Feuilleton. Todtes Gapital. Noman vron vouise Ernesti. cFertsetzung.) Za, unter dem Einfluß eines Traumes mußte ste wohl stehen, denn wie hätte sie sonst ihn den Fremden —so süß und wunderbar anlacheln tönnten Und sicher lchelte kein Kind unschuldiger, wie sie den Augenblick that; nie lẽchelte aber auch vielleicht ein Weib verführerischer, alo durch sie geschah. Nach diesem Lcheln schien sie jedoch völlig zu e-dachen sie sprang empor ein tiefes Roath lag plötzlich auf den Wangen und ühender Purpur trat nun auch wie eine duntle Wolte in das biciche Antlitz Fedor Im hef's —Nur eine Secunde noch blicte sie ihn an dann flog sie zu dem Thurme, in dessen Thür sie verschwand; —er aber stand noch tange—lange an dersciben Stelle und schaute unvberwandt auf jenen leeren Vatz, wo sie geschlummert hatte. Der Bezauberuna Fedor Imhof's hätte auf der Stelle nicht kur Entzauberung —jja vollste Ernüchteruäg und -augenblick!iche Rettung foigen dnnen fsah er jetzt vielleicht eine Turze Minute das Antlitz Victoria Frantoni's. Wo war, als sie allein, sein sßer zauderhaf rer Reiz geblieben? wie hette der Spott den Ausdruck von Frieden zerstört, der eben noch wie Heitigensdeik uf ihren jugendlichen Zägen lag Wickten nur die tiefen wundervollen Augen Durch die Spalte der Thurmthür; dann lachte ne auf, als ste ihn so entzückt noch daste ven sah, uad wie sie zuletzt die Treppe hinun terstoa, rief sie jubelnd: „Nun hab' ich ihn! una hab' ich ihn!“ Ja, sie hatte ihn, hatte dies ganze reiche, warme Herz gewonnen, und wie hieit sie hn—was that und begann sie nicht Alles, um jene grauen Augen, die jetzt bald ein so hell auffiammend Licht, ein neues anderes Le ben zeigten, in dem Glanz, in dem Aubdruck zu schen, den sie darin herrorgerufen hatte und der so mächtig ihrer Eitelkeit schmeichelte. Daß der kleine Zaubergarten wieder ihr Licb- Lingsaufenthait wurde, war das Wenigste! Dort veranstaltete sie an mondhellen warnren Sommerabenden oder beim Schein farbiger Ampein kieine Feste, denen sie außer jener zmnagischen Beleuchtung noch andere wirksame Unterstützung zu inem feenhaft phantasti schen Anstrich zn geben verstand Die Geiadenen hatten nämlich mit ihr mei stentheils erst im Hause eine tleine Comodie aufgefdrt oder lebende Bitder gestelt Er» schienen ste dann auf eine Stüde irn Zau dergarten der schnen Victoria so auch, wie die Festgeberin selbst, im Costüm ihrer Rolten. Daßʒ deise Anzüge Vietoria's immer die reich en und schönsten waren Niemand unter Alen fiel das auf. War doch die Tochter des zeichen Vincenz Frankoni zu Allem berecigt, was Lurud und Eleganz an Unterstützungs mitteln für Damentoilette tieten konnten waren diese Toiletten und ihr Geschmack doch Tchon berũhmt, und ihr vielfach nachgesagt worden, daß ke ihre ersten, ausgiebigen Stu dien in dem wichtigen Punkt wahrscheinlich schon in früher Kindleit mit Nutzen an der üedlichen, der verschwenderischen Lucie von Kramer jener in den Wogen des Lebe-s ãnagst verschollenen Nixe“ gemacht h-de! Died war in der That der Fatl. Das Bild der schönen Frau, das sich iü seinem ganzen wunderbaren Zauber sest in's Kindesherz ge prägt hatte, war dem heranwachsenden Mäd- Den treu eeblieben. Es diente Victoria Frantoni aoch immer unbewußt als Leitfaden imn Chaos uad Labyrinth der Toilettenfragen, die für sit, wie einst bei der Nixe, Lebensfra gen wurden. Fici nun schon Keinem don Allen, die bei den lebenden Bildern im Frankoni' schenHaufe mitwirtten, auf, daß die teizende Victoria ein Uebermaß von Studium an jene Festtoiletten verschwendete und ihre Anzüge vom raffinir testen Luxus zeigten, so dachte koch weniger Einer von Allen, die da Rollen in den Auf führungen übernommen und sich verpflichtet hatten, den übrigen Abend im Costüm zu blei ven, an die Möglichteit: daß jene Darstel tungen im Hause, die ihnen Alen immer Haupisache des Festes waren. dem schönen Mädchen nur als Rebensache gatten. Wie außer sich wrde Mancher von denen gewesen sein, die ihr einzig zu einem gewissen Zwecke dienten. hätte er gewußt, nur Untergrund und Staffage für den Hauptact zu bitden, den das totette Mãdchen dort oben im grünca NReiche ihreds tieinen phrntastischen Gartens und Zettes einzig für zwei Augen abspieite, die qus der Heinen Giebetstube auf sie- schau ten und immer fester —immer inniger auf ih rer verlockemen Erscheinung ruhten. Welch' süßes Lcheln umfpielte da oft lhre volten Lippen; zeigte ihr das Mondlicht jene halb verborgene Gestalt und malte sich die Vhantasie den Ausdruck jener Augen, deren Licht und Leben sie nun schon zu gut kannte. um beides nicht richtig zu zeichnen. Ahnte nun aber auch Keiner von denen, die ihr als Staffage des Bildes dienten, das Ge ringfte vom Zweck des Ganzen, so tauchte doch endlich im nachsinnenden Geiste Anderer ein Argwohn auf, welcher der Wahrheit nahe tam, und beobachtende Augen durchschaulen pltz“ich klar und deutlich Alles!“ Unter diesen Augen war vorzugsweise ein Blick, dem Victoria Fraunkoni vielleicht am wenigsten gern Einblick in ihre Machinatio nen gestattet hätte. Es war der ihres Va ters. Da aber sein Auge sich für's Erste ein fach mit der Beobachtung und Erkenntniß be gnügte, sein scharfer, das wahre Mottv zu ih ren Handlungen endlich klar durchdringender Geist ihr teine Hindernisse entgegenstellte, so spielte die kleine Privatcomödie des schönen Mädchends noch lange im Hause fort, bis tief in den Winter hinein, ohne irgend welchen Widerstand zu erleben. Ihr Vater, der sie bei den Gartenfesten hatte gewähren lassen, ließ sie auch ruhig die Vorderstuben der ersten Etage zu ihren Wohngemächern erwählen, als sie diese piõtzlich hübscher fand ja, er machte sie nicht einmal aufmertsam daranf, daß es unpassend von einem achtzehnjährigen Mäd chen sei, in einer volkreichen Stadt, einem be wohnten Hause gegenüber immer am Fen ster zu stehen und zu sitzen, und Abends in ihrem Zimmer keine Rouleaux niederzulassen. Und dics Spiel, das kein Gefühl des Her zens dictirte, nur einem koketten Geiste ent sprang es führte einen jungen, strebsamen, ernsten und tüchtigen Charakter, der sich bis her einzig in den ruhig kalten Bahnen des Verstandes gehalten hatte, immer tiefer in das berauschende Reich der Phantasie im mer weiter in das endlose Labyrinth der Tränume. Jene anderen Augen—die außer den schar fen Blicken von Vincenz Frankodi ebenfalls das Treiben seiner Tochter durchschauten erkannten auch klar die Wirkung, die das ge fhrtiche Spiel auf Fedor Imhof ausũübte. Ob sie dies aber auch sahen und von Anfang an das Schlimmste befürchteten, sie wußten und fanden lange Zeit kein Mittel, zu hin dern, was sie als Verderben ihres jungen Lieblings erachteten. Seufzend sprach der scharfsichtige Advokat Richter bei diesem Spiel des schönen, verführerischen Mädchens: „O wäre doch die dicke Margarethe, die seine erste Licbe war; auch seine einzige geblieben!“ Bangenden Herzens aber flüsterte Hilarh Ahoston: Ach wenn doch jene Trauer. die er ewig trgt, nur einzig seiner Armuth immer gilt und lcht zur Träuer um ein verlorenes Leben wird.“ Zweites Capitel. Es ist an einem trüben, regnerifchen No vembernachmittage im Winter 1852, wo wir nach acht Jahren die Arbeitsstube des Advo taten Richter belreten. Wir finden dort Al les gewissermäßen ganz unveränderl so wie der, wie wir es an jenem Tage sahen, als Fe dor Imhof dort mit der Copie von zwei Kauf contracten seine Laufbahu als Gehülfe eines Notars begann. Diese Stunden des Nach mittags gehören zu denen, welche der junge Mann noch immer bestimmt in dem Bureau seines alten Gönners und Freundes verlebt, dessen Hauptstütze er geblieben ist, trotzdem er seine erste Stufe in juristischer Carriere lngst erstieg und bereits scit drei Jahren am Ge richte der Nesidenz als Hülfsarbeiter ange stellt war Sehen wir uun in jener Advoklatenstube Alles so wie sonst, finden wir Imhof an jenem Pulte wieder, wie einst an dem Tage, wo er durch seine angestrengten Leistungen Doctor Emanuel Richter zu bestimmen hoffte, ihn fest als Schrelber zu engagiren nach all' diesen ußeren Anzeichen tönnten wir annehmen so wie bei jenem unveränderten Aubsehen der alten Häuser in der Martinistraße: die Zeit habe still gestanden auf diesem Fieck Erde. Wir deuteten bereits an, wie sie auch an die sem Puntte der Hauptstadt vorwärts ge schritten ist und Wechsel an Verhältnissen und Menschen vollzogen hat. Und so sitzt denn auch an senem Schreibtische des sellgen Tobias Murner nicht nur ein Anderer der äußeren Erfcheinung nach, —noch mehr ein Umgewan delter an Geist und Wesen. Vot der Elasticitt und Leichtigleit der schlanten Jünglingögestalt ist noch genug in der ded fünfundzwanzigjährigen Mannes zu— rüctaeblieben, und seine Haltung scheint auch diesetbe elegante, sichere zu sein, wie einst. Mehr verändert haben sich seine feinen tntel ligenten Züge. Aus ihnen hat sich ganz die Weiche ynd Anmuth der Jugend verloren; versärtt hat sich nicht nur die erste Andeu tugg tiefen Ernstes, der fast tief für seine frühen Jugendjahre war, bestiwmiter, ent sehiedoner ü auch jener Zug von Willenotrafl geworden, und es ist jetzt ein überaus charak tervolles Antlitz, dem wir an unserem alten Bekannten begeanen. In seltener Weise verschönt died Gesicht das Lachein, welched hie und da durch seine Züge fliegt und helisten Strahl des Glücto in seine ticfen Augen wirft. Es erscheint immer nur dann, wenn seine Blicke hinaus durch's Fen ster eilen und auf dem dunkelin Gemäuer des Ganderoöberget Hofes ruhen. Das alte Ge-- bude sieht nun än dem Täge, beim strömen den Regen, sehr düstet und trübselig aus. Dazu sind alle Fenster verhangen, und sie verharren so fort und fort in einer gewissen eigensinnigen Vergeltung gegen die unverän— derliche Eintönigkeit des regnerischen Winter tages. Wit der vorrückenden Zelt und jenem un— veränderten Bitde hermetischen Abschtusses geger. eindringende Augen steigt elivas in den Zügen Imhof's anf, ds ihnen sonst strto fremd gewesen ist: Unrnhe—Bangen —Mit dem Erscheinen dieser ungewohnten Guäste er— taltet auch voöllig der Eifer an jener vor ihm tiegenden Arbeit die Auget elten jetzt nicht mehr hinaus—nein, ibie festgebannt ruhen sie auf den rti Fenstern der ersten Etage ihm gegenüber hinter deren Scheiben bidher im mer zu den Stunden die schöne Victoria zu sehen war—baid spietend mit dem Papagei batd lesend lächelnd und gen Himmel schauend. Und heute nichts von Añem, das seit Mon den sein höchsted Glück gewesen ist; unerbitt lich verhüiten die Vorhänge jenes schöne Bild, das sonst doch wenigstens eine Secunde zu er scheinen pflegte und mißmuthig hockt selbst der Papagei in seinem Reifen, nur hie und da ein wenig den Kopf erhebend, wie wenn die tange Ersehnte endlich ktomme. Unwillkürlich biegt sich dann Fedor Imhof vor doch ver geblich, und nichts regt sich an den duntein Sammetgardinen. Schweigt zu den Zeiten, wo er nh jenen unbeweglichen Vorhätgen hinüber sicht, das Geräusch feiner über dar Papier hingleiten-- den Feder immer länger, so blickt aüch ge wöhätich sehr ernst der alte KHerr von felũüer Arbeit auf, zu ihm hin, der dinter ihm, an dem andern Fesster ebenfalls an einem Schreidtische fitzt. Es ist der Notar Richter Die Zeit hat an diesem nicht viel verändert, und er sieht noch so rüstig aus, daß man wohl annehmen kann, er wird das ersehnte Ziel seines Lebens erreichen, ded ch in den letzten Jahren üher den Wunsch: „das Amts jubilum zu felern,“ hinaus dehnte und sich dis zu jener Zeiterstrectte, wo er seinem jun gen Gehülfen Imhof als angestellten Advota ten seine Praxis vermachen tönnte. Sein Haar, vor acht Jabren schon grau und szär lich, wird jetzt vom sammetnen Hottdkä pp chen bedectt, und es steht gut zum alten fal tenreichen Airttitz, dem sein Auodruck von Güte ünd Kugheit immer Reiz verlich und der ed auch noch jetzt zu e ·nem lieben, schönen Gesichte macht. trotzdem d ie Zeiten der Schö nheit langst für Emanuel Richter dahin sind und er dicsen Vortheit des Acußern victteicht nie in audgiebigem Rate desaß. Dafür hatte er immer Besseres: die Schö nheit der Scele hatte das Theil, das die Ju gend überdauert und der unvergänglichste Schmuck des Alters ist. Zwischen die Falten der Jahre in jenem guten, lieben Gesichte des Advotaten gruben sich in dieser Stunde die der Sorge, ais er seinen Liebling so abhängig von senen un-- glücklichen Gardinen sah, mit denen die schö— ne Victoria erst feit Kurzem ihren Verehrer zu quãten degonen hatte und welche dem alten Matne seitden stets als „der Barometer“ von des jungen Mädchens Laune galten. Wie oft hatte er dies strahlende Antlitz schon verwünscht, wenn es plötzlich heiter und lachend hinter dem unseligen Vorhange auf tauchte und die ganze Schetmerei der Jugend —die ganze Kofetterie des erfahrenen Weibes verrieth. Blieben diese Vorhänge geschlossen, so war der gute Emanuel aber noch unglück licher, und Fedor Imhof mußte—trotz seines Wunsches, blind und taub gegen alle Anspie lung des alten Herrn zu sein und zu bleiben doch mitunter herziich äuflachen, rief der Advokat so verdrießlich: „Nun zum Teufel, wo bieibt denn heute unscre Sonne Sah er auch bei den Worten zu Himmel und Wolten empor, Fedor Imhof wußte sehr wohl, was und wen cr mit der Sonne meinte —ja er ahnte, sein alter Freund wußte, es ging nicht cher die Arbeit, bis er jenen dun teln Mädchenkopf hinter den hellen Scheiben flüchtig gesehen hatte. Die Dämmerung brach an dem Tage schon cin; der tommende Postbote ründete, daß die vierte Stunde bereits vorüber, und noch hat ten sich die Vorhänge nicht getheiit und Itm-- hof noch nichts von den nenigen seligen Mi nuten des Tages gebracht! Mit dem Post boten, der dem Advokaten nebst anderen Brie fen auch cinen übergeben hatte, der recom mandirt war, trat Henriette, ein Inventari um des Hauses Richter, in die Stube. Sie war einstmalo nur chlichte Koöchin —gewesen, schwang sich vermöge ihrer guten Eigenschaf ten und manchen seltenen Verdienstes höher und höher, und nahm seit dem rer drei Jah ren erfolgten Tode der Frau Hofrthin Sail feld nichts Geringeres ats deren Stelle im Hause ein. Sie sorgte mütterlich für den zerstreuten und unprattischen Professor, der ohne ihre Obhut sicher im Schlafrock zur Uni-- versitt gewandeit sein würde; sie hütete des sen Alterthümer vor Staub, Motten undßost, war die Güte selbst gegen des Hauses Lieb ling, die dicke Margarethe, und wußte sich soaar dem Advokaten unentbehrlich durch ihr vorzügliches Gedächtniß zu machen. Seit dem der Professor sich einmal statt Zuckers Pfeffer auf den Kuchen gestreut und zur Sa latöõiflasche statt ded Weines gegriffen seit dem aß Henriette mit den Brdern am Tische und überwachte auch da die vorkommenden Zerstreutheiten des Gelehrten. Von dem Tage ab, wo, wie man meinte, Henriette die höchste Stufe aller Würden im Hause erreicht hatte, mußten das Dienstmäd chen und die Schreiber sie „Madame“ nen nen. Sie erzwang sich diese Würde mit den Worten: „So lange ich Köchin war, verzich tete ich auf den Titel, den mir der Herr Notar immer gegeben hat aber, nun ich wirtlich Madame im Hause bin, will ich auch so heißen.“ So that man ihr den Gefallen und nannte ste Madame Buttier. Ihrer seit Jahren be währten Freundschaft für Hilary Ahston drohte einige Gefahr, als die Quäkerin auch Madame Buttler,Du“ nannte, und sie fand sich erst darin, als der Professor ihr ausein ander setzte, daß ihreiwegen Hilary nicht von du Gebräuchen ihrer Religion abweichen dürfe. Trotz der Rangerhöhung behielt Madame Buttler etliche ihrer früheren Funktionen im Hause bei. Dazu gehörte, in den Zimmern ihrer bciden Herren Licht anzuzünden und nach dem Ofen zu sehen. Sie that ersteres gern früh, denn war es geschehen, ging sie. hinunter in den Laden von Hilary Ahston und versorgte bis zum Abend das Geschäfk. Seit Jahresfrist ungefähr hatte die Quäkerin diese Veränderung getroffen, welche man genẽtgt war als Erleichterung zu betrachten, die sie sich vergönnte. Und Madame Buttler war damit sehr einverstanden, ihre Freundin zu vertreten. Sie sprach gern, hörte noch liebe- Neues und hatte dazu bei ihren Herren eben so wenig Gelegenheit, wie in der —lterthums sammlung und im Etrtcor mit Margarethe. Als es nün an dem Tage noch früher dun kelte, wie die trube Jahreszeit schon ohnchin bedingte, erschien Madame Buttler bereits mit Fidibus und Licht, als der Postbote in's Zimmer des Advokaten getreteu war. Sie sah nun erst nach dem Feuer, doch kanm daß der Briefträger gegangen da fragte sie an: ob man noch sehen könne? Weder ihr alter Herr gab ihr Antwort, noch- Imhof, den sie von der Zeit ab, wo er im Hause war und sie hie und da mit für ihn zu sorgen hatte, stets und in ziemlich auffallender Weise nur immer „den jungen Herrn“ nannte. Wie außer sich alle Schreiber über diesen Vorzug gewesen, den die alte Henriette Im-- hof angedeihen ließ, sie war dabei geblieben war nicht davon abgegangen. Fragte sie zu jener Zeit Einer oder der Andere der Richter'- schen Geschwister nach dem Grunde—da sonst übergroße Hoöflichkeit nicht mit zu ihren Tu genden gehörte, hatte sie einfach angegeben: Ich kann nicht anders, und Herr Imhof ist auch ein Anderer, denn wie unser Fritz, Hein rich, Karl, Ludwig und Peter.“ Jene Fünf waren damals die Gehlfen und Unterschreiber des Advokaten. Starb Tobias Murner nicht —so war Imhofs Platz vielleicht unter ihnen, und eben so seltsamer Weise hatte auch Doctor Emanuel Richter von Anbeginn gesagt: „Ich tann diesen Imhof nicht in jene Stube setzen, und wie—wie mach' ich's nur, tommt Tobias wieder Der Tod hatte die Anordnung übernom men. Fedor Imhof war im Arbeitozimmer des Advokaten beschäftigt worden. Er fkam nur in jene Schreiberstuben, wenn er an die jungen Leute einen Auftrag lhres gemeinsamen Herrn auszurichten hatte. Trat er je dort ein, wenn Henriette die damals noch nicht,,Madame Buttler“ hieß gerade in den Stuben war, um nach dem Feüer zu sehen, so sagte sie jedesmal zum hchsten Aer ger der anderen Schreiber und Gehülfen mit einer gewissen Feierlichkeit. „Da tommt der junge Herr!“ und machte dabei dem jungen Herrn ehrerbietig Platz Imhof hatte sich demnach das Herz der ehe maligen Köchin ebenso erobert, wie er alle die für sich gewonnen hatte, die ihn näher ken nen lernten und unbewußt unter den mächti gen Einfluß seines Wesend geriethen. Jene fünf anfangs gegen ihn stark Ver bündcten „das Heer der Verschworenen“, wie Doctor Richter sie immer lachend nannte, waren nach und nach auch seine Freunde ge worden. Er hatte sie durch lleine Dienste ge wonnen, die er ihnen absichtolos geleistet, ohne auf ihren Dant zu rechnen oder ihre An tipathie üüberwinden zu wollen. Gein hösiich ÚO e ’í_¡çEvUASAS—rm—_mSß——Smmß“R d2— 2 2 7 ʒ 2 —a 5 2 0— 23 —2 J E 2——27s— 5 e ES Ar —7 5 a ẽ 5 7 2 —3 5 2 2 58 3 tt —ã-——3—2272*s ——2—4—-2 S 1 2 3 e— 25. Jahrgang. ruhiges und freundliches Wesen sollte auch der beste Ueberwinder ihres üngerechten Zor nes werden, den jene kleinen Bevorzugungen im Hause hervorgerufen hatten, dem sie ge meinsam ihre Kräfte weihten uud dienten. So war denn Fedor Imhof's Leben, wie schwer und anstrëgend immer, doch ein an Ruhe und Frieden, an vielen kleinen An nehmlichteiten reiches gewesen. Fritz und Heinrich, die er im Französischen unterrichtet hatte welcher Sprache er schon eben voll tommen so mächtig war, wie der englischen und deutschen, als er in's Giebelhaus tatt diese Belden wären zutetzt dukchö Feuer für ihn gegangen, und alss fie zu kleiner Anstellung im Staatodienst getangten, treunte iman sich gegenseitig nur schwer bon einander Die drei Uebrigen schrieben noch bei Doctor Rich ter, und ihr geheimer Plan war, dort auch so lange wie möglich zu bleiben, um später in dem Bureau verwandt zu weiden, das, wie sie ängst wußten, Referendar Imhof einst in der Residenz zu begründen gedächte. Sie waren tüchtige Arbriter —fe standen sich pe cuniar seht qut, und sie sowohl wie Imhof hatten den Ruf „der langsamen Erledigung“ längst von Doctor Emtuel Kichter's Advo katenlaufbahn abgestreif. Die Copien von Kaufcontracten, Rechnun gen und Berechnungen. Briefen und ähnli cheu leichten Arbeite, die nur Aufmertsam teit, eocreete Schrist und etwas Uebung erfor derten, wurden seit Jahresfrist von anderer Hand besorgt, wurden wie Imhof minde stens immer annahm—außer dem Hause von einem Schreiber gefertigt. Wie friedlich ünd äñgenehm denn auch in hundertfäch·r Beziehung das Leben Imhos's im Giebelhause gewesen, da es durch nichts von dem je getrübt oder behelligt wurde, das dem Dasein nur zu leicht -seine Dornen giebt und es geradezu unerträglich machen kann, enden die tieïen Nadelstiche der Wideriwar üigteiten im Hause nicht.·· -war bon diesen Schatten drs Lebeüs in Wahrheit nichtö dau ernd u unsern jungen Helden herangetreten, ihm war doch bestimmt, seines Daseins traurigste —schmerzlichste Erfahrung in jenem alten Hause zu machen. Diese Kette beginnenden Leidd zeigte ihr ersted Glied an senem trüben Tage und an je nem schone Gesicht, dessen Lächein der Son ñdenstrahl seines Lebens und Daseius gewor den. Victoria Frankoni erschien plötzlich, nach dem unsichtbare Hände die schweren Vorhänge zur Seite geschoben hatten; doch sie zeigte sich so, wie noch nie. Die großen dunkein Augeu hatten keinen Strahl vom alten Licht sie blickten so kalt und gteichgültig hinaus und zu Fedor Imhof empor, daß ihm entsetzt die Fe der wus der Hand fiel. Ganz hingenomnen von dem Eindruck, überhoörte er voöllig die an ihn gerichtete Frage der um seine Augen an scheinend so besorgten Madame Butiler: ob sie Licht anzünden sollte, Die gewissenhafte Dienerin hatte sich zwar zuerst an ihren Herrn gewendet denn sie ging stets von dem Grundsatze aus, „Ehre dem Ehre gebührt“ sie hatte auch ihr frü—- hes Kommen damit motlvirt: „Es ist nicht allein dunkel auch Hilary Ahston klingelle, und ich vermuthe daher, daß die Dame mit den Papieren schon da ist.“. Was aber Madameßuttler auch anführte anGründen ste sah, Alles blieb wirkungolos; der Notar war beschäftigt mit seinem recommandirten Briefe und bli“te nicht einmal flüchtig vom |Lesen defselben empor. Nun trat eins der ho-- hen Verdienste Madame Buttler's zu Tage u. sie zeigte sich als wohlgeschulte Dienerin —trat leise von ihm fort, iha nicht zu stören, und hin an Imhof's Seite. Ihre Geduld erlitt einen kleinen Stoß, als dieser auch weder sah noch hörte. Wie hätte Imhof in den Secunden aber auch für Anderes Aug' und Ohr haben kön nen—wie hätte er wohl an Licht zu denken vermocht, wo sich der erste dunkle Schatten über das erste Glück seiner Jugend gebreitet hatte: wo das hinter Victoria Frankoni erscheinende hochmüthige Gesicht ihres Vaters, das sich blitzenden Auges zu ihm empor rich tete, ihm der einzige Wegweiser im Labyrinth seines Schreckens und seines Entsetzens war... „Um der heiligen Dreieinigkeits willen, junger Herr, was haben Sie, was istlhnen?“ schrie die alte Henriette gleich darauf, als sie sich gegen Imhot vorbeugte und sein fast tod tenbleiches Antlitz sah. Ehe er etwas erwiedern konnte, rief es vom andern Schreibtisch herüber·“ „Na;, Imhof, da hatten wir eine schöne Geschichte, und Va-- let Acten und Staatdexamen, wenn die Sache kein Aufzug ist!“ Imhof hatte sich beim Klang der Stimme erhoben Blaß, aber volltommen gefaßt, stand er am Schreibtische des Advotaten und sah ihn an, wie wenn er wünsche, jener möchte wiederholen, was er eben gesprochen denn er hatte nicht viel mehr als den Ruf sei nes Namens verstanden. „Wollen Sie Licht haben?“ schrie jetzt Henriette in höchster Aufregung und mit ei ner Stimme, die sich zum Zusammenruf ver lorener Seelen beim Weltgerichte vielleicht eher geeignet haben würde, denn in dem ziemlich engen Raum dieser Stube für beschei dene Anfrage wegen Lichto. „Meinen Sie etwa, wir sind taub gewer den in der Duntkelheit, Madame Buttler rief der Notar lachend. „Nun ist's das nicht, so ist's etwas Ande res,“ murmelte sie „ich frage seit zehn Minuten, ob ich Licht anzünden darf, ehe ich hinunter in den Laden der Hilary gehe, und Ntemand antwortet mir. Der Tag ist wahr e trübe genug, um sich die Augen zu verder en“ „Ja, ja, stect' Licht a-!“ entgegnete der Notar zerstreut und blickte in den offenen Brief, den er noch in der Hand hielt. Alo die Lampen brannten, sein Auge dann auf Imhof fiel, fragte er hastig: „Erhielten Sie auch einen Brief und—erschraten Sie so darob, um derart auozusehen, wie Sie audbse hen, oder—sind Sie trant Madame Buttler verharrte auf der Schwelle. Ihr lag offenbar an Auftlärung über Imhofs Aussehen. Er aber sagte ruhig: „Wie ich aussehe, weiß ich nicht; doch fehlt mir durchaus nichto, Herr Doctor.“ Sie ging hinaus ünd sprach da vor sich hin: „Na, wenn das nichts ist—so müßte ich auch keine Augen mehr im Kopfe haben;“ der alte Notar aber blickte —wie sich plõtz lich auf etwas besinnend, durch's Fenster, vnd als an dem Platze, wo sonst das rosige Antlitz der schönen Victoria um die Stunde zu finden war, der Banquier mit feinem übermüthig stolzen Lächein lehnte da rief er: „Nun, nun, Herr Vincenz. uur nicht so übermüthig, es ist für Dich hier etwad, das Dir schtimm bekommen tönnte, wenn sich's als wahr er weist.“ Verstand auch Im zof diese Worte klar dem Laut und Tone nach, so blieben sie ihm doch in ihrem Sinne unverständlich —unbegreifbar, und forschend richteten sich seine Augen auf den Advolaten. Dieser fragte zu seinem höchsten Erstaunen als Erstes nach jenen dunkeln Worten: „Ent sinnen Sie sich einer jungen Frau in hiestger Residenz, die man in der Geselischaft immer nur„die Nixe“ nannte?“ Die Frage mußte dem allerdings ein we nig absonderlich erscheinen, der nie in der Ge sellschaft gelebt hatte und durchaus keine Da menbetanntschaften gemacht. Ein leichtes Lächeln fiog denn auch durch seine Züge und er erwiderte in jenem Tone des Scherzed, den er seltsamer Weise dann immer annahu, wenn ihn etwas recht tief bewegte: „Ich dachte, Herr Doctor, Sie wüßten daß Margarethe die einzige Dame ist, mit der ich je verkehrte von der ich mehr hörte?“ „Scherz bei Seite, Imhof! wir haben hier eine vertract ernste Sache vor uns, wenn bie— ser Lref tein Märchen ist.“ „Von wem ist er? das heißt, wenn ich, nach Ihren Worten zu rar ein Einsicht i der Sache nehmen soll und darf.“ iert e natürlich! Er be j gerade Sie und viellei Er ist von jener Nixe i seht nae ʒlDas Gesicht des juugen Mannes wurde förmlich erdfahl bei den ersten Worten, nur stockend kam die Frage über seine Lippen. i dann aber sprach er ruhiger, ge aßt: „Was toönnte mich betreffen —und, wie Sie eben andeuten, zugleich jenen Herrn, den Banguier Frankoni außerdem durch einen Brief von dieser mir völlig fremden Dame, die Sie „Nixe“ nannten „Nun, Sie sollen Allẽs erfahren; lch bitte Sie aber um Gott, Mensch schaffen Sie sich bessere Nerven an, denn Sie sehen eben wieder zum Erschrecken bleich und elend aus. Warten Sie! Da steht noch von dem guten Portwein, den ich heute für Sie zu rückstellte und wovon Sie wie gewöhnlsch nichts getrunken haben. Jetzt müssen Sie ihn aber trinfken, denn quälen Sie sich mit meinen verwünschten Acten, da toönnen Sie auch von meinem guten Weine profitiren.“ Der alte Advokat war sehr geschäftig. Er raunte hin und her—ruhte nicht eher, biöslm— hof getrunken hatte und in det Sophaecke saß, und fast sah es aus aid bediene ein Vater sein trantes Kind und nicht ein Rechtogelehrter ei nen jüngen Mann, der durch Jahre sein Un tergebener gewesen. Die Spannung ließ bei dieser Sorgfalt des alten Mannes in Imhof's Zügen ñach, aber die Trauer, die ihu offenbar beherrschte, wurde mnilder, und eine seltene Weiche lag in seinem Toñe, äls er plötzlich sinnend sagte: „Heute sind es acht Jahre, daß ich zu Ihnen tam, und nur der Güte weiß ich mich von Ihnen zu rühmen, Herr Doctor.“ Güte! dummes Zeug! Wie können Sie alo vernünftiger Mann so sprechen! kief der Notar und etwas wir Rührung zeigte sich in seinenm faltenreichen Antlitz. —,Wie stnde es wohl um mein Geschäft, wenn Sie n geholfen hätten—übri- acht Zahre, sagen Sie heute, daß Sie hier bei mir sindẽ“ „Auf Tag und Stunde.“ „Acht Jähre hin, hm und heute Morgen fagte mir auch dort drüben Herr Frankoni, acht Jahre wären's, wo er init den Dienst geleistet hätte, mit die reizende Nixe vom Halse zu schäffen Hm, hm! Halt! wie ist mir denn? Waren Sie nicht hier, als jene Frau zu mir in's Zimmer stürmte an jenem Nächmittöge, wo am Abend Ball im Ganderbberger Hofe war?“ „Eine Dame trat hier an jenem Nachmit tage allerdingo ein, das weiß ich ganz genau ich weiß auch, daß Sie ste Frau von Kra mer nanlen „Frau von Kramer dad ist sie ja, die Nixe! Dieselbe, die mir heute schreibt. Nachdem sie jahrelang verschollen war, läßt sie nun von sich hören.“ „Und Herr Frantoni mathte sle verschwin den?“— „Verschwinden? Still, still, nicht so laut! Sie sprechen ja schon das Factum so klar aus, als wenn wir die Beweise in Hän den hätten, daß Allcd wahr ist, was sie mit theilt und andentet. Sie machen mir etnen Vorwurf Herr Doctor, uyd sagten Sk nicht eben selbst: Bäquier Frankoni hatte sie daran erinnert, Ihnen den Dienst geleistet zu haben, die Dame fortzuschaffen „Imhof —lmhof—ich kenne Sie gar nicht wieder! Sie der Vorslchtige, syrgchen vom Rauche, als sei et. shon Fenrt nßd Flätime.“ „dJch verstehe Sle wirtlich nicht, verehrte ster Herr Doctor, und glaube fast, das Räth— sel wird sich besser lsen erzählen Sie mir erst ras jener Brlef enthalt, und ich schweige „Sagen Sie umgekehrt, junger Freund, denn wenn Jemand von uns Räthsel lösen soll und kann, sind Sie es.“ 3m Imhof's Züge drückten solches Stannen aus, daß Advokat Richter laut auflachte, derr verlor er sich in Sinnen und sagte ernst: „Sie müssen den Brief lesen, —indessen da Sie nichtõ von jener Nixe wissen, so theile ich Ihnen mit: ste dachte einst Frau Frankoni zu werden, und wünschte sehr, nachdem sie ihre anderen Verhältnise zerrüttet hatte düurch jenen reichen Mann da drüben ihre La ge wieder neu und gut zu gestalten.“ „Sie liebte ihn „Lucie von Kramer, lieber Imhof, liebte nur sich selbst; ste gehört zu jener Gattung Frauen, wie der kleine Teufel da drüben, der Ihnen den Kopf verdrehte.“ „Herr Doctor Sie wissen, ich licbe, ich verehre Sie; jedoch „Ueber gewisse Dinge gestatten Sie mir nicht zu reden wollen Sie hinzufügen fiel der Doctor ein. fertig mit der Charakteristik jener Frauen ich füge nur hinzu: die drüben ist die Tochter ei nes Mannes, der mir einst selbst zugestanden hat: zwei Dinge die hohen Güter unseres Lebenss, unserer Ehre wären „todtes Capi tal“ für ihn gewefen. Und da ich fürchte. daß er nach diesen entsetzlichen und schlimmen Priucipien nicht nur mit seinem Kinde anch verfahren wird, sondern ihr das Gift der Gifte zu Nutz und Frommen ihrer cigenen Zukunft einimpfte und es bei ihr schon wirkt so spreche ich heute zum ersten Mal of fen und deutlich davon, wo Jemand ihm eine Anklage zuschleudert, die von jenen Grundfä tzen ziemlich klares Zeugniß ablegt.“ Advokat Richter hieit hier einen Augenblick inne. Bevor er wicder zu sprechen begann, trat er erst zurThür, öffnete sie blickte hin-- aus, schloß die wohiverwahrle Doppelthür, die sie von außen hatte, und sagte dann: „Was ich jetzt Ihnen mittheile, Fedor Im hof. spreche ich aber im Vertranen“ sage ed in Folge jenes erhaltenen Briefes und zur Sklizzirung der Person, die darin härter angegriffen wird, als ich je ahnte, daß man sie beschuldigen tönne; ich sage außerdem, was ich über die Verfasserin des Bricfes mit theilen muß, ebeufalls nur zu Ihnen, den ich liebe wie ich etwa einen Sohn licben würde; ich spreche es nur aus, weil ich Sie plõtz lich durch ein Verhängniß das mir noch unerklärlich ist mit jenen beiden Personen in Verbindung sehe.“ „Sie sollen dies Vertrauen nie bereuen,“ rief Imhof mit Wärme, „so wie ich glaube Sie schenkten Ihre Liebe Keinem, der sich ihrer nicht immer würdig zeigen möchte.“ „Ich weiß das, Imhof, und nun hören Sie jenes Schlimme, das ich Ihnen anvertrauen muß Die Nixe, jene Frau von Kramer, ist nichts Anderes als —ein gesunkenes Weib und wälzt sich, so wie ich einmal hörte, im sten Pfuhl des Lasters! Ob es wahr ganz wahr das Letzte ist, weiß ich nicht, denn diese Notiz habe ich von Vincenz Frankoni: Untreu flatterhaft ja leichtsinnig war sie schon damals, und das genügt für einen Mann in Ihren Jahren, vorsichtig, sehr vor sichtig solchem Weibe gegenüber zu sein.“ „Aber lieber Herr Doctor, werde ich diese Frau denn je sehen ;,Das wird sich erweisen, wenn Sie jenen Brief geleseu haben, in welchem sie den Wunisch ausspricht, daß Sie zu ihr nach der Schweiz tkommen möchten.“ „Wie ich zu ihr n uns glauben Sie denn ich würde rei en?“ „So warten Sie doch nur erst Alles ab! Mit ihr bin ich jetzt fertig, und Sie hvben an der Skizze auch hoffentlich genug. Nun von dem, den sie in diesem Schreiben angreift und welcher der Vater des Mädchens ist, das Sie wie ich glaube, lieben.“ „Was was sagt sie von ihm fragte Imhof rasch. „Sehr Schlimmed.“ „Wer wird wer kaun solcher Frau aber giauben „Auch das muß erst die Zukunft lehren. Für jetzt bin ich gezwungen, Ihnen etwas zu of-. fenbaren. das Sie mit Schauder vor dem Manne erfüllen wird und das die Richtschnur seines Lebens bildete Sie wissen oder hören doch vielleicht, weich' guter Spetulant Vincenz Frankoni war?“ „Nein. den, nie um ihn bekümmert. Was gingen mich bei meinem Lebenozwecke fremde Men— schen añ „Bei Ihrem Lebendzwecke der, Advotkat zn werden, lieber junger Freund?“ „Es hängt damit zusammen; und damit Sie erkennen,· wie ich auch Ihnen vertraue, Herr Doctor, so erfahren Sie: ich suche da rum tief in alle Phasen der Gesetze einzudrin-- gen, um so Gott mir das Gelingen giebt und mein Bestreben krönt vermöge dieser Kenntniß einst in ein tiefes Duntel einzu dringen in eine Nacht so zu sagen das Licht zu werfen und damit die Ehre einer Todten herzustellen.“ „Und diese Todte ist das etwa Ihre Mutter?“ „Ja,“ sprach Imhof kaum hörbar und mit einem flehenden Blick auf den Advocaten. „Seien Sie ganz ruhig üüber meine Lip pen tommt tein Wort von diesem Lebensziel, und außerdem weiß ich nichts Näheres Ich fragte nur in Folge dieses Briefes danach. wie Sie erkennen werden. Nun aber bin ich überzeugt, daß Sie zur Kramer reisen.“ „Die hat mit meiner Mutter nichts zu schaffen! Eine solche Frau kann nicht in Verbindung mit der Todten stehen.“ „Man sagt: bei Gott ist kein Ding unmög lich! Doch nun zu Vincenz Frantoni, von dem Sie nicht einmal wissen, daß er der glücklichste Spelulant ist, den ich kenne.“ „Nein, wie schon gesagt, ich bekümmerte mich nie mindestens bibher um ihn, und that ich es in letzter Zeit einmal, so wirtklich am wenigsten, num den Chancen nachzufor schen, die er dem Glücke abgerungen hat.“ „Gut Sic werden nun das Nähere von thm hören, wenn Sie die Kramer sprechen sollten. Damit Sie aber dann nicht vietleicht Alles blind über Bord werfen, was diese Frau ihm nachsagt, die Sie verachten wer den damit Sie wenigstens wissen: wie er einstmals war und wie ich glaube, noch it: die beiden Dinge, die ihin don Jugend tuf ein ninte in Leben galten und die er odtes Capital bezeichnet hat sind: „Her. und Gewissen!“ teo nv en Der Notar erhob sich bei diesen Worten rafch vom Sopha, in dem er bidher neben Imhof gesessen hatte, legte den Brief in def sen Hand und trat an seinen Schreibtisch. Imhof bueb eine Weile wie betubt durch den Gedanten, das Kind eines soichen Mannues zu lieben. Rur muhsam faßte er sich um ruhig den Brief lesen du tonnen Das Schreiben lautete Chieago, Dienstag, 19 Dezember. Luzern, im Oktober 1852. Eriñnuern Sie sich meiner noch Schwer lich! Und sähen Sie mich, so würden Sie noch weniger in mir Lucie von Kramer, die einstmalige Nixe, erkennen. Dennoch weiß ich, diese Zeilen werden mich IJhnen verge genwärtigen und mein Bild in Ihrem Ge dächtniß wach rufen..— Was immer Siẽ boü mir gehört haben wenden Sie sich nicht von mir ab; wit we nig Sie geneigt sein mözrn, meinen Worten zu glauben rraneñ Sie mir! Die Ciederreiche Kette meines Verderbens hat nur einen udgangopuntt der tiefe Strom meines Elendõ, iü das ich gefunken bin, nür einen Urguell beides heißt: Vin—- cenz Frankoni! Ex, er alltin hat mich, wle ich spater er kannte, mit höllischen Künsten umgarnt nur: um mich aus der Residenz zu entfernen. Er hat mich loogetissen vom letzten Hält nei nes Lebend, von all' meinen Frennden und Bekannten. Warum den endlich ja endlich gefunden, und dieser soll jetzt zum Stricke für ihn werden, der ihn hinab zieht zu Elend und Verderben. Jahre lang hat er nun triumphirt jetzt aber bricht die Rache, die Vergeltung wie ich hoffe über ihn herein, und ich ich werde tri umphiren! Wie wodurch ach, Herr Doetor Rich ter· Sie, Sie tnten es clinoglichen, wenn Sie scüen Fedor Imhof zu mir senden, den ich einst flüchtig in Ihrem Bureau sah und in dem ich gleich. sonderbarer Weise, Anderes er kannte, als er sich dargestellt und wofür er dann galt Entsinnen Sie sich noch, daß in dem Angenblicke, wo er zuerst in die Nähe des Gandersberger Hofes trat, sich ein Stein von jenem Ban ablöste; den det Mainzer Trödler sich errüngen hat O —es giebt einen Gott, der rächt und dergut: Suchen Sie Imhof auf; senden Sie ihn mir, Herr Doctor, um jeden Prels, denn —ich habe ihim etwas zu sagen —zu fragen und—zu zeigen. Ich hoffe· dß ihn nHie ge rent, ju komen ich dente: er wird mir ewig dankbar sein, daß ich ihn rief! Er muß aber eilen sehr eilen denn ich bin krant, sehr ktrank. Ich bin dazu leider so fern der Heimath. Vor einem Jahre schon schrieb ich vom Krankenbette aus Aehnliches an Sie. Ich erhielt teine Antwort und Fe dor Imhof kam auch nicht! Das entsetzliche Weib—jene Sarah Stettenheim, die wie eine Klette an mir hängt und unter deren Obhut und Verwaltung mich sicher Vincenz Frankoni gestellt hat wie er einst auch den Mann in's Irrenhaus verbannte, der wohl niemals irre war diese fürchterliche Frau haib Teufel und halb Engel, deren Gott Vincenz Fran—- koni ist und die mein böses Verhängniß ebenso wurde, wie meine Rettung in der Noth sie hat sicher aus Gründen jenen Brief vernich tet. —Dieser hier, er wird geschrieben in Nacht und Duntelheit in jeneu flüchtigen Augen blicken, wo ihre zähe Natur, die sich im Wa chen—Ucberwachen meiner fast aufgerieben hat den Anforderungen des Schlafes er liegt Kommt Fedor Imhof, so mag er sagen, um zu mir gelangen zu tönnen, zu der man Nie mand läßt, wie eine stumme Wärterin er sei mein Bruder. Im Falle er nicht die Reise unteruehmen will, so sagen Sie ihm: um sei-- ner Mutter halber solle er es thun und tom men, denn sie betrifft, was ich ihm zu entde cen habe“ Das tiefe Schweigen, das nach Lesung je nes Briefes im Zimmer eingetreten war, un terbrach die Frage des Advokaten: „Nun, Imhof, was sagen Sie dazu und wann ge denten Sie zu reisen?“ Er erhielt keine Antwort. Erstaunt wandte sich Doetor Emanuel Richter vom Schreibpult fort und dem Sopha zu Fedor Imhof saß noch auf derseiben Stelle in der Ecke die Hand hielt noch den Brief, und nur der Kopf war tief zurückgesunten gegen Kissen und Lehune. Das Gesicht, in das der Advokat eine Secunde aufmertsan blicktte, zeigte sich kaum bleicher als zuvor, sah aber trark aus durch die fest zusammengepreßten Lippen und mit den geschlossenen Augen. „uUm Gott, was ist das?“ fragte der alte Herr, welcher den jungen Mann nur immer als Hüne an Gesundheit kannte dann stieß er einen lauten Schrei nach Hülfe aus. als er die eisestatten Hände berührte und jene au—- gen sich nicht öffneten, als er dringender fragte: was ihm fchle. Er sah nun, wie es stand: jene Natur, die durch acht Jahre den angestrengtesten Arbeiten Stand gehalten und sich längst ais die eiserne erwiesen hatte, wie ein Arzt sie einmal genannt—ste war jetzt überwältigt, war überwunden durch jene letz ten Zeiten des Briefes und Fedor Imhof zum ersten Mal in seinem Leben ohnmächtig. Drittes Capitel. Erwählen auch im Ganzen die Menschen „Engel“ weniger zu ihrem Vorbilde und be mühen sich nicht allzu eifrig darum, ihnen in den Tugenden gleich zu stehen, die man jenen überirdischen Wesen zuschreibt, so giebt es doch in einem Falle, wie in den meisten des Lebens, eine Auonahme von der allgemeinen Regel, und jene Lichtgestalt in den Pforten des Paradieses, die abwehrend das Schwert in Händen hält die Rechte des himmlischen Heiligthums zu wahren sie hat viel dunkte Ebenbiider und Nachfolger auf Erden. Wie tausendfach steht im Dasein ein Mensch dem andern im Wege—wie wehrt ewig Einer dem Andern, mühelos hinfort zum Gelingen zu schreiten nnd die Schwelle eines Glücks in Ruhe, in Frieden zu erreichen Und wie sel ten wird dieser Kampf mit offenem Visir ge führt; wie werden meisteno heimlich dem Gegner seine schwachen Seiten abgerungen und wie hinterlistig oft das Schwer: aus der Scheide gezogen, das ihm den Eintritt zu den Pforten seineo erträumten, heiß ersehnten Zieled wehren soll und—wehrt. So verschieden die Fälle des Lebens sind, wo ein Mensch das Hemmniß und Hinderniß dessen wird und ist, wie sein Bruder inChristo heißt und dem er oft einzig aus Neid oder Bodheit das Vorandringen wehrt so ver schieden auch die Ursachen, welche die Kinder Gottes auf Erden mitunter antreiben, sich ge genseitig der Teufel zu sein, Den offenen Bruderkrieg, wo ehrlich Mann gegen Mann tämpft Jeder das einsetzt, das er nur einmal im Leben zu verlieren hat: „die Hülle seines Körpers die Wohnung seines Geisteos“ diesen offenen Kampf, wo doch eine gewisse Gleichheit immer herrscht mit erbittertem Wort, mit härtestem Tadel anzugreifen, da, ja da sind immer tausend Zungen bereit, tausend Federn geschäftig. Und jener andere Bruderkrieg? dieser heimlich geführte des Geistes, oft weit ver dammenswerther warum, warum erregt er nur so oft, anstatt den tausendsten Theil des verdienten Abscheus zu erwecken, mit dem sich die Meuschheit beim andern Kampfe so breit macht Freude, unverkennbarste Freu de warum regt sich da beim oft so unge rechten Triumphiren des boshaftesten Geg ners teine kräftige Hand zum Schutze des Be drängten; warum öffnet slch da so selten die Lippe zu ein m vertheidigenden Wort. die Rechte des Nächsten zu wahren Wir verlieren uns mit diesen Fragen über die Räthsel der menschtichen Ratur die trotz alles Forschens noch niemand Anderes ïste, als daß diese mit göttlichen Kräften ausgerũstete Natur des Menschen aus un erklärbaren Gründen so oft dem Gegenfatz huldigend: dem Bösen und Teuflischen ver fällt —wir verlieren uns mit diesen Fragen. an's Allgemeine gestellt, aus dem engeren Ge sichtotreis unserer Erzähtung. Es lst aber nur scheinbar, denn wir stehen auch bei ihr vor jenem uralten und ewig neuen Problem ded Lebens: warum sich ein Mensch so ost berufen fühlt, der Feind des andern zu sein, und warum der Braderkrieg des Geistes im mer ein geduldeter ist und so vielfach Freude regt? en nun aber im Laufe der Jahre die Er kenntniß für die cine Seite des Bruderkrieged eine so rege, lebendige und klare geworden ist, diese Anschauunga der Humanitt sich glück licher Weise mehr und mehr aus uund mit der vorschreitenden Civilisation entwickelte sich durch die Nacht von alten Vorurtheilen gleichsam Bahn gebrochen hat wie ein Son nenstrahl und dies Licht der Erkenntniß im mer heller die Geister der Menschen und Na tionen durchleuchtet diese humane Ansicht, gleichsam eins der gesundesten Kinder unsereo produetiven Zeitalters ist—so muß auch die Hoffnung in uns leben und das Zu— traucn zu der so viel leistenden Menschheit in uns wohnen, daß sie auch noch einsteno zur Ertenntuiß gelangt: wie verdammenowerth der Brudertcicg des Geistes oftmals ist, und wie er mehr an Unglück und an Schaden mit sich bringt, als jener osffene Kampf mit den Waffen in der Hand und wo die Chancen streitender Parteien mehr gleiche sind. Wo Abhülfe dafür zu finden ist leider nur hauptsachlich, wie wir glauben, in dem: etwas mchr Werth auf die Bilduug der Her zen zu legen und dem Gewissen nicht zu weiten Horizont zu öffnen! (Fortsetzung folgt.) Zwischen Evanoville, Ind. und Chieago e rie Terre Haute und Danville Dura düge mit Schiaswaggons eingerichtet. Kunklux-Greuel. Bei den Kuklur-Prozessen in Columbia, S, C., ftommen ganz grausige Dinge an den Tag; unter vielen hunderten von ähnlichen Fallen ist auch folgender: Für die letzte Stgatswahl waren im Limk tone Hiftritt sü Spartanburg County der Weiße Champion und der Farbige Bouldon zu Wahirichiern ernännt worden Die Ku—- tluxe dachten, es sei das Beste, die Wahl zu verhindern. In der Nacht des Sonntags vor dem Wahltage brachen zwei Kukllux Abthei lungen auf; die eine zoß nach Champion's Haus, die aüdere nach dem Hause Boulden's, un belde Männer an einen bestimmten Klatz zu bringen; dies geschah, und mit Bouiden wurde auch dessen Frau herbeigeschlepht; sie säugle zu jenet Zeit ihr fünf Monate altes Kind; aber di- Unholde rissen das Kleine von der Mutterbrust und schleppten Frau Boulden mit. An dem bestimniten Platze wurden Champion, Boulden und Frau Bouiden ent tleidet und dann alle drei so fürchterlich durch gepeitscht, daß das Blut an ihnen hierab strömte. An der armen blutenden Frau ver übten die Scheusale dann noch andere un nennbare Verbrechen. Die Kunde von diesen Greueln verbreitete sich schnell in der Gegend, und hatte die von den Kutluxen bcabsichtigte Wirkunga Niemand wogte, däd Wahl— richteramt im Limestone-Distrikt zu überneh men, und die Waht unterblieb Boulden und seine schwer mißhandelte Frau flüchteten nach der Stadt Columbia; und dort sah eine ganze Reihe der verläßlichsten Zeugen, darunter Bundessenator Robertson, Gouverneur Scott, Frau Carpenter die Wunden der Frau Boulden; nicht nur der Rücken war ihr zer sleischt. fondetn in ihret Brust halle sie eine tiefe Wunde von einem Messerstlch. Nicht zu t don So Mutlerbrut zu entreißen, hatten die Unmenschen auch die Mutterbrust zerfleischt. Achnliche Fälle kamen in Spartanbnrg Co. noch mthr vor; und iü Fort County ereigne ten sich sechöhundert derartige barbarische Durchpeitschungen. An den Kuklux-Verbin-- dungen und Kutlux-Greuein in jenen Coun-- ties und an den mït ihnen verknüpften Sce nen bestialischer Unzucht nahmen sogar Jun gen von 14 Jahren Theil; so allgemein ver breitet war dort der Kuklux-Klan. Den beiden großen Advstateu, die sich durch Audosicht auf hohes Honorar bestimmen ließen, als Vertheidiger der Kukluxe in Südcarolina zu fungiren Reverdy Johnson von Mary—- land und Henry'Stanbery von Ohio steigt denn doch im Gerichtssaale zu Columbia, S. C, zuweilen die Schamröthe in's Gesicht. Und Stanbery gestand in einer seiner Reden seibst ein, daß die verbrecherischen Banden in Yort County so mächtig gewesen seien, daß sie die Gerichte eingeschüchtert und den Gang der Gerechtigteit gäänzlich gehemmt hätten Ja er betkannte auch, daß ed die Pflicht des Praã— sidenten der Ver. Staaten gewesen sei, auf den Ruf des Gouverneurs von Südcarolina mit Truppen einzuschreiten und die verbreche rischen Banden niederzuwerfen. Nur sollte nach Hrn. Stanbery nicht das Bundesgericht, sondern das Staatögericht unter dem Schutze der Waffen des Bundes über die Verbrecher aburtheilen. Alle jene Greuelthaten hatten einen streng politischen Zweck. Wie Champion und Boul den und Frau Boulden mißhandelt wurden, um eine Wahl im Limestone-Distrikt zu hin-- tertreiben, so wurden hunderte und aber hun-- derte von Unionisten gemartert, um sie vom Stimmen für die republikanische Partei abzit schrecken. In fünfhundert von Oberst Merrill und seinen Mit-Offizieren untersuchten Fäl len von Durchpeitschung stelite es sich heraus, daß dad Opser jedesmal durch feierlichen Eid sich verpflichten mußte, nie wieder für republi tanische Candidaten zu stimmen Und all diese Greuel glaubt maun beschönigen zu köunen durch das Geschrei über Carpetbagger-Cor ruption! Das Schönste dabei ist, daß in den betreffenden Counties Südcarolina's gar keine Carpetbaggers regieren, sondern gut fsüd carolinische Dem otraten. Den Bundestruppen gelang es auch meh-- rere der Peitschen weazunehmen, deren sich die Kukluxe gegen ihre Opfer bedienen. Die so— genannte neunschwänzige Katze ist noch eines der milderen Marterwerkzeuge der Kukluxe; in extremeren Fällen aber bedienten sie sich, wenn nicht Bowiemesser und Revolver dem Leben dee Opfers ein Ende machen sollten, deo sog. „Nagellator“. Diese Peitsche aus star tem Leder ist zwei Fuß lang und drei Zoll breit und hat unten cine bequeme Handhabe; in dem Leder der Peitsche stecken Nägel, die beim Zerfleischen des Rückens bid in die Rü ckenwirbel dringen. Wir wollen keinem von Jenen, die noch im mer das Kukluxthum beschönigen und den Präsidenten der Ver. Staaten wegen seines pflichttreuen Einschreitens gegen dasselbe als einen Tyrannen und Despoten verschreien, die nähere Betanntschast mit dem, fagellator“ wünschen. Bal. Wecter. Alexis (ab). New-PYork, 8. December. Es ist bestimmt in Gottes Rath: daß man vom Liebsten was man hat, muß sche-i-den, ja sche—i—den Alexis ist fort und hinter dem gen Bosten dampfenden Eilzuge sieht das Corps der Scharwenzler her, mit getnickten Herzen und mit geknickten Beinen! So muß sich Alles, Alles wenden! Verwaist stehen im Clarendon die großfürstlichen jnnggeselligen Zimmer, in denen er gewandelt und von Zweckessen und Zweckbällen audsgeruht und der Hotelier überschlägt, durch Thränen lchelnd, den Gewinn, welchen ihm der Besuch des hohen Gastes abgeworfen. Jungfrauen schluchzen der große Großfürst hat's ihnen angethan! Die Hundertdollarmänner haben die Sprache verloren. und seufzend zahlen sie die Rechnungen. Mit der Geschwindigkeit einer Perle im Pokal des moussirenden Schaumweines ist die hohe sechöfüßige Gestalt des Czaarensohnes ihnen unter den Händen entwischt: der Rausch verflogen und nur der Jammer der Katzen im Schädel geblieben! Am Flügel senden die Schönen wieder ihre Grüße an den, der in der Ferne weilt und nimmer zurückkehrt, ach! Und Alexis denkt im Herzen: „Ein ander Städtchen, ein ander Mädchen das ist so Fürstenloos. Gesiern Vormittag hielten vier geschlossene Kutschen vor dem Clarendon, von dessen Zin-- nen herab zum letzten Male der russische Doppeladler im knallgelben Felde melancholisch iu der ichneeschwangeren Atmosphäre wehte. Noch einige Augenblicke: und zusammenge rollt wandert der Doppeladler in die Rumpel tammer zu der abgenützten Familienflagge des Prinzen von Watles und seines dear brother Arthur! Wir fühlen uns wieder Republikaner und kauen Tabat und schieben alle Neune ohne Konig! Vor den allerhöchsten Gemächern anti chambrirten Freiverr von Aspinwall und Al bert von Bierstadt. In Ermangelung von Orden hatte der Maler sich mit einem Mili tärmantel decorirt, um als Herr von Stande Alexis zum Lebewohl die Hand zu drücken: Und das hat mit seinem Namen der Czaaren fohn gethan! Im ernsten Zwiegespräch stan den sie in einer Fensternische zusammen, tiefer Schimerz matlte sich in ihren Zügen über die Abreise des Fürsten, und der Special-Artist der „Illustrirten Zeitung“ stand von ferne, um den Kummer der Antichambristen auf ein Blatt seines Skizzenbuches zu bannen. Alexis trat ein, Wehmuth erstickte seine Stimme: „Meine Herren es muß sein! Papa—!““ „O, mein Fürst!“ schluchzten die Beiden im Chore. „Haben Sie Dank,“ ermannte sich endlich der Großfürst. „Leben Sie wohl wöhier am wöhlsten!“ Da weinten zusammen die Cavalier' Wohtl ob der fchmerzlichen Stunde, Der eine sprach: „Wie weh wird mir Wie brennt meines Herzens Wunde!“ Der and're sprach: „Das Licd istaus, Auch ich muß mit Dir weinen; Ich spüre des Katzenjammers Graus, Kaum halt ich mich noch auf den Beinen! „Muth!“ schluchzte Alexib „Wenn Freunde auseinander geh'n, So sagen sie, auf Wiederseh'n!“ „In einem besseren Lande, liebe Herren. sehen wir uns wieder!“ „Bei Ihrem Papa an der Newa fragte schüchtern der Eine. „In St. Peteröburg werden wir zusammen ein Beafsteat a la tartare verspeisen!“ „Beim heiligen Andreas, so deklamirte der zweite Cavalier. „Wir halten Sie beim Wort, mein Prinz: Ein Wort ein Mann!“ Columbia hörte den Schrei der drei Männer in Clarendon, verhüllte ihr hehres Antlitz und weinte, weinte bittere Thränen! Der Chor der unsichtbaren Duntkelgeister aber heuite grinsend: „Republicanism is a failurel“ Auf der Sträße vor dem Hotel hatten sich inzwischen zwei boot-blaeks und ein news boy in Masse versammelt, und als Atexios mit dem Freiherrn von Aspinwall in den Wagen stieg. riesen die Dreie: „Hurrah!“. Und hui! flogen die Rosse über die Ebene dahin. Keine Demonstration auf der Straße, keine Ovationen am Bahnhofe: Unser Volt hat einen gesunden Sinn, und bei der Masse des Voltes ist die republitanische Staatöverfafssung eine „failure!“ Das russische Geschwader fegelt nach Ha vana und von dort nach Pensacola, wo Alexio sich wieder einschiffen wird, um nach Europa zurückzukehren. Die amcerikanische cia hat sich bereits zerstreut und gestern Mittag ging vot dein Gipsel ded Fägaeuschiftes bit Admiralsflagge herunter. Hail Columbia! N. V. Dem. Bundes-Läudereien, Patente, Pen sionen. Die folgenden, dem Jahresberichte ded Mi nisters des Innern enlnommenen Rittheitun gen dienen zur Ergänzung der Botschaft des Vräsldenten: Während des vetgangenen Jahres sind 1,389,082.37 Adter Congreßland gegen Bä-- zahlung vertkauft worden. Durch Mititär Botinth Land-Warrants. welche die Gesetze von 1847, 1850, 1852 nnd 1855 gewhrten, wurden 525,92000 Acker aufgenommen. Durch Heimstätten-Anmeldungen wurden von der öffentlichen Dorätte obgesondert 4,600,- 326.23 Acter und durch Scrip Locationen der Agricultur Collegien 494,446 98; den Eisen bahnen wurden gewährt 2,911,938.36 unv für Heerstraßen 239,062,08. An Staaten wurden an Sumpfländereien verwilligt 48, 597.04; duxch Chippewa und Siour-India ner Sctip wurden aufgenomnen 16,518.00 Acker Zusammen wurden 10,605,792.03 Acker veräußert. Es wurde hierdurch gegen das Vorjahr über eine Fläche von 2,511, 379.03 Acker mehr disponirt. Die Einnah men mit Einschluß der Gebühren der Local beamten betrugen 82,929,284.70. Im Patentamt wurden im letzten mit dem 30 September 1871 endenden Jaht 19,429 Patent-Gestüche t. und 181 Gesucht um Pa—- tentverleihungen eingereicht. s wurden 12,- tenc -t ruerunaeu ausaeñellt und 147 Patente wurden verlängert Es lie fen auch 514 Gesuche um Gewerbomarken ein, und es wutden 432 Gewerhomarten ausgege ben. Die im Laufe des Jahted empfsangenen Gebühren beliefen sich auf 5671,583.81 und die Ausgaben auf 5560,041.67, so daß ein Ueberschuß von $111,542.14 verblieb Für das nächste Etatsjahr wird eine Bewilligung von 5606, 400 verlangt. Auf der Pensiondliste stehen jetzt die Namen von 634 Wittwen und Soldaten des Revolu tionskrieges. Sie haben sich seit dem letzten Jahreosbericht um 93 vermindert. Auf den Listen stehen auch noch die Namen von 1214 Wittwen und Kindern von Soldaten, die vor nach nach dem Revolulionskrieg gedient hat ten. Die Zahl ist um 72 niedriger, als im Jahr vorher. Im letzten Etatsjahre wurden bezahlt an Militär-Penstonäre 312,304, 520 37; an Wittwen, Waisen uud abhängige Ver wandee S2O, 188, 409.70, zusammen $32,492,- 930. 08. Am Ende des Etatojahres waren auf der Liste der Märine -Pensionre 1377 Mann mit F 125,333. 25 Jahres Pensionen und 1673 Wiilwen, Waisen und Abhängigen mit 8257,682 Jahres-Pensionen oder zusam men 8382,915.25. Bezahlk wurde im Jahre an Marine-Invaliden und Wittwen zusam man $5Bl/387.61. Die Zahl der im letzten Etatsjahr gewähr ten Pensionen ist 17,060, von den Listen wur den gestrichen 8251. Es blieben noch 207, 595 Pensionäre übrig Es wurden im Laufe des Jahres 33,077,383. 63 Pensionen bezahlt oder um $5,296,571.82 mehr als im Jahr zuvor Im Laufe des Jahres wurden 2598 Bounty Land Warrants auf 407,160 Acker erlassen. Es wurden 8918 Personen mit künstlichen Gliedern versehen. Das Pensionsamt hat noch 33,182 An sprüche auf Invalitenpensionen und 35,597 Ansprüche von Wittwen und Waisen zu be scheiden. Es liefen auch 24,844 Ansprüche von Soldaten aus dem Kriege von 1812 und 7101 Ansprüche von Wittwen solcher Solda ten, zusammen 31,945 Ansprüche ein, von denen 7871 beschieden worden sind Alle der artigen Pensionen, die dem Gesetz vom 14. Februar 1871 ihr Entyehen verdanken, dürf ten auf 18,095,855 44 geschätzt werden. Die Indianer in den Ver. Staaten. Der Jahreöbericht des Ministers des Innern macht über die Indianer in den Ver. Staaten folgende Mittheilungen. Mit Einrechnung der auf 75.000 Köpfe ge schätzten Eingeborenen von Alaska und von 3663 in Fiorida, Nord-Carolina, Indiana, Jowa und Texas verstreut lebenden Indianer ist die Gesammtzaht derselben im ganzen Ge biete der Ver. Staaten auf ungefähr 321, 000 auzugeben. Davon hausen im Washington Territorium 15,4857, Oregon 24,503, Cali fornien 7383, Arizona 5000 Nevada 6000, Utah 12.800, New Mexico 18,640, Colorado 7,300, Datkota 27,815, Idaho 4469, Mon tana 18,825, Wyoming 2400, Nebrasta 6410, Kansas 6025, Indianer Territorium 53,476, Minnesota 6377, Wisconsin 6355, Michigan 8099, New Yort 4805 Zusammen 242,371. Die Indianer sind jetzt auf Reservationen untergebracht. die eine Landfläche von 228, 473 Quadratmeilen oder 137,846,971 Acker um-- fassen. Zicht man hiervon das südlich von Kansas gelegene Indianer-Territorium ab, dann verbleibt noch eine Bevölkerung von 172,000, die auf Land-Reservationen wohnt, welche eine Fläche von 96,155,785 Ackern ent sprechen. Es kämen demnach auf den Kopf 58 Acter. Das sogenannte Indianer-Territorium liegt westlich von Missouri und Arkansas und süd— lich von Kansas und enthält 44,154,240 Acker Land und eine Bevölkerung von circa 60, 000. Westwärts bis zum 96. Grade westlicher Länge ist die Scholle von der besten Qualitt; das Land ist wohl bewässert, wohl bewaldet, uud wohl im Stande, die daruf verwendete Arbeit mit den reichsten Erudten zu lohnen, westlich vom 96. Längegrad ist das zwischen jenem Punkte und Arkansas liegende Land gebirgig und bietet dem Ansiedler geringere Vertockun-- gen dar. Indessen weiß man, daß das Ge birge reiche Schätze an Kohlen, und wie man vermuthet, an werthvollen Mineral-Ablage rungen enthalte. Im Arkansas-Thal ist der Boden wieder auf eine Breite von 10 Meitlen vortrefflich, während weiter westlich dgs Land, obwohl es nicht so reich wie die östliche Gegend ist, immerhin den Bedürfnissen der Farmer Genüge leisten kann Gegenwärtig kommt eine Person auf jede 630 Acker. Koönnte die ganze Indianer-Bevölkerung, auch die von Alaska, und diejenige, die in den Staaten zerstreut ist, im Indianer-Territorium unter gebracht werden, dann würden noch immer iB3 Acter per Kopf, und zwar für die ganze Añzahl vorhanden sein, so daß Land genug vorhanden ist, um ihnen Allen bequeme Heim stätten zu geben. Dies ist das Ziel, welches die Bundesverwaltung zu erreichen bestrebt ist. Würden die zerstreuten Stämme alle im Indianer-Gebiet gesammelt, dann würden 93,699,731 Acker Land frei werden, das sie jetzt inne haben, und der weiße Ansiedler toõnnte es in Besitz uchmen und cultiviren. Aus dem Reichslande Elsaß. Reisebriefe von Daniel Hertle. 1 Wenn man jetzt auf der Eisenbahn durch die Pfalz aufwärts nach den neuen Reichs ländern fährt, so vertiert man leider die Schoönheiten des Vogesengebirges, da man von der in der Ebene hinziehenden Bahn aus nur die allgemeinen Umriffe der blauen Berge sehen tann. Schon bleibt sie immer, die rebenumgürtete Palatia, mit ihrer Krone von Burgen, zu deren Fällen weit in der Ebene der Vater Rhein seine grü nen Wasser dem Meere zuführt. Aber die ses Jahr bl.ckt unsere Palatia ziemlich sauer drein, denn der Wein ist beispiellos sauer, ein Gewächs, das „selbst den Teufel rasend machen kann.“ Doch batid sind wir in dem Bahnhofe zu Weißenburg, mitten auf dem Schlacht felde des 4. August '7O. Nuk die amen tiegenden Gräber der gefallenen Soldaten erinnern noch an den dentkwürdigen Tag alles Uebrige ist still und friedlich; in Ame rika würde man es menschenleer nennen. Rechts im Rorden steigen die Höhen von Schweigern auf, lints hinter einem Hügel liegt der Geiöberg und im Hintergrunde der Stadt erheben sich die Berge der Vo gesen in anschunlicher Höhe. Noch stehen die alten Festungösma ern mit zwei Linien und Graben; noch erblicken wir die Zug brüctke des inneren Walies mit den schweren Ketten, wie vor dreißig Jahren keine einzige Spur erzählt uns von den wüüthen den Straßentämpfen, dessen Schrecken nur noch auf den mürrischen Gesichtern der Einwohner zu entdecken ist. Das alte, ge müthliche, gastfreundliche Weißenburg exi stirt nicht mehr; die Siraßen sind öde bis in's Unglaubliche; man sieht teine einzige elegant gelleidete Dame; meistens in ihrer tölpelhaften Nationaltracht, Arbeitöleute und hie und da einen preußischen Soldaten. Die Leute scheinen sich förmlich in ihren Häusern zu vertricchen und überdies stnd die meisten jungen Leute theils nach Amerita, theits nach Frankreich zur Armee. Die deütschen Beamten fühlen natürlich das Peinliche ihrer Lage, denn sie steben ganz iso lirt; über dem ehemaligen Gebäude des Tri bunals liest man jetzt in goldner Schrift: „Kaiserllches Friedendgericht“ und an dem Posten der Haüptivache wandelt die unnahbare Nummer 51. Vickelhäuhe gutes Muthes auf und ab. Selbst die Bietwirthe niachen böse Gestchtet, aber aus einem andern Grutde, nämlich, wie mir Einer anvectraute, „die Preußen haden kein Geld mehr.“ Wenn ein Elsässer diese Dinge heute mit Zngrimmi betrachtet, so kann er eo immer noch nicht begrcifet baß dies Wirtlich keit ist; er hält und hielt es für utninöglich für unsinnig, und doch stößt er jetzt an allen Ecken auf diese rauhe, gräßliche Wirklichkeit. Ueber den Kampf des vorigen Jahres habe ich Einigco nachzutragen, das wahrscheinlich noch nicht gedruckt wurde. Die Preußen ka men dein Bäitin, die dutch das deutsche, öst liche Thor cingedrungen warer, durch das französische, südliche zu Hülfe, fo daß die Fran szosen in der Hauptstraße zwischen zwei Fener kamen üüd gensthigt wurren, durch das bil sche Thor ins Gebirge zu süchen ede Frage, wie die Preußen in das Thor herein tamen, antwortete mir ein Mann, dessen Haus hart am Thor nnd Wetl teat und ein Augen zeuge war, daß das Thor schadhast wer und eine Spalte offen ließ, durch die ein Mann nach dem andern hereinschlüpfen konnte, es seien nur zweihundett BMann Franzosen in der Stadt gewesen; die Preußen, bon denen viele am Thore gefallen seien, hätten ihre Todten wieder hinausgeschleppt so daß man nie erfahren konnte, wie viel ste verloren hät- Aen e. Nach dem Zengniß ztbeier duverläsiger Aerzte don Bergzabern ist in einem dortien Hospitale ein Lieutenant gestorben, der auf dem Todesbette betheuerte, er sei, als er ver wundet in der Straße lag, don einem Frauen zimmer geschossen worden, und beschritb sogar das Haus, aud dem der Schuß fiel. In der That erter die Aerzte in seiter Wunde Schrottörnet, ünd fo noch bei mehreren Ber wundeten, ein schlagender Beweis, daß Jagd geweyre der Bürger im Kampfe benützt wur den. Tragl-komisch ist Folgendes: Nach der Schlacht von Woörth hängten die Bürger von Sehweigern gerade über der bairischen Grenze, so zu sagen ini Atigeßehte der Weissenburger, die deutsche Fahne ais Freudetzeichen aus. Letztere, die stets gewöhnt waren, an schönen Nachmittagen in Schweigern ihren großen Schoppen zu trinken, wurden wüthend über diese Kühnheit und drohten, in der Nacht das ganze Dorf abzubrennen. Die von Schwel gern stellten in der That längere Zeit Nacht wachen aus, um ihre Häuser vor Schaden zu bewahren. Die preußischen Offiziere haben ein großes Haus gekauft, in dem sie sich gesellschaftlich unterhalten können, da jeder soziale Verkehr mit den Bürgern abgeschnitten ist Komisch ist es, zu hören, wie jetzt jeder Elsässer, wenn er es nur halbwegs versteht, französisch spricht, Früher hatten sie stets die Gewohnheit, in Ge genwart der „Wälschen“ ,ditsch“ zu sprechen, weil die Franzosen sich über thre schlechte Aussprachen lustig machten; jetzt, da keine Franzosen mehr da sind, sprechen ste französisch nach Herzenslust. Ueberhaupt schwanten sie so zwischen Widersprüchen, daß sie bald nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht So z. B. giebt jeder intelligente Elsässer zu, daß der Sieg Napoleon's ein Triumph des Jesuitibmus und Cäsaribmus über ganz Europa gewesen wäre, aber heißt es dann, bei Sedan hätte Frieden gemacht werden sol len -c. -c. Ein reicher Republitaner in einer Stadt Lothringens bewirthete einen preußi schen General drei Tage lang und als letzterer beim Abschiede sich mit dem Bemerken bedantkte, daß er noch selten so gut bewirthet ivorden fei, gab ihm sein Gastgeber zur Antwort: „Wenn Sie mir den Napolen gefangen zurückbringen, gebe ich Ihnen noch besser zu esfsen.“ Der General verspr.ch, sein Bestes zu thun, aber dennoch ist unser Repnblikaner heute gar nicht gut auf die Preußen zu sprechen, obgleich sie ihm den Napolean gefangen haben. Was wir in Amerita oft als Conjektur aus sprachen, daß nämlich der Krieg mit der Un fehlbarteit im Zusammenhange stche, wird leider hier durch Thatsachen bestätigt. Die meisten alten Republitaner, die dem Napoleon nie den Eid geleistet hatten, stimmen auffal lender Weise darin überein, daß sie im Falle eines Sieges Napoleon's nach Cayenne ge schickt worden wären“ Die Prescriptionslisten sind gefunden worden und eds fehlte außerdem nicht an mündlichen und schriftlichen Drohun gen in dieser Richtung. Die Protestanten wären zur Aus wanderung gezwungen worden und erst gestern habe ich einen reichen Fabri— kanten gesprochen, der einen Drohbrief dieses Inhalts erhielt. Seine Frau ging mit dem Briefe zu dem Pastor und fragte, was dies zu bedeuten habe. Der Gesalbte antwortete, daß auch er seine persönliche Feinde habe, und daß er Nichts in der Sache thun könne. Ueberhaupt spielt das religiöse Element in Elsaß und Lothringen noh eine Rolle, wie man es in Deutschland für unmöglich halten würde. Es cireuliren z. B. jetzt Petitionen an die deutsche Regierung für Einführung des Schulzwanges. Die tatholische Geistlichkeit droht allen Unterschreibenden mit ewiger Ver dammniß, und in der That sind Fälle vorge tommen, daß Leute in Folge dessen ihre Un terschrift zurückgenommen haben. Viele der gebiidetsten mit dem Schicksale Frankreichs sympathisirende Leute machen keinen Hehtl darus, daß sie zweifeln, ob jemals dieses Voltk wiceder gefundea werden könne, denn sie seibst, wie wir, haber erst nach Audbruch ded Krieges den bodentosen Ahgrund der Corruption ent deckt. Ebenso viele wissen ganz gut, daß, wenn jemals das Geschrei des Pariser Pöõbels nach Rache, d. h. nach einem zweiten Kriege, zur Audführung käme, über Frantreich das Schicksal Polens hereinbrechen würde. Was von Weißenburg gesaagt ist, gilt in noch viel höherem Maße von Straßburg. Aehnlich, wie iu Frankfurt 1866? scheint anch hier die Geldaristotratie und das Patricier thum die heftigste Opposition zu machen. Alles zwingt sich, französisch zu sprechen, und ko misch genug ist es, dieses Elsaãssich französisch zu hören. In den Hotels macht sich die pa triotische Erbitterung dadurch Luft, daß man ungeheure Rechnungen bezahlen muß. Auch hier ist die Jugend verschwunden und es sollen bereits über 20,000 ausgewandert sein, die täglich durch zuziehende Deutsche er ersetzt werden. Das Steinthor ist neu gebaut, mit deutscher Inschrift, aber die beiden Brücken über die zwei mit Wasser gefüllten Gräben sind noch sehr provisorischer Ratur. Die Ci tadelle ist bekanntlich ganz zerstört; die ehr würdige Bibliothet liegt bis zum Erdgeschoß in Trümmera; das ganze Stadtviertel am Steinthor bietet heute noch ein grausenhaftes Bitd des jähen Untergangs. Nur wenige Häuser an der Steinstraße sind wieder aufge baut. Sie sprechen weder französisch noch deutsch, diese furchtbaren Trümmer, aber sie verkünden deutlich genug die Thorheit und den Eigensinn der Menscher, die heute noch ihre Niederlage nicht eingestehen wollen. Wie Zeus, der Donnerer, blickt ernst und ehrwür dig der Münster auf diesen jähen Wechsel der Geschichte herab, in göttlicher Indifferenz, wie die Logit der Weltgeschichte setbst. Auf seinen Zinnen weht wieder zum ersten Mate seit 190 Jahren das Banner des deut schen Reiches hoch oben über dem kleinlichen Treiben der Sterblichen. Nur die Orgel und einige Feusterscheiben sind beschädigt, aber das Innere ist duntler geworden, da nur Fenster mit Glasfarben angebracht sind, die dad Licht nicht durchlassen. Soll diese fromme Dun—- telheit vielleicht die Trauer Frankreichs. spe ciell des franzsischen Clerus bezeichnen Trotz alter Redendarten iß bioher noch nicht Viel geschehen, um die Bewohner des Elsas ses und Lothringens von den franzosischen Steuern zu befreicn Die einzige Verbesserung ist die Abschaffung des Tabackomonopols, wodurch der Taback schon um ein Drittel und mehr im Preise gesunten ist. Aber die kaiser liche Regierung führt in Straßburg die dort gefundene Tabackofabritk der französtschen Re gierung fort und hat in den letzten sechs Mo naten einen Profit von 16 Procent gemacht, worüber sich die übrigen Fabritanten sehr grämen. Der Sterbfall, die Fenstersteuer, die außerordentlich gehässige Steinsteuer, Alled, was unter den sogenannten,„droits reunis“ begriffen ist, bestehen noch, und es sieht beinahe aus wie tkleintiche Habsucht, diese genug geprüften Provinzen noch immer mit diesen in Deutschland unbekannten Din-- gen zu belasten. Im Ucbrigen wird setbst von Elsässern die Milde der deutschen Regie rung anerkannt und es sehlt fogar nicht an Stimmen, die ein strengeres Regiment ver langen. 2. Saarunion Lothringen, 11. Nov. 1871. Das französische Lügensystem blüht wieder neu auf, und ich muß schon gleich eine ekla tante Probe davon geben. Vor einigen Ta gen lass ich in dem Journal des Debats, das bisher noch zu den ruhigsten zählte, einen ganz furiosen Artitel gegen eine Rede, die der Staats»rolurator Popp bei Eröffnung des Gerichts in Stradburg angeblich gehalten hatte. Die Debats übersetzen die Rede, wie folgt: „Jedes Mal, wenn ed sich darum han delt streng zu sein, schont nicht (n'epurgnez pas); züchtigt ohune Erbarmen; vergenet nicht, daß die Guade ein Fehler, dag die Magiguug eine Gefahr wäre -æ Ueber dirse Worte ereifern sich die Debats so arg, daß ste die Worte von Tacitus auf die Deutschen anwen den Vbi volltudinem sacient, pacom ap pellant. Nun stellt sich aber herans, daß die ängefuhrten Worte vollständig gefatscht sind, und daß Herr Popp nur etwa Folgendes sagte: „WMiide üben, wo nur immer die Ver hältnisse es gestatten, Strenge, ugerbittliche Strenge aber waiten lasen, wo Verzeihung nur Schwache, Schonung nur Selbstgefähr dung wäre“ Esõ ist ganz llar, daß solche Lügen absicht lich fabrizirt iverden, um das Vott von Neuem aufzureizen zu dem „zweiten Kriege“, don dem hente noch in ganz Frankreich und auch hier mit einer gewisen Zuversicht gefptochen ivird. Es wurde mir gestern ein Brief einer jangen Dame vorgelesen, die mit ihtem Man die Schreckentage der Belagerung uttd der Commune in Poris erlebt hat; sie schreibt von dork, daß wan von Richts spreche, als von dem Rachetriege und bittet Gott und alle Heiligen, daß sie verschot würden von einem abermaligen Kriege. Das Kriegsögeschrei dient der Regierung, die auf allen Seiten in Ver legenheit ist, finanziell und potitisch als Blitz ableilet, denn kein vernünftiger Mensch kann begreifen, wie Frankreich jetzt einen Krieg an fangen tönnte. Daß die jeizige Republit nicht bestehen tkann, giebt Jedermann zu, und es handeit sich blos um die Nachfolger: entweder ist es D-c d'Aumale, oder Napoleon. Die Stimmen in der öffentlichen Meinung sind darüber getheilt; ich für meinen Theit glaube, dag d'Kmale der Erbe dieser Sündfluth sein wird. Nach allen mündlichen Berichten herrscht ein entsetzliches Durcheinander in der Regie rung in Paris resp. Verfailles, und die mel sten Journate sagen offen und ungestraft, daß der jetzige Zustand nicht forthestehen tann. Zudem deuten die letzten Operationen der Regierung mit der Bank von Frankreich auf eine zukünfcige, berdbesserte Ausgabe von Assignaten hin, d. h. auf einen Staatobanke roit Das verhängnißvolle Wort: „RNach uns die Sündftath,“ fliegt wieder durch die Luft, und zu meinem Erstaunen habe ich von streng-französisch gesinnten Eisassern die An sicht als selbstverständlich aussprechen hören, deß Frankreich den Rest der Kriegöschuld zu bezahien nicht im Stande fein werde. Der „zweite Krieg“ müstte demnach vor Ablauf eines Zaluhngotermines begonnen werden, um das Schwert in die Wagschatt zn legen Auch darüber sind vernünftige Leute hier ünd in Frantreich einig, daß ein zweiter Krieg glelchbedeutend mit dem gänzlichen Uutergan ge Frantrelcho fel, daß ohnchin jetzt schon be-- dentliche Syinptome einer potitischen und mo ralischen Deeedenz zeige. Aber diefeiben Leute, die in einem tichten Augenblicke Achnliches voraussehen, verfallen in dem nächsten Au genblicke wicder in. den nationaten Wahnsinn zurück, iedem sie mit „Wenn“ und,Aber“ die Siege der Deutschen verkleinern und auf einen Krieg mit Hütfe Rußlands hoffen. Wie im Lügen, so sind die Leute umgelehrt im Glanben von Lügen und im Richtglauben der Wahrheit, wenn fie ihnen nicht gefällt. Ein Beispiel: Wahrend des Krieges, nach Worth, wurde hierher, wo natürlich die große Mehrheit auf den Sieg der Franzosen hoffte cine ganze Reihe glänzender Siege der Fran zosen gemeldet, die natürlich gegiätbt wurden. Als aber die deutschen Truppen, die hier la—- gen, die Nachricht von Sedan erhielten, wurde sie 14 iang nicht geglaubt. Endlich schickte man mit großem Kostenaufwand einen Boten durch die deutschen Linien, der nach drei Ta—- gen Abwesenheit eine französische Zeitung tte— die so ziemlich die Wahrheit ent hielt. Wenn man ihnen heute aufbinden würde, die deutfchen Truppen seien in ciner Nacht aus allen noch von ihnen befetzten Festungen vertrieben und über die Gtenze gejagt worden, so würden sle es auf der Stelle glavben Am 29. November wird die erste Prüfung der Freiwilligen in Straßburg abgehalten, zu der sich wohl nur sehr wenige Leute melden werden, da selbst Die, welche geneigt wären, sich zu melden, es nicht wagen wegen des Hasses, den sie sich zuziehen würden. vtoch ein Stückchen: Gestern traf ich einen Fabritanten aus der Nachbscharast, der aus seiner deutschen Gesinnung nie ein Hehl ge-- macht. Während, oder im Anfange des Krieges war er nahe daran, von dem Pöobel gehentkt zu werden, erfreut sich aber jetzt einer besseren Sicherheit. Westl. Post. Constantin Katakazy. (Aus dem Hamburger „dFreischütz“) Constantin Katakazy stammt aus einer al ten russischen Beamtenfamitie. Sein Vater war russischer Scnator, Staatörath und Ge sandter in Athen. In der Hauptstadt Grie chenlands lernke Katakazy's Vater eine Dame aus dem berühmten Geschlechte der Komnenen kennen und heirathete dieselbe Diese Verbin dung erzeugte in der Familie der Katakazys einen nicht geringen Adelsstolz und verschaffte dersetben den Eintritt in die hoöchsten Kreise der russischen Gesellschafi. Die beiden Söhne Katakazyh's, Leo und Constantin, machten in Folge dessen rasche Carriere. Leo wurde Setretr des ·Ministers Adlerberg, starb aber noch in jungen Jahern im Irrenhause. Auch Constantin ist ein tränt licher, reizbarer Mann. Jw jungen Alter kam er nach Odessa, woselbst er im Bureau des dortigen Gubernators arbeitete. Damals weilte in Odessa der Generalconsul von Neapel, der Fürst San Severino. Letzterer heirathete ein Fräulein Olga de Berwick. Fräulein Berwick war die Tochter eines in Odessa wohnhaften reichen Israeliten, Namens Berwitzky. Sie war ausnehmend schön, gebildet und verstand ed, den alten italienischen Fürsten mit ihren Reizen zu fesseln. Sie nahm die Taufe und den englischen Namen Berwick an, um so jede Reminiscenz an das vaterliche Haus abzustrei fen. Heiße Liebe von der einen, Interesse von der andern Seite flochten ein Band der Ehe, welches nicht von langer Dauer sein sollte. Constantin Katatazy war bald der Gast in dem Hause des Fürsten San Severino. Nichts weniger als schön, jedoch geistreich, leiden schaftlich und von sehr angenehmen Umgangs formen, wußte sich Katakazy alobald die Gunst der jungen, schönen Fürstin zu erwerben. Bald sprach ganz Odessa von dem Glücke Ka takazy's und der Verzweiflung des Fürsten San Severina,Und als ein Ereigniß eintrat, welches die letzten Zweifel über den Grad der Intimität zwischen Katakazy und der jungen Fürstin heben mußte, raffte sich San Severino zu einem heroischen Entschlusse auf, da er nun einmal von seiner innigst geliebten Frau nicht lassen konnte. Er ging nach Neapel, verschaffte sich von dem damals regierenden König Fer dinand die Ernennung zum Generalconsul in in der Hauptstadt Brasiliens, in Rio de Ja neiro, und schon nach Verlauf weniger Mo-- nate befand er sich auf seinem neuen Posten jenseits des Oceans. Wie groß war jedoch das Erstaunen San Severino's, als er bei seinem ersten Spazier gange in Rio de Janiero dem Herrn Konstan tin Katakazy begegnete. Dieser war nämlich von dem Vorhaben San Severino's in Kennt niß gesetzt und erwirkte sich in Petersburg gleichfalls die Versetzung nach Rio de Janiero. Verzweifelnd verließ nun San Severino den Staatodienst und begab sich mit seiner Frau auf Reifen, ohne sich irgendwo längere Zeit aufzuhalten, um den Nachstellungen seines Nebenbuhiers zu entgehen Er starb bäld darauf aus Eifersucht und Kummer über die ihm gewordene bittere Enttäuschung, hinter ieß aber sein bedeutendes Vermoögen seiner Diese kehrte soforl nach Rio de JZa neiro zurück nnd ist feit der Zeit die legitim angetraute Gattin Katakazy's. Dieses Liebesabenteuer hemmte keineswegs die politische Carriere des Mannes. Im Ge—- gentheil, es verschaffte ihm einen Namen in der offiziellen Welt Rnßland's. Der russische Keichoötanzier, Fürst Gortschakoff, berief ihn im Jahre 1861 nach Peteröburg und übergab das damals im Ministerium des Aeußern in Petersburg errichtete Bureau für polnische Angelegenheiten der Leitung -Katakazy's. Hier hatte er Gelegenheit, seinen ganzen Ein-- fluß zur Geltung zu bringen und seinem ein gefleischten Hasse gegen die Polen freien Lanf zu lassen. Fast stumtliche russische Roten aus der Zeit des unglüctklichen polnischen Auf standes, mit denen Fürst Gortschakoff die Westmächte abtrumpfte, stammen entweder aus der Feder Katakazy's, oder sind wenig stend auf seine Inspiration zurückzuführen. Er ist auch der Verfasser einer Broschüre, wel-- che zu derselben Zeit in Europa Aufsehen gemächt hat, und in der er die Politit der Westmächte in der polnischen Frage sartastisch und wagwerfend beleuchtete. Die Broschüre führt den Titel: „Fietions et realites polo naises“ Interessant ist ein Gesprch, daß er zu jẽ ner Zeit im Ministerium des Aeußern mit ei nem Vertreter einer fremden Macht, der sich für die polnische Sache interessirte, hatte Katakazy ging von der Ansicht aus, Polen tönne fchon devhalb kleinen selbststndigen Staat bilden, da doch dieser Staat seine na türlichen Grenzen haben müsse Es sei Kie mand im Stade, anzugeben, wp der polni sche Boden aufhört und wo der rusfssche be ginnt, denn im Laufe der Zeiten hätten die Greuzen des ehematigen potnischen Staates gar gewaitig und mannichfach gewechselt. Darauf gab ihm jener Diploinat folgende ireffende Antwort: „Ueberall, wo Sie den Belagerungozustand haben einführen müssen, da ist Polen. Sie haben ihn eingeführt in Kiew und in Kamenetz, warum haben Sie ihn nicht auch in Tula und Kaluga eingeführt?“ Katakazy, überrascht durch die Schärfe dieser Worte, entfernte sich rasch und blieb jede Ee widerung schuldig. Er verträgt überhaupt keine Opposition und teinen, wenn auch noch so geistreichen Widerspruch. Died beweist am besten ein anderer Vorfall. Es war um die Zeit der Pilgerfahrt der Czechen nach Mootau; Katatazy feierte in cinem Peteiddurger Salon seine Triumphe über diese Reise und war hocherfreut, daß die Männer, welche bewußt ober unbewußt Ruß lands Interosen fördern und Oesterreichs Jn teressen schädigen, b sitzen. Ja, Katalazy schaft gegen Oesterrei nahm keinen Anstand, es dem Czarë empse mit noch höheren Or zuzeichnen. Dieser Wun lich an die Adresse ded wesenden österreichischen G fen Friedrich Thün geno Discussion einzugehen ber in längeres Nachdenken B kazh, worüber er eigentüch s Gefandte: „Ueber den Inh die ich an den österrechi Aeußeren abzusenden gel dent Vorschlag machen moch der Kaiser dn Oesterreich— schen Exdictator Langi oösterreichischen Orden derl giewiez hat ähnliche Absich Staat gehegt, wie die hier schen Führer aus Oesterrel Staat“ Katatkazh biß st Lippen und verblieb m Gesellfchaft Als die Beziehuugen zwi Amerika einen immer herzi zu gewinnen begannen, Gortschakow, Herrn Katal Rußlands nach Washington takazy ist vor Allem ein bed Er betrachtete es als eine gaben, in Amerika für n der Zölle auf russische· P Amerita gelangen, eifrigst einer Reihe von Journal ·A diesen Standpuntkt und in F ging er so weit, dauer en Washington, wo er als Gasty licher Sitzung des Senates örtern begann und ærst da „verzichtete“, als in dieser Versammlung kein habe. Das war efen nur weiteren Scenen, iü denen Naturell freien Läf ließ. Während eines Diners, da und an welchem die meiste Minister und andere Notabi men, machte er sich in der v über die dortigen Sitten un und stellte unter Anderem d tung auf, smmtliche Bea die Minister nict äuogeno stechlich. Er unterließ es au rikanischen Frauen zu schmg offen aussprach, er könnte f Ministers Fish, die in Wash heit gilt, kaufen, wenn er d Die anwesenden Minister sprechereien bisher als schls sehen, als jedoch die Ehre d Spiel kam, erhoben sich sär träger von ihren Sitzen u Vorfälte zur Kenntniß des zu bringen. Der augensch Gelage erhitzte Katakazy eifß fürchte auch den Grant niq Grant tauge nichts.“ Paris amsi Paris Man hat in den Zeitu Paris seine Schrectenstage, und seine Ruinen schon ve Sie das ja nicht. Das G Man trägt die Erinnerun gar recht geflissentlich zur ihn in Gestalt von Tinte preußischen Granaten gem Schreibtisch, in Gestalt vo aus demselben Material dem Kaminsims, in Gest ciselirten Spitztugeln aus an der Uhrtette. Man Locken der Damenwelt in denen nur die Spitze fehl einer Pickelhaube zu gleiche Ich gehe dieser Tage in um mich nach einem Man umzusehen. Der Inhabe reizendes Exemptar von Sa und warm. “la co sagte er mir mit verbindli sere neueste Schöpfung, ei von Eleganz, gutem Ges— lichteit.“ „Aber nicht l derte ich, indem ich ihm seẽ zurückschob, „Sie hätten i sechöundsechzig Tagen gebe In einem anderen La Robe Stoff. Man kann teres, Feineres vorstellen cendiee“, diese Seide m Funten auf schwarzem 6 Schuhkünstlern begegnen w Damenstiefeichen mit gañ Absätzen, welches die Mo „passe-decombres“ getai Blumenhändlerin angekom überrascht vor einem Carto blatterten Rose. Sie h Farbe, aber Schade! dic schienen einer Flamme zu sein. „O wehe!“ sagte eine Kerze, ein unglüückli wehmüthig betrachtete ich Blume. Ich höre noch das Ki Vertauferin, in welchem c keit mit dem Respett kämp zahlungofähigen Kunden s la roze Paris brule,“ er und indem sie sich täuischte- Sie dem Artikel das schoönf macht.“ Und das Modeb tirung „fumee du Louv düstern, würdevollen, spre der Paletot,Saint Just“, und die Weste „Maison vative Schneidermeister schenkt haben! In der Th diese Franzosen, diese Pa Ruin lachen, sich über di durch ihre kotettesten Sto innern, deren Blut noch ist und deren Brandstätter verrücktes, wie ruchloses welches mit Stolz auf die gen als auf „Zeichen der benstraft“ Frantreichs hi Man sollte glau n, da men würden, diesen Win sements wieder aufzusuche kann das sehen. Geschähe de sicher mehr der Geldb der Enthaltsamkeit habei daß es unwürdig Zsei, n Unglück, so schmählicher riesigen Verlusten an Ver ken. Ein Tänzchen vor zt etwas ganz Natürliches, jetzt wäre es, so sollte ma widerlich, gräulich, elelh Man sollte glauben, we Seele eines Franzosen o von einigem Gefähl verse der Unmöglichkeit wäre. beim Antreten zu einem zern theure Schatten si tannten Gräbern erheben großen erloschenen Augen die wehmüthige Frage ri— bald schon wieder? Heut ihr uns denn schon verg starben, für euch starben, geschieht aber nichts der A schieht, so geht es rasch borene Leichtsinn, der Ki bald die Oberhand, un amüsirt sich, man koketti auf Gräbern und Ruinen Neulich war ich bei e dem Essen wußte man die unterhalten, als daß ma rangirteẽ Die jungen mit Eifer her die jung von Politik Aber das H ste siegen zu wolten. Der Tenz ntrder Braut eröff Tänzern suchte, fand sich von Orleans nur die ei hatte, ein Freiwilliger, lahm geschossen woörden der vor Paris die Füüße er Vierter, der bei der Pa sich ein Wechselfieber noch· nicht lodgeworden Herren waren in Traue Bruder, der andere u dritte um einen Vetter -e Ein General, der seine eingebüßt, griff. als das nach seinem Dreispitz rührte die Damen do die Todten, um die ben trugen, halb w den Verlust des Tan einige ein Biochen s klein Bischen, auf i Hochzeit schloß mit e den bescheideneren F spiels. Ohne den Ge Trauerkleidern und tleinen Ball gegeben. Die Bälle der Oper s nicht erlaubt, aber auch Verwaltung ist so väterü Sie will die Pierrots u verdrießlich stimmen. S ser Herren mehr daran vor ihren Richtern zu b. Publitum einen flotten und daß die Uebrigen au oder weil sie überhaup wegbleiben werden. Do tens noch Hoffnung au gung, wenn die Besuche seine andere Mastirung tragen lönnten, die die sie so lange mit Erfoi tragen haben, und die si gen, ablegten, gezwunge den furchtbaren Mißbra herrschenden Gewaltha