litres déposés à la Banque d'Alsace et de Lorraine \ 84- J. Imprimés, cartes de membres, enve- loppes, etc 188 10 § 4. Frais de perception. A. Encaissement des quittances des cotisa- lions payées par les membres domiciliés à Strasbourg 32 — B. Encaissement des quittances recouvrées au dehors par la poste 111 25 280 - 739 69 143 25 A reporter .... 2,634 40 - 58 - Uehertrag .... 2,634 40 Kapitel II. Ausgrabungen, Nachforschungen, Erhaltungs- arbeilen und Erwerbungen für das Museum. Je. § 1. Ausgrabungen und Nachforschungen .... § 2. Erhaltungsarbeiten. Dem Herrn Baron Rudolph von Türckheim als Beitrag zu den Erhaltungsarbeiten am Landspergerschloss 514 30 § 3. Erwerbungen für das Museum. Für Ankauf von verschiedenen Gegenstän- den für das Museum 97 — Für ein altes Uhrwerk in geschmiedetem Eisen aus Schlettstadt 20 — Für zwei Gläser und einen golhischen Lichtstock 20 80 Ankauf von Kunst- und Alterlhumsgegen- ständen vermittelst der Subvention des Staats; diese Gegenstände sind auf einem besonderen Verzeichnisse beschrieben. . 1,342 — ~ 1,994 10 Kapitel III. Herausgabe der Mülheilungen der Gesellschaft. Gezahlt an die Buchdruckerei Schultz & Comp, für den Druck von 550 Exemplaren der ersten Lieferung des XIV. Bandes der Mittheilungen der Gesellschaft 1,264 97 Kapitel IV. Verschiedene und unvorhergesehene Ausgaben. § 1. Belohnungen. Dem Wächter der Ruine in Mackvveiier 0 — 5,898 47 Extraordinarium der Ausgaben. Herausgabe des Horlus deliciarurn UL — 59 - Report .... 2,034 40 Chap. 11. Fouilles, recherches , travaux de conservation et acquisitions pour le musée. jl § 1. Fouilles, recherches — — § 2. Travaux de conservation. Payé à M. le baron Rodolphe de Türckheim à titre de subvention pour les travaux de conservation exécutés au château de Landsperg 514 30 § 3. Acquisitions pour le musée. Acquisition de différents objets pour le musée 97 — Pour le mécanisme d'une horloge en fer forgé provenant de Schlesladt 20 — Pour deux verres et un chandelier gothique 20 80 Acquisitions d'objets d'art et d'antiquité au moyen de la subvention de l'État, objets qui se trouvent portés sur un relevé spécial 1,342 — 1,994 10 Chap. III. Publication du Bulletin de la Société. Payé à MM. Schultz & G'^, imprimeurs, pour 550 exem- plaires de la première livraison du tome XIV du Bulletin de la Société 1,204 97 Chap. IV. Dépenses diverses et imprévues. § 1. Gratifications. Au garde des ruines de Mackvviller 5 — 5,898 47 Dépenses extraordinaires. Publication du Hortus delicia^^um 60 — RECAPITULATION. Einnahmen. Or dinar iiim der Einnahmen. Kapitel I. Zinsen von Kapitalien 190 09 — JI. Beiträge der Mitglieder 2,560 — — ni. Subventionen 2,34.2 ji 5,092 69 Extraordinarium der Einnahmen. Rechnungs-Saldo vom Jahr 1887 6,619 28 Ertrag des Verkaufs des Hortus deliciarum. . . 180 — Verkauf eines Exemplars : Die abgegangenen Ort- schaften des Elsasses, von A. Straub 1 60 6,800 88 Gesammt-Summe der Einnahmen .... 11,893 57 Ausgaben. Ordinarium der Ausgaben. Kapitel I. Verwaltungskosten, Bureau und Mo- biliar 2,634 40 — II. Ausgrabungen, Nachforschungen, Er- haltungsarbeiten und Erwerbungen für das Museum 1,994 10 — III. Herausgabe der Mittheilungen der Gesellschaff 1,264 97 — IV. Verschiedene und unvorhergesehene Ausgaben 5 _ 5,898 47 Extraordinarium der Ausgaben. Herausgabe des Hortus deliciarum Gesammt-Summe der Ausgaben . . . 5,898 47 - 61 - RÉCAPITULATION. Recettes. Recettes ordinaires. m GiJAPiTRE P^ Intérêts de capitaux 190 69 — II. Cotisations des sociétaires 2,560 — - III. Subventions 2,342 — 5,092 69 Recettes extraordinaires. Reliquat actif du compte de 1887 6,619 28 Produit de la vente du Hortus deliciarum .... 180 — Vente d'un exemplaire des Villages disparus en Alsace, par le chanoine A. Straub 1 60 6,800 88 Total des recettes .... 11,893 57 Dépenses. Dépenses ordinaires. GuAPiTHE P"". Frais de bureau, d'administration et de mobilier 2,634 40 — II. Fouilles, recherches, travaux de conservation et acquisitions pour le musée 1,994 10 — III. Publication du £t^//eî- GETTY RESEARCH INSTITUTE 3 3125 01050 2264 ^v ^>-^»»r