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Gallen, Götzioger 160—185 Alte gute SprUclie. Baeciitohl S1-- 53 RechtsrlielDlBclieB Lknd |^^H.2llr Wortforscliling VIII IX Zur Ticrarxueiaprache. Na- ^^^B moD xweiäi* Krankheiten: Kurfea und Fricht. MJttel- ^^^H Fränkisch, Bairisch. Sohlesisch. Miael. Namen für bii- ^^^P rlscbo MusikinstriirueDte und Bchlesieehe T&DKe. Lor- 1 danne, Laiirtauae. ZumOeberliDger Siadtreohta 13 — 16 spc. h'urfes und aeina Synoniina. Birlinger 147— IC5 28B— 288 FUnt nngedrnckte Briefe EberllnsTon GUnzbnrK. Soliuni 16&— löl 8prBelie ans HSnso's BQehlelu von der ewigen Welslielt Basel IfilS. Birliiiger 56— 57 Siirflchwörter and Redeiisarteu. Uizrjr'llie 63— 64 I Sprlletae über Landsknechte, IVelber, Pfaffen, MSnclie I I We i n k« uf f 265—269 I Za deu Voihsbnebern 11 i r 1 i u j; e i. 64— 56 I I Sebastian Franok tou Donanwerd I WeinkaaTf 131— 14T J ^^HSebBstian Salier, mtn lOOJKrigen Tedestage d. 7. M&rz ^^^fl ^^m Beck 104-UI^^^H 8eite Ein Siammbucb Jobann Peter HebePs I II Läng in 33—51 Zur Mtem sfiddentschen Calenderknnde. Trenkle 235—259 TolkBtfimlicbes, Sagen, Aberglauben I II Birlinger 90-9G 261—264 Rosse- und RindTiehsanber. Ders elbe 57— 62 Zum Kinderspil. Derselbe 63- 64 Schwabenneckereien lU Derselbe 64 Weinfftlschnng in Oberschwaben. Derselbe 162—166 Epigramme und SprQche ans dem Schwarzwald. Aus dem Lateinischen des M. Kurrer. Doli 269—277 Tom Wald nnd seinem Flachse, ebendaher. Derselbe .. 278-285 Ton sand Marteins frewden (Meistersingerlied) 259—260 Das Stadtbuch von Schaffhausen*). XrV See. Bis Jmoch ist. Der hurger vnd der Statt ee Sehafliusen da si ir gesetztnn an geschrlhe hant. Sü wären gesetzt, e. dis huoch angeufmgen tvurde nid sü sien sid gesetzet nid si werdint hie nacti gesetzt, trnd ward dis huoch angcunngen. Do man zält von gottcs gehurt drüzchcnhtindert jar mid ahtzig jare vnd darnach in demb fünfften jare ze jnghiden Mertzen. Vtnb gesefztan die man ie setzet wie man die setzen sol ald si ahnemeti. oder änderren mag, AVir der vogt vnd die Il&te ze Schafh. sigin vber ain komen vnd habint gesetzet mit gemaincm li4t. was gesetzt man machen 10 vnd setzen wil da sont des rutes bi sin ob zwaintzigen vnd swas die setzcnt daz sol also beliben vnd sol vnd mag daz nieman abgonemen ald änderren oder meren ald minderren es wArint denne der Il/\t Siben vnd zwaintzig oder me da bi. vnd was denne daz mßr vnder den siben vnd zwaintzigen darumb erkennet vnd 15 ertailt wirt daz sol also beschehen vnd beliben als dik es ze schulden kvnt. Swas setzten och vorro&ls gesetzet sint die sont och beliben in der selben wise äne geuerdo. Geben an sant Jacobs abend In dem homanot Anno dm m ccc Ixxxqnto. Vmh die Saltzlüt. 20 Es ist och vor alten ziten gesetzet daz die Saltzlüte die Saltz vail hant messen sont ain halbes ort in drin griffen ain gantz ort in sochs griffen vnd ain gantz viertal in zwelff griffen vnd swer daz brichet es sigin man ald frowan der git. ij. ß ze baß. JDaz niemnn vff der Statt fiieterren sol. 25 Est och gesetzet daz nieman nß vnserr Statt noch dar In als ferro vuser wingarten. vnd Trotten ligent fAteren sol. swer daz tut. so muß der herre geben ain pfunt vnd der knecht zehen Schilling ze büs vnser Statte. Daz enhain Schüler vnser hiirger gen Costenz ald anderswa 30 laden sol noch ain hurger den amlem. 1) Vgl. die altern Statuten: Der Schaffhauser Richtcbriof. Die ältesten Satzungen der Stadt aus dem J. 1291. Ilerausgeg. v. Johannes Meyer. Schaffh. 1857. 8. Preis Fr. 1. 25. Birlingor. Alcmanui« V. 1 \ Wir haben och gesetzet daz enhain Schuler der in vnser Statt wonhaft vad mit wesen ist enhain vusern burger gen Co- stenz ald anderswa vf gaistb'che gericht laden soll, wela daz bricht der git unser Statt ze busse ain phunt pfcnning. Swela Bürger 5 och den andern also ladet der git och die selben busse als dik es besohiht. Daz nieman sol ßllan^) brennen In der Statt, Wir haben och gesetzet daz nieman sol föllan brennen in Tnser Statt noch in unserm Graben vnd swer daz brichet der muß 10 vnser statte ze büße geben ain pfunt phenning als dik er es tut. Da ein burger den andern beklaget vfid im volle gät. Wir der vogt vnd der R^t ze Schafh. habind gesetzt, swennc ain burger den apdern beclagot von gült wegen vnd daz er im Yollegät mit dem gericht als sitt vnd gcwonlich ist in vnser Statt I5?ntz daz im du Statt verbotten wirt. richtet er sich denn nit. e. Im du Statt verbotten wirt so ist er von dem Burgrecht gegen dem der in vßgeklegt hat vnd hett denn der kleger gewalt ze va- hen den gülten ob er wil. vnd wäri daz der gült denn in dehaines mannes oder frowen hus entwiche vnd flüchtig wurde, so sol der 20 kleger gkn zu dem in dos hus er ist entwichen vnd sol im daz künden daz im die statt verbotten sigi vnd daz er in welle vahen ob er in welle lassen vahen in sinem hus ald ob er in selb welli dem Rat antwürten. wil er in denn nit l&n vahen ald selb dem R&t antwürten so ist er Im der selben gült schuldig ze gebeli. wAr 25 och daz der gült dem kleger ze stark wäre so sol im der waibel in helffen vahen ald des gerichtes koecht. Alder des Rates swcn er gehaben mag. vnd möcht er dero enhain gehaben swenn er denn gesiht der burger vnd in an r Äffet der sol im bi dem ayd be- holffen stn vnd swer im des also hilffet der sol nihtes verschuldet 30h&n. w&r aber daz Jeman jerti den gülten ze vahen der sol im och der gült geuallen vnd schuldig sin vnd sw& er in vahet da Bol im es nieman weren. Wir haben uns ouch durch gütz frids willen erkent ainhel- leclich weih burger den andern vnder ögen freuclich beschilt also 35 daz er ain diep oder morder k&tzer sy ald ander vngewonlichc Scheltwort gen im usslät darumb sol sich der Rat denn erkennen. Actum Sabbato ante L^tare Anno dm K. quadringentesimo. Da ain burger ainen lantman wundet alder beschälket vnd das der lantman dis an in bracht hett, nota etiam in. xj. fol. 40 Wir der vogt vnd der Rat ze Schafhusen habind och gesetzet. Ist daz dehain unser burger ainen lantman in vnser Statt wundet ald beschälket mit werten ald mit werken mag der Burger da wisqn mit ainen Erber raun ald (mit ainer frowen) ald mit me lütes daz es an in gebracht sye mit werten ald mit werken so sol 45- der burger darumb nichtes b&ssen. 1) Alom. III 278 IV 239. Unotb I 344. Stalder II 513. sieht aber der Burger den lanttnan ze tfit in vnBer statte. 'tnflg denn der Iturgcr (uch) wlaon uiit swain Krbern maDiien biii'gern oder laatlüteii dax es an in brächt aig mit wurteo ald mit wer- ken. 8o eol der Borger darumb nilitcs besserron. Mag es ober der Burger also nit gewiaen. ao sul es an des RÄtes ec SchiifhuBuii 5 genAden bIäd vnib den tölslag ala dikke es jcmer ze schul- den kvnt. Ynd da sich ain krieg hie hebt sivischeHd ainctii Burger vnd ainem lanlma». Es ist och gesetzt, wfix dnz sich dohaiti krieg nid loif hie 10 hlih zwiscbent aiuem burger vnil aineoi lantoian. Ist daz da dem lantman dchain Bürger bi geatät mit Worten fvhaelich der boI der Statt «e liüße geben j. Hb. ^. Sieht aber der burger der dem . Ikntman also bi geetüt wider Tnaerm burger so git er zeben phunt ) b&ße tut er aber furo den slnben so sol er es bessere als sich 15 f' der Uät xo Schafbnaen ald der mSrtail darumb erkennet. Wir och daz dehain lantninn in vnser statt ald daruß do- I hainon nngriflc tAt äne vnsers Kütes vrlöb der boI es beaserren als I sich der Rät nid der mSrtiul eikennet als dik es beschiht. (fol. II.) Kmft unmhl t&lfleg früfelim» vnd buoßan. bm-ijCf2Q vnd lantiai. Wir der rogt- vud die Rflt ze Schnfhoscn stgin ainb&rlich ■ vlicr ain komen vnd haben gesetzt durch vnBer Statt nutee nnd 8re vnd durch gätes vnd gemaines frides willen. Ist daz dechain burger an dem andern aincn totslag tat let 25 da/, der hin knnt vnd nit gevangen wirt vnd im dU Statt verbottcn wirt der sol in vnser Statt niemer komen € daz er sich gerichtet 1 mit des tüten fränden die er hie ze Schul^usen hctt. vnd mit den Richtern, vnd so daz beschiht so so! er denn \iisei' Statt zo büß i gellen fünff Maik Silbora nid er sol vor der Statt vnd vnsern ge- 30 rihten sin und beliben alle die wile er die nit gerichtet hat. war aber daz ain lantman aineo Burger ze töde schlflg in Tuser Slalt ald da vor der lantman sol in vnser Statte iiyemer komen Ist daz er nit gevangeu wirdet c daz er sich gerichtet mit des tfltan fründen die vnser burger sint vnd mit unsern Uichtern35 vnd sol denn vnser Statte ze büße geben y.waintzig Mark Silbers Schaffhua. gewichte ald pheivning dafür als es denn gang hett vnd Bol ußrent vnaer Statt vnd vnsern gerichten sin vntii daa er die böße gerichtet. Wir haben och gesetzt. Swer in vnser statt den andern 40 die bnrger sint siebt ald wundet mit gewälTenter bant der git der statt zc baße ain Mark Silii^rs ald phenniug daTiir als es denn gilt Ttid darzü aol im nnaerü Statt vnd unsrü gericbt verbotten Bin als hie nach gcschribcn stät aht wAchen. Ist aber daz ain bnrger den andern anloETot ald vff in drin- 45 gel mit gewätlenöter band vud in nit siebt ald wundet der git Vnser Statt zo büße ain halb Mark Silbers vnd dartzu sol er vnser Statt und unserrü gericht miden fünff wochen in der wise als hie nach geschriben ist. Wela Burger och den andern sieht mit vngewaffenoter band 5 ald mit der fvnst ald in röffet ald trittet oder stdsset der git der Statt ze büße ain phunt phenning gewonlieher müntze ze Schaf- hasen, vnd dartzu sol er vßerrent vnser Statt vnd vnserren gerich- ten sin vier wochen. Vnd wa mit Jeman ain phunt verschuldet der sol vier wochan 10 vßerrent vnser Statt vnd vnserren gerichten sin. Wela Burger och fräuelich gen dem andern vff wüschet ald dringet der git ze büße vnser Statt zehen Schilling phenninge vnd darza sol er vnser Statt vnd vnsrü gericht miden zwo wochen. Wela Barger och den andern h6net ald schiltet vnder ögen 15fräaelich der git vnser Statt ze büße sechs Schilling phenning vnd soll darza vnser Statt vnd unsrü gericht miden ain wochen. Wela Barger och dem andern ain fridebrech wunden sieht oder an tat der sol vnser Statte ze baße geben zehen phunt phenning gewonlieher müntze ze Schafhusen vnd sol im darzu 20ansrü Statte vnd unsrü gericht verbotten sin zwelff wochen. Wir haben och gesetzt, swela Burger hie den andern fräue- lich haym suchet der git der Statt ze büße zehen phunt der genanten phenning vnd darzu sol er vnser Statt vnd unsrü gericht miden vier vnd zwaintzig wochen. 25 W~er och dem andern fräuelich an sin hus ald darin wirffct oder seh Aßet der sol och ain haymsftchi besserren an allen stukken. Wer och den andern vsser sinem ald aiuem andern hus schalklich vorder6t der git ze büß als ob er ainen slAg an allen 30 stukken. Wer och dem andern daz sin nimet oder zukket ane recht es sye ain kapp, ain mantel ain rokk oder was söliches ist der git ze b&ße als ob er ainen schlAgi an allen stukken. Wir haben och gesetzet durch vnser Statt nutz vnd ere 35 willen war daz dehain (hader) krieg hie besch&ch. swer den bösere t mit Worten ald mit werken der sol der Statt als vil ze büße geben als der den krieg an hett gefangen vnd des du getat ist. Swer och seßhaft ald mit wonung bi vns ist vnd gedingot knecht ald junkfrö ist die sond och in disem schirm vnd büßen 40 sin ane geu&rde. In disen gesetzten allen ist den Richtern vnd den klegern ir recht behalten nach alter gewonhait an geu&rde. Wir haben och gesetzt wele der vorgenanten büßen dehaincr schnldig wirt der sol vß varen in die baß si ze laisten in den n&chstcn 45aht tagen darnach so er der büße vervallet vor dem Il4t ald wa man darumb richtet vmb ieglich stukk so denn vff in gevallen ist als hie vorgeschriben ist. vnd sol vß sin als fcrre wir vmb vnser 1 Btatt vnd diu-iiiiie bIüt neniiiit äue geuerdu vnd sol ouli In euhaiiiüiu Itloater noch ze den MUlinuii ze Scharh. aia vad seil och nyemoF nie in vnaur Stntt iiucli in du zil kumou n doz er efn büß als er uß sol siu vul luistet vnd 6 daz er die phenuiiip: ald das silber WOH er denn ze büße veruftllon ist vorhin gentzelivh goriclitet mit 5 barem gelt ald mit (;ateii phandeD. viid sol Jeglicher swcren ze den liniligen »inoD gplerteo (lyile die büße also ze lataten äne gciiAi'dt?. Tut or des nit su sol er aber, ula vil ze büße geben vnd alfl lang vßereut vnsev Statt stn In der wiso als vor besohui- deu ist als vff in vorgeunllen iat nis dik es ze schulde kvnt. 10 Weli auh nit uß TAriiid vnd ir büß nit Jaistind in dun alit tagoa rIs vor ist gesclinben. ir wfire ainer oder mcr. der Jvglicher git äavon och ze büße vnser Stritte ain Mark silbers ieglichee tagos als manigou tag er daz überaitzet. Wo» eol och wiMtn. swer aßer unser itatt vnd ge- 15 richten vmb dehain büß vß sweret daz der Jeglicher wol mag ain Wochen ab ISseii ob i>t wil mit fnniF suhilliuR iibenniiigen Sclmff- hiiser milntz als maiiig wouhen er Je denn abt<^aen wil es sy kiirtz CMler long es sye an dem anvangc ald an dem vßgange ald dazwi- Hchent der boßc als er uß eoI s!n äp gcufirde. 20 Wir sigind öch über ain komen, wUre daz maa se Sturni lAti nachtes oder 'tages vcn füres wegen ald suß ob dehniti ge- aclielle hie wurde, als dikk dz beschiht. So mugen die diu denn in baß uß sint als vor ist bescbaiden vnd die es h&ren Ir sigi ain oder mä Ib die Stat g&n oh aü went vnd darinne sin den tag eii25 M Je Itescbiht Iren nyden vnsuliädelioh vnd da wider sont si vß Hin so ir zil vß kvnt. (fol. III.) Als lang si denn in der Statt sint gewesen dö man ze stürm lut. wen ai wider iiß soiit gfta in die fa&fle so du DÖt für kvnt b! iren ayden ir si ainer oder mb als dikk ea TM schulden kvnt. 30 Vmb der lantlüt fräudhmn. Es ist och gesetzet vuib lantlüt. sw4 dehain lantuian Ir sy ainer oder mk an iinBerni Burger debainem frävclet daz der zwifalt bfiße geben sol au gut an allen stukken die er Je tut an vmb tfitslege, die sotit lantlüt b^ßen unser Statte mit zwaiutzig mar- 35 fcen Silbers als da vorgoachriben ist vnd sol öuh J^Iiehcr lantnion ze den balligen swercn sieb ze antwürten iu vnser Statte vnd nie- mer darufl ze kumen 5 daz er die büße der er vervallet vnser Statte gerichtet vmb Jeglich stukko als es denn ist es eye große oder klain. vnd sol in die Statt sweren gelicher wise als unser 40 bnrger vmb frävelinan vß swevend. Och mag or wol ie ain wochen ftbl&sen mit. v. ß. unser pheuning als ain burger wie vil ir ist. Ze glioher wSse sont ocb unser ußburgor in vnser Statte sweren vmb alle friivelinan als die Lanth^t. och dehain frHvely in unser Statte ze Schafhuseu tfit 45 gebesserren ald verbürgen oder verphenden mag. wil werchen (Ur die irUvely si sig groß oder klain ald fQr wochoD 6 die er uß solti siu. In der Statt graben ald an anderren büwen daz 8ol man von im uffnemen nach dem als er vber ain komen mag mit den denen er Je von dem Kät enpfolhen ist als dik es beschiht. 5 Swer och dehain fräuely verbürget ald darurab verphen^et die baß sol man von dem Bürgen nemen ald bi den phanden vnd sol man in sin nit \&n verdienen als aincn der si nit gebesserren mag als dikke es ze schulden kunt. Sidm&ls habind wir aber gesetzet, swer dehain frävely ver- 10 schuldet in unsem gerichten ir sie aincr oder me daz wir die nit sölin lassen verdingen er swere denn vorhin ze den hailigen daz er so vil gutes nit gehaben mug als sich du fräfelly gegen der Statte gezühet &ne geu&rde. Der in den turn hie kunt vfnh freuelinan, 15 Es ist öch gesetzet swer in den tum hie gelait wirt vmb dehain freuely si si gros oder klain. swenne der vmb die froveli ' gestellet wirt für den Rat ald für die sehs die darüber ie ge- sotzet sint. ir si aiuer oder me. mag er denne die freueli vnd die büße, ze stette nit verbürgen nid verphenden. du vff in geuallet so 20 sol man in wider in den turn^ legen vnd darinno haben vntz dnz er die büße gerihtet in der wise als vor beschaideu ist. Da icman ainetn nit wü lassen helfen den man sieht ald heschalket. Es ist öch gesetzet dur gutes frides willen. Ist das icman 25 den andern in unserm geriht sieht ald wundet ist denne ieman d& bi der dem nit wil lan helfen den man sieht ald wundet vnd nieman darzu wil lassen das im geholfen werde vnd das ieman werret es si ainer oder me. das der selbe ieglicher als vil ze büße geben sol vnser statt als der der da sieht ald den schaden tut ir 30 si lützel oder vil als dik es ze schulden kunt. Actü anno dm td. ccc. Ixiij. in vig. Johis. Bapt. Wa ycnuin detn andern sölich wort zuredt die im sinen IIb ere oder gut anrArt^ es gescheh vor Bat vor gericht oder an- dersicä. 35 Wir der vogt vnd Rat ze Schafhusen haben uns ainhelleklich erkendt vff unser aide durch gutz frids willen. Wa nu hinncn- thin yeman dem andern solich wort zuredt die im Übe ere oder g&t anr&rte. es sy man oder wip burger oder Seidner ald lant- man der sol die büß vnd pen darumb Hden als sich denn der 40 Rät gemainlich oder der merrtail dez Rats sich ye darumb er- kennend als dik es ze schulden kompt. vnd dis nach geschribencn gesetzten sond diser gesetzt kainc schaden bringen. Actum Sab- bato ante Martini Anno cccc"*^ vij. Wie man aincn vmb haymsiichinen vnd vmb ander grozz ^adm uüsen sol, YTir der vogt vnd Rät haben uns ainhellecHch erkent. wer ii'd dea n denn wlaeu - dm Rät atd nn liinneiitliiD delialn grozz freveli veracliult. es sy Bnche vmb Trid ze versagen oiler ander grozz sacb i ninor iex nit gichtig wer bo er dariimb angcsprocKej sol noch mag kam aiuigei' vbersagen wann das nu m\ aU recht ist. Actum quinta ante Pcntecoat, . driiigentesimo. (fol. IV.) Da ainer an dtm andern frävdt t vor tlem gericht (odet- den fräfhriO- Wir der vogt VDd die Rat xe SclinfhnBeii aigißd gemuinlich vber ftln komen vff den iiyd vnd habin geeetzet durch unBcr statt H nutxe vnd £re vnd durch gemaines iriücs willeu. «wer Jeu andern fravelioh beacbiltct abl haiaset liegen (am ßande: oder au sin ere rett) vur dem Hit ald vor dem gericht ald vor den bürgern swä Bü durch der statt noldurffl vud Rates willen zc aamcn g&iid. Ald Bwa ie dnz gericht ist da:i der ze besservng der Blatt geben boHI zeben }ihunt gewonlicbcr münte ze SchafhuBcn vnd eol viertzehen tag vor der Statt vnd vor unseru gerächten siu als dikke vnd es beschiht (ZuButz : 'in nll gnäd.) Ist aber dnz der der also bcBcbollen wirt d<^ der in be- scholten hett wider vmb beachiUet der git nvn Bechs Schilling ze2l bnß äne geuSrde Es sye denn daz der Rät ald daz gericlit ald der niertail vnder In sich erbeniient vS ir aid dnz er furo vnd mö tüge denu im bescheben sigi vngeuArlicb ist daz si sich des erken- neot so 8ol er die nüwen büße geben als an diser gesetzte ge- schriben ist, 21 Swcle och vor dem Rät ald vor dem gericht als vor geschri- bcn ist gegen dem andern fräuelich vff wüschet alj tringet der so! der Statte ze büße gfben fünfftiehcn phunt vnd sul ainen nm- n6t vor der Statt ein. Ist aber daz der gen dem also vff gc- wüschet vnd getrungen wirt oeb vff wüschet ald gegen im widur3l tringet der so! nv xeben Schilling ze büße geben es wfire danne I der Rat ald daz gericht ald der niertnil vtider In eich erkat dint vfT den aide dnz er Türo Sn geuftrde. Beschiht daK a diBor gesetzt geEcbribcn ist. BeBch&cb aber, daz aii gewäffenoler band der boI di I tftti denn im beschechei: I bSße B n als a ■ den andern fräTeÜcb alfig mit vn- Sfstt ze büße geben viertzig pbund vnd Bol zwen mnn^t vor vnscr Statte vnd vnseren geriehten sin. wilr aber dnz der der da gesiogen wirt den der in geslagen bott widcnimb flieht och mit viigewäffenotcr band der boI im die alten 4 bSßo geben daz ist ain pbvnt phenning es sie denn daz der Rät ald dz gericht ald der mirtail vnder in sich erkennint vff den aid dz er fflro vnd me lAge denn im beschcheu nye. erkennent si sich de« so Bol er die nflwen büße geben ala hie geschriben iBt. Siebt och ainer den andern vor dem Rät atd vor gericht 4 mit gewäffenüter band also daz er blStiiiBig wirt der sol der Statte ze besserung geben Sechtzig phnnt vnd sol och driie man6t I 8 vor der Statte sin. Sieht aber der der da also geslagen wirt den der in da geslagen het wider umb och mit gewäffenotei: liand daz er blutrAsig wirt der git nun die alten büße daz ist ain mark Silbers. Es sie denn daz der Rat ald dz gericht oder der 5 roertail vnder in sich erkennen vff den ayd daz er furo vnd me tAge denn im beschehen sie an geu&rde. Ist daz si sich des erkennent so sol er die nüwen büß geben als hie geschribon ist. Swele och ainem vor dem Rat ald vor dem gericht ain frid- brech wunden sieht oder stiebet, der sol der Statt ze besserunge 10 geben achtzig phunt phenning vnd sol ain Järe vsserrent vnser Statt vnd vnserren gerichten sin. Ist daz er hin kunt wirdet er aber darumb geuangen vnd begriffen mag er denn die büße nit han ald versicherren. so sol man im die band absiahen ob er nit anders get&dingen mag &n geu&rde. 15 Och ist gesetzet. Ist daz Jeman zu dem frävclich löffet der diser vorgeschribnen dinge dehaines tut vor dem Rät ald vor ge- richt der sol als vil ze büße geben vnd tun als der der vrhab ist gewesen des kricges an. gcu&rde. w&r och daz der selben dinge dehaines besch&ch vor dem Rät ald vor gericht swer daz böserret 20 denn ze mal ald .darnach mit herten worten oder werken der sol och als vil ze büße geben vnser Statt als vil der git der den kriege an hett govaugen. Wir haben och ußgelußen in den vorgenanten gesetzten allen., daz dem kvnig den Richtern vnd klegern Ir recht behalten sol sin. 25 Wir haben och gesetzet einbärlich. swer dehain büße ver- schuldet vor Rät ald vor gerichte ald anderswä da man durch der Statte notdurfft vnd Rates willen ze samen kvnt als an disen ge- setzten geschnbcn ist. dnz der sweren sol ze den haib'gen vß ze varen in den nächsten aht tagen so du büße gevallet zu den SOphenningen In aller der wise als daz vmb ander frävclinan ge- sotzet ist. doch mag ein Jeglicher ie ain wochen als er uß sol sin ablasen mit. v. ßl. ^J. ald verdingen als vmb die frävelinan och gesetzet ist. Es ist och gesetzet, swer gen dem andern vor unserm Rät 35 ald vor gericht vnbeschaidenlich redet ald gebaret oder eget mit den henden in fragen oder süsse so man der Statte ald des gerich- tes ndtdurfft redet, der sol fünff phunt ze büß geben vnser Statte gewonlicher müntze ze Schafhusen vnd sol darzu aht tage ußerent unser Statte sin in der wise als vor beschäiden ist. wer och sleht- 40 lieh zu ieman sprichet : du saist nit wäre der git ain phunt ze bäße vnd sol darzu aht tag uß sin. Vnd wer zu ieman sprichet einfalteklich : es ist nit war der sol bosserren mit. vj. ß ^j vnd aht tage vor der Statt sin. Swer och vnordcnlich sweret vor vnserm Rät ald vor gericht 45 bi vnsers herren gottes Schedell. Styrnen. Grind, hopt. kopff. svrt. Tist« Schaiß. geheiiet ald sölich swüre der sol vnser Statt ze büß oben fÜnff Schilling phenning als dikk es beschiht. (foL V.) Wie mau fryd muc/utn vad gehen sol in rmer Slalte nmt (tue atösse vttd hriege die da beschämt. Wir Acr vogt vod die RAte ze SchafbuBen sigind ninbArlioti vber ftin komen vnd halien geeiitxet. sivem delinin vujiiilit. hi« bo- echilit grüß odur kluin vor Rüt ald vor gen'cbt ald midetswä in^ derSluttti awä sich hiieg djl hebt, swonne denn der vogt nid des Rates iiincr oder m& es ay des grüßen ald des klaineti Rates oder doa Rates knülit zu denen komen die mit funnder kriegcnt aIb vil ir ist. vnd in denn gebit^tend äiic geu&rde doz er dnrunjb frid gob vüd den Rftteii gehorsam sigi vml> nin rihtung Ist daalO er denn nit frid git noch den RAteii gehorsam vil sin so boI or der Statt ze bfiße geben achtzig pbunt |)heiming Schafhuaer iiiöiituc. vnd 8ol dartaS ain Jflj-o vsser ynaor statt vnd gfrichteii ein äu gnad vnd war d'^ dehnin andre des R&tes zu Im kAm Tnd Im och also gebdtt daz or dai'umb frid gflbo vud den ^ ^ lUten geboraain wfiro vmb ain richtiiiig. wU er denn nit fride geben vnd den RAteu gehorsani s!n so uul er ober achtzig phnnt ze bSße geben vnser Statte vnd ain Järe vor der statt sin. vnd als tiinoigem des RAtes ei* duz verBait die nachcnandei' darutnb zu I komeut als dikke sol' er dieselben büße geben vnd Itden äae^O Widerrede. Es ist och gesetzet. swelo vnder dem vogt ald den RAton des grossen oder des kleinen R&tes an komen wirt es sye ainer oder m6 da:i er frid mache zwüschent den die slfißig sint vnder I burgern der sol es tnu vnd sol dorumb zwGrent bitten -ö vud ze dem dritten male gebieten an die büße diu da vorgeschri- ben stAt. T&t er des nit so sol er vnser statte ze bnße geben siu mark silbers als dikke es beachiht. Aber ain dehainer der TOgt oder der RAt ist gebunden ainen vatter ald siueu svn ald i vattera oder siner mütcr brüdcr ald sinea brudera oder siiierSO Swöster avn vmb fiyde ze bitten ald ze gebietent vnd tut er es r darumb an kotneo ist so Bül er der büße darumb nit t veruallen sin. W&re och daz sich Jeman versaiti durch gevfirde so man in vmb fryd bitten wolte darumb daz er nit frid gAbe. der sol zo3& b&ße geben unser ?tatt füuff mnrk siibors or eutalUge sich denn I mit sincm geswornen aydo daz er es darumb nit betto gctäu. Och ^^B mag der Rät aincm Jeghchen die büß mi'rcn ob es in notdürfftig ^^^B dvuket als dikke vnd es ze schulden kvnt. ^^V Swanno in och der vogt ald Jemnn des Rates zu sinem hnse40 ^^™ B&ohet ald da er wonhaft ist vmb frid za bitten, so so! _in das ge- F sinde zaigen ob es in waiß in dem hnse ald anderswä. ald daz gesind iu dem buxo sul in suchen daz i.*r danimb fuudon werde I VDgcuArlich & daz man zu dem dritt«n mal vmb die sach «u dem ^^^■Tofcoa kAme. Welbea gesind da» nit tut an daz es denn gevordsrot 4.5 ^^^^Hst duz git tun phnnt plieuning zo büße unser Statte es eubslah ^ I w 10 sich denn mit sinem geswornen ayde daz es daz beste getan hab vnd sin nit wisset! oder fundi kn geufirde. Wie tnan ain Jius ze Schaf hxiscn lailai soL Wir der vogt vnd die Rftt ze Scliafhuscn sigin ainbcrlicli ^ vber ain komen durcb vnser statt nutzes willen vnd habin gesetzet daz man enbain bus in vnser statt tailen sol also daz man es vnderslab mit ainer müre ald mit ainer want. es bab denn vbcr vnd vber sechs vnd zwaiutzig scbuch wit also so man es getailt daz denne Jetwedre tail hab dryzehcn scbuch lang vber vnd vber. l^Wftr aber daz man dchain hus welti tailen daz nit so vil witl hetti da sol man du gemach du in dem hus sint gegen enander tailen ald man sol es aber mit phenuingen tailen ane geuärde. Daz eiihain burger ze Schafhasen deJcainen angriffe tun sol äne des Bätes vrloh. 15 Wir der vogt vnd die R&t ze Schafhusen sigind vber ain komen vif den ayd vnd habind gesetzet ainbärlich durch unser Statt nutze vnd notdurfift willen, wele unser burger ald der bi uns won- haft ist es siie ainer oder me dehainen angriffe vßerrent der statt mit vangenüsse alder röb oder Brand, ald mit sülichen dingen 20 tfit dne des Rates ze Schafhusen ald des mcrtail des Rates willen vnd vrlöb daz man dem in der sach die er angeuangen hett nichtes sol beholffen sin (am Rand : vnd daz ir ieclicher der es tut der statt ze büß geben sol x %). vnd w&re och daz unsrü Statt ald burger da von in dehainen schaden kämint wie sich das fögti 25 den schaden sol er vns gäntzlich abtun ir siie ainer oder me vnd sölin och wir einander dartzu beholffen sin bi dem aide daz es beschech als dik es ze schulden kvnt. aber ain Jeglicher vnder vns mag wol sin aigen lüt oder sin vogtlüt ald vmb zins vßerrent der Statte angriffen ald phenden oder vahen daz er damit nichtes 30 verschuldet. ^ Da ain hur g er vff dehaines Lanimannes gut an Lantgerich- ten erklegt daz er es angriffen sol. Wir habint och gesetzt was dehain vnser burger Jemanne an behebt vnd erklegt vff offenen redlichen Lantgerichten so ferro 35 daz im sinü gut darumb erlebet werden anzegriffene mit verkoffen ald mit versetzenne ald Im selben ze behabenne vnd darumb des Lantgerichtes brief hett daz der selb vnser burger vnd wer im des hilffet du selben erklegten gut wol angriffen mag vff recht her in vnser Statt vnd daz er vnd sin» helffer darumb unser Statte 40 Dichtes besserren sont. Wftr aber daz der der denn also ange- griffen ist her käme vnd sich darumb vor uns als redlich ver- sprach daz den lUt ald den mSrtail vnder in dvnkti daz man es widerkeren sölt ald das unser burger darumb nit mc angriffen sölt des sol der der den angriffe getan hett gehorsam sin. 45 Tat aber Jeman da wider darumb ichtes ane recht dehai- nem unserm burger darvmb sol man demselben von gemainer Statte beholffen sin als dik es Jemer ze schulden kvnt. 11 I gpl ^_ del ^^ SU K' r»it an/jriff'en aß der Statt. Wfir onch daz dohain bnrger den nndern angriff an des Rit- tea vrlüii der eol denn die p6ne vud I'&nz daruinli dulden nls sich denn Kc^mniuor Kftt oder der niai'tfti] des R&ts diu-umb erkunnen. Actii Sahbftto ante Galli Anno Nonngesmioquinto, 5 (fol. VI.l Wie man die dir Buri/rechl hie vff'i/ebetit bextirrün sei rmb fr/luelinan die mUe rf das burgerecht >tU imder enpkangm hanl imd dnrh hie stfxcni. Wir der vogt vnd die Rflt m Sctiafli. Iialiint (feeetzet vff don nydo. wele vnaer liur^'er Im rfrreolit hie vS git da» der uDol^ iVäiicIinan vnd iiußan lieBserran vnd gelten sol ni sifriiid gi'nß oder Iclnin als T^anfliit die wü er Aaz hurgrrcht nit wider enphanf;en iett Ir sie lützell odor vil als^dik es ze seliuldon kvnt viid dne liß Bweren aol vmb ieglich stukke als daz vmb voser liurger ge- ■ebiet ist. 15 Vmb Seidener. Wir haben och gesoteet. swer Seidener in iinser Statt vnd Tnscrer gerichten ist vtid dar Inno sit/et liuseliuh es sig ainer oder m* vnd der doch nnser buntnßstie vnd liri^f ffeaworn hctt als vnser bnrger Dub och der oder diu alle früfdinan vnd bußan21 beBserren Bont als ob st bnrger wArint vnd nit als lantlUt a\a dikke es ze schnlden kvnt. Wie frnwim besserran sollt. Es ist och gesetzet weli fröwe die andern hpsclmlket mit Worten aU mit alahen dehaina Weges ir aigi ainil oder m6 ald25 Bicho oder arm. daz du bes.icrre» sol unser Statte als man, ir sig ftinii oder m^. was aber (Cn'Vßer fräticlinan sint vber schellwort vnd alahen. die sont fröwan beBserren als sit^h der Rftt oder die sechs die vmb fräfelinan ae Schnfhnseu Jd ricbtent ald der roertail vn- der In nach klag vnd nach widi^irede Je crkeoncnt als dikke es 3^' ze schulden kvnt. Dia fröwan aont aber nit vea sweren vnd Hont fjch dem Rich- ter nit bessen'en s! stfindint denno zo Markt vnd kci bank als daz von alter her komen ist, Doch sont die also ze Markt stilnt nit iiß sweren. Geben au dem Samstag in der Phingstwocheu Anno 35 dm. in. ccc. Ixxprinio. Vmb Bollf^n die ml mm went von i/erminer Slalie wcgcti so Je gcbültel. ilcr vogt vnd die RAt ze SchafhuBen bnbind Ainberlich geset/et durch vnaer Statte nutze vnd öre willen, swenne die RAt40 dehainea burgor von unser statte senden went üS herreu oder zB Statten, ald awft du Statte dehaines hin liedarlTt zo scmdenne als mauiger Ir ie denn ist. were denne daz dehainer den die R9t dartzS erkiesent daz widerredti vnd nit varen welti g&t der also Fon dem lUt daz er nit varen wil als vil dero ist. der Jeglicher 45 il der Statte sse bSile geben ain phuni {»bonningSuhafhuBer niüntz 12 ald so vil als Im es der Rat ald der mcrtail gebüttet ob es in ndtdürfftig dvnket. er entslah sich denne zu den hailigen vor dem Rät ir sig ainer oder me das in ebaftigi n6t jerri daz er nit gc- varen ald geriten mug ane gcuärde als sieb och der li^t ald der 5 mertail erkennet. Vnd die also von gomaincr Statt vß werdent gesent wur- dint die gevaugen ald berobet oder giengint In irü Roß ab daz sol In gcmainc statt vßricbten viid ocb ir zervng Äne geuÄrde. Vmh roß du in gcmainer Statte dienstc ah gdnt ald gebreat' 10 haft werdotit. Wir der vogt vnd die Rät ze Scbafhusen habin och ainbär- lich gesetzet durch vnser Statte nutzes willen welem vnser burger ain roß abgät ald genomcn wirt daz in vnser gemainer Statt dienst gät vnd vß gesendet ist es siie aines oder mc dem sol man daz 15 rosse gelten als er es behebt mit sincm geswornen aide den er darumb tun sol daz er es des tages vmb so vil geltes nit gege- ben hetti do er es dar leb ane geuärde. Wem aber dehain roß sust gcbresthaft wirt daz man es in vnseru marstal stellet ze artzenent. swenno denn unser smid der 20 uns darumb gesworn bette sait \ff sinen aide den er gesworn hett daz es des gebresten genesen sigi so sol der selb des es ist daz Rosse wider nemen vnd sol man im es aber von dem smit kne sinen schaden 15sen. Vnd swem sin roß also gebresthaft wirt der sol es stellen 25 in unsers Smides stal der unser statt vmb sölich ding Je gesworen hett vnd sol es nit in sinem lius haben der Rät ald der mertail des Rates erlöb im es denne. Es ist aber gesetzet nach disen gesetzten, wäre daz Jemanne dehain Rosse In der Statte dienst ze rkh ald blint oder ain^g ald 30hoptmürdig wurde mag man mit dem vber ain komen was man Im ze besserrvng gebi daz er daz Roße wider nemo daz mag man wol tun daz es den vorderren gesetztan nit schaden sol. Es ist öch gesetzet wer in gemeiner statt dienst rosse lihet ald selb ritet. das man dem enhain tagwan sol gelten er geh si 35 denne vnserm schriber verschriben das man innan werde war si besehen ane geuArde. Dat. Ixxxj^ feria vj post octavam pasche. Wer och Ichtes verlüret der in gemainer Statte dienste ritet oder gat vff der Straße vnd die wile er vß ist. es siie go- want ald sölich ding dem sol man es och gelten als er daz mit 40 einem ayde behebt äne gevflrde. Daz nictnan frävelich mit wäffofi in vnscrn Bat sol gän. Wir habin och gesetzet, swer in unsern Rat schalklich oder fräfelich gki mit swerten ald mit pantzern oder messern wider des R&tes willen ald vrlöb oder unser knecht willen die des Rates 45 ie hiUent oder wartent der Jeglicher sol der Statt ze büße geben fünff mark silbers als dik es beschiht äne gevArde. Möcht er aber die fünff mark nit hän s6 sol man Im die hant absiahen. IS 1 I I)a ain buri/er t'im sincy sai-h wegen boll.ichafl halar/f dem Rät. Wir bnben och gesetzet. W«r In vuacr Slalt bott^chnft jen- derthia bedarfT von dem Rüt daa geniain statt nit angät dem sol der Rfit boltachafft iiit lihen denn also daz der Häf. alil gemBinü 5 statt der botlBcbafft Ir sie lüt^el oder vil enhaiiien nchnden sol hän. die botten wiirdint gevangeo ald In giengint Im roß ab ald wurdiu In gonouipn oder vop ^ervng nid (fol. Vit) wie sich da» "" vnd dasi Inen duz vBricblen sont der oder die deu ai ge- aint daz ain gemainü statt onbninen scliadeo sol h&n von lU Bgeii das der Rät die botton dar geliheii hett denn ao ferre d«z man Inen dartzü von der Statt beholffen sol sin in der wiso ab< anderen burgern die gevangen ald berobet wnrdint die nit von äeni R&t ze botten ußgeaent w&rint an generde. Datum socunda die JuiiiJ Anno dm. Milleaimn. ccc Ixxvj^ 15 Wie man in dm Hat sol ijän. Es iat od) gesetzet, awenna man dem Mt ze Schafb. ie ztk [1er gebötet so sol man in den R&t böten so man frB mesae ze sant Johans zemen gelüt ald In der maß ob man nit snngi vnd aol man zwüreut lüten & man unaerii herrcn hebet vnd ainest dor-20 nah so unser herre gehnbcu wirt unz dü messe ua kvnt ald in eo- Itcher mäz ob man nit sungi vngeuarlicb vnd so die glogge ze dem dritten mal verlassen wirt. wele denne in den Rät nit komen Iist sC der knebt der gelütet het in den Rät kunt ungeuarlich. ald in der mäße das er diiriu komen mucbt ob in ihtes ierti &Qe2.'i geuerde. der het die bSße verloren daran dur RUt denne gebotten ist vnd aol man öch darnmb phenden ir s! ainer oder me. er koine dar nali dem so der kneht also dar kunt ald er belibe hie uße. es wero denne ainer siech ald er were in der statt not äno alle geuerde. 30 Wie man den lidt sainnen sol aid der näKeti Ordewittge. Wir der vogt, vnd die Rflt ze Schafhusen Unbin gesellet bo- däliteklich durch vnser statte nutze vud frides willen nach der ordenunge die ans der hochgeborn fCirst vnscr geniVdiger herre her- ieog I.iitpolt von Oeaterricb geinachet vnd gi'tdn Hett in vnserS.I Statte, swenne mon den Rät in unsoi- statte sammenen sol daz denn unser vogt nid wer Je denn sinen gewait hett vollen gewillt sol hka den RAteo zn enander ze gebictenne si sigin grüß odei- kluin RAt als in Je dvnkot daz ea notdUrfftig aigi nacli den sacken die fbr In ie bracht werdont als dik es ze schulden kvnt Tnd welem40 Rftte io gebotten wirt er aigi groß oder klain der sol des ersten nßrichten die sauhen darumb der Rät denn gesnmnot ist Vnd sol man och die verschribcn vnd sol man och alwegent des ersten darumb l'rägen vnd darnach sont Et die sacken vßrichten die für ri komen nach dem als die snchen ie für si hArent. 45 Vnd wenno in den Rät gelütet wirt wela denn nit dar kvnt 6 daz nin (rhg boscldht dariunb nitin denne besanimcnet ist der sol u Jse bußo geben daran der Rät denn gebotten ist es wAre denn daz Jeman dem andern in den R4t gebotten hetti vnd darumb ain fr&g bescbäch ald ob Jeman dem andern ichtes da vertigoti vnd darumb ocb gefraget wurde, klime ainer daroacb e daz man ain 5 fr&g t&ti dar vmb der Rat denn gebotten ist der sol die büße nit verlorn hän vnd sol man aber ain sölich ernstlich fnlg darumb der Rät gesamnet ist nit tun in dem klainen Rat e das zehen oder me da sint. vnd in dem großen Rat e daz zwaintzig oder me da sint vnd denn sol man richten vnd sol nieman für ziehen daz ir 10 nit genug sigi wen si des gewalt sont hän. Wer och den andern versprichet der git. vj. ^ ze büße als dik es beschiht. wer aber nund sprichet man sol den verhören von dem man denn redet der verlöret nüt. Es ist och gesetzet swenne in den Rat gelütet wirt so denn 15 der vogt dar kunt ald der sin statt ie haltet vnd in denne zit dunkt ze pfendenne die die nit da sint ald die ze spät koment die sol man phenden vmb die büße daran der Rät denne gebotten ist vnd swer denne in dem Rät ie redet äne die fürsprehhen für daz mal 80 der vogt ald der für in da sitzet gehütet ze swigenne der 20 git ze büß daran es denne gebotten ist vnd sol och der vogt die selben büße nemen vnd sol si nieman laßen durch lieb noch dar laid als dik es beschiht. Swer aber die büß nit git vnd es wider redet der sol die büß zwifalt geben vnd het och der vogt ald der für in da sitzet alwegent gewalt ze gebieten daz man also swige 25 an. vj. ^j ald noch furo vntz an 1 lib. als' in daz ie notdürftige dvnket wie dik es ze schulden kunt vnd sol man och die bußan nemen als ander fräuelinan vnd sont och gemainer statt weren. Swenne man och in dem Rät rechtet vmb dehain sach so 30 denn des klegers fürspreh zwürent sin sach geredet darvmb er fursprech ist vnd des widersachen fürsprech och zwürent geredet so sol man vmb die sach fragen was darumb recht sigi. es wäre denne daz ain tail mit ainer nAv/cn rede käme des sich der Räte ald der raertail erkandi daz mag der ander taile wol versprechen 35 äne geuärde vnd swenne die fürsprecheu ertailent so sont si denn ewigen vnd zu der sach nit me reden vnd sont och die andern ewigen so si ertailent vnd sont nit me dartzu reden als dik es ze schulden kvnt vnd wer daz brichet der git och die büße daran es denne gebotten ist ze swigenne als vor geschriben stät vnd ist dis 40beschechen durch gutes frides willen vnd daz ain ieglichü sach dester baß geendet werde. Es sol öch nieman vß großem äld klainem Rät gän äne vr- löb daz mit ainer frage bescheh e daz man samenthaft dannen gät äne gevärde. weler aber darüber tut der git die büße daran 45 der Räte denne gebotten ist. doch mag der vogt ald der sin statt haltet ainem wol erluben ze gän ob er wil vnd ob in dvnket 15 ^^^B daü ea dem nötdürfi'tig sigi der gern denn ze tiiül danDeii wi^ro ^^F Udo gev&rde. ^^ ' Wflre och daz dyhiiißer des Rates »iner oder ine in xorooB r wise ald durch gevärde daz er das rocht oder die snch darviiib I man denn reelitet oder ralet biuderti vßer dem Rite gienge 5 doz 5 die andern vff geslßadint dee deii llfit dviikti der dann aifcjet ald den niiTtail vnder in der aol «e büße geben ao vü als sich der selb ftät der dcnac sitzet uld der mfrtail erkennet nach deiii ata du sach ald du getAt denne ist uU dilc es ?.e schulden kvut. Swerocfa den Kitt Schilling ie veHurct. richtet si der iiit mit 10 iphenningen ald mit pbnnden vnseta ßätea knehten sü ei doz an Jn vordcrent ^e bna öder Ke hof der sei zwifnit büße geben da- n>u der Räte deiiuo gubotten ist. welhes rätea er ist. als dik es besctiilit. {fol. VIII.) ßd ietnan dem mtdem in dm Räl gebülel tPwlS Win« dem froffen wirf rk/tten aol. Wir haben uch geaetzet. swer dem andern in den Rät ge- biitet vnib dehuiu sach du daria gehöret daz man dem darvnd> m allen vfiten darviiib fragen vüd ricbteu bo[. es aiie in der statt ^richt oder titt. 20 fiebßt och Jeman dem andern in den Rät vnib dehain aach dit i» den großen Rät h^rot darumb aol man Im och Ir&gcn in dem Itlainen ßiU vnd mag Im ödi ainü gericht tun nntz nn den vierden ßüle nb der grüße Ritte in der zit nit s&ße vnd dcnne aol man Im den großen R&t sammenen daz er ain recht vor dem volle 2fi fftre ob es in den großen Rat hArct als dik ea beachiht. Wie man gich in dem Bat mit ßrsprechen vnd liälffelien atcßen sol. Wir der vogt vnd der Röte ze Scbafh, aigin vberain komen vnd haben geEelr.t. swas saclieu für vosern RAt ie koment ze dem 3Ü rechten, wer denn kleger ist Dach dem als «ich der RAt ald der rafirtnilo erkennet, der aol des ersten aineti füraprechen nemen ir sigi ainer oder m6 wenn er wil. Darnach aol ein wldersah es sie ainer oder mS 6cb ainen niraprecben nemeii wen er wÜ vnd wenue drui bcschiht ao sol der kloger ainen nerocn von dem R&t an siaon 35 Rät wen er wil. Da gegen sol der widersach zwen ao sinen Rat nemen vßer dem Rät die er wil. vnd darnach sol denn der kloger aber ain nemen duz ietwedro tail xwen vßcr dem Rät also hnb VTid nit me als dikke es beschiht. Vnd wfir daz dewedre tail mfi an Hinem IlAt hettj vßerent dem Rät vnd die nit Rfit wArint 8*40 sol man st von im baißen giu wedro tail ea deun vorderet ald won sol im nls mailigen an einen rät och ie geben oder läAen et aigint dns Itätes oder nit dos ainer als vil bab ala der ander änc ge- nftrde. Vnd wer denn vmb die ancb des ersten ie gefr&get wirt ea aigi der filrsprecheu ainer nid ain andre der mag aich wol4& vmb sin vrtail bedenken ob er wil mit swain des lUtes vnd nit mit me vnd wonno der ertailt wer denn des n-sten noch im ge- 16 fraget wir! der mag sich Öch bedenken ob er wil mit zwain des H4tod vnd nit mit me vnd wcune der öch ertailt so sol sich denne nieman me vmb die sach bedenken der gefr4get wirt vnd sol och Jederman dcnnc ertailen was In darumb recht dvnket nieman ae 5 h'eb noch ze laid als dik es Jemer ze schulden kvnt. W&re ocli daz ieman dehain sach für vnsern rät bringen wölti nit in rechtens wise der mag wol . ainen fürleger nemen vnd darizu an sinen rät zwen ob er wil vßer vnserm rftte vnd nit me vnd sol denne sin sach für legen vnd wes sich 10 denn der Hat ald der mertail darumb io erkennet dz sol ie beschehen. Wolte och Jeman ichtes für den Rät bringen daz gemain statt an giengi ald wurd Jeman gefraget vmb dehain sach du ge- main statt an giengi. es wäre vmb stüran. dienst, zog. buntnüße. 15 Zölle, bottschaft ald dehaine solichA ding der mag an sinen Rät nemen ob er wil vßer dem Rät zwen oder dry die er wil als dik CS Jemer ze schulden kvnt. Geben an Saat Thomans abent Anno dm. Millesimo. ccc. Ixiiij^. Vml) daz gericht wie man sich da halie^i sol, 20 Als och daz gericht nach der nftwen Ordonunge besetzet ist mit zwolffe mannen die daz recht da sont sprechen vnd nieman anders vmb sachan die fünffzehen Mark Silbers ald darunder tref- fent. haben wir och gesetzet swenuo der zwelffen sechs da sint ald darob daz man denne vmb ein ieglich sach dil dar höret 25 fragen vnd richten sol vnd das nieman vßziehen sol daz ir nit genug sigi es gang burger an oder gest. ist aber vndcr sechs richtern da benAgt si denn dero ze baiden siten so mag man wol richten vmb ain ieglich sach dti dar höret vnd sol man och al- wegent richten am Mentng an der Mitwochen vnd an dem fritag 30 es sie virabent oder nit. aber an virtagen sol nit burger gericht sin. Swenne och zwen richter da sint oder me zu dem Richter so sol man richten vmb alle saohan die 1 lib. vnser phenning ald darvnder treffen t. Och ist gesetzet daz ain kleger es si ain man oder ain 35frowe vor gericht ainen für sprechen nemen sol wen er wil vnd ain der zwolffen an sinen Rät. vnd der den man beklaget os si man oder frowe sol och ainen füsprechen nemen wen er wil vnd ain der zwelffen an sinen Rät vnd enweder tail me. Aber ain kleger ald den man io beklaget es si ain man ald ain frowe 40mngent an ir Rät nemen vier ald darvnder vnd nit darob vnder den andern dia nit der zwelfTen sint als dik es ze schulden kvnt. Es ist och gesctzet daz man gesten alwegent richten sol vor jm- biß ald darnach darvmb ^az in dest erberlicher vnd dest frid- licher gericht werde. Datum Anno dm. Millesimo. ccc. Ixxqnto an 45 Margarethe vg. Vnd) die EicJiter dae ^ euo dem gerichte gangint Wir der vogt vnd der Rät ze Schafh. habint och gesettz 11 von des gerichtes wegen wie mftn dz beset^ea sol mit zwelff Er- beren mannen nach dem als ea vnaer hrre von (Estfirrich dz georde- nöt vnd vns sin lirief darüber geben h&t. dax wir dia aelbeu swelff richtet änilerren Ront vnd mugent jiirglicha yff STngichten vnd dz man den großen RM hie nit saranen aol vff die tag sä 5 burger goricbt sint. ea were denn vmb der statt ernstlicb sach daz man ein darzä bedtlrfFti. vnd habint dnz darvmb get&n dar. man burgern vnd gesten denter l)nB gericliten mug. Vnd awenne man den grüßen Hat alefi ie maß hän. eü boI man des erattn frngen vnd die aoch vßrichten darvmb er gesamnot iat. Vnd aont och 10 denn die Richter an daü gericht gän. rnd da beliben die wile der HIehter sitzet b! der bnße als in deone dar gebotten iat vud wele I Rät Schilling ver- L daz gericht gebieten l! 1 nin büße ze gelicher >ch die hoße von i denn an dem gericht aint die aont enbai lieren an dem liät. Och Eol man den Richtern alwent ac 86 man Bnrgern nid gesten richten sol ar wiae als man an den Rät gebntet vnd aol t Jeglichem nemen als man die Hut achilting nimet als dikke i In daz gerichte bfttet vnd aont och h! dem geriebt beliben vnd dannen nit gän die wile der Richter sitzet bt Ver selben bSße ala 2i dikke ea r.e schnldon kvnt äne geuArde. Datum Anno dm, Milleaimo. ccc**, lisvj In vigilia puriüca- tionia beste Virginia Marie. " ' ' inne man burger gericht het so aol man daa geriht IVtteu so man da vnaern 2' le old in der ztt ob (soh) miui nit eungi dii mease vs kvnt ald in die zit. wele denne I dem gericht nit ist sü der kueht der ge- mäße an daa gt^richt kvnt der aol die linße t geriht gebotten ist ir ai ainer oder m& 3' ich gesetzet s' ze aant .lohans kilchen i herreu liebet ze fruion mc vnd aol man lüten vnz du vnder den richtern tatet het nid in der verloren hän daran t ' denne ainer siech ald er were in der statt nit kae uerde als dik es beachiht. (fol. IX.) Wie f'erre vnsrü gericht sc Si-htifliuseii gänt. Won aol wissen das vnsrü gericht fß Schafh. gtnt vntz an die vßeroaten letz se viscber bAaern. vnd vff der Rtnhrugge vntz 3 vff die vffgänden brugge. vnd vor dem BJne tfire vnts an das vor- deroat thor diaeut der obroaten MüIi vnd ob den Mnlinan tlen Rnin bin vntz au die letz ob des Stobcra Müli vnd vff Staig als die letzinan sint hl der aieohan hüa vnd an den l^aelw^e vnd ze Spitäler Schäre vnd an dem hornberg als die letzinan atänt \ an Epplis halden vntz an den Stege, vud was zwischent den s lit g€n der Statte es sigint hüaer ald ander ding dnz ist alles in' dem gericht äne alle geuflrde. Dax nieman sJw gtiot hie von im gehen sol noch mag das ea sine» gülien schädlich H. ^■i Wir der vogt vnd der Rilt zo Schafhiiaen aigin vber ain komen ^Hi habint gesetzt dnrch vnser statte nnlz vnd £re willen daa ^KSlrltntii-r, Al.'miuuU V I 18 enhain barger ze Scbftfhaseii es siie man ald frowan wie si ge^ nant sint decbain sin gut von im sol oder mag vriden (?) geben ald fAgen oder machen ald gemainder dartza nemen denn so ferre daz es den galten den er denn ze m&le gelten sol vnscbäd- 5 lieb sig vnd sin sol an iren rechten in allen wege Äne geuerde. Da ainer vffgät ainem wirt da man ivtn schenkt vnheraÜ. Wir babint öcb gesetzt wer in uinem winhus trinket der Ynser burger ist. gät der vß daz er dem wirt sin ürtenn nit git darvmb sol in der wirt nit haben. Git er aber die ürteune nit lOmornendis vor Prime. ald vff die zit vtigeuärlich so sol er ze büße geben der statte, iij. ß. ^ vnser müntz vnd dartzu dem wirie sin ürtenne als dik es beschiht wön daz von alter her also komen ist. Daz nieman den andern hie an sinem guot schadegen sol. Wir der vogt vnd der R4t ze Schaf hüsen habint gesetzt 15darcb vnsern vnd vnser gAter frides vnd schirmes willen Swer dem andern hie schaden tut an wingarten BongarUn. Garten. akkern. wisen. zAnen. hegern ald an sölicben dingen daz der ze büße geben sol vnser statte ob es 'Ze clag kvnt ain phunt phen- ning Schafh. müntz vnd sol man och die büße nieman lassen. Vnd 208was demselben der da schaden tut den ne ze mal darvmb beschiht äne den totslag ald littscherti oder fridbrech wundan. da sol en- hain büße nach gän. Swer öcb dehainem vnserm barger sin holtz abhowet vnd der im ald sinem vorster darvmb nit phant git ald geben wil der git och. j. lib. ze büße vnser Statte ob es geklegt 25 wirt als dik es ze schulden kvnt. Es ist erkent vfif Sant Thymothei tag Anno ac. ccccxxv^ dz kain bantkart daz burgrecht nit erben sol. Da ain lantman win hie nider lait. Wir der vogt vnd der Rät habint och gemainlich gesetzt 30 durch vnser statt nutzes willen. sw& dehain lantman win in vnser statt bringt als bald er den ab dem karren stoßet ald vßer ainem schiff gelait ob er in ze Schiffe her brächt, daß der von ie dem Söme vnser Statt geben sol ain viertail des selben wines vnd wäre daz der gaste den win verkoffti in vnserm gericht ald wie er in 35verkoffet so sol er aber vnser Statt ain vierteil des selben wines geben von ie dem Söme. w&r aber daz ain Gast win herbrächt den er furo fAren wolte äne geuerde ist daz er den win hie nider lait untz daz er in furo gefertiget vngeuärlich der sol daz vier- tail von dem Söme nit geben. 40 Besch&ch och daz Jeman sinen win fArti durh gev&rde vber Rin vnd in da verkoffti ald ob er in durch geuärde verkofti di- *sent dem kloster ze dem paradise ald disent dem löffen ald Jena vmb die Statte in der n&he der sol och daz viertal von dem Söm geben als vor geschriben ist. 45 W&re och daz dehain burger sich wines an nftme der aines Lantmannes w&re durh geu&rde als er den lantman schirmti. swer daz tut der git ain Mark silliers vnser Statt ze b&ße als dik Geben sant Verenen tng Am dm. beschiht. Iqnto. Vmb den tt-in zol. Wir der vogt, vnd der Rät ze SchafbäseD siicn aioberlich &in komen vnd huheii gcsetut durch uoscr Statt nutzes wil- Ti awer hie win verköft vsser ilehainem vnsae. es BÜe bi m^ßen. ht köpffen itld bi gläsern, es aiie a\a mjlße oder mk. der aol diiz vaß tzh Äsern ald zu Ir dehainem der sol vnser statte von ie der m&ße ze büße geben, j. lib. ^ vnser müntz als dikke er daz tut &ne geu&rde. Besch&ch och daz ieman der in vnser statt sitzet er si bur- 30 ger oder nit du selben GotzhAser ald Ir dehaines hie vor schirmdi ald in glimpff g&be dehain wege haymlioh oder offenlich hie wider ze tAnde swele des vber sait wirt als recht ist der sol der statt ze büße geben zwaintzig pfnnt phenning Schafhuser müntz. vnd swele die büße nit gerichten mag von armut wegen der sol d5vßer der Statte ze Schafhüsen varen vnd sol niemer wider darin komen ^ daz er die selben büße berichtet dne alle gev&rde. Geben do man zalt von Gottes gebürt drüzehenhundert vnd drißig JJlr darnach in dem funfften J&re an dem n&chsten Mentag nach dem zwelften tag. 40 Das die Juden hie ze ScJujtffiüsen ocfi vngelt geben sont. Och haben wir gesetzt Swele Jude vailen win schenkt ze dem zapffen daz der och daz vngelt d& von geben sol als ander vnser burger vnd were daz ieman in vnser statt sü da vor wolte schirmen alder glimpf g&be da wider ze tAnne der sol vnser statt 45viertzig phunt geben ze büße ald er sol von der statt varen. ist daß er die büße nit gehaben mag vntz daz er si berichtet, w&re aber daz dehain Jude von dem andern vailen win köfti von dem Sl Lwpffea vnd daz vngelt der statt nit da von wunli: tiericht bö boI I der Jud der da win kdfTet vnd der In ooh vorkölTet Jetwedreu. I j, lib. zo boße gebun als dik afi daz lunt vod jegHchoi- inäßü. Su man in dem Rät rockitil wer denn ufa aol statt so man [ vrtail sprivhet vnd fvele ir frilndu oc!t vs sollt sMh. 5 Wir der vogt viid iler Rät üb ScbafhABeii habun gesetzt dur [ gütea fridcB willcD. swer mit dem andern rechtet vor dem Kit vmb [ debaiD Banh burger oder Inutlut swenne man deiine vmh die aadi fragen wil. aö Bont die die cb ah gät vsaer dem Rät slän vdIz daz darvmb ortnilt ivirt als dik es ze schulden kuDt vnd sol manH' in denne sagen was ertailt ist. Es BDÜen oucb vögt zu buider sito vnd oacb cb'e wirt b! den denoe die zu herberg weren die zu sameu ze sprechen hetten I Tzz stän vnd dee gelicb ob suß dehainer den Ratz yonian in boH- ohen Sachen versprecb der sol ouch vzk stin. Actntn in vigitial5 I Thnmo anuo Nonages. ijnto. Ut och dos dehniu sach von Jeman für den Hat brucht wirt s! man oder frowu oder Beldeuer den oder die sol man hesen- I fjir den Rilt vnd za rede setzen vnd aol man In aich darvmb \ län versprochen ob er wil es süen man odE^r wip. vnd Bwenoe man 20 ] sich vDib die cgeDanteit sachon erkenneo wil es si ze dem reuli- I tcn komen oder auss het denn ilehainer von deswegen man f fragen wil es ai man oder frowe denne ze mal an dem Rät silzent ■tnen vatter ald aiuen svn ald ainen Brader oder einen vetter ald Biner mSter brüder ald siner awüster oder Bines brüders Bvn. die 25 sont vßer dem Rät atän so man sich aol erkenuen vmb sineB fründes sach den es an gät als dikke vnd es ze scIiuldcQ kvnt. (Zus. : Es Bollen ouch vß st&n sw^er vnd gegen swng^r), Äctom feria secnnda post Galli Anuo Ixxvij. DoE mttu vtiA aihahi sach richten sid dü vnder fünlzehnt'i^ mark Iriffet vor dem Hol. Es ist och gesetzt daz man vor dem ß4t nit richten oder rechten sol vmb sach die vnder xv mark trifFet. darvmb daz der Bat deat mäßiger si vnd dz man vmb alle söliub suchen sol rich- ten vor dem geriebt ze Schafb. d& siien des Rates brief vnd In- 35 ■ige! vmhgeben oder nit ea w&ro denne daz debaiu sacli ald vi^ taii danne für den R&t gezogen wardo äne geuerde. Actum in die Hilarij Anno Izxvüj, (i'ol. XI.) Wie man die vafien sol die frUudittanl so si ei erst tvont. 40 Wir der vogt vnd die RAt ze Schafh. haben gesetst dnr götes frides willen. Swer zc Schafbüsen dehain fräueli tnt in dem gericht in ainem hus da man vailen win offenlicb Inno schenkt der nit hus noch bof noch ander gnt het in dem geriebt daz er die fräaeli mag gebesserren. so eol der vogt ald sin knecht oder 45 der waibel ald der burger knecht tn das win bus gfin «nd sont in da vaheo. w&r aber daz debain vnser burger der fUi in ze 22 besserreo hetti der statt vnd dem gericht des bürg vnd wer wurde der die freueli tut also dz er in antwürte für den vogte vnd die R&te daz sü sin geWaltig siien so sol man In nit vahen. vnd swenne in der bürg für den vogt vnd die R&t geantwürt daz 5sü sin gewaltig sint s6 ist der bürg dk von ledig vnd enbunden. Ist aber dz in der Bürg für den vogte vnd die R&t nit antwürte als vor geschriben ist so sü daz an In mutent ald Ir botten so sol der bürg in den schulden sin vmb die büße als och der der die freueli tut vnd sol der bürg denne recbt zu Im b4n als daz ge- 10 rieht oder du Statte. W&r aber dz in Joman schirmdi freuelich daz man in nit viengi wer daz tut der sol och in den selben schulden sin als och der der die freueli tut. w&r aber daz der der die freueli tut ze stark w&re dz in der vogte ald der waibel oder der burger knecht 15 nit möchtint ge vahen 4ne hilf wele burger er denne an rftfifet vmb hilffe die ze gegen sint die sont Im In helfifen vahen äne geuerde vnd wele barger daz nit tfint der git jeglicher ze büße 1 lib. ^ vnser Statte. Besch&ch och daz der der die freueli tut vßer dem winhüse 20 käme In ain hüs da man nit win inne schankti Ald ob er die freueli t&ti an der gaßen vnd In aines burgers hüs fluhe ald ob ainer in ainem hüs fireuelti da man nit win Inne schankti ald ob er darvß in ain ander hüs käme wä dz were dk sol man In Inne vahen vnd haben vmb die freueli in der wise als vor beschaiden 25 ist vnd sol enhainen schirm h&n vmb die fräueli es w&re denno dz der in des hüs er denne ist für in spr&chi vnd lobti die freueli vß ze richtent ald in dem BM, ze antwürten daz sin der Rat ge- waltig were kne geu&rde als dik es Jemer ze schulden kvnt. Wie man ainem Jdeger besserren sol vmb frettelinan. 80 Wir der vogt vnd die R&t ze Schafhusen sigint vber ain komen vnd habin gesetzet swer den andern hie beschiltet ald mit jm vbel redet daz der dem kleger darvmb besserren sol ahtzehen Schilling phenning es were denne dz du Scheltwort als6 w&rint daz den R4t ald den mSrtail des Rates dvnkti daz er dem kleger 35 furo besserren sölt daz sol och beschehen als si sich denne er- kennent. Ist och daz ainer gen dem andern freuelich dringet ald vff wüschet der sol dem kleger darvmb besserren ain phunt phenning (Zus.: vnd dem Richter, j. ft). 40 Swer aber den andern sieht mit vngew4ffen6ter band ald in röffet oder drittet ald Im daz sin nimet kae recht freuelich vnd darvmb 1 lib. der statt ze besservng geben wirt der Jeglicher sol dem kleger geben, ij. lib. vnd v ß. ^ Schafhuser müntz. Wer aber den andern wundet ald mit gew&ffenotor band 45 sieht oder wirffet nit ain fridbrech wunden der sol dem kleger besserren als dem Richter daz sint iij. lib. ^. Der öch ain messer ald ander w&£fen oder Stain ald ander ^ ding gen JomaD ztikt der sol ocli dem klcgor beaufirun aU deui Richter das sint iij. Üb. Wer öch aiiiem aiQ fridbrech wunden steht alii stiehet oder Wii'fTet der eoI dein Richtur beBeeiron leeheo guldin viid dem kle- ger öch X guldin oL »In der kleger nit enbern wJI. 5 Wer och an Jemau ain haiasüchi hie tot. der ist dem Riuh- ter se büße veruallen fQnff mark Silbers vnd dini kleger och füufF 'inark ob sin der kleger iiit enbern wil. Wie ainer icise» sol daz es an in bracht syc. Ist aber der der alaii an Jcman Träaelt ir sie ainer oder me Ul erel^gen mag mit swaiu Erberen mannen zv Im ald aber ainen an Bin Blatt stullet daz es der ald die den du Treueli begchiht des lrst«n an In brächt habint ai sont aber doz recht darvmb tun s6 git er dem kleger enbsin büße si sie große od^r klaln. Aber »mh lantliit so! es belibcn als vor darvmb gosetzot vnd 1^ her komen let. Dia beschach an dem frttag vor Bant [Jartholomünstag Anno 4in. Millesimo ccc. Septuagesimo Octavo. Jiae der vogt seHi iiii klagen wocA delta'men kleger stellen sol w»6 He/iaitter lay grafa faeli cfc. 20 Wil- der vogl vnd Rät ze Scbaffhüsen haben vns ainhellek- lich erkent das dohain vogt selb nit klagen noch debainen kleger ■teilen aol vmb dehainer lay groß sach es sig vmb dyebstal oder ISbloB ae tflnd oder vmb ander aacb die Hb vnd gut anrflrti gegen vnsern bnrgern oder den die wonhafFt bi vns vnd in vnscrm 25 scbirm wftrin. es wftr denn das sich des ain Rät anholliklich er- kantind. Actum ut eup. (fol, XII.) Das man enhain sctiopff noch filrsehiUz fiie sol waeheit vnd tcie THtm hüser ttie htace» sol. Wir der vogt vnd der Rät ze Schall), sigint vher ain komen 30 Yod habin gesetzt durh vnser Statte nuta rad fre willen daz man enhainen Schopffo vff sül hie uieraer me aol geb&wen an kainer gassen Vnd daz man och enhainen fürachutK an kainer gasscn ze Sohafhdsen sträße halb nieraer mc sol gebAwen. Vnd wfire daz jeraan ain bös hie wolti böwen es wftre ver- 35 brunncn oder nit der sol den wanthöwe vff müren atrilße halb Bwaiger Gfldemer hoch vnd nit minder vnd sol denno gen der Bträße enhainen fürschutz machen vnd sol daz hüs mit nageln tek- ken vnd oit mit stain vnd sol och daz tache nit ze r&sch machen daz man daruff möcht gowandelen ob man sin bedörfti. vnd wäre -10 daz wider diaer stnkko dehainea jeman wolti getfin s6 sont » vogt die Räte vnd die barger wenden bi dem aide vnd aont c I statt ^^^alt DartzS ist och do statte ze bnßo geuallei der diser stukke dehaines bricbet der mark ailbers vnd sol och nieroan go- 46 Walt hän Im die bSße ze laßen. WAre och daz dehain simber- . biJwti wider diaer stukke debaines der wißent würe das 4 24, verbotten wäre der sol öch ain mai*k silbers ze baße geben vDser Statte als dikke es bescbiht. Aber aiu ziegeltach mag man wol r^h machen der wil daz man darvmb nihtss verschuldet. 5 Es ist öch geseizet swits man hilser hie büwet da sol man die wanthöwe vßwendig vnd nebent zu vntz an daz tach vnd die went alle in dem hüs ane stuben went zAnen vnd mit pflaster oder mit laym beslahen der es nit müren wil vnd sol enhain hültzin oder schindell want machen. Wer daz brichet der git 10 1 üb. ze büße der statt als dike er es tut. Aber wie es gat so sol man sträße halb zwaiger Gädemer hoch müren als vor ge- setzet ist. Datum Anno dm.Millesimo. ccc. xÜj^ feria secunda ante Gregorij. Wie man SchindeUtäcJicr wacheti sol an der rösckL 15 Wir der vogt vnd der Rat ze Schafhüsen habint och ge- setzt swer ze Schafhüsen ain Schindelitach nu hinnenthin machet daz der daz drittail nemen vnd machen sol an der röschi &ne ge- uerde. vnd wer daz vber vert der sol vnser Statte ze b&ße geben, j. lib. ^ als dik es beschiht. 20 Swas aber Schindelltächer daher sint gemachet du darvber treffent an der höhi ainen schuch oder me in der n4ße vngeu&r* lieh die mugent wol also beliben daz man da mit nüt verschuldet won man vor aigenlich nit gesetzet hatt vmb daz drittail an der r5schi. was aber ze rösch ist vber daz nach dem als sich die er- 25 kennent die darvber ie gesetzet werdent du tächer sol man och denne änderreu als si sich er kennent wer daz nit tut der ver- löret die büße j. lib. ^ gen der Statte, vnd mag man och die büße mSren ob der R&t wil. Geben an vnser fröwen Abent jn dem mertzen Anno dm. millesimo ccc Ixxxprimo. 30 Daz etifiain vnser zimberman oder Mürer frömd werchlüt hiftnan triben sol, £s ist och gesetzt, wäre daz dehain werchman jemer her k&me er w&re ain zimberman oder Mürer vnd hie wolti werken er w&re her besent oder nit daz den enhain werkman ze Schaf- 35 hüseu weder zimberlüt noch Murer darvmb sont beschalken ald im tröwen mit werten ald mit werken vnd wele daz bricht vnd des vberkomen wirt mit erberren Lüten der git ze büß vnser Statte zehen pfunt phenning vnser müntz als dik er es tut vnd sol och nieman gewalt hän jm die büße ze lassen Mag er aber 40 die büße nit h&n so sol er vor vnser Statte sin vnd nyemer mere dar in komen vnd sol im es och nieman erlöben. ee. daz er die büße gerichtet. Actum an dem Samstag ze mittervasten anno dm. Millesimo ccc quadragesimo scdo. 45 Wie man hüser vor der statt huwen sol. Wir der vogt vnd die R&t ze schafhüsen sien ainberlich vber ain komen vnd haben gesetzet das man enhain hüs büwen sol vor •M statt ak Yerr« viuerü etfir git. Eb ai denn« Au?, man du Ii&aer m&re. vad mwendi)^ die wende beslidie mit phlnst^r ald mit lainia der b! nit inwendig müre. ald maii sol dU bfisor imwCn- dig vnd iiiwendig also zfineii vnd mit solichon dingen hosiaheu dur ei vewendig nit müren wil vud sol mnu 6ch du hi'iser tekkon mit ^ siegeln oder mit schöben die mit Inim gesodct sint vnd wei' dos brichet vnd d\ widor tat der git xc büße vuaer statt x Hb. vnner nüntx als dik es begchilit. woii wir ea dur vnser statt mit« vnd ndtdurfft golän liabcn vnd das wir in der slatt für für dost aiclie- ler siien. Das man aihain hüs an der slatt graben ald daruff' bii- 10 I aol. lieman ze SuhoiliäBcn 1 sol kainer lai hüee nd wer da wider tut. '5 □it gunnen hö wir : statt gesworn ba Wir habent och vesteklich gesetzt dae t vff der statt grnben ald an den Graben büwe I oder Scbüre nid schüptF oder scmltch büwe. i 1 dem sülio wir es weren viid sOllint im nie ernstliuhest mugent bi dem aydo bö wi^ vob bint vnd Bont vns des bebolffcn a!n alle vnaer burger mit guntzem ornBt bJ dem aide »ö ä der statt gesworn bant. Disü gesetzte du beschach an dem Mentag vor dem Palnitag 2l> □ dra. Milletiimo occ Septuagesimo nono. Diis bröl sol Italien In mässen haniarh sliit. It. wann ain matt veseo. viij. hlr. gilt so sol dz huHcrwerlige ' briit halten xvj. löt vud doK keraen brät xl !dt vnd wanu j. ß »n dem kom vfF sohlecht bA gSt ab dem baller werligen wisbrol. ij 25 tot vnd ab dem kernen bröt iü,} 15t vnd wann aber 1 ß bir abgät Bu] alwogen ij lüt an dem wißbröt vff^än vnd iiij löt an dem kernen bröt vnd sul von yedem & vff vnd abg&n In müßcn vorstät. (fol. XIII.) Wie man hie in ijemaincr kost bäwcn sol. Wir der vogt vnd der RSt ze Schafliüsen siien ainberlich 30 r vberainkomen vnd liant gesetzt durch vnsor statt nutses willen [ awer in vnBerm gericht raören wil es süe man ald fröwe zwiacbent 1 nachgehilren der an Im hett swisohen hfiBsrn ald F bofstctten oder Garten der mag die mfire vff fftren uff gemsin ert- rioh von dem fundement vff wie h5h er wil vnd sol öeh nit erwtn-3S den e daz dil märe ob der erde aines gadems hob kvnt Aue ge- Iu&rde. vud Bol im öcb der naohgebäre die Mure vfl' holH'cu biiweu in geraaiaer kost oh er wil es eiie mnn ald früwe. Muret oub ainer zwischeut Im vnd siuem nachgehiLren obenan lu dem bäse wie h6cb es ist daz sol im der nachgebüre ocb helffen hüwen in ge- 40 maiuer kost ob er den wanthowe brächen wü. Wäre och daz jeman zwischeut Im vnd shiem nochgebüreu ainou hüitzin wanthäwe maohen wolto vff der erde ald bfiher in dem hfiB daz mag er wol tBn vff gemain ertrioh vnd sol In der nachgehüre den kosten halben gelten oh er wil. Ist aber daz der 45 iMchgebüre den wantliöwe also nit hilffet biiwen oder gelten er sie gemüret oder hultzin So sol der wanthÖwe des nllaine sin der in i 26 gebawen bei vnd 8ol Öch der nachgebiire nicbtes ja den selben wantböwe noch daran oder darvif ane geuerde büwen oder tr&men ald an den wantböwe lainen oder legen kne des willen der In gemacbet bei er gelt Im denn vor bin den wantböwe balben &ne 5 geuärd. Vnd wenne der nacbgebüre ald sin erben oder nacbkomen den wantböwe also giltet es siie vber kurtz ald vber lang als ferro er In brucben wil so mag er dar In ald daran oder dar vff büwen als ferro er In vergolten bet ane gcu&rde. Vnd swas des lOwantbowes me ist an der böhi ald an der lengi vber daz so im der nacbgebüre bilffet gelten daz sol ocb des allain sin der jn bett gebüwen vnd mag öcb der selb denne venster ban vnd ricbten durcb den wantböwe vber den nacbgebüren vntz daz Im der nacb* gebüre ald sin nacbkomen den wantböwe balben vergütet als vor 1 5 bescbaiden ist vnd mag Im ocb denne der nacbgebüre du liecbter vermachen wenne er da büwen wil ane gea&rde. Docb sol man wissen daz jederman vor vnderögen gen der Straße vnd bindenan vnderögen vnd du täcber an sinen nacbge- büren wol mag machen darvmb daz vordenan vnd binndenan vnd 20 an den tÄchern nit luken werdint als in den bAsern zwaiier vinger brait dikke die wantböwe werdint vergolten oder nit &ne geuerde. Es ist öcb gesetzot swS, ainer dem andern ain alt müre sol belffen gelten waiß man denn nit wie tüffe si in dem bert stät so 25 sol er im die müre belffen gelten driie müre schacb in den berde S,ne geuärde. Wä ocb aincr ain nAwe müre zwiscbent im vnd sinem nacbgebüren wil machen der sol si setzen vff recht funde- ment ane geuerde dannen vffbin sol im si der nacbgebüre belffen büwen oder halb gelten als vor darvmb gesetzet ist ob er si 30brücben oder halb haben wil. Ist ocb daz ainer ain Müre machet zwiscbent im vnd sinem nacbgebüren kelretAffe vndor daz recht fundement nider. die tAffen müre ist Im der nacbgebüre nit gebunden ze geltent was si vnder dem rechten fundement t Affer ist. er tAge es denn gerne es w&re 35 denne daz der nacbgebüre darnach Öch ainen kelre machen wolte an die selben müre sd sol er im die Müre Öch belffen gelten als vmb ander Muren gesetzt ist äne geu&rde. Wie man ain Müre kldfter gelten sol. Es ist ocb gesetzet, wer ain Müre hie brüchen wil die ein 40 nacbgebüre allain in siner kost an im gebüwen bett daz der ge- ben sol vmb jeglich kläfter als ferro er die Müre brüchen wil. j. lib. ^ Schafh. müntze dem der die Müre bett gemachet. Datum Agnetis Anno dm. Millesimo ccc^ Septuagesimo septimo. Wie man burger emphahen sol vnd wer in och vrloh ge- 45 ben soL Wir der vogt vnd die Rät ze Schafbüsen siien vber ain körnen vnd haben gesetzt mit gemainem B4t daz man enhainen r I m 27 Edeln roon ZQ burger 8ol enipralien er hal) veatt oder dH es siien denne dnbi vnsere großen R^tes ob Ewaintzigen vnd u-ns die denne darvmb vber nio koment da« roI öch also bulibeu vnd wel Edel lüt nUö ze burKcr genomen wenli-nt dio aol man ^nc gcdiiig ne- tnen also daz si vnner Htntto st Aren vnd dienen BOut als intiii ie5 vff Bü lait vnd dax si öcb dem Rät gehorsam sin sont inU allen dingen aln vnser in^eBessen burger Jlne generde. Och aol ieglicher ain bernaschin in vnsem gewalt autwtirten da» dar xlalt warte ob er ioch von dem burgrncht käme duz der hernanch der statt beltbe vnd sol l>c\i er Tnser statt ein brioF ge-lO ben wie er vmli daz burgrecht mit vns ftlier ain kvnt. WS aber ain vnedel man vnser bui'ger wil werden den nm- gent sehtzefaen oder m€ vnser R\t ze burger empfiXben also diiz er mit hüs in vnser statt sitzet, anders ist man im nicbtcs gcliun- den vnd sol er vqb doch gehorsam sin als ob er bi vns ni&e vmb 15 dtflrsn vnd dienst vnd ällü ding dartxu aol er in des HAtes ge- Iralt bernesch bonken ao vil als den Ri'it ald den mi'rtail vnder In denne dvnket also daz der hämascfa der statt warte vnd belibe eb er ioch binnan fftrc von dem burgreclit vnd sol des och einen brief geben vnd des Bichtera ze SchafhuRou Insigel vnd sol dis 20 «Iso beliben mannen oder frowan die vnaer bnrgov went werden. Es ist ocb geaetzet aweli gewnlt hant edel ald vnedel ze empfflhanne ze bnrger doz ocli dieselben gewalt hant burgrecht von in vff ze nemenne üne geuerdc, dis beecbaeb an friing vor Bant Thomans lag Anno dm. Millesimo. ccc. Ixsvüj, 25 (Zusatü anf einem angehefteten Blättchen.) Darzu sol er ob er fünftzig pbnnt pbeuninff SchaffauBer müntze wart hat ald da- rob. aines raannes heinascb. bat er aber dar vnder : So eol er ain Beggelhüben mit sclilappen vnd ain Gollir vnd zwen beat^ch&cli [n dex Ratz gewalt antworten daz der hernaach warte der Stattet) vnd och der statt belibe. ob er von dem burßrecbt kSnin. Darzii sol ir jeglicher och in vnser stntt so vil gütez an legen daz cz der statt warte als sich der Bat ald der inSrer lail dez Rflia ald denen den at ez Enpholhent Erkennent nach stner habe. Dis l>o- BCbacb zu sant Gregorien tag in der vasten Anno dm. Mitles. ccc 35 Octnageeimo Octavo. Vmb lanüiit. Wir haben och gesetzet bwhs lantlQt in vnser statt es si ainer od mä ietzo ald hie nach ligendes gutes in vnseron gerillten hant ligent es aiien hi'tser wtngarten hofstetten garton ald wie es ge- 40 nannt ist das mau vfT das gut legen sol homesch nah dem als sich die darvrab erkennent diu man ie dartzä siitzet. den selben bernesch sont die lantlüt legen vnd antwui'ten in des Rates ge- walt das er der statt warte vnd beb'b so man stn bedarf, du gi^ter werden verköft oder nit, wer das nit tnt. ao sol man du guter 45 dv-ymb an griffen das es bescbehe. dar zu sol man vf die selben gflter stÄr legen jerliohs won neme von vnsem bürgern ain ga- 28 main stAr oder nit als sich die öch erkennent die man darz& ie setzet. Weiber ouch burkrecht enpfabet Der sol oach sweren w&r daz er daz Burkrecbt vffg&b oder daz er dez erlassen ward oder 5daz er sich baimlicb von binnen zupfe, bette er denn zu vnseni burgern gemainlicb oder besunder zu debaineui icht ze sprechen vnib was sach das w&r die hie vff geloffen w&r daz er darvmb biü Recht vordren vnd nemen sol vor Rat oder vor gericht vnd debain ander geriebt noch recht gaistlicbs noch weltlichs wider lOvns noch die vnsem s&chen noch triben in debain wis by dem- selben sinem aid &n all geuerd. Actum In vigilia Matthye apli. Anno ccccxij. Wie man vnseren bürgern vrlöh geben sol die burgrecht vff- gebetit 15 Wir der vogt die R&t ze Schafhüsen siien ainb&rlich vber- ain komen vnd babent gesetzt durch vnser statt nutz willen wele vnser burger er siie ain in gesessen burger ald vnser vsbarger hinnenhin burgrecht bi vns vff git vnd sich von vnserm barg- recht zühet es siie ainer oder me daz vns der jeglicher gebunden 20 sol sin vnd helfen sol gelten vnd vßrichten vnser gültan die wir denn sont gelten In der m&ße als sich der Rat ze Schafhüsen ald der mertail des R&tes der in och gewalt hatt ze empfahenne dar vmbe erkennet vff den ayde vnd vff in lait an die gültan ze ge- benne ane geuftrde vnd sol man öch daz burgrecht anders von 25 Im nit vff nemen. (fol. XIV.) Swas wir öch hinnanhin burger nement es siien vßburger ald in gesessen burgor Swenne sich der dehainer von vnserm bürg recht zühet der sol vns och helffen gelten vnser gültan die in der zit vff löffent als er vnser burger ist als sich 30 vnser R&te dar vmb öch erkennent vnd vff in lait ze gebenne in der wise als hie vor geschriben stat. Datum Anno dm. Millesimo ccc Ivj in vigilia Laorencjj* (Zus. Ist erkondt ze Tylggen Scda infra octavam penth. Anno Ixxxxviij.) 35 Wer Burgrecht vff git tves sich der verbinden sol. Es ist och gesetzt wele Burger ald Bürgerin ainer oder me burgrecht in vnser Statte vff git. baut die denn mit dehainem vnser burger ze schaffen ald debain vnser burger mit In es siie vmb Gült vmb gevehte ald vmb debain ansprach wie sf genant 40 ist dar vmb sol der selb der Burgrecht vff git recht tun vnd recht nemen nach vnser statt recht swas denn vff gelöffen ist des tages so er burgrecht vffgit in aller der wise als ob er dennocht vnser burger w&re es siien man ald fröwan. vnd sol man es Öch anders von im nit vffnemen vnd sol es öch anders nit vffgeben debaines 45 weges. Datum Anno dm. Millesimo ccc Iviiij. feria sext. post Jft- cobi Appostoli, 39 Vmb imser hurgerinan die für vnsnr siali vji her&len nerdcnl. Wir hftbint och gesetzt welü fröwe ald Jnukfröw dli vnsrü burgerin ist für vnser statt vß berÄten wirt aitiem lantmaii doz der jeglichi von Tnsonn burgracht aol «in vnd daz ^ mde f'i'ii Dntum Am ^ ftir 1 ainbarlich vber gebunden sint Vs wAre denn daz Ir ser bur^recht zc haltent vnd den RÄten guli Wege aU ob ai ain ingeseaseni burgerin were. HilltiBimo. ccc. xlviij In vigilia Thome. Da jeman Ililffe von demRiU hegerei w I den Etil liriitgen aol. Wir der vngt vnd der RAt zß Schafh. koinea vnd babint gosetzet »wer zo Schafhnsen es siieii nrnn lld Trowan von jemau der vtT dem Lant sitzet ze kUgenue bet vmb dehain sacli vnd darvmb bilff mätet von vnaer statte, der 15 aol sin aacli vnd sin recht vnd &!n brief ob er brief }iet von de- hainem gericht oder ander brief a)d ander aiq kvntBchaiFt die er darvmb bett für den vugt vnd die Rfit ze Schafhuaen bringen vnd wes sich denn die selben Rät ald der mSrtail vnder In denne vmb die sacb crkeonent vff den ayde. vmb hilfF nid anders da bJ aol 20 Gfl beliben als dik es ze schulden kvnt Etne Widerrede. Wie vil des Häles sol sin sf' man sich Jeman fttA hilffc erkentten sol. Wir babint öch gcsetzet swenni erkennen vmb dehain aacb es siien iA bt BOut sin sechs vnd zwaintzi der mMail vnder in darumb vber ain komen daz sol also b«lt- ben. vnd ewem ie hilflb erkennet wirt es aiien man sld frowan IfltKel oder vil der boI sweren dem Räte gehorsam ze ainne vmb die sncb vnd äne des lUtea des mertail des Rates vrlöb nüt an 3Ü se griffenne vnd sich öcb län ze ben&genne in der sacb so es Vnsern großen Rät ald den mertail vnder in je dvnkt als dik es ze schulden kvnt. Dia beschach an dem Mentag nach snnt Valentins tag Anno dm. M. cccIxxKprimo. ÜTi San man aüiaiticn burger sol locscji der ijeuan^eti trirl. Wir der vogt die Rät ze Schafhusen haben gesetzt durch Toser Statt nutz vnd froroen willen wele vnser barger geuangen werdent ir süe ainer oder ra£ daz die enhain burger ze Schafhu- aen es BÜe man alder wip vmb kaioerlai gilt li'iaen sont. vnd 40 wer daz brichet vnd da wider tat es siien man oder wSp die ze Schafhnsen bur^^er sint lützel oder vil mit raten ald mit gulAten dero lib vnd gut sol der Statt veraallen mn ze rechter bäRe, WSre aber daz dehain vnser bnrger von gemainer statt wegen jendnrt- bin gesendet wurdint vnd die in der statt bottschaft gQvnngen45 tjnirdiDt b6 aol man tön als darvber gesetzet ist. ~™ Es ist 6ch gesetxei das nieman der ze Schafhusen bni Q sich Jeman vmb lii 1 oder frowan daz Inrt- Dgen 45 ■ M so ist weder man noch wip den selben genangenen bürgern enhai- ner lay kost oder phenning senden sol hainlich noch offenlich vnd och enhainerlai tftding ymb sü haben sol es sie denne daz inen es der Rat ze Schafhasen ald der mertail erlöbe vnd wer 5 daz bnchet der git ze büße vnser statte als manig pfvnt phen- ning Schafliuser müntz als manigen Schilling er den geuangenen git oder sendet es sie man oder wip. Es sol öch der R&t ze Schafliüsen ald der mertail vnder in für sich besenden des geuangenen fründe. Ir sie ainer oder roe wele lOsi darza notdürfftig dvnkent vnd sont die fründ haissen swerren st&t ze habenne dA vorgeschriben dinge, wele fründ aber des nit swerren wil ald für den Rat nit komen wil so es im gebotten wirt CS siien man oder wip lützel oder vil der git ze büße vnser Statte ain Mark Silbers ze dem ersten gebotte. darnach sol vnd 1 5 mag Im es der Rät ald der mertail gebieten wie hob er wil vnd Bol man och die bußun also nemen vnd nieman laßen. War och daz dehain Lantman dehainen vnser burger die jetzo genangen sint oder noch werdent jemer gelosti ald vßgewunne vmb dehain gut äne des Rates ze Schaf h. ald des m^rtailes willen vnd 20 vrlöb dem Lantman oder denen wie vil ir ist sol vnsrü Statte iemer mc verbotten sin ^weklich daz er niemer me darin komen sol vnd sol öch der burger der also geh'set ald vß gewunnen wirt niemer me in vnser Statt komen vnd dartzu sol sich der R&t des burgers gutes vnderziehen daz es der statt warte v/k si mu- 25gent vntz daz er sich mit der statt gerichtet nach des Rates ze Schafhusen ald des mertailes genäde. Dis sol also beKben doch mag es der Rät ze Schafhusen ald der mertail vnder in meren oder minderen vnd darvnder tun wes si sich ie erkennent nach gelegenhait der Sachen als dik vnd es ze schulden kvnt. Actum 30 Anno dm. Millesimo ccc xl. qrto. (fol. XV.) Daz aüiain antwerk Banne vff sich selben setzen sol. Wir der vogt vnd der Rät ze Schafhusen habint gesetzet sweles antwerk hie dehain banne oder twungenüst vff sich setzet 35 äne des Rates ze Schafhusen ald des mertailes wissende vrlob vnd willen, wele daz tunt ir siie lützel oder vil die daran schulde hant der git jeglicher ze büße vnser Statte 1 lib. ^j Schafhüser müntz als dik es beschiht es were denne vmb ir kertzan ald so* lichü ding vngeuärlich daz den Rät ze Schafhusen ald der mer- 40tail vnder in sich erkandint daz si da bi söltint beliben vnd dft mit nichtos verschuldet hettint äne geuärde. Datum Anno dm. Millesimo ccc xxxij. In vigilia Bartholomli Appostoli. Da lüncm mit klag ain hüs in geaniwürt wirt von gerichtes 45 wegen. Won sol Öch wißen swer ze Schafhusen mit vrtail gesetzet wirt vff ain hüs er siie burger oder nit vmb dehain gült st 31 V Qili an echaden oder nit dex der claz bQs so! hatten driie manöt nAohsten bo es im genntwürt wirt von gerichtes wegen 1 wirt daz hüs von im nit ei'IÖf!et In dem zil sü het er ge- lt daz Ims on ze grifenne nach dem üil wenne er wil In der B «la es im geantwürt ist es sigi man oder frowe. Wurde iiberö (Uz hüs nit gerämet daz er es ledig filndc so die ilriie mnn6t fßk?lniint, als manigeu tag er denne daran wirt gesAmot als ilikke tel der der im duz hüs ledegen so) ze liüße geben vnser atjitt j. ttb, ^J Schafhuaer müntze. Es Hol öch nieman ain hde ze pFant gehen er liab donneli varender plant ole vil dll glilt werde ist ainer mag aber ttia wol ze pliant geben In vurendor phant wiso wer daz tun wil geuerde. Daa jederman sinen mn rüe/fen sol ilantie er homen ist. Ks ist och gesetzt daz nieman ?.a ächafhua. Lantwin solli lefTen oder geben fiir Rlaerfer docIi vngesündei'eteii wIn für gesün- vnd daK jederman frömdeu win rfleffen vnd nemmtm sol ■wannen er körnen ist vnd wer daz brichet als dikkc man dem ittin valie riieffet als manig phnnt phenning Schafhiiaer milntze »er Statte ze ächafbusen ze bäßc geben, verschenket er?' fasse bi ainem rAfreniio denn ain vasse als maniges er denne veracbeuket als dikke sol er j. lib. vnser statte ne büße geben. Uli ain herre diener hei die in vnserm Rät siUent. Wir der vogt vnd der Rät ze Schafh. siien vher ain komeo2l ;'%ff den ajd vnd habint geaetzt durch g&tes frides vnd vnser atatt 'nutzes willen wele berre ze SchofTeune bet in yneerin Rät het denne der berre debainen vnsern burger ze diener dem er ain gät git viub i{nen dienste der vnsers RAtes denne ist swenne man denne vmb 'dea beiren sach redet oder reden wil So sol derselb der s:n diener 3i ist vnd in dem Rät sitzet als vil dero iat die wUe vß dem RAte g&n vnd aol darinne nit stn vntz daz man vmb die sacb geredet vn vl>er ain kvnt. was darvmb je ze tfind säe als dikke es ze schul- den kvnt. Datum Anno dm. MUleaimo ccc xlvj. In die beati Valentini. 31 Wie man die vfxbiirger vff LanlgericMen sol vcrsprcehen. Wir bubint och gesetzt vmb vnser vßborger die wir liabint •Id hienach gewinnent daz man der enhainem schirmen M ver- sprechen sol vir Lantgerichten es aiie denne daz der vßhurger es Bje man oder fröwe der ie denne bokürabert wirt den seihend* der in geladet het ain recht tun welle in vnser Statte nach vnser atatt reubt vnd lohe Öcli daz ze tfinne. vn wele denn ie da/, recht io vu«er statte gebQttet ze tfinno den solin wir versprechen vnd •chirmen vfF den Lsntgerichten mit vnser früboit vnd hriefen b6 wir best niiigent nach dem rechten als wir öch vnaren in gesosae- 4i Ben burgern t&nt. Wele aber nit gehorsam wil atn daz reobt .ftlso ze lAnne in vnser statt den aülin wir Och nit versprechen 82 oder schirmen als hie vor geschriben ist. Dis beschach an dem Dunstag nach sant Laurencyen tag. Anno dm. Millesimo. ccc. zlyij. Vftib Luofen Garieti. Wir der vogt vnd der Rat ze Schaf h. haben gesetzt Tmb 5 den Garten genant Lufen Gart den wir geköffet haben daz nie« man darin noch dar vfP legen sol weder holtz noch Stayn ald mist oder dehain ander dinge denne so ferre daz er es Inrent den n&ch- sten vier tagen darab fAeren sol vngeuärlich won er allwegent offen vnd lA,r sol sin als er darnmb geköffet ist ze ainer straße 10 vnd ze wonang z& dem R$n. vnd wer daz brichet er sie Rieh oder Arm ald man oder frowe der sol v. ß ^ ze b&ße geben vnser statt jegliches tages als lang er den Garten vber vier die n&clisten tag also bekümbert hett. Aber ain jeglicher der büweo wil es siien man oder frowan der mag wol zimberholtz ald 15Stain ald sölich ding daz zu büwen höret dar vff fAren oder l^en vntz daz er es zu sinem büwe verbreche daz er doch t&n sol 4ne alle geuerde also daz er die büße nit verlöret. (fol. XVI.) Wetifie die SchuUh. ir freuelinan den Bttrgem ab liessvfit. 20 Won sol wißen daz die Schulthaißen ze- Schafhüsen alle ir freuelinan vnd ir bassan so in die Bürger ze Schafhosen schuldig warent varen vnd ab liessend vntz vff disen hüttigen tag da her an dem dvnstag vor sant Gallon tage dö man zalt von gottes gebürte drAzehenhundert Jar vnd darnach in dem 25 filnfftzigosten J&re vnd liessent inen die burger darvmb ab vier hundert guldin die st inen gelihen bettend von der Juden g&t. Bä Jema/n zügen nemmet daz im die stner toärheit helffen. Wir der vogt und die R&t ze Schafhüsen haben gesetsst wele burger ze Schafhüsen zögen nemmet die och hie burger sint 30 vor dem R4t ald vor gericht vmb dehain sach oder ansprach dar- tzä er Ir bedarff es siien man oder wip die sol man verschrien, went im denne die gezAgen ir si ainer oder me sin warheit nit helffen so ferre sü es wissent vnd verzühent im daz nach dem so es ertailt wirt wie er die zAgenüst laiten sol vnd daz den ge- 35 zAgen kvnt wirt getkn vnd es wissend wirt kvnt denne der selb der die zAgen nemmet da von in dehainen gebresten oder scha- den von des zAgen sümseli wegen n^h siner kl&g oder sach die er an in zAget. den schaden sont im die zAgen die in also sü- ment ir sie denne ainer oder mS gentzlich abtun vnd vßrichten 40äne Widerrede als dik es jemer ze schulden kvnt. £s were denne daz die gezAgen ir were denn ainer oder mS ehaftigü not oder redlichü sach daran ierti daz si es nit getun möchtint als sich der Rat oder daz gericht ald der mertail vnder in erkandin d& mit soltint die zögen denne ze mM nit veruallen sin une geuerde 45 als dik es ze schulden kvnt vnd so du not io für kvnt so sol er Im helffen als ferre ers wais. Johannes Meyer . FortsezuDg folgt. Ein Stammbuch Johann Peter Hebers. I Es war Ostern 1774, nls der 14 järige Hebel durch aeinen 9onnund SebaatiaD Wulirer an Haiuän an ilna Gymnaainm illaatre D KnrlHTtihe verbracht wfird. Am 22. April eracliien er vor dem ^damaligen Rektor den Gymnasiums Christian Sachs, demBelben der dnrcfa eine bndische Geschichte sich berümt gemocht hatte. Er wor gerttde damit beschäftigt, die neu eintretenden Schüler iu das grusBe mit Leder eingebundene All^iiai Gjmnasü ein;iotragen. Anf die Frage, ob er schon wisse, was er werden wolle, antwortete Hebel mit Entachiedenheit : ein Pfarrer. Mit einer andern Frage, die der Rektor an alle Neneintretenden zu richten hatte, ob sie ^r die Gymnasiumabibliothek etwas beisteuern wollten, verschonte er den jungen Hebel; denn dae mitgebrachte Zeugnis nnd die, wenn auch ganz reinliche Kleidung deuteten anf ser schmale Ver- niögensumat£nde uad der neue GymRasiumsschüler trug zwar Schuhe, aber wie er apitter oft erzülte seit noch nicht gar langer Zeit. Hebel fand seinen Unterhalt durch die Unteratäznng einiger trefflicher Männer die sich des Knaben annamon. So beacbenkte W&n der Kphorus den Gymnasiums, Geh. Hofrat Hummel regel- '«Aasig mit Gaben an Geld ; andere wie Professor Maaritii, Stadt- direktor Prenschen, Direktor Stüseer gaben ihm für einen oder zwei Tage in der Woche unentgeltlich Kost. Vor allen aber nam sich Betner Hofdiabonus August Preuncben, der den Knaben auf einer Reiae zu Schopfheim kennen lernte an; er nnm ihn nicht bloss awei Tage in der Woche an seinen Tisch auf, sondern gab ihm unentgeldlich Wonaug in seinem Hanse und füifo die Auf- sicht Ober ihn. Hebel wurde in die damalige Secnnda der Am 4000 Einwonern Karlsruhes 181 Schüler zültc, aufgeti schriftmässig hätte Hebel in der Secunda 2 Jare bis zum zurück- gelegten sechzehnten Jare verbleiben sollen. Da er aber am Schlüsse des Scbnljares 1775 nnter 16 SccVindancrn den 4. Plaz einnam, eo rückte er nusnamaweise in die oberste Abteilnng der Anstalt vor, wo ein dreijüriger Kursus unuachaicbtlich vorge- schrieben war. ' Nach VerflusB dieser Zeit meldete sieb Hebel, nnterm 12, März K^77Ö, noch nicht gan:; 18 Jare alt, nach der Sitte der Zeit an P^en Markgrafen, mit der Bitte, ihn, „da er auf dem allhiesigen fOrattichen Gymnasium die zu einem cursn theologico erforder- lichen drei Jare nuter Gottes Hülfe nun mer xu Knde gebracht" zu dem gewönlichen Examen anzulassen und ihm die Erlanbnis zum Besnch der Universität zu geben. Hebel bestand das Examen, obwot ett ein Examen rigorosum, verbunden mit einer öffentlichen Verteidigung lateinischer Tesen BulUmar. AlamuDU V 1 ^ latoit, I 34 ond einer Predigt war und wurde Ostern 1778 auf die Universität entlasRen. In dem vom Gymnasium ausgestellten Zeugnis, das zam Abituriontcncxanicn notwendig war, heisst es von Hebel, es hätten sämmtlicho Lehrer „besonders gute Naturgaben" an ihm war- ^enommen. Hebel bezog die Universität Erlangen, wo damals neben dem durch seine püdagogichen Schriften bekannten Theologen Friedrich Seiler, Georg KosenmüIIer, dessen Scholien zur Bibel noch heute von Wert sind, eine grosse Anziehungskraft übte. Ueber die Universität sjare hat bald nach Hebels Tod der Adjunkt des Rheinländischen Hausfreunds Legationssekretär Koelle, der seit 1809 mit Hebel bekannt war, im Stuttgarter Morgenblatt (Nr. G3. 1827) einige Mitteilungen gemacht. Darnach trat Hebel in Erlangen in die Studentenverbindung der Amicisten ein, er sei in ein Duell verwickelt worden, aber mit einer leichten Wunde davon gekommen. Nach einer andern Les- art war die Gesellschaft, in die er eintrat nicht die der Amicisten sondern der Mosellaner, Jedenfalls habe sich Hebel dem lustigen Burschenleben so ser hingegeben, dass er darüber die Gollegien versäumte und im theologischen Examen durchfiel, so dass er ein zweites machen muste. Wenn man nun auch nicht sagen kann, dass Hebel sein Examen glänzend bestand, so wissen doch die noch vorhandenen Akten nichts von einem Durchfallen Hebels und einer Einberufung zu einem zweiten Examen. Es unterliegt zwar keinem Zweifel, dass Hebel nach seinem mer weiblichen Natureil ein ausdauern- des Studiren und eine ernste nachhaltige Vertiefung in eine wissen- schaftliche Frage nicht liebte, sondern mer da und dort herum- nippte; allein es liegt kein Grund vor, anzunemen, dass das studentische Treiben Hebels eine Macht über ihn gewonnen hatte, wie es Koelle vermutet. Es ist auch ein positives Zeugpnis von dem Gegenteil in den Akten vorhanden. Nach diesem trägt unterm 2. Februar 1779 der frühere ßeschüzer Hebels Gottlieb Preuschen dem evangelischen Kirchenrat vor, dass der p]rlanger Student in Geldverlegenheit sei und dass sein Vormund Wöhror nicht bloss keines schicke, sondern auf alle Briefe keine Antwort gebe;' man möge ihm deshalb 1 00 f. aus der geistlichen Verwaltung vorschiessen. Preuschen sozt in seiner Bittschrift vom Petenten selbst hin- zu „dass der Studiosus Hebel alle gute Hoffnung von sich gebe.** Einiges Licht, wenn auch nur indirekt, wirft auf diese Uni- versitätszeit ein Slammhurh Hebels, das in der fürstlichen Bibliothek zu Donaueschingen sich findet und gerade die Universitätsjare Hebels umfasst. Es enthält in dem gewönlichcn länglichen Stammbuch format mit Register 123 Blätter, die meisten sind doppelt beschrieben; sie sind durch Hebel selbst paginiei*t, wie auch das Register, das übrigens unvollständig ist und hie und da einen Namen auslässt von seiner Hand ist. Eine Anzal Blätter sind herausgeschnitten 35 ^ unzweirelhaft von Hebels Tland, weil de für seine apäterc An- schaniing aDstössIges enthielten. Auf den Titelblatt ist der Nnme J. P. Hebel liad. Mosellanus, unten daran eine Federzeichnung, bc- Btehend in einem Dierglas zwischen zwei Schlägern mit dem Motto: KntLBler iat dein Element, Wärend der Name von Hebels Hand ist, so Jäast sich in BaEag aof Zeichnung und Motto nicht das- selbe konstatieren. Der früheita StanimbiichverB ist ans Karin ruhe, vom 12, Sept. 1777, der Bpateste vom 18, Oktober 1781 aus llertingen, dem ersten Anstellungsorto Hebels datiert. Ocfter sind ganz gesclimack- voUe Feder- oder Farbcnzeichnuugen statt des Stammbuchverses oder neben demselben angebracbt. Auf der grossen Merznl der Blätter sind Bemerkungen von Hebels Hand, die teils Notizen Aber den Abgang seiner Freunde von Erlangen und Ober ihr späteres Schicksal, teils Bemerkungen üur Kai-akteristik enthalten; ein Teil derselben sind, offenbar in späterer Zeit, wieder, fast bis zur Unkenntlichkeit durchgestrichen, vermutlich xa derselben Zelt als Hebel eine ganze Auzal Stamni- buchverse ausschnitt; die Handscbrift ist liier sichere Fürerin. Das Intresse an diesem Stammbuche scheint uns ein doppeltes zu sein, ein allgemeines, insafem es einen Einblick gewärt in das studentische lieben des vorigen JnrhonderlB ; und anderseits ein besonderes iubetreff Hebels, duTcb die Anmerkungen von Hebels Hand und durch die Stsmnibuohverse seiner Lerer und spätem Freunde, von denen einige sieb und dem Jungen Studiosus ans Freude ein Andenken gasezt haben. Fassen wir zunächst den ersten Gesichtspnnkt ins Auge, so spiegeln, die Stnmmbuchverse alle jene Stimmungen wieder, wie sie bei einem jugendlichen Gemüt in diesem Lebensalter rege sind, nnd zngleicb das besondere Gepräge der damaligen Bildung und Litteratur an sich tragen. Eine erste Klasse dieser meist gereimten Strophen atmet Jugend und Früliclikeit, muntern Sinn. Liebe und Liebesglücfe, IJegeistemng für die nuserwälle und erkorene Geliebte. Die schönste aller Triebe Will ich der Jugend weihn. Ich küsse was ich liebe Die ganze Welt ist mein. Rosen pflücke, Rosen blübn. Morgen ist nicht heut Keine Stunde lass entfliehn Flüchtig ist die Zeit. Rosen auf den Weg geetrent Und des Harme vergessen 86 Eine kleine Spanne Zeit Ward ans zugemessen. Freund versäume nicht zu leben Denn die Jahre fliehn. Huscht nicht die Freud auf Flügeln, Schnell wie Schwalben vor .uns hin. Im Vergnügen geniessen wir redlich die Tage, Wer sich selten erfreut, der lebt sich zur Plage. Tochter der Natur Holde Liebe, Uns Vergnügen nur Deine Triebe Gkinst und Gegengunst Geben Allen, Die beglückte Kunst, Zu gefallen. Gold und Silber macht nicht reich Meines Mädchens holde Blicke Sind mir mehr als alles Glücke Weit mehr als ein Königreich. Ich liebe die Mädchen Ich liebe den Wein So singen die Jungen So denken die Alten So hab ich gesungen So will ichs ' auch haben Die Liebe macht menschlich und fröhlich der Wein. Freund lebe stets beglückt Bis einst ein göttlich Mädchen Deinen Wünschen geschaffen Dich jungfräulich umarmt. Liebe Brüder, Brauchet der angenehmsten Zeit Sie kommt nicht wieder In Ewigkeit. Wenn Gesundheit Freud und Scherz Sich für mich erklären 0, dann wird mein ruhig Herz Weiter nichts begehren. Dass es in diesem frölichen Jugendsinn, in dieser Begeisterung für Mädchen , an Tändeleien mit geträumten oder wirklichen Ge- liebten nicht feit, vielleicht bis an die Grenze des Erlaubten oder darüber herausget ist begi'eiflich; es hatte diese Stimmung ihre Vorbilder in den Gedichten und poetischen Versuchen der Gleim, 87 Utz, Hugedorn, Langbein, Crunegk, selbst des Geliert von denen Dimobe Veree uad KuimlnDdeleiun bei der Jugeud >^ugiiog fanden uud in die Stamiubüuher übergingen. Wie glücklich wer aeln Liebchen hat, Wie selig lebt dei' Mann! lu Friedrichs und in Ludwigs SttMlt Ut Keiner besser dran. Wenn mich nur mein Mädchen liebt Bin ich achun geborgen. Voll für den Mund und Wiirzereich Und uUerfriachend ist Der aufgeschwollenen Erdbeer gleich Der KusB, mit dem sie küsst. So wie der ersto Lenz verflieasen unsere Stunden Die wir den Studien und seliüuen Müdclion weihn In Liebe Bier und Wein hnb ich den Zweck gefunden Zu deni wir, bester Freund, von Gott bestimmet sdn. Ich bin vergnügt I Im Sieges Ton Vcrkünd es mein Gedicht, Ich auhtti nicht der Spötter llohu, Und schrieb des Tags bei Licht. Es druhe Misswocbs und Verlust Gelehrten Schmierereien Nur mäaae meines Mädchens Brust Und guter Wein gedeihen. leb war bei Lotteben ganz allein Und küssen wollt ich sie Jedoch sie sprach : sie würde subrein Es sei vergebne Müh Ich wagt es doch und küsste sie Trotz aller Wiederkehr Und schrie aie nicht? j& wobl sie schrie — Doch lange hinterher. Weg EinaamheitI Ich lieb Vergnügen Wo eins und eins zusammen liegen. SilvAndoi' will Julien küssen „Nun ruhn Sie, bald wii'd michs verdrieasen Die Leute sehn's ich werde schrein" Daas ihre Sprödtgkeit verschwindet Wenn Er im Hain allein aie fiudet Bns kann ich prophezein! Ein Bcbönres Glück begehr ich nie war nur Lotteben lamn ! Erhabne Vorsicht gieb mir sie, So werd ich glücklich sein. 88 Eine zweite Klasse von Versen schildert eine Stimmung, die nicht minder den Tagen froher Jugend eigen ist; sie atmet Weh- mut, Klage über die Flüchtigkeit des Lebens, Lebensernst, philo- sophische Betrachtung bis hinab zum trüben Pessimismus. Die Flucht der Zeit hemmt Gram und Wunsch vergebens Der Weise nur allein : Den sichern Pfad des traumerfüllten Lebens Weiss er- mit Rosen zu bestreun. Den flüchtigen Tagen wehrt keine Gewalt Wie Ruder am Wagen entfliehen sie bald. hätten nur des armen Lebens Tage Nicht Trennungen, so war bei aller Plage Nichts Trauriges in der Natur. Herrlich ists hier und schön! Doch des Lebens Schöne Ist mit Noth vereint, Es wird manche Thräne Unterm Mond geweint. Kurz sind die allmächtig fliehenden Jahre, Freund Genissu sie, aber auf eine erlaubte Weise. Ach meine Seele reitzt nicht mehr Die Wonne der Natur Tod ist der Frühling um mich her Und Tod für mich die Flur. Ueber Rosen und Lilien Wandelt liienieden, Wers auch wünschte Keiner seines Lebens Pfad. Der Glückliche stirbt unter Wünschen. Lebe, wia du wenn du stirbst Wünschen wirst gelebt zu haben. So eine Welt, wie diese, ist nicht werth Dass man ihr eine Thräne weiht. Steh Schildwach mein Herz Frag, wer da sei; Jsts Kummer und Schmerz Sprich rund: vorbei. Es ist alles eitel. Dieses salomonische Wort kert mehreremal wieder. Jenseits des Grabes, o Freund sei Glücklich ! diesseits sei weise. 39 Prima mentis No8 cura tangat: omnia Hac pereante cadunt. Gefesselt führt das Glück Uns alle durch das Leben Sanft, wenn wir willig gehn Rauh, wenn wir widerstreben. Meine Seele sei still^ so lang ich athme Und mein Leben immer von Thorheit befreit. Mein Wunsch in dieser Welt schliess nur drei Sachen ein, Gesundheit, eigner Herr und niemand schuldig sein. L'Enthousiasme et la Snperstition sont les foiblesses de la raison humaino, qui exposent la religion au mepris et ä la raillerio. Der Krug geht, wie ein Alter spricht, So lang zum Brunnen, bis er bricht. Aurora gleicht dem lächelnden Kinde, Des Mittags Sonne dem feurigen Jüngling, Der kühle Abend dem raschen Manne, Und die schwarze Nacht dem grauen Haupte Nahe an der Thüre des finstern Grabes. Auch das »Quid sit futurum cras, fuge qoaerere'* des Uoraz mag in dieser Abteilung untergebracht sein. Eine dritte Gruppe spricht Lebensglück, Freundschaft, Be- geisterung für Menschcnwelt, für Warheit, Tugend und die Ideale des Lebens aus. Ein ruhig Herz ist unser Theil. Glücklich ist der Mann, der weder Fürsten noch Gönner bedarf, um durch dieses Thrauerthal zu wandern. (Nil metuo, nil spero.) Ihr die man Güter nennt Reichthum, Ehr und Freude Ihr seid verhasste Kleinigkeiten Wenn man bei Euch der Tugend Werth verkennt. Ländliche Ruhe, Freundschaft, Liebe kränzen Uns mit Blumen der Freude; Freyheit gibt uns Mannsinn — aber göttlich zu Leben ist das Einzige, GrÖsste. Wie glücklich ist der Mann, der in der Stille lebet Bei massigem Besitz nicht mehr nach Gütern strebet, Zwar wenig Freunde zählt doch keinen treulos nennt. Und nicht dem Irrlicht folgt, das man die Ehre nennt. Um einen Freund von edler Ai*t zu finden Musst du zuerst das Edle selbst empfinden Das dich der Liebe würdig macht; 40 Hast du Verdienst ein Herz voll wahrer Güte So sorge nichts; ein ähnliches Gemüthe Lässt deinen Werth nicht ausser acht! Quem diem cunque sors tibi dabit lucro appone Horatz. Redlich gegen Jederman Vertraulich gegen wenig, Nichts gesagt und viel gethan So machts der grosse König. Ruhe, süsse Ruhe schwebe Friedlich über deiner Gruft. Sanft ist die Liebe der Weisheit Und reitzend ihre Belohnung. Tugend und Religion begleiten uns Durch die Thale des Todes. Jede Freude, jedes sanfte Glück Das der Himmel giebt, erwarte dich Jeder Himmel lächle heitre Blicke. Und an jedem Orte liebe mich. Die Tugend und Freundschaft sind ewig verwandt Es knüpfet sie beide ein himmlisches Band. wollte doch der Mensch des Menschen Schutzgott sein. So war das meiste Weh noch unbekannte Pein Belebte jedes Herz der Geist der Menschenliebe So wären Neid und Hass noch ungezeigte Triebe. Geliert. Sei immer glücklich! Sei mein Freund. Siclr nicht rächen, auch dann nicht, wenn Rache Gerechtigkeit wäre Das ist edel. Erhaben ist es, den Beleidiger lieben Ihn mit geheimem Wohlthun erquicken, ist göttlich. Ewig bleibt mein Grundgesetze Ekllen Seeleu hold zu sein. Jeder Fleck den das Gebiete der Tugend verliert Ist Eroberung für das Laster. Die Tugend nur alllein kann durch die Dunkelheiten Uns zur Unsterblichkeit auf höhern Bahnen leiten. Wunden kann man verbinden Scheltworte kann man sühnen Aber wer Heimlichkeit offenbart Mit dem ist's aus. Doux et beaux sont ces jours Que' Tont passe en aimant. Wir Brljeitcn e Sei ohne Freuod was ist deiu LehenV Scliroib meiuen Nainen Freund in ilcipi Gedüchtuias ein. So wird für micb und dich keiu Stomtuhuch uöthig Bein. Wer LaBter flieht Für Tugend glüht Dem fehlt kein walireB Glück, Und wenn dea Schicksals schwcrate Nnoht Die LauftiHhn schwer und dunkel macht. Nur nicht die lledlichkeit, sonst mag mir alles fehlen. Ituiiies Herzens, du» sein ! E^ ist die lelitte Steilste Höhe von dem, was weise uraonnen, Weisere thaten ! der Znrnf Selber des Kugels helohnt niobt ganss. Eine vierte Klasse schildert dos Biu'sc hanleben in seinen luden lind Leiden, atiiuem Ilunior, seiner Freiheit nnd Selh- t&ndigkeit , wobei die poctischeu Ergüsse und Wünsche öfter Musonatadt Erlangen und einem rüreiideu Abschied gellen. Alles ei]t EU seinem Ende So auch meine Burscbeuzeit Wenn die Luttt am schünstt-'n blühet _ Kufüt schon das Schicksal : fliebet Flieht aus Erlangoits Mauren fort. Bald reit ich zum Uayreuther Thor hinaus Und komm ewig nicht wieder. Von allKufett und harter Speiss Bekommt man geiii das Fieber Drum ess ich gerne Uünei'fieisch Und Vögel doch noch lieber. Sie sind dahin die scböniten meiner Tagel Es leben die mir wohl wollen Die andern soll der Teufel holen. Olin juvabit. Das € Kein Regen, kein Pedell, i Erschreckt den Burschen ( 1 WotkenstoBs, kein Wind als wie ein kleines Kind. Nun ist geschlossen der angenehmste Periode meines Lebens Edle Freiheit! edle Freunde, gute Nacht! Stirb und verdirb verfluchtes Rednitz-Alhen I Weil wir in dir keine Freiheit mehr sehn. 42 Es schwebt, dem ich schön lang entgegenweinte Der trübe Tag schwebt über meinem Haupt Der mir auf einmal meine besten Freunde Und meine schönsten Tage raubt. Sic vivamus ich und du Burschenfleisch hat keine Ruh. Uns drückt oft des Lebens Pein, Doch nur wenn wir dürsten. Mein Erlang gute Nacht ! Wer einen braven Burschen verlacht Den hole der Teufel bei Nebel und Nacht. Lebe wohl Alexandrine, Lebet beste Brüder wohl! Die Rolle ist gespielt der Vorhang fallt jetzt nieder Ihr Freunde lebet wohl, ich seh euch schwerlich wieder. II Greifen wir nun diejenigen Verse und das aus dem Stamm- buch heraus, was . sich auf Hebel selbst bezieht und zu seiner Charakteristik beiträgt. Hier kommen zuvörderst einige Blät- ter in Betracht, die Hebels früherm und spätem Freundeskreis angehören. Wir nennen in erster Linie Hebels Lerer, C. F. Obermüller in Schopfheim, bei dem er seit Anfang des Jares 1773 bis zum Abgang nach Karlsruhe Kost und Wonung hatte. Semper amor Numinis tibi inviolabilis esto, Sic tibi ex voto prosper6 cuncta codent. Das Blatt trägt das Datum Schopfheira den 10. November 1777, die Widmung lautet: Hisce luveni ornatissimo Auditori quondam mellitissimo (?) Scolas altiores adituro valedicit. Die Widmung ist darnach unmittelbar vor dem Abgang He- bels auf die Hochschule geschrieben, vermutlich als er noch in den Spätjarsferien zum Besuch in Wiesental war. Die Praedicate, die der Lerer seinem früheren Schüler giebt, zeigen nicht bloss Liebe und Anhänglichkeit desselben, sondern lassen auch, wie das Abgangszeugnis am Gymnasium illustre Ostern 1778 und die noch vorhandenen Arbeiten Hebels den Schluss zu, dass er solche, zum Theil bösartige Streiche, wie sie ihm die Le- bensbeschreibung der Fünf-Bände- Ausgabe (1843) zuschreibt, nicht ausgefürt haben kann. ObermüUer starb im Jar 1810 als Pfarrer von Weitenau im Wiesental. 43 1 Hausen, der Hobel diese ' etwaa stark gegebea. n Geaiingbuclis- stor RU8 Hau- Von Hebele Vormund, Sebastian Wöhrei dem 3ar 1761 iiaoli ilem Todo de« Vikterti von ^ellang zuni Kiiulien cinoani , findet sich folgenOcr peasimistisclier Vers : Wir leben ciemata heut, wir schieben unf /i ^^^_- Bis eiofit ein giinstigea Geschick ^^^^L Uns ein getrilumtcB Glück ^^^H Nach Vorschrift unseres Wahns und Eigen ^^^^ Bei DurchlesuDg dieser Zeilen erinoern Sie sich ihres Täters ' Sebastian Wöhrer. Dm Datum ist vom iL Oktober 1777. Von demselben Dalnin findet sich aus Hansen von eineniAn- verwandten Hebels Nnmena Jakob Mauror folgendes Distichon: ^Gedult, Vernunft und Zeit, mein Freund Macht möglich, was unmöglich scheint. Etwas überraschend klingen die, offenbar e entnommenen Zeilen des Faktors J. J. He Bergwerk Hausen den 11. Oktober 1777: Sey mein Beschützer in Gefahr, Ich harre deiner immerdar; Ist wohl ein Uehel das mich schreckt, Weuu deine Rechte mich bedockt? So oft Sie dieses Lesen, so erinnern Sie sich Ihrea aufrichti- gen „Freundes und ergebensten Dieners"'. — Herbster wurde spä- ter Berginspektor in Hausen und „ihm und den guten Verwandten, Freunden und Landsleuten zu Hausen im Wiesental zum Anden- ken" sind (1803) die alemannischen Gedichte gewidmet. Auch vou dem Beschu/er Hebels in Karlsruhe, August ßott- Ueb Preuschen, findet sich eine Widmung eingetragen: ^^^^ Corpore sis sanus, semper sis nieute beatus, ^^^K _ Quidqnid agis, prudenter agas et respice finem. ^^HpluD das Symbolnm: ^^^V Virtnte attingis genus i mortale deoruni, ^^^B Et reges servi sunt, quibus illa deeßt. WJ Du Datum ist der 28. April 1778. Die Zeilen sind also unmit- telbar vor dem Abgang Hebels auf die Universitüt gesuhrieben. Die Widmung ist etwas kalt nud förmlich : „Mit diesem empfiehlt sich dem Herrn Besitzer." Von Hebels Landsleuten oder spätem Freunden finden Ipti folgende Widmungen vor; Oft ruht auf weiche(n Moos ein edleres Gemtith Als man in dem Palast vergoldter Herren sieht 44 Noch weit entfernt von Geitz und von der Heuchelei Denk ich üls Eremit vor vielen andern frei. £x propriis meis. Carlsruhe den 12. September 1777. W. Eisenlohr. Bado-Durlacensis. Von einem B. B. Eisenlohr stud. Medicinae Badensis liegt d. d. Carlsruhe den 1. Oktober 1777 folgender Reim vor: Man seufzt nach einem frohen Tage Und nimmt ein Weib nach langem Fr^n Doch ach bald kommt des Ehstands Plage Das Weibchen zankt, die Kinder schrein, Ihr Tod stillt unsern Wunsch von neuem, Sie stillt, da dringt nach langer Pein Der zweite frohe Tag herein; Verlohnte sichs der Müh zu freyn? Symbolum: Semper flore novo. Hebels Mitschüler auf dem Gymnasium illustre .. Ludwig Pos seit, der spätere berühmte Rechtsgelerte, von dem die ersten grösseren Arbeiten — lateinische Reden in Karlsruhe — noch vorhanden sind, schrieb d. d. Carlsruhe deu 28. April 1778: Sich nicht rächen, auch dann nicht wenn Rache Gerechtigkeit wäre Das ist edel. Erhaben ist es den Beileidiger lieben Ihn mit geheimem Wohlthun im Elend erquicken ist göttlich. Hierdurch empfiehlt sich in ihre Freundschaft ihr sie ewig liebender zärtlicher Freund und ergebenster D. Aus Carlsruhe finden sich d. d. 2. Oktober 1777 folgende Verse : Wenn Günther mit vertiefter Stime Der Maydgen Reitz verbannt, Erblickt er Morgen seine Dirne : Wie wird sein Geist ermannt! Wer mag bei solchen Wechseldingen Ein Philosophe sein! Freund fruchtlos flösen uns die Sittenlehrer ein: Sich Selbsten zu bezwingen. Femer : Freund das wahre Glück giebt uns nur unser Herz ein. Oktober 1777. Cronegk. Ch. F. V. Mölter, theol. stud. aus dem Badischen. Unterm 25. Januar 1778 von Gemp, theol. stud., Bado- Durlacensis : 4B früh ^^ ectafllei Wer nicht den Freund vernath, wenn ihm Gefahren dröhn Der hftt von Oott nad Welt sehr grossen Ruhm znm Lohn. Syinbolom : PAtientia victrix. Unterm 7. Oktober 1777 von W. E. Sonntng, dem spätem früh verstorbenen Freunde Hebels, der zur Zeit seines Lörracher Aufeulhttlts Lerer der tnteinischen Schule in KnnJem war. (Werke ^S4, Bd. I. XVII): Tugend, wie gross machst du nicht die Herzen! Symboliinj: dum apiro apero. ■ ', 25. April 1778 Carlaruhe von C. F. S tack el berger, der Bnerat Lerer in Basel, denn in der Laneitz wurde: Prima mentis Noa cura tangat: omnia Hac pereunte cadnut. Von demselben Datum und Ort ist Bl. 79 von einem Hit- echfller Vogel, dessen Herkunft ausgefcscht ist, dna acbon Abtei- t I erwänte ; Lebe wie du, wenn du stirbst Wünschen wirst gelebt zu haben. Mit Datum Carlsrube den G. Oktober 1777 findet sich von einem W. Fr das Hogcdornsch« Tochter der Natur I Holde Liebe Uns vergnügen Deine Triebe Gunst nnd Gegengunst Geben allen Die beglückte Kunst Za gefallen. Dieselben Zeilen schrieb auch d. d. Erlangen 25. Mai 17S0 H. Badens!?, Mosellanus, Hebel ins Stammbuch. Von Frennden and Landsleuten Hebels Augo • Itadensis, der ihm einen lateinische wftrenden Liebe widmete, ferner genannt: Es drohe MiaBwachs und Verlast ■ Gelehrten Schmier vereinen Nur wolle meines Mädchens Brust Und guter Wein gedeihen Stimmen Ihre Gesinnnngen, Bester, mit obigen Worten über- olo, wie ich nicht eweille, so erinnern Sie sich Ihres Freundes J. W. Schmidt aus dem Üadiacheu. Bruchsal, auf der Erlanger- Jenenaer Reise April 1778. Malo esse quam videH honus. Von demselben W. Schmidt Undet sich d. d. Erlangen 23. ■ 1780 folgtaider Vera : ndrer Landsmann Hebels Martini, Spohnheim- der ewig 46 Ruhe nnd Psyche, nur diess ihr Götter ! Reichthum und Hoheit gebt wem ihr wollt. „Zum Andenken unserer von beiden Seiten gewiss zärtlichen Freundschaft schreib^ dein Freund und Landsmann aus dem Hoch- bergisch Badischen." Es ist diess derselbe Schmidt, mit dem He- bel durch sein ganzes Leben in inniger Freundschaft verbanden war, der spätere Pfarrer in Hügelheim im Markgräfler Land. Ihm widmete Hebel beim Abgang auf die Universität in demselben obengenannten April 1778 den Alem. III S. 164 verzeichneten humoristischen Stammhuchvers. Von einem andern Schmidt finden sich d. d. Erlangen den 4. Juli 1779 folgende Zeilen : Ach meine Seele reitzt nicht mehr Die Wonne der Natur Tod ist der Frühling um mich her Und tod für mich die Flur. Bester Hebel Erinnere dich * — an deinen wegen der Ausbleibung des Wechsels traurigen Freund Schmidt aus dem Sponheimisch-Badi- schen. Von J. A. Schumacher, d. d. 8. Februar 1778: Die Freundschaft allein hat das Recht einen beti*übten Freund aufzurichten und sanften Trost in seine Seele zu giessen. Nach einer Bemerkung Hebels aus dem Stammbuchblatte wurde derselbe später Pfarrer am Waisenhause zu Pforzheim. Von F. J. Wagner d. z. g. B. aus Durlach Mosellanus, d. d. Erlangen 6. Febraar 1778: Sey glücklich Freund! gross ohne Sorgen, Und deine ganze Lebenszeit Sei heiter wie der Frühlingsmorgen Der lächelnd die Natur erfreut. Symbolum: quo fata trahunt. Mit einem andern Landsmann der gleichzeitig in Erlangen Theologie studierte, J. C. Wirth, scheint Hebel in Kollision ge- kommen zu sein. Auf Bl. 83 finden sich nämlich folgende 2^ichen T:F = GxS:QxS mit der Bemerkung: Hiebet kannst du dich erinnern an Auftritte, die sich zwischen dir und mir zugetragen haben: dein Freund und Landsmann W. Erlangen 10. Febr. 79. Von demselben Verfasser findet ein schon in Teil I erwän- ter Stammbuchsvers vom 30. Januar 1779. Ans diesen wie den frühern Stammbuchversen get auch hervor, dass Hebel in Erlangen der Verbindung der Mosellaner angehörte. Nach dem im September 1780 bestandenen theologischen Examen kam Hebel nachUertingen, einem Pfarrdorfe im Mark- ftr&flerlftnil, etwa 2'/: Standen Tom Mällheimer PoBtbanB, 1 das } dortigen l'i'nrrera Sohlotterbeck «is Eraiebor seiner Kin- :. Nnch deu Mitteilungen des Hansfreiind- Adjunkten soll der krrer ein gchmuziger und rohei- Mensch gewesen «ein und Uebel 1 Bogenaunte Umeasen geliabt hüben, das heisst der Reihe nocti rOD den wolhabenden P'amitien gespeist worden sein. Allein beides ist, wie so manchen andere, ein Stück jener fi'Qndlosen Romantik, die Hebels Freunde in seine so still und big verlaufende LebonsgeBchithle hinein verwoben. Hebel spricht Beinen BHefen gerne nnd mit dankbaren Erinnernngen ven die- sem reizend in Rehhügeln gelegenen Pfarrdorfe und seinem Aui- entholte dort. Ob er gleich nach dem Examen hin kam, weisB man nicht; die Akten schweigen über den jungen Vicar, vom November 1780 bis Kam 16. April 1762, wo sein Pfan'er für ihn um die Ordioatiun nachsucht, damit er ihm, dem kränklichen Manne, in seinem Amte ausheire. Sicher hat sicii der jange Candidat den Markgriiflcr in und ! um Hertingen schmecken lassen, und er wird wul ülter seine Wan- derungen ostwärts in die Itcr(;e nach Oürglon, wie südwürts an das Posthaus in Müllheim gelenkt haben ; dieaeu edlen Bestrebungen giebt anch der Stammlmchvers Ausdruck,- der Bich aU der Zeit nach, lezte unterm 18. Febr. 1T81 d. d. Hertingen im Stamm- .biiche, untcraei ebnet. Fr. B. Kieffer Kommisaär vorfindet. {Bl. 68.) Knaster fülle deine Pfeifen Schtiumend Bier dein Deckelglas Gram und L'nranth zu vertreiben Zwingt diess dtinkelbranne Nass, Göttern will ich Nektar gönnen Ilocli Burschen den Burgunderwein Und wo die Camine brennen Soll auch Bier zu gegen sein. Ein beeondrea Interesse gewinnt das Stammbuch dadurch, Hebel KU einer grossen Atixal Verse eigenhändige Ftemer- Iningen angefügt hat. Es beliehen sich diese Notixen enm grtlBaern rTaite auf den Abgang der betroffenden Kommilitonen von Erlangen ■nnd auf die niicbsten Lebensschicksale. Bei manchen bat er früh den Tod 2u ver/eichnen, was gewäniich durch die Federzeichnung eines mit einem Kreuze geschmückten Grabes ge- ■chielit. Von einzelnen ist nach diesen Bemerkungen das Schicksal ' 1 warhaft tragiaohss gewesen. So heisst es von dem spater loch »a erwäoenden C. Gleiss: Soll per varios caaua nach Hild- lUrghausen gekomnien sein nnd dort etwas Witzige» gegen die pfiegieruDg geachrieben haben, wnrde dafür ins Gefängniss geaetet r darin starb unl«r den Galgen begraben. Eine apfitere Notis fügt hinzu: starb nach zuverlüfittgen Nachrichten in Rotten- 48 barg an der Tauber im Elend. Von einem andern Job. Ludwig aus Ulm wird ( Stammbuch vers : verfliesst ihr Tage meines Lebens) bemerkt, dass er wegen einer Novelle, die er schrieb, und in der eine Liebesgeschichte vorkam, weder als Pfarrer noch als Schul- meister eine Anstellung erhalten konnte. (Allgem. Literatur Z. 1786 N. 307.) Von dem Verfasser des Verses: stirb uud verdirb verfluchtes Rednitz Athen ist bemerkt: kam von Jena, wo er re- ligirt wurde, nach Erlangen, da wurde er auch religirt, und in Oiessen auch. Von einem andern schreibt Hebel im Anhang in den Notizen fifber die Relegirten : ,.wurde in Erlangen religirt, hatte sich auf die Theologie verlegt, war aber, da er nach Haus kam mit der Küsterstelle zu frieden. Ein Ungeheuer.^' Seite 100 findet sich der Stammbuchvers d. d. September 1778: In Erlang hält man liederlich Hans Gott helf euch allen mit f^ren heraus Schriebs auf der Flucht. Dein Freund Walch aus Meiningen. Hiezu bemerkte Hebel: Machte sich nachdem er einen Mosellaner, laut Notiz im Anhang, unseren Ercard tödtlich verwundet hatte aus dem Staube, wurde 10 Jahre religirt, ging nach Jena, wurde aber auch dort ausgewiesen. Von einem andern heisst es im „Todtenregister seiner Bekannten in Erlangen '^ schlich von einem Dorf aufs andere und starb, zuletzt von allen Menschen verlassen auf dem Stroh 1785. Unter den hier verzeichneten 10 Namen findet sich auch ein S c u h a n i aus dem Badischen genannt, der 1780 in Eippenheim starb. ^ Von einem andern Badener Namens Kupfer findet sich Bl. 66 das Eriunerungswort d. d. Bruchsal 29. April 1778 : Obgleich das Schicksal uns in entfernte Gegenden ruft, so soll dennoch Liebe und Freundschaft stets uns heilig sein. Dazu bemerkt Hebel : ist in Batavia, stirbt daselbst 1786: Ruhe, süsse Rebe schwebe Friedlich über deine Gruft und im Totenregister seiner Bekannten: auch den sollte mein Auge nimmer sehn. Eine Anzal anderer Bemerkungen beziehen sich auf den Charakter des Schreibers. In lezterer Beziehung finden sich scharfe Urteile besonders im Anhang I „Notizen über Religirte'^ Schon ol)en ist bie Bezeichnung Ungeheuer erwänt: von einem andern heisst es: er ist von nämlichem Charakter wie der vorige; ein Windsheimer; von einem dritten, einem Hanoveraner: ging unter die Anspacher, ward der Senior, aber dabei doch ein schlechter Kerl. Diesem Urteil steht das andere über einen relegirten Kommilitonen gegenüber: wiederholt religirt auch in Jena. Ein Heldenmutiger Mosellaner. Femer von einem Franken: brav aber unfleissig. Wiederholt ist die Bemerkung „dummer Junge^' oder ein r äolicher Äasdruclc neben den Stamm buchvere gesezt, einigemal (8. 56. S. 88) sicher von Hebel. Auf den Inhalt dea Stammbacbverses beziehen eich fol^ndc Glossen : Ein Schwabe schrieb die den spSteren Coelibatür Hebel ge- wiss oll seltsam anblickenden Zeilen iu's Stammbuch (BI. 34b}: Freuni], wenn du einst mit sllbcrgraiion Haaren Nach vielen froh durchlebton Jahren Im Lebnstuhl Bitz'st und neben dir Die Kinder und die Enkel stehen — So lass sie dieses Denkmal sehen Und sprich in dieser Zeit von mir. Dazn die Bemerkung Hebele: Losa der Herr die tz weg. Ein andermal stürt ihn daa „nicht" in dem Cronegkechon Sprueh seines Freundes Sonntag und er klammert« ein. Dieae skrupulöse Genauigkeit im Styl begleitet Hebel durchs ganze Leben; so ser er Hieb später als Mitglied der ersten Kammer der Landstünde im Gnn7.en schweigcod vorhielt: HedaktionsverändcruDgen der Ge- sesesvorlogen oder Antrllge regte er häufig an, die auch meist angenommen wurden, Blatt Gl findet sieb der Stamm buch vers von einem Nassauer Hftmens Weuck: Das. Geld eines Geitzigen ist wie die untergehende Sonne, Niemand hat Guts davon. Dazu macht Hebel die Bemerkung : Hat denn Niemand Guts Ton der untergehenden Sonne? Bl. 101 ateht der Vera: Was aind wir? Genug wenn wir daa Bind, was wir seyn sollen 1 Dazu Hebel: Was sollen wir aein? Proben von hnmoristiachen und wizigcn Bemerknngen. Bl. 1 12: P's müsse auf des Lebens Pfade Dein Goniiia dir Rosen streun lind noch am nächtlichen Gestade Des Lethe musat du glücklich sein. Dazu Hebel: Bin nicht Willens, Lethe zu sehen. Blatt 24 ist vom Schreiber des Verses Lebe wohl Alexandrine, Lebet beste Brüder wohl L' gesagt: ging ab als Amtmann, späterer Zusaz: in spc und dann der ersten Schrift : Herr Amtmann, was machen seine Bauern? itt 20 der Vera: Hebel, Hebel, Bei Nacht und Nebel Ohn' Abschied, olin' Nachtmal, ohne Absohilion Schleicht rine verzagende Seele davon. BiFllng>-r, Ali^tnuiulB V I 4 h6 t \ Dazu von Hebel die Bemerkung: Ja wohl, lieber Gleiss, sollst roicb gesehen haben im Nöm- berg«r Wald. Blatt 4 änderte Hebel den Vornamen eines Freundes Hans Daniel in Hans * Dampf. Dazu macht der Schreiber des Stamm- buchverses die Bemerkung: Wer Noten macht ohne seinen Namen beizuschreiben, der ist in vorzüglichem Grad ein dummer Junge. Hebel dane- ben: So? Das Bemerkungen machen scheint überhaupt unter den Studiosen verpönt gewesen zu sein ; denn ein Zweibrücker, Namens Reinwald, der später Lerer am Pfeifeischen Institut in Kolmar wurde, fand unter seinem Stammbuchvers die einftiche Notiz: ging nach Göt- tingen ab, was scheints nicht geschah. Darauf hin schreibt er darunter mit Nameusunterschrift : Dummer Schnack. Herr Noten- macher! Eine Anzal Bemerkungen zum Teil harmloser Art hat Hebel, offenbar in der Zeit, als er in hohen kirchlichen Würden stand und eine Revision der vorhandenen Schriftstücke vomam, später fast bis zur Unkenntlichkeit durchgestrichen. In jener Zeit war es auch, dass er ganze Blätter herausschnitt. Zum Schlüsse sei noch eine Persiflage eines Stammbuchver- ses angefürt, die zugleich als Probe seiner sich damals schon regenden poetischen Ader gelten mag. Blatt 101 schrieb ihm d. d. Dezember 1779 ein Studiosus Vollmar aus Bayreuth die Zeilen ein: Ich lebe nicht auf Erden Um glücklich hier zu werden; Die Lust der Welt vergeht! Ich lebe hier im Segen Den Grund zum Glück zu legen, Das ewig wie mein Geist besteht. Daneben schrieb nun Hebel folgende Verse: Du lebst nicht bei den Musen Gelehrsamkeit zu ämdten, Oft ist sie Eitelkeit. Du lebst im rothen Löwen Den heissen Durst zu stillen. Der ewig (wie dein Geist) dich brennt! Fassen wir mit wenigen Worten die litterarische Bedeutung des Hebeischen Stammbuches zusammen, so dürfen wir sagen : es gewärt uns nicht bloss einen interessanten Einblick in das Trei- ben der studirenden Jugend im lezten Viertel des vorigen Jar- bnnderts; sondern durch die Anmerkungen von Hebels Hand wirft es ?•• " ^n Licht auf dessen Gesinnung ; wir sehen, dass er 1F nimmt an dem Schicksal seiner Freunde und Be- &t I kxnnteD und ihren Lebenagang eine Zeitlang verfolgt; er stimmt P dem fruhliclien Jugend treiben zu und lüsst sich durch jugendlicli onbesounene Streiche nicht in seiner Freundscliaft zu ihnen be- aber er verfolgt die Uuwarbeit mit beisseuden Bemerkungen und hat für uiediige Gesinnung nur AuBdrUoke scbürfEter Ent- rostung. Daa Stamuibuch ist also jedenialls nicht geeignet die am Eingajig dea ersten Artikels orwänte Meinung, dasa Uebel in den vollen Strudel des Buracbenlebons sich gestürzt habe, zu stärken , vielmcr dürfte es eher ein Beweis dea Gegenteils sein, und ein Zengnia dafür, dasa Hebel auch hier jene Beaonnenheit bewärte, wie sie ihn durchs ganze Leben begleitete und wie sie ■einem Naturell eiitsji rechend war. Man mag dabei immerhin zu- geben, daas Aiisllügeii und geeelligen Tergnügnngen mcr Zeit und I Spielraum eingeräumt wurde, als ernste Studien ertragen mochten. Georg [längin Alte giite Sprüche In alten hRiisern findt man meilss, In alten beitKen tV'h vud leüsa. Wer selbst mausen kan, darf keiner kata. Lassest dem plerdt sein rauot vad willen, WirfftH dich vom satUl in die gellen. Vil streich Haclien den Stockfisch weich. Wer anklopft mit eim silbemeu hnrnmer. Den laäst man bald' in bof vnd kammer. Beaser ist ein verderbtes land, dann ein verlohrnes, Theten wir, wnss wir solten, -So thet Gott, wass wir wolten ! Weil wir aber nit thiind, waaa wir aollen, So thnet Gott auch nit, wasa wir wollen! Eine kleine henn legt all tag,' ein storch des jalira r einmal. Wer da will haben gaete rno, Der i^ebe, hör vnd schweig darroio. i.asat man den teüfel in die kii-cben, So wiU er gar ufT den allar. Halt dich rein, Acht dieh klein, Mach dich nit z& gemein, Sey gern allein. Jeder menach soll hal>en einen zohrpfenning, nehrprenning, ehrpfenning, wehrpfenning. 52 Man mm» fuchs vnd haas Bein. Wer haben will ein sauber hanss, Lass Schreiber, pfaff, Soldaten draoss, Lass pfaffen, münchen, tauben drauss. Ein hausherr yon linden vnd knecht von eichen sind guet* im hauss. Wilt frid vnd ruhw han mit dem gsind Muest offt sein ghörloss, stumm vnd blind. Klein hauss, klein sorg; klein vogel, klein nesi. Wan schon saltz vollauf vorhanden, soll man iedocb die Suppen nit versalüsen. Reich an guet, gross an muoth, SchAn von leib, junge liebszeit; Das sind vier Sachen Die einen hoffertig machen. Es steht geschriben : Sechs oder siben Sollen nit harren Uff einen narren. Sondern essen Vnd dess narren vergessen. Bitter im mund, ist dem hertz gsund. Zweimal im tag essen, zweimal zu nacht pissen, im jähr zweimal zu oderlassen, erhelt die gesundheit. Wiltu haben lang leben, So wasch die milch von. der leber Ist^s nit wein, so lass doch wasser sein. Wan du wilt leben lang vnd gsund, Iss wie ein katz, trinck wie ein hund. Kundtschafft macht freündschafft, Freündschafft macht küssen, Küssen macht kinder. Lieb kompt vom trieb. Liebe geht durch die handtschuch. Wan du wilt dass tochterlein han, So sich zum erst die roueter an ; Ist die mueter von gueten sitten, Magstu wol vmb die tochter pitten. Mertzen gpriene pfaffen kiene. Armer weiber schöne Wert nit lang beigöne. Nichts edlers ich vff erden fund, >ia fii«)^ von hertzen vnd still von mundt. 53 Wan der teQfel kranck ist, will er ein miinuli wurden. Der zimermatia vnd mauror Sind beede rechte laurer, Ehe sie esBen, tnceaen, atehon vnd sieb bcaiuncn, 80 ist zeit vnd der tag von fainnon '). Ein Bchreiber ohne feder, Ein Bch&stor ohne leder, Ein lundskiiücht ohne Ecbwert, Sind all drei nit ein heller werlb. Wer holtühnwen ein orden. So wereo nit so yil mönch worden. Morgen rotho kan nit liegen, Mägdenbauch kan nit hetriegea: lat'a kein regen, ao Ist'a doch windt, lat es kein achmilr, ao iats ein kindt ! Neid wird zu hof geboren, im kloster emehri vnd etir'bf im apittal. Neid kreucht in kein lehre schcüron. Wan noyd brent« wie feür Wer das holtz nit ao theiir. Wan vna Gott wil helfen ernehren Kans S. Peter nit erwehren. AiiS SareiKHs, loci commnnea sive advcrmria latino-germtmica tlc. p. SOS u. ff.: SetttetUiae qttaedaM politicae hinc hide excerp- Hatulschriffl. auf Bilickea, drei Viertel langen buchenen Qrügel anabobren, an dem einen Ende ganz lassen, das Blnt in solches Loch giesaen, das Loch mit einem Zapfen wol verapöndeii, im Feuer zu einer Hohlen verbrennen, ftlles klein zerstossen, sodann von diesem Pulver, wie aucb Cal* raus und Schwamm von einem Kirschbaum eines soviel als des andern nehmen, zu einem Pulver machen und davon einen Esa- löffel ToU dem Vieh auf dem Futter geben u. s. w. S. 226, 10 Wider Beschädigung der Milcb. Nehmet Wc.vh- rauch Mjrrchen, Rotheu Knoblauch, stoseet es (Carrichter) an einem Dormerstag Nachmittag untereiuuuder, schneidet von einem neuen Laib Brod ein Biaslein, machet ein wenig von vorigen Stücken darein, streuet ein wenig Salz darauf und gebet es dem Vieh ED fressen, hierauf treibet es aus. Deu folgenden Freitag frflbe, wann ihr gemolcken habt, so lasset die Golden-) nicht ansechwenken, sondern hänget sie ungewaschen in den Ilauch, so werde die Zauberin kommen und etwas borgen wollen, man müsse ihr aber nichts leiben, aucb sie nicht aus dem Hausa lassen, Honsten helfe dieses Mittel nichts. S, 349. 1) Die Dämpfigkeit iat ein beachn'erliches Atfaemholen oder hartes SchnauPFen, besonders wann die Pferde den Berg steigen oder lOQsteii laiiffen müssen, mit einem Klopfen an der Seiton und müiisa- r Erweiterung oder OefTnuiig bchleiilet. S, 321. S) Gelte, Mulkbtibel hiur. 11 Von den Häringen and i b r e r H e i I kr a f t. Ea schreibet PtilniariDi in s. Traktat de Peate et Morbis cou- tagioeia cp. 8, pog. 470, dass das pestilentialische Gift aa den Moer-Orten getilget werde, sobnld die Fischer ihre nngeaaltKene iläringe in sehr grosser Menge an das Land hringen, Solcher- gestatt liätten die Hüringe sowohl an nich aelbsten, als wegen dem Meeraalz bey diesen Senchen einen grossen Nntzeu. Ea werden die frisch o lißringe angerühmet dasa man iinr nugcwsjichen, wie sie aus der Tonnen komujen, wann man dem erkranketen Vieh nach Beschftfienheit des Alters einen halben mler gnnzen H&ring Morgens oder Aliends gegeben, (dasaelbo ge- sund wird). S. 117. Mit Knaben- oder Hanusharn, und Fisch oder Härings' lacken Jas Ohr ausspriitzen bei des Viehes OhrengeschwUr. S. 200. 12 Gegen den W Ütenden-Hunds-Biss. Weilen folgendes Mittel an einem wüiklich mit diesi^r Krankheit behaftet gewesenen Herrn Rittmeister van Adel bewerth gefunden worden, anaser, dnss sich dann und wann noch eine Schwachheit im Haupt bey demselben geäussert, wurde in üerlin nnterm 18 Jau, 1725 aelbiges publiciret, nemlich ; Man solle einen wütenden Band tu- den, selbigen aufhauen, die Leber herausnehmen, iu kleine Stück- lein zerschneiden, am Foaer dörreu und sodano dun Leuten, welche von solchen Hunden gchisaen worden, davon täglich eine Measer- SpitKenvoll einige Tage nacheinander eingehen. Auch eollt«n die Apotheker eine zulängliche Quantität Küfor im Mayen-Monat auf- fangen, solche iu Ilünig 7.iim Saft stossen, zum Gebrauch ver- wahren und den gebissenen Lent«D solchen ans den Küfern ge- druckten Snfft nebst dem Honig als ein bewührtca Mittel eingeben. 8. 28i). 13 Unter den Recepten für krankos Vieh begegnen wir der „Colmarisch en Eins chütt wider die L'ebergüllo, welche da- selbst a, 1736 mit guter Würkung gebraucht worden." S. 119. Femer: V&g zu Wöhr im WieseuLhal wider die Oebergälle ndtzlirh gebrauchte Mittel. S. 120. Als trota aller Gegenmittel die Seuche nicht brach habe der Löbl. Basleriscbe Sanitäts- rath 1738 ein anderes Mitte! in Vorschlag und sodann in Ad- wendung gebracht. S. 120 ff. Ein anders Mittel von andern Orten, wordurch Ännu 1712 um Strassburg viele hundert Stikek sn dieser Seuch sollen curiert worden sein. S. 123. In einem Giftpulverroccpte wider die sogeuannto Uebergälle steht anter auderm : Bayrisch oder Cülnisch oder Lothringer- oder Meersalz. S. 30. Gegen den brennenden Zungeu-Krebs des Viehes im 18. .Jhd. habe Strafisburg a. 1731 zwei wiederholt gedruckte Decreta an alle Acmter und Uorfachaften im Kleass üu jedertnanns Wissenschaft abgesandt. S. 140, ABirlidger 63 , 8GI L ihnf Zum Kinderspil auniachosEinderlied und Kind erspil i^enWeli ist njch ts e meine r s bey Itlunel and Gugebergen a p i U n. In schlechte (einfache) Sach ist ea, so ein Kmd dann auss' ihren unterachiedlichen Kinderepileu n ; etliche spileu gern mit Gluckern : wer Tutz balt-en und den GIncker mrisclien nd Bolange und vil heben, biss ihme sol- iden. Andere buhen ihre Lust mit Stock- mit verhebten Augen erraten solle, wer gletchwol den Schlagen- «einer Statt lierhalten. An- Roohholz 403 ff. In a len als Bli r Wahrheit w< leichtlich bt abznnenn das Spil verlieret mm swei Fingeren atecken eben andere liorausschi ihne gebritsohet vnd das ao lang, den erratbet, darauf miisa dei'seibe ■e hahen ibr Freud mit dem Mühe ieaslichen mübeeamen Spil seioem Namen nach , dann waa man '4en Spileuden a n m ü b e t, daa müaaen aie thnen, jetzt bald nider- kuyen, bald auf einen Fusa stellen, bald flieh ausziehen, bald widerumb anlegen ii. b. w. Ihrer vil thun nicbta lieber, ala blinde Münscl oder Gngebergen, wie raana heiaaet vnd disea Spil wird auf zweyerley Weis geapilet; oretlich verbindet man einem die Augen, trabet ihn etlichmal in Ring herumb ; dftninf mnss er mit verdeckten Aitgen die umb ihn herumbi aufende und wolsehende, welche ihn auch ohne UnteHaN» zupfen, achlagen nnd reiisen, fangen and also einen andertn stellen, will er änderst erlöset sein. Die andere Weis dea blinde Müusel oder G u- gebergen ist, dass sich alle hie und wider verstecken und in die ungereimhtiate finsteriste Winckel verbergen ; nur allein einer ,llleibt im Liecht mit offnen Augen und muss solang suchen, bias die andere ertappt und gefunden. Thesaurus Abscondttus oder verborgetier Schnie uml Annuale idum d. i. Sittliche Fredtglen auf alle Sonnlag des Jahrs — P. Adaihtrio Capiw. u. s. w. / Teil. München 1708. S. 372. Daran knüpft der Prediger die Auslegung des Evangeliums f den Pfingstmontag, omuis qui male agit, odit Inoem. Job. 3. In der ganeen Welt aei das Gugebergen eingerissen, alle die Bü- Bcs tnti hassen daa Licht, verstecken sich in finstere verborgene Winckel. „Wie schüudlJcb sich aber solche kindische Gugeberger ■elbsten betrügen will ich anjetzo in gelieiiter Kürze was mohrsre erklären n. a. w."' So pflegen auch die unmündige kleine Kinder wann jeweilen die Kindsmagd mit ihnen scherzet und kurtzwcilat, stellet sieb ala wolle sie selbe ertappen und fangen : da erwischet das Kind etwan die Handzwechel oder das Fürtuch (Schürze) der Mutter, in dcro Schoosa es aieb zu erretten geeilet, wicklet und stecket den' Kopf darein, wann dann der Kopf verliorgen und das Kind die nachtaufende Magd nit mehr stehet, vermainet ea gleich- 'Ol, ea werde auch von derselLigen nit gesehen u. s. w. Die iberger seien aber noch schlimmer daran u. s. w." 64 Das Wort gagebergen ist ans g u g e n ond bergen zosammengesezt und kann bair. Aussprache Ton gaggen , schauen sein oder es ist an gngel, Kopfbedeckung anzulenen, oder an g u g e n mhd. hin und her sich bewegen. Bei Schmellor fand ich das schwäbisch-bairische Wort nicht. ABirlinger Schwabenneckereien*) III. Eines Brannens Tieffe, nach etlicher Bauren Weise, zu messen. Es ist in unserer Nachbarschafft ein nicht nnbekantes Dorff, welches einen tieffcn Bronnen hat, der dem gantien Dorff Wassers genug darreichet: diesen, weil er mittler Weil toU Unraths und Koth worden, wolten dess Orts Schnltheiss nnd Inwohner auss- putzen nnd fegen ; verfertigten demnach einen sehr grossen Eymer, und werden eins, ein zimlich dickes Zog-S&il zu kaufien, daran sie den angehängten Eymer durch gesamptes Handanl^^ In den Brunnen hinab lassen könten. Damit sie aber das S&il weder zu gross noch zu klein, mit überflOssigen oder unnützen Unkosten kaufiten, achten sie für gut, die Tieffe dess Brunnens von der Winde, (darum das S&U zu schlagen war) biss aufi" den Grund zu erfahren. Als ihnen keine Weise bey£Etllen wolte, berathen sie sich, und fragen mit Fleiss um, wie doch der Sachen zu thun sey. Nach langgehaltener Berathschlagung, trägt der Schnltheiss, als etwas klüger weder die andern, diesen auss der Baoren Sinn- Kunst (Mathesi) geholten Vorschlag und Kunstübung vor, sagende : Wir wissen alle, wie gross wir sind, hänge sich demnach einer mit den Händen an die Winde oder Zug^Rad, der ander an dessen Füsse, darnach der dritte an dess zweyten Füsse, und also fortan, biss dess letzten Füss den Boden berühren : Damach lasst uns zu- Bammen rechnen, wie viel Spannen die also aneinanderhangende machen, so werden wir hernach erfahren, wie viel Spannen das ^üy welches wir zu wegen bringen sollen, lang seyn müsse ; dann OB wird nicht länger oder kürtzer seyn dörffen, als wir also anein- ander hangende Keybe Inwohner. Der Rath gefiel allen wol, loben **«•■ Schultheissen Klugheit, und legen Hand an. Es hieng schon ein simliob lange Reyhe aneinander, und war der unterste nicht weit vom Grund, da begunte der oberste, so die Winde gefasset *"^tt6, SU empfinden, dass seine Hand von Wärme und Reiben so *WüpflPerig seyn, dass, wo er nicht drein speyte, er die Last der Anhangenden nicht ertragen möchte. Spricht demnach seinen Ge- aellen su, sie sollen dapfier und vest aneinander hangen, biss er *• Httnde mit Speichel würde befeuchtet haben: Mit diesem Wort J*»ttt er die Hand vom Windholtz, und stürtzet alle miteinander ™ d en Brunnen hinab*). Vrgl. Sohildbürgerbuch v. 1652 Bl. 6b. h Aiem IV 144 ff. 2) Joco-Seriorum naturae et artis, sive magiae ■•^«ralis, oenturiae tres: Das ist, Drey-Hundert Nütz- und Lustige Sätze ■"•■•liand Morok- würdiger Stücke: von Schimpff" und Ernst, genommen •«M der Kunst und Natur, oder natürlichen Magia. Benebens einem Zw ^- Anhang von Wunder-deutonden CreutEen. Auss R P^. K^hen, Tibe. Bamberg, In Veriegung J. M. Schonwetters, M. DC. LXXVII. ' Aus einem Epo8: Deutsch- französischer ICrieg '). VioDville. In aufbrennt sein Waffenrock Und -glostend zieht des Brandes heisse Furcho Zum Begungslosen nnter dem Entseelten Der »ich nicht rört, nur in Gedanken fleht. 70 [ Uod Alles sieht und flilt — dem Starren glräch Der von des Kampfee FoUeroiacht gebannt, Dom Tot entgegen duldet unl>eweglicb. Doch in dem Schleim des zilhen ßlates sprün Die Fnnken ana. Ea sucht der Sterbende Mit einem Stral der Hoffnung in der Seele, Veraweiflungsvoll versucht er's — nnd umSonal Emporeukommen — ach. jedweden Dienst Versagt der Nerv ihm, die erachlaiTte Muskel — Und nieder sinkt er, machtlos und betüabt! — Ea ist die Mittagsstunde. Glnt und Dampf Hüllt Alles in ein schwefliges Gewand Was dort im Umkreis sich von Meilen regt: Die Menschen und die Tiere, Busch und Dänme, Daa zweite Korps des Feindes weicht sturück Von Kugeln nnd Grannten durchgepflügt, In acheuor Flucht, seit man den Förer ihm Von seiner Front hinweg verwundet trug : Denn gehen würde nimmer, der Bataille! Da schultert Rosaeshuf den Schoß der Ei-de ^ Mit eingelegter Lanze rauscht heran Der Lancier der Kaiserin, im Bunde Mit jenem Sturm, den in der schwßh Der sausende Schwung der Fiinleins ' Jedoch bevor sich mit dem Bajonnet Der doatachen Infant'rie die Pike kreuzt, Bevor der Uufesschlag der schäumenden Kossu Die Ueherritt'nen, die Zersprengten trifft — Liegt von den Reifern auf dem Doden schon Die halbe Zail Ein prasselndes Feuer wiril Die mutigen Schwadronen durcheinander Dass sich die Ordnung nimmer linden lässt. Sie halten, keren um, und schneller noch Als sie gekommen auf Vtktorias Flügeln, Enteilen sie. — ' Doch ihnen sprengt entgegen Gebietend der Marschall; ea rasaelt nach Die niithste Batterie — und heiaa als ob Der Sonnenball der Erde näher kiime. Klirrt hinterdrein die schwere Reiterei. „Hall!" ruft er, „halt!" und „tournez'' herrscht Im Fluge wendet ajch der T.Hncier, Scham auf der Stirse — schleudert seine Lan: Nach manchem Plänkler, der ku hizig folgte Und unter all' den Pferden jÄh verschwindet. Auch die Kolonnen, denen er voran Quecksilberleicht geeilt, aie machen Halt. &ie stüzen an die Höhen sich, den Wald, Luft Id entfacht. 71 üad ziehon sich auf Vionville iturück, Verrammeln Haus und Garten, lassen aicii Im Friedtof, bei den Toten, haiisliuli nieder. — Nnr daa Geschüz behauptet seinen PIhk. Wie eingewurzelt im zerwülten Boden Versendet fort und fort es, Bliz auf Buk, Die Kugeln in dna feindliche Gedränge. Doch niiher, niiher donnert die Lawine, Die brei tan rollende von Slensch und Tier, Dnd noheilkündend in's betäubte Ohr Schnaubt weit vornaa der Robbc Feuerodem, Da, von der Seite, rauschen wie die Adler Die dem veratecVten Horsle sich rntBchwingeu — Im Änfflug piiichtig, prächtiger im Streit — Die Totenkopfhusaren in den Feind. Sie reiten zu in schwai-zer Wetterwolke, Sie reiten an, nie brechen durch, sie hatten In Splitteraohutt die vorgehalt'nen Lanzen, Sie drängen zwischen die Geechüzc sich Und slampfen die Bemannung in den Boden ! In Gruppen läsen die Schwadronen sich' In Pare lösen sich die Gruppen auf. Es mengt und mischt die nngebund'ne Wut Des Einzelkampfea die zerstreuten Reiter. Der Staub, der Rauch verfinetert rings die Luft — Wer Freund, wer Feind? nichts ist zu untei-suheidenl | Der Marschall zieht den Degen: wie ein Reiter Das Leben sieh, die Freiheit zu bewaren — Und ,,au SBCours du mar^chal" ertönt Der bange Ruf verzagter Adjutanten. Ilorcb! „nu seconrs du marechal?" Der Schrei Verklang nicht ungeliürt: es drängen sich Die Kämpfer schnell im Wettstreit dort zusamme Wie Bienen, die sich um die Königin Lautanmniend scbaaren, hängen an einander Die Ringenden mit solcher Raserei Dass nur der Tote weicht dem Lebenden! Da wie das aufgegangene Gelock, Das blizeude des Mars wenn er im Sturm Des Krieges auf der Donnerwolke fiirt, Drönt jezt heran die Panzerreiterei. Des leichten Sübels spottet der Pallasch, Mit Donnerkeilen schlägt er — und die Brust Des knochigen Brahanter Rosses wirft Zurück den Renner ans rodolion. Wie das GeÖechl schwarz iiberpcrlter Ranken Des Bromberstrauches, der gel'esseh hält 72 Den Fuas des Wanderers und lierb vtirlezt Ilim Uaiid und Arm, der Ban zu lirecbea sucht - Doch von d^r Sense scharfem SchDJtt diiruhrareu Zu Boden atukt, dass weit die Lücke klufft Und ungehemmt der W&uderer durchschreitet — So brechen sich die Kürassiere Ban Durch das Gewül — der Marschall ist gerettet. Und frei mit ihm entrollet das Geschüz 1 Wol brennt der Mittag heiss! Fast oiiu Schatten Vom Brand gerötet iat die Ebene, Üurchranscht vom Kampf, der hier und dürl erstirbt, In Flammen wieder ausbricht dort und liier. Stiilpnagel ringt mit I.evnssoF im Wald Bei Rezonville, scharf mit den Grenadieren Der Eaisergarde misüt sich Buddenbrook — Und Keiner weicht und Jeder zcrt vom Andern! — Da meint der Alvensleben im Gebüsch, Das hinter Trouville sich zur Höhe isieht, Zur lloiflerstraasa wo die Legionen Oftnialü die Adler trugen zur Mosella — VerrSteriscbcs ßlizen warziinemen. Und für den linken Flüge] schwer busoi'gt, Für Vionville, das hart en-uugenc und Bchwer behauptete, für alles Feld Im Itückeu und umher, wo noch das Blut Von uiigeziilten Opfern dampft und raucht — Gibt er di;n „Vier und Zwauzigern" Befel; Im ersten Anlauf das Gebüsch ku sänbern. Mit lautem Hurrah get es drauf und drau, Zum Wald hinein, hindurch, zum Römerweg Der alterBgraii verschwinden will im Staube, iJa bricht ein Hagelwetter schmetternd los Von jener Strasse ; das zeratückt, zerhackt Die Bäume mit den Aesten samt den Wunteln — Zerhackt, zerstückt die Ilelmu mit den Köpfen, So Brust als Fnss der ruhelosen Stürmer ^ LäBst keinen Plaa im ganzen Waldrevier Vom Donner utiveraert, vom Blute trocken, Und wirft diu „Vierundzwanziger" zurück. Vermindert um ein Dritteil ihrer Masse Und um die Hälfte ihrer tapfern Fürer — Zurück nach Trouville, wo sie atemlos Den Atem suchen, daa zerfezte Banner. Nur Alvensleben rurt und rastet nicht. ,,Der Wald muss unser sein! Bei Kouiggriitz 73 iliijg AD dein äwiepwald das liuschick der SuhlBclit. Und heute flattert es au jenen /weigou !" Su meditiert der 'i'a|)fere. Er ruft Itrigade Lehmann vor: Die „Acht und SiebciiziBer", Die „Ein und Neunziger'' au§ Oldonburg, Dem von der Meeresflut uiubründuteil. Mit lanteni Hurrah get ee draaf and drao, Zum Wald hinein, hindurch; es weiuhen rings Die Schüzen Tixier'B ijud Bammeln sich 1 Haufen, wo am Itümerweg Mit ofTuem Itachen die GeeviiUze laueru. Draue bricht ein neuea Hngelwottei' los, Zerschlägt den Daum anni Iluach. den Üuscb »um Kiai Häuft Leichen, häuft Verwündeti:, verlezt Die Toten noch und tötet die Blessierten. Kein Schuz, kein Halt, kein At«m — nichts ist niev Im Walde möglich ! ~ Da, was für ein Anblick, Kin nie gesohauter! Rückwärts nicht: nach vorneti, Nach vorwärts drftugt der wilde Sturm sich weiter, (lerade vorwärts — sni den Fenerschliindeii '- Nicht leben wollen die Verwegenen — Sie wollen starben, aber kilmpfend sterben, Und mit dem Leib, dem fallenden, verschliesseu Die Mündungen der brüllenden Geschüze, Die sicher vor der llache Uonnorstreicli Wie auf dem Excrisierplnz ruhig feuern. — Umsonst! Umsonst! Sie kommen nicht heran, Auf halbem Wege schlachtet sie der Tot ! Zurück, zum Wald zurück! Vom Wald zum Dorf Wo sich das Regiment als Bataillon, Das Bataillon als Kompagnie formiert. Die Kompagnie als Sektion . . . Doch Manche Sind trozig im Gehölz zurückgeblieben, Arn Saume diesseit — dass der Feind eich nicht Des Sieges rüme, auf die off'nen Gräber Der Kameraden seinen Kulruk ptlanze ! — Die Ere war gerettet, nicht der Tag! Verbraucht war auch die texte der Reserven, Verbraucht von Mars la tour bis Rezonville Im weitern Ring die brave Infanterie, Zu Tod gehezt, mer blutige Wunden üälend Als brave Streiter, — kam von Norden her. Vom Wald ein Slurm, so warf er Alles hin. Wie senliah schaute drum nach Cnterstüzung Der deutsche Feldherr aus. Wie lauschte er Auf jeden Luftzag, der von ferne wehte ; Ob er den Freund, den Retter ihm vermelde ! 74 Er mäste in der Nähe sein, es muste Der Donner an sein Or geschlagen haben Der seit dem Morgenrot nnaosgesezt Den weiten Plan erfüllt mit seinem Schrecken. Zeit ! Zeit — nnn halte ein mit deinem Schritt Nur eine Stande — eine kleine Zal Von flöchtigen Sekunden halte still 4 Und Alles ist erreicht . . . Nordwärts von Trouyille Hart an der Strasse, wolgedeckt, versteckt Dem Blick des Feindes und der Kugel Flug Der drüber weg den Zug der Wolken streift. Hält Bredow mit den Reitern. Kürassiere In Weiss und Stahl; atletische Gestalten^ Den Nibelungen gleich — und neben an Ulanen, blau und gelb; ein flatterndes Gewimmel lustiger Fänlein. Vor der Front, Dem allerlezten Manne sichtbar noch , Der rückwärts von den hintern Eskadrons Besorgt den Hufbeschlag des Pferdes mustert, Der locker tont und keinen Halt verspricht Wenn über Stock und Stein es gehen soll — Zeigt sich der General, und stumm gleich ihm Ist Alles um ihn her. Nur dann und wann Erschallt von rückwärts das Gestampf der Rosse, Ihr helles Wiehern, ungeduldig klingt Die lere Scheide manchmal an den Sporn. — Da kommt ein Adjutant. Er bringt Befel: Des Feindes Mitte stürmend zu durchbrechen, Wo dicht gedrängt er häufet Schar auf Schar Umspannt vom Eisenringe dos Geschüzes. Und wie das Meer, das ruhig vor dem Winde Im Sonnenlichte schlief, nun aufgeregt Im Innersten von tosender Bewegung, Von ferne her aus tiefen Gründen rauscht, Den sanften Spiegel bricht in schäumende Wogen Die hoch empor und auf und nieder steigen — So wogt es plözlich durch die Eskadrons, Die Spizen aller Helme zucken auf, Ein jedes Fänlein rauscht und fester schliesst Des Reiters Schenkel um den Leib des Tieres. Doch stumm ist Bredow. Heisser flammt sein Blick, Durch seine Züge färt ein Wetterleuchten, Sein Mund nur schweigt. Und stumm und still wie er Wird Alles um ihn her. Nur dann und wann " ^.hallt von rückwärts das Gestampf der Pferde, •lies Wieherö. Ungeduldig klingt 75 Die leie Scheide, heftig an den Spoin. — Ka naht ein neaer Maner: Voigts- Bhetz, Der Chef dei SUhes. „Wie, Herr General, Sie Kögern?" Bredow murrt — o8 klang wie Stahl An Stah! gerieben zwiauhen seinen Zäncn — „!cU Bol! den Wald durchbrechen, ist's nicht so ?" ~ „Den Wald und was von Fussvolk und Geschüz Noch zwiecheii ihm und auf der Strasse atet !" Beatätiget der Oberat Voigts-Rhetsi. Drauf nickt der General, dass er vorgtanden Den Auftrng hat, mit seinem Kopfe leicht — Dann gibt er das Kommando fest und ruhig. In siwei der Treffen schwenket die Brigade, Die Kürassiere links, den Waldessaum Mit klirrendem Kfirass streifend; rechts, »ur&ulc, Die sechzehnten Ulanen. An der Spize Der General. — Ein schmetterndes Signal : Und in Bewegung sezt die Masse sich — AUe gleich Einem! Wieder blason hell Und fröhlich die Trompeten; weg im Trabe fiet es auB jeder Deckung. Schon begrüsat Die Kugel sie des aufmerksamen Gegners. Wie singt es wunderlich in allen Lüften ! Dann schlägt es ein, nachdonnernd — schwer zur Erde Stürzt Mann und Ross, doch die Trompeten schullen: Msrsch! Marsch! Und Marsch! Marsch! jagen sio zum Tode! — Zwei Linien Voltigeare nach einander Zerstiinbt der Stose ; der Helm dos Kommandeurs Der Panzerreiter klinget in dem Hagel Der ansichtbar umsurrenden Geschosse Wie Glas an Steinen, Gber seinen Schädel Den kalen, weht des Todes Geisterhanch Dass es ihm heiss und kalt die Haut durchschauert. Doch hiilt er keinen Äugenblick den Zügel, Den schlaffen an, er jagt durch eine Wolke Erstickender Glut nach frischen Lüften weiter — Und weiter in die nächste Batterie. Bald ist sie still gemacht und ausgelescht. I Zerhauen schlingen ihre Kanoniere Um's dampfende GeachÜz den treuen Arm, Im Tode noch das heilige Gut zu waren! Ein General der hinter dem Geschüz Mit seinem Adjutanten dieses schaut, Wird biögerissen von Soldatenlust! Im allgemeinen Jammer, im Gewirr . 76 Jauchzt laut er auf, der feindliche General, Dem Sieger za, aus der Besiegten Mitte ! Er will nicht weichen, die Bewunderung Hält ihn mit ihrem Zauber fest, bis ihm Der Adjutant des Pferdes Zügel fasst Und langsam es, nach rückwärts, zögernd, wendet. Noch öfters blickt der General znrück Nach jenen Reitern und sein stolzer Mund Hat nnr ein Lob für sie, nicht für die Seineu! Doch für die Deutschen ist kein Aufenthalt — Sie jagen weiter. — Eine Dornenhecke Von Bajonnetteu starrt den Kürassieren Blizend entgegen. Sie zerbrechen diese Mit schwerem Tritt und wuchtigem Hufesschlag Als ob es über herbstlich dürres Holz Und über Reisigbündel knisternd gieng: So knackt und knarrt der schlanke Knochenbau Der Proven^alen mit dem Staub zerknetet! Inzwischen richtet eine Batterie Die noch vom Kampfe nicht verkület ist. Auf dieses neue Ziel die Donnerboten. Und wie die Hand am Maienabend schüttelt Vom Baume nieder leichtbeschwingte Käfer Dass ganz betäubt den Rasen sie bedecken Vom Sturz und von der schütternden Bewegung — So stürzen Ross und Reiter auf den Plan Die vordem und die hintersten zugleich ! Doch wer im Sattel bleibt, der jagt davon, Den Feuerschlünden nach die sich zur Flucht, Von Furcht befallen, vor dem Anprall wenden. Und ehe noch den schreckenstollen Pferden Die sprungweis zerren Ladung und Genchüz Dumpfpolternd über Stoppeln und Gestein — Der Reiter in die Strange fallt, die Zügel — Gebietet ihm ein neues Hindernis Von Bajonnetten einen jähen Stillstand. p]s fällt kein Schnss, das Pulver wird gespart Von diesen Schüzen, die sich Leib all Leib Entgegenstemmen als lebendige Burg. — Drum scharen sich die Reiter enger auch Um ihren Führer: mit dem lezten Stoss Den lezten Halt der Feinde zu zerbrechen. Und neben ihnen, glühend von der Hast Mit der sie ritten, um die Kürassiere Beim Sturme^ einzuholen, ordnen sich Mit frohem Ruf zum Wettkampf die Ulanen. ^" wiederhallt von jauchzenden Trompeten 77 Das düstere Gehölz mr Seite. Still, Im Sohatten lag es dn, wit> ausgeatoibeu Und eingewiegt in Eub' ! Aus dem Versteck Das sie verhüllt mit seinen finstorn Blüttei'n — Wie Malcolms Iler der Zweig too Birnams WaU - Bricht lärmend vor die welsche Iteitorei, Und hängt sich gleich dem tollen Wirbelwind Der mit sich reisst, was er im W^e äadet. Den Deutschen an die unbc-scliüzte Flimke Uud in den Kücken. Doch mit rascher Wendung Den Rnnni benüzend der nach Pferd von Pferd, Den Gegner scheidet von doai Gegner, zeigt Der Deutsche seine Brust statt seinem Rücken Der welschen List, und den gehobenen Arm ! Schwert klirrt an Schwert, dass helle Funken s Dazwischen r.nckt der Lan-.!e scharfer Stachel — RosB drängt an Ross des Körpers schwere Wncht Doss sich die Reiter aus dem Sftte] beben Den nächsten Feind wiltl nn der Kele fassen Und ihn erdi'osseln ! Bin und her entwogt Das Handgemenge. Doch die Kürassiere Mit vorgehaltenem Fallasch, geschlossen Zur Phalanx wie einst Theben 's heilige Schaar, Zermalmen jeden Widerstand, der sich An ihre Schritte hängt, mit breiter Front. -^ Nicht anders schüttelt sich dos feurige Hos» Die Fliegen ab, die Moskitos vom Leibe, Mit sausendem Schweif sie treffend, duss sie all' Zu Boden taumeln, dumpf ihr Grablied s Als jene Eiseumänner links und rechts Die Welschen aus einander drängen, weit Die Ban sich brechend durch die Weichenden, Die seitwärts taumeln und ihr Lofl verfluchen. ■ — Von einem Schuss getroll'en in die Brust Stürzt ein Sergeant des Carubiniers Des Feindes rasselnd nieder in den Staub. Da donnern sie heran die Magdeburger, Die märkischen Ulanen, über ihn Saust weg die wilde Jagd, die Uufe streifen Die Hnre dicht und dos Entsezen lamt Den Schlag des Uarzeus ihm mit eisigem Frost. Er sohiiesst die Augen — wol für immerdar — Im rasenden Tumult, doch als er sie Verwundert öffnet in der Totenstille Die plözlich jenem Hötlenanfschrei folgt — Fült er sich lebend, seiner Sinn Herr, Und sieht den Stral der Sonne licht erglftn; A.: ■-'r\'. ^fiVr-a h'A^a stüzt er seiDon Arm '..vi ':.'..' r.:c h^'>^ empor ... er ijlickt umhei A .:' l.'. V.:r7.1cLiang in dem cucLsten Kreise. r.i H\^:rz. 1:^ die leichte Infanterie Imulc ^'^vonen; mit den roten Hosen, M.: i^nkien Rocken talpengelb b^s^rzt. Irt f unt das Feld gesprenkelt : aCes Gras "^'.^t festgeleimt in Lachen grellen Blates*. i>a — Marsch! Marsch! wie der Icatfohe R^it^r kam Im Sturm daher, die Ebene darc':di*?*^'e.cn Busch zertretend, über GrÄcea »fvi'zaii. Weg über Hecken, mitten drircli GescLjsc. Vom Bliz der Bi^onnette an^gvzc^^c Nicht abgostossen, durch ^ar R-Tsstt Svöjar^rQ. Die, wie es in den Steppen -ic: ^is:üv^- Durch seine Nerv^a sröifcri ü :c Sfc BLi \\ eit um iaii a.«*r «a jx. hs^ Hr'ir^sä:^ irftle ! Ersclirocken '. eck? fr &i.' xiä K^fdu. «TifkrJmmt Zum Warai«; ^^:c hsB. A3*f.öfl:T?s*ai»£r T^;« — \> e&rsa:ijec&i l'r^r iiix. 4C Xwxo. auf rLe& Die Ew3;^vL rwciOL. >ci.«'ftiM- LfcaiKaiaj^pai — Nich: 5ci*«^U4Mif. w-» :l mh Gewoge Sich i:(;r Jla ifcj.;T.*wati. ficrt x»i «hwirrt — Ks simi >*:iw%T/.. i-trixk*t C'^öszx MSdS^ r^e jun ^«tclutwicja AimkTi Sifsä« «chwingen G-xirwc^a ?;-i»* ri«xÄ zlh «iai« keine« rVr V:oi iiAJiitT laösc-inwaii«» Gespenster : '- 'U. UL' ^Ttf laJr^-öc r%j*cfte« Eni' und Himmel V txi ^.^a<, ^ i»«csic, «Ä«w«s, »tti den Grund! V/r- ^r-^ci *5«. i;if S«MP. dMvheinauder l\r Vi.-t«s.^- wi **r iJ« - mitwisseud >• ** , I VT M ^« ^>i»« «^^^ gemeogt. - w..4m ÄJ**^ ** ** gekommen waren, ^^]fcfr **A iawBWr: ateinloa, ^ ^^j^t, 4f» Koff fM' tief gesenkt 79 Reitern ' Front, weit aithtbnr i Staiio Er scliweigt Zum müden Gniil der über seinen Schatten Zu stolpern Bcheiut. Jezt ruft der Kummantlüin', Der Graf von Sulmiettow, dem Trompeter eu: Sammlung »n blasen. Er gehoi-clit — doch ihm Gehorcht nicitt ilie Trompete. Wieder bläst Der Eifrige, er bläst mit vollen Backen, Er bläst fflr Zehn die Btamni geworden sind — Do kommt ein Ton hervor so schrill, so hol Als ob er nicht den Lobenden, als ob Er all' den Toten rings umher zerstreut, Zur Stunde des Gerichtes i-alea woille. Denn eine Koge! war durch die Trompete Hindurch gesaust und machte nie zur Stimme Dos heulenden Todes . . . Nordwiirts von Trouville, Hart an der Strasse hält mit e Der tapfre Bredow. Vor der Zeigt sich der Genoral. Von niieb ihm ein einziger Offizier. Und Etumm gleich ihm ist Alles um ihn herl - Da klingt zur Seite fröhliche Mnsik, Ein iTurrah folgt dein andern, Bataillon Um Bataillon eilt zum Sukknrs heran — Und neu entbrennt bei Mars-la-tour der Kampf. — Doch wie in stiller Nacht, wenn Alles schlaft. Der Angstruf ., Feuer!" jäh die Träumer weckt — Dort steigt und hier die Flamme prasselnd auf Und droht der besten Dabo mit Verniuhtung — Bald gellend schallt der Ruf, bald halb erstickt Von Qualm und Furcht — so schallt der Ruf um „Wasser!" „Um Gotteswillen, Wasser!" durch das Feld. Denn unertrüglich ist der Wundon Glut, Der heisse Durst des sciimerBlich Fiebernden Im Mittags sonnenbrande dea August. Drura wer da Wein, wer in der Flasche Wasser Gemischt mit stürkenden Essenzen fürt. Wer aus dem Bacb, wer aus der Pfüze schepft Das reine Nass, den trüben flüssigen Schlamm, Der eilt herbei und spendet hilf bereit Vcrlecbzenden den vielbegerten Tmnk. So naht ia Ftavignj ein Retter auch Dem halb Erstickten, dem Besinnungslosen. Nur kaum bemerkbar achleicht der Atem noch Durch die zerdrückte Brost — es zerrt die Last Von ihr des Helfers rasche Hand hinweg 80 Und flöBst den troclc'aen LippeD külen Saft Vorsichtig ein. Befreit dünkt sich der Mnnn VoD einem Fel§en, den von eeineni Grab Der WiindertJlt«r scboell hinweggerollt ! So gnnz eracheint er ihm zu seinen Häapten Als eines Engels liebliche GesLalL Die Himmelssegon Aber ihn verbreitet. Er fttmet, stbaut — er achlieast die Augen wieder, Er öffnet leichter aie — der Labctnink Uoilt atilrkend durch die Adern ihm, es facht Der Atem frisch die Lebens fün klein an. Die lIofFnong war verloren, keinen Knt Fand dns erlahmende IBewusstsein, freilich Der Retter wnste ihn, nnd auch die Tat Schafft er zugleich; ein itiirter Jüngling zwar, Doch Bclion gereift zum Manne aoT dem Feld Dar blutigen Erfarung und der Ere ! Als Erstgeborener »nr er der Mutter Wol Über Alles teoer — doch der Vator Schickt ihn hinweg als ernst der Kampf entbrennt ; Dem Vaterlande den Tribut zu zalen ! Und da er nicht soll Wunden schlugen dürfen, So soll er Wnnden heilen — also will Der Vater es: der Dichter Freiligroth! — Von Pont li Mousson bis nach Flavigny Sind sieben Standen Weges. Diese Strecke Durcheilt PrinB Friedrich Karl in einer Stunde! Nun ist er der lebendige Miltelpnnkt Im weiten Todesreigen. — Aber aeitwüi'ts Versucht der Feind vor BruviUe und Greyere Auf Mara la toor den Stoss — es ist die alte, Die immer neue Drohnng : denn von dort Umfasat er mit gewaltigem Arm die Deutscheu- Dort bluteten die ,iVier nnd Zwanziger!" ' Dort sanken Lehmann's heldenhafte Scharen ! Von Magdeburg die weissen Kürassiare — Sie lagen leuchtend dort im dunklen Feld Als ob ein frischer Schnee gefallen wäre! — Und noch verstärkt der Gegner seine Macht, I'out weit bcheri'schend die Umfassung aiis, Und droht auf Mars la tour die volle Wucht TitAnt»chen Bemühens hin zu walzen. ° weckt in) BuBch vor Trouville wiederum Ite Hezjngd. Unermüdlich prAfen WaB aich'rer sei : ZSndnadel oder Chansepot Die Scbäzen gegenseitig, ^ild unil Jäger Zur selbeii Stande ! Doch vom Walde her Nächst Vionville. Bchnllt heller Vivatruf Im Jubelsturme; hundert Feiierechlunde Die zwischen Flavigny und dem Gehölz Das alte Metz im festen Grund erec buttern, Verkünden das Te Unoeni, dass der Prinz lu ihrer Milto sei uud keine Not Eb fürder habe, dasa vom Tron er steige Der hier von Blut und Schweias befestigt vard. Schwarzkoppen auf dem linken Flügel hört Den Freudenruf, hört das ViktoriaschiesBen, Und ihn ergreift die Gross« seiner Pflicht Die sich bcwusat ist, an dem Plaz zu stehea Wo die Entscheidung mit den Würfeln spielt, Ihm droht des Feindes Uebennacht, ihn droht Der ausgebölte Boden zu verscblingea Der vom GrnnatschuBS fort und fort zerwillt. Nur Trümmer birgt in Rllgemeineo Gräbern. Drum ruft er dar Brigade Wedell zu — Fünf Meilen hatte sie zuriickgelegt Und keine Rust bis dahin sich vergönnt — „Vorwärts Weatphulpn !" — und iin Wiederball DeB Jubels, der vom rechten Flügel rauscht. Dem Feind entgegen achreitet die Brigade. Oh aurh in lockern, atbemlosen Reihen — Zn Schatten uosgedäri-t von einer Sonne Die am die späte Abendstunde noch Im Sinken nnterstüzt das Hüllenfeuer Das auf sie niederdonnert vor Greyöre Und von Ilruville — ersteigen die Westpbalen Den Uöhenkamm. Da spaltet sich der Boden Im breiten Riss vor ihnen, eine Schlucht Wol fünfzig Fuss an Tiefe gänet auf Und birgt im Grunde Finsternis und Grauen. Sei's drum — ob schwankend — vorwärts gel es doc Ob ganze Reihen längs dem Saume liegen. Vom Sensenhieb des Todes hingestreckt. Der hier die meisten Offiziere pflückt — Wie sich der Schnitter mit dem braunen Koro Die Blumen pflückt, die blauen und die roten — So wie hinan, bo get es jezt hinab Den steilen Dang durch Busch und Steingeröll — Lind dann hinauf, auf Händen und auf Knioen, Die Gegenwand, die widerborstige, Der Herde gleich die lieh durch das Gestrüpp 82 Der Schrofen drängt; es tritt der Benige Fuss Vorsichtig auf von Stein zu Stein, dann springt Er wagend Über das Geröll hinweg Bis er am Bergesgrate Licht und Luft, Die Freiheit der Bewegung wieder findet — Nun aber rücken feindliche Colonnen Auf hundert fünfzig Schritte vor. Ihr Feuer Lässt keine Sammlung den Westplialen zu, Kein Atemholen I In die Tiefe wieder Treibt die Zerstreuten seine Wut zurück Die strauchelnd aus der holen Erde stiegen -^ Den langsam, jenen eilends; doch kopfüber Ihn, welchen der verhäugnisvolle Schuss Bewusstlos schleudert in die Kluft hinab. Dem Oberst Brixner kostet nur das Wort, Der Ruf „zurück!*' das Leben — nicht die Wunde Die ihm am Haupte klafft — das Unglücks wort Hat ihm das Heldenherz versprengt, wie Gift Den leuchtenden Krystall zu Scherben reisst. Doch über sich lässt hoch die Fane wallen Der Oberst Gronach vor dem Tod gefeit, Der um ihn her die Kameraden mordet. Der Einzige zu Pferde noch, der Eine Der sichtbar ist im Staube, im Gewül Und EU sich ruft die Müden, die Verscheuchten. — So ragt der Hirte über seine Herde Diu von den Wölfen überfallen ward Und wild umherrenut. Seine Schippe streckt Kr sohüzend über die Verfolgten aus Und neuen Mut gibt allen seine Stimme! — — Da reitet in der Zeit der höchsten Not Wo schwer der Feind von allen Seiten drängt Uvr Stabstrompeter von den Garde-Dragonern Vor deren Front; die blinkende Trompete Streift von den Schultern er hinweg und laut AU ob er Geister von dem Himmel nefe, KrtÖnt weithin sein schmetterndes Signal* Hann aext er jählings die Trompete ab, VwHtummt für immer — ein Granatensplitter Rainst ihn vom Schimmel nieder, es verhallt pi« Htimme bang des Rufers in dem Streit! i^>oh mäohtig rauscht es her von allen Seiten, ^"1» wirbelt auf, der harte Boden drönt. Alt df»n iioh noch mit anbesiegtem Tros ^M* inanoher der Westphalen angeklammert '"^ iio hinweg fliegt der Dragoner, wait voran — Hans Auerswald: Als ob er die Walkyre freien wollte, Ein zweiter Siegfried! Eioeu Augeoblick Zwar beugte sich der ritterliche Leib Bedenklich vor, es war ein Augenblick Wo er, der Meister des eotzOgelten Roues, Nicht fest genug im Satte! sich gefült ! Was kam ihn an ? Eiii menacblichea Qefiil Vor jenen dunklen Mündungen, die sich AuB dicht gedrängter Masse troziger Feiode Entgegen riah ten ? hole Todesaugeii, Bei deren Anblick leicht dem Herzen graut. Dem Firavsten Herzen 1 — Einen Augenblick Hat er geschwankt, dann sizt er nnbeweglicb Und bolzengrade vor den Bajonnetten. ' Und mit ihm richtet sich das Koss empor Senkrechten H^ipteä, daas der Adlerhelm Und seines Reiters zornige Augensterne Unheimlich durch die wallenden Manen bÜEen — Dann niederschlagend mit bewertero Huf Stampft es die erste Lücke in den Knüuel'. Und nun als war' der stramme, senige Fosb In'» Nest getreten dem Oezücht der Natter DasB all' die spiüen Zungen gross und klein Nach ihm, dem unvorsichtigen, eniBchten — So KUckt ein Bündel klirrender Ba,ionnette Nach Reiter und nach Rosü, den Siegespreis Im blutigen Wetteifer zu erkämpfen. Da hüllt des Reiters flaroinender Pallasch Durchschneidend auf den nächsten braunen Kopf. Der auf nach ihm mit grimmen Bücken starrt. Dann kommt ein And'rer dran, der hinter Jenem Den ChR8se|Kit auf dem Knie zum Scliuss erhebt. Doch mit gespalt'ner Stime niederstürzt Bevor er noch den lauernden Bliz enteendet. Hei, wie der Reiterolierst um sich hautl Wie sich die bunten Turbans sklavisch neigen, Die linatern Slirnen nnrt die gelben Wangen Der Afrikaner, Kopf an Kopf gereiht — Den Blumen gleich des trünmecischeu Mones Wenn sie der raube Wind des Abende knickt! Und jeao brauaeii die Dragoner an. Wie das ergrimmte Wetter seine SchloBsen Herniederdonnert anf das blühende Feld DasB alle Blüte, jede Frucht verget Auf Jare hin, und trostlos, ude, kal Die Ebene, der Gitrten starrt, der Hain ~~ Dem Friedhof gleich, der unter schwarzen Kreuzen J 84 In Grabern birgt die Wüste des Entsezens — So hallen deutsche Hiebe auf die Feinde, So hageldicht und mit der gleichen Wucht! Nicht braucht der Reiter seinen Mann zu wälen, Geschlossenen Au^s findet er ihn schon — Und wie ein Kartenhaus zerbricht der Halt Des Feindes, lose flatternd auf den Grund. — Dann wird es inihiger; der Lärm verstummt. Vertobt sich in die Ferne. Rings zerstreut. Zerhauen und zerstampft schlaft Afrikas Gebräunter Son den bleichen Schlaf des Todes! Hoch über Lebende und über Leichen, Um eines Kopfes Länge höher ragt Hans Auerswald. Sein müdes Pferd stet rahig Und ringt nach Atem, furchtsam blickt es fast Auf Trümmer und auf Tote; jede Mündung Ruht kalt am Boden — von den Wenigen Die flüchtig sich zum nahen Walde rotten, Verhallen machtlos in der Luft die Schüsse — Und wieder wankt der Held! . . . Was kommt ihn an?.. Üebt er zurück vor diesen Toteslarven? Vor seinen eigenen Toten? Sieht er sich Voranend in dasselbe Grab gelegt Dos sie verschlingt bis zu dem jüngsten Tage? Kr wankt, er schwankt! — Beim Anritt auf den Feind War ihm die erste Kugel durch den Leib Hindurchgedrungen, nur das Silberband Der Schärpe hielt den Quell des Blutes auf Und seine linke Hand, krampfhaft gepresst Dem Schmerz entgegen und dem fliehenden Leben. Nun ist das Werk getan, der Feind darnieder — - Mn löst sich 'ab die Faust von dem Pallasch, Die Linke sinkt von der verhaltenen Wunde. Dem Prinzen Friederich von Flohenzollern, Der seiner Väter würdig sich gezeigt. Dem Jüngling, frisch wie Rosen, der. sich heute Volljärig machte in dem Männerstreit — Itüiüht Auerswald die heilige Standarte l>ie er nicht ferner hüten kann. Als dann Hringt »r mit seiner Stimme lezter Kraft Kill Hoch auf den geliebten König aus, Und unter seiner Reiter Gegenruf Ti'Ugt ihn das Pferd nach Ville Marie — zum Sterben! — Jimt, iiuf dem Wege, der nach Jamy fürt Von Mam la Tour, da wird der Himmel grau Von Aufgowehtom Staub, der Abend: Nacht (lunkloii Wolkonl Dort hat L^Admirault es Die Reiterei gehäuft zum lesten Seil läge. Im VorJert reffen Moutigu's Uuanreu: Die DoUmauE lliegonil und die Prei'dc tiLnzeuJ, ÄIb ob sie BUr Parade lustig ritten Im ChsiDp de Maia vor lüstcnien Cocotle's Die heisa den Krieg auf Tot und — Liebe füren ! Bann GondrecourtB Dragoner eicht'tigrUn, Den Flelia nmrnnit vom rotilien Tigcrfull Und schwftrz beLuscht; die Jfigei' Afriks's — ■ Von mancher Jagd, die sich in Flucht verkert An diesem Tage keuchend, Mnnn und ßoas ! Und wie am Saum der Wetterwolken oft Ein blauer Streif des heitern Himmels glllTiat: So zeigen sich in himmelblauer Front Die Lunciers der Garde. Weiter rückwiirts Hält Cl£remb»ult mit seiaen llegiiii entern llochBtämmiger Chasseiire — kurz geschnallt Hat Jeder seine Dügel, wie verwachsen Sind Ross und Reiter, den Centauren gleich. — So atet die Masse Wogen änlich da Die sich eroporgetürmt zu schwankenden Maaem, Unruhig harrend auf das Zauberwort, Das ihre ungeheure Kraft entbindet Und überstüraend vorwärta treibt. Da sprüt Von jenen Höben die bei Mars-la-Ttnir Noch hell im Abeudsonnenlifhte schimmern Ein seltaam Wetterleuchten auf — ei naht Von dort die preussische Brigade Barby. Den ganzen Tag im Sattel zwischen Tronvillc Und Mars-Ia-Tonr, wo die Kunonenkiigeln Sic lustig küpflen, ooe dass ein Arm Sich an dem fernen Gegner rächen konnte — Trabt sie nun vor: vorbei an ftlara-lii-Tour, Vorbei an Trümmerhaufen, Totenhügeln, An Schwärmen, dii? noch stets in Bosch und Feld Auf eig'ne Faust das blutige Handwci'k treiben ! Nach Ville sur Yron trabt sie vor, um daa Der Feind die mächtigen Treffen aufgeBtaffelt — Das eine weit das and're Überragend, Um jedem Zufall klag die Stirn zu bieten Und jedem Unglück; Oldenburgs Dragoner Flott an der Spize, links davon Westphalen, Das Abendrot auf Helm und Rürass; dann Des rossen ärenden Hannover 's Süne Mit ' fliegenden Fänleins — herrliche Schwadronen In strammer Ordnung, sparsam mil dem Atem, 86 Dass sie mit lezter Kraft bei leztem Licht Noch an den Feind gelangen — Horch, da braust Es ehern auf so wie aus tiefen Schlünden Ein Meer, vom Sturm erschüttert und befreit, Weit über das Gestade sich ergiesst, Mit seiner Macht das niedere Land durchrollt Bis an der Brust der Felsen es sich staut Und forscht mit immer wuchtigem Donnerschlägen: Ob aus Granit sie ob aus Kies gebaut 1 Das ist der eherne Wogenschlag des Feindes Mit dem er seine reisigen Geschwader Aus massiger Gebundenheit entlässt, Um an der Brust der Deutschen zu erproben Ob mutiger das Herz als ihres schlage! — Und schnell — so schnell als sich ein Auge schliesst, Bedroht von der Gefar — dann wieder öffnet Um schärfer naoh dem Gegner auszuspäh'u Und seine Absicht sorglich zu erkunden — So prallen alP die Reiter auf einander, ■ Fünftausend Pferde! Leicht wie Spreu zerstäubt Jedwede Ordnung; auf den Nächsten wirft Der Nächste sich — der Eine siegt und flehtet Sich stolz empor im männlichen Gefül ! Der Andere stürzt besiegt: ein Wölklein Staubee Das seinen Fall begleitet, zeigt: wie bald Der Brave nichts als dieses nur bedeute! Verwundet küsst die Erde Montign Und seine lastigen Husaren faren ^ In Schwärmen auseinander vor dem Mark Der fleischgenärten, schwarzen Oldenburger! I>och an der Spize troziger Dragoner, Um deren. Helm gleich Fittigen der Raben Die polverschwarzen Büsche drohend flattern^ Weicht L<^^rand nur dem Tode . . . seine L^che Hält an der Brost im Schatten seines Banners Der unerschrockene Standartenträger ! Wild rollt and tollt es — wie ein Bienenschwarm, Den Honigräuber hungrig überfielen Nach süsser Speise lüstern ~ und nach Stacheln — Im Durcheinander auf und abwärts schweift Jezt vor, dann rückwärts. Schärfer get es wol Als einst bei Nachod her allwo der Wouck Mit den Ulanen und mit den Dragonern ^ch auf die Böhmen warf — er, weit voraus Den Raum dorchmeesend wie auf Sensachtaflügeln — 87 Die Andern hinten nach eo gut nie konutaii ! Auf einmal sielit der «Ite (ieuernl Verlasaen sich von all' den bravaii deinen Und mitten im Guwül von l'anzerieilcrn Die nach dor tilton Pappenlieiriier Art Sind BchwarK gewappnet, Bchwtirz vom liait iiiiiBtar Verwundert blickten diese auf den Greis Der unter ihre Fäuste keuk sicli wagte — Dana hämniefn sie mit ihren breiten Klingen Auf ibu herab, dasB er sich eohmerzlicli krümmt Und zornig ausruft: ,, Haltet, schwere Not! Haut doch den alten Mann nicht so, ihr Jungens!'' Drob freuten sich die bärtigen Gesellen, Sie schlugen tüchtig zu, doch keiner braucht Die Schneide des Pallasches gegen Wnuck Der sie zu l'aren treibt nach kuraom Kampf AU er eich wieder frei und au der Spizo Der Sdnen fült — dem Jüng^tun gleich un Kraft. Flier gilt es blutigen Ernst — nur ihn allein! Der gelbumer/.te Panzerreiter sticht Mit langem Degen giftig und am tiefsten Von rückwärts nach dein Herzen seines Gegners! Doch mit dem Hufe; Ici France! La France ! RaiiEcht allbetäuliend nach eiu Wald von Lanzen: Die Lancier« in Himmelblau und Gold, Mit Augen feurig wie der Stern der Nacht Der rot orgllil am leuchtenden Firniaoiente. Denn keines ffilt von allen Ucginientern So schwellend von Erinnerung die Seele Wie dieses Regiment der Fgägonen Des unvergessenen Fürsten ['oniatowskj ! — Im weiten Bogen nber saust heran Die Schnikrniattake afrikanischer Jäger, Auf sohilumendem Üerberross, das in der WUsle Im Wettlauf jagt den llüchtigan Beduinen. In wilden Sprüngen tolit es ungesügelt, Gelenkt vom eig'neu Mute, überwallt Von seines Schweifes wehender Standarte Und von dem Mänenvliess des nubischen Löwen ! — Und dichter flutet, wilder das Gedränge Das« für die Stürzenden der Boden feit. Die Zügel eich, die liügel sich verwirren, DiisB sie mit Fäusten, mit den Züneu kämpfen Statt mit den Waffen, denen es an Raam Für Hieb und Stoss gebricht; die Erde stönt Und scheint in unterirdischcjn Ei-bcbcn Den Hufen, die ihr feurige Wunden schlagen 88 Tief auf zu grollen am zerBchundnieiii Leib! Den Himmel aber, der rieb drüber wölbt, VerHcbleiert trübe Staub und Dampf, im Toten Im Drönen, Kasteln, Klirren der Umarmung Die mer und mer unlösbar sich umstrickt^ Verhallet dumpf der Donner der Geschüze! Dann weicht der Feind zurück. Die hintern Reihen Krschliessen langsam sich, drauf schnell und schneller. So wie sie Raum gewinnen. Staub und Qualm Verdünnen sich zu Streifen und zu Flocken, Die über die Gefilde dampfend ziehn, Zerflatternd in dem Wehn des Abendwindes, Nach rückwärts gegen Brouville, nach dem Wald, Dem finsteren Versteck der Flüchtigen ... Bedächtig wendet schon den zagen Blick Der Eine, und der Andere das Eloss. Bald folgen Merere, dann Viele nach, Die Flucht wird allgemein und Clörembaidt Der sorgsam achtet jeglicher Bewegung Sieht zum Verfolgen nicht, wie er gehofft In Siegeszuversicht, sieht zur Errettung Der Fliehenden den Augenblick gekommen. Drum gibt den grünen Scharen der Chasseure Die jauchzende Trompete das Signal Zum lezten Angriff auf die deutschen Streiter. Die Masse drängt sich vor — da rufen auch Zum Sammeln die Trompeten von de France Zum Halten und zum Wenden auf der Flucht — Und dies Signal macht den Chasseur bestürzt. Wem gilt es wol? Den Flüchtigen allein? Und nicht auch ihm, dem schon den Weiterritt Die rückwürtsfiutende Bewegung hemmt? Unschlüssig macht er Halt. Im Augenblick Ist er umbraust von all' den Fliehenden, Bedrängt, betäubt — und wie aus zähem Schlamm Der ihn umklammert mit Polypenarmeu Um in die Tiefe nieder ihn zu ziehen. Versucht das scheue Boss er zu befreien. Die Bügel und die Zügel! Cl^rembault Wirft sich auf blutig angesporntem Pferd Jezt mitten in den Aufrur, seine Stimmer Stellt, weitgebietend, schnell die Ordnung her Und scheucht die Furcht und Feigheit aus dem Wege ! Geschlossen fürt er die Chasseure vor, Verbunden Arm an Arm, wo Licht und Raum Dem neuen Angriff neue Wechsel bieten. 89 Da wogt ein Schwärm Zersprengter noch heran In wilder Hast, gesuhüttelt vou RnUezGn, An ihrer Spize jagt ein Keitcremuiin Gar eeltenm anzuachauen.. iiher ihm Gleich einer Wetterwolke schwarz und schwer Wnlll auf der Mnutel und sein Angesicht Verbirgt eich in der Mäntt seines Pferdes. Mit magischer Gewalt üieht er die Feigen r>tiii Spuren nach die er im Staube lässt, TiefauBgehölt und Teiirig. Die Chaaseure Eutwetcben dichtgedrängt nach beiden Seiten Dem Tollen freien Diirchpaas zu gewären, Und ihre Blicke scheu nach ihiu gewandt, Verkündigen die Zagheit ihrer Seelen! Selbst Cl^rembault füll, was er nie gefült ; Den Zweifel an dein eig'nen Mut! Er rast Mit dieser Qual der i^pukgcatalt entgegen. „Wer biflt du, sprich!" ruft er dem Reiter zu — „Wer biet du, Feigling, ich erschies^e dich „Wenn du nicht Antwort gibst auf meine Frage! Da grinst ein Totenschädel bleich ihn au, Und durch das heinenie Gehäuse schrillt; „Ich hin die Nemesis!" Dann weht es fort Dem Schatten gleich, der nur- ersichtlich ist Weil er das I.icht, das leuchteude, verdunkelt. Ihm nach und in die Lücken atüret der Best Der Fluchtigen, die last BesiDoungslosen, Die ihn nicht seh'n, doch in dem Nacken fülen Den Lanzentlug hannoverischer Ulanen Und iu den Oren tragen ihred Ruf! Die Reihen der Ghasaeure öffnen sich im Strudel anf und toll mit fortgerissen In wilder He^agd über Berg und Tal Verschwinden sie, sei'streut samt den Reserven . . Doch auf dem Blachfeld halt die Reiterniasse -Der Deutschen neu geordnet. Jeden Stoss Auf Mars-Ia-Tour ist sie bereit zu brechen, Und in den Grund zu reiten jeden Maun Bevor nach Westen flüchtig er entschlüpfe ! — ■ Der Streit vertönt ! Im Bois des Ognons Wo Ludwig sich, der Prinz von Hessen, schlug Noch in der Nacht am rechten Flügel drüben — Di-n Mond als BiindgenoBsen und als Zeuge Von seiner Tapferkeit den Krana im Har Den ihm die feindlichen Granaten päücken -Von Bicheu nnd von Buchen — in dem Wald, Den sich mit ihm vom elften Regiment 90 Die Grenadiere heldenkön erstritten — Wird Ruhe nach und nach. — Wehklagend rufen Die Hörner der Franzosen nach Vermissten. Husaren aber streifen durch das Feld — Von Schleswig-Holstein sind sie, Vater Zieten Dem allvererten, würdig nachbenannt — Sie traben frisch umher und wo ein ßliz Aus einzelnem Geschüz noch feurig loht, Da reiten sie drauf los, getreue Wächter Dass nichts den Frieden störe dieser Nacht ! Ja selbst die Schatten, die geheimnissvoll Zur Seite schwanken als ob schon die Toten Mit dem Obol der Ere in dem Mund Zum Acheron die stillen Wege suchten, Verscheuchen sie und ruhen nimmermer Bis sie die Runde ganz vollendet haben. — — EJGäntbert Volkstümliches, Sagen, Aberglauben u. s. w. I 1 Kais er s tras se. Lebt in der Volkssage als die Strasse, welche früher von Schorndorf bis Waiblingen fürte und auf der die Hohenstaufer gegangen und gefaren sind um vom Stauten hin und her zukommen; unterwegs sollen sie in der Kapelle zu Schlichten die Messe gehört haben. 0. A. B. 74. So hiess auch die nach Mainz fiirende Kaiserstrasse; auch anderwärts als Name von Landstrassen z. B. im sächs. Erzgebirge, Oesterreich. Kais er weg 'bei Leipzig in der Uaard, einem Walde bei Zwenkau. Ilildebrand DW V 46. 47. Auch Wasser hatten den Namen z. B. Kaiserwasser a. a. 0. 46. In Wildbad (Wirtem- berg) ward das auf dem Bronnen stehende Bild Kaiser Ferdinands herabgeQommen und in ein Bretterhäuschen auf dem Kirchhofe (Ecke) untergebracht, was Kaiser hau sie in hiess. Im Benedik- tinerkloster in Donau werd war ein Kaiserzimmer, ein kleiner Speii>esal für Gäste ausser dem gesperrten Teile der Klosterge- bäudc. F. X. Bronners Leben I 294. Bei AUmandsweier (Breis- gau^ ist ein Kaiserswald, dui*ch den der Bach Undis fliesst. 2 Die Huttenseichc. Der Mord am 8. Slai 1515 an dem fränkischen Kitter Hans von Hütten durch Herzog Ulrich hat zu der Sage der Huttenseiche den Stoff abgegeben; ander der Herzog den Stallmeister eigenhändig aufhängte. Der Ort ist geschichtlich sicher: der Wald zwischen dem Dorfs Holzgerlingen uiul Böblingen. Die Sage alH>r kennt merere Stellen^ wo die Eiche berüchtigtes Andenkens gestanden haben soll: so ~ auf Vai- hingei\ auf Siudelfinger, auf Ehninger Markuug und im Walde ei i Baumgarten Wand , zwischen Rötiliagen und Holigerlingen auf BobÜDger Mnrkung. Oll. A. B. 87. - Audi daa Martorlhal bei Bölli'.geii soll Minen Namen von dar grausigem Baue mnied erläge durch den ^Kuernjörg und seine Reiter gen. Bauemtud erhiilteii haben: „Auf dor Tod t war" drei Viertelstunden westlich von Sindel- fingen fand man romtBcha Altertümer. :j Peathäüsei- zu Weil im Schonbut^h. Als im 16. Jhd. in Tübingen die Pest so Her wütete, flüchtete ein Teil des HofgerichtH und die Universität nach dem gesunden waldumduf- teten Weil. Man neigt noch gewisse Hituser der unter dem Ma- nen Pesthftneer, wo Siziingen gehalten und die Vorlesungen foHgeaezt wurden. Ob. A. Beschrbg. t. Böblingen 23». 4 Rochus Merz von Staffelfelden '). Wallers Chro- Bik von Scbrauiberg, WolfacU löT'i. «- 6: Als Käufer und nun- Oeriger BesiBer von äch. erseheint im Jahr K>47 der wol' und ebelber&chtigte Edle Kuchus Mei-z von Staffell'elden, zulezt liaupt- muin des Rittercantons Neekar - Schwarzwald. Den S. Mai 1548 Kochuu M. von Kaiser Karl bestütigt. ,,R. Merz ist der Gründer der wolthätigen gemeinschaftlichen Stiftung Schramberg." „Im Jahre 1570 erfolgte der Tud des It. Merz auf tragische Weise, iodem derselbe von der geöffneten Erde verschlungen worden sein soll. Wnhi'scheinlicher ist es, dass derselbe, da er seine Unter- tanen gar zu tyrannisch beherrschte von letzteren erschlageu wurde. An der Stelle, wo diess Breigniss geschehen, stebt heut- zutage noch ein steinerner Bildstock (in den 4 Häusern am Schloss- berg) mit dem Wappen des Rochus Merz: 3 sog. Wolfsfallen; das Gemälde titeriiber in dem vertieften Räume ist länget vom Zahn der Zeit verwischt." S. 7. 23. Seine tiefbetrübte Wittwe — Auna Pfthstiu von Kattersdorf — stiftete tarn Heile seiner armen Seele mer denn 100 Messen und verausgabte sonst viel zu milden und frommen Zwecken S. 7. Uie Rechte des Rochus Merz „allein Herr" 8. 27 ff. Er hatte im SchramhergertFil eine Miihal- Blatt 37. Die Strafen für leichtere Fülle unter andern: Pran- in der Kirche mit brennender Kcrae, Bntenhauen. ^ Bei jeder ßesiglung in der Herrschaft dem •Bern eine schwarze Hernie oder 2 Blappert. S. 3'J. Vrgl.Ob. Besohreibg. v. Oberndorf 1868 S. 291^). KEer, An.s intenhau 3erni eine — l)Zu, 2) Nacl ms. kl. a ! 1) Zu „Aus Schwaben" 1 Iß ff. 2) Nach dem 1 Heft der Ritterburgen Wirtember),'d vuu Koeh. 1638. kl. a S. 73— ei nnd der von ihm breiterzälten Volkssage. starb der dumh ii-ine Hlutigeleien rcrbasstQ Ruch. Merit eines oiitürhcben Tode^ Tuu einer ,Iag>l in di'n t'alkenstuiiierWsldinigcn am späti-'n Abend bei einem heranziehenden 1 loci ige witter hi^imkereud. 1570 beim Uin- ■oGreuten auf seine Bur;;, in der Hälfte der Steige. Die Sage, die Erde habe eich geöfinel und den kleinen Tyrann samt seinem Pferde leben- 92 5 Verena- Beutl in sl och. In meinem Buche „Ans Schwa- ben" I S. 465 ff. ist Verena-Buebelinsloch mit dem St Ve- renacalt zusammeDgebracht. Ich ßnde aber mermalen V. Beut- lins loch geschrieben und füre aus des Pfarrers Höchst etter „Die Teck und ihre Umgebung", Kirchheim 1864 8. 52 an: „An dem südlichen Endo des Halbkreises ist das Verena-Beutlins- loch, eine Höhle, welche nach oben eine Oeffnung hat, etwa 3 — 4 Fuss im Durchmesser. Ein schiefer Gang fflhrt zu einem keller- artigen Gewölbe. In diesem hielt sich nach der Sage ein ehe- brecherisches Weib, Verena Beutlin lange Zeit auf, bis man durch die Streifereien ihrer Kinder der Sache auf die Spur kam." Vrgl. auch Chronik und Beschreibung der Stadt Nürtingen v. Chr. Dinkel. Nürt. 1847. (Frasch) S. 141 1). 6 Die St. Kunigundenkapelle. Zwischen Rottingen und Aub (Hertfeld) auf einer freien Hügelkuppe über dem Gal- lachtal, mit freundlicher Aussicht nach allen Weltgegenden ligt die St. Kunigundenkapelle ; heute Pfarrkirche von Buch. Die Sage get: „Kaiserin Kunigunde, von ihrem Geroahle Heinrich II der Untreue bezüchtigt^ sei in diese Gegend geflohen und habe Gott in so anhaltendero Gebete angerufen, ihre Unschuld an den Tag zu bringen, dass heute noch ein der Kirche naher Felsen die t i e- fen Eindrücke ihrer Knie zeigt. Nach Erhöruug ihres Ge- betes habe Kunigunde 3 Schleier fliegen lassen — und je wo die- selben zur Erde gefallen eine Kirche gebaut; also an der Gollacb bei Franckenberg und in Bamberg. Die Bauleute versuchten beim Weiler Buch zu bauen gegen der Kaiserin Bestimmung ; aber sieh! in jeder Nacht wurden die Steine von unsichtbaren Händen an den dig verschlungen, scheint die Tatsache zum Grunde zu liegen, dass er entweder von Wetter erschlagen oder von seinen eigenen Leuten er- mordet wurde. Die Stelle, wo dies geschehen, bezeichne noch jest ein Denkstein, auf dem man aber nur noch Merz Wappen erkenne, In- schrift und Gemälde hingegen verwittert seye. Einige Tage nach sei- nem Verschwinden habe man seine Handschuhe uud Stiefel samt sei- nem Degen weit von der Stelle seines Todes in einem fast unzugäng- lichen Gebüsche gefunden. Seine Wittwe spendete für seine Seele Ga- ben an die Kirche und Armeu und sowul der Pfarrer zu Schramberg Gedeon Wager als die auderen Geistlichen der Herrschaft lasen viele Seelenmessen auf der Stelle seines traji^ischeu Todes. Die erste Gemahlin des Rochus Merz hiess Norburgis geb. Myn- singer von Freundeck, starb den 18. April 1542. Juni desselben Jares , reiste er zum kaiserl. Rat Josef v. Freundeck nach Wien. Er stammte aus einer schon 1592 aussterbenden Familie von Augsburg. Staffel- felden ein warscheinlich .^zergangener'^ Ort in der Orlenau. 1) Das benachbarte Sibyllenloch ist von den Reisebesch rei- bern und E. Meier S. 22 oft genannt Die Wagenspuren (?) machen sich durch üppiges Aufwachsen uud frühes Reifen kenntlich. Also daroüach E. Meiers Sage zu verbessern. Ebenda S. 52. 93 rechten Platz gebracht und sogai' die Bauleute selber." Bauer, in der ZUoh. f. wirtemb. Franken IH S (1855) S. 68 ff. >) 7 Eiue TeiDpIersage. Oh ihri^s Reichtums und ihrer anliändigen Leidenschaften aiad die 'i'empler vielfacli uralten, iliauerlichen Sagen Terfalleu. Im Riesa haben sie in Uoheaalt- ''fceiiu und in Deioingen Hnuser gehabt, la Deiningen sei es der jezige Pfan'hof gewesen, geijannt auch Pyi-anii den türm, einem alten SchlösscheD äaliuh, weithiu sichtbar. Von dem BauptgehiLude aus fürt eine alte hohe Mauer um den ganiien Hof herum und auf dieser Mauer ist ein gallerieaitiger Gang teilweise noch erhatten. In ihr selbst erhebt aitb der sog. Pyramideoturnii ein kleiner ganz aus gebranntem Stein bestehender , spi/ig zugewölbter Turm. Hier BoUeu einst vier Templer nach darchschwi'lgter Nacht, um ihrer Schäze Willen, vou ihren Dienern ermordet worden sein. Bn Verfolgung hatton die Herren von der Fremde her Ihres ge- flüchtet ; es sollen vier oder liinf Millionen gewesen sein. Die Strafe kam bald. Die Morder kunnten den Schaz nicht finden. Kr ruht noch heute tief verborgen im Dunkel unbekannter Nacht. Der Bösewicht muss mitteniächtlicb geisten, den Schaz suchen um ihn Die zu finden. Guth : „das Ries wie es war and wie es ist." itördl. 3 Heft 31 ff. Dr. Rehlen (S. 33) machte ein Gedicht bekannt: Der ihende Geist. Es schliesst: Die Kammer gebrochen, zerbrochen Schrein, noch suchet der Dieuer beim Mondeoschein. Vrgl. AuB^Schwaben I 261 (der Mnltheser Geist). 8 Unterirdische Gänge. In Gnadeutal hat sich die erhalten, dass ein uuterirdischer Gang von da KU dem zwei len Wegs weit entfernten Mönchskloster Goldbach gefüi-t habe und noch jezt linden sieh üeberbleibsel dieses verborgenen F. Dit-t^sch, kurxe bist. Nachrichten von der Einführung Reformation in den Hoben loh l sehen I^anden. Oehringeu IfllT. B", 8. 18. Anmerkung. Von der Burg Neuwaldsee geht ein unterirdischer Gang sur Kapelle nach Volkhardshaus, Vom ebmaligen Kaplanei- jesi- gern Pfarrhanse iu Winterstettenetadt ging ein solcher bis zur Kirche in Unteressendorf; von den Mauerregten der Propsthalde (Waldsee) einer bis zar hohen Tannen, auf einem kleinen Hügel c; 600 Suhritte. Waldsee nnd seine Voraeit v. Eggmana S. 409. 131. Vrgl. Aus Schwaben I 290. t) Warzeichen im Kloster Gnadental. Ein ser aus- getretener Stein auf dem Fusshoden neigt ein ebenfalls ausge- tretenes Wappeu, das einen Hafen vorstellt. Per Wirt soll hier begraben sein, der den Klosterbau mit manchem kostenfreien l) Vrgl. den Ehaabethensteiu in Beute: „Aus Schwaben" I 60. 4T3. 94 Tranke unterstüzt ■ hat. — Unter einem andern grossen GrabBteine aber, der nur theilweise noch vorhanden ist , sollen gar ein Par Ochsen begraben sein, welche freiwillig bei dein Kirchenbau sich ein- fanden — und one Fürer unermüdlich zwischen dem Steinbruch und Bauplaze hin und her ihren Wagen schleppten, bis das Got- teshaus vollendet war. (In Warheit ist es der Grabstein Konrads von Krütheim und seines Sones KrafiPt, jezt in einer Nische.) Zeitsch. des bist. V. f. wirtemb. Franken 1847 1. Heft. 8. 41 ff. 10 Heer in der Luft. In Heggbach g]engl715 die Sage im Munde alter Nonnen und Bauern, dass den Baltingern, als sie gegen das Kloster zogen, ein ganz weiss vnd grosses höre in lüff- ten erschinen, darunder yberaussen schöner ritter gewesen, so vermutlich der hl. ritter Georgius muesse gewesen sein (Hegg- bachs Patron), ab welchem gesiebt die bauren derraassen er- schroken, dass sye vnuerrichter sachen wider zurück gewichen sind. (Cod. 1 Heggb. Chr. von 1715 in Kl. Buxheim.) 11 Windtbraut. Als man das Korn zum Lorenzitag 1 53 1 zu Göttingen bei Albeck abschnitt, „kam ain gross wetter mit grosser vngestimikeyt, das die Schnitter Sachen in dem gwilck, alss ob eyn grosser man oder track sich herablyess in den aoker, der was trey fiertel gross. Wass für sanileten darauf lagen miteampt etlichen gebunden garben, dz ward alles in aynem grossen wünt vnd fewr auf erhept vnd hinweggefuert , dz nichtz mer nie ge- sechen wart.^* Thomann, Weissenhorner Chronik. Dr. Baumann. 12 Der Heiligenbrunnen in Nürtingen. Eine Ka- pelle, von welcher man noch die Grundtnauern erkennen will, soll in der untern Vorstadt von Nürtingen über dem sog. Heiligen- oder Weihbrunnen gestanden haben. Wallfarer besuchten ihn vor Alters ileissig, er ward für heilkräftig gehalten. Ob. A. B. 113. Kin Fr iedl in brennen (Aich) erscheint auch noch als Flur- name (141). 13 Das Ileiligenbrünnlein zu Möhringen auf den Fildern. Ktwa V4 Stunde von südwestlich von Möhringen ist einst das zweite) Ortsbadbans gestanden, nahe dem Plaze, auf dem die liieb-Frauen Capelle stand bei einer alten Linde. Daselbst ist ein von Steinen eingefasster Bronnen mit klarem Wasser, das kei- nen Geruch, aber einen zinilich faden Geschmack hat und daher auoh zum Trinken weniger als zum Baden taugt. Diess ist das iOff. Heilbrünnlein (wirtemb. Jahrbücher 1829 S. 170). £& >oll das Wasser besondere Heilkräfte in sich gehabt haben gegen di« sog. englische Krankheit, Kräze u. s. w. Bei Kindern halfen die Bäder gegen dicke Bäuche und den sog. Zustand des Glieder- Mnom. Pfaffs Möhringen S. 47 ff. Auch die genannte Kapelle (im Steinenbach) ward ob der Wuiulorheilungcn weit berümt. 14 Uungerbrunnen. Im Oberamt Lanpheim nicht sel- > 'Hq bekanntesten sind in Laupheim, bei Roth und bei 95 ureiti Steiab«rg. NQrtingen batte früher in Aich, Neuenhaus und Grosa-Bettlitigen actlche. Der zn Neaeahaus in einer Scbenne am Südende des Ort« doss seit 1816. 1817 niclit mer. Oberdorf, Alpirsbach, Wiazeln, Sulgen haben ihre Huiigerbrun- nen. Bnckounger Markung : Cotteiiweiler, Gross-Erlach, Murr- hardt, Ober-Urüden, Rieten.iu, Spi«gelberg, Steitibacb, 3trünipfel- bach 11. 3. w. Leooberg: Hemmingeii , Heimsheim, Höfiagen, Malmsheim, Merklingen, Weil der Stadt, Wimsheim. Ludwiga- burg: BenningSQ, Koriiweatbeim, Poppenweiler, Schwiebcrdingen, Tfaaiiu und Zuffenhauaen sind Ausnameu, soiiBt in jedem Orte des Oberamta ein Hungerbrunnoii. Gmünd: die Quelle am Fusse des Klausenbergs bei Ueubaoh. Horb: Ältheim, Baiaingen, BieriDgeu, Biertingeo, Eutingen, Felldorf, Hochdorf, Wiegen stetten n. s. w. Im Ltiutkircher Oberamt siud die 11. nicht selten. Ob. A. B. 16. Herrenberg: Herrenberg selbst, Affstätt, Altingen, Bondorf. Breitenliolz, Entringeu, Gültstein, Uildrisliausen, Mötzingen. Kn- ien, Pfäflingen, Poltringen, Thailfingen, Unterjesitigen o. ». w. D« foHt Jedes Oberamt solche Brunnen hat. ist dos Verzeich- derselben in den Ober-Amtsbeiubreibungen zu linden. „Auf dein Schwenninger Zelienden etvra bey 2000 Schritte von des Neckars Ursprung, abwärts, zwischen den beiden Wal- dungen äcblayenbuch und Dickenbübl gegen Vockenhauseu ist auf dem Äckerfeld, das Natzentbal genannt, der in dieser Gegend unter diesemNamen bebmnteUuugerbrunn, Unglü cksbrunn. Die gemeine Meinung dieser Gegend igt, dosa diese Quelle zwar um ihrer Fettigkeit willen den Ort fruchtbar mache, weun sie aber tlieasH, welches öfters 10, 20 Jahre anstehen kann, so bedeute es haupt Unglück. — Ergieast aich in den Moasbach und kommt ihm in deu Neckar." Bösler, Beiträge x. Nuturgeach. Würtenih. I 1. Heft 33. 15 Der leibhaftige Teufel. Nach dem Wegzuge der verfolgten protest. Bürger aaa Kotweil n. 1545 hiesa es: da Inst- waudelte nnch evangeliaoher Sage zum Schrecken der Bürger der Teufel durch die verödeten Straaaen. Croaiua II. 65(>. Iitin 111. Die handscbriftl. Kloster Deggingische (KieasJ Krontk v. Fra- t B. Zimmermann 1761 erzält wie Kaiser Maximilianua lantBe- Aten IjQwSrter Skribenten damals auf der Achsel des LiLtLers fil9 Augsburg), welcher noch im Möuchsbabit erschien, den idigen Teufel sitzen gesehen habe. Das Kiess wie es war id wie ist 7. Heft S. 30'). 16 ScbazBUcher aus Grosabottwar. A. 1787 wan- dern einige hiesige Bürger und auch solche vod Winzerhansen zum Jungfernloch, einer Uöle in Tyrol auf ein abenteuerliches Ge- 1) Vergl. Volkst. I S. 337 Ko. 261: der Teufel mit der Pauke in liltach vor und bei dem groBsen Braodu. Aus Schwaben 1 120 S. 90 riclit vou einem dasolbst verborgenen Schaze liin. Sie erreichen aber das Jungferulocb nicht, vielmer werden sie teilweise im Salzbiirgischen arretiert und nachden) der Beamte auf öffent- licher Strasse jodem der Arretierten 6 Prügel habe auf den Weg geben lassen, wieder heimgeschickt. Kühler S. 83. Auch in der St. Magdalenenkirche zu Bcilstein, besonders unter dem Altare n)achten sich Schazgriiber zu schaffen. Kbenso inWildbad, Ahm. II 2i>0. Hochs kl. Chronik von Beilstein 1823 S. 21. 17 Das weinende Mädchen am Buchweier. Zwi- schen Moosburg und Hetzen weiler, Dirmentingen und dem Seelen- hote stet noch ein prächtiger Wald, ist vielfach mit Tannen, vor Altem meist mit Buchen besczt, der lezte Rest des alten schönen Oirmentinger Forsts. Woher er den Namen „Seelen- Wald" (silva auimarum schrie! >en die .\lten) hat, konnte ich bis jezt nicht er- forschen. Kr war der berümte Stund des Hochwildes und könnte dieser Wald sprechen, warlich I der wüsste vieles zu erzülen. Er ajehvU'te einst teilweise den Herrschaften Dirmentingen und Bach an , jezt Taxis. Auf seiner östlichen Seite, etwa zwischen Moos- burg und Bet/.enweiler, lag ehedem ein schöner Weier, Buch- weier genannt. In ilnn h;)tte vor Alters ein unglükliches Mäd- chen ihr Kind ertränkt und aus Scham und Angst vor dem Ver- brenn u!ii( st od e lief sie anfangs verzweifelnd und mit fliegenden Haren am Weier auf und ab, dann stürzte sie an tiefster Stelle »ich selbst hinein. Nach einigen Tagen zog man sie an den flie- ijenden H.iren heraus. Der Beden am l'fer war auf eine Strecke hin von iluvn Knsstritten tief /ei treten. Seit jener Zeit hört man .lu '.? N:»chti'n des ,lares ein Aech/en. Seufzen, Jammern und Wehklagen, l'*: ist die Niuht. wo sie im Leichtsinn ihre Unschuld veiloien und die Nacht. \ve sie ihr unschuldiges Kind ertränkt und ibivn ei»:» lu'ii Tod in dir licte der tu-wässer gesucht. Man habe sie b.*«id \i einen, ln'.d beten, bald ihren Verfurer verwünschen und an- kUi;en »;eboi t . luaiirhm.il aber höre man nur ein dumpfes unver- utaudbcheM Wehklagen. Nur einmal sei sie unschuldigen Mädchen i»i'!i\'hieiieo in sehwjn.er Traclit, rot geweinten Augen, ganz ein- jjvtallooeiu tirsuhte und li.ibe mit eri^ter Miene sie vor Verfürung l^^wantti ihnen auch gcoiVeubar;. viass eine Zeit komme, wo dieser Weiei dmch ihi leid ueiilc tiwkcn werden; als dann aber müsse 0^> wiedeiuo» NO \iele ria::c:'. weinen und vergiessen . bis der J W>»er «ledei \*mi ihrem Vi:»:/nw asser voll we:\le. Alier auch U «lU»''«** '•'»* "***'^* X* arten u\i in\ n. bi* ein anderes unglückliches \^t\inev M^»Kl«en s;* b ird dir cusohuKliges Kind in diesem IN^iiew«;**^«'» *'*** **''^*' "*'*^ ''*•'' a;'*.v'se, D.^im sei sie befreit. %;^l \ieleii »^n%'n h.-i ist iler NN i ier cir.geiroknet und wenn 4k\kA\ b»«\\«'den W .ism-i \\\ dun <-..b 'v'.indo!. «^ verschwindet bald «imU^* Dl« ti.'kiu".id»- l »'.d s*V..-n. die r.-.cssende Tränen immer \etette)n. >o d.i^* de. Weiher so bald nicht voll werden ^M\\%\ \o« WaUi.«»b;itf Kiseler in Moosburg."! AB \ |i D ie «älteste doutsche Original - Urkunde aus dem Elsass ^^h ScbluBS Hb A Wifmi alle die u. 8. w. B Wi/'fenl u. b. w. Wifeen, eigent- ' ^fieli «iJiSii, iat die 3. Per«, Plur. Praes. Coiij., in irer ältesten naohweiiliaben Entlang (Wciahold, Alem. Gr. 341), würeod B be- reite du unechte i hat. Dagegen ist dns gleichfolgeiule an gese- haU, gedingetd n. s. w. die 3. Pen. Flnr. Praes. Ind. ; die Endung — ent kömmt seit dam 11. Jht. vor (Weinh. 339). Zur Darstellung der harten (ü, zz, tz) und weichen (j) Äspi- ntte wird bei A lediglich z verwandt, zur Darstellung derSpirana deatachea Wörtern ausschliesälicb daa lange /', auch auslau- r einmal erscheint dos Sc)i1ubs-s zu AiifaDg {so H ge- int) und einmal zu Ende einea Wortes (Johannes), ß hat ingegeu nur j verwandt und ueben dem langen f regelroüaaig im Auslaut s. Bohwanlcond wird bei A der Gen. des bestimmten Artikels des geschrieben ; gewönh'ch dif, einmal die; U hat hier des. wifeen (A) ist übrigens das fa, entsprechend dem heu- tigen ß, ein seit dem 8. Jht. vorkommender Versuch, die Aussprache des J (^ hartetn s) nniiudenten, ein Versuch, der im 13, Jht. noch nicht häufig iat (Weinh. 152). B hat für ;; achon ss, was seit Mitte des 13. Jhdt'a. hünfig vorkömmt (Weinh, das.). A alle die difen hrief . . Bei A atet dreimal die, ebenso oft di, einmal du; B bat in allen Füllen die, st-itt da du. Die oder di hei A ist Nom. PI. masc, einmal di Acc. Sgl. fem., und du, . Mit din prohifle (A). Für den Dat. din hat B dem. Ge- wönlich ist den, din Acc. s^. masc. ; allein den kömmt auch für Dat. demu, — o, — e, diw vor (Weinh. 459). Weiubuld ( 462) hat din als Dativ nicht, wol aber Ihien, dien. Ton lulonbach (A u. B). Wärend bei B nur lutcnbnch stet, hat A einmal lutr'nbach, dreimal lutenbach. A oldir mit ainen bollin. B. nWer mil sinen boHim. Oldir (fiia alder) bietet einen alten Beleg der Verdnmpfung des a sn o WfsgJ- Weinh. 293 a. 27 § 25). Mit Sitten hottin scheint Dat. pl. ■B sein, Bottin zeigt aoch die alte Kürze des o. k houieit möginf, B liöieeti mtigoit. Za hauen ist die alth. Form kovwan, hawAn, uihd. htmwen (Grimn!, Wb. e. v. bauen), Dae lange 5 in howan bei A scheint sich aus ahd. hatcan durch Steigerung lies n za ö entwickelt zu haben; nua hüican entsteht dann durch Schwächung des a der Eudttylbe hSiccii unserer Ur- kunde. Die Form höwen bei li entwickelt sich dagegen ans ahd. hotitciai. Die Form m&tjint (A) vnd mb^ent (B) feit bei Weinhold t'{Sfll)- Der Pluralia von tiiac, Inr. mvgen, ist magun, magon, ^■mugen, mügen, mögen, mögen. A ftecf fi biilorfiKt, B fwes fie bcdürfeni. Stces von awer (s6 hwor 8ö) wer irgend (b. Hahn-Pfeiffer, mbd. Gr.' 121). In hidorfivl ist die Brechung o zu bemerken (Weinh. 400), wärend die ältere Form bedürfen (t) ist, die auch hei B, aber mit UmUnt ' wieder auftritt. V A nvwe wägete se machinde, B nuwe Kagme Jo machende. I Neben nvwc hat A später nmce (mulin). Das v = no ist anechtei' Diphthong und stet für die Steigerung ht (nbd. auch mhd. tri«, agB. nwi), indem m sich zu fi verengte, woraus die dumpfe AuBSprache ou in nvwe entstand (Woinh. 73, der n3we nach Mo- hb'h SchaiiBp. 1,63 anfürt). — Der alth. Acc. pl. wakan-a zeigt bei A Bchon die mhd. Form wagen-e. B A vnde nehein andir hole, B vnd nien hein atider holi. m Ynde Bchreiht A verschieden ; einmal kömmt vndc vor, einmal midi, dreimal vn und 4 mal ori, wUrend B ausschliesslich vnd hat. Wird vn geschrieben, so hat man es nicht aufzulösen, da man nicht wissen kann, ob vndc oder vndi zu sezen ist. Dasselbe gilt AUch nach meiner Ansicht für alle analogen Fälle, Für nehei» (A) hat B n'im kein, welche Form bei Woinhold (297) feit. A fcvzeent dir flciffin , B ^tctfchenl der fleife. Bezüglich der eigcntümbohen Form fcvxzent kömmt zunächst das fc in Be- BtCAcht, das sich bei Ä noch in den Formen gtfcribcn (B geschri- H^en) und funfcich (B fünfzig '] vorßudet. In gifcribett ist fc — P'&li, das sich aus fc entwickelt; m futtfciek musa das fc Lautzei- chen iiir j sein (vgl. Weinfa. 152, wo so =: g). Aenlicb scheint es aicb mit dem fc in fcvseent zu verhalten (vgl. Weinh. 160 § 193). Die nhd. Praeposition eviischen hat sich aus dem Dativ des ahd. mnltipücierenden Zaladjectiv's etcisk zuisk, Dat. pl. zuis- gSm, zuisgSn gebildet, mittelfr. tufcheu, tüfchen, ndfr. tufchen. Das v in fcvesenl stet also für ui, und wird auch als w gesprochen sein, wie das u in du =^ du (d. i. die). Man wird also tüee&U 1) Im Volksmund spricht 100 geaprooheo haben, wobei du.« zs entweder für sa oder iUr fcb eingetreten und auch als sa oder als fch gesprochen sein wird (zäsBent oder züBclient). Die Praeposition fcveeent regiert hier den Dativ, sonst auch Gen. u. Acc. (s. Hahn-rfei£Fer 134). Dir fteiftin (A), der fkife (B). Die seltene mundart liehe Form dir als Dat. Biug, fein, feit bei Weiahold (461). Dass ßeifßti (ahd. sIeifa, mhd. sleife) bei ^Ä mit ff geschrieben wird, darf auffallen. Dos Wort Schleife ist im Klsass noch wol be- kannt; es bezeichnet eine Hol^hna an den Hängen der Berge, um daiauf im Frühjarc und Sommer mit Schlitten das Holz l>ergab- wärta zu schaffen. KlafterEtücke oder Holzwellen sind in einer Entfernung von einem guten Schritt von einander in die yuere ge- legt und befestigt; darauf gleiten die mit Holz beladenen Schlitten hinunter. Im Winter ist eine solche Bau des Schnees wegen natürlich unpracticabej. In den scbwarzwfild. Urkunden des Mit- telaltere begegnet oft die „snesleifc" = Wasserscheide, Grenze. Ä lue wartpuJtiJf vtulir michitun füUspach. B des wartpüheh mider micheln sult^pach. Der Genitiv sg. magc. die statt dis, das neben des vorkömmt beachten, als die Frage noch L scheint, ob hier ,, mundartliche Fiirhung« :ia erhaltenes ältestes dia vor uns haben ^ (Weinh. 460), ist i nicht entachidon zu vorliegt", oder ob w (Weinh. 460. 459). Ausser dem Gen. sg. mas. die hat A noch 4 mal dif, B des. — Als Nom. sg. ncut. erscheint bei A dif, (dif capitel von lutenbach) bei B das. Ob dieaea dif Küi'zitng aus dixse ist (Weinh. 464), oder ob es nicht lieber zu dir, diu, du, die das Neutrum iat, scheint mir weiterer Frwagung anh ei m zugeben. Ist CS Kürzung ana dizze, so deutet das f in dif auf Erweichung des a zu ä (Weinh. 462). Endlich hat A noch zweimal die {die sol mcn allez firnemen u, B. w., und dnrhc dnz die stete blibe), B in beiden Fallen dis; daa eiiiemal ist die Acc. ag. n., das andere mal Num. ag. n. Würde man nuncmeu dürfen, dass der Schreiber der Urkunde A mit ßewusstscin daa vorhin besprochene dif (Nom. sg. n.) von dem eben angeförten die (Nom. u. Acc. sg. n.) unterscheiden wollte — was allerdings fraglich bleibt ^, und würde man ferner annemen dürfen, dass B mit AIjsicht in jenem Falle das (för dif bei A), und in diesero Falle dia (für diz bei A) geschrieben, so würde das die durch Apokope aus Nom. n. Acc. sg. n.dizzeoder dUec entstanden sein (Weinh. 463. 464. 466). Demnach würden wir für jenen Nom. ag, n. dif (bei A) und lilr das die (Nora. u. Acc. ag. n. bei A) einen verschiedenen Ursprung anzunemen haben, falls man nämlich dif nls Nom. sg. n. zu den Nom. der I ()ta stellen will. Wo der Warihühcl (A. warfpuhilf; B. wartpühela) gelegen - nicht zu ermitteln. 101 r michilun ftiUpach. r mic/iel» snltjiparh. ist hier = und der; was das vorhergehende / s km. der ist gerechtfertigt durch die Tatsache, I man im Suudgau „die pach" echt nit fränkisch noch heute ichl, wärcnd mau in Cohnar „der puch" sagt. Michilun Irei i ist alth. schwacher Dat. fem. ag., B. hat die mhJ. Form midietn. Ä vndi niman andire itn dif jirobiftif . . vrlop. B vnd nienan ander one dfs probcfles . . wlop. e g-eschrihcD (ahd. aSoman, niomaQ I. Die Form »ieiian beiß ist uffon- . dobhM 8 B abgeworfeo. — An (alth. schon one gewurden. ( sind, die in furinl [ich mil ifeffen, die befürent ßch tm( Niman (bei A) ist i lao), ein andermal nieim verBchriben für nieroiin. Andire (A) hat uoch das e, w ftno, mh. ine, Qn = one) ist bei ß A wan die ei lutinbach gefee^ dobinu holte . . . B man die eu lutenbnch fini ; hol^ . . . Wan hat hier die Bedeutung von nur (Hahn-PfaiETer 141). fvrint fielt mit . . . (A), d. i. die versehen sich mit . . . Die hei ZuBammenHezuiigen mit Verben untrennbare Partikel U (Weinh. 278) erscheint hier von seinem Verb getrennt. Weinhold hat kein Beispiel dieser Art angetroffen, li hat dagegen befürent. Das bei A noch nicht umgelautete furini kömmt von ahd. fitoran, f6ran (und dieses von fara», nhd. faren) duoere, vehere, gerere, welches das Factitiv zn faren ist, also urBprönglich fareit macbat bedeutet (Grimm, Wb. s. v. fliren). Taubes Holz, oder Abfallhüht, wurde ehedem im Hoke von den dasu Berechtigten aufgelesen. In grosser Anzal ist derglei- chen Holz nicht vorhanden ; man fir es also nicht auf einem Wagen, oder Karren, soDdorn man Irtiij es gewönlich nach Haiiso; 4)» Tracht Ahfail-Iloia nam man auf den Kopf, auf den Rücken Das Verb füren muss hier also <^iue allge- Bedeutung haben, wobei der Begriff der Richtung der Be- ttegnng (zu sich) mich durch die Partikel bi verstärkt wird. Der allgemeine dem füren zu Grunde liegende Begriff ist der Begriff dw Beweguni/. Die Bewegung wird nnn gemacht, nnd zwar mit dem tauben Huke wohin ? — zu sich, nach Hause. Diese Bedeu- taasf get deshalb in den Begriff des Sich -Versorgena mit einei' ~ ' I über. Das Verb bt /mj-cti, welches ich bei Scherz, Grimm, r, Schmeller-Fromman u. A. nicht linde, ist Nebenform eu bifurüii, biforftn d. i. besorgen (Schade, Wb* 61). Das ou ahd. fmirran, ftmren, nhd. fören, liat sieb dort zu h, hier zu 6 itwickelt. Das ü in befären bei B ist aus ou entstanden, A dobime hohe ,- B. dM>eme hol^e. Das anlautende d in >bimc (alth. tonp, tonb., mhd. toub), welches ans t erweicht ist, ElsasB häufig an (Weinh. 142); deutsche elsüssische, 102 namentlich auch lothringische Urkunden im hiesigen Bezirks-Ärchive geben hier zal^reiche Belege. Im heutigen Volksmunde wird dieses d' noch häufig gehört. — Zu beachten ist das lange 6 in döbime, für welches B 6 = ou hat. A an di$ probiftif u^Ulen . . B one des pröbeftes wille. Wille als Acc. sg. ist elsässische Aussprache. A Biz sol tnen allez . . B Bis sol man alles . . Die Form mcn ist echt fränkisch alemannisch. A arghüift . . B. argen lift Lift ist hier noch masc, wie aus dem Acc. argin, argen^ erhellt. A durhc\ B durch. Das ch in durch ist bekanntlich unecht und stet f&r h^ da die goth. Form, ihairh, die ags. und alth. thurh^ ahd. dfmraJij durh kein k aufweisen, welches auslautend ahd. zu cJi verschoben wird. Die für h eintretende unechte Verschärfung ch erscheint,' bei A nun umgestellt, was sonst (z. B. Henrihc) öfter vorkömmt (Weinh. 189). A vnfiru ingeßle. B vtifer ingeßgele, Vnfiru ist ahd. Acc. pl. n. von unsarer, unsaru, unsara^, unflectiert unsar. — Ingefüe bei A Contraction aus ingefigele. A evolfhundir ; B. iwhlf hundert. Die Form hundir hat Weinhold nicht (S. 308). Ilundir scheint statt hundirt zu sten; es liegt alts. hwndarod^ oentena, zu Gininde (cf. Grimm-Heyne, Wb. s. v. hundert). A In me hhoe manode , . B Imme höwe monotte . . In me oder imme ist contrahiert aus in deme, Hvwe (A) und höwe (B) ist aus dem bekannten Wechsel von if und ö zu Erklären (ahd. howe, mhd. houtve^ Heu, aus dem nach dem got. eapi anzusezenden hawi). Die Kürze des o in — otte bei B trifft man analog auch wol in Norddeutschland, wo man zuweilen md- natt hört. An dise Bemerkungen mögen sich noch einige andere schlie- ssen, die sich auf die Darstellung der Umlaute und der Intet- punction wie den Gebrauch der grossen Anfang^mchstaben be- ziehen. Der Umlaut von a findet sich weder bei A noch bei B. Die Umlaute ö und ü sind bei A noch nicht in Gebrauch; es treten statt der späteren umgelauteten Formen noch andere auf (mö- gint, bidorfint), oder es wird der Umlaut noch nicht besonders be- zeichnet (fcvzzent, wartpuhil, bi furint, mulin, du, vbir, zvolf- hundir, funfcich), wobei es fraglich bleibt, ob man in nicht den- noch gesprochen. An die Stelle des Umlautes ü tritt einmal das 108 w » N inlicli laut«ndc i in dem Infinitive finirtneti. Bei B irt ö nur ein- aml in etMf uufjrewnndt, indem es als ri mit übergeBchriotienem e erecheint ; ein anderes Mal stet clie Darcbgang^oru) mibyent. Her Umlaut iV ist dagegen regeliniisGif^ durch u mit dem bekann- ten nach unten gekriininiten UAkcbeu " bezeichnet ^bedürfent, inii- lln, du, fürnemen, wartpUbel, gebürte, über, (tinfjig) Unter den Buchstaben der Original -Urkunde ist einer, der auffallenden Zug enthält, das kleine lateinische Q^, liier in na- tSrlichpr Grösse des Originals nachgebildet, und an daa eputere grosse deutsche E des Buchdmoks erinnernd. — Ueber dem i stet bei Ä häufig der bekauute diakritische Schräg-Strich (Lln- tal, bI, gedtngent u. s. w.).'der bei B auch angewandt wird, nur in Iwgenförmiger Gestalt als 9; in den meisten Fällen feit er je- doch ganz. Die Interpunction ist wie in älteren Urkunden so auch bei A ledigltub durch einen an dem unteren Teile der Buchstaben, oko auf der Linie utenden Punkt angezeigt , der meist statt unseres heutigen Komma's stet; sechs mal ist die Interpunction ganz vemachliUsigt worden (zwei mal vor nachfolgendem Relativ nnd einmn) vor dem den Nachsaz einleitenden so; sodann in dem 8ase : „honen mögiiit fwef H bidorHnt", wo zwei Kommata zu veeen, nnd endlich: Conrad v. hadeftat vogit ze lutenbacb, wo vor vngit auch das Komma allenfallB wegbleiben kann), zweimal 9t«t der Punkt für uneern Punkt mit folgendem kleinen Anfange- bucbstaben, wo auch heute Semikolon gesezt werden kann. Grosse Anfangsbuchstaben «aeh Punkt, wo wir sie heute auch sezen wOrdeUt werden viermal angewandt (Di, Dis, Durhc, In me). Von den 15 Orts- nnd Eigennamen, unter denen einige öfter vorkom- men, sind nur mit grossen Anfangsbuchstaben geschrieben: BaDle, Johannes. Conrat (Cnnrat, B), Endlich stet noch der grosse Anfanga- bachstabe W zu Anfang der Urkunde. Am Ende der Urkunde stet bei A statt des Punktes das bekannte Zeichen 'f' — Im Ganzen kommen hei A 22 Interpunction»- Punkte vor. Bei B dagegen findet man nur 14 oberhalb der Zeilen stende Kommata, aber keinen Punkt, Punkte und Kommata oorrespondieren nicht immer. Es geschieht dies nur in 12 Fällen; iu !) Fidlen stet hei A ein Punkt, bei B kein Komma, und um Schlüsse bei A ein Punkt, bei B dagegen kein Zeichen; nur der lang gezogene Strich am e (c™) soll anzeigen, dass die inserierte Urkunde zu Ende ist. Hinwider findet sich bei B dreimal ein Komma, wo bei A keiu Punkt ist. Vernachlässigt ist bei B die Interpunction nach Analogie bei A ]2 oder 13 mal. flieGestalt des Komma he! B ist dieses '), also noch nicht der Schrägstrich. Eh kommen 8 grosse Anfangsbnch- staben vor : das grosse W zu Anfang, sodann D, I und C {Die nnwe mülen . . , Dis Toi man . . , Jch heinrich der pro- beft . . . }; von Orts- nnd Eigennamen: Basile, Johan- nes, Cönrat und Gristes. Das Strehen nach geregelter Inter- 104 puncÜoD, namenÜicb bei Eintritt tänea neuen Ged&nkens auch einen groeaen AnfangBbuchBtaben anzuwenden, wie die Anfänge des Gebrauchs grosser Anfungsbuchstaben bei Orts- und Eigennamen Bind wol nicht zu verkennen. _ Abbreviaturen kommen bei A nur viere vor (4 mal vn); B dagegen bat deren 14; sieben mal ist n, zwei mal — er and fünfmal das jiro in Probst in bekannter Weise notiert wurden. Die V »ratenden Ansfüruiigen sind deshalb so eingebend gegeben worden, um an konkreten Geispielen zu zeigen, wie viel noch bezüglich der Editionen deutscher Urkunden zu tun bleibt. Pur pbilalogisuhe Zwecke sind die meisten nnbrauchbar (?), und die- ser Zweck sollte nicht übersehen werdc-n. Unbrauchbar »her sind die meisten rnblicattonen deutscher Urkunden, weil den Heraus' geberu derselben vielfach die notwendigsten sprachlichen Kennt- nisse abgehen. — Auf die Frage einzugen, wie deutsche Ur- kunden zu edieren sind, um nach allen Seiten einigennossen zu befriedigen, ist hier nicht der Ort, und es muss diß einer anderen Gelegenheit vorbehalten bloiben. Culniar Heino Pfannenschmid Sebastian Sailer Zum hnndertjnrigen Todestage den 7. Uärz 1877 Uanchen Lesern dieser Bliitter dürfte von Sailer — nicht 1 verwechseln mit einem anderu berümten Träger dieses Namens, dem Theologen und nachherigun Discbofe von Regeusburg Job. Michael Sailer — nicht viel mer als der Name, einigen vielleicht auch dieser nicht einmal bekannt sein. Sucht man in doch selbst in den namhafteren Encyklopüdien und Konversationslexika ver- gebens; möge er wenigstens der von der historischen Kommission bei der k. b. Akademie der Wissenschaften in Milucheu heraus- gegebenen allgemeinen deutschen Biographie keine unbekaniite Grösse mer bleiben 1 Und — doch war Sailer einer der besten und äcbtesten Söne des Schwnbenlaudes, gleich ausgezeichnet als populärer Kanzel redner, wie als Dialektdichter und darf er, wie sein berümterer Landsmann Abraliam ü Sancta Clara so recht als ein Vertreter des süddeutschen Humors angesehen werden. Der hundertjärige Todestag dieses Mannes dürfte nun ein geeigneter Zeitpunkt sein, seiner, der selbst im Scbwabenlande, obwol er so oft und soviel der Schwaben Lob gesungen , etwas in Vergessen- heit gekommen ist, zu gedenken und iuedurch die Ei-innening an Lin wieder etwas wachzurufen. Es ist aber nicht in der Absicht ■ dieser Zeilen gelegen, schon längst Bekanntes von Sailer 2U bieten; Bm mag uur für solche Leser, welche wenig oder gor nichts von 10t N in, vorBOsgeschickt werden, daes er im Jare 1714 in dem lala V ordüröBt erreich isclien, jezt baierischen, ans dem Banern- fcriege wolbekaoatea Städtchen WeisBeuhom das Licht der Welt erbUukte, sich Oem geistlichen Stande widmete, Kapitular in dem reichsuumittelLaren, an der Donna zwischeo den Städtchen Ried- lin^'en und Ehingen gelegenen PriiraonstratenserkloBter Obermarch- tal wurde, in demselben einige Zeit den Lerstul der Gottesgelcrt- heit einnam, hernach längere Zeit eine Elosterpfarrei versah, Heine Tage aber wieder im Eloitter beschlosH. — Die Haiipttätigkeit Sai- lers war, wie Bchon ongedeniet, von zweierlei Art — einmal als Kaneel- (Fest-) Redner, dann ala Dichter, beioBlie ansscblieflstich im oberBchwäbischen Dialekte. Was von seinen Dialektdichtungen noeb vorhanden, iH wol ailes in der Bachmsn'schen (IF^ID ge- druckt in der fürstlich Thuru- und Taxls'schen ßuchdrackerei in Bncbau und verlegt von Dionis Knen), später Hasäler' sehen (DIm sserat 1826, dann 1842 in der Stettin' sehen Verlagsbuchhandlung) Ausgabe gesammelt. Seine Hauptleistungen sind wol : die Schöpfnng der ersten Menschen, der Sündenfall und dessen Strafe in drei Aufzügen, der Fall Liizifers in zwei Aufzügen, über welches nacb einer Mitteilung Friederieb KöUes in der „Pandora" COedenkbuch xeitgenöSBischer Zustände nnd Schriffetellcr. Stuttgart bei Becber 1840. 4 Bände) Band I S. 213 sich schon Goetbe böcblichst er- gezt haben soll, und die „beste Gesinnungen schwäbischer Herzen". Lezterea Gedicht stet im engsten Zusammenhange mit einem Er- lebniase Sailers, mit dem Besache der unglücklichen Maria Antoi- nette von Frankreich im Kloster Marehtal am 1. Mai 1770 auf irer Brantreise von Wien nach Paris, bei welchem Sailer nicbt nur seihst anwesend war, Bondem auch als dem österreichischen Kaiserbafe bereits bekannte Persunlichkeit die Holle des Festdiub- tars übernommen hatte, Wenn auch seine Dichtungeu meVfache Anfechtungen and verschiedene Beurteilungen , wie in der Tü- binger theologischen Quartalschrift vom Jare 1819. in der Ualli- acben Litterntnrzeitung vom Jare IS20 S. 137, in der Münchener allgemeinen Litteraturzeitung vom gleichen Jare (Nro. 12- vom Februar), in der Diehterschule von J. J. Wagner S. 358 erfaren haben und wenn auch selbst der Chronist Marcbtals, Friederich Walter, lezter Abt und noch ein jüngerer Zeitgenosse Sailers von seiner „Schöpfung" die Befürchtung ausspricht, sie könnte dos r^giöse Ge^l leicht beleidigen, bo sten dieselben doch im Go- genaaze zn den Leistungen seines Landsmannes C. Weitzmann weit über dem Nivean des Gewötilichen und haben auf einen dna- emden PlaK in der deutschen Dialekt dich tu ngalitteratur An- ■prnch. Vgl. Gtntherts Erinnerungen eines Schwaben I 155 ff. Nicht minder gross war aber Sailers Rnm als Kanzelredner, klfl solcher er weit und breit gesucht, begert und herumge- lommen war; und machte er Auch in dieser Riehtang seinem Orden, dessen Hauptberuf die Pastoration bildete, alle Ere. Eine J 106 seiner leeten bedeuten i]sten redneriBclien I^btungen war, was viel- leicht weoigcr Iiekniint, seine Hin 8. Juni i767 gehnltene Sohlues- rede bei den neuolägigt-n Seligsprechungafeierliubkeiten der ober* Eisliwäbiachea Heiligeo, der ., guten Betliii" in Reute bei Waldsee, bei wulchea uatürliiih eiij Mann wie Sailer oicbt felea durfte und wobei er eicli Jon Text in Job. 3, 21 und in Psalm 142, 10. II : „Wer die Wnrheit tut, kommt an'e Liebt, damit Beine Werke ofTenbor werden, weil sie in Gott getan sind" zum Vorwurf nun. Ausserdem ist Soiler noch Verfasser verschiodener beinahe aua- aobtieeslicb religiöser Schriften, die teilweise bei dieser Gelegenheit, da eine ZusamuieuBteltung derselben sich nirgends findet, unten aufgezält werden mögeuf. Anch im historischen Fache bat sieh t 1) Kurne Andacht zur hl. Orsiila. AuRsbu«; 1766. (DiBselbe war Kirchen patron in in nieterskirch : daher dio Schrift.) 2) Kempeusig Harianiis, b. libelU fl de imitatione Mariae. Augs- burg 1768. Rieger. 3) Marion. Thomas von Kempen, oder 2 Büchlein von der Nach- folge Maria. Constanz 17B7; Augsburg 1787 bei Rieger. 4) Der wahre Knecht des Herrn, oder Lob- Siltenroden auf den hl. Joseph. Augsburg 1773 bei Rieger. 5] Lob- tind Siitcuri'de auf das Pest das hl. Abts Bernhard von Clairveaux. Augsburg bei Rieger 1765. G) Frage; Ob P. Neumayr ein wahrer Gesell Jesu sei? in einer Jnbelrede mit Ja beantwortet. München hei J. Lindauer 1762. 7) Frage: Üb der Tod des P. Neumayr. ein apostolischer Tod . gewcBen sei? Augsburg 1765. 6) MarianischeB Orakel, d. i. : heilsamer Hath Maria von dem guten Kath ihren Pflegekindern eto. ertheilt etc. 2 Bände. 1770 und 1771 bei Rieger. 9) OeiBtIiohe Redeu bei verschiedenen GelegenheiUm und aber vorsclfiedene Materien gesprochen, 3 Bände, bei Rieger 1760 — 1770. 10) Geistliche Sebauhühne ües Leidi^ns Jesu Christi in CTratürien aufgeführt. München 1775 bei Lentnor. 11) Eernhafte Unterrichte aus der christhchcn Sittenschule von dem hl. Tiberius seinem l'flegekinde gegeben, 1768 bei Rit-ger. 12) Vier Sendachreiben wider den Pater Domliinth; aus dem II reisgaui sehen ins Üeutsche überseEt von Ben. Liares. Ulm 175S. (Ser wizig und satirisch.) 13) Beste Gesinnungen Bchnäbisoher Herzen eto. Ulm 1771 bei ChriBtian Ulrich Wagner. 14) Christliche Tageszeiten, bestehend in geiatreehen Morgen-, Mess-, Reise- und Abendgebeten. 5. Auflage. München bei Lentnerl789. 15) Christliche Tageseeit in anferbaulichen feinen Bildern. Mit 17 Kupfern. Wien bei lleubaer 1770. Iß) Trauerrede auf Franz I. bei Rieger 1766. 17) Triduum eacrum s. exercitia triduana. Augsburg bei Sie- ger 1775. 18] Das Urbild eines weisen Schwaben im Bischofthum Udalrioh. Wien bei Trattner 1767. 19) Die Schöpfung der ersten Menschen etc. Gedruckt 1800 bei Ludwig Christian Kehr in Kreuznach. 107 lem ,jabilireD(len Mnrchtlial" , eioer Fest- I Jiibtlünm des KeiuliRstiftes Obemtarchtal Dß^ler versuclit mit s t zum 600järi( , Mai 1771 (gedruckt mit Beigabe von WSb Angabarg a. 1771). Doch ist der Histori r dem Dichter und Redner zurückgebliaben ; und legt man das Werk, will man es znm Quellenstudium für die Geschichte dee KloBtera. und seines Gebietes beiiüzen, ziemlicb enttÄuacbt wieder w^, wenn es auch, wie bei der Persönlichkeit dea Verfassers nicht andere sa erwarten, an originellen Auslassungen nicht wenig reich ist nnJ die ureigenste Natur des Verfassers, nemlich der unver- w wöatliche Humor iiniuer und immer wieder hervortritt. Man rsemc zur Probe nur gleich die „Vorrede an den wertesten Leser", «0 es a. A. heisst: „ drittens; Usse den Druckfelem Barmherzigkeit widerfaren. Die Menschlichkeit ist dem Irren ser unterworfen, and ist sie sowol bei den Autoren, als Buchdruckern so gemein, - dass sich beide davon nicht lossülen könne. Docli tragen zu Unschicklichkeiten schlechte Schriften, und besonders nnauhtsame eilfertige Correktoren das meiste bei. Ein mit Men- schenliebe bi^abter Loser bat seine eigene Vernunft zum Do]l- metschen fremder Schriften ; er weisst die Mängel zu bessern, die Feier zu entschuldigen, und dem Guten zu Liebe den Irrungen eins Amnestie zu gönnen. Die Splitterrichter, die unbarmhend- gen Tadter hingegen sollen sich seibat in den Finger beissen, mit welchem sie den Bleistift irer lieblosen Schmähseuche haltend die Spbolmateu, oder Druckfeier, als Eiterbeulen der Werken, in dos Verieichniss unheilbarer Krankheiten eiugetragen. F,ben diesen ragt obbenannter Grosspfarr zu Bethlehem, S. Hieronymus Sup. In. in prooem., dreiste in das Gesicht: „F^s ist kein Schreiber so unschicklich, dosa er nicht einen ihm ganz gleichen Leser finde" (NalluB tam imperitus scriptor est, qui lectorem uon invemat ai- milem tibi). Nämlich; alle Leute sind mangelhaft. Gehabe dich wol, Wertheater!" ^ Köstlich ist, wie er bei dem Kapitel von Marcbtals Stiftung gegen die Geographen Sebastian Mänster und den Elsässer Kaspar Bruachius loslegt. „ und haben wir bei andern nichts eu suchen, welche in ihren Klüsterbeschrei- buugea tmls das Rümliche in ihren Kielen znräckbielten, teils mit eingemischten Lügen and boshaften Sarcaemen iren Grolion wider die Ordenshäuser auf dos Papier hin schmierten, wie es derLugeu- ■chmid BniBchius tat; teOa nur Kleinigkeiten aufzeichneten, uud Bioh bei Brosamen, wie die Hunde unter dem Tische aufhielten, wie Münater in seiner Kosmographie sudelte, welcher von nn- _sbrm Gotteshauac Marchtall nichts anders anmerkte, als die 1 Krebse, welche in d Eisiger Donau gefangen wiirdGu{March- 20) Die Schultheisienwahl zt\ L (One Angabe der Jiirzal.) Limmelsdorf. Gedmokt i 108 tallum monasteriam Praemonstratense , ubi inveniantur IMazimi cancri. Seb. Münster. Cosinograph. Eklii. lat.). Erstaanliehe Merk- würdigkeit! ausserordentliche Dinge! oder soll unser Stift von darum berümt sein, weil es im Zodiak seiner Wolfart nur das Krebszeichen sieht? Münster muss von den Krebsen allhier eine gute Schnabülweide, als ein hungernder Polyhistor gefunden haben, und waren ihm diese hinter sich kriechende Wasserburgor sonder zweifei geschmacker, als der rümliche Körting unsers Gotteshauses in Wolfart und Ordenszucht !'* Zum Schlüsse widmet er Mün- ster noch folgende giftige Verse : Gancros, nil aliud, laudas Marctallis in Or'a Ore sie Scriptor eras, atque Comestor eras. Progressus retices nostros, monstrasque, Retrorsum Cum Cancro Ingenium sie abiisse Tuum? Ich kann mir ob der originellen Schreibweise nicht versagen, aus diesem Werke, das zudem blos noch als Rarität vorkommt, auch die Schilderung der Marchtaler Nonnenrevolte folgen zu lassen. Neben dem Mönchskloster bestand nemlich früher nach der Sitte der damaligen Zeit zugleich ein Nonnen- kloster zu Marchtal. Nachdem noch, wie Sailer meldet, der 13. Probst Heinrich den Ordensschwestern ire Behausung besser zu- recht gemacht hatte, ono zu wissen, ,,dass sein Nachfarer ein Vog- ler sein würde, der diesen weissen CJlioramseln das Nest aufsagte'^ fand der viei*zehnte Probst Konrad von Dangendorf, wie er mit Feinden von Aussen zu fechten hatte, auch Kriege von Innen. „Er hatte an statt der geharnischten Männer auch mit Amazoniunen zu kämpfen, welche Ihren Weihel in Sturmkappen änderten, und Klosterjungfern waren. Diese, wie sie Zeit her in dem Umfange der äussern Klostermauern uns nahe wonten, und gestiftete waren, kündeten Konraden ebenfalls den Krieg an." „Adam und Eva in dem Paradiese assen gleichwol den ver- botenen Apfel one Gezanke, allein dieses an Hirn and Vernunft schwache Völklein wollte mit uns aus der erlaubten Stiftungs- schüssel nicht mer ruhig speisen. Ihre von einer Fliege an der Wand aufgebrachte Zörnung machte sie vergessen, dass sie unsre Ordensschwestern wären. Sie machten zerschiedene Forderungen mit Ungestüme, stifteten Unruhen und verursachten grosse Un- ordnungen. Da zeigte es sich in W'arheit, was die Schrift sagt, dass es tröstlicher wäre, bei Drachen müttern in der Wüste, als bei bösen Weibern wonen." „Konrad aber war der Held gegen diese in unsrer weiss^ Ordensuniform auftretende und dennoch bei der weibischen Trum- mel des Unfriedens angeworbene Soldätinnen. Sein Probstey-Stab War die Gerte des Moses, die Schnacken und das Ungeziefer wie- der abzuschaffen. P^r beschloss mit seinen Ordenssönen einhellig, die anfsäzigen Nonnen abzutreiben, und soll der PassionssbntAg des tausend zwei hundert drei und vierzigsten Jares; an dem die lOß li 'Sirche den Eingang der boiligao Messe , mit dieaen Worten aas Cftvids Paniter bemerkt : „Suliaffe mir Reeht, o Gott I und ont- scbeide mane Sncbo vom ungeheiligten Volke; errette mich von dem uDgerechten, und betrüglichen Menacben" ; dieser I'aHsionH- soiiutag soll ea goweaen sein, an welchem Konrinl in einem liriogs- rat« wider die unbändige Pasaton dieser bewoüten Tomyrissen und rentesilern den voo allen gutgeh ei asencn Schluaa faascte, den Par- tenoo hinweg zu räumen , und diesen ruhestörendän Feindinnen das Dasein aufzulcüiiden." „Man trägt zwar einen von diesem Hergänge von Konraden nrfertigten Brief hemm, welcher in nnsern Archiven nicht zu finden ist, and zu dorn der Lugenschmid Brasubins noch vieles von seiner rostigen Eisenkummer anachweiaste." „Konrad hat aonder Zweifel mit Gutachten des ganzen Or- dens allea veraichert. Er milderte in so weit aeinen mit einem E^dschwnre bekräftigten Entschluss, dass binnen fünfzig Jaren keine Candidatin in den Partenon sollte aufgenommen werden; nnd erlosch er dui-ch die gleiche Geeinnung seiner Nnchfarer, wie Neat der Alatern leer wird, wenn man den Alten die Jungen Witüeucbt. Die eigene Schuld der Nonnen war die Uraache ihres Schicksales, und wenn schon die fleterodixen, namentlich Drn- scbiuB nnd andere iu dieaem Vorfalle die armen Klosterjungfern mit Namen und Lamentationen bemitleiden, war ihre Zärtlichkeit dennoch nur von darum rege gemacht, weil sie Weibsleute, nicht weil sie KloBtequDgfern waren. Zudem solleu diese Spötter wiasen, dass ea damals zu Marchtall an der Doiian in Schwaben ' unvcr- gletchlich gottseliger herging, als zu Nimptsch an der Malda in Sachsen, da der geistvolle Ascet Luther mit seinem Milapostol Leonbard Koppen allda den geistlichen Besuch machte " Zum Sohlasae kommt noch die Moral von der Geschichte: „Keine Gemeinde kann sich von guten Nacbtiarn merer Trost bofien, als eine geiattiche. Sie sind eine Guttat des Himmels, welche unter die besten Hausjuweten zu ziilen sind. Ein frenadlicher Gränze- monn bleibt der liebenswürdigste Gast, sagt Boras, und wird nach der Meinung des Seneka kein anliegendes Ackerfeld so viele Früch- ten bringen, als ein Nachbar von einer unvurfiilscbten Gesittung, Es scheint aber an der dem Probst Eonrad zugeschriebenen Ur- kunde doch etwas zu sein, denn selbst der schon genannte Chro- nist Harcbtala reproduziert sie folgen dermasscn : „Im Jare dos Hen achgewordenen Wortes 1273 nm Sonntag lodica me Deus. In Betrachtnng, dass die Bosheit des weihlichen Geschlechtes alle Bosheit in der Welt übersteigt, dass kein Zorn den Zorn Weibsperson übertrifft, wie auch, dass das Gift der Schlangen und Snchun unscbiid lieber nnd leichter au heilen sei als Vertraulich- kdt mit dem andern Geschlecht«, haben wir K o n r a d Probat zu naob gemeinschaftlicher Beratung und mit Einwilligung Convents tum Heile der Seele, des Leibes und des Haas- 110 wesena beschloasen, in Zuknnfl zur Vermening niuiers VerderbenB keine Orden BBchwcslern mer aafzunetneD, sondern wollen eie als vergiftete Tiere meiden. Damit aber dieser BeBchlnsa nnverbrücli- lich fest beatehe, habe ich Konrad, des genaoaten Klosters vor- gesBzter, den Eltern und Klügern an Eidesstatt das Wort gegeben, daas ich wärend 50 Jaren keine OrdeosBchweater aafnemen oder aafnemen lassen wolle; was nacL Verilusa dieser Zeit unsere Nach- folgern zn tun gefallen mag, überlassen wir ihrem freien Willen: doch raten wir, daas auch eie zum Nutzen nnd Heil dem Beispiel ihrer Vorfareii nachfolgen sollen. Gott gel)e, dasa es geschoho 1" Und — nun nerae der Leser aus dem Lehen und Wirkeii Sailers einige kleine noch an veröffentlichte nnd unbekannte Gaben ent- gegen, welche der Verfasser anläsalich von Vorarbeiten zu „ober- eohwäbiachen Biographieen" gesammelt hat, unter welchen Sailur in erster Linie in Aussicht geuomnaeu ist '). 1 Saile als Pfar ad Wirtschafte to Auf dem nördlichen Teile des oberschwäbiechen Plateaus liegt in einsamer einförmiger Gegend, weitab von der Herstraaae, BU den Füssen des hl. Berges van Oberachwahen, der einsam stonden schdn geformten Pyramide des Busaens — das nnge- far 3 Stunden von der jezigen Oberamtsstadt Riedlingen entfernte, früher dem Ifli^ater Marchtal gehörige Pfarrdorf Di eterskir eh. In diesem friedlichen Erdenwinkel fürte Sailer beinahe 17 Jare, vam Juni 1767 bis zum 26. Dezember 1773, wo er wegen Lftm- nng seiner rechten Seite darch einen Schlaglliisa in's Kloster zu- rurückgebracht wurde, in einem behaglichen Heim — der Pfarr- hof aicht eher einem Herreuhau&e anlich — ein stilles Pfarrerleben, lebte der Seelsorge und seiner Muse, nur bin nnd wieder unter- brochen durch Keiaen zu Festpredigten oder zu feierlichen Gelegen- heiten, wie dem Ordenafeste in das ungeflir 2 Stunden entfernt« KloBtar. Bei aller Abgeschiedenheit des ürtee hatte er aber hier Land und Leut« von Oljerschwaben, den gutmütigen tronherzigeo oberschwäbischen Laudmiinn, — alle die Dorfgestalten, welche er uns so köstlich und unnachamKch treu gezeichnet hat, tagtäglich vor Augen, lernte selbst aus dem Volke hervorgegangen, deeson Freuden und Leiden bis auf den Grund kennen und teilt« diese auch treu und redlich mit im. Man glaube aber nicht etwa, dass diß beimTarock und Becher geschah! Hat er ja selbst das Ver- halten eines Landpfarrers zu seinen Pfarrkindern in seiner „Schul- 1) Alle diejenigen in Nah und Fem, welche «ur Biographie Sai- ler's irgend etwas, sei es durch neue Mitteilungen, sei ea durch üeberlasaung von llrlüfcn, Aiifzeichnungeu etc. Sailers etwas beitragen könnan , erlaubt sich der Verfasser dies, freundlichst um ihre gStige Unterstüznng zu bitten. 111 teiasenwal za T^im raetsdorf " ao treffend vorgeaeichnet, wenn er den SchaltheiBsen P'lorian Simpel dem Pf&rrer ausnohten liUst: „Sag Kum Herr Pfarr, ich lasa a griiesea wieder glei / ich kann schaun senil zua ihm, ich sag am's auhna Scheu / dasB ear dahoiinet bleib : iti's Wirtshaus zaa di Baura / daugt's Iloirle nimoal itt, sai Aibr dätt itt lang daiira / A Pfarr schafft itt viel Gaata, dear mit di LeutB z'g'moi / ma fürchta animmea maih ; ih sag halt, wia ih's moi ? / Sag iiu, er soll uf mich daboini a bitzle wnata / ar dät BUBcht, sag ftiu's nu. z'ietzscht mit di tlaura ka^ta / Haund d'BiiuraKiLnsch, so BcUwüzt ma kalt vo ällerloi / und hoat os Hoirla oin, so kommt ai' halt in 's G'schroi / loaht eai* auh, wia es goabt, * aoreechle Reda achiassa / so geit as gar nix Gual^, sag nu, ich lass a grüassa." Der Pfarrhof in Dieterskirch birgt ausser einer Chronik noch ein sogenanntes Rappulare (oeconomicnm) d. i. ein Verzeich- nis aller Einnameii und Ausgaben, in welchem aber allerhand Sinnsprüche , Zeitreflcxinneu , artige lateinische Verslein da and dort eingelegt sind. Diese Reliquien sind zwar auf meine Veroulaasuog vergangeneu Herbst aus dem Staub her vorgefunden worden ; zu meinem Bedauern konnte ich dieselben selbst aber bislang nitht, sondern nur einige Auszlige ans dem Rappulare er- halten. Aber auch aun dem Wenigen schon tritt uns dna Bild des unvergesslichen Manns als Pfarrherr, Wirtschafter und sonst in man- nigfachen Zögen entgegen. Gleich im Anfang desselben lernt man in als Mann der Ordnung, Zucht und Sitte kennen, wenn er sagt ; A domesticis nostris volumos inchunre disciplinam , nt reli- pudeat errare, quando noatris cognosciraor oxcedendi licen- ^^Üun noQ praebere (Cassiod. üb. 10, ep. 5) nnd fortfürt: Laos lini, ubi munda poesessio, et innocene familiae disciplina. (8. Ambroa. Lib. I offic C. 50). Dann lässt er uns in folgenden Versen einen Blick in dab bventar des Pfarrhofes vom Jahre 17ßO tun, nach welchen auch liAT hin und wieder an Geldmangel gelitten zu halten scheint : Pfarrer P. Sehastianus Salier alt 46 ; Hauserin N. N, ; ein blecht ; erst» Magd ; zweite Magd ; 2 Pferde ; grosser Haushund ; " )Br Hund. Nebst Hornvieh, B&ner, Tauben und Katzen. „Hier ist die ganze Faroill von Menschen, Pferden nnd Hund, Es lebe alles wol, vergnügt, frisch und gesund. Das Hornvieh aber auch, auch Hüner, Tauben, Katzen ; Wo aber ist das Geld; wo Gulden, Kreutzer, Hatzeu? Sei Dicht so kurios und frage nicht so sehr, Schau' nur die Rechnung ein: l>u fragst gewiss nicht mehr l" Geld branehte aber Sailer nicht sowol für leibtiolie, als auch IrgeistigeNarungi insbesondere hatte er ja doch einen bedeutenden ■Stterarischen Aufwand für Bücher und Correspondenzeo — bekannt- 112 lieh damals noch eine ser teure Sache — . In dem Rappnlare sind alle Einnamen und Ausgaben genau gebucht, und ist man zu der Anname versucht, dass im Pfarrhofe ser gerechnet und in der Gastfreundschaft kaum die goldene Mittelstrasse gewandelt worden ist, wenn man folgende hübsche Verse in der Form der carmina Burana sich zu Gemüte fürt: „Parasitus nihil solvit, vir honestus l^ursam volvit ; nee nimium, n^ pauca des, mane intra limiies. Semper qtmndo domi maues v Exteros non solves panes Subinde Eutrapclia Suadebit tibi alia! Hospes si sis an^rum Hospes qnoque sls eornm, Rarus tarnen hospes sis Bursam quando plenam vis." Es war aber auch kein Wunder ; bekam man doch in jener Ge- gend , die damals ziemlich unter der Last der Einquartierung zu leiden hatte, so häufig ungebetene Gäste ! Seinem Unmute da- rüber gibt er in folgender beissonder, Bemerkung über den da- maligen Soldaten in Friedenszeiten Ausdruck: Fit pinguis sine gl an de hoc pacis tempore miles Fiebant pingucs et sine glande, sues. — Für Reinlichkeit scheint Sailer viel Sinn gehabt zu haben, welcher sich bis zu einem gewissen Orte ausdeute. Im selben findet sich von seiner Hand folgende Inschrift, welche an allen solchen Orten angebracht zu werden verdiente: Reinlichkeit: „Entlad' dich deines Leibes Wust, Doch sollst thun reinlich, was du thust, Und sorgen da — (beim Sitzen und beim Steh'n), Dass sey nach dir, verunreint Nichts zu seh^n. — Du giengst ein Mensch herein : Geh' nicht hinaus — als Schwein !" « Mundities: Homo, quis sis — scire si vis En Argumentum ad Hominem. 113 Die Vögel siod noch nie geflogen, Oebrat«!! ia dei Trügen Mtmd. Der Wahrheit Spruch bleibt unverloreo : „Der Mensch wird Vieh — wird Schwein — wird Hund." Leztere Verse sind ein Anklang an den ebeQfalls aiigeschrie- 1 1>enen Vers des 48. Paalmes: Der Mensch zur Würde geboren, Eats nicht verstanden ; Dem Viehe wart! er gleich, Den unvernünftigen Tieren änlieh, — Vie aer er von Nuchsten liebe beseelt und aller Splitter- \ B«herei abhold wnr, lassen folgende Verse ericennen : „Si tibi frtitrJB nmor residet sub pectore, crisin de factis fratris deproparare cave. Saepe snb hoc zelo latet tpsa superbia naevos quofl reperire putas, forsitan ipse facia ;" « ein monitura fraternum vom Jaie 1761 : „KrroreB fratris si forsnn videris illos escuga. fitcies Hicque lalore tuos." Inabesondere scheint er nach l'olgendero Distichon : „Invenis errores conive, hoc pQstulat i nabis coramonis fratribus udub amor.'* ein Freund und Gönner der Jugend gewesen zu b lU Hit den Worten «eines NachfolgerB , noch oinee Mitkonren- tualen von ihm über sein Wirken als Pfarrer wollen wir die Ans- lese ans dem ßappnlare Bchliesseo t „Vir liic, et a concionibua houorificis, et a librls editis Bat multia orbi Litterario notisEiiniue Kelotisaimnm qoo- i|iie pai'ochum egit." 2 Sailer als Kan der Kapuziuerkir Fidelis (24. April) i ehediier. — Die Festpr he zu Riedlingen am T Jare 1743 oder der Hnm ■ Ka el. von Wert Bein er», in welchen ich in dem inte- i Riedlingen fol- II Wortlaute nach . Mitanhörer der Ueher diese Predigt, welche u dürfte, als sie noch ous den jüngorei er noch nicht ao bekannt war, stammt, findet k ressanten Tagebuche eines Knpuzinermönchea vor gende Skizze, welche wir lieber gleich dem ganze folgen lassen, da sie von einem Zeitgenossen und Predigt geschrieben ist : „24. April 1743 eoncionem habet P. R. Sailer. — Riedlingae pro feste ß. FideÜB Martyris die 24. April, in sacro fratrum capucinonini ambone ad populum eopiosiasiiiiiini dixit fnmoaissiinus aevi sni concionator P. R. Sebastianns Sailer Canoniciia Marchtallensia et tum temporis S. S. Canonun) Professor. Nulhia hominnm hnius ah alluquio tristis abiit, tonto enim, ac tarn fieqnenti eale suos sermoncs tingcre aiievit, ut vel ipao vide- ret lleraclitos. in (hema concionis sune assnmpsit illnd : Kcce ve- ruB Isroelitn, in quo dolus non est. Gives Ricdltngani Mercnturae dediti per jocum dicuntnr pnasim judaei b a p t i- lati ; hoa igitiir (nee enim aine aculeo dicere poterat] egregie ha- buit demonatrando, dosa der hl. Fidelis gehQrtig von Sigmnringen in Schwaben soye ein ehrlich und r ed 1 i c h e r Schwab e." Diese RedeskJzze zeigt treffend, wie Sailer den Humor auch auf der Kanzel, in einer keineawflgs Btürenden, oder gar entweihen- den Weiae zu kultiviren verstand. Eine reiche Auabeute bie- ten in dieser Richtung seine gedruckten in späterer Zeit gehalte- nen Reden und cmpfeleu lieh {in Verlag von Fr. . nen Buches „Witz geotlich, welcher z Humor auf der Kanzel abhandelt, einmal erwänt. Sailer war und blieb eben Huraoriat dnrch ond durch und konnte diese seine Hauptader nie verläugnen. Als ihn einst sein - OB ist dies eine noch nngedruckte Anekdote — „auf dem Enge hatte", gieng er auf diesen, wie er gerade zu Pferde ge- Humo I Herrn Verfasser < w in Leipzig 1077) erachiene- 1 deutschen -Volksthum" angele- I eigenen (dem 14.) Kapitel den 1 Namen Sailera aber nicht ÜB Ijib'egfln war, za und Btreicbelte daaselbe mit der Bemerkung : F„Arii]ea Tierle t du dauerst mich t" Auf des Abts verwunderte Frnge nnch der Bedeutung dieser Rede meinte er BohmoUend. er wisse wol, wie es seie, wenn Kinen dev Abt reite, — spracha und CQtft-rnte sich. — Wollte man ihm in Dieterskirch oder in Ober- narclital ein Denkmal, und wäre es auch nur ein Meditiilonbild, iuhteti, welches er, der oberschwabische Hebel, schon längst r wie mancher andere verdient hntte, so müsate in seinem Antliz sein treuer Kamerad üumor mit einem schalkhiirt ^tmiL- tigeo Zuge mit zum Ausdrucke gebracht werden. Ulm JuBtizasseasor Beck W Zum Strassburger FreUchiessen von 1576 Fiscbarts „gtiickhaftea SchifT' mit seiner Verherrlichung der Hirsebreifart der 54 Züricher au[ das grosse Freiachiessen Dach Strassburg am 20. Juni 1576 wird das Interesse für dieses ■D sich unbedeutende , aber in Schweizer und Elsftsser Chroniken des IH. und 17. darbunderts faat nie übergangene Ereignis auch in weitern Kreisen wol niemals gitnzljch verschwinden lassen. Ist es daher nur zu billigen, wenn die Litteratoren seit Bodmer ') be- müht waren alles sonst vorhandene historische Material über den Gegenstand dieses ernsten aber an poetisohen Schönheiten reichen Gedichts unseres grossen Hnmoristen uns Licht xu ziehen und zu verwerten; so darf man andererseits dnch billig üiier die Art und Weise erstaunt sein, mit der dies bisher geschehen ist. Der Badensche Hofrat F. D. Ring veröffentlichte darüber •chon 1787 eine eigene 156 DrEckseilen starke Schrift, die unter- lultead und vielleicht auch geistreich sein sollte, aber durch einen ■onderbarea Zufall erat von S, 1.31 an auf das kömmt, genügender Äusnuzung für die schichte nicht onc Nuzen ( aoht Bogen Drnckpapiei ■ejnea Verlegers auf i reichen Queller , Cultur- und Litteratnrgo- 'e: nach Verschwendung von ich jedoch nun im Interesse magere bibliographische Beschreibung 4chazes beachrünken. Mit dem besten Willen der Sache seihst beizukommen trat dann Hans Rudolf Maurer an diesen heran, welcher von einem I gleichzeitigen Sammler — ein seltenes Beispiel in so früher Zeit ! — I dem Chorhenn und Archidiacunus Johann Jacob Wick {t 1588) 1) Dieser hat dos Verdienst In seiner Sammlung kritischer Scbrif- ten, Zürich 1T41 ff. tuerst wieder auf Fischart und die SuhÖnheiten ■eines Gedichts hiugewiexeu ku haben: Riiit, lieber die Beise des Züricher Breytopfes S. 64. 70 ff. iie I i mit Eifer zaBammen gebrncht war*), studierte ihn snch getiau und alles Uebrige dazu, dessen er au Ort aod Stelle habhaft wer- den konute : aber seine breitspurige mit dem Jare 1255 begiu- neiide Darstellung der gewonnenen Resultate, die Wichtiges uud Unwichtiges mit gleicher patriutiscb-jihilaaophiHcher Sunce begiesat, wird dem Leser stellenweise zur waren Pein, — abgesehen da- von dasB sie da« gerade vom litterar bist ansehen Standpunkte aas Wünschenswerteste, die Quellen mitteilungen, als unwesentlich bei Seite laest. In diesem Jarhundevte (Zürich bei Meyer und Zetler 1856) bearbeitete dann Adolf Weiaser der) viel bebandeltun -) Stoff auch noch populär in den „Volksgeacbichten aus der Schweis", „die Menge der helletriHtischen Planlosigkeiten, wie er S 111 sagt, womit wir Jaraus Jarein überschüttet werden, durch ein Unter- netneti zu unterbrechen, welches lür Solche, deren Gaumen einer kräftigeren Kost nicht abgestanden ist, durch das Detail der ku.1- turhialorischeu Züge deu Reiz der Norelle bieten dürlte"! Schon die Vorrede wimmelt von nichtssagenden Phrasen und halbverdauten Gedanken: aein „mühevolles Studium'' (3. V) bei AbrnsHiing dieses Opuaculums beschränkt sich auf ein Verar- beiten der Mitteilungen Rings, Maui'ers und des Fia chartischen Oediohts in Hallinga Ausgabe, mit den ZuBammcnatellungeo einer handnchriftliolien Chronik Johann Hallers von 1615 auf der Züricher Dürgerbibliothek, die auch eine Abschrift von Dr. Jörg Kellers „Warbaifter und Rigentlicher Beschryhung der glücklichen Schulart" mit ßnichatücken anderer Quellen enthielt. S. VII. Den Aufenthalt der von King beschriebenen HSä. und Drucke aus Wieks Sammlung kennt liea Züricher Autor nicht, — oder ■ind die^e nicht nier in der Stiftsbibliol hek vorhanden? Der Ka- talog der Bibliothek der Can tonn I-Leran stalten in Zürich vom Prof. 0. F. Krilzflche (Zürich 1850, 8), der wol darüber genügende Auskunft gehen wird, ist leider in Berlin nicht vorhanden, wie man es denn Qherliniipt oft ?m bedauern hat, daas sich von den nicht in den Handel gegebenen gedruckten Katalogen schweiüeri- Bcher und süddeutscher Büchersammtungen auch auf unserri gross- ten ßibliotlieken in Deutschland Verhältnis massig wenig vorfindet. Jedenfalls darf man nun wol hierüber oitchstena einige Aus- kunft erwarten, nachdem auch Rii dolf Rauss jüngst bei Gelegen- heit seiner verdienstlictwu, wenn auch nicht gerade sonderlich wert- 1) Ring S. 146 und 149 ff. S] Eini' demlich vollständige Bibliographie bei R. Reuns: Zur hichiohte des grossen Strasabui'ger FreLsuhieaseDs. Straesburg 1876, ' 71. Urkundliche Mittcituni^en aucli in F. J. Stalders Fragmen- I aber ßntlobuch 11 (Zürich IT98) S. 275 S. (Deber den in dieser j^taohrift IV, 1 behandelten, .Kiltgang' dort a. a. 0. II, 3 E ebenfalls 'it Anba« SUIders) 117 R«tsprotoko]len" d«e r ühorherrnBtirta aosge- Q Zürich nicht mer I vollen Mitteilungen „nuB den StraaBbnrger Verlangen ti&ch den Quellen des Zilrici Bprochea bat. Dhbs übrigens die von Muurer bcniiKteu i vollständig naf zu finden sein werden, glnube ich nus einem Be- standteile der von Meusel) neb' sehen Sanimlung auf der kgl. Bib- liothek in Derlin scbliessea ziF müssen. Es ist dies eine jezt mit Mb. Germ. (^. 218 bezeichnete Hnndadirift '), deren Maurer S. 62 Arno. • für die Rehaoptnng „Uans im Weerd genannt Ziegler Bei der Urheber der Schiffart gewesen" mit den Worten ge- \ denkt : „Nach einer handschrii'tliuhen Nachriuht von 160Ö, worin [ doB Reisejoarnal (Jörg Kellers) als eine wieder aufgefundene Sel- tenheit dem Statthalter Ziegler dediciert wird." Vgl. dazu S. 63, Änm. *, wo ea ergänzend heisat: „Von (Jörg Kellers, eines Arztes, t 1} Dieselbe Bililiotbek besiit noch eine zweite ebenfalls früher Herrn von Meusebaeh gehörige, jeKt mit Msu. Germ. 317 bcielcbnete fii. Briefe eines Hirsebreifarers Über Erlebninse beiGo- legenheil des Strassburger aohiessens von 1570 entbaltend. An ihrer Kchtheit hat bis jezt Niemand gezweifelt. Sie bautet aus 18 I alten Blättern, von vom bis hinten in fester gleiobmässiger Schrift des 16. Jhts.; auf der Rückseite des aus einem Pergament- blatte bestehenden Vorderdeckels ist ein Wsppen eingeklebt und darü- ber stet ansoheinend von etwas jüngerer Uand, nie die in der Hi.r „Ex libris Conradi Grebollij Tig. Uelvelij Anno CI3I3GXXX1II." Die mit genauster Berücksichtigung alles bekannten historischen Details ge- machte Erzäluog ist scblicbt und einfach, durchaus in der Sprache des 16. Jbta., aber trozdum darf diese „Abgschrift der bricfen, die men gsohriben hatt" für weiter Tiicbta gelten als eine mit grosaem _ Ueschiok zn Stande gebrachte, sicberliofa eine lange Kunstübung voraus- ^^^^ M*ende moderne Scbepfung. Es isi , wie iuli durch Herrn Fr. ^^^^L.Sta uh in Zürich aufmerksam gemacht erst spät einsah, das Original mso. ^^^KUartin UsUri's ku seiner zuerst in den Alpenrosen von 1819, alsdann ^^^^Vln seinen Werken 1B31 abgedruckten, dort aber verbochdeutscbten ^^^^1 ErxAlunt; ,,TboTnann zur Lindens Abantbeiier auf dem grussen Schie- I äsen XU Strassburg IB76.'' Der Dichter ist bi'i uns in DeutsohUnd unbe- kannter, als seine Diobtungen es verdienen ^ und ich hoifD ihn dem- niuhnt in'dieser l'robe koslüm gerecht vorzulegen. I lieber Usteri's sonderbare Liebhaberei und staunenswerte Kunst- ^^^1 fartigkeit, nahen Freunden gegenüber den ^waren Ursprung seiner ^^^h Nen-Antiken zu verschleiern, berichtet das Nähere Hess in seiner Aus- ^^V gäbe der Diebtungen 1, 8. I.XXVII und 111, S. 104, U5. wie denn die- ^^^H ler auch selbst in iler Vorrede /.u seineu alldButschen Erzüluugen stets ^^^K auf seine Urheberschnft vurzicbtet; s. [, 191. 11. 'S79. ^^^^H Herrn von Meusebachs IIs. übrigens für die alte Vorlage der ^^^^P Ustertschen Grzälung zu halten, wie dieser vielleicht getan als er sie ^^^V^'-mit andern Bestandteilen der Bibliothek des Iiichters erwarb, nnöchte ^^^" nicht angeben. Schon das Vorkommen der Namen Schinz undUsteri ' in der Ha, spricht dagegen; ea wäre mer als wunderbar, wenn diese Familien auch schon damals in Zürich existier Leo. 118 gelerten ProfesBors und Chorherren) Reieejouroal, du er seinem Collegeu, Cburh(.TrD Wick ala einen Marktkrani von Strassbarg ülierschickt« (vjfl. Ring S. 146), liegen drey Rtccn«ionen der Er- zälong zu Grund : die wickische Copie nuf der Stiftsbib- liothek, die baller ache iu seiner Chronik auf der Burgerbib- liothek ') and eine dritte, Hans Schweizers von 1606, der sie . . dem StllttfaaUe^ Ziegler, aU Urheber r Tat dedi „der Stn- mit Beiner Hang Schwytzer. wie Weisser S. 4 »agt benknecbt zur Saffran", unterzeichnet sich Bl. 3a Kwa nngeitbten und schlecht lesbaren Hand ; H an ß S c h w i t z, sein Name wird aber sonst überall übereinstimmend HannuSchwy- t z e r geschrieben, und eine andere Person dieses Namens kommt VDter den Hirsebreifarern nicht vor ; da er sich ferner in dem Namen Verzeichnis der glückhaften Schiffer S. 20 mit „ Hanß Sthweytzer" ouffürt, so kann an der Idealität der Person wol kein Zweifel aeiu. Die HS. bestet aus 21 paginierten Blättern in kl. 8., die beiden leisten sind leer und neu ; auch vom eiod zwei nene vor- gesezt. loh glaube nur das Weficutlicbate hier ausheben zu aollen '). Bl. la beginnt: ,,1576 | Dem Fromen { Ehrenvesten fUr- | sichtigen vnd Wei- 1 een Herren Johann [Ziegler, Statthalter j vnd deß Ratha der | lohlichen Statt | Zürich, meinem \ hocheren- den (so !) gn&di- | gen herren vnd \ lieben Zunfftmeister. j " Bl. Ib:] Ehrenvester, fürsichtiger, vornemmer vnd weiser gnädiger herr Statthalter, auch gotrewer lieber Zunftmeister ! Nach- dem vnd diaer tagen in meiner bibliothec uoth halben etwaß gsucht, ist mir dise gegenwärtige löbliche schißart in die händ kommen ; bin ich hierüber vervrascht worden, meinem hoch- ehrenden gniidigen herren vnd getrewen Zunftmeister söliche schif- fart zu übersenden. Vnd daß fürnemblich darumb, daß der herr Statthalter an diaer glücklichen schiffart die eintaig vrsach gewesen ist, daß söliche ehrenge- aellschaft sich [2a] vnder einander verbunden mit dem herren auf daß wnaser zu begehen. Hat der herr allen kosten, so hierüber gangen, außgeben vnd bezahlt Dargegen von einem ehr- sainen weisen rath diser weitbeL'ümten statt dem herren Statthal- ter zu groser dankbartceit ist aolicher vnkoeten widerumb erlegt, Dobend andern ehren^mpteru gleicher geatalt ist begäbet worden. It Es iit dies wol die von Weiiaer benuKte HS. 2} Interpimotion und äazahteilung rürt von mir her, auch sind t regcIloB goseiton grossen AnfHUgabuclistnben unterdrückt und die I ftrglten Auiwücbse der wilden Schreibung bescliuilteti, one jedoch k irgAudwie dorn Lautbestande ku nahe ku treten- L19 Als Bonder- [2b] lieb deß bswineiaterampts, wie auch der graf- scbaft Kybui-g vogt, die euch mein berreii iu die eecbs jähr Iftng ▼ertrawt Hiouebend bitte ich den heiren Btntthalter . . . mich vud die raeinen, wie daÜ der herr das eelbige je vud allwege bishar gelhan, alno [3a] fiirohin in giinden befoblen eein lassen . . Datum den 12. Seplembris 1606. E. E. V. W. vndertbäiuger H anß. Schwitz. Bl. 4a:] Vff Mittwochen den 20. tag bracbmouats ao. 1576., »m morgen zwUscheat ein vnd zweye ist daß echjf!', darinnen der warm birscb in einem 1 20 % hnfen in mit er desto warmer bleibe, auch Heb i fen brante ^ angefahren an dem Helm beyden seilen 18 zugiiioder gewesen, a also gefahren mit droiiien vud pfeifien vnd die statt hinauß biß Rchier hinab gebn Uö beiden seilen an- [4bl gefangen aicehen. Ka B( Boböß geschehen iiuß dem brüglin im Hnrd, von Vögelin, Bo ihnie zugehört. Vnd ob sich die sach ließ aaseben, als ob t geben, ao ist aoch derHißwind') darhinder koii von vns ab sich tribeti , also daß i worden. Seind also glücklichen ki bürg: da bat man zugelent, vnd die birBcbhafDn sanipt den moderen vnd gen in daß ander scbilf, daß dan vor den Lauffeti gelassen ward. Als wir nun uewe steurleut genommen, seind wir glücklich fortgefahren vnd wol durch Hellhaggen bei Reinfelden kom- men. Da einer aulT der brugg zu Reinfelden gestanden vnd einen stotzen mit weisen Elsüser an einer schniir gehebt vud jn hinab gelassen: ist von eiueni in dem BchifF erwütecht worden, haben jn sufigotrunken. Zu Reinfelden vnder dei- brug bat man zugelendt vnd ein wenig slill gehalten, bald aber wider fortgefahren vnd zeitlich vn- der der R(e)inbj'iigg zu Basel bindurcli gefahren [Sb] ■. da dann vnaere eydguoxHen von Basel drey stücklein auf den redem auf der Reinbrugg gehebt vnd die selbigen lassen abgehen, auch anß anderen zweyen turnen vns zu ehren geschossen. Es »eiiiii auch die steurleut iu einem kleinen woidling auf dem H(e)in herziigefahrcu vnd in daß scbilf kommen, auch hat vns herr Christoffc! Danner ein grosen krug mit wein eamt wel- schen wörsten, brut, rätich vnd snltz zugeschickt, welches dan vns wol bekommen ist. Hieniit seind wir also gefahren mit verlangen Q stendclin gestelt - leniandts angeracltem Da- hanß, seind darinnen zu i jedem ort 0. Ist man id auch trompeten durch eind auch etliche II Mr. Li en harten a nebel wolte f all weg ist heiter bis gehn L a u f f e ü- c standen*) mit dem warmen semelringen hinvnder getra- etlichen tagen L5a] durch 130 ^ [6k] Aof Breyisch; dann der Rein von Basel nicht mehren Bt^<^ng laußt, al« ob Base]. Als wir nun BreyiiBch ereehen, aeind wir sorgfultig gewesen, ob vns nicht die »elben eUnrleut säumten : aber Hobald sie die trompeten vnd trommen gehört, aeind sie vna entgegen gefahren in eiuem weidling vnd seind in daß schiff kommen, Vud die Et«ur- leot Ton Basel seind abermuhlen glückUcb fortgefahren. Dieweil es aber anfieng epat werden , fri^ ich den einen Btenrmann, ob er vtrmeinte, daß wir noch taga mochten gehn Strsßburg kommen [6b] — sprach er, man führte mit einem last- schiff in 8 stunden. Da vermeinle er: daß achiC führe de:maBsen schnell darvon, daß man bey gutem tagEZeit würde gebn Stras- burg kommen. Solicha alles gab allen denen im achiff ein herz, daß ihr einer für den anderen tapferlich begert zu zieclien an den modern oder rimen. wie eie es nennen. Als wir nun ein Zeitlang gi^fahren, haben wir die spitz von dem mQnsterturn za Sirußburg gesehen, vnd seind also vngefehr vrab halbe nenne oder nicht vil über die achte gehn [7a] Straßburg kommen. Im hinjnfahren durch den arm so in die statt guhl, haben wir semelring anßgeworßeu den kindern, so vns glllr;klicben zuschrejreu ; welche ring auch von dvn alten seind aufT- gttlcHen worden vnd von etlichen als für heiligthumb seind gehal- ten worden ! Wie wir nun in der statt zugelent, haben aie zwei herren d«ß raths su vua geschickt vnd vns im oamen der herrachaft helsen willkommen aein. Vnd seind alao du ich die vilo deß volcks auf dnß amoisters stuben geführt worden, da die atett- vnd araei- stor vnser mit dem essen ge- [7bJ wartet vnd viis fi'eudlichen em- pfangen, auch am langen tisch zu beyden selten je ein Züricher vnd ein Straßburger gesetzt ! In diaem hauß was die musica 'iavo allerbeaten gerüat mit posaunen, ziucken vnd lebendiger stimm. Als wir nun zu tisch gesassen, hat man ancb den hirsch- hafen dahin getragen, vnd hat jn der diener aul der ameister- stubon aufgethan vnd in kleine blätlin angericht — welcher noch so warm gewesen, daß or einem »n die läßzen gelirent bat [8a] ! Man hat auch der statt- vnd ameisteren baußfruwen darvon ge- schickt ; es seind auch etliche schwangere weiber für den schrau- ken kommen vnd haben darvon b«gcrt. Duß uaohtuabi hat gewiirt biß noch dem einen nach mitter- naobt, vnd mit liüblichen Sprüchen vollendet; vnd b»ben vns die ilt- vnd anieister mit hsraliechtern zu vnser herberg „s u m n e n" begleitet. Morgendtiß auf Donatag den 21. Junij seind die zwen ver- ■•tnn herren zu vna kommen vnd habend vns mit trommen nd trompeten auf deu Buhießblats gelührt. ufdiBem scbteßbl atz beben r gemAcht ^ I ^ S.II i UAl außgeziigen vi fangen En Bcbießeti '. lieh geschickt nuf de: Blgel den vier schütz 'den Bchützen den rü tbao, vnd setnd zwer I haiin: F. Kt»lchner, Drei Frankfurter Schützenfeste. Frankf. 1:^0 N T. IV dort abjjTt^druckte Einladung erinnert oft wörtlich an di^ t>Uraä^burg«r und beweist das Formelhafte derselben, von dem Mifeuivr S. 40^pncht. r Weimer« Angabe & 138 ist wol kritiklos aus Ring a. a. 0. ab|twv*uri*lH*w. :)> .N.tchdruck* wio man seit Herrn von Meusebachs Recension der bekannt hch nach B gemachten Hallingschen Ausgabe zu sagen ivtl^ItU t»( richi das richtige Wort, da sowul A wie B aus Jobins Offi- rtu «tawmea IVr rATALiH^.YS NOVVS | NVNDJNARVM | VEllNA- UYM IKANa^FYKTJ | AD MOENVM, ANNO M. D. LXXVII. GELE- [ l^Uruai . . . GKOKGJJ Wll^LERJ | . . | Yerzeichnuß fast aller tHHtwer Büv*hei\ ! welche seyther der nechst verschiener Herbstmeß, h>^ > autf die»o ^^'uwertigt^ Frunckfurter Fastenraeß iu | offenlichem Uuvk »^ui «ul^ncen | Gtslruckt tu Frauckfurt am Mayn, | bey Georg KaUHu I M D. l.WVll | in 4. (= Messkat. Nr. :26 der kgl. Bibliothek IH m^rbiO tuit uaiiilii'h Bl. 1^ ^ au: 1577. Ein Lobsprucb, von der l»liikoUwhen \ud \\olit'rti)Svu Sv'lutfahit« einer Bürgerlichen Gesellschaft «u(S /arwh> auA' das» auf^^^^'^ehneWn Schiessen gen Straßburg den ^t Jwwn dolS Tiv J^r*» nioht viel erhortor weiss vollbracht Dazu ^tt¥« netdkvn \or\i>^Umpäfer!t sohaudt lieber Schmachsprueb, von ge- da^lem ^Uack*\»b»rt\ Sampt 'de«Ä*lbiiJt»n notwendigem Kehrab ist ge- trau «\'id«i). 4. StralSburi; bey Bernhard Jobin. Es ist dies, x^^o d*^A UNohe lUrutu der Kart Wweist. der zweite Druck, welcher w«s«h >erkAMf d«^ er*tou aller Warscheinlichkeit nae.h 1576 erscbie- ikiMuM^ \H»o Kivh^n* MulüiiV Wi der Corn^ctur. in der Jobinschen Officin yj^^aoht wiONis*. un\i »^ict indin?ct im VerhÄltnis zum ersten, wie »ilkKaHf i^Wharl* l\*bwM^acHwnff bi!»i j^?wissen . seine eigne Schreibung ^V«H4hmd<«H IWuok^n war, Herr von Meusebach hat in ein jezt der HiHiv'lUek «>^vvr^tM K&«Mplar der Halüngschen Ausgabe alle Va- 12G I r I .nrelte Recenaion — nicbtdaa Original, wie ans den beige- '^benen Veieeu Domtni Gualtheri bestimmt hervorgeht — fürt BiDg unt«r den Wickischen Stücken als h a n d s c h r i f 1 1 i c h (S. 137) mit dem Titel : „Unerhört Wu ii d e r von einem küwarraeD Frey uff das klein Strasburgisuli Jnbeljar: Datum in Eil, gesandt wol 40 Meil, Anno 7(!. Entworffen dorch SteJitzlen von Begaw, ge- nanndt Seltzsam Witz, gebovner Düppel zu Niinmerklug a. a. w." »nf : S. 138, VII. Wie Ring kuri-. vorher die iu Fischarts Itüch- lein hinter einander Htehenden vier Stücke III — VI bei seiner Quellenaufziilurig selbständig numeriert , oue darauf zu achten dftaa sie zusammeu gehären ; so acheint er auch bei Nr. VII und VIII VL-rlnren zu sein. UebrigenB sehe ich gar keinen Grund, weshalb Steiitzel Ton Degalt (Vegaa'^) etwns Anderes rtls der Autorname sein aoU; es käme nur darnuf an Näheres über diesen Herrn Stentzel in ermitteln. Vor der Hand, insbesondere one Einsicht der bereits er- W&nten Nr. VII und VIII, wie der folgenden IX— XI : „EinGespräch zwüecheiit einem Seh wynhirten vnd einem farendeu Schüler, auch was sich eins verlurnen Muterschwjns halb itugetragen, aAwlich in Kymen ßstellt", Ring S. 13!). „Antwort vff den Spruch zu Schmach wider Zü- rich vnnd jre Eidtgenosseu, auch wider ein hochgeach- tete Oberkeit zu Strnßburg", Hing n. a. 0. „Des Sciinlksnarreu Anrede an den zu beetrafen- den Schmaliscbrift Verfasser", Ring S. UO, mosa ich mich aber bescheiden und lege hier selbst das der Hauptsaciio nach zurück, was sich aus Fiscliarts Auslassungen bei Bufinerkaaracr Leetüre unter Gombinntion mit den eignen An- gaben des Schmachspruchdichtera ergiebt. Die Stücke VIII— XI raQsaen eben noch manches interessante Detail enthalten, wie sich aus Weiasera Angaben 83 ff, nach den Fragmenten in der Hal- lerscben Chronik auf der Züricher Bürgerbibliotek ergiebt, der mir übrigens hier iiuf Kothurne seiner geschichtlichen Constructio- tien am besten gefallen hat. Er sogt S. A7 : In dem „Gespräch zwüschent einem Schwyn- hirten vnd einem farcnden Schüler" werde noch gesagt: nach Gestalt und Art au soliHeeaen. dürfte der Schmachap ruchdichter ans einem Düräein sein, welchea ein wenig heiseila liege, wenn jnau fürEnaisheim niederfahre. Das Dorflein heiße Alten- ■ llKnten dea ersten Druckes eingetrsgen und so trefiendFitcharte Weise K-fltwrakterisiert. — Die von Kurz II s. XVII angeregten Zweifel unter 1 Hinweis auf Draudius erklären «iob aus obiger Angabe gleichfalls, da I die Ausgabe A in den Messkatalogon nioht vorkömmt. 13« I baß. Eiuisheim aber war üs terreichieclien Urspmngs, vgl. auch 8. 92, Maurer bat diese Frage leider nicht erörtert und augfa den Oegen^tnnd nur Hüvhtig gestreift : S. 05. Riog aber sagt von dL-iii Scliftnddichter nllem (S. 1 36|, diiss er ein „Notarias oder einei NotArius Scbreiher gewesen zu sein" Bcheioe: „ein dumm eifriger Kathelik", der „über das Zutrauen der proteatantiacben Strois- burger «u den p rötest ao tischen Zürichern über ihre beydereeitige nachbarscliaftliclie Freundschaft und Liebe . . neidisch und miRB- günstig gewesen," Seine Angaben üuden einiger Massen Er- klärung aus KiscIiHrts ,Kehrab' bei Kurz II, 215; Kr Sicht etwas schrei her i sc hV. 46. vgl. V. 71. HO. 731. 738. Kr kan Notiren vnd koppicren V. 48, vgl. 333. 538. Ist nur aiu Galnjänser V. AM, kann nichts als Feder- «pizeu V. 498. Ain Gerichtsscbwetxer V. 536, also doch wol kein Schulmeister, vielmer ein Jurist: vgl. 539 ff. Der sich Römisch nennt V. 321, bei deiner P r i e s t e r s cfa a f t Die nur am alten w o n s t iL t s b a f t V. .^03 ff., vgl. 337 : dein Pfarrer, 373; dein Petrolium, «5: (M u r n e r) aeinl,nndmanuus ist Vndznnftb rader zum fau- len Bt. Ob Fischart den Mann Hörensagen wei: loh will jedoch i KISBsa gedichtet wurde: ■eilich kennt, ob er nicht alles bleibt zweifelhaft: vgl. V. 853 ff. I. dasB nach ihm der Spruch im BHgen frei . . vom Narren vnd seim lYei, llen er jm hat im F.Uaß kocht. Das er damit die Schweizer pocht" V. 101 ff., vgl. V. G59. Er war aber kein Slrassburger : sein Nachbarschaft (ist) D i e S t a t Straß- burg vnd AidgnoBschn ft V. 33 ff. Als Fremdeo hat auch ihm Strasaburg Gnstfreundschaft erwiesen bei Gelegenheit des Sohieasens: V. S17 ff. äüO. Es ist „einer an der Thur vnd III", V. 117, also aus dem Dell« bei Ensisheim. wo der erst«re von den Vogeaen kommende Fliisa ') mit der dem Rbeiue tiiströmende III sich vei einigt, der einen Landesfüraten (V. 64«) hat, aber auch verheiratet ist {V. 734). Weiseers Combinationen finden also auch bei Fischart einige Begründung, wenn er auf einen ö(.terreichi sehen Untertan achliesst, der im Sinne der bigotten Regierung die Schwei/.cr aus Eiisisheim anfeindete ; S. !I3. Ich erlaube mir hier noch weiter auf den antiebenB würdigen Empfang hinzuweisen, den die zurückkerenden "irHebrmfarer dort fanden : Maurer S. 92. Jörg Schwytzers mir den Verfasser des SchmBchspriichs auch in der iht bat, B, lt. Maurer S. 96. ■□ dachte man bei Fitcharta dem am llouhiäntis entspringenden Fluis, der Kantiiu Züriuh berürt. 127 W i I egende Haudachrift gedenkt ß1. I6b ebenfalls der Sncfae, t aber aU Ort dea Ansfoasea einen andern Naraen : „Montags den 25, JunÜ eeind wir gefahren liis golin A m li e i s s e n (bo!J; hat man vna da den wein nicht geachenckt, sonder den zoll abge- fordert. Nachmittag seind wir gefahren bi« gehn MOlhnusen." Zweifelhalt ist mir gebliehen, oh Maurer den SchmiLchapruch des Oeaterreichers meint, wenn er S. 43 Anna. *• bei Erwanang des Knhptappertzuges (vgl. Uhland bei Halling S. XKVI, Anm.) «inea .,bej dieseraSchiessen aelbat verfertigten Sehniachliedes nnf die Züricher Argonauten" gedenkt. Beatinimt scheint mindestens H^ h r e n f ri o d S t ö h e r Monataschrift Alsa 1817 S. 131 ein anderes vor Augen m haben, wenn er in dem die Strassburger Katsprotokolle zuerst benuzenden Aufaaze über das grosse FreiachieHsen von 1576 be- merkt : „So waren damals, wie ei nGedicbtjen erZeit beweist, die Strassburger n n e r s c b ö p f 1 i c h in Witz vnd Aberwitz Aber das Hirtenleben der izer, und daaWort Kuh wamsten aie gegen leztere in hnndert Verbindungen mit Beywörtem, Zunamen u, a. w. nn- inbringen." Im Interesae einer Stelle des Gargantua wäre ich für gefällige Belerung ser dankbar. Von zwei ausserdem noch bei Ring bereits anfgefQrteu Qnel- ir Geaehichte dea Stroaaburger Schieasena vermag ich aohlieas- lieh auch noch anderwilrls Exemplare nachzuweisen : 1) von der grossen, flguren reichen Darstellung auf vier an- nnander ku lügenden Blattern : ,,Aigenttiche Verzeichnua des be- rühmten Stroaburgifchen Onuptacbiesena mit dem Stahel oder Arm- prost, dlses gegenwärtige 157ti. Jar . . gegenwärtiger gestalt inn track geben vnd gefürtiget, durch Bern hart ,Iobin Bur- gern zu Straaborg . . ", die dei- Herr Hofrat S. 141, XIII des Breitern, in neuester Zeit auch .\. Andresen •), Der deutsche P eint re- Gravear III (Leipzig 1886) S. 49 Nr. 105, beschrieben bat: ein Behänes Exemplar davon he»ni die Herzogliche Bibliothek zu Wol- (enbattel ') ; und 1) Andrcaon hat überhaupt mere nnzweifelliart von Fiscbart mit Versen aungestnltete Stimmersche Blatter beschrieben, worauf mei- nei Wisaens bis je^t kein Litte rarhiatoriker bingewiesen. Leider aagt der Ru früh verstorbene KiinstBohriftsI eller nicht, wo er Heine Exem- plare gesehen und ai>: sind seitdem wiederum verschollen. Einige der- selben vermochte ich im Laufe der Jare wieder aufzutreiben und werde sie demnächst publicieren, unter andern die ,, Grillenmühle", ein für die Erklärung FischartB nicht unwichtiges ülatt, dessen jezigen AufbewarungBort Passavanta Peintre-Graveur den Freunden uosei Humoristen hätte verraten könneti. Herr von Mensebach bat diei Blatt übrigens schon gesehen, wie eine anob von Passavant bereits mitgeteilte Bleiatift-Nntii seiner Hand auf der Rückseite des von Nag- bnchen Exemplars bezeugt. 2) Dent Herrn Oberbibliothekar Prof von Heinemanu bin ich 196 ) von dem GewiDDverzetuhnis (Ring S. 143, XIV :) „Der Glttük Haff 1 zu I Straßburfi", am Ende : „Getruckt k5 Straß- | bürg, Uurch Josiani Kihfil. | M, Ü. LXXVI", ein solchea iu der v, Meuse- bacli'acben Samiiil.ing nuF der kgl. Hibliothek in Uorlin. Die kleine Schrift, 14 Blatter mit Custoden und Signatureu in 4",, das lezte Blatt leer, ist interessanter, ala der trockene Inhalt üusaei'lich ver- muten läsat. Hinter dem fast ganz dnrcli einen Holzschnitt eingenomme- nen, leider beecbnittenen Titelblatt folgt zunäohst eiu prosaisches Vorwort , daa aich über den Ifoscblusa des Strassburger Rats, einen ,, Glück bauen" neben den ScbieBScn auszuschreiben, über die unerwartete Beteiligung an demselben und die Vermerung der ,.Gewinneter" von 61 auf 275, aber auch aber die damit verban- dene Verzögerung nusläHst — aus den ßatsprotokollen wissen wir, dass nicht weniger ala 70 513 „bett oder zeddel'', Geld aber nar 6560 fl. 15 seh. I) eingelegt waren: Reusa S. 43 - ; dann heisst es: „Auf solchen Tag, Muntng den XXIII. Julij, ist niehrberUrter Hafen, in beisein vnd durch insonders dazu verordnete vnd be- stellte anaeheuliche Regiments vnd Raths, auch verampte perso- uen vnd junge Knaben aufgesch lösten vnd angefangen worden, die Zeddel mit gebürlicber gatter urdimng außzunemen", und hieran scbliesat aich das wol von Josins Rihel selbst herrufende Guwinnverzeichniss. Lezterer war einer dvr verordneten Uafen- herren: Reusa S. 43. 51. Die Einzelheiten über die beabsichtigte Verlosung gab scbun das Einladuiigsacbreiben an, Reuss S. (i4 ff.; warscheinlich war diese Beigabe zu den Seliiesaen schon eine eer alte, jedenfalls mit den angegebenen Formen schon im 15. Jar- hundert übliche; vgl. F. Staub und L. Toblei in den Proben aus dem für das schweizer den tacke Idiotikon gesammelten Materiafe S. 2 unter ,Abenteur'. Wenn übrigens hier gesagt wird, dosa „ein Ereumer R&ht, gleich wie irin angeregten beyden Schiessen, also auch bei dieser Ilalenkurtzweil keinen vorstand, gewinn, noch vortheil ges&clit", so ist doch auf die Rataprotokolle zu verwei- sen, bei Reuss S. D, 37 und besoiiders S. 42. Auch die damit Betrauten erheischen (a, a. 0. 48) und erbalten eine Betonung [S. -19 ff.), wie denn anscheinend die ganze Sache als eine eer wichtige vom Rate behnndelt und in nicht weniger als zehn Sitzungen besprochen wurde: am II. Febr., 27. Juni, 9. II, 14, 16. 19. Juli. ti. und 13. August und 31. October. Die Eröffnung geschab auf dem Barfüsserplftz auf hohem Gerüst (Reuss S. 43) und üog sich nach Ribels Verzeichnis bis ,, Zinstag den VII. An- gostj" hin. für den Ilinwei« auf diesen Schaz. wie noch für so maoohe andere Ge- fälligkeit vcrpHichtct. 1) Am Ende des Berliner Exemplars hat eine alte Hand rott Rotstift bemerkt: >Sa. 4594 glden." Die Differenz ist wol das vom Strasiburger Magistrat „Hei-ausgenc 129 „Hertzog Johann Casimir, Pfalt.xgrafT oto. (erhielt) von deß~ Lw^en jhr F. 0. der niebrUieil nnff einen Naroeu haben eingelegt, J'MDen gnldinen Schawgroschen für XX galdon", ßl. A 2b ; auch der »'■rste, zweite vnd dritte Name ans dem Haten, wie ,,der nechete rNam nach der leisten gab" wurde honoriert. Dia von Niolaua Fucha uud Niciaus Meiger eingekauften ■ „Getchirre" (Kfinss 50 und Ü5) )«stehen zum grössten Teile aus rinkgefAsaen, zuweilen in deu nhenteuerlichsten Formen; ioh ■ godeiiko auf dieselben bei der Besprechung von Grnndgoschiers . BcbenktiBchdecorntioii seiner Zeit zurückzakommen und liebe hier nur, nach der Nummer citierend , da» mir sonst Interessante aus. Mittwoch den 1. Äugusti fiel der Haaptgewinn Nr. 157: ophe YsJerin, Magistri Couradi Da). 48. i .,bftB glückhafte Schiff von Zürich" gewinnt wenig: Ein vergnldt gedeckt aUnng geschirrliu fllr XVIII gülden, Nr. 88; I verguldt geschirrlein ohn deckel für XV vnd «in halben gül- den, Nr. 97 ; Ein verguldt geduckt Pooid geschirr, fiir XXI gul- ■ den, Nr. 163. „Das Gesellenschiff von Basel mit der weissen fcleydnng" *): Ein weiß schwit.zgeaohlagen Ghißün für VI gul- ir. 61 i Ein verguldt Doppel geschirr, für XXXII gülden, ; Ein güldenen Sohawpfenning für XXIVgnlden; Ein glat- ten gülden dreifachen Gedenckring für VIII gülden Nr. 138; Ein gül- den Ketten für LXX gülden. Nr. 267. Von Gesell sc haften nnd Corporationen eezte ferner: Der klein Rath zu Straßburg inge mein, 201. . Die Vn gelter allhieinn gemein, 242. Die Gesellschnfft iuUans Kriegers gadeo*) ■ uffS. Martins platz allhie, zär grossen Kandten, au ff glück, 33. Die Hafendienor sind anch hie, Was wördt jhn für jhre grosse mühe? N. F, . . . Ein verguldt« Schaal mit bickela, für X gülden, 164. 1) Conrad Dasypodiiia, der Sohn dei ÜHmanisten und I.pxicofrrn- [riien Petrus, war Lerer der Mathematik; er ist beriimt als Constriicteiir der von W. nolimaun, N. Frischlin, M. CruaiiiB, E. Zell, Ch. EgeDolph u. J. Fiscbart besungenen Uhr: C. Schmidt, Das astron. Uhrwerk il. Strassb. Münaters. Straasb, 1812. S. 5 ff. Allg. P. Biograpbip IV. 764. 2) Ueber diesen Baseler Besuch geben die Strasuhurgor Rnts< pratekollo ausfürliche Auskunft, a. bei Reusa S. 32 ff. 33. 41. 3) Kaufladen: SchmelLer !'. 871, Unter 37: „Her Sti.fflor gaden i" ; ebenso 324, Birllngot, 180 ■ Der Erlaubnis gemäss wnrde auch viel für Ändere gesezi., im Enwt und Scherz : Daniel Hochfelder Borger aühie , lür aein vberig H a n ß g e a i n d, 203 : Dorothe-a Dünio ein We i b e □ tt i q d im Srittal zu CostcDtz 213. Aber auch: Andres DietTenbecber, Schaffner züdenBar- r&uern atlhie, für den newen s t a d e n zäBonn, 1^7; Jacob Vogler allhie, auff den üapst zi Rom, 232 und 266. J. Hans Matthens Maßler Nassawiecher Aoiptmann zü Lar, f ü r V eeiiier kü, 123. Hans Wilhelm öd zQ der Altenatatt bey Weistenbui^, für «einen Gejßbock, 132. ('Inas von Berck heim, Pfründer in der Eilenden Uerberg allhie, für seinen großen beschUgnen Trog, 177; Andrea von MeiEfen iun Sachsen, bey J. Fridericb Bocken, für seina Junckhern Magt 270. Eniator gemeint iat: Diebold Böbem atlbie, Gott beachert vber nacht, 183; „Änff gut Glück", F. V. G-, 234; M. Conradt Lanrj Schaffner im Brnderhoff allhie. Mein vertravren allein 7,i Gott, 245; Heinrich üanimerer Dächman allhie, für Bembart Breiß, Meßbnch A. Fol. 174., 243. Nach diesen kulturgeschichtlich interessanten Daten merke ich hier noch einige Namen an, one daes ea mir weiter an dieser Stelle möglich wäre auazafüren, weshalb diea geschieht; meietsiiid sie mit ßüeksicht auf Fiaohart nicht one Wert. Herr f'hilipa LandtgraS* zu Hessen . . Ein gülden ^ahn- stewrer mit einem Türckiß vnd geschmeltzter arbeit, 87; F. Eleonora Grönin von Hoheolübe, Fraw zS Lnngeuburg Witwe, für jhreo Herrn Vatter Graff Philipaen vun Hanaw etc. den Ei. tern, 178. Herr Wolff Vngnad, Freyherr zu Sonneck, so atlbie studiert, 2G8 ; Herr Huprecht (I. R. . . ?) Grare zu Eberstein vnnd Kixingen, Thumherr hoher Stifft Straßhnrg, 269. Unter den Gelerten : Ntcolaus Pistorius Mertestenius, 34 ; M. MartinuB H&mmeriin, Praeceptor v. Claasis allhie, 120; Doctor Niclaus Zißner, Beisitzer des kaia. Cammergerichts zS Speyr, 51, Doctor Johan Sechel, Procurator zu Speyr, 125; Philips Jacob WiderstorUev für Hieronynum Wolffeu allhie, 86; Herr Dydimus Obrecht, der artzney Doctor, 00; Doctor Mel- chior Cebitius (1. S . . .) Medicus allhie, lü5: Jacob Biirga wer von Kempten, 181; Elisabeth Meister Foeliz Würtzen ') wund- artzts Haußfrau allhie, 1!)0; Frau Magdalena Doctor Johann Ner- vi] der Statt Strasburg Advocatun baußfraw, 14: Doctor Bembart Botzheim, Der Statt St.raßbnrg Advocat, für F. Mnrgaroth aein ehegemahl, 153 vgl. VjS; Hans Heinridi Meyer Notarius allhie, 136 ; Daniel Bürtach Notaritis allhie, 235 ; Peter Seypel scbreiher an der Müutz allhie, 25 ; M. Michael Tewrer I ) Reu»» ,S. 30. 191 klein Rahtochreiber allhie, für Heinrich) von Lamparten acinen Schreiber 109 vgl. 19; Georg Golder der Herrep FunfTteehen Schreiber allhie, 127; Michael Horcher schreihev zh Allenheiligen allhie, 137»; Unna Virich Rottel Cantzley verwandter allhie, 176; Heinrich Hana Kahtsbewandter allhie, 2fil, Thobiaa Stimmer top Schaffhansen der Mahler (gewann) Ein glatten weiflaen Iloffhecher, ohne deckel für XII gülden, 263. Ändere Künstler: Christoffel Brann der Glaßmahler allhie, ttS; Barthel Hollinger Goldtschmid allhie, 8; Paulus Zwirle Goldt- Bclimidt allhie, 104; Michael Spener, GoldtRchmidt allhie. 246; Jacob Ahl Silberkremer allhie, 56; Paulus Sigrist bey Niclaus Wyriot Bücbtrucker allhie, 41. Von Strasslmrger Gastwirten genannt: „Hanß Georg Keisor zum kemmelthier allhie", 81 nnd , Reinhart Metzger VfüH zürn Hirtz allhie, für Annam sein haußfrnn", eine für die Züri- cher Argonauten wichtige Persönlichkeit! 150; vgl. auch Kurz, Fischart H, 201 V. 877. Die namhaftgem achten Repräsentanten dreier hei Fischart eine Rolle spielenden Corporationen, der Kärchehieher Kornwerfer und Küfer (214. 211, 256. 108, 156) will ich hier nicht nennen, wol aber noch „F. Margreth D. Michael ßeathers IlBufifraw allhie, 168" tind einen Vorfaren des bekannten würdigen ßisä«BJ- 'schen Localforschem : „Ulrich Spnch der Eiter, Kanlfliaußberr I allhie, für aeia Sohns fraw Vraula Heldin", 189. Ersterer verfasat« bekanntlich die h od»! entsehe UelieraBznng An Reineke Fuchs r Gödeke, GR. 292, 3. ' StegliU bei Berlin ! Sebastian Franck ■ Donauwerd Einle nnd Litterato Wilhelm von Kaulbacb hat in seinen grossartigen geschichls- philosophi sehen Wandgemälden, welche dos Treppenhaus des Ber- liner Mnaeuma schmücken, „das Zeitalter der Reformation" in einer amfassenderen Weise dargestellt , ah ex bis jezt von den meisten Historikern dpr Reformation aufgefasst worden ist: nie die Entwicklung der moderuen Welt nud irer Ideale. In einer gotischen Kirche , vor dem Altar mit beiden Hunden die Itihel emporbaltend, bildet Luther den Mittelpunkt, um in die refonna- toriachen Zeitgenossen und Voilaufer , sowie die politischen Vor- kämpfer und Vertreter des Evangeliums. Zu dieser religiösen Reformation bat der Künstler in den Seitenschiffen auch die Ban- brecUer nnd Pfadlinder der geistigen, künstlerischen nud wissen- Bcbaftlichen Reformation gestellt, und zwar in grösaeren Figuren, 132 die den ganzen Vordergrund aasfuUen: rechts die einflussreichsten Homaniäteo. Konstler. Dichter nud Denker, in der Mitte der or in Not, Armut und Ver- ^>i^tt»^ ^:* ivir^r Fan'ilie leben und leiden, als die klar erkannte V«Nk^<sbeiten and Nichtigkeiten der ^Kw«J^^^'^*K «*^ s^^ *<^^** ^-^*3 ^^ deutsch philosophierender Denker, J^g* wtxv ^A^N*^: V*s" l>-l.>A>fbei und Teatsche Theologei'S die er AiML Jk*«» X'^^v i. ^*i&r.t^ and de« eigjpuen Herzens gcschepft-, Ci«;« ;>■fc.\^.^^^^'' rviki 0^rs$Mii al» Stoff zum Nachdenken, zur icv«-\wV/«r \\ .bK) nivi den erhabenen Endzielen und ^l^^^^\<# ^cv« y\:wjxvi^^i^ ^M kellst^« l.ichto aufwies, und den ^««vv» KXtvN« *^f^>Ä^;' ^^^^ rftr<45wn mi; den IViestern und Schriftge- :i^«v^«* ;« «s:«v«. \^/»1. «i!<^ «trtf« ein ..rapsttum'* aufrichten will^ Vi!« ^>iVi. Hs K^ «'»?' *"*?« tS>i»atis^>r Vaterlandsfreond und 138 , .treuer Eckai-t" de» deuUcheii Volkes , mit Vorliebe au eeiuer BchwHbislngon , welche sich dnrch diese Monoginphie von irem Ade- lang'aohen Slaudpunkte nicht abbringen lieaaen , zu mannigfachen Boriuhtigungcn ; so Panzer und Nopitsch in Niiruberg, Christian Karl am Endo in Kaufbeuren, Weyermann und Veeaenmeyer in Ulm. Diu deutschen Patrioten und Litterarhistoriker, einmal an/ dun merkwürdigen Mann aufmerksam gemacht, urteilten anders als diö Theologen. Franok'a Name wurde von inen erend in den Lilteraturgoscliichteo erwänt, Proben aua seinen Werken (oach LuaBing'a Vorgang) in deutschen Lesebüchern mitgeteilt, seine Ver- dionato um die deutsche Sprache , besonders um das Sprichwort lerkauut. In Folge der gewaltigen Geiatea-Umwälzung , welche llnüisclien Jarbücbei', Strausa und Feuerbach in Deutachland wirkten, rauate auch Franck in eiu anderes und helleres Lieht trotcii. Karl Hagen bat das Verdienst in seinem banbrechendeu Werke über „Geist und QegensätKe dei' deutachen Hüformaticn" (ltj44) nicht blos die volkstümlichen Elemente und Anschauungen Jonur Sturm- und Drangperiode aus den bisher unbeachteten Flug' iften zuerst hervorgehoben, eoudern auch den 8. Franck als u „Vorläufer der neueren Philosophie" nachgewiesen und mit udorn geistver wandten Persönlichkeiten der reformatorischen Be- wegung verglichen zu haben. Seitdem sind Franck's Schriften uifrigdr durchforacht und nach theologischen, philosophischen, bialoriacheii, geographischen, litterariachen, pulitiachen und sozialen (Josiclitsp unkton betructitet und gewürdigt wurden. geben hier eine Ueb ersieht der Franc k-Litteratur, um im itgendeu die Citate kürzer fosseu zu können ; wir übergehen als ':annt dio Nachrichtsn und Rritiheri in den Litteraturgeschichten lu Qervitms, Gudeke, Koberstein- Bartsch, Eurtz, Wulfg. Menzel, Wachler und Wackemagel. ^ohiohte der Konntnisao, WisBcnaohartun und schönen Künste. Halle ^ 8. — Ziisutc daiii, chend. ITSti. 8. Uchersiciit der allg. Litera- iind Kuunt^exihichte 1. Tliuil, ebeudas. 178ti. Theolegine sym- loae luthc^ranae dunoriptio. llnl. 1786, 8. Gedächtuisarede auf Wt 1801, vgl. Beioke's Kantiana, Königsberg 1860. 18S Evaag. ProteatatitismuB. I » K. HageD, DeutHchlanda liternriacbe aad raligiow Yerhillt- nisse im IteformatioiiszeiUltef. Erlangen 1841—^44. Bd. 3, S. 814—396. Theodor MuDdt, dieEunst dar deutacbeu Prosa. Berl. 184',}. 8. 224—28. Chr. G. Neudockor, Gwoh. Leipzig 1845. 1, 591. J. Dölliuger. die Reformatiou. Begeosb. 1346. 1, 168 fg. Daniel Scheukcl, das Wesen des Protcalantianius aus den Quellen des RcformatioDszeitatters. Sthafhaueen 1846, I, I3fi Ö. Briuchar in AschLauh's (tiath.) Kirchon-Lesikou, Frank- furt a. M. 1847. Horitz Carriöre, dio philoaoph. Wullaiuchauung des He- rrin atioDszeil altera in ihren Beziehungen itue Gegenwart, Stutt- gart 1847. Ferd. Christino Uaur, Lehrbuch d. christI- DogoieiigeBchicbte. Stuttg. 1847. Ebendeaaelben : Znr Geschiebte der mystischen Theologie. In Zeller'a Jahrbüchern. Tübingen 1848—49. Ebendesselben Vorlesungen über Dogni engeschiebt«. Tübingen. Bd. 3. Heinr. Döring iii Ersch. u. Grubor'a Encycloi>adie. 1848. Seel. 4Z. 168-171. W. H. Erbkam, GcHchichte der protestantischen Sekten im Zeitalter d. Uef. Hamburg u. Gotha 1848. 8. 286—357. Hefele in Wetzer u. Wclte's kath. Kirchenlexikon. Freiburg IUI Breiegan 1850. ScbloHser-Krlcgk's Weltgeschichte für d. deutsche Volk. Fronkf. 1850. XI, 461—5. XII, 20. 24. H, Chriatiaii l>ethloff, den Gommunisniua Seb. Francks. Gymnasial -Programm. Schwerin 1850. 4°. C. Tb. Keira, die Reformatiou der Reichsstadt Ulm. Stuttg. 1851. S. 269—292. Job. Scberr, Gescbicbte doutacber Cultur und Sitte. Leipz. 1853. S. 34ü. R. Gosche, Su'b. Frnuk als Geograph. In der Zeitschrift f. Ällg. Erdkunde. Uerbn 1853. I, 255—78. Karl Hase, Kircbeitgoscbichte. 7. Äutl. 1854. H. Mei'z in Hurzog's Real-Encydopüdie f. prot. Tbeol. und Kirche. Stuttg. u. Hamb. 1855. Herrn. Bischof, Sub. Franck u. deutsche Gescbicbtsobrei- bung, Preisschrift. Tübingen 1S57. K. Hagen, Ueutacbe Geschichte. Fraokf. 1858. IV, 250 fg. Ed. Cunitz, Sübastien Franck et Ic spiritualismo au sei- riöme aiocle, 1er articie. In der Nouvelle Revue de Theologie, Strasbourg 1860. Vol. V. p. 351—386. Heinr. Wisksmann, Daratellung der in Deutschland zur ( 1S6 ioil (lor Itcroriiiiitiüti lieiTBobendeii nationolökououisclien AnHJcb- I.eipzig 18I>I. S. 88—05. W. Wauligmutii, Goeuhiulite doutsubei- NatiunuUUt. firuuu- ihweig i&a-L III, aas. H. C. Ko(;go, Caspnr CoolhaeB, de voorlooper van Arminius. ^«iden liJüQ. U. 70—90: Coolhaes voran twooedinglie van Seb. fFraiicIc. i. Dorner, Geschichte der piot. Theologie. MüdcLqo ^SC7. S. 185 tu. Alfred Haas, 8. Franck vou Würd der Sohwarmgeiat. «ip«. 1869. Vgl. dazu Nippold'a Kecenflioii dea Bnclis in der Jauaer Li t. Zeitung P-I876. N. 32. Jftcub Pranuk, Hat Luther die von S. V. üboraetate TOrkon Chronik bevor wo riet? Im Ameiger des (iermau. Muauuma XVI 8p. 11 [g. 12 fg. als Antwort auf Lutendorf's Frage XV. IT 1868. Sp. 2fi2— 3. I^B Pnodr. Latendorf, Bia unbekauntes Werk S. F's. Au- ^MkoiKer XV. lSß8. ^^H Kmil Welloi', Bibliographiacbes im Serapeum 1869, XXX ^^^BUid in den Atmalcn. Bd. 2. ^^^Hk (...) Ein Vielgemasarogeitei'. In der Europa IS69, N, ^K8< Sp. ^^^F^ IiHtendorf, Sebastiani Fraaci do Pytliogora eiuaiiue sym- ^^^ bolia ilisputatio couinientario illustrata. Berlin 1869. 4". Otto Hoiine-Ain Rhyu, Kulturgeschichte. Lpz. 1870 I 438. Aat, Steichel e , das Bistbum Augsburg, historisch und alatistiach beschriebeo. Augsb. 1872. III, 755 (Donauwörth). Aug. Feldner, die Ansichten S. F's. vou Word uauh ihrem Ursprung und Zuaaminenhango. Programm dur Dorotheenstadter licalsohule. Berlin 1872. 4". . Liebriüh, Essai aiir le niysticisme de Siib. F. de W. bj(pour obtonir le grade de bachelier en tbüologiej. Stinsbourg 1872. Christ. Sepp, Bijdrage tot C. A. Uuhs's werk ovbt Seb. F. V. Id de» Geechiedkuudigu Naspuringou. Leiden 1872, I, |4«8-193. W. H. D, Saringar, Emamns ovor Nederlandache Spre«k- ^yorden. ÜU-ccht 1873. In der EinleitoDg S. XLIX— LI. F. Ltiwenberg, das Weltbuch S. F'b. In Dove's Im Ncneti ■| 1873. S. 3U3-406. , H. Riehl, über Sebastian Mttnster und eeitie Kosmo* rtphJe. In den l-Veion Vortragen, 1. Sammlung 1873, S. 135— "") (Varglciuhiing mit Frauok). t\ Rupp, über S. F. In der Zeitschrift Religiöse Reform i 1.. nirioh. K.migBlwrg 1874. N. 10. Lateudorl, S. F's erste niimeuloHe Sprich wörtersammlnng 187 b Jfthre 1932 in getreuom A)>druck mit Ei-täuterungen und «nltur- und Hteraturgeacliiclitlicheu Beilagen. Poeaneck 1870. Vgl, dsBU meine ausfürliche liecensioD in der Jenner Lit.-Ztg. 1877 Juni, Artikel 318. Alle genannten Gelerten, bie auf zwei Ausnamcn, babeu Ire DAratellang auf die gedruckten Werke von und über Franck ge- gründet. Huf Keim liut Franek'a Anfentbnlt in Ulm nfich den Urkunden erzält und Cunitz bowoI anf eine wichtige ÄngHbe über Franck's Studienzeit in Frecbt's angedruckten Briefen (handBohri/t- Uch in Straaabnrg) hingewiesen, als nucli die AhBcbrift eines in- t«reB9anteD Briefes Francks aus dem J. 1539 in Züriuh entdeckt, der nach der Urschrift, in Bern, mitgeteilt worden ist im i. Jarg. dieser Zeitschrift. Der Schreiber dieser Zeilen wagt es troz der vurbandenen snin Teil trefflichen Litterntur über Franck auf Grund archivali- scher Studien und genauerer Leetüre der Scbriftea Francka, seiner Quellen und VorgÜngev wie seiner Zeitgenossen dem Leser in der vorliegenden Abliandlung ') ein neues und hoffentlich treueres Bild von Francka Leben, Leren und Leiden ku entwerfen, wobei man- ohar bio- nnd bibliographische Irrtum der bisherigen Darsteller berichtigt werden soll. Schon frühe durch Gnttfried Arnold's ,UnpartheyiBche Kirchen- luid Ketzer' Hiaturie' fitr den künea und freidenkenden Manu inte- ressiert, habe ich seit 1850, durch meinen hochvererteii Lerer Geh. Kircbeorat Dr. Karl Hase in Jena ermuntert und durch Prof. Karl Hagen in Heidelberg mit litterarischen Nach Weisungen un- terstüzt eingehende Studien über Franck's Leben und Schriften and die AnHtnge der deutschen Reformation unternommen. Da- mals als ich in Jena , wo ich am Zenker'schen Institute Lerer war, der philosophischen Facultilt meine Doctor- Dissertation über fSebiistian TVanck von Word' Mitte März 1853 einreichte, kannte ich nur dna gedruckte Material. Bald darauf, schon im Herbste desselben Jares. lernte ich, mit Empfelungen Hagen'a versehen, auch ungedruckte Materialien kennen. In Ulm konnte ich mir durch Prof. Haasler'a Vermittliing die handschrift lieben Akten des Glaubensprozesses gegen Franck abschreiben, in Stroasburg durch Prof. Karl Schmidt's Güte den Briefwechsel Frechts von Ulm mit Butzer von Sfrasabni^ excerpieren (Msc. Thomana); der Strasaburger Bibliotekar Jung zeigte mir Schadäus'Reformatoren- briefe und Wencker's Auszüge aus den Ratsakt«n über Francka Weltcbronik. Der um die Reformation sgesohicbte des Elsasses und besonders Strassburga bochverdieato Pfarrer Köbrich lieh mir zur 1) Auf welche bald eine aiiBfürlicha Biographie und Biblio- fraphie Francks, mit den Urkunden folgt'n aoll, woran sich eine ammlung der kleinen aeltanen Schriften, Auszüge aug den grosaeren Werken und eine neue Ausgabe der Paradoxa und der Sprichwörter ansobliesaen werden. 138 ßenuzung mnnche aeltene reronniitoriKhe FlugschrU't; durch den Nürnberger Pfarrer ad St. Seljald Heller nnd den Ulmer Archi- var und Difalioteknr Neubronner erhielt ich leltene Schrif^n P'rancks uod der Wiedertäufer. Einige Herren freilich glaubten in jener Zeit einer ebenso dummen als boshaften Reaction fiöh be- rechtigt, einem dein okrati sehen Gelorten, der dem Staatsdicnate den Racken kerte, Archiv oder Bibliotek verschliesBen za dürfen. Als Lerer am Friedrich -Wilhelms-Gymnasium in Köln (lett 1856) lebte ich zu aer meinem Amte und meinen Sohölern, als daes ich einer persönlichen Liebhaberei folgend Zeit za einer ans- fürlichen Darstellnng. Francka gehabt hätte. Meine in den lezten Jaren (seitdem ich pensioniert bin) unternommenen neuen Nach- enchnngen in Karlsruhe, Stuttgart, Augsburg, München, Basel, Straasbnrg a. s. w. babcu mir zwar manche seltene Ausgabe FranckiBcber Schriften vor's Auge gebracht, aber nur geringe archi- valiache Früchte getragen. Die Spärlichkeit urkundlicher Naclu'ichten bis 1537 zwingt auch Vermutungen und Waracheinli oh kalten Raum zu gestatten. Behält man nur den politisch-sosialen Qintergrund. die foi-tecbrei- tende atille Geistes l)cweguug in der Lttteratnr, die sich immer M'eiter verbreitende Entwicklung der Kämpfe uud die Zuspisong der Streitfragen von 15I5^]&27 scharf und unpart«iisch im Auge, so läsat sich, wie wir glauben, aus der in Francks Schriften an- gegebenen oder stillschweigend bonuzten Litteratur suwie in der Hervorhebung oder Erwünung bestimmter Personen. Bücher und Ereignisse mancher sichere Rückschluss machen auf seinen eignen Entwicklungsgang und seine Stellung zu den streitenden Parteieo der Reformation. 1 Abschnitt Hei'kommen and hänaliche Verhältniase Geburtsort lu der schwäbischen Reicbsatadt Donauwerd, hart an der Grenze gelegen von Kranken und Bayern am linken Ufer der Donau, in welche hier die Werniz und die Zusam münden, allwo der Blick weitbin in die oflenste Feme von der Donau bis ia den Tyvoler und Algäuer Gebirgen schweift, erblickten awei lierümte Männer das Licht der Welt: um die Mitte des 15. Jahrhunderts ein Humanist und Universitäta - Professor, am Endo des Jar- , hunderte ein Litterat und Volkssch nfts toller : Jobauuea Fabri ' und Sebastian Franck. Wiederholt bezeichnet Franck diese Stadt als seinen Gc- ' - burtsoi-t: so im Weltbucb (1534) Bl. 32a dio Wernitz liernicus genannt bey Tbonaw Word meinem vatterlaud; Germania (1538 ö. 0. d. h. Frankfurt) BL 23ab, 26 Ib z5 Werd meinem vatter- land (in d. Augeburger Aasg, Bl. 235b, 24iia) n. ö. I I und We Epitaph des J. 1462 be- pacia Weatphalicae b eiset es Name dar Stndt. Der Nnme der Sttult eraclicint zum eralca Mal in einer Ur- kunde vom 17. Januar 1030 alaWeride') im Rieß-Gaii gelegen (Uneride in pfigo Rieze, nuuh Rizsin, R«ciH, Retia, Rtiesia): da- neben schon seit dem 12/13 Jnrb. nncb Schwäbisch Werd (castrum et oppidum Swaebiawerde, Sweblshewerd) ; doch blieb der Name Werd und Werde (mich Wordt, Wördte geschrieben, »gl. Lünigs Reichaarchiv Th. 18) vorherrBchend. Der Name Tnnaw werde kommt zuerst vor in einer Urkunde des Benedictiner- kloaters Heilig-Kreuz vom 5. Juli 1484; der früher äusserst seltene, heutzutage allein übliche Name Donauwürt ist seit den ersten Jarzeoten des IT. Jarhunderta durch die bayerische Regierung in Aufname und zur Herrschaft gekommen. Vgl. Steicbole III 694. In den lateinischen Urkunden lautet der Name Werde (Weird, Gverde, Bnevicum Werde), sswar wie Fahri's Proverbien «nd e weisen Werdea; im loatrumentura Donnwerdn. In der Heidelberger Univeraitäta - Matrikel sowie in den Facultälsacten der Artisten stet regelmässig; de Werdcs, augu- stens. dioc. \ die Zngebörigheit zur Augsburger Diöceae wird ber- Torgehoben znm Ueterachied von : de Werdea penes Narenibergam und: de Word oder Werd, orgentin. dioc.*). In den Ulm er Uikunden unterscbreiht sich Franck .von Thonaw Word, oder ,von Word*, anch ,Werd'; auf den ßücher- titeln regelmässig ,von Word, in der Öuldin Arch (J536) »jvon Werd', im Weltbuch : von Seb. Franco Wördensi. In seinen Büchern heisst die Stadt in der Regel schlechthin Word oder Werd, vereinzelt auch ,Schwebiach Werd', Chronica Bl. 191a, ,Werd an der Thonaw' Chr. 197a. ,Wörd an der ThSnaw" Chr. 208a. .vor Werde der Reicbastadt' Chr. 23lb. Der vergeaaano Donauwerder Humanist , Die Geschichte des Klosters zum heil. Kreuz in Donauwörth', welche der lezt« Benedictiner-Abt Cölestin Königsdorfer, auf Grand der vom Prior Georg Beck (t 1619) vorlasaten Kloater- chronik, zu Donauwort 1819 — 29 HI verfiffentlichte, erwänt unter den woltatigen Stiftungen auch die , welche ein ,Herr Johann 1) Ans der altdeutachen Form uuarad, uuarid oder ouerid ent- stand mhd. der werd =: iniula ftnminis; im tüdlicIicD DeulschlaDd werd, wörd, wÖrth geschrieben, im mittleren und nördlichen: der Werder (so auch im SBuhaonapieKel). Die Gmudbedcutung iat noch Weigand : Wehr-Land gefren das Wasser. Ueber d<"ii ünterachied von Insel, Eiland, Au, Holm, Schott vgl, Weigand, WB, d. deutschen Syno- nymen 1853 II, 138 fg. 2) Deber ,Werd' als Städtenamen vgl. SchnioUer - Frommann II 768 ff. 140 » ^ Oberidayi* uder Neper8[:)imid Doutor der Rechte und hei-zoglicher Bächsisohei- Uofrath' (I, SuhlusB; Ooctor Fabriu, gcn&nüt Obei-mair oder Neperscbmid 111, 3, 40ÖJ 16ü5 zu GuDatuii sdnei- Vaterstadt gemacht, ^ucli Steicbole erwänt S. 723 in (,Nepeniichiiiid' ist wol nur Druckfeier) kurz ala , herzoglich sächsischen Rat '. Beide Gelertcn wussten o£feiihar oiclits von der bedeutenden schrift- Btellerischeu Tätigkeit des am Ende des 15. Jarbunderts bochber rDmten Leipziger Magisters Johannes Fahr! de Werdea '), Unter , Werden' ist nicht, wie in der ZeitHcbrii't des Bei-giscben Oescbichtsvereina VII 282 vermutet wurde , das , dnrch die Sclilacbt von 1S70 berümt gewordene Wort' an der Sauer im FJlsaBS zu verstehen, noch auch, wie iuh durch ßÖoking'eConimeu- tur 2U den Epp. obscur. viror. verleitet in Pick 's HoD^tssuhrift 1. 470 angegeben , Werdau bei Zwickau iu Sachsen, soudern Donauword, wie ich auf Grund einer gütigen briefliclien Mit- teilung dea Herrn Prof. Dr. Zarncke zu Leipzig in der genanu- teu Zeitschrift (XI, 113 — 120 Jühaiiu Fabri aus dem t^lsass und Job. Fabri de Werdea) nacbgf^ wiesen. Wir geben an dieser Stelle den urkundlicheu Beweis und eine kurao Skizze seines Lebens nach Zarncko's Brief vom 15. Dez. 1876 ; Joannes Obei'majr de Werdea oder auuh (alins) Jüaunea Fabri de Donawerdt (Donewei'd, DonenbcrdJ ward im WiaterBemester 1465/6 hier immatriculiert, wurde 1471/2 unter Assistenz des Mag. Joh. Braut de Rotenburga Daccalaureus, und unter desselben Auspicien 147G/7 Magister. Von 147S an spielte der rürige, aber^auch herrschsüchtige und iatrigante Golerte eine grosse Rolle an der Universität. 1480—1499 war er Notarius der Universität. 1483 ward er Propst des kleinen Fürst encollegs (Mitglied war er 1481 geworden). Mit Meisscn bat Joh. Fabri nie etwas zu tun gehabt. 1486 war er im Sommer Hector, 1486/7 Decan der pbiloHop bischen Faoultät. Nicht lange Dschber inuss er Doctor utriueqne juris geworden sein. Unter seiner Leitung bildete sich eine schwäbische Cliqno an der Universität, Fabri galt für all- mächtig. Da scheint ihm eine im Jahr 1500 vom Herzog ange- ordnete Untersaobung der Universitäts Verhältnisse den Hals ge- brochen zu haben. Am 19. Mai 1506 starb er. Seine Erben waren : Aegidius NarnberL^er und Joannes Goeth ctves Wcrdenses. Als Collegiat folgte ihm sein Neffo Sixtus Pfeffer de Werde». Joh. hinterliess oiu ziemlich bedeutendes Legat, und ordnete E^equien für sich an. Wimpioa handelt über ihn unter L. Zwischen 1480 und 1G05 wird man in unsern Acten eeiuen Nsmon nicht los. Wegen seiner Sprichwdrtersammlung hat er mich Bohon früher interessiert, ehe ich mich mit unserer Universi- 1) Seine lateinisch -deutschen Provorbia werden in jeotierten Corpus proverbionim et moralitntum medü i finden. 141 t&tBgeaohichte beschäftigte, id der er eine bo herrorrageade Rolle spielte. Leider Ist dius Meiste üt>er iha nur in meinem köpfe nnd in meinen Papieren vorhanden. Ich verweise Sie über ihn Ansser auf die .Urkundlichen IJaelien', wo er oft- erscheint (denn I mit energiflohem Sinn brnchte er namentlich auch überall C^dnnng in das Scfariftweaen di-r Univereität um! des CoUegs) auf: Zarncke, die deiitscbe UniversiUit im Mittelalter I, 185 fg. und namentUch S, 257 fg. Wub darin mit obigen Angaben nicht fibereinetimmt, ist als durch leztere berichtigt aosunemen. Zarucke, die Statuten buche r der Universitüt Leipzig. S. 97 fg. S. 228 fg. Der vermeintliche HolUndor Ehe der Merominger Pfarrer Schelhorn in seinen Ergötz- lichkeiten 1761 I, 1Ü9 auf die oben an gefüi'te Stelle des Welt- hachs aufmerksam machte, wosstcn die Gelurten nicht, weil es in Holland, Brabant und Deutschland (in Elsass, Franken und Sehwaben) Oertur des Namens Word oder Wöhrd oder Werd gibt, was Frarick eigentlich für ein Liindamunn gewesen. So macbteo in Tbomaa Cronius (Animadv. Purt. tS p. 92) und Ludwig Hocker (Bibliothecn Heilsbronn. Noriborgae 1731 fo!. p. 186') zu einem Holländer. Bayle, (Dictionnairo v. Francus II 50-— 9, bei Gottsched II, 544—5) und Jücher (Gel.-L. 2, 719 fg.) lassen es dabin gestellt, ob es Word in Holland oder in Deutschland sei. Will, VerfuBser des Nürnberg. Gel ehrten- Lexikons 1755 I, 450 hält die Meinung der Gelorten, er stainme von Word aus Hol- land, für noch unwiderlegt, obgleich ihm am warechein liebsten dünkte, daas er weder ein Holländer noch Sachse, sondern ein Schwabe oder Oberländer gewesen ; er venrirft die Meinung des Diakoniis ilirscb, der in seinem MiUenarius H 485 Franck in Wöhrd^), einer Vorstadt Nürnberg's geboren sein lasst, sowie auch die des Aitorfer Professor Zeltner, der io einmal für einen Sachsen ausgibt (Vit. theol. p. 430 not. hhh, freilich mit dem Zuaaz : de cuius patria, sicut de Ilomero olim, ndhuc diaceptant) und an einer andern Stelle zwischen Meiesen und Holland scbwaukt 1) Wie leiehtfurtig ms gieng, zeigt Hocker'a (Pfar „ , Franoks Paradoxa iiud Morle Encomiuin : Sebastianus Franck Woerda Hollandua pro Beclario anabajitiBta, enthiisiaata. imo et pro etbnico et Btheo habitut, a qiiibiiB tarnen vitÜs ille Be saepiits purere annisua est. Ulmensibiis invi«ue, ab Argen toratenBibiia ejectiiB, a Melanchlhone et Lathero rofutalus, ab Arnolde tniilto nomine laiidatuB, ila tarnen, nt hunoce ejus librum Paradoxorum ab Imlerodoxiae et vanitatis labe immunem prouuntiare non audeat. 2) Warscheinlicb hat Hirsoh in mit dem nnglüeklicht^n -Toliann Fiinck verwechselt, dem trefilieben Fortseiter der Chronik Carion'a nndVerfasser einer Chronologia (Nilrnb, 1645 f.), Oslander'* Scbwieger- «in, welcher 1566 au Kimifffllwra; kiintre richtet wixrdp ; dieser •lammte aus Wöhrd bei Nürnber«. 149 (Breviar. controTerBiarain ckid fanaticiB p. XVIH praef. Seb. Frnnck, Woelirdeasis, s. OsterlanduB s. fielga). Nach dar Strassbui'ger Tradition war Frauck ein Elsnaaer. So fürt WöDcker in seinen handBchriftlichpn Coilectanen Tom. IV Sebast. Francus als Woerdensis an unter den Gelerten der Alaa- tia literis exculta. Dieser irrtiimliübeD Angabe folgte Hührich (Qeacli. d. Ref. im Elsass 1832, II 75') und uocb neulich Carl Scbmidt in seinem .MelanchtlioD' 1861, S. 364. Die Veranlassung zu der Meinung, Franck sei ein Holländer gewesen, gab wol der (Jmatand, dose einige eeinor Schriftaa in Holland gedi'uukt und die meisten in hollündischer liebersezung vorhanden sind. Der Zweifel über seinen Geburtsort wuchs durch die immer grössere Seltenheit seiner Werke, besonders in den Bibliotheken orthodoxer Theologen und Oelerten , welche die Schiiflen eines im Geruch der Schwärmerei, Wieder tau ferei und Enthusi asterei, ,des Fanatismus' stehenden Mannes sorgfältig mie- den, wol auch gelegentlich verstöramelten, zerrissen oder ver- brannten, weil sie In nach Lathers Vorgang für den waren Aus- bund aller Reserei und .Satans liebstes Lästermaul' hielten. Und so pflanzte sich die Ungewissheit in den Katalogen und Citateu weiter. Hätten diese Gelerten Frattcks Schriften nur einer nähern Ansicht gewürdigt, es konnte inen ganz abgesehen von der be- eondern Vorliebe, mit der er in seinen G esc h ich ts werken der nierk- wQrdigen Ereignisse in Donauwerd gedenkt, nicht entgangen sein Franckens genaue Kenntnis des südlichen Deutschlands (besonders von Sehwaben und Franken), seiner Einwoner, Sitten und Zu- stände, sein glühender Eifer für „das teutsche Vaterland", sein Lob „Germania" und besonders Schwabens und alle jene vielen Stellen, wo er von den „alten Teutschon , unsern Vorfareii" von „unsera Landen" im Gegensaz zu dem Auslande, von „unsern teutschen Historicis" im Vergleieh mit den Alten redet. Ja hätten sie nur die Vorrede zu jener herrlicKen Sprioli- worteraarambing gelesen (Christian Karl am Ende machte in Schel- borns Beiträgen 1774 zuerst aufmerksam), da fanden sie am Schlüsse : Nun aber zu diesem meinem schnlrecht, bab ich enoh — seinen Gönner ChristofTen Vtman, Burger auf S. Annen Berg — für mein aufbeben zum richter vnn griesswertel erweit, der hoff- ming, ich wßll damit nit allein euch meinem Patron einn dienst vnd Wohlgefallen thnn, sonder gegen gantz teutscher Natii meinn geneygten willen als ein gebo ■ Teutscher (der ich 1) Röhrich a. a. O.: ,WÖrdt im Cnterelgats (welches von beiden? wird niobt anKegeben) war sein (leburlsort; dies bcxeugt unter andern auch Wenoker. Im Jahr 1Q63 lebt« in Bergsnbern ein anderer Bastian Frauck als Landscbreiber, mit welchem Cour. Haber Briefe wechselte. lU N «ifferig ob dissem meia«in groaeen vatterland jr heyl Mid bestes zu aaohen, in vbu[ig stehe) zu beweisen. Geburtsjnr Die in den Litteraturgescbichten gewönliche Angabe, Frauck ■ei l&OO geboren, ist zwar eine bluaae Vermutung, trifft aber un- gefilr die Warheit. Nncli dem im 4. Jargang abgedruckten Bo' aeler Brief an den Sückelmeistijr in Bern 1539, 22, Mai stet feet, daas er damals gerade vierzig Jaro alt war. Indem er auf aein verfloBsaenoa Leben zurückblickt und betraclitet, wie wenig alle aeiiie der Menschheit gewidmete Arbeit im selbst Frucht ge- tragen oder Narung and Veidienst für die Seiuigen eingebracht, wie erfolglos all sein Bingen gewesen, wie er von Jugend auf in Armat und Not sich durchge quillt, ruft er aus: „ich bleibe ein Bettler für und f(ir und mach andre ■(Vor- leger) KU Herren, bis ich itz, obwol von Gottes Gnaden frisch und gesund, 40 Jabr auf mich geladen hab und nun mehr Zeit wäre, daSB mir Gott eine Thür auflhät, clasa mir mein Arbeit mehr Nutz trQg dann bisher.'' In Keinem „Verschlossen Dach", 1539 erschienen, klagt er Bl, 411b über ., den Abgang des Leibes und Gesichtes" : — eifrige Studien, wie sie Franck neben der ßnchdruckerei und der Sorge für sein Hauswesen botrieb, mögen einem leicht Augen und Magen verderben — ; hier, wo er, weil er in seiner Ann ut sich nicht ,, ein Kläpperle" verschnffen konnte, dea weiten Weg vuu Ulm nach Basel zu Fuaa gemacht und aicb so die Füsse aufgegangen, dass er mindestens S Tage still liegen bleiberi muste, hier ist er doch mit dieser Wollfart zufrieden, er fnlt sich muntor und frisch und dankt Gott dafür. Die ZaI 40 Ist sowol in der Urschrift (die im Berner Stoata- arcliiv liegt) deutlich und klar zu leaen, wie nuch in der Simler- soben Abschrift in ZfUich, wo sie — nach einer gütigen Mitteilung des Herrn Bibliotekar Prof, A, S. Vögelin — zufällig beim Äb- bmch der Seite zweimal geschrieben ist, am Ende der zweiten und am Anfang der dritten. Geburtstag Als Geburtstag ist vermutlich, weil die Sitte jener Zeit dem Neugeborenen gern den Namen des Tagesheiligen gab und in im eine Vorbedeutung der Lebensschicksale fand, der Tag des in Do- Pknwerd und der Umgegend hoch goerten heiligen Sebaatianua, d. h. der 20. Januar anzuncraen. Man pflegte die Kinder gleich nach der Gebart durch die Taufe in den Christenbund anfziinemen, um sie ans der Gewalt des SatanF zu erlösen. Dieser Heilige und Miirtyrer aas der Zeit Diocletians, der heutzutage als l'atron der Scbi'izengesellschaften gilt, hatte be- sonders in Süd- and Westdeutsch I and seine Vcrerer ond Namena- iwohfolger; im Mittelalter war er der besondere Scbuzheilige gegen 144 nnateckeDde Brankheit. Luther macht die richtige philologische Bcmorkuag (Walch Th. 3 S. 1729 >), doss man viele Heilige sa Nothelfern gemacht wider die DiDge oder Krankheiten, deren Ka- men mit der Heiligen Namen zusammenfallen; so solle St. Baetian (lateinisch Sebestianus neben SebastiamtB) nilein wider die Pest helfen, St. Rodius Gottes Hache von ans ahwendeu, St. Veiten (Valentinus) dem fallenden Siechtag weren, St. Vincenz helfen ver- lorne Sachen wieder Unden. Freilich uiisern Franck bat, wie es scheint, der Heilige wirk- lich vor Einer ansteckenden Pest, die damals am meisten grassierte, henart, vor der des iurare in verba magistri, im behagtc der Walspruch des ParaceUus; Alterius non sit, qni suus esse potest (Aesop. moralis., fab. 22. ^chluBs); auch ist er, wie sein Schuzpatron (die Legende ist bekannt) ein in der Verfolgung ti'euer Bekenner Christi geblieben; von den Pfeilen der TheologeD werden wir noch redeu und wie der am Ende seines Lehens verbitterte und verhezte Luther Francks Namet\ und Ere in die Clonke geworfen. Der Papst Cajus hat den St. Sebastian zum Defensor eccle- siae erklitrt; Franck konnte in der Vorrede seiner Paradoxa mit Recht von sich sagen: „DieEiroh ist nit etwan ein Bonderer hauff und fingerüaige Sect, an Element, zeit, person, vnd statt gebunden, sonder ain gaistlicher onaichtbarer teib aller glieder Christi, aus gott geborn, vud in aiuem sinn, gaiet vnd glauben, aber nit an aincr statt oder etwa an einem ort ensserlich versamlet — — In und bei dieser bin ich, z& der sene ich mich, in meinem gaist, — und glaube dise ge- mainscbafft der Hailigcn." Uas8 schon im 14. Jarh. der heil. Sebastian-) einen Altar in der Werder Pfarrkirche hatte, beweist die Nacliricht KunigS' dorfers, dass im J. 1384 am St. Jacobstag das Wetter eine Frau vor demselben erschlagen vgl. auch Franck Chronik Bl. 191, 197a. Besonders berümt war St. Sebastian in Oettingen ') : dorthin wall- 1) Andere Stelien über .Kirchenpatro L Ileriog'B Encycl. 7, 2) Nach Franck Germ. Bl. 286° (ca1> ca eine Kirche ,S. Bastian vii Augspiirg' wo Contz von dar Uoson .neben dem bild Christi als ein schecher zur recbten conterfcyt hangt.' 8) Die Jeaiiiten brachten neben den Wallfarten zum .deutschen Loretto', zu der Mutter Gottes in Allötting auch die Kiim ISt. Sebastian in Ebcrebcrg in Schwung, ,Zu dem b. Sebastian in dem einst den Benediatinern gehörigen Eberaber^-, wo den Wallfarern als Vorhau- f:ungamittel gegen ansteckende Krankheiten au» der Hirnschale des [eiligen Wain gereicht wurde, kamen nicht nur aus Oberbaiem, son- dern selbst aus Schwaben, Oeaterreicb und Tirol ganze (iemcinden un- ter Vortr^ung von Kreuz and Fanen mit so reichen Opfern, doss selbst in der entberungs vollen Zeit, die auf den dreissigjarigen Krieg folgte, der Ort einen gläozendco Aufschwung ovo und ^ehn Oaat- US K fartete in dem LeideoBJar 1483 — die Kapelle war erst seit eini- geo Jaren gebant — die Bürgerschaft Donauwerds. Bald darauf wurde in Werd die ßrudcrachaift S. SebaBtiani für die lonung der Büchsen» chiizen gegründet 14S7 auf dem Altar der Heil, drei Konige in der Pfarrkirche und am 6. Januar 1501 von Cardinal Raimund von Gurk, päpBllichem Legaten mit Äb- läasen begabt. Dio BedSrfnjase der ßroderschaft wurden dnrcb freiwillige Beiträge beatritten, das Hauptteat feierte man am 20, Januar und daneben vier CJuateniberämter (vgl. Steichele S. 778). Die Eltern T Franck in seinen Werken i)erBönliche Ansichten und leberzengnngeu (freilich oft versteckt unter dem Ausdruck .etliche') ipreclien liebt, so wenig teilt er una aus seinem eigenen Lebensgange mit, jn selbst spüter, nls er in Ulm direct persön- lich angegriffen wird, get er im Bewusatsein seiner Unachuld und Erenhaftigkeit auf die im gewijia nicht verbürgen gebliebenen heimlichen Anklagen und Verdächtigungen nicht ein. Auch seine ,Außlegung des 64. Psalms' wider ,die Falschen Zungen — vnd 'Erabschneider' 1539 wie sein dem .Verschlossenen Buch' 1539 angehängter herrlicher ,Be8chlu8 des bncha — aller sejner vorigenn bücher gleichsam Apologia' bieten keine biogra- phischen Nachrichten. Er wollte offenbar die Welt nicht mit Per- Boualien behelligen, im tag alles un den Ideen des ChiietentnmB, seitdem er sich als ,Q!ne neue Crcatur' fülte. Seiner Mutter gedenkt er nirgends : er mag sie wol in früher Jngend verloren haben. Auch Geschwister werden nicht erwänt. Von Beinern Vater redet er, wie Cunitz und LiebricL meinen, in einer seiner leiten Schriften, im .Krieg bftehlin des fridea' 1539 (p. 190b der Frankf. Ausg. 1550), wo er auf die (1521 in Basel erschienene) Schrift vonPaittacua oder Haldrich Sittich ') hinweist, in welcher ,der Stette krieg vor 70 Jahren' (1450) etc. beklagt werde, , davon mein vatter oft sagte.' Sieht man genauer zu, bo beweist die Stelle nur — für das Alter von Eberlin'B Vater; denn es sind EberHn's Worte, die F. citieft, wenn es auch nicht zweifelhaft sein kann, dass F. auch im väterlichen Ilatiso über den Stidtckrieg (vgl. Germania Bl. 26Ib fg) und andere Drangsale Werds gelegentlich reden nnd häiiser unmitteibitr nach einander errichtet werden mussten.' KInck- höhn, Aia Jesuiten in Baiem mit bea. Rücksicht auf ihre Lehrtätigkeit in V. Sybol's Ztschr. SXXI, 405. 1) Pseudonym Cur Eberlin von GÜDzburg; es sind ,dio Sta- tutes von Wolfaria' gemeint, ,der X. Bundsgenoss' vgl. Wiskemann S. 101 u. Riggenbacha Ehf.tl. v. 0. S. 56. Vgl. über diese ,Otopie< und ,die Reformation Friedrichs III.' Hsgen 11 334 fg. Das 2. Buch ,Von der wandorbarlichen Innscl Vtopia genant durch Thamam Mo- rnm' erschien von Claudius Cantianoula van Motz ül>erseEt 1624, 16. des Bmchmona gedrookt su Basel durch Joannem Betaeliuni. Bltllnger, AlDuunala V 2 |0 m I 146 jeii geh&rt. Dieser verheerende Krieg zwiscbea dem schwäbisch- inkiBchen Stadtebnnd (Nürnberg, Ulm, Angslinrg an der Spize) und dem Markgrafen Albrecht Achilles von Ansbach sainrat den im aiihangenilen Fürsten, Bischöfen und adligen Herren rnnsto Kindeskindern unvergeselich bleiben : wurden doch binnen Jarea- frist 200 Dörfer und 25 Ortschaften eingeÜBchert. Vielleidit ist der Zeitgenogsse Johannea Frank, der uns von diesem Kriege (vgl. seine Augsburger Annalen bei Steichele Archiv S. d. Gesch. d, Bisth. Augsb. 11, 106 fg.) berichtet, mit Sebastians Vater ver- wandt. Von diosera wissen wir nur den einen Umstand , dass er noch 1531 bei seinem Brnder Michael Frauck, Bürger und Onatwirt zu Nürdlingen lebte'). Leider ist uns von dem Stande und den Verhaltuissen seiner Eltern gar nichts über- liefert. lin Vater ein Bauer? Wenn F. in seiner Chronik alte frunime weit vnd die handtierung der baurn' im i der induBtriellen und finanziellen Gegenwart riimt, eine oratio pro domo sein, freilich ebenso sut auch [ne Verteidigung des bäuerlichen Standes, den oi lennen lernte, gegen den Hochmut der Städter Oder war er ein Handwerker oder ein Kaufmann ? vom Vater, wie vom Sou, was im Welthuth t die Schwaben wanderlustig seien und sich gern die Welt ansehen. War er ain Beamter? oder ein Wirt? oder gehörte er zu der iMlreiohen und ansehnüchen Zunft der Fischer? Vielleicht iat ein späterer Forscher so glucklieb, urkundliches 'Uaterial zur Beantwortung der Frage aufzufinden. War a Bl. 110 ,die Gegensaz ki ■ßO kanu das Pfarrei Dann gut go- Bie Fa iii< Dasa der von Königsdorfer zum J. 1504 (Anwesenheit des Kaisers Mai) erwante Benedictiner im Kloster Heilig-KreUK .Bern- hardns Frank von Wörth', mit I'ranck's Vater verwandt war, ist warsch ein lieh. Hagen äussert S. 3!5 die Vermutung, Francks FainÜie sei in Schwaben weitverbreitet gewesen und ausser dem erwiuiten ,Vett«r' (Vatorsbrndei) Michael in Nördlingen hätten auch in Jnatiugen und in Ulm Vei-wandte gewont. Woher er diese Än- 1) F. widmete aeine UeheraeEung der bekannten von Phiüppua rBeroaldug schon eu Ende das 15. Jarh. verfassten DecUmatio ebriosi, 9 et aleatoris (nnzätige Mal aufgelegt, auch Nürnberg 1531, V, tugleich also mit K.'a, UebcrseKiing erschienen bei Friedr. Pcypa« "1 Nfimberg 1531 vgl üirsob MiLlt'U III, 42 n. 38) .seinem liebsten '■■' fd. h. Vatorsbrudcr) Michel Francken, Burgern au Nördling': iDKt es ihm, der, wie es in der Widmung hetial, ,auBs Uottes Btil oder ungnad cyu wlrth oder gast geh' ist. das bücbleiu zum labr und achlieBat mit dem Wuneoh : ,damit bisa (sei) Gott moin liebiler vStter vnd blütfreimdt, vnd lass dir mein ) bräder bouolben sein.* r del 147 gabeo entnommen, sagt er nicht. Es iJiast sich nar behaupten, dAsa Pranck ein in Franken, Schwaben nnd Pralz aer hlluSg vorküminender Name ist So findet Bich in der Tübinger Ma- trikel: iM{l5 Cas[)ar Franck de Bietigheim. 1497 JoAoneB Franck de Bümberga, paiiper. 1499 Berohardus Franck de Cupingen, dt jß ramulus. 1510 Michael Franck de Gamuadia. 1512 19. Jan. Joa. Franck de Cüppingen. 6ß, Id der Heidelberger Matrikel; 1464 Paulus Fraiick huBoe (?) de mornlheim sacror. onnon. bacc. univers badaSns (Patav.). 1476 JohaiiueB Pranco de pfortzejn arcinm mgr. clericus ffioc. spir. 1477 Henriciie Franck de gnmundia. 1496 SebaHtianus Franck de nQrdlingen aagnst. dioc. 27 innij. IKOO JohanDCB Fraock ex aulgattw constanc. d. Marens Franck de gengeu augost. d. 1507 Fr. Petrus Franck de ord. predic. conv, Dlmeneis. 1509 dns Andreas Franck de altzeia dioc. Mogunt. arcinm baccalanreus. In der Kölner Matrikel: 1500 April. Sebeatianiis de neriinghen ad artee iuravit. panper. Es ist höchst warecheinjich der 1496 in Heidelberg atn- dierende Seb. F. von Nördlingen, den ich irrtümlich in der Ztach, \i. Berg. Geschichtsvereins XI, 120 mit S. F. von Werd identifi- {sierte, doch auf S. 231 ist der Irrtum verbessert. I&09 3. April. Jasperus Franck filiuB tinctoris de wynß- ieym herbipol, d. ad svtea iuravit et Boivit. In Siebenkeea' Materialien zur Nürnberg, Geschichte 1792 Wl, 374 wird (nach Job. Müllnera Beschreibung des Bayrischen VKriega, vom Jare 1603) von einem tapferen Nürnberger erzäll, r sich allein in eine belagerte Stadt wagte, ,eiii Einspänniger Enecht Georg Frank genannt.' FWcinkauff (Furtaezung folgt) Zur "Wortforscliung ') vm 1 Zar Tierarzneispraelie, alenmiinisch. Brenner: von den sog, Brennern oder von den gefallenen , deren Tropfen zur Zeit, wenn sie eben aus der ncblicbten 1) Alem. IV 195 ff. 258 3. — Die Quölle ist Abb oben für Ross- jnd RindviehEauber auggoiogene Buch Textora S. 57. 148 Wolken sich erzeigen und anter dem Fall daroh w&rin düfftige SonnenstrEklea inniglich durcbwürket, faierdorch aber derselben ent- haltenea S&lz — schwefelichtes subtile weaen zu einer ecbndiich durchdringeuden ßrandTuulung disponiert worden u- H. w. 18. 23. In der alem. Rebro an nasp räche aUgemein. Vergl. DW H 369 fF. allgem. deutsch. Trensen BVt. stm. wann das Pferd den Ätbem noch kürzer bat und Jennelben nicht ohne Getöss, Keuchen oder Trensen von aich lassen kan. 322. starkes Husten, Trensen, vielfültiges Hnsten. 227. die Pferdft fallen endlich dahin, soufzen nnd drensen 241. Vrgl. Alem. 111 TflfF. Heute noch dresu = schweratmon ; an etwas heruni dresn ^ nicht dartin wollen, Treiisen swv. dem Pferde Pulver — in die Nasenlöcher spritzen, sie wol zuhalten biee ea Ireusct. 187. treusUchte küh, wann sie mit dem Munde schäumen und toU herumlanfen, inglei- chen das ringlichte Vieh 188. Drihlen und keuchen : Speichel, Speisen vom Munde herab- ' laafen lassen 152; hier von Pferden; heute noch von Kindern : die Speisen verschlendem u. s. w. auch von Erwachseneu. Einsäarung allerlei Laubs, wie de Kohls ii. s. w. 31. Im DW III 265 bloss einsäuern v, Taig und Brot gebraucht; hier „Bauer einmachen", überhaupt ,,einmnchen". Einschult, ein purgirend Pulver oder Einschult aus Aloe 264. Zu jedem Einschtll '/„ Suffran. 267. Feit in DW. Ellenbogen werden diejenige Gewiichs oder harte Geschwulst genennet, welche hinl«n an dem Gelenck der vorderen Beine am Buch oder an den hintern Beiuen hinter oder ober dem Knie sich ansetzen und mit den Händen hin nnd her können geschoben wer- den. 317. 320; sieh oben S. 60. lezte Z. DW III 415. Eall- oder Klecmeister, Waasmhiechtc, Scftauleiitc (an d. Grenzen) 69. 72. Fluff oder äusserlichcr Brand deas Rind -Viehes wird ge- nennet, wann dasjenige Glied, wo der Flug sich hingesetnet-, auf- lauffet, zittert, dasa das Vieh ganz und gar nicht darauf stehen kann und wann durch Begreifung oder Druckung der Geschwulst dieselbe an der Seite sich aufspannet und es darinnen rauschet ob wäre Beltz darinnen. 178 ff. Feit im DW. GesiilU: Wachholder- oder Holländer - (/es«W« 132. Kb ist der Saft von ,,eingekoobtem" Hollunder, sjTupnrtig; ApfelgsSlx, JUragsiÜS ebenso Übliche Ausdrücke ntederrh. Kraul. Sieh mein „Aus Schwaben" 1 137 Anmerkg. Mein a!em. Büchlein v. guter Speise 1865 S. 189. Vergl. Cardo benedictus Berenwurz — itetn von disen blettern gemacht ein gcsele und darunder gemischt Buegscn wein u. b. w. Totlat v. Vochenberg f. 13b (alt« Aub- gabe). Qttmpcn m. tiefe Stellen : aus den tiefen 0. des Bachs 30. Wenn es nicht dem Naturlaute nachgebildetes Wort ist, so möchte ich 149 r das andere AlilantBubst. i/ii»i]>er nurraerkBara macIieD, ateite, ab- ifafiasige Bei^-Waod, waa lUao auf ein gamp, ginip, gump zu- rQckget. Jlasenkö^: Pferd welche man llascnköpf nCDDet. 188. Uni die Stirae stark, nm daa Maul dünn. DW IV« 538. Htifewang, der, wird genencet, wann sieb die Ilüfe hinten gar eng zusammen begeben, der Kern weichet und viel übriges flom hinten und vornen wachset. 335, Iffelsliuf ist eine Geschwär oder Bpitzigei- Grind auf der Cro- Den, wovon die Haiti in die Ilöbe stehen ; trockene und füitchle 3. entere haben breite, dünne und aschenfarbene Schuppen, die Haut darunter gesund; bei disen ist die Haut voll Löcblein, durch die dünne, sähe und gelbe Feuchtigkeit herausdringt und endUch den ganzen FösHel verderbet. 334. Sammschtmh, Kett der Hnre im Kamme: die Lenden des T^ea zweimal mit Kammschmale schmieren 224. Feit im DW. Kehihiopf wird genennet, wann durch einen giftigen an- atockenden Dunst oder Schwnden das geblüt in ansserord entliche Aufwallungen zum Austreiben dieses Giftes gerathet und solchee entweder in Ermanglung hinlänglicher Erilften der Natur oder aus anderen Ursachen in den Drüsen oder Musculis dea Halses oder besonders der Luftröhren oder Kahlen stecken bleibet. (Auf- Bohwellung, Entitindung, Tod des Viehes) 174. KiÜdknopf oder Kiütldrüse. Feit im DW. Köhlein: Loist werden genennet harte GeBchwulsten, welche Tornea über den Hufen oder Föaaeln, auch ober oder unter den Knien an den Schi enbainen erscheinen; wann sie klein seyn, nen- net man sie insgemein Köblein 317. Im DW V 540 = Vieh- seuche Knbel? Köhdcn: überzwerclie Schruaden an den E. und gleich 294. FöBsoln, köhden oder Knie-Käblen S9T. I ErojipewmflMer oder Todteiibhiht seyn unten am Huf, nicht [ Wfiit von der Sohlen, wie rothe Flecken an einem alten Kass, von üisKoa hincken die Pferde sehr 316. Feit im DW. KrüUeriein, Instrument zum Krazeu sporuartig: mit dem k. so lang schaben, die zähe und giftige Materie herauskrazen. 144. die obere scharfe Flüche des K. mit einem Heftpflaster ver- wahren 145. ein silbernea k. zum Abschaben und Aufkratzen des .. krebshaften Schadens 151. Kräieer DW s. v. 1 Krott am Hala wird genennet eine hose eyterichte Geschwulst ' oben am Haies, entweder ober oder hinter den Obren. 317. DW V 2419. 5. Mancbfalt der feine Blättermagen des Scb locht vi ehs : hiervon »eye die Bitze in den Mmwhfalt oder aogen. Mctten^nich getreten, babe solches verhärtet u. a. w. aa der Gallenaucbt und Mannig- falt erkranktes Vieh 119. Vrgl. Kuhns Z. XV 201. Stolder H Sprache des Rotweiler Stodtr. I 57. Daa Wort ist ^^L falt erkrank ^K.186i meine 150 - Volkstum licti in der BodeitseegRgciid bis SchuBsenried, Saiilgnu. Im Neckartale reiclit es bis Horb; in BrciBguu, am Kniseiatul, Heu- WBÜer n, a. w. Dor bekannte Küchenmeiflter Rumpolt (IH Ib) eagt: den löser von Oolisen oder dna mnnvjfaU sauber tiuagebazt. Maucken, die, aeind ecbmerzhafto räudige Schrunden in den FöflSeln an den Glaichen unter den langen Haaren, worausa eine Boharfe Pencbtigbeit Sieaset, welche einen üblen Geatanck naob Bich ziehet, rintietide Fiissel 325. Vrgl. Alem. I 185 ff. In Meersburg heiast es der Mauch. Mettadiuch; bey Einigen das Milz groas und aufgelaufen; bei denen meiaten wird daa sog. Mettenhvnh welk oder mUrb und brandig, zniachen deasen Falten und Blilttei' ist eine scbwarze — Materie; sieh Manehfalt. Wanstj M. nnd Magen fi. 7. 27. 104. Möhnisch, adj. flüssige, entzündete, achivärende nnd möhni- scAe Augen 198. Nückern: alsdann fangen die collerischen Pferde an mit Un- gestüm BU mückem, schreien, Loben. 103. Bäckholder, juniperua 120; nur alem. Raj^^i, die oder Itäpfen eeynd Räuden und rauhe Schrun- den der Haut mit harten achwülichten aschcn-farbenon Leflzen, welche sich sowol hinten als vorucn an dem Fuas und zwar zu- weilen oberhalb des Preisses in den Fösseln, zuweilen auch bei den Enyen ansetEen, seind meietenteils trocken und wässern nicht viel, machen aber die Haut runtzelicht u. b. w. 325. In der Do- nauescbingor Hb. 792, f. 18» stet ein Recept „für den Rappen": „nim 1 lot hara und 1 lot unscLlit rindrin und zerlass das under- einander und strich es an den liapjten" Adj. reppig: weles ross rcppiy ist u. B. w, f. 19b. Stalder H 25f>. Scbmid 419. Itassein: Pferde, welche die nasse KißiJsucht haben rasskrn, kenchen und husten, rasslet durch die Kohlen mit erhabenem Thon und kan den Schleim nicht herausbringen 207. 208. BÜBigkfU oder Rotz des Pferdes 207. ScMagbanchen swv. währender Zunahme dieser Seuche fanget das erkrankte Vieh endlich an zu sMag-hüuchen oder beschwerlich Athem zu holen 4. Heute schUboucha. alem. besonders von Vö- geln, die ängstlich im Vogelkäfig, im Zimmer herumfliegen st. B. Maisen; auch von Menschen gebraucht. Schnuffern aw. das erkrankende vioh wird — mit der Nasen spflhren und sclmuffcrn, brüllen, den Kopf schütteln. 3. Schwärm. Wenn die colteriachen Pferde damisch oder tau- melnd werden, allezeit der Wände begehren, umfallen, aufstehen, den Kopf an oder unter den Bnhren (Barn), an die Sonne geführt umfallen, taumeln — das heiasen die Ross-Aerzte den Srhwarm 191, Spatl, der dürre, iat eine Krämpfung oder Verschleiraung der Sennen und Flachsen des Knyes; man sieht nichts; die Pferde heben den Schenkel höher als sonst auf. Ochsen-Spalt harteBen- len an dem rechten hintern Schenkel innerlich des Knyea, selten an IBI I beyden Scbenkeln; daher, weil Tuet (üle Ochsen damit behaftet nnd. 320. 321. Slaffcl: diejenigeu Pferde f hinfaltende Sticht), welche wie tod ligen, solle man im AnfsU selbaten den dritten Staffel (R&cben) •techen u. s. w. 169. Siernbulzen swm. Sternschnuppe 30. Slern^eschofi 50. SIerzscuche: das Wort SterU bedeutete vor Zeiten an vielen Orten den Schwanz oder Schweif des Viehes; weilen nun diese Krankheit in diesem Glied des Leibes sich befindet, so wurde sie die Stcrti-Seuclie genennet 179. Stumpf: wann ein Nagel oder Stumpfen allzutief in den Fubs gegangen n. s. w. 341- U^trgälle, die sog. ansteckende giftige U. welche, nebst einer allzugrosaeo und verderbten GalJs, mit einem Brand und Ftlulniss des sog. Büchleins und viscerum nobiliorum, als Lungen, Lober und dergleichen sieb zu äussern pfleget 1 . pestUeotiali- Bcbe U. 5. Wiäern'ß, v. Scharlach ; es lauffet zuweilen oben an dem W. «der Vorgerttst auf. ob wäre das Pferd vom Sattel gedruckt wor- iea. 303. SchmeUer "11 1-18; nimh dem hund auf dem W. har. Wiecken: lange Meissein oder tt'ück&i 209, 2 Kamen zweier Erankheiteo, scbwäbüch '). Kurffes, das; wann die Kinder ein gar scharflea sog. htrffes bekommen, welches sodann auch gemeiniglich länger anhält ala ein ordinari kurffen u. s. w, 121 ff. Dann dardurch wird vornehm- lich die gelbe Sucht und das sog, kitrffes oder Mälhund — ver- ursacht \ — allermaäsen durch die saure Luft das noch so subtile OebiQt des Kindes gleichsam gerinnet, dardurch mithin sowohl das kurffes als die gelbe sucht zuwege gebracht werden 133. Wie oder auf was weise aber auch dieses saure Luftsalz das kurffes verursache u. s. w. ebend. £a zeigen sich aber gleich anfänglich die gelbe Sucht nnd das sog. kurffes. Das kurffes haben zwar ftuch nicht gar alle kinder, sonderbar gleich die erste 'I'äge. Wann aber dieses k/irffes die kinder erst nach etlichen Wochen bekom- men u. s. w. 1.^8. Wegen des kurffes oder MSlhunds ist anders nichts zugebrauchen u. s. w. — Ich habe das an der alem. schwä- bischen Grenze und im augsh. Schwaben übliche Wort nicht in mein Wb. aufgenommen weil ich nichts rechtes damit anfangen konnte. Die Nünb. Schatzkammer v. 1694 S. 39 hat: von dem ,,JlÜrfass, Mundfiiulung, wenn Mund, Schlund und Gaumen, Zunge 1) Die Qoelle der folgenden üwei Wörter ist eine au^sburgiscbe : I 'Knne, jedoch biDlängliche imd gründliche Anweisun^r christlicher He- T hammen bescbridbcn von Barbara WidenmauDin (Augebnrgorin) Augsb. V 17S3. B. Ich werde vou jezt ah auch dem schwäbisch-aogsh. Sprach- I «chaze zeitweiliy iu der Aleinuciiia Rechuung zu tragen xaich beniUbcn. ISS p mit kleinea GeBchwärlcin geplikzt sind. Schroeller P 1 291 hat eine kleine Anzal von Belegen, auch gurfcs (wie i/amilleD, i;oller at. h.) und nennt als beutige Heimat den Lech, woher ich es auch habe. Mhd. koffel (?J Wi). I 862a. Lexer b. v. Grimni Wb. 1! ' 640 halt es fiir entstellt aus curfos, citrfosch germ. = lignuin aridum, ScbwanHu? (altnord. fiiuakr.) cur halte ich au kiusan, kiosiui, kiesen urspr. ^ gustai'e. Das kitrfilsch, (kurfüe im cgio. 384, f. 119a), curvei, Pferdekrankheit an den B'üsaen, Steifheit gehört vielleicht gar nicht dazu, wol aber zu lat. curvus ^ kram, wie das VuUc sagt = steif. Vgl. auafilrlich Hildebrand DW V 2805. Fricht stn. Gichter oder »ie man ea hier nennet das Frickl 91. von dem bekannten und allhier sehr gtassirenden sog. Mutler- fricht. Ich habe gar selten gefunden dasa etwas darbei sieh zeigte, welches auch nur von weitem einem wafiren Fricht (versteht sich dichter) gleichete 139. Die Gichter der Rinder, eo mau hiesigen Orts (Augsburg) Fricht zu neuDen pfleget, seynd fürwahr der schlimmste Zustand, sowohl vor kinder als auch ror erwachsene und alte Leute. Wann ich aber die viele und lächerliche Hamen der hiesigen Kinder - Frkht (Gichter) als das sog. Darw-Frkhl. schreyende Fricht, Kiefer- oder Spcrr-Fricht betrachte, so werde ich recht zum Mitleiden bewogen u. s. w. 143. Ich füre aus dem Büchlein; Allgemeine Regel seine Gesundheit lang zu erhalten, nach der Vorschrift des H. Ur, Tiaaot. 2, verb. Aufl. Äugab. Riegers sei. Erben 1786. 2 Belege am Wahnwitz, Hirnwut, Frichier, Sprachlosigkeit 110. Ändere haben das Fricht am gan- zen Körper oder an gewissen Theilcn des Kiirpers bekommen 120. In meinem Augab. Wb. 168 liahe ich fälschlich auf die Wurzel ^)S, frilt hingedeutet, es gehört zil — jeAen, wie das allgemei- nere Gichter: fri — jicht, fra — jihl und ga — jiht, gl — gibt. 3 Zum alkctneiiicii deatschen Wortscliaze: FrilnkiBch- niederrhcinisch, Bairiscb, Sclilesittcb. Kuonrel. So angesezt findet sich doa Wort von Lexor im Mhd. Uandw. I, 1392 nach dem Seker Weisthum vom Jare 1310 bei Grimm W. I, 763: „wer aber, daz ein zoUere sich dar an (,,die Maaase und Gewichte zu untersuchen'^) sämete, ant rih- tere, die zu Selse sint, daz hniirel (so, und nicht huonret) bevin- dent unt den fals, die hhasse sulent die rihteve nemen mittenau- der, die daz hfinret bevonden hant ane den zollere." Was bedeu- tet hier hinret? Zunüchst hat man die dem Schreiber des Weis- tums eigentümliobe Schreibweise zu beachten. Er pflegt öfter eh für t (oder ah für s) zu sezen , so gesej/iet (19), äetzliet (30), sit.ehent (33)i ebenso muss/fc ^^ mnoze (35), sehenden (^ sen- den, 36). Ausserdem wird von ihm h im Auelaute zuweilen ge- tilgt, so Dat = naht (IS und 19), attimbalbe = abtimhalbe E 153 l'(86), Hiernach glaobe ich, daas der Schreiber an obiger Stelle Kdo^A uttret geaimnt hat d. j. daa anreht. Ein anderes Wort ^keben falsch wird auch kaum dem Zusarametihange der Stelle nn- VijgeineaBeüer sein. Beispiele von dem frühen Auftreten des h nach Td«ra z linden eich ausser Weinhold Alemann. Graramat, § 184, r 186, 187, noch bei MüUenhoff und Scherer in der Anraerkung m LVII, 2 (ed. I). Sonst könnte man /luiircl auch zu den bei Wein- hold 1. I. § 230 verzeichneten Beispielen z&len, FeJor Boch DratißUck, doldenartig „boschet" schwäb. Zum DW III 1347 ff. Der blaue Jasmin bringt seine draitßliche wohlriechende Blu- 1 straußweiae im April 2G1. Antbophilus (sieh Alem. IV 20.")). Die der Merzal nach alem. Stellen inj DW haben seh für nnaerß: drauBchelich u. s. w. Droschke: Als ich abreiste, begleiteten mich ein halbes RCataend Wagen nnd Drosrhken ') bis an die Ufer der Wolga. ^A. V. Kotzebue, das merkwürdigste Jahr m. Lebens II. Thcil 47. I Berlin 1802. Ilomblas, als Mass der Entfernung; mit einer Kdden fischen 6« uf ein itornhlas an das schloss (Monjoye). Ürkd. 15. Jhd. Es ist das Heimhncher Schloss. Ingolstailter Feine, Geschüz: Die Hoffart nird jetzt Hof- Art genannt. Könnt ja nicht höher steigen; doch zeigt man ihr, glaub mir behendt, za htgolatadl die Feigen^). Pfaffenzeil er 30. ^^^^ Kälbertam. Versieht er dann ein mal die achaus ^^^^L So wirt er gar zum Narren ^^^H Und springet an dem Kalbertane ^^^^P Gleich einem jungen farren. ^^■Znm DW s. v. Bl. 10a. G. Niege v. Allendorf, hs. Berlin. ^^^r Kfirfd, ein Fiachemez : die van WoUaenffen sHllen fischen mit ^^H vaden, mit harnen, mit Jcorffden, mit gj/ren, mit ftchrdlen, mit ^^^B fockelen, mit Inchten, mit ducken oder mit baden in wdgen (wäc ^^^K^rgea ahd.) in schulden n. s. w. 15. Jhd. Urk, sieb Homblas. ^^^H.nit korfeiett ze legen und gebrachen Zeng zu fischen, ebenda, mit ^^^p Hamen oder tasten tischen, ebenda; hamaien, ebend. eine Hacken- ^^* Wi z. fischen oder ala Mass? Lexer mhd. Wb. I 1680 fürt eine Stelle ans Wackernagels Leseb. an, die aber unserm Worte ganz fremd ist. Meile: Ich hett gemeint, ich wer vereint Mit dir zu ewigen Zeiten Wils nu nicht sein, so fahr nur hin Frag nicht darnach ein mr.iten. ^D. h. gar nicht; meite, eine alte niederd. Münze von ganz gc- ingem Werte. G. Niege v. Allendorf Bl. 20b. 1) „Eine Art Fuhrwerk. Ee besteht in einer unbedeckten oft auch ppolsterten Bank, die auf 4 Rädern ruhet." 2) „Ein Stück so Gustavurn Adolfiim orachröoket." 164 Sfönsttaiäen, Betshmden, weiche die Motten, alt« Jungfurn bei Kirchen um Geld ffir andere abhaltoD. „Danu gut ist ait »in gott der verstorben soodcr der iebeiidigeii, warumb wällen wir sy dann mit vigilien opfcreti, mhiistiiriden, messeu u. s. w. darauss bringeo u. b. w." ä iy b. Vom Fegfewer viin slniid dtr veracbay- den seien ain christliche mainuug nit wie biaher filrgeben. Durch Hr. Gerhard Weslerl/urch von Cölen, neulich nusgangen 1623. „Aucb die groBsen vnkost un begrebnus, begeugnua, vigilien, com- mendazien, aeelmessen, jnrmessen, jaraeyten, motistiinäcti , lioc/i- gfliferc» (Jungfrauen), wachsen kurzen seiden balken, glocken leu- ten, grüber weyben vnd dergleychen vngrundten erdichten cermo- nien vnd wejBcn anlangen, wii ich treulich vor irem schaden war- nen B iij b." Jttosl: vnd werdeo als die versängten oder die verbrentcn böm Ton welchen die blettcr, vtost vud rinden abfallen B ij a a a 0. Jktulwne, Zelt, kleines Zelt, die gi'öBfiern hiessea Tenten. „Lieue beaunder vrunde: wir bidden ind begeren niyt ganzem ernste van vch, dat ir onss wilt lencn eynen vre chi/nen pauluync, den wir mit vnss vür Frankenfoit mögen voyren ind dat eii-ste wir wide- rumhe van dannen komen, aedan so willen wir üch den wider sen- den 20 Colne aunder eynichen verzeuch. Bitte Ädolph's Sun zu dem Berge 14. sec. Küln. Archiv. Jiolltuch in der Red. Ä, von der betrügerischen Liebe: Vil lioUuch sie verkeuft Vnt rew mit vnderleutt u. a. w. Jiolltnch sie gwise verkeufTen dir: Sagen: du bist alleine Der vff der weit gefeilet mir Mit trenwen ich dich meine u. a. w. George Niege v. Allendorf, Züchtige Liedleiu von der Liebe etc. 16. sec. Berlin. Bibl. Rui^elgeist: Auch ist solcbeir rur^iluM (jaysie» swerlich zu glauben. Westerburch B ij b. Stange: item ist och guot für den Siecbtagen, der da heiaaet Stange oder der an der milz oiler an der leber siech ist. hs. oherd. 15. Jhd., sonst unbekannles Wort. Statie, ein grosses Fiachnez: sagenam unatn que vnlgo voca- tur slatze in eodero tractu. Urk. Köln. 1228. Abt Ludolf zu St. Uortin belent d. Ritter A. Vogt von Stammheim. Sitipfeln, bildlich : Dem nach mag man aagen, das die brin- nend vnd hitzige begei-ung nach got alles holz, bew vnn slupfle» in den Seelen brennet. West, B i b. So ainor bawet auff das fundament das Christus iat, gold, eilber edelgstain, item holz how, sltip/lcn Hing jeglichen werk soll offenbar werden a. a, 0, Traget, f. ein Bezirk, innerhalb dessen einer im Flusse Eschen darf: aa he ymme Uyiie llgonde halt in dem Iragcll de I 15ß haltende, tirkd. Köln. 1394 20. Nov. Surde, Hof bei Köln an- langend. Zo wilchme vurschreben traffell viar henetH gelioerent — und umlier vier vierdel machout eyne gewalt — ein iratjeU 16 Tterdel oder vier gewalten. Ebenda, trauude, eine andere Form in e. Urk. des gleichen Jares; lat. tractus, in Iractu lioni 1228. 4 Misel Miscl, Ältester Beleg in Deutschland ist die Stelle im Hym- nne de« Rabanns Maurus: misetlini. Vrgl. ferner: Postea ttaque vnoari mipi'adictoa paupercs qni vulgo mtselli nnncupantur et tra- didi eis nnnni Tineam citra Suram jnxta monasterium S. Wili- brordi; a. 992 Sigorridua comes LuxembnrgeDBiB fundat hospit-ale Eptemaoense. — Hontheiin Histor. Trevirensis 1770 1 p. 329. In Virohow's Archiv für pathol. Anatomie etc. XX, 171 ff. nh- gedruckt. Graff II 875 (mieal, misaloht). 5 Namen bairiscber Musikinstrumente TrvmjKln. Schellat (Jagerhom), Aeherhorn. KüsaheHen. Brit- rscA«) auf dem hafe». Wachlelbeinlem. Meiseiibeinlein. das /lültzy ffelilclifer. göckefspil. Itvßpfeif. f7afwsptf (BladoBtruraent). 16, sec. I 'WirBnng. C Namen fllr alte Tanzlieder und Weisen Der rattai Schwanls. die Krebsschere, dy Kaieenpfole. Pfawe^i X'ai^wante Panli de Broda. der fochss schwantt. der noiter scluoanz. t-iw pmcir schKans. dk Ezehhrwte (Esel), der kranch schnahel. Lder newe ptwer schwanls. Liederhs. Eönigl. B. Berlin musical. ■»'Abt. Mao. Z 8037 quer 4". Vgl. Monafsbefte für musik. Ge- ^Bchichte 1874. No. 5. Scblesisch. ABirlinger Fünf ungednickte Briefe Johann Eberlins von Giinzburg. Eine Notiz von denselben gab ich bereits in meiner Be- ' aprechung der Higgcnbach'schen Biograpbio Elierlins in den L Göttiuger Gelerten Anzeigen Jargang 1875 p. 806. Riggenbach ^'batte sie nicht gekannt: frühere pei'sönliche Forschungen meiner- I Mita in Wertbeim waren gleichfalls erfolglos gewesen und erst I späteren Bemühungen Alexen der Kanfnianns war es gelangen ■ 4iese interessanten Materialien ans Liebt zu fördern ; von demselben ^wurden sie mir znr Puhlication freundlichst Übertnasen. Umsläudo TBrachiedener Art haben dieselbe leider biebor verzögert nnd gestatten mir auch jezt nur ein Minimum von Bemerkungen voiansznschicken. Ich gebe die fünf zumeist äusserst flüchtig und zum Teil I «uf Eiemlioh formlose Zettel geschriebenen Stücke in der anschei- 1 von älterer Registrierung berrürenden Ordnung, unter mög- 15 ^ liebst treuer Beibehaltung der iirspriioglichon Orthographie, nur von der willkürlichen Verwendung grosser oder kleiner BuchstabeD 20 Anfang der Worte absehend. Jene Reihenfolge der Briefe ist jedenfalls auf Grund irer Unsseren Gestalt entworfen und wird sich deren Bichtigkeit weder bestimmt behaupten noch bestreiten lassen, denn es gebricht an allem Materiale zu genauerer cbronologiBc)>or Festlegang der in den einzelnen Briefen borürten Angelegenheiten. Im Grossen und Gnu- Sien werden sie insgesammt in die lozten noch ser der Aufliellung bedürftigen Lebensjare Eberlins zu sezen sein und verdienen da- her um so mer Wertschäzung. Aus der Art und Weise wie in Nro. 2 des Grafen Georg III von Wertbeim gedacht wird, get wenigstens hervor, dass dieselbe wol erst nach de^ Tode desselben (17. April 1530) geschrieben und an Graf Michael IT, der bis EU seinem am 24. Mai 1531 erfolgenden Ableben die Regent- schaft und Vormundschaft über seinen in zartestem Eindesalter stehenden Enkel fUrte. — derselbe war im October 1529 geboren — gerichtet war. Die Sorge für die Erziehung des lezt«ren war es denn wol auch, die den Grossvater zu Fragen an Eberlin veran- lasste, die alsdann Brief Nro. 5 hervorriefen. Wäre dieser und die übrigen Briefe an die spätere nne der Mutter und einigen Verwandten bestehende Vormund seil aft gerichtet worden, hätten doch wol andere Formen, namentlich in den Adressen und Unter- schriften statt „G. H." ,M. G. H.', ,, R. G." eintreten müsBen. Nur in Nro. 2, 3 u. 4 kommt neben .,G. H." und „E. G." ein „M. G. F.'" vor, was mit „meiner gnädigsten Frau" aufzulösen und auf die Wittwe Graf Geot^'s zu beziehen wäre. Mit Hülfe jenes oben erwänten Briefes Nro. 5 sind wir wiederum im Stande die Zal der litterarischen Werke des Refor- mators um einen Titel wenigstens za vermeren. Betreffs des In- haltes dieses Scbriftchens ,von der Kinder U n terweisaug, lässt sich vielleicht vermuten, dasa ce wol ein Capitel aus der früheren Abhandlung ,,Wie sich ein Diener Gottes Wortes .... halten soll" weiter ausfürte und an den daselbst erwänten Trak- tat Gerson's „de trahendis parvnlis ad Christum" anknüpfte. Wir sehen femer an lezterer Stelle recht deutlich, wie Eberlin nicht minder für Verbreitung diircbschlagender Schriften der anderen ipter der Reformation an massgebender Stelle bemüt war ; denn unter den ,,1111 psalmoo an die k. von Hungern" haben wir die Auslegung der 4 Trostpsatmen zu verstehen, die Luther der reformatorisch gesonnenen Wittwe Ludwigs II, Maria, widmete und die zuerst 1526 und sodann 1627 viermal zu Wittenberg unter dem Titel „vier tröstliche psalmen an die königyn zu Hun- gern ausgelegt durch Martinum Luther" erschienen (vergl. J. K. Irmiacher, Luthers aämmtliche Werke. Bd. XXXVIII, p. 3S9 ff.), wärend ralt dem „buchlin Melaneb. von widdertouSer" wol der „Unterricht Philip. Melanchtbon. widder die lere der widdertenfier 167 I ^ N WU dem lateiD Terdentacht darcli Juatua Joniu" gemeint üt. Von leaterem liegt allerdings nur eia Druck des Jores 1534 vor, doch ist die WidniUBg an Michael Meienburg, den Unterstndtschreiber voa Nordhaiisen von Montag nach Purificntionis Mariae 1528 da- tiert und get die Vorlage der Ueberaezuag — „die offen in der schul von Melsnchthon geleBen'' — auf noch etwas frühere Zeit Eurück, so daas hierin kein Widerspruch mit unserer Datierung der hier gegebenen Briefe Eberlins bestet. Daneben ist ea wieder die Bescbäftigung mit dem clasaiachen Altertum, die an merercn Stellen in Streiflichtern hindurch leuch- tet, vornemlich aber im 1. Briefe in vollem ülanae hervortritt. Der Schrift vou der „deutschen Nation Gelegenheit, Sitten nnd Gebräuchen" gegenüber entfaltet Eberlin freilieh jene Tätigkeit nur in verschwindendem Umfange bei der hier llbbrlie- ferten Ueberaezimg einer Reibe aus dem VI Buche der ,,lnatitu- tiones oratoriae" des Quintiliun nicht uugeachickt zuaammou- getragener Stellen. Ala daa wesentlichste Ergebnis dieser neuen Quellen bei träge muiB es indes wol aiigeaehen werden, dass sie uns über die ungestörte Forldauer des Einfluases Eberlins auch aaf die vormnndscbaftliche Regierung in Wertbetm vergewissern. Die durch die bei der Lei- chenfeier für Graf Georg gehaltenen Reden 'j hindurchdringenden Befürchtungen liaben sich nicht erfüllt, vielmer haben die damals ansgeaprocheneu Wiinache ire erfreuliche Erfüllung gefunden. Graf Michael atet nach Eberltna eigenem Zeugnis in Brief 2 ebenao treu wie sein Son zur evangelischen Sache ; Eberlin ist auch sein vertrauter Ratgeber niciit nur in Sachen der inneren R^ierung und vor Allem des Kircheuregimentea, sondern auch in den Angelegenheiten der äusseren Politik wird aein Beistand in Anspruch genommen. Es scheint die Einmischung des Grafen in _die Beziehungen der fränkischen Ritterschaft zum Reiche oder zum Bischof von Würübnrg zu sein, von denen Eberlin denselben zu- rückzuhalten sucht, indem er in auf den Undank, den Giaf Georg hei seinen Bemühungen um die Beruhigung der aufgestandenen Bauern geerntet, hinweist; leider ist woldas Hauptstüuk dieser Corres- pondenz, die Anfragen des Grafen mit Eberlins Gegen vorschlügen, für immer verloren. Auch das uns hier nur vorliegende Begleitschrei- ben ist wol nur durch Zufall der Vernichtung entgangen, der ee der Verfasser aus übergrosser Sorge um die Geheimhaltung selbst geweiht hatte. Gegenstände der weltlichen Verwaltung scheinen es ferner auch EU sein, die in Nro. 4 leider so dunkel nur angedeutet werden; Ireilioh genügen diese Andeutungen , um uns darüber aufzu- 1) Siehe die ausfährliche Beschreibung von A. Kaufmann im I XX Bande des ..Archivs für die Geschichte von Untorfranken und I AichaJTenburg", sowie Riggcnbacb 1. o. p. 212 ff. lt>8 I klären , daae Eberlius Stellaug nach dieser Richtung hin eine durchaus nicht leichte war, doch sctieint es zugleich als sei er hierin von der vielleicht nuswikrts weilenden vormuudscIiaftlichoD Regierung mit grösseren VolImEichten ausgestattet gewesen, als bei Lebzeiten seines alten Gönners, des Grafen Georg. Er tritt da- her hierbei nicht minder aelbstbewusst und energisch auf, als iin 3. Brief, wo es sich am Fragen der kirchlichen bisciplin handelt. Auch dies Vorgehen gegen einen der im unterstellten Pfarrer Bcheint nur eine praktische BeLütigung der Leren xa sein, die er allen Geistlichen der Grafschaft vurnerolich bei der I'arentatio um Graf Georg ans ilerz gelegt hatte, und wie ser Eberlin hierbei in seiaeni Rocht« war, zeigt die Bemerkung, dass der zeitige Inhaber der welUichen Regierung den unhotmitesigep Geistlichen , der sich an in mit Beschwerden über Eborüu direct wendete, auf den lezteren als in stanzen massigen Vorgesezten verwies. So flüchtig diese lezte briefliche Notiz wie alle die übrigen auch hingeworfen sind, bringen sie doch den ganzen Charakter Eberlins zu warem und vollem Ausdruck ; sie sind noch voll jener Krafl nnd Schürfe, die manchmal verlozend wurden, aber doch zumeist von dem rechten Erfolge begleitet waren; bei alledem mangelt inen die ruhige Oebei'legung und klare Einsicht, jft man kann sagen, praktische Voraussicht nicht, die Eberlin so vorteil' hnft vor vielen seiner Zeitgenossen auszeichnet. Und diese Beo- bachtungen mäsaen noch in sofern unser besonderes Interesse er- regen, als sie uns den Beweis liefern, dass das Bild Eberlins aus diesen vereinzelten skizzenhaften Schriftstücken seiner lezten Lebenstage sich noch obonso ansprechend und würdig abhebt als ans den umfangreichen systematischen Werken seiner tatkniftigen Jugend. I Qulatilianus im 6. teil des bnchs von der nnderweisung eins rodners sagt also von züchtigen schimpfworten ^) ains redners: Sollicbe Bcbimf send auch holdsälig (wllcbc ainen minder verweisen, dan man thon mocht), wUche underougen ') kurtz einen anzepfenn *). Ein kriegflknecht bat etwas vom Augosto nnfügklich und 1) Quiotilian. Inst, orat VI, 3. 93 : lucuLidissima sunt aiitem ex his Omnibus Icnia et nt sie dixenm boni stomachi, quau imityiiyR^ vo- oant; est gratus iocus (jui minus exprobrat quam potest. Interim de ae dicera riiliculum est et quod in aliura absentem dicere urbauiim non erat, quoniam ipsi palam exprobrantur, movet riaum. 2) Spass-, Sehe rare den. 3) öffentlich. 4) anüäpfen, einem das Blut ablnsaen. dann troffen, richtig schla- gen ursprünglich von einem Lassinatrument. Innder dem kam aocti Martinnus, von welchem der Au^stuB ver- ■-jnnthet, er würde auch dergleichen tbon, sagt er: olß wenig thon X-wil, was MartianuB bitten wurdt, so wenig wil ich thon, was da Igebetten hast. Einer wurde für ainen groffen narren gahalten, weil er arm ; buld tiel ilmi ain erb an, eagt der ander: du hasts gut ge- erbt von deinenf frnind, wer würt aber sein weißheit erbeu? Alß Cicero handlet wider in des Verres Bache und nach ain zeugen fragt, aagt zu ihm Hort.enaiua: ich verstand disc rütter- ' lcke^)\ sagt Cicero: du aoUests doch wol verstchn, dwuil dn aia fSphynx dobaini hast; dann Verrea hat dem IlortenBio ain erin k Sphynx geschenckt, der vil gelte werd was. (Sphyox was ain ^wltüim thier, das rütterschen pflegt fUrzegeben)'). * Ain römischer reiter trnnck im ring oder schawatat, schickt I der Aaguatus zu ihn, ließ im also aagen : wan ich effen will, so I gehe ich haim; antwurt der reitter : dudarfftjiit forohten, das dir [ Mu ander die atat ainnehme. Ainer bat den Galba umb ein mantel, antwurt Qalha: es I regnet ietz nit, danirab darffstu sein nit, wan es aber regnen I wart, BO darf ich aein aelb. Marcus Coelius kundo baß schmülieho wort furtragen in den ■ klagen, dan die fiirgetragenen beschirmea ; von dem sagt Cicero, Per hotte ain gute rechte band, aber ain hoß lingke. Auguatna') warfF ain römischer reitter für: er hatte sein vatterUch erb verthon; antwurt der reitter : ich -hielta dafür es were mein, Die Atheuicnaer vermainten ain gutte botachiift zu bringen dem Aogusto, sagten ea were ain palm gewachsen auf seim altar; sagt AugustoB; dabey kan man merckeu, wie oft ir fewr darauf machet. Item Cicero tmgt, man aol nit achertnen mit der oberkeit noch mit lewten, die in ainer gmein lieb und werd gehalden send noch mit arliailunUijen^) lewten, ey wollens dan i I sondern mehr dan in aich riemen BAtrwerfTen, das ihm aohraalich ist ! M. G. n. 1 soll auch keinem etwas G. H. Ich hab E, G. aohrift verlesen und darauf her und I gntgedüncken anzaichnet auf E. G. verbeaaerung. 1) Rätseircde. — Hier aclieiut e ") {— ) Randbemerkung. ' " jn hier an Hücksoite. mlich, mühcaelig, leidend, uf E. G. verbeaaerung. J n „nit" zu fehlen. ^| Arbeit habend. ^^^^^H 160 G. in und i: il scb reiben, I darvOQ I at E. G. als meinem bertzeu, I lasHeD aufzeichnen. Kann doch E. G. gRcbrift wol lesea ; säl ' ud aelbs herichtj ich wolt ungero t sogen in myndern gschaften. Auch wolte ich lieber das ander lewt solliche gfarliche birfige Bachen lianJIeten dan E. G. ; uiBAch, gerat es wol (wilcba doch Bcbwerlich sein wiert), so hnt iedernian teil daran, on Graf Jörg ebemelu in der aufrur; so sj gestillet ist durch E. G. grotfe griirlicheit und ai'bait, so ilanckt maus euch mit dem teuffei; würt es aber nit bnlil glücklich geendet, nflrt euch iedermann lassen stecken, und würd darnncb E. G. die uew burdia zu schwer zu dem alten zanck mit bischoffeni das ir euch niiefft ergeben. Ich wolt gegen wenig mebr davon sagen, E. G. nehme es in gnaden von mir an. E, G. pfarherr. G. H. ich erken wol das mein gluck an euch stäht, aber das ist noch mebr, das Christi SAch durcb euch gabt und vil lewt auf euch bawent, und solt der teufiel E. G. in klammen bringen, würde nit akin ewer und mein hauß clagen, sundern vil gutter anfang werden nnderlassen mit sige der böaen. Auch gedeooke K. G. das kainer mit euch letz würd haadlen, der nit vor wenig netten ewer groffer veind ist gwesen. Ach ir seid xn frum und getrew an difen ort und schament euch, desen ander lewt nit ach- ten oder verachten. E. G, verachte mein warnung nit. ÄuBseu von Eberliua Uand: „M. G. F. z m 0. H. Der pfarrber von A i c b e 1 leuft micb hcwt an unib nrsacb, wanimb ich ira die pfarrreeht verbotten; hab ich ordenlich geantwort vor dorn pfurrbern za Utingen ; es hab micb alao für gut angesehen, das aey mein ursncii. Er hat nit ferner gefragt, warumb iclis für gut angesehen, so darff ich im auch nit ferner antwurten noch zur zeit. Fragt er aber ferner, will ich gern antwurten. Auch hat er selbs die sach bindet mein') gezogen auf E. G. nnd da er vcrmnnet ist worden mich anzueuchen , bat er sich gewegert mit mir zu handeln. Ich sorg es steck nit alain ain thor, sondern ein buh hinder sein oren und das er nin wjakel sey zu stinckeo von üb er mutwilliger lewt unflat, den mau in in- schattet. E. G. versteht es wol. Er würt auch nit nach seiner rnt-lewt mainung ubercylen; ich will ordcnlicb handien auf frag uud frag; übereilen thut nit gut. £. G. nndertbeuiger pfarrber. Aussen gleichzeitig : ,,M. G. F."; von späterer Hand: ,,VoR) pfurer zu Eichel dem man die pfarrecht verbotten. Joban Eberlin." 1) seil = selbiges, das, sohwäb. 2) Hier fehlt wohl ,,ruckon'*. IV G. H, Dieweil mir sollictis widerfaren ist mit dem Schul- meister, so wil ich fürohin Icainem für sold schrcibeD au M. G. F. vor dem halbteil aeinoB diensts im vierteil jhar, anch nit zam hal- ben teil, sondern darnauh. Nun' werden vileycht etliche zu E. G. lonffen ; das soll ich leiden, dann das gelt ist E. G. ; das bilfft ichs mach, so raaynen ay, ich hindere sy mehr dan das I Ich sy fui'dere. Send sy nun nit beniegig an mir , so JoulVeQ sy I KU E. G., sy selbs zu horeii ; im nameu öottis, ich wil aber mich 1 niemaDta lassen bereden, das ich E. G. etwas in. zeitlichen dingen I eintrag oder hindere an nutz ; wer nit dran zniridea ist, der klag r fluch oder loulT au die groß glock. (Ich vexier E. G. sonst mehr dau etwan triiglich oder not Ist)'), Also werde ich auch die leyen abweisen, die E. G. oder M. G. F. in der nulnn habeu mögen und seibs suchen. Zu diaem schreiben hab ich bevor awn nrsachen gehabt, die ich in kiirtae nit kan sclireibon, doch wil Ich hiemit eollicha fürnehmen E. 0. angezeigt haben, das E. G. [ liit fibereylet werden. E. G. Ußtflrthfiniger pfarher. Auf der Rückseite von Eberlins Hand : „M. G. H." schicke iiij psaln ungebunden bnchlin. Aach wisse die k. ') von Hungern haben aiti Melaoch. ') von wider- in disem buch, das ich . H. K I E. G., das ' sollich saiohei Auch lose E. G. Üeissig das buchli teurer, es ist vil burgerlichs grunds dar ietz schick mit dem zeichen; 29*). Auch hat mich E. Q. nechat gefragt , wie man ain kiod machte keck m reden, £udt E. Q. in dem bnchlin, das ich geschriben hab von kinder u n d e r w e i s u n g, wie wol ich sagen mocht, wie Themistocles der Athenienäer sagt, da in ainer mocht leren ein kirnst, gutter gedechtniss : sagt er, wan da Blich leretest vergessen, was ich wolt, da ich fragte nit nach be- halten ; also wan man ain kind lerete schäm, die kechait konipt Bfllbs zaw.il. Scham ist aller alter zierd. £. G. unterthäniger pfarrherr. Auf der Rückseite ; „M. G. H," von Eberlins Hand. Wilhelm Schum 1] ( — ) Randbemerkung, die der Verfasser hier eiugesobaltet , MelanchUions. i) Ob ,,Becundus'' oder 29 ist fraglich. WeinfälBchung in Oberschwaben Die Alem. bat II 142 und IV 262 Notizen über Weinfäl- BOhung in EUass und in Köln gebiacbt. Ich füge bei, diLss in Nürn- berg verfälBcbter Wein unter Trommelgetön dea Henkers auf Fleiscbbrücke in die Pegnitz geschüttet wurde. Journal Deutachland 1784 a S. 443. b S. 105. Ueber Weinverf&lschung Überhaupt eieh Beckroaun Beiträge I 179—203. lU 435—441. DsBs in Oberachffoben, in Ulm, in Schwaben überhaupt im 17. Jhd, das Weinfäleoheu blute, ergieht mau aui folgendem. Am auf' hllendaten ist, dass die Haupt verständig^D, die Erzkieser gntea Trankes Alterer Zeit, die OrdeuBgeJBtlichen, die doch sich aufs Queltenstadium auch nach dieser Richtung gat verlegten, daas diese, sage ich, eingieagen und schändlicliem Uetruge zum Opfer fielen. Unser Aller woltskultuihistonker Ebei'bard GockeliUH, den die Ale- mannia schon mermals nannte und noch nennen wird, liesB zu Ulm bei Kühn a 1697 ausgen eine „curieuae Beschreibung desa An, ]694. S5 und 96 durch das Silberglett veraüssten sanren Weins und der davon entstandenen neuen und vormahla unerhör- ten Weinkrankheit, welche in Klöstern, Stätlen und Scblössem grausam Syraptomata nach sich gezogen u. s. w." Da das 42 SS. enthaltende Schriltchen gar se1t«n, erlaube ich mir als Vortrab einige Snzc zum Lobe dea Wernes aua der Dedicatio und dem Eingange zu nemen. Die Widmung gilt dem Reichaprülateu Main* radna zu Elchingen (Ulm) und dem zu Wengen (Ulm) Auguatt- nua. „Waa ein gesunder Leib, beisst der Anfang, für eine edle Gabe Gottes und köatlicbes Kleinod aeye, das wird derjenige erat gewahr, welcher a^itie Gesundheit verloren hat, und anf aeinem Siechbett wie ein Kranich winaslen und wie eine Taube girren musB, da es endlich beiaset: der Tod ist besser wider ein aiechea Leben n. s. w." „Der Wein ist ein herrliches Geschöpf und Edle Gabe Gottes , so er den Menachenkindern zur Linderung und E^- götzung fflr die verdrieas liehe Sorgen, heiast es salbungavoU weiter. Mühe, Arbeit, Creutz und Leydcn dteacr jamniervullen, elenden und vergänglichen Well, bescheret und goBchoncket hat; welcher auch mäsaifflicb gotrimeken, die G<>tter und MenBchen erfreuet, das mensch- liche UerU und Gemüth erquicket, KräHten und Gesundheit giebet, gute PreundachBlit und Vertraulichkeit anatifftet, die alte und erlebte Leute, naeb dem Sprücbwort : Vinnm est lac Senum starckel, n&hret, und bekräfftiget, die betrübte, traurige, und zum Tod destinirte tröstet, Bufriohtel, und ihr bestürtztes Gemülh etlicher massen dergeotallen m Frieden itellet, dags sie ihres Elendes vergessen. Bei dem Wein werden allerhand Festivitäten ceiebriret, manober- lei Händel nnd Hissverständnussen componiret. beigeleget, gerichtet und geschlichtet, anes Feioden gute Freunde gemacbet, die Warheit, nach dem Spriichworl, in vino veritae, herauss gelocket, die Contraet beatbttiget. Heurath und Hochzeiten geslifftut und angerichtet, und ii Summa, was in dem menschlich&n Leben von der Geburt aa bis zi m I dem Tod und Sterben nahmhaffteH tractirt und vorgenommcD wird, d> muaa gemeiniglich ein Trunck Wein dabsi «ein, uad den Anfang: und Beschliiss daran machen. Und diesei, wann es mit Bescheidenheil Seicbiefaet, ist auch in heiliger gottlicher SchrifTt Kiigelaasen, indoma er weise König Salomon in seinem Prediger am 9, Capitel sagt : so gehe bin, und iaa dein Brod mit Freuden, und trinoke deinen Wein mit gutem Muth, denn dein Werok geßUet Gott. Und St. Paulus be- fiehlet seinem Junger Timotbeo, dass er wegen seines schwachen Ma- gens ein wenig Wein trincken boIIü. I. Timoth. 5, V. 23. niogagen, wann man den Wein uiimäasig trincket, so bringet er an der Seelen, Leib, nnd Gemüth einen grundverdurb lieben Schaden. Er schwächet den Ventand, bindet die Sinne, machet lose Leute, und aas vernünfTtigen Menschen wilde Bestien; er hindert am Gebet, christ- lioben Tugenden, und alten vernünfftigen und nol an ständigen Beruffs- Geacbäffieo; er «cbadet der Gesundheit, bringet Kopffwche, Wahnwitz, allerhand Fieber, Dorr- und Lungeasuicht, Grimmen, Contracturen der Glieder, Giohter. und andere bös'e Kranckheiten des Leibes und Gc- müthes; er lehret verkehrte Wort reden, und richtet Schlägereien, Hord, Zanck und Hader an, nach dem Ausspruch des weisen Mannas, welcher sagt, wo sind rothe Augen, Striemen und Wunden obne Ur- Hch? nabmlicb wo man bey dem Wein sitzet, und kommet ausEusauffen, was eingesohencket ist. Der Wein gehet zwar beblioh hinein, so man aber zu viel getruncken hat, ist er gleich einer Schlangen, welche, wann man raan ihr zu nahe kommet, einem einen tödtlluhen Stich versetzet. Uer Wei» unmässig getruncken, rvitzet aa zu allerhand Laster und Leichtfertigkeiten, aondcrlicb zu der Unzucht, flurerey, Blutschand und Ehebruch, wie an Loth und seinen Töchtern zu sehen. Bei dem Wein treibet man aucb mehrmalen scbuidbare Wort und Narren theidung, die den Christen nicht geziemen, utid läutet mit der Sauglocken, daran keusche Ohren einen Ecke) und Abscheuen haben; er bringet auch manchen durch ein in der Völlerey enlfallenes unbesonnenes Wort und Beden, uro Elir und Gevier, l^ib und Leben, Seel und Seeligkeit: Dahero saget Sl Paulas in seiner Epistel an die Epheser am 6, v. IS, das» man sich im Weiu nicht votlsauffen solle. Dessentwegen hat auch vielleicht Johannes der Täuffer, als ein Verlobter Gottes und Vorläuf- fer Christi, keinen Wein getruncken, Lucä am 7. Cap. v. 33. Und wäre der Wein denen Priestern in dem Alten Testament, wann sie in das Allerheiligate geben selten, verbotten. Levit. 10, v. 9. Es ist auch ein Trunckenhold und VollBäuffer zu keinem ehrli- chen Amt oder Beruff zu gebrauchen, weilen er als homo crudelis in teipsnm, ihne selber die Gesundheit, Witz und Verstand raubet, und sich ta einem Narren eauSet. Es ist auch die Trunckenhcit eine wüste garstige Plitxe und Cloac, darinnen sich alle Laster baden, umwaltzen und besiidlen; dess- wegen auch der Wein bei denen Türeken, Persianern, und allen Ma- bumetanem insgemein verholten ist. Dahero nicht unbillicb Cornelius, ein Venetianischer Edelmann in seinem Tractätlein und Vermahuung zu dem msasigen Leben also exclamiret: armseliges Vaterland 1 Wirslu nicht gewahr, wie das un- ordentliche Leben das Jahr hindurch mehr Leut um das Leben bringe, kU Krieg, Feuer, Schwerdt, und Pestilents. Dieses könnte mit vielen Buhröcklichen Eiempeln dargethan und betteiffet werden, davon wir nur eines und das andere anführen wollen. Bei dem Alexendro Magno wäre Clitui, als sein bester Freund geheimer Qath, sehr wol daran, und moobto mehrmalen seine, g»- I I treae Erinnemngea gar wol leiden; als er ihraa aber einamals in der Tranokenheit des Mexsndri etwn« empfindlichu nuredele und vortrüge, wnrde Alexander ilarah den Weiu erhitzet , dermaflsen zgroig: und er- bittert, das» er ibne (ohnangeiehen er vorhero Alexandrum mitten un- ter acineti Feindon mit aeinem Schild bedecket, Ihne errettet, uad bei dem Leben erhalten hatte), mit einem 8p less erstochen, welches Alexan- der hemach, als er ausgenüchtert, zu apat bereuet bat. Ja man kommet offtermablen durch das VolUauffen nicht allein nm Leib und Leben, eoDdern aach um Seel und Seligkeit, wie jenem bei dem Trunck begegnet, welcher aus Leichtfertigkeit dem leidigen Teufel tugetrunckeu. welcher auch aUobaid erschienen, und diesen Un- menschen mit Leib und Seel mit sich in die Luft gefiihret, und ibmo den Hals gebrochen hat. Ein anderer gottloBor Mensch sass bei dem Wuin. und sagte zu seinen Sanfgesellen, ob sie auch glaubten, daes der Hensch eine Seele hätte? er könnte es nicht glauben, weilen er sein Lcbentaug keine ge- sehen; die Pfaffen überredeten nur um ihres Nutzens willen die Leute, daSB der Mensch eine Seele hatte, and dass eine Hölle wäre. Als aber seine Qeaellen versetzcteD, dass ja der Mensch eine Seele hätte, die entweder den Himmel oder die Mölle'zu gewarten halte, wie aolchea der christliche Glanli ausweise, antwortete er trotziglich, er wolte einem, der Lust darzu hätte, seine Seele verkaufen; worauf ein anderer sagte, ich will sie kaufen, und gab ihmc eine KactieWein darvor, die er also- bald aussofie. Da war der Teufel in menschlicher Gestalt auch da, nnd kauft wieder die Seel von dem andern . der sie zuvor gekauft hatte, um eine Kanne Weins; und als er den Wein getnincken. sagte der Tenfeh „verschaffe mir meine Seele, die ich erkauft habe 1" Da sagten die anderen; „es ist billich. was einer kauft, das es ihm werde." Bald ist der Käufer und Verkäufer der Seelen sichtbarlich mit Leib nnd Seel vom Teufel hinweg geführet worden, da er dann wird erfahren haben, ob eine Seele oder Hölle sei. DiBcipiilus de tempore. Sern). I, 83. Am welchem dann genugsam erhellet, was das nnneitige und übermässige Weint rinoken und VoUsauffen für grossen und ermesalichen Schaden an dem Leib und an der Seelen bringe. Gleichwie aber das unmässige Weintrincken gehörtermassen gros- sen Schaden und Gefahr nach sich ziehet, alio kann auch das zuge- lassene, massige, und verantwortliche Weintrincken, wanu der Wein entweder von Natur seinem Wesen und Substanz nach, mangelhaft, ■ftur, hart und ungesund, oder durch unzulässige Mittel und schädliche Künsten verfälschet and verderbet ist, den MeoEchen um seine Ge- sundheit, Leib und Leben bringen, wie anjetzo soll geboret und abga- handlet werden. Als An. 1Ö94, 95 und 96 in dem Worte mbergerland und denen angränlienden Oorteru, die gute und gerechte alle Neckarwein, theila durch die räuberische Franzosen apoliret und weg geführet, theils aber durch die Einwohuer des Landes solher ausgelruncken nnd confirmiret worden, und etliche Jahr hero durch das kalte und ungeschlacbte Wetter sehr raue, herbe und saure Wein gewachsen, welche man mit schlechtem guslo und appetit getrunokcn, und desswegen dieser saure Weis wenig Kaulleutc gefunden, vnd alao der Weinhandel fast in ein Stecken gerathen ist; ao haben etliche Verkäufer und Fuhrleul, damit ine ihre Wein lieblich machen imd nach dem Mund richten, auch solche ■o wol all die gute, starke und gerechte, auf ein hohes Geld bringen möchten, mit einem Anstrich von Silberglett auf naohfolgende Waise TerlUfohet. B«oipe gepulvertes Gold- oder Silberglett, 6 Untzen oder im I • 13 Lotb (onderä nahmoii noch so viel, und thaten nucli Bisiniithiim odar Harcaait hitiEu), clarüliär ciMBe inau in aiuem Geschirr eins Maaas oder 8 Pfund 4 üutieD i;ii>en WeiDeaaig. \aaae den vierten 'Dieil da- Too einsiedäu. und giease aolchea hernach in ein Glaa, oder irdenes ver^lisateB Geschirr, und thiie weiter hinsii eine MaiiKs udcr 3 Pfund und 4 Untren dts besten Weins oder Malvosiers, und lasse es wicdo- Ivin ein wenic; aufsieden, darnauh lasse man es per chartam eniporeti- Mm, oder durch ein Flieaa Papier laufen, und hebe ea in einem wol- verachloBsenen Qlas zum Gebrauch auf. Von dieaem Liquore thue man iO bi« IG oder 20 Tropfen in ein Gläslein Wein, von 3 oder 4 Untzen, i. e. 6 oder S Lolb, rühre solches mit einem Federkiel oder kleinen faölzsrueu Steckldn wol durtb einander, und lasse eo hernach nicder- „Diese obenzeblte Krankheiten aber, wann dieselbe samt ihren 8ymptomatibu8 und ZurülJen, welche an vielen Oertcrn desSchwa- benlaades iDsoaderbeit aber eu Ulm in dem Teotechon Hauß, iD dem Wengen-CloBter, auch lonsten hin nort wieder in der Statt, ttmagtetchen in den benachbarten StiltteD, Clöstorn und SchlöBsern ah zu Schwäbischen Gmünd, Mindelheim, Wettenhausen, Ruggen- burg, ürsperg, WoisBenborn, Wibliageu. Babenhausen, Keblmüiiz, Erbach, WeisBenstein, Orünenbach nnd vilen andern Ort mehr er- bärmlich grassirt u. e. w," „Wie dann auf solche Weise Anno 1634 vor denen H.Woy- •kenacht - Feyrtagen in dem Teutechen Hans za Ulm, erstlich der SecretariuH, nachgehend» der Herr Ciiplan, folgends der Cammer- diener, and zaiezt auch der (Tit.l Commenthur, gewesater Graf TOn Leibe Ifing etc. etc. an /ngestossenem Baach-Griromen tiich darnidür geteget, worauf bin und wieder laufende Gliederschmerzen, Lähmungen der Glieder, Wind, Äufblühungen des Bauchs, stets- wehrende Verbal tiing des Stulgangs, Bangigkeit um das Herz, Bnistenge, Aafstossen des Magens, verlorner Appetit eqt Speise, nnd endlich hei bocbgedaehtom Herren Commenthur unleidenüche Kopfschmerzen mit Pbantasieren. bei dem Herren Capian und Secretario aber grausame Gichter, und endlich der Tod selber bei allen vier Personen (ob sich gleich der Caromerdieuer über ein halbes Jahr lang genebret), erfolget ist." ,, Weilen nun damalen diese Krankheit ganz neu und unge- wohnet Ware, auch diese 4 Personen fast auf einerlei Weise und Im einer Zeit angestossen , hat man der Ursacb solches Zustandes nach bestem Fleiss und Vermögen n ach gefor sehet, die innerlichen Temperamente nnd Constitutionen der Leiher, auch die vorher ge- pflogene Diät als Causam procatarcticam, fleissig erwogen, hernach hl der Küchel wegen der Speisen und Geschirren nacbgeforschet, die Bmnnen erschöpfet, und doch die eigentliche Ursach dieser Krankheit nicht ergründen kennen, bis man endlich gemuthmasset, dasB die Ursach derselben in dem Wein verborgen sein müsse, welches man auch unter anderem dnhero geschlossen, weilen 2 oder 8 Herren Patres Franciscani von Ehingen nach Ulm in das Teutsche Baus, die Sacra allda nu verrichten, berufen worden, welche, da 166 eie etliche Tag und wenige Zeit nurh bei der Tafel von dem Wein getrunken, mit ebenmässigem Bauch grimmen befallen und ange- grifien worden sein, eich aber gleich bei Zeiten wiederum davon gemacht und nach Haus begehen haben." „In dem CJoster Wengeu lbI der (Tit.) Herr Prälat, und fast olle Herren Patres (wenig auBgouommen), von dem sauren und verfälschten Wein erkrancket, bei welchen obgemeldtes Erbrechen, Bauchgrimmen, Verstopfung des Leibes, Lähmung und Schmerzen der Glieder, eine lange und geraume Zeit angehalten, davon aber keiner gestorben, sondern alle sich nach und nach wiederum er- holet und recolligirct hallen.'' „Und das damalen diese Krankheit mit ihren Znrallen von dem Wein hergekommen seie, bezeugt auch unter anderem dieses, weil niemandy so keinen Wein getrunken, von dergleichen Zustand angegriffen worden ist." „Wann man die Fässer betrachtet, worin nen dergleichen saurer und vermischter Wein gewesen ist, so ist die HelTon und der Satz wüst, schleimig, garstig, kothig, und so zäh gewesen, dasB er sich um und um an dioselhe gobengt, dass man die schlei- mige und zähe Matt^rie kaum davnn hinweghringen , und sie säu- beren können; dergleichen abgeitugenes Lagerfass ich selber in dem Clostorkeller be! deu Wengnn gesehen, welches mit einem sol- chen besonderen garstigen und verdorbenen Wust verunreiniget wäre, dass des Kiefers Sohn, ans Beisorg, dass er davon Schaden nehmen möchte, binoinzusehliefien, und solches ku säuberen, ein Bedenken trüge.'' ABirlinger Daß iiltosto deutsche katbolische Kirchen gesaogbuch von St. Gallen Die St, GalliBcbe SUftsbibliotbek besizt ein Dilchlein mit dam Titel; „CaUtoHseh Ge&attij- Büchlein, darinnen Allerhand schünc Geistliche Gesänger su finden. Welche äurcli daa gantee Jahr an Sonn- und Feyr-Tägen, in den £indcrlefirm, Processimen, Creutx- gängen, und anderen Ortketi sehr nutglich tugehrauchen. Von neutpem vAeder gedruckt; verbessert ; mit schönen Liedern ver- mehret, und auf die Fürstlich St. Gallische Landsrliaffl gerichtet. Cum Licenlia Superiorum. St. Gallen, QedruU und su finden hey Jacob Müller, Anno nOB." Bis auf welche ältere Auegabe dieses Büchlein zurückreicht, hat man meines Wissens bis jezt nicht ausSudig gemacht; welche Anhaltspunkte für die Zeit der Entstehung dieses Gesangbuches ans seinem Inhalte sich ergeben, wird aus der folgenden Inhalts- angabe erhellen. Vorerst ein paar Worte über den Zustand der Kirche, fQr deren Gebrauch es bestimmt war. 167 ^^Klfttir Beb Die St. GnlKecheD Stiflalande waren seit frülieetcr 2eit vom CoosUneer Bigtum, zu deBseii Spreogel St. Güllen geböi-t, exiraiert und besAsaeu daber eine eigene kirchliche Verwaltung. Die lite- rarische Betriebsamkeit war wäiend des ganzen 15. Jarbunderts bis anr Berormation gering, der Zustand der kirchlichen Dis,ciplin und Bildung niedrig. Im Jare 1528 gieng die. kirchlich ebenfalls zum KloBter gehörige, SUclt St. Gallen zur Reformation über und rich- tete sofort ir kirchliches Leben nach den Grundaäzeu der refor- tnierten Confeasiun ein : auch der deutsche Kii'cbengesang wurde wie es scheint unter teilweiae Lutlieriacbeiu Einfluss fVüh. näuilioh 1527, eingefürt; ein bei Ph, Wackoruagel „Zur Bibliographie" pag. 412 beschriebenes St. Gallisches evangelisches Geaangbüchloin one Jar und Drackort ist warscheinlich im Jare 1533 erschienen und in diesem Falle das eral.e evangelische Gesangbuch der Jeutacheu Schweiz. Vgl. darüber meine ,,Geachic:hte des evangelischen Kireheo- gesanges in St. Gallen", in den ,, Litterat urbei trügen aus St. Gallen von E. Götzinger, St. Gallen 18T0." Nach und nach besserten sich die kirchlichen Zustände auch in dem in Folge der Schlacht bei Cappel zum Katholicisrnns zuruckgefürten Gebiete der Abtei. Unter den neneingefürten Ändnchtsübungen und Gebräuchen nennt von Arx 111, 262 die Cbriatenleren, Schulen, Kalechiamen, Eir- cfaenlieder, den verbeeaerten Kniender, den Roaenkranz, die n>onat- licbeo Umgfinge. Niihero chrono logiacbe Angaben macht er nioht, man muss sich aber diese katholische Reformation nicht vor dvm Beginne des 17. Jarbunderta deuken, Welche Quellen der unbekannte Verfasser dieses Gcsang- bücbleins benuzt hat, knnn ich ebenfalls eicht genau sagen, abge- sehen von dem später entstandenen Anhang, übei* welchen beson' dera gehandelt werden soll; 25 von den 74 Liedern des ersten und Hanptteilea stehen bei Corner, der 1625 sein katholisches Geaangbuch herausgab, einea bei Lei sentritt; ich bezeichne jene mit C und der Nummer, unter der sie bei Kehrein, „die iilteaten katholischen Gesangbücher von Vehe, Leisentritt, Corner u. Ä., Würzbnrg 1SÖ9", abgedruckt stehen; wo der Teit weaentbche Ver- 'tnderungen von Corner aufweist, habe ich es angezeigt, Das- jenige Geaangbuch, das dem St. Galler Bearbeiter am nächsten .stand, ist ohne Zweifel das Constanziscbe ; ich kenne es bloss aus einer Anfürung in einer vortrefflichen Abhandlung von P. Anselm Bchubiger in Einsiedeln , dem Verfasser der „Sängerschule St. iGalleus"; sie stet im Jargonge 1872 des (schweizerischen) katho- lischen Volksschulblnttos, Schwyz, Verlag von Prof. J. Bürgler, ond trägt den Titel : Die Pflege des Kirche ngesang es und der Kirchen- musik in der deutschen katholischen Schweiz. Hier ist Seite 3Ü6 das genannte Constanzer Gesangbuch angefurt unter dem Titel : , Katholische Kirchengesang: Für die Christliche Katliolisohe Jngendt, nnd andere, besonders zu Weihnacht Zeiten anch sonst das gantse ~ ihr sehr nützlich zu gebraueben. Getruokt zuConstants am Bo- ^^^^^" 168 ^^ ^^1 deßBce, bei Leonhnrd StiAubeD, 1R34." (Dieaer Leonhnrd i^tmuli | ^H hatte fiüher die erst« rtffizin in der SUdt St. tiallen errichtet.) 1 ^^H Fol)i^ nan das -ivieifauho Verzeichnis der Lieder , nach irer 1 ^^H natu ritcbeu Reihenfolge iind alphabetiuch ; die Nuinenerung ist erst { ^^H von mir beigefügt. J ^H Liederverzeicihnis nach natürlicher Reih eufolge. ^H Rehrein ^H 1 Vatter unser, der du bist. Corocr ,567 ^H 2 Gegrüsat sejst du Mai-ia zart. 574 ^H 3 Ich glaub in Gott den Vater mein. 578 ^M ^^H 4 Es iat ein Res entsprungen. 118 ^^M 5 In Galitea ein Jung[fraw wohnt. atroiiti« 1-15 ^^H 6 Maria ein zart Jungfräweletn. ^^B 7 Ach Sünder mein, ach traur und wein. ^H Weybnacht. ^H 8 Am Weyhnacht Abend in der Still. Vwküret 11)7 ^H 9 Reich und Arm sollen frülich sein. 141} ^H 10 Der Tag der ist Bofrewdenreicb. Dies est laetitiae,. 91 ^V U Gelobt Beyet da Herr Jesu Christ. ,, lÜO ^" 12 Dein grosse Lieb, o Jesulein. 13 Chriatum wir sollen loben achon. „ 62 14 Ein Kind gebohren zn Uethlehem. Puer naius ., 83 1 15 Ein grosse Frewd verkündt ich euch. 121 ■■ 16 Ea ist ein Kind Jesus geunndt. ^H 17 Gegrüaat aeyat du Jesulein. 147 ^V 18 Komb Nachtigall mein. ^" 19 In dnlci jubilo. 108 ' 20 Laast una das Kiudelein wiegen. „ 144 21 Mein Mt.nd der singt. 1 22 Mein Herz will ich dir schenken. I ^m 23 Wunder groas, aus Vattera Schooa, u»^^ ^B 24 Joseph mein, wirb mir umb ein kleines Betteleiu. „ IH^H ^H 2b Alle gute Ding seynd drej. ^M 26 Ach mein Seel wach doch aufl '^^^H ^M Fastenzeit. ^H 27 Tu Schwarz will ich mich kleyden. ^K 28 Mit was trawren und hedawren. ^H ^H 29 Chriati Mutter stand in Schinertzen. V ^H 30 All Tugend achon vil Ehr wnd Lohn. 633 1 ^H 81 Mensch gedencke. ^M ^H 82 Solls aeyii, so aeys. ^H 38 Ach Jesu mein, was grosse Pein, J I Die groRBO Lie1>e des Herrn mein. I Da Jesus au dem Crentze stund. I.eisentritt 177 Oeslerliche Zeit. S Christ ist eratnnden. Mit stark verändertem Text 220 FrewdichduHiinmelB-KöDigin, ReginaCueli, Corner 246 Pfingst-GeHHnger. ! KoinbHoiUgerGeist, wahrer Trost. VeniCreator. „ 278 I Komb heiliger Geist mit deiner Gnad. VeniCr. Sp. t DichGottwirlobenuudohreii.TeUeumlandamuB „ 293 Vom hl. Sakrament. I Andäclitig ich anbete. t Frowd euch ihr lieben Seelen. „ 349 I Chriat liie merck. „ 337 L Kombt her ihr Creaturen all. Von uitsrer lieben Frawen. > Frew dich dn Himmels-KönigiD. Litaney „ 395 1 Maria Königin, Mutter und HeltCerin, Salve -Reginn. ^ Salve, Salve o Regina, Kdnigiii Maria. t GegniBst seyeat du Königin. ) Der gutdiiie Bosenkratitz. > Maria schöner Gnaden-Thron. 1 Zu dii' Juügfraw Maria rein. ! Seelige Mutter I Maria edle Jungfraw zart. l Ave Maria, Ave pia. i Maria fahr zur Engelachaar. i Frew dich, o Jungfraw wertho. ' Maria noch eo Bchön. Die geistliche Cyntliit ! Wie schön und zierlich. I Sagt mir, wer ist doch diese. 10 Hertz, wach eytends auf. . Maria du edler Rosen-Gart. ! Sey gepriesen, hoch erkiesen. I GegrüBBt seyst du sehöns Jungfräwlein. i Maria die Reine atleine. St. Joseph. i Joseph rein. St. GalluB. I Nun laest tins alle lohen. St. Othmar. ' Hel£Ft mir preisen. St. Notker. ! Neue Frewd ich euch verküodt. 170 m ^H Märtyrer. St. Gallische Putrone. 1 ^H 69 Eombt, bor. komUt her, ihr Cliristen all. all. Hoiligen. ^^^^1 ^H 70 liüber Hern-. K i t e 1 k e i t i^^^H ^H Gegi-üast seist du Maria zart. ^^^^^H ^H Gegrüeet seist du o Jesulein. ^^^^1 ^H ^^^^r^t .^^^^M ^ ■ r- — -m ^K Gelobt seyst du Herr Jesu Christ. 1 ^H Helfft mir preisen. ■ ^^K Ich glaub an Gott den Tater mein. ■ ^H 19 In dulci jubilo. ■ ^H In Galilea ein Jungfraw wohnt. ■ ^^K In Schwarz will ich mich kleyden. ■ ^^K Joseph mein, wirb mir umb ein kleines Bettelein. ■ ^^K Komb heiliger Geist mit deiner Gnad. 1 ^^ft Komb heiliger Geist, wahrer Trost. ■ ^H Komb Nachtigal mein. <._^^H ^K 44 Koinbt her ihr Creaturea all. ^^^ ^H. Kombt her, kombt her, ihr Christen all. : ^^H ^■, Lnsat uns das Kindoleiti wiegen. * ^^^H ^^H« ()4 Mari» die Reine nileine. ^^^^^| ^B Maria du edler Rosen-Gart. <^^^H ^H Maria edle Jungfraw zart. .^^^H ^B Maria ein zart Jungfriiwelein. «^^^^H ^H Maria fahr znr Engelschaar. ^^^H ^K Maria Bchüner Gnadenthron. «^^^^H ^H Maria Königin, Mutter und Helfferin. -^^^1 ^K Mein Herz, wach eilends auf. ^^^^| ^H Mein Her» will ich dir schenken. ^^H ^H Mein Mund der singt. ^^^H ^^K 74 Mit viel Müh und grossen Sorgen. | ^H Mit was irawrcD und beduwren. ■ ^K Neue Frewd ich euch verkündt. ■ ^B Nun Insst uns alle lohen.* H ^H Christ hie merk. ■ ^H 70 JesD lieber Herre. ■ ^H Joseph rein. ■ ^V Maria noch so schön. H ^V Mensch gedencke. ■ ^H* 73 schwere Gottes Hand. ■ ^^ Seelige Mutter. ■ ^K. 23 U Wunder groBB, aus Vatlers SchooB. ■ ^B Reich uiiit Arm sollen fröhlich sein. ■ ^K Sagt mir, wer ist doch diese. M ^B Salve, Salve, o Regina. . ^^J ^ft Se; gepriesen, hoch erwiesen. ^^^^H ^B Solls seyn, so seys. .^^^^H ^K Vatter unser der du bist. «^^^1 ^K- Wie schön und zierlich. ^^^^H ^K Wo kombt es faere. ^^^H ^K Zu dir Jungfrau Maria rein. .^^^^H Man sieht, es feit nicht an einem tüchtigen Kern von Lie- ' 172 äg\. ; aber äobtes altes ist doch weni)^ vorlianden, sognr unter den bei Corner etehenden Liedern. IIa die katholische Kirube würend der eigentlichen RoforntiiliDUGhswegiing kaum deutsche Lieder her- vorbrnchte und erst nach unil nach mit den Gesfiiigbüchern der evangelischen Kirche 2U konkurrieren anheng, mues tnnn in den katholischen Gesangbüchern nieist entweder auf vorreformatoriache Lieder oder auf nachre form atorta che treffen. Bie leztem erkennt man eratens aus dem regel massigeren Rhythmus, der in dieser Dichtungsart schon liinge vor Opitz durchgedrungen sein muss und im Zuaaninienhange mit der in dieser Zeit bo stark geübten In- Etruinentjilmusik stet. Manche Lieder geben sich aodann als jüngeren Datums 2U erkennen durch eine gewisse Rohheit iu der Nachamonf;; des altern acht naturalistischen Stiles, der eben, weil er ächte Natur war , troz stark sinnlicher Züge nie verlezte , wäreud spätere Nachamungen echon mer die bewueste Absichtlichkeit der Sttl- nacharoung tragen: der Art ist z. B. unser Nro. 24; Joseph mein, wirb mir umb ein kleines Bettelein. Dann scheint das Spiet mit Verkleinerungswörtern dem Ausgange des 16. Jarhnnderts anzuge- hören : Bwar hatte Luther in seinem Kinderlied auf die Weibennch- ten vom Kindlein Jesu diesen Ton schon angeschlagen, aber eben für Kinder ; spater macht sich dieser Ausdruck lästig breit ; das Luthersche Lied hat Kindeleiii, Windelein, Krippelein, Jesulein, Wigelein, Boltlein ; unaer Lied Nro. 17, ein Comer'sches: Ge- grüsset seist du , o Jeeuleio, bestet ans fast nichts als Jesnlein, Kindelein nnd Hertzenströaterlein ; Nro. 18, Komb Nach tigai mein, hat Schnibelein, Kindelein, Aeugelein, Zäherlein, Yögelein, Bette- lein, Federlein, Krippelein, ^ecJein, Hüttelein, Trösterlein, Sohnä- belein ; änlich Nro. 22 : Mein Hera will ich dir schenken. Ferner ist der bolerende, dogmatische, doch nicht apeciell katholische Ton ein Maaastab für die spfitere Entstehung solcher Lieder. Endlich kann die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Znrückfürung eines Liedertextes auf mittelhochdeutschen Laut- stand bezüglich der Diphthonge ei und au einen teilweisen Beweis ttlr das Alter des Liedea geben. Manches ist recht schön unter diesen altern schon aus Corner genommenen IJedern, ganz beson- ders frisch das Lied 71 ; Wo kombt es here, dass zeithche Ehre 80 hoch stolziere in dieser We!tV W^eil doch nach Freuden in kurzen Zeiten das Glück zum Leiden sich ganz verstellt V Doch machen diese altern, heute leicht zugänglichen Lieder nicht einmal ganz den dritten Teil unserer Sammlung aus ; 49 Kümmern aten nicht bei Kehrein ; und zwar die Merzal Lieder der Fastenzeit und beinahe alle Marien- und Heiligenlieder, wärend Advent, Weihnacht, Oätern nnd Pfingsten durch meist ältere Lieder heaezt ist. Alle nicht bei Corner atenden Lieder tragen den Stempel der Opitzischen Zeit an sich ; wenig Ge- schmacklosea, sorgfältige Beobachtung der poetischen Technik, ziemliche ZaI von Fremdwörtern (aalatieren, Gapous, Patron, 178 Qualität, Dignität, Spektakel, Hakel ; ein Marienlied, Nro, 27, ist überschrieben; die geistliche Cynthia); reicher Stropbeabau, manchmnl etwna ge;iiert, Anklänge an weltliche Lieder dieser Zeit, Vorherrschen der poetischen Motive über die dogmatischen, wo- durch diese Lieder olt gar »iuhts oder wenig katholisches an sieh haben , im Gegensaze zu spüterer Zeit , wo man gerade das katholiüch- dogmatische Element stark betonte. Aus den vielen Marienltedern fult man noch einen Nachklang der mittelalterlicben Stellung der Himmelskönigin als dem Ideal der Frauen überhaupt beratia. Ea mögen nun einige dieser bei Corner und Kehrein sich nicht vorfindenden Lieder hier Plaz finden. Ach Sünde ch tn Ach Sünder mein, ach traur und wein. Hilf mit Maria klagen. Die so allein, ein Jungfrau rein. Im Leib thut Jesum tragen : Dise jetzt geht, durch Fleck nnd Statt, Schwanger, wollt llerberg haben. Sie klopfft an vor manchem Hans, Ihr Kindbett zu hegehren, Fraw üntrew schawt zum Fenster nauss, Sagt, sie soll aich fort scheren, Pack dich nur fort, brauch nit vil Wort, Ich mag dich nit anhören. Ach! meine liehe Durgersleut, Ach thnt euch doch erbarmen, Secht an mein Bürdt, secht an mein Leid, Gross schwanger, helft mir Armen, Euch gwissHch ich dort ewiglich Den Lohn will drumb erlangen, Maria gieng noch weiters fort, Wainend von Ghbs zu Gassen, Sie meldt sich an bald hie bald dort, Niemand wollt ihr aufmachen : Acb Gott ! ach Gott! sich, mit was Spott Wird deine Magd verlassen. Ach Joseph, lieber Joseph mein, Ach du Gsponsa meiner Seelen, Lass mich doch dir befohlen sein, Htif mir das best erwählen, Dann du siebst wol, dass ich bald soll Jesuni den Heiland stellen. Ach Schatz Maria sehr betrübt, Weil dann kein Hülf auf Erden, So bab mit einem Stall verlieb, 174 Wird dir nichts bessers werden: Darzn mein Seel ich dir verehr, Wills dir in Kindbett schenken. Nro. 16. Es ist ein Kind Jesns genandt^). Es ist ein Kind Jesus genandt, Gebern im Jndenland: Die springende Bronnen, Die glantzende Sonnen, Seind nicht zu vergleichen, Sie müssen ihm weichen: Frew dich, o Christenheit. Bist viel zu trüb, o Jacobs-Bronn, zu dankel bist da, o Sonn : Ihr himmlische Zeichen, ihr müssen erbleichen, die schönste Carfunkel' beim Edndlein seind dunkel, Frew dich etc. Diss grosse Feur h\\t in das Strau, Wie in das Feld der Thau: Von rei nisten Herzen ohn einigen Schmerzen, bei nächtlicher Stille nach Zeugnliss Sibylle : Frew dich etc. Ach wie ligt da das schöne Kind, ohn Makel und ohne Sfind: Sein Wängelein schmollen, als wären sie gschwollen, sein Aeuglein fürschiessen und Wasser zugiessen, Frew dich etc. Dein Aermblein, o schönstes Kind, Der Mutter Halszier sind: Dort -wollen sie langen, Dort wollen sie fangen. Dort wollen sie hangen. Dort wollen sie prangen, Frew dich etc. , Dein Lefzlein haben ihren Lost Dort an der reinsten Brust: Alldort sie sich netzen, 1) Nach der Weise: Es ist ein Schnitter, heisst der Tod. Vgl. Wonderhom, Ausff. v. Birlinger u. CreoeUus, T, 61 u. 627; stammt aus dem Jar 1637. Nach derselben Weise get Nro. 61, unten Seite 182. 175 und völlig ergetzen, alldort sie sich laben bei himmlischen Gaben, Frew dich etc. Das Herzlein schwimmet hin and her, als wann es gefangen war: Es will sich zertheilen, will andere heilen, es will sich zerspalten, will uns drein behalten, Frew dich etc. Creutzwebs die Füsslein legen sich, ach mit was Herzenstich: Zum Creutz sie sich rüsten mit schmerzlichen Glüsten, sie messen die Länge, Die Breite, die Enge, Frew dich etc. Komb her zu disem Kinderspiel ein jeder, wer da will: Ihr Grosse, ihr Kleine, ihr Reiche, ihr Gmeine, Doch sauber und reine, sonst ladet man keine, Frew dich etc. Secht, secht, was uns zu Gfallen that Das allerhöchste Gut: Will alle gern schützen ohn einigen Nutzen, will alle begaben und Selbsten nichts haben: Frew dich etc. Gnugsamb reich achtet sich das Kind, wann wir sein aigen sind: was hast für Bedenken, dich ihme zu schenken, was mangelts Besinnen, Wo Gott zu gewinnen? Frew dich etc. Schenck aus, nimb ein, gib ihm das dein, sprich : Kindlein, jetzt bist du mein ; dein will ich verbleiben, lass mich nicht vertreiben, dich will ich behalten und lassen dich walten, Frew dich etc. 176 Nun sei du mein und ich sei dein, bitt, lass es also sein: ach lass nicht geschehen und thu nicht zusehen, dasB ich dich aufgebe die Zeit, so ich lebe: Frew dich etc. Gib, dass ich alles schlag in Wind was dir missfallt, o Kind. Gib, dass ich hoch achte und stätig betrachte mit feurigem Herzen dein Leiden und Schmerzen, Frew dich etc. Dein feurigs Herz entzünde mich, auf dass ich liebe dich : durch dieses Entzünden verbrenne die Sünden, durch dieses Verbrennen gib dich zu erkennen, Frew dich etc. Und du, o Himmels-Eayserin, o Gottes-Gebärerin, auf dich wir yertrawen *und sicherlich' bawen, du wirst uns bewahren in allen Gefahren, Frew dich etc. Weil dann diss Kind dein aigen ist und du die Mutter bist: was will es versagen, was will es abschlagen? kanst richten und wenden, hast alles in bänden Frew dich etc. Jesulein, der diss gedieht, dein Armuth ihn versieht: dich lasset er sorgen wol heut und auch morgen, dich lasset er walten, du wirst ihn erhalten, Frew dich eto. Ach Jesulein, am letzten End komb ihm zu Hülf behend 1 dort lass ihn entsohlafen ohn ewige Strafen^ ach lass ihn erwochea, ihn solig zu machen, Frew dich etc. Qib ihme aambt der ChriatenBchnav Den Frieden zum ueueii Jahr : Den Frieden, Jen Frieden, Den Friedei), ilen Frieden, Den Frieden, den Frieden, Den Friotlon, den Frieden, Fried, Fried, der Christenheit 1 Nro. 27. In Schwarz will ich mich kleiden. 1 Sohwarif will ich mich kleiden, Herr Jesu dir zu F.hr, Dein bitter Todt und Leiden mein Herz betrübet sehr, Von wegen nnaer Sünden leidest sehr groaseu Schmern, wer diM nicht thut empfinden, der hat ein Steines Herz. In GrOn will ich mich kleiden, der Herr an Oelberg geht, dort hebt aich an sein Leiden, der Kelch da vor ihm steht: bngt dreimal an ?.a betten, sein Angsicht schwitzet Blut, ein Kngel zu ihm g'tretten, im Leiden trüsten thut. In Grassgran will ich mich kleiden, will in den Garten gehn, will eehn des Herren Leiden, wie d' Juden umb ihn stchn: sie haben ihn gefunden durch Talschen JndflB-KuBs, ) fuhren ihn gebunden wohl durch den Ceder-Fluss. In Braun will ich micih kleiden, die Wang ist bruun und'hlnich, krön Annass musa er leiden ein hnrten Backen s traich : - ner Heiland wird geschlagen die ganze lange Nacht, • Ihm thut an oUe Plagen die jüdisch wilde Wacht. In Roth will ich mich kleiden, der Herr vergieaat sein Blut, Die Gaissel rouss er leiden, mnn schlägt ihn mit der Buth: Mit starken harten Straicheu sein Lei!» ward gan» verwondt, ihr Juden, lasat euch erwaichen, kein Glied ist mehr gesund. In Purpur will ich mich kleide», vom Purpurmantol lang, dpa Herren Haupt muss leiden, ein Dürn-Cron ihn durchtrang: der König Himmels und Frden, der alles aieht und rieht, 2U Spott und Schand rauas werden, mau speit ihm ins Gesicht. IniMeer-grün will ich mich kleiden, das Meer-Ruhr stellen vor, die Weiseheit mnsa sich leiden, mau halt aie für ein Thor: Wo thut dein Weissheit bleiben, o weiaer Salomon, Die Juden Gspütt nur treiben mit deinem Scepter unü Cron. In Weiss will ich mich kleiden, bedeut das weisse Kleid, darin der Herr muss leiden, als war' er nicht gescbeid: Herodes thut ihn verlnchen, vermeint, er hab ein Sparr, unerhörte Sachen, Gott hält man für ein Narr. In Wa a s e r 1 tt r b « ill ich mich kleiden, Pilatus wäscht die Uilnd, des Herrn unbillichs Leiden der Richter selbst erkennt: die Juden schreien z'eammeu: hinausa ans CreutE mit ihm! ■ie thun ihn all verdammen mit ihr Gottlosen Stimm. BlrUuger, Alfmuiuia V i I7fl tr Herr ist actiwacb und matt, ' HD auss der Statt: r zu Bodeu fallt, hn fort mit Gwalt. rr, deinLeib wird cutblÜRat, 1 dich hinetoBst; In Graw will ich mich kleiden, der Stab gebrochen ist, verdammet ist zum Leiden der Heiland Jesus Christ : 'Das Urtheil ist ergangen über das höchste Out, am Creutz der Herr mnss hangen, daran vergiesat seii> Blut. InÄschfarbwillichmich kleiden, der" zo seinem Todt und Leiden führt man i sein Creutz muss er selbst tragen, biss t die Juden stussen und schlagen, reisaen InLeibf arb will ich mich kleiden, Hc die N&gel musst du leiden, ans Creutz n daran thut man dich haften, gi'oaa ist die Marter dei all deine Glieder und Kräften voll Pein und Sobmerzen sein. In Haarfarb will ich mich kleiden, tragen ein hären Kleid, der Herr am Creuz thut leiden, zu seinem Vater schreit ; dem Sünder thue vergeben, er weiss Dicht was er thut, gib ihm das ewig Leben durch meinen Todt und Bluet. In Blau will ich mich kleiden, will schawen den Himmel an, ob er das Leid könn leiden, es trauret Sonn und Mond : der Fürhang tbut sich treunea, die Felsea leiden Notb, ftll Creaturen erkennen des Schöpfers bittern Todt. InVei 1 b r a u n will ich mich kleiden, der Herr ins Grab wirdg'Iegt, nach seinem Todt und Leiden wird mit dem Stein bedeckt : der Heiland ist gestorben una Menschen all zu gut, das (feil hat i . Soll 'osenfarbea Blut. seis, wie mein Gott will, 1 ganz ergeben ; 1 Will allzeit erfflU, sicher leben: Goad und folg sei: I nichts betrüben ; ich mich belli viü, ich bin bereit. Nro. Solls sein, s bab mich ih so kann ich hab ich sein SU kann mi( mein Gott allei: Wie mein Gott er ist mir lieb auf dieser Welt mich nichts erfreut, als ihm allein zu gfallen: Kein Frewd, kein Leid ntich von ihm scheid, Kein Trübsal, Angst, Notb, Schmerzen: Solls sein, so seis, mein Gott der weisat, Dass ich ihn lieb von Herzen. Wie mein Gott will, ich gib mich drein, will b'ständig bei ihm bleiben, 1} Dieses überaus schöne Lied, das lebbüft an die besten I Gerhards erinnert, in den SehluBSBtrophen au Angelas Silesius, get nach der Weise der Ilooenlieder: Man sagt von Geit und grossem Gut, und: Wer lütze) hhalt und vil vertut, Uhlaud Volkslieder 38& u. 238. will koiner Müh spnt oder früh 1 Gottes Ehr verschoi ' hiä und dort belohnt ird mein Sobweiss Er mache nach sein em G'fnllen, es gilt raii- gleich, »ie er mich trill und ichupf mich wi B ein Ballen ; mein Will i).t seio jnd seiner mein, er hat mich an eim Faden; BOllB sein, 90 fieia, 7 um beat'n er wc was mein Nutz ode Schaden. Wie mein Gott will es steht bei ihr er macha nach seim belieben, von seiner Hand ich alla annimb and la^a mich nichts betrüben : kein Angst und Noth, auch nicht der Todt BoU mich von Gott vertreiben ; Solls sein, so seia, jung, alt und greisa, will ich bei ihm verbleiben. Wie mein Gott will. es. mir gefallt, ich lass ihn alles walten, jung oder alt, Icein Macht noch walt soll mich von Oott abholten: ateht er mir bei, so bin ich frei, auch mitten in den Banden: boIIh sein, so seis, das HölliBch Gschmeiss mach Gott durch mich zu schänden. Solls sein, so seis, wie mein Gott will im hohen Uimme! oben, er geb mir wenig oder viel, will ich ihn darunib loben, blind, krumb und lahm, in Gottes Nahm, er lasa mich nit verderbej) : BoUs sein, m aeis, Gott ist mein Speiaa, last mich nit Hunger sterben. Wie mein Gott will, ichs ihm befibl, er ists, an dem ich hang«, wann er mich atraft, so bleib ich still, damit ich Gnud erlange : mein Will verkehrt ist und verderbt, drarob soll ich Gott anhangen: aolla sein, so seia, ich nicht vergiss, daae ich von ihm ausgatigen. F 180 Wie mma Gott will, es darf nit viel, ich will ihn allzeit aucbeo, ich achta nicht viel, weil er meiu Züil, schon mir die Wvlt thut fluchen: wann ich ihn find, lang oder gsdiuind, hnb ich mein Zihl erlanget; Solls Bein, so seis, mein Gott, der weisst, wie mich nach ihm verlanget. Solls sein, bo aeis, es gilt mir gleich, waa Gott mir zletzst will gehen, die RCII oder das Himmelreich, dann er ist all mein Leben: BO ich ihn hnb, biss in dos Grab wird mich nichts von Ihm scheiden: 3o1Ib kein Wahl hab ich auB beiden. Wie mein Gott will, ich mich gib drein, so Er mich will verwerfen ; sein Will soll nur mein Himmel Hein, er wird das Recht schon treffen: dann weil er gut, kein Unrecht thut, drninb soll sein Will geschehen: Bolls »ein, so sei», anf diese Welsa will mich ihm ganz ergehen. Wie mein Golt will, wird es mir gehn. in Lieb und auch im Leide, mein GlQck und Unglück bei ihm «lehn, darumh mir gleich all beide gefallen wol, von Gott mich eoII höaa oder giita nicht wenden: Bolia seil), so seil, auf dise Weiss will ich mein Leben enden. Amen. . 52. aeelige Mutter voll Gnaden und I seelige Mutter, voll Gnaden und Güt^, Glorwürdige Palrona, bitt für uns Maria, wir wollen dich grilaaen, die Herzen wagiessen, wöllat götig anhören, waa unser begehren : bitt für ans, bitt für una, bitt für uns, Marin. Diegrimmige Schmerzen durchdringen die Herzen, barmherzige Patrone, leid mit uns Maria: Gross Jamnier und Elend wir singen dir wüUen, wir könnens nicht (ragen, wir müssen dir klagen, leid mit uns, leid mit uns, leid mit uns, Maria t I) Jedosfalla in Deutschland wärend oder järigen Kriege gedichtet. ü nach dem dreiiisig- 181 DetiOiristliclietiGlnaben.diehDcligetolitTaQlien, groBsmächtige Patrona, streit ftir uns, Mnria; die will nmo ausstreiben, die Cbristen aurreiben, die Kircben zerstören, die Bilder umbkelii'eii : Streit füruDH, streit für niia, streit fdr uns, Maria. Abtrianige Ketzer, arglistige Schwätzer, stark milch lige Patrona, stArke uns, Mafia, die wölIcD une nehmen gar Christum den Herren, Bein ßloetuns abstehlen, sein Leiden verschmähen. Stärke uns, stärke uns, stärke uns, Maria. Sein Namen und Ehre, sein Leiden und Lehre, glückseelige Fatr< die heilige Gaahen, die sie spöttiich auaslacheo u Wein mit uns, wein mit \ , Marie Göttliche Gm )d schimpRich verachten, i, Mai Das Beichten und Fasten sie sehmächlich antasten, Glorwürdige Patronn, bitt für uns, Maria, Das Heilig Mess-hüreu und Commnnizieren, sie wollen nassreuten und alle Kelch beuten, bitt für uns, bitt für uns, bitt für uns, Maria. MitBüchsea and Haggen, mit gfährlichen Walfon, grosamächtige Patrona, streit für uns, Maria, Mit Wägen und Pferden mif unserer Erden Die Kriegäheer umblaufen und alles auasranfeii, streit fdr uns, streit für uns, streitfür qub, Maria, Wann sie nun ankommen mit Pfeifen u.Trommen, starkmächtige Pabroua, stärke uns, Maria, die Dörfer sie breuneu und Flecken zertrennen, die Clöster verbergen, die Länder verderben, Stärke uns, stärke uns, stärke uns, Maria. Viel Wittwen und Waisen, viel elende Geissleu, glückselige Patrona, wein mit uns, Maria, vil Herren und Bauren noch heutig« Taga trauren, vil Weiber und Münuer vor KümmernusB aterben, wein mit uns, wein mit uns, wein mit una, Maria. Nun hilf uns, o Mutter, ninib von uns die Ruthen, barmherzige Patrona, bitt für uns, Maria, Wir wollen die Laster mit allem Fleias hassen, Dein Namen verehren, die Tugend erklären, bitt für uns, bitt für uns, bitt für uns, Maria. Ein heiliges Leben, das wolleat uns geben, stark mächtige Patrona, bitt für uns, Maria, auf dass wir dich loben Im Himmelreich drohen, dich preissen and ehren obu alles aufhören, bitt für uns, bitt für uns, bitt für uns, Maris. Wi 56. Wie schön und zierlich. Von unser lieben Fraweii Geburt. I schon und zierlich, Obern Atürlich, 1 Ziet'rat der Morgenrütb, Wie Sonn und Mone in ibrem Throne Des Himmels Königin vor uns atebt. Wann mich die Wellen der Trübsal fiilleu. Wann mein Schiffleiii ein Scbiffbruch leidt, Ligt ea darnider, hilfst du ihm wieder, BiB an doB Port der Sicberbeit. Als einer Fackel ohn einig Makel Dir folg ich in dieser fioeter Nacht, Du kannst uns leiten atir Himmels-Frewden, So dein Geburt uns zugebracht. Diesen Geburtstag, den ich euoh ansag, Dieser gewaltigen Kaiserin, LasBt uns verehren, die Lieb vermehren, All unsere Lebens Gebührerin. GL Maria du edler Rosen-Gart '). , Harianischer Blumen -Gart. Maria du edler Rosengart, von BluDien viel schöner Art: da Jesus glorieret. das Blumen werk florieret, ficbiin lieblich beinammen und mancherlei Namen, Ave Maria, Ach ist nicht das ein Rittersporen : ein Jungfraw stur Mutter erkoren ; zarte Violen, wer wolt sie iiit holen, Die Blumen abbrechen, Hariam ansprechen, Ave Mai Riechen da schön die Violein, Der Meyran und Negelein, liflth Rosen, weiss Lügen, Hyazinth, ISanilgen, Die edle Narcissel und Himmlische Schlüssel, das ist Maria. In Ehrenpreis und Wolgemuth mein Herz sich erquicken thut: Da werd ich abflocken die silberne Klocken, schön Rosa Maria, ü dulcis, & pia, Jungfraw Maria. Ach tausend schön, o Tag und Nacht, Augentrost, ich nachtracht : Das Blümlein so Karte mit Schmerzen erwarte. Das KrUnzlein zu binden, wann werd ich dich Snden, Mein Trost, Maria. Nro. 66. Kau lasst udb alle loben. Ton iem bei), Tater Gallo. 1) Nun lasat uns alle loben Sankt Gall im Himroe] oben, Die wir auf Erden seind: Sein Tater ileiasig ehren, das vierdt Gebot thut lebren Ein jedes trewca Kind. 2) Sanct Gallus war gebohren, ausB Suhottland auHaerkoIiieii, von königlichem Stamm : Mit priesterlicher Ehre, mit cbnstenlicher Lehrei Glantzte sein hocher Nahm. 3) Mit Colambano eben fühi't er ein heiligs Leben, ist aller Welt hekandt. Vor tausend und mehr Jahren durch Diancherld Gefüliien Kam er ins Schweizerin rid. 4) Dies Ort gfiel ihm vor allen, in Dorn ist er gefallen. Und auf aein Herz darzu, Seil) Gfertb wolt ihn auMcbten, aufstehn wolt er mit Dichten, Und spricht: da ist mein Ruh. 5) Und daas forthin Gott ehren und Gottes Ehr vermehren allhie soll Jedermann, Steckt er ein Creuz in d' Erden mit Beulenden Gebftrden, fiüiigs K 1 08 ter- Leben an. fi) Maria der Jongfrawen that e befilchts in ihre Hand, Uen Helden Sanct Mauritium i zur F'ürbilt er benandt. r dies Ort vertrawen, ! auch Sankt Dosideriu eeim Mund käme, 1 dem Cieuz des Herren, 7] Jesus der süsse Name nieinal aus» Er war sein süsaste Speiss, Wollt auch nirgends glorieren ala { Ehrt es mit höchBteni Fleiaa. 8) Der Dar das Uok zubrachte, Sankt Gall es wol bedachte Gab ihm von seinem Brodt, Dae höllisch Gspenst von dauiien durchs Creuz that er vor bannen, Macht ihnen grosse Koth. 9) Die Welt, ihr Ehr verachten, mit Eifer Gott betrachten Gedult in Creuz und Leid. Das Fleisch und Leib casteien, Gott alzelt benedeien, wäre sein grösste Frewd. 10) Die biachüfliche Würde und e Schlug er sehr klüglich ai Gunzonis reiche Gaben wollt e Theilts unter die Armen a iR Prälaten Bürde nit aigeu haben, 184 lll) Er ist zwar Priester gwesen, doch bnt er kein Me«B glewii AiiBs Ghorsamb ctUab Jabr, Nacb Columbnns Ableibeii that ibu der Geist antreiben, Zq gebii aur den Altnr. I 13) Mit Weinen und mit Beten, mit barin Kleid nnd Ketten Ueta Fleiscb er nicbt verscbont, für'a Fasten und für'« Wachen, für Uubild und für Scbniacbeji Ihn ewig Gott belobnt, ['13) Unnn als das neunzigst Jabre nnd fünf vorbanden waie, Stiess ihn ein Fieber an, V Arbon ist er gestorben, liat d'Himraols-Frewd erworben, Kann niemand zweiQeu dran. \ 14) Ins Grab wollt man ihn legen, doch kont ihn nit bewegen Kein Müh, kein Gewalt so schnell, Urumbinan der Leichvorgspnnnen zwei Füllen, die ihn von daiinen geriibrt /u seiner Zell. I IB) Darbei hellglänzend scheinten zwo Kerzen und nicht scbweinten, Sie brandten etlioh Stund. Hört zu die Wunderzaicben, wau tbut eim A.men reichen Sein Kleid, und wird gesund. ir Gott nlizeit gfälüg 80 wird euch Gott erbeben. IC) Jelzt ist er ewig seeJig, weit Gelebt in dieser Zeit. Folgt seiner Lehr und Leben, Zur ewigen Seligkeit. 17) Snnct Call, dn Gnttes Freunde, beschütz uns vor dem Fe. Durchs heilig Creuze gut. Das du hier aufgerichtet und jenem uns verpflichtet, Her dran vergoss sein Blut. Das Gallua-Lied ist freilich etwas hüUern, aber immer noch r weit besser als die hier nicht mitzuteilenden Lieder der bl. I Othmar und Notker. Str. 3 des Gallitsliedes kann zu seiner zeit- in Entstehung einen Anhaltspunkt geben; Gallus kam vor 1000 und Hier Jareu nach St. Gallen, d. h. wol nicht albulange nach 1614, seinem lOOOjSrigen Jubeljar. Alles spricht dafür, daüs die Sammlung auf keinen Fall bedeutend später als in der Mitte des 17, Jarbunderts entstanden sei; dafür zeigt der immer noch nltei'- . türaliche Geist und alte Spraobformen auch der spätem Lieder, ser reine Form einiger derselben und die gänzliche Abwesea- Lbeit des rohen, plumpen, mit blo«s gemachten Bildern prunkenden I Stiles der zweiten Schlesiaohen Schule. Wie auffallend die Samm- flnng von diesem spätem Stile abweist, eotgt nun der Anlinng oder Zusntz etlicher iienen geiBtlichen BSeaängeren, raeiatens von den heiliffea Patronen Farstl. St. Gallischer Lnndsohafft ; insonderheit aber der Graffichafft Doggenimrg; jedocli dass deren der meiate Theil auch an andern Ort.hcn und Pfarreien gantz konblich, zu sonderlichem Trost nud Nntaen aller Anwesenden könnea gesungen werden. Alles zu grösaerer Ehre Gottes, seiner h'ehwerthi^ten Mutter und aller liehen Heiligen. — Dieser Anhang enthült 32 Liediir, von denen keines pdetischen Wert hat. fade und gedankenlose Reimereien; bei jedem Lied ist dio Melodie angegeben; entweder in eigner Melodie, oder nach der Melodie eines Liedes aus dem ersten Teil, oder nach der Melodie eines Liedes aus dem Mirantischen Flütlein, z. B. weil ich auf dem Woll äste -Weg, oder: Ach, Haphnis, weine nit so sehr. Das Mirant iscbe Klötlein war 1682 zu ConstADz erschienen und hatte den P, Capiwiner LaurentiuB von Schnüffia zum Verfasser, einen Vorder-Oester reich or aus dem Dorfe Schnifia bei Feldkirch Im Vorarlberg: Goedeke, Grundrisa 476 hat in mit Un- recht zu einem Schweizer gemacht. Also V/ird der Anhang nach 1662 entstanden sein. Abgesehen von ein paar Liei^ern allgemei- ner Natur bestet die Merzal der Gesänge aus hölzernen Lohliedern auf Patroue der St, Gallischen katholischen Landkirchen , wie ea scheint, eigens zu dem Zwecke gedichtet, da meist der Name des OrtoH in den Text eingefügt ist. Ein Verzeichnis der Lieder- anfange lohnt sich hier nicht. Mit eigener Pngination sind der Liederaammlung die Melo- dien der eralen üälfte heic;efiigt. Das beschriebene Gesangbuch erhielt eich bis gegen den SchlusB des 18. Jarhunderta im Gebrauche; 1783 wurde ea umge- arbeitet nach den Grumlsätzeu einer abscheulich nfichternen Auf- klärung. Dies nriher nactizuweiaon lont sich hier ubenfAlls nicht; ich teile bloss die erste Strophe des ersteu Liodoa zur Erbauung des Lesers mit : Ana Jesae Stamm entsprungen Ein Zweig ist wunderbar, So, wie uns vorgesungen Vom IsaiaB war : Und hat ein Blüralein bracht In Milte kalten Winters, Mensch, diess wohl betrachl! 3t. Gallen Ernst Gülzinger Untersuchungen zur Eleässer Grammatik ') I Diu initlauleDdcn Längen im AltelsäasiBchen Wie daa Nhd und die meiaton jezigen Mundarten licsizt Am Etpöasisuhe heute keine langen Mitlanter mer (ober die Proeodie der nhd Mitlaiiter B. die Beitrüf^e mr Gescliicbte der deutschen Sprache von Paul und Braune. 11, 1876, S. 561 ff); zB in dem Worte rinne wird über den n-Laut ebenso raach hinwefcf^egftngen wie in Genuss, wohne usw; von einem langem Verweilen auf demselben wie im nbd hinneigen, annehmen usw') und wie im Bchwoizeri sehen rinne. Manne, Sonne uaw ist keine Rede. Ebenso wird in Rappe, Ratte, Ecke usw der Verschluss für die Tennis kaum hergestellt sofort wieder gelost, wärend die Italianer in zup{ia, alto, secco usw, die Schweizer in Rappe, Wappen, Ratte, rate, Ecke, Türke osw zwischen der scblieasenden nnd der öffnenden Bewegung der Organe eine merkliche Zeit verstrM- chen lassen. Wenn Sicvera den meiaten Mundarten die godenten Mitlauter des ItalianiBcheii abspricht, inen hingegen diejenigen des Schweizerischen zuschreibt, so ist dies eine der Unklarheiten welche leider sein Buch entstellen. Bezeichnen wir also die Lunge sowol der Vokale als der Konsonanten mit und sprechen .jeden nicht mit versehenen Buch- staben entschieden kurz, so sind die oben erwönten nhd Wörter rin9, rapa, rafe, flks usw, nicht etwa riji», rap», rats. fllc^ nsw, Hingegen hinneigen, annehmen osw sind Mnaigft, ai'icmn nsw. In der nhd Orthografie soll die Verdopplung eines Konsonanten- zeichens nichts Anderes bedeuten als dasa der vorhergehende Selbet- lauter stark und zugleich kurz ist. Wer diesen Misbrauch in Falle, Sinne billigt, muss in auch iu Fall, Sinn galheiBseo; wer Fal, Sin fordert, kann nur Fale, l>ine zulassen. Der Vor- schlag Fal, Falle, Sin, Sinne veratäast ebenso stark gegen die 1) Alem. IV SG5 S. 2) Beim ZusammentreSen gleicher Aus- und Anlaute schiebt in uiigeitwungener Hede kein Mensch die geringste Pause ein; a. Beiträge II S.570f, und Sievers Grund/üge dorLautfyaiologie S. !00, Nicht in Betracht kommt es w^nn eine unverständige Schuinioisterei hier ire eigenen Wege wandelt wie sie auch zB in Buhe, Reihe, rathe, wütba usw den h-Laut und den e- (nicht 3-) Laut erzwingen will. 187 i^ Forderungen der Wissenschaft, wie gegen den herkömmlichen Ge- hraach und läset Hich durch Berufung auf die Orthografie fremder Völker nicht ini mindesten rechtferUgen. Wenn nun (luoh dio langen Mitlauter des Ahd im Elaüasi- schen seit dem 14'° Jarhiindert immer zu entschiedenen Kürzen geworden, so haben sie doch unverkennbare Spuren ires frfihern Vorhand ensei na hinterlassen indem sie auf die Prosodie Torher- gebender Selbatlauter in hestimmtor Weise eingewirkt haben. Wie das Nhd. so bat auch das Elsüssische die kurzen atai^ ken (betonten) Selbstlauter der sonst regelmitsaig eintretenden Den- Dng entzogen erstens wenn darauf mercre Mitlauter folgen welche aamtlich zum Stamme des Wortes gchüren; zweitens wenn sie vor einem früher langen Mttlauter gestanden haben. Ferner zeigt es in diesen beiden Füllen regclniriasig Kürzung der alten I. f. D, ein Verfaren welches das Nhd nur ausnamsweise in Fichte, Licht, Dirne, müssen, Mutter, Futter, lassen, Wappen, Blatter angewendet hat. Diese Spuren sind nicht die einzigen. — Würend die kurzen ^ t, k des Urdeutschen vor den hinter inen eingeschobenen f, s, 9 im Inlaut geschwunden sind, so dass die alten Tenues scheinbar KU Reibelauten wurden, erhielten sich die ajt«n (gedehnten) />, l. & in demselben Fall; zB apfri wurde afa, hingegen apfa blieb bia es sieh zu apfa verkürzte; diese pf, ts, fi.r sind in der Schweiz noch beute zu hören. Wie im Altnordischen, Angelsächsischen und AltjacbaiBchen entzogen sich auch im Elsüssiacben die gedenten germanischen Medien gern dem Uebergange in die Mundlaute Hi, v, S,jij, w, ?/. »i welchem die kurzen Medien zwischen Selbst lautem regelmässig verfallen sind; im Hd verwandelten sie sich bei der zweiten Laut- verschiebung in reine Tenues (nicht in die nhd Aspiraten und Affrikaten P, T, K d.h. ph. fh, hr,, jtr); zB weggi (Weck) wurde im Elsässiscben nicht zu weis, sondern zu wch>\ ribban (den Kppen) nicht zu f'nva sondern zu r\pe usw. Ferner ist das lange S zwischen Stimmlauten nie zu R ge- worden wie so hauHg das kurze (im Altlateinischen prägt sich in dieser Weise die prosodische Verschiedenheit des S noch schärfer aus, weil doi't beinahe alle kurzen S zwischen Selbatlautern zu R geworden ). Endlich ist das kurze x (germanisch H; in lachen hatte es Eraazdenung durch Schwund einea J erlitten) ira Aus- und In- laut (ausser vor T) beinah immer geschwunden, wärend das ge- dente x fgerm. 11 in lachen und x für germ. ft) sich ausser in allmalich und geruhen immer als f oder .« erhalten bat, Andere Anhaltspunkte znr lieBtimmung der frühem Mitlauter- prosodie bieten ferner Eigentümlichkeiten der abd und mhd Or- tbograüe, der poetische Sprachgebrauch des Mhd, das Zeugnis der heutigen Schweizermnudarten und sprachgescbicbtlicbe Erwägungen Vor allem wo]beaeup[t ist die frühere Penang der f, s, f, .r =: urcleutBch p, t, k. Vor inen aind kurze Selbetlauter nie ge* dent und nlte 1. y. n immer gekürzt worden. In abd Dettk- mälern werden eis regelmässig, aach hinter MitlaoterD und langen SelbsHsutern mit FF. ZZ (im Isidor mit ZS8), HH bezeichnet, was offenbar nach dem Vorbild der griechisch-römischen Otlhogrofie die Länge des KonaonHiiten bedeuten soll (dass früher die Doppelr Schreibung eines Eonsonantenzeichens nicht eine Baratellangsart für die Starke nnd Kürze des vorhergehenden Selhatlautera war, kann man bei unserer nhd Abneigung gegen lauge Mitlaut-er nicht genug wiederholen). — Die Länge dieser Reibelaule ergtebt sich ebenfalls aus dem Gebranoh der mbd Verse, — Fetner denen die Schweiseimunilarten die f. s =^ urdeutsoh p, f aach nach Mit- lautern und langen Selbstlautern, .r ^ urdeutsch t wenigstens nach kurzen Selbstlaut ern in scharfem Gegensane zu den f, s, S = ur- deutsch F, S, H; zB ^ sipr Schiffer, s'iftr Schiefer; IUIS3 nassen, nds^ Nase usw. — Endlich ist es unmöglich dass die urdeutschen p, t, k in f, S, X übergesprungen sind und ebenso unmöglich dasa diese neuen f, s, .T im Anlaut und in gewissen Fällen des Inlautes sich eine Tennis vorgesezt haben; vielmer haben sich die urdeutschen Tenues zu- nächst in Aspiraten verwandelt (das ph dieser Stufe ist auf afid- fränkischem Gebiet wenigstens zu Anfang der Wörter vor Selhst- lautern noch heute erhalten, zB pliälls Pfalz, pliarl Pferd uaw); die Aspiraten gingen in Affiikaten über, ein Vorgang welchen man im beutigen Düniscben beobachten kann, wo die anlautenden P, T zwischen })h, th mit deutlich hörbarem h aodpf, ts mit unsicherm f, s schwanken (vgl. Sievers. Jenaer Literatnrzeitung 1874, S, 304). Ueberall wo die Tenuis sieh vor dem schraarotzerhaft eingedrunge- nen Ueibelaut nicht hielt sondern ausfiel, erlitt dieser teztere Er- sazdenung: wie im Lateinischen supfero, atsumo zu suffero, nasumo wurde, so ging helpfan, nälsan, maktan in hcl tan, näsan, inaian über. — Von dieser alten Denung ist im NhU nichts ge- bliebou als dass sie die kurzen Selbstlauter geschüzt hat und dass cüe f, s, f, .r ^ urdentsch p, t, k wenigstens nach kurzen Selbstlautem etwas stärker sind als die f, s, ^, x ^ urdeutaoli ■ H Lang waren femer i läutern. Unsere herkor Buchstaben kümmert als i brachten, oft völlig Auung t itlauteuden i, i/, u zwischen Selbst- mmatik welche sieb mer nm die Laute nnd welche an altberge- .denen Sätzen klebt, hatte keine Konsonanten als die Vokale in der Silbe eine zweifache Rolle spielen können: entweder sind sie die eigeutlicben Träger der Silbe, oder bloss untergeordnete Begleiter i silbenbildenden Elementes. Nemen wir zB das Wort haadU (bandelt); von einem 9 vor dem I findet sich in der allgemein Qb- 1 Sprache keine Spur, wenn aucli die Meisten die so reden, mch einbilden in der aweiten Silbe irgend einen Vokal hören zu lassen; in handU sind also a und l die weseiillichen Bestandteile der Silben, »ie sind silbig, seihst Uutend, «ärend h, n, d, l sich an diese anlenen d. h. unsilbig, niitUutend sind. So gnt wie der Konsonant l in handll silbig ist, so können die Voknle 1, tj, u mitlautend sein: spricht man die LaiitTerblndungen ia, ai so dase die beiden Lniite t und a deutlich hürbnr sind aber nur ' eine Sillio ausmachen indem man a gegen i hervorhebt, so spielt a die Rolie eines Selbst In uters, i diejenige eines Mitlauters; troz seiner llnsilbigkeit iat und hleiht das j ein Vokal. In waint (weihend) ist das i mitUutend neben dem silbigen ii (vorausgesetzt dnss man nicht wni-Hit sagt); um dieses Kwcisilbige waittt ,voa dem einsilbi- gen zu unterscheiden schreibe ich waiiU (weihend), waint (weint). Uass in Verbindungen wie nio, fiyn, oua, tiic usw die i\ y, u wirk- lich Vukale sind und nicht etwii ' Konsonanten, erkennt man deut- lich dnnin dasa sie von keinem Reibegeriiusch begleitet werden (vgl FromnuinnB deutsche Mundarten VII, S.321) und deshalb im Auslaut und vor Stimmlosen nicht in stimmlose Reibelaute über- gen; so wird das norddeutsche f zu a, nber die mitlautenden i, y, u bleiben unverändert und werden nicht zu f, f usw, kB elsäs- Bischji*«'^ia(bewegenJ,;i*wpi( (bewegt), pJK:ei(bewege),i(ät (Schläge), naif (näht) usw. Die mitlnntendeu Vokale sind nun ebenso wie die mitlautenden Konsonanten der Denung fähig one silbig zu wer- den; so gut wie ünn mit lang gedehntem n, litsst sich auch aU mit lang gedentem f hervorbringen one dnss die Verbindung aufhört ganz entschieden zweisilbig und nicht dreisilbig zu sein. Wo im Ahd mitiauteude i, ij, u zwischen zwei Selbstlautern sten, sind sie schon früh gedent worden. Da der Buclistabe für den H-Laut, V, als Zeichen för einen Mitlauter den f-l.aiit, zuweilen im Inlaut den v- oder if-Laut dnrstellte, so sahn sich die Hoch- deutschen genötigt um die Verwechslung ewischen f- (oder ti-) und ii-Laut zu vermeiden, das Zeichen des mitlautenden ii-Lautes dop- pelt zu schreiben: VV, was im 12*" Jahrhundert zu \V wurde. Dasselbe Verfaren den Buchstaben des Vokales zweifach zu sezen wenn der leztere mitlsutend ist, lindet sich in der Orthograüe des Send und /.war auch für den i-Laut;-wie in altdeutschen Denk- mälern Vü für WU (d. h. VV für VW) erscheint, so zeigt der Avesta regelmässig V und J für UV und IJ (d. h. UU, 11 für ÜUU, Hl; vgl R. Roth, Über Ya^na 31, Tübingen 1S7C, S. 14). — Wai- der mitlautende u-Lnut gedent, ao muste also das V-Zeichen mindestens verdreifacht werden; VW, woraus dann spSter UW geworden ist. Dieses hat bisher eine gam verkerte Deutung er- faren indem man entweder einen unmöglichen Einschuh von u vor einem angeblichen lo'-I.aut, oder eine unklare „Verschmelzung von Vokal und Konsonant" annam. Geben wir diese haltlosen Vorstellungen auf, so ersehn wir aus der OrthograCe dass vor SelbatlauteiD Ott zu nü, ebenso im zu iri wurde. So ist auch ei- för ei- zn erwarten; in der Tut firtdet Hiuh eiie, leiie, und' da das G-Zeichen häußg für mitlautendes t verwendet wird, eiger, leige, meige, zweiget- iisw (in leige braucht man das G nicht mit dam C yon laicue in Beziehung zu bringen). Dass die ow, yw, ij (d. h. HU, }iy, ii) welche sieb vor ävlbatlauteru aus Ü, y, I schon früh eotwiekelteu (s. Zeituchrift Tür deutBcbee Altertbum, Neue Folge IX, 8. äüSIT), nach der Analogie von OW, fw, ei ebenfalls iren Mitlauter deuten, ist naheliegend. So finden eicb in der ' Tat auf Bchweizeriscliem Gebiete bowoI die alten wie die neuen 011, Öy. ei vor SelbBtIautern mit langen u, ji, t gesprochen (zB /röils Franen, Wfia hauen, mliic Mai, srhi» achreien nsw) und dem entsprechend sind im ElBJlsstBchen wie 'im Nhd die kurzen Selbat- laater vor mitlantendea u, y, i nie gedent worden ; zÜ aisf (Eier) nicht dür, fmtis (Frauen) nicht fräuS, pöi/3 (bauenj nicht poif3 naw usw' gerade wie iu äli (alle). Afj«9'((tiaBen),' spän'^ (spannen) u'aw _ daa früher lange i, s. n die Küi-ze dea vorhergehenden Lautes ge- Bohazt hat (in Saum, Staub, Weide, heim uaw ist dar Selbat- lanter,fiaa denselben Gründen knrz geblieben wie in Salm, starb, Walde, Harm uaw, nemlich weil er merere Mitlanter hinter sich hat). JOnger als die Lange der f, s, c, ,r für die urdentachen p, i, k und der mitlautenden Vokale zwiacben Selbsttautern iat die- jenige der ( für die urdeutschen d und tl (rf aus indogerraaniachetn dh; d iat tönend gewoi-denea ardeutachea p aus indogermaniBchem (). Diese sind auf achweizeriachem Gebiete beute noch regelmässig ge- dent in allen Stellungen; Bie haben die Kiirze dea vorhergehenden Selbetlauter im Nhd meistens, im Elsüssischen immer gesthüzt, wie folgende Uebersicht zeigt. Nicht in Betracht kommen hier Wörter wie Bett, dritte, Hütte, Klette, retten, Wette usw, wo die Denuug der Tenuis echon alt ist; ebenso wenig solche wie Blut, braten, Brot, Brut, Flöte, Flut,. Gerät, Grat, gut, Hut, Kot, Lot, Miete, Mut, Not, Rat, rot, Rute, Sat, Schote, Schrot, apüt, at&tig, Stute, Tat, tot, Unflat, Wut uaw, wo die Länge des Selhstlautere nicht erst im Nhd ein- getreten ist. Kurzes f hatten nraprünglich Bettel betteln, Blatt, Bottich, Bütte, Brett,- Bflttel, Butter, Dotter, flattern, Gatte galten, Gitter, geglitten, Gott, Grammatik gram- matiBch, Kapitel, Kette. Kitt, Kittel, Knüttel, Kutteln, Huflattich, gelitten, Lolter, Matte (Wiese), Natter, Platte, Ratte, Rettig, Ritter beritten geritten, rütteln, satt, Sat- tel, Schatten, Schlitten, schnattern. Schnitt geachnittan. Schritt geschritten', achütteln, Sitte gesittet, gesotten, Spittel, spotten, Stadt Statt bestatten gestatten, Sta- tuten, gestritten, Titel, Tritt, UnBchlitt, Vettel, Vetter Gevatter, Wetter, wittern, Wittib, Zettel, Zitter {dthara), 191 ■n, Zottel, Zwitter'). Ebenso beton Gebet. Bote ge- 1, Düte, Oote (Patin), jäten, Knoten {Mhd mit D), Krete, Note, Pate (mundartlich: Fetter, Pfetter), stätig (atömach), treten, Vater, waten, Zeter, wo das ElaüBsische und wol auch die meisten sQddeutscIieti Idiome den kurzen Selbstlnuter im Oe- gensaze zato Nlul bewart haben wie in Beet (ahd petti ans badiaj; blaten (pfeifcod locken), Met, Spaten kommen im El- säsBischen nicht vur. In Attich, bitten, Dattel, Rotte, schüt- ten, Sittich, welchen ursprüngh'cli langes t znkomuit, hat eich die sÜbige Kürze erhalten obgleich die mhd Uandschriften immer oder oft T (nicht TT) sohreilien. Die Länge des l = urdeutsch d und 3 wird nachdrücklichst gestützt durch die prosodische IJehandlung der alten f, y, U vor demselben im ElsüssiBcbeii, indem diese wie vor f = germ. p, s =^ germ. t, f und .v = germ. ft, pf, Is, st, f( ausnamalos ge- kürzt werden wärend sie vor t = germ. p immer lang bleiben. zBrtOra (reite«) riOr» (zittern), S»( (Seite) sf/ (Seide), iiW (läuten) Uta (leiden) usw. Die früher vorhandene Denung des t ^ urdeut«ck d und 6 erklärt sich durch die Neignag starke Konsonanten zu denen. Iiaa durch die fad Verschiebung aller Medien zu Tenaes nnfgo- kommene t trat zu dem hd t welches sich später ans germanischem p entwickelte (von einem tönenden d darf nicht die Rede sein) und Anfangs nur ser schwach nein konnte, natürlich in einen dyna* mischen Gegensaze welcher im Laufe der Zeit noch einen prosodi- schen herbeil'ürte. In der Schweiz werden auch alle P als Längen gesprochen im Gegensaze zu den B, welche wie D und G (nicht GG) kurze Tenues sind. Lang waren femer, durch Ersazdenung, die m für mB, die ■7 für ijG, die s für s.v (SCH), welche in der Schweiz noch heute immer gedent werden. z6 in Lamm, Kamm, lange, zwinge, heischen, kreischen, tauschen, rauschen, Büsche, Tische usw. Ua die nhd Lautlehre bisher mir selten eine wisBenscbaftlicbe Behandlung gefunden hat und metätens nur einen Tummelplaz für den naivsten und willkürlichsten I>ilettautismuB abgiebt, so dass die Meisten in Betreff der Laute die sie sprechen oder nicht sprechen, ganz im Unklaren sind, darf es nicht Wunder nemen daia Viele, zB euch ein nicht ungeschickter Beobachter wie Prof. Dr. Karl Sachs (deutsch-franztisisches Wörterbuch, Berlin 1874, S. XXI), in /fw^, fätj^, /lijs, tsivhp UBW (fange, seuge, singe, zwinge usw) einen 6-Laut zu sprechen glauben und von dessen längst eingetretenem Schwund keine Anung haben. Wärend die Denung bei den f, s, f, .f = germanisch p, t, k, bei den mitlautenden i, >/, u zwischen Selb stlau lern, bei den ( = 1 Mhd auch mit TT ge- - tfl Dud bei F&llen weni- germaniach il und iJ, bei den m ^^ wiB, bei den t] - den s = B'x ausnamslos eiutrat, war sie in anderi ger regelt» äfisig. Üiiiifig war die Eraazdeuung von KonaoDanten hinter welchen ein mitlaulendes i gescbwundeu ist, eB in dick, Ecke, stecken, wecken, füllen, schwellen, xtßllen, stillen, dämmen, from- men, hemmen, brennen, Henne, kennen, Minne, lüpfen, schlüpfen, schöpfen, Krippe. Hippe, Sippe, beizen, heilen, wetzen usw. Dieselbe war jedotb sehr olt unterblieben wie in wühlen, grünien, sjibmen, dehnen, gewöhnen, bewehren, kehren (fegenj, eohwören, verheeren, wehren usw. Vereinzelt hutte auch der Scliwund antJr'T Mitlnuter Ersnz- dennng :cur Folge gehabt zB von m in nennen (für neninen), von n in Elle {fiir Eine), verdammen, Stimme, von S in Darre {für Dftrse), von U in Hpbök (für II echso, Kniegelenk) uew. In manchen Wörtern erschelueu dii^ Konsonanten von Alters her gedeot one iliisa ein Grund ersichtHch iat zB in Amme, alle, Ualle. Glocke, Locke, kirr, Kopf usw. Uemerkenswert ist das» wärend gedentu f, s, l vor and nach Mitlantero und nach langen Selbstlautern durch die abd Ur- thografie und die heuligen S chw ei zerm und arten bezeugt werden, lange l, m, n, >j, r, x in derselben Stellung nicht beliebt waren und deni Schweizer fremd sind; dieser dent das R auch nicht einmnl mer nach kurzen Selbstliiutern ; das Obertoggen burgische hat lange l, m, ii nur im Aoslaut, nie zwischen Selhstlautern (Winteler, ilie Kerenzer Miindnrt S. 6G f). Es kann daher gar kein Grdauke daran Eein dasB etwa, in Jammer (eis. iötnäj) zuerst das m lang gewurden wäre nnd dann spiiler das A gekürzt hätte. in einigen Fallen hat sich im NhJ wie im EUässischen die alte starke Kurze vor kurzem ata mm aus lautenden Konsonanten der regelmässigen Deiiung entzogen. Nicht hieher gehören Worter wie hübsch, Kebs-, Obst. Jagd, Magd, Bilsenkraut, t'els, Kelch, Milch, Amsel, Hemd, Sims, Binse, Ente, Fenchel, Banf, manch, Senf. Birne, Erbse, Fürst, herschen, Hirsch, Pferd, Welt usw iiaw weil in denselben die zweite Silbe schon früh iren Selbatlauter ver- loren hat, so dass die in umgebenden' Konsonanten ^nsamnien- stiessen und die Kürze der ersten Silbe schüzten'). Auch nicht Wörter wie Bräutig.-im, Nachtigall^ in dieaem wurden Gäm, GaH nicht mehr als selbständige Wörter, Bondero 1) EinijiD dieser Wörter haben ia mcreren Gegenden langen SelliatUntor; nach dem nhd GeBexe welches bis snf wenige verschwin- dende Auenamou die alte' silhige Kürze vor merfachcim Stanimnuslsut itnmer wart, sind aber die weitverbreiteten Formen Ji^gd, H3gd, Obst uaw zn bevorzugen und als nhd r.a bi^traeliten. 193 bIb falosBe NebtiDsilben gefült und ia solchen duldet das Netideatache nicht gern Litngen (strenger noch verfärt das RomaniHche, wel- ches au9Berhalli der Tonsilbe nie eiuen langen Selbstlaut«r Knlösst; so sprechen wir in unserm von Ueo Romanen erlernten Schullntein hominis, virös usw statt bümlQCs, virös uaw). Und ebenso war in Wörtern wie ab, an, in uew, welche im Zusammenhang des Sazea gewönlich schwach gesprochen worden, kein Anlass zor Selbstlauterdenung. Aber ein solcher wiire vollliommen vorhanden gewesen in Eller. aollen, tolJ, Ammer, Dämmerung, fromm, Hammel, Ha ein. , Kam et, Sem >, Küm el, So .el, Nun erhebt sich die Frage ob hier die silbige Kürze durch eine spät eingetretene Denung des Mitlauters bedingt worden. Einige Umstände würden zu einer bejahenden Autwort einladen. Erstens tritt bisweilen bei Dauerlautou welche von einem ganzen oder teilweisen Verschluss der Üdundhüle begleitet sind, der dadurch entstehende Schlaglaut so deutlich ins Bewusalsein, dass er als selbatändig aufgefasst und behandelt wird, was die Einsübiebung entweder einer Pauee oder eines tönenden Scbluss' lautes zur Folge hat. So wird das LippenöfTnen welches wir in ma gewönlich nur dunkel empfinden, in mla ser dentlich w&r- genommen; gern lasst man dann das Tönen der Stimme früher aufhören als der Mund sich öffnet und m wird za »i„ (o^^ zeichnet eine sehr kurze Pause, p/ das Oeffnen der Lippen). Auf diese Weise entstandene Tonues werden manchmal wie die übrigen, nrsprüngliohen P, T, K behandelt: im hd Ankunft, Vernunft (vgl ankommen, vernehmen) wurden sie airriziei*t; im schweize- rischen moiits (Menscli), Willis (weLsch) entschieden gedent. Zwi- schen tönenden Dauerlauten gilt der begleitende Schlaglaut, wenn er bemerkt wird, gern für eine tönende Media und wird als aolche behandelt, So ist im französischen sdbr (chambre), sildr (cendro), sOtl (semble), lewlrn (voudra) usw I^IR, NR, ML, L^ zu MBH, NDR, MBL, LDR geworden und die neue Media auch nach dem yolliftäiidigen Schwunde des vorhergehenden M, N, L geblieben, — Wie wir nun immer tkdfi, slysl, miil, thUl, släfn, pham, Ufn, nibn, regn usw für Tafel, Schlüsael, Michel, Titel, schlafen, paason, lesen, neben, regen iisw sprechen, so konnte auch dir, amr, Itaini, dimr usw und daraus äldr, anihr, hamhl, tlündr usw für Eiler, Ammer, Hammel, Donner uaw eintreten. In Jam- mer hätte das mh KUrzung des Ä herbeigeführt. Diese b und d w&ren dann wieder geschwunden und hUtten Ersazdcnung der l, m, n bewirkt. Aber gegen diesen Erklürnngs versuch erhebt sich dos Bedenken dass die eingeschobenen B und D durch die Denk- mäler des 13^" und 14"* Jarhanderts viel zu wenig bezeugt sind. BlrllDgcr, Alomamilt V 'J J3 194 I Zweitens köDnte man anDehmen der Soliwnnd des Vokales Bach dem Stammkon sonanton habe Ersazdeiiung dieses leetem berbeigeflirt (zB hhiil für k'imal), wenn nicht etwa das Wort für einsilbig galt so dass die silbige Käize vor mereren Mitlautem gestanden hatte. Gegen beides ist aneuiilren dass in vielen gaoz änlioh beschaffenen Fallen der kurze Stamm selbstlauter gedent worden. Drittens wäre an die im Ahd beliebte Denung der Konso- nanten vor -er bu erinnern: bitter, Otter, zittern. Acker, wacker, Eapfer usw. Aber die Ursachen welche hier gewaltet haben, sind uns nicht bekannt und es ist bedenklich sich auf dunkle Vorgänge zu berufen welche sich violleicht unter eigen- tümlichen, später uicht mer geltenden Veriiältnisseu vollzogen haben. Für diu Elailasische ist jei{e spätere Mitlauterdebnung als unbewiesen zu betrachten. Denn es hat ausser in Wörtern wie die oben aufgehalten den kurzen Seibstlauter vor den alten b, "b, ^ oft gewart, obgleich man nicht anueuien kann diese Laute seien stät« gedent gewesen ; dies verbietet schon die Tatsache daas die alten 1, y, Ü, welche vor unsilbigen Langen regelmässig ver- kürzt werden, vor don b, tj, ^ lang bleiben. De rück sichtigen wir dasB in der Schweiz die alten Kürzen wenigstens vor Neheusilben beinahe immer erhalten sind, so werden wir zur Aniiame gedrängt dass die Denung der starken und kurzen Selbstlauter vor kur- zem Stammauslaut vom Nordosten ausgegangen ist und in dem Masse ires Fortschreitens an Strenge in der Durchfürung ver- loren hat; als ausserhalb der gemeindeutschen Strömung stehend erweist sich die Schweiz auch, dadurch dass sie, wenigstens auf einzelnen Teilen ires Gebietes, in auffallendem Gegensaze zum Eleässischen die alten 1, y. D vor langen Mitlautern meistens als Längen bewart, vor kurzen aber gern verkürzt, zB berndeutsch; sU'fä schleifen, ^Ip greifen, flislk Beieeig. iHsik dreisaig uaw; hin- gegen: tmp»r Weiber (aber: wlp Weib), iss Eisen, wits Weiden- bäume, li/ks lügen, %fo fliegen, puh Bauern (aber: pfS( Bauer), stifslä Schaufel, supsr sauber osw. Diese eigent lim liehen Verkür- zungen sind wol nach Analogie der gern ein alemannischen Formen Glas Gläser, Grab GrSber, Rüd RSder, Zug zugig uew ge- bildet, welche im Elsüssischen nur vereinzelt vorkommen. Eb ist bloss die Möglichkeit zuzugeben dass zu Anfang des 14"" Jarhunderts, ehe alle langen Mitlauter verkürzt wurden, ein Schwanken in der Prosodie der kurzen Stammauslaute nach sU- biger Kürze staltfand wie es sich auch im Lateinischen und Ahd gezeigt h&t. -- Das Schweizerische dent in den meisten oben (S. 193) orwllhntou Fällen weder den Sulbstlauter noch den Mitlauten m Die alteu g und j im ElsiissiBchen Bekanntlich aind im DeatBcben die indogernianiscben p. l, k Ittrch die AffriknLen pf, tji, hx hindurch Boheinbar ku f, ^, ^ go- rorden, d. h, sie aind vor den hinter inen eingedrungenen Schma- rozern gescb wunden '). Diese Reibelaute sind (ebenso wie der alte Reibelaut S) in manchen Fallön dea Inlautes schon früh tönend geworden, nemlieb überall wo sie vor der damiils „betonten" Silbe standen; zB fadar (Vater, sskr. pitar), mödar (Mntter, sskr. mätar) U8W, hingegen brö^ar (Bruder, Bskr. bhrälar), fefra (Feder, askr. patra) uaw (s. Kuhns Zeitschrift für vergleichende Spracli/orsühung, XXIII, S. 1141; später machten alle deutschen Idiome mit Ausname dea Gotischen und dea Hochdeutschen sämt- liche inlautenden f, p, x zwischen Stimmlauten tönend; so sprechen xB die Niederdeutschen &ini (Ofen), hüv^ (Hofe), ki;'av^ (Käfer) usw atatt des in Hochdeutschland herschenden 6fv, höfä, k(af^ qbw. Die aus f, f>, x entstandi^nen v, d, j erhielten in einigen germa- nischen Orthograben die Bezeichnung 6, D. G, weil sowol in den deutschen als in den romanischeii Idiomen die tönenden Medien zwischen Stimmlauten meistens in Uundlaute übergegangen waren. Tönend wurde das germanische x zß in Angel, Auge, De- gen (Mann), gediegen, drangen, drucken. Ecke, Egge, eigen, fangen, fegen, feig, Finger, fliegen, fragen, fügen, llag. behagen, hangen, Hengst, hocken, Hügel, Hunger, mager, Mücke, genug, Hegen, Rein- (Ratj, Riegel. Ring, Rogen (Fiacheier), Rüge, sagen, Säge, schlagen, schlingen, achmie- gen, Schwager, Schwieger, seigeu. Seiger, Tang, Trog, Vogel, Wange, ^^eigand, Zagel, zeigen, -zig, gezogen, Zug uaw. Durch den Uebergang in j hat sich das germanische ,r dem vollständigen Schwund entzogen welchem ea zwischen Tönenden und im Anslaut regelmäasig erlegen ist (vgl Kuhns Zeitschr. für vgl. Sprachf. XXI, S. 52ff. und Herrigs Archiv für das Studium der neuern Sprachen, Bd. LVI, S. 313, Ziffer 2), wie kB in gedeihe. drehe, fahe, flehe, fliehe. Floh. F!uh, gab, Häher, Lehen, leihe, Lobe, nahe (neben Nachbar), Rahe, Reh, Reibe, Reiher, «cheue (neben scheuche), Schlehe, schmähe (neben Schmach), Schwäher, Schub, aeihe, spähe, Truhe, Vieh, 1) X tat der mcdiopalatsle, c der antcpslatalc Reibelaut; j ist indes X. hingegnn j töüetiden f. — Das indopermaniscLe jind deutsche t nichts Anderes als der mitlauteude Vokal i und kommt hier nicht Betracht. 19G Weih, weihe, zäh, Zehe, zeihe, siehe; — Fehde; Bühl, Dohle, Feile, Mahl, Cemahl, Qnehle, Stahl; Mohn, Thon, Thräne, erwähnen, «eho; Aehre. Zähre; — El(.T)enthier, hefehlMcD, SRl(a:}we:de, acheelW, Wal^nusB, For^eHe, Führ(^)e (neben Forche), MärCr)e (Pferd). Mar(.e}Htal]. — Pfllftt»ler Reibelaut geblieben ist es in dieser Stellung nur selten, zB in ach!, -ach, duch. durch, Forche, Furche, hoch, lachen, Nachbar, noch, acheuchen, Schmach, nnd im elsiUsiachea ' hoher, HShe, ranh, geschehe, sehe. Zam gutturalen Reibelaut A geworden ist ee iiilanlend bloss in Ahorn, Oheim. Regelmässig paUtaler Reibelaut geblieben ist es nur in alter Verbindung mit folgendem t (wo ea imch indogermanisch Stein mauslaatB im Germ aoia eben, Bonn 1876) entspricht im Alt- I vordiecben MD imal iDdogermaniscbem MBH . 1 - n MP RD 9 „ „ RDII . „ , RT LD 9 „ „ LDH -. 8 „ „ LT ND 15 „ „ NDH , 20 „ , NT B. D liinter M, N, R, L vertreten atso 37 indogermaniache BH, DH P, T m 26 D hinter L und R sind IB aus la-lg. DH, S ans indg. T 'vorgegangen (für G ist keine Zälung möglich, da die altuor- 'düche Orthogralie sowol ;/ als j gleichmitasig mit G bezeichnet, w&rend sie b. v uud d. d streng darcb die Schreibungen B, F und D, f> anaeinander liftlt). In Teilen Mitteldeutschlands bat ein Schwanken stattgefun- den nicht blosB zwischen g nnd j, sondern auch zwischen j and x, in Folge dessen die germanischen p und j, sowie die Iremden g inlautend immer zu f und x geworden, aB siofS (Schläge), efdl (egall, fe^imliit (Regiment). fr,ix9 (Frage), löiv^k (Logik) usw; in ilnen Gegenden ist auch das anlautende i/ und sogar das an- itende unsilbige i zu f geworden, Lautverhältoisse welche von vielen Lenten mit glückb'cber Naivität für das einzig richtige und natürliche Nhd ausgegeben werden. Im ElsässischeD beschränkt sich das Schwanken awiscben to- nendem und stimmlosem Gaamenrdhelaut einzig auf das indoger- manische Suffijt -k. dessi'n germanisches j', welches im Gotiflcben zwischen .t nnd g ^nicht mehr j] schwankt, beliebig f oder i ist, aB heiligen ist kailifl und kniliio; im Auslaut ist der Konsonant dea SufGKSB meistens geschwunden zB haiU\ nur ganz selten er- Bcbeiut er wie im Mhd, Schweizerischen nsw als i: Schiltigbeim = aWe» aus süilc» für 's\U\k» (-heim wird im Elsässiscben regel- recht ■!> mit Verlust des germaniscliea .r). Ausser in -ig zeigt das ElsäBsiecbe das nhd G als stimmlosen Ganmenreibelaut nnr noch in Herzog (altes j), Zwerg (altes _;) und in dem etymologisch dunkeln Jagd, wo nach Analogie der fibrigen Fälle vielleicht eben- falls germanisches x anzusezen ist. Diese Wörter sind Seiten- atucke zn si/pr (sauber), wo das ElsäBsische abweichend vom Ge- mein hochdeutschen den alten Reibelaut nicht tonend gemacht hat. Sonst erscheint H in demselben Umfang wie im Nhd erweicht. Mit altem j ganz und gar zusammengefallen ist da« lirdeutsche g (indg. gxYim In- und Aaslaut, zB in arg, Balg, Berg, ber- gen, biegen, Bogen, Bng, Burg, dengeln, Dung, eng, Gang, (egall ^^P vielen ^ gegen, Gegend, Hagel, Igel, Klftge. leogi lecken, legen, liegen, gelingen, Lunge, lügen, Magen, mögen, Nagel, nagen, Boggen (Getieidu). sangen, s&ngen, Segel, Sieg, Sorge, sprengen, epringen, Steg, ateigen, Tag, taugen, Teig, Tiegel, tragen, tr&g, trügen, Wage, Wagen, Weck, Weg, bewegen. Wiege, Woge, würgen, Zarge, Zunge uaw. Für altes y des Tn- und Auslautes wie für altes j ei-scheiot in etwa 20 elsäsHischen Wörtern k ols hd Vertreter der Media, welches in den mundartlichen ScfariAen luit G bezeichnet wird und für eine „Media" gilt; nicht mitgoreclinet sind die aus dem Neu- franzOsischen eingedrun Renen Wörter wie eMl (egal), wak»püm (Vagabund), tnatärilar (kränklich) uaw deren Schlnselaut immer durch die Tennis wiedergegeben wird. Schwund ist hinter ri ausimmBlos eingetreten: rirj (geringe Ring\ fitjsr (Finger), lärj (lang) usw (Fremdwörter wie eßiikHUtm = Evangelium gehören nicht hieher); ausserdem nuch in wenigen andern Fällen, zB sd (sage), siis (sagst), sät (sagt), lä (Tag) usw. Sonst sind g und j im Tn- und Auslaut jezt immer rait- lautende Vokale; nicnmls Reibelaute, weder tönende noch stimmloae. Nach den alten ä, fl, i, 19, S, y, f9 iowie nach I und T erscheinen sie immer als unsilbiges i; zR lai (lege), t^ laa (du legst), j/SKcia (bewegen), p»itrif (bewegt), riiö (regnen), sleÜ (stei- gen), reil (Riegel), IM (Ziegel), feil (Vögel), tüü (Zügel), fcrti (Krüge) nsw. ' ' _ Dieser Uebergang in t erklärt sich dadurch daas die hellen Vokale, welche antepalatale Verengung erfordern, sich die g und j ftBBimiliert haben, d, li. if bildete Beinen Verschlüge, j seine Ver- engung um Vordergaumon (vgl. nhd und ebüsBisch ich. Recht üaw mit antepalatalem f-Laut); öffnet eich ein aiitepalatalea g und ' verUert ein (antepalataks) j den begleitenden Reibelaut, so tritt Hinter den alten a, 0, U, DA sind ff und j regelmässig au mitlautenden u geworden; kB .SiixJ (sagen), KiUi^ (Wagen), ndua (nagst), mäut (Magd) usw. In Folge des neuelaässi sehen Umlautes welchen die äo, OD, D, Ü9 erlitten haben, sind die iri a.j, Qff J!^, Ö^ ^/, Üg ^, U9(i Ü9j za Ol/ ög ifu geworden (statt dieses un* silbigen y bört man auch i)\ zB wbi/(Wage), pSIrijyi) (betroKen), ia%3 (gelogen), Af'.vf (Kngel), jya/r.'/^ (Betrug), söiffl (saugen), kr§^ (Krag), lO.'ii (lugst) 'usw. Die dunkeln Vokale verlangen roediopalatale Verengung, welche bei u am stärksten ist; sie assimiliei-t.en sich ij und J, welche dann in den inen zunächst liegenden Vokal u Übergingen. — Wenn G. Wenker (Verscbiebung des Stammailbenanalauta S. 142) behauptet das elsässiscbe g in „magre Kuh" sei niebt ein blosses u oder englisches W wie er beim ersten Hören geglaubt habe, ao ist dies ein höchst befremdlicher Irrtum; ich habe nie etwas An- deres als u vernommen und keinen Etsusser gefunden der es Bioht W9 4 gehalten hütte; von irgend einem laWlen oder palBtalen (dbelftut ist keine Spur; in den mundartlichen Scbriftett wird ea tKta durch U bezeichnet. Stunden ff und j hinter einem uDsilbigen i, y, u, so hatte I Vokalisierang zur Folge dass ein langer Mitlsuter eintrat; "yge UHW wurden öi(«a, tsüii3, soyjfi Hiw; und zyge usw durcli d'ie Spa'ltung 'der 0, i, y , Zeitacbrift för deutsches Altertham, n. F. IX, 8. 2S8) zu swurö, i3,tsy>/>(3usv. Ua nun zwischen zwei nneinanderstossenden Dauer- Klftni«n in einem Worte oder in e-inem zusamraenhüngendea Saz- 1 gliede nieiuals irgend eine Pause gemacht wird, ?o trat statt zweier Onailbigen ti iiew notwendig nnr eines, aber ein gedentes ein, prsde wie schnell und laufen heim Zu sammeii treffen in Zu- aammensezung oder in S&zen htäläufn mit langem l ergeben. So entstand zunächst dü!>, tsäls, s'Sy», swä», fit», tsiiip osw mit den gedenten Mitlautern 'iJ, i\ y. 'Daraas ' halien sich' die neustrass- burgiachen Formen au, tsai, sai, söy, fei, Isei (fiektirt; au^, tsal9, 9a&, söiß, fe<3, fsei3) usw entwickelt. Die elsässischen «, u, ij für alte g und j werden schon fiüh durch die Schreibung G für mitlautend * (Weinhold, alemannische Grammatik § 215) und m (Weinhold § 216), ferner durch die Reime (»Berfrowen; ougen; nnderetrowen: elleubogen) bezeugt. Von selbst verstet es sich dass sie nicht nachträglich uach der zweiten Laat- TCTBchiebung aus k hervorgegangen sind; g öffnete sich schon vor- her und wurde mit dem erweichten X gleichlautend. Dem jezigen MJtlauter i mag ein j (tönendos ('), dem jezigen u und y ein tö- nendes u-haltiges x vorangegangen sein. Unsilbiges t für g neben bellen Vokalen finden wir auch im Niederdeutschen, Dänischen, Neugriechischen, Romanischen usw; mitlautendes u für g nach dunkeln Vokalen im Engtischen und Manischen (». Grimm, Gr. P, S.öU; 561; 566). Ueber die Be- ingen von iinsilbigen u mit ^ vgl. Schleicher, Kompendium 171, S. 321 f; CurtiuB, Etymologie 18G9, S. 546; Diez, romanische m. 1870, 1, S. 324 f; Fr. Müller in Kohns Beitragen II, S. 498 f. Im Anlaute ist g ausnamslos zu h verschoben in strengem Gegensaze zu den tf und Lr. welche wie im Nhd für gennaniscbeB k eingetreten sind (jedoch vor Mitlautern hat das Elsäasiscbe die Affrikazion wieder eingebüsst so dasa zB germanisch M-, kr- und fff- vollkommen übereinstimmen; so erscheint auch auf aüJ- ikiachem Gebiet vor Mitlautern p und nicht das im Anlaute ge- rtnliche ph fiir altes p)'J. Was der Elaäaser für eine Media hält, 1) Man bttachte die auSallenda Uebor^iDstimmuag in dar Art wie 18 germBniecho x und dag hochdeutsche hinter germ. k eingedrungene x jfaandelt worden sind: 1) Im Inlaut vor Tönenden und im Auslaut ~ 1 beide x regelmässig geschwunden weut sie kurz waren (kurz war IE immer ausser in lachen, das neue nur hinter erhaltenen) k). 200 ist wie bei alleo OberdeutBchen and wie bei den Obersnchsen und Thüriogera Dichte als eine reine, unaBpirierte nnd unaffrizierte Tenuia one allen Stimralon und one Kelkopfireibegeräusch, für ein ge- übtaa Or aufiatlend verscbiedtin von den tönenden Medien des Niederdentsciiea, Englischen, FranzösiiicheD usw. Da die in den indogermaniBclien Sprachen mit B, D, G bezeichneten Lante ur- sprünglich tönende Scblnaslaute waren und B«r oft noch hente sind, and da ferner die Griechen und Rünier unter dem Anedruck niediae (/.itaa) uiemala atimmloso Laute verslandeu und reine Te- nuee stiita mit P, T, K bezeichneten, so ist es ein grober Mis- bi'anch in den Grammatiken der hd Mundatien von „Medien* za sprechen. Niemals wird anlautendes altes ff im ElKässischen zu nnsil- bigem i wie zB im ohd jäh (eis. ta); in »jjs (Gips), ttjjsaj- (Gipser), Uli (Lilie) ist nicht deutsches ndem wegen ob dehainer vnser barger me sin Bikrgen ^^■i^^^B 204 ^^^^ I vun dem von Tengen eint, viid küment des vber sin (16 vna da I neb &TBt kvnt wai-d get&n Swaa Bchftdea wir vod VDsrfl getnun I . statt dh vOD haben oder gewianea, es sie von gaistlichea ald weit* liehen gerichten oder vod GottBchaft jetidert hin ze seiideo Aid wie 5 sich der schad dii von raget mit versprecbeuDe mit Bilanen mit ! fi.bt«a wir tdiea ea old ea beachehe vns daz den acbadea die ed- 1 h«ü Tnser burger haben sont vus vud vaser genmin statt den schft- den gentzlicb abton vnd ablegen aont wen du nach vnaer statt nichtig an gut. 10 Vnd won wir nna des na lang erkennet haben. b6 BÜen wir nü darvmb aber vber ain komen vnd haben vns erkennet vnd er- tailt yff den ayd daz wir dÄ bi sÜllen beliben vnd doz st vns allen vnsern scliaden was wir von derselben aach wegen ichaden ge- I hebt haben Aid hienach gewinnen wie sich daz dehaiues wegee I5fQget abt&D vnd nblegen soat ea siia von ülite won vns für ko- 1 inen ist daz wir von derselben aach wege gc&htet sigint ald von Bottschaft ze seodenne oder ze werbenne in der sacb des wir vnd vnsrü gemainü statt darvmb nütdürlTtig siieu an gaistlichen oder an weltlichen geeichten uld wie der schad da von ie vff löfTet dea I SO kämen wir nü aber viier ain. I Wir haben Ach gesetzt wä defaain burger abswit'tig wil werdeii daz jemaii in vnser statt gelten sol mag der kuntlich gemaohaD vor vns daz er sieb abswifteklicb stellet da mag in der dem er gelten aol Ald der binder inj stiit wol haben mit Üb oder mit 25 gut daz er iu lüae daz er nichtea dil mit verschuldet mit dea ge- richtes bütten oder süsse ald daß er im vergelte des er jeman in vnser Statt schuldig ist- vnd sol der der in also hebt d&mit oicbtes verechulden. Datum et actum leria secanda ante Galli confess. Aono dm, , SOMilleaimo ccc Ixx octavo. j. (fol. XVII.) Vmf> j- ffi ewiges vnd jerltchs geltes das alt der tagmesae hüs gieng das in der Hampelgaasen Ht, das nü vff aä* ander hüs gelait ist. Es aol allermenglich wissen das vor vns in dem RAt mit I Sßerbem iQten vnd mit geawornea aiden erzüget ist das Johaoa vnd Hainrich die nster gebrAder ain phvnt pbeuing der mimtz so se Schafhüaeii ie denne genge vnd gäbe ist ewiges vod jerlichs geltea das iu dos closter aller balligen zeSchafh. gieng ab dem büs daa ietzo der tagmease phrunde io aant Jobsns Lütkikhen ze Schafh. 40 ist vnd das in der bampelgassen Hl. ab dem selben hfts laiteiit won es ir was vff das büs vnd bolstatt das ietaent RQdiH des l'riien von trüllikou ist vnd an salm ans willer büs l!t in der ham* pelgasaen das öcb der nater was. vnd das der tagmesse bits d& mit geledeget wart von dem clostcr won du liüser baidü der selben 45 gubrüder der nater warent, Jias nicman der statt ding vnd mge nemen sol. Wir der vogt vnd die lUt ze Sohafh. haben aimbarlioli nd SOS ff ;lioh ((esfltzet dur vneer itAtt nutzm willen duB niemaa es BÜeii oder, fröwna gemaiiier statt ir Htain. holU. Kiegel. kalcb. phlaster aant ald Jehain aader di&f; nomen eol Ane der willen vnd haiasen die ia vinb eolieli din^ gewult Iiant vun VDser statt wegen vnd die dnr vbcr f^esetzet siiit. Wor dns bricbetdur git vtieer statt 5 zo boße. j. % pbcning Schafb. mQntz. vnd sol dnrx& wider vmb bin lefcen vod geben als vil als er denne genojnen het, es si lützel oder vil als dilc es boaohiht. Datum Anno dm. M. ccc Ixx" in die brate Agnetis. Vmb das gut das tniser vs hurt/cr hie an legaU von ir hirg- \0 \le weffen das darvf vit klagen oder rihten sol. Es ist Öch geaetzet awä debaini vnser va burger den wir haben ald hie näoh gewtnnent ir si niner oder tue das gut anlegent in vnEer atatt das af an legen aont von ir burgrebtes wegen vf bAser ald ander gut in Tnaerm gcricht das darvf en- 15 hain vnser bnrger klagen sol oder mag vnd daa man darvf oie- manne rihten sol vnd das das selbe g8t dar vf also angelait iat der statt gemainlich sol warten das du statt dar vf vnder ir stliran vnd dienst vnd ander ding die er der statt ie geben vnd tun sol es si ainer oder me. Ks aol üch enhain vnser vabnrger 20 das gfit dar vf er anlait verkoifen ald versetzen i'ine des Rates willen vnd vrlöb ald des niertails vnder in. - Actum anno dm. M. ccc" litj" feria unta. poet purifica- lis beate virginis. Der vns vnser tolle entfitrel. 25 Wir der vogt vnd die Rät haben öch ernstlich gesetzet wer vnser zClIe die wir vfgeselzet haben ald noch fänt entfAret ald 'versait äne vnser zoller willen ds ' ' ten nä man in hie mag begriffen vil. Es af ainer oder me als dik es beschiht i des nibtz lassen. Ocb sol man vnsero zollern geloben was si ii wegen sagent wie vil man ia s61 bi dem TAret hab won ai darvmb gesworen hant. IIa frömd Itil erbe vffer vnser stall slehent das v>is die sont3ö helffeH gelten. Wir der vogt vnd die RAt ae Schafhüeen haben ainberlich lantlüt gutes in vnaer statt vnd gericht an vallet ze I der den üol zehenualt s I gut sin s! lützel oder rad von i I der Zölle crbenne vnd daz man ald aines oder aont heißen gelten a als sich daran gezüb Ane genärde vnd aol gen als dik es ze schulden kunt störe darnach geben vnser Statte. Datum Anno dm. Millesimo 1 beate verene virginis. ziehen vns die lautlüt vgl schnidan die wir de: idii dem gut daz ai daz gut anders hinvE id dartzü sol frowan oder demselben gut 40 von vna zicbent i nit läsaen vol- er die nflchaten . Isviij" feria qnta post 206 Wie man tu denen rkJifen sol die in den Rillcu sifzent nitt in der stnil dienst ritetU. Ea bt och gegeteet wer in der Statte dienst geeeiil ist »Id wer in dem großen Rät ie sitzet daz iimu der enhaineni 8e bit§ 5 vnd ' ee hof die w!l uit aol gAn vnd daz man och ir enhaineiD sinü geriht ab sol ertailen oder ab nemcu. Aber die in den Idainen R&ten sitzent die aont vrlöb nemen vnd sich versiirechen ald der Rät sol dein Richter eiobieten dwt er sitze vntz A&z der Rät gotnninlich vfT atät daz sich ainer mug 10 versprechen ftne gcuerde, Datum feria qnia poat Georij Anno dm. MilteHirao cco". Ixix. Da ieman vs imscr statt in offen ft-rieii ivH. Wir der vogt vnd der Rllt ze Schnfh. BÜeo ainberlich rbei^ . itin komen vnd liabint gcsetzet davch vnser statt nutz vnd fridea 15 willen. Sw& dehain vnser burger ald ieman der fai vns mit wo- nung ist der doch nit burger wer ir sie lüt/el oder vil ald 'st sigint Rieh oder arm ald edel oder nit In dehainem offenne kriege ist ald hie nach iemer in dcbaiuen offenen krieg weite er w&rc sin hoptman ald jemans helSer diener oder knecht daz der bnrger 20 daz bnrgrcclit in vnser Statt vor hin vfT sol geben ir sfe alner oder me Vnd daz och der burger ald swer bi vns wonet als vor beschaiden ixt vor vnserm RUt ze den hailig^ sont swereu daz Kt vß vnser statt vnd vnuerm ^ericht riteo oder gän sont S daz sü jemanne dehniii nngrilfe tAgint vnd e daz die nächsten aht tag als S5 gi von vns varent vs koment vnd daz sü och niemer in vnser statt vnd in vnsrü gericht komen die wfl der krieg da gi1 Inne sint nit berichtet ist. Es were denne daz darvnder jemer fnd wnrdin So mag ir ainer oder nie wol in vnser statt wandlen die wile die fride we- flOrent vnd wenne die frid vss i^&nt so sont die die in vnser statt« denne wSrint aber vs varpn vnd nüt angriffen e daz die n&chsten aht tag vaskoinent näcli dem so si vs vnser Statte varent bi Jren geswornen ayden als dik es jemer ze schulden kvnt. wenne a! öch an ji'rannne dehain angriffe tönt es were ioch fride getnachet oder 35 nit b6 sol er doch nit in vnser Statte vnd gericht komen bt sfnem geswornen aydo e daz die niichat«n aht tag dar nach vß koment. Wcle aber der vorgeschribener dinge nit aweren wil es ste ainer oder mc den sont die Rät darzü bringen daz er es tAge. Dia beschach an sant Valentins tag Anno dm. MillesimD 40 cco lix. Oft jenian v'ehti von dero wegen die hie verderbet sinl oder twch werdeni. {fol. XVni.) Wir der vogt vnd der Röt ze Schafhus. süen vber ain komen vff den aid vnd habin genetzet von aller der 46 wegen die wir yon den llben getUn vnd vertailt habint ald die wir uld vnser nachkomon die io R&te sint von den üben t&nt vnd vertaileiit ir sie iQtzel oder vil ald man oder w!p wä wir ie denne 207 bi enuider siot wftre da« iemaii ir wer lützel oder vil ilolisin viienl- Bchatt oder gevebt darvDib laiti nn vnaer gemain statt atd ao do- hain vnser burger oder seidener ir wAre lützel oder vil Daz wir vnd alle vnser burger vnd Seidener vnd vnsrH geniain ist dorTinb enander berfitea vnd bebolHen eötlint sin veateklich b! den ayden 5 aö wir vnser statte geaworD habint äne vriderrcd gegen allen den die VHS dehain viientscbaft von aolichen Sachen Jeiner an gelegeiit als ferre wir mit üben vnd mit gat erzügen rougent es siie in der statt ald da vor vntz da^ wir der selben viieatachoft cutla- den werden vnd aul vos ald vnaer dehainen beaunder da yorlO nihlea schirnien ei jenian erdenken kan oder mag. vnd wer vns olaä vehet vnd dea vberwunden wirdet als wir vns in dem grüßen Hat erkenoent ald dem mertail vader vns dnz sin genug atg ir sie lütüel oder vil die aoUint wir von der weite tun wä wir atl ergriffeut ald erlangen mugent ze glicber wiae als ob sü der weit 15 vnd dem Lande scbüdelicb lAt sigint vnd ocb darvmb mit gericht vei'tailt sigint daz ma bü darvmb bJliicb büdon solle. Vnd BöUind darzu enander och bebolflen sin b! den ajden BÖ wii' vnser stiitt geawörn habint daz es also vollefAret wci'de mit allem dem so wir erzügen mugen äne alle Widerrede vnd für- 20 lUg. Dis bescbach an der nAchateo Mittwochen vor »ant Georyen t«g Anno dm. Millesimo ccc Ixx". primo. Das i)icman hie koni heften sol. Wir der vogt vnd der Rät ze Schafhüaen siien vber ain komen vnd hüben gesetzt dur gemainer statte nut« willen vnd daz 25 man dester baz hie kurn vind vnd bab so njan stn bedariT vnd doz berren vnd arm liit ir kurn deater gerner in vnser Statt fArea vnd schütten, swas kornes in die statt bräht wirt vff den Markt ze verkoSenne ald ze kästen ze schuttenne ald daz ie in körn häsern oder iu kästen lit daz das korit in vnser Statte vnd in vnserm 30 geriht nieman sol oder mag verbieten ald gebeften weder ßurger noch Laiitlüt mit gericht ald üno gericht weder vmb gült noch vmb aader sach vnd haben nienglicbem atn körn also gefriiot dur geniaiuer statte vnd richer vnd artiier Lut ze SchofhQseu nutzes willen daz man deater me kornes in vnser statt bring vnd schütte, 35 Aber du rosse die daz kom ie tragent oder IfVrent mag ain bur- ger hie wo) heften es siien man ald wip von gült wegen so dae körn »b in kvnt Ane geuärd. Aber enbain roß aol nieman hef- ten daz dehainem vnserm burger ald burgerin zins ald rintmict herbringet als daz von alter her komen ist. iO Datum et actum Aniiü dm, Millesimo cce". \x nono feria qninta ante festum Bartholomei apostoli. Sä ain rede vff löffet siwüscheiU acain das an 6 an rüret. Wir der vogt vnd die R&t ze Schafbäaen siien vberainkomon vnd haben gesetzt vff den ayd an x mark ailbers ze büße. swä46 ain rede hie ewüschent swain vff atät wie es dar £unt von bibte , oder Buat. daz ain e an rAret alad doz ain man spricht, er sie 208 jung oder alt, ald ain fi-ow oder ain juokfröwe sprichst st haben etwas Baiuen gerctt daz aiii e aa rAret knnt daz von dewederm tail in klag wlae fiir den rät ald wirt es sunse äae klag von je* man für den Hiit tirAht sß sol der Rät des gute heftcu das er in ^ 5 doin gericlit liet es bi man oder fröwe von des wegen du rede vff- gestandeD iat des ersten vmb die Zehen Mark sitbers ze b&ßo. bct aber ainer ald aiDQ nit gutes in dem geriebt das zehen Mark wert ist, §d Bol er oder ei die x mark vertrusten mag er aber uit troa- tung bän BÖ sol man in liaben vmb die Sachen daz man der bäfle lOgewerat werde vnd sol im der Rät atd der mertail des Rates aiu -^il nemen vnd geben als si denne vber aiD koment dae der man ob es ain man ist ald du frowe ob es ain frowe iat iidor ain junkfröwe vstrag mit dem rechten das man es denn tÖQ sol In dem zil. Iat denu daz der mau ald du frowe we- 16 dcrs denne du ansprach bet vnd dannan du rede komen ist dfw ander hebebt ze Costenz mir dem rechten aö sol im sin gat wider ledig vnd entslagen sin vnd so] der büße vs g&n. Behebt es aber dai: ander nit so sol der statt dfl bnßo vnd die x mark vernnllen sin vnd sol man och denne sin gut daz er in dem gericht bet an 20 griffen vmb die x Maik Bilbere dax st der statt werden. Het aber der man ald du frone so vil gutz jn dem geriht nit. bü sol der R&t duz selb das denn der büß veruallen ist bivangen vnd haben vntz daz du atalt vnifa die büße gewert vnd vßgericbt wirdet Als dik es jemer ze schulden kvnt. 25 Datum anno dm, Miüesinio ooc Ixxvüj die Sabbati post cir- cumoisionem ilominj. Dd an gemain man erwellet wirt loie mati den toisen sol daz er sich der sack an netne. Wir der vogt vnd der Rät ze Sobäfhiisen habiii gesetzt sw» 30 vnser hurger mit enander Bt Aaaig ^nt ir siie ainer oder iu£. koment die aines gemainen mannea der vnser burger ist dorvmb vbef ain ald wirt In ain gemainer darvmb geben der och vnaer burger ist So sol der Rät den geroainen bitten vnd wisen mit ge- bett ob er es süsse nit tun wil daz er sich der snch anneme vnd ir SSainen vßtrag gebe vnd die selben vnser barger die stößig sint, von enander richti. Es were denn das sich ieman der des Rates were des großen ald des klainen entsIAge vnd aaiti bi dem aide bA er dem Rät gesworn hetti als ferre daz der Rät ald den mertail vnder in dvnktti daz er sin billich sölt vber werden. Ald du 40 ainer der des Rates nit were einen gelorten nid ze den hailigen Bwflre daz er es als ferre verlobet vnd vorsworn liettJ daz er es nit t&n Nölt oder möcbt vor sineu Sren, Datam feria qrta poat Ja* cobi Anno dm. Milleairao cec Ix Tertio. (fol. IIX.) Das die soat eit der Statt lägdingen g&n die i dem Räte dartu gegeben werdetit. Wir der vogt vnd der Rät ze Sobafh. süen überain komen vnd haben gesetzt. Swenne wir mit jemanne ze tagdingenne ald I 45 Clin dem J ^m Wir ^^H vnd haben fen ^^_ vnde 309 xe sohafien hnbint daz unser geninin etstte nn gAt !>wcr denno von nnserm RfLt ald dem mertsil äe» Rates datzä geben wirt. es siie niner »der mü daz der dtii'Kä boI gün viid d& b! hoI belib«u die wi] mni) die sach wandelet noch dem &ls es denn geschafTen ist vnd wer das nit tül, es si niner oder mS der aol viiscr statt zo 5 li&ße gebeil. j. üb. ^ schafli. miintz. Gebüt ea aber der vogt vnd der RAt ald der mertnil vnder In furo die Ijoße sol man ocb von im nemen vnd aol man orh die bäßan an vnser statt nemen als mftn ander friluelinun niinet PJs were dpnn das er sicih entelfigo da» er es von ebaftiger not nit getun möclit als eich der Rat ald 10 der meriail des ßätes vfT den ayde erkandi da?, sin gen&g were nls dik es ze scliul.den kunt die wile der Ität ald der ini-rtail des R&tes dis geaelxfe nit abnimet ald v^ründert. Dts beachnch an dem Dvnetng vor snnt Kntherinen tag Anno Millesimo ccc Scptuagesimo Bexto. I !> SKon von dem B4t icJilcn ijthniten wiri ee giin sä waniböwen filr ge schmetn alti söliehü dinge ee ttinne. Wir haben och gesetzt swem der vogt vnd der rät tild der mertsil vnder in hie ichtes empfilhet xü wnntbiiweii ze g&n ald fAre xe scbowen ald wait nölicher ding let Tut er des nit, es si atner 20 oder me der sol ze büße geben vnser statt so uii als der Rät ald der mertnil io darvfT selzet na&h dem ah du sach den» geschaF- fen ist er entslah sich denne als sich der Rät uld der mertail vnder in erkennet daz er es nit tun solle oder mng als dik es ibiht. 25 Geben an aller haüigen al>ende Anno dm. Millesimo cco octua- imo vnd sol man dis bnßan nemen als Creuolinan. Vmb die die «5 (Jen wanthi'iwcii vnd füre schowen gänl dcu ffin sol toae die haissetit. Wir der vogt vnd die Rflt ze Schaf hfia. habe gesetzt dnr30 gVflS frides willen awA dehain vnser bnrger stftßig sint vmb want- hdwe oder vnder genge in vnaer Statt vnd gerichten die Hont ir atßs:r Bol gkn OK riien rann oder Trowan lützcll oder vil So sol der Kichter ald wer es denne tun sol ia des hüe gän dem. also vßge- clegt ist vnd boI dem pliant geten der da geklegt hett wer der ist burger oder'gHst dae er vß^erichtet werde mit vareitden phan- Siien vindet man aber so vil va-rendcr pliaiide nit, aß rang er Im phant geben nach phandes recht nleu üb im denn übgienge das man im aber m& phande darnäcb geb daz er geweret werde. Aber der Ilioliter sol im enliain llgend gut ze phant geben weder bäs ald ander ligent gut er vinde denne varender phandc nit das lOer gewert mug werden wider des klegera willen, wäre aber doa jeiiian dem miiD xe büs- ald ze hör eol gäii ein büa oder Gftdeiuer heeuhlasse vnd s! nit vff wolti ("in vnd phant l&saen suchen, s5 mng im der Richter dU türan vff stoßen vnd d^m kleger pbant geben daz er nichtes verschuldet vnd aol inne och daz nieuian ^ftwercn daratnb daz den klegern ir nötdai'fFt voUegän mug als Inen . denn ertaitt ist. 18 beschach an dem dvtiat«g nach vßgftnder österwochen Anno dm. Millesimo ccc Scptuageaimo nono. Tas plinnt fleh ainem kleger geben werdent von gerihtes iO wegen die sol der kleger dannnn nemen weane er wil eö er bü haltet als reht ze Schafh, iat, wer i der atatt iegliche tages j. lib. ^j h phant vor werdent gehebt, ob in werdent, Wie ai» Gast sol verfr&slen a tetme der aitt Imrger beklaget. Wir der vogt vnd die Rfit s Bwä ain Lantman ainen burger beklaget vor dem Rät ald \ rieht ze Sch&fhQsen Iat denn daz der burger es aiie aOfi-öwe vordere! daz im der Inntmnn oder lantfröwe a; widervrab och halte sft er den bnrger vßgeklaget. so Bol Gaste vertrusten als aich daa geriebt ald der Bat oder ( tail erkennet was im der burger an behab mit den recViten daz im daz der Lantmaa vßricht vnd daz er im öch daz recht also 36 halt als dik es ze schulden kvnt es sigin Iröwan oder man. Geben an dem dvnstag nach Snngicbt^n Anno dm. Millerimo Wie man phaffeii hie zt hüa vnd st haf sol fftin. Kb iat Öch gesetzet daz m&n allen phaffen die in vnserm ge- 10 rieht sitzent zo hüs vnd ze hör aol richten vnd gän vmb alle Bachen ala andren vnsern burgern fnd laijen wön man jneo oeh aleü richtet Aber unarü klöster aont hier vnder belilien als b1 untz her mit aölichen dingen komen' aint gäntzlioh. Datnm Teria qnta poat octAUam pasce Anno dm, Millesimo 46 ccc Ixx aeuundo. ffol. XXI,) Wie du Gtint besetzet ist. Wir der vogt rad die B5t ze Schafhäaen siien vber ain- n das werret der git ze büße e mangen tag dem kleger dii I phant von dem rihter geben nem burger ain recht te hat- 1 Schafh. hahind och gesetset recht ■ mer- 219 » Em ist Öch gesetzt, awer : gh mit geriebt ald ob jeman gericht, ee. st groß oder kUi Biiuien oder ierretn vad si den oder weren danoan ; körnen vnd haben gesetzet ainberlicb. Swaa phand vff die Gant komeat vnd du geröffet vnd vergantet werdent vntz vff den drit- t«Q tag es BÜen ligendü ald varendi pbandc grdß oder klaiu wie si genant aint daz man du phant eqI hingeben an dem dritten tag dem oder denen die aller maist daruff bütent aber njeman boI 5 vff Hiu phant böten an der Gant ze Schafbüeen vnd swer dehain pbant -iO äobafhüsen an der Gant kölFet ald sü Im zühet der boI die phenninge ald daz g5t daa er daiuff gebotteu hett es si Lützel oder yü b! der selben tag z!t ad es beschiht weren dem der doz pbant vff die gant geacbikt bct äne fürzug er bebab ea denn 10 tiiro mit des willen der duz pbant vff die gant sclukt vnd wer daz bricht als manigen tag er denn vber sitzet als dik eoI er ze }A&B geben vnser statt j. üb. ^ Sohärhüser müntz vnd boI man 'Alb die büße von mengUuhem nemen ja der wiBe als man treue- ijtnan lu niiuet. 15 Schafh. ieman debain pbant in vtf dehain phant gewiset wirt mit daz den an dem phant nieiiian sol im ea 6ch nieman entfröm- 'meane ob er wil vnd sol im oohQO des oieman etwerren darvmb daz der dem daz phant geantwürt wirt sin DÖtdurft da mit mag geschahen nach dem rechten vnd wer daz bricht der boI vnser gemainer statt ze büße geben ain Mark eilbera als dik es beacbiht vnd sol man dis b&ßan och in nemeu als ander fräuelinan äoe generde. 25 Ist aber daz ainer sin phant verspricht vnd sweret der vor dem knecbt der es gantet daz er nit wisai daz es als ferro körnen si daz man es ganten solle, so sol man daz phant vntz vlT daz n&chste gericht behalten daz man denne darumb gefr&ge vnd er- taile was recht daiumb si. 30 Och sol tnan wissen daz vnBer knecbt die dft ganlent ge- sworn haut vnd daz die weli hinnan hin darvber ie -gesetzt wer- deot sweren sont daz beste mit der gaot ze tdnne atnem als dem andern äne geucrde vnd niemanne ze sagenue wer je vff ain pbant botet darvmb daz phant dest tilrer hin gangin vnd öoh ze rft- 35 geone wer die bäßan ie verlüret «naerm schriber als sS fretjeÜnan gebunden, sint ze ri^genne ioe geufirdo. Weli knecbt die gantent ain phant gerfiffent vntz vif bru- der complet ait ob jerann gen dem andern ie me bfltot die knecht es BÜe ainer oder tab sont vnd mngent dii phant in fragen vnd 40 behalten vntz moinent vff- die zit b6 man gantan sol vnd sont sü denn wider vff die gant tragen vud rAffen in der wise als m es au dem abent liessent vnd wer denne der maist an dem gebott ist dem lönt sü du phant geben als vor beschaiden ist ane ge- uärde als dik es iemer ze schulden kvnt. 45 Datum et actum Änno dm, Miliesimo ccc Ixxij in die beate. Daz mcmm < km sol. Wii" der vogt ■ g&tea fridea willen d 6 Btatt oder da vor sin ; bricht ■lern lindern sin fntian ifnd der Iläl ze Schafhüi az uieniaii dem aadern 1 tülmn vaheti sol mit Am- git 2e büße vi ieglicher tübea nls dik t ; Sfhafhüsen va- haben gesetst dar Scbafbäaen in der vnd mit willen iner statt v. ß beschiht. wftre aber gei vnser pber dax dehiiin täbe ainü oder 1116 in jemaoB sliig oder tuphüs mit ftoderreii tuban k&me rngeuSrlich der mag wol sincu aiog oder lOtaphns die naht besliessen, aber morcdes aol er a!n alag vnd sta tnpbuH vff tun vnd aol, die fröroden tnban läsaeri fliegen vnd so! BÜ nit m@ bivangen ir aig aiiiU oder me weder mit biodenne ald mit andren dingea daz s! wider hain Uiegi dannan ai komea was. Wer daz bricht der git öuh vnser statte ze büße als vor geschri' I IBben ist. QeÜbet aber du tube in dem slag vnd wil daonan nit von ir selbeD vnd äoe haben ald twingen oder binden äne ge- uärde ir at ainü oder m€ darvmb bett deraelb dea der sing ist die bnße nit verachnldet vnd wer die hUße verlüret von dem sol man r! nemen als ander freualinan vnaer statt von ainem jegli- SOchem ea A man oder fröne aJder knäb swenne ieman dEu-vmb gs- rOget Wirt er mug sin denne mit sfnem aide vs g4n als vmb an- der freuelinan die ie geröget werdent. Datum et actum Anno dm. MiUesimo ccc. Ixxij. feria sezta Kaba Georij. I 2S Wie man die sol haben die vnscni bürgern trOwent. , Wir der vogt vnd die R&t se Schafh. aten aimberlicfa vber aio komeu vnd haben gesetzt dur vnaer barger achirmea willen. Swä ieman ainer oder mü man ald frowan debainem vnserm bur- ger ir sl ainer oder me man ald frowan tröwet vbel ze t&nne in 30 vnser statt ald davor mag deno vnser burger dem man IrAwet ir I si ainer ald m£ ieudei-t b^rißeii da sol in ain burger haben ob er wil mit l!b ald mit gut sü verre das der aelbe vnsar burger L vor im gesichei't werde vnd mag das wol tun in vnaer statt viid ^^_ gerichten das er da mit nibtes verschuldet ir si ainer alder m£ ^^L 86 vnd welen biirger er darzä bittet ald in an kunt vmb hilf der ^^H sol im datzä hilfan vnd aol öcli d& mit euhain büße verschulden ^^^H weder der anchei' noch der helfer wie vil ir ist vnd aol 6ch der ^^^H selbe des du gutat ist enhain rihtnng darvmb vf nemen, er be- ^^^■^ gririi deiine in die rihtung alle die im darsii geholfen baut als ^^^kodik ee iemer beachibt. ^^^ Dd ieman dehainem vnserm burger Iröuiel vf fr&mdi geriht * ee ladenw!. ' Wir haben Öcb gesetzet. WS dehain Lantman oder Lant- 45 frowe debainem vnserm burger oder bnrgerin tröwet vf frömda geriht Tsser vnaern gerihlen ze l&denno oder ze tribenno st aiien gaistlich alder weltlicbü gencht mag vnaer burger ir et ainer «der 215 I flirbas nit kumberre. I abent. Anno ni6 ald burgerin denne den Lantmati ald Untfrowen ergriffen in vnser stfttt vnd gerillten das mag er wol t6n vnd in haben ob er wil ha lib oder tin gnt ir st lützel oder vü das er da mit nihtz verachuldet als dik ea ze achuldon kant (,fol. XXII.) vnd wer im dcH hilfet der sol öch nihtz verschulden vnd aol in also haben 5 vns daz er gewiget wirt das er ei rehten in vnser statt lasse beoAgeii Die gesetztan bcscliähäut an sant Laur dm. M. ccc Ixxiiii''. Das der vogt brief beaigeüen aol die vor aincm ertaät wer- 10 denl der an siner slatt rihlet. Et ist 6ch aimberlich gesetzet, awem der vogt enpbühct an ainer statt ze rihtenne vnd ze fr&geano in dem rät oder süsse vrob dehain sacb swaa denne vor dem Rät oder vor gericht er- tailt wirt vod man brief darvmb geben aol das der vogt der ie 1 5 denne vnser vogt ist die brief sol beaigeUen m gelicber wise ala ob er selber ze gerihte Bässe ald gesessen were. Vn^ vrlail brief die ertailt werdatt s6 ieman mit dem an- dern retet wer die ordenen sol. Wir der vogt vnd der Rät haben bah gesetzet wentie man 20 vmb debain sauh in vtiserm R&t ald vor geribt rehtet darvmb man brief vorderet M ertailt werdent das die fürsprechen von bai- den tailn darza gän vnd die brief ordenon Bont vnd aint bü denne ainbelle sä aol man die brief macbeö vnd also besigellen vnd sol Ach des die kleger vnd die widersacben benßgen wurdint sf aber 25 stösaig BÖ Bont der rihter der do snsse darzü nemen vnd was denne das mSr darvnder wirt ob at es für den ßät ald für das geribt nit zübent das sol alud beliben. Vvtb die die aU verbannet werdeiU das man hie äne singoi mhs sin. 30 Wir der vogt vnd die Rät ze Sohafh. haben gesetzet weli vnser burger ald seidener oder iaatlät es aiien frowan oder man als vil der ist als verre verbannet werdent das man von ir wegen äne Bingen vnd verslageu mna sin wennc eich denne der Rät ald der mSrtail des rätes erkennet das s! sieb von vns ziehen sOlen 35 die w!l ai also in bannen eint an die atetle da ea vnser atatt an Gottes dienst nit süme es si ainer ald ainü oder niS vnd in der Rät das verkündet vnd in verhütet bi vns also ze sinne selber ald mit ir hotten so sont si von vns varen vnd vns also nit se- inen an Gottes dienst vnd wer das bricbet der sol vnaer statt ze40 böl^e gehen ieglichs tages j. Ö phenning Sdiafh. müntz sd er ea also bricbet es aiien mao ald frowan ald ir s! lützel oder vi! vnd sol man die büße verachriben vnd semen als ander freuelinan als dik ea bescbibt. Vmb tanllüt die alsä verbannet sinl. 45 Ea ist 6ch gesetzet were du lantlüt herkämen ainer oder ^^^ Vmb UM .^^K Ea ist 6c 216 mS ald man oder frownn die ata verre verbannet weren das aua hia &ne singe m&sti sin von ir wegen wer den esseD ald trinken git der ea wissende iet oder wirt der sol ze Löß geben vnser Btatt X Ol vnaer pheuing es »iieu inau ald frowan als dik es b&- 6 achiht. Dia geaotztan wiirdent gesetzet an sant Vereaea tag Anno dm. M9 cce Ixxvij. T17e wwH aiiies töle» erhen ^zügen sol vnüi giUt der ab g&t. Wir der vogt vud der Rät ze schafh, aiien vberainkoment lOvnn haben gesebset Swer ze Svhafb. ab gftt man oder wjp die iemanoe gelten aont lögennent 'dca abgangeone erben der gült al' der aprecbeut ei wiasint darvmb nit dae denne der kleger es ri man odor frow daa abgangenna evbeo ivol erzügen mag mit swain erberen mannen das des klegers liant du dritte ai ald ainen an 15 ata atatte stelle es si ainer oder me ald man oder frowe vnd waa alsd vmb gult erzüget wirt das sol kraft hän ala dik es se schul- den kunt. Das bescliah an saat katherinen abent Anno dm. M". ccc IsKvij. 20 Dan nicwan den anAem hie valten sol äne rehl. Wir der vogt vnd die RUt ze Schal b. siien vberainkomen vnd haben geset^et daa nieman den andern ia vnserm geriht va- hen eol nne reht äne des liätea ze Schafb. ald des mertaila m- der in willen vnd vrl&b vnd wer das bricliet ist ea aio burger der 25 sol ze bnße geben vnaer statt s ft acbarbiiser pfenning. Ist es aber aiu laetmnn der aol ze bäßu geben vnser atatt xx % vnser phenoing als dik es beaehiht &n gnäd vnd dem geriht. iij ft vud dem Itleger iij il er si buiger ald lantman. Ist aber daz ainer den andern in vnser atatt vnd gerihte SO vahot für ninen «chedelicben inun warvmb das ist der sol nihtes verschalUeu denne hö verre duz er das geriht veraicliorre ze volle- ffirenne vnd ze klagenne dafür er in angeuallen bet Ald wftn aol in zB dem geuangenne haben vud legen daa er das recht voUe- f&ore als von alter her vmb Bo]ii:b SBohen ze Scliaf h. reht vnd ge- 35 woniich iat. Dis bcschah an Saut Thomana abent Anno dm. M. ccc Uxvij, Bä ain lanlman aiuen IJtler hie mi vallet. Wir haben öch ainberlich geaetzet mit geiaaiuem rftt, Ist 40 daa dehain lantman ainen dhter an vallet. in vnserm geriht das man sü denne baideu baben aol vnd behalten vf ir schaden vnt> das daa rehl darvnib vagotrageu wirt in vnser Stiitt vor geriht atd vor dem lUt. Iat aber daa der den anual tat ald der &bter daa geriht verbürget vnd veraichert /o voUeförenne ald ze Itdenue 45 in vnaer statt, du« sin den Vogt vnd den Rät zo Schaf L. ald dem mertail beuAgti da« mag mau von in baideu ald von ir aiuem wol vfnemert als «ich der vogt vnd dor Uftt ald der mertail voder in 317 irvmb erkeuaent. doch also das du sach darvmb ze Scbafliftsea igetragen werde vod niendert anders, als dik es iemer ze schul- ^4mi knot. DiB beschuh an sant NicolauB abent Anno dm. M**. ccc. I.Isxvij. 5 (fol, XXIII.) Fmi vnser sckiflül das die nieman sin t/hi sonl ^^erkoffen wider Anen willen vtid wie si irü schiff smtt lestett. Wir der vogt »nd der Hat ze Schafh. haben gBBötzet aim- p'lMrlich. das vBser Bchiflflt die vf den nidevn wassern ie varent s!n sht sunt verkofleti das ai fArent Jlne iernnns buisaen 1 1 linder willen dem si ir gSt fflreut wedei' burgern ald geaten ir sS ■^ner oder raS Ist in aber ieninn Iftpi dabi schuldig da mugent sS ^ in\ vmb versetzen vmb BÖ vil als man in da bi schuldig ist vnd I den statten d4 s! den lön verdienet hant viid nit furo äue ge- büßt uerde. halb mark sill l^bfiße nit hAn ald versieh inen gautzen inanot in vr " iol och eohftiner • vf fünfzig schiban ald als dik ( ^Fg&t< er Bol vnser stntt gebe ainl! beschibt. Mag er aber die 'en so sol man in darvmb vnd dafilr rn turn legen. iS gutes in stnem suhifTe färcn deune der mäase krStli äue geuerde darvmb 2< daa tt menglicbem 8!d g&t dest sicherere mugeu gefOren vnd ver- sorgen, an die vorgen. b&ße. Dia bescbah an sant Nicolaus abent Anso dm. M. coc. Ixsvüj. Dd ieman vf vnser bi4rger ghi vf lantgerüUen an laitt nimet man die versprechen sol. 2. Wir der vogt vnd der Kat ze Schath. haben gosetzet swer dehainen lantgerihten anlaiti nimt vf debaiues vnscrs burgei-a gSt das er in nutz vnd in gewer her braht het vnd gehebt das wir dem die aciniti sunt belfeu verspreuheu vnd ira darzQ behol- fen Bont s!n ze dem rehlen mit vnser botechaft vf unser gemainerSi statt schaden als dik es ze scbuldeD kvnt. won es vnser friiebait an g&t. Datum craBtiuo andree anno dm. M". ccc Ixxviij. Das nientan hie sol bitten ae wiltennechten an des jngoiden •es vnd ewelßcti abenden. 3 )gt vJid die li£t ze Scbafb. habe» gesetzet dur g&tes frides willen, das nieman sol bitten in vnser attitt vnd in vn- seni gerihten ze Scbafh. an des ingenden järes abent ald an dem «weiften abend ald an andern tagen als man in den ziten da her get&n het dar dehain geuerde mit singenne oder süsse vnd sol i' das meoglich mldeo das man debsiu geuerde darvnder triben sol vnd wer das brichct der sol vnser statt ze büße geben j. ^ phen- ning vnser inüntz als es beschibt. Wer Öch iemanne ibtes darvhor also git der aol Ocb dieselben büße geben als dik es beschibt. Aber arme Int die das ajmosen blttent ftne geuerde ald der 4 i&sen git iae geuerde die verlöret nit die büße. Blrllnaer, 218 WcLS man ainem kitide in binden sol der es hebet. Wir der vogt vnd der Ravt haben öch gesetzet. Swer ain kint in vnser statt vnd geriht vsser töfife hebet frow oder man rieh oder arme das der nit me in binden sol denne zwen schil- 5 ling vnser müntz oder phening als dik es beschiht. Aid wider senden. Es sol öch ze wihennechten nieman dem andern senden de- hainerlaie ding, ald widersenden, von dehainer genatterschaft wegen vnd wer diser vorgeschribnen ding dehaiues brichet der git j. ^ 10 vnser phenning ze büße als dik es beschiht. Aber phaffen vnd münich mugent wol in binden ald senden wie vil si went das si nihtes verlürent. Geben an sant agnesen tag Anno dm. M®. ccc. Ixxxv®. . Da man garten ald anders gutes bedarf ;ra wegen ald grä- 1 5 ben oder müran ald zu solicJien sacken. Wir der vogt vnd der Ravt ze Schaf h. haben ainiberlich ge- setzet dur unser Statt nutzes oder nötdurft willen Sw4 man de- haines vnsers burgers ald burgeriuen garten ald anders gntes be- darf zu vnseren graben ald müian oder häser ald wegen ze buw- 20 enne das sol man darza nemen vnd sol aber der Ravt ie vier vsser dem Rat darzu geben vnd wes sich die vier ald der mertail vn- der in crkennent das man darvmb geben sol oder tfin es siien man ald fröwan das sol man im darvmb von gemainer statt geben vnd sol in des Öch benugcn. VVurdint aber die vier darvnder ge- 25 lieh getailt so sol vnser vogt ald wer sin st^tt denne haltet ge- main man sin in der sach vnd weles denne das mSr vnder in wirt das sol fürgang hftn als dik es ze schulden kunt. Geben an man tag nach agnesen tag anno dm. M. ccc. Ixxx^ (zus. bestät vf Mitwochen nach vrbanj anno md xliij). I]0 Uas man nieman tages beschütten sol. Es ist öch gesetzet Swer iemanne vsser ainem hüs tages beschüttet es tAien man ald fröwan kneht oder Junkfröwan ze baien ald ze laden oder ze venstern vs der git x Schilling vnser phening ze büße vnser statt als dik es beschiht. 35 Geben an dem nehsteu tag nach dem jngenden jftr anno dm. M® ccc Ixxxj. Vmh rehhüner vnd vögel wie man die vail sol hän. Eh ist öch gesetzet swer hie rebhAnr ald stainhAner ald vogel vail hat vnd sunderlich mertzeler der sol si entwaiden aber 40rekkolter vögeln sol er die magen wider in stössen vnd sol die vogel alle nit lenger vail hän denne driie tag ungeuavrlich vnd wer das brichet der sol. v. Schill, vnser phening ze büße geben vnser statt als dik es beschiht. Geben ze dem jngenden jÄr Anno dm. M. ccc. Ixxxj®. 45 Von der wegen man imgesungen muß sin. Vogt vnd R4t ze Schaffhuson syen vberkomen vnd habn vns ainhelleklich erkendt vff vnser ayd durch vnser statt nutz vnd fro- ai9 men vnd beBunder darumb das nv Iiiniii minder nider gelait werd daz nti fürbas a. oder liurgeiin ald liyeäß oder lantman amer oder mS die als verre ge1>iuin«t wei'dent daz man von ir wegen aült oder mAst vngu- Buiigon sin. Dieselben personen nöUen wir für vns beseDdeu ir sy 5 ninn oder nift die sollend denn awern gelert aid zu gott vnd den balligen vsser vnaer statt vnd geriht vnd och für daz kilchspel 86 g&nd vnd darin nit me ze komen als lang vnd vntz vff die ut daa äi sich von den liiinaen gentzliuh gelediget buben. Wslher aber dis nit hielte oder sich da wider sntzte vnd den nit sweren 10 weit der sol denn von der vngehorsame wegen zeben phiind phe- ning viiaer niüntz 'zu rchter pen vei-uallGii sin fin gnüd vnd eoI man oiich dio denn von ainem ieglichen uemen als ander friiflinen all« dik daz ae schulden kompl. Actum qninta post Bartholomäi Anno !C. ccecvj". 15 (fol. XXIV.) Was man für liffcnt ald varende gut verstüren aol das phani ist. I. Bwer phanl hie het du verdienet sint ald rerdent ald der ligent gut verpbent het ald «iderköff das mau lösen mag ald wider- 20 es vergtüreu für vareut gut. em wibe ald ainen kinden ligent gut das lehen t ald goaetzet heb von den ieheu herreu danni: hie nuch verdienet s noch veiphendet vff ' köffen mag der ist ze phaude setZ' si lehen sint dar I nit ^ ■imlle der )0l ( versttlren für iigeut gut. Was öch ieman sinen kinden ligentz25 gutes vei'seixet ze hainslür deis sol man öch für ligent gut ver- slären. Was öch icman phande erbet ald geerbet het vf ligeuden gAtern das stnen vorderen ze pbande ist versetzet nid noch ieman versetzet wirt. der sol ea sturen für ligent gut. Die beschnch an dem frftag nach aant Valentins tag Anno dm. M. ccc. txxxj. 30 Wie lang eins vf güiern eins sol si» vnd demie güll sol sin. Wir der vogt vnd der Kavt aiien vher oin konien vnd haben vns erkent von zins wegen die ie etftiit vf gütern das ain ieg- lieber vf rineni gut wol mag behahen dr ie zina von drin jAren vnd wem e es vbtr drüo zins gestM daz ea denne gült sol e!u 35 dannanhit viid lögent denne der der den z ns sol gelten so sol in der herro dem der zins sol des gutes wi en ald aber des gülten reht nera a das er im furo afil. (ieben an aant Gerdrut tag Anno dm. M. coo. Ixjaj. Vwb I6n das ain phunt pkening ald darvnder triffst. 40 Wir haben vna ooh erkennet vnd gesetzet vrnb lün das ain phunt vneer phenninge ald darunder ist vud nit darob den lön mag oin ieglicher wol behaben inrent drin nehaten jmvren aö der lön verdienet wirt. Gestät es abc^r vber drü jär, so sol der kle- ger den nisen der den l£n sol das er im schuldig si ala recht istlS ald der kleger mag wol dea widcraachen reht nc-men das er nftt da bi schuldig si denne er im vergibt. W gmieffet VII B erkennet gehöret ien am HAntag vc ! lang ainer aigen j dem palmftag Anno dm. M, ccc. il ald lehen inne sol hän das er ski 1 gew oder igt vnd der Rnvt ze Schafh. haben gesetzet vnd ibei'lich Swä dehain vnBcr barger ald der ti& vn» r l'rßwQii dekniii aigen gut inue het in nnts Tnd gelegen ist drQ jär vnd xehB Wochen vnd driio BB Dieinan veraprichet als reht ist vnd mit dem der gewer bllliuh »ol geiijeBBen vnd das man in tag i rehten das der da ki Bol schirm Wer öch dehain gut inne het das lehen ist in nuU vnd in gewer vnuersprochen als reht ist. »in j&r vnd sehs wochan vnd driie tag oder iiiS der sol Ach der gewer geniessen vnd mag Ach 5wol fQr sin lehea stän. Wer öch daz iemaii der zn aSlichen gätern si wfiren aigen oder lehen ansprach hetti inreiit Undes uit were alder als siech oder als iung were das er es nit kuadi nlder möhti verspi'echen dam Bol sin reht dartzä behalten stti &ne gcuerde. r öch dehain gut iontanne hio vertaget der sol sin wer sin de« der es kölfet drü jär vnd seha wochan vnd driie tag vnd sol im d&mit genüg getan hau. Dis beschah an aant Agnosen tag Anno dm. M°. Von Mi/ fniden uiegen. 5 Es ist öüh gesetzet von Alif sniderB wegen vc zuhten die er b! vns getan het vnd der man taglis vc tende ist. ewer dehain Treueli an iui tat gros oder klai erzfigen das es Ctli anbraht hah das der nihtes d bsBserren es al ainer oder mS als dik es heschiht. Wil aber Ali dehain vnznht ald frpueli an iemi das eol er besseren darnach du i'reueli ist als ander I ioch dar kimt. Dia beschah an vnaer frÖwen abeiit i: M, ccc. lnKvij, Vnih hainin koch den Bchnhmacher B gelicher wtse als vnib (liin snider da i mht wefjen sä er in vtiaer atatt at I öch t^lJchs von im warten t man wo! mag orzügen ob er iemanne ihtes tut, mit ainem man ald mit ainer fröwen ob man ioch nit m6 zügnüst über in hetti das er es an ieman brftiiti. Geben nn m&ntag vor sant Gr«- gorien tag Auiio dm. M. ccc. Ixxxv°. (fol. XXV.) Das enliain vnser burger vmb vnaer at&rsn wer*' ben sol. Ee ist öch gesetzet ^wele burger ze Schafh. ald wer mit wonnng bi uns ist ainer oder tah an vnser herschaft wirbst vmb stdran nlsd das in vnser herren an vns stössiu vmb vnaer atflrwi !. Ixzxijj. vmb m1 t&t 1 dem ögsten Anno dm. haben wir ocb gesetzet or geschi-iben ist von vil I vil lüten getan het vnd denne sd verre daa 221 der eol ieglicher Tnaer statt le büße geben zehen mark i vnd (larzS aol mon im doch die stfir bi tiiit geben als dik ea Ke Bcbuldeo knnt. Actum Anno dm. M. ccc. xliij. />ay nieitian ee Schaf h. werben sol das mcm in hie äneb slilr Msse sitzen des wir 6ch ain brief hont von vnsatn Herren von Oesterrit:h der brief lif in der statt leisten vnd slät also. Wir Läpolt von Gottes gnaden herzog ze OeBtcrrich ze Styr ze Icerndun vnd ze krain GrÄf xe Tyrol etc. tnnt kunt für vdb vnd vnBer Erben das für udk kämen die erlieru vnd wisen nuserli lieben gelrinen die Bürger geniaiiiliob ze ScliafliÜBen vnd gavbeot uns He erkenne mit guter kuntlieber undei'Wl^uiig wie a! aineii fryhait brief iiehebt hettent vf die miiinung. Wer in ir egenan- tcn statt vnd gerillten ses Behalt vjeve vnd dnrnnch würbe das er da selbea {lye vnd &ne st Are sitüen BiMt« das der 1 dem Rnvt der egennnten Sta't veruiilleii wer« ainer peue zeben mark eiitiers vnd der seih brief in mit andern briefen ver- brunuen were vnd bäten t vns dan wir in die Beiben fryhait wider ger&chtin ze vernüwenne vnd vneern brief durvmb ze ge- benne. baben wir angeschen die grABseo vnd stclen trüwo a6 B!2i alle üit 8& uns bnbent. vnd haben in vnd ir egenanten Statt ze Scbafb. die selben fryhait von besundereii gnaden widergegeben vernüwet vnd beat&let, vernÜHen vnd beatfiten Öcb wissentlich in a^dicber mäße das si die nü fürbneacr in der vorgeiianten ir atatt haben aöllen iD der w!se ala vor gescbriben stavt. Doch vfgenonimen wer das 2 schullhaisaen ainpl d& selbes von unaern wegen inne hfit das der belibe nia daz von aller her komeo ist avne geuerde. Mit vrkvnd dia briefea veraigelt mit vnsenn Iiiaigel. Geben ze Brugg in Er- gAw am donstag vor dem paimetng Nah cristi gebOrt drüzehen- liDndert J&r darnah in dem fünf vnd ahtzigosten javre. 3 Vmb lät die Ine sUxent vnd vH burger sint vne die stu- ren sotil. Wir der vogt vnd der RiLt ze Scbnfb. haben gesetzet Swer in vnser StAlt vnd in vnaern gerihten sitzet der nit vnser burger ist das der alles das gät das er bet in vnaeren geribten ald an-S dersw& vf dem lande verstüien sol in aller der w!se als ob er vnser burger werc vnd als ander vuaer burger ir gSt hie veratü- rent. Were aber das er von uns zug es si man ald flow was er denne ^'utes in dem geiiht hie bet daa aol er verstüren in der mäz ala ander burger ir gut hie verstörent avne geuerde das in i dem geriht lit oder ist. Das mö)i allewegent evren rAger hie sol hän. Ka ist öcb gesetzet das man Kwdn rdger sol hän vber allü ding die sont ze den balligen awerren. was si für kunt das unser statt Bchedelich ist daa aout ai Tür vniern Itavt btiugeE tdIz daz es ze ende biabt wirt mit frag avne geuerde vnd sol n Öcb die HÜger ftnderren wenne man xinen ravt setzet. Wele a nit rflffer wolti rin der hoI der Statt x mnrk eilbera ze bSße geben ala dik er sich des werret ano geuerda ern schirmen twingen vnd gerichteii Je wonhaft ist ea were man odei' fröwan Crii^tan oder Jaden Ir wäre lAtzel oder vil ichtes ze sprechen oder ze klagenne hetti vnd rechtes darvmb raftteti dem sollen wir von Inen recht tuu vnd öch fOgcn In viieer Statt vnd in vnüerren gerichten da ea 30 ie bin gebAret vnd iiiendert anderswä iila dik es ie ze schulden knnt äne geuärde. Datum et actum Anno dm. Milleeimo Trecentesimo Octuage- aiino Nono, xi,) die mensis aprilia. Wir der vogt der Rät vnd die Bürger alle gemainlich arm 35 vnd Rieh der Statt ze Schufh. sien vber ain Itomen vnd habent geaetzt ainhelleklich durch vnaer. vnser burger vnd Remaioer Statt nutz (ire vnd gemainea frides vnd notdnrft willen als vns ietz her Johana von Stuben Ritter Besslialt ze JungtiÖwe vnaern bürgern K. bindern gefangen havt vnd vns angriffet von vnser herschaft 40 wegen vnd als der Ragor angrifft vnd vns Öch Eberhart 'l'ichtler wider rechtz öch an vnser t-re redet vnd tat oder von ander Irtt wegen die vnser herschaft vnd vns ie niigrfffent was Iiotlen wir nft ald hienach von sölicher iflten vnd sach wegen je jendertbin schlicken vna vnd vnser gemninen Statt vnd Burger gegen Inen 46 wä bin das wer ze neranlwürten Oder was wir jeman von soli- oher Ifit wegen \b\z enpfolhen habe» ald noch enpfelhent ze tAnd vff 228 iro lib ald g&t ze stellen vnd wie n!d in welher wiae vnBer Hot- ten ald (liener wer die sint den wir sölich diag eiiprethen daz ftlsg ie verhandlent wie ald in -welher wfse daz wer daz boI ge- Boheben bSn In «Her der wlae vnd m&SHe als ob wir es alle gemsin- 5 lieb 1 inhelleklicb getan tmlj. der wer der vds vnser gemainei oder vnser deliuinen beeander ^ ald an gut vehen ald bekflmbe an gericlit ntd mit gericbt ald 10 ald oHenlicIi vor dein sollet Vnd Bfatt daz jer id b'jrgcr nlle geniainlich BÖlicber geiät wegen an Üben n vÖ\t es ?ie mit geriebt ald techt oder kn recht haimlicb innder alle getitain1i< ' ^ gemaineii Statt kosten vnd schaden geti-üwlicb vnd vesteklich scbirnien lialteii Tnd veraprecben widi^r menglichem bi den aiden b6 wir vnüer gnädigen herachiift von OeBterrich vnd vnaer Statt geaworn haben als ferr vds allen lib vnd gut gelangen mag. Vnd 1 S sol sieb vnder vus noch kninem der vnsern von sftUcher geiät vnd sach wegen nieman von vns itielien ald Eünderren noch da wider setzen ald ichtes werben oder ton ald scbafffn geiän werden In debain wise wan das wir gl!cb mit aiiander ziehen vnd alle snclien vngesiindert alsä verband Itn eüllen nach den atukken vnd gediegen 20 als vor beschaiden iat ün mengllchr. Widerrede, lieaunder haben wir gesetzt vnd maincnt ßch wer der were er sie vnser burger oder nit der sölicbon Iftten die also wider vnser berachaft ald vns lätind mit kainen soeben bUtändjg beraten oder bebolfen wer mit Worten ald mit werken daz wir den oder die ze gHeber wise bal- 2S ten vud haben sollen In vnsern vugn&den In alle w£g als den oder die vnser hcfNcbaft oder vns ie angriffeot. Datum et actum Octaua die Mens. Mnrcii Anno !C. \xxxx t.ercjo. II Wir der vogt vnd der Rftf ze Scbalhusen siien vber nin kouien vnd haben goactstct dur gutes frides vnd nutzes willen 30 vnser geniainer statt. Suer bie in vnser Statt vnd gerichten debain freueli an dem andern tat es ai ainer oder nie ald vnaer Diirger oder laut- liVt das der ieglicher der Statt beaaeren sol mit phenning vnd vi varenne ala vormals darvmb geaetzet ist. 35 Vnd swenne darvmb ie gerichtet vnd ertalt wirt vor dem E&t ald vor den freuelern wie ie denne diiivmb richtet Swas häße er denne darvmb veruallet gen der Stntt an phenning oder an silber vnd für va varun das sol er zeatünder atette der statt vursicherren mit phenning oder mit phanden ald mit guter burgscbalt das es der 40 Statt werde vnd sol man in nichlz da für verdingen noch lin verdingen als vorniftls da bur beschehen ist vnd wer das also nit versichert iild versicherren mng den aol man diirumb ze Blinder stelto haben, es b! burger oder lantinan vnd sol in in den Turn oder keiii ald in vnser vnngnust legen aht tag die nechaten tt er 45alBä gehaimot wirt, Vnd ist das er in denselben abt tagen die freueli vnd bäßa vnd fUr TS varen vnser statt nit versichert als vor geschriben ist 229 es b1 ainer oder mfi »6 bo! man in vsser der vangnast nemen vnd eol er denoe ze stettn ze den Lailigen Bweiren ainen gelerten aide xe g&nne vnd ze sinne fOr vneer Statt vnd vusei'ü gei'icht vs vnd dar in niemer m6 ze komennc £ diis er der Statt ir freueli vnd b&a vmb verBicheie ale Torgesetzt, ist vb gerieht mit phaiiden oder 5 mit plienning oder linrgschaft ftne des Kätea ze Schafhüsen nid dea mertaila voder inen willen vnd vrlfib. Wele vnser bnrger alBO va aweret der aol nit »lu die wil er Tsse 8ol ain in vnseren klÖatern oder ze vnseren mälinen ald an- derswa vmb vnser statt dA man atär nimet. 10 Aber lantlftt es si ainer oder ni@ aont zwifalt freueli geben die ea an vnaern bürgern beachuldent vnd nOnd ainiialt b&ß für die wochan ain vormäla darunib gesetzt ist vnd aol öeh ieglich lantmnn vmb dna allea iD vnai-r Statt aweren ze sinne vnd darva nit ze komen 6 daz er die freueli vod büß gericlit ze geücberlS wiao als vnaer burger dar vnib vs avrerent. £s mag aber ieglicber er ai bnrger oder lantnianain wöchen abläsen mit fünf Schilling der Statt gesworen bet setzet ist. ;e afnne als II ng r Statt ald i mäh dar vmb öcl» ge- 20 Swaa öch fröwen gen der Statt verachuldent von freuelineo wegen darvmb sol man sS bAaaen als vormals darvmb gesetzet iat, Dis beschaoh in dem jär dö man zalt von Cristus gebürt drAzehen hundert iär vnd dar nach in dem nfint^igosten Järe an dem zwelften abent ze wibennehten. || ( Was in zeichen einge- 25 Bchlosaen iat, steht auf einem besondern blatte.) {fol. XXIX.) Wie der schriber fräflinen verlesen vnd vff nte- man klaffet sol. Wir der vogt vnd der Rät ze Schafliüaen siien vber ain komen vnd hänt ge.^tetzt awan freuetjnen ald vnznht vnd aölich 30 sncheu in vnser atatt ie vfT löffent Tnd die vnserm schriber der ie denne ist. gevAget werdent vnd ad ie verschribet vnd daa ie denne kunt für vuaern Rät ald für vnaer freiieler oder für vnser gericht das man danimb richte, das der scbrlbev denn die selben auch vnd freuel vor denen die ie denne dar vmb licbtent lesen vnd kfln- 35 den sol als er st verachriben hett vnd das er daramb fücbaas nit me tun sol weder mit füraprechen ze nemen oder ze klagen als dik es iemer ze schulden kunt äne geucrde. Aber vmb ain de- hain aach die ieman an atnen Hb gät sol er vf njeman klagen. Datum dm. M. ooc. Ixxx nono. In outaua lanrencii. 40 Da ain kleger sprklie! er icfiU ain schiildener ainer sach Kol erlügen vnd des nit teil /&« Pttd s»ii nüttt .ju des schiddenurs tut wil komen. Wir der vogt der Rat vnd die Bürger ze Schafh. siien vber ain komen vnd haben gesetzet aimberlich dur g&tes fridee willen. 45 Wer den andein bie ze Schafhuaen ror geriht ald vor dem Ravt an sprichst ald beklaget vmb dehain gült ald ander aaab ea siien 230 I msn ald fiOwan ttinei' oder niS vnd der schnldeoer der s&ch nit gichtig ist vnd denne dem kleger ertailt nirt das er den schul- dener der aach ereügen MÖl dftrvmb er klaget »Id kü des Bchulde- nei's i'echt. dariimb koitien goI vnd denne der klegcr epricliet ich 5 wölt es wol erzUgen vnd wil iilti nünd za siaeni rechten komen darumb haben wir gesetzet das der sclnildeuer sinea aides darvmlt ledig söl ein \mid ea im ein ere an rAi'et vnd dae in der kleger vmb die aach erzAgen aol won er sprach er wolti in sin wo! er- zügen wölt er ea tttrjt. erzüget aber der kleger den scliuldener iles lOnit iils relit ist. du!< denne der schuldener vnib die sach viid klag darvmb er deune beklegt iat gentzelich ledig ist vnd sol s!ii, es s! vnder mannen nid vnder fröwiiji nls dik es iemer ze schnlden kunt. Dia beschah an hltag vor Ing&ndem Mniea Anno dio, M. ccc. 15 Von vnser veUsiechen viegni vff der S/aiff. Wir der vogt vnd die Rät gemainlii'l) ze Sclmurhusen aigint ainberlich vber ain koninn vnd lianl geästet von vuner viltsiecheD wegen vff der Staig Den ersten mainent vnd wellrn wir wou das von alter her körnen ist Weiber man oder fröwe vnder Inen mit 20i>nander veniiuliii da» der jetwedera von si'ner phrund aol sto dannenhin Sweklicb. weler siech ea w&re frowe oder man stell der sol 6cli ßweklich von siucr |)hrunJ sin. Sueler Siech den andern blntrüsig machet iriLuelicIi. der aol ain jare vuu der phräod sin. Sweler Sitch den andern hniast't lügen fräuenlich der ist iilit 25 tag von einer phründ. It. die selben Siechen eont Öch betten alz von alter h«' komen iat vnd aitt vnd ge«onlich waa. Weles dna nit tAti bl geaundem Übe da;: eont denne die pbleger der selben Siechen die ie denne aint darumb atrüfien. Si annf öcb frü vnd ze Vesper SOzit zo kilchen gäu. Weles kinde öch abgät von todea wegen wt e» denne lät dnz aol bt dem hüs beliben. Man sol öch wissen was von der kilchen vff der Staig voi zu der letzi ist vnd waa in dft selbes gegeben wirdet daz iat Iro aller Oemaia vnd was In iu der Statt vor demMiinster wirdet ge- 85 geben daz sol och iro aller Geiiiain sin es n&re denne daz ir aines oder mS vngehorsani wären vnd nit f^r daz Münster wöf- len sitzen von holTait wegen «ö ea dar gän aölt nach Iro ord»- nung alz dik ea ze schulden kunt, b6 sol der selbe vngehorsrun siech der nit dar wölt gän bitten b! geaundem übe kainea tail 40 daran haben Ane geuArde. Uatum et actum feria quinta proxima ante Testiim leati Geor^ mr. Anno dm. Millesiioo Troceutesinio Neoagesimo primo. I'eler sarwiirkcr 2'j/cliller, Wir der vogt vnd die RAt gemainlich ne SchauSliüaen haben 40 VHS vff hatt ilisen tag ninbelloclich erkendt vff vnser ayde vmb die st&zK misshellung vnd eus|iruDh so zwischen Eberhartn den Tfchtler vnd Petern SarwUrker vffgeloffeo aint darumb der salb Peter sarwürk vonnals ettl. brief in der aach mit recht vnd vrtKil erlaoget hntt vnd wan nv der selb Peter von den selben brieiieo gestanden i nempt sclijdlitt kor vir be- • Bach iürbas vns oder de- 5 imb anlangen ■ denn euander de- 3 die sach vff ainen Gei vna daromb s! vöd wör daz t bainen vnder vns hesunder vber lang oder kurtz dar ward oder bekilmbeien wie das darrürte. daz i dariiuie getrülich hantliabn \ad veeteclich baltn aüUen v hoinen in der sach von vns IfLsseii süudern in debaiuen i den »orgesehribcnen vnsern niden ün all geuerde. Actum die l.une post featum bfati Jacobi Äpli Anno Nona- gesimo quinlu. (fol. XXX.) Wns man sturer» die iestüranUijetit ttid ir Ime/äen geben sol für kosl viut allü ditu/ sä st ie setzent viid si an leifent. Der atArer sul niau i'ßr kust geben ieglichem taglicbs vnd dem 15 Bcbiiber vnd dem waibel ij. ß vnd der kneht die sS bl in hAnt vnd brücbent j. ß taglichs vnd nit mS von der statt die \vtl si sitzent äiie geuerde, dis beschab vnd wart gesetzet an dem nehsten tag nah sant Gallentag. Anno dm. M". ccc. Ixxxs primo. Siökli i'ming, Von dee unngarten veijen vnder dein Ann6l. 20 Ringkmur by dem nniiol. Wir der vogt vnd der liät geniainliclk der Statt ze Scliauf- huaen habent vna erkennet vnd gesetzt vuii Getuainer Statt nutzes wüten von dez wiiigarten wegen der gelegen ist cu dem Eroera- perg vuder dem Turn den man nempt der Annot Jnrent derSla(t25 Ringgmäre der ietz Clausen de/. lUten des vischera den raan nempt Stökli vnd Hansen Oeninges von Langwisen ist daz die selben /wen vnd alle Ir erben vnd nachkomen In wea gewalt der egenant wingart Jemcr kuut zwüschen der RinggmAre vnd den Stotzeo da d>e Erggf r vff »tänt nü hinneiiliin nihtes büwen oder werken BD äont mit Rebau dar In ze legen ald ze büwen uid den gruud dannen ze ziehen debains wegs vnd den weg offen vngewAst vnd jn der witi lauseen eont als ferre die Ringgmäre vnd die Ge- mnrvten Stot^en d& die Aergger viX stänt begriffen haut ze bei- den siten an dem Berge wan der selb weg vnd du witi vuserGe-'35 taainer Statt ist vnd sin sol als wir doch das vor vil ziteii Än- derren iüten In dur band der selb wtngart ouch stnnd mit g&ter knntschaft vnd ooch mit dem rechten an behept hant. Wer aber doz vbei'fflre vnd Iürbas griffe Janiie als vorgeschriben ist der aol vns ze bSsse veriiallen sin aiu Mark silbers ze gebenne aU dik er 40 e« tut vnd ist dnz darvmb besclielien d.iz vnser Ringgmurre vnd vnsru Statt da von uit gebresten gr;wiinne. Ouch sollen wir stege vnd weg hält durh die Reban vff kii onaerran Turnen vnd Erg- gorn ze wundlen als dik wir dez nötdilrfftig siöt als wir daz lang- ztther brächt hant vnd bthept äne luen^licha ierrung. Datum et45 actum In die beati vrbani Auuo dm. Millesimu Trecentesimo Ixzxx secunilo. 232 Wie man die Badsfuben bi dem Obern th/ire in büiefn kal- ten sol daz der Statt lUtiggmüre vnd Turn vnd auch BeriiAarts fril- bolls hüs da von ktihi gebrest vff stände In dekain tcisejUitr^ife- u&rde. 5 Wir der vogt vud der Hat geinainlicli der Statt se Sohanf- lifisen habeot vne ainb&rlich eikenaet vnd gesetzt dur viiser Statt oätdni'fft vnd nnUee willen von der Badetuben wegen I)! dem Obern thüre gelegen die ietz hnna Sache Inne hat da« der selb Suchs alle ein erben vnd nachkomen wer Je denne die eelbcn lOBadatuben Innc bat die eelben Kadetiiben in eölichem redliclieni I gerecbtem b&we eul Ijabi'n mit der wäseeri mit den brunnen äax I Wasser dar vss ze laiten vnd in Höllcher niftsso üo halten daz I der Statt Turn vnd RiTiggmüre noch Bernhartz fritlioltz hi'ia daz I dnran lit von dee flnesee wegen dez waieers eö man In derselben I 15 Badfltuben lirücliet nü noch hiennch iemer eweklicb kain aclind r noch gebreete vff eretande. Datum et actum feria EecundA proxima ante festum heati vdalrici Epi anno dm. MilleHimo TrecenteBimo ' Nonogesimo secundo. (fol. XXXI.) Das nieman kainen wln temperieren sol dfr , 20 In In vnser Statt verk6ffen aJd vertribett kU.' Wir der vogt vnd der Rät xe Schauriiäaen haben gesetzt daz nieman nie nd hinnenh in wer der iet er sie burger oder laiitman In unser statt vnd Gericliten kniiien vria me temperieren noch machen sol weder mit gebrentem wIn noch mit waideseheu noch 25 mit kainen andern diugsn da von den löten aiecbtnm gebreat vnd Bchad vfferatan mochti vnd sol in öch bt vns nit verköffen. Wftre es aber darüber t&ti der soi vnser Statte zehen Mark silbera se busse veroallen sin kb geben als dik er es überfflre vnd es knnt' Hob vir iu wurde daz er es getAii hotti. Datum et actum In vigilia 30 beati pela^nj Epi. anno dm. Millesimo Treceutesimo Ixxxx t«rcio. Item vfT den vorgeschriben tag ward öch gesetzt das weder geste noch burger kain wild saltz m€ In vnser Statt vnd gerichten vnil haben sont. Wan man nd krüttli Biitschi vnd Salmenswiler Saltz bi ms vail haben eol. Wer aber daz wilde Saltz f^rbaea 35 vnil hetti vnd ee darüber Jeman bi vna ze köffeu gAbi der git vneer Statt ze h&sse ala dik er es tat j lib, „j vnser mäntz. Datum anno K. die vt supra. Wd t/cman frid bricht oder frid versait ee geben oder sich tvrsaU sä rnan in dnmmb sucht. 40 Wir der vogt vnd der Rät zu ScIiÄfhÜBen haben uns wn- helleclich erkennet durch unser Statt nntzz vnd onch darch gftta fride willen wJi dehaiiu-r der in vnser Statt gesessen vnd in vn- ser gehorsame iet er si burger oder Seidener fride brecb oder IVid versaite ze geben eö im der gebotten wurd ze halten als vn- 45 eer Statt recht ist oder wie denn die büss daiTilt-fe dauon vnaer statt acbzig phund vnser müne geutelin od^r gciiallen mdahtin derselb sol vnser herschaft von Oesterrich die grösten ] ^^feni bä&e reraallen Hin die gepfkrt füat march ailbeii. Doch sind hjriiine tötsleg vBsgeBelzt vr.il d«s gelich wrr che nennt. Ans dieser kleineii Litteratur erkennen wir auch, wie das Gold und die grobe Silbertnünao in die Pfätininge und Iläller vermünzt wurde, um sie in jedurniannB Hände zu bringen. Zu dieser kleinen Litteratur geliörten nun auch seit der Verbreitung der Buchdruckerkunst die Calender. welche im heutigen Cultur- nnd Geistesleben mit zu den wichtigsten Organen zur Verbreitung o&zUcher Kenntnisse und zur Aufklüruug Kälen — kennen. Werfen wir vorerst einige Bücke auf die Geschichte des vor- ;orianisclien Caleuderweseas bis xum Eintrit der Verbreitung B uchdru ckerkunst. Das Osterfest ist das Hauptfest der christlichen Kirche; es ist der Mittelpunkt, um weiche» sich die Gesohiclite des ganzen christlichen Caleuderweseus und Keiner lieformeii von Cunstantin dem Grossen an bis zur Keform durch Pabst Gregor Xlll im Jarc ^ 1582 gruppiert. Die Grundlage des christlichen Calenders ist der von Julius Cüaar reformierte alte römische Calender, der sogenannte julianische, welcher das Jar zu 36ä Tagen bestimmte und diese iu 12 Monate verteilte. Das Cliristeutum hatte diese Jarform beibehalten, nur worden die von den „Kundinae" begränzten achttägigeu Zeitab- schnitte allmilig und unter Kaiser Constsutiu (324—337) gänz- lich durch die siebentägige Woche verdrängt, die mit dorn judi* jehen Ctütus von jeher und natihher auch mit dem aus iui her- iVorgegsngeneu chriatlioiien verflochten war. 286 Die kirchlichen Namen der Wochentage waren: Feria prima oder Dominica, der Tag des Herrn, der Sonntag, Feria seeunda, Feria tertia, Feria qaarta, Feria quinta, Feria sexta, und Feria fleptima, seo. sabbatum. Die Christen machten den ersten Tag der Woche zum Feier- tage, wärend die Israeliten den lezten Tag desselben zu irem Fest- tage behielten. Ostern (pascha), das Hauptfest der Christen, wird zum Andenken an Christi Auferstehung an einem Tage im Frfth- linge gefeiert, der teils nach dem scheinbaren Sonnenlaufe, teils nach dem Mondlaufe sich richtet und in einem Zeiträume von 5 Wochen herumwandert. Ostern ist daher ein bewegliohes Fest. Von Bestimmung des Osterfestes, welches stets nach den Traditionen der Christen jüdischer Abkunft am Tage des ersten Vollmondes im Frühlinge, im Frühlingsvollmonde, stattfisuid, bieng daher auch für das betreffende Jar die Feststellung aller beweg- lichen Feste im christlichen Calender ab. Die Regeln aber zur Bestimmung des Osterfestes haben sich aber nur allmälig und unter schweren Kämpfen der verschiedenen Lermeinungen gebildet. Im Zeitalter Karls des Grossen — loh möchte es in mancher Beziehung als ersten Versuch der Re- naissance bezeichnen — hatte endlich der Alexandrinische Oster- canon, welchen man im westlichen Europa den Dyonisischen zu nennen pflegte, über alle Widersprüche gesiegt und die abend- ländische Christenheit sich über die Osterfeier geeinigt. Die nächsten acht Jarhunderte hindurch wurde nun im Abendlande das Osterfest mit vollkommener Uebereinstiromung gefeiert. Die Ostern und ire Festgesezo, überhaupt der ganze Calen- der wurde nach approbierten Maximen an den Sizen der Bischöfe mit den betreffenden liturgischen Vorschriften ausgearbeitet und die Geistlichkeit der Diöcesen durch die sogenannte „Litterae paschales^' hiervon in Kenntnis gesezt. In den Kirchen wurde dann dem Volke von der Festordnung, d. h. von dem Calender Kenntnis gegeben^). Auch die Jaresform bezüglich des Anfanges und Endes des Jares wurde von Carls des Grossen Zeiten an in der Christenheit Westeuropas so ziemlich gleichmässig festgehalten, womach Weih- nachten in den lezten Monat des Jares fallt. In manchen Pro- vinzen Gallien's begann indessen — und hier sind wol gallisch- römische Traditionen vorhanden — wie bei den alten Römern — das Jar mit dem Monate März und diess dauerte bis tief ins 16. Jarhundert hinein fort; denn erst durch ein Edikt KarPs IX vom Jare 1565 wurde der September als siebenter Monat des Jares 1) Die Chronologie in irem ganten umfange von W. Matska, Wien 1844. Beck. AUm&lige Gestaltung der Prinzipien des Oster- festes und Atieu9p erger, der Gregorianische Calender, Worsh. 1869. 387 ■nfgehobea and das Jar aomit zwei Monate iniber liegunnen, no I Weihnachtea dort nunmer auch in die 2. Hnlft« des legten HunatB des Jarca. d. h. ia den IJeaember fiel'). Für dos, vitm wir lieutstutage mit deiu Naraea Calender be' suiobnen, mag wol der arabische Namen — ,.'racuin" — d, b. Tabals der Ausdruck geweeeu aeia; dnnD wol folgte dsa alte lateiuischtt „ Galen darinm" (von caEare, xaX,tlf), entweder weil das Volk am eraleu Tage jedes neuen Munats vom Poutifox maximus ssusain man gerufen wurde, nm zu erfaren, waa für Feste in die- sem Monate einfallen würden oder weil an diesem Tage die Priester, sobald der Neumond eintrat, auf welchen sie vorzüglich Acht haben musten, durch die ganze Stadt ausrufen liesaen : Calo te, luno (Luna) uovella; denn die Calenden (Calendae), der erste Tag je eines Monate waren der luno heilig. Für deti Namen „Calender" kamen durch die Hichtung der Zelt itnd der WiaeeoBchaft vielfach andere Nanieo uuf, wie Alma- nach und Praktika, diese unterscheiden sich wieder von den ,,Ephenieriden'' — (von itu und ^/(ip«, auf einen Tag), fast nur für die AstroDomen Letttimmt, würend eretero als für das Volk eingerichtet, eine sogenannte Praktika enthielten und kurz nach der Erfindung der Buchdruckerkiinst um 1457 allgemeine Verbrei- tung landen. In den Ephemeriden waren ausser Angabe der Tage nach den kirchlichen Festen und HeJligentage (auf merere Dezennien TOTsnsberechnet), welche die Geistlichen in ire Breviere eintrugen, noch die wesent liebsten Momente zur Aufstellung der künftigen Calender mitgeteilt, wie der Sonntags buch staben, die Wochen vor Christtag bis Herren- Fastnacht, die übrigen Tage von Weihnach- ten bis Neujar, die goldene Zal uad dergt. Aeiklicher Art waren auch die Calendarien der sogenannten Direktorien, welch' -leztere den gesammten Gottesdienst in einer Diöoese flir alle 1'i^e des Jares feststellten und regelten. So wurden im lezten Viertel des 15. Jarhuiiderts derlei Direktorien iu Strasaburg, Basel. Augabnrg, Ulm, Reutlingen, kroberg und anderwärts gedruckt. Für die Laien wurden Calendarien one die Direktorien aua> 1] Le oalendrier de Ia cour, tlre des ephemerides, et oet. Four l'anne 1755. Unter dem Monat September ist dort die Bemerkung ge- maulit: September est tire da nombr« sept, que Ton exprimait par le mot eoptemlier; itvant l'edit de Charles IX an 1064 il etoit le sep- ti£me moii de l'anuee Homtiiue. In raanohen Provinüan des alten Frankreich wurde dar Itdginn dea Jarea „more ^allico" mit Eintritt dui Früliugs gefeiert. Im Jare 1563 (alten Stylea) wurde aber all- gemeiu der 1. Jaauitr aU JaresanfaugataK festgeseitt. Ausfürlichea ist hierüber xu lesen in dorn vortrelTliolien Werke; Elements de Paleo- gmphie jiar M. de W.iilly. (Para Itnpr. royal. 1838.) Tom. I, p. 246 u. ff. 247 ff. 288 gearbeitet und zwar auf Grand der den Direktorien vorst^enden Calendem und beigegebenen nötigen Schematen für die dnzebcien Jare mit Rinfürung der beweglichen Feste, welche sich sämtlich, wie schon bemerkt, nach den! Osterfeste richteten. Es worden nämlich zwei Hexameter auf jeden Monat beigefügt, aus einselnen Silben und nichts bedeutenden Wörtern znsammengesesst, wdche aber die ersten Silben der beweglichen Feste angeben, die auf jeden Tag im Monat fallen und zwar so, dass die Silbe alleseit in der Zal derselben, in den Versen die Zal des Monats, aaf welchen das Fest fiel, angezeigt erschien. Diess nannte man Gissio- janas. Es gab schon im lezten Viertel des 15. Jarhunderts deutsche Calender dieser Art in Versen, wie auch solche versificierte Galen- der um diese Zeit in Frankreich, Spanien und Italien vorkamen. Diese Calender enthielten femer eine von den Astrologen, welche gewönlich auch Aerzte waren, gelieferte Anweisung, an welchen Tagen das Nemen von Medizin heilbringend .sei oder nicht, an welchen Ader zu lassen sei und dergl. In dem „new gross Römischen Calender^' des Jares 1522 (gedruckt zu Oppenheim) erscheint erstmals das berüchtigte Ader- lassmännlein, welches in manchen Calendem so lange, selbst bis gegen den Anfang unseres Jarhunderts gespukt hat (in den Ca- lendem für den Westen Nordamerikas heutzutage noch), mit An- weisungen, wann die rechte Zeit zum Schröpfen, Purgiren, Baden und Haarschneiden, zum Pflanzen, Säen und dergl. sei, was femer gewisse Vorgänge am Himmel oder Witterungsstände andeuten, z. B. der Sonnenschein an jedem der als Zwölfnächte bezeichneten Tage von Weihnachten bis Ober-Neujar, welche Einflüsse der Monat, worin die Geburt eines Kindes erfolgt, auch dessen Leben, Temperament und Fähigkeiten habe und Aenliches^). Diess hat sich bis heute noch in den Monatszedeln erhal- ten, welche dem Volke auf Jarmärkten in kleinem Städten, in Flecken und Dörfern angeboten werden. Hierin leisteten nament- lich die Reutlinger Buchdrucker wirklich Grosses. Dergleichen „Praktiken^' waren aber diese Calender, welche von den .\8trologen auf ein oder merere Jare bekannt gemacht wunien und erst später werden dieselben als ein unentberlioker Teil mit dem gemeinen (allgemeinen) Calender verbunden. Solches hat sich strichweise bis auf unsere Tage erhalten. Im I>aufe der früheren Jarhunderte hatten sich für das I^indvolk auch die sogenannten Natur- und botanischen Calender ausgt'bildet, nach welchen sich die Bauern im Bestellen der Fel- der und im Einheimsen der Aemte richteten. Es sind hier wol vielfach landwirtschaftliche Traditionen ans der gallisch -romischen r Orässe, AUgem. Litermturgescbicbte 1843, II. S. 841. iait anigenommeo, wie solche sich auch vielfach in alten Weia- (flnierii zeigen. ire Stelle traten nun im lezten Viertel des 16. Jarhun- s die erwänten Hstruuümi sehen Celender, welche auch den Und- tschaftlichen Stoff in dem eogenannteu Wetterpropheten auf- _ I und wdcben man, weil sie jeweile knrz vor oder nach dem neuen Jare erechienea , den Namen ,,A1manach" (aus dem arabi- schen Almanach, das Neujaregeechenk) gegeben hat. Sowol die calend arischen Aufachriebo von dem Breviarium der GeJBtlichen, welche, wie die heidmaoben Römer, ire Fegte in den Tflropeln ilem Volke verkündigten, als die ersten gedmckten Calender waren merjärig, wovon der Grund wol darin lag, dass sie in den ersten Jaren nach ErGndung der Buchdruckerkunet zn teuer sein mochten. So wird erhält, dass man den im Jaro 1476 von RegiomnntanUB zu Nürnberg lateinisch herausgegebene Calen- der, der auf 30 Jare eingerichtet war (und worin der Heraus- geber zuerst den von im selbst bezeichneten Lauf der Sonne, des Ulondes und der Planeten beigefügt hatte] daselbst mit 12 Du- Buten beitalt habe. ^~ Der Calender, wie er in den Breviarien und Direktorien er- scheint, bat seine calend arischen Grundelemente; es sind diese die Angabe der Jaresital nach Christi Geburt, das Suhaltjar nach dem julianischen Calender, die Anzal der Wochen vom Cfaristtage bis zur Herren- Fast nacht, die hiean feienden Tage, die Anzal der Mondnmiüufe (Lunationen) wärend des Jnrcs. Ausser diesen Ele- menten wird Ost«rn für eine Reibe von Jaren bestimmt, da an dieses Fest sich die andern beweglichen in bestimmten Zwischen- räumen anschlössen. Ausser diesen wurden bestimmt der Sonntagsbuchstabe, die goldene ZaI n. s. w. Kor ein im Caienderwesen und in der Liturgie erfarener Geistlicher konnte Werke über die Festbestimmung, wie es die Direktorien sind, bearbeiten. Für das Bistum Constanz erschien im Laufe des 16. Jar- honderts 1489 und mit Beginn des 16. I50I je ein Direktorium, also wenige Jarzehnte nach dem Erscheinen der ersten Druckwerke. Gedruckt war das erstere bei Michael Wenzeller in Basel. Das zweite Direktorium wurde von dem um das Bistum so verdienten Bischof Bugo von Laudenberg veranlasst'). Die Ausarbeitung 1) QrAsse, a. a. 0. Raible, Abhandlung über den Calender im illustrirten Dnterhnituni^B' nnd B il du nj;» blatte für die Jugend. Rt!ut- linjfen IS64, S. 3«, Uiese Abhandlung itt ler instruktiv. Ueber Michael WenEeller ( Wenailer) aivh „Beitrft^^e zur Basler Bmh- dmckergesahichte" von Sltrectcmayer und Hebor. Basel 1840, S. 6 und 16. Das Direktorium von 1481 ist dort aufgefÜrt. — Hugo von Landenberg ist einer der hervorragendsten Bisohöfe der Constanzer 240 und Anordnung geschab auch hier noch aui' Grund der BeschläBse des Toletanischeu Concils vom Jare 633 ^). Dasselbe wurde ron Erbard Rathold in Aagsbnrg gedruckt-). Diese Direktorien sind äusserst mübesame und schwierige Werke — auch für den Sezer und Drucker — und erforderten für jene Zeit ausserordentlich seltene chronologische, astronomische und liturgische Kenntnisse und war die Herstellung solcher jeden- falls mit ausserordentlichen Kosten verknüpft. Nach grösserer Verbreitung der ßuchdruckerkunst kamen erst die einzelnen Jarescalender auf, welche in Wand undSchreib- calender zerfallen, die erstem sind in Gross- ßogen-Format mit allen denkbaren astronomischen Zeichen versehen und mit ver- schiedenen Emblemen und Wappen verziert, in deren Mitte das Lassmännlein stet. Für uns aber sind diejenigen wichtiger, welche Schreib- calender hiessen, indem sie als Incunabeln unserer jezigen so be- deutenden Calender-Litteratur erscheinen. Man nannte sie Schreib- calender, weil eine Seite darin zu Einträgen aller Art bestimmt war und dess wegen frei gelassen wurde. Ich besize einen solchen aus dem Jare 1573. Er ist verfasst „durch lohannem Georgium Kern, der hohen Schul zu Dillingen F. cardinälischen Doktorem Medicum, auf Polushöhe 48 Grad 5 Minuten gestellt ^). Mit Rom. Kays. May. Freiheit gedrukt zu Dilb'ngen durch Sebaldus Mayer, mit der Widmung: Reverendo in Christo Patri ac Domino, D. Nico- demo religiosi ac venerabilis Monasterii S. Georgii in Hercynia Silva antistiti, magnifico Musarum alumno et Maecenati ter mazi- mo, lohannes Kern, Physicus et Medicus, Ephemeridin hanc ob- sequii et gratitudinis ergo D. D. D.*'**). Diöoese. Er kam 1496 au das Bistum. Kolb, bist. stat. topogr. he%. I, 215 hat das Wesentliche seiner Leistungen und Schicksale hervorge- hoben. Vergl. Freiburger Diöcesan- Archiv III, 3 — 7. Ein Direktoriam des Bistums Basel ist aus dem Jare 1585. 1) Ich neme an, dass hier das 4. Toletanische Concil, welches im Jare 633 zu Toledo (Toletum) in Spanien gehalten ward, gemeint ist. &8 wurde nämlich dort bestimmt, dass in ganz Spanien und Gal- lien — (Narbonensis) eine gleiche Art des Psalmengesant^es, der Mess- feier, der Vesper und der Matntin eingefürt werde. Vergl. Hefele. Coucilienj^oschichte 111, 73. In Toledo fanden von 581 bis 701 achtzehn solcher Synoden statt. Vergl. Gerbert, Liturg. Aleman. Tom. VI und VII p. 812. Die Stelle, welche sich auf oben erwähnten Beschluss be- zieht, ist im Concil. Tolet. IV Conclus. 16 enthalten. 2) Grässe, a. a. 0. III 1, S. 159. E. Rathold, dessen Offizin eine der berümtesten in Deutschland war, hatte i486 seinen Siz von Venedig nach Augsburg verlegt, wo er bis 1516 tätig erscheint. 3) d. h. nördliche geographische Breite von 45 Graden und 6 Minuten. 4) lieber die Bedrängnisse des Klosters St. Georgen durch das prutcstautisobe Würlemberg, vgl. ,,Gründlicher Bericht des hl. römi- m Der CaleDder ist nut atarkea Pupier in aioBstg groBaeii] ii'tfcrm&t gedrnckt, trügt unterhalb des Titvl»* da« Reicbs Wappen, üen Uoppeladler mit gekröutem H(.rascbilcle omgelieu mit diT Ketto den goldenen F'liesses. Der Ramen dai'urn ist im Kenatssnn^'e- style gehalten, welchen übrigens alle Bliitler in verschiedenster Ausschmückung eeigen. Derselbe beginnt: ,,A1s man zait nach der Geburt Jesu Christi MDLXXin, vun fier Erschnflung der Welt 5633, ist die gfildie ZaI 16, der Sonnenzirknl 14. der Ruine r/i na zai 1, Sonotags- buchstab U, zwisoheu Weihnacht und Fassnncht 5 Wochen 3 Tag und idt das erat nach deui Suhaltjuhr, hat 13 N'ew-Monde, darum es annui erabolismallH genannt boU werden'*'). Es ist dieser Calender, da er vor das Jar 1592 füllt, also noch ein julianiscber ; in im erscheint desshalb die Tag- und Nacht- gleiche auf den 10. bis 11. Müra gerückt und der 9. März wird desshalb als der Tug bezeichnet, mit welchem der Frühling be- ginnt. Der 12. September ist als der Tag angegeben, mit wel- chem das Sputjar beginnt. So rückten die calendarischen Winter- monate des Jures ininiei' mer in den Hochsommer hinein'). sehen Keirha G olt es hauses St. Georgen auf dem SühwBrxwalde'', Ord. S. Benedict! 1714. DasBalbe war um diese Zeit bereits nach Viltiagen übergesiedelt. Ob itiisrr Aetrolog unter dee ..Murtiales'', die etwas sub umbru dicht HD, noch besonders das gefürchtet e und varhajsts würtemhergische Kriegavolk verstet, wollen wir dabin gestellt seiu 1) Siehe Roible, Anmerkung & und die in Anmerknng 1 aafge- f&rten Schriften. 2) Zur näheren Erläuterung rufe ich däm geertcu Leser folgen- des iu's Gedächtnis zurück. Das mittlere julianiscbe Jar übersteigt bekEumtlich das mittlere tropische von 365 Tagen Ö Stunden 48 Mi- nuten uud 4S Secuuden um 11 Miuut«n u:id 12 Sccunden. Dm so viel bleibt aber das mittlere tropische Jar gegen das calendariacbe von vollen 3G5 Tagen zurück und in 128 Jareu zalt dieses jeweils einen Tag mer als nach den Umlaufen der Erde um die Sonne wirklich an Dmlaafxzeit 211 rechnen ist. Wenn nua in 128 Jaren ein Tag zuviel gesält wird, so wird die Tag- und 3f achtgleiehe gegen das calen- durische Neujar hinauf gerückt, wesshalb wir auch schon im Calender von 1573 dieselbe als am 10. bis 11. März eingetreten ersehen, sodass Lichtmess <2. Februar) dem wirklichen Frühjare näher ist. als es in dam gregorianiHcheu Calender nunmer der Fall ist , denn Lichtmess rückte seit 326 (dem Cuncil vou Niuäa) um etwa 1 1 Tage iu den Früh- ling hinein. Wird der julianische Calender, welchen die griechische Eiruhe in Uussland noch halt. m«rere 10000 Jare beib^halUu. so tritt Lichtmess in den wirklichen Sommer, also immer mer in's tropische Jar hinein, wärend wieder die festen Feiertage nach Lichtmess. z. ß. Johannes der Täufer iu den wirklichen Winter und Allerheiligen in den wirklichen Sommer rücken werdeu. In 865 mal 138 oder in 46720 Jaren macht beim Festhalten am julinnischen Calender ein unbeweg- liches Fest, £. B, Weihunchteu die Runde durub das ganze tropische 342 I A]fl Ju nach der Erscbaffung der Welt wird diu 5533ate angegeben; es würde daher die Welt 3963 Jsre vor Cbristi Ge- Imrt ersctiaSen sein. Diese Aiignbe harmoniert iiideBsen mit keiner iler bekanntem von den Computiaten aufgestellten Weltärenberech- iiuiigen. Der französiache (iolcrte Dee Vignoles bnt etna 200 verschiedene Angaben über die Zeit der Erschaffang der Welt geaammelt, — manche der Computisten wn^sten sogar den Wochen- tag, ~ und eo ist es — Rbgenelien Ton der Dnm^lichlieit in jener Zeit, aus den gegebenen VoransBeKungen irgend etwas der- artiges berechnen zu können, — ganz irrelevant, an nnteranchen. auf welche Basie Kern seine Anname geatüzt babe '). In diesem Calender sind auch den Heiligen bestimmte Buch- staben beigefrigt, um anzugehen, in welchem Bistum dieeelben ge- feiert werden. Es sind angegeben das Bistnm Brixen (B), Eidi- fttett fE), Freising fF), Hnngarn (H), Olmüta (0), Passan (P), Regensfanrg (R), Salzburg (S) und Wien (W), was mit dem vor- sr:hiedenen Modus der Festfeiem in den verschiedenen Bistfimera, welche iu den Direktorien berücksichtigt wurden, zDSBminen- hiingt *). Die linke Seite des Schreibcalenders enthält die Monatatage mit der Tageslienennung nach den Heiligen; den Tagen sind ir« Buchstaben beigesezt, hinter den Namen der Ileiligen hie und d& der Buchstabe, mit wakbem das Bistum ku dem oben angegebenen Zwecke bezeichnet wurde ; dann die Zeichen des Tierkreises, der Aspekten and Gegenscheine, wie die Constellationen der verschie» denen damals bekannten wenigen Planeten. Ausserdem sind mit besandem Zeichen angegeben das Auf- ■tagen des Mondes, das Niederstelgen desselben, die Tagesver- Jar. Dieser Uebelstand des julianiscben Calenders war eine der Ilaupt- veranlasBungen zur Beform desselben durch Pabst Gregor XIll. Es gieht daher im gregortaniicben CalouderwoaeD in 128 Jaren mir 31 Schalt^iare. 1) Matika a. b, 0. Die gröaste Aera von Adam bis Christus zält 6984, die kleinste 3483 Jare, also varüren die Computisten um 3Wl Jar. In diaaer An^legenheit wurden Folianten geschrieben. Am genauesten weiss aber die byzantinische oder Consta nlinopolitanische Weltära den Anfang; der Schöpfuiig anzugeben. Sie sezt in auf Sams- tag den 1. September 5509 vor Christi Geburt fest. Es ist zu bedauern, dass der Barechner nicht auch die Stunde und Minute ant;egeben hat, da im dieses nach dieser Leistung ein leichtes gewesen sein muss. Hier kann man indem die Geduld bewundern lernen, mit welchen der Mensch einen Irrtnm — logfiach ausbaut und absurde Folianten su Tage fördert. 2) Das Bistum Passau feiert den hl. Valentin, HegonabuTg den hl. Erhard, Salzburg den hl. Vincenz, Brisen den bl Blasius, Kicbstädt den hl. Roichart. Salzburg den hl, Rupert, Ungarn die heilige Elisabeth und den hl. Bernhard, Wien den hl. Maxirailian 245 hiadernng des Mondes, ilie Stunde vor Mittag nnd die Stunde nnch Mittng b«i den Aspekten (äie für die HoroBcopie unumgäng- lich nötiiie Angnbe). die Fasttage (mit 2 Piachen), die geeigneten Zeiten för gesundheitliche Vornamen nnd Verrichtungen durch v«Fr«chiedene Zeichen und Bilder. Auch die Land Wirtschaft ist dumit bedacht '). Mit diesen Ansahen stehen im F-inkUnge die für jeden Ho- nat allgemein gültiRen VerhahangBrnnssregeln xur Erhaltnng der körperlichen Gesundheit, welche über dem anf der rechten Seite angebrachten Schreib ealender in gebundener Form angebrnoht sind. Die auf der rechten Seite des nurgeachlagenen Calenders befind- liche weisse Fläche diente seinem ßesizer dami, das im Uemer- kenswerte des Tages in Rüi-ze vorzutragen. Er fürt ebenfallfl die Tage mit römischer Bezeichnung (Calendae, Nonae. Idns, da diese Bezeichnung noch in kirchlichen Urkunden jener Zeit vorkömmt) sDwol, als nochmals mit der gevönlichen (1., 2., 3. u. s. v. Tag des Monats). Früher wurden auch in den Klöstern die Eintrüge lateinisch gemacht und die Angabe dea Datums mit riimischer Bezeichnung war daher erwünscht. Durch historische Einträge, sogenannte Tagebücher findet man in solchen Schreibcalendern mannigfach, wie z. B. der Benediktiner -Abt Gnisser von St. Georgen (bei Viliiugen) seine namentlich für den Verlauf des SOjitrigen Krieges am Oberrheine nnd auf dem Schwarzwaide wichtigen Aufschriebe, welche Mone in seiner Quellensammlung zur badischen Geschichte herausgegeben, in solchen Schreibcalendern niedergelegt hat^), [n diesem gewiss höchst selten gewordenen Cat ender des Jares 1573 sind über jeden Mona.t versificirte Belerungen, an welchem Monate Ader zu lassen, Schweissbäder zu nemen^), Speisen 1) Sc sind bezeichnet Qutaderl sscn m t (rotem) Doppol- schlag ciofaclieTn Kreuz {Schlag), Baden und Schröpfe mit ein '^T Badewa n e, säen lind pfla ICD mit c uemKlee- bUtt. Kinder vo der Muttermilch entwönen mit einem S ngnapfe. Fltr eien und Latwergen e it einem Kucher , Bolohe im mit einem Krüjrlei n, m Pi dien m it einer Pünktchen- 1 Stei Die t ■sonders angegebi M hrdentet Meiancholincb, C Cholerisch, P Pbleirmatisch n. s, w. So hat jeder Tag seine bestimmte mediBinische Wirkung je n»ch den Temperamenten und alles war vorher vom Astrnloiren und Mediziner genau bestimmt! Glückliche Zeiten für leidenssüchtige Menschen, fBr alle jene, denen ea ho zu sagen, nicht wol i krank sind, 2) Mone, Qnellenaammlung. Bd. II S. 159. 3) Im Mittelalter wurden BMer, nnmontlich warme, viel häufii^r nnd allgemeiner gebraucht, wie heutzutage. Ebenso i^wonlich ist Schröpfen, Fast jeder grössere Ort in Süddeiitsehland hatte, ifi^er ] I. das d 244 mit Spezereien zu geniessen, über Benedikt und Salbei za trinken, Salat zu essen ist und dergl. Der glücklichste Monat ist der Weinmon, in welchem, wenn die gütige Matter Natnr ir Füllhorn ausgeschüttet und Speicher und Speisekammer reichlich gefüllt, auch zum Genüsse dieser Gaben eingeladen wird. Der Calender- mann ist wirklich väterlich besorgt uud wolwollend. Der Früchte- monat November, heisst es unter Anderem: 'verlangt Meth und Ingwer und der Christmonat oder wie derselbe zu Zeiten Karls des Grossen genannt wurde, der „Heylmon^^ will warme Speisen und Zimmtwein, wie denn der Gebrauch von Gewürzen damals ser häufig war. Die köstlichen Verse sind die folgenden: J e n n er. Iss in dem Jenner alle Jar Warme Speiss, die sey rein and klar, Kein Bluet solt* du auch von dir Ion, Es ist nit guet in diesem Mou. Hornung. Der Horoung gepuert kraokheit bald, Vermeid meth, hier und was sey kalt, Auch fleuch die kelte, das ist gut, Au£f dem Daumen magst lassen Blue. Mertz. Mertz bringt des leibes feuohtigkeit, Er gebirt schmertzen, wee vnd Layd, In diesem Monat lass kain bluet, Schwaissbaden aber ist dir guet. April. Der April bringt Gleutz daher. Die Erd thuet sich auff wunderber. Er hitzigt den Leyb vnd mehrts Bluet, Zur Aderlassen ist vast guet^). May. Lassen im Mayen ist nit schad, Purgir dich und suech Wasserbad, Iss speiss berayt mit specerey, Ab Benedikt trink und Salvey'). weit früher römische Cultur reichte, seine Schröpf- und Ba- deanstalt. Ser zalreich werden die Bäder und Bader in UrknndeD des Mittelalters erwähnt und die vielen Balneographien weiten spreoiiend darauf zurück. 1) „Vast^' heisst hier nicht wie heutzutage „beinahe" y^^i^^"» * Meridinuum mit sonderbarem Fleiss gestellet und beschrieben durch Ueini'ioum l<'aens terra ves, der mathematischen Küuslen Liebhabern." Diesem Calender aiud ausser den Regeln vom Aderlässen, Schröpfen und Baden, auch jene für das S&en, Impfen (Occulieren), Pflanzen, Reben begeh neiden, Obstlesen und Uolzhauen beigegeben. Kbeaso eingericbtet ist der zu Constnnz geiirackte Schreil>c»leuder desselben Herausgebeis für das Jar lb62. In beiden tindet man die Tage sowol nach dem verbesserten gregorjsnisciien Calender nis nucb dem alten juiianischen, so wie auf der Schreibaeite nach der runiiscbeD Bezeichnung angegeben, sie waren also für beide christlichen Confessionen Deutschlands eingericbtet ; demnnch gab es z. B. einen .AU- nnd Nen-Bornung, einen All- und Neu-Mörz n. s. w., wovon ersterer dem leütereii immer nn> 1) Das Hauptwerk über die QregorianisoheCalenderverboiM- ruDg schrieb der schon genannte deutaoLe Celerte Chriitophor Clavius, welches zu Rom 1603 ersohienen ist. Vergl Hisloire des seiendes matbemstiques en Jtiilie depiiis la renaisuii^e de lettre*. Halle 1665. Bd. IV p. 34 et seq Darül>er haudeln auch Bailly, His- toive de l'astronomie moderop, Paris 1765, und Delambru, Biitoirede l'utronomio du moyen age Paris 1849. Sieh die in Seite 236 und 337 üitirten Schrifteu. 263 dB ^^ dei 11 Tage KUrÜckatniid , ■^o diu^s Jas Jar 1641 im alten CalenJer iSnt mit dem 11. Jniiuai dt;» Jfn-ea 1642 abgelaufen war. In dem Caleiider für das Jar 1662 ist die Angabe di^r Jar- « nea. Hiermit war dem Bauernweeeu nuch weiter Secb- lUng getragen. Ea sind uämlicii die damals beauchtesteii Jar* mftrkte in der Schweiz, in Scbwaben uod im Breisgaa angegeben, nlso in Gebieten, welche, durch den Rhein und den Bodensee mit- einander verbanden, in eer enger coDimerzieller Verbindung stun- den und namentlich Wein gegen Frucht (Breisgau ujid Schwaben), wie Vieh und Wein gegen Frucht (Schweiz, Breisgau und Schwa- in) aastau Bebten. Süddeutsc bland hatte damals noch einen namhol'ten Ueber- Ihiss an landwirtscbaftliuhen l'rodnkten. Und damals begannen die Italiener am Oberrbeine sich als KaufleulR und Krflmer anzu- siedeln, die mit Südfrüchten, Seiden-, Tuch- nnd WollenwaareD (aus Böhmen, Prestinari, Mautelli u. s. w.) Uandel trieben. Die Landwirts ehalt, nul welche, wie wir sehen, die Calender nunmer anch einige Rücksicht nanien , hatte sich wieder langsam gehaben und es waren hier zunächet theoretisch vun Einfluss die im 16. Jarhundert geschriebenen landwirtechaftlichen Werke, Jns' besondere jene den ei-licben Heresbach (1508 bis 1576), welcher in 4 Büchern einen Dialog Über Landbau und Gartenkunst ganz im Style nnd Geiste röinischer Autoren gab, der 1603 zu Speier gedrackt wurde '). Aaf in folgte bald Coler nkit seiner Oeconumia ruralis et doroestica (Wittemberg, 1Ü97], und hiernnf nach kaum überstan- denen Nachwehen des 30j&rigeii Krieges, die gewichtige Schaar hailBTäterlicben Folianten des Pfabgrafen Karl Philipp, ferner die R«ihe der „Hausvater'" des Becher, Döbel, von Feldeck, Mayr und ■von Rohr. Diese Volksbücher und Volkafulianten giengen in rascher Folge neben den lateinischen Bauern (in rebus rusticis) ciuher und bauten den Weg für die schon um die Mitte deb 18. Jarhunderts Bo ausgezeichnete empirisch-praktische Schule deutscher Land- ifirte, welche seibat das bnste nnd einzig haltbare Fundament für die gegen das Ende dieses Jarliunderts sich hebende wisseiiBchaft- liche ond rationelle Klasse der Neuzeit legten. 1) Von dem, was der Landwirt ni den einüelaen Monaten tu tun hat, handi'lu schon au«fürticli diu Schriftsteller der Kömer über den Aukerbau, So Caliimella und Pallndius. In der deutschen Ueber- ««□ng dieser beiden von Michael Uorx (Straasburg 163S) ist viel- fach daraur Be;sug genomiueu. In dein ..Lustgarten der Gesundheit" vun Walther R.vfl* (Frankfurt 15-16] findet man S. XXVIII zu deu I Ceberactirlften, was der llaiiur jeden Monat zu tun hat, schon die LYignetten, wie wir sie in manchen CaU'ndern heuligen Tages noch ■Mfaen. Zur Tradition der Benedtctiner und Cialerziensei' hatte »nch die BeBchaftigung mit Landwirtschaft gehört. Ora et labora, sa^t ire Regel. Bücher, wie die obengenanDten, finden wir in den Biblio- theken, welche sie der säcularisierendeo Nacliwelt überlaweo muH- teo. Die Weistümer der Klöster, jene für die Land Wirtschaft des Mittelalters so wichtigen Docnrocnte , beweiBeii die FQrsorgä der SloBtergeistlichkeit für den Laiidimu und ir VerBtändnis für die Tätigkeit, welche gerne in gewontem Gange sich bewegt und Ex- perimente acheut. Der Bauer sieht auf erprobte Regeln, welche zu halten im Gewonheit wird. Zur Verbreitung landwirtBcliaftÜcher Praktiken und Regeln haben nun die Calender wesentlich beigetrageu, und schon in der aweiten Hälfte des vorigen JarbnnderlJ erweiterten sich manche derselben zu kleinen Handbüchern der Landwirtschaft. So z. B. sind die von der Cisterzietiser -Abtei Salem ausgegangenen Calen- der durch Einfachheit und Klarheit an Gehalt und Gestalt Ware Muster volkstümlicher Lektüre, L Wir treten nnnmer in das IS. Jarhundert. Ich habe vier I Schweiier-Cftlender von den Jaren 1701. 1713, 1714 und 1721 r Tor mir. Der Titel des dritt«n lautet: „Neuer Gregorianisch und ' verbesserter Julianiscber Kegensburger Schreibkalender , gedrukt an Freiburg im Uechtland", Er war demnach, wie die kurz vor- her besprochenen, für beide Gonfessioneu bestimuit, da die Pro- testanten die Verbesserungen des Gregoriauischen Catenders nur unter diesem Titel angenommen hatten. Als Beigabe enthält der erste (von 1701) eine „Continuation l lAbl. Schweizerischer Cantoneu Regierung, Botmäseigkeiteu und I Freiheiten", nämch die Beschreibung des Oantona Lnzern. Also [ ichon Anßlnge historisch -topographischer Arbeiten für Calenderl I Ferner enthält er noch Bauernregeln und dann ein Prognosticon utrologioum auf das Jar 1701. Im Calender für 1713 sind bei I den Zeichen des Tierkreises die eingehendsten auf die Pflege der I Gesundheit alizielenden Vorschriften gegeben. AIb U nterhal tu ngS' Beigabe, welche Forderung an den Caien- l der nach allgemeiner Verbreitung des Lesen-Könnens nnnmer auch l cnftritt, enthält der Calender von 1714 „Kurzweilige Fragen dee >chberübmten AristoteÜB" — alles in jener burlesk -komischen ' Weise gehalten , welche die Werke Fischarts und seiner vielen Nachamer bis herunter zum Calender dieser Zeit cbarnkteriaiert. So lautet eine dieser Fragen: „Warum bewegt allen Getbier die Ohren, auagenomen der Mensch?" Antwort: „Dieweil nach Aristotelis Meinung an des Menschen Kinnbacken eine Maus ist, welche die Bewegung der Ohren wehrt; wo aber diese aufgethan, dn bewegen dieselben Menschen die Ohren, wie solches an vielen Leuten zu ersehen. Andere Thiere aber haben diese Maus nicht, jdarumb bewegen sie die Obren." Maus, Muskel, Musculus. Eine weitere Frage tautet: „Warum schlafen die Hasen mit 9Bft ulTeiien Augpo?" Antwort: „Dieweil sie weit herfflr gehetido Augen und kurze Angsbraoen haben, daran) ihnen lienchwerlioli ist, die Augen »n znthnn. Es kann nnch eine andere Uresch sein, nem- lich diewei] es forcht^anie Thiere sejind, und damit sie sich mögen fürsehen und hüten, schlafen sie mit olTenen Augen." Derselbe Cftlender eothAlt ferner noch Bauernregeln und eine AdeilaBBtafel ; sodann eine {gemeine astrononiiaohe Jarespraklika lind Mutmaasungen darüber, wie das Jar 1714 in Witterung, Finaternisaen, Kriegssachen. Fruchtbarkeiten und Kranlclieilen nach der Cunstitution der sieben Planelen, wie auch anderer Sterue de§ Firmamenta. sich gestalten werde, „mit sonderbarem Fleiss ge- stellt dnrcli Andrea Goldmayers mafliemntisehe Instruktion von , David Hant.t, csesar. notano pnblico, bibliopola «o typographo". Der Calender fikr 1721 hat ala Unterhaltung^- Bei Inge eine ,,Kauber- und Geistergeschichle des Land - Störers Spiinginafeld, auch zugleich von aeiner Leyrerin, wie sie ihren Lon bekommen". Man sieht anch hier da.er nur dadurch eben konnten diese Caleoder so beispiellos billig hergestellt »erden. Der eonstanzische Schreibcalcoder, bei Waibel gedruckt, eut- hält ferner „Weltgeschichten^' und um die Leser sogleich in eine inen ganz unbekannte Welt zu füren, bringen er und seine Nach- folger die Geschichte der römischeR Kaiser Galigula, TiberiuB und Claudius Drusus. Der labhai-dische Calendei- dagegen (z. B. für IT02) bringt eine Relation über die .jüngst entdekte grausame and schreckliche Conapiration in L'ngarn, wodurch der ganze kayserliche Hof zu Laienburg ganz unverantwoi'llicher Weis jäm- merlich hätte sollen hingerichtet uud maHEacriert werden." Ein Memminger Cftleiider (Almanach) für'» Jar 1718 gibt Uauamittel gegen verschiedene Brandwuiijen, und ein früherer für 1709 solche gegen Nervenleiden und GeiBteestorungen an. Unter diesen Mitteln spielen Salat (warscheinlicb Lattich, denn sein Al- caloid Lactucin wirkt bedSubend, ond in geringer Dosis beruhigend) und Extrakt aus PGrsichkemen (bekanntlich Blausäure enthaltend) eiue grosse Holle. Es beruhten diese Mittel wo! alle auf Empirie. Man sieht hier noch das bunteste Allerlei, one Plan, onc Auswal uud bestimmte Richtung. Mit der Mitt« des vorigen Jar- hiinderts aber beginnt eine wesentliche Verbesserung in der Wat der c;deDdariBchen Beigsben; dieselben erheben sich zum wirklichen Bildungg- und Belernngs mittel für den Bürger und Land mann. Einen bedeutenden Fortschritt hierin bekundet insbesoudere der „FörstbischÖfliche Bruchaaler Calender". Eine Reihe von Jargängen desselben (vor uud nach 1760) enthült eiue für jene Zeit recht gute historisch -topographische Beschreibung des Biatums Speier; ferner eine Art von Staatshand- buch über das geistliche und weltliche Beamtentum des ganzen speierischen Gebietes, zu welchen Arbeiten wol die Werke der Schweizer Iselin und Füsslin das Vorbild gewesen sein mögen. Wir Bchliessen die Reibe der gewünlichen Calender mit den inarkgriflich-badiachen, nämlich mit den „genealogischen" und den „historischen Landcalendern". In denjenigeu für das Jar 1781 (Carlsruhe bei Maklot) sind drei Monatscale oder enthalten, ein- mal der verbesserte protestantische, der katholische (gregorianische) und der alte julianische. Es werden wol wenige Untertanen Karl Friedrichs gewesen Bein, welche 1781, also 10 Jare nach der allgemeinen EinfUrung des verbesserten Reichscalenders in Deutschland, noch nach dem julianisclien gez< haben. Ich vermute, es werden einige sektiscbe Altlutherauer gewesen sein. Der genealogische Calender teilt, seinem Namen vollkommeu ireuht werdend, eine ausrürlichti Geuealogie der damals, noch ia ÄST die Hnndei'U gehenden souverüDen IläuBor Kuropae, uod ein Voi'- xeicbnis der im schwäbischen Kreise und in der nördlichen Schweiz abzuhaltenden Jarmärkte und Messen mit. Unterhaltendes und Beterendes dagegen enthält der hocbfürBtlich-markgräfliche Lnnd- calender (Karlsruhe und Kehl). Es erschienen um diese Zeit in den jext badisohon Landen noch historische und Haushaltungscalender, der Taschen calender, der Schreibcateuder, der Hof- und Staatscalender ; sodann der Ca- lender fflr die freie Reichsstadt Offenhurg, der oben'heinische ..hinkende Bote'', und mit Beginn unseres Jarhunderts der „Lahrer hinkende Bote'*, vielleicht der einzige unter den bestehenden Ca- lendern dieser Art, welcher eigentlich noch im alten Reiche ge- boren ist. I'er Vorläufer des rheinischen Hausfreundes, dessen Namen durch Hebel so beknnnt geworden, war eigentlich der „markgrüflieh- badiscbe gnädigst privilegirte LaiidcAlender". welcher zu Karlsmhe im Verliige des fürstlichen Gymnasiams erschien. Der Hebel'sche Hausfreund dürfte bIb Volkscalender wol noch unübertroffen sein. Zwei weitere F.rsuheinnngen im Calenderwesen trafen eben- falls um die Mitle des vorigen Jarhunderta in den Vordergrund, ich meine die Slaatscalender und die Musenalmanache. Die ersteren sind eine Nachamung des franzöBischen Almsuach royal, welcher zuerst 1699 gedruckt worden, nnd wol die Notitia utrius- qoe iinperii der Römer zum Vorbild hatte; denn die deutschen Hafe, insbesondere der pfälzische, Hessen für ire Staaten ebenfalls einen aolcheo Alraanach in französischer Sprache erscheinen, nm hierdurch den Glanz und Reichtum ires Hofstaates zu zeigen. Im lezteii Viertel des vorigen Jarhundorts wandte man sich sonst vor- wiegend der deutschen Sprache zu ; nur an den Ffirstenhöfen wurde die französische beibehalten. Jedes noch so kleine Staatswesen im heiligen romischen Reiche deutscher Nation, dieser vielataatlichen Confnsio divinitns conservata, hatte im Jarhundert der Zöpfe seinen Hof- und Staats- ■ Nar sei bat des niedersten Dieners nicht vergessen war. Wir finden für ei und Staatscalender i eii Reichakaramer-Gerichlea B Reihe von Jaren b.iden-durlachiscbo Hof- n besonderen Cal ender des kaise Hieben zu Wetzlar, dessen Gesammt- Personal dem Leser in ungeanter Zal aufsteigt und in der Tat einen eigenen Calender austrug; einen kaiserlich-königlich vorder- österreichischen Schematismus (für 1767), welchen Namen der Freibnrger Ädress- calender bis in unser Jnrhnn der t hinein fürte; einen bochfOrBtiich- epeierischen Hof- und Staatscalender, welcher eine Reihe histori- scher Mitteilungen über die Bischöfe von Speier brachte ; einen fürstbischödich ■ constanzischen Calender für das weltliche Gebiet des Bischofs, wfirend die Catalogi diöccsis constancienais den kirch- lichen Status der Diöcese enthielten. I I>er Mnsenalmanaoli hatle seine Wiege ebenfnlla in Frank' reich, Ku Paris. Der Almonacli des Muses v&r der Prototyp dieneB später so zalreichen Bentimeutalen Geschlechtes, Vortrefflich schil* dert der biedere Schlosser die Wirkung dieser littcrarischen Er- Gcheiiinng auf die Bildung seiner Zeilgenoaseti. Für den Rreisgau und die seatimeutalen Zirkel Freiburgs galt als der erste Almanach die „Iris" von Jakobi. Dieaer Dich- ter, eine feinfüleiide Natur, gehörte xa jenen biegsamen Henschen, denen kein Slurin etwas nohaben kann, Er holt eich, wenn seine Mitborger über politische Ereignisse in Bestürzung sind, ft'itcbe Blumen in seine Gläser und g-eniesst mit Horaz die Fröhlichkeit ia der Armut und das Glück in der Bescheidenheit, zieht sich in sein SchneckliöDschen zurück und ist deni Völkletn seines Erd- kreises, den Freiburgerii, allezeit gut, uie sie im. Das war doch immerhin etwas Welt und Leben gegenüber der Oede, welche uns in dem ad reginien gegebenen Baden- Durlaoher genealogischer Landcalender enfgegengänt, mit aeineu dürren Togearegistern , seinen weissen Blättern aum „Schreiben" und seinen im „Schreibsßculurn " aufgestellten langweiligen Ver- zeichnissen sämmtlicher Serenissimi aller Länder und L&ndchen! Ans den Almanachen bildete sich jene niedliche Nipp'Litteratur für das schöne Geschlecht, welches die ernsten Legenden und An- dacbtshücher mit iren seufzervollen Gebelen wegzulegen und BU den uerlich eingebundenen, mit seidenen Blumen verzierten cngels- kopfreichen Almunach's des Muses zu greifen begsnn. Auch dem bürgerlich H susväterlichen trug man Rechnung. In der „rothen Faeherstadt" erschien der „Karlsruher Alnuuiach für Xuzen und Vergnügen"; ein Almatinoh für gesellige und häus- liche Freuden, Caleiider zur Verbreitung der Kenntnisse im Haus- baltungswesen, ein Gegenstand, der heutzutage bei den üameD be- sondere Beachtung finden sollte, und dergl. Die damals zu neuer Tätigkeit erwachenden Büchhändler hatten für Alle eben schoB Alles und eo kunnte denn auch Vielen wieder nach dieser Rich- tung hin geholfen werden. Seit dieser Zeit sind nun 70 Jare verflossen. Es liegt ana diesen Anfängen eine vollständige Litteratur vor uns, welche wir aus Keimen des XV. und XVI. Jarhunderts hervorsprossen eahen. Breit ist dis Blut« aufgegangen und mit zallosen Blättern öffnete sich die Knospe. Eine Victoria regia ist die Blume frei- lich nicht geworden, sie nähert sich eher der vielfarbigen Centi- folie. In alle Winde zerstreuen sich nun die Blüten Jeden Jar- Ob der Priester die Feste verkündete und den Csleiider brachte, ob der Hörige in der Kirche den in Höh geschnittenen Calender hinter dem Lettner sehen konnte, ob daa arme Bäuerlein 259 für ein PfQndlein gelben Wachses vom Messdiener vielleicht den mdimentaren Calender mit seinen Festfigaren erhielt, ob in der brütende und träumende Arzt und Astrologe dem bedrängten Bau- ern bot, oder ob in ein hinkender Bote brachte, oder ob in jezt ein mundfertiger Commis auf dem Ladentische aaslegt, — immer war er willkommen, Millionen von Händen griffen nach im und verschlingen in heute noch bei Sonnenlicht, Petroleum, Gas, Stearin, Parafin und Unschlitt. Calo te luno novella! Doch in einem so tiefen Respekt, welchen früher das astro- logische Geheimnis seinen Jüngern verlieh, stet der Calender heutzutage nicht mer. Einst sagte das Volk von einem, der tief za denken schien, der brütete: Er macht Calender! Heute er- scheint der Calender mer als Arlechino des „ Helden volks im Reiche des Gedankens^', bei welchem, wenn Schiller in seiner Teilung der Erde Recht hat, der Gründer reicher wird denn der Finder. Doch hoffen wir, dass das ernstere Streben der Fachlitteratur, welche sich auch dieser VerbreitcTngsform seit Jarzehnten bemächtigt bat, den Calender immer mer zum Verbreiter auch wirklich ge- raeinnüziger Kenntnisse machen wird. Karlsruhe JBTrenkle Von sand Marteins frewden 1 Wollauf lieben gessellen vnuerezait, seit gemait, in der frewden klaid, lat sorgen vn auch laid vns hat frewde bracht Martein, der milde man gesait. Wir vnd vnser genossen, dy klainen vnd dy grossen Süllen sein berayt, dy weil vns dy flaschon, dy kandeln aus den vasseu gueten wein her trait, geus aus, schenkch ein! Der Tenor Seit willikomen her Martein, lieber czartter trawter herre mein ! Schenk ein vns den wein sunder pein, das wir ymmer säligk muessen sein. Schenkch vns ein ein guetes trfinkchelein, das vns vnnsre wängelein werden fein. 260 2 Wir Süllen vns frewen, sait dy gescbrift, gueter gift, dy vns alle trift, mit grossen pecbem schift kecker trüncke stift czn paiden wangen als der pfeift mit langen nassen krausen das pausen, das ryrophen vnd schimphen, das vns dy lebsen ent^limpliQ, wie na her äppel. her dyetel vnd her träppel ob ir nu czu grift! geus aus, schengk ein. ^ 3 Wer nu welle sein sand Marteins gast, sorgen last, dy sey im als ein past. er trink h vnmassen vast wan er gee gein rast, er sweb als vor dem wint ein;a8t: vast so well wir trincken, das hincken dy czungen, dy langen, vm dy went gent tasten. Raich her pey viern dy kütten vnd dy pyren, ob sy gepraten sein ! geus aus, schenk ein. 4 Das sant Mart«ins nacht nach werd volbracht, heint czu nacht, so han ich gedacht, das vns werd gemacht, vnd auch hyher bracht Alles das mein hercz hab ye gedacht. So schieb wir in dy gense dy flense, dy kesten vnd dy pestn vnd auch kuelen wein. Raich her den pecher vnd laCs vns aber czechen, ob du icht mer hast. geuss ans, schenkch ein. Ain Padel von drein stynynen Martein lieber herre uu lafz vns froleich sein, heint czu deiner eren vnd durch den willen dein! dy genns soltdu vns nutzen vnd auch küelea wein gesoten vnd gepraten sy müessen all herein. Baieri^chea Meistersifigerlied 15, sec. von Oscar Verlage in Mtinchvn mitgeteilt aus einem ^MfidschrifÜicheu NacMasse. AB Volkstümliches, Sagen, Aberglauben 19 Der ewijfe Jn von Vehlingeii nach Rost ger. Im sugenannton Iteurenerlitle '), i ifeld gel, spukt aait Altera der ew «e II ud Eagewald. Ben raeiJet er. Seju Kuss o wollen die Pferde nicht iriihig. Aach einen Hund uft er: liuttA, huita, ta, J&ger. Er jagt tol&af, taUb, besonders Beim ZoUstock ist sein«! Grenze. Strc ist ein Rappe. Kcnimt ein t'nrwerk, mer weiter, sie wittern in, werden i hat er bei sich. Auf dem Hauwaaen ta, ta.! In einem benacli harten Orte get ein Geist als feurige Büschel. In Isingen (Rosenl'eldJ üieht zeitweilig das wütende Heer. Mündlich. 20 Der Schimmalreiter. Von Wittershausen her, er- üälen alte Vöhringer, vom Bei'ge, kommt der Schimmelreiter und nimmt seinen Weg hinter dem Doi'fe die Peinstergasse hiannter; ea ist ein Fussweg gegen Müllieiai zu de^m dortigen Fichtenwiildle, da zieht er hinunter. Er liebt Treies Feld und auch offene Strasse; trügt seinen Kopf im Arme, sizt verkert oben. Ea ist ein „handa- fütischer ßeiter" aagen din Leute und hat immer seineit bestimm- ten Weg. Mündlich. 21 Daa Scblos« im Beurenertäle. Der Ort ist ser alt: da gibt es Hoüicker, eiue messingne Deichel-Wasserleituug, ein Edelinannsbronnle, das Schloaswälle oder KranzwaJte (Wäldle) drum herum. Im Keller ligt ein Schaz verborgen, den hütet in der Geldtiuhe ein schwarzer Pudel *J. Leute gingen schon iifter hin- aus und suchten mit der Glückst ute. Einmal gruben sie, da sprang ein Hase, der nitht recht war, herauf nnd sieh I alle liefen voll Schrecks davon. Die Hauern haben dem Burgherrn hart fronen müssen: musten Nachts die Friiäche und Kröten stillen durch Ein- schlagen mit Prügpln und Standen in die Gräben und Lachen, In der Nähe ist daa Sigelhaus. Die Köincrstrasse i!>t da. Mündlich. 22 Ein geheimnisvoller Brunnen. Bei Vöhringen ligt im Felde, etwas versteokt der Mura- oder Urabrannen. Ein er- farner Schüler sagte, das ganze Feld dort lige übar einem grossen Wasser. Beim Tiefenbronnen in der Nähe versank einst ein Reiter und ward nie mer gesehen. 23 'S Knaba Bubi. Im Beuremertale ist ein Bühl am Ausgang des Engewaldes, worinn eine Ilutform eingegraben sein «oU, wie die Bauern sagen. Drei Ecken lassen einen Bchwäbiachen Dreispizhut erkennen. Möglich dass es ein altes Grenz- oder Ge- ll Diese Sagi'n Bammelt« ich selbst an Ort nnd Stelle. Hier iit (lai I'Rnd von römischen Altertümern voll. 2) Von der Burg Frundeck, wo die Fyacfa in'«Neckartal einl&ufl, ^et die gleiche Sage. Schnell in il. Mitt«il. d. Hobenzoll. Gesch,-V. 8,73. richtewaneioheo ist. Weiter oben luuft des „Knnba Bühlsteagte". r Zeilen sollen sioh dn 2 Kqaben umgebracht hsliea. Mandlieh. 24 GeBpenstiBche Wäscherin. Der Fussweg zwiBchen Witterahauacn und VöhrJngen im Tiilo got durch den Upa, tlopa; da wo'b B. Kuget ist ein Steg über das kleine Bäohlein, du immer Wasser hat und auf dem Steg wascht näebtl icher weile öfter eine gespenstische Wäscherin. Mündlich. 25 Unaustilgbare Blutstropfen: In Bergfelden er- hängte sich einst ein Mann, der Jäggle geheissen, in seiner Scheuer. Blutstropfen fielen herab und kSunen nicht weggewaschen werden. Der Leichnam wurde nul' den Dickeberg gcfilrt. Da gings aber so schnell hinauf, dass man mit 4 Ketten sperren moste; im Her- unterfaren brauchte man aber Vorsprin. Ein Piaz, geraiden anf ewige Zeiten — heisst 's Jaggenils's Grab. Jäckam, Joggam = Hans Jacob. Mündlich. 26 Die nächtliche Unckerin. Wo es von Vöhringen Renfrixhaueen zuget, in einem Tale beim Fichtenwäldle hackt nachts oft ein kleines Weible an einem bestimmten Marksteine und hat da wo andere Leute die Brust haben, ein Licht, Sie heisat seit Alters im Volke: 's Altemer Weible. Alten, Altheim ist dort Flurname und deutet dersolbe auf einen untergegangenen Won- siü hin. Vgl. Sulzer Ob.-Amtsbeschr. 92. ~ Mündlich. 27 Umgehende Seelen, Tiere, Hexen. AufderToten- ateige zwischen Roth und Thaonheim (O.A. Leutkiroh) erscheint ein feariger Pudel oder ein R«iter one Kopf, der die Passierenden begleitet. Das Frnnenmad bei Mooshausen (0. A. Leathirch) soll so heissen, weil hier ein Frauenkloster gestanden, das versunken. Uan siebt zuweilen ein altes Weiblein aus dum Wald kommen, das den Heuenden die Heuhaulen wieder zerstreut. Im Tobel hinter der Ruine Marstetlen sieht man ein Licht oder einen schwarzen Mann. (NB. Mein Finupate behaapt«t lezterm seibat begegnet zu sein.) Auf der Baidu bei Leutkirch spukt ein Geist, der die Wan- derer irrefürt. (Von meinem sei. Vater gehört.) Meine Mutter sei. erzülte mir oft, der Omnd, warum man jezt keine Geister oder Hexen mer sehe, sei, weil der Pabst alle Unholden in das Ochsentobel bei Kirnach gebannt habe. In den drei hl. Nächten : Andreas, Niktans, Weihnachten, kann der die Hexen sehen, der auf einem StuI von siebenfachem Holze rückwärts kniet. (Von meiner Mutter gehört.) Die Burg Trauchburg wurde von zwei Schwestern, von denen eine blind war, in der Heidenzeit erbaut. Hierauf teilten sie rr VormSgen. Sie hatten soviel Geld, dass sie es in Scheffeln masaen. Die Sehende gab irer Schwester stets einen Scheffel, wärend sie ticb swei zumass. Zur Strafe miias sie geistern ; man sieht sie suweilen in weissem Gewände um die Burgruine schweben. 263 In den hl. Nächten sieht man von der Burg Tranchburg ein Licht bis zur Striusenkreiixung bei Nellerbnick lierabgebeu »od denn verschwinden. Auf der Staigo xwischeu Logau nnd Steiobach stet oin Geist, der hivld ganz klein, bald riesengroas ist. Kr soll im Lehen Grenz- steine versezt haben. ( Oheracher in Hinünnng will in gesehen haben.) Zwischen Siniuierbei'g uud RUboFen konnte man früher bei der StL'lie am Heientobel nicht weiter faren und sah ein Licht von der Iturg Ellhofen in dies Tobe! wandeln. Erst wenn man Teufels Namen! giengen die Plerde wieder weiter, (Ein- zige Sage um Simmerberg. In Kempten siebt man die Sonnenstrnsse wandeln. Den vorlezten Füratabt haben. (Mitteilungen von Ui r auch aussterbend.) im Mitternacht einen Münch durch I Kempten soll der Teufel geholt Donaueschingen.) 2» Uie Messe-lesenden Gestalten. Der Nachtwächter in Mergentheim sah gar oft bei der Nacht die Stadtpfarrkirche innerlich gana beleuchtet. Aus Neugierde lioite er einmal eine Leiter und schaute durch die Fensler hinein; aber wie erschrak er! Auf allen Alt&ren wurde schwarz MesBC gelesen und wnr ein Priester fertig, so ging's der Sakristei zu, der Ministrant yoran und alsbald kam wieder ein anderer Priester aus der Sakristei heraus, der Minislrant gab mit dem Wandglücklein das Zeichen, die Altäre waren anfgezündet. Nun zeigte er solches dem Stadt- pfarrer, geistl, Rate Engelhardt an. Dieser begab sich in der Stille durch den damaligen Gang vom 2. Stucke des Sladtpfarrhanses in das Sakristei chöile und fand die Sache bestätiget. Was er getan, konnte mir nicht gesagt werden; aber von da ab habe dieses Messe- lesen aufgebort, (Schüttle. Mündlich vom f Pfarrmesner Beseler.) 29 Der Bflttner im Hos pitat keller za Mergent- heim. So oft ein gutes Weinjar hevorstet, erscheint warend dca Advents der Büttner im Uospital- Keller, Die ganze Nacht hin- durch klopft er an den Fassern herum, ordnet und richtet sie, grosse und kleine ; bolt sie dann vor sich her die Strasse hinauf bin zum Älarktbmnnen, wascht sie säuberlich aus, bolt sie wieder hin uud her nnd sodann retour in den Keller hinab. Man ist schon gauK in seiner Nähe gewesen, horte die ganze Arbeit, sah aber nichts. So kiinn er ganze Nüvhte hindurch sein Handwerk treiben bald voruen bald hinten im Keller. Das ist in der Sladt allgemein bekannt. Man wartet auf in, weil er ein gutes Wein- jar verkündet. Im Advent 1841 soll dies benonders auffallend ge- wesen sein. Eines Tags kam die Magd des BospitalptlegerB Thum in den Keller hinab. Da sah sie einen alten Mann in breitem braunen Fracke und roter Weste, schwarzen kurzen Hosen mit Ränklen, weissen Strümpfen und SchnallenBcbuhen. Aus Schreckes tat sie einen fürchterlichen Schrei und sprang die Stiege herauf. 964 Thom eilte sogleich liinAb; nber er aah Niemanden mer. (Sohdttle. Uändlicli TOD Spitalpfleger Thom.) Vgl. id. VoUiBt. I 55, 4. 30 Der Seh waraküna tler von Giengen. Bei Giengen war in der ersten Hälfte unsera Jarhundetis eio berümter Schwars- IcünHllef, dag Orakel der ganzen Gegend, zu dem aileB lief, wenn etwas behext, verloren oder entwAudt wurde. Ein wolhabender Bäcker in einem benachbarten «irtenbergischeu Dorfe legte sich einst ni&de auf «eine Bank und ein Beiitelcheu mit Goldstücken, das er ao eben nncligezält hatte, unter'a Haaptküaaen. Durch eine Be- wegung die der Schlafende machte, mochte das Beutelchen anf den Boden gefallen sein, and das Schwein des Bäcker, das durch die von seiner Frau vernachlässigte Türe unbemerkt in die Stube gekommen war, Terscblang das lederne Beutelchen sammt seinem Inhalte. Dieaa wuasten die Leute aber entweder nicht, oder es schien inen nicht warscheinüch. Um das gewisseste zu spielen, gieng der BackenneiBter zu dem Orakel seiner Gegend oder dem Bogenannten Meister im Tale, der eine besondere Bodenkammer hatte, in der er bei aolchen Anfragen den Dämon citiert« und nach erhaltenen Antworten wieder aufweine eigene feierliche Weise entlieas. Auch jezt tat er diess,, weil aber dem Bäcker, den er allein in aeiiier Wonstubc zurQckgelnsaen hatte, die Zeit zu lange wurde, ao schlich er ruI die Hausflur an jene Zauberkammer und belauschte den Schwarzkünstler. Er kam noch um das beste su hören, eben recht; denn Uentlich hörte er deu Geist auf die Prags, wer das Beutelcben mit Guide habe, den Beaoheid erteilen: „das Schwein dea Bäckera, sage aber nur aeine Fran habe es !" worauf der Beschwörer die Verabachieduagaformel begann nnd dem Bäcker dardurch Zeit Hess, unbemerkt in sein Wonzimmer zurückzuschlei- cben. Bald folgte im der Meister dahin nach, erschien mit einem beti-fibtcn Gesichte und sagte: „Ich kann euch nichts gutes sagen; habt auf Niemand ausser dem Hause Argwon, denn eure eigene Frau ist euer Dieh", Der Bäcker affectierte Erstaunen und Zorn, bazalte seine Gebür und ging mit Beteuerungen, wie trefflich er sein Weib abblilnen wolle, ab. Als er aber nach Hause kam, hiesB er aeine Frau den Mezger rufen, liess sein Schwein schlEwh- ten, fand in dessen Magen das vermisate Gold, und eranlte aeinem Weibe und in der Folge noch anderen Personen, wie boshalt der Teufel den Fiieden seiner l'^lie au stören im Sinne gehabt liHtte. (Aufzeichnung von 180O.) 31 Hauareim in Wittershausen Was, lieber Gott in deinem Schosse Geheimnisvoll verborgen ligt; Zufrieden sein mit seinem Losse IbI was den Sterblichen beglückt Menach, bekümmere dich nicht mit viel Sorgen lu weisat nicht, lebst du noch bis Morgen ! Spräche Aber Latidskripclite, Weiber, Pfaffen und Mönche I Der in der AterDanata I 2 10*2 von Crecelius mitgeteilte Spruch I Wimpbeling s gegen die Laadsktiechte , den Seb. Brcint ver- ' deutschte, findet sich in Winipheling's Adolescontia i der lezten bei Job. Knoblouch in Strassburg erschienenen Ausgabe vom Jare 1515 t'ul. LXXVIa Contra Martialea saDguineni chriatia- nam fondeatea : Car homo Msrte petts^): quem febriH : pustuia: peatia: Bilis: vina: Venus: nis : aqua: tiamma necat. ^^ Natus snm ad martern 1 vir belli ea? prelia (jueris. ^^ Bellum cum vitija: demone : carne geras. ^V Rithmus tbeutonicua Sebaatiani Brant. f^ KriegskDecht waß iat dier Rodt soelcha bochen Daa du im krieg wilt ayu eratouhen Thue gemach: die ptatern: /eber vnd byl werden erwirgeo, werden vi! Uun brassen achlemmen vnkuscheit wirdt euch der gaiumel') bald geleyt Bist du zu krieg geboren ye Und wilt vff erden kriegen hye Krieg mit dem fleiai^h vnd dieer Bündt Und wer dich gegen dem faeaen findt So magstu lang in kriegen alteD Und wurat durch soelcben strit behalten. Auf fol. Lb stet ein von Wimpheling überaezter Spruch (fol, , LV der Auag. 1505): »Qne sunt euperba. Sextupea in acabie reaideus: nebnloque cabello'): Carpento meretrix : animalia trina superba. Eyn bub vff eym atoltzen pferd ber traben; Kyn hur vff eym bangenden wagea : Eyn luß in dem grynt: Drey hocbfertyger thyer nit aiut? 1) Offenbar verdruokt für Marte peris, wie der Sprach bei Cre- oelini hat, 2) Schmeller, Wörterbuch 2, 46: der GAmel, der Mutwille. 3] Lies: eebulu reaidenatjitc caballo. BliUuiar. Alamumli T 3 18 266 Desgleichen fol. LXIXb (fol. LXXVIa der Aosg. 1505): Nontheticnm Philomnsi in hec christi verba: Arta est via qoe ducit ad vitani : et lata est yia qtie dacit ad perditionem. Est modus: est mediam: rerom oertissima meta Est etenim sapiens quam petit et seqaitnr. Hanc fagit insipiens: qni sponte pericula vite ^ Obuia cecas adit: pestiferamqae viam. Est itsr ad manes ainplom: qnod maxiina tnrba Calcat: et horrificum quo patet vsque chaos. Arduus est callis salebrosus: vepribus arctus. Ad superos: transit quem modo rarus homo. Rithmus octosyllabicus. Den rechten weg in diser weit Hie wandeln thut der nit mit gelt Und zeytlich er belad sein stat, Auß welchen stucken vil vnrat Erstanden ist vnd noch all tag Geschehen mag, als ich dir sag ; Gang hin den weg der gerechtigkeit, Der dich fiert zu der selikeit : Anzeigt dier auch des hymels freyd In dem erstunden wirt kein leid. In Wimphelings Schrift De Integritate (Johannes Knoblouch Strassborg 1505), stet zum Schlüsse ein Sprach Kaisersberg's, i Johannes Gallinarias in lateinische Distichen übertragen hat: De Concubinis acquirendis hanc Keyserßbergij sententiam »nnis Adelphi et Jacobi Rutgeri Argentin. precibus 'Gallinarius versus redegit. Fit leue quod stolto pellex se iungat amanti, Fit grave quo pacto sit segreganda tibi. Preceptum tibi do: [promptum] ^) mihi crede reconde Argentum, cererem vinaque: liber eris. Rithmus octocasyllabicus. (!) Ein frau man bald gefesselt hat. Uuye ledig werst, ich gyb dyr rat, Beschluß dyn gelt, auch brot vnd win: By dyre lang keyn frau mag syn. In der Margarita facetiarum, welche der Strassburger Arzt innnes Adelphus Mulingus (Mulichius) 1508, 4 herausgab, iiessen die Scommata Eeisersbergij mit einem Lieblingsausspruch 1) Dies Wort feit im Texte. ^^^^ 267 ^^" I Ludwig Dringenberga, den der junge Peter Schott ina I Latein übersezt hat: L Bl»tt Giijb: Primici^ canninum Petri Schotti nondam decennia, I Inueterata peti non aimes debet in aedes ; I VreUH üilueatriB: Preabyter et innenie. Bf Prouerbiam deauper Lndovici ^F Ludimagiatri Sletstatini. W Alt äff; Jung pfaff, darzü wild Boren W So! nyeman yn aeiu bauß begeren. I Heinrich Bebcl bat in den Proverbia Germanica, Strasa- rborg 1S08 (1509, 1512, 1514; Puria 1516), zwei andere Spott- I Sprichwörter hinzugefügt ; I No. 86 ') Si vis dotnnm tiiam param et immacuUtam habere, I caueas a Colnrnbie et Sacerdotibua. P No. 87 Dicitur item non recipiendoa in doraum iuniorero sacer- ■ dotero, vebuina aimiaa et feras inmanauetasque ursas. I No, 88 Quod momordit vel presbyter Tel lupua, dicitar inaaca- M bile, qaod moraus lupi I^tiferi sint et puellae a aacer- W dotibuB cormptoe raro od continentiam reducantur. [ Sebastian Franck bat in seiner Ueberseznng der L Bebelischen Proverbia noch «inen Spruch beigeaezt; I No. 91 Wer sein hauß will haben sanber, I Hftt sieb vor pfaffen vnd tanben. I Td Francka Moria 145b: L Wer sein bauß wil haben aauber, K Der hüt sieb vor Pfaffen, Affen vnd Taubes. ■~No. 92 M&Dch Tud pfaffen H Ocyß vnd alt nffen ■ Harn vnd hüben vnd filzleuß K Fliehen, flAhe vnd fledermeuß — E^ Wo die nemen überhondt, r Verderben sie ein gantzs land. I ..No. 93 Alt offen, Jung pfaffen vngezempte bem, 1 Sol niemandt in sein hauß b^ern. I No. 94 Was ein wolff odder ein pfaff anwendt'), das lasst nit I nach, vnd thüt selten gSt. I Üeber die erbitterte Stimmung der Laien gegen die Geiat- 1) Ich eitlere nach der commcntierlen Ausgabe der Proverbia fiebelii von Suringar, die nächitcns erscheinen wird. 3] Anwenden eine Leiche, einen Toten, von Tieren gebraucht, I biefs sonit in angeho, anrüren, anfreiien, vgl. Qrimm's Worterb. jedoch unser Spruch nU Beispiel nicht angegeben ist. 268 liehen im Anfange des 1 6. Jarhunderts belert uns derselbe Franck in seinem Weltboch 1534, Tübingen U. Morhart, der ersten Geogra- pbio in deutscher Sprache, wo er auf Bl. 45a noch einige andere yySprüchwörter der Teutschen von den geystlichen" erwähnt : Nun aber der gemeyn mann in Germania ist fast allen rechton vnd falschen geystlichen feind, den rechten, das sy ein saltz vnd r&t seind des voicks, vnd nitt auff yrem sack od' auß yrer pfeiff pfeiffeii, wie Christo etc. — das rofß hasset den zäum — den vermeinten geystlichen ob sys wol eüsserlich benedeyen, vnd weil sy yr lied singen auf den henden tregt, seind sy doch innerlich darumb gramm, das sye teglich durchtriben b^se schalck- heit, geitz, boßheit vnd allerley verwegne böse finantz, laster, vn- treUW| betrug vnd b&benstuck bey den treüwlosen mit yhrem schaden erfahren. Also das wie in allen landen die geystlichen Übel von den andern hören '), yn wenig getrauwet oder vertrauwet wirt, so gar das auch vil böser sprüch Wörter daruonbeydem gmeynen mann entstanden seind, Nemlich: Es kumpt niemandt von einem pfaffen vnbeschissen. Es kumpt keiner ee von einem pfaffen so er yhn beleydiget, er schlag yhn dann gar zft todt. pfaffen machen äffen, die gelerteii die verkerten, jhone haben vns beschissen, so beseychen vns dise. was ein münoh darff gedencken, das darf er auch th&n. Kh ist kein pfnff frumm, er hab dann bar auff der zungen, wer einem pfaffen vertrauwet^ der ist selbs nit fast fromm. Es thut kein gut wir schlagen dann die pfaffen alle zft todt. wer sein hauß will haben sauber, der hftt sich vor pfaffen vnd tauben. Sy heissens auch auß Verachtung pfaffen'), es ist auch oittel außgenöte') heüchlerey, was sy yhn thftnd oder eerent- biotton, oin herUge8|>öt wann sy gleich gnad herr sagen vnnd sich mit blossom haupt bücken, das alles thftnd sy damit wie sy aolbs sagen, das sv mit den pfaffen vnbekümmert seyen vnd or »y nit iun bann thft, vnd wa man sy wid^nmb weyßt zu be- triogon \\\\ sehend, opffer etc, das thftt man on gewissen. Summa man schreibet reimen von ynen in die \) In l^rimm'« Wi\rt<»rbuoh 4. 2, IS12 Xo. 9 ist fibel hören = uWl Wraf^^u $^in« u\*)(^ Audirt\ mtxc»» M^n^r nur mit einer einzigen S!<»Ut» und fWÄr au« Keiu<»ke Fuch$ belegt. 2^ \V j^rijkuii boi Kei»<^r«bi»r|r Pteäe nur in würderoUer Bedevtnng e^^''h4^\nt « hutte «^ «ich a1«o damals (pessimistisch verwildert. VervL NNVi^ud » NVort^^tbueh lSt>i>^ 2, S^ und S^^imeUer's Wb. 1, 305, :^^ iv^wuuisifnerWVise« swaiursfnMse berroivebraeht. Harwenött ^ irQrtzheußer, man singt von ynen, wo man sich vor ynen gelaucben ^) dai*? vod ya das acepter gnummen ist, wis Aber den arniBD Judas, vond haben die Juden meer blatz bei deo Teütschen dann die pfaffen, so gar das ich glaub, das kein volck vnder der Sunuea eey, das seine geistlichen im hertzen vncerlicher vnnd übler haU. Es Habens auch die nit von hertaen hold, die yhr genieesen vnnd teglich vmb sy seind, so ein eygenliebig, eygennUtzig uAtlicb'} (vnd das des eignen nutz meer acht, dann des Eaangeliums) vnleidealich volck ist es bede an mann vnnd weih, das vil von ym selbs helt etc. wie Anti- christum das ist alle falsche Christen etc. die geschrifft vilfeltig kbmalt, ein aufTgeblaseu volck, das eich wirdig acht dem jederman dien vnd zi faß fail, voller vrteyls^). hei dem vnd vmh welches niemand kein eer erjagen oder einlegen kan, vnd setzt yemandt sein lehen für sy, er hett kleinen danuk, sy meynten, er theta yn als den H. (eiligen) biUicb, deren geistlichkeit allein ist ausser yn, ettsserlicb in geplerr, vil plappera, leßen, kutten, kuppen, blatten, hleyder, zeit, person, statt, essen, trincken, disputieren, geschwetzen, vil künsten, bftchern, fasttagen, messen, leütten, klingen, singen, vnd ceremoßien. FWeinkauff (Fortsezuiig folgt,) Epigramme und Sprüche aus dem Schwarzwald Aus dem Lateinischen des M, Kurrer'), 1 \ Nie stet stille dein Mund, du möchteBt vernünftig erscheineD, Aber vernfinftig allein bist du, wofeme du schweigst. tljobe mich nicht, Freund, tadle mich lieber. Dem redlichen Mann dünkt, Welchen dn lobest, er sei gleicher Gesinnung wie du. 1) gelauchen = verachlieaBen, sbsperren. 2) Im DW 8, V. ist ,eigenliebig' erst ans Kant und Fichte nach- gewiesen, ,eigennäsig' gar nicht; nötlich = eitel, hoffartig. 3) >i. h. Einbildung nnd Hochmut, 4) M, Karl Philipp Friedrich Kuri-er, geboren in Neuenbürg am 3. Januar I74':i, gest. am 8. Februar 1827, war 177S Pfarrer in Langeii- brand, später (vom 21, Februar IT!)! bis U,Navemberl6tO) in ZavelatetD, «odaun Stadtpfarrer und Dekan in PfulUngen, Als guter Lateiner und Mitglied der Soo. Lat. lenens. sodal. houor. schrieb er Gedichte in la- teinisaher Sprache, welche einen stattliehen Manuakriptband füllen. Die- selben sind durchaus in antiken VerBniassen, meist in Distichen, ebge- fasst. Wir teilen daraus das obige mit, und später anderes, das ßr nnsern Bezirk ein besonderes luteresse bietet nnd geben solches um so lieber one Kürznnc, als es zugleich einen Einblick in die Denkweise und den Charakter des Dichters gewärt. Der am Schlüsse genannte Ueherseeer lebt zu Calw als wirterab, Oberamtmann. Maiichmtil bleibiit dur Weise verborgen, der alle begeistert, Daftigera Veilcheo gleich, das an der Erde sich hält^ Und es blühet der Tor vor der Welt sich, geiet- und geachmacklos, Uleichwie die Tulpe eich blät, ob auch des Uuft«a sie bar. I Weshalb wurde das Weib zulext erschaffen ? Ein schönes Ende, so sagst du, krönt immer atii besten diu Work, Zugestanden I Das Ende war schön. Ein anderer aber Meint, ein Zweifel doch ist, ob du das Nichtige trafst : Steckt, wenn vollendet das Hans, nicht auch der Meister ein Fönolien Auf den oberatea First, d&s mit dem Winde sieh dreht V Neunzigjärig verstarb sie, ein seltenes Wunder, als Jungfra Freitiah sie hatte kein Geld, aber de hinkte dftfür. Als diu Augen er scbloas, da zSlte der Alte fast hundert Jare. Wie glücklich der Mann, welcher so lange gelebt! Lang zwar hut er gelebt; doch zieh die vergeudete Zeit ab! Kaum ein par Jare dann alt, starb, als ein Knabe, der Greis. Welch« Eonst wol konnte der ärztlichen Kunst sich veigleichcn? Was sie beginnt, es schlagt immer znm Guten ir aus: Wird von Erfolg sie gekrönt, sie wird in den Himmel erhoben, Ire Feier indes decket das schweigsame Grab. Recht Bo! Das Wort, wie das Geld, gleich sind sich die beiden, Plumpes Gepräges zuerst, aber von tüchtigem Korn. Heutiges Tages verniinmBt du nur zierlich gekünstelte Worte, Und doch gelten sie oft wenig, ja manchmal ancb nichts. Wunder nimmt es mich nicht. So künstlich prägt man das Geld auch, DasB, ob im feit der Gehalt, doch um so schöner es glänzt. War einst Einer, der schwimmen gewollt, dan Wasser doch riss in Fort und heraus halbtot zog man und trug in nach Haus. Nie mer, schwur er, dem Wasser sich anzuvertrauen, es sei denn, Dass das Schwimmen zuvor gründlich er hfttte gelernt. Bald drauf träumt im, er fiel inden Fluss, dariefer: wie will ich Mich beim Himmel I im Traum hüten vor solcher Gcfftr! loviel TräliDen im Leiiz der Weiustock treibut, ho viele Becher schcnlit er im Herbst voll uns des köHtlichen Weins. IAcIi! wenn dein Weibchen dir auch so kilnatÜclie Tränen vei'ftÖHai', ■"e, sie. HU schelten, ku »chmäh'n, hörtost du, Guter, mer auf. Swig (liinkbiir zu sein, auch ein Sümiricheti, ein hübsches, ver- sprach ich, Aber alles umsonst. finUi mirr wns uun sn tun? ftNar uichta versprechen, o Freund! Was du denkst zu besGalen, bezal'B gleich ! Worte nicht. Taten allein, wias* es. regieren die Welt. 12 Srantköpf* sandte dem Richter ein Manu einst, welcher ira Streit tag, Seiner Sache gewiss glaubte der schlaue ku sein, rAber der Gegner sprach: Kraut one Schweinernes taugt nicht: Kraut will ich schicken, allein gleich auch ein Schweinchen dazu. VDoch der Erste, dem kund, dass des Richters Märe krepiert wnr. Schickt im ein Robb und der Gaui schlug ans dem Felde das Schwein. 13 I Richter ist er und dünkt aich gerecht, doch sein erstes Geeex iat son, er tragt wie ein Gesalbter das Haupt, 'Vehe dem Manne, der Frau, die diesem Geseze nicht l'runcn! Darum, das eigene Recht rettend, bezalt den Tribut. Uandaalb nimmt er ja nicht, der edle, nur ist er auf Ersalb Machtig erpicht und zart duftet noch immer der Käs. ^^^■IVoB nicht alles sie tut für sich und das Hans, und wie rürt sie ^^^H Band and Zunge: sie schafft Immer, nur ist's nicht geschafft. I ^H Ha I 9 garstig gemalt! So soll, wie das Bild hier, ich ausseb'n' Mädchen, glaubst Du es nicht, frage den Spiegel doch nuri Gleichwie ein Engel, erscheint dir die Braut; sie wird's auch als Frau sein, Ducb dann ein Engel, wie die, welche die Hölle gebiert. I Uenscben seien sie nicht, die Weiber? Wob bist du denn selber. Welchen ein Weib doch gebar, welchen ein Weib doch beherscht? 272 18 Warum ist sie dem Tanzen so feind, und wärend die Andern Schlingen den Reigen, bleibt diese nnr siaen? Sie hinkt. 19 Schön tost in das Gesicht du dem Gegner, hast du in Tor dir; So vor dem tödtlichen Schlag kränzet das Opfer man auch. 20 Hundert Morgen genügten dir kaum, solang du gewandelt Noch auf Erden; doch jezt sind dir drei Ellen genug. 21 Hundertfältiges Leid antut der entartete Bube Seinem Vater: Wie oft rächt nicht der Enkel den An! 22 ,,Ach!^^ so betrauerte dich der Meergott, als du dahinsankst, Nelson! „nun wieder allein muss ich beherrschen die See/' 23 Weshalb verweisest den Dieb du des Landes? Hänge den Strolch doch ! Seinem Treiben die Welt öffnest, die ganze, du ja. Jenem Vater gleichst du, der pfiffig, dieweil im ein Krebs einst Zwickte den Son, in den Fluss warf, es zu strafen, das Vieh. 24 Morgen verlangst du den Arzt, dann wieder verlangst du noch Tisch in, Rufst in auch Abends herbei. Stirbst du so gern denn, o Freund? 25 Löblich ist es und schön, für das Leben was Rechtes zu lernen; Aber noch rümlicher ist, gut und gesittet zu sein. 26 Immer läufst du im nach, dem grossen Gelerten, und lauschest Seinem Wort. Und damit, meinst Du wol, ist es getan? Würde gelert schou Einer vom Laufen und Hören, des Doktors Pudel wäre schon längst als ein Apollo berümt. 27 Deine Frau, wie hat sie so prächtige Zäne! Doch müssen Sie, bis wieder es tagt. Nachts in das Kästchen hinein. Legte sie doch nur einmal auch die Zunge hinein; es bedeckten Dann das Kästchen mit Recht Perlen und güldene Zier. 28 Ifomie das edelste Glied mir am Menschen. — Die Zunge, wofern Da Qr^ ^'^brauchsti wo nicht, ist das geringste sie nur. touDgliickliuh ietKtJDei', dass nicht auch deuGlücks im ein Köi'ncben Bliebe; das Unglück fürt oft auch zum Segen, zum Heil. Du bist blind, das ist doch ein UnglQck; War ea eia Unglück, All das Untröstliche, das Andern aicb beut, nicht au sehn? Odev bist stumm: o wie viel hat nicht schon die Zunge verachnldet, Mir und euch Anderen nun schadet die Zunge duch nicht. OdtT bist taub : Dann bleibt doch mein Or ?iin gehässigen Reden, 0, so bleibt das Gemüt doch mir vor Kränkung bewart, Oder der Freiheit beraubt: So bin ich die Strassen voll Unflats. Bin ich den Regen und hin Treches Gesindel doch los. Oder bist krank : Dann zeigt sich so recht mir die Liebe der Gattin, Welche mich dieses so tun, jenes zu lassen ermant. L.Oder bist tot: Dann preise mich glückhch, dann bin ich enthoben, I Ewig enthoben der Not, welche das Leben amlangt! Zarter schimmert, denn Schnee, daa Antliz, schimmert des Mädchens Nacken; ober oft birgt unter dem Schnee sich der Schmuz. Lasa vom äusseren Schein dich, o Freund, nicht blenden: der Schnee get lieber Nncbt und zu Tag ligt das Gemeine dann nur, 31 ging und weinte, da forschte die Freundin ; ergrif so dich des Predigers Wort? □ Kleid, worin ich den Leuten gefallen schlecht (schau, was für Trähnen es gibt!) weilte misfarbigeo Stof mir. Als aiiB der Kirche sii Warum weinst du? Acb, sprach jene, me WoUte, stet mir so I Denn die Mutter, Ach, und noch obendrein hat es der Schneider ' irhunzt, RQmlich der Jugend stellst du den Lerer vor Augen als Vorbild; Rümlich wäre dein Wort, nämst in zum Vorbild auch du. 33 Blind wird Themis gemalt, in den Hunden die Wage, warum das? Dass sie nicht sehe, wna mer wiege, das Unrecht, das Recht. Bisher glaubt ich es. Oft doch verschliesst vor dem Recht sie das Auge Und was als Gabe mau ir bringet, sie wäget es ab. 34 „Krieger zu sein liebt jeder", eo sang ein^t der Dichter, der alte, „Jeglicher Krieger lieht", hat sich das Wort nun gewtndt. Alles gewilret es im, das Frauenzimmer, und fragt nicht, Ob es Feind, ob Freund, wenn ein Soldat es nur ist. Kann man sich wundem ? Den Mars zog Cjpria schon dem Gemahl vor. Und die gleich es ir tun, gab es zu jeglicher Zeit. 274 35 Mit den Gewiodern der Fran, der Tentorb*DeD, beschenkt er die Köchin; Nun, der zweiten gebricht dann dock an Kleidern es nicht. 36 Svr;*kKs bleibst so allein da m Hans, indessen dein Gatte Anden» machet den Hot, Mädchen und Frauen entzückt? \Vüs$t«fQ sie. vms ich veiss, dass wenn er auch wollte, das Können Jenem gebricht« wie baJd wir das Entzucken vorbei. 37 MAttvbe« hübsche IViswt spendierest du der Schaffnerin, Alter! [^ftfur hrteflr^ d« too ir liebliche Worte, sonst nichts; IVvh für «leut Cie&l bekommt sie den Bnlen nnd dieser bekommt dann Xkhc Qtur ein fhfondlichcs Wort, sondern was dir sie versagt. 3S Sc'va «W wettere sind^ ist deine Gemahlin, und jedem, IV' stt G^cht «ie bekommt, däucht sie wie Venus zu sein. i«^.s m Haltung und Gan^ der Juno gleicht sie; wie diese iW^»^4» d^iK Herrn Gemahl braucht oft die Zunge sie scharf; \\ vutt ir \v^ Mund suohergiesst der Wortstrom, scheint sie Minerva, \\«>«ui 4«ur Feder sie greift, eine der Musen zu sein; tUu^l« hjit »ie wie Ceres, ja voller noch unter der leichten UttU<» sittd «ie geschwellt, pflegt sie des häuslichen Amts. KiiH^ Jai^rw des Mars auch habe sie, lispelt der Volksmund, Sivh erkxw^Ni« Wer spricht da noch die Göttin ir ab? 39 rnt«»«^ dem ^eiu liegt Einer, w&r der am Leben und wäre J«^i«»r oiti M(üdchen lumal, unter im läge der Stein. 40 HAvt«^' kWww jeglicher Stein war, als er noch lebte, das Herz im; lliM' nun ruht er, und so stet auf dem Steine der Stein. 41 lW\i tiemahlinnen hat er begraben, die vierte gesellt er J««t »iohi drum niöohte wol gern bald bei den dreien er sein. 42 AI» mit i)i»Ule den Mann den jungen die Alte geködert, haoli^t* di«Mier: ha, ha, deckst du die Runzeln mit Gold?' Hm|¥II briii||t wol ein Feld ein vielgefurchtes, doch bar ist J^llohi>M S«igenii ein Weib, wenn es mit Furchen bedeckt, f ^% übel gelUllt mir der ReioBtum, womit du dich brüstest, schleppte d^nn gern goldener Fessel Gewicht? 43 [Idebe, sie kommt vom Seh'ii ! o freilich, wenn ein clmrmaiiter Junger Mann und ein liebreizendes Madchen sich aoh'n. I Doch wie, wenn sich ein Greis und ein roeiges Mädchen verbinden, Oder wenn altem Weib gar sich ein Jüngling gsBellt? Hier auch bewilrt sich das Woil, weil t^ios sieht, was »n dem Ändern Im das üefaste bedankt: Liebe sie kommt von dem Seh'n. Denn der jüngere Teil, er hofft wenn den ülteru er ansieht, Dasa sich dos künstliche Band löse, dos lüstige, bald. 44 !■ Jugend ^Velch undankbare Müh, der Jugend ^ seufzet der her Alles ein^tuljläu'n. Welch undankbare Müh? So hast du vergessen, o Bester. Welchen Dank denn auch du schuldest dem gütigen Gott? 45 Niemands Freund ist die Nacht. Du irrst, so will mich bedünken, War sie nicht Dieben schon oft. Liebenden freundlich au Dienst? Keinem schnld' ich etwas! so rümat du dich, aber dein Weibchen Meint, du zalest ir nicht, was du doch scliuldig ir wärst. 47 Wurmt dich ein Uebel, gleich vom Halse dir schaffst du das kleine, Weisst du, dass dir daraus manchmal das grossere spriesst? Also würgte die Magd, dass länger sie scfalieie, den Haushan, Der ir den Morgenschlaf immer zu frühe gestört. Aufzustehen gebot ir hinfert laut rufend die Herrin, Welche kein Aug Kutat, schon in der Mitte der Macht. 48 Fleiseige Mutter, allein die Geschäfte besorgst du des Haushalts, Ab«r zur Faulheit zieht leider die Tochter dein Fleiss. Mutter, was preisest du doch so gewaltig deinTöchterohen? Findet Nicht, Bu die Ware man lobt, schneller der K&nfer eich ein? Treffliche Bücher erstest und gibst du dem Son i Aber, mein Beiter, o gib doch auch Verstand ti die Hände, dazu. Hfthst du die Domen hinweg und schonest der Wurzeln, was schmähst du Dann den Acker? Du selbst trägst an dem Uebel die Schuld. [Schelte mir, weil er Goichenk' anaimmt, ja keiner den Sehultfaeies! Schuster war er, «o klebt metn an der Hand im das Pech. 53 SclmiQckeit den Biiaen du dir mit lieblichen Blnmea, o Jungfiau. Nicht Dar ^it^hüt du damit Aitgen und Niaen heran, Nein, auch die Hiinde zumal, die wenn sie die ßlömlein dir einmul Hauben dürfen, f^ar bald mer noch sich nemen heraus. Datde die H&nde du dort, die hlumenlüsteruen, ja nicht. Wenn ea darain dir zn tun, dass dir dein Blümchen verbleibt. 54 imst du zum Mann dirV Nun, wenn ich günd'ge, id bei Nacht braucht er die Augen auch nicht. 55 Solch ein Vater ist trauen lübwürdig. Zu Fusb iu die Kirche , damit der Herr Son dortbin zu reiten im Stand. , 8o begnügt er sich auch mit dem schlechtesten Wein and erspart sich Qeld ftuf Geld, und der Son bringt im Paterner es durch. [ Kinen, der blind ist, ni Sisht er es nicht n Nachts die Türe versperrt mir die Mutter, mit Schlössern und Riegeln, Dass der Geliebte mir nicht komme zur Kammer hinein. Doch was scbirt der Verschlüssln, der mit der Leiter B Wert im die Türe, bo tut gern sich das Fenster i I Glücklich bin ich und reich, i Und es bleibet mir nichts, was sich zu t [ Doch! US bleibt dir der Tod I Erst dann, « Stftrbst, bist recht du beglückt, bleibet ; 57 1 Ansehn ste ich und Eren, vlingchen vertont. eligon Tods du wüDBcheo dir nichts, WennsiedasHauptdirumscbwirrt, dieMflcke, somachtsiedich rasend. Doch dein Begleiter, o Freund, gleichet der frechen anfa Har. I Siehe die Ameis denkt die kluge des konimenden Wint«rs, Vorrat sammelt sie drum fleissig den Sommer hindurch. [ Aber die sorglos springt und singt, die frohe Cicade, Elend, one Gesang hungert den Winter sie hin. ^Also dieweil du noch jung, iat tfichtig zu streben d»e beste, Kommst du zu Jaren, so macht dir sich die Mühe belont. BAbar wer mUssig get, und die Stunden, die schönen, vergeudat ^.J , '^- ist verloren und muss oft ea ab Greis noch bereu u. "^ I Bchm eiche) Uli nahet mein Weib i 'un, na verleugnet sie doch bald, bald zeigt sie die Krallen, die Kazennutur. i Nun der Gfiiuier erkrankt, sieb zu bessern verepricbt er. Wer glaubt im? A^HBclit mnu üin Schwein auch, gleich wälzt es sich wieder im K viiVeiheit kauft man! das sagt Juvsnnl ächon; aber die Fi'eiheit Ist oft Bo teuer, and da fragt es sich, wei' sie bezalt. I Ver wie mit Nadeln so spizig es angreift, gilt als besonders Wizig. Freilich wer tut Schneidern an Wiz es znvor? 64 Warb u I die I.ais einmal ein Greis, ein silberbeharter; Sei mir gefilllig, und Oold werde genng dir suteil! Lächelnd verseht sie: wie gern dir w&r' ich gefällig, doch siehst t rdacb er nnn geworden, er wird gedroKhea fein. Oft auch zuvor gerieben, denn dna entnamt den Lein. Die Kürner schl> im StAmpfwerk der Müller noi so Bra, Den lezt, zu Oel in läuternd, bei Bcbwscbem Brand er bei. Nocb muHa die Faser bleichen. Ist hell sie, wolkenfrei Der Himmel, sogleich wieder die Bäarin eilt herbei. 8te knüpft die gelben Stengel in Sehäube mit Bedacht Und trügt nach Haus die Bündel, die sie wie Gold bewacht. Ist auch der AehrenaegcD den Seheanen anvertraut Und wird im Keller sauer das eingemachte Kraut, Fast dorch den ganzen Flecken land sie. von Uaus zu Ilaus, Und Schaut sich nach Gesellscbaft und macht den Brechtsff ai Bald sind versammelt alle beim frühsten Morgenscheia, Sie legen Holz und Bolen ins Fenerloch hinein, Darüber kommen Stäbe, dann a-uf die Stäbe quer Sie legen ire Schäube, die aufgebundnen, her. Jext werden auch die Brechen, die hölzemen, gebracht Und aufgestellt im Freien, doch Eiue hat wo! acht Und hält im Zaum die Flamme bedäcbtiglich und wert Item Feaer, dass es züngelnd nicht an die Stabe i^t. Denn wenn ein Fünblein steiget nnd haftet an dem Lein, Der oben liegt, nur eines, nicht ist der Schaden klein. Da wächst die Flamme plözlich und steigt, einmal entfaoht Zur Lohe, furchtbar prasselnd, empor mit aller Macht. Da hilft kein rasches Handeln, Jcein Ruf, kein Wasserstral, Zar Asche brennt das Qanee zusammen one Wal. Zu weren Bolohem Schaden, ist drum die erste Pflicht. Nnn an die Arbeit get es und eaumig sind sie nicht. Aufklappt und zu die Lade, mau bricht und zieht im Nu Zarück die röschen Stengel, scheriit wol «ach derb dazu. Das ist Das allererste. Tritt in ir Recht die Nacht, Wa« sie gebrecht, gar freudig wird es nach Haus gebracht. Ein reiches Mal dann labt sie, anfsten sie froh davon, Die Arbeit weiter ffirdernd. geta wieder an die Fron : Ein Messer wird geschwungen von Holze, dass im Saus Von den bestandigen Schlägen die Achel färt hinaus. IZulext in scharfer Hechel (wie vielfach wird er doch lOeqnllltl) wo nicht der Weber, die Hausfrau kämmt in noch, ■ W> in und von der Wage, wenn sein Gewicht er hat, |8Je bindet in in Docken und streicht in vollends glatt. ^ 385 Steh am, gebrecht, gMchwungen, gepuzt, geliechelt, schickt In Freundeshaud, auf dass or dir deinen Hocken BchmüLkt. Wie klein auch dies« Gabe, doch dass ich gut dir bin, Sie Bogt es dir — hier iBt Bie, nimm freundlich denn lie bin ! Kin Frairngeachenk ! Der deinen verer's, sie wird es nicht Verschmäh 'n, gie reicht es prüfend den Mädchen dnr nad spricht: Der Winter kommt, der Wintert mit im die lauge Nachl, So epinot ! der böse Winter wird leicht dann durchgomucht. Am Rocken spann vor Zeiten dna Kun igst Öchtert ein, So wird denn euch dsa Spinnen auch keine Schande sein. Mit spizen Fingern gebet der Spindel Kraft und Schwung, Und zwirnet flink, so tanzet der Wirtel rund im Sprung. Dreht fest die Fädchen! raiBst sie des Wirteis Wucht entzwei, Das ist nicht gut, dann ist es mit eurem Lob vorbei; Doch wenn ir bei der Arbeit tut nach dem Worte mein, So stellt sieb mit dem Frühling bald auch der Weber ein, Gefallt im euer nächtlich Gespinnst — und hoffentlich GefalU's im — rascb es wanddt in saubre I.oden sieb Und wandert auf die Bleiche, Kommt echneeweisa es zuräck. Zum Bomde, daae ir lang es gebrauchet, wünsch' ich GlUck'). Das ist das Lied vom Flachse, das ist das Lied vom Lein. Ich spreche mit Hans Sachse: mag euch zu Nu2 es sein. Und nenn es auch gar lange, gar lange Fäden gab. Reicht mancher von der Windel nicht bis ins dunkle GrabV Wer hat das Lied gesungen? Ein Pfarr von Zavelstein, War anbenannt Herr Kurrer, und forcht auch nit den Woin. Der hat das Lied gesponnen in stattlichem Latein; Der's wob in deutsche Reime, wird wol ein Laie sein. KDoU Zur Wortforschung *) rx 1 Lordanne, Laurlanne. In den cöln. Chroniken H 67, 22 stet : do quam der jonge van Virnenburch ind de sinen heimlich in einre lordawnen — ind quam — zo Coeine n, s, w. Ich habe im Wdrterbuche dazu 993b mit ? „Schmugglerkan" angegeben 1) Bis hieber das Original; das Folgende ist die Zutat des Deber- 2) Sieh oben lil B. 388 ind auf e!n compos. lorrendrehor bei Frisch verwison. Die Fters- r Chronik ed. 0. Waltz (Leipzig, Hirzel 1874) berichtet S. 5fi ; Vnd bIs sie ^eurühnlichea gehn Franckforth in die mess in einei- \ laurdannen, mit ihrer gewahr und burgerBohBft die mess bSBuechten ' sein anschlage nuf sie gemacht. Und wie die von Wormfae in einem schieff den Rhein herah Meintz zugerahren. hat FrantB (v, Sickingen) etlich laucrilitnnen hestelt, darein etlich kriegs- volck mit bucheen und andern wehren verordnet — und als die von Wormbs dahin khomen, bat er sie darch die, so in den lauer- dnntien geweBen durch schieasen — getrungen uf den ataden u. s. w. Das AuBscbreiben dos Wormser Rates sagt echlecbthin ,,in einem Heidelberger Schiff" {1515). Würdtwein gab 2U Mannheim 1787 auB einer Haudsohrift unserer Chronik anonym „Kriege und Pfed- schaften des Edlen Franzen ron Sickingen" heraus (8". 72 S.) und gebraucht S. 3 eheofalla „Laiteftannot" in obiger zusftmmenge- aogener Stolle. Ich finde in nnaern Woterbücbern nicht Rats. F!ioe Oggersbeimer Fisch ereiordnung für den Ältrhein vom 31. August 14P8 (Mone, Zeitsch. IV 87 ff.) bringt S. 88 Nc 6: item die If^e-, weiten-, schafft-, waden-, affengezaw und gern Bollen ver- boten sein. Laxer s. v. weiss loregceato nicht zn erklären. Eh gibt ein Wort Lor (Schilter, Campe lU 146a), Lore, ein Band, ein Riemen, womit ein Ding an das andere befestigt wird, beson- ders eine Rüstung, wae lateiniBch ist. Loramentum catenatio lignorum in fnndamentis edificiorum, eyn bevrydinghe off stacket- tjnghe u. B. w. Gemmula, Colon. Damit ist aber nicht viel er- klärt, es sei denn, dasa an zuBaminengebundene Bänme, Flösse ge- dacht wird, was hier kaum möglicb. Auch das Oggersheimer lorcgegawe trifft nicht zu, es seien denn Fischerkäne geraeint, denen eine bestimmte Art Fiscbfangzeug den Namen gelent hatte. Dehrigena wäre zu lore- mit Recht Dn Cange s. v. Lorra %a ver- gleichen gewesen, was Leser entgangen. Es heisst dar Quod in tot« riparia piacationem babeant cum rate, lorra et artiüciis seu ingenÜH piscatoriis quibuscunque (1267). Meine Zuflucht zu lorrefidreber , -dreyer im Wb. z. d. Chr. beruht auf 2 Nachweiaen, die übereinstimmen. Frisch 1 621b; „Lorren- Dreher, Durch -Schleiffer, ein Schiffer der verbotene Waren führt und mit fremden desswegen Verständnias hat, der sich heim- lich durchschleicht ohne Pasa und andern Betrug treibt." JEudolt F&sch's Kriegs) exicon 1735 (Leipzig) öllff. .Jjorren-Drcjierhswt man diejenigen, welche sich heimlich durchschleichen ohne Paes oder berechtiget zu sein, auf verbotene Länder fahren oder han- deln, ilem allerband intrignea und weitläufftigo falsche Umschweiffe in, das Licht scheuen, keine gerechte und autorisirte ^aobe dieae insgesamt, sonderlich aber die Schiffe, welche mit rebanda Waren auf feindliche oder solche Hafen fahre I Recht, Autorität oder Privilegium haben. ' 8 genannt." — Zu drei/er vrgl. mein Wb. ; 1 Lorren- 387 I Bd. II, III S. d79a: aus trahierer, Aussondsrei-, Ausloser und Aus- Bp&her V Anfüren will ich noch, d&ss mittelhochd. Iiolliindisch und niederd. überhaupt dor Waldbaum „Tanae" aUes. pinns picea Danoe, Denoeboom u. Mastboom heisat. NeiDDich Folygl. Lex. 11 982. 2 Zum üeberlinger Stadirechte 13 — 15 sec. Oberrbein. [ ZeitBch. 29. 294 fF. vfyUet 2Ö6, 1 Zeile atet für vfgiiejrt, — gileit, ' — gilatt. Vrgl. 299, 8 Uli. Also ligt i/ilen fgeilen) ganz ferne. Sieh meiae Alemannigche Sprache S, 114: „ich mnafi ferner an die Zeitwörter mögen, Bagen, tragen, schlagen, legen erionern, die alle teilweise echt höfisch g auswerfen". Die St Johannii^predigt cgm. 358, die ich in Herrigs Archiv 39, 357 ff. abdrucken liess, ist klemaaniBch nnd liat viele Belege hiefür. Slaffiuder diel 296 ist niederdeutsch allgemein =■ dorn]it.>]iti populo. Die cöln. Chroniken I 5793, Stralsiinder Verfestigungsbuch LXXVII, Schiller und Lüb- bons mittelniederd. Wb. s. v. bringen eine reiche Anzal Stellen. Stabrais 307: Expedition des Stabes, Bezirkes habe ich in der Sprache des Rotweiler Stadtrechtas und in der Alemannia wieder- holt besprochen. Zonge, ehendo, ist nichts als Züge, Zeug, Rüstung, wozu notwendig bwen , das der Qeransgeber auch nicht deuten kann, gehurt: es ist b6wen, zurichten; vielleicht get es auf Wasser- verteitigungsanstalten ? Zert S. 309 ist alem. Schreibung wie gart ^ garrt, also eerrt d. h. herausreisst. • 3 Kurfes, Kurffes, ntr. Alera. oben 151 ff. ist warscheinlich mchts anderes als eine Wieder verde ntscbung des deutsch-lat. seorbiättm, worauf mich t. Renz zu Wildhad in den Herbst- freien fürte. Seiner reichen, vielleicht an älterer aüd westdeutscher Badelitteratur einzigen Bibliothek verdanke ich Schriften, die mir hurfes und seine Synonima ferner nachweisen. Besonders ergibig sind die lezteren aus der reichen DissertatioDensamoilusg des 17. Jarhunderta. Zu Basel erschien 1578 eine Schrift: Drey Bücher von WasserbSdern, Aderlässen und Schrepfl'en, darinn angezeigt, wie alle Krankheiten sollen durch Wasserhüder, Wildbäder, Schweiss- bäder q. s. w. geheilt werden — beschrieben durch Dr. Martin Ruland Frisingen, fürstlich pfalzgrää. Medicum zu Lau- gingen, kl. 8. Troz des Druckortes — augahurgisch-schwäbischer Nachweis des kwfes wie (151 ff.) folgt; In Abach in Beyern hey Regenspurg ist ein warmbad, hilft für hurffes 15. Im Niderland bey der Stadt Aquis grano odei* Ach genant, ist ein wasaer das nennt man das had der Heiligen Jungkrranen — hilft für FeuluDg des Zannfieisch, Munds und karfeas 21. Gastein hilft für karffes im mnndt 53, Villach in Beyerinndt hilft für kurffes im mundt a.a.O. Für kurffes, MundtfeoJe hilft Abech, Villach, Aach, Annen- berg, Leukerbftd, PfefTers u. s. w. 170. Hieran «chliesse ich eine Anzal Stellen aus den DiasertatioDen über die andern nomina scorbuti: 288 Oscedoy pntrefaciio gingivaruiD, Oermanis didtar: die Mund' fihde; Irans Bhenum et maris Balthici accolis Yooatur Schormund et ScJwrheck, item Ackdetf quasi Eglei a corrupto vocabulo J^^Zfi, qaod hirundinem sive sanguisucam notat. Altdorf. Dissert. 1675. Joh. Daniel Müller Wetzelarensis. Die SchorhiUischeii Siechtagen. Der Siechthum v. Scharbock. Dissert. 1680. Jena. Jac. Schmidt, Quedlinh. Scharbock, die Sachsenkrankheit. Diss. Erf. 1692 (ScbmoUer). Yocatur Germanice Scharbock. Belgico idiomate Schoerbuyk — a Danico Sdiorböck. Sdiorbtich^ maculae — dicuntur BlaU' schürst, Blauschuyt, ab aliis Leberflecke lividi si sunt Älpflecke a popularibus meis Gestkneepe ac si a malo spiritu, qualem putant esse incubum, devencrint, talemque affectum in Episcopatu Trevi- rensi yicinisqne locis vulgarem esse affirmant D Möllenbrock, tract. de Yaris yocantur ab incolis Nachigrieffe. Interdum, inquit Bar- tholinus, appareut variae maculae, rubrae, purpureae, coemleae, quas vulguB nostrum vocat Wetteneb quasi a strigibus inductae. Dissert. Jena 1665 von Job. Adolfus Sass, Raceburgensis Saxo. Ebenso die Leipz. Diss. 1666 Rup. Sulzberger Curiensis, Dissert. Wittenb. 1673 von Joh. Thile. Nomen Scorbtdus, Schorbuius Latini a Belgico Schoorbuyk vel Danico Schorbeck aut rectius Skorbug. Nostratibus pari de causa Schurbock, Schurbauch audit. oscedo oris acorbatis Schorbeck Sckormundt, Mundfäule, dicitur. Tüb. Dissert. v. E£feren, Lau- rentius, Reutlingensis 1663. Nam Dani k vitiato ore ac dentibas vacillantibus, flaccidis et exesis gingivis Schörböck; Saxones a tor- minibus et cruciatibus ventris gravioribus ScJwrbock vel Schürbuck vocant; Belgarum dialecto audit Schormundt, quaudo inficiuntur gingivae et Sdiorbein, quando in cruribus morbi apparent, si in- Buper puniceis notentur artus maculis ab iisdem vocatur Blauschuyt. Jenaer Dissert. Antonius Guntherus 1662. Nomen Scorbuti origine Gcrmanicum est, 6 Saxonia inferiore in Latinum translatum : illios enim populi appellant corrupte Schorbock et Schorbuck pro Schür- bauch ab inferioris ventris torminibus. Dabei genannt Schörbayk Schurmundt, Schoorbeck, Sclioorbeen, Blauscbuyt, oris vitium, die Mundfäule. Dissert. Lugduni Batav. 1650 Simon Schultz. ABirlinger UuiTenitftU-BuchdmckerGl Ton Carl Oeorgi in Bona. a*S KOT CfüCtJUT! ^J m-OKBiMm Stanford University Library Stanford, California In Order that others may iise this book, < please retum it as soon as possible, but not later than the date due.