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Bech Idö^lf Zur ttltelHfti«! sehen besonders straasbnrf liehen PHauien- knnde Birliiiirpv 192— 1( Brier des Strassbar^er Tlieolo^on JMarbach Ober die 6e- inetnde der vertrlebpueii Franzosen nnd Nieder* iaud«r zu Strassburg uttd Fiankfnrt CreteliuB . 22—1 WfiiiiihellDK Über die Siebenmal Womkauff 184-U Aufinse der Rerormatloa in ColmAr HU» choll Ein- rSbriiD^ der Reformatioii fu C'olinar Deraelbe An- zeige Ci'pcelius ■20H—2( HtrasBbar? nnd die riiiier iStndenten Birlingcr. . . . 191—192 Strassbnrger Kirch weih predigt Ueisclbo 166-191 Di« tiarteanielsterin im Elitass D<.'r 277—276 An« einem Ejins ; ilentsch-rranzSalscher Krieg Wörtb Giinlherl Uä— 85 Sclineiz Urbar des Klosters Kheiuaa 14 Jhd. Meyer . 106-Hl 212—236 Lesioatlsch-etjrmologische Yersnche ;v. lIRudoüT Orlmm) HHPuhtold 162-168 Kllt^aiis nnd KilUprDclie im Aargan Rocbholr . . . 1-lU EUlen in Schwj-z Birlin^ci' 10—12 Schnelzersiiott Derselbe 2T9 !4eherrer, kleine To^genbnrger Chroniken Anzeige IterBolbe 203—20« KeclitsrhelnUohes Land Altdeutsche Gebete, IKariengrQ.sso , HelllggelstgrDsse Holder ychiilt». . . . ' 8ö— 106 279— 283 Mlu allerliebales sDtelin Ilech 18 IV Seite Zur Wortforschung T VI TU Beiersahs Yladenbis Häbl Pumpernickel Schweizerhosen Gruntwelle Tobel Tier- stimmen Krutnowe Höllküchlein Berlin g Kessel Vogel Erlentritt Birlinger Bech. . 155—161 195—196 258—261 Lexlcalisehe u. 8« w. Tersnehe (Elchingen) Birlinger . 154—155 Zu Sebastian Bflrster Derselbe 236—244 Conrad Winileehers Gedicht de Castro Hochen Zorn Holder 197-200 Zwei Briefe Sebastian Francks Weinkau ff 24—30 Johann Jacob Weidner Crecelius 30—33 Zar Crailsheimer Schnlordnnng Derselbe . 16—18 Panl Wflst, ein schwabischer Jongleur Weinkauff . . 181—184 Crailsheimer Juden- nnd Hebammenordnnng 1480 Cre- celius 12—16 Das Wirtshans am Oberrhein Trenkle 45—59 Der Schwaben Lob I Aus Sebastian Sailer Birlinger. 59—61 Schwabenneekereien II Derselbe 144—151 Zauber^ nnd Gespenstergeschichten Derselbe 161 — 181 Zur Sagen- nnd Sittenknnde Derselbe 242—244 262—270 Gegen Aberglanben Der8en>e 270—271 Vom Toten- oder LeicheuTOgel Derselbe 271—278 Volkstilmliehesy Volksheilmittel, Aberglanben, Inschriften Seh uz 273—274 Ofensprttche ans der Calwer Gegend Derselbe 244—252 Beeherinscliriften v. D ad eisen 252 Spr11chw$rter und Redensarten Birlinger 252—255 Zn des Knaben Wnnderhorn Erk Creoelias Wein- kauff Birlinger 83—45 283—288 Alemannische Gedichte ans Vorarlberg Hagen ... . 19—22 Zu Schiller nnd Wieland Birlinger 276 An Enlenspiegels Grabe Derselbe 275—276 Zur Alemannia Birlinger Woeste 260—262 Botlweiler Oberamtsbeschreibnng Anzeige Birlinger 201—203 Schweizersitten Kiltgang und KiltBprüche Die Tobiaanachte, im ATestatnente lieschriebeo, die ritter- lichen Probenfichte, in den qTageliedern'' der MinnesiLcger ge- schildert; Bollteu sie eich wirklivh übeitragen haben auf die beim Landvolk üblichen Kijtuächte, auf jeue MacbtbcBucbe, die da zu vorbeBtimmten Zeiten und unter ehrbaren VcirauBsetzungeD einem ländlichen Liebespaare Btillachweigend geblattet siod? Gewiss nicht. Eine allgcmeiDc, ganze Landschaften udiI Volkfistiimme eeit Mea- schengedenken beteiligende Sitte kann iiichta Entlehntes und Nach- geahmtes, muHB auf diesem Stamm und ßodcn. dem sie jezt noch eigen ist, aelbst gewachBcii sein, Damm ist sie denn hier gleich- alt wie die Landeaatige und hat schon in der ersten Befreiungs- geachichte des Volkes eine biatoriBche Rolle mitgeapielt. Kiner der ersten Eidgeaosaon ist ein namhafter Kiltgftnger. Wie der- selbe, da die Waldstätte in der Nenjahranacht 1308 die Vogts- burgen brachen, seinerseits die ünterwaldner Veste Rozherg erstieg und nam, mag nns Tschiidi's Chronik I, 239 kurz wiederholen. „Ein dienstmagt uif der veati Rotzberg was eins Gesellen vou Stnns Bul, der yerliesa (verabredete) mit jra, er wolt Nachtz zu jro off die BulschnfTt kommen am nüweu Jare Abend umb Mitter- nacht. Die Mögt was des Rescheid fro, band das Seil an einSul im Fenster und lieli ea hinnb an Hoden gan. Der Gesell zog sich selber hinnff daran ins Schlofl, zog mit der Magd in Ihr Kammer zu Bchertzeo ein Stund oder zwo. Mittler wil kam der Dunda- gescllen einer nach dem andern am Seil hinufT." Im Wiiiterthurer Neiijahrshiott v. J. 1791 ist diese Scene in Bild und Lied dar- gestellt, die bezügliche Strofe lautet: Sie zieht ihn auf, sie herzen sich, Er ruft: Nun Brüder, her! Ein Jeder mach' ee nun wie ich, Dann über Rozherg her! Wie man aus der Liedstrot'e hört, an schämte sich das vorige Jahrhundert dieBea von den Chronisten aufrichtig einge- standenen Kiltgnngea noch keineswegs; da/^ unsrige hingegen ist heikler, es glaubt zu Ehren der geschichtlichen Würde bei dieser Eraiihlung nicht die Schlichwege ilerl^iolie, eoinlern diejeDi'gen der Liflt voranstellen au müsBen. Eine sich seihst beraubende Nüchtern- heit! Als oh nicht in aller Welt die Liehe das erste Motiv ge- wesen wiire. Als oh nicht hente noch, wie damnls, der Kiltgang bei den Uat^rwaldner Aelplem itllgemein wäre, als ob er nicht auch in unserem Vorlnnde fortbestiuide, und hier immer und überall wiedergekehrt wäre, so oft man ihn polizeilich oder kirchen- polizeilich abgeschafft geglaubt hat. Was ihn hervorgerufen hat, das bedingt auch seine Andauer: die Men sehen natur, die Trennung der Stände, das Ilerkommen und die Zähigkeit des Bauernvolkes. Daan tritt nnu erst gar manches örtliche, noch wenig mit er- wogene Motiv. Auf dem Laude und im Gebirge ist durch die dünnere Bevölkerung, durch die Entlegenheit und teilweise Unwegeamkeit der Dörfer und Höfe, sodann durch die allheikommliche Arbeits- teilung, welche jedem Geschlechte isolirt die besondere Arbeits- gattung znwoist, der gesellige Verkehr beider Geschlechter beinahe bleibend beschränkt. Da hat denn nnch hier die Not Künste gelehrt und hat den Liebenden besondere Gelegenheiten eingeräumt, sich näher kennen und vertrauen zu lernen. Denn der Kiltgang ist eben nichts anderes als was Liebe ist, ein auf gegenseitiges Vertrauen gegründetes TerhÄltniss, das mit der förmlichen Trau- ung abgeschlossen wird. Dass gegen diese Deutung das Urteil der höheren Stände protestiert, ist allbekannt. Allein so lange die- selben ihre eignen Standesheiraten zum Gegenstande politischer and ökonomischer Spekulationen machen; so lange sie den Kirch- gang nicht minder, als auf Dörfern der Kiltgang, zum Anknüpfungs- punkt für Bekanntschafton herabwürdigen, hier noch dazu mit dem entschiedenen Bewusstsein gröblicher Heuchelei, so lange ist es erlaubt, ihrem Urteile das sittliche Gewicht abzusprechen, und man mues sie an ein einschlägiges derbes Wort erinnern, welches ihrem Zunftgenossen, dem Berner Patiizier Victor von Bonstetten angehört. In Rückerinnerung an jene armen Ratsberrentöchter zu Bern, die bei jeder neuen Ratsbesetzung von plözlichen Be- werbern, d. h. Stellenjägern, umlagert waren nnd dabei binnen der zwölf Stunden der eben andauernden Rats wählen zugleich für immer über ihr eignes Horz entscheiden mnssten; in Entrüstung über das Schicksal dieser sogenannten > Barett! itöchter« sagte Bon- stetten noch in seinen ältesten Tagen zu Heinrich Zschokkc: „Schreiben Sie auch einmal eine Erzählung von nnsorn Berner- banem und lassen Sie sie um Gotteswillen kilten! Das viel besprochue Wort Eilt erklärt sich ans seiner Mund- art selber. Die Formel: zu Kilt gehen, wird durch die Neben- formel übersezt: zu Licht gehen. Der Chilter wird im Solo- thumischen auch das dunkel glühende Knöpfchen oder Röschen am Lichtdocht genannt; das Kilthol?. heisst im Zofinger Bezirke das aussen unter dem Stuhenfenster aufgeheigt liegende, kleinge- Bcheitete ßrennhoh. Die Herbstzeitlose heisst Chiltbluuie, in nusa Kelturk-, iu der Champagne veillutes, weil sie mit dem Wieder- beginne der Licht- nnd Spinnstabc, und der N&chtwachen : veil- lim, KU blühen anfängt. Stöber, EIhlIsr. Volkubüclil. (I) I8Ö9, 154 und in Froraraanns Zeitschr. 4, 12 wo gwelte gwelter, ivlao w noch erhAlten fRappedüzli,< ein Spottverslein zum Fenster herunter, so bleibt dem EnttäuBchten keine andere Waffe als der Witz, hinter dem ■ er dann Beinen Verdruss verbirgt und seinen Rückzug deckt. Solcherlei niüglicben FiLllen und UnfüHen sind die nachfol- genden Sprüche entsprungen, ihnen gemäss sind sie zu denten. Der Sammler, der sie hier erstmalig bekannt giebt, täuscht sieh über ihren Minderwert nicht im geringsten. Denn trotz ihrer mundartltoben Derbheit sind sie nicht lauter an Ort und Stelle selhatgewachsnes Naturprodukt, sondern sie kopieren das benach- barte Schwarz Wälder- und Tiroler Volkslied zuweilen deutlich genug. Anderes dagegen ist in seiner Abknnft nralt und begegnet uns ausserdem uur in den lyrischen Formeln des Mittelhochdeutschen. Darunter gehört hier der wirklich schöne Spruch (No. 1), der beim Maienpflanzen an den Maibaum gehiingt wird. Er handelt von den beiden, dem deutschen Ehegotte Donar geheiligten Lielies- Symbolen, dem Rosmarin und der Brautseide, und trifft hierin Uberein mit einem gereimten Liebesbriefe aus unbestimmbarer Vor- zeit, (Mone, Anzeiger 1838, 552), worin es ebenso hoisst: und grüß dich gott durch eine bant vol sej-den: ich will alle frischen hertzen von deiner wegen meyden. und grüß dich gott durch ein seydenfaden : mich und dich in ein finster goden. So wird auch im Kindermärchen (Grimm, No. 80) der Brunnen angeredet: -Lauf hin zur Braut und laß dir ro (h e T geben.' Darum tragen Rosmarin und rote Seide jezt noch die nochzeitalcnte au Hut und Rock, ' der LitibBteD Uaua gsuteckt. I loFs sie grüelien durh a höchi TiLUse : die Zit isch chö zun wib und zum manne. 1 lofs aie grüeßen durh B Hänipfeli Thau : i wött, mi Hold; wiir' ml liebe Frau. I lofs sie grüeßen duih e s Nügeli: i wött, i hätt'a in Arm s Aerfeli '}. 1 Io(s sie grüeßen durh n Eicha-Spö: wött lieber bi nor ligge, ^s ae ftoh. I la& sie grüelien darb äa Chungeli Fade; i wott, i chönnt scho bi-ner st i Gade. 1 lofs sie grüeße durb ee Hitmpfeli S!de: i mtig's elloige nQmroe meh verlide. I lofa sie grüelle durh es Roameri: wött, aß i Tag und Nacht chönnt bJ-ner ai Rosmert und Ciprefse: ftli 1 Roameri und Nügeli dri: g'börat, i inücht gern ht der sf ! Bi der et, wies Rüaeli hockt am-ene einige Stengel ; Der Herr is acbön und d' Frau is schön und a' Chind ist ,wie ne Engel. Anmeldungen am Kammerfenater. Wotach Uli Öppe ihe la? Ein freundlicher Nachtapruch. Ge- dichtet von einem gefühlvollen Jungling. Gedruckt Anno 10000, sur Zeit des Mondscheina. — (Fliegend. Blatt, o. 0. u. J.) Cbum, Aenneli, mis Schätzoli, mach b Fenaterli ÖJ, a macht ehalt hie voräfso, i wart nit gern dräf. Am Suntig hesch tanzet, und brav heach es gnacht, und wo-n-i di gaeh ha, liet h' Herz i mer glacht. Un iets het mi'a zöge an de Haare zu dir, wnrum, o mia Auni, machet s' Riegele für? Bin ig halt on Arme, ao bist denn du doh, und thüe mer's z'aäme, so si mer jo glfch. Und bin-i nit hubache, ao bisch es doch du, heach chrüsetig Barli, Rothfaäckli der/ue. Und wariat mis Fraueli und war' i d! Mä: jo lustiger chönnt es im Himmel uit gä. M!s Hütti: war' fertig und s' Bettli war' ginacht nnd Fischli gäbe z' Morge, und Vogeli z' Nacht; Am Härit s' Ordinär!, dezue Haselnuß, I dich thät biße, i chratzte dir gwOß. 1 1) ArmvoU. Hebel i, Geiaterbesuche a. d. Feldberg. Alem. Spr. 101. Drum cbnni ieU, niis Aniii, und mucli nit so luDg, OS wird mir nei, i hä's vergesse!* bist du denn die ganzi Nacht bi dem J^er g'faffe? muellt du grüene Schüehli trage, grüne Schueh mit Schnalle, grüne Schueh mit Guld beBthlagi-, die ihm wul gefalle; morgee früeh, wann d' Suone schtnt, eufia arm Maringgeli grtnt ! Anneli, wo bist nachtig gsiV »hinderm IIus im Höfli.- Wer ist aber bi der gsi? -der im blaue Tachopli.- Und was hat er bt der tbd, bcHch di von em chüfBc lö? aber Hcharust tli int vor d' LQteV • Ki, das het jo aüt z' hedüt^l- I der ChiUe-n ist e Tritt, wo me die Liebe z'Bämme git, zweu und zweu, paar um paar, chuinin ig ücht«r au dahor? der Aetti seit, s'heig ke G'fohr, i gab eo Cbilter übers Johr. Dru cbÜBÜge Gizze gönd gröller e Geill; ubumm, eäg mer das itze, was i no uig weiß. Aeugli, wie Röslithau, a' G^chtli, so fromui und schlau: wer zu lutm Schätzli goht, wer mir vors Lädli stobt, deu fobieü ecb tod ! Jo Bübeli, du muefcb artig tliue, wenn d a' Burfcbli witt erlange, und wenn d' ebm öppe cbüecble Witt, so thue au Schmutz i d' Pfanne. Bäbeli lue, Bäbeli loe, d' Cbuderjüppe brünnt d'r, bind und vorn, cbrüz und quer, und nebedra die Bümper. Scbätzerli, du Chäberli, war' ich bl der inne, ba der öppia g'chrömelet, ba ders wolle bringe. huaderttüsig Scbitli, die gäod im OeCeli wurm ; i wijtt, i bätt mts Scbatzeli no eioisvbt so im Arm. Her Gugger üf em diirre-n Ast, er guget alli Sumstig z'uacbt, er guget dene Buebe, sie fülle cjio ge luege. o Gugger, wo biscb uäcbtig gsi'i' im ene hoble Bäiimli. wa besch im hoble ßäumligmacht? i ha m!m Scbjitzli eu Maie bracbt. Maeter, chochet Zibeleenppe, d' zibele stöbnt im Garte; i ha fcbo mäuge blange Tag Qf d' Cbüechli müeße warte; ohochot Oepfelfchnitz und Bire- soboitz und güle Rüebli drunter: und wenu mS Mueter e Jum- pfere iat, nimmt s mi doch au wunder, d' Mueter buchet ChiiechH uud maebt e gauzi Wanne, d' Cbnabe chömmet mit enand, es git e ganz! Cbammer. Der Abgewiaene. Bin überm Bergli ennet gai, ha s' Bethli wolle b'aueche, do isch en andere btnera gsi, do hätt' i möge flueche. do seit m! Mueter, nei i das Flueche muefch du mide, löli Bethli g&, löÜ s' wibe b!, thue lieber ledig b1!be. Bald gras' bald graa' i L HUbol, I Bai, bald bün i ea Schätzli, bald bin i ellei. und wenn i keis hii uud wenu i keis weiU, ao nimm i der Gertel und näggele-n-ei's, und niiggele-n-ei's vom ene Scbwarzdoru, itzt hätts ekei Gatljg uud bett ekei Form! Im Winter, wenns regnet und Bchueit, ao nimm i mfs Scblitili und reit, rite vor's SubütKelis Thür, ist deim no s' Riegeli lur ; will's mi nit ihe lob, muell i vorülie ftfib. aber obeieu obo: CD andermöl bin i nit do. 1 Wer will es wackres Eürachü gfi, Dnd was aie säget, werd' i inne, ^H maeli nett und itrtig ai; s' R&deU wiU nit nmme göh, ^H im Garte g'gUnnt ma Röaeü d' Chnaba weod nit zae mer ^H und Majen oliedri. obö - ^H Im Garten auf der Laube, ^H da pflückt man einen Strauß, ^^1 und wer kein Geld zum Trinken du liebi Zit, ^1 hat. wie ist an d' Naoht so lang ^^| der bleibe hübsch zu Haus. und s' Bett so wit! ^^^ Guct«n Obig, Vreneli. So chli, daß i bi, ^H chönnt i nit e weneli so falsch chan i si: ^^H eu der {ne chA'? de Schutz, wo du liebst, ^H will di lehre Garbe drüache, au halber laV. . ^1 will die lehre Hemmli wösclie. Elternrat. ^| choche, chüecblc, spinua. stricke und verfötzlet Hösli iücke. He, eigeli het die Cbatz Äeugeli, ^| -Nei, du chunnst mer nit vors wil iie au iQegele maeß; ^H HOB, Bürstli, thue nid so gli wibe, ^H oder i Idß de Budel üs; sust befch di ganz Lebtig Ver- ^H nei, dn chunnst mer nit vor d' Thür, ■ oder i rtuß de Riegel für!« He, eigeli het die Chatz Aeugeli, ^H daß He au lüegole cha-, ^H Du tösigs Margretli, Meiteli, Witt nid de Buggel voll, ^H chumm, thue mer d' Thür üf. Nimm du Ai Lebtig ken Ma. ^1 ich frören a, d' Finger, d' Manne sind ffl'rig, i aägdir's ja, ^1 bin Biut nit wol ftf. brünned 's nit gar, denn so ^H •Und frörst du a d' Finger, räucht'a; ^H leg Händscheli a. thnest em nid flittren und flitterle, ^H und bist e bravs Bürstli, si) hefch do Buggel voll Streich. ^H chlopf no-ne roöl a!« > Flitlreu und fläterlen chan i nid, ^H Die Erwartende. gwidi, i will Ueber ken Ma, ^H Ja, ich will ledig mi Lebtig si, ^^| Lnstig nnd munter! muell denn kea Wiegeli bä.< ^H am Sunntig z' nacht chunnter. ^^1 und wenn er iiit ohunnt, SOie Holzöpfel ^H ee-n-iscb er nit gsund. nnd langi Stiel dra: ^^^ freu di nur, Maidschi, ^^| Es nachtet unter de Bänke, mueßt au ne Ma hä! ^H d' Maidli föhnt a z' denke. ^^H fe heiget no keis Gaj-n; Qätt' i nit gmannet, ^^H do chunnt e Gachnrap wött' i nininienigh manne: ^H und bringt es Pfund: es will mir kei Jüppe ^^| 1 Wind a, wind a, wind a! am Nagel meh b'hange! ^^| ■ Sie aftget gäng, i cbönn nit spinne, Hosechnöpf und Mugge dra, ^H l ■"""'"""""•'^ so vil aß Tag' im JÖr; ^ä ^^^^^^^^^^^^^^^^^^H Maidli, löß mer d" Itudm ga, ha gmeiQt, i heig o Mutte voll BUst cbratzisch no im Uör. Brod, und find' keis Miirapai i minor Ha gioeint, i heig a 'J'avure- Not. Wirtahüsr ieUb»ngotuummeWino stumm bleibet, wann die Einbil- dungskraft mhig ist. Am folgenden Morgen bringt die Mutter des Miulchen den bey den Liebenden eine bölzertu Schüssel mit Kaffe, dessen Gebrauch auf diesen Gebirgen durchgehends einge- führt ut. Sie setzet aiob auf das Bette, frühstücket mit ihnen. I I I 12 I und würde ee für eine BcleidigUDg ihres küurtigen EidaiDs halten, wenn sie sich im geringsten merken liesse, das» sie eine Enthaltung, die uns in Frankreich auf lebonBlang lächerliuh machte, in Zweifel ziehe '). ABirlinger Crailshoimer Juden- und Hebammenordnung von 1480 1 Ordinacio Judeorum Item Bumme plaoeret, quia ex jure convincitur, quod ludei, licet cruorem aiciant et potent laicorum et aoa nsuris depauperent et quibusdam laudabüe esse reputetur ut accipiat ab eis peounias ad uHuratn etc., tarnen cottidie nobis maledicunt, Cristum blaB- phemant, beatam virginem Mariara substbinabunt, crucem Cristi criminibus varys confiiigunt trrident et conspuunt etc. obatinati nobia commerantur ex pessima liceiicia principiun et ob questtim eorundem. Item balneatores debercnt eis depntare unam diem in eepti- mana, quo ipsi intrarent balneum, et non omnes dies exceptos sabbittum. nam licet plures eis conbalneantur confabulentur et plus diligaut quam proximum cristinnuni, sunt tarnen boni adhac eacerdotes et lajci, qui aunqiiam deloctautur eis commorari vel conCabulari sine grandi necessitate, ergo nee in balneo eis oon- lavari. fetent enim et inficiunt balnea ex crudia malia aliarys suis. est cnim cottidianus eorum usus commedere pipereata alliata et coudimeuta contra pestem et lepram et pauci eorum infirmantur. [tem cum deferantur sacramenta ad inürmos sea in procea- sionibuB quibuacumque vel in featis corporis Cristi, fugere debent et clsudere suas fenostraa et hostiaa, et si a sacerdotibus repre- hendantur in stratis, debetit depooere capucia, etiam »i non faciant ob revereuciam crucis Cnsti, tarnen ob reverenciam eacerdotum, quibus ipsi annt obstricti ad dandum decimaa et reme . . a defun- ctoi-uni eiiorum et oblamina, non auteni denarium professionalem, quia non Bunt capacca aacrameutorum eccleaie, sed in alys sunt occupnntea loca Criatianoriim. Item quicumque fidelium eis locat domos pro censsu, debet iudicere ludeis, ne furentur masculos, ne in eis exerceant preatigia, ue tractent aut conspirucionem faciaut Cristiauis, ne conveniant contra comnne civitatis nee contra ecclesiam nee utentui' veneficys aut maleücys, ne funtes inficiant veneno. et debent super hoo prestare juramentum. Item in omni quadragesima a dominica letare non debent Criatianoa neque in jure vel extra occupare vexaro vel pignora re' 1] Bemerkungen einea Uilteser Rittera auf einer ßeiae dunA | einige europäiiche Under. Auszug a. d. Franz. Leipzig 1790. T* I 13 cipere nequo UBuriLm de peccunia eiigere indilate ad octavos pnsce, quia i]>8i a nobjs nolunt impediri in diebus cenophegio ') tgI alys auiB featia et hec habeot precipere plebanus cudi brachio seculari. Item in soptimann lugubri scilicet a feria quarta post pal- maraiii iion debent exire suas domos neque aperire feneatras DSque in diem pasce, simili modo in diebna corporia Crieti et octava. Item ludei ad nulla vetialia debent porrigere manos nisi eniptia illia, sive sint fnictua sitc pulli aive piacea, quia eat ipaorum astiicia, ut noa inmundicias eorum totlamua. eciam vernm eat, quod omno quod tangunt vegetabile nunquam incrementum percipiet aed moritnr debilitatur aut marceEBit et hoc certum eat. Item ludei debent habere proprja conventicula in certis locis et non circa capcllaa nee in publico foro nee se appodiare mer- cantya vel insUtia quia anhelitu auo t eam ullo locn, ut dicit Galienus, nee iiitroeat vcnlus liorribilis ad locum puerpere neque assit pluralitas mulierum nee cinmores nee multa luniina nee clangores, et si mulier Bit deiieata et fortia ante- feratur eins nasui combustum coreum^) vel combustum cornu, quia deprimit talis odor ad pariendum, et si esset tam vicina par- tui et fetus in via, insuJUetur ei parnm de elleboro albo .i. nyes- barca, quod si non habetnr ertatim recipiatur de pulvere atrigUi ;ui«^H a iBi^^l 1) Anj^arin (Frondiei (quatiior tempors). 2) coriiim I^er. : Fronfasipn , . g. Qiiatemher I eqoi quod idom ladt. Item ratlix polllpody ') ligelur ad coxniii saper genu et pariet. Item Sit Bollicita ad lavandum paerum et non nimis calide, qni b\ post liniretur anxle amea -) vcl aneto nuiquam pacietur maximum friguH, si lavetur vino semper integer niiLnet- Item ipsa obstetrix cum digito auo anulai'i ') vcl cum nno groaso boheniiali vel coiisimill [debetj aolvere lingwam puer! et mundare ob et gingivHs et lingwam et tres guttaa sibi iiomitlere Yiai optimi, ex hoc aanum obtioebit capat, et mundatus sie offe- ratur ad baptizandum, et si tali modo üod sotvatur lingwa ipsius post trigiatä dies soWetur sibi cum scara .i. flieden *) et statim tradatiir matri ad augendum. Item ai augere noUet, ungatnr pa- pula .i. caput maiuinille cum lactia nmigdalamm vel cum medone nut melle, quod ai mulier careret lacte, conteralur fenicolum aat coquatnr in bona vino vd aqua et bibat et habebit augnientnm laotis, et st papiile sint nimis parve, ligentur cum ligamine ab ante ad tempus et eic ßant bnbiles ad os pueri. Item ante proximitatem partus faciat obstetrix puerperam sedere in cupa cum aqua tepida et non l'ervida decoccionis Me- torum^) malvarum arthomesie ''') camomille violarum que suot molli- ficative. Si vero noa appeteret babieari, tunc ungatur oleo_ olive vel violate ') circa ylia ex opposito wlve ^) et idem os wlve un- gatur et circa pectinem et faciat cum Cortibus viris aut mulieribus ascendere ot doscendere gradum, tautum precavere a vento et fumo et a frigore et a nimio calore. Item interdum ex maus accidencys impregnatarum tempore partns debilitautur, quod nequeunt so javaro bc. anhelitum ad interioraet iuferiora irapellendo, et piui-es moriontar et sencientes se morituras petuat puerum evelli per scissuram et in tali casu sollers obatetrix debet prescidere latus*), dextrom autem non, cum cor viris sit in siniatro et inulieribus in dextro, et incipiat aparte inferiori circa pectinem aupra scindendo ultra bonam palmam et cum sna manu innncta olco aubtiliter ammoveat intestina et infir- mam fauat iacere supinam .i. capud aliqualiter deorssum, doneo 1) polypodluDi. waracheinlich vulgatum. 3) Wol ^ ammi, nDimiuro. Verschidenc Pflanzen diaes Namen« waren ofliainell. Aus der deutschen Namenaform Ammei m«x das obige amea gebildet aein. Es passt diß zu anotum (hier wol Anethum graveoiens Dill), da beide Pflanzen zu den Doldenträgero gehören. 3) Der kleine Finger, 4) Gekürzt aus vliedetnc, dlD aus phlcbotomnn (Meßer zum Ader- laß), rein deutsch Laßeiaea. 5) — blitorum v. bJitum (Melde). 6) = Artemi Bia. T) Wol = violeta, welches für viola vorkommt. B) vulvae. 9) Der Kaiserichnitt wurde im Mittelalter rcgelmäfiig auf der linken Seite gemacht. Vrgl. Hapser, Geschichte der Meiliii. (l. Aufl. 8.300). I I et fftCLMi: p-o?t>:' kL^cc-k: Kt digitas «irieahrii et SIC dt co&fue^iis ftd «zr^=:«i:irr. :!:ai p:iJBexaciilvDi prino de UBflo*)! et digito &=r<:A;c jkss^esca: izJ^iftzxxLs. gi wmtif et äe poteit pear salTjLzi e« :|-4a r*.A:er ni5j^ cAcpfonim landamim et eiwliai quilns raediActit :i5 cvrric^rret iebilea et n noo eet ddica t a Cuiit fuxunxQ de coriv-» Tri cv^rr:: t«I stencr« cqu. Item laori faeeea trita in \:xio prvoest. heir ragmibes alba pohcrinla data laeit paren?. Ich teile ii««? Miec Ori=::r$Hi mh aas den CraiUMnMr lYAirlnu-h. ddkj ~r.: U> r.-^r ierj das&aügea Pfebaa JohaaB Satler ADtrelect wurde. Aas i^-nwl:^*^ ist ancfa die na ^< MJ gen Baade der AIema:\nT!k di:^f\:r3ck:c N:h.:loniBax]« entldiBt. Bne genaaen H«^»okre:^'ar4; der HADdfcbru: hahe ick io der Zeiteclirift dee Hkto- rischen Vereins f^r dAs w-irs:ec2V^rg M ic i >e Fraaken X S. 37 (1875) WCreeeliaa Zur CraiUheimer Schulordnung FHe Sohulordnur^ ist entleiiiiT ass eiaeai Tom Pfavrer Johaaa Sntler <7 l4Sä) i;m 14>>0 fca Interww arincr Pfarrei angelegtea Hiiohe. in vrelirheni lufter eti^etn Kaleodcr mr Eiadragmig der kirchl. I.ocA*ffrs:e i:nd M^-mvncs die Renten and Gfttcr derKircbe, A>wio Instnu-iiv v.en :T;r olrn GeistÜcben. die GapUne, den Schal- nvtor. Küster. TiTer.crÄbic-r. über die Jndcn und Hebaaanien yer- roicknct waren. '2) \xa% s.-.cvidA «>d s*.>c:dA. fr.#cb gescjionie WoDe. ;>"» .Vtv\l;;r.i vvifr *n:u'..:m. KraftsnekL 17 S. 247 Z. Iß V. u. IfiriB ist sehr aniJentlich geschriben, es köDDte auch leucia geleseü werden; beides vermag ich nicht zn S. 258 Z. 21 V. u, iat statt etc. zu leaeo et aic, welches, wie ich aacbträglich geaeheo habe, in der Ha. so abgekürzt wird: et". 8. 25S Z. 24 y. a. das fraglich als noatro gegebene Wort ist oere (verae)'zu leaen. S. 260 Z. 10 7. 0. ist statt teraporalibus zu lesen talibus. Die in der Schulordnung aufgenommenen deutachea geistlichen Lieder gehören zu den äiteaten Aufzeichnungen solcher, die be- stimmt datiert werden können. Das Lied »Mittel vnsers leben czeit' ist die Ueliersezung des bekannten > Media vita« ; die vorliegende Fassung weicht von Bämmtlichen bei Wackcrnagel (Das dcntache Kirchenlied II S. 740 IT.) vielfach ab, namentlich in der 'A. Zeile. 'Santa Maria ste vns bey> ist eine Variation der Litanie • Gott der vatter won vna bey* von welcher Wackernagel II S. 817 — 520 manigfache Fassungen gibt, die älteste ans dem Münchener cod. gevm. 444 vom Jiihr 1422. Die in der Craüsheimer Schul- ordnung stammt nach deren ausdrücklicher Angabe ana Oberbaiem. Die Litanie >Sandt Michel im hymel thron« kann ich nicht weiter naohweiaen. Von dem alten Ostergesang >CriBt ist erstanden* erwüut die Schulordnung nur zwei Strofen; sie kannte ihn alao etwa in der Gestalt, wie er bei Witzel im Panltes Eccleaiasticua steht (Wacker- nagel II S. 726). Die Uebersezung von »Surrexit Christus hodie* (Anfang »Erstanden iat der heilige Christ-) teilt Wackemogel II S. 733 ff. in aechs Fassungen mit, von denen die älteate Aufzeichnung in einer Breslauer Us. von 1478 steht. Die in der Orailsheimer Schnlordnung weicht von aämmtlichen secha wesentlich ab. Die Proaa von der Himmelfart -Crist für gen bimeN ateht mit ihren spateren Erweiterungen bei Waokernagel II S. T44 ff. Das deutsche >Veni sancte spiritns« s. bei Wackernagel II 8. 748, wo unter Nr. '.t86 zwei Aufzeichnangen ana Münchener Hss. des 15. Jahrh. mitgeteilt werden. Den Gesang -Got sey gelobet vnd gebenedeyt« hat Wacker- nagel n S. 748 aus dem Trutebnlacheo Enchiridion von 1524 um eine Strofe ei-weitert, sonst zimlich in Uebereinatimmung mit dem Texte in der Craiiaheimer Scholordnang. Der Hymnus »Ave vivena hostia« steht in -Schfine, alte, Gatholiache Oeaang vnd Eueff. Tegernaee 1Ö77« und im Speyft- riachen Gesangbuch von 1600; daraus bei Wackernagel I S. 240 ff. Der Text in der Crailsheimer Schulordnung hat hier und da bessere Lesarten; es feien ihm aber drei Strofen (die 14. sowie die 17. und 18. bei Wackernagel). Dan in der Schulordnung zwischen BlrUugcr. AlemiiniUi IT 1. 2 den einzelnen StroCen des Hymnus oiDgeachoboni? deutsche I.iei] iat 1 mir Bonst noch nicht vorgekommen, WCrecelius Min allerHebestes auzelln! Dna in den Amores SöflingeimeH, im •!. Bnnde dieser Zeit- schrift S. 14], 142 und 14:) vorkomnieu de Kosewort sazelfn hat der Herausgeber in demselUen Bnnde S, 2Ült besprochen und es zu dem schwäbischen Worte suzel n ^ lecken, schlecken, sclimaz- gen gehalten. Ich möchte, aul' anderweitige, ältere Erscheinungen * dieses Ausdrucken gestüet, die nahe ligcndo Ableitung (siili) nicht von der Hand weisen. In einem andern Sinne vermag ich wenigstens das Wort nicbt zu fassen, welches ehemuls Minnesinger Tanhuaev XI, 3, 5 {bei v. d. Hagen MS. II, 93») vüezel reimte in folgenden Versen: Nil tanze eht hin, min süezel! Sd hol, sü smal, b6 wurden nie kein vüezel. Auch Oswald von Wolkenatein bedient sich einmal dises Aa»> druckes in der nasalierten Form süeiizel, vergl. deffen Ausgabe von B. Weber XXXIS, 1, 11: pleib hie, nit e>l, mein trauter Eüentzel, süentzel! Wenn es ferner in dem Büchlein der Nonne von Engeltbal S. 43 heiast; [ai] Bpmcli zb dem kindeHn : liebes kint, wie haist dü'i d& sprach ez: I^sus suzzeün ! SO ist ea doch auch hier noch fraglich, ob man bei auzzellu an einen saugenden Knaben zu denken hat, oder ob man das Wort nicht vielmehr ^ Böezeltn süezel zu fassen habe, vcrgl. Lexers Handwörterbuch 11, 1288. Anders steht die Sache da wo das Wort als Zuname gebraucht ist. So erscheint um das Jahr 1380 ein gewisser Betzold Sutzel von Mergentheim im H enn eh ergi sehen Dr- kundenbuche ed. Schöppach und Brückner 111 S. lOti, 4 — 7. Hier ist es mir auch sehr warscheinlich, daß dise Benennung nicht mit Büeze, eher mit dem bei Seh mel 1er- I'Vom mann II, 350 verzeich- neten sutzeln = zutfchen (vergl. Mundarten II, 240) saugen, sutzel ^= etwas an dem Kinder saugen — zusammenhängt, sowie daß dahin auch das schwäbische suzaele (bei Schmid 521) = Schweineben (im obersäcUsi sehen Ofterlando und in Düriugen Kufch-fohw einichen) gehört. Findet fich doch schon bei Albrecht von Scbarfenberg suz für Bruftwarze, Zitz, so in seinem J. Titurel 5941, 3: heizet im neroen den suz zur lenken siten; vergl. dafür zutz in Frommanns Mundarten 111, 544. Und wie sutzeln je nach dem Dialect mit zu tzeln wechselt vergl. Schmeller IV, 297, so findet sich ganz dem obigen sutzel ent- sprechend bei Muscatblüt auch schon zutzel und zwar im Sinns von Mündchen oder Weinheber, so in den bekannten WeingrüßeB' 12, 14 (Altd. Blätter von Haupt u. Hoffraann I, 409): Wenn sein flasch vol ist desselben strutzel, So rast er dannoch ein maas in den zntzol. Fedor Bech nag der _■ I :ab6^ femannUohe Gedichte aus Vorarlberg I mücht' a 1 As soll tncr Oauar bringe Vum Nagel heär d' Gitar'l I mächt' n Licdle singe Der frohe Buebescbaar. Wie war' as doch b Irüobe, So öd' Tücr jeda Stand, Ach, wenn as gär koa Liebe, Koa Mäd]e gab im Land I Wie langsam t&t' verrinne. Wie trurig menge Stund'! Ma möesat' se hindersinoe. Verdloufe wie an Hund. Wie wir' as doch so schud'rigl Koa Hochzig und koan Ball Wie war' doch d' Woält so mud'rig, Sie wir' a Jommerlal. Qottvatter hot'B empfände. Und g'halta fiier a Strof; D'rum hot der Adam g'funde A G'hiilfin noch 'eni Schlof. Was d' Bluema sind füer d' Qua, Füer Garte, Wies' und Feäld, Sind d' Midien nnd sind d' Froiia I Gottes schünar WeEllt. D'rum soll ma s' o nit träzo, Soll fründli sy derbei, In Ehre ho und sohaze, Und liebe warm und treul — Jez ist B Soate g'sprungel . . . Jo nu, was lit denn d'ra? Dos lied liot Oanar g'sunge, Deär d' Madien lide ka. ], 2. Gitar, Gultarre, ^ecb. )a9itpa. 3, 3. faindersinne, ver- rückt werden. 4, 2. Hocbxig, HocbReit. 7, 1. Irfttce, xum Beaten haben. 8, 1. Soate, Saite. Wiegen Schlof wol, ecblof wol im warme Bett, Bim stille übcdstüudlel Du host gottlob di Sächle g'belt, Liebs Engele, liebs Kindle! Wie lieble blickt mit mildem Schi it sina Silberhornle Der Mo uff 'a Wiegebettle hi, Tum Himmel 's Obedstemle! Wie fritdlo nickt all'« duromedum Im nette Stühle hinnat Da schreist und woaßst no nit Doch spater wirst ob in na. As kunut a Zit. bist oimm» froh, u magst denn nimma lache. y, 1. dummedum, ringsui ima, nimmer. 6, 2. woalle, An die Hoamatländle. Hoamatland, Wie bist du eo siieC! Uiidle, nimm vu Herz und Hand "ine scheinst« Grüeß'l So lang, BO lang a Mgetter host, So lang se se ka rege, Guel's Büeble , ist der wol , du gÖHt Dem Lcäbe frisch eotgege. Gott eey mit dir, du lieha Buel Wie woalle tuet mit Tnire, Wie bald a Muetter d' Ouge Euel Denn, Herile, bist e' bedurel Schuzengele, Scbuzengele, Verkß i Kot und Trüebe Mi arms, arms Kindle nimmameh, Ersei' era d' Muetterliebe! i. 3, 3. hinna. herinnen. 4, 2. Weär TU dir nie fort ist g'ay, Wear d oho am all' ist, dear woaßt und sieht nit i, Wie so lieb du bist! MenRam hot kon FrtMid', kon Glück, Statt dem Brot na SteEi, Wenig frohe Ougebück' Sine Iloamat g'gcä. 2, 2. dohoam, ilafaeim. 3. 1. Steine. 4. 4. Giet, gib«t Ges Was git M Sohonera iifl 'er Weält, Was Liebers rIs b. Liedl Wie klingt RS hcBll duer Hun und Fuftld, Wie froh diior Wald und Biedl A Liedle ist a miispcrB Diog, A Iiied a Oottesgab'. 1, 3. ducr, durch. 3, 1. mui Scboadet ar vu dir mit Spott, Du verargest em 'a oit, RücfBt vu Herze; >B'hüet' di Gottl* Gist em '■ Hoomweh mit. Hengam, manchem. 3, 2. Stei, macht oa'ni B Herz Vu'r Wiege bis lum Grab, Weär a' G'sang it mag, iat übel d'ra, j tat übel d'ra, wie g'aeit Deär fang a'n Schncackelmndet b; j Ab g'hürt em o a Freud'l per, munter. 2, 3. ring, leicht. B alten Lieder Ach, wenn i über Ried uodG'rör Diu alte Lieder sin^. Die alte Wisa wider hör', So möcht' mer'a Herz verapringe. A Weh, B Hoamweh kunnt mi a Noch mtna Kindertnge, KoB Faäderp, koan Griffel ka Dea meälde oder säge. Mir iBt derbei worfaaftig g'rad'. Als Beäh' i uf und nieder So nienga lieba Eammerat, Die alte Zita wieder. 1, 3. Wi«a, WeiBen (moduli). Wie frob nnd selig hot ma det Die alte Lieder g'sunge, Anander denn a gerne g'hettl - Ab ist verbei, verkhiuge! So Mengar. deär a' am lloamatiee Hot g'auoge mit una Kinde DiierWaldundFcildjislnimmami Ist leider nimma z' findet Ar ka ae nit am SJIberroo, Am Sunnegold mch labe, ht nimma do, ist oimma do, — Scbo lang, echo lang vergrabe! 1 4, 1. det, dort I 'b Ijandg'ricbt kunnt, i woaß il wo, An Bureburat mit Klage; tWie tuet aa mi doch o und o Im O'schier \et ummarBchlaget I ho mi Hüsle, Hag und Mur, Mi FeSld, wie jcdar ander Bur, Dnd 'a Güetle i der Omung. I hätt'. ma frog' nu deä uud dei Scho lang hirote aolle; Aa will und will me Koane neäh, . Jen honi doch a reiicfate Bitt': Ihr Herre, säget, künnt' ma nit A ao a Liieder zwinge?« 1. 3. und o, auch und auch Wieaatückchen. 2. 1. deiundde 1,5. Mur, Mauer. l.T.OQetl 1, den und den. Ab heuet i ma wite Guet A aecha, a aiebe Ma, Ma worliet luitig und vertuet Des Gras, so flink ma ka. Mb hot worbaftig übel Zit, Ab Werl ee klei uml groß, Verzettet, waa in Meda lit. Und Bchaffet fost d'riif los. I As hilft an lange Biirobue Dmkere Heu uad Qras, Grift wacker mit der Gabel xa«; D' Hofbürin ist bI Bbb'. Ad fiott vum nächste Wilsr kiiont, Und bringt dem Bucbe bei, 1, 1. Guet, Wiege. 1, 3. Ma mähte Gras a dürre) Heu a Die Abr< Zum le&berkranke MülUr kunnt Was moanst, u Der Pfarar mit si'm Hündle, Blibt allbereits a Gloukeetiiad', Sizt neäb' em da so fründle. Maachnupft, verhandlet des und des, Hot 's beianander it so bös' Dod red't vu früehera Zits. Der Pfarar lächlet seelefroh, Dnd ißt a KaiBerbiere: ■Andreas, hör', as lot se o Vu-D-allom diochgiiriere: 1,5. des lind des, das und das. 2, 3. lot , Athembesch werden haben. 3,3. Sc Daß jiistament voar etle Stund' Sin Vatter g'storbe sey. Der Heuar loiet uff 'e Bott, Und brummlet voar se bi: »Wie trurig weär' i, liebarGottl Go moann am Morge syli Bpreitet das abge- choUTl ') Zu Alem, HI 6Ö: Schmelge. Mit Unaerherrgeto o denn Abreachne tätest amole?< Der Müllar sohnufet bodeachwer, Ar mueß it übel krose, Als ob s SchrätUe uff em war'. Und mag it witer lose. Ar Bchmöllelet *) de Herre-n-a: >l reftcheu' it gern ab, o db; I wouß. as trifft mer nint uisar.« l&Dt sich auch. le, Trude, Alp. Um üdank und uerlome M3oh' Und Kummer allarband Z' vorgektte. fart nmole früeh Ad König über Land. Im WiesgTund stot im Morgeschi An Dorfhirt baarfueß do. Ar Bobout zum gold'ac Wsge hi, De stoUa Schimmel nob. und der Birt »Wie glüokle leäbt ma-n-iiff 'im Tronl Wie sorglos bis in 'n TodU Und wie der Hirt im nasse Klee Des rüefl bi sina Stuck'. So wirft a'n Blick voll Gram und Weh' Der König noch em z'ruek: .0 selig, weär si Brot in Rueh' Ka eäsBe spät und früeh I Wie glückle le&bt deir Hirlehue Bi sina Scbäf und Küeh'U Lustig, lustig, liebe Lüt', Luttig mueß ma syT Woalla rinnt und ru sehet d' Zit, Wie a Bächle hi. Lood no schneie Tag füer Tag, Wirble Schnee uff Schnee! Lond nu feäzc. wie-n-as mag, Ueber Land und See! Jede Jorsiit hot ihr Trüebs Halt füer Jedarma, Hot ihr B'eunders und ihr Lieba, Feit koa Ilärle d'ra. Si'äbe mer so mengemol Rings de Himmel grau. Mit dem gotd'ne Sunnestrol Wird ar wieder blau. Noch 'em Winter kunnt der Lenz, Oslere und Mai, BringtisBlüemle, Slrüß'undEränE', Allarloa, jubeil iFriim Bey lustig arm uud rieh, Ist i hundert Jure »;Ucb, ■ i warn'! Kader oder Garu! , Flocken werfen. 5, 2. ts, uus. 6,4. Ruder, Paradieü und Hii lel Was lot BD, wo du B^sl mid bist, Duer Berg' und Täler finde, Dväm freier uud daäm ringer ist, Und wöler, ala de Kinde! Wuäm ist 80 wol i IIus und FeUd? Du bist und blilist. n Kiuderweält, A Paradia uff Erdel Der Bomro verblüeilit, der hetu» J verBchwind't, As Kitnot Korn und TrQble. soli^, woar si Brütle find't, Ä liebs, a wackere Wible! Wii3 froh verrinnt em JorumJort ^ Ar bot bitn Frouele füerwor De Himmel denn uS' Erdel lu 'am Wirtshus uff 'em Land Trinkt und singt ma lustig d'ruf. Rätsle git ma nochanand Froh und kurlemunter uf. Deär bringt des und dieaar des. Und a-n-andera des uff d' Bab. *8 Weätter duss' ist bodebös', Reänget, was as reange ka. Und an feate Schwobehirt Stellt se voar 'e WirUtisoh hi, Froget d' Gast': »Ei, welaa wird Dütflchlands hÖühstar Berg wol ay?« 1, 4. kurlemunter, aer li nget, regnet i, 4. ele benratsol Nu, niB rötet hi and beär, Oas um 's Ander bot koa Glück Und koa'n Sterao die und de&r; 'b Hirtle schüttlet Kopf und Nick i1 •Denket nohe. Jung und Altl Saechet e nit im Tirol! DütBchlands böcbgtar Berg ist b< Weleweig der Aschberg •) wol ; Denn min Tattor, des ist wor, Hot des Ding am beste g'wüßi: Hot drei Monat g'brucht nff^'a Bis ar abar g'kumme-n-ist.i tig. 2, 3. bode-, superl. Genick. 5. 1. nohe, nach. eäg, jedenfalls, *) Hohenasperg. 6, 4. abar, herab. CfiageD Brief des Strassburger Theologen JMarbach übi die Gemeinde der vertriebenen Franzosen und Niederländer zu Strassburg und Frankfurt Reaerendo viro eruditione, pietate & virtute praestantisH : U. Ilartmanno Beyer, docenti Euangelium Chriftj in Ecclesia Franco- l'ordienai, fralri & cunaymniysfae auo in domino colendtHsimo, S. Beaerende vir & frater cbariEsiine, legi luae literas A consymmystoB meos cauanm veatram retuli. qui inecuni cum veatratu tum ecclesioe vestrae conditionem pinrimnm dolent. Metuunt eDim hano eemel exortam inter vob & pcregrinoa veetroa hospitca dja- sensiooem in doctrina & cercmoDijs, cum maximo Ecclesiao veftrae detrimento, ad piam coiieordiam vix reduci posse. Et tnm optau- duru esset vestruni senatura aut initio priidentius deliberaase quibuB au- ^H buB ■ 23 coaditionibnB taloe liospitio eusciperct, aut aaDquam noatrorum esenipluin imitatoa fuisse, quanquam neque Doatris »deo foeliciter vt principio sperabatur Buccesaerit. Nnm aicut. illorum multi neo religionis causa exiilunt, &. plane fanatici» ac portentoais opinioDibns pagnaotibua cum aana doctrina Jmbuti sunt, ita etiam incompoaita vita, moribus peregrinis & nrtibuB, qaibuH victum qunenuit, pu- blicae tranquillitati & ItoneBtati noa parum obsunt. Coeperat aut« biennio:» pastor Gallicanae ') nationiB apud dob Ap«rtiu8 quam antea saam senteDtiam de uegotio Eucbarietiae publice de suggeatu proponere, ex qaa facile inf^lligebatur eum Zwinglianae factionis esse. Verum nos eiua in tempore admoniti, coactum ipaum in cunuentani noatnim grauiter otScij aui cümmone- fecimoB, & vt couseuBum uobiacum in doctrina & reliquia Ecciesiae cftereraoniJB Beruaret boi-tati eumuB. Quia vero parum noatra ad- monitioue apud ipsum profecisse nos videbamur, causa Senatui nostro propoaita eat, qui primo quidem viaitationem EccleBiarum iutra ctuitatem instituit, & per Superintendentem ciuibus deannciart sua autoritate maodanit, magistratum scilicot velle, vt in omoibuB EcclesiJB cousenttenter Chriati Euatigelium iuxta Augustanae cod- feasionis formulam praedicetar, & vt in caeremonijs Ecclesiasticia ait conrormitaB. Deinde conuocatia pastoribua & reliquia Eccleaiae ministria eadem aeotentia repetita eet addita comminatioDe ai qui propria autoritate innouare atiquid in Ecclesija tentBueriot, quod cum Auguatana confesaione pugnet, in eoa Senatum grauiter anim- adueraurum eeae. D. Zaucbium vero & D. Märtyrern ^), quorum ille nuper primum ex Italia, bic vero ex Anglia ad dob venerat, ea conditione in or- dinem profesaoruDi Bcholae nostrao admiait, vt non tantum verbis, eed suo quoque chirographo testareiitur & compromitterent se Angnstanam confeasionem recipere, & secunduiti eam conacutieiiter trnnquille & paoifice in schola nobiaoum aacraa literae docturos eeae. Itaque domini beneficio bac actione tantum efiectnm eet vt DOBtrae Ecciesiae sint pacatae, & inter Eccleaiae ininistroa ac Bcholae professores optime conueniat. Hanc rationem si gabematorea veatrae ctuitatia sequercntur, Bpea esset facile exortum incendium iterum extingui posse. Neque noa inpraeaeutiaruni aliud conailium nouiraus quod vobis iroperti- amur quam vt apud magistratum vestrum inatetia oportune & im- portune oe sua antoritate in bac tanta causa eos destituat. Diapii- tationeoi vero de articulia religionis nostnie cum ipsis instituere Omnibus modia vobis dissuademaa, Quae sit nustra de aacramentis conresaio, & quare errnri Zwiugliano aduorsemur, roiistat ex acriptia D. Ltitheri, D. Brentij & alioruni, qui doctisaimia suis acriptis non tantam liiculeuter falaani sacramentorum doctrinam reüitare sed 1) Garnier. 2) Röbrich a etÜHD firmiBStiuis HTgumentia Bacrarum Ht«r»nim nostraiu stabili- uemot, quae si iati obliuioni trodiderant, legant Westphsli nostri editam nnoc defenaioDera '), & siqui ex ÜUh adhuc sunt sanabiles, facile acquiescent, si vero ita obatinate in aemel concepta opinione parBeuerare constitutum eist, frustra omnis diaputationig labor a vobia BUBcipietur, 4 malnm in dies reddetur deterius. Hoc breaiter ad tuam epistolam, eolendisa: frnter, reapondere volui, & existimo te aatis intelligere quid a nobia factum sit. Optanm tarnen nos curam data occaaioue prolixias cum do iiac controueraia tum de aliJB EcclcBiae negotija familiariter colluqui posae. Interim hoc tibi sit persuaBissimura me totum vestrum esae. Beue & foeliciter vale. Meo & coDuentua Ecclesiostici nomioe i'ogo et reuereoter ft officiose sftlutem dicas omnihus tiiis fratribua & coneymmyatiB, D. Mattbiae Rittero veteri lueo amico ac rcliquis. Dominus cor- ruboret tos & benedicat veetria minifterija vt firmiter pro asae- renda veritate coeleBtia eiiae doctrinae decertaro & adueraarijs ora obducere nataatia , Amen, Datao Argentorati 1 8 SeptembriB anno 1555. Veater in Dno lob: Marbachius. Eulnommen ans einer Ils. in der Bibl. der CatharinenJäreht tu Hamburg, welche Briefe an M. Joachim Westphal [Frediger ad 8. Catharinam in Hamburg 1541, Superintendent daselbst 1571, ■f 1574) etitMlt. Es ist eine Abschrift von der Hand des FranJC' farler Predigers Hartmann Beyer, welche dieser offenbar wegen der ehrenden Eneänung von Westphals Schrift über das Abend- mal an den leetcren schickte. Westphal schrieb auch gegen die reformierte (xemeinäe der vertriebenen Franzosen und Niederländer zu Frankfurt und forderte den Senat der Stadt auf, die Kirche vor dem Gift der Irrlerer m schüeen (s. Herzogs Real-Eney- clopädie XVIIl S, 60). WCreoelius Zwei Briefe 8eb. Francks Sebaatiau Francks SnppHcation um Äufnabme in Ulm') Veate Ffiraichtige, Eraame, weyse, gOnstige liebe Herrn vnd vätar. Ich habe mich vor einem Jar zw Eßling nidergelallen, 1) Nachdem loacbim Weatpba! schon 1652 und 1b&3 Schriften über die Abendmalsfrage hatte erscheioen lassen, gal) er Batish. 15&6 (Bchon 1554 verÖffentücbt) seine Collectanea sentontiarum D. Aur, Augnstini do Coena Domini heraus. Auf die Gegenschrift Calvins er- schien aladann Francof. 1555 »AiiversuB cuiuBdain Sacrfttnentarii falaam criminationem juBta defensio, • Diese Iczlure ist au obiger Stelle gemeint. 2) Wir bieten aus unaerer UrkundenBainnilung zu Seb. Franck I I 1 I jm «riUen mich alda mit meinea henden sw nüreD, derztt halt mir Gott (in deß band aller meiiBchea hertzen steet^ d&s ers hinnaige wa hin «rwöll) das feaster aiifilhon ynd das berta eines Erbern Raths der maß beregt vnd geneigt gemacht, ja sotüch gnad vor irem angesicht finden lassen, das sy mich on alle für- demng, furaclirifil, oder supplicattoo, ja on alle forschnng meins names, wer ich Bey, alein anfi* mein ploli müntlioh anpringen, ein zeytlang haben angeuommen vnd freigesetzt, das ich bey inen soll versuchen, ob ee meins fugs vnd gelegenheyt sein wolt, bey in m bleiben, diß ich eine erbaren Ratb billicb zu danken habe. Nnn hat es sich aber zwtragen. das icb dise zeyt etwas dapfers bey in (doch on ir schuld) hab einbüßt, weil mein bandtierung vnd handwerck nit gattnng im land Ew wirtenberg ist, da fast alein der Adel vnd gar wenig Bürgerin auD saiSen zw waschen pflegen vnd gewon seind, sonder altes anß laug gebaucht oder gelaugt wirt, wie äiü wol wissend ist, so diß lands brauch erfaren haben. Als ich mira nun hab laßen säur werden, vnd in armut ia vmb alles kommen bin, hab ich es nach verzweifelten dingen mit Vlm versucht, ob mich Gott allda wolle segnen vnd bin disen sommer ein mal oder 7 aaff die freyen wuchenmiLrckt mit saifTen hirher gefam- Das faatt mir- Gott glück vnd sein segen geben, das icli mich diaen soramer etwas von Vlm hab genärt, enihalteii vnd in sollich knntschafil kommen, das ich ytz so ich keine hie habe, auch dyßmals nit daram hieher kommen bin, anff der gaßen von vilen vmb saiflen wurd angeschryen. AuD diser meiner anligeoden not vnd zwfallendem glück, auch dz ich ein sonder lieb vnd nai- gnng zw der stat Vlm habe, wurde ich verursacht nur f. w. mit hitt anzusprengen, weil mir Got ye on mein zuthon den weg hatt zeygt vnd ein tbiir meiner narung, on yedermaas nachteyl bey £iir f. aufi'thon, zw dem es sich auch auß sonder Gottes schicIcaDg wnnderbarlich Kwtragen hatt, warlich on mein willen vnd gesucb, da« iob bey Enr f. w. bekandt werden soll, ia bereit zum teyl in dem lieser hier zwei interessante Briefe Fraucks. Der erste Brief ist an BnrgerraoiBter und Räte von Clm gerichtet und trögt kein Datum (wol auB dem Herbst des Jahres 1533). Proressor Elaszier in Ulm schickte mir im Februar 18ti3 davon eine Abschrift mit folgender Er- klärung: ■ Das Original habe ich schon lange nicht mehr, aber eine durchans ijenaiie von mir selbst Bucbatab tär Buchetab collationierte Abschrift, von welcher die gegenwärtige durch meinen Sobn gemacht und abemnls gensn eollstioniert wurde. Sie können eich auf das be- stimmteste durnuf verlassen, aucb wenn Ihnen Manches sonderbar vor- kommen tollte. ■ Wo oder bei wem die Urschrift sich befindet, ist nicht TDitEeteilt. Keim (Reformation Dlm's S, 270) scheint dise eingesehen SU haben; die sonderbare Stelle: einmal oder 7 lautet bei ihm: einmal oder zwei- Ich vermute: es stand im Original: oder 7 d. h. (1:3 2, one Punkte gescbriben konnte das Zeichen leicht für 7 gehalten werden- Auch ist die Lesart igenärti jedenfalls nach Franokscher Bechtschreibung in igenflrt« zu verwandeln. ein kuntschafft kommen hin. Bitte derliallj Kor f. w. durch Gott, wolle so vätterlich sn mir thon vud auß zwgethoDer erberkeyt so vil gute »nd /rilntechafft an mir be^vei^len vnd mich, wa nit hie zw Vlm, doch zw Oeyßling, (da ich all ding zw meins hand- wercks brauch baß zv& weg ziehen vnd vbcrkommen mag, dann alhie zw Vlm) angoseben mein bitt, not, armüt, vßd geförd gnä- diglich aufDemeo, vnderschlaifTen vnd freisetzen, alda mein handele zw treiben , vnd die freien wucbenmjirckt alhie zw Vlm zu brauchen, will Eur f. w. anß lieb etwas weitters thon vnd mich in gnaden ferrer bedencken, mit behansung, boltz oder auderm fiiraatz, daß ich unverdienter nit begeren darff oder ye nit gern begere, das setze ich euch in Eur f. w. gnad vnd bede Eurer lieb vnd Erberkeit heym, weil ich lieber Eur f. w. vnd ge- meiner Statt wollt nutz sein, dann etwas ahnemea. Entbeut mich aber aller trew, liebe vnd gute nach vermag vnd der mall der gaben Gottea, vm Eur f. w. fürnemlich vnd vmb ein gantz Statt vnd land zw verdienen. Beger auch nit müßlga prot zw essen, eonder zw arbeitten vtid mich mit willen laßen brauchen, warzü ich einen Erbern Rath taageiilicb vnd wamit ich gemeiner Statt nutzlich sein verhofT, oder geacht würd. Älein das ich uit beger, auch in willens bin, nit on vrsach in dis^n gefarlichen verwirten zeytten mich in ein ampt hinauß zw laßeo, oder herfur zw thon. bitte auch Bar f. w. darfiir, wolle solliclis gegen mir nit iiirneraen. Was ich vom hem hab, dz will ich schrifftlioh dem volck Gottes mitzuteylen nit vergraben, diß will aber ein freyen man haben. der mit keinem ampt verstrickt sey, damit nit yemant acht, er habe dise oder jenem zu Heb geschrieben, vnd diß lied gesungen, deß prot, er esse. In anderrn füllen bin ich gantz Eurer weiß' heyt aigen, also dz sie mir hatt zw gebieten, sonderlich wa E. f. w. mein bitt vnd fürnemen in gnad gedennkt zw erhören, för- deren vnd geweren ; verhoff auch mein bitt vnd anschlag sey nit wider gemeinen nutz, ob er gleich wider einen oder zwein, die mein waar auch feil haben villeicht sein möcht, die in etwas dar- dnrch abgeen vermeinen möchten, so aeind doch acht ich die freyen wachenmarckt darum gefreyt, erfüden vnd außgerufft., das man allerley einer statt zw füre, auch dz alle war md kauffmanschatz in einem rechten billichen gelt bleibe, ilali ye ein statt land vnd marckt dz ander lert, also will ich mit meiner war auch, wille Gott, kein theuring oder anfachlag in gmeine statt pringen, sonder vil er ein abschlag vnd die saiHen in ziemlichen gelt behalten. Dann ich mich ye schämen wott, das ich ein last vnd bürd der erden sein aolt vud etwas treiben oder fürnemen, dz nit zw pefsernng gemeines nntz dienet, weil ich von Gotles gnaden waiß, dz ira wie nyraaut selbs geburn, also nymant im selbs leben soll, vnd auch Cicero in seiner polHcey alle hendel vnredlich acht, die nit zw vnderstiltzung vnd anffung der gemein dienen. Ich waiß auch on rom zu redeu^ dz niirs mit saiffensieden nit bald einer L 27 vorthnt in teutsclien lauden, de will iuh mit meiner war, auch mit alleu denen so mir abkauffb haben vnd noch abkaafien, verliofT, war machen. Wa aber dz widerapil wirt erwiseit, soll Eur f. w. nit mich soader gemeinen nat^ bedencken, mirs hillich verfaiett«n. Es tey aber 7err, dz ich guthat roa Eur f. w. entphahe, vnd Tbel dagegen von mir sagen, clagen, vud hören laü. Hiemit will ich mich vnd mein aach in Eur f w. lieb vnd gnad be- neichen vnd aufgeopfert haben mit bitt mein bestes viLterlicb aw bedencken. Deß will ich zw schuldiger Widerlegung nach vermdg gefliÜen sein vnd wa Eur f. w. weitter etwas Talet, soll es Eur f. w. an herr Jörgen Besserer burger meistern vnd an herr Conradt Atinger Statschr eibern, erkundigen, mit den ich müntlich geredt hab allerley, dieselben wu mein miind vnd brieff sein nit mer dann Gott gebe Eur f. w. das peat zu bedenken, daß bede anff Eur f. w. vnd meiner seitten zw seios reictis merung diene, Amen. Eurer vestc föraichtige vnderthnniger äebastian Franck \ Thonaw Word Wejßhejt Aufschrift : diener An ein Bürge rmeyster vnd fünff Geheymen Räth der Statt Ulm Supplicntiö (Von anderer Hand darunter: Ao. 1533.) Der Bemer Brief hat keine Ueberschrift, dagegen steht auf Sfickaeite des Briefs folgende Adresse : Dem wolgeachten vad len etc. (sie !) | Seckelschreiber zi Bern, meinem sonder- jen I geliebten hem vnd patronen. — Bei Simler igt nach itz daEQ notiert; Eberhardus a Rumlang. Mein in christo sonder geliebter Her vnd freund. Es ist natürlich die zu lieben, die vns lieben ; weil ich nun von dem Eif- 1) Der zweite Brief ist an den Säckelmeisler von Bern gerichtet Er findet sich abschriftlich in der Simler'Bcheu Brief Sammlung in Zürich, Simler V 4G ex Autogr. in Tom. Epist. p. 65 apud Scheure- nim Bern. Herr ProfesBOr Ed. Cuuitz in Strasaburg hatte die Frcusdliahkeit mir seine Abschrift dieses Briefes mitzutoÜBn. Ich wandte mich an Herrn Professor Hermnnn Hagen in Bern, ob sich dort noch das Ori- ginal befände. Derselbe teilte mir im Nov. 1876 über den betreffenden Brief folgendes mit: ilohfand ihn weder auf der hiesigen Stadtbibliothek noch in dem Nachlass Sohcurers, dagegen gelang ob mir unter der ge- ßJtigen Dnlerstiitziing des StaatsechrellierB Herrn von Studier denselben in einem Bande de» Suatearchivs, und zwar einem »olchen, nelcher aus dem alten, im .Tahr 1830 aufgehobenen «nd mit dorn Staatsarchiv ver- einigten Conventsarchiv hsrrürt, zu finden. Die Nummer des Bandes ilt MT primitiv bezeichnet, weshalb er sich schwer finden Iteis, n&m- hitber kaufman vnd vnaerein mitburger meinem gaten freund s& 1 Vlm vernomen hab, wie ir mich, gleichwol onverdienter each, villeiclit Ttnb dell grollen Gots (willen, durchstrichen) vnd seiner gaben willen mir geringen auß gnnden nngehenckt, mit BOnderer lieb vDibrahen, kan ich nit. hinurab, ich mnaz euch widemmb tu dem von deszwegen ir mich von berteen lielien. füg euch hierauf zu wissen, dz ich der mainung zu Oaael bin ankörnen, auch diso raisz (Cunitz: vornomen) mein geliebten züaächen, so bin ich mich so hart gangen, dz ich weitter nit kan kernen, vnd wol 8 tag noch sorg ich, atill zu (igen hab, bisii ich mein insz widei' zu recht pringe, So bin ich auch von (?ots gnaden bisz her, wie vi! ich anner esel anderen geporu, nit wenig (beide Worte am Rand) gewunnen vnd zä tragen hab, nit so reich worden, dz ich ein kläpperle ') so weit möcht gehaben. Drumb damit ich nit gor auazbleib, kernen ich hie zu euch mit meiner band, wie mit gmAt ftlzeyt, vnd fig euch meiner raisz vrsRch zu vernemen. Ich bin von V 1 m dise raisz vazzogen, mir durch got« eingeben vnd Schickung ein ort zu suchen vnd erwelen, da ich mich ind die mein mit ehern xi erhalten mer gelegenhayt, comodites, dg vnd platz möcht haben, dann zuVlni. Erstlich ist zu Vlm kein papir, dann was ich 20 meil her von Basel oder Straßburg mit groazer gfar, sorg, wagung vnd kosten füi-en lasz, vnd von dann wider wol 40 meil gen Franckfort. Zum andern, das das gr&ast ist, dz man etwas z& vil Lutherisch, oder waiss nit, wie icha soll nennen, bey vns ist, vnd die verordneten censores librorum kleinen gfallen ab meinen BAchern haben, vnd mir weder mein Aroh, noch mein Germaniam noch jtz mein verscblofzen fauch zu trucken wAllen z&lafzsn, bin derbalb nusz not verursacht worden, die an andere ort vmb ein klein gelt zu verkanffen, als nemlioh gen Francfort vnd Augspurg, da seiad es g&ten bflchor vnd offenlich durch die censores zu trucken vergönt worden. Dz ver- ursacht mich (durchstrichen). la not mich, qnando aemper timent vlmeases celum ruiturum, ubi plane nullus imminet timor, etiam Cesai'ein, iam concordiam inani metn pertimesonnt cum ego nil tarn amen quam pacem, quoad fieri potest cum omnibusque coneordia (Cunitz: concordia[m] neque uüi homini inter spirantes male velim, nedum Cesari. Cupio certe omnibuH pro virili prodesse. Atqui fit plemmque ut pessima saspicemur de iis (ut in Christo est vi- derej qui omni modo vel pro palria mori et nihil non Bubire gli- scunt. Hierum ist mein frenntlich (bint, durchstrichen) bit an eur lieb mir za raten, wa ich mich niederlassen soll. Ich mAcht lieh Tom. 11 Epistolae varii themalis et Miscellanea Eccleeiastica Dort J steht der Brief auf p. 5h~h7. J Berr Professor Hagen halt« die Oüte, den Züricher Brief, den 'uAu ihm übersandt, genau mit der Berner Urschrift zu coUatioDieren. 1) Röasleiu. 29 wol bey den Schweitzer oder Äidgnossen aein, BOnderlich bey euch zu Bern oder Basel, ao waisz ich nit, wie ich ein solcheu weitten weg mit 3 iongen siioen vnd einem gar (CuDitz: par) kleinen tAchtarlin, dero dz ältest 7 iar, dz iüngst Chriatofier genant mir (Conitz: nnr) erat 15 may disz Monats mir geborn ist (Cunitz: [machen aol]). zn dem bin ich, Got bab lob, nit so reich, dz ich ein sollichen weg (Cumtz : [machen kaajl, weil ich aufa wenigest zwan vftgen gantz wol (Cnnitz : vol) beladen vnd gemenet '), zu meiner arm&t ein so weitteo raisz haben mAszt. Dann ich eis schön truckerej hab: 10 schrift mit aller zngehlr, die ich doch hisz her, auaz vrbunat *) vnd eitler forcht der cenforn, wenig zu Vlm braucht hab, vnd wie obgehört. meine hflcher die ich mit grOHzor arbait geporn, vmb ein badgett hab mflazen verschUudern, wolt sina, so icha Belba tmcht, vnd mit (mit) giflck wie nndern abgieng, mer genieHzen dann sonst (mit?) 10 vnd bleib also fSr vnd & ein betler, vnd mach andere zn hern, hisz ich ytz, ob wol von Gots gnaden noch Mach vnd gsund, 4o iar auf mich geladen hab, vnd nun mer zeit were, dz mir Gott ein thür auf* thet, dz mir mein arbeit mer nutz trieg, dann biaz her, vnd mich Got mein ai r einmal selba liesz auazbrieten '), vnd nit alzeit BBachstelz blieb, di. vnd andei ckng vnd sonderlich weil ich mit kindem vher fallen. Drum bit vnd iure oharitatis bent ich euwer lieb mein pestes zu bedencken. Wann die von Bern mir (steht über der Zeile) nit mer eher vnd vor- teil thetten, dann dz si mich (holeten durchstrichen) holen lieszen, 80 wolt ich bey in burger werden, mein manrecht bringen, vnd leih vnd g&t zu in setzen, ancb alles wz ich zu gmeiner etat hail, frid, wolstand erdencken vnd ymmer nach meinen geringen vermfigen thon m(cht, kein fleiaz vnd gfar sparen noch meiden, vnd mich bürgerlich onsectisch oder omparteiach vnd dienstlich gegen yederman halten. Gedunckt es euch aber, ea aey mein fug vnd geiegenheit nit bey euch, so roth eonat dz pest. Ich wolt Auch ein schönen laden mit bAcher haben, allerlerley sort vnd frag, hab noch biaz vmb 250 11. bAcher zu Vlm, da ich auch ein laden gehabt. Mich will nun anen, es sey Bern zu weit von Franckfort im land, vnd die wäre bosz von sich vnd z& sich K& pringen. So hab ich an Basel den mangel, ea seind vil reicher truckerhern dar; 12 bisz auf diaen tag, bei den ke gsel ergibt (d. h. gedeiht), oder wol anfkomen kan. Dameben iata mit bAchem vbersetzt, vnd wol 10 gAden oder laden mit allerley gattung, von gar reichen bSchhandlem dar fail, ergib ich fremb- der armer vnder in, wie ein flieg in einen stifeh- Der I 1} Bespannt. Alem. 111 281>'. 2) Uiagnnat. 3] AenUche Redensarten DW ill 77. 30 groBZ Got weise vnd lait mich, durch sein gaist, durch euch oder J anderen, an dz ort, da ich im gfal, vnd er mir hüll vnd fUl durch mein ausfliegen achencken wit. Hierauf bcvore ich freunt- liche Antwort, mags gsein in eyl, «'eil ich noch zu Baeel bin. Ist es der mfth werdt dz ich selba z& euch soll, so schielet mir auf dem f^Bz ein kläpperlo, mit nigcm boten, so will ich selba zu euch reAtten, vnd mit dem boten gleich kommen, aocb sehen, wie ich den boten zu fridan stet. Kompt mir aber nit gleich bolecb&ft', so will ich darbey versten, dz eui' lieh rath nit ist, de ich mich zä Bern niderlftaz, nicht dester weniger soll vnser lieb, die ab- wesung desz leiba nit trennen, dz pest. dz ich hab vnd bin, habt ir teglich bny euch, nemlich mein gm&t vnd bischer. Tale ia CbristD, caromea, 22 May, in Basel Bef Conradt Rerchen Biblio-J polae, insigni et diuiti auf dem viscb marckt Anno MDXXXIX Eur lieb Dienstwillger im hem geliebter Sebastian Franck '). FWeinkauff Johann Jacob Weidner Aus: Teutsche Poetische | Haußapoteck | inn zween theil ab- | j getheylet. | Der erste theil helt inn sich Weltliche Stuck. | DarJ ander theil aber, Geistliche Sachen. | Durch | M. lohannem lacobuiql Weidnerum, | von Hall ungerichtet. [ (Holzschnitt) | Gedruckt : Hotenburg auff der Tauber, | Durch Hieronymum KÖnilein. (Zeilel 2 3, 5, 6, 8, 10 in rotem Druck), 8". Botrys. Trauben krant. Schreiber, Buchbinder, vnd Bnchtmcker, Die sein gemeiuglich groß Wein schluck er, Traubenkrant mAllen sie stets haben, Vnd jmmerzu damit sich laben, Dill nimbt gleichwol nicht wunder mich, • Dann hßr, was ich berichte dich. Soll den Schreibern die Schrifft fortgahn. So mflasens Wein zur Dinten han, Vnd dali sie nicht eintnickuen thu, So mfliln sie tfiglich gießen zu. 1) Ueber Seb. Franck geb. 1499 in Donauwerd, -|- 1542 in Basel,! wird die unten folgende längere Abhandlung Weinkauflfa AufschluiaW geben. Aufenthalt-. Nördlingen, Heidelberg, Augsburg, GuBtenfe)deii,1 Nürnberg. Straasburg, Esslingen, Ulm, Basel. 31 Der Buoliliinder der muß I'lanieron, Will er änderst das Buch recht zieren, Er innß auch manches Glall mit Wein Haben, den Leim xu weichen ein. Der Trucker daa Papier muß neteen, Sonst will der Fimß eich nit Ansetzen, Die Scbrifl^, muß er auch inns Bad fflhren, Ehe ehr dieeelb will Resolvieren. Lathyria. Catapntia minor. Springk&rnc Junge Knaben vnd T^hterlein Natfli'licbe Springk&mer sein '. ßey Ihnen muH es sein gesungen, Bey Ihnen raull es sein gesprungen. Ein grosse Wannen voller Flöh Solt einer bhalten kennen eh, Sie lassu Abend werden vnd Morgen, Sie lassn die lieben VAgelein sorgen, Bey jhnen ist kein traurigkeit. Sonder nur lauter Muth vnd Frewd, Bey jhnen hat ea nie kein ^oht, Beim Becken holen sie das Brot, Fragn nicht, was das Korn gelten thn, Sie lauffen der Schubladen zu : Sie Bein Herrn, die Kitern Enecht, Sie warten aöff jhr Jlgerrecht; Den Eltern forderus an die Suppen, Den Eltern forderna an die Juppen, Jet2 wßUens Striropff, Jetz wStlena Schuh, Sie lassen jbnen wenig ruh, Es geht nur Aber die Eltern auß, Die Kinder die gehn ledig auU. Alkakeugi. Scblutten*). Mancher maint er habs wol trofion, ■Wann er nur hab ein Weib erlotfen. Er maint sie sey gschickt überauß, So ist sie ofTt ein Schlutt im Haull. Inn jhrem HauU gebta riclitig zu. Wann man soll essn, so setzta erat zn. Die Bett sie such vngemacht lest ataha, Bill man jetzund soll schlaffen gabn. *) Unordentliche, unreinliche, faule Weibapcraon, 1 Satyrium. Stendelwurta. Vil Junge T&chter vnd Ehebalteu AalT Stendelwurtz thun sehr vil halten. Wenn man sie haißt ausrichten was. So ejlens wie die Schneck im Graß, 32 Vmb ein gar liderliches ding Haltens Aberall ein Stenderling. [lyoCcijamuB. Schlaf kraut. Brarricanus senior. Otia Dou dactnm reddust, nee ComDaB abnndans, Neo tibi per ventos affa columba venit. Hexam ; Gennan: ßrancbstu viel Schlaffkraut, vnd haat viel raflasige Stunde, HO hanatu nicht glerth werden ; so dencke nur auch nicht, daß dir werd bringen der Windt ein brattene Tauben. Von demselben Job. Jac. Weidner erschien »TeatscheB Po- etiachea | Lustg&rtlein, { darinnen nachfolgende | BlAnilein eufinden, Als: i 1. Glflckwünachung zu Hochzeiten, No, 1. | 2. GlrtckwAn- fichung zum Neuen Jahr, 10. [ 3. Glflckwflnachungen auff den Wog, 30. I 4. Fang: Oder Anbind Brieff. 33. | 5. Klagen Aber Leichen. 39. I 6. Keymen mancberley Innhalts 47. | Gepflantzet, durch | H. Johann ! Jacob Weidnem von Hall | in Schwaben, an jetzo Pfarrern daaelb- | sten , zu Vnterl.ympurg. | (Holzechnitt) | Gedruckt xa Rotenburg nuff der Tauber, | durch llieronjmum Körnlein. — Z. 2, 3, 12, 15 und die Ziffern zu Anfang und Schlull von Z. 4 — 10 rot gedruckt. 8". Hinter der Vorrede ein Gedicht von Erasmua Widmaon Ua- lenaia, Cantor und Organiat zu Rotenburg uff der Tauber, »Zu Lob der Poeterey«, am Schluß ein Gedicht von Balthasar Schnurr von Landaidel Pfarrer zu Amlifiliagen -In deß Herrn Authoris Lustgartlein*. Von den 84 Nummern dieser Sammlung von Gelegenbeitagt dichten teile ich mit die rGrabschrift, Herrn Johan : WeidnerE gekrönten Poetena, weiland Predigers un Decani zu Hall, meines vielgeliebten Vatters Seelii^en ao den 29. Weinmonat, Anno 1606. im Herrn entachlaffen, auß dem Latein vertentachet, vnd anff dio vier Lateinische conjugationes gerichtet.« Weidnems halt Geliebt die Tugend Im Alter vnd in seiner Jugend. Weidnems wann er hat Gelehrt Ward mit Verwunderung gehört. Kein gutes Buch ist achier gewesen, Welchs WeidneruB nicht hett Gelefi Nun aber hört er zu mit fleifl Der Muaic schon im Paradeüi. Unter Nr. 45 steht eine »Klag ftber di wandelbare M, Joban: Georg: Weidners BmderB, Pfarrers zu Measern in Oesterreich, frawen, welche .\nno IfilT. sanffl in dem Herrn entachlaffen. Für seine Kinder, Cordnla, Barbara und Hans Ludwig, faßt Weidner »ein Guldin A B C zur Lebens Regel- (Nr. 5i 1 TSdtlichen abgang meines Fr. lieben ielgeliebter HauU- i ver- ^H sri sonst besingt er unter aeineu nähern Verwandteii Christoph DrAllem, Adeliohen Rosen hergi sehen Pfarrer stu Eschenaw, und Andreas DrÖlleru, Hiiuptman zu VnterLympiirg, seine ^chwSger. Auch in dem Lustgüvtleiu versucht sich Weidner in deatachen Hexametern in einem Anhang zu dem „Hoch zeit wünsch" an den Dr. med. Johann Benedict Bergor, Physicus zu Rotenburg anff der Tauber, und Margaretha Schaibler (11. Aug. 1617). Hexametri Germanici ad Senyüfioia. Ded Eheataads Stiffter Bcbenok euch ein ghlcklicben Ehstand: l)e(j Ehestands Stiffter wüll euch vor Layde bewahren ; Deß Ehestands StifTter schirme euch Ihr zAchtigen Hertzen : DeU Ehestands StifTter scbenck euch eiu friedlichs Ebebet : Dell Ehestandts Stiffter gAnn euch ein fruchtbares Ehebet : Deü Ehestandts StiSter w6II euch bschern gehorsame Kinder: Deß Eliestandts Stiffter frillt euch diß Zeitliche Leben : Dell Ebeatandta Stiffter laß ench auch inns Paradeil>e. In der Vorrede rümt Weidner u. a. au der deutschen Sprache: »Die Teutflche Sprach ist sehr reich voa schAnon AnmAtigen Apopbthcgmatis vnd sprächen, welche gemeinglicb öfioiiiTtXevia Bein vnd im Eud der W&rter gleicblauten, Als : Lejd vnd Meyd. Eh wigs, dann wags. Beschaffen ist vnverschlaffen. 9 es Gott fäget. . Ilaah, ist Gottes gab. Glück vnd Glaß, Wie bald bricht das. Was sein soll, das schickt sich wo1.< Von der -Ilaullapotec« führt Weiler Ännalen I S. 378 eine Rotenburger Ausgabe von 1020 an und von dem Poetischen Lust- gärtlein 11 S, 42 eine Ausgabe in drei Teilen: Nürnberg bei Äbr. Wagemann 1622. WCrecelius Zu des Knaben "Wunderhorn ') Neu bearbeitet von Anton Birlinger und Wilhelm Crecelins III Das Wunderhorn I 11. Das überarbeitete Original 8. in: AElwert , Ungedi'uckte Reste allen Gesangs. Marburg 1S48. 2. Aafl. S. 18: Eine alt französische Romanze. Nach der engl, Uebersetznng verdeutscht. Ein Knabe kam Lieblich und schön Auf einem schnellen Itofi In Kanig Arthurs Schloß. 1) Fortiezung von II 181 ff. III 164 ff. BlrlimsT. Alemknnlm IV 1. S 34 Ein Hörn trug seine Hand Daran vier goldne Band. Von Elfenbein das Hom Znm schönsten Schmuk erkorn^ Gar manchen schönen Stein Legt man ins Gold hinein, Berlyn (Perlen) und Sardonich Und reiche Kalcedonier. Es war vom Elefant (nämlich das Elfenbein) So gros man keinen fand, So stark und schön man keinen fing, Und oben dran ein Ring Von Silber fein gemacht, Es hingen hundert Glocken dran Von feinstem Gold gemacht. Zu Konstantinus Zeit Arbeitet's eine Fey. Die war gar gut und weis. Dies war des Homs Gebrauch Wie ich Euch sagen will: Nur Einen Druk von Euerm Finger Und diese hundert Glocken all Gaben so süsen Schall, Daß weder Harf noch Geige Und keiner Jungfrau Sang Keiner Siren im Meer So was nie geben kan Vorher S. 16 stet die französische Romanze dazu (1. Aufl. S. 11) mit der Bemerkung: »Eins der ältesten französischen Lieder.« LErk »Die schwarzbraune Hexe« I 31 in der Ueberschrift ist mir bedenklich, sie wird von Brentano eingefädelt sein. Das Jägerlied hat es wol nur mit dem schwarzbraunen Mädel zu tun. Das Lied muli sehr alt sein, wie aus dem Anklang in einem Lied von 1462 (Soltau histor. Volksl. I 142) hervorget: Der von Württemberg fürt das Hörn, Ich hoff sein lagen sy ganz verlorn. Aus dem »Rimböklin« (um 1550) entnimmt Uhland folgenden verwanten Liedesanfang (No. 102): Ick bin ein jeger und vöer ein hom, all dat ick jage is vorlam, noch wil ick jagen dach und nacht bet ick einen steden holen krigen mach. Derselbe stet mit geringen Abweichungen in »Schöne künst- like I Werldtspröke, | Darinne aller | Stende, Natur vnd Egen- | Bchop affgemahlet syn . . . (am Ende :) Gedrücket tho | Hamborch bey Henrick Binder . . . M. DCXIHL« Es lautet hier: Ick bin ein Jeger vud vi'ir ein Hörn, All wat ick jage ya vorlarn. Noch wil ick jagen Dach vnd Nacht, Beth ick ein eted L.oeff krjgen niAch. Das Lied »£a blies ein Jäger wol in sein Hörn Und alles wae er blies das war verlorn« etet zuerst in Nicolais feynem klejnem Almanach (1777) S. 6i und wurde diesem nach T. d. ila- gena Notia von Steinacker eingesendet, Uhland Nr. 103 hat es daher eatlent ond wol dnrch Herders Mitteilung (Von dentscher Art und Kunst 1773) versnladt den Kervers -Alleweil bei der Tracht* hinzugefügt : dieser gehört aber zu einem anderen Jägerliede. Eine ältere Aur^eJchnuug des Liedes findet sich in einem &. Bl. 8". {9 Blätter), das um 1700, vielleicht schon in der zweiten H&lfte dPH 17. Jahrh. gedruckt ist: -Sieben schöne | Jäger- Lieder, I Das Erste: [ Mit dem Jäger ich es halte, etc.« Ea ist darin das dritte Lied und lautet folgeodermallen : Ein jeder Jäger btäast sein Uorn, er blässt aein Hom, Und was er bläast ist alles vertohm, und was u. a. w. Soll es denn alles verlohren aejn. verlohren seyn, Viel lieber weit ich kein JSger mehr aejn, Er bläsat sein Dorn anf der hohen Strall, auf der hohen Straü. I>a sprang ein schwartzbrauns Thierlein heraus. :.; Ey Thierlein, lail dein Fülle nur staho. Fülle nnr steha. Mein schoeeweisse Hündlein die fangen dich schon. :,: Dein schneeweisse Hündlein die fangen mich nicht, die u. s. w. Sie wissen meine falsche Sprünglein gar nicht. ; Dein falsche Spränglein die wissen sie gar wol, wiesen n. s. w. Du dauerst mich, daJl du et-erben solt. :,: Ey steril ich dann, so bin ich todt, bin ich todt, Begräbt man mich unter die Röslein roth. :,: Wol unter die Röslein, wol untern grünem Klee, unter grünen Klee, Doch scheiden von der Uertzallerliebsten das thut weh. :,: E« stund kanm an den dritten Tag, dritten Tag, Da wuchsen drey Blumen ans ihren Grab. :,: Das erste war ein Röslein roth, Röslein roth. War gewachsen vou der Hertzall erliebston Todt. :,; Das ander war ein Nägelein, ein Nägelein, War gewachsen von der Hertzallerliebsten mein. :,; Das dritte war ein Lilgen weill, Lilgen weiß, StecJct ers auf seinen Hut mit Flaill. :,: Damit thüt er groll Uberniuth, groll Ubermuth, Thit selten den Bauem-Mädgen gut. ;,; LErk Doctor Faust I 166 ff. und 539. V. d. Hagen: Ueber die ältesten Darstellungen der Faustsage, Berlin, Hermann Schultze 1844. 8". S. 12: Die -Sprüche in Reimen-, womit Mephistopheles den Faust verspottet und überhaupt der sprichwörtliche Ausdruck, • tnaogelo bei Widmann und Dllhern d&a iiltcre Buch meiir den d r am ati sehen Spielen uod audererseita dem merk wi) rdiga: Volksliede von Doctor Fanat, welches, als fliegendes Blatt antJ KöId bekannt sieb leiclit in die arspriingliche strophische Form" als ein wirkliches t.ied herstellen läUt and ganz eigentümliche Züge enthält, namentlich wie Faust in Jerusalem vom Teufel ein Gemälde des Gelcremiigten fordert, so dali Göthe selber in diesem Liede »tiefe und gründliche Motive« erkennt. Unten als Än- merknng: »Bei Stieglitz 179 (ist das Lied) wiederholt ans dem Wunderhom I 214 (uns. Ausgabe I 166) wo sonst nichtatrophiBche I Gedichte (z. ß. Thedel von Watmoden) gern zu Liedern verarbeitaf'j sind,* Dr. Chr. L. Stieglitz der ii. schrieb: die Sage von Faust in F. y. Raamers histor. Taschenbuch 1834. S. 12.^- nmgearbeitet auch in Scheible's Kloster il S. 3-26. L, Arnim schrieb auch die Vorrede zu W. Müllers Uebers. des Mai lowe'schen Faust. Berlin 1818. Müllertüche I 169. — F.ine andere Fassung aus der Um gegend von Wien. 1. Es wollt gut Müller um Holz ausfahren, Er wollt ein'n Wagen roit Scheitern laden, Gar eilends und gar geschwinde. 2. Und als der Herr Müllner 'nein kommt in Wa Drei Mörder ihm begegnen bald, Gar sehr thot er erschrecken. 3. >0 Müller, hemliebster Müller mein, Du hast ein' Fraa, die trägt ein Kind, Tbu uns es jetzt verkaufen I • i. Die Mörder die breiten den Mant«l auf. Zweihundert Gulden die zählen a' ihm draaf Vor's Weib und auch vor 's Kinde. 5. Der Müllner der dacht in seinem Sinn: Zweihundert Gulden ist ein schlechter Gewinn, Ich will a' noch länger behalten. 6. Die Mörder die breiten den Mantel auf. Dreihundert Gulden, die zahlen s' ihm drauf Vor's Weib und auch vor's Kinde. 7. Der Mülber dacht in seinem Sinn: Dreihundert Gulden ist ein schöner Gewinn, Will ihnen sie verkaufen. 8. Und als der Herr Müllner beim Thor 'nein fiib Da er gleich um »ein Ehfrau schreit: • Soll eilends zu mir kommen!« it. »0 Fraue, berzliebste Fraue mein, Sollst gschwiud zu deiner Mutter gebn, Sie ist krank und sie wird sterben.« 10. »Ha ist sie dann heut so sehr krank. 87 Dali eie weder reiten noch fahren kaoD, Seit eilends zu ibr kommen?« 11. D' Fran MüIlDerin nimmt nun ihr Schleiorlein weill Und gieng davon mit grüstem Fleill, Dal» 's Gott mücht gleich erbarmen. 12. Und als d' Frau Mülinerin 'nein kommt ia WaU, Drei Mörder ihr begegnen bald, Gor sehr thät sie erachrecken. 13. Sie nebmen d' Frau Mülinerin wol bei der Mitt', Und binden s' an ein'n eicbenea üaum, 14. Die Mörder die breiten den Mantel auf. Und Würfel and Karten, da spielen sie drauf, Wer die Frau Mülinerin soll schneiden. 15. Der jüngste, der darunter war, Der hatt' verspielt und noch nicht gar. Der soll die Frau Mülinerin schneiden. 16. Da ritt gut Edelmann wol durch ilns HoIk, Zwei Hündlein er bei ihme hatt'. Die fangen an zu bellen. 17. Und als der Herr Edelmann weiter vor ritt, Da er die Frau Mülinerin liegen sieht, Gar sehr thät er erschrecken. 18. Der Edelmann nimmt ihr nun ihr Schloierlein weiß Und ritt davon mit gröstem FleiU, Dsß's Gott möcht gleich erbarmen. 19. Und als der Herr Edelmann l>eim Thor 'nein reit, Da er um Windel und Wasser her schreit; •U' Frau Mülinerin geht zum Kinde!« 20. Und als d' Frau Mülinerin ?,wei Stund darinnen war. Zwei Knäblein sie geboren hat Gar eilends und gar geschwinde. 21. >0 Knecht, herzliebster Knechte mein. Geh' du mir zum Herrn Müllner hinein, Soll eilends zu mir kommen!« 22. Und als der Herr Müllner zum Edelmann kommt: »Wo hast denn du dein schwangres Weib? 23. • Ich hab's ausg'schickt, bab ihr mit geben Viel Gold und Geld, ich kann aie nicht erwarten U 24. »Du MüUner, du erlognes Gut, Hast du verkauft dein Fleisch und Blut, Du wird man dir nicht schenken!« 25. Der Edelmann lieli machen ein kupfernes Roll, Darein utan faßt viel Feuer und Glut, Drauf must" der Herr Müllner reiten. S8 YoD M. Schottky um 1820 aufgezeichnet (dessen Nachlaß be- saß von der Hagen). Bei den Strofen, wo die dritte 2^ile feit, ist villeicht die zweite zu wiederholen, damit der Melodie ein Genüge geschehe. Str. 8, 1 würde am Schluß »reit« statt ^ fahrt« einzusezen sein, um den Reim herzustellen. LErk Für fünfzehn Pfennige I 268. Der Anfang ist ein Wan- delvers, der sich schon in einem Gedicht vom Jahr 1422 findet (Cod. Monac. 444 nach einer Abschrift Pfeiffers): ^ Eynem iungen weypp iren stoltzen leypp der wart gegeben ze irem leben. Nw 14 mich slaffen :\: Auwe mir armen weib, mein iunger leib der ist beschaffen dem alten äffen. Nw la mich slaffen :': Eynen iungen knaben den maß ich haben scholt ich in aus der erden graben. Nw 14 mich slaffen :|: Zu der stund ein alter huntt, der zu frewden nicht en kunt. Nw 14 mich slaffen :': Du alter pock du fauler stock herumb dich wend das din got scheut. Nw 14 mich slaffen :|: LErk LiExk übersandte uns dises Lidchen, das freilich nicht strenge hiehergehört, allein da Director Prof. Halm es coUationierte, wollen wir es doch einfügen. Dursli und Babel i. Das alte Grenchnerlied. I 277. Der Dursli dingt z' Chrieg. Es het e Bur es Töchterli; Me seit em numme 's Babeli. Das het e Paar Zupfe, si sy wie Guld, D'rum isch em 's Nochbers Dursli huld. Der Dursli lauft 'em Vater no : »0 Vater! w^it er mer 's Babeli lo?« »»Mys Babeli isch no vil zue chlei; »>Es schlofb no wohl drü Johr allei.«« Der Dursli lauft in einer Stung, Er lauft wohl abe-n-uff Solothum ; 3» Br lauft die Gasse-n-i und us, Bis aß er cbonnt vor'a Hauptmes Hus. >0 Hauptme, liebe Hanptme my. I will mi dinge-n-i Flanderen y.« l>er Hanptme thuet der Seckel ur Und git 'em Dursli diei Chrone d'ntf. Der Darsli geit do wider bei, Qei zQe aym liebe Babelt chlei. •0 Babeli, o lieb's Babeli my, ■I ha mi dnnge-n-i Flandereo y.« Das Babeli lauft wohl hinger''s Hua, Es grynt em Bchier syni Aeugeli üb. ■0 Babelt, briegg doch nit e bo, •I wott jo wider umme cho. »Und chumme-a-ig über's Johr nit hei, •So 8ohi7be-n-i dir es Briefeli chlei; >lm Briefeli böH'b geBchribe sto : •1 wott myB Babeli nit verlo.« Und wenn der Himmel papyrig war'. Und jede Stern e Schryber w»r'. Und jede Schryber hätt' sibe H&ng', Si schrybe doch mir Liebi keia Eng. Die erst« Abteilung dieses Uiedes erschien zuerst gedruckt in Herders „Stimmen der Völker", erste AuBg. 1776—1779. Das Lied trikgt dort den Namen ^ Duale und Babele* and entapricht in Zal und Inhalt der Strofen (mit Ausname der lezten Strofe) ganz dem hier mitgeteilten ersten läedo. Die Sprache ist sehr inoorrect, und man sieht deutlich Heiders Bestreben, das Lied dnrch Veründerung der dialektischen Formen und Ausdrücke dem deutschen Publikum Terständlicher zu machen. Der gleiche Text der ersten Abteilung unseres Liedes liegt dem Abdmcke desselben zu Grunde, welcher 1810 in Nr. 20 des Solothn mischen Wochen- blattes und 1R'21 im Solothurner Kalender erschien. Die Heraus- geber haben das bei Herder ver hoch deutschte Lied wieder ins Pcbweizerdeutsche zurückzuübersezen gesucht , nicht immer mit GlQok, wie schon der uiiserm Volk^dinlekt ganz fremde Gebrauch des Imperfectum Indicativ des Zeitwortes lert. In der Solothurner Zeitung 1861 Nr. H u, ff. teilte Hr. Fürsprech J. Amiet den Text des Solothurni sehen Wochenblnttes aufs Neue in einer nn~ serem Dialekte mehr entsprechenden Redaction mit, der wir auch bis auf wenige Ausnamen gefolgt sind. Dagegen ist der von J. J. Amiet im Solothurner Kalender von 1857 besorgte Abdruck ganz der des Wochenblattes von 1810. In bedeutend veränderter Redaction erschien das erste Lied bei Itud. Will: , Texte zu der Sammlung der Schweizer Kllhreiben'' 1S2G und daraus abgedruckt in CI. Brentano ^des Knaben Wunderhorn' (Ausg. von 1846) und in vielen Liederbüchern z, B. dem Aarauer Liederbuch. Strofe 2 ist hier in folgende swei Strofen auagespounen : m L)er Dura)! geit dem Aetti na: ,0, Aetti, woteoh mer d'g Bäbeli la?" ,„0 nei, o nei ! o Dui'ali mj, n„Mys Bäbeli isch no vil zu chly.'"' .0, Müeti, liebsteB Müeti my! „Chft d's Babely no oit g'liürath't sy?" ,„Mys Babely isch no viel zu chlei, „„Ee Bchloft diell Jahr no aanft allei."" Ebenao iat Strofe 4 in 2 Strofen ausgesponnen: * ,0 Uauptma, lieber Hauptma my! „Brucbst du ke Chnecht i Flandre-o-y i" „,0 ja! o ja! o Darsli my! ,,I dinge di i FJandre-n-y. " * Der Hauptma zieht der Seckel ns. Er git dem Dura drei Thaler drUB. „„Nu Ba, üu BÖ, o DufBÜ myl ,,JetÄ bist du dinget i Flandre-n-y." Ganz das Gleiche geschieht mit unserer Str. 6, wo es bei Rud-I Wiß heillt: Das ßabeli geit wol hingers Mus; Eb grynt ihm fast die Äeugleni us, ,,Äoh DufbIÜ liebe Dursli my! ,,So hegt du dinget i Flandre-n-y.'" „0 Bäbeli! thue doch nit e so! ,1 will d'a Jahr wieder nmhi cho, „U will beim Aetti frage-n-a, ,0b er mir d'a Babeh deh well la.' Bei Rud. Will findet äicb auch zuerBt die von uns aurgenommeue I SchluÜBtrofe des ersten Liedes. Wir glauben, obige Erweiterungen seien durch Bud. Will in den Teit gekommen. Die pedantische WeitBchweifigkeit und Regelmäasigkeit, welche dadurch in das Lied kommt, ist der Volkapoesie fremd. Will hat außerdem unserm guten Leberberger-Liede die Ehre angetan, ea in den Berner- Dialekt zu übersezen. Die ScbluUetrofe bei Will iat offenbar aus einem andern Volksliede in unser Volkslied geraten, hat sich aber seither im Volksmunde erhalten. Das Lied ist beute im Leber- J berge nur unter dem Namen ,der papierige Himmel' bekannt^ I und unter den wenigen Strofen, welche noch gesungen werden, % feit die vom papierigen Himmel nie. Dieser Umstand und der ' offenbar der Volkspoesie angehörigc Gedanke der Strofe bewogen uns, dioBelbe, troz nuaerer kritischen Zweifel, in den Text aafüu- nehmen ')." Franz Jos. Schild „der Gi-oliätti ausdemLeberberg" 1863. Antonius zur Predig die Kirche findt ledig I 376. Grundlage dazu befindet aich im Musical. Leuthe Spiegel . Ifi87. 4". No. 12. i gehörig; das Wui Ich besize eiue Abschrift von Scbottky, die ich Ihnen könnte abgeben. Das obige Werk muß wol in der Wiener Bibl. eu haben sein. LErk ;es I 431 ff. KOnter im I Heiaerice Kuoblochnern, Vorzeichen dea Jüngsten T Buche »Sibilla WiBag" gedruckt \ Heidelberg. 15. Jhd. 8". Staufenberg I 4ö8 ff. Ein unbekannter teuta eher Dichter hat die Sage in einem Cyclus von Romanzen behandelt, der im Jabr 1B95 in Straßburg erschinen und äusserst selten ist. In des Knaben Wunderborn von Arnim und Brentano, einer von G ö t h e meisterhaft gewürdigten Sammlung ücht teutaober Volkspoeeien, die sich nur noch verstümmelt im Munde der nied- rigen Classe erhalten und auch hier bald untergehen werden, sind jene Romanzen, mit Weglallung des Zwecklosen und Unpoetischen mitgeteilt. — Ich weill nicht, ob dieser Sage überhaupt etwas Historisches zum Grunde ligt ; zwar beruft sich der Verf. des Ge- dichte auf einige Steine zwischen Staufenberg und dem Dorfe Nus- bach, die noch als IlenkmiLler eines veranlaßenden Ereignisses vor- hdoden sein sollen, inzwischen ligt in dem ganzen kleinen Epos eine romantische Tiefe und die Gestalten bewegen sich so gana iu dem ~ dem wunderbaren wesentlichen Helldnnkol. daß es mir vielmehr aus einer dichterischen Fantasie hervorgegangen zu sein scheint. Die meisten Volksaagen, in wie feiii sie dem Romautischen angeboren, ruheu überhaupt sehr selten auf einem historischen Grunde und knüpfen sich gewöhnlich nur an Naturerscheinungen, welche die Fantasie miicbtig anregen. Badische Wochenschrift ed. Schreiber Heidelberg 1806 Sp. 59 ff.'} Vrgl. ferner Uhlanda Schriften I 605. Ins Ben H 129 ff. Alem. IIl 170 ff. Aus einer Hdschr. des 15. Jhds. hat v. Fichard im Frank fort ischen Archive III 279 (1815) ein bieher gehörendes Lied mitgeteilt: Eyn ander snberlich lytlin von eyner 6scherin. Anfang: As wolt ein hübsches freuwelin Wolt fischen uff dem see. Mit irem nüwen schieffeUu, Got geb uns glück und heil. Sie schick den man ins he u. s. w. 6 Strofen. In der Anmerkung verweist der H. aufs Wnnderhor I 34ti und Bragur 11 212. Da I bekannte Abscbiedslied »Ich stund an e 1- folgt hier mit der Ueberseznng Bebeis U 207*] L 1) Sieh Alem. lU 164 ff. 2) Bebeliana opuscula novs Argentorati 1512. 4°. Bogen Q iij fg. 42 Vulgaris cantio. ich stond an einem morgen gar haimlich an aim ort. ^ Per eundem Heinricum Bebelinm Poetam, in Carmen latinum redactnm. Tempore quo conianx Tithonum mane reliqnit, Occulto fteteram conditos ipfe loco. Hie illam andivi miferanda voce querelam Qua flet amatoris pnlchra puella abitnm. 1 Ich ftond an einem morgen heimlich an einem ort, Da het ich mich verborgen, ich hört klegliche wort Von einem frewlein hübfch vnd fein Das ft&nd bei feinem holen, es mnXt geschoiden fein. 5 Nefcio quo fato mihi mens prpfagit amice, Puella. Cedere conantem teque parare fugam, Hoc ego fperaui mihi qui iurare folebas, Te folam in vita femper amabo mea. Jurabas memini^ miferam cur perdere queris? 10 requies animae dimidiumque meae. 2* »Herzlich! ich hab vemummen, du wöllft von hinnen fehler. Wenn wilt du wider kummen? das folt du fagen mir.« Sic Ilata fata vocant, non efb fpes vlla manendi. Amator. Yirgo vale, noftri quae memor effe velis* Ac difcedenti poftremum porrige dextram, Quae toties nobis pigpus amoris erat. 15 Dent quoque dij fuperi (quoniam non poffumns ipsi) In me pro meritis premia digna tuis. 2^. »Merck, feines lieo, was ich dir sag! mein z&kunft t&ft du fragen, weifz weder ftnnd, noch tag.« Ne tantum committe nefas^ crudelis amator. Puella. Aut miseram properes enfe necare prius, Dixeris aut faltem reditnm, R nulla morandi 20 Spes fuerit, vitae confnlitoque meae. At maneas potius, quicquid mihi patria cura In dotem dederit, fumptibus adde tuis. 3 Das frewlein weinet fere fein hertz was unmfits vol: >Nu gib mir weif vnd lere wie ich mich halten soll Die SeolcDzustände der Liebenden sind mit einer Ovids würdigen Fein- heit ausgemalt. ^ ^^^^^r leb Fetz für dich, was ich vermag ■ und wilt du hie beleiben. F Terzer dich jar und tag!- f LuOmuB in fumma tot noctea totque per annos Ämator. P Laeticia, noceat ne mora longa caue. 25 Tempna adeft, qnod si non tempel'tiuue abibo. Jactoram famae iure timebo tnae. Hou timeo imprimis, quo nil mihi triftiua \-nc|Unm Eueniet, tantum dij prohibete nefas. Et ijuid opea referas? quae non alimenta per annuiu 30 Praeftiterint, etiam poft abiturua eram, Vt Titea famae paupertatifque periclum. Concedaa triftem iam precor ipsa viam. 4 Der knab der Tprach auPz m&te: • Dein wiUen ich wol fpflr, Verzerten wir dein g&te, ein jar war bald hinfür, Dennoch robh es gefchoiden fein: ich wil dich freuntlicb bitten, fetü deinen willen drein!* Sic ftat abire tibi, eft et inexorabile pectus, Puella. At Baltcm liceat me comitem effe viao. i 35 Nee piget extremas t«cnm concedere ad orae. ^^^^^^h Quo fine mors vita dulcior effe Tolet. ^^^^^1 5 Das frewlein, das Tchrei: ,Mort«! ^^^^^^M mort über alles leid! ^^^^^^^H Mich krenken deine werte, ^^^^^^^H herzlieb, nit von mir fcheid! ^^^^^^| Für dich to tetz ich g&t und er, ^^^^^H ' und folt ich mit dir ziehen, ^^^^^^B kein weg war mir m fer." ^^H Atque domum patris, qune probitate nit«t, ^^H Inueniea eliam de tot modo mjIibuB vnum ^^^^^^H 40 Vrbis amatorem, cui placuiffe velia. ^^^^^^H Quiqne tibi penitua veterea expectorat ignes; ^^^^^^H Tarn cito foemineo corde recedit amor. .^^^^^^^M 6 Der knab, der Tprach mit züchten: ^^^^^H „Mein Tcbatz ob allem gut, ^^^^^M ich wil dich freuntlicb bitteu, ^^^^^1 fchlag folchs aufz deinem mät ! ^^^^^^M Gedenk wol an die freunde dein, ^^^^^^^| die dir keins argen trawen ^^^^^^^H und teglich bei dir fein !" ^^^^^^^H Stemmata, non aliua cor mihi tauget amauG. ^^M — J 44 . Curabo, tecam dum licet ire procul. Quid te detineBin phaleratis vocibus ultra? Am&tc Pulchra puellu vale, me fera fata vocant. Hie fleoB et rparfos virgo laniata capilloB Paella. Pectore de triffci, talia verba refert: Non ego credideram, dnm diliQQguntur amantes, AMigi tantum, mors leuis ipfa foret. Mors leniB ipta, foret Tinem poritura dolori, Quotidie morior, maceror. excrutior. At mihi concludi poffit (i caroere pectos lllius, vt curae niilla puolla foret, Ante per hammatos errarem mortis ad horain Sentes, et tribulos nuda genu atque pedes, Ante per ictiferos eofes, mediumqne per ignem, Carcere quam finerem pectuB abire tneo. Fixifti telum, credae mihi, pectoris iraa, Ämator. nie ait, hoc ignis, boc latet ipfa Venus. CoDcutit hoc corpus, penetrauit et ilia fumma Quod fine nee fme te cogor abire mifer. Quam mallem, noftis diui, tentare duelium Promirfum, atque latus ho^ia adire feri. Atque ita difcedena, oculoa refiexerat vfque. Dum vifum excludit, fallit et aura Tuum. 7" Do kert er ir den rucken er fprach nit mer zS ir ; lila petit latebras, et queftibua aera complet, Puella. Cuique Huunt oculi more perennis aquae. Ad poA:quam redijt aaimus, mox ecce puellas FlebilibuB, cnueant, admonet illa modis. T*" Das frewelin tet fioh fchmucken iu einen winkel ichier. Und weinet dafz es Tchier vergieiig. Das hat ein Tcbreiber gefungen, wies einem frewlein gieng. Difcit« ab exemplo miferae, blaudinima turba. Nil fore perpetuum quod placuiffe folet. Nee faciles fallaat innenum blandiffima verba. NuUa fidee iuueuum, nulla in amore fides. Spes, amor eft fallax, oec duratura viiluptas, Tmpncata quies, laeticia atque dolens, i Pernicies iocunda, nimis quoqne dulcor amanis, Qoi poftquam fureris, mos fugitiaus abit. Deniqne mille in amore cruces, et dulce venenum, huctuB, et lacrimae, cnra, qnerela, dolor. XVm. KAL. SEPTEM. ANNO M. U. VII. FWeinkauff Graf Fri ch 11 258 1 Str. V. unten: Wie ift sie alao I 45 inniglich. Die Angabe als ob die HH. in der 1. Auflage „höDiglicb" eingesezt biltten ist unricbtig- h ü n i b li c h gehört dem alten bchweizeriacbeu Texte an und heiltt böli, wild runz- lichten ventogenen „verpßaenen" Geeicbtea. .Caporare frontem, die stirneii nintzleu oder rümpfen, hönlicb sehen, nit fröhlich Bein." Friea. „Hünlich sühende, torve, torvus. Uönlichs angesichta, vultuoaos." Moaler. In den Probeo aus dem für das schweizerische Idiotikon gesanimelten Materiale (Staub und LTobler) 1S74 ist des Wortes reichlich gedacht. S. l'i ff. Got. schon hauni, humilis; höni ahd. verachtet. „Inniglich' einznsezen ist unsinnig und es ist kaum begreiflieb, dasa bei Ubland II S. 278 Str. 11 selbes stehen blieb. II 240 Str. 2, 6 ÜB „meinen" sUtt .jaein' und Str, 2, 9 »der Frauwen" statt „den Frauwen". II 2 ist durch ein Versebn in der Drackerei doa Lied „Haus in allen Qasaen" nach der altern Ausgabe abgedrnckt, wärend dasselbe S. 5 f. vollst-ändig und nach dem ursprünglichen Teste mitgeteilt wird. II 24. In der mit „0 lieher Herr und Gotte" beginnenden Strofe ist die Torlezte Zeile .So g' schwind ist Feor im Daoha*, ausgefallen. II 44. „Ein hübschea lied in des Brembergera thon." An- fang: „Wie wol dem tag." Fl. Bl. 4'». o. 0. u, J. (Auf der Berliner Bibl.) enthült das Gedicht, wovon wir nach dem Wunder- horn nur ein Bruchstück mitteilen konnten. Vgl, Uhlands Schrillen mr Geschichte der Dichtung und Sage IV S, 1 7, wo gleichfalls ein Bruchstück abgedruckt ist, das alier sehr von dem Wunderhorn abweicht. Die Herausgeber Das Wirtshaus am Oberrbem I Heidnische Erinnerungen. Der Culturhistoriker Riehl spricht in einer seiner anziehenden Schriften den Gedanken BUB, dass das Wirtabaus dem Deutschen zur zweiten Heimat werden könne. In der Tat, dem Wirtsbause ist ein wesentlicher Teil des süddeutschen öffentlichen Lebens zugeteilt. So war es im Süden von jeher. Schon derRömer sang auf traute Erdenwinkel : Syrische Wirtin geschmückt, um dos Haupt die giiechiscbe Binde, Und zu der Schellengetön zierlich bewegend den Leib, Tanzt in trunkenem Mut vor der wolbekannten Taverne Schlagend mit wechselnder Hand lärmender Stäbe Gefüg '). Aus der römischen Zeit kommen ara Rheine in den Sizen alter Cnltur. in Mainz, Speier, Worms, Baden, Basel und CoDstanz wol die Tabcmae und Cauponae vor. Die erstero Be- »ichnung hat sich bis auf unsere Tage erhalten. I) Zell, Perienachriften Erste Sammhing. Freiburg, Wagnor 1H26. Abhdlg. die Wirtshäuser der Älteu. 46 Bei der Gnetfreuudschart der ßüiner wnr ea PÜicht, entelen vom LaDde zu Lewirten und zu beherbergeo. Dem Volk und seiner Luat blieben die TaTercen, CaupoDen uad PopJnen, dfal Scheoken, Wein verkauf ereien und Garküchen, in welchen indeeBMj □ icht bloH dem Eizel des Gaumens sein Recht widerfnr. Das hielt ant Oberrhciue bis in die Karolingiscbe Zeit hini und in mancheu Schnften diser Zeit findeD sieb nocb Spuren ftbl die zweideutige Natur solcher Wirtschaften. Erst das spätere Mittelalter machte die Wirtschaft ehrlich und das Zunftwesen wurde die Schöpferin der modernen Schilde, So in den Stüdteii. Das Land hatte warend des frühern Mittelalters bis in das 14. Jarhnndert noch eigentümliche Einrichtungen. Die grossen Höfe der Freibauern, welche im 0. and 10. Jarhundert der Heerbann uud die allgemeine Werp Dicht za Grunde gerichtet halte '), übten Gastfreundschaft, und in reicher Fülle stand dem Gast und Freunde Wegzeruug zu Gebote, und gerne trug der Hausherr seinen Reichtum in der Fülle der Speisen und Getränke zur Schau, wie eu ja stets Sitte der Barbaren ist. War es doch auch am Hofe des Frunkenkänigs Chilperich Sitte, eine Menge gesottenes Fleisch im Audienzsale vurzu legen, and muste doch Jeder, der zum Könige kam, sich ein Stück iiemen nnd dort ans der Hand essen. Thiery schildert dise Hofsitte tu seinen berümten merovingi scheu Erzälungen. Die Aefate und Pröbste, die grossen Herren mit Gefolge, die zu iren Gerichten fuTeu, hatten ire Einker in ireu eigenen Hßfeu. Ja, der Abt von S. Gallen konnte den ganzen Oberrhein, die Schweiz und Oberitalien bis nach Maitaud bereisen und stets auf Gütern seineH Klosters Machtherberge nemen. Die Herrenhöfe hatten hierzu ire besimmten Verpflichtungen, welche die s. g. Weiatümer enthielten. Sogar freie Ueberfarten über Flüsse hatten sieb manche ausbedungen. So für der Propst von Weissenbarg, dessen Kloster Ord. Beued. schon in den m ero vi ngiachen Zeiten ge~ stiftet war, kostenfrei auf dein .Var" von seinem Dorfe Ilagenbach nach dem alten keltischen Fiscberdorfe Daheslar, dem heutigen Daxlande , um in Dudacb (Duriacum) nnd Ettlingen (Atinia«um) Gericht z i halten; denn dise Gegend von der Alb und Pfinz ge- hörte bis zum 11, Jarhundert dem Kloster Weissenbuig*). Das aufstrebende Mittelalter nam in seinen socialen Einrioh- tungen vi es Bömiscbe in sieb auf. Die Zünfte mit iren Heiligeiii ind Herbergen sind nur Uebertragungen in die christliche W«lt. Wie einzelne Localitiiten ire besonderen Schuagötter hatten, waren Dörfer und Wald und Flur unter den besonderen ScbttB 1) Hüllmann, Geschichte des Steuerwasens, 2) TrsditioDes Poseessionesque Wizcnburgenscs, Ed. Zeuss. Spirae. 1842. Hagenbuoch (Hag'enbacli) in Daherslar (Daxloiideu) p. 308. S57. Arnold, Aneiedl. 1876. 137. I 47 1 l des Ortslieiligen gestellt, der raanclimal sogar ia die llrt-swappen mit snfgeDOinmea vr»rd. So trägt dns Gemeindenappen Forat'e die hl. Bnrlinra. jetiea von Gengenbach und Nordrach den hl. Ul- rich. Hatteolieim den hl. Peter und Seckenheim den hl. Egidiaa. Ja in deo Tälern der Ooa und Marg Imden wir im Iti. Jar- hundert noch die Sitte allgemeiner grosser Bittgänge mit allen Heiligen des ganzen Gaues, wie heute noch in den Tälern der Tiber '). Uaa Mittelalter kannte wie das römische Zeitalter die Frauen- hänser, die pomphaften Aufzüge, welche Proüessionen warden, die geiatlichcn Spile, Mummenschanze, E^lsfeste, wo der Cleriker dnrch einen wiehernden Esel repräsentiert ward, OaterpOBsen, an die Lupercab'en erinnernd, und d*rgl., welche alle den heidnischen Natnrilienst christianiaierten und dem Hamor und der Satire eine erstaunliche Freiheit gewürteii. Uievliei spilten die Schenken eine grosse Rolle ; denn bei solchen Gelegenheiten strömte das Landvolk in die Stadt und suchte sich von seinen Mühen und Drangsalen zu erholen. In den mittelalterlichen Stüdten gab es von jeher Wirts- häuser undGasthöfe (Herbergen) wie z. B. in Frei bürg schon gleich nach Gründung der Stadt; denn es heiast vom hl. Bernhard, als er dort das Kreuz gepredigt: In Frienburg pnemm caecum mater obtulit (S. Bernardo) mane in bospiÜo. An diae alten Herbergen reihten sich alsdann die Adels- und Znnftstuben an, wie zu Freiburg bereits im 14. Jarhnndert ,der Ritter" auf dem Münsterploze eine war. Im Anfange des 16. Jarbunderts waren sie dort schon zalreich, wie die dortigen Stadtakten aufweisen. Eines a. B, hatte den sonderbaren Schild .Zum roten Sohwerdt". Auch im alten Heidelberg gab es eine Herberge „Zum Hitter". Id der Stadt Mainz 1450 die Herberge .Zum Spiegel". Später kamen die Kranz- und Dusch wirtschaften auf für Speisen und Getrünke — die Vorgänger unserer modernen Restau- rationen! Das Aushängen von grünen Büschen und Kränzen war das Zeichen, daas die Insassen ihren selbstgezogenen Wein verzapften. Bei den Klöatern bestunden von jeher Hospizien oder Gast- hänser für die Fremden und Reiaenden dea Laienstandes, wie zu S-Blasion, welches „Gasthatis" im 16. Jarhundert erneuert ward. In Salem bestunden sogar schon 1150 2 Gasthäuser, einea für vor- nehmere and eines für geringere Gäste. Jedes hatte seinen Wirt oder Meister, magiater boRpitum inferiorum et magister honestiorum *). Die Trinkstuben der Zünfte und des Adels — also eine Art gesclüoBaeDer Gesellschaften — in den Städten vermerten sich 16. Jarhundert ser. In Strassburg z. B. gab es um die Mitte des 14. Jarhunderts nicht weniger als 8 adelige Stuben ; 1) Protoc Visit. Spir. U re. 85. 2) Vergl, Sek Bürator od. i Gregore vius. Bilder aus Italien. aocb 1875 S. 22. 30. 33. 93. 13S. 136. 48 noch j, anao 1490 noch 2 und s a zu Freibarg auch die bürg^erliclieii n iMitte des 15. Seculi daselbst nur das hteng mit der BeachränkDiig der um die Mitte des folgondi 1790 noch eine! So nai oder ZunfUtuben »b, da noch (i derselben beatundi Zünfte KUHammen. In Marktfleckeu oder bei Scbiffeländon und dergleichen bestunden scbon merere Schenken neben der Taverne — Bier* nnd Weinschenken, wie z. B. schon ira 12. Jarbundert zu Sohaff- hausen am Kheinfalle, wo die Schiffart unterbrochen war, ajcfa VI Cauponae vini et cerevisiae befanden. Im Mittelalter waren die Dorfwirtshäuaer nnd Oorf- schonken noch wenig zaIreich. In eigentlichen Flecken und Dör- fern bestand je eine Taverne, welche meist von der Ortshf Bchaft zu Lehen gieng. Im Breisgau bieas eine solche Wirtaohi die Stube. Auf dem Lande bestand in den Dörfern neben der Tbti meistens noch ein Wein- oder Bierhaus. Aber die Wirtachaftü- rechte wurden auch einzeln stehenden Milien nnd MaierhSfi erteilt, wohin das Volk an Sonn- und Feiertagen nach dem Nac mittagsgottesdienste gerne sich vei-sammelte und w Bäume und Tanzplüze fand. I meist schöne Eine Hauptrolle in Stiidten Wirtshäuser zum „Adler" und „; md dise die Metzig ind Dörfern spilten früher die Ochsen". Denn jene waren man gut trank i * Posthäuse noch besser h Bei Schiffsländen trift man meistens heute noch die SchOdl zum Schiff und Anker, die Nachfolger der römischen Contl^] bernia nautarum, und im Walde jene zum Hirach und zur 2 Das alte Wirtshaus. Ueber die Art und Wei auf dem Lande die Wirtschaften warend des 16. und 17. Jftr^J huuderts belriben wurden, will ich einiges mitteilen. Die Wirt Bchaft oder Dorfstube wurde zum Betriebe i z. B. ein Jar, einem Bürger übergeben. Das Ungelt, welche vom Weine entrichtet wurde, war der Herrschaft allei n zuständig.* Wft8 an Wein und andern Getränken vom Zapfen zum feilen Kauf ausgeschenkt ward, davon gehörte der Herrschaft vou jedem Saum ein Schilling, 6 Pfenning zu L'ngelt >}. Femer erhob die HerrBcboft den Masspfennig, d, h. von jedem Saum Wein 8 Bazen, wovoB J Niemand befreit war. Keiner durfte eine Wirtschaft treiben Ol lo durfte er vi i Jares bei Strafe eines Pfundes IUpp( luboiss der Herrschaft ; Ablauf (Verscheinung) c mit dem Betribe nicht aufhören. 1) Dngelt heisst es und nicht Um-gelt oder Ühmgolt. Üagi ist Geld, das man nicht von Rechtswegen, sondern erbeten (freiwiU' der Herrschaft zalt, ein Geld, das man eigentlich nicht zu ealen b Vgl. Woigaud Wb. II 946: widrige Abgabe. 4S Uober die Erhebung des Ungeltes war z, B. im h&d. ilurlacli- sobon Überlande angeordnet, dass uur zuvor geachiizter Wein, d. h. solcher, von welchem bereits der Masspfcnuig Li'zalt und dessen Quantitüt daher festgestellt war, verzapft werden durfte. Der Wein wnrde im Keller des Wirts vom Vogt« und den Geacliworenen überschlagen d. h. die Quantität bemessen und das Qnantum anf die beiden Kerbhöl^ter geschnitten, wovou der Wirt eines und der Vogt oder die Geechworenen das andere aufbewarteo. Wurde Wein aus dem Keller verkauft, so schnitt man dises Quftutum von dem Vorrate auf dem Kerbhoke ab. Daher kömmt der Ausdruck Äccis, das AufgeAchnittsne (accisum), von dem man Abgabe bezalt. Von Wein, der umgestanden war, wurde das Ungelt rückver- gätet, d. h. verrechnet und ab dem Kerbholze geschnitten. Eine baare Rückvergütung fand nie statt und die Herrschaft betrachtete das bereits Hrhaltene ula Voremiifang. Den umgestandenen Wein durfte der Wirt mit seinen Leuten im Hanse vertrinken {was ich Manchem heutzutage wül gönnen möchte), aber nicht verkaufen. Der Wirt durfte nicht eher ausschenken, bevor alles Uagelt bozolt war. Neben disen regelmässigen Wirtschaften gab es von Zeit zu Zeit BuBch- und Kranzwir tschafton. Mit disen hatte es folgende Bewandtnis. Da im Mittelalter vil Wein gebaut und vil geherbstet wurde und nur die bessern Sorten in das Ausland giengen, so muste man den Verker mit den Landweinen erleich- tern, damit sie abgosext werden konnten. Den Wein kann man nicht wie andere Früchte auf den Markt bringen, man muss ihn entweder im Keller oder in der Schenke verkaufen, jenes geachiet gcwönlich uur bei besseren Sorten, dises bei genügen. Der Wein- bauer muste daher für seinen Landwein eine Zeit lang Schenk- wirt sein, um in zu verkaufen. Solche zeitweise Schenken hiesa man Busch- oder Strauaawirtscbalton, weil ein solcher Bauernwirt statt des Schildes einen grünen Äst oder Busch von Nadel- oder Laubholz über seine Ilaustüre hinaussteckte zum Zeichen, dass er seinen Wein verzapfe, was er auch mit Angabe des Preises öffentlich ausrufen liess, dns man „Weinriii'en" nannte. Dise Sitte der Strauss wirtschaften ist uralt und nm ganzen Ober- und Mitteh-heine verbreitet; in früheren Zeiten wurde statt des Strausses auch ein Reif oder Kranz vor die Türe gesteckt, woher noch die Krauzwirtachaften rüren. Die StrauBswirte hiesa man im 16. Jarhundert im ßreisgau oud zu Rastatt, zum Unterschied von den Schildwirten, Gassen- wirte , wai'B eil ein lieb weil sie uicht an der Hauptstrasso iro Sehenken hatten. Sie gaben iren Wein immer wolfoiler als die Schild wirte. Die Polizei ward scharf gehandbabt. !n den Dorfwirts- häusem durfte nicht über neun U r Abenda Wein vurzapft so werden und hiad durfte nicbt höher spilen, als um einen Viernyl Auch wurden die Lebeusniittel iiberivacht. Der Vogt halte zu aehen, dasa rd Bi'ot uud Fleisch kein Maogel sei und wurdt die Preise des Fleisches festgeaezt, „daioit der arm Maiui fehlen Kaure nit ü1>orniesseD werde." Ja, man war dninals sc SQ weit, dass die einüeluen Stücke des geschlachteten Tieres je nach irer Güte ire bestinimten Preise hatten, so doas nicht, wie heuf« oft, dei' orrae Mann für sein Geld bei einem halben oder ganzen Pfunde Fleisch — die Knochen erhülL, und der Reiche bei , 5 Pfund das Fleisch. Fiilschungen an Wein, Bier und Namnga- niitteln wurden empfindlich gestraft, was bei der gewissenlosen Zeit uuaserat nötig war. Es gab ferner eigene polizeiliche Vorschriften für den Wirt, welcher zur Abwer von Streitigkeiten und Sittenwidrigkeiten viles Hansrecht besass. Fremde Leute durften in llörfern nur wärenti der Ernte zaJreich sich aufliulten, was bei den schlechten Hausen) und an verschlossenen Türen, bei der Menge gartcnder Knecbl WildÜügler und Zigeuner eben nötig wiir. Die Herrschaften hatten sich vilfach daa Tavernrecht behalten, das inen vil Geld eintrug, da es mit Mezgerei Iläckerei meistens verbunden war, ein Gegenstand, welchen fürlich das deutsche Privatrecht behandelt. ■i Gute alte Zeiten. Der dreissigjärige Krieg hatte deRi Wolstand des deutschen Volkes vernichtet und die verwüsteten SiSdte und Dörfer erhalten sich nur langsam wieder. Die wilde Zeit der Junker ond Soldaten, welche diser Krieg zurückgelassen, artete in masBlase Schlemmerei aus. Das Geld war selten, die Be- völkerung war auf ein Drittel herabgesunken und der Wein ebeu so schlecht als wolfeil geworden. Wer sollte auf Lager kaufen, wer bei schlechten Wegen und hohen Zollschrauken exportieren? DerWeinban sank ira Beginne des vorigen Jarhunderts auf ein*; ser tiefe Stufe- Der Üürgerstand beschäftigte sich allmülig mer mit Herstelli geordneter Verhältnisse. Die Zunftslube wai-d in ire früher« Hechte wieder eingesezt und die Aufiurung der Jungen steenge und pedantisch überwacht. Der Reisende fand in Städten um Mitte des vorigen Jar- hnadcrts bereits bequeme Gasthäuser am Oberrbeine, da durch den Verker mit Holland und Frankreich manches Zweckmässige zur Kenntnis unserer AJtvorderji gekommen war. Auch die Dörfer auf der Ebene blieben in wirtshäuslicher Ueziehung nicht zurück; die Lemhütten mit Strodäcbei'n verschwanden in der zweiten Hälfte des vorigen Jarhunderts fast vollstündig Die Bevölkerung hatte zugenommen, die Milderung und Aufhebung der Leibeigenschaft hatte das LosB der ländlichen Bevölkerung verbessert und vilfach begann Wolhabenhcit in der Rheinebene auch in Dörfern und Marktflecken das Leben angcnemer und menschenwürdiger zu ge* in« I stalten. Dise Seite mcnachüclien BehAgeuB beanngen unsere dent- schenDichter meist im entsprechen den Dialekt wie Babel, Satler, Wciz- mftim, Kobell, Nadler u. A. Vrgj. GirÜnger „Aus Sehwaben" H 386 ff. Die besten Wirtshänaer für d&s Volk waren in den Ort- Bcfaaften oder einzeln im den öfientlicben Strassen diejenigen, wo die Furlente mit den Frachtwagen zn halten oder zn über- nachten pftegteii ; denn dise Furieute mit iren stattlichen Hengst- geapanneo (gewönlich 4 bis 6) genossen ein grosses Ansehen und lebten gat. Sie bildeten einen eigenen mannhaften Stand, der siuh sehen lassen konnte iu seiner eigentümlichen Tracht. Der echte Frachtfurmann ti'Ug eine farbige Joppe, darüber meist das Blau- hemd, farbiges Leiblein mit Silberknöpfen, schwarze Lederhosen, weisse Strümpfe, ßundachuhe, gestickte Hosenträger, sclirüger breit- krämpiger Filzhut, in der Hosentasche ein dolchartiges Messer nebst Besteck. — Unter den Wirtschaften auf dem Lande zeichneten sich die Scbwarzwalder B a u e r n Wirtshäuser besonders charakte- ristisch aus. Eine grosse geräumige Stube zu ebener Erde, oben und an den Wänden sorgfaltig vertäfelt, mit einem gewaltigen Kachelofen neben der Türe. Gegen das Freie zwei Fensterreien mit Bänken. In der vordem Ecke ein grosser Rundtisch von Ahomhols mit einer Schiefertafel in der Mitte. In der Ecke 8ell>er ein Kruzifix nebst Heiligenbildern zu beiden Seiten, welche Stollen apftter der Landesherr und der Kaiser Napoleon einnamen. Oefters noch ein länglicher Nebentisch, Stüle (s. g. Schapellen) gleichfalls von Ahorn. Neben der Stube einerseits die liüche mit dem Schal- ter, anderseits die Kammer der Wirtsleute. Im zweiten Stocke die Lanbe mit den Nelkenstöcken, die Gastkammern etc. Neben der Wirtschaft die Stallung, Scheune, Tenne u. s. w. Alles unter einem Dache, alles von Holz bis auf die Trockenmauer und den Keller. Unter den Gastkammern war zuweilen eine grössere mit einem breiten Himmelbette. Die Betten bestunden gewönlich aus Stro- sack. Unter- und Oberbett, Kopfkissen, die UeberzQge von Kölsch, LeinUche oder Leintuch aus blendend weisser Leinwand. Auf dem Schwarawalde, wo es noch Eichen- und Bnchenwal düngen hatte, war der Strosack öfters mit Buchen- oder Eichenlaub ge- füllt, welches bei jeder Bewegung des Gastes ein helles Geräusch vemrsachte. Dise Füllung war aber ser gesund. In solchen Bauern wirtschaften bekam man in der Begal guten Wein von 6 bis 12 Krz. den Schoppen, zuweiten auch Bier, trefOicfaen Braten mit Salat, llänchen, Pfannen k neben, ausgezeichneten Schinken, anderes Schweinernes mit Sauerkraut, Späziein mit ein- gemachtem Kalbfleisch, Kaffee, Ki rächen wasser u. s. w. Das Alles war meistens weit besser zubereitet, als man es in städtischen Qaatböfen bekommen konnte und ungleich wolfeiler. In den Stuben wirtschaften der Dörfer hiengeu hinter den Tischen an der Wand zuweilen schwarze Tafeln, worauf mit Kreide die 52 Namen derjenigon, welche Ire Zecho schiiliiig liliLen, nebst Betrage aufgeschriben atunden — so lang vor Aller Augen, bis die Zecliscbuld abgetragen war. In der Ei nach ank aber hieng ebenfalls eine Rchwar^o iüngliche Tafel, worauf der Wirt die verschidenen Zeclieii verzeicbnete. Du es früher niit römiccheti Ziffern geschah (wie bis in die 30er Jare vile Landleute mit solchen, oft !d ser gewandter Weise rechneteu), so entstund diu Sprichwort: „Bßt doppelter Kreide rechnen" oder „Einem ein x für ein u vormachen.'' Nämlich die gewönlichen Ziffern waren der I und der V; hatte man nnn von V au wieder 5 Einer angeschriben, so wurden sie in einen V zusammengezogen und diser unter den vorigen verkert gcaezt, wodurch ein X entstand. So machte die doppelte Kretd« des Wirtes oft ein X für ein V. So im Schwarzwnide I Das Breiagauiache Hügelland und die fruchtreiche Ebei nicht minder Frenndliches und Heimisches. Ein slattlichea Wonhads' mit hoher Stige ist disor , Löwen". Hübsches Ilausgitrtcben, von der Tochter des Hauses gepflegt; in der schönen Jareszeit, in dem Pracht- und Wonnemond ein Bett voll Rosen, Nelken, Ros- marin, Gretchen in der Hecke und weisse Lilien. Die Küche tr- kannte man bald an den vergitterten Fenstern, an welchen die fetten Gänse, Hüner und Enten für die brnzelnde Ffann« bereit hiengen. Frdlicher Gesang, heiterer Sonnenschein und frenndli( Gesichter luden zur Einker ein. So auch in der frölichen Pfalz, dem Volke mit echtem Mut( wiz und unsterblicher Heiterkeit. Dort gieng es aber lebhi lauter und „kriacher" her, als bei den mer Bchwcigsamen knöpften oberländer Bauern. Auch anf eine gute Küche sich der echte Pfilker. denn „der MenBch bot en Maoge, un umesunscht", sogt Kobell in aoinen pfälzischen Gedichten, 4 Topografie der Wirtsschilde. Ein Hauptkapitel bildet nun die Topografie der Wirtsschilde. Sie ISsit uns die Geschichte der Vei'breitung der Wii'tshäuser und ire ursprüng- liche Destimmong erkennen. Es lüast sich nämlich hier eine ge- wisse GesezmÜBsigkeit aufweisen, wie bei der Topografie der Kirchenpatrone, wo die Apostel, canonischen Heiligen und ersten Märtyrer, denen die Kirchen geweiht sind, auf das hohe, ich mochte sagen canoniacbe Alter einer Kirche hinweiaer Die iiltesten Schilde sind Leu, Adler, Ochse, Lamm, Kro] Stern, Sonne, Bär, Hirsch, Einhorn — also lauter Embleme Heraldik, welche man von den Köpfen unserer in Wäldern woneni Vorfaren nam, die sich in den Anfängen irer Cultur mit den H< nem des Auerochsen schmückten. In der Regel zeigen die Schilde Adler und Löv früher eine Poststelle da war; später kam das Post- und Wald- horn hinzu. Ocbse, Lamm, Rindsfusa weisen auf Mezgerei hin; Krone, Sonne, Sterne und Breisel auf Bäckerei. Ilem Porschar iten ich M m 53 L Nork würde es unschwer fallen, einen inneren „bedeutsamen" Zu- sammenbnng der Brotformeii mit dem Naturdieoste der ersten Brot essenden Menschen zu finden. Wia dem Bei, es gibt eine deutsche Urform des Wirtshausea, das Alles in Allem war, aus welchem sieb die arbeitateiligeo Schilde ahschniirtep, um einen zoologischen Aosdrock zu gebrauchen. Die Schilde, Anker, Schiff, Sobwan, Hecht, Salm, Karpfen etc. weisen auf Niderlogen der Schiffer, Flösser, Fischer und Uolzhändler bin. Sie sind die can- ponac naatarum. Am Bodenaee und an der Eheinetraase finden sich diee Schilde eben de sa wegen so häufig. 1d Weingegenden finden wir vile Schilde; Faas, Rebstock, Traube, Weinberg, vier Jareszeiten ; in Frno ht gegenden vile Linde, Pflag, grüner liaam; aufdemWalda: Tanne, Bär, Hirsch, Wolf und Rössle. Vgl. Alem. I 99 oben. In der Herrschaft ßonndorf nnd im Hauenateinischen gab es vile Schilde xam Hirsch, was wol damit zusammenhängt, dass S. Hlasien einen Hirsch in seinem Wappen hat, und die ,Hirzen* Wirtahauser da meistens von der Merrscbaft zu Erblehen giengen. Das „RöBsIe" trifft man immer an den Steigen, wo Vorspann genommen wird. Im Schwabeulande wird hie und da das Rössle isum „Rapple". ViUacb biengen nun gewisse Schilde der Dorfwir tschaften, ala Gemeindest oben, mit dem Wappen des Ortes zusammen. Solche Embleme sind besonders Rose, Linde, Pflug, Kranz, Kngel, grüner Ha um, Kreuz, Blume, Latijb, Wilder Mann, Boss, Hase, Maien. Tanoe, Angel und Anker. Die Linde ist vorzüglich im Mittelrheinkreie zu Haua, der Pflug im Markgrällerlande, der Bär im diiatern Scbwarzwalde, die Tannen und der Hirsch im Haue nsteinisc heu und Kleggau und die Rosen, Lilien, Hoecnstock, Pfauen', Han- und Taubenachilde in der sonnigen heiteren Pfalz. Wer denkt wol nicht an das charakteriatische „Uinkche, Taiboho, Po" dea lustigen Gedichts in E'fälzer Mundart: „Bin nach emol uf Reese" n. s. w. '). Dem freundlichen Leaer will ich eine grössere Anzal Embleme der Dorfwappen anfüren und er wird sich meine obigen Bemer- kungen gefallen lassen. Heidelberg fürt eine Nymphe mit Heidelbeerbusch im iLlteaten Wappenschilde; Waldangellocb eine Angel, Schlechtnau einen Kranz ; OberwoUach einen Wolf, Wolfoch eine Wolfsangel, Sandhofen einen Löwen, Rencheii ein Kreuz, ZuQzingeo einen Uan, Rheinweiler einen Anker und Tannenbaum, Bellingen einen Ritter, Vögisbeini ein Hufeisen, Wiirm einen Braunen, Dietlingen eine Rebhippe, ebenso Weiler, Ursenbach einen 1) Der Verfasser dises Gedichtes ist der ovangatisehe Pfarrer Lang, StudionfrenossD Mone's und Oambacher's an der Univornitit UeideAierg, später Pfarrer in Mällbeim, Er hat vijo komische Gefliehte geichriben, vun welchen discs das bokanDtest« ist. 54 Üclmcn (Ur) über einem Iltich (ein redondea Wnppc-n), Fahl liftch einen Farreo, Niedereacbach eine EBche (Fiacb), Wallbach einen Hirscb, Daxlaaden einen Anker, wie Mannbeim, welcbes im 15. Jarbundort nacb dam Synodale Wormatienae ein elendes Fisuber- dorf war, wie Oos; Eutingen ein Hufeisen — alte Eiseowerke bei Pforzbeim; Nordracb einen Bei'gbammer und Sulzburg und Todtnau Bergleute; G reffe rn einen Ureffer {Steuenuder zum Floas); Herriscbwand einen Hirsch und eine Tanne; Jöhlingen eine Elicbel; Breiaacb 2 Sterne über 6 Felsen; Gengenbacb einen Fisch; AR- ecbweier, Ballrechten imd Waltershofcn — RebatÖcke; Elsenz und Lauteabach eine Traube u. s. w. Dise Ortswappen sind aber meistens Liuearwappen one Farben. Sie haben, so ferne die Orte nicht reicbsunmittelbare selbständige politische Wesen waren, keine heraldische Beziehungen. Sie sind nur Wappen im uneigentlicben Sinne, in Wappenform gebrachte Ortszeichen (Embleme). Das waren die Wirtsschilde von jeher und desshalb war ursprünglich der Wirtascbild von gleicher Farbo. Daher der weisse Ochse, der rote Ochse, der schwarze Ochse, der goldene Ochse, das- weisse Lamm, das goldene Lamm, der goldene Adler, der schwarze Adler und dergl. 5 Alt-Karlsi-nhe die rote Stadt und aeine Wirts- bäuaer. Unter allen Städten Badens besass Karlsruhe, bekannt unter dem Namen, die „rote Stadt", im vorigen Jarhundert die originellste Physiognomie. War es doch in der früheren alt- vaterischen Topografie ein bekanntes ünicum '). Fächerartig gebaut, gegen Süden durch eine Häuaerreihe geschlossen, mit Hiinsern von 1 und l'/a Stock besezt, alle gleichmassig rot angestrichen, in deren Strassen sich gelbe Lakaien und gelbe Dragoner zu Fuss bewegen, Bürger mit hochroten, hellbrausea und hellgrünen Röcken sieb zeigten, die Sladt mit Wald umgeben, one jegliches hervorragende Gebäude, mit monoton -graagrüi Aussicht— eine Waldcolonie in Landesfarben. Gei eine originelle Erscheinung I Der Filcber Karlsruhi denzmäsaiger Griff das Scbloss war, ward in wenigen Jaren gebaut. Die Stralen ans Forlenholz herzustellen, hatte ein Israelit« ölier- nommen, Daa Volk hiess in nur den „Baujuden", Zwei Häuser wurden immer auf einen Eingang berechnet — Spuren einer Spar- samkeit, die heutzutage noch nicht ganz in der Altstadt ver- wiacht sind. Die Strassen fürten ursprünglich die Nameu verschidener adeliger Geschlechter; doch das Volk hielt sich an die Schilde der Wirtshäuser, die dem Gemüto der Bürger stets näher ligen, die Ülasons der Wappenaohilder. Um 1752 besass Karlsnihe eine Waldstrasse, Hcrrenj I 'ünv^H ;wiM(^H reri-^H baut. ^™ en, <^1b^^| J 65 Ititterstrasse, Lammgasse, B&rengaHBe. Kreuzstrasse, Adlerstrasae, Kr onenstrasse und Wftldhornstrasse. Abseits lag das Dürfcheii Klein-Karlsrabe, anter einem beeoiidern Stabbalter stehend und ein Gemeinwesen fiir sich bildend. Karlsruhe zälte um 1752 etwa 2800 Seelen zu 50 Schild-, 10 Strauss- und 5 Juden wirtsohal'ten ! Nach einem Memuriale von 1752 waren folgende Wirtschaften im Betribe: Wolf, Hirscb, weisses Lamm, schwarzea Lamm, Büren, Rappen, weisser Ochse, goldenes Lamm, goldener Ochee, weisses Rössle, weisser Löwe, roter Hirsch, Einhorn, Togel Stransa, Schwanen, blaue Ente, goldener Adler (Billard), Blume, Laub, Rose, grüner Baum, Apfel, Rebstock, 3 Kronen, Kant«, König David, 3 Mohren, Schlüssel, Waldhorn, Kreuz, Arcbe Noah, Tost, Sonne, Engel, frölicher Mann, Anker, Darm- städter Hof (BiUard und Kaffee), Pflug, Krone, Fass, zu den drei Schweizern, drei König, Sjrene und Drache. Hiezu kommen dann noch 10 Strauas wirtschaften und 5 Judenwirtschaften! Nach einer Aktennotiz sind die beiden Wirtschiiften zum Lamm und zum FaBB die ältesten '). Von disen allen giengen nur einige leidlich und einige wenige einträglich. Die Regierung beschäftigte sich in den 5Üer Joren damit, merere Schilde eingehen zu lassen. Die meisten Wirte trieben indessen nebenbei ein anderes Geschilft; sie waren Me^er, Bäcker, Tapezier, Schneider, Küfer, Brantweiubrenner, Friseure u. B. w. Vile hielten sich auch nach dem damaligen euphemistischen Ausdrucke „irregulaire'', ä, b. sie sahen stets, wie es in andern Wirtschaften „anaschaut". Feine Weine wurden wenig hier verzapft ; dagegen Weine aoi der Umgegend und vilfach auch gemachte Weine, wozu die Israeliten damals schon die Bestandteile lifert«n. Angenem wurde das Leben hier erst mit Anfang der TOer Jare. Ein gebildeter Beamtenatand mit aogcncmen Umgangaformen hatte sich herausgearbeitet. Die Geselligkeit hatte den C'liarakter, wie wir in heute noch in kleinen achwÄbischen Landstfidtchen 6nden. An Zeitungen hatte man nur das Wochenblatt, daa äusserat dürftige Nachrichten von den Weltbegebenbeiten brachte. Hünfig aber finden wir darin landwirtschaftbche Ratschläge und bie und da historiache und belerende Aufaäze, welche eo recht die landes- vät«rliche Sorgfalt der baden durlacbiscben Regierung kennzeichnen. Eine llanptlectüre waren aber die Kalender und die Almanacbe. Unter disen ersteren sind der markgriiflich badische „genealo- gische" und der „historische" Landkalender gemeint. In dem- jenigen fiir 17f>l (Karlsruhe liei Makiot) sind noch drei Monats- kalender enthalten, nämlich der verbesserte protestantische, der I) Die Wirtschaften, deren Namen durchschoBSon sind, warou die gangbaren. S6 knl)iolis(;!ie (Gregorianische) und der alte Julisoische, nach weichet heut« noch die griechische Kirche zält. Der genealogische Kalender enthalt, aeineni Namen vollkomnii gerecht zu werden, eine ausfürliche Genenlogie der ehedem noch laj die Hunderte gehenden „aouveriinen Häuser Europa'a", dereB'l KeDDtnis damals zum guten Tone gehörte und deren Details Gegenstand eifriger Unterhaltung von Männiglich und Weibiglich iii den Familieiiüirkelii kleiner Itesidenzatädt« waren, und ein Yer- zeichnia der im Schwäbischen Kreise und in der nördUchen Schweiz abzuhaltenden JarmUrkte und Messeu. Unterhaltendes und Be- lereudes enthält dagegen der ,,hochfilrstliche markgräfliche Land- kalender". Am Schlüsse des vorigen Jarbunderts erschineo in badischen Landen noch historische nnd Hau shaltungskale oder, der Schreib- kalender — eine Einrichtung, die bald nach Erfindung der Buoh- druckerkunst für die Geschäftswelt aufkam, der Hof- und Stiiata- kalender, sodann der Kalender für die freie Reichsstadt Offenburg, der oberrheinische „hinkende Dote" und mit Beginn unseres Jar- bunderts dßr „Labrer hinkende Bote*', vijleicht der einzige unter den noch bestehenden Kalendern diser Art, welcher eigentlich schon I im alten Reiche das Tageslicht erblickte. Der Vorläufer des rjieinischen Hausfreundes, dessen Nameol durch Hebel so bekannt geworden, war eigentlich der „mark*J gräflich badisehe gnädigst privilegirte Landkaien der", welcher ■ Earlsrnbe im Verlage des fürstlichen Gymnasiums erschien. Heberscbe Hausfreund därfte als Volkskaleuder wol noch unüberrl troffen sein und der Prälat hat dem Verlage durch seine litte'l rarische Tätigkeit ein wirkliches hene getan. Die Musenalmanache, die Lectüro der höheren Stände, 1 hatten ine Wige in Frankreich, zu Paris. Der Almanach Muses war das Prototyp dises spater su zaireicben sentimental ooj Geschlechtes. Vortrefflich schildert der bidere Schlosser die Wir" knng diser literarischen Erscheinung auf die Bildung seil genossen. Was ilie Karlsruher lasen, hat der Hof-Buchhändler Macklot in seinen fleissigen Anzeigen im Karlsruher Wochenblatt verewigt. Der Hof hatte bis zum Anfalle der baden- baden sehen Lande im Jare 1770 wenige Mittel filr Kunst anstalten, wie Bibliot^ken, Musik und Theater. Nach 1771 spilten ab und zu wandernde Comödianten die bald uns der Mode kommenden Stücke. Vor 1771 war das Hoforchest^r noch aer nahe beisammen. Ka bestand 1763 unter Director Wolter aus 3 Violinen, 2 Wald- horn, 1 Flaut, trav., I Violoncello, 1 Clavicinist, I Fagot und 1 llautboist, womit kleinere Symphonien (Tänze und Serenaden), wi sie die Vorgänger Haydn's geschribeu hatten, wol aufziit1ir«ii waren. Nach 1771 ward schon mer getan. Das Orchester der CapelJe zu Baden-Baden ward nach dem Anfalle der baden-baden- 57 seilen Lande mit der Kwlaruher voreinifjt und ziilte 1773 8 Viol., 3 Violen, 1 Violon, 1 Flaut., 2 Olioen, 1 ClariDette, 2 Fagot, 3 Waldhorn und 1 Clavicinist (ClaYi-Cembalo Klavier). Freilich war dias wenig gegen das berümte Mannheimer Or- chester, welches im Jahr 1765 unter den Directoren Grua, Holz- bauer und Ritsehel 17 Violinen, 4 Flaut. Trav.. 3 Hautbois» 3 Celli, 2 VioloD, ö Waldhorn, 2 Claiini (Trompeten), 4 Fagotte, -l Brat- schen (Violen) z<e. wobei aber zu bemerken ist, dags in der Pfalz wol die Hälfte des Budgets in Malerei. Sculptur und Musik darauf gieng, wärond der sparsame Markgraf eben mer an daa Wol seiner Untertanen dachte. Erat die Napoleonische Periode gestaltete daa Karlsniher Theater, nachdem die Mittel noch reichlicher flössen, etwas zeitge- mässei' und bald wurden Spontini und Rossini in der Oper vor- herrschend. 6 Unsere Tage. Man ist vilfaoh der Ansicht, dnss die Ansal der Wirtscliaften in Städten jezt relativ grösser sei als früher. Die Aneicht ist irrig. Folgende Ueber^icht belert uns eines andern : In Karlsruhe kamen im Jar 1750 aaf 1 Wirtschaft 45 Köpfe 1813 225 In Mannheim kamen ii In Heidelberg kamen i In Freiburg kamen im IS73 „ , , 303 „ 1 Jar 1813 aul 1 WirUchaft 109 Köpfe 1873 „ „ „ 173' , u Jar iai3 auf 1 WirtaehaR 135 Köpfe 1873 , ., „ 183 , Jar 1813 auf 1 Wirtschaft 159 Köpfe 1873 „ „ „ 220 , Unter den gröEsercn Städten stet Constanz in der grüasoren Anzal Wirtschaften im Verhiiltniss zur Einwnnerzal z. Z. obenan. Es zillt 10,0ril Einwouer und !)5 Wirtschaften, folglich kömmt eine Wirtschaft auf 1Ü5 Köpfe. Auch die Anname, dass die dichtere Bevölkerung eine ent- sprechend grössere Anzal von Wirtschaften herbeifüre, ist nicht richUg, wie ans folgender Uebersicht hervorget: .. Einwouerzal Amt 1 Wirtschaft auf Köpfe auf 1 □-Meile Carlsmlie 314 14,476 Bühl 293 7,176 Schwetzingen 173 7.048 Breiaach 248 6,7711 Buchen 151 2,884 St. Blasien 201 2,159 Bonndorf Ul 2,475 S8 Eb iat diaes bezüglich des Landes so zu erklären: die einmal '1 in den Dörfern bestehenden Wirtuhänaer bleiben beateheii, ob dia Zul der EJDWoner des Dorfes bu- oder abaimmt, d» die Wirte auf dem L»Dde niclit BuBBchlisslich naf den Erwerb durch die Wirt- scboft angüwiBen ei^d Amtssi^te, haben imme: Dorfbewoner vüfncli V richtssizen zu erEcheim manuhe bisher nocli i Achse Ursache Die kleineren Stildte, irisbeBondere die eine grüseere Anzal Wirtshäuser, weil die iranlassung haben, bei den Amt«- nnd Ge- a und nachher gerne „seren"; auch ist für in regerer Güter- und Person onverker per Stehens einer grösseren Anzal von Wirt- schaften, In reinen Banerngeg enden ist der WirtEhausbesuch von Seite der Einwoner schwach ; er lindet uieiatena nur an Sonntags- nachmittageu statt. Wo dagegen aich Fabrikarbeiter und Arbeiter anderer Art nidergclnssen bähen, wie z. B. iu ItarLirube, in Mann- heim, Pforzheim, Lahr u. e. w,, welche meistens itn baarea Gelde iren Feind erblicken, ist der Besuch der einzelnen Locali täten durchgehends stark. So kommen in dem Städtchen Bühl anf 1 Wirtschaft 97 Köpfe, Grünwinkel 74, Radolfzcll 96, Oppenau 75, Ueberlingen 101,- Wertheim 187, Haslach i/ß. 83, Oberkirch 96. In neuerer Zeit hat die Zal der Wirtschaften gegen den Be*' sUnd in den 60er Jaren in Folge der leichteren Conceasii erteil u ng und dem erhöhten Verdienste der arbeiten Klassen erheblich zugenommen. Es hetri>g im Jar 1662 2al der Wirtschaften im Lande 5758, und ira Jar 1872 — 7490^ das ist also eine Zuname von etwas mer als 30%. Ebenso sich die Zal der Weinhändler nicht unbeträchtlich und namentlich an den Orten, in welchen Wein gebaut wird, vernert. Ob zum Frommen des Cunsiimenten, tvoUen wir nicht untersuchi Aber eine Progression, wie in dem von RebhUgeln umgebenen Stuttgart, ist in Baden nirgends vorgekommen. Die Znl der Wirtschaften in Stuttgart war nämlicl 1871 1872 1873 Hotels 10 10 9 Gastwirtschaften 119 118 122 Schenkwirtschaften 410 470 524 539 598 656 Eine Schenk Wirtschaft bedarf eben keiner grossen Kapitalien zum Betribe und ist eine eben ho angeneme unterhaltende wie rentable Beschäftigung, und darf diser grosse Zudraog nicht so i in Erstaunen seien. Die Zal der Bierbrauer ist bei dem starken Consum eben gestigen. Es ist in Baden seit 1862 bis 1872 dise von 1184 vä 1597 angewachsen, unter welchen Geschäfte sind, welche achoi den grösseren gehören, Der Consum in Baden betrug im Jare 1872] mer als 70 Millionen Mass Bier und 30 Millionen Maas Wein! gebenen ^^^ 59 Dio StiidU haben sich namhaft vergrosBert nnd iler Natnr der J)inga «ntsprechend zieht sich die ft^ine reichere und zu den Fen- stern mhend auBschaaende Welt an das Süd- and Westende der Städte. Sie strebt wie die Koralle und der Baum dem Lichte und der Wärme eu, hinter sich die arbeitende Menge — Holz und Kalk — tasBend, welcher aus zweiter, dritter und vierter Hand nicht das Beate an Genussmitteln erhält. An dne Aeste, Blätter, Zweige und Stämme, welche ja weniger die Sonne des Glückes be- echeint, haben aich die paraaiti sehen Zwischeohändler, die Arbeitsteiler der Mauchesterachule im Reiche der Cunauuitioii, geaezt. Mögen die Armeu sich tröateu, denn des Lebens uagemiachte Freude Wird ja keinem Sterblichen zu Teil sagt der Dichter. KarUruhe JBTrenkle Der Schwaben Lob I Aua Sebastian Saiter Bei Maria Loreto in der kaiserlichen Hofkirche zu Wien kam alljrirlich die Löbliche Landes- Gonosaenschaft aua Schwabep zu- sammen um ire gewönliche Andacht zu begeheu. Als Festprediger wurden Schwaben nach Wien berufen. Daa Thema war ein echwö- biacher Heiliger, besonders St. Dlrich. Ein RPQeorgius Fritz bat unter «einen Leb- und Trauerreden 1 Tl, Nümb. 1717 eine Wiener Feslpredigt veröffentlicht „Von den sieben Gottea-förch- tigen Heiligen aus Schwaben". Ich lasse sie später folgen. Fürs erste aoil uns Sebastian Sailer, der bekannte scbwäbiache Dichter, aua seiner Wiener Festpredigt über den hl. Udalrich von Augsburg einen kleinen Beitrag liefern. In seinen Geistlichen I Reden, Aiigsb. 1768 H Bd. S. 360 ff. lesen wir folgende Ansprache L an die Schwaben. (Die Schreibweise der Alemannia angepasat.) L , Erlauben sie, Hoch an sehnliche, dass ich hier einen Blick auf H ir Vaterland werfe! Auch discB hat die offenbaren Merkmale der H göttlichen Vorsicht, die Bestimmung des erkieasnen Volke« au sich ; H es aey, dasa wir auf die Lage der Landschaft sehen, die zu irem H zeitlichen Wol ire Hülfe beitragt oder die Religion in irer Herr- H lichkeit anfauchen, die durch die Gesan dten der göttlichen War- H heit unter unsere Brüder verbreitet war. Schwaben ist unter die H vorzüglichsten Staaten Deutachlands zu rechnen. Ka ist gross, weil H es sich gegen Osten an Dajern, gegen Süden an Tyrol und die H Schweiz, gegen Westen an daa Elsass und gegen Norden an H Unterpfalz und Franken erbreitet. Ea ist heldenroäaaig, da e H alten Zeiten sich der römischen Gewalt am längsten, am stand- H hafteaten entgegensezte; da es ao vilen Kaisern, die ire Kronen H mit Lorbem umHochten, die Geburt und Erziehung gab; da es ao 60 ▼ÜB Helden nufzog, deren Naiuon in Schwabens Jarbücherii gli Es ist edel, da in im die herrlichsten Stamm bäume der ältoeteo, lier/ügliulien, lürslücheti, gräflklien und freiheirlicheD Geschlechter, wie die Ceder auf dem Libanon und die Palmen in Cadea wuchsen uud noch hie und du blühen. Es ist prächtig, da ea mit dem ubigea eine belriltht liebe Anzal der Reichsprülaten, der Menge Reichs- städte mit iren Herrlichkeiten in öffentlichen Couiitien und Land- tagen anfweiset. Es ist glückselig, weil es unter seinen Kaiclig- staten auch die kaiserlicben königlichen ÖHterreich lachen VorlancU zu Mitbürgern zälet. Es ist fruchtbar, da in im nicht nur reichlichste Narung in unabsehbaren Ebenen sowol, als auf steilsten Bergen wachset; sondern auch Würtenberg, das Pai Sucviens, die besten Weine zeuget. Es ist heilig, wie Nckrologien lesen, und wie wir es in der Geschichte der zwejen weit auBgedenten Bistümer, Costanz und Augsburg, auch in den Schriften der wol regulierten Gotteshäuser finden. Ea ist weise, es ist gelert, wie es seine hohen Schulen, die Pflanzörter der Wisseu- Ecbaften und freyen Künste bezeugen. Teure Brüder! die Rechts chnffenhcit und die kündigen Taten unserer Vorältern sowol, als noch aer viler unserer Mitbrüder haben die glücklichen Eigenscbalten der Schwaben unzweifelhaft bestimmt und so bestimmt, dass ninn iren Wert in den entfrant«- sten Landern niemals verkannte. Ich komme aus Schwaben und iob komme von dem Mittelpunkte desselben, welcher der erhabene und geheiligte Bussenberg ist. Du hast mich vor allen besonders hier in die kaiserlich königliche Residenzstadt Wien in Oesterreich, ge- liebte schwiLbisuhe Nation ! aus deinem eignen Vaterlande berufen, deinem hl. Schnzpatrone Udalricbcn, weiland Bischöfe in Augs- burg, eine Lobrede zu sprechen ; und eben selbe, heute an deinem feierlichen National fest tage zu halten. Dein Ansuchen war mir ein angenemer, ein scbmaiicbelbafter Gefe), dem ich nicht widerstehen konnte und mein Gehorsam ist patriotische Liebe. Aber möchte ich deine Hoffnungen erfüllen, die du in meine unzulängliche Kräfte sezest? Möchte ich in die würdigen Fussstapfen so viler erwürdigen Redner treten die durch 70 Jare her (denn so lange feyerst du das Gedächtnisfest ftllhier deines hl, Bischofs auf diser bl. Stätte) Udftlrichs Lob verherrlichet. " „Schwaben ! glückseliges Schwaben ! du hörest alle dise Tor- heiten (Freidenkerci etc.) noch von Ferne. Ir Geräusch kömmt dir ausser deinen Gränzen zu Oren. Deine GeSIde, wo die kato- lische Religion sessbaft ist, welche deinen Inwonern, deinen Bür- gern 7or Alters vou den Abgesandten Jüngern des bl. Bonifazius, von dem hl. Gallns, Magnns, Columbanas und Pinninius beige- bracht war, wisfien um dise Itrut der Hülle, um dises unsinnige Geschwader noch nichts. Deine Hoch würdigsten Oberhirten Bischöfe gehen mit irem Stabe diser Gattung Wölfe grOBSmSt§| "ie wachen fUr ire Herde, Sie lauren auf die verdi radO^B 1 i liehen nnd giftvollen Schriften, welche in der Druckerei des Toll- haases anweiacr und wanwiziger Religionsfoinde aasgebrütet in die Welt fliegen. Selsorger, Pfarrer und Plcbaucn aowol vou Welt- als Ordeuspriestern bestreben sich in die Wette, den löblichen Pracht des Gotteadienstes zu beförderu und die inen Anvertrauten zu nnter- richten. Es leben in Schwaben wie hier in Uest«rreich, weise DAoieleo, welche mit einer gesifaten und gelreaeu Asche den BanlB- pfafTon auf die Spur kommen und ire FusBstapfen eutdeoki-n; nnd man findet wizige Jakoben, welche die in der Stille eingepackten tiözen Labaus unter dem Terebiiitenbanme verschworen." S. 358 ff. „Gerechte Handlung, vernunftiges Tun eines Weisen, der seinem Nächsten mit warer Liebe zugetan bleibt ; du bist eine löb- liche Eigenschaft der weisen Schwaben! Du bist unter itien eine geübte Sache! Sie lassen dax fesle Band der Liebe unter sii^ nicht in Trümmer reissen; sie tilgen die Zwiste in irer ersten Ge- burt früseitig. Sie verbauneu den Unfriden, ehe er in schlimmen Wirkungen ausbricht. Sie sind wie die Ringe einer Kette unter sich verbunden ; und ire aufrichtige, ire, one Hauch elei, one Falsch- heit und Tfiuscherei handelnde Liebe ist eine sichere Verknüpfung irer Herzen. Die Einhälligkeit iat, wie den Spartanern die beste Mauer irer Bürger; sie gesellen sich luit einstimmiger Denkungs- art, wie die Meergrundeln, um sich gegen die Baubliache zu ver- teidigen. Sie halten au die Worte des Boetius fest: Nichts mag lange bestehen, was nicht einig ist und alle Dinge eilen irer Zer- nichtnng zn welche nicht zusammenhalten, (De couaol. phllos. lib. rV) und sie machen sich durch die gleiche Gesinnung, wie eine Orgel durch die Einstimmung rümlich. Die Liebe, die Liebe, sage ich, ist die Beherrscherin ircs Wandels und unser hl. Udal- rieh gewärt schon dns Drittemal die Ero seiner Patrioten. " S. 407 ff. Am Schlüsse der Predigt S. 425 ff. beisat ea: Ich gebe in euer Taterland i:urück und ich werde euren Abwesenden Landes- brüdern zur besteu Ermunterung euer hei leid eng würdiges, euer rei- aendoB Schicksal verküudigeu, dasa ir unter dem allerhöcbsten Zepter die goldenen Tage unzers töriicher Gluckse! ig keiten fernere zu genicBsen die sichersten HoSnungen habet. Nun rufe ich im Namen der gesamten schwäbischen Landes- genossen schaft zu dir, weiser Schwahe, heiliger Udalrich! nnd ich rufe aus ganzen Kriiften zu dir; sib aus der hl. Höhe auf deine allhiero sich zur Anbetung Gottes und deiner Vereruug versammelte Laudesklnder ; o höre ire flehenden Seufzer, die sie durch dich zu dem allerhöchsten Trone des Allmächtigen hin- Bohickenl Begleite sie mit deiner Viles vermögenden Fürbittel S^ue dein schwitbisches Volk, deine Erbschaft deine Kinder: und erwirb inen und allen, die dich Iteute vereren, den waren Eifer für die hl. Religion, die Armseligkeit des Gehorsams gegen die Obern, die Tätigkeit der Liebe gegen den Nächsten, dann wiid diser Tag unvergesalich, die Glückseligkeit der Schwaben unzer- störbar und die uwige Betonung derselben nnzweifelhaft s<-iii. ABirtiuger Aus einem Epos: Deutsch-franzüsiBcher Krieg Wörth Dort wo sich HGhe eteil an Höbe reiht, Der Laubwald seine Schatten niederstreut, | Vom grünen Wiesenstreifen eiogefafigt Im Grunde kühl der Sanerbach verrauscht, | Weithin ob tnnldcnrörniigem Geklüft Und über Hüngen reich an Obst, an Wein, Die Dürfer ragen, jedes eine Burg, Mooabronn zur Linken, drüber £lBaaBhausen, Dann höher noch, von Nebel und von Regen Mit Dunst umhüllt, der Kirchturm von FrüBchweiler — Dort lagert trozig mit dea Heeres Kern: Der Hei-zog von Magenta, Mac Mahon. Dem Adler gleich, der unter seinem Flügel Die Kralle birgt, doch wachsam um sich blickt, ■ Erwartet er den Feind und neue Gunst Des Schicksals, das zum Liebling ihn erkoren! Drum wo eam Tal hinab der Trauben Last Den zähen Stamm der Rebe nach sich üieht. Wo sich in grünen Blätterlabyrinthen Ein jeder Puaatritt leicht verwirrt, verirrt. Im weiten Garten aüsaer Lebenafreude Verbreitet seine Neze rings der Tod. Da ruht des Feuerrohres schwüler Bliz Im feuchten Dunkel; Turkoa und Zuaven, Und was sich zu den enfaus perdus zält. Bat sich im Paradiese eingenistot ! ÄDB ihren Augen sprüht die Beutegier und ihre Ungeduld spielt mit den Waffen. - Nicht lange zögert Walther-Montbary Mit aeiner Vorhut; atramraen Füailieren Die fern her Aua der „roten Erde" atammen —\ Und rot wird bald die Erde ringaum sein Von ihrem Blut und ihrem blühenden Leben I Den Sauerhnch, vom Zorn der Wetter wild, Passieren sie auf Stangen, Brettern, Türen. Anatürmend dann auf WiJrth verscheuchen sie Mit leichter Mühe aua der Stadt den Feind. Der deutschen Stadt — denn deutsch ist jeder Stein, Ein jeder Plaz darin: der freie Markt, Das stolze Haits, wo Rat gepflogen wird Und das sein hohes Dach nuf Säulen stüzt; Davor der Brunnen, schwazhaft gleich den Mägden Die ihn umatohn, beschattet von Akazien, 63 Den kugelrunden — aeitwärts aber wascht Kio munterer Doch die staubbedeckte Strasse. — Jezt Blieben nufwäi-ts durch den RebengOirten Und durch des Hopfen Btarren Lanzenwald. Westfalen mit den Schlesiern sich üahn. Sie schlüpfen durch die losen Blattgewinde Sohwerrallig hin, der engende Tornister, Der starke Helm, des Hsuptea Scbas und Last, Beschweren sie und hindern ihren Schritt, Da wirft sich mit des Tigers weitem Sprung Ein Turko auf den nächsten Füsilier, Krallt sich in seinen Nacken blutig ein, Und sohlendert, an den Haaren ihn erfftaaend. Den Ueberraschten auf den Boden hin Erdrosselt und zeratückt! Sein Kamerad — Denn parweis schreiten stets die Flankier vor — Fand nicht zur Untorslüzung Raum und Zeit, So schnell geschah die Tat. Kr will die Kugel Dem Ungeheuer rächend senden nnch, Das, wie es kam, geräuschlos sich entfernt. Doch ihn erfaast von räckwärta der Zuave Mit nervigem Arm, zieht ihn zur Erde nieder, Und stosat den Vatagan ihm durch die Brust, Daaa bub der breiten Wunde flieht das Leben. Zum Herzen fahrt die Hand des Sterbenden Daa Blut zu hemmen, welches schwarz entströmt. Da schaut der Sieger einen gold'nen Ring An der erstarrenden; ,Gott sei mit Dirt" bt drauf mit dunkeln Lettern eingegraben. Ihn gab die Liebste mit dem lezten Kuss Dom Scheidenden, den sie durch jene Schrift Gefeiet hofft« wider die Gefar. Nun hascht nach ihm, dem Zeichen stillen Glückes, Des Rahelosen wilde Beutelust, Und weit sich mit dem Rest der Lebenskraft Die Hand des Opfera widerwillig Schliesat, So trennt er rasch mit einem Slesaerschnitt Den Finger ab, der ihm den Reif verwert, — Auf allen Seiten wütet bald der Kampf. Mit f^-ellem Schrei erheben eich die braunen. Verzerrten Köpfe von den knorrigen lieben — Wo sie gebückt den Feind eclaueiten. So züh, so braun, so farchenvoU wie diese — Und leicbtgefügt In rote, weisse Reihen, Entstürzen sie zum wirren Handgemenge. Der RückstosB aber lenkt den Anprall ah. 64 Er ti'ifrt mit stärkerer Wucht den UngeBtüm. Uie Kugel Hchlägt die Brust des MuselroaiiUB, Und den „Pariser Tnngenichts" zerreiast Das Bsjonnet mit unheilbaroro St«B8. — Des KüHiliei-s, dem liel) dsia rote Blat Von lileieher Wange tropft, bemächtigt sich. Als er ihn strancheln sieht, ein wackrer Mann Der rot dos Kreos auf weisser Binde tritgt. Uoch Petrikowsb; wert den Beistand ah, So heisst der Füsilier, er braucht ihn nicht, Schon steht er wieder fest auf eig'nea Füssen. „Dort liegt ein Heide, zeigt er, „dem ich eben Den lezten Segen gab. Heft' ihn zusftmnien, Dasa er mit ganzen Gliedern kommt in's Grab!" Dann wischt er flugs das .dumme Blut" sich ah Und sucht im schattigen Gebüsch den Quell, Der ihm den Schmerz und was noch arger brennt, Den Durst vertreiben eoll, den folternden, Der Sitmaritev mit dem blanken Kreuz Murrt über die verlorne Zeit — er eilt Dem schwer verlezten Gegner beizusteh n. Kin Turko ist es, der mit beiden Händen Im Boden grimmig wült., als ob er selbst Sein Grab im blutdurcli weichten holen wollte. Tief hat das Eisen ihm die Brust durchfurcht, Die muskel starke, harumwobene, Und halb gebrochen starrt sein Auge nieder. Der Samariter beugt sich über ihn, Er sankt die Sonde forschend in den Riss Und achtet sorglich auf den Strom des Blutes. Dann winkt er freundlich seinem Feinde zu — Beruhigung spricht aus dem stummen Grusa. Beruhigung liegt in der sichern Hand Mit welcher den Verband er zubereitet. Der Turko athmet anf, erst schwer und dumpf. Dann leicht und lebhaft, wie sich nach und n.ich Die Wunde schlie^tat und die getrennte Brust. Sein Auge öffnet sich dem Lichte wieder, Doch blizt es seltsam auf . . es leuchtet wild Das Weiss' in ihm als wie getaucht in Dlut, Phosphorisch brennt sein raheneoh warzer Stern. Da kert der Füsilier erfrischt zurück. Und still verwundert blickt er auf die Beiden, Verwundert und gerürt; er denkt dabei Der Mutter, die so manchen Ries geheilt Dem ungeberdigsten von allen Buben. Der Samariter hat sein Werk getan. ladem er !en Doch höllisch lachend triumpliiert der Turko — Auf einen Augenblick ! So lange steht Zu Stein erstarrt der brave Petrikowsky, Dann rast er hin, wo sieb das Scbpusal krümmt. Und schmettert auf den weichen Turban hart Den Kolben des Geweres, dose in Funken Das Ang' zerstiebt und das Gehirn in Flocken ! — Zur Höbe weiter, weiter fliegt der Sturm. Zertreten ist das grüne Rebgewinde, Zerknickt der Hopfen kletterndes Geapross, Zerwettert rings des Obates frohe Prochl, Zerhagelt nud zernicbtet! Vom am Weg Liegt tot ein braver Offizier des Feindes. Noch hält er einen Zettel in der Hand, Ein rosiges Papier mit ein par Worten : „Mon eher papn!" Sein Kind hat es geechriebeu — „HoD eher papa '." Nichts weiter ■ — doch ein Bucl Der Liebe war es ihm und vielen Andern Die stehen blieben und die Worte lasen: Mon eher papa — den süssen Heraeusgrnss. So Mancher denkt an Kind und Weib dabei. Er schaut die Lieben plözlicb wie im Traum, Und geht zum Sterben — wie der Gegner starb. Mit allen Engeln frohen Angedenkens! — Kommando schallt, der Trommler rurt die Händr, Der Pfeifer spielt dsa Lied „vom Kameraden" Der noch zum Abschied reichen wollt^ die Hand. Doch uimmer fand des Bruders treue Rechte Dieweil sie eben in den finstern Lauf Das Blei verschoas, um seinen Fall zu rächen. Nun ruht er dort auf Rehen weich gebettet BirUnger. Alomuul* IV 1 6 Wo sieh tlor Blätter lustiges Gemi.ke In grünen Ketten um don Fuss der Toteo, Um Freund und Feinde windet unzerreiasbar I Auf Elsnsaliausen aber stürmt die Scbar Der Lebenden mit gloicbem Schritt und Tritt. In neuer Ordnung, ungebrocbnen Mutes, Den jedes Hindernis verstürkt, niclit achwächt. Schon liegt das Dorf mit Händen (jreifbar du. Es zeigeo sich in grauen Regenwolken. Die auf geaenkten Schwingen um sie streifen, Die Giebeldächer lustig aufgebaut. WeisB übertüncht hlinkt Haus an Haus, durchzogen Vom schwarzen Nezwerk vielge kreuzt er Balken, Doch drückt der Jare Lost auf manchen Bau Eb zieht sich krumm und schief die Reibe bin. Da rauBcbt der Raoult mit den Zuaven auf. Gleich einer Mente bliitgereizter Hunde, Mit Hunger aufgespart für das Hallali, EntlüHst er sie der Leine, seiner Fürung. So wird der Hochjagd änlicb dieser Kampf; Das edle Wild ist blutig, abgehezt, Verzweiflung nur ist seine lezte Kraft ! Ea unterliegt dem wilden Ungestüm Mit dem die Bestien entgegenrasen, — Denn seit dem Morgen schlagt der Preusse sich. Seit sieben Stunden mit dem Afrikaner, Der wol umhegt von Mauer, Wald und Wall Die Höhen hält iti starker l'eherzul. Hier wandelt sieb der Sturm zur Gegenwer, Zum raschen Angriff dort der Widerstand. Die breite Front der gegnerischen Macht Drangt vor sich her die lockeru deutschen Reihen — Sic weichen, doch sie fliehen uicht! Sie weichen Nur ans — nach links uud rechts! Sie stehen Bis dass sie fallen — stets zum Feinde bin Die Stirn gewendet und die tapfre Brust. Nur wo zum Tale sinkt der Höhen Rand. Des Kegelherges steil gewölbter Bang, Durch jenen roten Weinberg voll des Todes Statt holden Segens, gebt es schnell hinab — Doch unten halten sie und schöpfen Atem! — Still steht die Schlacht mit tausenden von Leben! Doch glücklich sind die Toten, denn sie haben Das Unglück hinter sieb und jede Qual I Denn für den Turko kam die Schult teratunde Und alle Griiuel gibt die Hölle frei! Hört ihr den Jammer — glücklich sind die Toten! Lier Yatagan blizt Hausend durch die Luft Und jeder Blis ist ein Vermchtungsstreicb ! Hier ist kein Mitleid, keine HoDsuhücbkeit t Daa Tier, von Blut herauaolit, das Ungelieuer, Obs nnr dem blinden Triebe der Natur In seinen unbfwümten Lüsten folgt — Uas Tier — o glücklich, glücklich sind die Totf n ! Das zum Gebisse, itu der Tuze, Klaue, Das scharfe Eisen fügt, die Grausamkeit Dea Denkens zu der auagelass'nen Wut — Die Menschenbestie tobt in der Rnnde Und opfert statt den Göttern, ihren Gözen ! — Still stebt die Schlacht. So ruhet der Vulkan ! Noch grollt es dnmpf in ihm, noch zischt es auf. Ein StraL ein Dampf xuukt hier, fliegt dort eropor. Wirft einen Stein, »prüht giftigen Schwefel auH — Dann wiedei' tritt die schwüle Stille ein — — So mht die Schlacht für einen Augenblick ! Dann steigt es schwarz vom Sanergrund herauf. In dichten Massen: Böse mit den Hessen, Nassaaern, Thüringern — der bei Podoll Daa Nacbtgefecht so meisterliaft geleitet — Und Hugo Kirchbach. Held des Bübmerwaldcs, Der jezt des alten Steinmetz Scharen fürt, Nicht anders fürt, als war' er Zwillingsbruder Des Kecken und sein Dasenfreund gewesen. Durch Wörth, im Sturme, gebt es unaufhaltsam, Durch Reben, Hopfen, durch den Wald bergan. Durch jedes Labyrint des frUhern Kampfes. Nichts widersteht ! Nicht Raoult, nicht Lartigne Uer gegen Gunstett vorgedrungen war Und nur des Siemes Purpnrbiüten sah. Nicht seine gold'ne Frucht genossen hat. Nichts widersteht! Der Bücher kert zurück Und furchtbar rächt er das Kntsezliche, Die Götter an den Güzen — alreng, gerecht. Doch grausam nicht — den Menschen an den Menschen! Am Boden ligt und auf den Boden stürzt Die Hüirte jener wilden Afrikaner: Der Scorpioneafresser, Löwenjäger, Der Goromuniaten aus der Sahara. Die ganü Europa Schrecken eingeflösst Gleich einer Nacht voll blutiger Gesichte! — Der Weinberg ist genommen, durch die Lachen Des Blutes fürte, die schlüpferige ßan Den Hang empor des steilgetürmten Berges Den schon ans weiter Ferne kennt der Blick. Danebf-n ruht dHB Dorf, nnheiiulicli atill Kiiht ElHftBahaasea linka and rechts des We^ea, Ein AUBgebraDatoi' Ki-at«r des Vulknns Der jüngst hier lobte, wetternd sich verlobte. Da — horch — schon wieder grollt es dumpf in ihm - Heias zischt es auf. der Dampf fliegt hoch empor, nelleiichtend, zuchend, folgen Üliz nach Uli», Granaten auhmettern rings in Haufen nieiler. Mit Chaasepotkugeln unheilvull gemischt. Denn uimufbörlich rollt das Plünklerfeuer — Und gleich den Stimmen wanbetürter Weiber In dem Tnmult weitschallenden Männerzorne. Aurkreischen ans dem donnernden Choral Des Foldgescbflzea rHub die Mitralllensen. Die Wunde fült der Arm, der Fuaa, die Brust Des mutig vorwärts dringenden Soldaten, Jedoch den Schüzen sieht das Auge nicht Der sie geschlagen bat aus dem ^ ersterk. Ihn birgt der Ciraben, Bchüzcn Wall und lioscli, Und walloH sendet er die Kugel fort, llie sicher eines blutigen Opfers ist Wo sie hineinsftust in die wirren Schwilrme. Denn jede Ordnung löst in Trümmer sich Verwirrend auf, vergebens mant der Ruf Der Offiziere : Stehen ! Stehenbleiben ! Es duckt sich auf den Boden wer da kann Zu Busch und Gras — Wildenten tauchen so Vielfarbigen Gefieders in die Flulen. Und zwischen Schilf und Binsen nieder, knarrt Des Ufers Sand vom Tritt des nahen Jägers Und schwirrt nus seinem langeu Feuerror Der Schrote Flug hellklingenden Tones hin. Doch: „Aufl" und .Vorwiirts!-^ „Stehen! Stehenbleiben!' Erschallt der Fürer Ruf - und sie gehorchen Die Thüringer, die Schleaier, die Hessen, Sie springen auf wutschnaubend, stehen, drängen In Eile weiter, ati'aucheln, sammeln sich — In ein Gewül, aus wolchem nnch Verbindung Vielfach Getrenntes unablässig strebt Und kaum vereint, zersplittert und zerfart. Nur mühsam hält im Sattel sieb der Böse, Verlezt im Ober- und im Unterfnes — Doch bleibt er Aileu aichtbar gleich der Fane ! „Wer rote Achselklappen trägt, hieher!" Winkt jener Offizier den Thüringern, Und wirft sein Pfeifchen, deaaen Lockruf wild Der Donner überbrüllt hat, auf die Seite. Den gflibei) Achselklit|ipeii ruft aia Aod'rer. Den SchleBiern und Polen: „Vorwürtel" „VorwärtsI" Und vorwUrtB, weiter, weiter t«Iit der Sturm Als Bcbiittelte der Geist des AttiU Die pleifeudea Striitieti stu'ner Riaeapeitacbe Wild durch die Luft tind wirr, bo wogt der Sturm. In losen Keihen, lockeru Hnurea, Schwärmen Vom Waldessäume zu dem Saum des Dorfes Herüber und hiuüber! — Du verläset Der Haracliall Beioer Adler sicliern Horst. ICr dringt hervor uud läast dahinten nicht Wie sonst gebnlachlich war. die teorun Zeichen Die an der Römer grosse Zeit gemituen — Und an die grosse Schuld von ~ Walei'lou! Erprobte Männer, bärtige Sergeanten, Uanz tätowiert mit Narben, anf der Brust Von Mexiko, vom MalakofT dus Silber, Krheben leuchtend vor dem Heere aie, Dem stolzesten des dritten Bonaparte! Doch fliegen sie gebietend nivlil wie früher Id hoher Luft mit rauschendem Flügelschlag, Die Einiigeju im Glanz der Rumessonne, Tief unter ihnen, tief in Blut und Stnnb, Zallose Gegner mit der P'urcbt ini Herzen ! Sie schreiten nur mit ihren Trngern fort, Nur langsam, stockend, nur von Halt zu Halt! Denn stets erzwungen ist ein jeder Schritt, Und stets gehemmt des Adlers freier Flug ! Ein jeder Vorstose weckt den Gegenstoss, Und um die Gunst des wechaelvollen Bodens: Um jeden Busch, um jeden Baum entsteht. Um jedes Hhus ein wildes Handgemenge. Doch rahig auf dem hohen, schwnrzi.'n Ross, So hoch und schwarz gleichwie ein Höllengeisl, Siat Muc Mabon mit unbewegter Seele — Und fordert „Feuer' für die Cigarette, Und Feuer ! Feuer ! schallt dns Echo n»ch, Es senden vierzehn deutsche Batterien Ihm ihre Blize zu. Tief bebt der Grund, Und mit dem Grnnd erbebt, was auf ihm stt-hl. Von drei der Seiten lodert Elsastthnusen, Das viel bestrittene, in Flammen auf. Die H&user wanken, von den Dächern rasseln Die spizeu Giebel, Splitter aller Art, Und hilfesuchend für dos nahte Leben Entweichen diu Bewoner laut aufheulend. Hoch über ihnen Unat der Funken Schwall, Er mert siob Bt«ts, er folgt dem heiisen Drang, Dem immer stärkern Zug ins FoBselloso, Bia sich die Lohe mit gewaltigem Druck Entledigt jeder engenden Gewalt, GroBB, purpurrot, in Säulen, aufwärta Bteigt, Die iäeherartig oben eich rerbreiten, Wild durcheinander Aache, Trümmer wirbeln Und weit im UubegreDzt«ii hin veri]ualmen. Doch in der raucbdnrchSog'nen Gasse atebt lu Reihen dichtgeschloaaen, Arm an Arm, So unbeweglich wie ein Wellenbrecher, Der Grenadiere stolzes Regiment. „Vive l'Empfreurl" Ihr Feldruf übertönt Den dronendeu Granatensturm. So mhig Als ob der milde Lenzwind Poitou'a Die Züge ^helte der Kisenniünner, Nicht sengendes Geloder webender Flammen — Bleibt ihr Gesicht — zupft auch am Bart die Glut, Und an den olfnen Teachea der Patronen. „Vi*e l'Empöreur ! " Du schlagt die Kugel ein, Die andere folgt, die dritte, vierte nach, Am sichern Ziel zerschellt der EiBenkern Und schleudert weithin Schrecken und Verderben. Doch Bchlieesen sich die Lücken eilig zu, Fest, Arm an Arm, in Reihen aufgeschlnsBen, Steht wieder daa vereinte Regiment, Und „morituri, te salutant, Caesar!" Erschallt im Troz von Hunderten der Stimmen. Doch lauter knattert jezt das Schüzenfeuer In) Rücken, auf den Seiten, ineinander Verschlingt sich seine knarrende Melodie, Stets beisser, heiserer, unausgesezt Das Obr betäubend, an dem Mark des Lebens Dämonisch, rastlos nagend — auf dem Weg Seitwärts, Fröschweiler zu, und dann im Rücken, In dunkler Wälder Schoss, auf jenem Weg Den für den Abzug sich der Marschall wülte. Denn an das Unglück denkt der Mächtige Selbst im Bewusstsein seiner vollen Kraft, Klug an das Wechselvolle — aus der Hand Der Götter fallen schwarz und weiss die Lose! — Drum — langsam - waicht der Marschall Mac Mahon. Als lausch' er einem fröhhchen Geplauder Nicht eitlem rasenden Granateufeuer Fürt ruhig er die Seiiiigen hinweg Zur Höhe hin und iu den Scbuz der Wälder. Behaglich glimmt die Cigürett« fort — Im Unglück ist er wie im Glück derselbe! Gelassen ruht sein Blick auf Freund und Feind, Gibt jenem Mut, gibt diesem Troz zurück — Und wie bei einer Friddensübung prüft Die Flucht er hier und den Triumph er dort: Als ob er Kichter, nicht gerichtet wäre! — Doch einem Adjutanten winkt er eu: „Nun ist es Zeit!" Der jngt so mscb von dnnaen Ab ob die Windsbraut ihn getragen hatte Kein «terblich Robb, das einen Atem hnt. Und bald ci'scbüttert sich das Eingeweide Der Berge rings, des wollengleichen Bodens. Vom Walde her wälzt ein Gewitter sich lu Staub gehüllt, in Tausende von Blizeu! Der Samum nur, der in der Sahara i Den Snnd au Wogen aufwült, hoch zu Bergen, Ins Angesicht dea Himmels ifan verschleudert, Dasa alles Leben ausgebt, alles Licht — Der Tag, im Trüben düaterrot erglühend, Als eine grosse Leicbenfackel brennt — Der Samum ist altein dem Sturme gleich | Der von den Höhen plözbch niederbriclit. Den Wald zertritt, den rauhen Boden ebnet Und neue Schrecken häuft — bis an das Ende! Das sind die Reiter aus der Norraandie, Die Enkel jener todesmutigen Ritter Die, stets im Bügel oder auf dem Schiff, Die Erde nicht des Fusstritta wert gehalten ! Die Kürassiere eind es, Frankreichs StolE, Aas jenem wald- nnd weidereichen Land Das auf die eine Wange kusst der Rhein Und auf die andere der Mosel Strom. Hei, wie sie fliegen: Reiter, Ritter, Retter! Des Heeres Pracht und seiner Donner Macht, Des gold'nen Sieges erzürn schiente Boten, Die Paladine jeder Rriegertugend, Der Ehre Kämpen und der lezten Hoffnung! Hei, wie sie rasen — vorgestreckt den Leib, Und den Pallasch in Flammenkreisen schwingend! Schwarz starrt der Bart um jedes Angesicht Und dunkler webt des Helmes schwarze Müne Weit hinten nach, peitscht vor sich her die Luft Und wült sie auf zu geisterhaftem Sausen! Die Äugen leuchten trunken von dem Ritt — Gleich Meteoren beiss vom BimmelsSug — Laut schlägt das Hera an die gewölbte Brust, Uud duuipr erdrönt das Erz vom Wiederhall. Dne echüzend alcb um Hera und BaEen l«gt! Die RoäBe BchreieD und mit starkem Huf Zermulmen uie was unt«r ibneu krieclit. Was auter ihnen ligt. und wankt und fiUlt: Den Staub und Stein, den MenBchen, dos Gesuhüx! Kein Furor lenkt sie ,raer durcih Wort uiid Wink, Es achmettern die Trompeten dae Signal, Und feuriger als Sporn und Piiitauhe treibt Die wilden Kenner fort der gellende Ton! Das schwärze Kosb dca Marschalls, aufgeregt Vom Wiehern, von dem Schnauben jener Heogste Das immer naher kommt, als wie ein Gruss Her Waide drauf es juDg sich ausgetobt Im unbegrenzten Raum der Kabylie Mit der Genossen windeasch neiler Herde — Der Rappe richtet hoch auf das Gehör, Im feuchten Schimmer strah sein Augenstern — Dann fürt er im gewaltigen Nerveoschwung Senkrecht empor, tanzt auf den Hinterfüsaen Und strömt aus roten Küstern Dampf und Glut! Doch ruhig bleibt der Reiter — strammer nur UmBchliesst er den erhizten Leib des Tiers Und drückt ihn nieder in das Gleichgewicht. Dann schleudert er den ausgebrannten Stumpf Der Cigarette zu dem nächsten Baum Aus dessen holem Stamm ein Horuiaachwarm Mit scharfem Tosen sich zum Ausflug rüstet l — Mit einem Mal verstummt der Feuerkampf. Verschwunden sind die Flankier iil>erall, Verweht wie Blätter vor des Sturmes Jagd — Als waren sie vom Boden eingescbluckt So ward es einsam, leblos in der Runde! Doch in den Gräben klingt'a geheimnisvoll Wie Stfil und Eisen — all' die Zweige rauschen An Busch lind Baum — dann Stille, Grabesruhe - Wie vor dem Üugewitter die Natur Zum Friedhof wird, vou Blizen grell erleuchtet! Nur eine Schar totmflder Füsiliere Aus HcBsenland, den Hauptmnnn in der Mitt«, Zieht unbesorgt geraden Weges hin Den Reilewchwal) im Nacken, welcher näher Und naher tobt! Drauf macht sie Halt und Kert. Und atmet auf. Sie bnllt sich nicht aum Knäuel, Schliesst Stahl uud Knochen nicht zur Mauerwand Die weder Roas nach It«iter niederreuut — Iq (laimev Lioie reibt siofa Schiiz nn Scliüz. Der aurrecht, jener kaieend, Hiser ligend, Jedüch zum Schusse fertig jeder Mann I Nun bricht die Wetterwolke dounernd lun, Der Bodeu atönt, es dröot das ganze Rund Der Atmosphäre, auf die Schüacii fallt Der weggefegte Staul) als Aschen ach au er Und trübt den Blick, erstickt den Atemzug „Schnellfeuer!" ruft der UauptmanD. Eine ShuIe Von Dampf fart auf. umfasst deu Zaubeimautel Der um den Stosa der Panzerreiter fliegt Mit weissen Wirbeln, fliesat mit ihm zuBammen In weiten Ringen, mischt, verflüchtigt sich In seinen schweren Falten, dass kein Blick Der Sonne selbst zu schauen dort vermag! Da reiast ein ungeheurer Bliz hindurch — Die reisigen Geschwader Btürmen vor. Doch nicht in stolzer Ordnung, eng vereint, Nicht Schwert an Schwert, di. " Üie Banner an der Spize blau-i Gleich bunten Flaggen an dem Rosenfeet Wo Minne siegt, hier ritterliche Minne — Nicht Boss an Bush in uugehroch'ner Reihe, Die Köpfe hoch, die Angen leuchtend, gross, Die Manen wallend und die sausenden Schweife Im wogenden Gedränge jagen sie Unordentlich dahin, die Fürer feien, Die Banner sind gesenkt, die andern Reiter Tot oder sterbend — über sie hinweg Drängt sich die Masse ziellog, zügellos. Chaotisch fortgeschleudert in die Weite! — So brauet ein WasserscbwaU allmächtig hin. Er wült den Sand des Bettes tiefer ans Und sprizt zur Höhe trozig seine Flut — Da prallt er auf an einem Felsenblock Der mitten in des Stromes Schnelle ruht, Und seiner Wogen nngeheure Wucht Zerfärt in Nichts vor disem Hindernis. In Schaum zerschellt umzittem sie die Brust Des ragenden Granites, weiten sich Zu flachen, immer fiachem Kreisen ans Bis machttos sich, zu flüchtigem Gischt zerriebei Nach seichten Ufern hitjwälzt das Gewelle! — Den auseinander stiebenden Schwadronen Gebieten die Trompeten schmetternd Halt! Schnei! fssst die Zügel kürzer jede P'aust, Den schwanken Bügel fester jeder Fusa, 74 Zum Ganzen kert der Fjinzelne zarück Und längs der Strasse klirrt die Masse hin. In stolzer Ruhe wiederum geschart. Wo bingGEobleudert von dem ersten Stoss, Der hochgewftitig gleich dem WasAerscliwall An ihnen sicli und in sich selber brnch — Die Schüzen ügen hingemäht vum Stahl Und von dem Kuf — der Hauptroano in der i Da lodert auf die kaum gereihten Keiler Von allen Seiten, aUen Ecken, Enden, Aus allen Gräben, hinter jedem RuBch Und ßnuiu hervor — ein mörderisches Feuer. Es schlägt vernichtend in die schwere Masse Die wild verworren durcheinander drängt Und jeden Halt verliei-t und jede Ruhe. I Di-nck und G^eudruck i\, es erklingt i das Miserere, r bort die Kugel i Gepresst, zerquetaclit i Reibt Bügel sieh an Bv Ein schriller Ton fast i Vorhallend dumpf in de Durch Helm und Panze In Splitter bricht das sohüzende Metall Und dringt mit Nadelspizea in die Wunde- Den Pferden saust sie fenrig durch die Manen - — Durch Hals und Stirue, durch den schlanken Leib Ziebt sie die Furche für des Todes Sat. Es Btürat das Kobs, der ReiUr fallt mit ihm — Der Reiter stilrat und über ihn das Ross. Nun kert der hohe, weitentilatterte Busch Den niedern Staub, es altert schnell der Bart Von ihm befleckt, und aus der Hole tritt, In's Zeitenlose starrend, krass das Auge ! EntfoUeo ist den Fäusten der Pallasch, Die Schneide wendet feindlich sich zum Freund Der hilltoB sich am Boden krümmt, vergebens Sich anfznr«fien müht — ihn iwingt die Last Des Eraes, das er trägt, sn neuem Falle ! An Zweigen hängt, in dem Gebüsch serstreut, Die bunte Zierrat und der Rock in Feien, Der eitle Glane, der heiter, sterneng 1 eich Gebult mit jedem Lichte jenes Tages. Wer nicht besinnungslos lu Boden stürzt, Zerdrückt vom wuchtigen Leib des eignen Tieres, Von seinem Fuss zerstampft im bitt«rn Krampf Des herben Todes . . wer vei'xweitlungEVOll Nicht, ewiscben Lrichcn eingesargt, erstickt — — Wer Raum gewinnt nnd Luft von diesen Reitern Für seine Zügel, für die heissen Lungen, Der > ' eilig Bruat udJ Robs Kuruck Und sucht das Heil der Rettung in der Flaubt! Da, wie vom Gott des Krieges auferweckt AuH Grab und Tot — erstet die kleiae Schar An welcher der Orkan zerhroclieo war. Aus roten Lachen, aus gehäuftem Staub, Aqb Fezen und aus Trümmern hoohgetilrmt, Erheben sich die Braven achusHbereit, Zwar feit gar Mancher — hingeatreckt voro Stahl Uud von den Hufen — doch der Hauptmann ragt Hoch über Menschen- über Roseeleichen, Und seines Degens blauke Spize Keigt — Wie der Magnet den unverrückten Pol — Dem Zielenden das unverrückte Ziel ! „Schnellfeuer !" ruft er — und iu nächster Nähe Empftkogt die Flüchtigen der Abschiedsgruas So heiss wie das Willkommen es gewesen! Die vordern Reiter stürzen auf den Grund Verwandet oder tot — die leztcn sezen [n blinder Hast weit Über sie hinweg Und retten sich in unnahbare Ferne Was übrig blieb im bebenden Leib vom Leben! — Indesseo bat der Kürassiere Trost ' Den Ungestüm des Angrifis aufgcbalton. Die Legionen ballen um die Adler Zum leaten Widerstände furchtlos sich Und Mac Mahon kann wieder eine Front Von Mutigen dem Sturm entgegeustellen. Die Glut der fieberhaften Ungeduld Die bei dem Ptoss, den Michel ausgefürt Mit seinen Reitern, einen Augenblick In seinen Angen drohend aufgebrannt, Entschwindet von des Marschalls Angesicht Und seine Stime glättet ruhig sich Zum dunklen Marmor der Beharrlichkeit. Er zaudert — reitet weiter — zögert wieder, Die breite Brust dem Gegner zugekert, Der sie vergeblich mit der Kugel sucht. Die Ihn nar schont, doch seine Freunde tötet! Das Robs, das seinen stolzen Schritt zurück Wie vorwärts geht mit gleicher Majestät — Es kennt den alten Herrn nicht mer, der i h m Und nicht dem eig'nen Willen folgt wie sonst. Doch auch der Sieger rückt ermüdet nach, Er schleppt sich weiter auf des Gegners Spur. Der lezte Mann ward von im eingesezt, : le«t« Nerv I Manaes angespannt - Die Scliwinge der Verfolgung ist erlamt — Der I.on für so vil Mühe will eotgeben! Jeat — auf den Flanken donnern die Kanonen . . . Der MarBchstl etu^t. Er schickt die Adjatanten Nach links nnd rechts: „die Pferde totzuheien", Befielt er ihnen — „heisch* es die Gefarl' Und bald verschlingt der Staab die Käsenden. Doch stärker wird dos Feuer, wird umfaBsend, Der Puls der Schlacht hebt sich aals Neue wieder Und drängt nitt seinen fieberhaft«!) Schlagen Frosch Weiler zu. So heisst die neue Losung. Hier fieng das Wetter an und hier Tertobt's. Schou friih am Morgen stürmte Graf »oii Bolhmcr Mit seinen Baiem den verachanrten Ort, Dem Königsregimenle und dem „Neunten". Zum Kampfe war der Tapfre stark genug. Zum Ueberwinden aber feit dia Zal — Kt mu^B zurück und gi-ollender hört er Im Waldrevier, wo sich die Müden eammeln, Die Donner grollen bis zum Nachmittag Bei WSrth und Gunstett und bei EtEaashausen. Auf jenem Weg, den er gepflastert hat Mit seiner Helden wundenvollen Leibern, Rückt von der Tann herbei mit neuer Kraft, Mit frischem Mut und vollem Siegsvertrauen, — Im grünen Wiesental at«ht eine Müle Am külen Bach, dort hat er für die Krieger Vorsorglich eine Lagerstatt errichtet, Wo man der Wunden friedlich pflegen kann. Dann rüakt er in die Diimmemacht des Walde«, Der mit der Eichen, mit der Uuchen Stamm Zur Höhe strebt, ein Tempel der Natur Mit himmelblauem Dach auf tausend Säulen ! Im Holweg, der sich steil nach oben zieht. Tief nnsgewaschen vom Gewitterregen, Schüüint eine Flut von Büz.en: also leuchten Die Bayonnettc durch die grünen Schatten, Die ringsum lagern still, geheiniuisvoU. Und unaufhaltsam geht der Zug bergan. Da flammt es heiss den Eiligen entgegen, Ein Summen und ein Pfeifen tobt umher Als ob ein Heer gefrfissiger Heuschrrcken Auf müden Flügeln schwer herniederfiele Auf Ast und Ztveig, dnss alles Lnub verschwindet So wie im Hui, die Rinde selbst der Bäume Zerstückelt nnd lerricben wird zu Pulver 77 Dns spurlos glpich dem Moder»taub zerfiirt, Und 3«lbBt ein Kild nii:ht der Zerstürung bleibt. Und aus den tleihen riiinint der wilde Sturm, Der beutegierig so darnieder kraust, Den ersten liesten Mann, dreht ihn herum, Den aweiteti auch zugleich, den dritten vierten — Noch Munohen dann — als ob ein jiilier Scbwiiidt'l, F.in Fiebersnfall sie ergriii'eii hatte — Und wirft sie vorwärts auf den Boden hin, Dftss selten nur der Rine und der Änd're Sich wieder aufrafTt und zum Tal zurück Die Schritte wenden kann, zur grünen Wiese. Doch keinen Augenblick stuzt die Kolonne, Nichts hernint den Marscli, der Tot nicht, nicht die Furcht In seinen Labyrinten zu verirren. In Plitnklerpare wimmelnd anfgelrnt. Verbreiten sich die vordersten der Züge, Sie stöbern rings umher und aus dem Schalten Verscheuclien sie die lezteu der Zuaven Die mfide von des Kampfes Ilollcnbrand Sich hier vcrkQlten und im Hinterhalt Den Schweigs getrocknet hatten auf den Stirnen. Nun -~~ hab' ich dich, dann schlag ich dich: so meint Es von der Tann und jeder von den Seinen Denkt anders nicht; er kann sich drauf verlassen. Dass ihre Tapferkeit — nicht bhnd wie jene Die einst bei Idstedt ihm den Sieg gekostet — Den Si^ im jezt verbürgt — sie dauert nuel •Ja, hab ich dich, dann schlag' ich dichl* es jubeln Die Wackern so dem Fürer nach, sie drängen Vorüber sich an ihm, er soll vor Tot Und Wunden sicher, die sie jauchzend fluchen. Der Zeuge hoher Taten, ihres Humes Und seines Sternes gold'nen Aufgangs sein. Der Tambour schlägt den Sturmmarsch, fhst ein Knabe, Doch ebenbürtig jedem Maune schon Durch rümliche Gesinnung, hinter ihm Schwingt hoch den Helm mit schwarzer Bärenranpo Kin Veteran, er blutet aus drei Wunden Und achtet's nicht, — jolt laut des Kampfes Ruf, Der im Gebirge jäh das Echo weckt, Im träumerischen Schoss der Risenberge: Des hohen GöU's und schneebedeckten Altraann's — Dass furchtsam eich vom Horst der Aar erhebt. Und über Grat und Abgrund springt die Gemse — Den altbekannten, allbekannten Ruf Jolt er den Jüngern zo, die seinen Spuren Tfl 1 folgen, weil der Jügerechrei M* WnitlmannBlnat iu ihren Seelen weckte, l>w» sie, ini WettlauC, miteiaander eilen Der IKitie xu, wo sich das trübe Rot Dar 'rUikenhosen aeigt in den Gezweigen Ukrt aw der knorrigen Wurzel einer Eiche, OhBlcrUmmt wie diese liegt — vom Todeskampf (woliOttelt durch und durch, ein alter Neger. Ihm hui der Veteran den Best gegeben Mit einem Schlage seines BüchseukolhenB Dahk alle Nerven rissen allzumal (iloich wie der Draht des berstenden Claviers. Wie Schatten sieht er Freund' und Feinde gleiten . An ihm vorüber, aus des Waldes Nacht llenpenstisch tauuhen, iu der Nacht verschwinden. Von ullon, alleu fröhlichen Genossen Di» fernher Bus der Wüste mit ihm kamen — Weit fihers Meer uud durch die Ebenen Orn endlos grauen der Provence ~- nicht Einen Nicht Einen schaut er mer, nur von den Feindan Stürmt Schar an Schar vorbei, es wiederhallt Der Wald von ihrem Schritt und iiiren Waffen. Da schüttelt ihn aufs Neue Furcht und Angst, Des Todes Vorgefal: Verlassen sein, Verlorensein in dem Gewül der Feindel Er schliesst die Augen fest, es schliesat sein Herz Erstarrend sich, dumpf aus der Lippen Wulst Schickt er deo Fluch, den Pfeil des Sterbenden: „Ihr blauen Teufell" und verstummt auf immer. - Indessen hat Terrasse nach Terrasse Im Sturm erzwungen von der Tann. Ein Garten, Der auf des Berges Scheitel lieblich grflnt, liegt noch der Balsaminen zarten Schmuck, Vielfarbig noch der Astern Lustgepr&nge, Bald um die Wette würgt das Bayonnet In diesem sonst so friedens stillen Raum. Ein jeder Fussbreit Erde wird verwert Als gieng mit ihm ein Paradis verloren — Und wird erstürmt ab ob ein Paradis Genommen würde, nicht ein Totenacker! Denn jeder Weg ist aufgewült, zertreten. Zerknickt der Buach, zerrissen jeder Baum, Dnd jeder Halm des hocheutapross'nen Grases Mit Blnt befeuchtet, mit Gehirn beperlt. Der Friedhof, hart daran, gebietet Frieden Den Lebenden und Toten — weiter nicht Kommt der erschöpfte Sieger — weiter nicht 7ft Ini Iloppelstral des Feuera iinil der Sonne — Als Üotbiner kam im külen Morgeanebel! ÄllüberiLlI sind deasen schweren Tritte Dem weichen, holen Boden eingedrückt: Der Lauf des Todea in der Graheserde! In langen Reihen, oft in dichten IJaufen, Wie sie die Wut des KampfeB hingemiiht, Sind rings zerstreut die Toten, die Verlezten — Bleich, starr und stumm sind jene, dise sterbend ! Dos fünfte Regiment, den andern Braven Im Sturm »oran, geht rasch darüber weg In Reih uneutscbland sterb" ich, Freund, Ein solcher Tot wiegt jedes Leben nuf !" Eis bricht der Ami. der seine Stüze wht, Sein Dlick erstarrt, ein leichtes Rücheln noch — Er h&t vollendet! Auf den Bodeu hin LäHSt ihn der Kainemd entgleiten — hnstig Dann springt er «uf und „TorwärlH, Brüder!" tolit Sein Schmen sich aus, „vorwärts, dort steht der Feiiidl* Penn immer noch, ein Bolluerlc. rngt Fröscliweiler. Kin BoUwFrk ftlr den Ueberrest des Gegners Der mit dem Mute der VeraweJtiung kämpft. Fest, unerscbüttert steht der Turm der Kirche; Im weilen Schatten vor dem Rundportiü Si*t ruhig noch der Sou von Afrilü Und lent an seiner Flinte heissen Lanf Die heJu're Wange — wie der Mekka-Pilger Am Zile, b«i der heiligen Moschee, An seinem Stob, morsch von der lleise, lent. In langer Karawane rollt Geschüz t'iid Wtigen, sproögt der Reiter auf und ab. (IraDatiMi plazen in der brennenden Luft, Doch unbekümmert um die wilde Jagil, Die Über ihnen durch die Himmel fegt, Knit sich am Brunnen der Veiwandete, Stillt seinen grimmen Iturat der Fieberkranke Und trinkt mit vollen Zügen neues Leben Und neiteu Mut ~ zum Sterben! Denn es legt Der Keuergürtel enger sich utns Dorf. Der Friedhof, die gewaltige Bastion, Wo Rnoult noch herrscht mit nnbeziimter Wut, Umgebt der Biiiem kluggefürUr Schwärm Und drängt sich seitwilrts in die qualmende Gasse. Doch linki und rechts der Strasse, die nach Wörth Mit dunklem Zweig der Obstbaum überschattet, W Behängt mit edlen Früchten überreich, ^^^H Strömt Preusaenvolk in regellosen Haufen, ^^^H Den Feuerherd zu leschen, der noch immer ^^^^^ In Flammen spnll, ein tosender Tiilkan. ^^^^ Dort Bu den Niderschtesiern gesellt ^^^^^ Sich aterolua von stundenlangem Laufschritt, ^^^^H Dmm nix bu kun nicht komme bei dem Kampf — ^^^V Dar Wjrt«mhcrgar vorderste Brigade. ^^^V Die roten Fanen lauschen dui-ch die Luft ^^^V Wie NenHUohtatrunken iiaoh der Feuertaufe, 81 Vou Schwabenstreichen im Geräusch der Waffen. Voran die Jäger, wie es sich geziemt Wenn Feind und Wald mit ihrem Zauber locken. Wenn die Gefar am nächsten, gröasteu ist, Die Würfel der Entscheidung sind geworfen 1 Dann folgt in Uast das zweite Regiment — 'Es sieht die Brüder blutig auf dem Boden, Es sieht die Brüder schwankend an der Seite, Erblickt den Feind, der gegenüber trozt ! Und noch ist diser nicht erreicht, so sieht Der Jäger ueben sich den Musketier, Der Schleaier zur Linken sich den Schwaheri, In bnnten Zügen durcheinander, wirr Zerflossen und doch feut gleich dem Krystall, Der in dem kleinsten Teil bewart den Kern, Ob auch das Licht verschieden in umlodert, Wogt in das Dorf der Stürmer buote Schaar. Von Haue zu Haus und durch die lange Gasne Bis zu der Kirche flutet hin der Schwall, Um deren Tnrm die schweifende Granate langst in verderben sc hwaagero Kreisen zog. Nun schlägt sie ein, zerfärt — es wankt der Turm. Die zweite wettert nach, zerberstend Hiegt Das bröckelnde Gemnuer in die Luft. Die dritt« kommt und bricht ein Loch hindurch Und beizt die dürren Balken, dass sie bell Wie Schwefel h 6 Izer lodern — auf das Dach, Als war er von Dämonen abgehoben. Stürzt nieder jezt der Turm, zerti'üramert rings Das weitgesch weifte Dach und füllt mit ihm. Mit Qualm und Schutt den Schoss des Gotteshauses. Und von sich selbst ertönt das Grabgelänte Der ehernen Glocken — angeweht vom Hauch Der wild entflammten Hölle schwingen sie ^ich bin und her bis sie zu Boden schmettern ~ In seinen Vestea bebt der ganze Bau, iUit donnerndem Gekrach erdrönt die Wand, Der Mörtel fallt, es bort sich durch die Fenster Noch schärfer als der scharfe Diamant Der Flammen Stachel, glühend tropft herab Das liebte Blei nindbogiger Umfassnng. Und, wie vom Sturmwind aufgerissen, i£rt Die braune Eichentilre aus den Angeln, Dass ofi'en vor den Blicken des Soldaten Der nach dem Gegner, nach der Beute sucht — Das unbescbüzte Heiligtum aich zeigtl — Im falteuloseu Kleid von reinem WiMSs - 63 Vom tialx bi9 y.a den Zeiten schimmernd hell — Ist drin ein junger Turko hingegtreckt, Ihm liat d«r Sture den Schädel eingeachlagen I Zu seinen P'üsBen offen der Tornister, Rein fiuageplUndert — denn die Seinen liessen Den Leichnam wol, doch nicht sein Gut zurück. Ein Blntt Pnpier verschmähten einsig sie, Ein Schreibeu halb von dunklem Itlut verlascht, Kaum leserlich dem Arzte, der es fand. Arabisch war der Brief und zierlich, fein Doch fest dabei die Hund die ihn geachrieben. .Nur Gott sei Lob, und Ere ihm allein! An Jenen, den ich liebe, den zu treffen Mein Hem sich sent, der herrlich und geert, üen treuen Augen >iwar entzogen ist Doch Tag und Nacht dem Herzen gegenwärtig So lauge noch die Zweige golden macht Die frische Quelle dem Myrobabaum ! An ihn, der über Seinesgleichen ragt, Eid Giessbacb untrer Tapfern. au den Herrn. Den anbesieglicben Seii^eant«n Äbbas ! Der Friede sei mit dir sü lange Vögel Im Grünen wonen und die Turteltaube Durch alle Lander fliegt ' Wie geht es Dir? Wie geht's mit Deinen Freuden, Deinen Sorgen? Fragst Du nach mir — so geht mir's immer gut, Bis auf die Tienuujig ach! mein lieber Freund! Ich sandte eine Antwort nach Sekida — Doch keine Riickautwort ward mir zu Teil! Drei Schreiben sandt' ich aus, vergeblich aus, Und ich sah ein: Du hast sie nicht erhalten, Es hat ein Grusa von Dir uns nicht beglücktl Dich grüsset Ibrahim, es grüsst Bahir, Die Ilauabewoner alle segnen Dich, Und liebend grösat Dich Deine Elhamlsa Bint Elhavaas. Am neunzehnten des Juü' — Doch drauasen vor der Kirche bei dem Brunnen Anf sprödem Stro ligt Raoult der Zuave. Das Bein ist ilim zerschmettert, seinen Degen Warf er zur Seite — er gehört dem Sieger — Ein unnüz Spilzeug diinkt er ihm, ein Hon, Seitdem die Kraft entachwand, ihn zu gebrauchen. In Wellen flieaat der Bart ihm neiaa zur Brust Drin mächtig schlugt das Üerz mit Hammerachlilgen Als wollt' es die gewaltige eerreissen. Doch seines Augea Blick zuckt wie ein Bliz, Und diser Bliz glänzt \ I Uoffnungsstral : Ilasi er nicht überleben wird aolcli' Unglück! Und seina Anung hat iha nicht getäuscht. Die Kugel, die ihn traf, hat ihn erlöst Von jedem Leid, aus der Gefaoge tisch aft, Denn frei geht — mit den Toten er von danne Des Manchall'a Äuge h&t die Boten längst Und überall gesucht. Nur einer kommt Un meldet ihm: Fröscbweil er ist genomme Die Kunde Üiegt von eitlem Mund suin andern, Sie flbertänbt der Füier Orduuii(;Bruf. .Fröschweiler ist genommen!"' Neu tteginnt Der Donner des Geschüzee \ es erbebt So Derg als Wald in tausend Stücke bricht Auf einmal jezt diis Uerz der Legionen ! Da jagt ein Rose daher mit wilden Sprüngen, Bedeckt mit Blut und Suhnum, ein lediges, Dem an den Leib der lose Sattel schlägt. Ein zweites folgt mit einem Küraasier Dem Uelui und Vaazer feit, die llare starren Dem Reiter viperngleich empor, es starren Die Augen vor Entsezeij ! Dann ein Schwärm Von banten Reiteru — hier ein Lancier, Dort ein Husar — auf einem Pferd Zuaven Die fest sich lialten wie ein ZwiUingspar Das die Natur zusammenschmiedete. Nun wieder l'anKerreiter Trupp auf Trupp, Fast werlos und besinnungslos, voll Host Die Bosse spornend, daas sie laut vor Schmerz Aufstöoen, zittei'n, hoch empor sich bäumen, Dann wie im Waosinu Über Stock nnd Stein Wegfliegen, über Busch und Graben sezen. Dann wieder Pferde one Zaum und Lenker, In wilder Freiheit rennen sie dahin Den Stein zerschlagend mit bewertem Huf, Umflattert von den Manen, von dem Schweif Uod Feuer bliEend aus den grossen Augen ! Erschüttert durch den Anblick losen sich Des Heeres Reihen Urmend auf, es hängt An Fuss und Bügel sich des flüchtigen Reiters Flink mancher Voltigeur und tieht mit Blick Und Händen, seiner Angst sich zu erbarmen. Drauf wirft sich, der anlezt im Feuer war, Hit rauchendem Geschüz der Kanonier Gleich einem Keil in die verworrene Masse. Was ihm nicht weichen will, wird iiberfaren. Wird umgestürzt, es folgen rasselnd nach Die Wagen mit dem Reat des Schiessbedarfg. B4 Auch sie, die noch die Raat dee Tode» bergeo, Sind für die flucht, die Kettung aüBereeli'o. Es klammert au die Speichen ihrer Rader Der TrosB sich an und »nf dem Deckel tront Daz rotberockte „Kind des Hegimentea'" Die Marketenderin mit leerem Fase Und holem üerzen, — Aber Mac Mahon ? Mit klugem Blick schaut aui' den WirbelBlurm Sein schwarzes Hoss, es peitscht mit zornigem Schweif Die Weichen sich und wiehert unabläBsig. Will es die Üüchtigen Genossen manen Zur Umker, wie verzweiflungsvoll ermant Der Feldhen- die zerfareuden Legionen? Ks ist umaonat das Eine und das AndVe — T)ie Grenadiere reisat die Flucht dahin Und keiner von den Rennern wendet um I Dil mit gewaltigem Weitsprung fiirt daa Tier Hoch über das Gesindel weg, den Herrn Selbst noch im Unglück stolz von ihm zu scheiden! Es überapringt den Tamhour, den Zuaven, Den Grenadier, der atirbt — ea drangt nur Seite Veracbtuttgavoll den bügelloaen Reiter. Auf ungebanten Wegen jagt es fort Vor der Verfolgung sicher, vor dem Schwindel Der aelbat die brnvsten Vlei'zen üherfiillt, Den leisten Halt der üisciplin Kerbricht. Denn kein Befel gilt mer und keine Bitte — Den Fürer läast der Fliehende zurück. Der Kamerad verltLsst den Kameraden, Von gold'ner Stange reisst des Rumes Hort Der Trüger ab, er birgt ihn auf der Bruat Vor acbnödem Fall und vor der Hand des Feindes. In Gräben, hinter Baume rettet sich Wer aus dem Strudel noch entrinnen kann. Er wirft die Waffen weg nnd das Gepäck Und was ihm wert und teuer war im Leben. Der Boden achüngl. die Schlucht den Flüchtling ein — Nur eine Stimme hört, er noch: die Furcht, Nur einem Fürer folgt er; dem EntseKen! Der Kanonier, fast bia zum Hemd entkleidet, Zerreiast dem achreck enatollen Tier den Strang, Befreit ea von der Last der Proze, schwingt Schwerfällig auf den Rucken sich und eilt Mit ihm davon, daa Feuerror verlassend! Ein Bauerwagen naht, gerültt mit Betten Und Hansrat, doch der Eigentümer felf PS Mit Weib und Kinii, es teilt das weiche l.nger. Die neisBen Linnen blutig überti-üiifelnd, Eid WDndes Häuflein diebischer Zuaven. Drei Tote dann auf einem Karren — danu Im Baobof harrte seit geraumer Zeit Ein langer Wagenzug auf die Soldaten, Die big zulezt ihr AeusseretuB getan Und müde nun und wund darnieder lagen. Mit WiBdeBschnelle sollte jener Zug Zum friedlichep Asyle sie verbringen, Wo jede Pflege, wo jedweder Trost An flaumenw eicher Brust sie hegen würde. Und markerschütternd braust der Zug herbei, l'nübersebbar ist der Wagen Reihe. Er dampft und pfeift, die Erde hallt ihm nach Und wer ihn sieht, der wünscht den kranken Sönen Den würdigen des Vaterlandes — Flilgel! Doch die Verlezten nicht, die Sterbenden, Der Rest der Gloire nicht ^ — die Flüchtigen, Die Feigen, Zitternden, die Unvereerten, Die nimmer sterben wollen, nie mit Eren, Der UnTerschumton, die im Schlachtgewül Den Freund verlassen, der nicht weiter kann, Den wunden Brnder unter Rosseshuf — Sie füllen alle Wagen, alle Treppen, Sie stehen dicht gedrängt auf jedem Dach, Mit halbem Lmbe ach webend in der Luft Umklammern jeden Halt sie, der sich bietet! Hui, wie es schrillt, hei, wie die Erde bebt! In Wirbeln fliegt der Rauch umher, es keucht Zum Beraten überheizt die Dampfmaschine. So Bcnnaiibt der Tot mit seinen Opfern fort, £r lässt sie jedes Grausen schaudernd fülen Der allgemeinen rasenden Vernichtung, Die sie im finge hier zermalmen kann, Allmiteinadder wenn ea ihm belieht! Doch graut ihm selbst vor solchem Misgeschick, Genug hat er für heute, nicht für morgen — Er flieht mit ihnen, nicht ent&ieh'n sie ihm! — EJGönthert 1) „loh habe HD dem mir mitgeteilten FrsRmcDt üu grosiei Wol- gefallea gehabt, als dass ich mich darüber weltlÄiili^ krittelnd Haslaaien ■ollt« ; ich habe niehts daran xu tadeln, imd das Lob, das ich demselben tolle, bedarf keiner Biisforbchen Hotivierune. Dbbb eine gewisse Mono- tonie in einem Cycliis von Scblacbtgeniälden sich acbwer vermeiden lättt, möge noch einmal erwäut sein, und um Ihren Cjclus wie der J Altdeutsche Gebete 1 Uar Alle Di« sind .1. lohlicher grficzU von dor lii kÜDgiuen Maria, Ton der fri>d die si gehellt hat vou der frö- | liehen yrstende jrs geminteii auiM, butt zum ersten dises tob. Salue japeratrii niatur Ibesu Chriüte, u glorioGU donitDa, que^ virgo Maria eiititit plenn gruuia filiu coiipaüa nmuris eei jnceodto [ reuurgeati ainptexana osculana cum gandio alleluia. lobung') Ich loben-) dich vnd cvböch vnd bris dicli, da \ himelscb» küogi des miniklichen verlnngena, so diti zart mAtterlic hat nach der rrsteade vud zukunft dins geminteu eana regina leb lohen dich, du dar schinendev mete steru, dz ä göttlich vei'Uiugeahat ^) allain jn der gezirten arch diue edlen heruzed 1 lag verborgeil, woa du allajn krefTtiklich gelobtist, dz din f lieh von dem tod wSrd vf er ersten, regina. kh loben dich f ü rlücht endes mete gestirn, dz du mifc J dem og diner claren versteotnus schowitiat, wie sich die hoch, die i bohwArdig sei zS dem vergotten lib was fügen, sich wider andren Ibrmiren. regina celi. Ich loben dich du wider glende. jn hoche contemplacio bekanliet, da Binar allmäcbtikat vnd gewallsamkat v von dem tod dinen gerointen sun. ri Ich loben dich du IQcht riche fröd, die din adelich horcz ensping, do du erkautest, dz der himel- schich vatter dinen geminten mm Jm aelbs bat glich machet ja I allmächtikat jn herrfchafft vnd in göttlicher weaenhat. regina. Meisler der Dias zu einer wirklich epischen JE^oheit zusanimenKU- schlieagon. fehlt Ihnen alä Zeitgenossen der Dinge, di« Sie schildern, die dem Epiker nöthige Freiheit, mit dem Stoffe nach Bedürfpi« xu schalten und ku walten. IhrSloffiat nochTanesgesehichte; der Dichter braaoht den DEmmerachein der Vergangenheit. Er tischt im Trübtin. Je uni^ewisser, dunkler die Bistorie. deeto besser für ihn. Was sich aber im Binzelnen aus dem StoSe rnacben tässt, ist viel, und ich glaube, Sie machen es. Die Menge ennenLö j. modium tritici Bfi. gundoltsüi&in dat I ad anninerBar. Binow. I (bl. 2 VW.) It& Gundelshain dat de quarta parte Curie vij I modios tritici vj modios aueoe ij quart. piaarum j porcum *) anam SiY I partem feni et in quarto anno dat aliquautum minus de cenau I X solidoa. Item de at^opoza der lachcrreu vj quart. tritici vj quart, | eib'ginis x quart. auene. Item de acopoza köllis ij quart. tritici y I quart. siliginia (ij quart. auene)-''). De area prato et agro Gät- m&ns j quart. tritici ij quart. auene. (De scopoza der böiralerren 35 ij quart. tritici ij quart. siliginia y quart. auene. De agro in Engelbrecbtz grünt j modium siliginis. De bono der boimlerren j quart. tritici j quart. auene*) (quae dat t^rni de OBt«ruiugen) ') maoBus veldes hailb mediam partem "). 11 Am Rande: recliberg. 2) Debergesohriebeu x aulidoa. 5) Am Rande ; j modium auene. 4) Am Rande: (Item j quarUle BÜiRiniii). B) Stelleu, die im Texte io KUmmeni stoben, BJad im Origin durobgeitricben. 6) Aid Rande: Item de bono vlmera j quartale «iliginia j quar- tale auene. 108 ^H Jobannea Zoller de quiu-ta pnrte Curie vij modioa tritici ij>^^| modios aueiie') ij quart. prisanim j porcam euara porteni fem ofc^^H in quarto aano dat minus censu. De scupoza Wilbachers ij tritioi^^| ij BÜigiuiB iij quart. aueno. ^^H 5 (C. iioller) ') de quarta parte Curie vij modios tritici vj mo^^^^| dioH auene ij quart. pisarum j porcum auam partem feui ') ^^H usque vj modios auene Buam partem porcum, (Item de Scopoai^^H wilbacbers ij quart. tritici ij quart. siligiuis ij quart. auene. De^^H area I.impachers ij quart. tritici). De prato uf rindal j quart, 25 tritici, (de acopoza üarprelit^ j modium siligints j modium auene). (Henoi Sutor) de Häba ze vallentor*) ij modios vlriueque ij modioB aueue suam partem porcum. (Item de scopoza vilamea j ^^h quart. tritici j quart. auene. De scopoza Müttels j quart. vtriuHt^^H qne). item de scopoza iu bacbtal (iij quart. vtriusque ij quart.^^^^ 30 auene) ^) iij quart. vtriusque ij quart. auene ^). '^^^| H. Boller') de mnnsu ze vallentor ij modios vtriusque ij modioB auene suam partem [mrcum De scopoza kaysera (j quart. tritici j quart. siHginis ij quart. auene) j medium vtriusque j 35 Junggli de mausu ze vallentor tj modios vtriusque ij modioi auene euam partem porcum. De scopoza des Roten ij tritici). Hüber de Riobain (de Iluba ze vallcntoj' j modium vtrinequ j modium auene. De scopoza bi der MAre ij quart. tritici ij ^ siligiois iij quart. auene. De scopoza des kayaei's j quart. 40j quart. siliginis ij quart, auene). 1) Uebe rgesch rieben : x aolidoi. 2) Ucbergei ehr leben: Haus Kuller, 3) Uebergoachricbeii : x soliiios. i) Darüber geschrieben: Ita UBianiu. 6] Darunter ge ach rieb cd : de vilame. 6) Die letzten beiden ZinspoBten a^ngeaetit. 7) Darüber geschrieben: Em u. (Zocbli). 109 icopoza GricsBehnioB*) ij modioa Ttri- RiniiBii Mettingevs iüj modios Tlriuaque r eolidoB de bachtal iij quart. ') . . . . L des Mettingers ij modios et du llubere j modium ij modioa \ la ierciafl vtriusque (Cunr.") Sinieler) de i nscjue vj quart. tiuene. De j rnaltmin anepe j porcam ■ Gunm partem purcum). Uenni de WifseBiiorg (do man tritici dnas tercias partes vtriusqui partes aueoe. It«ni de scopoiia des iij quart. auene). H. HflntwaDger de scoposa behains et ElHcouers hec due snnt VDA BCOpoza ij qunrt. tritici vj quart. Biliginis j mod. anene. f< (bl. 3. VW.) JohaoneH an dem aker') de scopoza viUici j modium vtriusque iij quart. aiiene. Item (de manRU Mettingera v qaart. et j terciam partem vtnusque v qunrt. et j terciam pai-tem auene saam partem porc). Item de mansii veldeshnilli iij modioa ftrius- que ij modios atiene. Item de »copoza bäliers j modium vtriusqne 1' iij quart. auene^). (JohanneB Modelte)") de mansu bülaogs v modios vtrinsque vj modioa anene Buam partem porcum. Item de Bcopoza bl der Uur j modium tritici iij quart. ailiginis v quart. aueae. Item de Kgris Bürgi cellei'arii ij quart. vtriusque ij quart. aucne et prore-2 media ad cellarium j quart. siligitiis. Item de scopoza in der g&aaeQ ze Reliberg v quart. tritici j medium aneue '). H. Grett«a de scopoza willebachers ij quart. iij Biliginis üij quart. auene de area limpaehers ij quart. tritici *). Cnor. aa dem Gären et soror sna de scopoza vilnmes j quart. S tritici j quart. auene. Item de scopoza des Räten j quart. tritici j qnart. auene. Item de atopoza dea Müttels J fcrtonem tritici j fertonem siliginis j fertonem aueue '*). (Bürgi TOD HAri ^"j de scopoza bi dem gaügbrunoeo i^ qnart. tritici ij quart. anene. Item de scopoza des Müttela j quart, vtri-9 usqne j quart. auene. Item de scopoza Hartprebtz uel Eziahoina j modium siliginis j modium auene. Scopoza zem gailbronneu iij qnart. tritici ij quart. aueuc). Henni Sinieler de acopoza vilnmes ij quart. tritici ij quart. auene. Item de scopoza iti Bachtal iij qnart. vtriusque j modium 3 auene. Item de scopoza MüHels ij quart. vtriosqne j quart. auene. I 1) Darüber geachrieben: Henni. 2) Darüber geschrieben: item vilames. 3) Darüber geschrieben; ij qiiartalin auene. 41 Debergeschrieljun: Mettinger de scopoaa mettin^ra. S) Von neuer Haiid hinzugefügt: qnot GimdoUliami vxor habet et Lenric aneiili vel Mettingers. Ö) UebergeachrieheD : C. hflter. 7) Von neuer Hand: dat Henni Friedrieb. 8) Diese zwei Zeilfiu von neuer Hand. Ol Untergescbriöben : j qnartariom auene. 10) C. Hermana. 110 Item de scopozn kämmen j modiiira Ttrinsqne ij quart. BUene. Dsl flcopoKa Bachtal iij quart. vtriusque ij qu^rt. anene). C. Qensli') uel eui heredes dant de scopoza Brünlle') ij morV i'ws TtriuBque vj mudios auene. 5 (bl. 3 rw.) H. et Hcnni Sneweli de manaa Teldeshaill) {yt quart. ') vtriusque ij modios auene. Item de acopoza Mändelia aw Suewelis (j quart. et j terciam partem) tritici ij qnart. (et [ terciam) siliginis ij quart. auene. It«m de acopoza vlmera j quai' BJIigiaiB j quart. auenc. Item de agro stcrchis uel Hakaselli 10 medium tritici De*) iatia bonia dant Hennis Snewiis vij quart. tri*l tici vij quart. siliginja vij quart. aucne et Uane Sneweli üj quarLJ tritici iij quart. ailiginis üj quart. auene. (Haas ZAIli junior de scoposa snewelis uel mündelis j quartlrl et j terciam partem tritici j quart. et j terciam partem siligimlf 15^ quart. auene. It«m de Bcopoza vlmers j quart. nliginis j quart. I (H. Snewli aartor de acopoza vlmera j qaart. ailigints j quart..! auene). Cunrat dictus Taler de bono an dem bolle iiij modiea Ttrin»cl 20qao j maltram auene. (Item de bona der bAimleren j quart. tii^l tici j quart. siliginia j qnnrt. auenej. Nicolaua Madelle de mnnsu ßillungs iij modioa vtriuaqae M,M quart. auene et auam partem porcura. Gerung") de wieaewil hoaa computat. 25 Dicta Wiaerin de prato gätmane j medium tritici. Item 6., ogro ze Tellenbniuneu j quart. tritici. Item de ares G&tmans ] quart. tritici ij quart. auene. Johnnaea Zoller aenei (de scopoza Wilbochera ij qnart, t iij quart- ailiginia ij modioa auene. De prato vf Riutal j q SOtritici. De acopoza dea kaysers j quart. vtriuaque j quart. Bt Item de acopoza Gotbrebtz '') j quart. vtriusque. (Hoapita de area j quart. tritici quod dat C. Zoller). (bl. 4 VW.) NicolauB de Slaitbain De scopoza wanaldo ij quai tritici ij qnart. ailiginia, De prato in der lachen j qnart. 35 H. de H&ri de maneu fridingera (mediam) **) partem de a pozB Mettingera ij modtoa vtriueque vj quart. auene. Bfirgi ^ Höri etiam dat quartam partem. Cünrat de Huaen qui residet iu RAti uel mediam partem mau an fridingers. 1) Uebergesohrieb^n: Qui eat roortuuB. Ü) Debergeichriaben : Uarprecba uel Kzilj (erihaf) nenni Zölli, 3) UebergeBcbriebeu : iij modioB. 4) DsB folgende von späterer Hand. 5) Unter den vorigen Worten steht die Bemerkung: nemo computat.a 6) Das folgende von neuer Hand. 7) Untergeacbrieben ^ uel kfilli». 8) UebergeBchriebeu : quartam. 111 1 Schiitabach ') qunm coli- mlerren ij quart. vtriusque 1 ftirolerren j quart. ailigitiJB) j Je mansu fridingera quartain DictuB (Stotter) Steger tnr ¥J qnart. spelte. 0- Zoller a» der Strasse de acopoza villici j modiam vtrinsqae iij quart. auene. Do area der wirteoen j qtiart. tritici. H. Zelter an der Straase de scopoea vilumeB j quart. tritici I j qnart. auene. Item de acopozn des Müttels j fertonem tritici j rertoDem anene. Item de scopoea des Roten j quart. tritici j quart. auene. De Curia vij modioa tritici vj modioa auene ij quart. piae uel porc. et fenum etcet. Predium dea Tettingers de acopoza (k61lis j quart. vtriuaque 1< j quart. auene. de acopoza vlmers j quart. siliginia) j quart. auene. UciQ de acopoza (Mündelia j quart. et j terdam partem) tritici j quart. et j terciam partem siliginiH ij quart. auene. (De aco- poza des kayaera j quart. vtriueque j quart. auene). (Eberh. Madelle de acopoza der j quFirt. aueue). (Bürgi KrniB de Scopoza der I qnart. auene. (Uenni venterlos et soror ana (hl. 4 rw.) Dictua Heller de Stopoaa ■} bi der mur j modium tritici iij quart. siliginia v quart. auene. Cnni H&ter'} Henni fridrich ot fridrich habent partem bil- liings hub et hahent medinm partem scopose bi der mnr et de agria bAi^ia keUers. 21 H. Hoter de hono Mündeiis ij quart. et duaa tercias partes tritici ij quart. et duaa partea j modium aaeue. Item conceasimus decimam canapi gitnm in villa Traaadingeu Hainrico dicto berachi Johanni dicto frfiler et Jacobe dicto . sei*) aeniori. loco et nomine tocius ville qui in auo loco et no- 31 mine ville serrituti noatro monaaterio aatrinxerunt. Et quam predicti trea deceduut tunc prefata decima lifaere redibit ad manua ooatras. (bl. 6 VW.) Rehberg"). Curia in Rehberg aolvit annuatim xx modioa tritici t maltra 91 anene ij porooa quorum vterque valet v aolidos. Tnum plaua- tmm feui. ManauB dea Baildingers xiiij modios tritici ij maltra auene j porcum Talentem v Boiidoa (et de veteri Silua ¥ quart. tritici uel de Noua Silua j modium tritici Ii oua). Mansus der Hnlierinen xiiij modioa tritici ij maltra a 1) uel Kiwis. 3) [Je bergesch rieben : dat H. Zoller. 3] Uebergeeohriebeu : dat aolua j quartarium siUgfinis pro remedio ad cellarium. 4) Der dem a voraus gehende Vocal ist ?erklext, daher nnleaerlich. 6J Dorf im badischen Klettgau. 112 poroDm vitlpiiiem v aulidos et do veteri Bilua v (jtiart. tritici de noim ailua j modium tiitici l. oita. MEiDauB ') due der grieBs«hain iüj modios tritioi j maltr aitena j porciira ualentem viij solidos, 5 Bonam des L&iiingera x modios tritici j maltntm aneoe ( noua ailua ij qimrt. tritici J porcuin ualentem TÜj solidos. Soopoza in der Gasaen x quart. LrJtioi ij modios auene. Scopoza der foraterren xj quart. tritici ij modios anene. Deciaia InycftlJs iii Rchberg in der gassen vj modios tritid j lOroaltrum aueoe et jd quarto anno nichii. Scopoza Rinowers xj quai't. tritici ij modios auene. Scopozii Eglolfs xj quart. tritici ij modios nuene, Scopoxn des Altenburgers xj qusrt. tritici ij modios at Item due scopoze der Grieshaimer xviiij quart. tritici 15trum auene de noua silua j niodiuiit tritici. Scopoza Wilbächers x quart. tritici ij modios auene. (bl. 5 rw.) Bonum U. Geruugs x modios tritid j mallruij aaene. Area veuterlos hofstat j quart. tritici. 20 Bonum dictum äax, fri g&t j modiura tritici. Bouum des Staltzen x quart. tritici ij modios auene. Bonum der Ilorerren riiij quart. tritici ij modios auene. Area dicta Güuthers j quart. tritici. Pratum louchringers j solidum. 25 Scopoza Schüpfors vj quart. tritici j modium auene Bcbilpferin. Item lignum der von Griessehain üj quart. tritici vel oata fingers. iignum müli stag. 30 l.bl. 6 VW.) Johannes Rudger habet Curiam. Item dat maiisa des Baildingers üij modios tritid j pedem porci ij modiM auene. Item da scopoza des früen j modiuiu tritici. Item de media parte decime rf ttillungs Il&b ij quart. trilici sciHcet in quarto anno cedit Episcopo. 3K Rq friderioh de mansu (des Baildingers iüj modios tritici y modios auene j pedem porc. Item de scopoza Altenburgers yj quart. tritici j inodium auene. de nrea venterloä v quart. tritid). Item de noao ligno j quart. tritici de bono der faerrerren viiy qnart. tritici ij modios auene. 40 Cäurat Geruag de media parte mansu Baildingers vij modioe tritid 'j porcum j inaltrum auene. Item de bono gerang* x mo- dios tritici j maltruui auene. Item de scopoza in dir passen v quart. tritid j raodium auene. (Item de scoposea Scbüpfers vj quart. tritid j modium auene>. Pe scopoaa der forsterren vj qnart tri- 45tiei j nodinm aaene. Item de area Tabris ij quart. tritici Denouo 1) Darüber ges^riebcn: Bonum. >uo^H J 118 liiignu J quartai'inni tritici. De nntiquo ligno üj (juart. tritici. De deeimn laycttli x Dtoiiioa ti'itici üj modios auene scilicet in i^uarto anno cedit Gpiscopo. Börgi ') friderich rich de liecima Jaycali vj quart. tritici j nmdiiim anene. Item de decima in Harthusen |j modium ailiginis) ij qaart. )i siliginia de nirtn:«) bnildinpers iiij modios tritici ij modioB nucne j pedem porci de bono venturlos j quurt. tritici '). (1)1. 6 rw.) (Cnonr. ') de liiglicon de bono Iftningers iij qunrt. tritici iij quart. auene. De scopozK des Roten in Erzingen ij quart. tritici ij quart. auene. (Item de scopoza Egishainis j mo- II dium tritici acilicet egishnia dat anenam). De acopoza der b&imleiTen ij qnart. tritici ij quart. eiliginis ij qnort. auene. De agro in Engel- brecbtB grant j modium ailiginis, Dict« wedorin de decima in Barthuaen j modium siligiiiis. CÜnrat de Wiseenbarg de hain iiij modioa tritici j mnltrui lidos. Item de Scopoza der Grieshni tici j modium j fertoner j modium auene. De i i quart. tritici. , (do, ine?) de griesee-S B j porcum valentero viij ao- inj modium iij fertonee tri- oAltenbuigs vj qnart. tritici > ligno j quart. tritici. De area Günthers 1 Löiiingera üj quart, tritici iij qunrt. f I Ite prato TiifTenmnc j quart. tritici. De bono der for- sterren vj quart. tritici j modium auene. De decima Uicali ij quart. siliginis. t'etmB Rfldger de bono lAuingers üj modios tritici x quart. ftuene j porcum valeutpm virj solides quos ipse dat et sui participes. 31 (C. R&dger de )>onü dicto friien gut ij qnart. tritici). Hlirgi villicas de bono Griesshnimerren ij modios tritici vj Cüurat Jeger^) de Scopoza Eglolfs vj quart. tritici j medium auene. Item de bono Rinowers vj quart. tritici j modium auene. $ Henni friderich de predictis soopozis ij modios tritici ij nio- Fridericb (de bono der Hererreu vÜij quart. tritici ij modios anene. Item de nono tigno j quart. tritici). Henni von Wissenburg (de prato tüffenmac j quart, tritici. -1 Item d« scopozH Habers in Kraingen ij qnarf. ij t. prt. tritici ij 1) Darüber üoscbrieben : Johaone«, 2) Diese Zeile von anderer Hand. 3] Das folgende von neuer Hand, aller unleserlich, 4) Darüber geBchrioben: Hainr. &] Darutior geschrieben: et Ilcini friderich habent istan duas Bcopozas. 111 qunrt. ij tercins partes ailigiuis j modium nueiie) ij itiüdtos vlrin»-"] qua j luodium auene. (bl. 7 VW.) (Job. Ilüber') de Scopoza Eglolfa vj quvt. tritioi' | j modium auene'). Item de scopoza Rinowei'8 vj quart. trttici j. | b inodiuni nuene). Kriderich du bono AlteiibnrgH vj quart. tritici j niodium aaent du nouo ligiio j quart. tritici Ue acopoza bi der timr mediam partim. (Honni von Wiesenburg de mauRU Mcttingers) in Erzingen ijij (moilios et duus tcrtiaa partes vtriintque) ij ij modioB {et duai lOtertiaa partes nucne de scopoza hübera jj iiiodios vtriuitque ig' i qnnrt. aiionc), {Dicta Schopfer de bono der Suhupfarren vj qnart. tritici Ji I tiodiu >e). (Ileniii friderich de bono Eglolfs vj quart. tritici j i 15 auene. Item de bono). Rieden apnd Clanstmin^). Curia ibidem fioiuit iüj modios vtrinsque. BoQum schiiprerfl habet welti geruiig pro j niodio tritici j I niodio auene. 20 Grauenliusen^). Pratum ibidem aoluit iij modioa tritici. Tilndorf-), Bonum itiidom soluit j'quart. tritici ij quart. ttiliginis v solidoi.. | Tittisbusen"). 25 Bonum ibidem soluit iij modioa nuene et iüj libros piperiti e duoa pulloa dictoa vrrahAnei'. Item viligeu v aolidoB deitariaruiB j libram ccre. (bl. 7 rw.) Itoni'') Hainricli von Pazingen iat der Uof gelih ze Riederron anno Ixxxxxij nmb iij mut kernen die aoll er ftlli jntj äOwerroii dem gotzhua eo Uinow. (bl. 8 VW.) Wiaaewil«). Curia in Wiasewil soluit annuatiui xij moilioa vtriuaque ij I maltra auene j porcuni vnlentem v aolidoa. Item qni colunf Ourinm dnnt de SÜua quae dicitur Nak üg I 30 modios vtrioaqup. Mansua dea liubers viij modios vtriunqne j multxum f porcum valentem v Bolidoe. It Darüber geschrieben: dictus zeppel. 2) Darüber gCBchrieb^n: httbcr deliet eompiitaii' in Martilla ScOfhCl ahnma. 3) Dorf im badigclion Albgau. 4) Ebunso. 5] EbeoBo. 6) Dorf auf der Baar. 7) Das Folgende von anderer IlaDd. 8} Dorf im badiichen Klettgaa. llß Scopoza HermanB ij quart. aüiginiB. . Scopoza Martis bi dem bnch j porcuin valentom x aolidoB. BoDnm Stangoldes ij modios tritici. S4»)poza an Nak j modium ailigiois. BoDum des clingklers j inodiuro siliginis. 5 Bonum des birton j qunrt. Biliginis. De wialital de Oultura hyemali ij quart. tritici. Item do caltara I^stnal) iij quart. auene. De Molendino j quart. tritici. (DoDum qnod dicitur Nnk üij tnodios vtrinsque). 10 ] (bl. 3 rw.J C, Haser de bonis aale (vij modios tritici) deliet coaiput. Friderichs hob mediam. De bono atatigoltz j modinm Johannes an Nak ') de bono Glingklers j raodiura siliginis, llem de scüpozu an Nnk ij qiini't. siliginis de scopoza Hermana ij IS 4 qnart. siliginis. Item de scopoza an Nak ij quart. siliginis. (Johannes Ilniitwanger ^) de scopoza an Nak ij quart. siliginis j modium oiliginis. de aliis aha. dabit de scoposa Nak et de bono). Cünrat Lnnenler et sui participes dant porcnm. (Claus)') de lluaen de bono Stangoltz j modium tritici de2i Bcopoxa Martis in dem bach j porcum valentem t solidoa. Item de mansa Metttngers in Erxingt.n media viij modioB vtrinsque ij maltra anone et suitm partem porci. Item de media parte aco- poze wanalde, in Erziiigen ij quart. tritici ij qunrt. sihginis. Gerung de bono des Hirten j quart. siliginis. 26 ^ II, fnber de mnnau HSbers v qitart. et j terciam partem tri- tici V quart. ot j terciam partem siliginis v quart. et j tetiiam partem auene suam jjartem porci. (H. hüber} de mansu hübers x {[uart. et ij terdas partes tri- tid s quart, et ij tertias partes siliginis x quart. ij tertias partes 30 1 auene simin partem porci. (bl, 9 VW,) Johannes Laneuter Gornng dictua G&tt.i et dictns Scheppi et dictus Ilüntwanger dant de bono qnod dicitur Nak üij modioa vtrinsque *J. (bl. 9 rw.) Osteruingen"), 9 Curia aoluit per duos annos x modios tritict terdo vero anno X modios vtriusquc et anuuatim iij maltra aueue j porcum va- lentem V Bolidoa, Scopoza Sidenuades riij quart, tritici j modinm auene, Scoposa Witzigen x quart. tritici j modium auene, 40| Scopoza des maus am rain v quart. tritid j modium aueue. 1) UebergcBchrieben; b. stoU et pueri sui. - 2) Darüber geachrisbcu; C. Atolle et filii fabri. S) Darüber geachricben: Gerung. 4) Dicia drei Zeilen von andrer Hsud. b) Dorf im aotuffhaaseriichen Klettgau, 11« ScoposA Ci'oUingera j modium tritici ij quart. auene. Scopozn Nftkers iij quart. tritici iJ qiiart. aoeiie. Scopoza Gatgemacha v tjuart. tritici j modium aiiene. Scopoza des Müllers j modiam tritici j modiam aoene. 5 Pratum dictum zwiwia ij (jnartalia tritici. Scopoza Gerunga quondam dicta 3cult«tj iij qnart. tritici ij i qaart. aueoe. Scopoxn Güntherinen vj quart. tritici j modiam naene. Scopoza des Dachers v qoart. tritici. (Area quam coHt Dürgi Ernis j quart. tritici). Scopoza Markwartinen j medium tritici. Ager Johannia de B&chberg in Trasendingen VDo anr modioa tritici et de decima ij quart. tritici secondo anno ij dioa auene et de decima ij quart. auene tercio anno nichil. 5 Ager in langwanden et prati uingen j qnart. tritici. ßonum uel area lonchringen (Ortua dea Langen ij pullos V quart. tritici j modium auooe). ngentftl et arca in Oater- | j qnart. tritici dat wemli win- I lt«ni alia acopoza GAtgemacha I (hl. 10 VW.) Johannes de Bnchlwrg habet quartem partam Cu- rie et dat censum. Item de scopoza markwartinen j modinra tritiin. | Item habet agroa in Traaendingen. Item de acopoza dea Nakers J 25 ij quart, tritici j quart. auene. (Oe Zwiwia ij quart. tritici. lt«n^ I de ligno in Rechborg iij quart. tritici). Dictua Crideler habet quartani partem Curie. C. Ernis habet quartam partem Curie, Item de acopoza Witzigen dat ipae et aoror ana v qnart> 30 tritici ij quart. auene. Johannea Ernia habet quartam partem Curie (dat Richart: I wingnrter). Item de area der lonchringerren j quart. tritici. Henui Bertschinc de Grieaaebain dat de acopoxa des Nakers 1 35 uel des hirten ij quart, tritici j quart. auene. ' (Jftggli) ') de bSchberg (de scopoza des witzigen j qnart. tri- | tici j quart. auene). De scopoza dea mana am rain j quart. fcrtonem tritici j quoi't. auene. (De pralo in langwanden j quart. tritici. De vinea j modiam tritici). 40 Johannes Opferahoucr de acopoza witzigen iij quart. tritici ij qunrt. auene. Item de vinea dictum Abbatia j modium tritici. (bl. 10 TW.) Johannea wemher do scopoza witzigen j qnart. , tritici j qunrt. auene. (Gerung)-) de acopoza witzigen j qnart. tritici j qnart. anene. II Darüber geschrieben: Herman. 9) Darüber geschrielien: Johannea Sultiberg. 117 1 j quarU j fei-lonem tritici j (Item de scopoza Ruprecht de scapoza des maiu am rain j i|uart. j l'ertonem tritioi j ({aart. auene (de orto dca Langen ij pultofl), Bilrgi Ernisde BcupozagntguinahH vquart. tritiui j niotlium auetie. 5 (lienni Muller de gcopoza des maDS am rain j quart. j fur- lünem tritici j quart. aueae. Item de scupuza des Müllers J modium tritici j modium auene j quart. j fcrtonem tritici j quart j fertouem aaena). H. Gemoga de Gc:opoza scuUoti Üj quart. tritici (Scopoza Crotzingers j. quart. tritici j quai-t. auene). (Biirgl Emis de area ena j quart. tritici de area in Enringeii j quart. siliginiB j quart. auene). Üictua Stamler de accpoKa Crotzingera iij quart. tritici ij quart. auene. Item de scopoza Güntherincn vj quart. tritici j modium aueue. H. Bertachi de acopoza Crotzingers j quart. tritici j qnort. aueae. Joli. Kneht de scopoza (Ejtzingers ') j quart. tritici j qnart. Erni gntgemacli de scopoza Sidenuadea ij modios tritici j mo-Sl dium auene. Item de scopoza gütgomachs -) v quart. tritici j modium auene. Johanaes faber de Wiswil de prato langwanden j quart. tritici. (De scopoza Müllers ij quart. tritici ij tercias partes ij quart. aueae ij tercio« partes aiiene j modium tritici j modium 25 auene. Item de scopoza des maus am rain j quart. j fertonem tritici j quart. auene}. (bl. II VW.) Henni Müller") de scopoza des mans am rain j quart. j fertonem tritici j quart. auene. Item de scopoza Uüllers (j quart. j terciam partem tritici j quart. et j terciam partemS^ auene) j modium tritici j modium auene. G&chtlingen^). Cinrat Bacher de Rinaugia de bono in g&htlingen iij modioa tritici iij eolidos denariornm. Item de bono in otteruingen v quart. tritici. 9tf^ Beringe '•)■ Oictns fritbolt de Scafusa vj qnart. tritioi de bono ibidem. Wiehs«). Item bonum in Wiehg j modium tritici j modium auene iij solides denariorum. Item dicta kuain de agro ibidem ij pullos 4 Hiltzingerra xviij den. De bono vttunhouen xviij deoar. 1) Darüber geachrieben: area eua : 2) Am Rande: dat C. de Wiesonburg. 3) Darüber geachrieben: Jubanues fabor i) Dorf im schaff hau aeri iahen Ktettgau. b) Ebenso. 6j Dorf im Hegau. niderdorf j [juarl. tritioi. (bl. 12 Tw). Giiesaeliftu') Curia Holuit iiij modlos tritici x modiü« siliginie ij nultr& 1 auene j porcum valentem x sulidos iij pullog L ouH. Scopoza Stigcllera maior ij modioB tritici ij uiudios aoene 5 Scopoza StigellerB minor ij modioa utriueijue ij modlos auetie. Prudium b! dem Steg aolait ij modioa tiitici vj modiuB sili- ginia vj (dat) modios auene j libram ij aolidoa iiij pullos li uua>, ^ Scoposa Glataeldere j modium tritici j modium auene. Das Nägerflt quod dicitur die ach&ninan quuni colitur j mo- lüJiuin tritici j modiam auene. Curia Vera soluit terciara purtem omnium fmoluuni et ij por- cos quorum vteniue valet s solidos. Moleiidinum j quart. tritici- Agur dict.ua uf Burgberg in caltura Hiemali ij quart. ti'itici j 15 iu Estuali ij quart. aueue. Scopoza Üaintzinen j modium tritici j modium auene. Scopoza an dem graben j modium tritici j modium aneoi ScojKjaa Kramers ij modios vtriusquu ij modios auene. Nuua silua in Rehlierg Euluit Ine iij quart. tritici. 20 [ionum dictum des Heberliiigers bunt iij aolidos. (bl. 12 rw.) (Äger dea lli^berlingcra in cultura üyemali jJ mudium tritici et in cultura Estuali j nnidium auetie). Ager in Rietbainer gerüte de cultura Hyemali j modium tri- < tici de Estuali j modium auene scilicet iam uno soluit. 25 Area quam coltt Cunrat Iluaer j quai-t. tritici ij puUus. (bl. 13 VW.) H. in dem Bach dat de Curia iiij modios tritia 1 X modios siliginis ij raaltra aueue j porcum valentem x solidos ÜJ f pullos L oua. . Conrat Stigeller ^) do soopoza Maiori j modium tritici j mo' l Sfldium uuene. Item de scopoza Miiiori ij modios vti'iusque ij mo- 1 dios auene. De scopoza (Glatueldei'S j modium tritici j mudium 1 auene. De auupoza am graben j modium aueue). U. RAtlner de | acopoza nn graben j modium tritici. Dictus (Hueer)') de aroa sua j quart. tritici ij puUos. 35 H. Stigeller. Eber Kilobdoi'fer. Johannes Jestetter dwit d^J acopoza maiori j modinm tritici j modiam auene. (Relicta^'') Beriiigers de predio bi dem Steg'') media partofl j modium tritici iij modios siliginis iij modios auene xj aolidoe i^m 1] Dorf im badiatiben Klettgau, 2) Darüber geachrieboiiL benni in wiswil, darüber m ^■rüber ilenni Stigeller. 3) Darüber gejchrielicn : Metlingor. 4) Darüber geschrielieu ; CönraL 6} üebergcschric'ben: de quo dat C, Kilkdorfer mudia 119 (C. Kilclidorfei' dnl de bono iti Ertziiigöu ij quart. tritici ij qunrt. Hiliginis ij quart- auene). (Predium Nicolai Spilmaus de media parte predii na dem Steg j inodium tritici iij niodies siliginis iij luodiua aiieno xj Botidus ij pulloa xxx oua. De bünta [leberlingera in uulturu Ilyemali j I ijiiart. tritici'). Ue bouo Glatuelders j quart. tritiui J quart. aueno. I>e bono llaiDtzcn ij quart. tritici ij quart. aueuo. I)e prato lleber- lingers xviij denarios. De Bono Crnraers j medium vtriusque j itii^diuni aueoe. De novo ligiio in Ruchberg ij quart. tritici. ll«m de bünta Ueberlingers in caltarn llyemali ij quart. tritici iu li^tit- 10 uaii ij quart. aueue). Uenoi Iluser dat predie ano j pullum. (bl. 13 rw.) JühanneB Bertechinc de bono Glutuelders ij quart. J tritici ij quart. auene. fl Wernli Erainger de bono Giatueldcrs j quart. tvitiui j quart. IW auene. Item de agru lleberlingera quum est iu cultura Hieniali ' j modium tritici et Iu cultnrn Kstuali j niodium nueiie, Uxor ScbSohaintzen de bono Ilaintzineo ij quart tritici ü quart. auene. De bono Crainers j modium vtriusquo j raodium nuenc. De biint« lleberlingera ij quart. tritici (in cultura Hyeniali 20 in Eatuali ij quart. auene). De scopoza. Glatueldprs j quart. tri- tici j quart. auene. De prato Ueberlingers xviij denarios. IteRi de Douo Ugao ij qaart. tritici. JohanneB Alaer j quart. tritici j quart. auene de Bcopo^a Stigellers. 25 Molitor de Molendino in Münchingen j quart. tritici. C, vogt de bono Glatueldera j quart. tritici j quart. auene. £berli Kilchdoder dat de bonis suis in Erzingen ij quart. tritici ij quart, siliginis ij quart. auene. Item de bono auo in Grieasehain ij qnart, auene quod dicitur maior Buopoaa ij quart. 30 tritici ij quart. auene sie habetur alia parte cum Eociie suis. DictuB ffirderer (de bono Glatuelders j quart. tritici j quart. I Dictus Friderich de bono Altenburg in Itehberg vj quart. tritici j modium auene de Bcopuza . . : . ; ') mediam 35 partem. Item de uouo liguo j quart. tritici j modium tritici iij quart. siliginis fj modium auene) v quart. auene. (bl. 14 VW.) C. Stolle dat de predio ze dorn Steg mediam partem. (bl. 14 rw.) BCiP), 40 Curia in BAI Boluit vj modioa tritici iiij modioB siliginis ' maltra auene unum porcura valontem v solidoB. Mansoa des widemers ij modios tritici ij modios auene j por- cum valentem viij aolidoB I) Dsrüber geschrieben: In cultura Esluali ij quartalia auoi 21 Die ausgclaaflcneu Worte unleeerlich. 3] Dorf im badiBchen Klettgaii. L 120 (bl. 15 vvr.J Riedern'). H. Strub dat de bonie Buie uiio anno j modiiim tritici x quarb I auene. Secundo anno v quart. tiitici j modium aueoe. Terdo I anno x quart. tritici v quart. auenu et dat aniiuatim viij Bolidoa<| 5 ij puUoa. Johannes Weruhur da Ai'ea Struben j sotiduni x oi (bl. Iti VW.) Bächborg"). Curia goluit xij niodios vtriuaqu^ ij maltra auene leguminis j porcuni valüntem vj eülidus C oua Üj pullüa 10 Curia dicta Maiierhof xij niodios vtriusquo ij niatt.ra aueos I iij porcos valentoe v HolidoH C oua. Prediuni dictum Swaigbusen Boluit vno anno viiij niodios siü-J giiiia Becundo anuo ij modioB BÜigiois. Tercio anno iij nodiog sili-r ginis et nnuuatim j niodiuiu aueue j porcuni valentem t solidoB LI 15oua dat^) Bürgi Erzinger. Bainbrehtz böl j quart ailiginis. Area Mettelen ij quart. eiliginia. Uubnegge in tercio anno vj niodios ailiginis *). I.Aggia Haildo j quart. siliginis. 20 Bonuui dictum Brunneador tres lagenaa vini. Ai'ea in obcmhof IJ qoart. Hiliginia quam babet C. I in bailb. Prcdium dictum peters gut j modium tritici ij modios Hiligiai ij modioB auene. 25 Predium Bülers j modium tritici vj quart. ailigiuis j modinalB auene. BoDum in Cöuborg j modium ailiginis^). Predium ze dem brunnon j modium tritici ij moilios siliginis ij modios auene. 30 Predium ze der Zuben^) j modium tritici j modium aili^Dis j modium aaene. (LI. 16 rw.) Predium dictum daz troglehen j modium sitigiiü iiij aolidoH do porc. L oua''), Witlinen Hürwi vj quart. ailiginiH iij nolidoa L o 3Ö Aliud bonum in Iliirwi vj quart. siliginis v aolidos de i L oua. Bonum Anfhelms j modium siliginis üij solidoa L c Bonura des Stultzen **) ij quart. tritici j modium siügini modium auene. 1) Dorf im badiacheu Klottgaii. 2) Dorf im schaffbBuseriBuhen Klcttgau. 31 Diea und das folgende von anderer Hand. 4) Am Hände: Ilana Ruati dat forte mediam parte 5) Voo anderer Band: vel wetlicb. 6j Untorgeaohrtflben: Zuber. 7l Am Rande: uacat. 8) Von neuer Hand darüber geschrieben: ¥el Si Bonum dictum daz buch soluit iD t«ruio nnno v modios siliginis. De Hrua wegmana ij tjuaii,. eiliginis. De ogiD in Stanipach (ij iju»rt. tritiui) j quart. tritici. Bonum de skesaelers v (juart. aitiginis v solidoa de porc. Bonum des heldea ^ qnart. siliginiB. Bonttm dictum in oberahof ij quart. tici ij modios aitiginis ij modios (auene)^). Bonum in Höuberg vel in ubern hof j : ■UigiuiB j medium Hueue. Bomim dictum dnz HltgerAta iiij ij terctas partes tii- dium tritici j modium I (Guprttn)^) iiij niüdius BÜiginia ij modioa Bolidos de poro. Bonum Häggin j modium eiliginia j inodiuin auene. Bonum Üacfaers j modium BÜiginia ij quArt. auene '). ScopoEB in guphen ij modios siliginis (bl. 17 VW.) DoDum in demMurbnrt vj quart. eib'ginis j i De agro H. in dem Mui'lcart*] BüDum dictum Haseobutzi ii) llumBOwe iiij luodioa tritici j i in tercio anno j «juart. sibginis. tercio anno xx qiiart. sibginis. auene vij sobdus de porc, 20 dicti dictum Agnoaeu gÖt j qunrt. tritici üij solides. Bonum dee friicn in Swaigbusen v modios siliginis quod habet IS Egbreht de Ittnaugia. (bl. IT rw.) H. de zwaindaP) de quarta parte Curie iij mo- 35 diuB vtriusqne ij modios auene ij quart. piaarum. Item de bono Itttinbrehtz bäl j quart. fliligjnis. De areie dictis Mettelen ij quort. siliginis. (De buno des Heldea ij quart. siliginiB). De bono dicto das Troglehen j modium siliginia iiij solidos L una. De bono Hohnegge in tercio anno iij modios ailiginis. (De bono dicto L&g- 30 gis Hailde j quart. siliginis). Item in tercio anno de Hssenbiit^i ij qnart. eiliginis. Item partioipea predicti (H. de zwaindal et dant de bouo iu üohnegg in tercio anno iij modios siliginis). Ram- sowc j modium tritici j modiuro auene et de Uiirwi ij quort. siliginis. 3& Bürgi Krzinger et Jobannea de quarta parte Curie iij modios vtriusque ij modios auene ij quart. pisarum. Item de bona in Swaighusen vno anno viiij modios siliginis. Secundo anno tj mo- dios siliginis. Tercio anno iij modios BÜiginis et annuatim j mo- diom auene j porcum valentem v solidos L oua. De agris in 40 Stampacb j quart. tritici. De agro ze Rainbrehtz bfll j quart. siliginis, Item de bono quod dicitur brunneader iij lagenas vini- 1) Von neuer Hand daneben gcechrieben: ij quartnlia auene, 2) Ton neuer Hand darüber gescbrieben: uel scupen, 3} Am Rande: vel junkberrcn. 4) Am Rande: qui dicilur in stäken. 5) Darüber geschrieben: Swartz. 122 (Johannes) MHrscIml '] (Joimnura wirilur ti. Rftdicer ') Juhi Srait linbent prcdlutant Guriam mt^ciiiMn et daat tnodiuin censiim *) | hftbeut i|Uiirt. partem Curie dant vj qimrt. tritici vj quart. HÜi- ginis ij niodiuii auene pur. uua pull. Huanj partem. (Juhtuines eniit 5 da Curia vj qiiart. vtriueque j nitidiuin uueno. Item de ort« in ol)ernliuf ij qimrt ailigiiiiB j quiirt. pisaruui. BoDum in RAdlingea lacnli&lit ij modiuH siligiiiia). , H. Marscftlk^) habet duas parte« quartao partis curie dat j raodium tritici j iiiodium siligiiiis j modiura auene part. por. ouft lOpulluB hubi't etiam Hiirwi. Joliaunea KAdger dat terdau pui-tom quartae partia curie. (lil. 18 VW.) Dictus Snanenfro *) de Curia dict* Maiierhuf qiiarta parte iij niodios vtriusquc ij niodioe auene tres pedes porc. XIV ouLt. Item de liuno Wegmana ij quart. siligiaia. D« ecuposa 15 in gupreu j niodium giligiiiia ij quart. auene. De bono Hachei» j inodiom ailiginia ij quart. auene. (De bono Uäggia j mudiuiu aili- giuia ,) modiuin aueoe). De bono quod dicitur doa buch in Uircio aii[io (v solidos v quart. siliginia) iij qunrt. süiginiB. (U. H&dger de predicta Curia j modiura vtriusquc ij quart. 'iOaneoe'') et euam partem porcoruni et oua). B. Stil junior de prediota Curia vj quart. vtriueque j niudiuni anene ij pedoB porc. niij oua. Item de Imuo Bertultz ae dorn Brunnen ij quart. tritici j niudiam siliginis j medium auene. De bono Bchupen j modiuni ailiginia. 25 (Adelbait villica) ') de prcdicta Curia vj quart. vtriueque j modium auene ij pedea porc. xiij oua de area oborbof ij quart. ailiginis. (Dictoa Rietmaiier) ") de prßdicta Curia iij qmirt. tritid (j modium siiiginis v quart. et vnHm terctam pai-teiii auene j porcum 30 ut oua. Do bono dicto peters gut j modiura vtriusquo j mudium auene). De bono Agneaen svj denarios. (Biirgi villicus)^) de predicta Curia ij modioe vtriusque r quart. et j t«rciam partem auene j purcum et oua. De bona AgneEun terciam partem . . . quart. tritici xvj denarioa. 35 Cnurat vilticuB de predicta Curia (v quart.) '") tritici ij modios BJlJginia v ") quart. et duas tercias partes auene j purcum et oua. I U ehe rgcicb rieben : Ilermau. Darüber geacbrieben: (Jobauucs babet duo partes) habet hoube^ 1 Daa folgende diesea Alinea'a von anderer Ilantl. Am Rande: vel Johannps Er/.inger. Darüber geschrieben: dlctue Mcttinger. Darüber gescbHeben: j modium auene. Darüber geauhrieben; U, Kietmaücr. Darüber geschrieben : Elli vel cüni Maiger — dat Rietmaiger forte. I Darüber geschrieben: Wcruli Billiing, Bürgi Erzinger. Uobergeschrieben : ij tnodjoa. Darüber: x. 123 De bono (juod dicilui' Hiirwi iij quiirt. sili^jinie iij BolidüB xxv oiia. De bono qiiod divitur duK Bi'icb in t«rcio aano v quat't. siliginiB. (C. villicuB dat der Itietniaiiei'}. De Uoneg ij quart. Biliginia in tertäo Mino d« buuo ayuMiin duns pitrtcs qiwrt. ti'itii:! xxxij den. ^bl. 18 rw.) (ItempredictidicluB Rietmaiier Ilürgi vilUcus C&nrat 6 villicQs daat de boao Agueaeii j qiiart. tritici liij aolidos den»- J H. peter de bono peters iij quart. tritici (vj qnart. süiginis) ') 4 ij quart. Buepe. (DictuB Anslieb de bono peter j quart. tritici ij quart. auene. 10 Iteiu de bono Analieltis j modiuin siliginis iüj soUde agro in Staken in torcio iiono j quart, RÜiginifl. 1 Item de KaniBowe iJ luodios ti'itici ij niodiuB aueau iiij suliiloa do- 1 Egbreht de Rinaugia *) dal de bono des friien in Swaighuseo I V rnodios siliginie'') in tercio anno. 15 Job de bono HAggia j niodium siliginis j luodium aueni Bürgt Erzinger habet vinuain io bruuneadieu solueotem nobia (res lagenas villi. De quo concessit partem versua Äugiam uxoii Juhannis dicti ß&tor et (iliia buib qui aunt noatri monastcrü quibuB debeiit dare aex quart. Tini illo qui habot viaeom predictam annu- 20 attin et nobia ad uellarium noatrum et snnuatim Micliahetia ij pullos. (bl. 20 VW.) Rftdiingen»). Curia soluit iiij modioa iij quart. tritici iiij modioa eiligiDis j maltrum auene C oua. Bonum dictum Ragbans ij modioa ailiginta j modium aoeoe. 25 Bonum LAichlis ij modioa eiliginia j uiodium auene v Bolidoc I L oua. Area ze dem trog et agcr eorum ij quart. ailigiDiB. Area Biirgi thomana xij solidos denariorum. Molendinum viÜj quart. tritMi x quart. ailiginia vj solidoa 30 oua ij pulloe molares. Bonum dictum getzen gut ij qnart. ailigiuia. Bonum dictum des Wolfs ij modioa ailiginis j modium aueirt 1 V Holidoa L oua. IloDQni dictum daz troglefaen Area uel bünta ij quart. j 35 siliginis. Area H. de Honberg ij rnodios siliginb '). 1) Darübar geschrieben: de Haaecbützi 2) Darunter geschrieben: 3) Daneben: CAnrat. 4) Darüber peBch rieben ; d ö) Daneben von andrer Hand: da agrü uf Hahnegg üj quart. ] :iniB. 6) Am Randu: Uana Rüsti. 7] Das folgende von anderer Hand. 8) Dorf im scbaffhauseriscben Klettgau. 9) Daneben von anderer fland uel Isenbäti. Bonnoi ze dem brünncn uel orlingers j i Bonnm in lübloBen vj qiiart. Hiliginis j modiun Area illonim lem Trog sviij solidos et ager « I ij qnart. Bonara dictum Schachers ij quart. tritici ij modios eiliginis ij modios auene. Bonum Rodi vischera s quart. siliginis j modinin aueii«. IQ. 1 ßonum dicti Süsen j medium siliginis ij qunrt- nnene. Item de agro quodiim qui dicitur vor den nichfii in ternio nnnn ij quart. siliginis. De vinea uuder Ilag j quart. tritici nel . . . De liono des wolfs iniuori j modinnt siliginis. 11^ \ (hl. 20 rw.) Bnnuro dictum der Hampinen ij qaarl. siliginis Tj denarioa Costentzcr. (Bonnm Adelhait)') lilie C&nrat de Hüuberg iij qnart. siliginis vj denarios Costent/.er. (Bonum dicti Wolfs j modium siliginis). 3011 De agro') sub vinea ij qunrt. tritici. Item do area*) et agris pertinentilius ad eandeni aream ij qnart. siliginis. (Bomim i&ehlin j modium siliginis j modium auene)*}. (hl. 21 VW.) H. ") L-ellcr dat de media parte Curie x quart. 21 tritici ij modios siliginis ij modios auene. L oua. Item de bono de« wolfs ininori j modium siliginis. (De bono des ArHngers apnd fontem j modium siliginis j modium auene). De area ze dem trog et agria ejus ij quart. siliginis. De hono Ifiichlis j modium sili- ginis ij qnart. auene üj solidos xxt oua. (De hono Ramsowc mediaSO. , parte ij modios tritici ij modios auene iiij solidos). De hono dicto geltzen ij quart. siliginis. (Item de aiea uel hQnla Isenliatx ij modios siliginis. De Molenditio) vüij qunrt. tritici k quart. sili- ginis vj solidos L oua ij pullos molares'). De hono wolls ij qnart. siliginis j qnart. nnene xv denarioa xiij oua. 3ft>| (Albrehtj ') Wolf de qnarta parte (jorie x quart. tritici j mo- dium siliginis j modium auene xiij oua. De ngro vnder dem Win- gHrt«n j quart, tritici. (De area an Hagner weg ij quart. siliginis). Item de bono situm in bSchberg qnod dicitnr Hosenhätsi qnum iJ Darüber geschrieben: Rfidi viacher. 2) Darüber geschrieben: area, agria. 3) Darüber geschrieben: Hagnerweg. 4} Die* von anderer Hand hinzugeach riehen. 5) Uehergeacb rieben : tomsn. 6) Am Rande: Riisti. 7) Darfib«r geschrieben: H. colitur V quart, siÜgir ((Uart. auene iij Holidc (Johannea Wolf d (. De bono des Willis vj qunrt. eiliginis i^a i)ono des wolfa ij quart. siliginis j qiii II. Rinsuelt de quivrta parte Curie x quart. tritici j tnodtoi siligiDiB j modium aoene xiij outi. De vinen undenn Hag j quart tritiui, Ue bono Oerlingers j iiiodiiini siliginia j modiiim iiiiene. < (Johannes wolf dp bono des wolfs jj quart. süiginis j quart^ >«)'). (Cnnral vischeli liliuH II. celler de Riinisowe ij moilios triti ij toodioa aiieue). (bl. 21. rw.) H. wolf*) de diclo kelnhof in liüchhei^ partein uel octo. (II. ^) Rftdger de bono des wolfs Jj quart. 15 ni der t XHJ I la). } T" 4 ue dem trog du bono Ragliaina j modium siligiui quart. Huone. De bono löiclilia ij quart. ailiginie j quart. nu XV dennrioH et suam partom ouoriim. De aren zem Trog j solides denariorum (et de ngna ze dem Trog ij quart. eiliginis)*) 20 (Ci'iarat zc dem Trog de bono LSielilJs) ij quart. ailiginia j quart. auene xv denarioa et ona suam partcm. (De bono dee wolfs minori) ij quart. siliginis *). De mmsow ij quart, tritiei ij quart. auene. (Cünrnt thoman de arcn thonmns vj '^j solidos. De bono r: 35 bnina j modium siliginia ij quart. auene). (Citerat de Oberdorf de area tboniana vj aolidoa). (Klai)') viscberin de bono Indis nel Cönrat de Höuberg i quart, ailiginia vj denarioa Ceatentner. De bono Ucdwig ' i'incD j quart. tritici j (modium) '*) Hiligini» j (modium) an 30 qnart. aueno. De biis dat Geri viacher ij quart. ailiginia j quai tritici ij qunrt. auene. (Adelhftit Sniderin de bono Liiblnaen vj qnnrt. siliginis j mo^V diuro ftuetie), Johaunoa viaclier^) (de bono Hedwig visclierren ij quart 35 tritici vj quart.'") siliginis vj qunrt. auenii) "). 1) Iit in der Ha. rcpetirt. 2) Darüber gesohncbon: CAurtit Rinauelt. 3) Daneben: Johaniiea. 4) VoD anderer Hand hinzugefügt: Item von dem troglehen qtiarl. siliftinis (do ramtinw ij quarl.. tntjci ij qnart. auene xj denariui ü) Dies von anderer Hand, ebenso dna folgende. 6| Korrigirt: xij. 7) Darüber geschrieben: R&, B) Darülier geachriebon : ij quart. 9) Darüber geschriolien : dnt Klli Müllerin. 10) Ton neuer Iliind darüber geschrieben: j modiitm. 11) Ebeoso von neuer Hand; j modium. de boDo Rödi viscbere v quart. siligia C Üb rat bfimat qaart. aaeoe '). (Ell!') vischer de bono Ru vischer v ijuart. BÜiginis ij quart. aueoe). JuhanneB Krainger de bono isenhut ij modios Biliginis (de Rani- 5 oo j modium tritici j roodium aueno xvj denarios). (bl. 22 VW.) Cönrat Schacher de tigris pertinantibus ad bonum ae dem Trcg j qnart. siliginiB. De bono Hchacbers j qaart. tritici (jj modios) ^) siligiois (ij modios auene) iij niodios aueoe. (Ädelbait vtscberin de bono ßAdi viscbere v quart, siliginiBtO ij qnart. auene). (Cünrat)*) Suso de bono Siiaen j modium siligiiiis ij qnart. auene. Itera de agris vor den acheu in tercio anno ij quart. sili- ginia. De bono Humpinen ij quart. BÜiginis vj denarios GoBtentzer area xe Ilagrier weg ij quai-t. Biliginis. 15 Ril Buhachei' de bono h'ihlosen vj quart. ailiginia j modium auene ^). (De bono Schachers j qiinrt. tritici iij quart. BÜiginis ' ij quart. auene). Johannea Stlso ^) de bono Schachers j quart. tritici v quart, siliginis v qnart. auene. 20 W».toch;ngen'), (Boimm ibidem dat diciua Dehan iij niodios tritici vj' quart. siliginia j maltrum auene v solidoB xsx oua ij pullos). Bailb**). (bl. 23 VW.) Curia in Bnilb solnit viij modiox vtriusqua ijM I maltra anene j porcum valontem vüj snlldoR unam tagenam i* C oua. I'rcdinm der Kyaen v modioa vtriusque j maltrum aunnt [Ktrcnin valent«Mi v aolidoa, Vinea verrenhailUe. FAUfi de tribuB jugeribus qnum cohintur. Molendinum j Bolidum. Bonum Sewers j modium siliginin. Scopoza folki» ij tritici iij solidoR. Rapolt Grimoli het euch im vnd sinen erlwn empfangen von SB Hainrioh dem Spallinger nin bailb Jncbart akkers in ze RAdiuar vnd hftrct in der Uelcrinen leben vnd sint ie an dem dritten jar 1) Darüber geBchrieben; x quart. siliginis j modium a 2) Dan fol(;onde ron anderer Hand. 3) Daneben geschrieben: iiij quart. 4) Darüber geschrieben: Johannes. B) Dies von neuerer Hand. 6) Darüber gcachriebcii : RQ scbaoher. 7) Dorf im zürcherischen KIcttgnu. Dazu f^Bchriebei 6) Dorf im badischea Ktettgau, j. Balm gescbriebeii. ISS wider vff dua vorgenunt gftt geben ij qiiart. siligiois vnd vffSanct GbJIcd tilg unaerm Gotzlma zweu ftsschen ') ouch an dem dritU»! jar vnd weun aiii zins den andern erlouffet, so iet der akker ledig. Rapolt Gi'imeli liet empfAngen im und aiiion erben von El>erUi< 5 kyaen sin wie, lit in Satcllen ob Ellicon und h&ret in der kyaea gut 2e Balb und git ierlichs den kysen wider viT dax gut j qnart. anette, und an unaern kelr vfi* Sanct Maoritien tag zwai Hfiner. imd wpnn ain zins den andern erloufFet an kbin oder nn hAnren Bo ist PB von den Griraolin vnd iren erben ledig. 10 (bl. 23 rw.) Rfldi fötki junior de media Curia iiij modioB^: vtriusqne j maltram nucne j pnrcuni. ttem de bono der kysen ^' qnart. siligiois. De agro zo dem wiier j aolidnm. Ganrat Solger de quarta' parte Curie ij modioa vtriuBqne g mudioB auene j pedem porci. Item de vinea apud domum auam j 15 lagenam vim. (Item dcarea inoberuhof zebuchberg ij qnart. ailiginia). Elierh. Solger de quarta parte Curie jj modioa vtriuaque y modios anene j pedom porci. De bono der Kyaen j ferUinem tri-- tici j quart. siliginis j quart. auene. Eberh. kya de bono der kyaen üj quart. tritici ij quart. sili- 20ginia ij quart, auene. Cüiirat kys ij quart. tritici ij quart. siliginis ij quart. auenn. De bona Schillings j ferionem tritici. II. Eoller de bono der kyaen üj fertonea tritici j qnart. sili' ginia j qunrt. anene. Item de bono der scliilling j qnart. tritici 25 üj Bolidos ij deiiorios de bono Struben j quart. tritici x denarioa. Joliannea ky§ de bono der kysen v quart. tritici ij quart. aüi- ginia ij modios auene. (bl. 24 VW.) Item Omnea Kyaen dnnt ij qnart. anene j por> cum valentem v solidoa. ■ 30 RAdi fölki senior de bono suo (j quart. tritici ij Bolidoa*). De bono Dürgi pradeiera j qnart. tritici j aolidum. Item de bon» ftli von ah j quart. tritici j solidum). Relicta *) Cnnrat Schillings de Alt«nl>arg j fertonem tritici xriQ denarios. (Surt comput.) 35 (Cünrat Strub *) de bono Schillings j quart. tritici z narioa) *). (Johannea pfudeler j quart. tritici j solidum denariomm). Yrmi wcterhaina de weterhains Hailden j solidum, Hotitor de Molendino j solidum. 40 (Clane Stainbrdchel) ') de bono schillinga ij eolidoa. 1) Beigeschrieben: hftner. 2) Darüber geachriebon: ij qiiartalin triliei üj nolidoi, und «■■ Bande; uel ij qnartalia tritici et de Johinnsa phudlt^r vt snpra. 3) Darüber geschrieben: dat dtwin. 4) Darüber geschrieben: dat zoller 6) Am Rande: habet H. zoller. G) Darüber goefarieben von anderer Hand: a^l Henni soilUng. I 129 TT. wiier ') de Nalt tle bono Sewers j modium BiliginiB. De- tleruDt nobis qiiart. aueoe de bono kiaen qui suprn sunt, dimt Tölki senior uxor cfiniB(?) kiaen eberli kiso IT, Solger II, Zoller. AlteDburg*). 5 (bl. 25 VW.) Curia in AlUnburg soluit xxx modioB BiligintB i moltra auene x Bolidoa CG oor. Scopoza an Rincgge v qnart. siligioia j aacsm. Decima zwüechaot wogen in tercio anno ij modios eiltginie. Scopoza in der gassen ^) iiij modioB eiliginis xviij denariofl. Bonuii) brüder RMis vj uiodioB BÜiginiB. Ager der Kisinen in tercio anno j modioni ailiginiB. Johannes Vallentor qui vocatur ätAItzli de scopoza sua j qnark 1 siliginia. Item de orto buo j solidnm. Bonum Hainrieb Vallentors vj quart. siliginis. 5 Pratum qnDudam H. Spicbmaisters in Wangental ij modiM-J sib'giniB *). Scopoza brnder Rfidis j qnart. ailiginiB. Bonum lilprantn t quart. HÜiginis. GündelJB fürt v quart. tritici et deoimam ibidem. :0 Yerrobünt j modium siliginis. Item das gedüme ij aacaa. Scopoza der Medrinen uel witzigen j quart. siliginia '). Item JDgera ") prupria de cultura hyemali ij denarios de Est- I nsli j denarium. Ifi Item de area in brulisings garten sviij denarii (bl. 25 rw.) Scopoza des Roteu j quart. siligini Scopoza secunda '') an Rinegge j riuart. siltginii Scopoza BircbliB j quart. BÜiginis ad BÜiginis. iO Bonum dictum Sütera gut y quart. ailiginiB j aucam. Scopoza des Teken j quart. siliginia. Una media scopoza Mettizel^) vüij denarios'). Scopoza der Maitellen auperior j quart. ailiginia. Item acopozu der Maitellan inferior xviij denarios. 15 Scopoza zehenderG una j quart. ailiginiB xviij denarioa. Altern acopoza zehetiders ij Bolidos. Tercia '") acopoza i xviij denarios, i xviij denariog. ' (juart. J 1} Darüber gcscliriebcTi : Stolle. 2) Dorf im badiachen Klettgnu. 8) Ära Hände: uel tagwans. 4) Am Räude: habet vli raser. 6) Am Rande: uel j modium Bibeinia. 6) Darüber geschrieben: am graben. 7) Darüber (teBchriebeu : uel der Herren. 6) Am Bande: uel kudrera ij quartalia «iliginis. Von neuer Hand: j uel xiiiij. 9) Am Rande: uel aouzen. 10) Von andrer Hand. Blrllngar, Al«nuuuilit IT 'i 130 zehendera iij qanrt. Biliginis Item de Oiraidin Scopoza des z< ij qDiirt. siliginia ix dennrios. Scopoza Bagglers ij quart. Biliginis '). ScopozA Sctiillings j quart. siliginis. 5 Area ze Detzlen gAseen in cnltura byemali j 'juart. item de estiinli j qunrt. anene*). Area bAaingerii vüj deoarioB. lodlia aker uel Ortus viiij denarioa. Scopoza 'l'ogwans j qunrt. ailiginis vüij denarios. W&tlich et dicta Schal maiatrin dant de vinea an d< Uaildeo j inudiuin aüiginis. Dictus zoller. (bl. 21! TW.) Ager in birkisrüti solait ij pullos'}. Area zh dem bache aoluit j puUuin. Atenhuaen. 5 (bl. 26 rw.) Bouum in Atenhusen aoluit mediam pa vines*) tt«ni xxx solidoa den (bl. 27 TW.) Item Celleranus habet niediam Cnriam de qua dat XV oioUioa Btliginis j. maltrum aueae t solidos denarioruni Ouua. Et dat ad advocaciam j modiuin tritici j quart. ailigiois j maltrum auene. Item dat de atura maii } libram. It«n) dt: media Scopoaa an Riuegg xviij denarioa. Ad advocnciam j quavt. eili- gim Dictus Höt "} et auror aua dant de quai'ta pnrte Curie vüj 25mDdioa ailiginia ij modioa auene iij solidos deDariorum 1. oua. Item ad advocaciam ij quart. tritici j quart. ailigiuis ij modioa auene. De scopoza des Rdten j ijuart. ailiginis xviij ht. denari- orain. Ad advoi^Lciani iij ^uart. siliginia. Item de stürn nioii x solidoa. 30 (Dictus lyimeller)') de qanrta pnrte Curie vüj modioa siH- ginis ij modioB nueue iij solidos L uva, Item de atilra maii x BolidoB. Ad advocaciani ij quart. trilici j qanrt. ailiginis ij modios auene. (Item de Scopoza der Maitellan der obren j quart. aili- ginis ad advocaciam ij quart. ailiginia). Ilem de scopoza der 36 Behender j quart. ailiginis vüj denarioa. Ad advocnciBm ij (jnarf. eiliginia. (Item de scopoza Tagwana in der gaasen vj quait. 1) Am Rande: nel Heginen. 2) Am Rande; (Ittbellin j lageuam vini. Ue vinea ze der HofwiB et de vinea in dem godiirn dat (Ueuni Trultinger xvüj sülidoB)- tagwan xvüj aolidos. 35 lugera '°) quae dicuntur aigen äkker es quibua diota Schillingin habet viiij dicta kudreriu üj jugera. 1} Darübergeschrieben: de Güudelia fiirt j modiiim siligiuia. 2) Darüber geschrieben: uel zehender de benken. 3] Am Rande: H. Rüfli et scülattioa habent. 4] Darüber geschrieben: fc)gli fritbold. C) Darüber gescbriebeD: Jeatetteu. 6) Darüber geacbrieben: Uolricb Kaaor Biirgi tr&ger. 7) Von anderer Hand: uel Ciiourat Baggter. 8) Darüber geschrieben: gedürn. 9) Darüber geschrieben: de vinea gedürn ot Uoh Truttinger xviüj aolidua. 10) Mit anderer Tinte. I 134 Item Epphenhouer hnbet ix jngera ogrorum. lUm Ilana st&llzli habet j jagemm agii. ' Rinaagia'). (bl. 30 VW.) De domo H. aogstz ij (juart. trilici. 5 De domo cellev de Arlingen j fei-tonem cere. Bonum dictum Hasenawantz x quart. Biliginis. BoDum dictum dan Matteleben j modium tritici. Vinea in burgtor j quart. Iritici ij pullos. De bono Birsteller ij quart, siligiDia. De domo Ebingers in clino ij qnart. tritici item do orto ij -i pullos. De vinea Schröters j quart. tritici ij puUoa *). Vinea des Sünders j pullum quam habet dietrich. De vinea HüaellerB j pseumam vini. ö De domo wöluineu ij quart. tritici. De domo H. B&chain üj qnart. tritici. Gonum dictum der urtzacber üj quart. siliginiH. De agro H. Spichmaistcr an Eggweg quum colitur j quart. siliginiB. Do agro Johaunis TruttingerB ob KAdiiiar qiium tolitur vj quart. siliginis. Bonum in Rotloben ij quart. Iritici ij pullos. Vinea dicti Alaapaohera in llotloben j lagenam vini j pullum. Vinea ulrich wötulgos in Rod j modium siliginis. 5 Uolrich Günther de vinea Mekingere j quart. eiliginiii j up- Ue vinea brürasis dant filii Regiabains j quart. Biliginia j ui> | De vinea celler j quart. i De vinea Cfinrnt de buch iÜginia j urna j pseumam ^ item de alia vinea I Vinea H, Huga ij quart. ailiginie. II. Bentz et Agnes uxor aua dant de agro dicto des maüers Boungart xüij solidos. 6 (bl. 30 i-w.) Qii sunt agri proprii portinentes in Altenburg. Epphenbouer habet x jngera quae diciintur des linggcn äker et sunt eita nnder Hobrain. Et ij jugera ob urfar. It«ni vjugera ibidem aita et dicuntar des vallenlora riiti et habet dicius Ephen houer. llem dicta i;chillingin habet ij jugera sita in lankwatten. Et habet ij jugera ibidem iiider der atrausse. Item habet üj jugera sit« im Erlle uff Jestetter veld ob der stransae. !t«m hi^et f 1) Stadt im zürcherischen Gebiete des alten Thurgaaes, 2) Am Räude: quam habet tougoller. 3) Von neuer Uaud hinzugefügt: j quartarium Biliginis iatiqnatiior ;e sunt scripti in Altcnbiirg. 135 jugei'u sita ufT doa gigers Halden. Item habet j Jugerum ob dem lAbellin. Itcm j jugeruni Li dem grabeo. Item habet ij jagen uff Riidialden vor awaben. Item habet j jugerum an iiider vold uff des ools llaldeo. Item habet iiij jugera') ztriücbent wegen uff noU Halden. " Item dictus zingge habet ij jugera uff dein UaeU. Item habet j jugerum an kilchstaig. Itcm dicta Jcellerin de Trüllikon habet ij jugera ofT dem Haala. Iteni habet j jugerum iiff kilchstaig. Item habet j jugerum hiiider dem dorf. Item dicta kuderin habet iij jugera vor swaben der ain 1< aker lit im grüt und der ander uff gaisshulden. Item habet j ju- gerum in tobelgrund. Item dictus keller habet j jugeruni uff Uasla hfii't in dea Hchützeu gut. Item Hddl gerung habet j jugei-um nn niderveld. Item GutelgiiBBiii habet j jugerum bi dem graben. Item Eberli gasser habet j jugcruru au iiasaem weg. Item Hans sttMlzli h^ibel ij jugera uudcr Hohraiii. Item habet ij jugera in galeitlialden. Item dictus keiler habet j jugerum in gaisHhalden. (Item dictus llijber). Quotlibet jugerum supra scriptorum In eultura y emali foluit j denarium novum et in culturn eatiunli boI- uit j deuai-ium autiquum et in tercio annü nichü. (bl. 31 VW.) Ilem die Ilufstateu hie zii rinow getalit sind es sig zu garteu äkkern wiaen bomgarten Hoffitatten die buI meuklicb fl in ercn haben vnd was ain ietticher . . . . ^), Wflstuchiugen"). (bl, 32 VW.) Prcdium quod culit dictuR Behain soluit iij tno- dioB tritici vj qaart. siliginis j maltrum auene v Bolidus xxx oua , ij pulloB. H. dietUH wirt de Kayserstäl dat de bouo iu Ilerdern j Ter- toncm cere. Maus lulides I Hi HüütwB ntwangen x i Igen'), lodios vtriusquf Ager dictuB pfunlaker soluit in cultura Hyemali ij quarl. tritici in cultura Estuali ij quart. auoue. Item Johannes lilius brotpeken de Kisoluingen j fertonem pi- peris de bouo RAtenbachs. (bl. 32 rw.) Winkeln ij modios tritici ij modios auene, qnodiftj habet dlctue Brünier et dat cenaum. 1) Darüber geschrieben: Thoman und RfidolF. 3) Sohluan fehlt. 3] Dorf im «uroherischon Klettgau, vgl. S. 57. 4) EboDBO. Bnchsa»). (bl. 33 VW.) Ciinrat dictuB Widmer Jiij modioB triUci. ' In ober Hasia Haiiirich der Swestran j fertonuni cer«. MetmenbaBla-). 5 Mansua Boluitvj loodioB tritici J multnuii auene ij modioB le- guminis j porcum valentem v solidoa. Bonum dictnm der Kiode gut ij ijuurt. tritici. Bonuiu dictum Segot j quart. triücj. Hflri^). 10 Cniia in HAri ss modios vtriusque üj maltra aucne üij modios lagnmiois ij porcos vtrumque vnlentem v solidos C oua. MansuB dictus Bnildiiigera v niodioa tritici j raaltrum auene vj solidos prediura Glatuelders vj sulidos j libram cere, Zwaindal'). 15 Curia Zwaindal aoluit xx mudios ailigiiiis ij parcos vtruiui|ue valentem v aoltdoB C oua. Pratum ibidem habest die vou Hasla j quai't. tritici ij aoliduB. Glatuelden"). (bl. 33 rw.) Curia in Giatueldeti eolait xxx modios siliginia 20 ij porcos utrumque valeutem v solidoa novorum. H. celler dat tercian partem de Curia et buno quod dicitur des forsterB leheo i quart. siliginis j purcuui v BolidoB. Scopoza dicta Götzea iij modioB siliginis. Otteu ^) de Grampcn dant cenBum. 25 H. dicttiB II. Taha de faono eno ij modioa ailiginis. Segliogen aoluit in uno aauo xxx modios atliginiB secundo BODO xxiiij modios siligiois t«rcio anno xx modioa ailiginiB j porcum valeutem v soiidoa omni anno. Bonum Albrecht sotuit iij modios siliginia ibidem^). 30 Baildingen»). (bl. 34 VW.) (Curia in Baildingen) ») Martella auperior"). (bl. 34 rw.) Curia in Mai-tella xsv modioa vtriuaque x modios aaene iij modioa piaarum j porcum valcnteni viij solidos j librara 35 piperia j plauatrum Htramitiis j plaustmm aridi ligni C oua et ambo Curie auperior et inferior j pluustrum feni. 1) Im Zürichgau, Kt. Zürich. 2) Ebenso. 3) Ebenao. 4) Ebenso; jetzt Zweidien. 5) EbeuBo. 6) Darüber geschrieben: uel bi nidrest. 7) Am Rande: qiios habet taha in owu. 8) Dort auf' der Baar. 9) Mehr steht nicht da. 10) Dorf im zürcherischen Gebiete dos allen Thurgauc Obor-Martbalen. 137 Curia inferior in obra Mart«lla xvj modios vtriuaque ^ maltra aneiie ij porcos quorum uterque valet v salidoH xxs oita, ManBUB der AudolGnger xüjj modios vtrinsquo ij maltra »iiene j purciuiii valentem viij solidos xnx oun. Mansus Wilthnbers vij niodius vtriuaque j maltriiin anene j porcum valoatem v aoHdoB xv oi!0. Mansus des Jungling x laudiue vtriusque ij maltra Auene J porcum valentom vj eolidoa xxv oiia. Mnnaua der Häintingera vij modios tritici v uiodioa ailigiuia vj modios auene j porcum valentem vj solidos xxx ouadebet U. wcrder 10 Hanaus ') Benkoiiera vij niodius vtriueque j roaltrum auene porcum valeiiteru v solidos «v oua. Diciint quod bonuui lluntzen uel Wilthitberu soluebnt qitondai vj modios vtriuBijue v modios nuene iüj modios utriusqae'). {bl. 35 VW.) MansHB der Brujfgereu vij mudioa vtriuaciue malLrum auene j porcum valentem v solidos. MansuB dtr Kjsinen zer brugg xij njodios vtriusque vj mudiDm aucDe j poi-cum valentem vj aolidoB xxx uua. ManauB wilgenapuchera *) vij modioa vtriusque j maltrum auene 20 j porcum valentem v solidos xv oua. ScopozA LewerB v modioa ailigiuia duna acapalaa ij pullos *), Scopoza ze Kürbli j modium ^) utriuaque, Kt de bona diuti wflsteo iüj quart. vtriuaque. Bonuin dictum des fiirers ^) widern x quart, vtriusque j ino- 25 dium auene ij pullos^). Scopozn TAngors j modium vtriuaque. _ Scopoza Dietrichs ij quart. tritici. I Judaa Küti quuni colitui' ij quart. tritici. Scopoza H. ElBiueo ij modios vtriusque j modium aueue. Su Scopoza des friien ij mudios vtriasque, äcopoza des Notgers uel MettiDgers j modium fabarani I :s Mettingers \ : Hof vj modit Uonum dictui quod (lictiir der i aolidoB vj pullos i Scopoza des Mettingers j modium vtriusqu (Scopoza zimermaos iüj modioa vtriuaque). (bl. 36 rw.) Scopoza ze obrahuscn j iii j modium 1 vtriusque ot iJ vij 1} Darüber gesohrieI>en: habet Huiai keller. 2) Etwas verblichen. 3) Darübor geschrieben: uel crienrietors. 4] Am Kaude: forte walzhüter. 5) Darüber gcschriebeD : iüj quartalia. Ö) Parüber geschrieben: media pars. 7) Am Rande: sccunda pars x quartubn vtriuique j modiuv I aueue Göldü. ■* Scopozn ( 'uni'at WiltliiLbui's J motliiiDi Iteiu Alia scopozii Wiltfaabere j moUiu vtn'usqiie j I II vtiiuaiiue j i 5 Dne scopoxe in Maudelcn ij modioe vtriuHqae ij niodioa auetie. (Oue ecopnze Sweglers xij qaurt. vtriusqiie ij modios nuune). ScopoKa ze I.ewreu j modiiim vtriusque. Scoptizn Stüdelia j niodimn vtriuaiiiie j modjuüi ttuenc. Suopnxa der wjbrinen j modiuni vtriusque ueP) göldlcr. 10 ScopiiKA Hitinsclmanniii j modiuni vtrioBqim. Item de bono dos von WesterspAl v aolidoB. Item de dote uel scopozn Straaaeis ij roodiuB vtriusque ij pulluB. Scupoza EgishaiDR ij modiüs vtHuaque j medium auene debet wipf") computare. 15 DtiG scopoze Beokouers ij niodioB vtriuHqac ij mudios aui alia beiikouer ij qunrt. triticj, Scupoza Swe({lers vel Geuaulis j modium vtriusque j modium uuenu. Sc"po/.ft des Hiltoi'B *) ij modios vtriusque j modimn auone. 20 Scopoza kilrbliiteu uel litpfers j niodium vtriusque j mudium Scopoza des Ritters j medium vtriusque j modium auene. rrntiim dictum zehende wia ij qunrt. tritid. (bl. 3G VW.) Scopuza des atiteis ij modios vtriusque j modium 25 auene Due Bcopüze ßrfliisinge ij modioa vtriusque j niodium auciI' ScDpoza des slatters uel aimbermfiiis iiij modioii vtriusque ij madioH anenc. Scopoza Zäwüsuhs j modium vtriusque. 30 ScopozB Koufmans j modium vtriusque j mudiuoi aucno dat H. fucbs. Scopoza wAtulgos j modium vtriusque j modium auene dubet Malierin computare. Molendinum vij modios vtriusque xij eolidoa C onn ij pullos 35 autumpnaics et duos pulloa molarea. Scopoaa Nutgera uel zftwüschs j Diodiuni vtriusque. Cäorat Tftger het ainen wingiirteu bfiret in Studelis g3t *} von dem wingarten ^t er ellA jar ij quart. Biliginia et j hün au unaerii kelr Mnuritü. 40 Aiu wis lit ze Nidrnwiseu Li dem vallentor h6ret in den ussern Hof ee obra Martelle. Het Johannea Mantz der Müller vod git 1) Am Rande; H. nilth bei duas forte, 3) Von anderer Hand. 3) Darüber geschrieben: boller. i) Darüber geschrieben: uel von erst. b) Darüber gescbriabpii; llabut Rädi pfaff. ierliclia j modium martia tug und ain Jligiui ( wider in deo selben Uof Vf Sanct keUWauiitii zwai Hflor. Und erliU aber BO ist die wi8 dem voiigeu Hof ledig. (bl. Z6 TW.) H. wilthaber dnt de Mnnsa wilthabers nij i dioB vtriiisque ij modius auciie J purcum vnlentem v aolidos. (Item de Mansu Jünglings v mudios utriusquo j mnltriiin auene) j porcum valenteni vj solidoB sv (.ua. (Item de seopozu Cünrat wiltlmbera i'j quart. vtriueque ij tinart. anene. Item de scopuza II. U'ilthabers j modinin vtriusque j medium auene). Item de Curia in Criieurict. 10 RÖ wilthaber de acopoBa (Cüurat wilthabers ij quart.) vtriusque j qiiart. aueiie'). Dicti Ammao de_Algg8 de media parte Mansu der wiltha- brinen iiij modioa vtriusque ij modios auene j porcum valentem v BolidoB. Item de dote dea Mettingera viij mudios vtriusque vj mo- 15 dios aueno j modium pisarum vij aolidos vj pulloaC oua. De sco- i poK3 Mettingera j medium vtrjuaque '). De acopoza in OHru Ilusen H j modium vtriuaque j medium auene, late acopoze dicunlur der V uaaer Hof (item de acopoza ze obrahuaen J modium vtriuaque j medium auene) *), 20 H. (Werder)*) de mansu Jünglings v modii trum auene') j porcum valeotem vj «ulidos : Bruggers vij modios vtriusque j mallnim auen Mandelen ij mudios vtriusque ij modioe au Lewren j modium vtriusque. "" quart. tritici aecuodo n terciam. De manau Item Jacob celler. e j modium auone (bl, 37 VW.) (Dicta Strasaeriu de doti lodioB vtriusque de quo dat Jehanni bonis dat Jacobi vtriusque*) s aolidos, >] )a utriusque j mal- cv oua. De bono e. Itcni de bono Item de scopoza De Judas Rüti quum colitur ij 35 Item de hiis predictia Hfimlingers vij modio Üe Media dote dea de bono maodeleu. I uel Bcopoza Strassere 3i landnlt terciam parteii Item Johannes LandoU de tercin parte manau der Andolfinger viiij quart. et j terciam parlem tritici vüij quart. et j terciam partem siliginia xi qnart, auene. Item de dote uel scopoza Strassera 35 j quart. et j terciam partem tritici j quart. et j terciam partem siliginia au am partem porci. Dicta atraaaerin de dote uel acopoza ^trassers ij quart. et ij _ taroiaa partes tritici ij quart. et ij tei'cioa partes siliginis ''). J 1) Unrüher iieBchrii'ben: j modium vtriusque j modium aiieiiB. 2) Von anderer Haud darülier geschrieben; j modium auene. 3) Am Rande: II. wilthaber dat iatum cenium median) et Jacobus celler medium. 4) Darüber geschrieben: cellor. 5] Am Rande: Item H. keller terciam partem. 6) Am Kaudi>: j quartale auene. 7j Am Baude: dat wjpf der wilgouipAoh. A 140 C&nrat ') Andulfioger da maosu der AndolQnger viiij quart. j terciam partcm tritiüi viiij quart. et j terciam partem siliginis x quart. auene suani partem porci. (De bono stüdelia ij quart. tri- tici) item de boao der wibrinen ij quart. tritici ij f[uart. siliginis, 5 Claus hfiicT de innnau der AndolÜDger viiij quart. et j tor- ciam part«m tritici viiij quart. et j terciam partem eliiginis xj quart. auene. (Da scopoza ElsineraJ suam partem porci. Item de Scopoza Elsiners ij modios vtrinBqoe j medium aueue. De media ecopuza Hsintzelniaas ij qoart. vtriusque. 10 Dictus Üaintzelman oeller. (Do Curia auperiori Media parte xüj modios vtriusque v modioa auene vj quart. pisantra suam pai'tem porci et ligui straininis et ouorum et pipei'is. De manau Benkotiers vij modios vtriusque j maltrum aneua j porcum valen- tom V solid ob), 15 (bl. 37 Tvr.) (Cimrat celler) ^) de altera media parte Curie superioris xiij modio? vtriusque v modios auene vJ quart. pisarum suam partem porcuruni piperis straminis et feni et ligui et cet, Cuarat Niderhouer de Ciu'ia inferiori xij modios vtriusque vj modios auene suam partem porcorum et ouorum ut feni et uet. 20 (Item de niansu Qumlingers vij modios tritici v modios siliginis vj modios anene j porcum valentem vj solidos xxx oua). RÜ Werder de mansu Hnmlingora vij modios tritici v modios ' siliginis vj modios auene j porcum valentem vj solidos. H. Kacherinen de Curia inferiori iiij modios vtriusque ij ma> 1 25 dius auene suam partem porcorum et cet. Dictus Haintzelman ') der ober (de media scopoza Haintzel- mans ij quart. vtriusque. Item de maus» Deukouers vij modioa vtriusque j maltrum auene j porcum valentem v solidos et oua). Johaniies Rusti de duobus scopozis Z&wüscbineu ij modioi 30 vtriusque. (Willi Billung)') de bono zimbermauB iiij modios vtriusque ij modios auene- Dicti Sürt de scopoza des frijen ij modios vtriusque. Claus Kitter da scopoza Ritters j medium vtriusque j roo- 35 dium auene. H. Waltzli&ter de Scopoza lewers v modios siliginis y scapulu ij puUoa. (bl. 48 VW.) Dicta Robmanuin de mansu °) wilgonspucherB ud Criienrieters iiij modios vtriusque ij modios aueue j purcum valea- 40t«m V solidos et oua. 1) Darabvr gasohriebeD: oel wiss. 2) Darüber geschrieben; Bürgi mantz. 3) Darüber goschriebea: Claus bQlcr. 4) Darüber goscbrieban: nel ^paltcneteiii. 5) Darüber gcscbrieben: media pars. 141 (Canrat CriicDrieter) ') de Bcopoza Eürblis et. ^^ mana j modium vtriusque j modium auene scriptum in superioii ^M Martella. ^ (Ruati de duabns scopozis Notgers viij quart. vtriusque ij modios auene). Item Rusti et Notger dant de vinea Mauritii ij 35 pullos. Item de Curia in Ellicou x modios vtriusque ij modios auene ij pullos. Dicta Salerin vüj quart. vtriusque J modium auene de bono ftibsinen. üeli vasolt de media parte briden H&b üij modios vtriusque ij modios auene j porcum valentem v Bolidos IV oua (bl. 40 VW ) Tflngerin de Scopoza ZA wusch inen vtriusqne. 1) Darüber je seh rieben : Hen i «erder 2) Darüber H. ililti. 3) Am Rand 4) Daneben guscbrieben: uel a flieh«. Spulloa Af,'er L Rod Bolnit viij modioB siligiuiB ij inodjos auene. 1 dem StDwerbon qnum colitur Üj quart. slliginis fj ManeuB Boluit xiiij qnart. piliginis ij modioa auene. lieni OmnpB in Rot dnut j porcum valentem v solidoa. Vinea Ijantzenftti dat ij ijnart. tritici redeuutiliUB ad prcdinm in Rod ad cellariura noatrum Mauritii ij pnllna, H. lotsteti«!' et plnres dant hunc cenBuiu ad prcdi» predicU et noliia pulloB. (äcbluss folgt) JMeyer Seil Wabenneckereien =} >DiB Schwaben niüaBen unacbul- digerweise viele HiBturchen von sich ausbreitoD lassen, sie sind aber sa klufif, dasa sie Bolbut solche UMr Be- lustigung der GcsellBchaftcn er- zählen und »ich nebst Buitern Na- lionen mit gleichen) ßecljte oder Unrechte an den Schweizern wipUör zu erholen pflegen.« Keyßlers lleiseu S. U, I Es iat eiD eigenes Schiksal der kloinen Reichsstädte, daas man allerlei Bchnakiache und ihnen nicht zur Ehre gereichend« Anekdoten von ihnen erziiblt. So inüBsen sich die Bürger einer gewiesen, die innerhalb der Grunzen des Herzogtbuma Würtemberg liegt, die Verordnung Dachsagea lassen, die einstens bei i>iner in der Nacbbarachaft nnvermuthet onta tan denen Feuersbrunst ihre Feuerspritzen, mit denen eie ihren Noth leidenden Nachbarn zu Hülfe kommen wollen, anbraochbar gefunden worden, bei Rathe gemacht worden Bei, künftig aolohe pünktlich nllomal vierzehn Tage vorher probiren zu lassen, ehe ein Brand entatehe, um, wenn der Fall existire, solche deato zuverläasiger brauchen zu können. Id ' einer anderen aei ein Aufruhr unter den Rflrgern entstanden, da es an dem gewesen sei, einen grossen Verbrecher, der alier ein Fremder gewesen, aufzuknüpfen. Sie habe den patriotischen Orund angeführt: Ihr Oalgen Bei nnr für sie und ihre Kinder, und nicht für Fremde. Durch den Vorschlag eines Rathsherren seien difl aufgebrachten Gemüther endlich wieder zur Ruhe gebracht worden, dem Delinquenten, den man nun nicht in seine lleimath weisen und zur Behauptung Beines Rcclite an sein vaterlilndiaches Iloch- zürcherischen Gebiete dea alten 1} Itodliof bei Marthaler Thiirgaue«. 2) Sieb oben II 264 ff. J 14.1 gericlilc auholten kunne, weil or ein Vogante sei, der keine Hei- mat habe, wenigstens solche nicht wisse, einen Revers EUr Unter- schrift vorzulegen, dass dieser einzelne Vorgang, als eine ^Jesm&l uuvermeidliclie Ansanlime von der Regel, der BürgerBchnft in Zu- kunft nicht znm Präjudiz gereichen aolte, und dieaeu Rovers den CriminnUkten in pei-petuum rci memoriam ale eine Urkunde, an der den Stanten gelegen sei, licizulegeu. Zugleich sollte ad prote- cnlliim genonimen werden, dass der Galgen, wenn über kurz oder lang die Justiz bei einem Mitgliede der Börgerschafl sich desselben bedienen müaate, von seiner durch die Auf knflpfung eines Fremden daran ehemals geschehenen Entweihung liberirt, und vorher, ehe die Exekution vorgenommen werde, wieder ad novoa usus fi-ierlich mit wohl überlegten Ceremoiiien eingeweiht werden müsse. In eben diese Klasse gehört der Vorgang in einer dritten Reichsstadt, oben- falls mit einem Delinquenten, der gehangt werden sollte. Nachdem er geraume Zeit auf der Stadt Kosten im Gefangniss unterhalten worden sei, und endlich der Tag der Vollziehung des Urtheits an- gebrochen, habe man sich durch die weisüche Ueberlegung der Unkosten, die die Elxekution erfordern würde, veraulasat gefunden, dem Missethilter obrigkeitlich einou Goldgulden abzureichen, mit dem Anfügen, doss er, vollkoromeu überzeugt von der Gerechtig- keit des über ihn ausgesprochenen Urtheils, bei den Umständen, in denen sich ihre Gemeinkasse befünde, sich an einen andern Ort hinwenden möchte, um über sich verfügen au lassen, was Rechtens sei, und daas or mit dem Pfenning, den aie ihm hiomit gäben, wohl Reiaekosten und das übrige beatreiten könnte. Eben die Rück- sicht der Sparsamkeit, die es nothwendig machte, ihm zu der ihm gebührenden Criininaljustizpfiege einen andern Ort anzuweisen und daselbst zu seinem Rechte zu verhelfen, beide ihnen auch die lliiiide, ihm mit einem so ergiebigen Viatioom, als sie selbst wünschten, an die Hand 2U gehen. Hea über eine so seltene Grossmut und Gerechtigkeitsliebe gerührten Delinquenten möchte ich gesehen haben. Die Geschichte erzählt den endlichen Verlauf der Sache nicht, so gerne ich Ihnen damit diente. Ob diese B<^ebenheiten wahr oder unwahr seien, darüber lässt sich nicht wohl streiten, diess aller dennoch nicht ohne grossen Schein behaupten, dass wohl einzelne Vorfälle dabei zu Grunde liegen, die ins lächerliche fallen, und die die Quelle der beiasenden Vorwürfe sind, die mar Schwallen von langen Zeiten her macht; wenn sie schon ir Folge, wie es zu geschehen ptlegt, ausgedehnt, verschönert, oder richtiger gesagt, verunstaltet worden sind. In andern Ländern fehlt es gewiss au solchen Geschichtchen nicht. Aber die Schwaben haben das Unglück, dass die ihrigen ausgebreiteter und dam hafter sind. Reise eines CurUnders durch Schwaben 1784 S. 303. 2 Doch trifft man im WOrtembergiseheu noch Strasaen genng i durch die Reisende in Verlegenheit gesetzt werden, und keine gute I 146 Begriffe von den Vuistulieru derjenigen Orte bekommen, in drreu Nähe diese Bchlechteu Wege sind. Ich wünsche, dass es mehr Spaaa als Ernst sei, was man einer gewiBSeii ansehnlichen Stadt in diesem Lande nachsagt, daea nie den Vorschlag, der von jemand gemacht worden, nur eine gewisse Strecke weit von der Stadt einen jämroerlichen Weg aiiBheasern, und nach Art einer Chaussee anlegen au lassen , ans iliesem Grunde verworfen habe, weil sonst die Bürger, die Pferde und Karren haben, diese nidssig stehen lassen müasten, und nichts mehr verdienen konnten, wenn jener Weg auf einmal gutgemacht würde; da sie hingegen, wenn er im alten Stand bliebe, von Zeit zu Zeit, ao oft er gar zu tief uud morastig sei, Steine na Jähren, und also etwas verdienen dürften. Diese Betrachtung habe auch Eindruck bei den übrigen gemacht, und es sei eiuniütbig beschlossen worden, die gründliche Verbesserung des Weges, so wenig sie Unkosten ge- macht haben würde, um ein für allemal auf sich beruhen zu lassen. — Eine andere Landstadt habe sich dagegen gesetzt, zu der Anrich- tung einer Chaussee etwas beizutragen, die ganz in ihrer Nähe hätte errichtet werden sollen. Ein Mitglied der Versammlung habe eingewendet : diese neuen Wege, von deneu die klugen Alten nichta gewusst haben, und docli glÖckliehbr gewesen seien, als wir, die wir alle Augenblicke neue Erfindungen auf die Uahn bi-ingen, seien Pferde und Wagen, Schilf und Geschirr der Fuhrleute hüchat schiid- lich: wie man bisher auf den alten Wegen fortgekommen sei, und Handel und Wandel getrieben habe, und noch boGscr als in diesen unsern neuerungssiiehtigen uud verderblichen leiten, so könne ea auoh in Zukunft geschehen. Ein anderer habe behauptet, da ma bei den neuen Wegen Chausaeegeld werde bezahlen müssen, so werde die Fuhrleute und Reiiiende solche meiden und die alten Strassen vorziehen, auf derien man zwar etwas Weggeld, aber doch n soviel, als auf den neuen geben dürfe. Diess ist noch lange nicht alles, und bei weiten* nicht daa wichtigste, habe ein dritter ge- antwortet: Aber denke man an KriegsKeiten ! da sicid die Orte, auf die Chausseen zugehen, immer die ei-slen, wo sich die Armeen hinwenden: ich gebe meine Stimme wider die Chaussee, und u alle Ja dazu sagen wolltun. Wie gesagt, so geschehen ! der neue Weg unterblieb ans diesen wichtigen Griitiden. Dos Städtchen sieht aber nun selten ii einen Iteisenden : und die Nachkommen jener patriotischen klugen Vorfahren können sich nicht genug ärgern, dass dos nichts- würdige uud pöbelhafte Räsonoement ihrer Vorfahren ein so I sames Vorhaben solle gehindert haben. So oft ich Chausaeegeld zu bezahlen habe, so oft fallen mir diese an das Aiterthum a klammerte nnd auf ihrer eigenen Kiusicht versessenen Schwaben ein. Doch, da sie nicht viele Brüder haben, sondern ihre Anzahl die geringere ist, ao will ich durch diese Benennung der ganzen ehrwürdigen Nation nicht zu nahe getreten haben. I Eist s GurUnders durch Schwubea 1784 S. 177. mochten noch bei Anlegung der die Neuenbürger ünüche Streiche. Die Wildhei^er lieaaen eich auch Lied davon wird die Alcnitiniiia Eisenhan und des Telegrapher Es reut sie heute furelitbar. etwas ünlicReB beigehen ; ein noch bi'iDgeii. 3 Sieben Schwaben: Hasanei. Die Welt zwar redet also, ein Schinauh, ein Maiiltawhen, ein Ehrschmilteriides Wort empfangen uud dazu stillschweigen, sie nit rechnen ist pnLfGsch, schwäbisch, iat bemhüuteriach ; pfüffisch weil dioaeni zustehet, die Red des hl. Euangelii ea beobachten: wann dich einer schlägt u. s, w. Schwäbisch ist es, weils ein Anzeigen ist, es bruthe einer in seinem Busen forchtsame Hasen aus. Bernhäut«r sind eigentlich die Jäger, weil ihnen zustehet die ßeern auszuhüuteo. Vgl. GeriuMia 1871 S. 86 ff. 1872 S. 94. Grie&kirchen FeBU?ale I 40 41. Tiroler Prediger t. Ende 17. Jhds. Salzburg. 4 Iiied eines Nachtwächters wegen der gowaltanmen Hinrichtung eines Ferren. Hürt auf ihr Leute allzumal Und lasset euch doch sagen, Was sich nicht weit vom Nekkai-Thal Hat küi-zlich zugetragen! In Schwaben herrscht geraume Zeit Das ungarische Fieber Des Viehs, dass manche bravo I^eut Verarmten fast darüber. Der Thierarzoeikunst .\llgewalt Ward säinmtlich aufgeboten. Den Jammert in der Pest-Geatalt Urplüslich auszurotten. Wohl folgte mancher braver Mann Den einsichtsvollen Männern, l'iid that als deutscher Biedermann Den Rat von klügern Kennern. Doch mancher Dummkopf lebt ja noch Der's Bessere nicht achtet; Der nnt«r dem Despoten Joch Der grossen Dummheit schmachtat. So wnrd' in forma optima — Wie 's Chronik- mit sich führet — Durch Wunder Sympathetica Die Viehseuch exorcieret. Bier si:heute mancher Mann sich nicht, Stekt seiueu Tross von Rindern 148 llnbschrie*un straks ein UnscliliU-Lichi, Cum venia, in Hintern. Dort schmiert man Stein-Oehl in den Stall Hängt Teufelsdrek snr Tliare, Ziert mit drei fff sie, im Fall Man Teufeley verspAre. . Der Vater vieler Dummheit ist Bekanntlich — Aherglanben, Der manchem sacht mit plomper List Sein bischen Wis in rauben. Und diss geschieht im Schwabenland Ach leyder gar nicht selten! Dram Muse mache nun bekannt Was Zeitungen uns melden. Der B weise . . . Rat, Vor Viehsench Hess frisch auf der That Der Bürgerschafift entbieten: „Man solle morgen mit den Tag Den allerschönsten Farren, Der sich auch je nur finden mag Lebendig hier verscharren; Und dass die ganze Anzahl sich Von Rindern ein Rxempel Hier nehm', soll jedermänniglich Erscheinen bey dem Tempel. Mit Kuh, mit Kalb, mit Ochs, mit Stier. Von da wnrd auf den Wiesen In Prozession besagtem Thier Sein Plazchen angewiesen. ** Gesagt, getlian. Die Bürgerschaft Erscheint im Sonntags-Kleide Bekleidet von der Ochsenschafft Solenne auf der Weide. Bald fühlt der arme Sünder sich, In banger Todesklemme! Drum sträubt* und tobt' er jämmerlich Mit Wut erfülltem Grimme. Nun bindt und knebelt man mit Not Fängt sträklings an zu scharren Und scharrt mit ßarbarismus Tod — Den schöosten aller Farren. Wie lange Wahrheit, säumest du Von deinen lichten Höhen Bey solchen Fällen — ach im Nu — Zu uns herab zu gehen!! 119 FlisReniles Blutt, lOrida d«H vorigen txlei' AiiIhiij; (lieseE Jarhda, 1 Stuttg'u'tV Mit vortvc-IÜiulioni Kupfer das Bi-L'i([Dis (liii-HtelluDd. ? [<] Sulidiblea Suliitltj»r lU 251 ft)l«u 2 Strofen. Üue llohsuhDitt i meiiivH Kxuüipl. ist- voi'Ü'elfliulmi'. Vergleiche; Dütikmnl elieliolier Zärtlichkeit an) Gruhu diiB zu IleuUilspauh I7ü6 lubüiidig U^i-Hbenen F»iTaDt i errichtet vuii dtuwieu hiitturbliebeiioa liergubüiigteii KüIibd. Wur du Buya mngst, Wniidrer! steh' hier atille! DieBi« Gi'iili deekt itiiHras Gatten Hülle, Wuilaud Farreo hier xa Beutelspauh. Ach ! er starb fQr die gusanimteD Rinder Dieses Uuiftw. Wir und uiisre Kinder Brültea ti-osttoe Beinen i Schalten nach. VtiD dorn engern AusachusB blinder Scliwaben Ward er hier lebendig eiDgcgrabon, AIk oh diesB ein heilig Mittel war'. Und die Seuulie von uns wenden küunte. Tuller Wahn! iiu neuen Testament« OpI'ert man ja keine FaiTeu mcbr. — — Äcli! er war der Hcurde Stob und Ki-eude, Ging HO zärtlicli mit uns auf die Weide, Siirgtu stets für die Bevölkerung. Welche Schmerzen unsre Brust durcb wühle», Können nur die jungen Wiltwon fühlen; Grosstenthcils sind wir auch rasch und jung. Zwar er brummte, wie die Männer idle. Doch wir reizten selten seine Galle, Die sein Tod bei uns nicht heilen kann. Hiug er gleich den Kopf oft niUrriauli nieder, Er war raub, doch ehrlicli, brav und bieder. Und das Dorf ihm sonst wohl zugctbau. Als sie ihn, gefesselt an den Füssen In die Grube grnusam niedersti essen, Mördi-riach ihm raubten Lult und Licht, Rief er noch mit thräneudem Gesichte: Herr behalt dem Schulsen und Gerichte Und dem Volk die SchwachheilssiinJe nicbl. Scheible's Schaltjar III il6, fliegendes Biatt. 5 Sie (die PäegB-Verwaltern und Richtern) niachens wie jeu er Schwab, der alles was er fände halb Gott su geben verlubto! ungefähr fand er eijien Stick voll Nuß, du. fraß er die Keru, die Nuss-Schalleo aber gab er Gott. Also versprecbon sie ihrem Herrn getreu zu sein, ihm alles zu geben was eiutrsglichs ; wo sie aber ihren Vortheil crsolien, da sagen sie: Herr, mein Fisch; da hal- 160 bieren sie, aber gar angleicb; das best« uod aieiBte behalten •!• vor siub' aod wtu) aie nicht tiiügeu, int gat genug vor deu Uetrn. WuiiderseltsiLnie, Wubrhaftc, boynebens lüchei'liche Traunige- sichter u. a. w. v. Joaiiiiea I'rambhofer. Augsburg 17)2. 4" S.104. Tomplonius Sulmauuer, ein Dauer von Sclmerkingen in Sohwubuii, Bticgü zur llerbetzeit auf eiueo Itirnbauni, damit er die Frucht möge abbruckcii and selbige fulgendeu 'l'^ig auf dem Msrck verkuul'en; weiter aber allitu weit xicb auf einen Ast biimu^begebeii, also konnte sukher deu Bubweren Buuerulast nicht crtrtgcu; ist also entzweigebrochen und der arme Pomptaui gah beruutcrgefallea, suuh ihnie eine Rippen itn Luib gebrochen. Ungefehr gienge ein ReiKeuder vorbei, welcher mit dem Baurn ein herzHcbeä Mitleiden getragen und zugleicfa eiuli vorlauten laßen, er wieau ein leicbtes Uittel, daß er nimniuhr aulle von einem Baum fallen. Als Pom- plouiua gebeten eolchea Mittel ibmo zu entdecken, siigt^j diser: Mein guter Freund, üteig du Inaküiiftige niclil mehr auf einen Baum, SU wirst du gewiss nicht mehr beruutcrfallcu. Joannes Prambbofer S. 34U. 7 Im Schwarzwald, Vogolsberg könnt ibr euch Flegel w&hlea^ So viel ihr braucbt, und ist es, wie ihr wißt ■ Ein tüchtig Jägervolk, dos mit dem Feind i^icb mißl. i Das fromme Schwab eiiland will ich Dir auch noch zeigen, Wo immerhin gleich hängt der Himmel voller Geigen. Ein langsam fleißig Volk, das sich in Scckteu ijuält Und seines Glaubens Ziel breitmäulig dir erzähll. Probe aus der Micheliade 22. Gosango. Welt und Zeit. IV Teil, üermauien 1819. (Die Kxemplare [Mainz] beinahe alle gleich noch Erscheinen confiaciert und eingestampft.) H Ein Arzt maehet die alten Weiber wieder jung. „In der Stadt Heilhronn hatte vor wenig Jahren ein Arzt aus- trommeln lassen, dass er neben andern Künsten auch die altf.u Woiber wieder jung machen könne. Kaum, dass Holehes ruchbar worden, da hat sich gleich eine grosse Anzahl der alten Weiber l)oy dieatim Ärzten gemeldet. Der Arzt befahl ihnen, dass sie des andern Tags ihre Namen aammt dem Alter, schriftlich brinf|en sollten; welches auch geschehen. Da waren zu lesen: Catharina Glöcklin, alt 101 Jahr. Magdalena Stuhlfliißin, alt 88 Jahre. Ursula Pauaellin, alt 94 Jahre. Veronica Scbutzin, alt (19 Jahre. Regina Störchin, alt 92 Jahre, etc. Nachdem alle diese den dritten Tag wiederum bey dem Arzte erschienen, beklagte er sich, wie dass er ihre Zetteln verloren, und muß ihm solche ein Bösewicht gestohlen haben; aey also vonnötbeii, daß eine jede wieder einen Zettel schreibe. UntcrdesseD aber sagte er ihnen es vorhin, daß die Aelteste aua ihnen müßte zu Aachen verbrennet werden, welche 151 Aache nochmals Uui^e für eine Medii Junge mocheD. Holla! giidnchte ein Aell.este; will also weniger Julire m Kulclier AauheruiUlwuvIiu nicht üIji dur Av^t diu neuen Zettel erhulteii, Zottel liurvurgeaogeii, . und sagte in, womit er aua Alten kann ! jede, vielleiclit bin ich die jiues Alters schreiben, damit r miuh komme. Wie nun da hat er auch die vorigen d<-ii lieruinstohenden Lüuhcrlicbe Bcgelenheiteo betitelt I Weibern: lob habe diu alten Zettel geAindeJi; sehe abor i großen Uuteitchiod : in dem crstoii Zett-ol war üiithariua Glüeklin 101 Jnhr alt, und in dem andern nur 49, Uraula Puusellin vorhin 9 1 Jahre, anjotzo nur 36, Uegina Storchin vor zwoen Titgen 92 Jahre alt, anjeUo aber nur 32 Jahre. Wohlan, weil ich euch dann inner- halb 2 Tagen habe jünger gemacht, wie ihr es nulbet mit euern Zotteln beweiset, ho aeyd ihr alle vor Golt und der Welt Hchuldig, mich davur xa bczithlen. Ilierau.r fleng alles an zu lachen, und die jung geuiachton Weiher maßten in ihrem alten Pelze wieder heim gehen.' Auü eiucm alten Buclie: IT. Kapitel. 9 Ä. 1424 sollen ED Fraockfort in der Meß ein Niederländer und Schwab Mi einem Tisch gewesen und jeder seine Nation ge- rühmet und der andern vorgewogen; der Niderlünder anch den Schwaben einer langsamen Sprach geKJgen und ein Gewett mit dem Schwaben gethan ' h»ben, welcher bitlder 3 StiUt in seinem Land nennen könne. Der Schwab fiong Kompta die and', und Mengama (so sprechen auch fast die Schwaben Meramingcn uns) die dritte. Schurcr, Menimingcr Chronik S. 7. 10 0er schwäbische Kreis gehöii, unter die besten des deutschoil Beichfi, und wenn die Bewohner deHsell>en ihre Vorzüge erkennoD, und l'ühleu, «o können sie an Genuß dcrselhen sich über die un- verdiente Schmach, die sie noch immer, als Schwaben, von andern, die doch nicht besser als sie sind, tragen müssen, getrost hinw^- setzen : und jener Wiirtem berger, der, um den Neckereien, die sich die Schwaben in andern Ländern Deutschlands je und je ausge- Betzt sehen, zu entgehen, die Frage, ob er ein Schwabe sei, so beantworteto : Nein, sondern ein Würtembergor ! hat, dünkt mich, seine Sache in keiner Rücksicht gut gemacht; und er muß es mit sehr gefiilligen Leuten zu thun gehabt haben, daß er sich mit dieser den Holländern in Japan abgeborgtcu Wendung Ruhe ver- schaffen konnte. Reisen eines Curländers, sieh obi I ung Ruhe ver- ^m ABirliuger ^^H LoMculisch-ßlymologiäc-hti und grumniiiÜBche Versuche älterer Zeit ] Der l'ulgeDdo crgczliche U&lltunsinu tisdet sich iu dur „Neu- vermehrtöii uod verbcBseiten kleinen Seh weitzer-Crunica von Hariß Rudoirr GriiuQi, Buchliiudür, Trompetor und Flai:hnialiler i« Biirgas Vater unBer ist aus St. Gallen (b. Müllenhuff &. Scherer ji. lull und 569), das nicht — wie Gustav ScLerrer im Verüeicli- nia der [las. der Stiftsbibl. v. St. Gallen p. 9 annimmt — zuerst l)d Goldast suriptt. Äleni. IßOi) gedruckt wurde, oondern scbuu in Stumpfs Scbweizerchronik Buch IV Gap. 31 (1548) steht, in der Qiir vorliegenden Ausgabe v. 1586 auf Bl. CCLIII, b zugleich init dem St. Galler Credo, a Sehweitzerische, alt Teutecbe, Celtische und alt Fränckische Worter werden ausgelegt Miiu redt und schreibt noch etwunn alte Tcutscho, Celtische, und ult Franckiscbe Wörter, wie dann so soll Udul ein Burger- lietht, auch Vera ich enings- und Iloofstats-Zinß oder Geld heißen. Spetten hoi&te spunoen, vorspannen. Leuen beii^t ruhen. Thituii oder baun hei&t ein Berg oder Hügel, davon die Stadt Tbnii den Nuuien hat. Quad heißt büß. Pocken, probieren. Gaumen, waclien oder hüelen. Lümbden, Nachred. Vergicbt, Anßsag, Dekandtnuß. Boiteu, wai-ton, stillhalten. Utxid heißt nichts. Tralfer überall odur ulleuthalUen. Eynung heißt Züchtigung oder Straff. Kirincu, fol- gen, guts thun. Aechton, ausseid icsaen. Ändten heißt melden. Spänd, die Vergabung. Erdauren, überlegen, aberschlogLU. Imbis, Mittag. Promt heißt er ist hitzig und brinnt auf. Pfründer, Ver- gubnng, Genießer. Pfrund, Verordnung, Vergabung. Hithlcu, be- kandt machen. VerliAhlen , verschweigen. Uüegon , schänden , svhmnlieu. Thour heißt ein Kehr. Verurfecht, veraltet. Taumr, 'l'aglohner. Phedo heißt Kummer, auch ein Eyd. Urphode beißt Kummer, auch ewiger Eyd. Tort heißt Suhuden und Unbild oder Verdruß anthun. Lach, Loch, Loher, oder ßnclien, oder Eyubeu, bedeutet ein Marcb, Löchere, marchen. Urbar bedeutet ein Schlaff- buch. Span oder Sp4nig ist streitig. Pfad, ein Weeg. Pferrich, Pferch ist ein Scbaaffstabl. Spähen, suchen auffsuchen. Reichsnc), ruichsnen heißt regieren. Mätz ist s. v. ein Hur. Vermummet ist vei'stellt oder verlarvet. Danne so seynds noch andere alte Wörter, so aus dem La- tinischen ins Tentsche übersetzt worden, und weder Teutach noch Weltsch sind, dahero heißte Kostigus, Kostrich, Orgatorix heißt IChrenreich auch Hordricb. Cutamanteles, Kalte Mantel. Ariovistus, Ernst oder Ernstreich, Alpes fruchtbabre Bergen. Häscher, Er- jager oder Äuffsnoher. Gütsch, eine Ftue, so hanget. Gauu heißt Bin Felß. Agaun am Felsen oder Stein. Urbab, Urheber, Ur 153 flacher. Gewüraat, beBchädigt. Feig '), Und oder weich, auch zeitig, (inod, gnati, oder kaum. Horst, Zug. HörBter, ZUger. Kibig, zoraig. Er hat getrüet, er hat KugeDuminou an Fettigkeit. Mieden heißt dingen oder an sich bringen. Miedliug, ist einer der sich mit Geld beattichen läßt. Jähen, bekannt Diauheii. Verjähen, ver- acliweige». Forst, Wald, Waldung, Förstiior, Waldmeister. Frist*), Dach, Dachsluhl. Schropffen, Bergschi-opfleii Jat eine herttbhiuigeter Felä. Gesvb lichtet, aufgebebt oder Frieden gemaclit, Kuhrhuh ist tiuß und Kühe, Schnaf und Geistien. Seyt jowelten, Zeitenhiu-, seyth laugen Zeiten har. Grollen, Mcyd, lluß. Speiuhou, vor- Eputten. Dammut heißt dennüch oder eben auch. Trifüg heißt Schutz oder Schirm, und so andere unbekannte Wörter mehr. b Celtische Sprach, was das für eine seyeV und von i wem selbige kommen, wio anch die Zelten? ] Uio alt Celtische Spnich ist eino zuBammen gestüniplele Sprach, BUS vielen Sprachen zusammen gesellt; dann nach dem deßJaphets Sohn der Gomer, au Europa heb errsc bete, mit Todt abgienge, da tiel Europa, worunter Franckreycti, SavoyeQ, Teutauhland und die I''ydgnoßsc)]afrt begriflen war, an des Gumera Sohn, dem Celts, welcher der erste Monaroh dieser Landen wäre; dieser Celta wurde VDH den Gallieren oder FmDlsoHeii Sainothes, von den Teutschen Tuiacon und von vielen Ascenaa genennt; dieser lehrte die Men- Bcheu, wie mau die Hütten oder Gelten aufscbtagen solle, darinn XU leben und zu wohnen. Und ist von diesem Celta die Celtische verderbte alte Teutsche Sprach eutatauden. c Sprach der Schweitzer und Helvctier. welches dis erste unter ihnen gewesen, wio auch unter den Gallieren oder Frant^oson? Die Helvetier oder Schweitzer, wie auch die Gallier oder Frantzusen sind Teutacber Sprach gewesen, allein uit gut Tcutscb, sonder auß vielen Sprachen zusammen geaetzt. Da aber Julius Cäsar die Gallier üherwuudeu, habend die Rümcr die Italiänisch und Intinische Sprach mit latiniscben Ruchstnben eingeführt. Her- nach abtT haben die Schweitzer oder llelvetier ihr giob Teutuch behalten. Nach diesem soll Carolas der grosse daa Vatter Unaer in Teutscher Sprach urab ein uamhafftes verbessert haben, dsa also haißt: F/Uter unser du im Himmle bial, dein Namo werde gchciligoi. üin Siehe cJtome. Diu Willo geacliehc in JJrdo, rüao ü« IfimmeU. Unaer tiiglicha Brodt lab uns lieüto. Unde unsere sculda behd- 1 eüns als auch wir bclasenl unseren sruidigercn, und in Chorunga \ nü legtest, du unsick nun beloae um sicA von Ubele, Am. JBaeDhtold I 1) Wol Druckfeier statt Teig. 3) Stau First. S iHMnacUblgCDden Notizen al tuir. KIchitiKMi b« Ulm. .Wie wi n ElchingerMöocboi f, wann dsA wort Cy- I«>rn von de« Kmiih Cy|KT oder vun dem d«uUcben Wort Kopor, Ku|>l«r (wcluhitH in lolcher Imel nacli der Menge wachset) her- HAniDV MiuMi:ri jn die Gelolirte behaupten wollen, das iti dem Kon»ii Wolttlit^il KnrupR di« deutecbe Sprach allein sn AnTug •<■)■•' RTcdul wurden; uucli Japhol dcß Noä Sohn (von welchem die DeutMihim liKupturii|irüDglich heretnmtnen) solch« Insel ku be- woliiiun für nch crHälil«l habe." Sclimid-Schleyr, I'ilgur-Reie*. Ulm 173(1 S. ISl. (Mein „aus Schwaben" I 104). „Wann Di'{Dapper| iiii§ore Dentacbe und Mutterttprache Ki'iiiidlicber vemtauden hütte, würdii er Kweifelsohne auch erkennent haix'n, wo Spanien und Hispanien herkummoV" S. 326. „Kopptun: oder von uneenn deutsch gebräuchlichen Wort küpjidii, kopcn, gokopt, kopt, welchoa ebensoviel andeutet {-— •palten) und wulleu ja die lleutechsprachkundige daa die duuluchc 8prnuh nit nur um ein aonder inelir hundert Jahre ültcr ««yo ala die griechiauhe, wie sie es aus dtm uralten Griechen selber orweiüeu können." R. 341. „Diu TUrkiHcbii Spraoho betreffend, ho haitot Hchou oft belobt«r I'.AlhaniLN. Kir>'.hcrui< davün (Turrid Kabel pag. 131 b. 204 a. :i05 b) du« dli-Hulbu Hua der IllyriMchen, Tartarischer, BusniGchcr und Ara- bUalien Hprncho vonniBchet seye. Wann aber dieser gelehrt« Mann in Deiner Hobun duutaoben Muttersprach gründlicher unter- wIkuu wllr gnweiiun, ho würde er die Türkiacho Sprache vielmehr nui der uralt cynibrlsohon und Scytischen das ist Altdeutsch Hprache, dnvcm lUu Illyriachc, Tortarischo und andere mehrere Sprachen abstammen hergeleitet haben. Solche meine gutbefestigte Meinung kun man weithluflgcr linden bei Juato Goorgio Schot- lullo in seinem sehr mühaamen und vortrefflichen Werke deutüobeu Sprache 1 bei dem einnroichon Daniel Georg l in auinain Unterricht von der deutschen Sprache und Poesie; bu dum icharfsinnigen und Uberaua erfahrnen Harsdörf Jnhann Dödicker, bei Philipp Clu ver in s, Einführung zu der allgemeinen Erdbeschreibung, wie nuch tu seinem alten Deutschland und iTi noch unvaldbar anderen von der Uralten dentscben Sprach hfiohst verdienten und berithmten MAnnern." S. 324. „Ücr Truitelmann — so derTursmann oder Toi kund Tolk- mimn ist uad anitto Tolmetsch, gleichsam wie der Spate ii Stammbaum und Kortwachs der Teutschen Sprache sagt, T»l- mensoh genenuot wird von Tall so eine Sprache, Rede iiu Urnll Deutscheu bedeutet und aunoch in Niederlaud im G»- brauche ist." 8, 718. ^Fürwahr hat der gelehrte Sohwedische Edelmann Georg SÜm- ^io Sltytiicho Sprache der Ilobreiaohen nicht ohne Grund vor- I gezogen, aoichea aooli audere iu dei' Urnltei) DeutacbeD Spracb wol- erfarne Männer BÜnitlich liehaubteu wollen; uad damit icb mich der Worten deß sehr belesenen und Sprach- Erfalircnen Mannes Georg Morhofoiis bediene, der Grund von den Namen der AlUu Vätern, die in der bebreischen Sprnch vorkommen, nicht so unwider- ireiblich aeind, daß des Grotii und Cluverii Gogene in Wendungen demselben nichta anbabeu sollten." S. 405. „Und wird sieh auch doBsen Niemand verwundern wann Einer der Deutschen Sprache kündig betrachtet, wie überaiiß groß unterschieden die uralte Deutsche Buchstaben, ja auch die Wörter selbst vi>n den jetzigen Deutachcn seyeu, das auch aus vielbundort f,'utor Deutschen diusulbe keiner weder lesen nucb ver- stehen kan." S. 669. 3 Lob unsrerteuern Muttersprache. Es ist immer in liejammerii, das sogar auch die Deuts cbgeborne von (iott uud der Natur au Seel und Leih wolbegalttu Landeskindcr naub dem edlen und ältesten Herkommen, nach der unzählbaren Wort-Kruuhtbar- keit, nach der außbündigen natürlichen Schönheit uud Kunstxier- tichkeit nach den unvergleichlichen Vorbind- und Zusammenrügungeo der Stamm- oder Einsjliiigen Wörtern u. s. w. ihrer lieben Mutterspracb nicht besstir und grUndlicber nach- forschen. Sie wurden fiir wahr nicht so leicht einer eintzigeii andern Sprache der ganzen Welt den Vorzug bißen; noch ihre Muterspraebe so verächtlich, hart und untauglich erachten; Docli eine so Üradeliche, von sclhsten wolgesch muckte Mutcr mit untei- Bchiedlichen Spanisch- Französisch- Welsch- und Lateiuischen Flick- Fleck, Lipp- Läpp- Wörtern zu einer Quacksalberin und Fast- nauhtorin machen; uoch so viele schändliube Fehler wider die Rechtschreibung begehen; noch diese König- und Keyserlich« Heldensprach zu ihrem selbsteigenen Weltspott in deutsch ge- druckten Bugen und Büchern mit Bocks- und Geissfellun bekleiden u. s. w. S. 3SÖ. ABirliuger Zur Wortforschung') V 1 Doiersahs. In der sog. Hofzueht des Tanhausei-, d. h. in der seit Mitte des 16. Jhds. zuerst wieder verötlentl lebten Tisch- zucht in Haupts Zeitachrift VI 400 V. Ol ff. beißt es: Swer sniidet als ein wozzerdahs ') so er iziset, als etlicher pHiget, 1) Vßl. Alem. I 147 ff, 158 ff. 165 Ü. 186 ff. 266 ff. 286 fl. II 259 ff. Ill 65 ff. 171) fl, 275 ff. Jeder Band wird unter disom Nwnon eine kleinere oder grössere Arbeit bringen. Gegenwärtige Mitteilnngc crliolten darum die fortlaufettde Ifummer. I S 17 II 8 359 III S 66 I 275 ff. 2) Lis Iah«. 156 lind Butatzet als eiD BuierBabs ') wie gm- der Eich dtir xuht vei'wi^t ii. 8, w, tu der T, VII 174 deva. Ztechr. liegegoet: Swer enüdet als ciu wiuuGrdiLliH und smackiUust als uiu labs u. s, w. In dui- von EWüllur (Litt. Verein,. Stuttg. US PubUc.) einem Druuk veröffoittlitbtcn Tisuhzucht S. 53 ateht ; Wer auch suhaumet als uiti tacha Und quhwnnxult als nin wasBer-lacli s u. b. w. Killige Zeilen vorher, stimmend mit der 2. Tischzutht S. 69 ( Welcher wich über die SchüsHi;! hnU Und darisu rüudisch inu aiob schnabt Mit c iiid als 1 ehe e llaudachrift, Pap. 16. Jhd. etiniuit mit dci) Drucken die Weiler gibt, bis auf swiczet, ander dugs: Und diintu rudischen Bchtinbt niit dem mund nls ein Bchwein i)er soll pey andern sawen Bein. Wer snawet als ein ander dugu Und swi!er, Schweizerhosen, ErstereB erscheiot für ächweize rgel t in einer bairisch-schwribiachen Reimerei : Miindna AgoiiiKauR, das ist verschidene Glück- und Unfiill, Sitten, Auf- rilhmngen, Unordnungen. In lat. and teutacheu Reimen vorge- . bildet von P. Bonifacio Pfaffenzeller 0. S. R (Thierhaüpteu). Angab. .1. Joe. Lotter 1728 H" S. 88: Poltracken und das Polnisch Geld, Wie auch die leicht« Creuzer Und wna fikr Schlag sich außerwöhtt Die aonat verschlagne Schweitzer Seind zimlich rotb, doch in der Noth Mull tiian sie alle nehmen. Verschlagen ^ ahgenüzt, gekrümmt. Zu Seh melier- From- mann 11 653. Schweizerhosen Alem. 11 265 bei Vergleichungen kann ich nochmal belegen. Joannes l'rambhofer'a W andersei tanme WarhnElte, beynebenä lilcherliche Traumgesichter n. b. w. Augs- bnrg 1712 4" S. 109: Schau mir nur disen Prallhanaen an! er geht daher, als wenn er wolt dem Babylonischen Thurm den Knopf aufsetzen: er spreitzt sich, wie ein nage 1- neues paar Sohweizerhosen. — Der hotaniache Name für ßos Mexiconus oder Jalapa (Alem. a. a. 0.) stet auch hei Frisch II 247% wo sich gleichfalls eine Seh weizer- Pfeife verzeichnet findet für „die kleinst« Querpfeife, so die Soldaten noch bei den Trummeln haben. lt. ein Register in den Orgeln, das dergleichen Laut gibt." Ferner hat Heinrich Hessens Neue Gartenkunst, Leipzig 1706 Ffi^: Re- hellen, Schweitzerhosen, Dos Americanus, mirabilis de Peru. 6 Grnntwelle, Alem. I 285 ff. Kfldrün St. 85, 3. Dm Büchlein: Kurtzweil der PJwigen Weißheit in verwunderlichen mit Sohiropf und Krnst untermischten Geacliichten v. Morianna Schott (Einaideln). Coatanz 1790 {Adam Köberle) enthält S. 150 den Saz unter Capitel „das Wasser tretten^ : aber ailie, indem er hurtig forilaufet (Petrus), treibet der starke Wind eine Grund- Wellen gegen ihn; er fangt ibme an zu fSrchteu und aus forcht in das Wsisaer zu fallen. I I 1B9 7 Tobel, Töl)ele ist nlfimftnniaches Wort und lipzeichnet eine Vertiefung, welche durch das Wosaer, das von der Höhe nach dem Tale hinabBtrömte, auagehdlt ward. Auf der Nordseite dee Dodeoaee's sieben sich e. ß. von Meeraburg iinch Hagnan recht hüntig aol'^he EioRchnitte dnrcli die Weinberge an das Seeufer, teilweise von kleinen Runsen d. h. Bächen belebt. Ea sind sanft noch beiden Seiten ansteigende Ufer ; die Form ist oft molden- artig, genau was im Augsli. Schwaben schlau (alA mhd.) ist. Appellativiach und als Eigenname d. h. nla Flur- und Waldname tritt Tobel nur in aleni. Gebiete auf. Nemen wir auf neuem Ge- bruDch Riicksioht, so begegnet es appelliitivisch in Thomas Born- hausei-'fl schöner Dichtung: Rudolf von Werdenberg im Freiheita- kampf der Appenzeller 8. 14: Den Bruder verfQrte die Waid in an na lu st Ein struppiger Eber durchatie& ihm die Bruat, Juat atarb er an blutenden Wunden Als ich ihn im Tobel gefunden, Annette Freiin v. Droate-Hülahof, Gedichte Stuttg. 1844 S. 94 „daa öde Haua' hat: Tiefab im Tobel liegt ein Haua u. a. w. So schweigt am Tobelrand ihr Girren (der Taube) Man kann nun nicht mer läiignen, daß das Wort den Karakter eines „hochdeut sehen" erlangt hat. Frisch (IJ 374") und Kampe füren es auf, jener mit vielen Belegen ans Schweizerquellen. Wei- gand nennt es kars. lüne Erklärung, die Eutrefieud wäre, kenne ich nicht, Tobil, Tubil kann nur tnbal, tobal gelautet haben, denn ein altes Tubil hätte später Tflbel abgesezt; nach Abschnitt der Bildungsailbe -al, die mit -il gerne eine Wiederholung anzeigt, bleibt tub-, tob- was nach Wackernagel zu beteben gehören aoU, abd. tepjan bitepjan, sopire, opprimere. Das gibt keinen Sinn. Ich verweise auf ahd. toben, tobön = toben, dahachari, (Graff althochd. Sprachsch. 6, 348) inaanire, grassari '), was auf einen Verbalstamm dub, diub, daub verweist und synonym xa klingen, diezzen stet; secundär : auahälen; wärend le/tere ihre Sab- stantive, ausgenommen Dultil, Dussel, laut bilden, weist tobil die Bildung ' „Erfolg" erheischt: also anagehöller, Oertlich nördlich reichen diese V falten, Waldaee, Leutkirch, bis i Tübingen; im hohenzoll. Rnngendingen heifit c I kleine achluchtArtige Vertiefung ist „in bei den hohenzoll. 1''[u liefern ebenso wie im -Namen unteu llelmbrecht Düsseldorf, vom Präaensab- im Pr&t. I'lur. auf, was den vertiefter Wasserabflußort. Nähe von Rottenburg und Stflrk Feld, Ich werde 1] Targleiirbe also Tuzzil, Du: ■prioht. ausfürl ichern Nachweis sich das Wort (indou kann. ÄBirtinger was dem Tubil, Tobal eut- ft Tir-rat immen. n „Nnch diei Rudolph Ilerljberger, f rortuacbnider. One Jai-aal 4 Bll. 8" Bl. 4: Ein ander Lied: Er \ ist der Morgensterne u. s. w. b „Etliche gemeine Leut seynd des cinrältlgen Wahns, I) Mhd. wihnnrn. wihcli?n, häufig. Wackcrnagel Vocea CK. WHn*! hold Alom, Ommm. ^ 201. Frommnnn /taoh. VII lß2 ff, Whl. ' VolkatiltnI. !t2, Alem. Sprache lOfi. 3) Vocea 61. 3) VoooB Cl (v. OemRCn) 4) Vocos «7. 6) Vocos Cl. 6) Vocei 62. 24, tcahxpii, Mono Anz. Glon« =7|rracillare. 7) Zu Vmiea 0&. iC, (Ziwi). 8) Vo«™ 37, sie veatiglieh glauben, sie verBtehen dar Vogel ihr Gesang, spre- cheode: der Rab singt nicht änderst ttlaDalk, Dalk, Dalk. Der Amerling singt F.dl, Edl, Edl bin ich. Der Gimpel ainfit nicht änderst^ ala wie dn, wie du, wie du. Die Maisen singt nicht änderst, als 7.uckersüß, xuckersüß, gut, gut, gut, zuckersüß, zucker- süß. Der Spatz sber auf dem Dach siegt immerzu Dieli, Dieb, Dieb. Wann deme also wäre, so solten die Spatzen nirgends änderst wo nisten, als in den Häusern der Advokaten damit sie TOD Frühe an bis auf die Nacht ]>ieb, Dieb, Dieb möchten salntirt werden. Wundtrseltname, Wahrhafflc, bet/n^ens lächerliche Traum- Gesichter von uniersehiedlichen Slandls- und Amhts- theils Lob- Iheils schelttpilrdigen Personen u. s. 10. von Joanne Prambhofer. AtiffBbwff im Verlag Georg Schlüter und AfarUn Uappach f^lS. 4" S. 140. Ich mache hier auf Fromm anns Zeitsch. VII OT ff, aufmerksam, wo ich über den Finkeusang und seine Namen mehreres aus der Österreich. (bairiBohen) Vogelsteller- und Vogelliebhaber spräche mitteilte. ABirlinger Zauber- und Geapenstergeßchichten '} 1 Von einem Deserteur und erfarnen Schüler Vor 50 oder 60 Jaren ward ein Mann N. aus Bergfelden (Würtemberg), der mit Federweiß und Schreibsaud handelte und als jung zum Militair ausgehoben werden sollte, flüchtig. Er trieb sich einige Zeit im Großherzogtom Baden umher. Um sicherer zu seiu entacbloß er sich durch die Schweiz an die Grenzen der Österreich. Staten zu wandern und sich daselbst anwerben zu lassen. Bei der Wanderung durch die Schweiz ging er einst Abends in einem Dorfe in ein einstokiges Häuschen, um sich Nachtherberge zu erbitten, erschrak aber, als er die Türe üQnete, den Stuben- boden mit Sand bestreut, ein geordnetes Zimmer und in demselben nur einen alten Mann zu finden, der ihm zwar das Nachtquartier zusagte, aber aucb frei erklärte, ,Du bist ein Deserteur!" Unter einem Vorwande entfernte er sich noch auf einige Zeit, besuchte die Dorfschenke, und erkundigte sich daselbst, was der Mann im Boden hau scheu, der ihm Nachtherberge zugesagt hätte, für ein Hano sei? Er erhielt die Antwort „dieser Mann sei ein er- farner Schüler, und er solle nur befolgen, was er ihm rate." Bei seiner Rükker in's Häuschen dieses Mannes fand er das Abend- essen bereit, das für den Hausherrn, dessen Haushälterin und den fremden Gast in Iß gesotenen Erdäpfelu und Spek bestand. Bei . Pfarrers Köhler BlrUngu, Altmunla IT « II I f I L 163 ' der Abendunlerhaltnng sagte der seltsame Hnuavater seinem Gnste : Er solle nut' seiDe vorhabende Wanderaiig fortsezen, allein in 6 Wochen werde ihn eine Sensucht nach seiner lleimnt dorthin zu gehen treiben und er werde als Deaeiteiir iiber 1000 Hiebe er- halten; er wolle ihm nber etwas ^eben, daß ihm diese Hiebe nidita schaden. Er gab ihm hierauf ein Zettelclieo, das er in seine Weate ntlhen sollte, forderte für solches 15 Tlr. und sagte ihm dabei: jezt hast du noch l'/» Tlr, (was wirklich so war), und wenn du das Zettelchen einst an einen Andern verkaufst, so aollst du auch nicht weiter als 15 Tlr. dafür fordern." Wirklich träumte ihm nach 6 Wochen so angelegentlich von seiner Heimat, daß ihn dieser Traum bestimmte, nach Haus zu reisen. Nach seiner Ankunft in Bergfelden stellte er sich bei dem Oberanit in Sulz freiwillig. Olwr- amtmann Schäffer ließ ihn zu seinem Regimente nach Klwaogeti einlierero, wo er zum Gassenlaulen durch 3Ü0 Mann verurteilt wurde. Weil von den vielen Hieheu sein ßUkon nicht verlezt wurde, so hics es „Canaille, du must etwas zum Festmachen bei dir haben!" Man durchsuchte ihn und seine Deinkleider genau, jedoch one den in der Weste verborgenen Zettel zu linden. Mündlich. Vrgl. Volkstümliches aus Schwaben 1 85. Aus Schwaben I 104 ff. 2 Spuk in Sigmarswangen Juatina, jüngste hinterlafleno Tochter des Schfiuflers Andreas Hofstetter in Ms rschal kenzimmern geb. den 3, Okt. 1801 heiratete sich den 29, Januar 1634 nach Sigmarsw äuget i in ihrem 33. Jare an den ilürger und Weber Joh. Walter daselbst, der 29 Jnra < alt, also 4 Jare junger als seine Gattin war. Leztere hat 1825 ein unehl. Kind (patre Joh, Steudiager von Vöhriugen) geboren, war aber übrigens ein braves Mädchen und unter ihren Schwestern die beste. Sic und ihr Mann hatten lange in Alpirsbach gedient. Noch bei Lebzeiten ihres vor etlichen Jareii gestorbenen Mannes erschien eine kleine Frauensperson in städtischer Kleidung nnd verlangte, sie sollt mit ihr auf einen gewiesen Pjnz gehen, um eine Seele zu erlösen und einen Schaz zu heben, nllein ihr Gatte ließe es ihr nicht zu, dies zu tun. Diese Erscheinung wiederholte sich seitdem jürlioh im März. Bei einer ihrer lezten Erscheinungen stnnd in geringer Entfernung eine dunkle Gestalt, von der aber das Weibchen die Wittwe versicherte, daß solche ihr weder etwoa schaden könne noch werde. Im Spätjare 1842 erschien die schwarze Gestalt allein, v langte, daß sie mit ihr gehen oder sich erklären solle, sie wi keinen Teil an der Seele haben. Als die Wittwe einst zum Fenster bin ausschaute, gab ihr solche einen Schlag an den tliuterkopf, (vcrmutl. stie sioß diesen an, als sie erschrnken schnell zurück- wich), und riß ein andermal die Fensterladen auf, welche Justine auf Anraten dps Pfarr Verwesers geschlossen hatte. i 163 ' Der Icztere kam in Dpgleitung des Schulmeisters ein!>t selbst hei Naclit, snh die Gestalt aucli, die aber vor ihm zurülie wiechi und aIb er mit einem Stabe nach ihr itchhig, WHren ee Streiche in die Luft. Im Januar 1843 kam der Schattenmann eiidücli gar in die Stube der Wittwe, lief vom Fenster her zur Uettsteile, legte sich Ü Male neben sie, wobei die Wittwe aber nur eine eisige Kälte fülte, und blieb dann auf ihre ErklürDng, daß sie nichts von der Seole wolle, ia den folgenden Nachten aus. So hörte vorerst eine Spukgeschiehte anf, die im Dorfo nnd der ganzen Gegend vieles Gerede machte. Schon die weihl. Erscheinung hatte erklärt, wenn Justine die , Seele nicht erlösen wolle, müsse solche noch harren, bis ihre Tochter i erwachsen seye. Bald kam der schwarze Schattonmann wieder, den Hber Nie- mand ao&er der Wittwe sab nnd schlug, als mwe Leute bei ihr waren, die Fensterladen aufi-eißend etliche Scheiben ein. Wie seit meren Jareo je im März, erschien auch jezt wieder die weibliche Gestalt, ein schwarzes Tuch um den Kopf, im übrigen ganz weiß, ücn 6. März Nachts sagU diese der Wittwe (alt 42.) daß der schwarze Mann, einst ihr Geliebter, 2 mit ihr erzeugte Kinder ermordet, und sie als sie ihn verraten wollen mit dem 3. schwanger erstochen habe. Der Pia/ auf den sie sie frbhcr ge- fürt habe, seye der, wo die gemordeten Kinder lügen. Der schwarze Mann müsse noch lange schweben, sie aber könne bald erlöst werden und werde dann ganz neiß erscheinen. Sie ermante die Wittwe, fleißig zu beten, brach aber die Unterredung schnell ab und ver- achwaud, als die neben ihr liegende Tochter Justine erwachte, | Der einst vom Oberamt mit 1 Landjäger nach Sigmarswangen geschickte Statioas-Commandant sah und hörte nichts, aber der Pfarr Verweser, der öfters mit dem Schulmeister kam, versicherte ihm, einst habe es einen solchen Schlag an das Häuschen getan, daß solches zitterte und mere Scheiben zerbrachen, und beim als- baldigen Nachsehen um das ganze Haus aeyen nicht die gering- sten Spuren menachlicher Fußtritte im frischgefalleu Schnee zu ünden gewesen. Justine, die aus Mangel an Ruhe abmagerte, gab an, daa Weibchen habe keinen Namen, aber das ihr angegeben, vor 271 Jaren sey sie aus Strassburg von einem Offizier mitgeschleppt worden, dann seye sie auf mere Jaro beim Pfarrer des Orts in Diensten gestanden, der 2 mit ihr erzeugte Kinder ermordet und sie schwanger mit dem 3. auch getödtet habe, und der seye der schwarze Mann, dessen Krlösungszeit noch entfernt seye. Den 10/11. März waren vom Oberamt abgeschickt der Station»- üommandant mit 1 Landjäger und 1 herzhaften Bürger von Suis im Hause, allein vom Spuk ließ sich nichts sehen und hören. Mündlich. 3 Die En rtr' > JüD Nacli dem Bericht des Abts von St, Pierre Auf ili« Nacliricht, daß ein Priester zn Vntomni, der die Knaben ierte, vor )0 Jareii eine CrHclietnung gehabt habe, ein redlicher Mann von gutom Kufe, Heß er ihn zum EsHen einlnden, und sich die Erscbeinong, die er am hellen Mittage gehabt hatte, erzälen. Der Piiestcr Namens Beznel berichtete FolgeodeB. 1695 als ich eiu Jüngling von 15 Jaren war, genoß ich der Freundschaft der 2 Söne des Procurators D. Abagiiiiieß. die mit mir die Schule heauchten. Der Aeltere war in meinem Alter, der Andere 19 Mon- den jünger. Der Aeltere hatte den Namen Des Fontuines, wir spazierten und spielten oft miteinander. Er liebte mich mer als sein Bruder und war anch mir lieber, weil er munterer und ver~ stund iger war. 1696, als wir im Capuziner Closter um hergi engen, eraälte er mir, er habe kürzlich die Geschichte zweier Freunde gelesen, die sich wechselsweise gelobt hätten, wer von ihnen zuerst sterbe, solle wieder kommen und dem Andern Nachricht von seinem Zustande gehen. Dies seye geschehen und er habe seinem Freunde er- staunen »würdige Dinge gemeldet. Deswegen verlangte Des Fon- taines dringend von mir, ich solle ihm wie er mir ea tun wolle, das Nemliche versprechen. Ich weigerte mich standhaft dies zu tun, so oft er auch sein Verlangen bittend wiederholte. Endlich im August 169C als er um r.n studieren nach Caen abgehen sollte, iviederholte er mit trühnenden Augen seine Hitte so inständig, diiß ich I ich übe] eden he Heines Todes mir von s andern mußte ich, nac das Gleiche tun. Er und reiste einige Zeit darai ind hatte schon 2 Zettel bereit, i 1 Blute gcBclirieben versprach, im Falle n Zustand Nachricht zu gehen, auf dem I ich einen Finger blutig gerizt hatte, ser erfreut darüber, dankte mir innig luf mit seinem Bruder ab. Die Trennung I Beiden schmerzlich, wir wechselten Briefe, und 6 Wochen ehe Folgendes sich ereignete, bekam ich den lezten von ihm. 1697 an einem Donnerstag d. 31.Julii hat mich mein Gönner Herr Sortoville auf seine Wiese zn gehen und die Heuenden zu Lenufsi cht igen. Kaum war ich '/« Stunde daselbst, als mich plüz- lich ein Uehelhelinden anwandelte, ungefiLr um 2 Ur. Vergeblich stüzte ich mich auf die Gabel, die ich in der Hand hatte, ich war genötigt, mich '/ü Stunde auf das Heu nieder zu legen, um mich zn erholen. Ich befürchtete eine Erkrankung, spurte aber die übrige Zeit des Tages nicht viel, doch schlief ich Nachts unrnhig. Des folgenden Tages zur neralichen Stunde, als ich den lOjärigen Ni-jTen meines Herrn auf die Wiese fürte, heliel mich auf dem Wege eine Schwäche, daß ich mich auf einen Stein in den Schatten sezen mußte, bis sie vor übe rgi eng. Dann spürte ich nichts mer, hatt« aber eine schlaflose Nacht. Den 2, August als ich in der Ileuscheucr war, um 2 Ur, 165 bekam iuh Oun nemliulien Anfall, aber Gtärkttr, iuh ünuk in (iote Onnmcbt. und war inoiuer nicbt nur bewußt. Eiuer der hneclite, der ditjH aali, rief aiidure bui- Hilfe, ich kam wieder Kum Bewußteeiu, war itbiT in meineni Geiuüt mer nngegriefeu uls die übrigen Male. Man eagte mir, auf die Frngc, waa mir begegnet seye, hnlis ioh geantwortet ; Ich habe Golche llingo gesehen, die ii:li nie geglaubt hätte. Iuh erinnerte mich blos einen Menseben gesehen zu balien, dessen Körper zur Hälfte oakt wur, den ich aber nicht kannte. Ich stieg geftirt von Einigen die Stiege hinab, »U ich aber plözlicb unten an derselbea ineinon Freund Des Fontaineg erblickte, üel ich wieder in Oomacht und mit dem Kopf zwischen 2 Rnsseln hinein. Die Leute hoben mich auf und seztea mich auf oinett Gallen. Hier sizend sah ich weder den Herrn Sortoville noch sein Gesinde, sondern nur den Des Fontaine» unten an der Stege, der mir winkte zu ihm zu kommen. Ich rückte auf meinem Siae nach, um ihm Plaz zu machen. .418 er aber nicht kam, nnd ich «uf- Htuud, um zu ihm ■m gelien, gieng er mir entgegen, crgrif meinen linken Arm mit seiner rechten Hand und fürte mich 3Ü Schritt« weit in ein Nebongemach. Die Dienstboten, welche meinten, mein Anfall sey vorüber und ich wolle meine Notdurft verrichten, giengen an ihre Arbeit, eineu Knecht aUBgenommen, der dem Herrn Sortoville eagte, ich rede mit mir selber. Weil dieser mich bs- trunken glaubte, und zu mir bin gieng, so horte er mich Fragen machen und Autworton erhalten , die er mir nachher erziUte. "/j Stunden blieb ich anf der Stelle, mit dem Des Fontainos redend, der mir sagte: „Ich habe dir versprochen, wenn ich vor dir sterben sollte, zu erscheinen und von nieinem Tode Nauhricbt zu geben : Nun bin ich aber gestorben und vorgestern in dem Flusse bei Cuen er- trunken um diese Stunde. Wir spazierten zum Tore hinaus, die große Wärme erweckte in uns eine Lust zu buden, weil mich aber eine Schwäche befiel, so sank ich in die Tiefe des Wassers. Mein Begleiter der Abt von Meniljenno eilte mir zu Hülfe, ich crgrif einen seiner Füße, allein indem er sich emporschwingen wollte, stielt er mich so aaf die Drust, daß ich aufs neue in die dort grüße Tiefe des Wassers versank." Er erzälte mir, was ihnen bei diesem Spaziergang begegnete und wovon sie sprachen, auf meine Fragen aber, ob er selig oder verdammt, oder im Kcgfetier seyeV Ob ich im Stande der Gnade seye und ihm bald nachfolgen werde, antwortete er ebenso wenig, als ob er sie nicht gehört hätte. Ich trat oft näher, um ihn zu umarmen, ergrif aber niuhta, doch fülle ich, daß er mich immer noch am Arme hielt, und als ich mein Gesicht wegwendete, um ihn nicht mehr zu sehen, iveil mich Bein Anblik bestürzt machte, so zog er mich am Aime, um mich zn zwingen, ihn zu sehen und zu hören.. Er erschien mir immer großer, als er ehedem war, und zur Zeit seines Todes seyn konnte^ i I I I I 166 L denn er war erst 10 Mtindeii abwesend gewcHeo. Immer sah ich iliii un der Mitte dcB LoibeH nakt, Bein gelbes Hn&r one Üedekung. und in demaelbeu oberhalb der Stirn eine zusammengewickelte weiße Schrift, die ich aber nicht lesen konnte. Seine Stimme war die neinliche wie im Leben, eeini- Miene weder fröhlich noch traurig, aber ruhig. Er bat mich, wenn sein Brader zuriikkere, gewiese Diuge ihm zu sagen, die er seinen Aeltern melden solle, nnd ich 7 Psalmen beten sollte, die ihm zor Bnßa aufgegeben waren, und die er noch nieht recitirt habe. Nachdem er mich nochmals erinnert hatte, mit seinem Bruder zu reden, verabechidete er eich von mir mit den nemliohen Worten, wie er sonst, wenn wir nach einem Spaziergange uns trennten, om nach Hause zu gehen, es that. Sein Bruder sagte er mir, habe zur Zeit seines Todes au einer Ueberaezung geschrieben, und be- fürchtet, es möchte ihm ein Ungluk b^egncn, auch es bereut, daß er ihn allein habe gehen lassen, was der Bi-uder als richtig so nachher bestätigte. Genan beschrieb er mir den Plaz seines Todes, und den Baum, in den er einige Worte eingeschniedten hatte, die ich nach 2 Jaren, um sie seinem Begleiter Gotot zu zeigen, noch richtig fsnd. Gotot beBti'ktigte auch die Richtigkeit der Aufgabe der 7 Psalmen. Weil ich beinahe 1 Monden lang den mir an seinen Bruder gegebenen Auftrag nicht erfüllen honoto, so erschien er mir noch 2 Mal, das erste Mal auf einem Landlianse, wohin ich gegaugeo war, und weil es mir tibel wnrde, mich von der Gesellschaft ent- fernte, in einen Winkel des Gartens mich begab, wo Des Fontainea mir erschien, mir die Nacbläi^sigkeit mit seinem Bruder zu reden verwies, '/, St. mit mir redte, aber auf meine Fragen wieder keine Antwort gab. Als ich einst des Morgens nach der Kirche gieng, erschien er mir wieder, hielt sich jedoch nicht lange auf, erinnei'te mich wieder mit seinem Bruder KU reden, beanwortete keine meiner Fragen, und nam mit den gewonten Worten Abschied. Merkwürdig ist es, daß ich immer an dfr Stelle des Armes, an der er mich zuerst ei'griefen hatte, einen Schmerz fülte, bis ich mit seinem Bruder gesprochen hatte. 3 Nächte lag ich wegen des Staunens, das mich ergriefen, schlaflos, sagte nach der 1. Er- scheinung dem Herrn v. Varouville, daß Des Fontaines erlrunken sey and mir dies selbst angezeigt habe, und als dieser sogleich zu seinen Aeltern gieng um nachzufragen, war .so eben ihnen die traurige Nachricht zugekommen. Mir begegnete von da an nichts mer, aber nach Gotota Behauptung erschien der ertrunkene Jüng- ling auch dem Abte von Menlijeao. Ndcti S 1—9: Mortui nmiei apparetiU^ hiatoria medicia illu3trange sezte die Gesellschaft in Staunen, und Clairon sank in eine Cum acht, in der sie fast I '/( Stunde lang üdo BewBBteeyn lag. Die inäünliche GeBellacbftft raiaonnirt« viel über das Ereignis, vei-abredte, auf den Fall er sich wieder hören ließe, Spionen in der (iasBe zu halten, um den Ur- heber deaselben zu entdecken. Alle Bediente, Nachbarn und die Polizei seibat hatten ihn mit gehört, hörten ihn immer zur gleichen Stunde unter Clairon's Fenstern, und er Bchicn nur aus der leeren Luft zu kommen. Wenn Clairon zuweilen außer ihrem HauHe speiste, borte man ee, uud erat, wenn sie zu Hause kam und bei ihren Bedienten nachfragte, erscholl der Schrei mitten unter ihnen. Als einet der Präsident von R , .... bei dem Clairon zu Abend gespeist hatte, sie bis an ihre Haustüre begleitete und eben Abschied nam, drang dieser Schrei zwischen beiden durch, und mau brachte ersteren halbtod in Seinen Wagen' zurück. ßoaelli begleitete einst die Clairon bei einem Besuche in die Straße St. Honore. Der Freidenker redte unter Wegs von dem Gespenst und redte Clairon zu, den Geist anzurufen, mit dem Versprechen, die Sache isu glauben, wenn er antworten würde. CtairoD tat's und 3 mal nach einander erscholl der Schrei schnell und Itlrchterlich. Fast one fiewustseyn wurden beide aus dem Wagen gehohen, als sie bei der Freundin aniuren, der der Be- such galt. Einige Monden hörte man nun nichts mer, bis wegen der Heu- rat des Dauphins alle Schauspielertnippen nauh Versailles be- rufen wurden, Morgens um 3 Ur legte sich Clairon und im nemlichen Zimmer Madame Grandval in der Allee von St. Cloud tu Bette, weil leztere kein Zimmer nach vergeblichem Warten mer hatte bekommen können. Clairon sagte heim Auskleiden zu ibrfm Kammermüdehen: „Nun sind wir am Ende der Welt; es macht das abscheulichste Wetter. Der Schrei würde ser verlegen seyn, wenn er uns hier suchen soUte, und — er erscholl plözlioh so schrekend, daß im ganzen' Hause niemand mer schlafen konnte; n leztennial. Dafür erfolgte, als etwa 8 Tage her- on mit ihrer gewönlichen Gesellschaft schwazte, um 1 1 Ur ein Flintenschuß, der eines ihrer Fenster nur wenig be- schädigte, den aber alte Anwesende hörten und das Feuer sahen. Clairon glaubte, man habe sie todon wollen; der Polizei- Lieutenant Marilla ließ alle Clairons Logie gegenüber liegende Hauser durchsuchen und die folgenden Nachte bewachen, von unt«n bis oben ; doch aller Anstalten uneracbtet, hörte und sah man den Spuk 3 volle Monden, immer um 11 Uhr, immer nach dem- selben Fenster zielend, one sehen zu können, wo er ber komme. Die ProtocoUe der Polizei können dieß beurkunden. Clairon achtete seiner, daran gewönt, so wenig mer, daß sie einst, ono zu asdeu, daß es die bestimmte Stunde seye) «a dem geöfneten Fenster mit dem Oberaufseher der Hoffeste stund, und vom Schuß beide mitten ins Zimmer wie todt hingeselileadert doch nun z nach Clai 169 wurden. Beide, als sie sich erholten, belandon sich unverwundet, aber von der Htärkaten Mnulachelle er auf die linke und Clairoa auf die rechte Wange getroffen, und lachten heide darüber. Den 2. Tag darauf fnr Clairon in einem Mietwagen zu einem nächtliclien Feste, das die Mademaiselle Dnrnesril in ihrem Hause ä la Barriere blanche gab. Gegen 1 1 Uhr, im schönsten Nordlicht, füren sie über die Boulevards. Starb hier von S* ? fragte ihr Kaminermädchea. Clairon bejate es und zeigte auf 2 Heuser mit der l-land, in deren einem er müsse gewont haben, und gleich drang aus einem derselben der Schuß durch ihren Wagen. Der Hutscher der eich von Räubern angefallen meinte, für im Gallopp davon und Clairon erholte sich langer vom Schreck, der sie die ß mal befiel. Statt des Schießens hörte man von nun an um dieselbe Stunde, ein Händeklatschen von besonderm Takt, und Öfters wiederholt. Die nitehaten überall auflaufende Freunde der Ctairon bezeugten CS unter ihrer Uanstüre z\i hören, aber hier erhob es sich wol, jedoch sehen konnten sie nichts. Als dieß eine Zeitlang gedauert hatte, traten melodische Töne an seine Stelle, die immer bei dem Kreuzwege von Busay anEiengeu und bei Clairon's Haustüre endeten. Man verfolgte und hörte sie, aber man sah ea nicht, bis endlich nach etwas mer als 2'/« Jaren alles aufhörte. Ctairon bezog hierauf, weil sie sich etwas be- reichert hatte und um ihrer Gesundheit willen ein Haus in der ruhigeren Maraisstruße für 1200 Tlr., in dem Kacino 40 Jare mit seiner Familie gelebt hatte und starb. Es verlangte, noch eh' sie auszog, eine alte Dame das Zimmer zu sehen. Beide sahen aich erst lange stumm an, und in der auf dieß Staunen folgenden Duterredung erfur Clairon, die Dame hätte sie längst gerne go- sproohen, habe aber jezt erst durch die vor ihr Zimmer, aus dem Clairon ausziehen wollte, gehängte Ausleiiiungstafel Oelegenheit dasu gefunden, erfur, die Dame eeje die Freundin des von S*, seine Gesell seh afterin in seinem lezten Lebensjar gewesen, nm- sonat habe sie ihn gebeten, Clairon zu vergessen ; immer habe er versichert, sie noch jenseit des Grabes zu lieben, aber Clairon's VersaguDg seiner lezten Bitte habe sein Tod beschleunigt; er zälte jede Hinute, bis um halb 1 1 Uhr sein Lakai mit der abschlägigen Antwort kam. Nach einigem Stillschweigen ergriff er dann die Hand seiner Freundin mit schrecklicher Miene der Verzweifluug, und sagte: die Barbarin! Sie soll nichts dabei gewinnen; ich will sie gerade so lange nach meinem Tode verfolgen, als ich es in meinem Leben getan habe. Dann starb er. Clairon bezeugt am Schlüsse ihres Briefs, ddß diese Krzälung tiefen Eindruk auf sie gemacht habe, den erst die Zeit nach und r austilgte und empfielt Hrn. Meister Verschwiegenheit k nach wiede B über den 1 Inhalt dieses Uriefs. J 5 Bekentnissti eines Znuberei-s m Mäi'z des Jahres 1633 wurde in Strasburg eiu Jui li> Jareii, aas Molzheim, als Zauberer biu^ericlitet, der fraudig. starb und dabei jedermann vor der Bosheit der Jesuiten wanit«| weluhe ihn in sein Unglück gebracht hatten. Wie Oraens 1. o> S. 34 deu von ihm verbreiteten gedrukten Nachrichten nacherKält^' bekannte er: ein Jesuit aus Molzheim habe ihn mit andern Jungen in der Zauberei unterricht«t ; in Gestalt eines ansehnlichen, schwarzon Mannes seye dann der Teufel zu ihm in die Schule gekommen, jiabe ihm Geldstücke varert, die aber in der Folge nur Scherlten gewesen und ihn überredt, sich ihm zu verschreiben; auch habe er ihm mit seiner Klaue eine Wunde auf die Hand gedrilkt, deren Narbe man noch sähe, und mit dem aus derselben fließenden Blute habe er sich verschreiben müssen. Hierauf halie ihn der Teufel ein Kunststück nach dem andern gelert und mit einem anderen Teufel in Gestalt eines ser schönen Mädchens verlobt, der dann mit bei allen seinen Taten gewesen würe. Er bekannte ferner, duß er viele kleine Kinder geliimt, andere getödet, anderen das Gehirn aus dem Kopfe gezaubert habe, blos durch Berfiren mit einem vergifteten Stilbcben, das er immer in der Hand trug. Seinen eigcnoQ Vat«r habe er lam und wassersüchtig gemacht, zu Lttcern in der Schweiz und anderen Orten Leute, die Morgens und Abends lioteten, vergiftet, daß sie rasend geworden ; viel Vieh umgebracht, unter anderem seye er einer Kuh in Gestalt eines Raben auf den Küken gesessen nnd habe sie zerhakt uud von ihr gefressen, bis sie gestorben, und einer anderen habe er sich als Fuchs an den Schwanz gehängt, bis sie sich zu Tode gesprungen hätte. Einige Mägde habe er geschwängei-t, mit einem Schaf in Hnnda- tuid mit einem Schwein in Wolfagestalt Sodomiterei getrieben und wäreud der Belagerung von ßenfeld seye er auf einem mit 6 Kazen l>e- spannten Wagen aus- und eingefaren und habe Briefe von den Jesuiten hineingebracht. Auf einen noch in Breisach und einen andern in Schlettstadt lebenden Pater Soc. Jesu gab er auch Schand- taten an. Nach Strassburg war er gekommen, um seine Kunst an dem Superintendent D. Schmidt zu verauehen, den er aber ver- felte und einen anderen Pfarrer für ihn ansähe, der ihm auf der Straße begegnete. Er begrüste denselben mit. einem langen Hände- druk und machte ihm den Kopf durch eiu giftiges Pulver voll Blattern und Geschwüre, die er aber alle, nach dem man ihn ver* haftet und dazu aufgefordert hatte, auch wiederum heilte. Vgl. Alaatia 1856—57 S. 256 ff. 6 Der ermordete Poltergeist Unter den ehmaügen Woltätern des Klosters Salmanswcilet ] oder Salem') waren auch die Grafen von Montfort, die unter ande- | I 171 rem bei einer ihrer Schenkungeo die Bedingungen machten, dal^ jeder reiseode Rittrr und Edelmann eine Nacht uticnt geldlich im Cloater beherlwrgt werden sollte. Um Reisende soviel möglich ab- zUBchreken, beunruhigte ein in einen Teufel vermummter Moncb die Uebernncbtenden und Bt^lbat einst einen Grafen von Montfoit, der sich um die verbreiteten Gerüchte von Unsicherheit nicht be- kümmerte und durch seine Herzhaftigkeit den oigeonüzigen Pfaffen einen feinen Streich spielte. AU ihn nemlich ein ungewönlichea Poltern über seinem Rette beunruhigt«, ao alAch er mit s' Stadtpfarrer zu Heide nbeini. Abi inAohausen 1718-25; in Köiiigabrunn 1725-28; Repeteot 1689—93. 2. Uiacon in Kirchheim 1693—704 und Specini in Uruh 1716-18. t 16. Maj 1728 aet. 66. nat. 1672 in StttinsfeUl. maKistrierte 168^ 13. Augnst als tertiuB in Hedinger's Promotion. Seiu Vater M. Coloraanu Simon gebürtigt von Kirn; magistnerte den 3. Mars 1659 als 6. seiner Promotion, war 1661—71 Pfarrer in Kocher- steinsfeld, und 1671—96 in Ober F.isiaheim Simon hatte auch cineu Brndtr Friedrich, geboren in Heiden - heim, magistrierie I72G, war 1736^44 Pfarrer in Uraitanberg und ""' bii zu seinem Sterben 1746 in Ehuingcn bei Büblingcn. t 21. März 1745 aet. 40. nat. also 1705. I I1744:,H 175 diese Nachgiebigkeit zu bedauern. Ser oFt horten er uDd seine Lente in jener Knrumer mmoren nnd ein dem ganz gleiches Ge- lÄnne, welches daa liornmesBen verarHacIit. Als eine seiner in St. Georgen herangewachsenen Töchter (welche noch jezt lebt, und sich bei ihrem Schwager dem resign. Förster von Weiler Merklingen in Balingen nulbält), einst Abends etwas sp&t noch in der Käche beschäftigt, das Haus beschlossen und die Magd nicht aer im Stalle war, hörte sie die StalltQre nnf- und zu gehen, jemand die Treppen heraufkommen, und ein kleines Männchen von mittlerem AHer, in ein Leibchen von Bar- chent gekleidet, und mit I Müze von Ziz und mit blauem Band eingefaßt auf dem Kopfe, stellte sich auf die Schwelle der Küche- tilre, one ein Wort zu reden, sah nur das Mädchen an, welches ihn zuerat auch betrachtete, dann aber von Grauen ergriffen, zu schreien antieng, inid weil der Kerl den Ausgang aus der Küohe beeezt hielt, mit Hilfe ihrer Schwestern durch den sogenannten Biettaden in die Wonstube flüchtete. Merere Jare nach diesem Vorfalle, und als er von allen längst wieder vergessen und vom I'farrer als bloße Sinnentjlu- schnng vorgestellt worden war, gieng die nemliche Tochter, wie sie schon oft getan, nach beendigtem Ilausgeschüften auf den obern Boden, und in eine Kammer neben der mergenannten Frucht- kammer, um ihre Bluuienstöke ku begießen, welche auf einem Stok- liretle stunden. Indem sie zum Laden hinausgebogen damit be- schäftigt war, sah sie mit eiuem Male und deutlich, weil es noch helle nnd vor dem Vespergeläute war, den nemlichen kleinen Mann im neuiticheo An/uge aus dem Laden der Fruchtkammer heraus und nach ihr herüber schauen. Sie fand an dieser Galanterie des Bonat nie mer sichtbar gewordenen Kornkamme rbewuners so weniges Gehagen, daß sie mit jugendlicher Fertigkeit plözlich davon und die Treppen schreiend hinabsprang, als ob der Kerl ihr auf den Fersen folgte, auch nie wieder in der Abenddämmerung ihre Dlumenstöke besuchte. Mündlich. 181U aufgez. 12 Die BoltBame Scfaweinherde Ungefär im August 1800 füren der jezige Flr. Regierungs- Rftt bei der Stadt- Direction in Stuttgart Graf v. S., und ein auf dem Gymnasium studierender Jüngling von Efslingen mit einem Ilauderer nach Stuttgart zurüke. Bei dem lezten Hause zu Berg hatte der leztere gebalten, um das Chausscegeld zu bezalen. Als er eine kleine Streke vom Dorfe auf der nach der Residenz fliren- den Hauptstraße schon wieder plözlich stille hielt, wunderten sich die beiden jQnglinge, welche im Gespräche miteinander nichts be- merkt hatten. Auf ihre Frage, warum er stillhalte? Ob etwas gebrochen wäre? und ihre Aeußemng, er sollte doch faren! sagte er leise; n^t'i'l' still; da läßt sich nicht roden I Ich wei5 schon, I I 176 was daa iat; und zeigte dnbei mit der Hand auf die Straße, veranlaßt« die uiHuteren Jünglinge, den einen auf der linken, den V. Sax auf der rechten Seite aua der Chaiao hinaus auf die Straße zu sehen. Beide bemerkten eiue Herde halbgewacliRener Schweine. gedrängt im gewönliohem Schweinstrabe an ihnen vorbei gehend- Diese Tiere füllten nicht nur die breite Straße ku beiden Seit«n der Chaise, sondern liefen selbst unter dieser und den Pferden, welche die Köpfe schattelten und schnarchten zwischen den Füßen hindurch. Der Zug bestund wenigstens aus etlichen Handerten, denn er dauerte merere Minuten, in der Richtung von Stuttgart nach Berg hin. Die Schweine waren von gleicher Grüße, dunkler Farbe, und wenige, die einzeln nacheilten, Bchloasen deu Zug. Die beiden Jtinglingo sahen ihm furchtlos und mit Vergnügen zu, und konnten geaau sehen, weil es im Anfang einer Sommernacht, noch vor 10 Uhr, und die Scene durch Mondschein beleuchtet war. Nachher erst fiel ee ihnen auf, daß keines dieser Schweinclien ge- grunzt, und keiner von ihnen sie laufen gehört hätte; — und daß weder ein Mensch noch ein Hund der Herde folgten. Anf ihre Nachfrage erfuren sie, daß die nemliclie Erscheinung anf gleiche Weise, wiewol selten, schon früher sich ereignet habC) und auek ihrem Hauderer schon bekannt war. Aus der ErzäJuag des Hm. Grafen v. S. aufgezeichnet I. September 1819. 13 Gespenstische Furwerk 1S2I erkrankte der älteste Son Job. Geo. des resignierten Bürgermeisters Andreas Blöchle zu Fluorn (bei Oberndorf a, N.) an einer Kolik. Umsonst war die Hilfe meror Äerzte. Den 5. Juh ritt Ltndenwirt Blöchle nach Sulz, um noch einmal Hilfe zu suchen. Mit Sensucht wartoten dieiAeltern und selbst der 20 Jare alte kranke Jüngling, der länger zu leben wünschte, auf . seine Rükkand, die Abends '/slO t^br erfolgte. '/« Stunde vor,] derselben, um Uhr, als es schon tiefe Dämmerung und im Dorft Alles stille war, hörte der Kranke und mere bei ihm in der Kammer anwesende Personen deutlich und rasch ein Gefürt vor- fareo. Sie eilten in der festen Meinung, der Vetter sey mit einem Arzte angekommen, aua der Kammer und mit Laternen hinab vor's Haus. Allein, als sie hinabkamen, war nirgend ein GefUrt oder Mensch, Alles stille, und Morgens 3 Ur starb der Krank«| dessen unheilbare Schmerzen erst mit dem Tode endeten. Mündlich. 14 Das seltsame Kegelspicl Ab der gewesene S chultheißen- Amts verwese r Lehmann ja Hohenmessingen noch als lediger Bursche liei seinen Aeltern auf dem Wallenbrunner Hofe war, gieng er öfters an Sonn- und Feier- 1 rten ^^ I 177 toften nach ileni Krühcnliade bei Älpirspscb uad nach ScheDcken- zell, wo gekegelt wnrde. Ein Kerl aiie der IteinhnrdBnue gewann jtHjenna) den übrigen Burscheo, ftuch sotchen, die socat ani besten warfen. Alles ab. Als einst der junge Lehmann verdrüßlich hier- über heimgekommen war. und sein Vater auf das Fragen nach der Ursache _ seines Mißmutes, dieselbe vernommen batt«, riet er eine bei Sonnenuntergang von einem Wagen genommene Sperrkette unbeschrien in die K^elban gerade vor den Ort hin zu vergraben, anf welchen die Kege! zu stehen kamen. Der Rat wurde befolgt, lief bisher glükliche Spieler verlor alle sein Geld wieder, weil die von ihm geac:hobeue Kugel jedesmal, wenn sie an die St«llc kam, wo die Kette ruhte, einen Saz über die Kegel liinauß machte, und nicht einen mer filllte und — er kam nicht wieder. MOndlich. Vgl. aus Schwaben I 115 ff. 15 Das verdächtige Trau bengeschenk. Als der den 14. Juni 1745 in Obersteofetd gebome jeit in seinem 77. Jare noch lebende Gr. Pfarrer M. Job, Theod. Dom- fetd in Neckar wei hingen, ein Mann, der wenig auf Erscheinungen und dergleichen hält, einst einen Besnch in seinem Geburtsorte machte, wo sein Vater von 1729 bis 1755 Pfarrer gewesen war, und bei Nacht beimkerte, kamen auf seinem Wege 2 Weibsper- sonen zu ihm. Als sie eine Zeit lang mit ihm gelaufen waren, und der Weg an Weinbergen vorbeiffirte, sagte die eine der- selben: Sie müsse ihm doch auoh Trauben geben, gieng in den Weinberg hinein und brachte ihm ein BQachelgeo. Gleich darauf versohwandou beide Weiber aus seinen Angen, und er hört« hoch über sich ein abscheuliches Kaz engeschrei. So erzälte er's aach Hm. Barth, der 1921/22 bei ihm Vicar gewesen. Er warf nun die Trauben sogleich hinweg. lü Der gefundene und-wieder begrabene Schaz Ein wolhabender und im Kufe der Frömmigkeit stehender Mann im Ffarrdoi-fe Schlaitdoif, Tübinger Oberamta, hatte ein braves und noch neuerbautea Haus. Damit einst 2 seiner Kinder ihre ilauBhaltung ganz bequem darinn füren könnten, hescbloss er 1816 auch noch einen 2. Keller in demselben erbauen zu lassen. Kaum war die Arbeit der Ausgi'abung desselben auf etliche Fuß in die Tiefe vorgerückt, so entdekten die Söne und Töchter des Hansbesizera, durch die sie verrichtet wurde, ein Gewölbe und an demselben eine Türe, und als sie leztere erbrochen hatten ein Kflstuheu, in welchem sie alte Scbriflen und Kostbarkeiten vor- fanden. Bei dem weiteren Graben kamen sie auf die Türe eines 2, Gewölbes. Anstatt aber auch dieses zn öffnen, ließ der Mann das Kisteben mit seinem merkwürdigen Inhalt wieder in das erste Gewölbe bringen, solches wieder anschlit-ßen, und die gegrabene Uefcung wieder zuwerfen. Was ihn zu dem Allem Temiochte war Folgendes. ' BfrllBsu. Alcnwnui* IV i j2 17S au Beine vorige btelle zu Kellers gAnz aufsugeben, liehen Besuche dardnrch e wurde go wenig erfüllt, Schaz vergraben hatte, In der I. Nacht nach dem Allen erlVeulichen und anerwartoleit Funde erBcIiien ihm ein Mann in weißer Gestalt und Eleidung. Diese Erscheinung wurde vun da an oft wiederholt, und ob sie schon nicht schrekend aussah und ihui Tceiii Leid zufügte, «ondein blos Kiiweilen an seinem Kopfkilssen oder der Beltdeki jagte sie ihm doch eine Angst ein, die noch grtißer als die Freut über den gefundenen Schaz war und ihn bewog, denselben se/en, auch die Erbauung eines n der Hoffiiung, der ungebetenen iiScht^ ch KU entledigen. Allein diese Hoffnung daß vielmer derjenige, welcher dieaec und entweder ein Mitglied der Familie der Rdelknecht von Seblaitdorf oder der Dürner v. Turnaw war, welche und zwar je;ie im 13. diese im 15. Jarbnndert ihreu Sis iu der Burg hatten, auf deren Ruinen nun das obgenannte Haus stund, seine Besuche nicht nur bei Kocht fortsezte, sondern sogar dem Besiner jenes ITauses nun auch zuweilen bei hellem Tage Be- suche gab. Kiunial sahen ihn sogar die llausgcDossen, als de am Tische alle zusammen das Früstük zu verzeren saßen. Er kam als ein Knabe iu weißer Kleidung in die Stube, lief am Ofen vorüber, wünschte ihnen einen guten Tag und eine gesegnete Mal- zeit, verschwand dann, und ein silberheller Stern achrekte nach seinem Verschwinden an den gettincliten Wänden des Ziiuraera vorüber. Um den Mann, den eine Abzerung — eine Folge fortdauen»« der Angst und schlafloser Nächte, zu tüten droht«, von den lästigen Erscheinungen :iu befreien, wnrde Maucherlei versucht. F.ia Baker Bihner von M. riet ihm, Hilfe bei dem unter dem Namen Stilling bekannten Ilru. Ilofrat Jung zu suchen, weil er voraussetzte, daß der Verfasser der Theorie der Geisterkunde über alle Geister ge- bieten könne, und für 1816 mit ihm nach Carlarube. Stilling. riet ihm, den Schaz zu heben, den Geistermanu aber Ober di» Absicht seiner Besuche und seinen Willen in Hinsicht des 8cbi , 8(1 ^^ 1 befragen, und v dorf zu kommen. Stillings Rat z genug; Stilling ka weit erfreulicl; 'Sprach im rfichsten Fröjar selbst nach Schlait" befolgen hatte der Bauer nicht mehr Mut nicht nach Schlaitdorf, weil er die für ihn iiäc nach der besHercn Welt machen durfte, und die den Bauern beängstigenden Erscheinungen hörten nach und nai^h auf, entweder weil sie dem Geistermaun als zwecklos selbst eutleideten, nder weil die veranstalteten gemeinschaftlichea Betstunden iu den christlichen Erbauungsat uuden der ganzen Um- gegend ihm, und eben damit auch dem beängstigten Baueru Ruhe bewirkten. Mandlich. I 17 Wan nls lU 1 fluchtet« jch sein Eisen gewicht, dfte Bei dem Braode i WeisgerhenueiBter Joh. Fried. Schmid t aber nacli)ier eich nicht mev vorfan Punsch teils gchläfrig teils animoser gemacht beisammen, als beiia ] Nahen der Mitternachtstnude die Türe des Zimmers sich leise ~ nete, und eine weibliche Gestalt iu der Kleidung einer alten Frau aus der Mitte des vorigen JarbunJerts, mit leichenblasseu An- gesichte, schüchtern zuei-st hei'eiuguckte, endlich anhürbar und schwankend herein schlich, und mit zitternd ausgereckten Uänden Kum Ofen sich nahte. Weg war mit einem Moment alle angenommene Furchtlosig- keit der Frauen ! Schlüfrigkeit und Frosinn waren dahin, und auch die minder furchtsamen ließen sich von dem Schrecken der andern hinreißen, so daß keine mer mit Besonnenheit handelte. Die Eine ließ vor Schrecken den Harn laufen, die Andere ßeng gans an- dächtig an das „Vor dem Teufel uns bewar etc." zu beten, ein« Dritle hielt ire Nachbarin unvermögend nur vom Sopha sich au erheben, so fest, daß auch dise nicht davon laufen konnte und laut aufschrie, und die Frau des Revierfürsters R. stürniLe in 's Net Zimmer, schlQpfte der Eigentümerin desselben in's Bett« und wickelte sioh, so ganz vor Furcht außer sich, in dasselbe, daß ea von iren Schuhen beschmuzte und von irera Harn benrassert, und sie von der Fr. B., nachdem sich die Spukgestolt indessen wieder entfernt hatte und IBrmend in Schuhen die 'l'reppen binabge- sprungen war, voll Zorn über die Verwüstung irea Wittwoulagers mit Zanken und Fluchen herausgejagt wurde. Die Mägde, welche auf den oben entstandenen Lürm herbei- eilten, versicherten iren Frauen mit Lachen, daß keine Uraoeha 181 des Schreck ena vorbanden und der entspraogene Spul die Fran Schmid eeye. Disee jtinge und schalkhafte Weibeben, welches BchoD bei der obgemeldt«» Einladung; nuf den Einfall geriet, den Andern eiaeu wol verdienten Streich £u spielen uiid die Starke ire» ÜDglaubena in liinBirht (1er Spak- und Poltergeister auf eine Probe ^u eezeu, hatte nur deswegen alle Teilnamo an der Punscbge- aellsrhaft abgelent, sich die nötigen Kleider aun der (iarderobe der Wittwe G. geborgt, ihr Gesiebt ganz weiß gepudert und ehe sie iren Freundinnen den losen Spuk zu spielen die Stiege binauf- gieiig, ire Schuhe um leise gehen zu künnen, ausgezogen. Hätte sich Frau Schraid nicht den Mägden zu erkennen ge- geben und hatten nicht dise es bezeugt, daß jene die ganze Ge- sellschaft zum Uesteii gehabt habe, au würden Alle ir lebenlang behauptet haben, daß inen die Frau ScbiiUn, eiualige liewonerin des Ilanses, leibhaftig erschienen sei. 21 Eine Geldvergrabung Der jezige Oberamtsbaumeister Jac. Friedr. Hajer zu Suis verlor in dem totalen Brande diser Stadt den 15. Juli 1794 dos von seinen Eltern erhaltene Haus im untern südwestl. Teile der Stadt, welches ein von nnhebanenen Steinen bis unter das Dach erbaut«s mer breites als langes Gebäude, mit dicken Mauern, ge- wölbtem Eingange, von hohem Alter und der Sage nach vor Zeiten ein kleines Kloster war. Im Stalle dises Gebäudes spnkti3 es von langen Zeit«u her, und wenn man keinen schwarzen Bock im Stelle hatte, wurde dos andere Vieh beunruhigt und öfters bei Nacht abgebunden. Die Leute waren dies schon gewont und achteten nicht mer vil darauf. Ale Majer am Schutte seiner Brandstätte aufräumte, um da§ Besublag von den verbrannten Kisten und Türen aufzusuchen, traf er mit dem Pickel in einen umgestürzten Kochtopf von gewönlicher Form, aber so gut gebrannt, daß er durch den Hieb in seinen Roden nicht zerbrach, sondern am Pickel hängen blieb und in die Höhe gezogen wurde. Unt«r demselben war eine kleine Summe Geldes aufgebeigt von etwa 30 K., aus 2 Basier Talern v. J. 1664, 2 Basier Dncaten, 1 weiteren Goldmünze, deren Gepräge aus lauter kleinen Kreuzchen bestund und f^r welche ihm Hr. Kaufmann Jacobi !) K. gab, und dem übrigen Teile nach aus Landmflozen bestand, welche zum Teile von den flbrigen zulaufenden Ijeut«n weggeripst wurden. Mündlich. ABirlinge Paul Wüst ein schwäbischer Jongleur (ioeulator) Zur Zeit des Grafen Eberhard ') im Barte (oder ,Bartman' wie er bei Seb. Frnnck beißt) und des Tübinger Humanisten Hein- 1} Graf Eberhard starb 1496, Bebel 1&16. I L ricli Beitel lebte in wirlomhergiBchcn Laiiilen ein tierümt^r, bei lind Niedrig beliebter PoBsenreißer und Tasche nspieler Namens Paul, den die Zeitgenoisen ob seiner groben Wit:te und derben Spaße den Beinamen Wüst gaben. Debel cneält uns in seinen Facetion (drei Bücher, 1512 4' Suhnrer in Straßburg erschienen) zwei Anccdoten von disem Wüi Discr Mann durch streifte Wirtetnberg die Kreuz und die Qi sich mittelst seiner Schnurren und Fassen sein Brot zu verdienen. Er tag dies fareude Leben der Stelle eines Hofnarren vor, die ihm in jener Zeit so gut wie dem Knnz von der Rosen bei Kaiser Max oder dem Conrad Pocher bei dem Pfalzgrafen am Rhein ein auskömmliches und bequemes Leben verschafTt hatte. Als ihm Graf Eberhanlf^Wirtembergs erster Ilorzog', dem Sob. Franck in seiner Germania (1538) einen eigenen, erenden Abschnitt widmet) eine Stelle unter seinem Hofgesinde anbot, lonte er dies Glück mit einem Seitenbieb auf des Grafen kinderlose Ehe nicht gerade fein und höfisch ab. Die zweite Anecdüte, wie Paul den wundergläuhigen Wirt iin' Remstal verhiint und betrogen hat. zeigt in irer Unflätigkeit, wiai grob die Spaße jener Zeit waren. Daß diser schwäbische ioculator, wie ihn Bebe) nennt, Verse machte und als Bänkelsänger sie vortrug, erfaren wir aus Seb«] Francks Sprichwörtern, der von ihm zwei Strofen antiirt, aus denen.) wir ein besseres und rumliohcres Bild gewinnen, und sehen, derbe Schidk auch recht ernsthal^ sein konnte, Uie Verse lauten also bei Seb. Franck, Sprichwörter 1541. I, 65^: „Not all ding schleußt, Not eisen reißt, Not machet donder vnd bb'zen, Not felsen spalt, Not seh w echt all gwalt, Not dringt engstlich zu schwizen. Not stiftet mord, Not bringt gät wort, Not brichet halß starcken willen Not gibt vil dieb, Not raubt mein lieb, Nut .not wer wil dich stillen ? singt Paulus wäat.'' Die beiden Schwanke aus der alten Vordrutschung der lat, Ausg. V. 1B44 (v, e. Ungen.) in der Ausguhe o. 0. 1568 in Scheilile's Kloster I 298 H 30. Nach Jak. Franck (Kdenkoben) ist M. Lindner der Uebersetzer, Nach Scbeible Jakob Heinrich- manu. Vergl. Zapfs Bebel 222 S. De Paulo Vuust, Lib. I Blatt Güy^. PanlusVuust i. impurus ex inconditis salibus et scrtmniatibiM cognominatUB, cum Eberbardus prinoeps noster barbatus rogaaset ibna^^l «set^H eam vt Eiius fainiliai'is esset: Reeponüit pater mens procfeiivtt e proprium latuum, tu si vIb vnuni habere facias tibijpsi aicut pater lueiifl feuit. Facetia Pauli Vuiest ti'aiiucta » Brsssicano *). Lih. 111 Ttlatt Xiij b<\. Si oui iiicogiiHuH sit Paulus Vuiest Sueuus loculator egregius, bne Baltem facetia euodem plane quotnsquiaque lector aguoacat. Conueuiebant quodani vespere tres socij gratift ludi, qui tunc in priiicipatii VulrteTibeiguiisi Tetitua fuerat, apud Tabernariura v»lliH Ramasianue ndmodum curioaum, cum quo papigerant, fores claudöret et obJucto vecte iiitrtimitteret neiutaem, oe in niedio ludu depr^beuBi mulctam inatitutam soluere cogereutur. quibus Tobernarius iJle quf stus et lucri ftuidus facile annuit, et eonditionem accepit. uumquo bi aliquandiu luaisBöut, venit Paulus ille Vuiest ex compositi, fores pulaabat, muaaisabant intus ludentea quorutn techna aderat, simulabaut Jui-taase aliquem adesse, cui hidus illoi-um suspectus esset, ob id Tabernario mandabant ne cuiquaiu ajieriret. Quo HUtetn tacitQmiores ee gerebant iutra edea, tanto ille foris ianuaro tumultuosiuB sonorinaquo pedibus et mauibua pnlsabat. Taudeni socioruin vnus, *vade inquit, bospes, et quid rerum no- uarnm tanien calleat, explornto, dum foribus adniodum ineultet.' 1 Hospes cui rerum nouanim eapertun darum Ubido inceseerat qu^- J situm ibut, cui vt respondebat Paulus, Oua ae parere poase, ocyun reni ad eocios, quos bospitabatur, perfert plurimumque rogat eum huminem intromitti siuerent causa hanc rem (actu mirificentisBimam videudi et experiundi. Bi vt res ex cümposito gerebatui-, ali- ijuantisper cunctabantnr ditficilb'mosque se simulabniit, quasi istius hominis aduentum grauareutur plurimum. Victi tandem assiduis Taberuarij suppücija et precibus siuebant pulsantem (ne tarnen ipaorura ludus prodoretur) intromitti. Uospes vt erat rerum no- uaruiu auidisüimus gestijt, exiluit, cucurrit, repagulum foribus de- tursit, aperuit, hominem hunc personatum humaniter excepit, bypo- cauato, quod atubam appellant barbari, induxit ac poue foruacem in teuebras mure glocitantis gailiuae collocavit hortabaturque eundem artia au^a, quam iactauerat, pericnhira faceret, adeo mor^ impatiens cxtiterat hospes. Jussa subit Paulus ille, qui duo ova ad viuam cutem pectoris sui tamdiu fouerat ac gestauerat, vt porcaluisseut, Cumque aliquaradiu consedisaet Panlua, hoBpit«m vocauit, vt ouum Bupposita manu blande exciperet, Accurrit bospes, ouum excipit, osteutat id lusoribua, iurat per deoa iramortalcs adhuc incalesccre, Hortatnr Paulura secundo ouum pariat. At ille subdolo renitebatur, bouaui, inquit, et minime vulgarem galüuam esse oportet, imae vno die bina oua parire *) soleat.' Non tameu deatitit hospes t precando. Moreni gcasit Paulus bospiti, Btatimque bospitem accer- 1) Johann Braagican (Kohl) aiiB Constanz war profeesor eloquentiae oder politiorum literarmu in Tübingen. 3) parira auch weiter unten statt parure. 184 Hiiil, Duum »euunilo part.u oxciperet. »ITuit hospta, niiunt «unipserftt ^ in manuB (juod jque au primiim aateBiAebitt, in inedium profert ac rei Diaguitudineni mii'ia laudibus oxtullil. RogauiMaaden) I'nulain pur omiics deos vt Tertio onuin poi'i&t, polliuens ninpliua bc nil ab eudoiu exactnrui». Respoiidernt Pnulus silti id faetu dilticJIJiroum fore. Timeo enini, inquit, ipsa ouorum Beminsria interne dixsolui et penituB deperire, unde noii iiumudicaiii iactnraoi sutneren), inde eniin mihi victus subduceretur.' Quatito plus Paulus rem p«rne^- imrat, fntito obnixiua boepes cundeni precabatur. 'I'audem I'auluH rein illam ee tertio tentaturum ait, quocumqae res caderet. Vbi vero teinpiiB faciendi oleti et aloum Bohiendi ndeattet, Hospes, in- quit, ociJRDime adsis, vitellum exdpias, quoniani ouum iltud poslrt tnuiu tualn caret- aditis, ne in pulueres vecidat ac nullius vsui ou»- ■ iiiat euraV Accurrebat bospee pIns aequo credulus, nedoin corioeu«,! aiuliftH nauufl aupponit. At ia nou ouum aed soluti alui purga^B nieuta in maaus buspitia prorueiasime cacauit, exclumaado 'Eben I ad mcam niaximani iactumm redegiati me, ouum aiuplius ouiluin ' porire dabitur, id est quod iuitio vorebai-.' Conipei'ta vero fen hospoe Pauhim msi pone collusorcs desiltiisaet, perauiiauique traxisBet, distriuto gladio adorliis fuisaet, Digua llyatoiia curioäo. Vude sibi cxemplum sumant qiii~l cunque rsrum Quuarum noiiitAt« nimia permouentur. FWeinkauff Wimpheling über die Siebenzal Jakob Wimpheling hatte gleich mit. dem Beginn des lü. Jar fauiiderta seine l'roreBBur ib Heidelberg aufgegeben uud sich naab Straßburg in das Wilbelms-Kloatei' zurückgei-.ogeu. Als er in eeinsr il Schrill Germanin (Straflburg 1501 4«) den Rhein als „Üeutachlands Strom, nicht Grunze" zu erweisen versuchte, erhüb sich der eben von seinen akadeuiiachen Reisen 1501 zu rückgekerte Barfuß eruionob Thomas Miirner — er rüwte sieb aelbst l'aria, Fieiburg, Köln, Roatuuk, Prag, Wien und Ki-akau gesehen zu haben — gegen dise Behauptung in einer Schrift Nova Germania. Diaer Widerlegui^ sezte Wimpheling eine Dcfensio Germnniae ') entgegen, eie-eracfaioB I 1502 i" iD Freihurg — auf dem Titelblatte figuriren Wimpbeling 1 und seine sieben Schüler Munier gegenüber. Mutner hatte sich (Iber dieSiebenzol der Zeugen, die in der Germania angefürt waren, | lustig gemacht mit Berufung auf das deutsche Sprichwort: Dann vner von siben sagt der lugt gem. Diß rusticannm proverbium : quisquis aeptem in ore habet fre- quenter mentitnr erklärt Wimpheling ^r eine wäre „Tenfelaer6ii- 1) Vgl. I^rbard, Wiederaufblühcu wisienaub. Bildung in laud. I, 468, Karl Schmidt in Heraogs R.-Knoyol. 18, 172 fg. Gesch. des Elasssoa 5, 637. 186 dnng" im Widerspruch stehend mit UDBenii heiligen Chriatnn- glauhoD (noatra religio qune falsa eaao non poteet). F.r i-uft dem Gegner wurnead ku: Ne viilgo crodas, dc Cer- bero aut, Plutoni astjentJas, diabolus inventor est buiuB proverbii. Gegenüber der simplicitas populj stehe die Tatsnohe, daß die Sieben- Kai bei Heiden wie Christen eine wichtige, Ueiüge und myatiscbe Zal sei. in der Siebenzal seien die ntiendlicb ?ilen Mysterien un- sers Glauljens bef»fit, velche der Clerus dem Volke vortrage. Diaen GlaulMn wolle der Tourel beim Volk untergraben. Und nun citirt Wimpbeling nicht blos Stellen aua Plal«, Ci- cero, Virgil (ter quaterque beatt id est Heptiesl Macrobius, Äpu- leius, AuluB Gellius, I.actantius , üregorius , Lyranua , nein er durchmustert die ganze Ilibel von e8clmittenen bewohnt. durch abgöttischen Dienst entheiliget, oder auch gar öd und uu- betreten, ohne Opfer und gotteadienstliobe Hebungen, leer, von Jedermann verschmähet wurde. UnglückseligeB Straßburg ! also hat Gott deine öffentlichen Unordnungen, deine Überhäuilen Sünden nach der schärfesten Gerechtigkeit gestraft. betrübte Zeiten 1 werden wir euch denn niemals vergessen können? Ach! wir können es nicht ohne Wehmut melden. Um das dreizehnte, vierzehnte Jahrhundert war die AusgelaBsenheit des Volkes und . . ■ och ! darf ich es sagen? nnd die Äergernisse der Priester auf das höchste gestiegen. Die alte Frömmigkeit und Redlichkeit war verbannt, Muthwille, Unmästgkeit, Unlauterkeit, verderbte alle Stände. Die Biscliöffe waren gewaffnet, zum Krieg bereit, die Geistlichen trag, nachläßig, das Volk aufrührisch, widerspenstig. Die Lehre der catholisclien Kirche war allezeit rein, aber die Sitten der Catholiscbea waren der heiligen Lehre zuwider. Man hörte von nichts als Em- pörungen der Unterthanen gegen ihre Herrschaften, von Zwang und Gewaltthätigkeit^D der Herrschaften, vom Mißbrauch der heiligsten Sachen, von Uebertretung der heiligsten Pflichten, von Öffentlichen Sünden der heiligsten Stande . . . Der AUerhöcbste ergrimmte nicht sogleich, seine Langmut trug Gedult; er ließ das Land und die Stadt warnen und zur Buße ermahnen. Er sandte einen der eiterigsten Männer, der wie ein Prophet das Volk enr Bekehrnng antreiben sollte: Johannes Geilerns, Priester nnd Prediger dieses Doms, bäte, ermahnte, drohete, donnerte dreißig ganzer Jahre auf diesem Lehrstuhle; Beinti Schriften sind vor uiiBsrn Augen, und man aiehet IRB aus denselheD, mit welcli großem Eifer er zur Vertil- gung der öfr reten {Btaa^H iedefci^H wannen den Schutz des Knlha, wiegelten das Volk auf, schläferten alles mit ihrem vertraulichen Glauben ein, weckten und hetzten AUea mit ihrer Liebe zur Freyheit auf. Acht Jahre lang kämpfte die catholische Kirche mit diesen Glnubensneuern. Gleichwie eine Mutter, der ein wütender Mörder ihre liebe Kinder aus dem Schouße reißen will, sich wehret, schreyet, streitet, ihr Kind hält und CS in ihre Arme Rchließet so lang eie immer kann a. s. w. Die göttliche Barmherzigkeit wollte endlich diesem Gottes- hause auch wiedevnm Heil und Gnade widerfahren lassen. Die Bischöfe, die Priester nnd Chorgeistlichen snßen schon über liuu' dert und zwanzig Jahre zu Molsheiiu, aus ihrer Kirche und Stadt vertrieben ; sie sahen von weitem und seufzeten über den betrübten Stand dieses Tempels, wie die Kinder Israel zu Kabylou über das Unglück SioDB weioten. Es schien keine Hoffnung, und die mensch- liche Weisheit glaubtf, dall unsre heilige Religion an dieses Gottes- haus keinen Anspruch, vielweniger einen Eingang mehr haben würde. Aber, christcatholische Kirche, sey getrost! der HErr ist deine Stütze und Errettung. Er hat den Geist des Perser-Künigs ('yrus nnfgewecket, seine Macht erweitert, seinen Thron befestiget, damit er den zerstörten Tempel wieder aufbaue; er bat Judara den Maccahäer gestärkt, seine Waffen gesegnet, seinen Namen fürchterlich gemacht, damit er den entheiligten Tempel wieder reinige und einweihe; diese nemlicbe Güte des AUerhiichaten wird dir, o heilige Religion ! durch ein Wunder seiner Vorsicht dieses Haus wieder zusteüpn . . . Wer wird sich hier nicht verwundern lind GOttes Loh anstimmen? Ein Kiinig aus Frankreich hat diesen ersten heiligen Ben der Religion gewidmet, ein König aus Frank- reich sollte denselben der Religion auch wieder zurück geben. LudovicuB der Große sollte seine viellnitige Siege auch durch diesen heiligen Eifer verherrlichen und verewigen. Als ein glorreicher ~ ' " 'als ein noch glorreioherer Be- Religion hatte er durch seine an Machten gedemüthiget ; seine ihm, weil der Sieg ihn aller Orten begleitete. behaupten, und die gerechtesten An- L ■ seines Reichs, aber s Schützer und Mehrer iler wa unüberwindlichen Waffen alle t Feinde zitterten Die Rechte sein. forderitngen seines Thrones xa suchen, war er zu Felde gezogen; alle feindlichen Heere flohen, alle Stiidte mußteu ihm ihre Thore eröffnen. Strasburg höret seine Ankunft, und ohngeachtet seiner festen Mauren, seiuea häufigen Krieges- und Mnndvorraths, ohnge- achtet der starken Mannschaft, der Tapferkeit aller Bürger, der Hülfe aller uncatholischen Fürsten und Länder: ungeachtet alles dessen, bietet man dem König ohne Zwang, ohne Widerstand, mit aller Demut die Stadt Schlüssel an. Alle bekennen sich als ge- trene Unterthanen Frankreichs. GOtt lenkte die Herzen der Bürger und des Haths, sich ohne Blutvergießen zn ergeben. Allein, GOtt erleuchtete noch viel kräftiger den König: er wollt« die Schlüssel • Slailt nicht annehmen, der Rath habe ihm denn zum vorans I J versprochen, die Hauptbirch?, diesen prächtigen Bau, der heili|_ Religion wieder einxu räumen. Uie Sudt mnfite dem UelierwiaA gehorchen: Lndovicua der Vierzehnte zog mit einem Tbeile eeinps ileereü id die Stndt den 24, Weinmoniit 1681. Der gotteelige Kdnig wollte ohne Aul'scliub dem Herrn der Heerschaaren in diesem hdligen Tempel Loli nnd Dank abstatten: er sprach zu seioeo Helden, wie ehemals Maccaliiius und Heine Brüder : Siehe, unsere Feinde eind besieget, laßt uns hinauf ziehen, und den heiligen Ort reinigen und erneuern; und das ileer versammelte sich und bestieg den Berg Siou. jtelleii sich Euer Liebe und Andacht die Freude und den Eifer der ho lang seufzenden Catholi sehen vor! Hie An- stalten wurden in aller Eile gemacht. Der Kdnig kam, und wurde an dem F.ingange des Dorns als der Beschützer der heiligen Reli- gion von dem Durchlcuchtigsteu Fflrslen und Bischöfen Franz Kgon von Fürstenberg empfiingeit; Seine Königliche Majestät giengen nnter dem Jubelgeschrey der Cntholischen, unter dem l'aucken- und Trompetenschall in den Tempel hinein. Es waren mit einer (rülichen Behendigkeit an verschiedenen Orten des Doms Altäre fQr die Not aufgeschlagen, die Prieater waren in großer Zahl herbey ge- laufen; und narbdem die Kirche von dem Bischof durch das Gebet wieder eingesegnet, so wurde das Opfer der heiligen Messe gleich wieder zum ersten miile gehalten. Per Kiinig wohnte demselben hey, und goß sein Herz mit inbrünstiger Ändaclit ans; er fühlte das Vergnügen eines christlicheii Helden, dessen Waffen durch die Verthcidigung des göttlichen Namens und durch den Schutz seiner heiligen Kirche mehr verherrlicht werden, als durch Eroberung der Städte und Länder. Er gewann zu diesem heiligen Tempel ,^^ eine große Liebe, bewies auch solche durch uiiBählige Gutthat«a — 1^ und insonderheit durch die unschätzbaren silbernen Gefäße Kirchengerf4t, durch die güldenen künstlich'gewürkten und Leviten -Kleid er, womit seine künigliebe I'Veygobigkeit diese Kirche heachenkte. Seine Durclileucbt der Biscliof hörte denselben Tag gleichsam nicht auf zu weinen; man hörte ihn üilerB unter häufigen Freudenzfthren dieWorte Simeons seufzen: Nun, o HErr! laß deinen Diener im Frieden das Zeitliche verlassen, denn meine Augen ha))en nun gesehen, was ich einzig und allein verlangt habe, neralich das Heil, so diesem Hause und meinem Volke geschehe« ist. Man sah allerseits nit^hts als Andacht und Frolocken, und e« wurde verordnet, daß jährlich an dem nendichen Tage die Priester- Rchaft in dem ganzen Bisch thum das Gediichtniß des wieder erober- ten Doms mit Gebet und heiligen (tpforn ttndächtigst begehen sollen . . . Also, Allerliebste! sehet Ihr, wie GOttes beBond«M_j Güte und Barmherzigkeit dieses Haus nicht in seinem gerecht^ Zorn verstoßen, sondern nach langcrTrübsai in Gnaden wieder Olli genommen und wiederum gereinigel, geheiliget habe . . . Dun eine außerordentliche Liebe des Allerböcbsten ist diesem f wieder Heil widerfahren . . . Salus domui huic facta est: 191 Welchen Dauk sollen wir gegen dem sllmiicTitigen gütigen GOtt, was für Ehrerbietigkeit gegen diesen heiligeu Ort, was für stand- hafte Liebe 7M unsror »Hein Beligmach enden Religion füblen! . . . wertheste ZiiliÖrer ! wer Imtte jemals vermiitheD Hollen, daß die beilige Religion, die schon über hundert Jahre vertrieben war, in einer Stadt welche gänzlich abgefallen, in einer Kirche welche schon so lang von unsern wirdigeii Brüdern in Besitz genommen - war, ohne Widerspruch, ohne Widerstand, ohne Gewalt wiederum eingefahrt werden; daß auf den abgebrochenen Altären das un- blutige Opfer, und auf diesem Stuhle die Lehre der Wahrheit ab- geliandelt werden sollte? Es int der Fiuger GOttes! ein Wunder seiner Güte, seiner Barrah erzigkoit. Wer rufet nicht, wie die Israeliten, da nie unter Esdras den Grund des zweyten Tempels nnsahea: Lobet und singet dem HErrn, denn er ist gut und seine Barmherzigkeit ist unanfhörlich, ewig . . , ABirlinger Strassburg und die Ulmer Studenten Ich habe Alemannia IT 61 Anmerkung kurz mitgeteilt, , daß die Theologie-Stoilieronden von Ulm in Straßhurg begegnen, wärend die oberclsüßischea Studenten der Stipendien w^en Tübingen wülteD. Von einem gewißen Sitzlin'), einem Ulmer, gibt es ein hand- schriftliches Memorial, worinn ich einen Beweis für meine Bemer- kung fand. Ob es derselbe Sitzlin ist, dem wir den ebenfalls aus Ulm stammenden .Discurs, so zwischen Herrn Superintendenten Dr. Theodorico deßgleichen M. Episcopo und lleinrioh Sitzlino kurz vor seinem H. Sitzlin seligen AbleJhen vergangen" verdanken, (Anfang 17. Jhd.) weiß ich nicht Genug er war Ulmer und studierte in Straßburg. Ich »eze seine eigenen Worte her, ,,A. 1599 hin ich gen Straßburg gezogen — s-on Fleymet aus mit dem jungen Daniel BoHserern patricio. A. 1602 den 2, Jnli bin ich den Schulmeisters Dienst zue Reichenweil*) in Obei'- elsaß Würtemb. Herschaft angetretten, viel vnd schwüre Krank- heiten ausgestanden." „Den 24. Juli 1611 haben wir deuEdelsäß gesegnet vnd aIhtTO gen Ulm den 2. August! kommen." Einen zwt'iten Beleg liefert mir das Tagebuch des Dimers Joachim Bischoff aus dem Anfange des 17. Jbds. das ich band- L 1} A. 1611 den 3. Januar ist Nicolaus Sitzlin mein fast 70jähriger Vulter selig entschlafen, di'ssen wir den IG. hernach trunrige Botschaft empfangen. U) Die »trBHiiburgiacheii recht«- und linkirheiniaohe Ortanamen liebenweiar fürweiler: Elgemweier. Zunsweier, Kelchenweier, Obar- waiar, Bebenweier, Rumacbweier, Waiteraweier u. ■- w. Üia urkundl. Formen bieten alle ~ wilre. V|;l. w. alem. Sprache S. 9Q ff. Bader u. Mone haben es schon vi erklärt. 199 Bchriftlicti lieaize. Rr zält seine Brüder und Schwuslern auf; da nennt it einen „Ludovicus nach dem Ik-iTn Doctor LudovicuR ge- nannt." „A. 1590 den 2. Anguati ist er von meinem Herrn Vatter Nacb Tüllingen gesandt und daaelbat deponirt worden. Hemacli den 26. AuguBt nacli Straßburg gebogen, daselbst ex&minirt vnd in die oberBte Claß proiiiovirt worden. A. 15S13 bat Strftßburg bey der UniverHitiiut inagistrirt, Beines Alters im 2f A. 15!)6 Adi 27. October ist er von den KhrwQrdigen vod faocl gelübrten Johanne Wesseubeccio SS. Tbeol. Doctore vnd 8aper- endendenten Blhie zu lüm im Münster ordinirt worden. -• A, 15S7 uff 20 Jenner bat er dnrch die Ehrwürdigen vnd hocbgeUhrten Herrn Doctcretn Johann: Papum vnd Herrn Doctorem Phtlippura Marbnchinm, beede ProreBBoren daselbsten vmb des Kbmvesten vnd furneniben Herrn Marzotpb Roß, Burger vnd llandetBmann zu Straßburg Elim Tochter Nambene Martha Boß in hat werben vnd anhalten lassen, derer Er auch iBt gewehrt worden. Darüber ist der hoebzeitlicb Ebrntag der 21. Febrer angeateJt vnd durcli den tChrwirdigen Herrn M. Bart hol omaeus NasBero, Pfarrern EU St. Thomae daselbst copuÜrt vnd eingesegnet worden. Drey Malzeiten sein auf der Ammeister-Stuben vnd der Tanz zum Spiegel') gs- nandt gehalten worden, den !l. Martü nach Ulm nnknmben u Den 21. Dez. 1599 wiilte ihn der Rat zum Prediger am 3 1 Ulm ABirlinger Zur altelsässischen besonders strassburgischen Pflanzenkunde Die Straßburger Rettiche sind in ganz Deutschland be- J kann t gewesen. Heinrieb Hessens Gartenlnst^) eiwünt: Der Win( Rettiche giebet es unterscbidliche Arien als die großen weißes' nnd Hcbwarzcn Straßburger; die großen Erfurter i S. 197. Nur die runden und Sand-Rettiche seien zarter ala die Straßburger. S. 108. Ira lezten Viertel des BracbmomitB, schreibt H. Iles^o vor, soll der Gürtner Betligsnameu säen oder pflanzen, so uian im Winter gebrauchen kann, als da sind dit> schwarzen und weißen .St raßb urger W inter-Be ttige" S. 345. H. Bock oder Tragus (Ausgabe: Straßburg durch Josiam Kibet] 1560 2) berichtet Bl. 273'': Rhetich: Theophraatus sagt von i" geschlecbten ; inn iinserm leutschen land wachsen auch drei ge-J 1] Trinkstube der Krämer 1377, Zu dem grossen Spiegel 14U-J 1163, Dia Slrassb. Gassen- und HHusorusmen S. 148. Alem. I 163 Sfift, 3 2) Beiorich Hessenn Churfüratl. Mayntxischen Oarlbla 199. } Lieblingsspeise der Elsäßer. Tragus 27IH*: kein angenemer Wurzel im ganzen Elsaß weder (als) Knoblauch, Zwihel, Retich und Ruoben, daraus sich vil erziehen. „Der Knoblauff sei i, E. gemeinlich die erste und lezte dracht bei deni gemeinen arbeitseligen Volk in Dürfern.* EbL-iida. In Laurentius Fries Spiegel der Artzney 154ti Bl. 36i) wfinscht der Verf. daß dem Elsäßer Knoblauch, dem AUgäuer Habermus, sowie dem Schweizer Milch gegeben werde, das sei am xuträg- lic baten. Vom Straßburger Salat herichtet Hesse mer. 8. 160 fürt er neben dorn gelben und grünen Prabl-SaUt, dem braunen und und grünen ungarischen, dem großen liolliindischen Kopf-Salat, Sonaten Donnenbinder genannt, den Straßburger grünen tauer- haflen Kopfsalat auf; der Straßburger grüne mit roten Platten mÖAse gegen Johannis gesäet werden. S. 110. „Man hat auch kraussen Winter-Endivien, welcher zu Frankfurt a. M. Straß- burg und den uinbligeiiden Oertern gar gemein ist und gebrauchet tllrlliiKer, Alemsuul> IV ■! 13 194 wird." 8. 163. TraguB 99-': Im Elsaß liudt man von jm aelfa* bei den Weingaiten gewaclisen ao Rechen und Mauren F.ndii Von den Pomerauzen meint Ueinr. Bock 38«''; da^ou mag man junge Düumlin aufpflanzen, tiln etlich Üurger xu Mets und zu ätraßburg in den Gitrteu, mer lufta liaiin iiotdurfts halben aufüielen. Von den Kamillen : itit nunmer zu Zweieiibriicken, Hornbacb, anch zu Weissenbu rg, und wn ichs bing[»cbickt hnb, geniein wurden. Und faab diß Kraut erslnials von einen» gnt«n Herrn, der es von Metz bracht mit Danksagung empfaDgi daitelbot „dJf^ kraut umb seines lieblidien Geruchs willen in gärti zielen." 53^ Disea Thymus oder welscher (juendi ' auß vil im Bitscbor Gewilld, ein aandeeht drucken erJtrkAl und insonderheit k wischen Igelahart vnd NIderbronu; item vor dem Gewäld zwischen Niederbronn und Merawiler, auf dürrem Sandt. 16". „Die groß sam Dchsenzung wachset in etlichen lendern naf den besten ackern, als in Lothringen bei Dusa, St. NicoUnspfoxt und umb Nancea, in derselben Revier und Ait bab ich t>ie funden.'' Sli*^, „Das ander groß geschlecbt der wolfsworcz zielen die z Straßburg in den gärten l'Qr ein Instkraut, aol erstmals alt Leon in Frauckreich kommen sein. 91''. „Das A e n i s man vil jetz und auf dem Rheinstrom zielet insonderheit in Speiriaohen und S t raßburgiachen Aeck darauß etlich zum i'heil jr N»rung suchen." 167''. Die groß« Heidelbeer waohsen nicht in allen Widdern, sonder in gi'oßer Wil^j nuß, in feuchten finstern Ditlunt, in nassen nnd üumpfichten Bi gründen ah ' im Waßgau in der Grafschaft Bitscb u. i 350*. „Der Buxbaum wachst im Waßgau, im hoben GewSldOü' unfern von Kaiserslautern." 393*. Kastaniennüße „werden mit großen heuffen auß dem Elsaß in Türingen und Niilerland gor füret; wachsen fast gern umb Weissenburg, da findt man eigens Kastanie nwälde, als umb das Dorf Dürrenbach, desgleichen im Ober- elsaß." 403''. „Das Geschlecht der wilden Lindenbäume llndt man inflnstern hohen Wäldern, wachsen im Waßgau." 408*. .Im Waß- gau findt mau große Wüld der Haselnuß." 403^ Vom Mafir holder: in etlichen linstern Wäldern im Wnßguu und in dar Grafschaft Bitsch tiudt man disen Baum so groß, das daraal aehüne Qebäuw mögen gemacht werden. 412a. Ich werde diß Thema gelegentlich weiterfären. leger hat in A. Stöbira Alsati« 18ß8 S. 227 ein ronymus Bock (gen. Tragus! der Reformator der der ersten Hälfte des l(i. Jhds," veröflenllicht, früher Veranlaßnng zu ineinoin Beitrage gab, Dr. fr. Kincfar 1 CD Aufsaz „Hi^ ] PSaneenkunde i der mir schoa J Alliilinger i 2ur WortfoESühung VI Krtätmuie In Scbr^ilers Urkuudeubuclie der Stadt Freibiu'^ II, S. 30$ tiegiiiiil eine »Itt; Aiit'Keiclniuiig der Waifen luid des Unusgm-ütoB Huf der ehemaligen Burg ßadeuweiler folgtndcrmnßeD : „Anno Domiid MCCCC" XXU° uff uytwocben vor dem Pulm- tüg du wart der hüsrnt vfl' der veeti Badenwilr geantwiiiUet vnd veiachriben geben Haiiguu (>ler aU eiaem fchrilier: Item tlea ersten iu der krutnow 3 betlEiecben. 3 pfulben (Piüle) iiiit Kiechsa, und IS kjtss; mit ziechen, und 3 slrüaeck, und 2 rtJt st'rgeii, dfl ist eine serg (Decke) mit grünen streifl'en. Item iu min« lierrao kttmmei' 3 bett, dd h&nt zwni bett ziecfaen" u. s. w. Unter den biet* vovk am ui enden Ausdrücken interessiert bo- sondera krutnow, und der Leser wird frugeu, was damit gemeint sei. In den gangbaren Würtarbücbern habe ich das Woi't bis jest niuht entdecken können; eine uuf diese Stelle Bezug uemenile Hr- klürung schniut also noch nicht verancbt würden zu seLu. Nur so vil ergibt sich »ua dem Znsammenbiknge in dem es slet, daß hier ein besonderes Gebäude oder ein Zimmer der ßui'g darunter zu verstehen ist. Denn das daselbst beltndliche Mobiliar ist nach den verscbidenen itäunien geordnet und aufgriiült, die die Bui'g uml'aßt, und hieinikuli muß aucb die krutnowe ein gewisser Üeatuudteil dei- Veste gewesen sein so gut wie die darauf genannten Bäumlich- keiteo: „des herren kammer, das stüblin in mins lierreu kanimer, die kappelle, des kellerte) kammer, des schribers kammer, die reiß- kuntmer, die helle, die spifiekammer mit dem »ptsegad^n, die ritter* kammer, die küohy, die ritterstube, der wacbter ergker, der kellerin kammer, das koi-nhüs, die armbrustkammer, der keller." Ana den in dieser krutnuw vurgefundeneu GegenatitndpD laßt sich offenbar kein Schluß ziehen, weder auf die urapriingliube liestinimung der- selben noch auf die eigentliche Bedeutung ires Namens. Allenrnlls vermuten lässt »ich, daß es einst eine Lokalität war, wo dait krut genuwen oder genouwen wart; vergl. (iriiä'ü Diut. II 271, Pfeiffers Zwei Arzneibücher S. 75 (183) und besonders Lexers Uandwörterb. II, 95, wo sich Stellen finden, ans denen bervorget, daß n&weo, zumaV krut nüweu ein gelüafiger Ausdruck der alteu Apotheker und Aernte in Suddeutsoblsnd war. Gct mau nun davon aus. daß näwen (oder nouwen, später newen) so viel wie tundere, stoßen, stampfen, miden, pulverisieren bedeutete, so wird man bei krutnowe leunächst ou eine Art Krautstample denken dürfen; vergl. „krautstein" und „krautstoeDel" im Dentacben Wörterbucho V (Hildebrand). Krut beseichnete nun aber schon im 1 4. Jarhundert, wie aus Laurent Aachener ZuHtäudi ersichtlich ist, auch das Schießpulvor. Die krütuowe ka etwks dem vervrandtei gewesen sein, das im 15. Jarkundeci i I I S. 440* ^M uji dafa«- ^M ndecibtf^H m 196 CriütianuB Wierati'aal 27S1 fdie kraftmoell" (PulvernJitle), b«i I.an- I rent 1. 1. :J79, 24 im 14. Jarhundei-t die krdt.knramer (Piilvei kammer) hieß. Onehiii befanden sich auf der Borg Biidenweitc laut des oben berürten VerzeichiiisscB S. 309 „ain klotEbüssal ( Kiigelbüchse) unil 10 mÜRchin (messingen) atabbiisaen, schieBsen ■ klBiny bIJjklötzl; (Bleikugeln). " Alleia dieer Vermutung stet die Warneninng entgegen, daß krutnowe oder krutenowe anderwiirU als BeKeichnung für eine Gegend vorkömmt und als solche gewiß ältev ist nb die KrÜDdang i dos Scbießpulvers. So keißt bekanntlich in Strnßburg ein Stadb-J teil aiif dem rauhten Ufer der 111 liie Krutennu, vcrhoalidontscht J die Krnuttenau; sie ist erwiLnt bei Twinger von Koenigshofen ] S. 33!1 ed. ISobilterr .Crutenowe die voretat bleip gerwe (ganz) umbehüt'' = 817, J8 ed. Hegel; und S. 359 ed. Schilter: „in krutenowe uud in andern vore teilen was nubtea grosse hüte = 852, 14 ed. Hegel. Veracbiden davoD scheint der in Pfeiffers a Habsbiirg-Oesterreichischem Urbarbmili genannte Ort, bo 7, 3 d» 4 wo vom officium EinBiobahein (Ensiaheim) die Rede ist: ^die darJ komen liute, die in dem dorfe ze Kempps und in der Krutnowe" geaefsen Bint" ; und 20, 8 unter der Rubrik officium iu Landeer : „diu herachaft hat oni:b die Krutnowe, die vörsle und alUa diu höker diu dn ligent zwischen Busil und Roggenhüsen. " Jedenüüls reichte diBex Name weit über das 13. Jarhundort zurück; doch bin ich weitere Belege zu bringen außer Stande, da mir Honen nnd Scböpflins und anderer Schrifteu nicht zur Hand aintl. Bei diaem krutnowe wage ich kaum mer an eine ZosammeuseEungf rait nonwen zu denken, sondern eher an ouwe = Niederung, vonWaaaer umflosaenea Land, wie bei den Namen Lutseln- owe Langenowe Menzeuowe Reitnowe Mortenowe l''eldenowe Wel- iiowe Witenowe, wie eulche aus der Nachbarschaft daa Pfeifierache ürharbuch auffiirt, vergl. auch noch Graff Sprachech. I, .'j04. ^o J disei' Fassung ist aber die Erklärung des ersten Teiles der Zo-l Eammensezung schwierig. Im ersten Bande unsrer Zeitachr. auf 4 S. 167 JBt der Name einmal für .GeröUau" erklärt und dabei wol Bedacht genommen auf krutt. grutt, grutee = Schutt, steinigtea Feld, ein bis jezt eigenfliob nur vermutetes Wort, vergl. Frommann Mund. II, 422 und Scbmeller-Früinmann I, 1388 s. v. krultig; — für den Elsaß und niimenflich für dessen ältere Zeit müßte das Vorkommen des Wortes erst nachgewiBen werden; — daa andere- ., mal ist abur auch wieder kröt oder kriutin('i') als möglich bin- gestellt. Ich vermag nicht zu entecheideii, oh man eigentlich zwei tei^ j Hohidene Wörter anzunemen habe, so daß das eine krüt-n dofl andere kruten-owe lautete, oder oh beide Formen Ursprung- 1 iich ein und dasaelbn bedeuteten. Die krftt-nowe kann ; wol iu niteater Zeit, d. h. ehe man noch Schießpulver bereiten lernte, eine andere, wenn auch verwandte Bestimmung gehabt haben, 197 etwa tlk, daß sie vorKugswoiso vuu Gawür/kriimerii oder Apotfaekorn gebrauclit wurde, vergl. den krütor und den kt'iuteler in Lesors UBDdwürterh. bo wie das krüthüs ebondaselbät. Jedonfallij ist das Wort von spracljlichem lateresae und wert, daß Forscher weitere Erkundigungen i'ilier dasselbe einzieltcn. Fedor Beuh Conrad Winziechers Gedicht de Castro Hochcn Zorn Des Rcntlinger Börgors Conrad Wiuzieoher Gedicht aol" die Kiirnnme der Burg I lohe n/.o! lern 1423 ward von Ch. F. vonStüliu im 1. Hotte dos Jargangs 1B51 der Württeiubergi sehen Jarbücher für vuterlündiselio Geschichte, Geographio, Statistik nnd Topo- graphie S. 1211—134 zum eratenraal herausgegeben uud im 3. Teil der Wiiteinbergiscben Geschichte S. 421—425 iui Zusammenhang nüt der /eitgeBchicbte erläutert. Seiner Bearbeitung lagen folgende llandsdirirteii an Grunde: 1) 3 ^ Stuttgai'ter Codex theol. et philoB. fol. nr. Iil7 Bl. 191'— li>2', im Jar 1424 von Berthoidus Ilöltschäfft cappellatius sancti Blaaii in Tüwiugen geschrieben. 2) C== Carlsruher Cudex uns Nuinme;', aus ät. ßlnaieu im Schwamwalde, itl. 84'— e?'', um 1439 zuBammengestellteB Notizbuch desDiaconug Ilainrich Ottner. Vgl. R J. Mone, Quellensammlung der Badiechen Landesgf schichte I 174. Da dem seligen Stalin nur eine sehr mangelhafte und ungenaue .\bschrift des nicht von ihm selbst einge- seheneu Cfti'lsruber Codex vorlag, so gebe ich im Nachstehouden den Wortlaut des Gedichts nach diser Handschrift diplomatisch getreu ivieder. Abgesehen von der ÄuUösnng der nalreichen Ab- kürzungen habe ich nur Unterscheidnngüizeichen und große Änfangs- buchBlaben für die Eigennamen einzusezen mir erlaubt, die uötigen Erläuterungen aber unter den Text vorwiesen. De Castro Hocheu Zorn '). Cornea Fridricus") Öltinger*) de Zor qaoque djctus Tyratmua totus in Alimania beue notus De Hotenburg cepit triginta sex et omues decepit Ue Rf)twila onto istos earcernuit in cnstro _ 5 In ilia die feria ante Letare, F.t scripaeruot eiuitates et pecyeruni, Vt illuH diraitteret iusticio et obedirel Et daret inducias, seruaret regulas iustas L hochä II I) Zorn ■i) F'riedrioh VII, i 30. September U43 Im gelübten Linde 3) Weit er an dem Hufe seines Vettere, des Grafen von ÖtUiigeDt | erzogen war. vergl. v. Stillfried und Märcker, Hohen zu Ueriscbe Fotv \ Bohungen 1 231 **). IHR Kt Bi se iiivenii-et, iit iuBticiam pro se haberet, 10 Tunc representsrentur iiel pro eis floreDJ dar«ntur. Koniaoo iinperio uoluit reepandere de facto. Hoc fecit Nupfirbia, quoniam gsHtit in meiite suil, Noliiit dimittere, voluit red numroos hfibere. Uue oontcmpseruDt ciuitat«a et iiijjcrunt IT) Cunailium mngnum et sie conneneruat in vnuin, Et Dollent iiiiumtn vIteriuB pareerc ') istam Kt noilent vtuere jpro eo uel castrun) Incrsri Anno M^CCCC diiodecimo que secundo") In die sani-te Nicomedis") et sancti Marcelli *) 20 VliupDses ciues Will Hottwill AugustenseB Boppfiager Gieuger Alon nee non Dinckelspüliel Meniuinger B&ehbornncr Kcmpter Ysin et Rauenspiirger Koffbtiren Geraünder Lükilchtr rfullendarffer nndlingei' Wisenhornner Bibrach*) 25 Ad cnnipos traxcruiit et Hohenzorn obsederant EI)doni)tdnH quinque et «ine omne lesione Domua feceriiiit in quibiia nichi! carnerunt, Ceperuiit leporca cernoa areoa et perdicee, Alea luaerant et gaudea omnia qucmot, 30 Dum ludant domini, disponnnt prandia serui, I'Vegorutjt hauatas et pulchraa fecerunt choreas, Vdunis liido ") luaerunt Stetten in clauati-o, || Bt.e.'j'' Tempore elupao congregavit se niultitndo, Tiinc conaeuerunt, coneiliiiai et inijemnt, 30 Vt non recederönt tnm diu et ibi nianerent, Donec Incroretur Hohenzor et devnatareliir Et cnperent coiniteni et siiain piilchram malierem. Machina ex pixidi fregerunt omnia queqne, Destruxerunt domoB marnm et galinum retro fumuin. 40 Sed jiropter famnloa pleiii iatruciiiio fatsos NoD laborauerunt, qui non conaeusuin dederuiit, Vt cnperent coniitem, uellnm et castruni Iiaberent, I''t predictorum representarentur in manua ipBornm ' Et facerent bona propter boni coraitiB dona. 45 Fslaitate nimia scandere nesciernut excetas, Sic anno iat« montem ncqaeunt cogere pf-imo. 1] Stalin bcßert perrerre; einem Latiuietcn wie Wiiiziecber dürftaj selbst ein patere zuzutrauen sein, 2) = U23. S) 1. Juni. 4) = Marcellini, 2. Juni. 5) Die ätuttgarler Hb. fügt hin civitales mague parveque imperiales. ü) Uoher das Schuheborgeu, Scbubscboppen vgl. Sclinieller, Bayer-, Wörterbuch UI 340. Birlinger, Vollulurolicbcs aus Schwaben 11 483. et Rotenbiirger Sio i lofl t promisit, I bene egit. I tenipua fuit oliBciii'ain, In feBto ssnutorum oinnimn ') atqne aiiiniarum '-) Endlin Snoiiczei'lin Inile rocesBonint et sox c«ntum relinquemnt, Vt piecanerentur necessarin ne adducei-entur, 50 Donec pi'e fi'igore ad castruni pOBsint reiltre. OoRies FridrioDs doinious de Zor sepe dictiu De ciiHtro recessit, dilectam Becum recepit Et aliOB famuloa in5rmoa et sibi cnroB, Qui aibi aeruierunt et nialta secam tulerunt, 55 Coumisit alija cuRti'nm I Et sie recesait, cnni nio Et vellet redive ab eis Sic pri'misaum fregit in Ante stelle leatuni '), ui 60 C'omitis umasia de MeGBingen prins dicta ABi;endit castrum, paluerca et portauit aeeum Pixidis aromotM wlneratia et aic ernt capta || '■') Bl.Pß'post Mathie festam '^J reuenerunt predicte ad cattru: Machina et pixide sagitabant aicut et ante'), 65 Et famulos iatos pleiii latrocinio falaos Domi relinqnerunt et aiDe timore vixerant Tnin clipija scalia voneijs *) tactisque paliatis Aacenderaot in altum et sie vonerunt ad inunim. Kt tunc Schlechtinger et iiotilicaait "), 70 Misit ad comitem, ul eis miterat opem. Neil posanpi pieeise, aquila vellet nobiscuni esse, noheiiKor in caatro rpuorat suo rastro.* OftingPi- rcBcripsit et adiutoribuaque suis dixit; 'Vos debetis scire non velle ad caatrum venire, I) 1, November. '2) 2. November. !I] ZwiBuhen V. hb und 59 hat dio Stuttgarter Ih. die Verse: Bis sex illorum sncii facti sunt mortuorum Per eagitarios qui multum oderaot illos, iiDd siellt die Verac 56 und 57 vor 55. V. 58 feit. I) DrciküQigBtagf. 5) Nach dieEMm Vera aiad zwei Seiten üborgeaoh lagen, leer. II) ^4. Hornung. 7) Die Stüttgarlcr IIa. acst die Varae G5 und 66 vor 64 und seliillül vur 67 folgende 4 Verse ein: Monlem reUnquerunt fugam in caatrum rccepeniat, Et tunc dixeniDt capiitanei et dscreiicrunt Vt vellent eequi vestigja pedum inimici Et esH muniti tinem et facei'ä üti. 6) StäHu Hchreibt foveia: iah vermute vineia. 0) Statt dieauB lüokenbaften VeraeB hat die Stuttgarter Handschrift: I<'leehinger coutempait iiUernalem ignem eis miait Et tuno claraauit siraul et notilioauit. 75 Sic tacite optimtim caslrnm sit vobis c Dico vobis vere, nun possum auxilium habere.' In feato Keri 'J veaeruut nnncij magni MisBi & dominiti a partibas qnoque diucrsis Ludwico domino dax Reni et PaJantiDO '-') 80 Domino de Lutringen ^), rnargravij et eecuni de Baden *) Et roganerunt captaneoa et pocyarnnt, Vt castruui i'ecipereiit iu graciam et Beruoa liaberent, CuiuE cupellana in honore fnit dedicatn Michahelis arcbangeli et signiferi Cbristi. 8Ö Ht tunc dixerunt captaney et responderaat^): 'Anatoritits nostra oon tenet hec ncc habet illa, Sed intimaliboR cinitatibiu et respondemus: In die ijaartii reaponsio sit vubis iiota.' Iu die sociuidn') post meridiem hora qnarta J10 Hoc onncesHBrnnt ciuit«teB et recepernnt || Bl. 87' Caati'UTD ciini Beruis trigiota et oninibna bonic:, Qui erant in Castro sine dolo tempore ieto. Sic miseri iili repenti erant par&ti, Castrum doBcendoruut triste et ee ipsos dedernnt 95 In eorum grnciam et invocnbant b cn eil ic tarn, Vt eis snccarreret in mann et eins haberut. Sic uegegel>eii vun dem K. statis tisch- topographischen Bureau. Stuttgart, Liude- inann 187r). 8" XII 579 8. '). Mit drei Tabellen, einer gep- gnostisch kolorirten Karte des Oheramta, oiiiem Farbendrackbild und sechs Lithographien. Die wirterabergischen ÜheramtebeBchreibungen erfreuen sich eincH europäischen Rufeii. Leute wie Memminger , v. Statin, V. Kaiisler hatte nur Wirtemberg. Sie lebten nur für ihr engeres Vaterland und ließen aber auch keine dunkle Ecke in dem so buntfarbig zusammengesezten neuen Wirtemberg nndurchsucht, gleichvil ob dessen Urkunden in Stuttgart, Wien, Karluruhe, der Schweiz, in Uannstadt oder Rorlin Ingen. Als vor noch nicht langer Zeit die k, bHirischu Akademie d. W. oder vilmer die hiatoriBche Coramission bei derselben nach einem bairbuben Stiilin uiBsab, fand sioh keiner und der wirtenibeigischo wollte nicht. Et konnl^e auch nicht, denn one warmen ParticulariBmus. Loual- patriotiBmus gehta nicht. Uiu die beiden Grußeltcro, die wirtenib. Gescbichle Stalin» und das Urkundenbuch Kaualers, acharen sich, wenn ich das neispil gebrAucbim aol), die Kinder und Enkel : 5ti Bände und Diindchen Obern mtsbeechreibun gen, deren neueste die höchst wichtige die von Rotweil ist. Außei' den unerkannten Verdiensten des Finanzrat v. Paulus, dei' schon bei 25 Jargüogen tätig mitgeholfen, begegnen wir hier seinem Sone, dem Sone t. Sta- lins H. B. w. als Ilerauagebern. Wie weder in Baden noch in Baiem bei jedem Bezirke es möglich IreSen wir einen kath. Pfiirrei' als Historiker, Dr. Glatx, einen als Botaniker Sauter meist er, deren Verdienst gebfirend ins Licht gestellt ist. Der Altertumsforsebar findet in dem Buche vil für sieb. Die römische, die karliagische, die mittelalterliche Periode bieten mancherlei. Bekanntlich kam ~ auf Hochniaiiern der herrliche Orpheus zu Tage, der seit 40 Jsren die Bewunderung auf ^cb zieht. Zwei Bilder, eins in '/< Größe, veraiiHchau lieben das koslbiu-e Mosaikbüd [Orpheus als Jüngling dargestellt sizt auf einem Felsblock zwischen Waldbüumen, das reich gelockte Haupt mit der roteu phrvgiscben MQze bedeckt, über sein grünlich weißes mit dunklen Säumen Torseheui« Unter- gewand ist eine rötliche faltenreiche auf der rechten Schalter mi{ einer goldenen Agraffe zusammengehaltene Cblarays (Mäntelchen) 1) Das meiste und Leite Material zu Rottweils Geschichte hat der t wolwolleiide geierte Rektor Ituckgabcr in geincr Goachichte Bs. go- liererl. Der dortige Altertum B verein ist nach limpom Schlafe jezt auch wieder erwacht. Wanchelnlich treibt der Rotweiler Localbistoriker Dr. Glatz Pfarrer in Neufra wieder an. Seii:ei' Kopf erinnert | an einen jngendlicheii Apüllu, dre Augen sind voll schwürnioriBclien Feuers. In jeder Ecke ist ein diirc}i das 9aitenspil bergelocktea Tier angebracht, und i^wnr ein Storuh, ein Hund, ein Rahe oiid eine Elster fS. 223)]. Ein weiterer Scbaz kirchlicher A-Itertümer fiudi-t sich in der sog. Lorenzkapelle. Der gelcrte Kiruhenrat Dr. Dursch hat in einer Zeit gesnininelt. als es höchste Zeit war und brnchte 175 Stücke [iusammcn. Seinem Kennerblick verdanken vir die Findlinge aus ganz Schwaben. Wie vil rettete er vor dem Aualnnd, nie vil vor drohendem Untergänge! Nur einer nodl. j dcKseii Nachlaß so tinschüKbar, der alte Laßlierg saniinalte vilfMS'l auf gleichem Territorium wie Dursch, aber Handsuhriften. , f Kutweil hat eiuc reiche Geschichte; beinahe kein Rreigniii 1 Deutschlands das nicht auch die Reichsstadt traf, ohwol sie spütef 1 mit den Eidgenossen') liebäugelte, sich in iren Bund aurnemon I ließ (H63). Nach der Schlacht von Mühldorf schlug R. sieb adf 1 Seite Ludwigs, was Einstellung der PaBtoration von Seite der Geist- I Heben zur Folge hatte. Man jagte sie aber einfach davon. J^ i der Reform ationszeit sah es trübe aus ; der Mugistrnt vom R angeleuert sparte weder Schwert noch Flammen, was freilich bcut^ | mer oder weniger vertuscht wird. Ein guter Uüi'gerkern mußt« j ins Elend wandern und nach trübseligen Krii'gBJaren war R. i Ende des vorigen Jarhuiiderts nicht besser daran, als die Qbrigan j Reichsstädte, selbst Jas große Köln nicht ausgenommen: alles C^'l davei-, wo man hiublicktel < lieber die Ableitung des Namens der nur in üeineiiiachaft mit | Rotenburg, Roteninilnster und der dortigen Flurnamen erkUri werden darf, habe ich ansfürlicli gesprochen in meiner 2. Abhand- lung „Zur Sprache des Rotweiler Stadtrecht es" iu Herrigs Archiv für das Studium der neuem Sprachen Bd. 38 S. 312-360 (B). lieber die alle politische Einleitung, über die Haui' stet nooli Vil mer in meiner Abhandlung gleichen Torua^, Sizniigs berichte dar 1 k. bair. Äkad. 1865 mit KmIc (AJ '). Des Volkes Sitten {102 Bf.) | t) LlHfl truj; inen ipftter I&03 von etnem heitnatliehen Volksdicbter den Spottnamen Hammeliiekon ein, den auch der uns bekannto Bürater aus Sulein gebraucbte. S, 2bl und ^Vleninunia 111 281. Daß mnn gloicb bei der Hand war damit, erfaren wir auch vom vom H. Joh. iJeinricb Weifaeuuiaicr, Prediger tun Ulmer Munnter, der drn Schleaier Sobefler einen Judssbrnder und abgefBlInen Mammelncken nennt. Kalthas. Haugs Liuderdicbter des wirtemb. IiUudgeinnglinchB Sluttg. 1780 S, 8. 2) Angezeigt im Cenmiblatte 186« Sp. 356 fl'. Auch [t wie A ftst auf jeder Seite des millelbouhd. Wörterbnct« »Is Kot*, 1 und II citiert, find kurz weggekommen. Sulctie Kürze knnn man wol den »Iten Jargfingen verzeihen; jezt aber seit K. Meiere und mein 41)ändigea Bucli über Schwaben existieren, ist es Pflicht das t^inachl&gige darans wenigstens nur au eitleren: das kann man mit Recht heu^e verlangen. Die Rot wci 1er Faa nacht ist lange nicht in irer uralten Bedeotnng dargeslellt. Was die Sprache (107) anget, wo lileibt Lancherts vilgeschüsteB Programm? Wenige Zeilen darann ersezen daa Nichtssagende anf 8. 107. Zur itanorn Verfassung S. 259 feien meine 2 Abbandinngen wieder giln'^lich, wo sogar Auszüge (B) mitgeteilt sind, ßeiro Kriegswesen S. 270 sind m er ere Schlagwörter für Landaufgebot u. s. w. die ich A und B anfürtc übergangen. Gelegentlich des miracnlosen Madonnenbildes bei den Dominicanern hatte mein Bericht „.\ua ächwuben" 1 nebenbei besagt, dnß man »nch in Mönchen fUr den Hau 1753 bei Hofe bettelt« in Anbe- tracht des Wnnderbildes. Ueber den verh unguis vollen Habicht habe ich s. Zeit im Anzeiger des Germ. Museums, dann wieder in meinem „Ana Scbwabeu" 11 autentische Encerpte ans den Ariu- brusterbücbern mitgeteilt. Davon keunt das Buch auch leider nichts. Ganz recht ist dos Citnt 312 über Bern bei L'hland und Bacmeister. ABirlinger Kleine Toggonbiirger Chroniken. Mit Dcilogen und Ei-- örterungen von Gustav Scherrer. St. Gallen, Verlag v. ' Huber & Comp. (F. Fehr) 1874. 6« II 152 S. I Chronik eines ungenannten Toggenbargets. Das Ländchen Toggenburg hieß erst Tiirtal, Johansertnl, dann „die Grafschaft". Der llerauEgeber gibt stets eine instruktive Kinleüung, die Texte haben historiHche und sprachliche Anmerkungen. Das Idiom dises Abscliniltes ist bodenseealemunnisch d. h. breit, dem sog. Schwäbischen näher, wie in Cunstan«, Uoberlingen einst ge- sproclien ward. 2 Aus Heinrich Fovers Chronik, hand- schriftlich jilteeter Fnßuug in der Vndianiachen Bild, in St. Gallen Angsburgische Einschiebsel linden sich. Die Sprache halb ale- mannisch, hnlb schwäbisch d. h. augaburgisch. llibartB Chronik ist benfizt. Die Wöi-ter ririg v. hart gefroroen Schnee S. 47, crlitz* lach kleineKreuEe in Masse S. 64 sind nur augaburgische Formi feien alemannisch, wo kein crützlach möglieb ist; eine Bin'gabe t einem Schweizer Conven tu alen in deniCod. Vad. 69. Da begegnet prQgo S. 66 und todtenbomm S. dB. Sieh unten die bei:. Wörter. 3 Ludwig von Helmsdorf u nd andere Qne' ' der Vadianischen Chronik. Abhandlung. Test. Lezterör alemannisch, breit: die ^:au. 4 Fecht und Jagdbuch * Hrtgo Wittenw iller, Text echt alemannisch, reicher an Aus- drücken. 5 Der Dichter Heinrich Wittenwüer. Beitrug, wertvoll fOr die Litt.-GeBclnchte. Bekannt ist der Ring naofa der 304 Msiainger Ha. v. Litter. Verein in Stuttgart-Tübiiigea berausgegebea 1861. Der Uerauegeber nimmt Heinrich v. W. für seineu Turgfta • in AoBprucb, woliin ancli merere Orteuauien weisen. Bei LichteacS steig ügen gleich die 4 Orlschnften Kengelbacli, Höfen, Liblngenl und Vettingen. Mau kann den weitem Auaflii-uiigen nur beigtiininea> i Die Wörter S. 145 unsereä Bucbeti passen efacnsugut anf Ober- Bchwaben wie anf ilen unlereii Turgau. Die bairisch-alem. Sprach- mengerei muß nuch näher untersucht werden. 6 Die Edelu Ton Wittenwi], Abbandlnng. Ueilagen. T Adel, Geist liebkeit uud Bürgerataud in Toggeuburg. Die Beigabe: „Liebten- dteigs Rechte uud GegeKo' aleßianuisch, nntürlich, — Ich gehe auf daB Eiueelne über und hebe was mir aufü«'! für Sprache, Littcratur und Volkskunde wichtig aus. lieber ou := ij in kilcU- bouif 15 sieh meine Alem. Sprnchc S. 76, wo Belege aua der Schweiz, dem Elsaß, Scbwarzwald, Hohenzollern zu tinden sind. Kuhn Z. 18, 41. tbür, dürre 47 Alem. Spr. 70 besoti Marqatirt v. Lindau. Ueber vertilgen 51 uud tori/el S7 sich Aleia. j Spr. 109 110. au = ä ; ducht 59; braut, briU 04 breitalemannisohi Alle Quantität; bämni, arbores 54. todtenbomm 68. Alem. Spr. 73rJ 1 =^ r in achalmützen 8^ aus ital, scaramuccio. Wdgaud li äST In das lütpitel der Volksetymologie gehört PolannI für Polen 49>1 An Flur-, Wald-, Straßen-, befestigten Plü/enamon hebe i ' hervor: die Conatanzer Strxßennamen OR. Brände und Rüttir ausgerodete Wälder 108 Alem. I 269 272 ■). Tobet »», sieh oben 159 and Kuhns Zt. 20. 63, Uiina 31) 109. .Uem. I 274. Chriun, Bergeinschnitt 113. Scherr 113. 11 78 ff. Vergl. Wallengtein (die Picocolomioi 7. Auftritt II Aufzug). — Durch Sachaena Kveiae /üg Die Kriegafurie, bis au die Scbeeroo Dea BelU den Schrecken seines Ntirnena tragend. Tabor, befestigter l*lsz 55 (2mul), 56. Lexer HW 1! 13 Vgl. den Taberwaaen bei Horb, reehtea Neckarufei'. Lei felder Heu 47. (Angshurg). Die Fischeiaprache ist vertreten durch die Namen; Setzberen, Storberen 107. Vaberen 108 u. a, w. Jareszeit, Witterung: womme, Herbst, Traubenlese 89 zu vindemiare Alem. IIT 285'. pfön, favouins 49, vergl, jifaire für /arre, alemannisch. Kuhn Zt. 19, 14^. itbei-, apricus, schneeent- blößt 60. Die Fachnamen bei der Ilaiilbereitung : auslücben (ziehen, liohban abd,] 147; ratschen 147 muß wul röszeii | heißen, tächsen 147 = schwingen, mhd. dehaen. Der Schnea, j so gefroren, nicht „hübig" heißt ririg 47; offenbar giach-bairiach, gehört zu altd. rereu, was alleidinga auch den eben i schmelzenden Schnee andeuten kann. Zugeselle für Vicarina, Pfarrhelfer 60 weist auch auf außeralem. Gebiet. Echt alemaa- niacho Warzeichen sind C hrotz, Tannzapre 148. Haoa Salata 1) Kuhn ZI. UO, U. Tanngrotz ist iius .1 Büchtolds HchüDem Buche jezt allgemeiner bekannt. (ItaHel. Itnhtimniers Verlag IB7ß). nticlieozoll 113. Kuhn Zt. 1.%, 212. 17, 4" 19, 147. hetzen 115. Kuho Zt. 17, 5020, 66. totUeDboram 68, ilom. III ISS. Kuhn Zt. 15, 193 ff. 18, 41 21), H2. gommen (g&nmen, hüten) 24. l>rüge, Gerüste, Gestelle, ahgeHonderter Ort in Kellern. Schenern heute noch in der Uaar. OB. Runs 39, 109. Kuhn Zt. 15, 195. BassJer = Schild weiß 102 der Herausgeber nicht eu erklären. Lexers IIW II 259 hftttta ihn gat beleren können, stadel 59 weist wieder nach dem schwäbischen Oatlech, auf mein sog. schwäb.-aagsb. Gebiet. Heg' genbom, Hecken, Zäune 93. vi sei, Kornveseuunsaz 92- schlaitzen, ewv. eeratören, zerreißen II. Ich habe in Kuho's 7.t. 20, 387 Hnnfärlich über diaea alem. Wort gesprochen. Agarst, Elster 106; auefOrlich ebenso in Kuhu's Zt. 16, 48 fr. Hell, Gruft ßä. Roll- batzen, Mäuse 63: ganze ond halbe Plaiiparte, St. Gallisch. Was für Pflanzenarten grüner Ül und kesnnch 106 sind, weiß ifh nicht. Interessant sind die allilt. Formen ^niud und f/raut (gr&t) 3 7. Die beiden Adj. todemlich, stechlieber oder swe- bischer bund 61 neben gageiBter nu Ilaggen und achniirlincn iiber ^jc - aebranken zu dem gebain wurfead nnd also daran atreicht damit gy etwatt gewychts hetteiid" 67. In dio Criiuinal Justiz hört die Hinrinlitung des ttis che Is ni urdera M erler i>3: er ward vieiieÜHt „die brauten usgezugcii mit glügeiiden xangen, das hopi ward ze Losen l^französ. Lnzeua nu der Üruye nördliuli von Mod- doii) uff depi galgen gesext und die v iurden taiJ des Übe utid«vr diu tor geheuk t," Zu brauten, Lenden, weiches Fltifich vergl. Pnreival 153, 1115: ntu brät wart g'alünet, mit siegeu vil gft: runet. — Die Stdie 94 von dem kleinen Märtyrer Ulrich leilergerwers sun, liies der Fry" ißt vil raal in (Chronik lesen. Ich habe gerade folgendea Citat liei der Hand, womit die Anzeige Bcblii'ßon will: „Thnuvet etwannnucb andere der Verlurst jenes annehmlii Liebspfand, saga der unschuldigen Gebein, welche jenes nmb Jahr 1332 von den Juden ermordete kuahlein Ulri Trugt hinterliMsen, die schwedische verhergung aber ans Hoffnung verborgner reicher lient aus liaronliger von der Stadt gelegeaen Capellen ausgegraben und gänzliub zerstreuet hat.' Furteubach Fuatpredigt, üeberl. 17^9. S. 4 2". Zur Erklärung sieh ,Aus Schwaben" I 28 ff. AQirlinger 1 AuIUnge der Reformation in Colmar. Ein Beitrag sur fCefur- malioiis-GescIiichte Aex KUaß Von Heinrich Itochull, Kdnigl. Diviaionspfarrer der 31. Diviäion. Colmar. Verlag vun Lang A Rasch. 1876. 8° VI u. t>8 b. 2 Diu EinfQrnng der Keformatiou in der ehemaligen froien Reichs- stadt Colnmr. Kin Beitrag sur Rerornnitions-Geschichte des Kl- eaß. Mit 3 Beilagen. Von Heinrich Bocholt, Königl. Di ' pfarrer der 31. Division. Colinur. Verlag von Lang & 8" XVt u. 24« S. höp^^ Im Elsaß haben die Stndien zur La calge schichte von eifiige fHege nnd viel Teilnahme gefunden. Diß beweist die liehe Reihe von umfangreichen Werken und von kleineren Abht laugen, die seit Jarhunderten darüber veröffentlicht sind. Dafi trozdem die Aufgabe noch nicht ei-scböpfend gelöst ist, ligt, teils an dem Mangel an kritisehein Sinn, welcher namentlich früher diaen Arbeiten so hänfig das Gepräge des Unfertigen und Unaa- verläsBigen aufdrückte, toils auch daran, daß die Archive ire Scbäze nicht mit der nötigen Liberalität zugünglicb machten. Eine abschließende Leistung auf historischeui Gebiet muß ntia der F&l^e des archtvaliachpn Materials heraus schupfen koiiDen: unter diaev VorimiüezuDg wird aber gerade die looajgeficliiolitliche FDrschong am leichlesttin zu Kiaam uUseilig befridigenden Resultat gelangen, da Ire (jaellen lueiBtenteÜs Dicht ao so verschiedenen Ortea zer* streut sind. Kiue auf Grund solcher arohivaliacher Studien ruhende Arbeit über die RefdruiHtiona-Gesuhichte von Guluiar enthalten die beiden üben angezeigten Werke des Herrn Diviaionspf'aiTers Uochull zu Colmar. Dei' Verfasser, ans den preußischen Kiieinlanden ge- bürtig, hat sich durch seine Stellung uls Militärgeistlicher in dem Keichalande mit dem Wonsiü EU Colmar 'zunächst dazu bestinimt gefült, der evangelischen Gemeinde daselbst bei dem dreihunderb- järigen Jubelfeste der EinfQrung der Keformntion (t>. Mai 1875) in der ersten der beiden Schriften seinem Glückwunsch ein ^nov i/uXiitg beizutiigen, indem er unter Äuauuzung der dortigen Are hivei des Bcüirka- uud Stadtarchivs die ersten Uegungen der kirchlichen (JppoHitiun schilderte, welche in Culmar durch die Reformation ver* anlaßt, und vom Rate mit großer Mühe nidergehalten wurden. Ka reicht diso Darstellung bis 1535. In der zweiteu Schrift wird die Reformati onsgeschicbte Colmars fortgefürt bis aur förmlichen Einfurnug der Reformation atu Sonntag Esandi (15. Mai) 1575; durch die Kvangelisation der benachbarten wirtembergi sehen Graf- schaft Uorburg ward die Stadt von der unmittelbaren Mähe aUB beunruhigt, die Bürgerschaft ward zum großen Teil in die refor* matoi'iaohen Bestrebungen hineingezogen, der uusittliche Lebens- wandel von vilen unter dem Weltclerus und der Klostergeistlich- keit rief die bitterste Feindschaft gegen dise hervor; vargehens bemüte sich der Rat einerseits die antirümische Bewegung nider- euhalten und im Anschluß an die kaiserliche Politik die Einheit der Kirche tu bewaren, andererseits seine Rechte als Obrigkeit gegenüber dem Glerua zu behaupten und dem suanilalösen Leben einer Anzal Glieder desselben zu steuern ; vergebens suchten wür- dige Mitglieder des leztern, wi« der Duiiiiiiicauer Job. Fabri and der Augustin er- Prior Job. llofiineiBler, durch Lere und Warnung dem Abfall zu weren; vergebens nani der Kaiser, als der Auga- burger ReligionsirJede den Iveichsstönden die Fi'eiheit zu refur- miei-en gewärte, (}ie Ober'I.andvoglei über den Elsaßer JlehiiBlüdtfi- Bnnd wieder selbst in die Hand, uro dem Eindringen der Heueree Schranken zu sezcn: die Reronnation war im Volke schon zu mächtig geworden, die Ratsmitgliedcr wurden selbst mit fortgo- rissen, in Colmar wurde am Sonntag Esaudi 15T5 der erste pro- testantische Gottesdienst feierlich niigefaalten. Alle dise Phasen de^ Uewt-'guiig wcrdeji uns von dorn Verf. auf Grund des urkund- lichen Materials und unter genauer Berücksichtigung der politischen Inddenxpnukte vorgefürt. WCrecelius I i üieHlteste deutßcbe Original- Urkunde aus dem! Die -in dnutsclier Sprache ahgpfnßtßn unzweifelhaft pdit«ii Onginal-UrkunJen über Stnats- und Rech tag esc hafle reichen nicht über das vieitu Dcccnniuin des 13. Jhdn. hinaus. Zwar ist die bammlung deutncher Schenkangsurkanden, iu einem im Jare 1150 oder 1160 geBchribeuen deiitnchen „Salhupch", welches dem lateinischen Codex Falkensteineneis der Mon. üoicn VII, 433 ent- spricht, verloren (Schmeller-Fromraann, B. Wb. 2, 251); allein di«e Urkunden, wie eine deutsche Schetikiingsurkunde von 1070 (W. Wackernagel, Gesch. d. deutschen I.itteratar. Bajfel 1873 a. 83 u. 920) waren one Zweifel „Kum liessereD Ueuhtsnachwew^ den Laien gegenüber" ans dcni Lateinischen ilbersezt (Wack«E*| nagel, das. S. 320) nud gehören einer späteren Zeit die baierische Urkunde vom J. 1170, Copie einen waldeckischen Teilbriefes, üiierst vou Hund l.'iS5 bekannt gemacht, jezt im Reichs- nrchiv zu München, ist nach ScIiönemFvnn (Diploniiitik, Lpz. 1818, I, 294—298) ein Product des 14. Jhs. Selbst der von tirnf Ku- dolf von Habsburg dem ältei'en behufs Schlichtung des Marken- streits zwischen dem (iottesbauHe Kinsiedeln und den Leuten von Schwix am 11. Juni 1217 xu Einsiedeln ausgestellte in deutscher Sprache vorhandene Süaebrief ist nicht das Original, welches in lateinischer Sprache im J. 1217 verfaßt war (Wnckernagel, s. " 329 A. 59). ?. Mcrel, Verfasser der Ri-gesten der Beiiedictii Abtei Einsiedeln (bei v. Mohr, die Regeaten der Archive d. hcW. Ridgenoeaenscbart, Cbur, ISh], 1, 8) Eagt, daß dos Originul diser Urkunde und die Abschrift ans dem 14, oder 15. Jh. Tertoren seien. Killiet (Ursprung d. scbw. Lidgenoijsenschnft. übers, vuti Brnnuer. Aarau 1873, S. 3B3) gibt dise Urkunde als ,.alte deutsche llebersezung" nach d^ 1640 erschienenen liibertas Ein- sidlensis. Wann diae Ueheraeznng angefertigt ist, sagt er nicht. W.f'ewol nun dise Urkunde selbst inhaltlich echt ist (Kopp, Gesch. d. o. a. n, I, 319-322 I 841 Änm. 3), so bleibt es aweifelhaft, wann die deutsche Ueberseeung augefertigt worden ist. Auch einer GrenzaufKeichnug des Klosters Schäiiiiia vorn J. 1220 (Hergott. Geneal. dipl. 2, 1, 218) mangelt die rechte Urkunden form, und zudem ist sie ebenfalls eine Uebersezung aus dem Lateinischen (Wackernaget, a, U. 329 A. 59). Der Landfrieden K. Friedrioha II. vom J. 1235 erscheint erst um die Mitte des 13. Jhs. oder nach demselben als deutsche Uebersezung der Ut. Urschrift, (■. Schünemann, n. 0. 1, 30 tl. Böhmer, lieg. Friedrichs 11. No. ^01 ; W'ackernagel, a. 0. 329. A. 59). Ebenso ist dos Datum der an- geblich im J. 1222 aufgezeichneten deutschen 'fbuner Urkunde in von der Hagen's fierinania II, liß unrichtig; nach Kopp (Ge- schichteblätler a. d, Schweiz, Lucern 1854, 1, 5fi) ist diae Ur- kunde vilmer auf Mar« 1299 zu datieren. Hiernach ist Bölimer 72 •^ 209 (in Haupt'a Zt.Bclir. IX, 201), der sie ^.waracheinÜch" zata 3. 1322 auageetellt sein läset, and Wackernagel (a. 0. 329 Änin. 53), der aiB für die älteste deuteche Urkunde hält, zu bericlitigeu. Die bis jetzt Ijekaunte unzweifelhaft echte Älteste deutsclie Urkunde findet sich erst im J. 1240 aufgezeichnet. Eb ist diß nach Kopp {s,. 0. S. 53 — 551 ^der N achte ilungebrief zwiachen den Grafen Albrecht uml Itudolf von llabsburg, welcher zuerst von Herrgott (Geneal. II, 2&f)) und jÜDgat von Trouillat (Münnnieuf^ de l'histoire de l'ancien Kvfich^ de Üäle I, 5-19) abgedruckt worden iut (cf. Kopp, Reichs- u. eidg. Goach, II, ö85— SSH)," Kopp hat (GeBcbichtabl. a. 0.) ein vollHtündigea Facsimile des Originals diser im Archiv zu Pruutmt anfbewarten Urkunde gegeben. Wiewol dise inte- ressante und auch für das Ober-Elsaß wichtige Urkunde undatiert ist, glaubt Kopp doch, daß sie zuverUssig älter sei, wenn auch nur um wenige Monate, als die älteste deutsche Königs Urkunde. Die älteste deutsche Köuigsurkonde ist Koorads IV. ürtel- hrief zwischen Folctnaren von Keinenathen und der Stadt Bueron (Kaalbeuern) über die beiderseitigen Genaeindegre uzen vom2f>.JuÜ 1240 (Lang, Keg. 11, 304 a. Mon. boic. XXX» 378). Böhmer. (Reg. Konrads IV. No. 25) bemerkt, die nächstfolgende „Kaiaerurkunde" in deutscher Sprache sei vom 1. Febr. 1274, von wo an sie sich alloiUlich verineren, bis sie noch Heinrich VIL, der als ein welsch- redender ketue einzige derselben ausstellte, zalruich werden. An dise Kwei ältesten deutschen Urkunden aus dem J. 1240 Bchliesaen sich in der jezigen Schweiz deut^sche Urkunden von 1248. I2ÖI (drei),. 1253 (drei) 1257 (Böhmer, in Haupt's Ztschr. IX, 21)1 bei Kopp, a. 0. 53) an. Die ältesten niederdeutschen Urkunden befinden sich, soweit mir bekannt ist, im geh, Staatsarchive na Berlin, nämlich eine Urk. des Erztiiachofs Arnold von Trier über den Frieden von Thuron vom IT. Sept. 1248, und eine des Frzhischofs Kourad von Köln and Wilhelm Grafen von Jölich vom 9. Sept. 1251 (Höfer. Aus- wahl d. Ältesten Urk. deutscher Sprache, Hambg. 1835, S. 3 u. 4; jedoch ift der Abdruck der Urkunde von 1 25 1 Ter ungenau, richtig dagegen bei Laoomblet, U.-Ü. II, 200 £F.). Was unn die ältesten deutschen Urkunden im Elsass anlangt, so teilt Schoepflin (Als. dipl. I, 4ä3) ex Museo Seh erz ia Do Argen - torati eine „Charta germanica, in qua mentio fit Theobatdi et Cate- rinae comilum Phirretensinm an. 1202" mit. Zu diser Urkunde, welche unter den im Supplement nachget rage neu Dokumenten stet, bemerkt Schoepfiin weiter nichts. Allein wie derselbe über dise deptsche Urkunde gedacht haben wird, dürile aus einer anderes Stelle der AU. dipl. U. 340)- hervorgehen- Schoepflin teilt hier eine deutsche Urkunde ffus dem J. 1220 mit. Dise angeblich deutsche Urkunde befindet sich in einem Lehenscodex des Straß- burger ßistums ans dem 14. Jh., und itit selbst eine Uebersezung des lateinischen Originals. Sclioepäin bemerkt zu diser Urkunde, mak I 210 in welcher Graf Hugo von Lötzelstein sein Schloß LfltKclatein ( Hocbstift Straüsbur^ zu liehen auftrug, „obJatioDiB hujns literM uuthenticae noa Teutonica. sed I.atina lingua fucrunt scriptae, thringen vom J. 1259 findet sich hei Schoepöin (Als. dipl. I, 42^), der diselbe ex tabulario Rappolateinensi mit- teilt. Das Original diser Urkunde existiert aber in detn Bezirks- Archiv des Ober-Elsaft zu Colmar, dem das ehemalige Rappol- Bteiniache Archiv einverleibt ist, nicht, wol aber eine Abschrift auf Papier aus dem 14. Jh. (1l. 571). Dagegen berufen sich aber die im hiesigen Bezirks- Archiv liegenden, aus dem Rap pol stein Ischen Archiv herBtammenden, noch nicht edirten Annalen von Luck, ein chromstisches Sauimelwerk aus dem 17. Jh., auf einen ,,perga- mentenen besiegelten Befelcli", der mit dem von Schoepüin ge- gebenen Test übereinstimmt, nnd ihm zur Vorlage gedient haben wird. Der «perganii.'ntene Befelch" existiert aber nicht mer, flondem nur die bereits erwänte Abschrift, die notürlich nabeeigelt ist. Ebenso mißlicli Hcheint es mit einer deutschen Urkunde aus dem J. 1261 (Als. dipl. I, 432 zu rtehen, die nach ainL-m Mem- bran Codex der ätndt Strnßbuig aus dem 14, Jli. widergegeben ist. Dasselbe wird auch voll einer deutschen Urkunde vom 23. Julil2ri6 aus dem gleichen Membran Codes gehen (.\1h. dipl. J, 4ä4). Seht aind dagegen die deutschen Urkunden vom J. 1274 (Als, dipl. 2. 3), wie die Königs Rudolf vom 29. Dcbr. 1278 (vgl. Hühmer, Reg.). Aelter als dise beiden lezterwänten Dokumente sind noch gefälliger MitteÜLiug meines hochvererton CuUegen, des Herrn Ar- chivdirectors Prof. Dr. von Spncb zu Strasburg, einige Urkunden des Bezirks-Archiva dea Unter-Elsaß vom 24. März 1205 (Rep. Serie G. 111), sns dem J. 126G (Serie G 3593), 1267 (SerieG. lll) und 127U (Serie G. 2759), Allein die älteste echt« Urkunde dentscher Sprache im Elsaß befindet sich hier im Bezirks- Archiv ans dem J. 1 25 1 . I)iae Urkunde, welche in der scharfeokigen, schönen und markigen Minuskel dea 14. Jh- geschriben ist, gehört zu den Dokumenten dea ehemaligen Chorherrenstifte Lautenbacb bei Mnrbach (Kreis Gebneilerl; von ir ist eine beglaubigte Ab- schrift vom 13. Mai XSt'S vorhanden. Da beide aprachhch nicht unintereasant sind, so wird eich ir diplomatisch getreuer .Abdruck nicht minder rechtfertigen, als die Zugabo einiger erläuternden ße- inerknngen. In dem Folgenden nird das Original als A, die Ab- eijbrift als B bezeichnet werden. Wißien alle die difen brief an gefehent, daz di wagener^n von liatat. so fi gedingent. di dingen wellent. iergilich mit diu prnbifte von lutenbaeb. oldir mit finen bottin. howen mAgint fwef £i bidorfiut nvwe wagene ze mocbinde. vnde nehein audir tri holn. fcva^ent tlir fleiffi» diz wartpuliüf vndir micliiluii fulzpnoh. vndi nioian andirc aa dif probiftir va dif capiteir vrlop. wau die 2i Iiitiobnch iiehzim Gnt die bi furiiit licli mit dobime holaa an- dimi WRi'lpubiJe. I'i nawe tnuiin du xi liutal gimachit waf. wart mit rechte abe gebrochen, vn fol nieman da di heine machen na dir probiltif willen tu dif capitelf. IHx fol mea allez firnemen an arginlift. Durbc das diz ftete blibe fo hau wir. jch hunrich dir probift von Balile. jch Johaonea dir probift vn dif capitel Ton latenhach. vii ich Donrat von hadeftnt vagii xe luteabach, vnfiim ingefile har nngehenkit. dirre brief wart gircriben nach cridef gi- buite vbjr zvalfhundir iar. v5 einf vü Innfcicb jar. Jn me hirwe manode-,- A» der Perg.- Urkunde hänyen die drei Siegel; das mittelste ist serltroclten. Noverint vninerai preaentium infpectores feu auditorea, qood noa officialis curie aivbidioconi Basiliensia anno domini millaBimo tTecente&inio füsiigeBiroo fcKto feria tertia proxima ante featum asceDBionis domini literaa fubscriptas si(^llia dominorum Heinrici prepositi Bai^ilieDBis et Joliannia prepoaili Lutenbacensis et capitnli ejuedem nee noii Conrad! de Hadestat aigillatas vidimus eaaque de verbo ad verbum tran^cribi fecimus tenorem qni aequitnr conti- nentem: Wiffent alle die difen brief angcfehent, das die wagener von lintal fo fie gedingent, die dingen welleot iergeliche mit dem proben« von lutcnbach older mit finen botten böwen mögent fwes fie bedürfent nnwe wagene je machende vnd nien bein ander holj jwifchent der fleife dea wartpflhels vnder micheln aultjpach, vnd nienan ander one des probel^cH vnd dea cappitela vrlop, wan die ffü lutoobach fint gefeffen, die bofürent fich mit döbeme bolje au dem wartpiihele, Die nuwe mQlen ') dti jq hntal gemachet was, wart mit rechte abe gebrochen, vud fol nieman do deheyne machen one des probeftea wille vnd dea cappitela, Dia fol man allea für- nemen ane argen lid, dnrcb das dis Acte blibe, fo hant wir Jch beinrich der probett ■von Bafele, ich Johannes der proheft, vnd das cappitel von lutenbach. vnd ich Cnnrat < von hadeftat voget )u luteubach vnfer ingefigele bar an gehencket, dirre brief wart go- fchriben nach Criftes gebürte vher jwfilf hundert jor vnd eins rnd fönfjig iar imme höwe monotte In cujna vifionia pertectionia et transacriptionia teatimonium figillum curie noatre predicte preaanti- bua eat appenaum. Datum ut fupra. Ferg.-Ürk. mit anhangendem SiegeL sein; 08 lafVt sieh mit Sicher- L ^flb 212 Der Inhalt diser Urkunde iat ser einfach; er lieBwackt ge- wiaae Gerechteanieii dea Probates und des Cnpitela zu Lutenbach akher zu ateÜen. Kratlich können die Wagner zu Lintal alle Jnre nach zuvor mit dem Probst« Vau Lutenbach abgeschloBBentsm Vertrage so vil Holz zwischen der Schleife des Wartbühela aod dem großen Sulzbach füllen, wie sie für ir Handwerk gebrauchen; aweitens darren mit taubem Holzte am M'arlbübel nur die Biowoner von Lutenbach sich veraelien, and drittena darl an der Stella der abgehrochenen neuen , Mü!e eine andere nne Genemigung des Probates nicht erbaut werden. — Wie wenig nun auch der Inhalt diser Urkunde geeignet ist unser heutiges Interesse zu erregen, so wird diae dennoch am bo mer inAusprucli genommen durcb das wol von geiatJi eher Hand herriirende sprachliche Gewand, worin der In- halt gekleidet ist. Betrachten wir der Reihe nach die einzelnen Wortfoimen aoweit aie zu einer Bemerkung Veranlassung bieten. (Fortsezung fulgt) Urbar des Klosters Rheiiiau Anfang XIV Jarb. iSchlüß) Oerlingen'). (bl. 41 VW.) Curia in Arlingen soluit vno auni tritici. Aliis duobua annia xvj modioa tritici iüj modioa siliginis et anuuatim iüj modioa leguminia iüj maltra auene ij porcoe utrumque valentem v aohdoB j plauttrum feni (' oua. ö MauBus supcrior viüj modioa vtriuaque iüj modioa auene iiij quart. leguminie j porcura v solidoa. Maiisus des^tölingers ') vj modioa vtriuaque j maltrum auene viij aoIidoB j aucam. Due BCopozB der werderen vj modioB*} vtriuaque iij modioa 10 auene. ■ Scopoza cellerariorum de Andolfingen *) ij modios vtriuequ« j modium auene. Scopoza des wirtea vij qusrt. vtriuscjue iij quart. auene Scopoza Giselei'B ic quart. vtriusque v quart. auene. 15 Item Bouuni Cnnrat Giaelera iij quart. tritici i^ quart. ginia iij quart. auene. Bonum Jobanuia forsters vj quart. tritici vj quart ailij V quart. auene. Bonum *) dea Bfllera x quart. vtrinaque v quart. 1) Bei Andelfingon im zürcheriscben Gebiete de» alten Thurgan 2) Darüber geschrieben: uel mferior. 3) Darüber getichrieben: uel iiij. 4] DarUhcr geschriobea: uel der hrfidei-ineu. 6) An Raade: landolt. Etonum Hallouera j m; H. lebender Senior de manau dea zehenders v quart. vtriuaqae 25 V quart. anene. De bono HiifnerB iij quart. vtriusque. (De maoHa H. zimbermans v modioa vtriusque j maltruni auene) de Bocben- garten j modium ailigiuis j modium auene. (De scopoüa Binder des ManhuRers llua vj quart. ailiginis auam partem porc.) Jobannea Kolb do Mansu zimhermanB x quart. vtrinaque q 30 modios anene de ecopoza Koboltinen vj qnart. vtriusque j modium *) auene. (De mansu Kolben iij quart. vtriusque üj quart. aveno). De bono dicto Mnmeo gSt. ij quart. vtriuaque ij quart. auene. De bono dictum Eppis Rüti quiim Colitur j modium auene j pullum sDam partem porc. (et babet quod scriptum in dem blingbouer) bo- 35 num blin^guuers ij modioe vtriusque j modium auene. De area retro domuni zebcnders j quart. tritici (de bono koboltinen vj qaiirt. vtriusque j modium auene). De bono Hafners j modium vtrtaaqtia (de prato des vogtes Hinder dem Brfll ij qnart. tritici)'). (1)1. 46 VW.) Sutor*) de TrüUicon de mansa zimbermana x 40 quart. vtriusque ij modioa auene. De manau Kolben (tlj quart. vtrinaqae iij quart. auene). De prato des fogtes vnder dem br&l n et diM^^H iarb.^B vüuT^^I 1] Am Rande: dat U. bindor hoc a 2) Am Rande: dat jsm hindcr. S) Darüber gBBehrieben : 4) Darüber geachi 6) Daneben gesch: 6) DarOber geschri leben: vj quartniia. ieben: litiginiB. ieben: Johannep kolo. J 211 ij qusrt. siliginia siinm pnitem porc. tie loftitsu kolbeo v qnurt. rtriuBque v quart. »nene. JohanneH Hebttiaii ile mnnau peter wipfen v modioB vtriusqup xüij qnart. auene. Suam pnrtem porc. De l>ono Hafner j modinni vtriusque. (Dictua Giselcrj Ae manau peter wipfen v modios vtri- 3 usqae liiij qiiart. ituene. De Mansn ölricb zimbermans nj quart. vtriusque vj quarl. auene. De ecopoza der Riaerinen üj qnart. siligiaii Hnam parte m porc. Fäiki Wüest de inansQ Ulrich zimberiaans üj qaart, Iritici. De boco Manhusers üj qnart. slliginis iJ quart. auene. It«m de 1< scopoza Bua j modium tritioi. ^De acopoza inferiori des Truttingera ÜJ quart. tritid ij quart. auene.) Dicttt liiserin de bono der Riaerinen vj quart. Bitiginie. {De dote s quart. aiüginis. De scopoza der nidereu.) DJctna Truttinger (de ecopoza inferiori üj quart. tritici ij II quart. auene). De acopoza superiori ij modioa vtrinaqne j medium auene. (Item de dote x quart. ailiginia.) De Scopoza inferiori üj quart. tritici ij quart. auene. (Predium des friesen de bono dea friesen vj quart. tritici j modium siliginia rj qnart. auene de prato aciizzenriet j qnart. 2( siliginia.) R&di vcrre de acopoza vÜlii^i ij mudioa tritici vj qnart. sili- ginia ij modios auene ij puUoa xxx Oua vj aolidos. De dote x quart. aiügints. (bl. 45 rw.) Cfiurat ze der A ich de bono qnod dicitur Eppia 2i gut ij quart. aiügiuia ') (ij pullos). Rudi ze der Äich de bono Eppis ij quart. siliginia ij puUoe. (Johannes Diinghouer de scopoza furatcrs ij modioa vtriusque j modium auene. De area retro domuni zehendei's j quatt. tritici.) Brida Manhusera de scopoza inanhusers üj qunrt. ailiginis ij 3< quart. auene. (Eberh. gasaer -) de bono Hafners j medium vtriusque j (Dictua Hafner j modium vtrinaque j quart. auene.) Mülitor de moleodino ij quart. tritici H. dacber de vinca an blitsenberg j fertonem cere. (Dioti Weber iu folkicon) dant de acopoza in Oasingen v lidos, Dat SpaJtenstain. (De agro hi eraenriet ij puUoa.) Kt multi pnlli habentnr in alio Ubro '), (bl. 46 rw.) WilgenspÖcb*). Mauaus lAnblis V modioa vtriuaque j raaltram auene j porcum valentem v aoÜdoB. 1) Darüber geschrieben: tritici. 3) Daneben: halb. S| Diese Zeile am Fusae der Seite. 4) Dorf im Eürcheriachen Gebiete des alten Tliur[[aues, j. Wil- _ dmubuch. 918 Predium Jobannis forsters v quart. tritici vj quart. siliginis viiij quart. auene. Prediam RAd. Roten x quart. vtriusque j modium auene. Predium des jusen v quart. tritici j modium siliginis ij mo- 5 dioB auene. Predium der wiserren iij modios vtriusque iij modios auene j porcum valentem v solides. Bonum des Roten v modios vtriusque j maltrum auene j por- cum valentem v solidos. 10 Bonum Cänrat Riehen ij quart. tritici v quart. siliginis vij quart. auene. Bonum Claus 6rlingers vj quart. vtriusque v quart. auene. Bonum Anne Jusinen ij quart. vtriusque ij quart. auene. Bonum Wemhers *) ij modios vtriusque vj quart. auene j 15 porcum valentem v solidos. Bonum dictum Eppis garten ij quart. tritici ij pullos. (Agri qui dicuntur vasoltinen gut duobus annis vtroque anno V quart. tritici et t«rcio anno vj quart. tritici), istud forte dicitur judlis aker. 20 Judelis aker j modium tritici dos ij quart. tritici. Omnes colentes bonum der wiserren dant j fertonem vtriusque j fertonem auene. Bonum C. friien j quart. auene. Bonum lemlis iiij modios vtriusque iiij ^) modios auene forte 25 j porcum valentem v solidos. (bl. 47 VW.) H. Jus de bono des forsters iij quart. tritici j modium siliginis vj quart. auene. Henni pfiffer de bono des forsters j modium vtriusque iiij 30 quart. auene. Item j quart. auene de prediis. H. wilthaber de bono des Roten x quart. vtriusque j modium auene. (Item de bono RAdelers in Slatte viiij quart. tritici j puUum.) De bono wipfen in Slatt viiij quart. tritici j pullum. (De bono RAdelers in Slatte ij modios tritici ij modios auene ij pullos. 35 De bono wernhers ij modios vtriusque vj quart. auene.) H. Rantz in Slatt de bono wipfen viiij quart. tritici j pullum. Claus Strub de bono Struben in Slatt ij modios tritici j modium auene ij puUos. (Claus 6rlinger de bono der Wisserren v quart. vtriusque v 40 quart. auene) •). (Ru. gasser de Trutticon de bono der wiserren iij quart. vtriusque iij quart. auene) ^). ' 1) Darüber geschrieben: Sutrinen. 2) Darüber geschrieben: v. 3) Darüber geschrieben: dat EL Jus. 4) Darüber geschrieben: dat H. Jus. «« (H. Binder)') de buno lemblis ij inodios vtriusque ij modios suen«. Item de bono Jüsen j qnart, j fertooem tritici j quart. BÜiginis ij cjuart. auene. Dictus Stotter de Slatt de liono .lasen ii,i qiifirt.. tritici (j ppl j nioilium spolte. raansu in der H&b üj modioe utriusquo j modiiim Buen Uolrioh Sutor de Area GaUingers j quart. tritici. Item | acopOKEL iD der gaesen sua parte (j fertoneDi tritici) j terciam [ A tem tril.ici- Dictus Hemer de maiisu liumbela sua') parte x qu&rt. vtri- ua<|ue ') j modium auene. l)e Bcopoza den inans media parte ij quart. tritici. (I>e scopoza knistingB iij qu&rt.. tritici iij quart. auene. *) De Bcopoza Maister ArnoltK j quart. tritici j quart. aneoe 10 item von knistings gut j quart. tritici j quart. auene. DictuB Waltalitiger de scopoza am Tautzweg qui diciturKot- gers ij quart, tritici ij quart. auene suam partem der Häb In der HBb. Dictus fötE. De Bono dicto getrippel j niodium speite. löscopo^a in der gassen*) j Tertoiiem tritici dat Cünrat fots i Bencon. (Johannes Oehan de acopoza Hündlinan ij quart. tritii Dolricli vilÜL'UB de scopoza inaieter Arnoha j quart. tritii 20 quart. auene. (Welti Uaiieu ij quart. tiitici ü quart, aueoe)*). (Iil. 50 rtr.) Hu. zimberroan de Bcopoza in der gu quai*t. Iritiei j quart. aneoe- Murli de Hüba in der Uüb vj quart. tritici vj qoart. 1 ä.'i giuis j modium auene. Hiltbrant de dote vij Holidos et Buam partem 1 (Biirgi)') Baue de Hub in der Hüb iij quitrt. BÜigiuis ij quart auene. (Lembli de matisu in der gasseo viij quurt. vtriusquo quart. minus j fertonis auene.) 30 Uolrich Rasor de vinea in Kalteoberg ij quart. auene. Uolrich °) Gieaenharter quavtam partem de Hüb in der Hft|j Ilem isti dimt porro-^. Hiltbrant et Landolt j porcum, DictuB Berner et Welti Baue j porcum. 35 H. maüei-'et Berner j porcum. Iseaetek et Berner j porcum. Item Iseoatek (et Cbatt j porcum) et celler j porcnm. Giaenbarter et Walltalinger j porcum. 1) Darüber gescbriebon : quarla. 2) Darüber gescbriebenr H. räsli mediam 3) Darunter geaciirieben: et unam teruiani 4] Darunter geech rieben : de bonoHüBdlin partem II. RAalis de bouo knisting ij quart. ti quart. tritici ii quart. auene. 5) Daneben : Jobannes. 6) Darunter geschrieben; uel Murli. parlera tritici, n. Am Rande: et j itici de bono i 228 ^ laenstek (Cuntzel)') Bvrgi baiio (et dictnB verr») j porciim. V DictiiB gasaer Claus Srlinger dictua Cän et CnutKel ,j porcum. ^ DictuB gaseer et CAntzel j porcum. I (bl. 51 TW.) Celler hnbet Curiam tutam. J De nianeu in der gaBseu x qnart. vtriusque ij quart. auene. S I DöOctava parte der Hüli in der fiüb vj quart. vtriuaque ij quart. I auene. De Octavn parte BurabetB Hob v quart. Ttriueque ij quart. I anene. De qusrta part« Scopoze kuüstingG j quart. tritici j quart, I auene. De doto j modium tritiri. I Dictus Cnn dat de Media decima vü^ modioB tritici. IteuilOil de quarta parte der Hündinen gütz j quart. tritici j quart. anene. M Item dat (de dote vij aolidiie deaarloraiD I. ^ Item dict.uB Cäutzel de media parte decime viiij mi>dioB tri- I tici. (It«m de tiianeu in der gaasen v ijuart. vtriusque ij quart. I auene. Item de octava parte der Hub in der U&b vj quart. vtri- l&J UBque ij quart. auene. Item de octava parte liumbolB Hub v I quart. vtrinsqnc ij quart.. auene.) De media parte Kalwen Hub 1 y quart. tritid ij quart. aüiginis. Uteui de dote j modium tiitici. I De Soopoza EniistingerB quarta parte j quart, tritici j quart. I auene.) 20 J (bl. 51 rw.) Wernli vilUcus de bücbberg. De Mnnsu in der 1 gaeaen vüj quart. vtriuaque iij quart. auene minus j fertonis. ■ Riid. gaeaer de nianau in der Gaasen v niodios »triusque vij I quart. auene. De raanau Kahveii Hüb j modium vtriusque. Item m de Scopuzn Maister Arnoitz quarta parte j quart. tritici i quitrt. 2fi ■ ClauB Oertinger (do .MnuBU in der gaEsen viij quart. vtriua- que iij quart. auene minus j fertonis). Item de Scopoza in der gaasen j quart. tritici. Item de Scopoza Gotimanshuaen j modium tritici ij quart. auene. De Sciipoza des Biachofa ij quart. tritici 80 1 ij quart. auene. Du urtu Treflinen j quart. tritici. H. viüicus de Scopoza in Gotzmanahusen j modium tritici ij quart. auene. Item de mansu wipfen Hüb duas partes oensu. Landolt Je Scopoza der Hiindlinen j quart. tritici j quart. auene. De bono quod dicitur doz getrippel j modium speltc. 3: Johannes Huber de scopoza Hdudlinen j quart, tritici j quart. auene. iLem de Area-) ze'i Haimenbrnnnen tj quart, auene. De ortu dicto der usser gart j quart, tritici. De dote j modium tri- tici. Item de scopoza in der gaaaen j quart. tritici. laenatek de mansu Diimbels ena parte xxv quart. vtriuaque 40d TJ ') quart. anene. De scopoza in der HSb iüj quart. tritici iiij quart. anene. De bono quod dicitur daz getrippel j modium apelte. 1) Darüber g-escbrieban : oeller. 3] Darüber ^schrieben: et orte. "] Daneben: x. 994 llulricli Sutor de scopoza fiailingera j quart. tritici. De po7« in der gnHaeo bdb parte j fertonem tritici. (bl, 52 TW.) (Curia Sabaahuaen iiij modios trilioi j m auene j modium leguminia vij Holidos.) 5 TrliUicon»)- Curia soluit xvj modioB vtriueqne ij inaltrn auene ij pisamm j plauBtrum feni j porcum vnlentein xij solidoB. Quatuor acopoKe quelibet aoluit j modinm tritici Molendi Itrm ) Cuarat celler habet (mediam) Ciiriam (et dat partem terciam)^) item de acopoza cellerarii 10 0>1. 52 r medium ceDBUL modium tritici. (Johannes) ') Sutor de octava parte Curie (j iiiodiiira *) 15 tici) j modiam atliginis j modium aueiie j quart. kguroinia de acopoza autoris ij quart. tritici fritschi dat de siipero censu dium tritici j modiuni siliginis. Llictua friio de qoarta parte Curie ij modiua tritici ij r siliginis jj modtoa fLueiie ij quart. leguuiinis de quo dat celter 20 ciam partem. i)ictu8 lang de quai'ta parte Curie iiij modios vtriusque modioa nuene ij quart. legdmiuiB. (Item de octava parte Ci modios vtriusqiie j modium auone j quart. leguminie.) De sco BUA j modium tritici item de media acopoza sutoris ij qoart. 25tici uel lencf'ritz item de octitva parte curie ij moilioa vtriuBqus' modium aueue j quart. leguminia. Claua Hettlinger de media acopoza ilelia ij quart. tritici. zulieuder de acopoza j modium tritici. (Dictua friie)^) de media acopoza Zindelon ij quart. tritid.. 30 Johannes Beringer de agro ennet dem watte uuam ecapi ' de agria vor Hetalia gobaide hinder Claua CSneu Aker iiij denai Dictus Hettlinger et Claus Müller dant auDuatim de pro] agris ij deoarios. 35 iliirgi *) von Huseo de prato Benkouers xviij deni Dictus Giaeler') de eodem prato j fertonem piperia. gera in bäch dictam lentin ij quart. trilici Bü. üep habet mediam partem. 1) Dorf im sürcheristhen Gebiete dea allen Thurgaue». 2) Darüber geschrieben: qusrtam partem et dat quartara { 3} Darüber geschrieben: Uolrich. i) Iiarüber geschrieben : vj quartalia j modium tritici. 6) Debergeach riebe n : Zingge, 6] Danelwn am Rande: Claus Hatlinger. 7) Darüber geschrieben; H. Hicli. (1,1. r,?, rw. Trühtlicon'}. t'nria solnit v niodioa tritici j maltnim anene j porcnra tb- leniem v soIidoB Ixx oua. Scoiwza 9olnit ij modios tritici ixi oua. Item Iturgi celler de Waltalingen habet agroa in Raggen- 5 hailden de quibus dat ad curiam Trühtlicon duobua annia atroque , anno ,j mudium tritici tercio anno nicbil. | I)iGtuB Rütinian de agria ibidem ij quart. tritici. In den widen lii UeBÜDgen. Aliqui^) Biicgi liep dat forte ... . In Pietingeo iij quart. tritici forte H. aniit de dslingen .... de 10 wida v] pullos tnolarea boDum accipit advocatns t solitloa Costentzer. (bl. 5;i rw.) Andelfingen'). Curia ihidem soluit xx modios siliginis üj maltrs. aaene ad tempuB. Mansus an dem Aigen viij modios sijiginis ij maltra auene *). 15 Prediuni zimliermans xv quart. siliginis v modioB j qaart. MaiiBus an dem werde uel ze den Tannen xviij quart. siliginis v modios j quart. aaene *). Bonum '') dictam gasseleben iij modios siligiais t modios ZI Item") secnndom gasselehen iij modios siliginis t modios j quart, auene, Bonum dictum lentfritz iij mudios siliginis v modios j quart. ..e™ »). üi ßonum") dictum blatlehen viy modios siliginis xj modios anene. Bonum ") Hagenbahs uel Br&drinen xv qaart. siliginis xxj Mansua am Stad uel de De pont« iiij maltra anene habet Johannes dappifer qai dicitnr de Neftenbach '^) nomine feodis posnit domino Hngoni de laadenberg pro iiij libris supra theloneum Buom. 1) Muß in der Nähe der beiden vorigen Ortichaflen gelegen haben. 2) IWüher geachrielien: H, amil . . . 3) Dorf im aürchurischen Uebiet des alt«n TburgauM. 4) Am Rande: Item Erai. i>) Am Räude: Item ernis. 6J Am aand«: Terro et kötrii. 7) Daneben geschrieben: filrich zimberman. 8) Am RHado: vacat. 9) Daneben geschrieben : Urich zimliermau. 10} Am Raade: kStili. 11) Daneben geschrieben: Mrich landolt. 12) Daneben: Erni. 18J Daräber geschrieben: iiij modios. 14) Darüber geschrieben: üj modios auene 15) Ue bergeich rieben : Schuraberg. Blrllngcr Memauiiu IT 3 Ifi xvj quart.'*) siliginu x^ que Curia in weBters)iAI que dicitnr die Eogi soluit j multn le quam quondsm coluit H. peters de alta et dedit i u modo habet Hebstrit de Mandnch, !1 II] ict äjS 5 Trntticon'). (bl, 54 VW.) IliotUB Berner de Manan Bumbels quarta parte X qu&rt. vtriusque j modtuni nuene. lle «copnza des maus media parte ij quart, tritici de Scopoza kuüatings üj quart. trittci üj quart. auene. De aoopoza Maister arnoltz ij quart. tritict " lOquavt, auene. I>iutu8 Waltstinger de scopoza an dem Tatitzweg qni die des Nütgera ij quart. trilici ij qoart. aaene. Dictns fötz von dem getrippei j modinm apelte item de bco- poza in der gaaseo j fertonem tritici. IG Johannes Oehain de Bcopoza der lltiadlinen ij quart. tritiai ij qnart. auene. Uolrich villicaa de HCopoza maister arnolts j quart. tritiel' qnart. auene. Ru. Zünberman de acopoza in der Oasuen j quart. tritit 20 quart. auene. Hiltbrant de dote vij solidoa. Leuibli de maneu in der Gaiiaen vjij quart, vtriusque üj quai auene minua j fertonia. L'olricli Rasur dat de vinea an kaltenlrerg ij quart. aueaetr 25 Isti d>int poruus. Hiltbrant et Landolt j porcnm. Di« Beruer et Wnither Baiio j porcium item H. maiier et Benier j cum. Item laeoitek et Bemer j porciim item laeiiatek et CAntaol j porcum item Giaenharter et Waltalinger j porcum itera Iseustek Cäntnel [lürgi bsiio et dictus verru j porcum. Item dictua Gasser 30 Claus fiflioger et dictus Cün et CAntzel j porcum. liictus Gumt, et Gflntsel j poroum. (bL 45 rw.) Bäcliberg'^). Curia Boluit ij modioa vtrinaque ij maltra auene (ij leguminia) C oua j medium leguminia j porcum C oua üj puIli O.'i Curia diota maüerhof soloit xij modioa vtriueque ij maltra nuene üj porcos valentes v solidoa oiia, Predium dictum Swaigbuaen soluit udo anno vüij modioa aili- ginis. Secnndo anno ij modios eiliginia. Et tercio anno üj raodioa sUiginis et annuatim j medium auene j porcum L oua. 40 Item Raiubrehtz bAl j quart. siliginis. Item de area Mettelen ij quart. siliginia. Item de Hooegg in tercio anno yj modios Item Iftggia Hailde j qnart. siliginia. Bonom quod dioitur Qrunneader tres lagen lodifli^ 1) Vgl. S. 220, 2) Vgl. S. 120, J Aren in oberulior tj quart, siligiiiis quiim habet C5n rat Solger .le Bailb. Predium peter j modium tritici ij modios ailiginia ij mo- Predium Bülers j modioni tritici rj qnart. siliginis j modinm anene. 6 BoDum in Höuberg j nudium siliginix. Tredium ze dem Brunnen j niodium tritici ij modios sÜiginiB ij iiindios auene. Predinm ze der Zuben j modium tritici j modium ailiginia j modium auene. 10 Predinm daz Trogleben j modium ailiginia iüj eolidos de porco L 011 a. Willinen Htirwi vj quart. Biliginis iij «oÜdoB L o»ft. Item aliud bouum in Htirwi v qnart. siligiuis v aoüdoa de porco L oua. 16 | Bonnm Anshelms (iüj aolidoe L ouaj j modium siliginis. BoQUm des Stultzen ij quart. tritici j modium Eiliginis j mo- (bl. 55 VW.) Itonum quod dicitur dae biich aoluit ia tercio niino V modioa siliginis. 2i De areH wegmana ij quart. BÜiginis. De agro iu Stampacb j quart. tritici. Bonum des keaselers \ quarl. siliginis v aolidoa de porco. ßonum dea Heldäa ^ quai-t. ailiginia. Bonum dictum in obernhof ij qnart. et dnas tercias partes 2 tritici ij modioa ailiginia ij modios auene. Bonam in Höuberg j moJium tritici j modium siliginia j mo- Honum dictum daa Alt geriite iüj modios ailiginia. Scopoza in Gupfeo iüj modioa siliginis ij modioa auena v so- 30 i lidos de porco. Bonum H&ggis j modium ailiginia j modium auene. Bomim llachera j modium eiliginis ij quart. auene. Bonum in dem Muikart vj quart. stligicis j medium anene. De agro Hermans in Murkart in tercio anno j qiiait.sJliginia. 3B I Item bonum dictum Haaenbützt in tercio anno xv quart. eiliginis. Bamaowe üy modios tritici j maltrum auene vij aolidos de puroo. Bonum agneaen j quart. tritici iij solidos. Item Bonum des friien in Swaighuaen quod babet Cüurnt 40 4 Egbrebtz v modios siligiuis. (bl. 55 rw.) H. de zwaindal ') dat de quarta parte Curie iij modios vtriusque ij modios auene ij quart. piaarum. Item de bono dicto Kainbrecbtz bfll j quart. siliginis. Item de areis dictis Met- 45 \ t) Dsrfltwr gesobrieben: der Swartz, im. "^^^ 99? telen ij quart. siligioi?. De bono lies Heldes ij quarf. siliginial bono dicto Troglehen j modium sUigiois iüj solidos L c boDo dicto Hohnegg in tercio Anno iij niodios siliginis. Item de boQO dicto läggiB Uiiilde j quurt. siiiginiB. Item participes predicti 5 Hainricbs et dÄnt de HoDegge iij modios siliginis. Biirgi Erzinger de quarta parte Curie iij modios vtriusque ij modioa nneoe ij quni'l. piaBrum. lUm de bono Swaighuaen voo anno viiij raodioB siliginis. Secnndo anno ij modios siliginis. Et tercio anno iij modios siliginis et annuatini j modium auene j por- ] cum valeutent v solidos L oua. De agris in Stumpach j quart. txitici. De agio ze Ruinbrcchtz böl j qaart. siliginis. De bono quod dicitur bruunen adren iij lagenas vini. Johannes Krzinger dat de tluria vj quart. rtrinsque j n auene j quart, pisarum. 15 Item Johannes Marschal. Johannes winter. E. RAdger. hannes Sroit habent mediam Curiam et dant medinm censuni. (Walther in olierdoif) de area in oberdorf*) ij quart. sili- ginis item Cänrat Solger de Bailb babet idem bonnm ij quart. siligiuis.) 20 Sunnenfi'O de Curiit dicta maiierbof quarta parte iij mudios vtriusque ij modios auene tres pedos porci xsv ova. De bono weg- mans ij quart. siliginis de scopo^ta in gupfen j njodiura siliginis ij qaart. aoene. De bono ftacbers ^J j modiuin siliginis ij qnart. aueoe. De bono flflggis j modium siliginis j modium auene. De bono quod 25 dicitur daz BSch in tercio anno v qaart. siliginis. H. RAdger de Curia j modium vtriusque ij qaart. anene Boatn parte tn porci. Joliannes smit de Curia vj quart. rtriusqae j modium anene item de orto in obernhot ij quart. siliginis. 30 (bl. 56 TW.) Stil junior de predicta Curia vj quart. vtriusque j modium auene ij pedea porci xiij oaa. De bono Berhtolz zem Brunnen ij quart. tritioi j modium siliginis j modium auene. Adelbait villica de predicta Curia vj quart. vtriusque j tno- diam auene ij pedes porci xiij oua. 35 Dictus Rietmaiier de predicta Curia (ij modios vtriusque) *) V qaart. et terciam partem auene j porcum et oua. De bono dicto petera gut j modium vtriusque j modium'auene. De bono agneaeu »vj donariOB ot j terciam partem tritici, Bfirgi vitlicuB de predicta Cnria ij modios vtriusque v qaart. 40ct j terciam partem auene j porcum, oua. Cfinrat villicns de predicta Curia (ü modios vt.ritiaqoe) *) v quart. et j terciam partem auene j porcum, oua. Dl« iHino quod 1) Von anderer Hand darüber geschrieben; obembof, 2) Wie vorhin. 3) Am Rande: uel jung. 4) Darüber geschrieben : iij quarlalia tritici j modium «iligiDia. 6) Darüber gi-sulirieben: v quartalia tritici j modiom liliginia. 229 dicitur Hiirwi üj quart. siligmia iij Bolidus xxv üua. De boiiu qaud didtnr duz b&ch in tercio anno v quart. siligiais. Item predicti dictoB Kietmaiier Bürgi villicus C&nrnt villieus dsnt'} j quflrt. tt-itici iüj solidos denai'iorum, H. peter de bono peler j qnart. Iritici vj quart. sUigioia ij S Dictn» Aaabeln de bono peter j quart. tritict jj quart. aueoe*) H, BAler de bono BAIera j modium tritici vj quart, siligiuis j modiom anene. De bono keaHelers v quart. siÜginia v Bolidoa. De bonoquodlO dicitur daz lifich in tercio anno x qnart- »Uiginis. Johannes Marschal de bono Höubtrg ij qusi-t. ailiginis de bono dicto Hürwi iij quart. siliginia iij solidos. (bl. 56 rv.) H. Marachal de bono Häaberg ij quart. siliginis. Johannes Stil de bono H. zem brannen ij quart. tritici jlS modium siliglniB j modium auene. De Haseubützi in tercio anno V qnart. sUigiois. C. von H<'>nberg *) ij modios vtrinsque j modium auene. ita Scbützin de bono dicto willinen Buiwi vj quart. siliginis iij solidos L oua, 20 H. Schute de bono Schütsen ij quart. tritici j modium sili- ginis j modium anene. C. Stil senior von dem obern Hof j quart. j terciam part«m tritici j modium siliginia j roodiuni auene. De Scopoza in gupfen ij modios siliginis j modium auene L oua v solidos. von dem alten 25 gerüte iiij modios siliginis. von Haseabüt^i in tercio anno t quart. RAdger Stil vou obernhof j quart, j terciam psrtem tritici j modium siliginis j modium auene von Haaenbützi in tercio anno v , quart. siliginis. 30 Büi'gi mantz de bono in Hönberg ij modios vtriusque j mo' dium auene. Itam de scopoza in gupfen j modium siliginis ij quart. auene. (Johannes Winter)'') de bono in Murkart \) quart. siliginis j modium auene. De ngro in stAkeu in tercio anno j quart. 35 siliginis'). (RS. villions de Bailb dat de Ramsowe ij modios trittd ij modios anene üij solidos.) C. Egbrechtz de bono des friien in Swaighuaen v modios BÜigims. 40 1) Am Bande: de bono agnes«n. J 2\ Am Rande: j modium siliginia iüj solidos L oua. I 3) Am Bandu: Item de bono Änshelms. I i) Darüber guscbi-ieben : juniur de bono ziiber. | ö) Darüber geschrielien: Hü. villiuua. ß) Am Rande von neuer Uaud: de Ramsuwo ij uiodiui siliginia 8sn Biirgi Erzlager liabet. viiienm iu brunnndera eoluentem atA tres lageoaa viai. De qua conceaeit partem vemuB Augiam. uzof^ JohanniB dicti Iläter et Gliia suis ijui sunt nostii mouasterii qni debet dare sex quart. vini illo qui liiibet vineam'). 5 (bl. 57 VW.) Curi* SachanhaBen soluit iiij modioB trittci _ maltrum anene j modium piperia vij solidoa. Trüilikoö'). Curia in Trüllikon aoluit xvj modios vtriusque ij maltra aal ij modioa piaarum j plauetvom teni j porüiim valeatem xij solid 10 Quatuür acopoze quelitiet Boluit j modium tritici. Molendinam soluit k Holidus deDariorum. (bl. 57 rw.) C. celier babet mediam partem Curie et acopoaa celleraiü j modium tritici. 15 Item Sutor dat de octaua parte Curie auene j legaminia, Item de media scopoza . . . °). DictuB friie de quarta parte Curie ij modioa tritici ij siligiais ij modioa auene ij quart. Icguminta de quo dat celier ciam partem. 20 DictüB Inug de quarta parte Curie iiij modioa vtriuaque modioa aneoe ij quart. legaminis. Item dat de octaoa parte Cu iJ modioä vtriuaque j medium auene j quart.' leguminia. Item di Bcopoza Bua j modium tritici. Item de media acopoza iJ qusi tritici *). 25 ClauB HettliDger de media scopoza ''} j quart. triüci. Ru. friie de media scopoza',) ij quart. tritiiU. Jobannea Geringer de agro ennet dem watte unam acapoli Item de agria vor Iletzlia geliaide hinder CUua Cunrats oker iiij denariOB unam acapulam. 30 DictuB llettlisger et Claus Müller daut annuatim de profxüa agria ij denarioa. ^ (Scolaetica dat von wislia xvüj denarios.) ßürgi von Husen de prato Benkouers xviij denarioa eodem prato dat kis diotua Ciiseler j feiionem piperia. S5(bl. 58 VW.) EUicon'j. Curia ibidem soluit v modios vtriuaque ij modioa au< oua u puUoB. Ager dea Roten j modium siligiuis. de i 1] Das üebrige ist abgeaehnittau. 2) Vgl. S, 224. 3) Die puiilctirten Stellen Bind Lücken, die durch Verderbniaajfl Papieres entutanden sind, die sich aber aus S. 224 ergänzen laaai i) Am Rande von neuer Hand: Item de scopoza lentfrite. 5) Darüber geBchriebcn: HeJis, 6) Darüber gPBchrieben: zindel^n. 7) Dorf im zürcheriacbea Gebiete des alten Tbnrgaus, a der Thur in den Rhein. 2S1 Bonum WinmaiiB j inodiam EÜigiiiis. De area Rustie super quam residst Üj qnart. siliginiB. Ager dictas der Herren &ker quam colitur ij quart. eiliginis. Scopoza R&d. kenhütz ij quait. BiLgiuia. ScopoEB H. Iseuhütz ij quart. siligiois j modium BiliginiB. 5 De bonis Buper que reBideiit iij quart. siliginis que dicaii- tur S weglere gut. (bl. S8 rw.) (Bürgi Notger) ') habet totain tluriiim. Dicti Rnati de ngru des Roten j niodium siligiuis. De bouo 1< WiumaQB j tnodiau BÜigiais. De area super quam reBidcnt iij quart. siligitiia. De agro der Herren quam colitur ij qunri. sili- giniB. De ficopoaa RS. iBenlintz j quarl. siliginis. Item de media inansu Stfilingers in Oerliugeo iij niudius vtriuaque ij modioa aueae üij Bolidos j aucam. Item de duobuB Scopozjs ZKwüecha in obral! luaTtella ij niudioB vtriuBque. Item de duobua scopnsis in Nidra Martella que dicuntut Notgers vijj ijuart. »ti-insque ij ni odios auene. De Bcopoza des wirtes in örliugen ij vtrineque ij quai't. aoene. De Moleiidiuo in Rfidlingen vüij quart. tritici x quart. rili- ginis vj solidoB L uua duos pullos molures. 2i Dicti Sürt de acopoza H. Iseniiut j niudium siliginiB de aco- poata Ru. iBentinlz j quart. siligiuis. De MaoBu StAlingers in 0er- lingeu iij oiodiua vtriuaque ij modioa auene üij solidoB deuariorum j aucam. De acopoza des friieti in obra MarteJla ij modios vtHua- qne item de scopoza des wirtz in ftrliagen iiij quart. Ttriuaque ij 2i quart. auene. Johannea Rusti coaceaBit. C. celler de TriUlicoi) et Ueredibua Buiä agrum aitnra in Rädiuar speclautem ad bunnni des Sweglura de quo dat ad predietum prediuni ij quart. siligtnia. Ad cetlarium nustrum ij pulloB hlauricü. 3' (bl. 59 VW.) Slatte'). Diotns R&deler ij modios tritici ij modios Miene ij pullos. Waither Strub tou ober Slatt ij modioa tritici j modium aueue ij pulloB. Adelbait wipfiu viiü quart. tritici j pullum. 8 Willi wipfia TÜij quart- tritici j pullum. {b\. 59 rw.) Oberwile»). Curia aoluit vij modios tritici j maltrum anene j porciun valentera vj Bolidos novorum et oua. Item Johaanes et Wilnhelmus MAsli fratres habent Curiam. 4 Uei ,rt*). Henkart x quart. tritici de quo daot bii sequentea. 1) Darüber geichrieben: habet HArler, 2] Dorf im zu rcb er! sehen Gebiete des alten Thurtjaues. 'ä) Dorf im zürcheriBchen Gebiete dei alten Tburgaiiea, 4) Dorf im zQrcberiaohea Gebiete des alten Tburgaues. H. dietus Himel iiel Henkbarter j modium tritioL C, allinger uei gÜBselle j inodium tritici u^ Holidus. Johannes Rebniaii uel Jobannoa Himel ij qoart. tritici de o forte Johannes Himel dat totuni ceusum. 5(b], 60 ,w.) Tegerloi). Caria ibidem dicta kelnhof süluit vij modios tritici j msiti auene j porcum vnlentem vij sotidos et oua. Flach =). Curia aoluit vij inodios tritici j mallrum aueoe j porciu 10 V BolidoH. Boniim lotBteterB') iij modioa tritici jquart. trilici v Bulidos*]! Soopoza des tAibers \j qufirt. tritici ij modioB aiÜf^nia^). Scopoza Zehenders Üj quart, tritici v solidoB nouoruin. Scüpoza Heriuaninen ') ij modioa tritici iij modios auene'). 15 Boimm Cänrat im wiler vj qunrt. tritici j modium siliginis . lifarau c«re. Scopoza Gaalera ij quart. tritici ij quart. auene"). Bonuin Rüd. de wile x quaxt. tritici ij niodioe auene v t 20 Bonum daz llaglehen v solidos nouoruin. Bonum R&. villici x quart. tritici ij modioe siliginia ij i dioni auene forte xvüj denarioa, Bonum der Mutierinen vj quart. tritici vj quart. BÜiginis. Bonum dea Humpen aoluit medium partem. 25 Bonum dictum daz Turlehen j medium tritici j modinm t ginis j modiiim auene. Hngleheu et turlehen habet knßrring et dat ij mudlos trittn Ad sex annos et poateA aoluit plus uel dicitur Hünitingera gSt ao] uit iij modios tritici iiij solidos. 30 Bonum Walther celler de Andolfingen v quart. tritici solidos. Bonum strsBaers j modtum tritici j modium siliginia. {bl. 60 rw.) (Hug. *) Ouldihät) de bono lotstetera iiij mo< 35 tritici'*) v Bülidos. (Henni "] erb) de bono t&ibere vj quart. tritici ij modia siliginia. 1) Dorf im zürchori sehen Gebiete dee alten Thurgauea, j. Dägerlai ■2) Dorf im lürcheriachen Gebiets des alten Thurgauea. 3j Darüber gtachriebeo; uel boUcra. 4) Am Saude: dat Boiler. 5) Am Rande: dat viacher. 6) Darüber geachrieben: uel Holtiers. 7) Am Rande : v modioa auene v solidos. 6) Am Rande: dat H. Swarz. 9) Darüber geachrieben: dietus Boller dat. 10) Darüber geachrieben: j quartale tritici. 11) Darüber geachrieben: Jobannes fiacb. (H. ! iBÜiDger) ') de scopoza zebeaders') üj tritid v aoüdos (Johannes viacher) *) de acopoza Hermaninen ij modios tritici ij modioa auene. (Da*) bono CSrirat in wile x ijaart. dat Cfinret x «luart. ti'ilici ij inudioB auene v aolidug Düuorutn.) S II. Graber*) dat de bono Cfinrate in wile vj quart. tritici') j modiuni ailiginiB j Hbram cere v Bolidoa. Item du bono des Bas- lers ij quart. tritici ij quart, ouene. Biirgi friie dat de bono ßä im wiler x quart. tritici ij modios auene v Bolidoa iionorum. Claus Notier') do bono (BftBier«)*) x qaart. tritici ij modios 10~1 siligiiiia j modiam auene xvüj denartos. 11.") Mitlei- ite bono des mitlers vj quart. tritici vj quart. ailiginis. Relicta C. dicti kellere de Tnlllicou dat de bono Waltber cellem v quai-t, tritici viij aolidos, 11 H.'") Werder dat de dote viiij quart. tritici iij solidos, Johannes B&mlinger de dote iij quart. tritici j solidum. Item de bono Bämlingers iij quart. tritici ij quart. ailiginie. H. lang dat de acopoza strassers j medium tritici j modium Biliginia dat forte Ilug bacher. 2l In folkienn") pratum ibidem soluitj librum cere '^) de agro in dem Bagontom j fertonem cere. H. de B&ch de agro nf Herten v solidoa quem colit Rfidimis. Item de alio agro uf Herten iüj solidos. (bl. ßl m.) Item tria jngera eita in Engl et unnm pratum 21 ibidem sitam au der Notger wia et nnum jugemm vor miiliberg quod spectat ad bonitm Hugouis in dem Wiler quos agros et ju- gera iam colunt. Cnorat lloltzer et Elsi äacherin de quibus de* beut annuatim dore ij quart. tritici Martin ad predictnm Bonum et ad cellarium nostrum mauricii ij pallos tali condicione si non 3< darent predictnni censum ad predictum terminum und ain i^inB den andern zins erliifG, so soal die vorgenanten äkker uod wisen dem vorgeflagteu gut wider ledig sin an fiirzug. (bl. 61 FW.) Rinhain"), 1) Darüber geeohriebeu: diotus hnSrlng. — 2) Darüber gescbrieben: uel wirtes. 3) Darüber geschrieben: knfiring C, HuKzer. 4) Am Rande: filii des grubare. 5) Darüber geachrieben: Bürgi friie, und am Rande: filii H. swartr. 6) Darüber geechrieben: vj quartalia auene. 7) Darüber geaohrJBben: Haglelien item Benni. 8) Darüber geBcbrieben: Bilrgi villici. 9) Darüber geschrieben; Cünrat. 10) Am Rande: folkicon. lli Dorf im fürch>:riBcheu Gebiete des alten Tb urgauea, j. Tolken. 11) Darüber geschrieben H. Suter. I IS) Am Rande: habet hr. Aroolt. I JS) Dorf im badiBuhen Eleltgan. 9S4 Curia aolnit xxij fraata y porcos valentea t BolidoB utrumque Clana *} Sprittel de bono des Spritt«ts iij modioa triÜci qaart. BÜigiais ijj modtoa auene. Peter Sprittel |ij raodios tritici) de eodeai bono iij modios f) tici iij quart. ailigicia iij aodios auene. Dictua Lotz ij modios tritici ij modioB auene. {Predium der Sprittel soluit vj modios tritici vj quart, bUI' ginis 7j modios auene. Scilicet suprs diuti dant censom.) De bono des Hubers dat H, Bnlier") et frater suus j modii lOsUiginis j modium auene. Item daot'; de vinea lla;endal (j diuni tritici) iij quart. tritici de viiiea an dem graben j quart. tici de bono dea Roten ij quart. tritici. Terrenbacb '■) de decima in pratis ij quart. auene j pullom Wernli Sprittel de bono des Roten ij quart. triticL 15 Welti celler de louchringen de bono dea Roten ij quart. tril De pratu under des Snetzers Trotten ij quart. tritici'). Rü. *) Symon et uxor des verren dant de bono Symoiu j diiun siliginie. Bob tot soluit ij modios siliginis ij modios auene quod ji 2übabet Liiti wiggli cum rocüb suis. Scopoza Miisellis soluit ij modios siliginis ij modios aneue ^). MansuB in dangeteten quem dictus Johannes Hiirlinger dedit nobig soluit vj modios tritici j maltrum j porcum valentem v solidos '"). " 29 Bonum Ualwigen soluit iiij modios siliginis vj quart. ai quod babet Bil Rot. Bonum Swalningers in danksteten soluit j modium siUfpniB' medium auene. De Tinea des Hailders ' ') dat Hailder ij quart. tritici et äli 3U Claus j quart. tritici. (bl. 62 VW.) Rudi Stierli de bono in küssach iij modios tril Belicta des Äptes de viiiea ij quart. tritici. I) Darüber ^'oacbriubeo : quciium luul xij modios tritiu vj n siliginis iiij modios aueue. 3) Am Rande: bfil. 3J Darüber geschrieben: uel weberg gät. 4} Ad cctlarium. 6) Am Rande: Hans trüllinger. 6) Darüber geeuhricben : de quo dant hü seqnentes Herman 1 de bono Rüteu ij quart. tritici. 7) Daneben geschrieben: quod habet Keowart Ad cellarium. B) Am Rande: Herman Häber de ngro etism inHajrendal iij qni tarioa tritici ad cellarium. 9) Daneben geechriebea: (quod jam habet muselli scilioet d ij modios tritici j modium aueue forte nun.J 10} Daneben geschrieben: que jam habet lütis knabon scilioet 6 aliquod vinum. II) Doriiber geschrieben: babet Uenni Swaininger. Bili- i 28S . pulhir Eioauai in Haillcaiii soliiit ij modioB triÜci ij mudios aueiie j 1 Butompaale. CluQB Sailer de ecliafusa du viiian (j modium tritici xxs oua) '). Decima in umeD Riiti soluit duobus annis quantiim aoluere pt. [I. Alichel vnd Henni fromBock de agro Hiader aichsin j quart. Biliginis'j. Katherina frtesiD de agro j qaart. tritici j puUnm '). H. celler de Torculari ij puIloB autumpnales. Dicti RütiDen soluebant quoDdam v modioa ailiginiB. Riitinan in Münchilo Boluunt quantum concedere puHBDnt. (JAggli Tificher dat de agvo,) 'Agroui des Kotun am graben j quart. tritici j pullum quem dat U. viscber. Nidra Bekken iiij modioa siliginie j maltruni aueoe'). II. BAchler iiij modios BiliginiB ij modioa auene ^). Heuni BAchli ij quart. siliginis ij quart, aucoe. (n. celler vj qnart. siliginis vj quart. auene.) (Claus l'riburger de ngro.) Item ClauB luggioen emit sibi lieredibnaque buIb duoa agrof in dankst etten epectantea ad bonum dictum der Sprittel gatqaorum I adiacet dem eJuchen, alter verü adiacet agro peter Sprittele nuweo wisen uf Mülita] et debent an- boDuni der Sprittel vj denarioa et ad unum pullum. NiJra. Claua &iburger de Tangen dat de agro tino in louchringea iij quart. BÜigiaiB lüti bSIi de kussaberg de vinea in rindal j quart. ■iligin». _ Jecli bachli babet vj jugera dat in lercio anno ad cellarium Riobain vj quart. ailiginiB ad cellarium nustram ij pollos. (bl. 62 rw.) Baildingen=). Curia soluit viüj modioB j qnart. tritici viiij modioB j quart. auene ^) ij modioB piaarum ij porcos nterque valena v Bolidus. Geller qni colit Cariam predictam babet et Scopozam in obem Baildingen quam qnondara coiebant dicti zimberman solait j modium tritici j modium auene. Scopoaa dicta Kout'hailde que quondam vocabatur der Hafner under Mcttelen weg a Doatim dare ad predictui cellarium nostrum Maurici i 1) Daaeben geschrieben: tlindor Aichain j modium tritici 2) Ad cellarium. 3) Ebenso. 4} Am Raode: (de quo dat bäoher uel viBoher.) ö) Am Bande: Simon am Staldea de vinea am graben ij qi talia tritici, 61 Vgl. S. 136. 7) Darüber geachrieben: vij modio» tritici j quartale tritici vij modioB aiteae j quartale auene. 29« soluit ij modios tritici ij modios auene quam et habet cella adscriptue. Scopoaa H. Idtoltz dat idem H. Iiitolt vj qnart. tritici i 5 Scopoza an der Miili ITailden que quondam vocabatnr Radolfl an der Bailden solait iij modios tritici iij luodioa auene quam hab« lüti Hans. Item de Stampnowe vüj Bolidoa nouorum. De MaDsibua in ober Baildingen quos qiiondaui colnit Staini mur qui poetea vocabantor EmiB kormans gut Koluit ij libraa pi-J tiperie dat peter friderich in de Walzbüt et babet eaa nomine feodi. Hof IlSba juxta BaildiDgeu que vocatur Hofstelen habet Ja- bannea de kayaeratul dat J tibram piperis. — (bl. 63 rw.) Item in Hallowe Johannes Oemli. Item Gähtlingen Biirgi keller. 5 Item Nünkilcb Jobannes Milter Johannes NiUerhouer dicto Ohssener Herman Nürt von Siblingen Johannes ioucbriager Hainbclifl Stültz diutus Hallower de Siblingen. In Erzingen II. zoller. H. zoüer liHus Joharnjis lollera. Jo^J hannes Wernbera H Greten. Uolricb RfldgeiB. H, Widmer 0BA1. Claus Marti de Batterawile. In TAngeu Johannes Etusn.- BArgi Egiahaiii. In Titishuaen peter künsiugor Henni künainger dictus Grt Claoa aerms Ulrich kiinsingera forte plnrea. J Meyer Zu SebaBtian Bürater ') Ich habe dise aprachlich und sittougescb ich t lieh itberanß wier goide Got, be leia da sein ein zeichen wunderlich gescbein : der greve van CIbto eins naichtis saich in aime pauiune, dar hei lach ' 243 eine der (iller schoinfter junfrouwen, de bei mit ougen ei maichte beschouwen, gecroint mit einre güldenen cronen. I llei Hoich der minnenclicher schonen ^^^^^B wait eilf dusent juafroiiwen volgen na. ^^^^^H Nocbtan so saicti hei slda, ^^^^^H dat de selva coninginne ^^^^^B umb de mure van Colae gerne mit sinne ^^^^^^ und droicb eine kerze in irre hant u. s. w. ^^^■iSöln. Chr. I * 1 Den 38. Mai Btnrb zn männigllcher Erataunung Ihro Hoch- wiirden und Gnaer Ibro Excellenz der Hochwürdigete Legat zu Lncern wäre eines gesunderen Sinnes ; masaen als er dieses ^eventlicbe Urtheil und Verlfiumdung gebort, antwortete er voller Eifer und Geist, daß die Sach sich weit anders befinde, dann die gSttliche I Mntter habe fein geschwind Ihnie wollen den ihr erzeigten Dienst { und Miihwaltnng vergolten. S. 9. Nun sweifelte aber das Volh an I der Echtheit des Nenbürnauer Bildes: „zamahlen aber ein nnver- I nflnftiges Gericht übelgesinnter Gemüther in Erfahrenheit gebracht I haben, ala wäre die nacher Nen-Bürnau zu übersetzende Bildntiß der göttlichen Mutter nicht mehr das Uralte Gnadeubild sondern ein anderes", so hat feierliche öffentliche Prflfnng stattgefunden. Ans der Vermoderung des Holzes und den von den Uolzwürmern vemraachten Löchlein des entkleideten Mirskelbildes konnte man ' daa nur zu gewiße Altertum handgreiflich eraehen. ßeaonders be- I zeugte das der Vaß-Maler Antonius Greiaing, Burger zu Ueber- I lingen, der es schon mit seinem sebgen Vater auabeßerte. GelegenheitsBchrift 2" v, -1751: Maria in Neubürnau. 2 Kircbenfrevel beftraft. Als Alt-Bürnau bei Ueber- lingen abgetan nnd die Wallfart auf Salemiscbes Territorium über- getragen ward in der Mitte des 18. Jbds. wollten es die Reichs- lUdter nicht leiden. Ein Grätknecht ') J. G. Ilmenaee riß das Es- communications- inid Interdictspatent an der veraobloßnen Kirchen- { tflre EU Alt'Bürnau ab. Der wurde schrecklich am ganzen Leib aufgeschwollen und erkrankete dergestalt, daß es gefährlich ach ien L 1) Harenknecht. 344 und er muste vom Beiclitvat*r Bbsolviert werden. Den hat i auch feierltcli und reumiitig für sicTi nbbitteti laßen. Nach ee GeuMung muBte er ,zti Salem wallfahrten und nllda bei wundcrthätigen Bürnauiachen Mutter Gott«3 Bildouß den 11. Sei von 8 — !t Uhr Ijeten, hernach aber bei dem Kirclienbau 8 Tm lang oh n entgeltlich arbeiten." Maria in Neubürnau. Constanz 1751. 2" S. G. ABirlinger Ofen Sprüche auB der Gegend von Calw Die irdenen Kacheln, auf welchen folgende Sprüche n Hchönen (meist rebusartigen) Bildern stehen, sind nicht am Ofen, sonderu um deuaelben an der Feuerwand befestigt, und botiI xa erfaren war, meist von einer seiner Zeit berfimten Haiiiersfamilüh in Neubulach (der Bergstadt) verfertigt, deren Nnmen dato nicht herauszubringen war. Die meisten Sprüche sind in ScLmieh, Emherg, Rothenbi etc. sämmtlich um Calw gesammelt. 1 Alte Weiber und stumpe Besen Sind in ihrem Leben noch nie nis geiveseu. 2 Gott allein ist Helfersmaun Der uns alle retten kann. 3 Drei Kaiser und drei Konig Sind unserem Gott zu wenig. Ich will gehn und tapfer la Und mein böses Weib verka ifen. In diesem Rosengarten Will ich meinen Schatz erwarten. Unare Magd, die Annaktett Frisat so gern den fetten Speck. Ich bin ein Vogel ollerding, Des Brod ich ess, des Tjied ich sing. Unsre Magd heisst Ann Sie h»tt so gern ein Mann. Sehet doch, ihr liebe Leut' Wer auf diesem Gaishock reit'. Wo« ist doch dieser für ein Reiter, Ich glaub, es ist wohl gar ein Schneider. Wie viel Pein und Klagen Vom Morgen bis zum Abend ! 245 L Gott der Schöpfer, War der erste Tüpfer. Das ifit das Beste in der Welt, DftBs Tod und Teufel Dimmt kein G«ld. Sonst müsst ein mnnther arme Knecht Sterben vor dem Reichen weg. Dies Jahr werden die Ma:dcLen ladien, Da ista gut Hochzeit machea. Wier ich befreit von diesen Dreien: Umgeld, Accia und Steuren — So wollt icb mich gut ntehreo. Mein Mftuu, der wjer mir noch so lieb, Wenn er nur aus dem Wtrthehaus blieb. Lieb in Ehren, Wer willa verwehren? Wenn einer warme Suppe hat Darneben Wein und Brot Und habe keine Sahuldeulast Bei dem hnts keine Notb. Ich bin gewesen in Hessen Da giebts grosse Schüsseln Aber wenig zu essen. Mein Weib die muss gezanket sein Sie lebt nicht nach dem Willen mein. .u gaff.0? - 1 Sachen. Bratwurst ist eine gute Speis, Gelt, du möchtest auch, Mattheua? Auf einem grOneii Waaen, Da laufen Fachs und Hasen. Mutter, rieht die Suppen an, Dass der Vater essen kann. Diese Schüssel hab ich noch, Dase mein Mutter Knöpfle kocht. Der Hahn thnt früh aufwecken Den faulen Knecht und Magd. Sie thun sich erst recht strecken, Und schlafen bis in Tag. Mein Mann bei der Stubentliür Weist alle Narren her zu mir. Wenn die Weiber sehen den Schnee, Thut ihnen auch der Bauch schon weh. Mein Freund, ihr müsst mich nicht z' hart hebei Um 1 5 Karolin will ichs geben, 24S 35 Um 100 Thuler geU sie lier, Ich gebe euch gewiss nicht mehr. Schweinefleisch und Leberwurst Haben mich schon oft erfrischt. Wer recht Geld hat, der iast Schinken Und wer keins, kann dran denken. Wer Gold hat, der sauft den Wein, Und wer keine hat, Iteset es sein. Das Essen ist schlecht, das Trinkvii bluibt aus Ich bleib nicht mehr in diesem Uaus. Der Hanae! n. Gretel sind brave zwei Leut, Der Hansel ist narret, die Gretel nicht gschoid. Auf einer grünen Höh' Da laufen Hirsch und Eeh. Ach was soll ich fangen s Jezt kommt der Winter, und ich hab noch keinen Mann?| 36 Hinter dem Ofen aizt meine Frau Man heisat sie nur die achwarzu Sau, Hinterm Ofen und in der Holt, Ist aller bösen Weiber Stell. 37 Ist das nicht eine harte Pein, Bei 40 Jalir eine Jungfer sein? 38 Trink ich Wasser, so stirb ich, Trink ich Wein, ao verdirb ich. Lieber Wein getrunken, und verdorben, Als Wasser, und gestorben. 39 Wenn einer hat ein schönes Weib, u. lOOü Dukaten bar G Der ist glücklich in der Welt. 40 Morgen plagen mich wieder neue Sorgen Wer mir thut den Kafee borgen. 41 Wenn einer ein faules Weib hat, Wie kann er fröhlich sein ? Er inuBs des Morgens früh aufstehn Muss selber brennen ein, Musa anch wohl ohne Snppe sein, 42 Schöne Platten, gute Kissen Wird noch mancher meiden müssen. 43 Gönne auch dem Thier sein Rast Von dem da so viel Nuzen hast. 44 Ich trug die Waar (nemlich sein Weib !) herum i Und nirgends einen Käufer fand. 45 Seht, wie der Jörgle lacht, Wenn f 1 Mutter Küchle bacht. 247 Rühm, RiiidlielHch, Siilu uiid Heis Daa ist ein« gate Speia. Khret doch deu Bauernstand, Er ist der erst im ganzen Land, Gott hat die Welt ecbön augericht Lieeat UQg an Nahrung fehlen nicht. Unere liebe Dorotiie Sizt im Bett, und fangt die l'ldh. Die schönen Jungfern hat Gott geschaffen Für Baueraleut, wio für die Pfaffen. Die Blumen maten, iet gemein. Den Geruch zu gehen, gehört Gott allein. Drei Rosen auf einem Stengel Lass dich küssen, mein lieber Engel. Her rendienst und Yögeleagaaug, Thut gar schön, aber wsehrt nicht lang. Meine Frau, die kann gut kochen, Sie frisst das Fleisch, gibt mir die Knochon. Mein Weib, dee Hexle schilt und zankt mit mir. Schmeisst mir mein Saufen aelle Tag für. Goldgelb im Beutel, Grasgrün auf dem Feld Leihlarb im Bett — Das sind drei Stück, Die jeder gern htett. Es kann noch Vieles auf Erden In vielen Stücken beaser werden. Droben auf der Höh' steht ein Uirsch und ein Reb. Und eine Jangfer ateht dabei. Hat kein Pulver,'^ kein Blei. In dem Teller ateht ein Stern, Nach dem Esaon trink ich gem. Wenn die Haaen können nicht mehr laufen Und die groaeen Herrn haben kein Geld Dann aiehts übel in der Welt. Dn achenkest unser täglich Brot, segne uns, du Ueber Gottl Unser Magd heisst Lis, Sie nimmt so gern eu Pris, In meines Mannes Sonntagshosen lat mir das Beste eingeschlossen. Der Wein hat zwei Maengel; Der gute verderbt den Beutel, Der schlechte den Magen. 248 65 Wir kommen von Jerusalem Und so wir^s Geld versoffen haben, So gehen wir nach Betlehem. 66 In meiner ganzen Nachbarschaft Sind alle Msedchen tugendhaft. 67 Ein Pfaff ohne Kutten £in Maedchen ohne Dutten EUn Reiter ohne Pferd Die drei sind keinen Heller werth. 68 Das starke Boss scheut keine Müh Ein milder Herr erleichtert sie. 69 Ich siz zu Tisch, und esse (Fisch) Und (Vögel) meine Frau. 70 Der Hund theilt seines Herrn Gefahr, Er stellt das Bild der Treue dar. 71 Ich liebe dich aufs allerbest Thu du dein Vogel in mein Nest. 72 Ein Weib, ein Esel, eine Nuss Diese drei man klopfen muss. 73 An der Jungfer und am Fisch Das mittler Theil das Beste ist. 74 Glücklich, und dem Fürsten werth Ist, wer sich mit Arbeit nährt. 75 Bist du ein Armer yor der Thür So komm herein, und iss mit mir. 76 Der ist weis und wohl geschickt Der seine Hosen selber flickt. 77 Distel und Dom stechen sehr, Falsche Zungen noch viel mehr. 78 Unsre Magd, die faule Hur Schlseft alle Morgen bis 7 Uhr. 79 Mamme gang heim, S' Hundle hats Annele bisse S^ Vögele hat in d* Suppe gschissa Aber alles mit Bedacht. 80 Unsre Magd lacht Tag und Nacht • Bis sie wird zur Hur gemacht. 81 Mein Weib sait allemol: „Dir lauft Aelles dein Kraga na." No sag i: „Narr, i will dei Hemmed anthan, no laufbs au dein Krage na. 249 Wer Geld im Ueberfiusa heeizt, Der ist gewiss niolit arni, Und wer bei seiner Ärbet schwillt. Dem ista gewislich waroi. Um der Kjelte willen will der Faule nicht pflügen, So wird er in der Emdto betteln und wird nichts kriegen. Sis mit mir an den TiBch, Und hilf mir esaen meine Fiauh. Ich bin gcloffen Berg nnd Thal, Hab Untreu gfanden überall. Wenn der Wirth die Zeche macht Und die Wirthin fröhlich lacht, Dann wird der Gast ganz muthig gmacht. Der Mensch fiebrt hin aus dieser Welt Gleich wie die Blumen auf dem Feld. luh brauch kein Kaz in meinem IIaub Die Magd maust aus das ganze Haus. Wenn du willst nach Strassburg fahren Muast du schöne Jungfern aufladen. LasB nie den Müssigang dir deine Zeit verzehren, Der Faule kommt zu Nichts, der Fleissige zu Ehren. Wildpret in der sauren Brüh EsH ich gern in aller Früh. Wer nicht schafft, darf auch nicht essen. Merkte ihr Leut. thut« nicht vergessen. Bet und arbeit Gott giebt allzeit ! Alte Thaler, junge Weiber Sind die besten Zeitvert reiber. Auf der Welt ist Alles eitel Wer kein Geld hat, braucht kein Beutel. Der schöne Rosenstrauch Verbirgt die giftge Otter auch. Diese Schüssel wfer mir recht. Wenn darin ein Braten lieg. Glücklich ist, wter leicht vergisst Was nicht mehr zu tendern ist. Besiehe du zuvor dein Bild, Eh' du andre richten willt. Da hast genug tür dich zu thun. Man Freund, lass' fremde Fehler ruhn. 2S0 Ordnung ist die erste Ziei' An den Mtedchen. glaubt es mir. Ich lieb, WM sein ist, weon's auch nicht nisiu Und auch nicht werden kann, hab ich Joch meine Der Bauer ist ein Ehrenmann Denn er bebaut das Feld. Wer einen Bauern spulten kann, Ist mir ein schlechter Hold. Er p&ügt und drischt, und Bauernsch weise Erb mit den ganzen Staat. Was hilft Gelehrsamkeit und Pleias Wenn man nicht Bauern hatV Als sich mit den Maedchen freun. Wenn die Weiber waschen und backen Uann haben sie den Teufel im Nacken. Wenn Hasa u. Neid th.'eten brennen wie Feuer So wferc das Holz nicht ao theuer. Kikerikik schreit der Hahn Das Weib gehört unten, und nicht der Mann. Ich glaube, das ist ein Vei^nügen Wenn wir zwei beisammen liegen. Alte Weiber und altes Geld Findt man in der ganzen Welt. Lieben und nicht beisammen sein Das ist die allergrösste Pein. Hirsch, thu' nur ein Schrei Trau nur kei'm Jieger inai. Wenn einer will etwas verschwiegen haben ir seinem Weibe sagen, Herzen verschlossen 1 Sieh gegossen. Menschen Gedanken ichen und Kranken solchen £ So darf Dann bleibt es in ihr Als hätt' man Wasser Wenn einer hielt alh Und könnt' heilen alle Und hntt ein Kraut DasB er könnt' alte Leut jnng macheu. So wiird' er verdienen sehr viel Geld, Und wser der berühmteste Mann in der Welt. Hast du Arbeit, frisch daran Fleiss und Kunst lieht Jedermann Denn Fleiss und Kunst bringt Brot und Gunst, Eine schwarze Sau and ein r'^tt'-.«- Bart Ist selten von einer guten ^-^ Ein Pfau, eine Jungfer und ein Pferd Die sind 3 hIoIbb Thier auf Erd. Mensch, liadre nicht mit deinem Schöpfer Und sei zafrieden, wer du bist. Von meinem Poeten (1 Soldat) weieh ich nicht Ich weis wol, was die Strafe ist. I>aa ist ein rechter Eael, Der das siebt, und kanns nicht lesen. Da stehen drei Rosen — Wenn'a Essen beiss ist, So muBS mans bloeen. Ich habe fröhliche Gedanken Ich darf mit keinem Weibe zanken. Die Weiber, Wasser und das Feuer Das sind drei grosse Ungeheuer. Gott allein die Ehr' Von Gott kommt Alles her, Ja Alles, was wir haben, Sind lauter ( 123 Ich bin ein Doktor aus der Kunst Ich mach den Leuten alles ninsonst. 124 Lasa Neider neiden Hasser hassen ; Was Gott mir gönnen thut 125 Wer die Liebe will geniessen. LäsBt sieh keine Müh' verdrieesea, 126 6 mal 6 ist 36 Und wenn einer noch so fieisaig Und das Weib ist liederlich So geht Alles hinter sich. 127 Altes, was Odem hat, groas und klein Lobet den Herrn, und stimmt mit ein. 128 Lieber will ich ledig leben Als der Frau die Dosen gebeu. 120 Wer jeznnd heucheln kann Der iat am allerbesten dran. 130 Denkat du dein Alter hoch tu Ijriagen So halte Mass in allen Dingen, Im Easen, Trinken, Freud und Leid, In Arbeit und zur Schlafensseit. 252 131 Ein zufrieden ruhig Herz Und ein froh Gemüthe Stammen von dem Himmel her Und von Gottes Güte. 132 Bescheeret Gott den Haasen ßescheert er auch den Wasen. 133 Fraeule gibts wie Sand am Meer Aber wenig Jungfre mehr. Calw (Würtemberg.) Dr. ESchüz Becherinschriften ^j Im Besize des Earl of KinnouU auf Dupplin Castle bei Perth (Schottland) befinden sich fQnf kleine, halbrunde Becher, scheinbar aus Kupfer getriben, am Rande und im Innern versilbert. Die äussere Oberfläche des Kupfers ist feinkörnige gearbeitet. Mir schinen die Umschriften der Ränder interessant zu sein, und ich habe sie deshalb hier so gut wie möglich im Facsimile wieder- gegeben : 1 An mir ficht man ein wunder ding. Vor Eißen war, ietzt Kupfer hin, 2 Alf Eifen gebühren in hupf er Verkhert^ durch Herm- grund Waffer^ mich cUlef Verehrt 3 Eine Jungfrau Kan auf Erden entlieh eine Mutter werden; aber Wunder Mingt in Ohren, wan auf Eisen Kupfer wahren. 4 Vorhin als Eißen, miis Kupfer weißen, das machte Herrn" grund aus mir in einer stundt. 5 Wunder für Wunder, secht mich ieteunder, Ehmahl ich Eißen war, nun hin ich Kupfer klar. Lord Kinnoull kaufte die 5 Becher vor längerer Zeit bei einem Londoner Raritätenhändler. Dupplin Castle, Perth. N. Britain. H. von Dadelsen Sprüchwörter, Redensarten 1 Eilen thut kein gut, sagte der Schneck, der 7 Jahr über die Brücken gekrochen und gleichwol geftolpert. 188. Zu: Wie das Volk spricht. 6. Aufl. 1870. 152. 2 Alle Aembter seind schwierig, sagte jene Meßnerin und ftahl eine Wachskerz. 112. 1) Sieh Alem. U 195 ff. 275 ff. 25S 3 Meine Schwester, ich muss bekennen, wenn du in der Sonne ftehett, so hall du ein kroß (Halakrauß) truts der Burger- meifterin zu Rlraßfmry. JPrambhofer Traumgesiebter, Augsb. 1712. 219. 4 Wann Rieb allzeit aolte ein baam biegen, so oft die Wirt lögen, so Uiäre sciton längft der ganze Si:hwartwaid bucklet. Ebenda 403. 5 (Yon den Ehrsüchtigen.) Ibr schmeichlet wie ein Kammer- Ilündlein, Oir sclUeichel öfters u-ie ein Fudis im Srhicaremald. 330. 6 Wo der Fuchs eine Gans findet, da sucht er ancb die andere. 111. T Und wann die Maus in die Hflhl kommt, Tercnejnt sie, sie sei der Müller selber. 111. 8 Fangt den Hut auf, nnd laast den Schelmen rinnen. 103. 9 Wie, sagt ein Weltkind, ich soll verehren die PfalTen, welclie nichts nutz seind? welche ein Gewissen haben, worinn ein schleaischer Fuhrtnann kiHnU umkehren? 18. 10 Brüder, laßt uns saufen, biß uns die Haar geschwellen! laßt uns trinken biß Lwigel und Leber sckwinaneti! laßt noa rechen biß das Weinfaß auf dem Kopf stehet! 8. Vrgl, Alem. III 133. 133. Sieh 8. 50: saufet ein dorftiger Bruder aus einem Becher, rfa/l (Abi die Augen in ^). 1) Coiuüium R>dagrafum — durch EUam Anliart von Grätg, - Gelru<3ct eu Ingolstalt &> S. 8. ABgemein. 254 \9 Die MüJlner soind solche Leut, welche Wein trinken, lang Hie Wasser haben; ihr befter Edelstein ift der Mühlftein. SU. 20 Wie der Mageti, also dtü- Kopper. Arpagana. 1S5. 21 (Es gibt Lente) die machen ihnen alles eigen big aal den zerbrochenen Leffel im Kraftfi (Korb). Ebend. 623. 22 Dann wann der Sirl nicht mehr Freiheit hat als iaa Schaf, 80 müßt er nnt^h dem Sprüchwort anch Gra/i efseti '). 11. 23 Dann was die Herren sündigen, das mäßen die Bauern hassen- 11. 24 Die Geitzige Obrigkeiten, Bhät und Ämptleut laßen rieh aufs Gebein hinein schmieren und (aind) wie ein Iget atif die Siran. 7-1. 2.') Dann gehet erst dei- Wagen wacker und geschwind dahin nach dem Sprüchwort: schmieret man tool, so fthrt man i und st^hneU. 90. 26 (Obrigkeiten) fahren fürkommende Leut vbel und i Aümmig an, wie ein Sau den Bellflsack. 104. 27 Je üUeir der Teuffei würdt, je länger die Well flehet. J 28 Ein Teuffei kann sich unschwer und fiber Nacht mit 4 andern vergleichen. 138. 29 Gefangen Mann arm Mann. 322. 30 Ein Kuh trinkt so lang sie dürftet, die I »her — trinken mehr, dann ihr Natur erfordert, II 43. 31 Das sagen sie fCalTiniften) zwar; da man jn aber die Nfi>elkapp abzeucht, da findt sich der büß verachlngen Irrgeift, 3G7. 32 Es ift jnen widerfahren das wahre Sprüchwort: der Hu»d frifiet wieder, da er gespvgef hat und die Som tcälteet sicA i der Schwemm wieder im Kaht. 326. 33 Glaubt mir's, daß ich niemals singen oder sagen | habe catus Dei qui tollis etc. *). I 8. 34 Das Tralte teutsche Sprichwort lautet: Fallit in Der nur gehet auf den eusseren Schein Der wird nnd will betrogen sein. 38. 35 Das alte Sprichwort lautat : Einen Soldalett ohve Waffen Fürchtet man weniger als einen Äffen. 79. 1) Aus den Prediprten des M. Michael Scbaefer, wirtemh. Hof- predigers, Tüb. bei üellio 1608. 1. fünf Regimen tsregel 7 Predigten 1605. 160G EU Tüb. gehnlten. 2 (mit II unten bez.) Neun Predigten von unterschidlichen Materien Iß09. 2) Horologium Excitatoriam — Geintitche Weck-Uhr fiir alle in schweren Sünden snlBchlaßDne Menschen durch venerandum FPMaurum V. Grieftkirchen, Capuc. tyrol. Provinz 1G90. Salzb. JBMajr. — 3 Tle. er Hund 1 255 36 ünserp liebe getreue nuffrichtige redliche TeotscLe Vor- fahrer haften erft hei 80 Jahren folgenden Spruch gar gemein: Billioh wird der für uiiffsi-heid geacht: Wer seinen Negaten Sriiadeii veruraftoht Weil des Schoda Straff ihme aelba nachjagt. I 304. 37 Aber man sagt ins geraatn furor arma; Der Grimm Tor jeder Wand Gibt Waffm in die Hand. I 331. 38 Willft du dir viel NttUen machen, So siehe aelbat zu deinen Sacken. Der Müßigganij die Armut bringe Und mache vieler Slkkel ringe. Dorn. II 135. .?d Wir Teutsche sagen: diese seind rechte Schelmen so an- derer Lenth Häuaer verbrennen. 41. 40 Was mit Müh der Mann erhalfen Soll mit Fleiß das (Veit veruialteii. 3IG. ABirlinger Unterfuchungen zur Elfässer Grammatik 1 Daa ellaBsirche i/ für gemeinaleniannifches ü') Wäi-end der Elfässer den Laut « unangetastet liesa und ihn fogar öflers dem gemeindeutfchen Umlaut enteog, wurden ihm ü, i!, ölt und ou ganz fremd. Fragt man ihn wie die Kuh brQlle, wie der Kuckuck rufe, fo antwortet er; my, kykyk, ebenfo wie ein Volk welchem die Laute /■ und li nicht geläufig find, daa Blöken der Schafe durch m'i oder nii wiedergeben wird. Das franzöfifche gofit wird in reinem Munde zu ky, gros de Tours bu hro i9 f^, Louis zu lyi, souzu sj/, toupet zm type, donx, douce zu lijs u. s. w. Noch vor wenigen JarKent«n machte fich difea p für u auch beim Frauzöfifch sprechen bemerklich ^ z. B. fein gebildete Elfäsaerinnen nannten statt desllalfes arglos einen andern, we- niger anständigen Körperteil. Die ganse ErfcheJnung lat hOchst rätaelhafl. Weehalb wird bloss u EU y und nicht auch o zu ü? Weshalb lautet bloss die alte Tel bat] autende Länge il um und nicht anch die Kürze \i? Weshalb gehn frühere ou und 6u in fuj und 'i/y über (man hört 1) Ortographifohe Bemerkung. Nach dem Vorbilde der grioohifchen Fremdwörter und der angelfächeifcheti, Bltnordifohen, dä- nirchen, lohwedirchen Ortographie fchreihe ich y stntt des unbequemen Q-Zeichens. ' (oder') aber einem Buehstahen bedeutet das ■ Verengung oder VerrchlusB et^fl weiter nach hinten liegen. ' bezeichnet die Länge. (oder") mit ' gibt '. c^ch in ich, e*ht. Näheres C. in Frommanns dentTchen Mundarten Bd. VII, S. 805 ff. I J 3se Auch in und uV), wären u. f. w. hervorge- gangen Tind mit Verwandlung des f ta ^, fo würde jeder Beweis fQr die Geltung des CH-Zeicliena jener Worter ala f, zugleich auch ein folcher für das y fein und einen chronologifchen Anhaltspunkt für das leetere liefern. Aber wir wissen leider nicht einmal wann das frühere, in den Alpenniundarten noch heut erhaltene z naob 7, e, y, ö au f geworden ist, Mer zu erwarten wäre von der ortographifchon Behandlung der alten g (= indogerm. gh) und 3 (^ tönend gewordenen h aus indogcrm.k). Hinter den alten hellen Vokalen und ) u. r. w. u. f. w. (z. B. bei Arnold ia feinem Pfingstmontag ; A. Pick in „ünseri Reichadä-Wahle" Strassburg 1874.) Noch mer. Die mundartlichen Dichter haben Reime für das Auge nicht bloss zwifchen i:i, i\i, d:d, ä:en. f. w., fondern auch zwifchen y und u; z. B. Arnold, Pfingstmontag 1, 3, 58 f. onge- guktrgedrukt; 7, 20 f. Iut:bludd; II, 1, 55 f. KrotrDtttt; 5, 13f. usiVerdruss; 45 f. angegukt:verzukt; G, 101 f. Knzze:auzzQ; III, 7, 9 f. drns:HurrIebus8: V. 4, 37 f. luster : Muster; ö, 50 f. er- gukke:drukke; 6, 96 f. Gutfeh r Itutfch. — A. Pick, '8 ya're Mann's Büschel (Strassburg 1873). S. 4 gucke : verrücke. — Man vergleiche auch .v:m Pf. II, G, 167 f. Rues: Mufehkefnuss; 111,4.230 f. Ente- bmetijudd, — Dife Beispile liestätigen es dass man die Wichtig- keit der Reime für die FeatstoUung der Lautgefchichte nicht über- fchäzen darf. Saargemünd JFKrauter Zur Wortforschung') vn 1 mitküi-hldn brachte M. Sclmefer 1(105 und IG06 i Kaoüel in Tübingen, muß Jifmnaoh Jen Zuhörern bekanntes Wcff geweaen eeio. Ich teile die Stelle mit : Dann solcbe Leut (die als Vorgeaezte Geacheiilceii zugänglich) aemnien Iliillkäcklein auff jhre Seel, wie recht und wol uns Geiz genommene Gesuhenck von den Teutachen genennet werden, Es sein llöllküechlehi, welche die arme See] vet'sencken ins Verderben vnd Verdamnis. — Wann auch jemand jnen solche HoUktichlcin eingeben will. — gut wfir ep, daß sie dann znmiil wie Daniel thAten nnd sagten: behalt deine gaben 9otbB a. G. w. Michael Schaefer Predigten 1 7B ff. Ich habe das Wort in Schwaben und Aleraannien nie gehört; die Stelle der St, Blasischen Handschrift 1440 bei Mone Schauspile II 110 ist wol die einzige, denn auf die Fischurt'fche i. Garg. ist lokal kein Ge- wicht zu legen. Franken, Mitteldeutschland ist warscheiniich die Ueimat dos Wortes. Michael Schaefet' ist ein geboroer Hesse; H. Sachs ist Ilauptgewlramann sowie teilweise Ajrer. Schmeller kennt ea ans H. Sachs. Die Erkliining im DW IV 2, 1759 an Helle hinter dem' Ofen anlenond dilrfte schwerlich zutreffen. Das alte häh' =^ schlüpfrig, schief, unebcii auch in moralischer Beziehung darf nicht ganz bei Seite gelassen werden; Küechlen sind die uralten Geschenke nn die Vögte, die untergeordneten Beamten von Seiten der Vornomen sowol Geistitcben als Laien. Ferner die Gaben an der Fasnacbt an die Hörigen, wöbet an Backwerk kanra ge- dacht ward. Diser allgemeine Brauch mag wol eine volksetymo- logiache Wendung bekommen haben, mit Anlennng an infemun», Hölle- Dann darf aber auch nicht vergeßen werden, dal^ Kiichlen olle Pasteteben, ob Gift oder nicht, genannt wurden alao „zum Ver- gehen" (Br Ungeziefer u. a. w. 2 Heerlifig, Härliiiff, Ilerlini/, Herlcwein. In der Bibel Luthers Is. 5, 2; Jerera. 31 26. 30 nnd andern uordd. nnd schleaischen Schriften bis herein in unser Jarhundert, mittethochd. belegt seit dem 12. Jhd. (Weigand) ist sflddeutsch nie volkstümlich gewesen. Frat durch die Biheläbersezung Ls. (in der ältesten Schweizer Bibel: aaurer Wein dafflr) scheint auch Schwaben Kunde des Ausdruckes bekommen zu haben. Michael Schiifer l'red. II 93 lent an die hl. Schrift an: ein j<'gltcher würdt umb seiner Misse that willen sterben vnd welcher Mensch Heerlinge ißet dem sollen seine Zäne etnmpf werden. — Sollt nicht einer noch einmalen sagen, die Vfiter haben Ileertiuff gössen u. a. w. S, 95 : Nicht allein werden din Eltern, sondern Jewcilen vmm der Eltern willen autih den andern jre ZSo 1) Vrgl Alera. IV I9!> ff. J kumpf wegen der ffeerlhtff en dio Eitern geBsen u. s, w. S. 85 apricbt der Prediger von „ifildüuvrem Vi' ein, daß man an el.Uichen Orten denBeibou kümmerlich hat niessen kouden". Dise Predigt ist 1G07 den 2. Okt. in der fürstlichen Hofcnpelle zu Stuttgart, gehalten worden. Verstanden es die SchuabenV Gewiß, was ge- predigt wird, dafür muß der Diener am Worte bei den Zuhörern Verstand vorauBsezen. In Nenburg a. D. kannte man den Jlerle- wein, wo der herbe Wein überhaupt io hifiß. Per in der Alem. schon genannte PfafTenzeller 8. 91 sagt: So närriecb. (wie die Geldnarren) künnl ihr ja nicht aein, (Laß Tantnlo Hein Kappen) Wolt lieber trincken Ilerlcmehi Als nach den Aepflen schnappen. E>ie Vei'suche unser Wort etymologisch zu erklären blieben solche. Heyne im DW, s. v, vermutet HM-ling, zu hart durus stehend; so könnte es allerdings statt Säuerling beißen. Weigands Vermutung trifft basser mit dem Hinweis auf herwe, herb, Herlingi bedeute unreife Traube aus später Blüte. Wie wäre es denn, 'wenn die Ccberseisung in den GloBsarita älterer Zeit: racemns heran- gezogen würde? Dann wäre liampes, auch Rappes ^= viniini aci- nacoum hei Frisclilin Nomencl. 133 = Herling. Mein Wbl. z. Volkst. 75. Der Pappis durfte nicht verungeltet werden, Schlin- gener Dorf 0. I54G. Mone Zt. 14, 41. Rappo ist ahd. = Kamm der Traube; wenn die Kämme mit gepreßt werden odi?r uadi der ersten Trotte mit Wasser, Obstwein begossen und vergoren zum zweitenmal getrottet werden: da kann nur die Leiren oder der Lauer, saurer Kammwein gewonnen werden. Cfr. Diofenb. 8. v. senecUt n. seitecium. 3 Kessd. Am Schlüsse des aer lerreichen Artikeis im DW V 623 gedenkt Hildebrand der Bedeutung in der Gärtnorsprache des vorigen Jnrbunderts. Jenen l'/i Zeilen werde hiermit eine kleine Ausfürung zn Teil. Allerdings waren Kesselbäume in Kessel- form Zuges chnitteue B., allein der Kessel oder die Krone, wie er daneben genannt wird, war meist eine Art Aufsaz, Aufsteignst in der Mitte des hohen oder niedern Baumes der wieder einen Stamm bildet«, auf dem die kesaelförmig zugestuzten Aeste einen neuen liaum Irngen. Die Landwirtschaft eines gewanderten Bauern u. e von einem Geistlichen i. Elsaß 1795 hat folgende Belege: „Kessel oder Kröngen". „Kessel- oder Krofistamm." Nicht nur die junge hochgepflanzte Bftame (sonst hochstämmig genannt) können kejssel- Qrlig gereift werden, sondern auch die niedem sog. Querbäume. Oft ist höchst nötig, daß den starken nicht Früchte bringenden Querbäumen (Zwerg-) ein Kessel oder eine Krone aufgesezt werde. „Kessel- oder AiißteUjasI : ein der Fruchtbarkeit entlierender niederer Obstbaum bekommt den dicksten Ast in der Mitte gerade aufsteigend; den Hauptstamm für den Kessel atlize man auch «. 8. w." S. 5Ü n. I 260 Beifügen will ich hier auch noch, daß ieh für Oertlich keil Berg-, Flur-, Wnldnamen Krssel fand, wo nie eine Vertiefting laß geben kunnte, wol sher alt« GrundmAuern stecken nnd caatellnm gemanen; doch darüber später Näheres, 4 Voijel für die kleine ISnglichte Mörtel-, Lern- und Bi Bteinmnlde der Handlunger, Maurer, auf der Schulter getragen, ist ein beinahe in ganz Deutschtand bekannter Ausdruck und ich finde ihn kaum in einem Wörterbuch e. Die so zu eagen fliegende Form auf der Achsel ning den Namen erhalten haben. Des Villingere (ScLwnrawftldj PAuastasii Buch, das die Alm. bisweilen anfürt. Lac Parvulorum 1747 hat einen BelEBg für die Volkstümlichkeit des Anadnickea. „Mein guter Bub (würde der Meister aageo): do hast mit der Köllen noch nicbt vil zu tbun und zeigte ihm den Vogel, mit Fragen: kannft du den Vogel tragen? Er schauet den leeren Fogel an und lupfet ihn u. s. w.* Daran schließt sich die Lere mit den Geboten ; „daß ihr selbe ausswendig lernt, ift noch nicht vil, es ift auch gering den leeren Vogel lupfen, der soll aaf eure achseln kommen u. e. w^" G Erhulritl heißt man in Sommerhardt und Lützeahardt (hei Calw) eine Äiße (Furunkel, Carbunkel, Uantgeschwiir) an sol- chen Körperteilen (RGcken, Nacken, Hintern etc) wo man nicht selbst hinsehen kann, im Gegenteil zu Aiße, welche ein Hautf^ schwär bedeutet an Körperteilen, wo man hinsehen kann. trel, Art Pferdekrankheit, bei Schmeller- Fromm, I 680 nm tritsegcn in Hpts. Zoitsolir. VI ,408. ABirlinger Zur Alemanma Barr laufen Alem. HI 65. u. s. w. Ja ettliche berhiimen sich wol öffentlich wie sie disein jenem die Barr halten vorgdoffcu, alle weg verlegt, damit die- aelbigen weder mfindtlich noch schriftlich flirkommen. M. Mich. Schaefer, wirltnib. Ihfprediger, die ander Predigt V. d. Ampi der Obrigkeit. Fünf Megimcnts-Hcgel. Tab. bei CeF'^ 1608 S. 63. ABirlingei Grundmlle, Alem. 1 18G IV 158. „Bei (türmischem Wel besonders wann der Föhn wütet, wird das Gewelle aus der Tii das die ZchiSeT Grimdgewelle heißen, höchst geiilrlich, Dises stet,, wenn der Südwind eine grosse Wosserraasse in die Bucht Ueberlingen hinabtreibt, welche dnrcb Zurückprallen fich wie« mit dem ohern Wasserftande ins Gleichgewicht eu sezen sucl dann werden die Gew&sser des Sees von irem Grund aus bewi und das Grundgewelle kann entftehen, wenn es im Obersee ai ganz windftill ift," Wegweiser um dem Bodensee und seine Di gebungen. Stuttg. 1838 (Köhler) S. SC. cfr. Jlartm. BilcM. 131 — 36(i, wo unter mer wol nicht der Bodenaee gemeint ist? ■ Mitteid. öfter mor =^ se. ABirlinger ] 261 'amptmikel hat in der Hiein.-weBtfiil. MoiiatsBchrift II 273 f. durch UdriiiaDU OüfTer emo weitere UnterBucliuDg erfareu. Am Heft 13. 14 der AocBlen S. 114 ist wiederholt waa der BoDuer BooBl'eld aus Mergentheim d. 5. März ITSJ Bchreibt : „mit den Victualien get es hier wol an, mir vermisse ich bei dem besten Weizenbrod unser Roggenbrod, welches man hier überhaupt unter dem Namen Pumpernickel verlach!." Hüffei- meint der Nama stamme vom Büdl. DeutschlaDd und wirft dag Don-pour-nicole nicht weit weg. Daß die Geschidite des Franzosen, der seinem Pferde das deutsche Brot gab wirklich umgieng zeigt folgende Notiz. Lord Marischal der bekannte Freund Friedrichs des Großen und Housseau'B, eifriger Anhänger der auB England vertribenen Familie der Stuarts schickt einem politischen Freunde eine Auzal von Carrikatnren gegen das in England regierende, al>er noch vilfach angefochtene Haus Hannover: (4. Nov. 174S) „ich schicke Inen einen Kupfer- stich den man in großer Menge unter dem englischen Volke ver- kauft — Bon püur Nieole ist eine Geschichte,- die man von einem Franzosea in Hannover erzält, der in disem Lande kein eßbares Brot tinden konnte Nacbdem er sich von dem besten hatte bringen laßen sagte er : Bon pour Nicole, nämlich für sein Pferd, de es gab," DasB aber P, für schwarzes rauhes Brot schon zuSchnp- piuB und Günthers Zeit bekannt war, zeigen die von U. angezoge- nen Stellen, Es ist ein Spaß und ein Stück Volksetymologie mit- samen wirksam gewesen. ABirlinger Alem. n 254. Mit der bekannten Schwabenneckerei, hangt oiie Zweifel folgendes Sprüchwort ans Südwestfalen zusammen. Hanse, bett de sleerten (Schlehen) ock schoaken (beine)? ' fraug de bür, da hadde 'n pfieBwiome^pagenwibel, roßkäfer, mist- kilfer) stoaken, Localiaiert lautet der Vorfall folgendermaßen: De prume anc sti-n. — Ik geng mal cned ümmes bi prumenbdm vürb!, dtk kreg sik dai mann 'ne hand vull prnmen deraf un saggte: „den prumen es et eu datien (einerlei), bi ' ietet." So diichten ock mä! twä Altenaer un stiagen, as et düster was, innen homhoaf. Pöter kenn kJtetern, Kasper nitte. 1 stiget oppen höm un luawet Kasper, hä well eam all mangeaten (ab und zu; ripe prumen runuer smiteo. Dat dait bai dann af un an, uq Kasper, wann'e woat fallen hi'irt, krabbelt in» (_ 'rümme, bitt'e de prume findt, nn wiset ear fättens den weag. Bi dücm krabbeln findt he ock ^ne, da was wisse woal njtt oppen bome wassen, äwer wek un sapig was su doch. As hai ock med dear feddig es, roipet ha: ,PHer, icnssct ock prumen anp a/tViV — ,N6, Kasper," beschedt eam de annere, „inner pruroe sittet all Üd en stSn. — „ Wann diU s6 es," giBt Kasper, „ihtnn he'k, Itdl i der Däümel, ne sndel (schneckf) sloaken!" FWoefte 262 II 142. 1. In den köln. Jarbüchern des 14. 15. Jhds Bd. II der Chroniken: In denselben jaren (c. 1389) wart Lodewich van dem Langenhos up ein voider wins aus Colen gevoiri on dat ge- richte ind eme waren de hende up sin rugge gebunden ind ein seil ain sin halse, want he hadde sinen knecht eins gülden ^rtels angezegen (geziehen) den ho selven geftolen hatte ind hcUte auch wine gefelset. dairna binnen echt dagen h'ant man 5 ftucke (wins) an dem Bine, de Philips van Meirrade geweift waren. S. 78 ff. Vrgl. dazu Ennen's Geschichte dfer Stadt Köln III 26. 744 ff. ABirUnger Schwäbisch und Südwestfälisch. Beim Lesen von Schriftstücken in schwäbischer Mundart begegnen nicht selten auffallende Sprüche und Volksredensarten^ deren Gedanken und Bilder im südwcstf(üisc1ien ir Gegenstück haben. £ine Stelle bei Kohl, Reisen in Südross- land I 270, bringt mir diso vorlängst gemachte Bemerkung in Er- innerung. Kohl berichtet von seinem Aufenthalte in der Schwabencolonie Lustdarf : Als ich ir (der Bäbele, Tochter des Schulzen) einmal, ich weiß nicht mer bei welcher gelegenheit, gesprächsweise sagte: „Ja, Bä- bele^ umsonst ist nichts auf diser weit als der tod," erwiderte sie schnell: „das ist nicht war! das Sprichwort ist nicht war! der tod kostet gerade am meisten." — „Wie so?" — „Er kostet ja das leben, und das leben liebe ich ser." — Ich weiß nicht, ob dieß schon jedem bei jener gewönlichen Bedensar t eingefallen ist. So- weit Kohl. Warscheinlich kante Bäbele das obige Sprichwort mit seinem widerlegenden Anhängsel, wie wir Südwestfalen es auch besizen: Ummesüss es de död, un dai kostet eam noch ''et leawen. FWoefte Zur Sagenkunde I Der Gang nach dem Kalkofen ^) Zwo Chriftlicho Predigten Vom Ampt der Eltern vnnd Kinder, auß der Epiftel S. Pauli an die Ephefcr 6. Cap. V. 1. 2. 3. & 4. Gehalten den 2. vnnd 9. Februarij 1617. Hey Ernewerung vnd Erweitterung der Schul zu Aalen. Durch M. Philippum Laubenber^ern Diaconum dafelbften. Gedruckt zu Vlm, durch Johann Meder. MDCXVII. Ein einiger Jeroboam, kan gantz ICrael sündig machen, I. Reg. 12. V. 30. Ein einig räudig Schaff kan ein gantze Herd ver- derben. 1) Vrgl. Zeitschrift für DMundarten I 205. Germania III 437. Dhdii trawrtg, frülich. vnd als « ^rftond jener Vatter wol, dram als fdn Soa vnd^r die Frembden nandem wult, Tagt er zu jra : Mein Son, wag du thuft, Co h«b dife dvey Stuck ftetigs vor Äugen. Erftlioh bet fleiesig, VTind gehe gern in die Kirchen Kur Predig. 2, HAt dich vor böfer Get'ell fchafft, vnd fchicke dich fürs 3. foia in die Leuth. Sok-he Lehren hielt der Sohn trewlich, vnnd kompt nicht allein dardurch zu grossen Ehren, fondorn wirdt auch cinsmals, ftU jhm ein Blutbad vlierlbun war, liej-m heben erhalten, welche Get'chicht iüh euch Kindern zum heften erzehlen will. £a begibt Tich, daß der Sohu nach Teines Vatters Tod bald an eines Königa Hoff kompt, vnd alda der Königin anSwarten muft, vnd weil er feinuB Vatlers Lehr ftets vor Augen hatte, vnd fich gegen Männiglrch wohl vu Icbicken wuile, war jhm jeder- mann, auch der König vnnd ctie Königin Telblten mit allen Gnaden gewogen. Das mißgdnnete jm einer am ÜofT, gehet derenwegen draulf vmb, wie er jne bey dem Ki'Jnig möchte vervnglimpffen, vnd Tagt zum Konig: difer fahret nicht rechte hch mit der Kö- nigin, [bndem bulet gewiß mit ihr, vnnd das dem alfo iey, lo foU er nur anff feine Geberden marcken, To werde ers alfo befinden. ie die Künigia fich ftelle, fo Aell er Tich auch: l'ey &o Ib trawre er auch; fey fie dann frölich, fo fey er auch Nnn wa.s gefchicht'' der Künig nimt folcheB zu Ohren, r aber Tisch kumpt, uam er feinen King, der jhm lieb war, vom Finger, vnd gab jhu der Königin, darauff die Königin gelachet hat vnd vberauß froIich worden ift. Der Jüngling ftälte Cch auch gantz frölich, deß andern Tags aber fuchet dev König Vrfach aur Königin, vnnd gab jhr eins ina Angeficbt, darüber fie geweinet batt, vnd gantz trawrig gewefen ift, der Jüngling flöß- äuglet auch vnd war betrübt. Da glaubte der König dem Ver- läumbder, Vnnd war derenwegen dranff bedacht, wie er ihn heim- lich möchte tödten laffen. Der Verlänmbder gab dem König difen Ratb: er foll den Kalckbrennern heimlich laffen befehlen, welcher . morgen frü werde za jhnen kommen, vnd fagen, ob fie das, was jhnen der König befohlen, haben gethon vnd außgeriohtet, den foUen fie nemmen, vnd in den Kaickoffen werfTen, vnd verbrennen laffen, vnd foll darneben auch dem jGngling logen, daß er morgen in aller früh zu den Kalckbrennern gehe, vnd diefe Wort fagen. Der König folget difem ßath, vnd beftelte es alfo, wie er gesagt hat. Khe dann aber der Jängling am morgen zu den Kalkbrennern gieng. gieng er vor in die Kirchen, wie jhme fein Vntter feeliger 'leibhleu hatte. Der Verlänmbder aber, der jhm Iblch Bat be- s Vuglücks frewete, der ftund am rnd oylet zu den Kalckbrennern, alda rnd ob der Jünßling noch nicht im ur kam aber ehe, dann der Jüngling, ob fie das. wag jlmen der König Da antworten fie Nein, aber jetzt ftellet hatte, vnnd fich feint morgen auch fehr früh oaff, ' zu erfahren, wie es zugieng, Ofeo leg vnd verbrennet fey; vnnd fraget die Kaickbrenner, befohlen, außgeriuhtet hajieu : 264 wollen fie es thun, TaCfeD jhu damit bey der Mittin, viiud i __ jliu ip daa Fewei-, vnd verbrennen ihn. Vnil fo wirdt der Vor- läumbder geftrafft, jener aber, der feines Vatter» Lehre» so trew- lich hielt, bey dem Leben erhalten. DaruniL die Kinder jhreo Eltern auch da gehorfam fein foUen, wann Cie es warm böfer GefeUfchafft. Zu R. Bechstäns alfdeulschen Mürchen, Sagen und Ltsettck 3. vtrmerle Auflai/e. LtipxUj 1877. S. 109 ff. 342. II rn hiilteft gehalten In den weltliohen Hirtoriea lift man von einem roichen gfe da er überm Tifch fitzt, vnd feinen armen alten Vater da Kenfter licht zu jhm komen, furcht er, er werde jn mit ficli mfiffc effeu Isffen, läft deranwegen gefchnind daa gebraten F'leifch, daC er vor jhm fteben hatte, beyseits tragen, biß der Vatter wider weg gehet, darnach läft er jhms wider hinein bringen, vnd will »Iler- era effen. Aber ühe, da faß ein Krot vffin FleLfch, die fpriogt jhm ins AngeGcht, die muft er auc^h fein Lebeniang tragen, und wann er el'fen wolt, alwegen zuvor fpeiffei derer vngerathner Sohn hatt vber dem efferi Hecht vor jUm ftel die laft er auch gefchwind weg tragen, als er höret, daß armer Vatter zu jhm kompt, vnnd da er wider weg gieng, ers wien Predigt. Eine eigens dagegen gehaltene Rede geißelt das Laster. „Sonderliclien aber lo gehet, an ettUc/ien lliifcn diefea Lafter immer fort, wie ohn allen Zweifel wegen der täglichen Er- fahrung kein Menfch iti Abred fein kann. Und U't ohn fehl die Föllerei auß den aller vornebmften Lal'leru, die an den Höfen regieren." Wann die Welt die Tmnckenheit für eine Sund hielte, wurde fie gewißlich nicht aller Enden vnd Orten fo gemein werden. Aber nun ift kein Lafter unter uns fo gemein als eben dises. Dann daher werden wir vou andern Völkern mit einem feindfeligen Kamen verfoffene Teutfche genennt. Und befeheret Gott jemalea einen reichen gnten Trunck, Lo tUbct fich der Teutfchen Vnweiß. als bald an, in' allen Stätten, in allen Dörfl'ern und Weilern, be;' Jung nnd Allen, bey hohen und nidern Standsperfonen, bey Beichen und Armeu, der feine Scbnch mit Widen bindt, kümmerlich und mühlicb ßch nehret, der will den Heller, fo er erarnet') an naffe Wahr gelegt haben. Kein Zech vergehet, es finden ficb Trunckeae dafelbaen. Wer ehrliche Gäft zu fich ruffet, folle wol darfftr halten, er habe ihnen keine Ehr erzeigt, wo er So nicht vollge- fufieu. Etliche Gäft fein auch der Meinnng, es heiß nicht gezehret, man fei dann voll u. s. w." „Es dienen auch hierzu die Vmb- trünck, welche dahin gemeint, damit keiner nüchtern bleibe fondern es einem gefcbebe, wie dem andern. Wie nicht weniger das zu Michael Sch&fer, weyland Fürlll. WürtemberKirchBr Hotfprediger, feeliger Oedichtnaß in feinem Mieillerio tbeilu z» TUhingon, tbeils auch zu Studt- IfiirteD gehalten, Jetzu uauh Teinem loligt-n Ableibeu Mennip'liuheti m befTerung vnd vnterricht in Triick gegeben durch M. Zaoharinni Schae- ferum. tietriickt zu Tübingen. In der Cettifutien Triickerey Anno 1600, Hiehoe] Schäfer war ein Hesse von Geburt, in seineu Fredigten •praoblich mit seltener .^usuame ganz Schwabe. I) erwiibt. 368 trinckeii oder der Weiokrieg, da immer der eioe den aadern a ^^ die Danck oder vun dem Tirch weg faufen will u. s. w. In der* selben Predigt fürt 8uh. nun seinen christlichen Zuhörora das liild eines Besoffenen vor. „Dann trunckene Leut fein wie die liefUen vnd wifTen oder verrtohen nichts. Die Zung [ttttsget und rtamni- let. Die Augen fehen eintweder gar nichts oder allea zwyfach. Der Wein riecht ihnen aus dem Hals herauf: Mund, Ilünd, Kleider, Tifcb, Boden, Beth fein befleckt nnd ftincken für Unrath, fie dau- laeln von einer Wand zur andern, von eiuem Eck zum andern, von einer Gaffen zo der andern: oder muß man wol fie bißwoileo wie die Stock und Block heben und legen, lemaien ftelleu Ge Tich auch fo närrifch, daß jhnen die Kinder nachlaufen, ihrer lachen und spotten u. f. w. Preßen, faufen feje von deu Hunden, Schwei- nen und Kühen geredet. Ein Schwein und Hund frißt, ein Ehu fanft u. f. w. Ja itu verklagen wäre das, wo die Trunckenen nlt ärger weren dann die unvernünftigen Beftien. Dann ein Kliu trinokt, fo lang Iie dürftet, die Trunckenbold aber auß lauter bußer Gewonheit trincken mehr dann ihre Natur erfordert. Das unvei^ aünffcig Vieh laCfet fich woi auch mit Steinen, Stecken, StiVßen nnd Streichen dahin nicht nötigen, daß fie mehr dann ihr Dürft ai-- fordert, wolten tiincken, aber die Sauffbrüder dürffen weder Stecken nuch Schlag, fie feind felbft willig darzu u. f. w. Sie fallea i: Bauch und Kragen voll und können bejnebeD zufeheu, daß ettnQ ein Eindbetterin oder krancks Menfch weder zu beifien brechen hat. Laffena über den Runken abschle'tffen daß vil froi — im Elend umbziehen u. f. w. Die, welche die Trunkenheit ftrafen feilten, denken daran. „Gehe an einem Rechtätag hinauf auf das Rathbaaß, da würftu zwar allerley ungerade Händel hören. Daß aber jemand der Trunkenheit halber vorkomme oder geftrafft werde, das foUfl du wol nicht finden oder fehen, wolteftu gleich BrüUen auffVeckeD. Vnd zwar, was thun die Herrn, da fie zufammenkommeii ? Sie fprechen einander alfo zu, daß hißwoilen Vonnotou, daß man De heim trieg! Wie foüen dann fie andere ftrafen, welches fie felbfla^K mit laßen?" ^H Von den To tengraebern ^H Ich habe scheu im Volkstümlichen II 20S ff. einer Sitte Obor- schwabens gedacht, der gemäß die jüngst verheirateten Bürger dee Dienstes zu warten hatten, meist aber ärmere Männer heranholten, die ea nm Geld Übernamen das Todtengräberamt auszuüben. Die baiÜBcbe Wochenschrift v. 1807 S. 85 weiß von Rippurr bei Karls- ruhe, daß KU Anfang dises Jarhunderta dort kein Totengräber ge- halten ward, die l.eicbenträger rauaten das Grab machen. Nacli einem Karlsruher Dekret v. 19. Okt. 1768 durfte der T. die Lei- chen folgender Leule nicht verscharren, sondern muste sie aa die Anatomie abliefern: der warhaft melaDcholifcbeQ Selbstmörder, dor an nicB^^ justifir.iert-eii oder im Gcföngnia sterbenden überwiseneri üebellilter, dorbei Diebstnl oder sonst Verbrechen fnllenden FersoiieD, der im Land fterbendeo fremden Huren, Bettler. Viigaitten und deren fremde Huren, deren im Lande verfterbendeu Kinder. Es ward befoien „dall dergletehcn cadavei'a jede.imalen ohn'verzüglich mit mciglich{ler Menagiernng deren Kopien zur Anatomie an Dr. Jäger- fchmidt überliefert werden." Carl Friedrich Gerstlachers Satttmlwiij aller Baden- Durlachi' sehen d^s Kirehen- und ScJmlwesen u. S. tu. betreffenden Anstalten und Verordnungen. Citrlsruhe 1773 1 S. 516. Knskränster am Oberrhein Am 3, Mai 1717 erließ Markgraf Carl ein General-Rerkript gegen fremde KuxkrOwsler die aus dem churriichfirohen und chnr- hannöv^Cchen u. f. w. den Leuten ir Geld mit Kuien- oder Berg- teil- Anerbietungen atia der Tafche lockten, die Leute ülierhanpt fehr „anfüren". Dife follen difelben Strafen, ja Leibeaflrnfen niten ander königliclien, » Brauch. Dife Leute eife gegen einheimifche üetretungsfalle zu orfaren baben i chnrfür glichen und gräflichen Lande rpnicbea auch mit Verachtung frevlei Bergwerke. Ebenda III 199. Knxhränjiler ist sonst ein evliches GeBcIiJift — etn den Kauf und Verkauf von Kuxen vermittelnder von der Bergbehörde be- BOndera vereideter Mäkler. Veith, Bergwörterb. 312. Unsere K. gegei) die das markgräfl. Geaez get aind mer Kuxpartierer, gegen die die eigeutl. Kuxkrämler vorgen mQaHen. „Man findet noch wirklichen in einigen Städten unferes Teutfch- Jandes iiu den Waffergräben dev Stadt einen Korb oder hölzernen Kitiig an einer langen Ketten bangen, von welchen der gemeine Pöbel wiffen will, daß man fie ehedem zu folchen Proben (Gottes- urteile) gebrauchet, indeme man in difen Käfigen den Verdächtigen in den Waffergraben hlnabgclarCen und nls dann die Fallthüre er- öffnet und fie in das Waffer ftürsien taffen. So redet der gemeine I'äbeJ. Fraget man aber vernünftigere, fo geftehen fie zwar, daß man zu BeCtrafnng einiger gewiffer Fehltritten diefe Körbe und Kiften gebrauche, in welche man den Uebelthäter verfperre und eine Zeit lang in dem Waffor hängen laffe. Aber von der Hexen- probe wollen fie nichts wiffen. Doch wir wollen zulnffen, daß fie hierzu in dem fecbBzehenteii Jahrhundert gebranchet worden. Wem ift aber unbekannt, daß in felbigen Zeiten fo viele Aberglauben und Miabrüncho in dem Schwung gegangen, daß fich billig die Nach- kömmlinge der Einfalt und Leichtgläubigkeit ihrer Voreltern zu fchämen und man heutiges Tagea felbe als würdige Misbräucho zu J S70 Terlftchen, Urfiioh habe. Habeo nicht die fünft fo feine Franz- männer KU Troyes in Charapagne einen ErniahDungebefäbl au die Küfer, die drta Land veriinreineten, abgehen nnd ihnen bedeuten laßen, daß, füfern fie nicht den fechfteii Tag nach der Ennnhnang das Land räumen wijrden, fie in den Bann follten gewor&n werden.' (P. Rajuaud de monit. Sent. pro Anno 1516.) Bau grofie Wclt-befrtigende Nichts oder die hetdige Hejxrta und Zaubcrkttml in zu'ei/eti Bückern mn Ardfntio Ubbidente Deü' Osa miworfett. Wirzburg verlegt Joliann Jacob StaJiei 1761 'J. Die deutsche gegaiwüriige Ausgabe ist vermert und ntnmt gar oft auf unser Heimntlmd Beeng. Die Sitte des „Gicßäfteha oder Gießhübetns" ist oben gemeint, woriater im VolkstämL II 32'Jff. wo von der Korb- oder Schtiellanstall in Boilefiburg, Tübingen, Biberach, ICßlitii/en, lleiiigkreuzlal die Bede, Belange sich finden- In meinem Gebiete ward Felddiebslat in erster Linie damt 6c- alraft. Aus Scfmaben II 497^). ÄBIrlinger ^^ Gegen Aberglauben ^H 1 Im Jare 1787 erachin eine gut und kundig geachribeM Geographie und Statistik W'irtemhergB von W, Ueinriph Korn, der zugleich Verleger ist. Als gebornei' Wiit.eni berge r kennt er anoU die ei ttengesch ich t liehe Seite «einer engern Heimat genau. Ich helle das heraus was auf Volks- und Aberglauben sich bezieht. 8. 56 heißt es: „Das große Gebirge der Heuberg, wo der noch im Kin- rtern fpukende Aberglauben des Pöbela die Hexen Uire Kreistage halten lasset, grenzt nur an Wirtemherg, — Eine müßig flctrke Erfchüttening der Oherllitche diefes Berges, das Treten eines Pferdes, ein Steinwurf gibt einen holen dumpfen Ton von fioh.^ S, 75: „Der Aberglaube aitzt dem Pühel noch tief im Nacken. Während daß Keller den Aberglanheu beftürmt, fchreibt dereine: Die Grabe Dorothea hei Freudeuftadt habe die Eigenfchaft, daß man darioD nicht pfeifen dürfe, weil dadurch die Berggeister beunruhigt tvürden." Der andere merkt ser ernstlich ala etwas Besonderes an: „wenn man am Stefangtag ^) einem Pferde eine Ader üFne, fo bleibe es diu ganze Jahr gefund." — „Noch muß täglich die bessere ausgeh ildet«rB Vernunft wider Hexen, Geapeijster und Vorurtheile auch oft noch Eommando'e Soldaten wider den Aberglauben zu Felde ziehen." 1) Von den Störchen redend, welche Gesollen des von den lUy- rtern erschlagenen l-'eldherrn Di omed sein sotltcn, sagt unser Ituch auch S. 648; „Vielleicht Tind He den verwünTcliten I'riDzelTinGn gleich, welobe in unfere Ilejdexen follen verwandlet fein und welche beut noch tau ihrer Menfchenliehe den Wanderer für der Nach ftel hing der Schlangen warnen follen." 2) Vrgl. Lorichius. Äberglauh 1613 8. BB: An Saut Stephans t<« den Rossen Enaderlassae, der meiniing, das es besser dann an eim an- dern tag irt, ein aberglaub. "■m 2 In der 4. Predigt „Pcrfon unnd Ampt Chrifti" von M. Micliael Schiifev. k. wirtemb. Hoiprediger 16. 17. Jhd. Tüb. 1609 wird gegeu äen Misbraiich des „Johanniseeanf/eliutns'* icti alier- gläubischeni Zwecke loBgezogen. „So theur aber, werth vnnd köft- lich difi Ev8Dgelinin, fu l.ößlich hat es auch der böße Feind, ein Liifteier ifta Worts Gottes verkehret. DauD es Gndtn fich ettüche vntei- den Menfchea welche mit diefen Worten Zauberey getrieben. Andere fchreiben reli>igo aufT ein Papyr, hencken (le beruacher an Unis imd bereden fleh, Johnnnis Woi-t könne jhnen iciWer steciten und hau'en, auch andere fcbiidlicbe FäU gut TeiD, Im Papftumb ift es felir gemein, daß die Leiit mit Lefung des Evangelii Jo- hannes das Wetter fegneu und vertreiben wollen: welcher Wohn von den Papiften auch etlichen der vnferigen aiifigeerbet, die in gleicher Perfuafion vnd Irrthuaib ftecken. — So würdt mit er- zehlten MiRbräuchen diPer herrlichen Werl en der AllerheiligfteNam Gottes lößlieh und vergeblich gebraucht ; dann einmaten übergewiQ, daß folche Wort von dem hl. Geift uns nicht wider das Wetter oder wider hawen und steeheii, allerwenigH aber zur Zauberey ge- geben vod aufgefchriben rein.** Auf die Einwendung der Leute, es sei uralter Brauch sagt Seh.: „Tanfent Jahr vnrecht, ift nie kein Stund recht." JLorichius Aberglauh, Freibnrg i. B. IfilO sagt S. 30: Letft- lich foli hieher gerechnet werden aller Mißbrauch Heiliger Dingen als St. Johannes Kvattgelium, des hi. Creutz bildnoß. der Agnus Dei etc. Dann fo man dife ding zu andern EfTekten oder wflrckun- gen braucht, als fie verordnet und geweycht fein, fo ilts nicht allein ein fcliandlicher Aberglaub, Ibnder auch ein gottsläfter liehe Schmähung und Entehrung Heiliger Dingen, die za fonderer Ver- kleinerung der Ehren Gottes reichet. ABirlinger. Vom Toten- oder Leiclienvogel Ich habe im ,Volktümlichen aus Schwaben" 1861. 1862 I Bd. S. 476. 26 von den Elftem berichtet: sie werden nicht gerne ge- sehen, da sie dem Haäse, auf welchAs sie sizen, einen Todesfatl anzeigen. In „Aus Schwaben" 1874 I S. 396 erwänte ich des Seidetwchwanzes als Peel-, Kriegs- und Sterlieuot/els. Bis heute gilt im Schwab. -alem. Gebiete das Käueckett, Nachtkäuzehen allgo- mein als Totenvogel. Sein Rufen auf dem Hanse zeigt Tod an. Die Mogiologia, Basel 1674 S. 144 bringt folgendes: Die Nacht- Eül vnd der Wik werden Todtenvögel genennt vnd glauben viel Lent vefliglich, wohemmb diefe Vogel (chreien, werde bald ein I Mourdi rterbeu. Ändere glauben, wann iie die Raben fchreien I hören, gehe ihnen ein Vnglück zur Hand; vnnd fürchten fich bald I mehr für einem Eulen- und Rabengefcbrei als für einem bloCTen 1 Schwert n. f. w. Geßuei-neußÜn's Vogelbuch 1567 Bl. aar"- er- 2T2 wänt eiDPB Toteni'öffdei'ns, weiß aber nichts woiter " Ziehung zum Volksgbahen. Es ligt mir eine „Traur- iinJ Leichn predig des Hochwilrdigen und Hochgelehiten Herrn Materni Vögel des Rüfthums Sliaßburg der Seit» Bheina wohl berteilten Vice-Offi- cinlia ti. f. w. t 1714, 30. Oct. ') Straßbtirg, getruckt bei Johannes Beck" yor. Anfang; „Weg. weg, weg! Was höre ich vor ein wnDilerbahrlicbes GefchreyV Von dtn Vögeln des Mimroels lefe joh nichts in der göttlichen hl. Schrift, daß Tolcbe Vögel dergleichoa traurige Triller fcblageri. Aber bei den Natuvkündigern findet man, was diefes vor fremde Vögel feind, welche znr dunklen Nacht auf den Dächern Tor denFeul^rn herumb fliegen und mit folcbem un- gewöhnlichen Trauer-Gefchiey den im fanften Schlaf begrabenen HauBvatter beunruhigen und aofTerwecken. Von folcben fchveibt der Hochgelehrte Petrna Borchorius Pictaviensts (11 cp, 73) welche er nlulas oder Oaocrotatos nennet und Tagt: uhtlatup ejus secundim angures portendit advcraitatem. traciturnitas vero prOBperitatem. Wir Teutfche pflegen folche zu nennen Wikkerlein oder TotUeK- Vögel. — Vögel, o Vögel! dir hat gerufen jener Toten Vogel, den ich in dem Garten allhiefigen Pfarrhofs in der Nacht zwifcben II und 12 Uhr ohngefebr den 30. Julij difes laufl'enden Jahres weg, weg, weg I rufen gehöi't. auch eben um diefe Zeit von deinen allhiengen hinderlnffenen Bluts- Freunden vor den Feuftern ver- gpährt und in Obacht genommen worden n. f, w. Zur 1). Myth, II* 1087 ff. Im Gotischen erscheint das Corapoa. hraivadubo ^ Turteltaube. Möglich, daß sie als Totenvagel galt, möglich daß bei dem bekannten Durcheinander zoologischer Termini tn der ältesten Zeit ein Käuzchen oder eine Eule den Namen abgebea muste. Bei den Longubarden (Myth. 1. c. 1086 Aum.) komint die Taube auf Stangen in Kirchhöfen vor. Dan got. hraiv- hat sich noch im Althairiscben erhalten, also auch im bair. Tyrul. Die nicht gehobelten Bretter, auf denen die Leiche bis zur Einsarguag lag, werden auf Felder als kleine Brücken. UehergÄnge verwendet, haben schwarze Kreuze, und heißen Mechhrelicr. ch ^ got. h heate aspiriert aUbairiacb gesprochen. Ich habe in Kuhn's Zeit- schrift XVIII 42 Stellen ans einem Tiroler Cnpuzinerprediger Ueri- bert V. Salurn mitgeteilt. Schmeller scheint es entgangen zu sein; sein „auf dem Brett" ligen = eine Leiche sein I- 372 ist nur aus obigem erklärlich. Im Älemauniacben glaube ich das Wort in „wefrete?«" ^ verzappelu, wie eine Leichenrede des 17, Jbda. dafitr 1) MaterniiB Vögel geli. ta Oftenhurg a. 164B. Ordiniert 1673. Caplan in Offeiiburg 1674. Pfarrer ku GoTdfcheyr 1676. Prediger «u Offeaburg 1683. „Kam aufl' Urluffen" 1700. ku Hagenan 1706. Rektor in 0. 1708. t 1^14 ■■»" einem Blutfliiß". Phil. Jao. Sohmanlz, Pres- byter Notarius Apoft. S. S. Thcologiae Baccnlaoreo, ordin. Prediger in Offentiurg (26. Nov. am drcißigftoD) hielt dise Leichenrede. Beige- geben ist im Texte ein Trauerlied mit Melodie. Als „PfeUeT und Oiitld" bei der Taufe flgurierten Martin Jung und Anna Maria Bommin. 273 sagt, wiedererkannt zu haben. Sieh oben Alem. in 184. Hebel nnd Feiner gebrauchen es, jener one Prüfix, diser mit demselben. Im Westfölischen (am llelweg), im Märkisch-Westfallschen lebt räiC'j reatC' in Rawftro Unterlage des Toten bis zur Einsargung bis heute fort. ABirlinger Volkstümliches I Volksheilmittel 1 Absud von Crurkenschälen ^ harntreibendes Mittel bei Waßersucht. 2 SchwelnMut gegen Rhachitis = englischer Krankheit, was unser Volk heißt: anbacken d. h. angewachsen sein. 3 Das Trinken durch die hohlen Stengel von LeibsiücJde (:= Liebfböckel Levisticum oflQc. L.) ist gut wider das Halsweh. Unsere Bauern pflanzen Levist. hie und da in iren Gärten. 4 Attichgeliölz (von Sambucus Ebulus) auf Ayßen gelegt, soll solche schnell aufziehen. 5 Hex aquifolium L. die roten Deren der Stechpalme, mit Zucker eingekocht, sind gut gegen das Seitensteclien (Pleuritis, Pleuresie). (Emberg). 6 Magendesider = Magnesia von Magenkranken gebraucht. (Maisenbach bei Calw.) 7 Grwner 2>rt^/mcÄ=Cremortartari. Präparierter Weinstein. 8 Eichelespflafter = Emplastrum Diachylon. 9 Göldfalbe = Menschl. frischer Kot wann auf Abscesse gelegt, bes. bei bösen Brüsten der Wöchnerinnen. Ser häufig an- gewendet. 10 Epheusamen, gepulvert alle 8 Stunden 2 TheelöfiFel voll, gat gegen Pleuresie. (Herrenberg.) II Aberglaube 1 Wer Erbsen oder Bonen ißt, und in derselben Woche solche aussät, dem geraten sie nicht. 2 Wenn eine Frau ihre Kaze nicht verlieren will, so schmiert sie drei Tage lang die Tazen mit Butter. 3 Wer beim Kartenspiel mit dem Rücken gegen den Mond ligt, verspilt. 4. Wenn eine schwangere Frau ein Kind über die Taufe hält, so muß das Kind bald sterben. Btrllnger Alemannia IV 8 18 I r 274 5 Beim Anziehen die rechte Hose, beim Ausziehen die linke znerst genommen, ist gut wider das Zipperlein. 6 ' Wenn man Nachts vor Schlafengehen den Tisch nicht ab- räumt, so kann das Jüngste im Hanse nicht schlafen. III Inschriften 1 Im Wirtshaus zur Krone in Hoffstett bei .Calw Wenn eine Schaar von treuen Brüdern In meinem Hause sich vereint, Dann werd ich Eure Lieb erwiedern Ich bin ja aller Gseste Freund; Denn Eintracht und Bescheidenheit Dies ist es, was uns innig freut. Ihr lieben Freunde seid willkommen, Euch grüsst die Liebe' hocherfreut ; Ihr werdet liebreich aufgenommen, Zu dienen bin ich stets bereit: Ich lade Alle höflich ein, Und jedem will ich Vater sein. 1 Ein jeder, der etwas genossen. Entrichte die Bezahlung gern. Dies mach' euch Freunde nicht verdrossen, ' Als Vater bin ich euch nicht fem : I Ich will euch ja zur Seite stehn An Pflege soll euch nichts abgehn. Wo Ordnung in dem Hause wohnet, Da weicht gewiss der Segen nicht, Und treuer Fleiss wird wohl belohnet. Wie es das Wort des Herrn verspricht. Die gute Ordnung wird allein Des ganzen Hauses Zierde sein. 1 « 2 In einem Bauernhaus in Monakam ist an die Türe einefe i Wandschränkchens ein lebensgroßer Storcti gemal(, der mit seinem I Schnabel eine auf seiner Brust angebrachte menschl. Nase packt. h Darunter stet die Inschrift: Schau nicht nach Andrer Thun und Lassen I Nimm dich nur selbst an deiner Nasen. ) Aus der Calwer Gegend ElSchüz An Eulenspiegels Grabe Zu J. M. Lappenberg 330 ff. Ein ebmnliger Studierender der Üniversi/ili Slraßhurg, J. M. Mei/er veröffentlichte daselbst a. 1767 „eines deutfcheo Cbirargi Bercbreibung feiner auf den Wallfifchfang nitcli Spitzbergen ge- thanen Keife" mit obrigkeitlicher Erlaubniß, gedruckt und xa finden bey Job. H. Heitz, Univerf. Buchdrucker S". Den 20. März 17G6 kam er nach Mölln „wo der fo berüch- tigte Enlenfpiegel begraben ligen foll." Die Erzäluog ift folgende. „Ea war an einem Sonntage als ich dafelbft einkehret«, loh fpei- fete mit nuch 13 Pal'fageres an einem Tifche zu Mittag; und da der Wirth nna felbrten aufwartete, auch übrigeng ein fehr gefprftch- famer und lentfeliger Mann war, la trieb mich meine Neubegierde an, ihn zu fragen, ob es auch wahr fey, daß der sog. Enlenfpiegel hier begraben liegeV Freylich antwortete er mir und fetzto hinzu, er hatte fein natürliches Portiait in feiner Verwahrung und wäre bereit denen, die es zu fehen verlangten, daCfelbe zu zeigen. Da ich mir nun folches als eine befondere Gefälligkeit von ihm ausbat, fo ging er gleich in fein Nebenzimmer und brachte eine zugemachte Lade heraus. Uierinnen mein Herr, fagte er darauf zu mir, ift fein wahrhaftes Bildniß. Ich nahm diefe Lade imd nachdem ich die andern Fremden, die fotche ebenfalls gern in Händen gehabt hätten, abgetrieben hatte, fo eröffnete ich dieselbe mit vieler Be- gierde. Wie erltnunte ich aber, ala ich uichts anderes darinnen fand, als einen hellen Spiegel, welcher mir meine eigene Geftait auf das vollkommenfte vorfteUetel Der Wirth, fo liftig and »u- gleich höflich war, winkte mir mit den Äugen nnd enthielt Heb mit aller Gewalt des Lachens. Nachdem ich ihn merkte, To fahr ich fort bineiazufchauen, bis endiicb derfelbe ganz eruiUich zu mir fagte: Nun itl es Zeit, mein Herr, dJefes fo würdige Portrait auch die andern Herren fehen zu laßen. Einem jeden, der es befah, fagte er heimlich in's Ohr: fei der Herr vernünftig; daher die- jenigen fo OB gefehen hatten fich des Lachens kaum enthalten, die übrigen aber fall nicht erwarten konnten bis die Beihe auch an fie kam bineinzufchanen. Sobald aber alle ßch felhft aoftatt des EuJenfpiegels gefehen hatten, fo gieng dos Gelächter erft recht an und konnte doch keiner dem andern etwas vorwerfen. Endlich fagte der fchlane Wirth: ifls nicht wahr doR der Enlenfpiegel mehrerley Geflalten an fich nehmen kann als der veriiebte Jupiter? Doch ich will meinen Herrn nun anch die klare Wahrheit bievon Tagen. Ea war vor undenklichen Zeiten allhier ein Schuhmacher ans Lübeck gebürtig, welcher folcbe närrifuhe Reden fährte, fo wunderliche feltsame Einfalle hatte und fo poßirliche Streiche nnd Poffen anfleUete, daß man ihm den Namen des Eulenfpiegela bei- legte. Da diefer neuere Aefopus ntm ftorb, fo wurde er auf dem i 276 Kirchhof diefer Stadt an den närab'chen Platz begraben, all wo itzt ein großer Nußbaum ftehet. lls trug Heb aber bey feinem Be- gräbniß ein befonderer Umftand zu; denn da die Todt^ngräber feinen Sarg an Stricken in die Gruft ver fetzen wollten, fo brachen diefe entzwey ; der Sarg fiel hinunter, der arme Eulenfpiegol wurde dadurch ganz erfchüttert und in die größte Unordnung nach feinem Tode ver fetzt. Man verfcharrete ihn aber deffen ungeachtet and fchrieb auf feinen Grabftein diefe Worte: Wunderharlich war ich in meinem Leben, wunderharlich bin ich auch in meinem Tode. Nach dem Effen bezeugten wir insgefamt Luft, diefes merkwürdige Grab felbft in Augen fchein zu nehmen; der Wirth fährte ans da- hin und zeigte uns feinen Grabftein, auf welchem er in Lebens- größe ausgehauen war, in der einen Hand eine Eule, in der andern aber einen Spiegel haltend. An dem Nußbaume nahmen wir gar viele Zeichen wahr, fo von den Reifenden, welche diefes Grab be- fehen hatten, hineingegraben worden waren. Darauf nahm ioh aufs freundlichfte Absfchied von meinem Wirth und fetzte mit meiner Gefellfchaft die Reife nach Hamburg fort, allwo ich den 22. März ankam.'' Meyer war Anspacher ; die Reise muß auf 1763 oder 1764 fallen. ABirlinger Zu Schiller und Wieland Zu Schiller. Die Geographie und Statiftik Wirtembergs von Wilhelm H. Koch 1787 berichtet über die damals blühenden Wissen- schaften. „Die Untersuchung der Sprache fand bei uns einen tief- denkenden Fulda."" Darauf: „Die Dichtkunst hat in Wirtemberg einen Freikerm von Gemmnigen^ seinen würdigen Freund Huber und einen Schubart undStäudlin gefunden.** Schiller noch a. 1787 demnach nicht für einen Dichter gegolten! Kostbar ist die sich daran anschließende Notiz : Von dem elenden Gesänge der Bänkel- sänger, AlmanachsfÜller und Gelegenheitsdichter, die um einen Du- katen lachen und weinen, scharenweise den Parnaß beltürmen, um die Leichen- oder Hochzeitsgäste, deren Schmause sie solennisieren, mit Makulatur versehen, ist kein Schluß auf den Geschmack oder die Fähigkeit der Nation, nur auf den Hunger des Versmachers zu machen. Das Gequäke diser Stadt- und Dorfpoeten ist schuld daß Ausländer bisher die Nation so bitter beurteilt haben.** Soll etwa Schiller auch zu den Almanachfüllern gehören? Zu Wieland, Dasselbe Buch versichert vom Rathause in Schorndorf: es sei ganz im abderitisclien Goschmacke bemalt. Man sollte glauben, Wieland Jiiifte hier seine Schilderung des Rathauses in Abdera entworfen. S. 288. ABirlinger L Die Gartenmoisterin im Eleass Ein kulturgeechivlitlicher Gnng in das Ende des 18. Jarhuuderte 0er Terker zwischen Elsaß und Lothringen mit dem i'echts- rhoiniBchen Lande war am Ende des vorigen und Anfange disee Jarbnoderts ein lebhafterer sla man denkt, Die feinen Stiefel imd Schuhe bezog die hohe AriBtokratie Süddentschlanda von Straßburg; am fürstlichen Hofe zu Sigmaringen ond Hechingen trog man nur Straßburger Fahricate, Wie im Gebiete des ohern Neckars und der Donau die Schweine aus dem ßaierlande bezogen, so kamen sie ins Breisgauiache n, e. w. vilfach ans Lotbringen. Wtldpret, Fische strömten wie bis heute noch ans dem Rheinlalu und dem Schwarxwalde nach Straßburg. .SSmtlicbes hier erlegtes eßbares Wildpret wird an einen Straßburgiachen Fisch- und Wildprets- biLndler der es am einen gewissen Preis gepachtet hat, abgeliefert" sagt eine liiudwirthschaft liehe Beschreibung Ichenheims i. U. v. 1786'), „Tanben. Gänse, Enten und Hüner, wie auch vile Eier von den aog. Grempen, Vorkäufer, Höker gekauft, von welchem Handel aich etliche Personen einzig und allein emiihrefi." Ebenda S, 122. „Die Fischkänfer von Str. knnfen die Laukeii Bum Futter für die andern guten Fisch." S. l'2d. „Die meiitten Fische, besonders die '/liten werden nach Straßbnrg an die Fischkänfer verkanft." S. 128. In eitlem Punkte aber lieferte tiur Straßburg, was die GaHeng^- tcHchae anlangt, dem Elsaß und teilweL§e dem recht srheinia eben Lande, worian es flchlechtirdings one Conciirrenz bläte. Die Ale- mannia IV 192 ff. hat schon vilo Belege dafür gebracht. Hören wir nun noch einen Flüchtling, geistliches Standes, aus den OOger Jaren, der vom landwirtschaftlichen Standpunkte aus Elsaß a. 1 795^) schildert. „Ein wichtiges und aller Nachfolge würdiges Beyfpil hievon stellt sich unsern Augen dar die Garlcn-Meislcrin im Elsaß, nemlich Straßburg. So berQhmt diese Stadt an Künstlern, an Vor- zügen vieler Dingen ist, so ist sie noch berühmter, ja am be- rühmtesten ist sie in der Gftrtnerey." Fremde Gärtner meynen, das Obst habe keinen Geschmack, keine Gute, wenn die Bäume nicht von Straßburg entlehnt sind. Viele meynen, es wäre der Mulie nicht werth, die Bäume in den Gärten zu pflanzen, wenn dieselbige nicht aus Straßburg sind, denn die Straßburger Bäume halten sie für die Meister- Bäume. Ja die Straßburger Gärtner sind nicht allein in der Baumschule Meister, sie sind auch Meister in 1) Landwirthschaftliohe Beschreibuutt des Hochfürstlich Marg- gräflich-liadiBcbeu Fleckens Ie)uitiuim im Bieisgau 1780. 8° 136 8. 3) Landwirthsuhuft eines gewanderten Baiiren oder ökoDomiBoh- prakliache Bemerkimgen über eine bessere, allgemein anwendbare Baum- Weinreben- und Gartencultur nach vieljährigen Erfahrungen von einem Geiatliühen im Elsaß. Auf Kosten des Verfaßors, 1795, 8"XVin 182 S. aller Arten Gartengemüse. AHo Tage, Sommers- wie Winterszeit siDd immer die Oemiißmärkte mit Gartengemüße sehr vollgerüllt und überstellt. So bevölkert anch immer diese Stadt ist, so liefert sie dennoch von ihrem Ueberflnß an Gemüße, Ge- müße genug, Wägen mit Wügen schwer dnmit beladen in das obere, mittlere und untere Elsaß. Das ganze Elsaß lebt sozusagen aus dem Gemüßgarten des Straßburger Gärtnere. Eher nehmen die Wasser -Quellen der BruDiicu in Straßkui'g ab, als der Ueberfloß an Gemüßen hey den Strsßburgeni. Es ist daher der Gemüßpreiß allda immer leidentlich, nicht theuer, bey einer Dmeähllcben Menge Volks, das doch faat immer täglich an gewechseltes Gemüße ge- wöhnt ist. Woher diese gärtnerische Seltenheit? die kaum an- derswo erhört und gesehen worden, die zu Straßburg doch jedes aufmerksame Ang tjlglich einsehen kann. Fremde Gärtner ! redet die Wahrheit, liefert euer Garien? liefert ihr Gärtner euren Herr^ Schäften? liefert ihr euch selbst dergleichen Uelierfluß an Garl^en- gowäcbaen von aller Art? wie die berühmt« Gärtner von Straß- burg, welche neben dem Elsaß noch die benachbarte Grenzländer zum Theil durch ihre Garten-Kunft ernähren und erhalten, ohne daß es ihnen wehethut, sie helfen allen Fremden mit Gartenge- müßen aus, ohne daß sie die ihrigen dabei Mangel leiden ließen. Worinn bestehet denn die Kunst dieser Garten -Künstlerin Straß- turgs? bloß in einem Erdreich, das eifrig gebaut, fleißig gedüngt, gehörig mit PflanzeastökeD basezt wird? Ihr liebe Gärtner: ihr braucht nicht weit ku gehen, die Gartenkunst von Straßburg auf- zusuchen, ihre KunstgrifTe auszngrübeln ; ihr habt ihren Kunstgriff schon in der Hand, ihr dürft nur diese künstliche Gsrteubauart von denen Straßbargern ablernen. Menschenkoth, Menscheourin, Viehkoth, Viohurin, diese sind der so berühmte Wundemng, mit dem jene Gärtner ihr Gartenfeld wie der Bauer die Ochsen mästet. Dung über Dung im Ueberflnß^ aber kein strohiger, von langer Zeit her verfaulter Dung; Dung der über den Winter in Gruben gelegen, der oft und fleißig umgekehrt worden, der oft mit Efih- lake angewässert worden, der zu Speck gewordene Dnng wird haufenweise dick eingepflästert, welcher Speokdung tief, rein, in die Gartenländer gehörig untergebaut worden u. h. w. S. 175 heißt es von dem Frühgemüße in St. Dieses Kunststück ist alle Jahr in denen so lieblichen und anmuthigcu Oemiiß- und Küchengärten um St. stets sichtbar, aus dem die Frühgemüße in 4»e Stadt und aufs Land liinans verschickt werden, wenn andere Stadt- und Land- leute noch nicht einmal gegärtelt haben. Da die St. Kfichen- gärtner im Spätjahre schon so emsig giirleln, so haben aie ( Frühjahrgärte In nicht nötig u. s. w. ABirlinger Schweizerspott Tom Herren Oondraa, PracBideoten zu Dijon habsD die Jesa- iten ein Teft-Ament erpracticiert, dttrinaen er versehen, ^a& ficb Beine leibliche Schwefter uod einiger Erb mit einer halben Cronen abweiBen lassen Bolt, da er doch dem Jesuit eiorden bey 7000 Frikncken järlicha eynkommens verschaSt. Das laaee mir aber einer eine acböne witzige von den Jeeuitern vernrsachte Divifion aein. Eb kommen mir die etuftlllige trüpflein, ich sage die Jesawidrichen eben für ab wie jener Schteeiecr, der kompt mit zween seiner Ge- spanen in ein Wirtshanß, der Wirt legt jhneii vier Seniblen fOr, der Schweizer sagt: der Semblen aejnd vier vnd vnaer drey. Harr ich «ils redlich thuilen. Er fangt an: Mir eine, dir eine und dir auch eine vnd mir wider eine. Ey wie gehts so grad uff, spricht die Svhweitzerkuh ! Meyne Heylige Jeauwidrichen wie gehets eo gerad vS, daß jhr von 7000 eins fallen lasset? Ein gart artiges Geüzvögelin »m Jcsititer Neat auagenammen, geropfet vnd also Muttertuickend allen vffrkhliyen Teulschen für die Augen gelegt Oder augenscheinliche Erweisung dcfi Ünersäll- liche» Bodenlosen Geitzes der Jesuiter- Sect. Durch Johann Pisca- lorn, Musarum cultorem. Gclruckl eu Kempten bei Christi^ Krausen Antw 1622. 4" 8. 10. I Alte Gebete Die besprengvnge des vnschvldigen blvtes ünserB herren Jhesr Christi, damit er die heiligen Cristenbeit gesprenget vnd gewesoben het, die behäte vnd beschirme dich hiite vnd die war kraft des lebenden Gottes svn vö Himelriche for allem übel sei vnd lihea amen. Recordare uirgo mater, diun steteria in conspectu dei, ut loqnaris pro nobis bona et nt auertas indignationem snam a nobis. Pas domini. ualtus domini. Sanguis domini sit mich! pro- tectio anime et corporis mei, amen. Fax in celo, pas in terra, pax in ossibna et in carnibus meis. '} dv hobeloptü tohter des ewigen vater, wirdigii magt ! Maria. Ich loban vnd manen, das dich du almehtikeit des himd- ^^M j sehen vnter heschctwct het oh allen creaturen mit solicher kraft, ^H I das dv die voll! der gotheit liplich enphangen vnd getragen best, ^^f f vnd") der vrAde die dv battost do dv enphvude, das de ewige wurt ^^ fleische vnd bl&t in dinem Übe was wurden, leb loban dich vaS' erweltü mnter des eiuborneu Gottes snu, de dich de abgrdnde [ der ewigen wisheit durgoaaen het ob allen creaturen. Vnd manen I 1} Etwas andere Hand. ^^| I 2) U.. .-n JH dich der vrftde die dv hattest, do dv diu kitit so dem ersten male anseht Oot vnd raenadieii vf diner magtlichen scliozse. Ich lobaii dich gemintü gemahol des heiligen geistes, das dich der heilig« geiHt mit aller einer genade durgosxen het ob allen creaturen. Vnd der vrMe die dv haitost in dem ersten nv, do dv dich seht der drivaltikeit aller nehet ein kvniginne aller cretiture. ge- nedigii vrowe von der vollen richeit, gibe mir ein eriiihte leben vod ein rollekomen ende, vnd de („dann ich" ausrndiert] evige leben, vnd gibe den selnn N. ein entladen von nllen schviden ein vrige, erlosvnge von allem we. vnd ein volle niessen ir hAsten selikeit. Vnd bit dich, de dv uns armen in disem iaroertal .N. gebiet ein mBterlioh erbarmen, ein herzeküoh trösten, ein gotlich vffenthalten, ein riches besorgen, ein getrvwes leiten in den Eorgklichen wegen dirre vnateten weite, ein kreftige helQen in allen nSten. ein klare erldhtea in aller vinstri, ein grvndelos benaden in allen freieen dirro sit, ein genvfasBm vliesen aller diner miltekeit über ans in allen eacben, ein almehtig behalten an ünserm tode. ein sicher leiten in das ewige leben Amen. OmiieB sancti dei dei discipuli sancli successores eornm orate ') pro me S. sapientes^) S, principe^ S. episcopi. S. prespiteri. 8. S. dyaconi. S. lectores. S. bostiorii, S. martires S. cnnfessoree Sancti monacbi, Sancte heremite S. clerici S. moniales S. layci S. nirgines, Sancte uidne. S. uzoraEi S. domini S. aerui 8. diuite« S. pauperes S. doctores S, factoreB iati et omnee sancti et electi deä cum trinitate perfecta lorice aint anime et apiritns et corporis mei onm Omnibus conpagibus suis intua et deteroris a planta pedis nsque ad uerticem capitis visui anditui guBtui adoratui (lis: odo- ratni) et tactui, carni et sanguini, osaibus et neruis, niaosribi uenia mcdallia artubua et omnibua parttbus meis, et confineant a morte p^rpetua. per te enim domine omnia menbra mea u fioantnr, iiispirantnr et sanantur. protege me dumine a dextris et a sinistria, ante et rntro, intns et superiiia, in aere in terra''') in aqnis iu man, in flexu in erectione in gressu in etantiotje dor- miendo uigiUndo, in omni motu, in omni nocte et in uninibas diebua aite mee amen, lllumina ocnlos meos, ue umquam obdor- raiam in morte, ne quando dicat inimicus mens: preualui aduersnB eum^). Dens salutis mee, in die clamaui et nocte coram te^j Cuatodi mc domtne, adinua me dens, eancta trinitns et libi ab omnibus periculis amen. Befende me domine ab igne et a fulgure, a tonitruo a gri a niue^) a pluuia a uentis a periculis a terre motu ab od 4) Paalm 13, 4. 6. b) Psalm 67, 3. 6) Hi. alc. 281 malis ab oouliB mnloruin auerbis apericnJis latus et teiitibr&ram & ileiDonio & eagita uolanle in die b negutio persmbularjte in tenebria, protege me doniine ab omni mnlo et ira que infcetant bonum, !!• bera me doniine ab inaidiis et maligms a ueaeßciiB, tihera me do' saiae ante mortem et in morte a perpetna morte Amen. Von apftterer Haud: Dis gebet gar gfit für alles übel vod Tür allea Tsgeliike. Pergametilhandschrift aus St. Georgen, jeel in der Groash. Hof- und Jjanäesbibliothck in Carlsrtihe, one Nummer, 14. Jar- hundert, Bl 128—133. Alfred Holder II Domtne m uirtute ')■ Laudate pneri'). Domine esaudL Dö kurzen. Notam fac mielii doroine uiam, in qua ambulem, quia ad te leuatii animam meum^l. Ora pro nobis sancte Erasme*), vt dign! efficiamur. Doraine exau. Oremus. I:ifirro Katern nostram respice omnipoteua deua, et quia pondus proprio') actioois grauat, beati Erasmi martiris tui af.que pontificb inlercBBsio glorioaa nos protegat. Per CLriatum. saacte Erasme, martir dei preciose, qui domino noatro Iheau Cliristo in dominica die üblatua fuieti et de eo leticiain sancte reaurrectioiiie euecepisti, exaudi me indignis' sima (lis: mam) peccatricem et accipe obintionem et delomoainam meam pro nita et anima ipaius et prn omnibua necesaitatibuB eias et rogo te, ut des sibi uictum et uestitum cum recte (lis : reota) spe et uera fide et bona coiiHcientia tibi consilium aibi aduersantium ut tuo internenta nequaquaro noceant aibi, quia deua promisit tibi, ut qniaquia nomentunm inuocaret, exaudiretur. Idcireo permitto eum in tuam Gdem, qua Cbiistus conaeruet eum uaque in finem uite ane, ne incidet (Ha: incidat) in manna inimicorum suorum uisibilium at inuisibiliam, tibi ad laudem et omnibus inuocantibna te ad bd- latiom. Per Cbristum. aaucte Ernama, mai't.ir An precioae, per nomen domini noatri Ihean Chriati et per misencordiam, quam ab ipao promemiati, et inprodignis (Ha; pro indignis) precibus meia et aasiduia tuis miserationibaa Ilbera eum ab omnibuB et miaeriia et angustiia et calamitatibas qnlbua aggranatnr, tu iamqne plenua deliciis domino noetro Iheaa Christo et saDctiasime eiua genitricia Maria (Hb: Mariae) augusttaa eius auggcre sibi consolationem ne- cessaria ab eia poatulando. Per Chriatum, domiue Iheau Clmate aibi de tribulatione leti peccatis aaia afFfigitur, pro tui nominis glori 1) Psalm. 20, 2. 3) Psalm. 112, 1. " Pwim. I«. 8. vierzelm Nothelfer, f 3. -l»' Oremus. Da queso im, nt qui iuste pro et per interceBsione 03 KU Formiae (Mola ^^| (lia ; -nem) saocti Eraami martins tui atque pontificis corditer liberetur et consolari mereatnr. Per Christiini. OrcmnSi Protector in te eperontinin deus et fortitndo, qui bentum Erasmnm BRoerdotem et martiiem de ardore auliitiiria priciaque misericorditBr liberasti, te rogamus et petimus, nt meatea nostras non exurat flamma aiciorum. Per ChriBtum. Oremua. Deus, cuius uirtnta beatus Erasmus martir aniuerea sua Buperaoit tormeata, fac nos eina meritia cunutas inaidins inimtoi superare et a jiaupertnt« et corporis Überare. Per Chriatum. Vnd da-rzv. V. Pater noater. Vnd V.Aue Maria. Vud an dem svnDeatag' aia atinravseii gen ald> aber ato mesae friimen '). Dann von spaterer Haud: Wer die gebet liset de geloüli niemer ere noch zergankliches gvtea. Pergamcni-Randsehrifl one Nummer aus St. Georgen, jeet im der Grosuh. Hof- miä iMndeshibtiothek su Carhrurle, 14. Jar- hundert, Blatt 125'' bis 127'. Afred Holder 111 In der Eircbbibliotek dea etwa 1 Stunde von Scbleiz enUemt ' gelegenen Dorfea Kiracbkau beßndet aicb u. a. eine Papierbdschr. in klein 4" [No. 159 (4fi)J, welch« in dautecher Sprache geacfaribene' Gebete und rebgiöse Detrachtungen enthält. Nach einem Vermerk Ton apäterer Hand, der sich auf der Innenseite des Einbandes be-' findet, iat die Hdscbr. „um daa Jabr 1480 von einer Nonne in) einem Scbwäbischen Kloster" geachriben worden. In ir befin< Bich, w&rend sonst, wie bereits bemerkt, der Inhalt in Prosa faßt ist, auf Fol. 14'' £f. das folgende poetische Gebet an di« lümmelakünigin. Abgosehn Ton einigen Verbeaserungen offenbarer Schreibfeier gibt die l'olgende Absohtilt genau den Tert. Üebap- schrift rot. Die folgenden Zeilen nicht abgeaezt. Ain hailaam gebet zu ewerben ain selligB end Tnd voBer lieben frawen maria du ai Locher uam ich armer süiider rief dich nu durch deinea kinda (inf wunden die dir durch deines horti^ drungen vnd durch deines haihgec kinda vrsteud verleioh mir armen sQnder sin guts oiid. o maria jiioclrfraw aller junckfraw himliechec wen ich mich schaid voa hino hie auß diesem eilend deine harmhertzige äugen zb mir wend so ich lig in des tods der bittrikait ■ vnd meiner 'iungen ir red gelelt 1 1) D. h. lesen, singen laßea und zugleich durselben a dftR icb dicb nit mer anriefen kan vnd meine äugen irci liechteB werden on vnd mein oren nicht mer beren migen vnd ich hg in den engatliohen «gen, BO gedeoi^k dit kunge daran dae ich dich ietzund bit und ermao vud kam mir xb der «elben zeit die mir angst vnd )araer geit TrtBch mich vor dem heUischen bniide verbirg mich zQ denseiben standen o rnaria die selb genad bchaU du mir daa hah iuh gantze hofnuug zA dir vnd in jeeu deines kinda namen so bind icb aller deiner guttiait zb saineu. Scbleiz HScbalts Zu des Knaben WunderLorn ') Neu bearbeitet von AntoD Birlinger und Wilhelm Crocelius IV Brief Spittlera'} •Freund! Reine Liebe, welche ich für das Wohl und Wehe meiner Mitbrüder aua allen St&nden hege, macht es mir Eur PIlicht, ein Wurt an Sie zu schreiben, das, wie icb bofie, einen Dorn in Ihre Seele treiben wird, dessen Sie nie mehr los werden können ; es sei denn, Sie wider- rufen Öffentlich und bekennen den Schaden, den Sie angerichtet haben, woduroh Sie sich allein mit der beleidigten Gott- und MenBcbheit aus- Böbnen können. Man sollte wahrlich nicht denken, diß in unsem Tagen, wo jeder Menschen freund von einiger Bildung alle seine Kraft aufbietet, Aufklärung und Reinheit der Sitten um sich zu verbreiten, noch Men- schenfeinde auftreten dürfen, und zwar mit frechster Stirne, als ob sio das beste Werk verrichteten, welche ihre schuldlosen Mitbrüder niede- rer, als auf die Stufe des Thiers herabzuziehen suchen, Duß ich hier nicht zu viel spreche, davon zeugen leider nur ru viele Opfer, deren sittliches Gefühl und Achtung für Religiosität durch die lose Hand dieser frivolen Menschenfeinde unbarmherziger Weise schon binge- mordet wurde. Mit Recht «arten Sie ungeduldig, nachdem diese schrecklichen Prämissen vorangehen rauGt^n, bis ich Ihnen das Faktum nenne, welches Sie, oder Ihre Mithelfer, deren Zahl nicht gering ist, begangen haben sollen. Nun Sie müssen wissen, ea ist die Ausgabe und Verbreitung der Schrift, betitelt; ,Dea Knaben Wunderhorn' oder besser, das ,verpeatende Oifthorn', das Sie und Ihre Consorten wegen der vielen Tausend Verführten und durchs Laster unglücklich Qe- machten zu Ibrem Lohn werden ewig blasen müssen, nachdem Sie durch die nm Rache scbroienden Menschenseeten von der ersümten Gottheit in den Abgrund der Unterwelt hinantergeschleadert wurden.' 1) Sieh n 181 ff. ni 164 ff. IV 35 ff. ^^ I 2] Christian Friedrich Spittler im Rahmen seiner Zeit. Gesammelt ^^H I aus seinem sobrirtlichen Noclilaß. Mit Vorwort von Ptr. A. Sarastn. ^^U I Erster Band. Basel. Verlag von C. F. Spittler. ^H 284- > Besorgte Obrigkeiten, treue Lehrer und bekümmerte Eltern geben sich alle Mühe, diese schmutzigen, unter jeder Kritik stehenden Lieder und Geschichten zu unterdrücken und zu vertilgen, während Sie in öffentlichen Blättern auffordern, ja sogar Prämien aussetzen, Ihnen diesen Auskehricht sorgsam zusammenzuhalten und einzusenden, um dieses halb erstorbene Gift durch Zusammenfassung in eigene Bucher wieder neu zu beloben. Wahrlich, wenn man an der Existenz eines Teufels zweifeln wollte, so müßte man durch dieses satanische unter- nehmen von seinem Dasein überzeuDise Dichtung fürt uns noch einmal in das mytisohe Elfenreich in örtlicher Anknüpfung zurück. Ich seze sie hieher, weil überhaupt keine geschichtliche Eini'eihung möglich ist; der Kaiser, der darin vor- kömmt, ist nicht näher bestimmt, die einzige Andeutung ist, daß seine Nichte als Erbin von Kärnthen bezeichnet wird.« Ein Auszug: Deutsche Sagen II 449 S. St. Meinrad I 238 ff. Vrgl. die Raben des hl. Meinrad in den Alpenrosen 1829 S. 237 ff. Gedicht von Manfred. Augustinus und der Engel I 418 ff. Sieh Alpenrosen 1826 S. 119: Augustinus und das Knäblein, Legende v. Gengenbach. AB H 55. Bei Nacht sind alle Kühe schwarz. Ist eigentlich mundartlich abgefaßt (Nürnbergisch), im Wundorhom nur in die hoch- deutsche Schriftsprache übertragen und etwas geändert. Nach der Mit- teilung des Hs. Dr. Hohnbaum in Hildburghausen habe ich es mit Me- lodie veröffentlicht in der Neuen Sammlung deutscher Volkslieder 11 Heft 6 No. 30, LErk II 69. Schadenfreude. Kürzer und poetischer ist dasselbe Sujet behandelt in »SERVIA MUSICALIS ALTERA, Oder Anderes Musikalisches Str&ußlein — Componiret Von DANIELE FRIDERICI, Isleb. Gedruckt zu Lftbeck durch Hans Witten, In Verlegung Johan Hallervords, Büchh&ndlern in Rostock. Im Jahr 1617. t Die Widmung d. d. Oldenburg Sontags Quasi modo gen. Anno 1617 ist unterschriben Daniel Eriederich Cantor daselbst. Das Gedicht stet unter No. V Einsmals das kind Cupido klein Zum Bienenkoi'^) bekäme. Den Bicnlein jren Honigseim Zu essen darauß name, Ohn gfebr in in den Finger stach Ein Bienlein mit dem Angel, 1) kor aus (mh. nhd.) kar, goth. kas (Geföß). Vgl. Vilmar Idio- tikon u. d. W. Kar. S8T Drob er bekam groß ragemadi Vnd in dem Finger maogel. Er liefT gar bald zu der Mutter sein, Thet jhr «olches aDsagcn : Sprach: Mutter, liebste Mutter mein, Was eol leb dir jetxt klageu: Ich muß fär SchmerlKCD sterben scbi Tom BienleiD ichs bekommen, Mieb wimdert, wo diß kleine Thier So große Macht genommen. Zu laobea fieng die Matter an. Sprach: Wai h&r ich jetziinder, Hat dir das Bientein Leid gethan? Das laß dir aeyn kein Wunder, Du bist ja auch ein kleines Kind, Vnd thust ofl't grossen Schaden Denen, die da viel grdsaer sind Denn du, driimb laß dein klagen. WC ter Schloß, lob teile noch ein Lied von zwei älteren Frauen gasTiugen, n,230, SterbeniBtei BUB Würges im DutertaimuB und nur disen bekannt. Krankheit ist eine schwere Büß, Gott weiß es wol, daß ich iterheu raitß. Storb ich heut, ao bin ich morgen tot, Begräbt man mich unter die Röslein rot. Sterb ich in meines Vaters Taten Hans, So kommen ihrer vier und tragen mich hinaus. Sie tragen mich hinaus und nimmeimebr berein, Sie tragen mich wol auf den Freithof hinein. Sie legen miub ins Grab und scharren mich auch zu, Da lolt ich achlaren in einer guten Ruh. Sobald das Glöcklotn verliert seinen Schall, So bin ich vergessen all überall, Sobald vier Wochen herum berumme sein, So kommen meine Freund' und zanken sich ums Haus. Sie zanken sich ums Hans und wol ura das Out, Sie wissen aber nicht, wie das Leiden tut. Das Lied ist ser wertvoll, aber es bedarf zur genügenden Her- stellung des Textes noch weiterer AufEeicbnungen. Ltlrk n, 230. Der Text des Wunderborna ist Terschiedenfach durch unechte Zutaten entstellt. Die zwei leiten Zeilen von Str. 5: Ach das Grab war suhon gebaut, Hab es traurig angeschaut gehören einem Soldatenlied an 's. Erk Band 1 Heft 6): der Soldat soll erschossen werden und stet vor seinem Grabe. LErk n 23b. Gefangen auf der Wacht. Das Gedicht stet caerst in: iBeiseschatten. Von dem Schattenipieler Luchs. Heidelberg, ISIli und zwar zweimal S. Gü und S. 93. Auf S. 267 die Anmerkung: Das Lied >Mir traumti haben die Herausgeber des Wunderhoms in den n. Band S, 161 diser Sammlung aufgenommen. Es ist, wie sie richtig bemerken, kein gar altes Lied: denn es wurde vom Schatte nspieler Lnctu erat vor vier Jahren gedichtet.« Die Entstehung lälU also wol in du Jahr 1807. Verfasser des Werks ist Juatinos Kerner. LErk 288 n 263. Die Toten reiten schnell. In Lindenfels im Oden- wald aus mündlicher Ueborlieferung (3. Aufif. 1859): Ach was scheint der ^lond so hell! Ach was reiten die Toten so schnell! Es war Schluß-Refrain von einem Gedicht. Das übrige wusle die Sängerin nicht mer. LErk II 298. Der Wirtin Töchterlein. Drei Mörder. Es ritten sich drei Mörder aus, Sie gaben sich für Grafen aus. Sie kamen vor ein Gastwirtshaus: 9 Frau Wirtin, ist ihr Mann zu Haus.« 9 9 Ach nein mein Mann ist nicht zu Haus, Er ist schon gestern geritten aus^cc 9 Frau Wirtin, hat sie die Gewalt, Drei Mörder über Kacht zu behalt ?c »>Ach wenn ich die Gewalt nicht hätt*. Was sollt denn da mein Wirtschaft werd'?«« Sie taten die Pferd in den Stall hinein Und traten zu der Küch' herein. »Frau Wirtin, hat sie ein Töchterlein, Das uns kann reichen ein kühl Glas Wein?« >Frau Wirtin, jczt kann sie schlafen gehn, — _ .. — _ — — — . — — — .^ — — « >>Ach nein, ich kann nicht schlafen gehn, Es möcht ein Mord im Ilaus geschehn.cc Sie gaben ihr ein'n Schlaftrunk ein, Wie bald schlief sie so süße ein. Der Erste sprach: 9 das Mädchen ist mein, Es hat von mir ein kühl Glas Wein.« Der Zweite sprach: »Das Mädchen ist mein, Es hat von mir ein Ringclein.« Der Dritte sprach: »Das Mädchen ist wert, Daß wirs zertreiben mit unserm Schwert.« Es griff seiner Mutter wol auf den Kopf: »Ach Gott, was bin ich ein armer Tropf!« Es grifi* seiner Mutter wol auf die Brust: »Ach Gott, hätt das mein Vater gewust!« Es griff seiner Mutter wol auf die Fuß: »Ach Gott, was schläft meine Mutter so süß!« Sie legen das Mädchen wol auf die Bank Und hauen es, daß es in Stücken sprang. Sie legen das Mädchen wol auf den Tisch Und verteilens, als wärs ein gebratner Fisch. Und wo ein Tröpfchen Blut hinsprang. Da saß ein heiliger Engel und sang. Sie sangen so hübsch, sie sangen so fein, Sie sangen das Mädchen in Himmel hinein. Und wo der Mörder das Schwert hinlegt, Da saß ein schwarzer Rabe und kräht. Mündlich aus dem Hessen-Darms tädtischen (Gegend zwischen Main, Rhein und Neckar) (1868), mir mitgeteilt durch W. v. Plönnies. Das Lied ist schon verschollen und müste noch mer als bisher verfolg^ werdexL LErk W£S NOT CIRCUUli MOM-CffiCülAnNG Stanford University Library Stanford, California In Order that others may use this book. please retum it as soon as possible, but not later tian the date due.