Geo. R. Allen, 41 Jahre alt, in den Ver. Staaten geboren, Anstreicher. Wm. MeGregor, 23 Jahre alt, in London geberen, Juwelier und Delegat zur Interna tionalen Geselischaft. Friedrich Mattern, 52 Jahre alt, aus Bred lau, Musiker und Apotheter Justus H. Sechw-d, 25 Jahre alt, aus Frantfurt a M., Maurer. Jehn Halberd, 32 Jahre alt, aus England, Anstreicher. Theodoer H. Banks, Anstreicher, 29 Jahre ant a Kovba Scotia. ie blutrothe Fahne wurde von derdẽ ge— e enbl Sl tschtgen si Fuitertattun, ist duß t 6 Fuß breit. In der Mitte— Bern grüner Lappen aufgeklebt, der FSigende Inschrift trägt: IW.A No. 9- The Spirit of the Com mũ ne expands ãs the axe of the Executioner falls upon the neek of its Martyrs. münzen. soll dor der Hand m 17.November ge angenommen, einheitliche Gord eite das Reichs n Seite aber dab igos, Großherzogs, sp. das Wappen hamburg, Lüctect, der deutschen Ein 1, so steht es um! hirform der Ver.! zoischen Bundes gleichwohl ist es sten Staatenbünd se in den Sinn ge-! Einzelstaaten u zu lassez In n gerer err eine! nimmt, je! andere dersciben jaben konmien, der aterscheiden tonnte, jes der Löwe sei vortete seine Frage hen Worten:,„LYou you takes your tan der Densche, h hat, welche ihm theure Haupt des anchtigsten Fürsten. ellenbogen Ingel eite das Reichs rlegenheit kemmen was ist hinten?“, ich zuerst und vor Katzenellenbegen an und nur in oder bin ich zuerst n, zu meinem be— niez-Knaz-Katzen- Und wenn er sich dtastenmann Bis— ihm kaltblütig ant eben!“ Zwischen den Buchstaben Z. W.A. und No. v bemerkt man eine Getrridegarbe, aus der eine Wage, mit einer rothen Freiheits mütze gekrönt, hervorragt. Bci sciner Vernchmung vor dem Polizei- Capitän sagte Allen, er habe sich den Befch len der Polizei nicht widersetzt und Mattern versicherte, er habe blos zehn Minuten in der Nähe des Cooper Instituts verweilt. Alle ge berdeten sich mehr oder weniger alo Märtyrer und besonders schien MeGregor an dieser Rolle Gefallen zu finden Er rief wiederholt mit theatralischem Pathos: „Ja, ich bin Commu nist, ich war co seit 1864; ich folgte der Fah ne; ich war am Piatze æc“ Sämmtliche Herren wurden beigesteckt, mit Aubsnahme von Bants, der nachweidlich von der Demonstration abgemahnt hatte. Wät rend die olizei die Gefangenen i'd Sta tionshaus brachte, foigte ein Menschenhau fen, unter dem einige Dutzend Communisten weren, die mehrere Male riefen: Vive la Vommune, Vivela republique universelle! |und dann die Flucht ergriffen Im Laufe ded Nachmittags wurden mehrere Versuche ge macht, dic Loslassung der Gefangenen zu er- en die Vorlage im n Biosmarck in üb auf die Empfind esgenossen“ abge t zu weit gehen, elnen Landesherren as geschehen würde, n den Münzen ver ust wics er darauf rsten, sondern auch aten das Bildniß f den Reichsmünzen dazwischen aber nz leise Andeutung n Einzelfürsten so esichter geprägt zu ndliches Vergnügen inwichtigeren tãts-Dünkel Zügel wirtken, aber ohne Erfotg. ODie nicht verhafteten „Internationalen“ hielten im Laufe des Nachmittags im Lokale 100 Prince Street cine Versammlung, um ih rer Entrüstung über das Verfahren der Poli zei Auosdruck zu geben. Dies geschah denn auch in den stärtsten Anddrücten Es wurde vorgeschlagen, den beabsichtigten Umzug doch abzuhatten und wünschten Einige, daß dies anf Weihnachten geschehen möge, die in die sem Jahre nicht auf Sonntag fallen So weit der Bericht der New Yorker Staats- Zeitung. Das polizeiliche Einschreiten ist auf den Vorwand hin erfolgt, daß der be absichtigte Umzug eine Störung der Sonn tagbruhe gewesen sein würde und ver muthlich läßt sich dem Buchstaben der beste henden Sonntagogesetze eine Auslegung ge |ben, welche das Einschreiten rechtfertigt. Aber daran, daß die Erhaitung der Sonntagbruhe /nur ein Vorwand und dad Auftreten der Voiizei tedigtich eine Wiederholung der ver brecherischen Duinmheit war, welche sich in dem Verbot deb Oranier -Umzugs kund-- |gab. zweifeit kein Mensch in New York. Was immer cs der Form nach gewesen sein möge, der Sache nach war das Einschreiten der Polizei ein neuer frecher Versuch, die Frei— heit der Meinungoö-Kundgebung durch Zwangoömaßregeln zu beschränten. So swird die Sache seibst von dem dein demokrati schen New Hortker Jourai aufgefaßt Diescs ichreitt: „Die Bchauptung der Polizei- Commissäre, tdaß die Trauerprozession eine Entheiligung des Sabbaths wäre, ist wohl nur ein Vor wand: denn wir haben an demselben Sonn tag andere Trauerzüge mit Musik und Mili— tarbegleitung unbelästigt durch die Straßen sich bewegen sehen. Der eigentliche Grund des Verbots ist wohl in den Grundfätzen zu suchen denen die Internationalen huldigen Uad dech sagt man uns, daß wir in ei sucm freien Lande wohnen Als die Demonstrationen eines Häufieins fanatischer Irländer am 12. Juli von der Polizei verbo len wurde, lag dersciben wenigstens die huma uce Absicht zu Grunde, Blutvergicßen auf der Straße zu verhindern. Aber der Gouverneur Heffman intervenirte zu Gunsten des von der Constitution des Landes garantirten freien Dersammlungsrechtes Ald die Juternatio snalen un diceselbe Interveution zu ihren Gun ñen nachiuchten, ließ er teiegraphiren, daß er teine gesetzliche Befugniß habe, ihrem Wunsche 3u entsprechen. Obhne Zweisel slud die Lehren und Absichten sder Internationaien der überwiegenden Behr jzahl des Vublitums ein Elcl und Greuel. sOhae Zweifel sind die Menschen. weiche hier sin Ameritka den verruchten Molochdienst des Communiemus einzuführen suchen, welchem in sLaris so zahllese Hetatombeu geschlachtet worden sind, Halbverrückte und auf dem besten Wege, ganz Verrückte zu werden. Aber cs hat shierzulande Jedermaun dad Recht so verrũckt zu sein, wie er will, wenn sich sein Wahnsinn sin nichts Schtimmerem zeigt. als darin, daß er ein Stück rothen Futterkattun durch die Straßen spazieren führt. Und wenu man den Internationalen im Wege potizeilicher Maßregelung dieses Necht zu verkürzen sucht, so erweist man ihnen damit thatsächlich einen Gefallen, indem man sie zu Märtyrern macht Glaubensmeinungen (und vernunftwidrig ge ung sind die der Internationalen, um fureine neue Religion zu gelten) werden durch Verfol gung nicht schwächer, sondern stärker. In dicser Bezichung unterschreiben wir was das N.Y. Journal sagt: „Solche Verbote, wie das der Polizei gegen den Umzug der Internationalen, tönnen nur dazu dienen, die öffentliche Aufmertsamtkeit auf sie zu lenken und ihnen Sympathie zu ge winnen. Die große Schaar der Fabrikarbei ter ist schon jetzt von einem gewissen Interesse für die Internationalen befreit, weil diese den Krieg der Hütten gegen die Paläste vertün den, und viele Tausende von Arbeitern hier in der Lage sind, daß sie auf den Glauben an eine bessere Zukunft bereits verzichtet haben und vor den Heldenthaten der Commune nicht mcehr erschreccen. Daß zwischen den Tene menthäusern und den Braunstcinpalästen auf die Dauer kein Frieden herrschen werde, steht erastlich zu befürchten. Die Behörden aber soliten sich hüten, durch unnöthige Strenge gegen harmtose Demonstrationen Erbitterung gegen diejenigen zu erzeugen, deren Beschü tzung die Polizei vor Allem im Auge zu haben scheint.“ ismarc. „um die et, durch die seine Vortheit wirklich neine Herren, habe e particularistischen genossen mich unter n, bei unserer Ab die Majoritt, die haben, so weit ge!- zerfasung uns er—- zweifethaft ist oder en wird. In dieser politisch in hohem ick auf die Bunded rhat uns Gott die Deutschland ange— Hibt cs ein stärkeres Fürsten zum Reiche, tünzen, wie sie vor r König don Baiern Bhildniß schlägt und tiche Reichöswahpen, nd nachhaltiger be teiche, ich will ein st dagegen der Vor igen, wenn wir ein urch hundertjahrige rstimmen und den eberredungen Der— wvelche an die Par ltiren eine Neigung eichstkanzler in teiner verbündeten Mon—- it sind, und wem ein Theoretiker; ich lig 1 s Ge- It r steht, ig d Preußen, hatb ch tder n das nmung ie oh E gibt weite Be— m seht den, tisir und wie „daß hier preußzische len und seine a werden“ aust's Greichen sa— rt, möcht's !eidlich noch schief darum.“ f darum. Denn jern auf der einen und auf der an vappen“, so braucht kenntniß zu liegen: che“, als die Er hängt anmir, ab, ob das sou—- sich die Zugehörig je aufstempelt, oder al die Symbolit der nden wird, gilt die tigere und bezeid appen nur gewisse em von Bismarck die Münze fol Jaiern ist ein so es nebenbei zur Zeit nde angehört“ Es ffassung, die darin so unwichtig, wie umme Sprache der es auch wahr ist gungen der dieichs eit des Gepräged daß tein einziges en sehr naheliegen-- st, die Frage durch stenbilder von sen. Wenn denn e Zaunkönige und chaus als Bun n Lehmann ange griff des deutschen en eines Staa-- erden soll, so ge nze gar kein Bild ndern eine sym ng Deutsch nerikanischen Mün o tönnte auf den die Germania, hne der Paulskirche alls je das Land in Greenbacks oder zugeben, so hatte u Füüsilier Kutschte, hnliche heitere Ge „um zu beweisen, nur zum Spaße Ehe und Vielweiberei. Ein Correspondent der N. H Tribune, welcher kürzlich in Salt Lake Cith eine län gere Unterredung mit George Cannon, einem der angesehensten und gebildetsten Mormonen hatte, theilt die Auslassungen desselben über Ehe, Vielweiberei und Prostitution mit. Sie sind nicht ohne Interesse und wir geben hier das Wesentliche aus den Mittheilungen des Correspondenten wieder: Auf die Frage, ob nicht die Vielehe eine Ungerechtigteit gegen das Weib sei? ließ sich Cannon folgendermaßen aus: „Nein, nicht wenn sie im rechten Geiste ein gegangen wird; allein jede Art von Ehe ist dem Mißbrauche ausgesetzt. Giebt es doch Leute, welche die Ehe überhaupt als eine Un- gerechtigtert gegen das Weib angesehen Aber unsere Religion lchrt die Weiber die Ehe als ein unentbehrliches Mittel zu ihrer Erlösung anzusechen. Sie ist eine Anordnung für die Zeit und für die Ewigteit. „„Der Mann ist nicht ohne däs Weib und das Weib nicht ohne den Mann im Herrn““, sie müüssen vereinigt sein, und wie der Heiland sagt, „„n der Auf erstehung ist weder Freien noch Gefreitwer den,““ daher muß die Vereinigung auf Erden erfolgen Wir glauben, daß die Weiber em pfanglicher sür religiöse Eindrücke sind als die Männer, daß sie reiner, unselbstsüchtiger und wahrer sind und daß mehr von ihnen als von den Männern werden erlöst werden. Um sich der Ordnung des Himmets zu fügen. müssen sie Ehemänner haben; daher ihre Willfahrig teit, auf die Vielehe einzugehen. Jedes Sy stem, welches ohne zu rechtsertigende Ursache oder Ausgleichung tägliches Elend fchafft, ist ein falsches System Die Vielehe hat diese Wirkung nicht. Man wähle eine gleiche An zahl polygamische und monogamische Haus haitungen und ich bin überzeugt, daß im Ver hättniß zur Zahl dersetben, der Durchschnitt des Glückes auf der Seite jener (der Vielche) sein wird. Unter den Weibern, deren Män— ner Polygamisten sind, muß die Selbstsucht Ohfer bringen. Diese zu bringen befähigt sie ihre Religion, aber eo führt sceine Ausgieich ung dadurch mit sich, daß es ein natürlicherer Zustand ist und eine kräftigere Nachtommen-- fchaft hervorbringt. Daß die Weiber, indem sie das Opfer bringen, glückiich sind, geht aus der Thatsache hervor, daß, wenn das Schictsal in New York. wie bekannt, eine rnationalen Arbei man es so nennen Sette, welche auch egnungen der Pa- Andentens heimzu—- ie Hinrichtung der Rosse Bour— P ris hat die „in xeter we che die deñ Bluthund g fande nit Ent— und sie haben be r iten r ein solcher Protest lte in der Um- Fahne durch die bestehen und am der vor sich gehen. am Montag die ie Polizei den Inter— In der rüber fol- Internatio hpfloch sam ig vor dem Ider Absicht, in Scene zu enig geneigt, dolizei zu wider as lebhaft, als ther Flagge, die spackt war, der n Namens Allen, antam. Er wollte tutes Posto fassen, Lestermann aufge jehen. Er gab die hleiter, einen Mann nd marschirte mit nalen“ und einem durch die 3. Ave. ve und zurück nach! Interwegs schlossen nungsgenossen an Zug, welcher in der s von der Polizei beeutender Stärke und der Fahnen irde nicht entfaltet, en und nebst vier “in das Stations racht. Sie gaben! über ihre Persön-- der Vielehe der Entscheidung der ersten Wei ber der Palygamisten überlassen würde, die Mehrheit derseiben für deren Erhaltung stim „men würde Sie haben dieo vieiemale bewie scn; neuerdings durch die türzlich an Präst-- dent Grant gesandte Petition „Ich habe noch nicht die Wirkungen der Vielehe auf die Gesellschaft im Allgemeinen erwähnt. Die Ehefrauen hier haben ein Ber trauen in die Tugend ihrer Männer, welches Sie in dem monogamischen Gemeinwesen vergeblich suchen würden. Alle Beziehungen in welche ein Maun tritt, sind in seiner Fa mille betannt und haben in fast allen Fällen deren Zustimmung. Es finden in diesem Puntkte teine Verheimlichungen und keine Aus wcichung statt.“ „Sie müssen bemertt haben, daß bei den Mormonen die Prostitution unbe—- tannt ist. Wenn Sie sich bei Jerzten, die sich lange in unserem Gemeinwesen aufgehal ten haben, erkundigen, so werden Sie erfahren. daß ihneu während jahrelanger Praxis nie mais ein Fall von der Art vorgetommen ist, s welche da, wo das „sociale Uebel“ vorherr schend ist, ihnen einen großen Thell inrerd Praxis licfern.“ „Um die Prostitution abzuschafen, werden verschiedene Dinge erfordert: 1) die Ehe sollte geehrt, ermuthigt und erleichtert werden; 2) wenn es für die Verheirathung der Weiber nothwendig ist, so follte dagegen, ra- ein Mann mehr als eine Frau hat, kein gesetzilches Hinderniß erhoben; licher Umgang außerbathaq de le hart besiraft werded te eretntih bei den Män ner H vlirde die Prostitution abschaf q bringe die Ein- iie die Mehrche niemals in Vergieich mit der Prostitution. Es tann kein Vergleich zwischen ihnen statt finden. Die Ehe eines Mannes mit mehr als einer Frau gereicht zum Vortheil der Weiber dadurch. daß sede einen Mann haben, und so ihreim Berufe zur Mutterschaft in ehrenhafter Weise erfüllen kann. Prostitutiondhauser werden errichtet, um den Lüsten der Männer zu genügen, ohne die mindeste Rücksicht d-rauf, was ausd den verführten Weibern wird.“ So der Mormone. Der N. 9. Dem be mertt dazu: Aufmerksamen Beobachtern wird nicht ent gehen, daß zwischen den mormonischen An ssichten über die Regulirung des Verhäitnisses zwischen den Geschlechtern und den Tendenzen der “Vreelover“ mehrfache auffallende Be rührungspuntkte vorhanden sind. Veide gehen auf eine Besreiung des Geschlechtsvertehrs von gesetzlichen Banden aub und Beide haben die Ausrottung der Prostitution im Auge. sAn Idealität der Kuffassung der Ehe ist. trotz der Bezugnahme auf die Religion, die Mormonenthcorie zwar völlig bar, allein es würde ungerecht sein zu verlennen, däßsie in Bezug auf den gegenwartigen thatsächlichen Zustand der Grsellsetst, einige prattische Winte enttzält. Was die Überzeugung der Mormonen anlangt, so gab Herr Cannon auf die Frage ded Correspondenten: warum die Pelygamie nicht lieber ganz aufgegeben werde, da sie volt:g in Widerspruch stehe mit der Meinung sder christlichen Welit und den Grlsetzen des Landed folgende gewandte Antwort: „Hätten Sie einen Christen in den Ta gen des Nero gefragt, warum er seinen Glauben nicht aufgebe, welcher so durchaus in Widerspruch stehe mit der Cipilisation und den Meinungen des Voikes, was glau ben Sie, würde scine Antwort gewesen sein? Warum soliten wir das aufgeben, von dem wir wissen, daß es recht ist? Warum sollte Einer unserer Mitbürger von uns verian gen, unsern Glauben zu verleugnen, und in Sachen des Gewissens seiner Leitung zu folgen, wenn wir, indem wir nach unserem Glauben handeln, Niemandes Rechte derletzen? Das einzige Gesetz des Lan des, das damit in Widerspruch steht, (das Bundesgesetz gegen die Polygamie) wurde, nach unserer Ansicht, unter ausdrücklicher Verletzung des ersten Amendements der Constitution eriassen und ist eine Maßregel religïser Verfolgung.“ Von Nah und Fern. Snland. C. C. Bowen von Süd-Carolina, der seiner Bigamie halber für den Congreß un—- mögl·ch wurde. ist immer noch (nach dem Ur theil der Wähler in Charleston County) gut genug, sie in der Staatogesetzgebung von Süd-Carolina zu vertreten Allerdings er hob sich, als er seinen Sitz einnahm, ein Op positionssturm, wurde jedoch baid beigelegt, und Herr Bowen nahm unter den Glückwün schen seiner Freunde seinen Sitz ein. Seine erste Rede war gegen die stehenden Staats beamten: Dies beweist weiter nichts, als daß er die Thatsache begreift, daß es jetzt Mode ist überall, auf Tugend, Sparsamteit und ande ren schönen Dingen zu dringen. Mit der Ausführung der Tugendbeschlüsse hapert es freilich nur zu häusig. Unterricht in der dentschen Sprache und die Heranbildung von Lehcerinnen für denselben bedeutend vor Chicago voraus zu sein. So viel wir wissen, hatte man in Chicago gar teinen Unterricht im Deutschen für Lehr- Aspiranten in der Normalschule oder dem Lotalschullehrerseminar in der Hochschule Ebensowenig hatte man einen eigenen Direk ter des deutschen Unterrichts. Die Folge davon war ein Mangel an System, an Gieich förmigkcit, an Fortschritt. In Cincinnati giebt von dem lebendigen Zustande der deut schen Abtheilung der NRormalschule u A. noch folgende Einzelheit Kunde, welche wir im Cincinnati Veltoblatt finden: Die Schülerin nen der deutschen Abtheilung der Normal—- schule hatten gestern in der Orpheus-Halleẽ cine Abendunterhaltung veranstaltet, welcher auch die Herren Rev. Dr. Mayo und der Echul Superintendent Hancoct beiwolhnten. Herr Wisnewdtli eröffnete die Unterhaltung mit einer kurzen Ansprache, worauf mehrere Damen Gesangs- und Pianoforte-Vorträge hielten. Die Gesellschaft blieb in gemüth—- licher Weise bis gegen 11 Uhr beisammen. Hoffentlich werden derartige Unterhaltungen öoster arraugirt werden. Die englischen Schullehrer in Phila delphia lernen Deutsch, Wie der Louisviller „„Anzeiger“ meldet, wurde soeben ein interessanter Fund gemacht: „Mother Shipton's Prophẽecy“ eine poctische Weissagung, welche zuerst 1488 pu—- blicirt und von der im Jahre 1641 eine nene Auflage veranstaltet wurde. Der größere Theil der Weissagung ist in Erfullung gegangen, ob auch der Schiuß zur Wahrheit wird, tönnen wir in zehn Jahren erfahren. Wir lassen die selbe in der Uebersetzung des „Anzeigers,“ in gut gelungenen deutschen Reimen, hier fol gen: „Ohne Pferde werden Wagen geh'n, Viel Unglück wird in der Welt entsteh'n Gedanten fliegen dann unverweilt Um die Welt rasch, wie der Blitzstrahl eilt. Durch Wasser werden Wunder gescheh'n, 'S tlingt seltsam, aber man wird es seh'n. Die Welt wird dann kopfüber gekehrt, An Wurzeln der Bäume Gold bescheert. Durch Hügel hindurch der Mensch dann fährt Und braucht dazu nicht Esel noch Pferd. Es wird dann unter'm Wasser spaziert, Man fährt und schläft dort und conversirt. In den Lüften wird man schweben dann In verschied'nen Farben angethan. Das Eisen schwimmt dann auf Wasser stolz Und leicht, als wär' es ein Boot aus Holz. Gold wird man finden in einem Land, Das jetzt den Menschen noch unbetannt. Viel Wunder Feuer und Wasser dann thut, Es wird in England geehrt ein Jud'! Zu Ende wird mit der Welt es sein Eintausend achthundert achtzig ein.“ Rabbitt, ein ungefähr 18 Jahr alter Deutscher, am 25. Juni v. 1., Abendo gegen 10Uhr, den ungefähr 21 Jahre alten Jacob Rein an der siebenten Straße Road todtgesch-ssen zu haben, (die Ursache war Eifersucht über den Neben buhler, der ihn bei einem Mädcheu ausge-- stochen hatte), von den Geschworenen näch halbstündiger Berathung des Mordes für schuldig erklärt. Der Angetlagte scheint oder schien die schreckliche Lage, in der er sich be befindet, oder die Schwere der Anklage gegen ihn, nicht im Mindesten zu verstehen oder ver stehen zu wollen. Während der mehrere Tage dauernden Untersuchung, schien er mehr Zu—- schauer als Angeklagter zu sein, so gleichgiltig war sein Benehmen Als die Geschworenen ihren Spruch eiugereicht und er von Herrn Geo. Early. Gefängnißschließer, nach dem Gefängniß zurückgeführt wurde, fragte er denselben, wad eigentlich mit ihm geschehen sei, wie viele der Geschworenen gegen ihn ge wesen seien Auf die Antwort des Herrn Earley, daß die Geschworenen ihn des Mordes von Rein schuldig erklärt hätten und daß die Strafe Tod durch den Strick sei, sagte er blos „So!“ Es wird ein Antrag gestelit werden, ihm eine neue Untersuchung zu gewähren, Der Teutonia Männerchor in Louis ville hat folgende Herren zu Beamten auf ein Jahr erwähit: Julius Eschmann, Präsident. I. Wrampelman, Vicepräs. August Linde smith, Scelr. V. Stein, Rechnungsführer, L Däuble, Schatzmeister. Armbrust, Biblio thetar. Finanzcomite: Kahnt, E. Rosen, F. Müller. Musik-Comite: R Manesfcld, L. Däuble, F. Wiltens, Frank. Musit- Direktor: Paul Eitel. Ein Pittöburger Blatt schreibt: Vor einem Jahre wurden die Bewohner des nörd lichen Theils dieses Staates in nicht geringe Aufregung versetzt durch das Gerücht, daß am Yellow Creet eine Ader aufgefunden sei, welche reines Blei enthalte. Natürlich machten sich Speculanten sorort daran, diese Sache nher zu untersuchen und wo möglich vielen Nutzen daraus zu ziehen. Man wußte diesem Ge rüchte einen trefflichen Halt zu geben, indem man Proben des Metalls nach verschiedenen Städten schickte und dort von Leuten besich tigen ließ Unfraglich war das Blei eine audgezeichnete Waare; wenn auch ungewöhn lich rein, so wurden doch keine Zweifel ob der Wahrheit ded Gerüchles laut. Alte Anwoh ner, die in jenem Theil des Staates wohnten, als die Indianer noch dort ihre Jagdgründe hatten, erinnerten sich, daß die Rothhäute nach einem Gefecht mit den dort wohnenden An siedlern, sich stets nach dem Yellow Creet zu rücktzogen und dann in wenig Tagen mit schr viel Blei zurücktehrten. Personen, die glück lich genug waren, Land in der Gegend zu eignen, forderten naturlich fabelhafte Sum smen für den Acker. Mehrere Herren, Che miter, ließen sich an Ort und Stelle das Blei! ausgraben. und fanden dasselbe nach genauer Untersuchung als ächt. In voriger Woche endlich tam es au's Licht, nicht die Ader, wohl aber, daß Alies ein grausamer Schwindel ge wesen war, indem nur reine Bleibarren in die Erde gesentt wurden, um damit zu fangen. —Dad Liebeoverhältniß einer jungen Wittwe in New Yort mit Namen Elisabeth Atkins zu ihrem Veriebten nahm dieser Tage eine tra- gische Entwickelung. Ein Zank mit ihm, oder; wie andererseits behanptet wird, die ange kündigte Lötfung des Verhältnisses, brachte Frau Attins in die größte Verzweiflung. Am Sonntag Abend um neun Uhr entfernte s durch irgend einen Vortband ihte Mer üd ihr lleines Töchterchen oel durc die Brust. jagte sih Rütiet auf den Knall der Pistole derbeeilte, fand sie die Unglückliche vor dem Sopha im Btute schwimmend. Es ist wenig Aussicht vorhanden, daß Frau ttiüsanit dem Leden davonkömmt. Bei einer in Grken Bah, Wiäcohnsin, jüngst abgehaltenen Lotterie zog eln jünges Mödchen, Rainens Betsey Scharp, eine Bibel in prächtigem Ledereinband. Sie beeilte sich, ihren Gewinn gegen den einer Gefährtin um— zutauschen, auf deren Loos ein Paar dick sohlige Winterschuhe gefallen waren, Der „Fröh-iche Botschafter“, das Organ der „Vereinigten Brüder in Christo““, verkün det, daß die St. Joseph's Conferenz die Schnauzbärte in den Bann gethan hat. Das Verbot wurzelt in folgendem Beschluß: „Die—- weil in unseren Tagen unter Predigern und Lalen der wüste Gebrauch des Schnauzbartes zunimmt, fo erklären wir hiermit, daß wir es anschen als gegen Anstandigkeit besonders am Abendmahlotisch. Hier wenigsens solite der Christ astäudig und chrfürchtig erscheinen und Anderen keinen Anstoß geben, welches ge schieht, wenn man den Schnauzbart in dẽn Abendmahlotelch stët. Im Ganzen ist das Tragen des Schnauzbartes eine Mode, die nur im niedern Stande der Gefellschast ihren Grund hat“ Die 9 Staatszeituna schreibt: Das Grundeigenthum, welches für das zu erbauende deutsche Theater in Aussicht genommen worden ist, gehört dem Staatosekretr Hamilton Fish; dasselbe ist in der 14 Straße; zwischen der 2. und 3. Avenue, geiegen und reicht bis zur 15. Straße. Der „Mercurh“ fagt, daß Fish ein so strenger Kirchen- und Sonntagomann ist, daß er als eine der ersten Käufb dingungen verlängen würde, däß das Theater von Sams tag Mitternacht bis Sonntag Mitternacht ge schlossen bleibt oder nur für religioöse Zwecke benutzt werde. Das wäre freilich eine sehr titz liche Bedingung Dieselbe soll den,Arion“, der vor zwei Jahren ebenfalls einen Theil je— nes Grundeigenthums zu erwerben versuchte, von dem Kaufe abgehalten haben. Als vor einiger Zeit Herr Rezin Ham monds zu Charledtown in Clark County, Ky., seine letzte Stunde herannahen fühlte, schickte er nach sceinen beiden Söhnen und versuchte, ihnen etwas mitzutheilen, aber er war bereits zu schwach, um sich deutlich auszusprechen und“ sie verstanden nur die mehrmals wiederholten Worte „Ihr werdet erstaunt sein.“ Er starb bald darauf Am Dennerstag in der vorletz ten Woche wurden in der Wohnung des Ver storbeuen anfgeräumt und ein alter Koffer unter der Treppe, wo des Verstorbenen Bett— stelle immer gestanden, entdeckt und an's Licht ezonen Eine nähere Besichtigung ergab, daß der Koffer Gold, Silber, Schatzamtsnoten, Bonds -c. im Betrage von 820,000 ent-- hielt. Ole Bull, der norwegische Violinist, wurde voön dem Musiker Lorenzo Severini in New York auf Schadenersatz verklage und erhielt dieser neulich von der Jury 8500 zu gesprochen Scverini war, wir es scheint, zu ciner Kunstreise engagirt worden und hatte dazu mancherlei Vorbereitungen getroffen, alo schließlich Ole Bull mit seiner Truppe ohne ihn die Tour antrat. JZacob Leuenberger, ein gebildeter Schweizer, ermordete am Valentins-Tage im Dore Sing Sing ein junges 20jähriges Mädchen, Friederike Meyers, in das er sterb lich verliebt war. Er hatte einen „Valentine“ mit einem Stücke Schnur erhalten, von dem christlichen Rathe begleitet, sich zu hängen, denn die Hand des Fräul. Meyers tönne er doch nie betommen. Man vermuthet allge mein, daß der Absender des Valentsne sein Rebenbuhler Georg Lange war, jedenfalls wurde Leuenberger dadurch in eine Art Wahn siun versetzt, und in diesem Zustande beging er den Mord und versuchte sich selibst zu er schießen. Die Kugel, die er sich damals in den Kof jagte, sitzt noch darin. Sein Prozeß fand letzte Woche statt und endigte mit seiner Freisprechung. Daß er zur Zeit der unglücklichen That wirklich und voll— stndig wahnsinnig war, ist nach den Ausfüh—- srungen des Dr Woodcock unbestritien. Das Gericht ordnete darauf eine Untersuchung an, ob es räthlich sei, Leuenberger nach einem Ir ren-Asyl zu schicken, worüber demnächst dem Gerichte Bericht erstattet werden soll. In swelchem Theile scines Kopfes die Kugel steckt, sdie er sich nach der schrecklichen That in die sStirne gejagt hat, darüber sind die Ansichten sder Aerzte verschieden. Die Meinung deo Dr. Woodcock, daß sic noch im Gehirne steckt, wird voen den Doktoren Clark und Hodson aus Sing Sing bestritten. Unter der Ueberschrift,, Wieder ein com munaler Reformsieg“ schreibt der Baltimore sWecter: „Das Princip: „Fort mit der nationalen goit aus den Communalwahien!“ bricht lsich immer mehr Bahn. Nachdem dieses Prin cip in New York einen so giorreichen Sieg über demotratische Corruption erfochten, und während es jetzt mächtig zur Wiederherstell ung der Größe Chicago's beiträgt, hat es so eben in der betreffo der Nationalpolitik gleich Chicago gut republitanischenßauchstadtVitts burg über republitkanische lotale Corruption triumphirt. Derßeformtandidat Blackmore hat soeben in Pittoburg über den anstößigen re— publitanischen Ring-Kandidaten Morgan ge siegt, welch' letzterer schon bei seiner Nomi nation verwerflicher Mittel sich bedient hatte. Hoffentlich werden demotratische Büätter nicht so thöricht sein, die Wahl in Pittoburg als einen demotratischeu Sieg hinzustellen! Denn sie ist ein Sieg der Communalreform und der Emancipation der Lokalwahlen von der nationalen Parteipolitik. Ein fpezifisch demokratischer Sieg ist sie so wenig, wie die Wahl in New York ein spezifisch-republitani scher Sicg war. Auch in Pittoburg gab das Deutschthum den Auoschlag für die ftädtische Reform, indem deutsche Republitaner und Demokraten brüderlich für dieselbe zusammen wirtten“ Erie, Pa., herausgegebenen „Zuschauer am Erie“ finden wir folgende merkwürdige Ent— schuidigung: „Da wir seit zwei Wochen durch Krankheitsfälle verhindert waren, den „Zu—- schauer“ zur rechtmäßigen Zeit an die geehr-- ten Leser abzuliefern, bitten wir dieselben freundlichst, ein wenig Nachsicht zu haben.“ Wir bezeichneten diese Entschuldigung dedhalb als merkwürdig, weil, wenn sie wöörtlich ver standen wird, Hr. Stürznickel als Heraudge ber, Redatteur und Träger in einer Person erscheint. O beneidenowerthe idyllische Exi stenz eines solchen dreieinigen Wochenblatts mannes, uns ist nicht selten die Redattion allein schon ein wahres Golgatha. Namens Bachmann, in der Brauerei eincs gewissen Marlow unweit von Jameostown auf eine geheimnißvolle Weise zu Tode, und man entdeckte, daß die Leiche im Brauofen ver-- brannt worden war. Der Bierbrauer Marlow wurde angetlagt, den Mord begangen zu ha-- ben, nm in den Besitz des vielen Geldes zu gelangen, das Bachmann bei sich zu tragen vorgegceben haben sollte. Bei dem Verhör vor dem Geschwornengericht zu Mayoville erklärte indeß die Schwiegermutter Marlow's, daß sie den Bachmann mit einem Stück Holz todt schiug, als er ihrer Tochter Gewalt hätte an thun wollen. Dann habe sie mit der Tochter die Leiche in den Brauofen geschoben. Die Jury konnte über das Urtheil nicht einig wer den. Sechs Geschworene sprachen das ,„Schul dig“ über Marlow und sechs Andere sprachen sich für Freilasung aus Im nächsten Ja— nuar wird die Sache vor eine Jury nach Buffalo gebracht werden. Der Fall des berüchtigten Chorpenning gegen den Postacrar der Ver Staaten tam ais Appellation gegen ein Ertenntniß des Ansprucho-Gerichto borgestern vor das Bun des-Obergericht. Chorpenning hatte im Un— tergerichte die Summe von 5176,576.37 für angeblich im Zeitraume von 1851 bis 1854 dem Postwesen in Californien geleistete Dienste eingetlagt. Er behauptete, daß nach Maßgabe des Gesetzes vom 3. März 1857 ihm diese Summe als Entschädigung gebühre. Das Untergericht erkannte, daß nach der er sten Sektion jenes Gesetzes der Generalpost meister die alleinige Juriodittion und Autori tt in dieser Sache hat, und da dasselbe den Anspruch beschieden und berichtigt hat, welche Entscheidung und Ausgleichung der Appellant auch acceptirte, so sei die von dem General- Postmeister verfügte Ausgleichung der Sache als endgültig zu betrachten, und dad An—- spruchogericht habe in derselben keine Juris dittion mehr. Gegen dieses Erkenntniß ap pellirte Chorpenning an das Bundesgericht. Von Seiten der Regierung wurde eine Schrist zur Beleuchtung der Appellation zu den Akten übergeben, welche beantragt, daß das unter gerichtliche Ertentniß aufrecht erhalten werde. Während der verflossenen Schifffahrts saison sind auf den großen Seen des Nord westens 80 Schiffe von zusammen 23,882 Tonnen Gehalt verioren gegangen, nämlich 10 KPassagier Dampfer, 4 Schleppdampfer, 5 VBarten, 4 Briggs und 57 Schooner. Sach verständige schätzen den Werth von einer Tonne Gehalt auf mindestend 350, so ergiebt sich ein Vermögensverlust von ʒl, 500, 000. der Mitschuld an der durch Dr. Medlicott ausgeführten Vergiftung ihres Mannes an—- geklägt, wurde eine Zeugin verhört, die wäh rend der Nacht, in welcher Ruth in Lawrence, Kansas, starb, bei seiner Frau wachte, die sich damals auf Besuch in Leavenworth aufhielt. Die Zeugin sagt aus daß Frau Ruth die ganze Nacht nicht geschlafen habe und mehrere Male auorief, sie fürchte, es geschehe bei thr ñ 2 zu Hause ein Unglück. Als in der Flfagie Depesche mit der Todednscsre habe sie gesen sie, ihr erler Voten VBatd anderte sie jedoch fyren Ton, ünd äußerte, ste hatte nicht ge giaubt, daß sie fo vald Wittwe sein werde, ue se wise nicht, ob sie darüber lachen oder wel nen solle. Der Zeugin wurden eine Menge änonymer Briefe gezeigt, welche der Staats änwalt wahrend des Krozeffes geten Redli cott erhielt. Sie erklarte, daß sle alie von Frau Ruth geschrieben worden seien. Ju Russelpille, ginem Städtchen Ken tncth's stand ein Weiter. Ramend Pgt Lãti fom, in intimem Verhaltniß zu einer Regelin. und „ein Knäblein war das Resultat“, aber ein gelbes, auf seinen zweirassigen Ursfprunga verrätherisch hinweisend. Nun ging das im Grund Niemanden Etwas an, namentlich als der Sprößling der Gemeinde durchaus nicht zur Last siel, sondern von seinem weißen Va-- ter erhalten wurde. In Rusßelville jedoch ist das alte Vorurtheil noch nicht erstorben; in einer Nacht machten 15 Leute einen Angriff auf die Cottage, in welcher sich P. L. gerade bei seiner Schwarzen befänd. P. L. entkam, aber das Haus wurde demolirt und die farbige Mutter mit ihrem zwei Monate alten Kinde dem rauhen Wind ünd Wetter preisgzegeben Das Schlimmste bei der Sache war jedoch, daß die Bevölkerung deß Orts; statt sich über diese Börbarei zü entrüsten, ihrein größten Theile. nach sich nur darüber amüstrte. Dieser Classe ist Sinn für Gerechtigkeit nicht anders beizu bringen als durch Attacke auf ihre Taschen, d. h. mitieist einer gegen die Stadt angestreng ten Klage auf Entschädigung. —ln New Hort ist ein großartiger Schmug-- gel mit Juwelen entdeckt worden. Der Chef der Geheimpolizei, Colonel Whitley, vernahm vor einigen Wochen, daß ein bedeutender Schmug gel mit Juwelen aller rt von Seiten solcher Agenten getrieben werde; die kegeinäßig über's atlantische Meer hin- und herfahren. Dies wurde ihm von einenmi Jerseyer mitgetheilt, der mehrere Angestellte der Occandampfer in seinen Diensten hatte. Die Dampfer, die zum Einschmuggeln benutzt würden, seien die der Bremer Linie. Als die „Westphalia“ am Dantsagungstage hier landete, sandte Whitiey einen Geheimpolizisten auf das Fahrzeug, welcher sofort von Whitley's Schiffsagenten auf drei v-rdächtige Individuen aufmerksam gemacht wurde. Der Mann wurde unbchel ligt mit· seinem Gepäcke an's Land gelassen, ließ sich in einer Droschke, die bereits auf ihn gewartet hatte, nach der Ferry bringen, von dem New-Yorker Ufer fuhr er mit Blitzes schnelle nach einem Broadway Hotel. Dort ließ er sich ein Zimmer geben, uud der Ge heimpolizist, der ihm auf Schritt und Tritt gefolgt war, nahm das Zimmer neben dem seinigen. Letzterer machte sofort auf seinem Bureau in Bleeckerstraße, Anzeige, und Col. Whitley sandte zwei audere Beamte der Ge heimpolizei nach dem Hotel, um ihn zu über wachen. Diese fandeu aus, daß er mit meh rereu Personen zusammentraf, welche eben falls mit der,„Westphalia“ angekommen wa ren, und als er im Hotel erklärte, er werde sein Zimmer aufgeben, verhafteten sie ihn. Er leistete keinen Widerstand und bat nur, es möchte kein Lärm geschlagen werden. Ans seinem Gepäcke überlieferee er der Polizei eine Menge Diamanten und Juwelen und machte äußerst wichtige Geständnisse, welche beweisen, daß die Schmüggelei nach einem systematischen Plane betrieben wurde. Man hofft zuver sichtlich, daß auch die übrigen Schmuggler dem Arme der Polizei nicht entgehen werden. Man wird sich des süngst vorgekommenen Falles der Be chlagnahme von 14,000 Dia manten erinnern, welche durch einen Cunard- Dampfer hereintamen und wobei ein schwerer Verdacht auf einem hiesigen Zollbeamten la sten geblieben ist Das Sonntagoblatt des N.Y. Journals meldet: Die verwichene Woche hat den großen Gilmore, Boston's Stolz und Hoffnung, nach den Gestaden der neuen Welt zurückgeführt. Vor 3 bid 4 Monaten war er bekanntlich ost warts gesegeit, um in Europa für sein im nächsten Sommer abzuhaltendes internatio nales Monster-Musikfest Propaganda zu ma chen. In England hat er nicht viel Sym— pathien gefunden, und Sir Michael Costa in London soll ihn sogar in ganz unceremoniöser Weise abgetrumpft haben. Glimpflicher be handelte man ihn auf dem Continent, und wenn man den Versicherungen Bostoner Blät ter Glauben schenten dürfte, hätte sein Projekt dort sogar bedeutenden Anklang gefunden und es wäre ihm von vielen Seiten werkthätige Unterstützung zugesagt worden. Freilich wird man abwarten müssen, ob es nicht eben bioß höftiche Redensarten und unbestimmte Zusa gen waren, mit denen man ihn traktirte, um ihn nur los zu werden. Bei den curopäischen Militärbehörden will er ein besonders geneig tes Ohr gefunden haben, und wie er behaup-- tlet, ware ihm die Mitwirkung einiger der tüchtigsten Militär-Musikcorps zugesagt wor den. Die prenkische Regierung hätte ihre Einwilligung gegeben, daß eine der besten Militärmusitbanden herüber käme, und in Brüsjel sei es ihm gelungen, sogar die Mit wirkung des berühmten Guidencorps, welches Fist nicht zu erlangen vermochte, durchzusetzen Strauß in Wien habe sich dem Projekt nicht abgeneigt gezeigt, jedoch keine bestimmte Zu sage gegeben, da er noch nicht wisse, ob ihm seine anderweitigen Engagements die Reise nach Amerika ertaubten Eines ist sicher: wenn Gilmore so viel geläuterten Kunstge schmack und gründliche musikalische Bitdung wie Energie und Organisationotalent besäße, würde er ein großer Mann sein und in der Kunstgeschichte Epoche machen. Als er das Programm zu dem beabsichtigten Feste in die Welt sandteẽ, Aachte man und hielt die Aus führung für unmöglich; aber vor drei Jahren, als er sein erstes Fest vom Stapel ließ, hat man auch gelacht, gleichwohl gestaltete sich die Sache schließlich zu einem ganz formidablen Ereigniß. Es scheint, daß es diebmal ähnlich gehen wird. Wenn es Gilmore auch nur ge länge, einen großen musitalischen Wettkampf zwischen einer Anzahl der besten amerikanischen und europäischen Militärmusitbanden zu ar rangiren, würde sich das Ereigniß immerhin schon zu einem in gewissem Siune epoche machenden gestal:en. Von 120 zum Jury-Dienst vorgelade nen Herren waren am Dienstag bei Eröffnung der New Yorker General-Assisen nur 26 an-- wesend; den Fehlenden wurden je 100 Geld buße dictirt; macht 9400 Geldbuße. „Wo nur all' solche Strafgelder hintommen mögen, weiche im Laufe des Jahres eine sehr beträcht liche Summe audsmachen müssen; die Buße wird erlegt; was wird aus den Moneten?“ fragt der “N. Y Demokrat“ —Jenun: „St. Tammany“ wird's wissen. Die Zeugenhaft (schreibt das „N. H. Journal“) ist einer der größten Schandflecte in der hiesigen Justiz-Verwaltung. Es ist wiederum ein Fall zur öffentlichen Kenntniß gelangt, daß ein Polizeirichter am 31. Octo ber einen Mann in die Zeugenhaft abführen ließ, dessen Zeugniß bei der Prozesstrung eines Raufboldes von Wichtigkeit sein sollte. Der Angeklagte wurde am gestrigen Tage freige sprochen, und der unschuldige Zeuge hat län ger ats drei volle Wochen in der Zeugenhaft schmachten müssen, um nichts und wieder nichts Richter Bedford versprach, auf die Abschaffung dieser schreienden Ungerechtigkeit dringen zu wollen, und es wäre in der That wohl an der Zeit, daß ein solches unmenschli ches, an die Zeiten des Mittetalters erinnern des Versahren endlich auf die Seite geschoben würde Die Unkosten bei der Enthüllung der Davidson Fontaine in Cincinnati beliefen sich auf 82320 Ein Bild der prachtvollen Fou taine befindet sich in dem 3. Heft im,Ueber Land und Meer“. Das Cincin. Volkoblatt schreibt: Die Cincinnati Turngemeinde wird auch während dieses Winters einen Cyclus von interessan ten und belehrenden Vorlesungen, wie solche im vorigen Winter hier so großen Anklung fanden, veranst lten Sowohl hiesige als auswärtige Redner haben ihre Mitwirkung zugesagt. Wir sind fast daran gewöhnt wor-- den, alle derartige Bestrebungen von Seiten der Turngemeinde auogehen zu schen, die Ge meinde darf sich dafür des Dantkes und der Anertennung des gesammten deutschen Publi kums versichert halten. Habel mann Operntruppe diese Woche Vorstellungen. ein für freie Religion statt. Delegaten aus fast allen Theilen der ünion waren anwesend in den Berathungen, die Vormittags und Abends in der Young Men's Hall stattfan den, aber von Seiten des Publikums war die Betheiligung nur eine sehr geringe; taum 0 Personen, meistens Damen, hatten sich eingefunden, um deu Vorträgen und Bespre chungen über Freidenterthum und Freiretigiõ sität beizuwohnen. Rev. Frothingham aus Rew York, Rev. Potter aus New Bedford, Rev Abbott aus Toledo und noch einige an dere Reverends waren die Hauptredner. Die Grand Jury für Charleston County empfieht daß der Staat 330, 000 für das Wai senhaus der Farbigen aussetzt, da die jetzigen Gebäulichkeiten ungenügend sind. Sie be richten ebenfalls, daß kein Geid da ist. die Lehrer der öffentlichen Schulen zu bezahen Von den 16,000 Stimmgebern des County'v, die je ʒ1 für diesen Zweck zu bezahlen, hatten nur 1800 bezahlt. Die County-Commissäre hätten bereits 145,000 Schulden gemacht und werden die County Checks mit 20 bis 50 Prozent Verlust von den Inhabern vertauft, da die einktommenden Steuern fur das County sich nur auf ʒIOO,OOO beläuft. Jim Mace und Joe Coburn, die Preis-- kämpfer, welche sich ueulich bei New Orleans boxten, um Geld zu machen (die Fahrt nach dem Kampfplatze kostete 510 per Person, ob gẽ ich es sich nur um eine Strecke von 45 Mei en handelte), wollen jetzt noch mehr Geld „achen, indem sie sich gegen Eintrittopreis, ohne sich weh zu thun, boxen. Die erste der artige Lehrboxerei findet in Cincinnati statt. Der New- Yorker Beobachter am Hudson schreibt: In einer am Donnerstag Abend ab gehaltenen Sitzung des,Liederkranzes“ wurde das Carnevats- und Masttnbatl Comite or ganisirt. In den Ausschuß sind namentlich jüngere, als Humoristen bekannte Mitglieder des Vereins gewählt worden, welche ver fprochen haben, etwas „noch nie Dagewesenco“ zur Aufführung zu bringen. Die historisch parodistischen Aufzüge, welche in den letzten Faschings auf den herühmten Madskenbällen in der Acadenih of Musie an der Tgedord nung waren und sehr viel Geld und Zeit tosteieũ, Lrven sich allerdings einigermaßen überlebt, und mit Vergnugen counsen wir den Anfang einer neuen Aera. Der Masken ball des „Liederkranzes“ ist, wie wir hören, auf den 15. Februar angesetzt worden. Ausland. Man schreibt aus dem Rheingau, Mitte November. Im Verhältniß zurt ferneen Qualität der Trauben werden sehr hohe Preise für den Most bezahlt. Mehrere größere Fo rensen haben ihre diessährige Crescenz für 100—115 Fl. per Stück gekteltert verkauft. In a wurden fur den Eier per Ohm 20 Fl. ünd in Lorchhausen per Ohm 10—12 Thir bezahlt. Auf deni linken Rhein ufer steslten sich die Preise nicht minder hoch. Fu Bingen bezählte man 20—28 Fi. für die Ohm mit den Beeren, in Kempten bei Bingen 18—24 Fl., in Ockenheim 15—16 Fl., in Münster, Laubenheim, Langenlohnöheim 60 —7O Thlr. per Stück. Der Kaiser von Oesterreich-Ungarn hat dem Grenzhause Gerkoyie auß Rakovieza im Oguliner Regimente, welches in den vön den Rebellen erschossenen Corporal Demeter Ger tovie seine Hauptstütze verloren hat, ein Gna dengeschetit ven 2000 fi. Or. W. aus der Pri vatkasse bewilligt. Gerkovic ifi derselbẽ, wet cher am 8. October l. I. mit der von dem Grenzverwaltungs -Oberlieutenant Pech ge führten Rekruten-Abtheilung mit«den Insür genten auf der Straße gegen Brocanac zu sammengestoßen ist, und weil er der Auffor derung, sich sammt der Mannschatt den Auf stande anzuschließen oder die Waffen zu stre cken, energischen Widerstand leistete, durch den Insurgentenführer Nade Cuic durch einen Schuß niedergestreckt wurde. Die Stadt Straßburg hat einen höchst verdienstvollen Mitbürger berloren. Herr Johann Heinrich Schnitzler. als Statistitker und Historiter in der ganzen Gelehrtenwelt rühmlich bekannt, ist am 19 Nov. mit plötz lichem Tode abgegangen. In seiner Vater stadt versah er eine geraume Zeit lang das Anit eines Inspektors der Primärschulen. Der Kriegs Minister v. Roon hat im Interesse der das Polytechnikum zu Aachen besuchenden Studirenden die in der dortigen Stadt garnisonirenden Truppentheile. (2. Rbein. Inf. -Regt. Nr. 28) angewiesen, die zum einjährig freiwilligen Dienste sich melden den Studirenden der Schule fortan ohne Rück sich auf die inʒ. 164 1 der Militär Ersatz instruktion vom 26. März 1888 normirte Zahl einzustellen. Es wird also für die Folge seder Studirende seine einzjährige Dienstpflicht dort erledigen und etwaige freie Zeit, die ihm der Dienst läßt, zu Repetitionen oder zum Stu—- dium einzelner Fächer, namentlich zu Zeichen übungen, verwenden können. Die Ausschmückung der Vorräume des Reichotagosaales gab neulich zu vielfacher Er heiterung Anläß. Das Medaillon Portrait Schiller's ist aus dem Foyer in den Vorflur versetzt und hat nach der Aufschrift auf dem Nahmen und einem Verse dieses Dichters in Uhland ein Gegenüber gefunden, während es im Foyer durch das Portrait Pfitzerd ersetzt werden soll. Der Zufall hatte nun aber die Portraits Uhland's und Pfitzer's vertauscht (eine Berwecholung, die sich auch zwei be ruhmte rheinische Dichter in einem illustrirten Journale gefallen lissen mußten). Letzteres prangt über dem Namen des ersteren und um gelehrt Nebenbei lautet der Uhland'sche Vers: Uneingedenk gemeinen Lohnes Seid Ihr bcharrlich, emsig, treu, Des Volkes Würde, wie des Thrones, Beachtet Ihr mit heil'ger Scheu. Während bisher Berlin nur einen Mit bürger, Herrn Borsig, aufzuweisen hatte, welcher den Ansprüchen der dreißigsten Stufe für die Staats Einkommensteuer genügte (240,000 Thaler jährliches Einkommen und darüber), sind bei der diesmaligen Einschätzung deren fünf ermittelt worden. Ein savoyisches Blatt berichtet, daß der Spieipãchter von Baden-Baden dem Gemein derathe von Aix-les-Bains großartige Aner bietungen gemacht hat, um daselbst eine Con cession für eine Spielbant zu erlangen. Er übernimmt die Bezahlung der ganzen Schuld des Ortes (750,00 Francs), bezahlt der Gemeinde eine jährliche Rente von 150,000 Francs stellt eine Wasserleitung vom See Bourget bis zu den Promenaden von Aix-les- Bains her und verlangt fur all das nichts als Spielsreiheit. Solchen Lockungen vermag ein savoyischer Gemeinderath nicht zu widerste hen; er hat einstimmig den Vorschlag geneh— migt und betreibt nun die Einwilligung der Staatosbehörden. Diese letztere wird aber nach französischem Gesetze kaum erfolgen dür fen. Aus Bern wurde unlängst gemeldet, daß der Bundesrath bei der Verfassungo-Re vision das Verbot der Spielbanken für die Schweiz beschlossen und die Bestimmung an genommen habe, daß der Bund competent sei, gegen Lotterien einzuschreiten. Im schweize rischen Badeorte Saxon Canton Wallio, be steht eine von Franzosen unterhaltene Spiel bank, und es steht zu befürchten, daß nach dem Schließen der Spielbanken in Deutschland und Belgien die Schweiz zu einem Versuchs felde der Spielpächter audersehen sei Jener Beschluß wird dazu dienen, den Gelüsten ein zelner Cantone, sich durch Spielpachten zu be reichern, ein Ende zu machen. Pester Blätter bringen folgende wunder liche Mittheilung: Bei der Ofener Dampf feilrampe besteht angeblich in Folge höherer Weisung der sonderbare Gebrauch, den Ml nistern, wenn sie die Bergbahn benützen, Ehren zu geben, welche darin bestehen, daß die Dampfpfeife während der ganzen Fahrt in schrillender Thätigkeit ist. Auf ausdrücklichen Wunsch einiger Minister, welchen einige bob hafte Glossen, die darüber gemacht wurden, zu Ohren gekommen sein dürften, solt diese „Audpfeiferei“ abgestellt werden. —ln Debreezin erschien jüngst als Klä— gerin bei der Städtbehörde eine Frau, welcher ihr Ehegatte die Nase und ein Ohr abge bissen hatte. Die Great Northern Telegraph Company macht bekannt, daß sie von jetzt ab Telegramme nach Nangasaki in Japan zu 4L 6 Sh. für 20 Worte einschließlich der Adresse befördert Auch für andere Orte in Japan werden Tele gramme angenommen dieselben werden ohne weitere Portotosten von Nangasaki aus mit der Post weiter befördert und müssen „Post Nangasaki“ gestempelt sein. Die Verbindung mit China vermittelist der Leitungen der ge nannten Gesellschaft ist vorerst noch nicht mög lich, da das Kabel zwischen Nangasati und Shangai gebrochen ist. Das Schillerstandbild von Begas erfreut sich allgemeiner Anerkenunng. Da nach dem Urtheile Sachverständiger die Kosten des Ma terials und die mannigfachen Auslagen, wel che der Tranoport und die Bearbeitung des seiben erforderte, so erheblich sind, daß der Preis von 33,000 Thir., welchen Herr Prof. Begas für das Denkmal in Bausch und Bo— gen stipulirt hat, als ein äußerst mäßiger zu betrachten ist, so hat der Magistrat der Stadt-- verordneten-Versammlung vorgeschlagen, dem Prof. Begas über die contractlichen Verpflich tungen hinaus einen Ehrenpreis von 5000 Thir. zu bewilligen Der Schillerfond dürfte nach Realisirung aller ausstehenden Rechnun gen noch einen Bestand von circa 2000 Thir. ausweisen. Aus Hamburg, 19 Nov., wird ge schriceben: „Es dürfte wohl zu den Selten heiten gehören, daß von cinem Absender hin ter einander an 500,000 Stück Briefe expedirt worden sind. Eine hiesige Firma meldete jungst der Post, daß ste aus Anlaß eines neuen Unternehmend eine so bedeutende An zahl Briefe absenden werde, und hat bis jetzt damit seit circa 10 Tagen Wort gehalten, in dem sie täglich circa 10,000 Briefe expedirte. Rechnet man nun jeden Brief zu einem Gro schen Porto, so erwchst daraus der Postkasse eine Einnahme von circa 17,000 Thalern, der Ausgaben, welche dem Absender außerdem für Drucksachen, Couverts und Schreibge bühren erwachsen, nicht zu gedenken. Oie in Colmar erscheinende Alsacien“ schreibt: „Trotz aller Belehrungen und War nungen hören wir gleichwohl daß viele junge Leute aud Colmar und der Umgegend beab sichtigen, am Tage vor der allgemeinen Volkozahlung sich unsichtbar zu machen und einen Auoflug nach Belford zu improvisiren, um am Tage nach der Volkozähtung als zu nichto verpflichtet zu den Ihrigen zurückzu tehren Wir machen alle diese jungen Leute noch einmal in ihrem eigenen Interesse darauf aufmertsam, daß ein solches Beginnen für sie teinen anderen Zweck haben würde, als daß sie sich unnũtze Kosten machen und ihr Geld verthun, während sie bei der Voltkszählung, ob momentan abwesend oder nicht, doch als anwesend mit in Rechnung werden gestellt werden und denselben Verpflichtungen un terworfen sind und bleiben, denen jeder Un terthan des Deutschen Reiches unterworfen ist. Vom russischen Thronfolger coursirt in Peteroburg folgende Anetdote: Bevor der Czar seine Reise antrat, veranstaltete ein hoher Staatowürdenträger einen Ball, zu welchem auch der Czar eingeladen war. Die ser gab, durch die Reisevorbereitungen behin dert, dem Thronfolger den Auftrag, ihn da selbst zu vertreten. Am Tage nach dem Balle fragte ihn der Czar: „Nun, wie ging's zu- Waren viere Gäste auf dem Balle?“ „Von Fremden antwortet der Gefragte wa ren nur zwei dort: ich und Graf Bobrynsoli.“ „Was heißt dag „Es waren lauter Deusche da Der Schaufpielet Friedrich Devrient (ein Sohn von Karl Devrient in Hannover äus dessen Ehe mit der verstorbenen Frau Echröder Devrient) ist in Peteroburg als Mitglied des dortigen deutschen Theaters ge storden. Vor dem Assisenhofe don Meülan stand ein gewisset Bertin, ein Gärtner, der am 10. Agust d· I in der Nähe der genannten Stadt den preußischeit Uttersstizdr Krajt. der gim Freien schlief, aaficl und ihm funf Stiche bei brachte. Krafi kam mit dem Leben davon, er bleibt jedoch für immer ein Krüppel, da einer seiner Arme verstümmelt wurde. Vor dem Gericht gestand der Mörder, zu, daß er die Ab sicht gehabt, den Mann zü ermorden. Der Vertheidiger des Mörders suchte darzuthun, daß dert Bertin nur aus Patriotibmus sich zu seiner That habe hinreißen lassen, und daß er, als er sie ausführte, nicht zurethnungsfähig gewesen sei. Der Gerichtohof ging äuf die Ansichten des Vertheidigers ein und sprach den Mörder frei! Die Marbürger 7 sehreibt: Das k. Unterrichts Ministerium hat zum Bäti eines botanisch pharmatognostischen Instituts iin hieftgeti botanischen Gatten eine Summe von 11,000 Thalern bewiliigt. Eine junge englische Dame kommt in Frankfurt a. M in den Andre'schen Musik laden. „Mit was kann ich dienen?“ fragte der artige Commis. „Ich liebe Dich“, lispelte die junge Dame. Der Commis gicbt das Lied und verlängt 18 Krenzer dasüt. „Ist noch Etwas gefällig „Noch einen Kilü, bevor wir scheiden.“ „Ah, das kostet 24 Kreuzer, ist aber eine neue schoöne Ausgabe ünter det Exigrommen welche die Ent hüllung des Schiller-Denkmals hervorgetusett, verdient das vön Glasbrenner's „„Montagozei tung“ gebrachte Erwähnung Es lautet: „Sag', weßhalb die Frauen ferne Blieben von dem Fest, dem heil'gen, AUn des groferni Mannes Bild? Adelheid sicht es ncht gernt, Daß sich Damen da betheil'gen, Wo ein Mannobild wird enthüllt.“ Die modernen Actienmacher werfen sich aus Mangel an sonstigen ergiebigen Objecten bereits auf buchhändlerische Unternehmungen und so kam es, daß innerhalb acht Tagen nicht weniger als drei vortheilhafte Verkaufsaner bieten gemacht wurden, darunter zwei von Berliner Actien Gesellschaften. Herr Keil hörte den einen Beauftragten schweigend an und nachdem dieser wohl eine Viertelstunde gesprochen nnd die glänzendsten Bedingungen offerirt hatte, sagte Keil ruhig: „Ihte An träge, lieber Herr, ·sind so günstig, daß ich wohl darauf eingehen möchte—ich habe dage gen nur noch eine Bedingung zu stellen, auf deren Annahme ich aber bestehen müßte. Sie lassen mir secho Wochen nach Uebergabe der „Gartenlaube“ einen Sarg machen, in welchem ich mich begraben lassen kann, denn so lange höchstens würde ich noch leben, wenu ich meine „Gartenlaube“ nicht mehr hätte.“ wurde neulich folgender Antrag angenommen: „Der niederösterkeichische Sanitäthrath wolle schon jetzt die Vermittlung des Herrn Stadt halters in Anspruch nehmen, damit an den österreichischen Hochschulen, vorläusig an der Wiener, durch die Errichtung einer Lehrkan zel für öffentliche Hygiene, durch die Aufnahme dieses Faches unter die obligaten Lehr- und Prüfungogegenstände und durch die Berufung eines hervorragenden Lehrets dem bestehenden Ucbelstande abgeholfen werde. und soll bei der Anstellung von Physitern in Zukunft beson deres Augenmert auf die in diesem Fache er langten Kenntnisse und bewährten Leistungen gerichtet werden. Der Antragsteller begrün dete den Antrag wie folgt Der Urgrund die ses Uebelstandes (des unbefriedigenden Zu standes der öffent'ichen Gesundheitopslege) liege in der Vernachlässigung des Wissen-- schaftozweiges (der Hygiene oder Gesundheits- Wissenschaft) bei der Heranbildung der Aerzte im Algemeinen, der Physiker inobesondere. Es gilt dies, so fährt der Antrag fort, nicht blos von den österreichischen Aerzten. Auch im Auslande wird dasselbe lebhaft gefühlt, und auf verschiedenen Wegen sucht man Abhilfe. Die königlich baierische Regierung hat vor fünf Jahren durch die Berufung eines Pet tentofer und überhaupt durch die Errichtung von Lehrstühlen für Hygiene an den Hoch schulen eiue Besserung a.gebahnt; die taiser-- lich russische Regierung hat denseiben Ent schluß gefaßt, und da sie keine tüchtigen Lehrer besaßz, drei jüngere Docenten auf Reisen ge schickt und dieselben als Professoren der Hygiene fur Kiew, Kasan und St. Petersburg bestimmt. Die englische Regierung fordert von den in Zukunft als Medical Officers anzustellenden Aerzten ein sehr eingehendes Examen, weliches sich nicht nur auf gerichtliche Medicin und Sanitäts Polizei, sondern auch aus Statistit, medicinische Topographie und selbst auf Theile der Ingenieur Wissenschaft zu erstrecken hat. In Sachsen suchte man durch die Gründung einer chemischen Centralstelle für Gesundheits pflege zu Dresden abzuhelfen. Der römische Adel hat es in den letzten Jahren nicht mehr verschmäht das Geschäft des Wohnungovermiethers zu machen und aus seinen weitläufigen Palästen den höchsten Miethzins herauszuschlagen. Was noch vor einem Jahr als höchste Miethe galt, ist aber noch kaum eine mäßige, und so geht es täg lich weiter. Si salvi chi puo, man treibt die Miether zum äußersten. Dä hat nun die klerikale Aristokratie zur Steuer der allgemei nen Noth ein Liebeöwerk vorbereitet, sie will die alten Miethen nicht erhöhen, nur zu der durch den Staat erhöhten Grundsteuer sollen wie billig ihre Miether mitbeitragen. Die Anregung dazu soll persöntich vom Papste tommen. Die Agnaten des Gesammthauses Hes sen-Kassel mit seinen Rebenlinien beabsichti gen, gegen Preußen den Rechtöweg zu beschrei ten, um das Privatvermögen ded Gesammt hauses, welches die preußische Regierung „zur Ueberwachung und Abwehr der gegen Preußen gerichteten Unternehmungen des Kurfürsten und seiner Agenten“ durch ein förmliches Ge setz vom 15. Februar 1869 mit Beschlag be legt und unter eigene Verwaltung genommen hat, ven Preußen zurückzuerhalten. Der Kurhaus-Direktion in Homburg ist es gelungen, die Verhandlungen wegen eines deutschen Wintertheaters so weit zu führen daß der Beginn der Vorstellungen mit dem 1. Dezember erwartet werden dürfte. Direktor Ersoen von Darmstadt wird die Oberleitung haben. Aus Stuttgart wird berichtet: Die Theue—- rung aller Lebendmittel hat hier zur Errich tung eines ungemein wohlfeilen Kosttisches geführt. Es besteht hier eine Kostreicherei, in welcher täglich mehr als hundert Arbeiter er scheinen, um an langen, sauber gedeckten Ta feln ein Mittagomahl, bestehend in Suppe, einem Stück Fleisch und Gemüse, einzuneh men Diese Mahtlzeit ist derart, daß sie einen Mann, der nicht etwa mit einem ganz beson deren Appetit gesegnet ist, vollständig zu sät tigra vermag; sie ist derart, daß bereits eine Anzahl von Familien es vorziehen, keine eigene Küche mehr zu unterhalten, sondern lie ber ihre Mahlzeit aus der billigen Garküche zu beziehen. Eine Mahlzeit der oben beschriebe nen Art kostet nur 13 Kreuzer. Der schweizerische Bundesrath Wälti hat zum großen Erstaunen aller Welt die ihm an gebotene Stelle eines Direktors der Gotthard-- Bahn abgelehnt Wälti ist ohne Vermögen und als Mitglied des Bundesraths alle drei Jahre einer von der politischen Strömung ab hängigen Wiederwahl unterworfen; seine öko nomische Stellung würde er durch die Annahme der Direktorstelle bedeutend verbessert haben. Nächst Alfred Escher hat Keiner zum Gelingen des Gotthard-Unternehmens kraftiger beige tragen, als Wälti; aber er wollte sich nicht nachreden lassen, daß ihn als schweizerischen Beamten eigennützige Absichten geleitet und zu seiner eifrigsten Unterstützung vermocht hätten. Der norddeutsche Correspondent einer Cincin Zeitung schreibt: Agenten bremischer Auswanderer Expeditions- Geschäfte suchen gegenwärtig unter besonders verlockenden Be— dingungen hier und in der ganzen Provinz wi ibliche Dienstboten zur Beförderung nach Californien anzuwerben. Die Callfornia Emi grant Union in San Francioco soll sich näm lich nach Bremen gewandt haben, um auf dem Wege über Panama eine regelmäßige Einfuhr weiblicher deutscher Dienstboten aller Art zu erzielen. Mit den Irländerinnen, die dort fast ausschließlich zu haben sind, soll nicht mehr auszukommen sein. Der Lohn ist hoch, 20 bis 30 Dollars im Monat. Offenbar handelt es sich in diesem Falle um ein reelleres Unter nehmen, als bei der Beförderung von Dienst boten und Handwerkern nach Peru, Chili und Brasilien, die man von Bremen und Ham burg aus wiederholt mit glänzenden Verspre chungen in Scene gesetzt hat und worüber später nur Klagelieder in die Welt gedrungen sind. Etwas voreilig scheint es aber doch im merhin zu seiu, wenn die verbundenen deut schen Frauen-Erwerbsvereine ihre planmäßige Mitwirkung zur Beförderung der Uebersied inng weiblicher Dienstboten nach Californien den bremischen Expedienten zugesichert haben Zunächst will man hier Bedacht darauf neh men, sich derjenigen gefallenen Mädchen, die den Entschluß zur Besserung zu erkennen ge ben, auf diesem Wege zu entledigen. —ln Bulle (im Canton Freiburg) fand kürzlich aus Anlaß der bevorstehenden Groß rathowahlen eine Versammlung von über 700 Uitramontanen aus dem Greyerzthale Statt, an welche General Castella eine Rede hielt, die mit den Worten schloß: „Bauerdleute! Wählt entweder Weihwasser oder Petroleum!“ Die Ausfũührung des zweilen Geleises auf den beiden bis jetzt noch eingeleisigen Strecken Bebra-Neuhof und Saalmünster- Hanau der Bebra-Hanauer Bahn in der Ge sammtlänge von ca 15 Meilen soll während der beiden nächsten Jahre bewirkt werden. Hierdurch wird die ganze Bahnlinie Frankfurt d. M.-Bebra-Halle-Berlin eine zweigeleisige und dadurch eineii Bedürfnisse entsprochen, welches sich bei dem beträchtlichen Personen- und Güter-Vertehr auf der mitteldeutschen Roue schon längst fühlbar gemacht hat. Die Herstellungölosten werden sich ungefähr auf 1,200,000 Thir. belaufen. Seit dem 13. November ist in Balern der Versüch gemacht, eine französische Ein richtung für die bairische Armee nutzhar zu miachen, nmlich die Regenerirung det Solda teibetten. Man schreibt der AA. Z. darüber von München: Die gegentärtigen Solda tenbetten bestchen in unserm Heẽt in einer ungeschlachten Holzbude, efftrnem Strohsacke, mit zwei Leintüchern und Wolldecke. Hoiz und Stroh, dle hier den Hauptbestandthell des Lagers bilden, werden nun auch in unserem Land immer theurer, und man denkt daher datan für sie ein billigeres Surrogat zu fin dein Die Einrichtungen französischer Caser— nei, die nns in den Garnisonostädten zu Handen fielen, geibähren uns darin Anhalts punkte. Es kann nicht befttitten iderden, daß das französtsche Soldatenbett mustergüitig füt alle Armeen bleibt, weil es einfach billig und prattifch, dek Gesundheit wohlthätig und Verweichlichung verhindernd ist; üüber zwei niedrige eisetne Bettbänke ist ein starles Se geltuch ausgefpännt, auf welches eine Roß haarmatratze gelegt wird; zwei Linnen und zwei braune Couverts bilden den übrigen Comfort. Dieses Bett kann im Nu auf- und abgestellt und nach der G;röße des Mannes verlängert oder verkürzt werden; da das Se geituch eiwas nachgibt, ruht der Mann wie in einer Hängeinctte in ihm. Diese Einfach heit und Billigkeit würde es, ncbenbei be mertt, auch für Armen- und Zuchthäuser, so wie für Kran!enhäuser sehr empfehten, zumal ein Ungezieser itl demseihen nicht aufkommen tann Es ist eine Erfindung Napoleöns 111, der in diesen Dingen Kenntniß mit Geschmack verband und mustergültige Einrichtungen schuf, während er die Diociplin und den Geist seiner Soldaten bernachlssgte. Wenn man sich bei üns zut Einführüng des eifernen Ge stelles auch no nichi entschließen mag ob gleich das Holz viel theuret tommt so nimmt man wenigstens doch schon die Roß haarmatratze an Bei den drei Infanterie- Regimentern hiesiger Garnison kommen solche Matratzen mit a 19 Pfund Füllung und Kopfpolster mit a 3 Pfund Füllung probe weise in Gebrauch, daneben äber auch noch abgenähte Strohsäcke mit a 25 Pfund Füt lung (Stroh). Wenn man sich erst überzeugt haben wird, daß eine Roßhaarmatratze Jahre auodauert, während ein Strohsack jede vierte Woche frischer Füllung bedarf, so wird man baid aus ökonomifchen Gründen, von den sa nitären ganz abgesehen, die Roßhäcrmatra tzen auch in unserm Heere gauz zur Einfüh rung bringen. Die Provinz von Salerno ist in Aufre gung wegen eines dem Kerker entsprungenen Briganten. Es ist der fürchterliche Banditen führer Manzi, der, zum Tode verurtheilt, im Gejäungnisse von Pescaro saß. Von dort aus hatte er einige Briefe an seine „Gevattern“ geschrieben, in denen er mittheilte, daß er bald in seine Heimath zurückkehren werde, und die üblichen Drohungen gegen die Geschworenen, die ihn verurtheilt haben, und gegen bie Libe ralen ausstieß. Diese Schreiben stelen dem Präfecten in die Hände, der darüber nach Flo renz telegraphirte. Manzi wurde nach Chieti gebracht und fand dort Gelegenheit, aus dem Gefängnisse zu entkommen. Auf Sardinien wurde ein berüchtigter Brigant. der ebenfalls den nachlässigen Gefängnißwärtern enttom men war und verschiedene Personen, die gegen ihn Zeugniß abgelegt, mit dem Tode bedrohte. von drei Gendarmen in seinem Feloverstecke aufgefunden und nach verzweifeltem Wider stande getödtet. Die Pesther Reform vom 16. November schreibt: Sigmund Szatah war Richter der k. Tafel. In diesem Amte war er seiner Be stechlichkeit wegen so bekannt, daß Parteien mit zweifelhaften Rechtsansprüchen sich in den Kaffeehäusern daruber besprachen, wie man es anstellen könne, daß Hr. v. Szalay ein Wort in der Sache mitzusprechen habe, denn Szalay führe Goid im Munde. Viele rechtschaffene Leute mieden schon damals seine Geselischaft, die dagegen von Anderen eifrig aufgesucht wurde. Schließlich verbreiteten sich solche Ge rüchte über diesen Menschen daß Minister Horvath sich bewogen fand, ihn aus der Reihe der Richter auszulassen. Herr v Szalayh hatte jedoch viele Freunde. Es befanden sich darun ter Reichotägsdeput rte und höher gestellte Beamte, die er sämmtlich dem Minister auf den Hals hetzte, dessen Gutmüthigtkeit iekannt war. Und so wurde der Familienvater Sec tionsrath im Justiz-Ministerium. In dieser Stellung bewerkstelligte er Wechselfälschungen bio zum Belang von 74, 000 Gulden und be ging die niedrigsten Betrügereien. Einen Herrn brachte er dazu, einen Wechsel auf 600 Guiden zu unterschreiben. Da Szalay als der Wechsel fällig wurde. nicht zahlte, löste jener Herr den Wechsel ein, machte jedoch die Ent deckung, daß auf demsciben seine Unterschrift gefälscht war. Wo war nun aber der echte Wechsel Er ging ihm nach und fand ihn endlich in irgend einem Geldinstitute, doch die ausgesetzte Summe war auf 1600 Gulden ge fälscht. Auf den falschen Wechseln steht die Begiaubigung und das Amtosiegel des Wech selnotars Ignaz Harsanyi. Heute erhalten wir von Harsanyi die Erklärung, daß Unter schrift uad Siegel gefalscht seien. Als Sza lay's Betrügereien an den Tag kamen, erklärte dieser am 1. Oltober die diesbezügliche Notiz in der „Reform“ für „beleidigend falsch Eine Woche später, nachdem seine Freunde sich vergeblich bemüht hatten, die Sache zu vertuschen, verließ Szalay nnbeanstandet Pesth. In einer Provincialstadt suchte er ei nen guten Freund auf, welcher ihn gastlich aufnahm, ihm Geld gab und welcher für ihn sammelte, um erst, nachdem Szalay wieder abgereist war, zu erfahren, daß derselbe seine Unterschrift auf einem Wechsel über 500 Gul den nachgemacht hatte, welche Summe er nun zahlen sollte Gegen diesen Betrüger wurde erst Samstag den 11. November ein Verhafts befehl ertassen, nachdem schon Eude Septem ber die Stadi voll gewesen war von Gerüchten über die durch ihn verübten Wechselfälschun gen! Welch' ein Verfahren! und wen trifft die Schuld Der Justiz- Minister hatte sich damit begnügt, Szalay am 8. Oktober Urlaub zu geben, da ed ein Eingriff in die Unab-- hängigkeit der Richter gewesen wäre, wenn der Minister auf die Anordnung einer Criminal untersuchung Einfluß genommen hätte. Das Pesther Strafgericht hat einen Oberfiscal und acht Fiscale, aber keinem von ihnen war es eingefallen, trotz der coursirenden Gerüchte, eine Anzeige zu machen, eine Untersuchung zu veriangen und cinen Haftbefehl zu erwirken Eben so wenig geschah dies von Seiten der vietbeschaftigten städtischen Polizei. Sind das nicht astatische Zustände Die Wiencr N. Fr. Pr. veröffentlicht folgende Zuschrift, welche ein Bild gibt von dem traurigen Zustande einer der belebtesten Straßen der Reichohaupt-, Residenz-, Groß- und Weltstadt Wien: „Ein Bewohner der alten Wiedener Hauptstraße bittet Sie, sich gütigst in Ihrer Communal-Zeitung des Zu standes dieser Straße anzunehmen. Seit län ger als vier Monaten ist die alte Wiedener Hauptstraße vom abgebrannten Hause bis zur Piaristenkirche durch den Canalbau in einem Zustande, von dem Sie sich keine Idee machen tönnen. Ein ungarisches Dorf ist noch ein Muster der Cultur dagegen. Den ganzen Sommer mußten wir durch die Erdhaufen, die naturlich nie bespritzt wurden, den größten Staub leiden; es wurde mit einer Langsam keit gearbeitet, wie sie eben nur in Wien zu sehen ist gänzliche Absperrung der Straße für alle Wagen, dazu wurden in benachbarten Straßen aüch Canäle gemacht, so daß eine vollständige Hemmung des Verkehrs war. Gott verhütete, daß kein Feuer ausbrach, denn die Spritzen hätten unmöglich zu den Häusern gelangen tönnen und wir hätten ohne jede Hilfe verbrennen müssen. Nun aber hat die Sache ihren Höhepunkt erreicht; jedes nasse Wetter verwandelt die Sandhügel in große Kothhaufen. Zimmergroße Seen liegen da zwischen, und gearbeitet wird natürlich gar nicht mehr, so daß wir diesen Zustand des Elended vielleicht den ganzen Winter haben werden. Man bittet Sie sehr, in Ihrer so geachteten Zeitung etwas für Abänderung dieses verzweifelten Zustandes zu thun, dem so viele Bürger ausgesetzt sind, welche doch auch ihre Communal-Steuern bezahlen wie die, welche so glüctlich sind, in schönnen Stra ßen zu wohnen.“ Wie in Japan ein preußischer Feldwebel zum Justructeur der Truppen gemacht worden ist, so ist in China, dem North China Herald zufolge, ein preußischer Unteroffizier geworben worden, um im Arsenal von Schanghai eine Classe herangewachsener Burschen in der Be dienung der Krupp'schen Geschütze zu unter richten. „Die Commandoworte“, so sagt das genannte Blatt, „sollen auf Deutsch gegeben werden, erstens aus dem vortrefflichen Grunde, weil der Lehrer mit dem Chinesischen unbe kannt sein wird, und zweitens, weil seine Obe ren der Ansicht sind, daß nicht allein die Tak tit, sondern auch das Schiboleth, durch welche diesetbe erzielt wird, inõ Auge zu fassen sei. Der nene Plan entstand dadurch, daß ein Geistlicher amenb Karl Kreyer den Beamten des Arsenals einen Deutschen als den Impor teur Krupp'scher Geschütze vorstellte. Es wur den acht Kanonen versehiedenen Kalibers be stellt, und seither hat Herr Kreyer auch einen zweiten Deutschen vorgestellt, welcher für den Unterricht in der deutschen Sprache und in der Bedienung der Geschütze angeworben wor den wurde. Das Resultat wird eigenthümli cher Art sein, denn die Chinesen haben ietzt in ünmittelbarer Nähe von Schanghai drei ver schiedene Adtheilungen eingeborener Truppen, von denen die eine ut Englisch, die zweite auf Franzönsch und die dritte auf Dentsch einexer cirt wird, während wahrsch?inlich noch viele Truppen nach dem alten chinesischen Zopf udgebildet werden. Sollten diese Truppen einmal in den Krieg ziehen müssen, dann wäre mehr als e in Moitke nöthig, um dieses mili tärische Babel zu regieren. Am wahrschein tich sten in einem solchen Falle wãre es, daß die abendtändische Tünche abfiele und daß man der alten chinesischen Tattit solgte. —Am 30. Nov. d. witoò vron Cadiz ein Dampfer mit spanischen Truppen für Cuba abgehen, wohin jetzt im Ganzen schon 12, 000 Mann Verstärkung gesandt worden sind tisten so eifrig, daß Thiers sich bewogen faud, zwei bonapartistische Blätter: L'Avenir und KPays, zu ärtertkücken Sie sind also genõ thigt, ihren Titel zu tdern. plodirte neulich eine neue Dampfmaschide, mit der man in einer Fabrik den ersten Ver such machte. Dem Mechaniker Sernau, der den Versuch leitete, wurde durch ein Eisenstück der Obertörper vom lUntertörper getrennt, und gleichzeitig drang ihm der heiße Dampf in das Fleifch, ibelches wie Fett von deu Knochen hetabrann. Ein 17jähriger Bursche, der ihm jur Seite stnd, wurde buchstäblich in Stücte zerrisen und sein Kepf so weit weggeschleu dert, daß man ihn bisher noch nicht wiederge funden hat. Es war ein wahred Wunder, daß dle Exploston nicht noch mehr Opfer for derte, denn in einer nahe daran gelegenen Werkstätte waren 120 Arbeiter beschaftigt. Nur einige von ihnen wurden durch die Glas splitter, welche von allen Seiten herumflogen, leicht verietzt Wagner'õ Lohengrin ist in Bologna acht Mal aufgeführt worden und hat 31,000 Lire eingebracht. Die Vorstellungen sind augen biicklich unterbrochen worden zu Gunsten des Nuy Blas von Maestro Marchetti welche neuẽ Oper in Gemeinschaft mit der genannten Wagner's und Gounod'o Fauft die Herbstsai son auszufllen bestimmt ist Die neue Ober Verdi'o, Aida, wird dieser Tage uer in Kairo und sodann in Mailand und in Parma angeführt werden. Der Goulois erzählt eine „schr spaß hafte Geschichte“, die fih vor einem Jahre in Bolivien zügettogen habe. „Der neue Prä—- sident dieser Republit hjat eine große Zunei gung zu Frankreich, und hat dles so bewiesen. Er ließ den deutschen Consul zu sich kommien und fragte ihn, wie viele Siege seine Lands leute über die Franzosen davongetragen hät ten. Fünfzig, antwortete der Vertreter des Herrn b. Bisüictrc, sich in die Brust werfend, Wohl rief der Präsident. Man ergreife die sen Menschen und lasse ihm fünfzig Stock schläge aufzählen! Gesagt, gethan. Als man den Präsidenten die Vollziehung des Befehls metdete, erwiderte er: Gut Ich wünsche nur noch Eines, daß Hert v. Bidmarck selbst hier her komme, und ich werde es mit ihm gerade fo machen.“ Die Geschichle ift authentisch. fügt der Gaulois hinzu. Wenn wit, schreibt die Kölnische Zeitung, eben so gierig nach Sensations Nachrichten hafchen wollten, wie franzöfische Blätter, so würdtn wir in Ver bindung mit dieser Erzählung eine Bemer-- kung unseres Staatsministers v Roon brin gen, die er in der Reichötagositzung vom 21. d. Mts fallen ließ Er erinnerte daran, wie wenig die spanische Flotte vor einigen Jah ren gegen Peru ausrichtete, als Spanien eine Satisfaction verlangte. „Nun frage ich,“ fuhr er fort,„wenn wir ähnlichen Verwicklun gen entgegengingen, und das ist sehr möglich, wie wollen wir dann unsere Ehre geltend ma chen.“ Liegt in diesen Worten nicht ein deutlicher Fingerzeig auf die Verwicklung mit Bolivien? Wir überlassen diesen Gedanken der französischen Presse zur weiteren behagli chen Ausführnng. sammiung der katholischen Prälaten Englands stattfinden, bei welcher unter anderen Gegen ständen von Wichtigkeit auch die Gründung einer katholischen Universitt in Englaud er örtert werden soll. Die an verschiedenen Orten für Universitätöstudien bestehenden höheren katholischen Schulanstalten (Colleges), 12 an der Zahl, sollen dieser Universität untergeord net werden. Es liegt im Plane, mehrere la teinische und griechische Schriftsteller, welche bisher an protestantischen wie katholischen An stalten gebraucht wurden, in Zukunft vom ka tholischen Lehrplane auszuschließen. Die! Schwierigkeit bei der zu gründenden Universi t. wird darin liegen, den königlichen Freibrief (Charter) zu erlangen, der zur Ausfertigung gesetzlich gültiger Diplome berechtigt. erste Theilung Polens im künftigen Jahre durch Errichtung einces kolossalen Standbildes der Kaiserin Katharina 11. gefeiert werden: Die Enthüllungsfeier soll einen vorherrschend militärischen Charakter haben und follen dabei sämmtliche russische Truppentheile durch De putationen vertreten sein. Mit der Anferti gung des Standbildes ist der Bildhauer Mi kieschin beauftragt und sind die Kosten auf 400,000 S. -R bestimmt. Auzeigen ze-gen. Brauerei zu vermiethen. Eine in der Nähe von Quinch an der Eisenbahn und Bay gelegene. vollstäudig gut eingerichtete Brauerei, wird auf längere Zeit zu vermiethen gefucht. 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