entliche taats;eitung. 1 ʒ öchentliche,,lllinois atszeitung uud Westen.“ 1 1 Office: andolph-Straße. ements-Preise: gabe, in der Stadt durch die Träger Haus geliefert: Der csten per Woche. 030 bonnenten per Post: Jahr, im Voraus. ß Bîßû 510.00 —3B land per Jahr. 41.50 ad Luxemburg. ··t d.OO d zu adresstren an die inois Staatszeitungs·Co., Thicago, 11. dere Vortheile en, die sich für die Verbreitung un- f wie folgt: blatt, sowie Westen: jedoch nur dann ein, wenu die auf einmal eingesandt werden, rausbezahlung für das Jahr b später weitere Abonnenten hinzu, entspreise für diese zu denselt en Club chen, die Clubs von W bis Abon ir 1 Exemplar gratis. „der noch zwei neue Abonnenten für erhält sein Exemplar ein Jadr frei. enten -c. füür Mühe und Unkosten zu wir denselben einen Rabat von 10 er, die uns von denselben eingesandt nd, wo es möglich, in Pest-Geldan irten Briefen zu machen. Allinois Staatszeitung Co., 01 West-Randolph Street, Chicago. 12 December 1871. erstanden. e seit der großen Feuers dad Wochenblatt der 111. r seine Leser ganz in der Vor seine Leser, das eun de. Denn so schwere G die letzten zwei Monate wir haben sie leicht ertra durch hunderte von Brie ußtsein, daß die Illinois eñ Lesern im Lande ein iß gewesen ist und daß die d stattgehabte Störung im n uns keine alten emdet, wohl aber viele n hat. Für die vielen r Theilnahme, welche uns den worden sind, sprechen herzlichsten Dank aus jeser Dank der nicht ge unserer Freunde im Lande, ß die leiseste Aufforderung häãtte, aus eigenem Her-! und kleinere Geldbeträge uns damit zum schnelle der Zeitung behülflichzu n Gebern alle diese Sen ben, da wir sie nur als nementosgelder annehmen allein unser irniger e Freundschaft, welhe sie rch die That bewiesen ha— ichwohl unverkürzt. ständig wieder in's alte nd (denn daß an dem welchem die 111. Staats ngen. Rechte und Forde jthen Bürger deutscher Ahts verändert worden, insere Leser bereits über pöchten wir alle diejenigen „welche mit ihren Rückstande sind, dringend ersuchen, thren Neujahr nachzukom ird die Nothwendigkeit, inden, alle unsere Aus—- bon selbst cinleuchten. euten sind bei der Ein— erungen ihre amerita ande so zuvorkemmend e deutsche Zeitung 1 Aunden wohl gleicher f. esfinanzen. ded Finanzministers einem halben Dutzend in Europa mit großem chenden Ersatz für alle Budgets, „elserne Gelbe Bücher -e. an- Zeilen lanten: vom 1. Juli 1870 e Nationalschuld um ars verringert eit vom 1. März 1869 71um 277,211,892 ährliche Zinsen— -6 Doll. erteich illionen don der durchschnittlich onat! Dlie ten liefert ab eser Art. Es ist anh-Gaunereien in uen gegen die repu erweckt haben, von toõ jener, nur durch möglich gewordenen w hon. bedarf es weisführung dafür, egierungöform für roßes Ganzes ein elelhaften Schwäre ch in der Verwal- te mit vorwiegend evölkerung büiden sführung hat die geliefert und mit sie geurtheilt wer pa, wie hier in iner Ueberzeugung ährlich wenigstenõ onalschuld getilgt me halten wir für vie nöthig Fünf lich vom Kapital ür alle Zwecke ge ng des National als die Heraus -5 Millionen aus den Steuerzahler. dem Vorschlage erabsetzung slle um 36 thunlich und er teuern, mit Aus ier, Taback und rden; diese ver en H 0 Millio jetzigen Zolltarif ß Millionen aus ren Quellen ge tje man alsdann ihrend zu Aus »Millionen ge mithin ganzgut t und doch noch rabgesetzt, oder t und die Zölle werden. Im imte Verminde 61 Millio-! nisters über die letzten und der en Rechnungs— -2). so wie seinc laufenden und I. Juli 72 bis en telegraphi bubeñhaft ver daß es nicht t zu gewin Idie amtliche è Valuta sagt gio im Jahre Zahre 1869 nd in den er 1: 12.1 Pro dertherhöhung eise durch den Südens, vor innung einer tationalcredit Anfang 1871 me des Fun t.) und seit ir in gleichem Gertehrs ge- Beobachtung dieses Steigens kann man ziemlich genau die Menge des Papiergeldes ermittein, welches in gleichem Werthe mit dem Metallgeld im Ver kehr umlaufen tönnte. Dabei gelangt man zu der Ueberzeugung, daß die jetzt vor handene Papiergetldmasse noch immer zu groß und aus diesem Grunde nicht gleichwerthig mit Gold ist Zwei Mit tel gibt es, dier Abhülfe zu schaffen. Das eine ürde in einer Berringerung der Papier-( geidmasse bestehen; das andere darin. daß s; man ruhig auf eine fetche Zunahme des Ver-h kchro wartet, die den Valntabe darf steigert s und dadurch den Werth des Papiergeldess hebt Za diesem Ziele würde man rascher gaangen, wenn in den Staaten an der Küste s( des stillen Reeres die Papierwährung in all-s gemeinen Gebrauch kme. Das ließe sich viel leicht dnrch eine bezügliche Veränderung in dem Nationalbantgesetze bewirtken.“ Wie man hieraud ersieht, hat Herr Bout- well es nicht fur rathitch gehälten, durch dieh Forderung einer Verminderung der Papier-; geldmasse den erbitterten Widertand, welchen!. er damit vor zwei Jahren im Westen fand. wicder wach zu rufen. Er hat Recht. Aufs teinem Ecdiete sind gewagte Experimente so vom üebel, wie auf dem der Finanz. Die Abaahme des Goldegiod ist in der ietzten zwei Jahrea mit ersreulicher Stetigteit vor sich ge ga gen und dad Geschrei nach„mehr Pa piergeld“ hat sich gelegt. Aber ed tönnte sich von Neuem erheden, wenn Hr. Boutwell entschieden auf eine Verminderung der Valuta dringen würde, und dann hätte das Laud Schaden statt Gewinn Hr. Boutwell scheint die Weidheit des Sprichwort begrif fen zu haben: „Let well enough alone.“ Wad er vorschlgt, ist. Das, wad Aerzte die „expectative Methode“ nennen und die darin besteht, gar Nichts zu thun, umm die Natur— heilung zu befördern, sondern ihren ruhigen Verlauf abzuwarten. Die „Fundirung““ von 200 Millionen sechoprozentiger Fünf-Zwanziger, d. h die Einlösung derselben mit dem Erls eined glei chen Betrags fünfprozentiger Schuirver schreibungen wird von Herrn Boutwell als eine vollständig gelungene bezeichnet. Er räumt ein, daß dem „Syndikat“, welches, nachdem bis zum 1. August 1871 nur 65 Miittonen fünfprozentiger untergebracht wa-- keñ, den Rest von 1344 Millionen übernom— men hat, ein dreimonatlicher Zindgenuß auf sein Geld gewährt worden ist (infofern dad Geid für die Fünfprozentigen erst drei Mo-- nate nach der Zeichnung eingezogen wurde). Aber er bestreitet, daß died ein Vertust für die Verr. Staaten gewesen sei. Denn diesen sei durch das Gesetz in Betreff der einzutfenden— Fünfzwanziger eine dreimonatliche Kündi gungsfrist vorgeschrieben. Für diese drei M nate müssen sie doch die Zinsen zadten und wenn sie während der ga-zen dre: Monate dar für die Fünfprozentigen rereinnahmte Geid im Kasten liegen hättea, zgen e daros i— rerscit keine Zinsen. Inderr mwan atfe den Zeichnern der Anleide dem Gebenu e Geldes auf so lange die es zar mitnn Heimzahlung von Sehdrorntin geruh worden wäre (d. d. whtrend der derimeni— ched Kündigungsfrist) gctaßen tt ntn sie zwar gewonner. ader dr Wr Saatn nichts verlerca An cigeuin Eem mi;sionen hätten dir Zrchner der Aninin mirht mehr empfangen. aẽ der a Sernun dn Druckkosten und sonstigtn Aurgtn ri— benen Rest des dalden Ereremt. auf welches der Congrẽ dẽr Keshen für dir Ur— terbringung der Arleite deseun hater Dieser Theil ders Srur-e scen Ser-cher wird ohne Zweifrl dtttr Anse ersat ren. Went ee indefer den Finen; initer geiingt. die velle Ueterrgers ʒ- erzeden. daz der Gewiz- der Zrihr der Antcide kcein GVerlust fär dit Ser Staaten gewr sen ist, und desonders œern dio zum April 1872 der versptedene Umtarso ren A Mil- lienen sechoprozentiget in edensoviele fünf prezentige Schuidrersreidungen erfelgreic voilbracht wird. so wird damit den bittern Angriffen. deren Zielscheite dit Soutwell'che Fundirungopolitit gewesen ist, die Spitze ab gebrochen sein Der Bundeshaushalt. Im Folgenden geben wir aus dem amtli chen Abdruct des jahrlichen Bundes-Finanz- Verichts die Ziffernansatze des Bundeshaus halts, welche der Telegrarh so verhunzt hatte, daß sich tein Vers daraus machen lirß. Für das Jahr vom 1. Jali 1870 bis dahin 1871 waren die Zolleinnahmen em fast 12 Millionen größer, als nach dem Voranschlage, dagegen blieben die Einnahmen ven inläadischen Steuern um 4 Mittionen hinter dem Voranschlage zurück. Die Ein nahnen waren folgende: Von Einfuhrzllen. ì v y 205,270,408 05 Von inlandischen Steuern.. 143,098,153 63 Von öfsentlichen Ländereien 2,388,646.68 Aus versthiedenen Quelten... 31.566,736 53 3383,323,944 86 Die Ausgaben während desseiben Zeitraums betrugen Civilverwaltung und insge mein. Armce netto. ds Flotten·-Etat. 10.431.027.21 Indianer· Etat 8.426.90144 Penñonen.. 34.443,891 88 unfen der Kationalfchatd... 12 5575 va (In oetiichfeit betrngen die Audgaben des Ariegoministeriums 44 080,084 95, doch von dieser Sunme wurden S 8 280,003 13 durch besondere Einnahmen für ver taufte Waffene. gedecktt, so daß als Netto-Audgade die obige Summe verblieb.) Unter den ia dieser aniteunns angegebe nen Einnahmen aus verschiedenen Quellen snd die wirhtigsten: beinahe 9 Millionen Agio für verkauftes Goid, 6 Millionen Steuer auf den Notenumlauf und die Depositen der Na tionalbanten, 7ʒ Millionen Zinsen auf im Tilgungsfond und anderen Speẽzialfonds lie gende Obligationen, 13 Million Erlös von Indianerländereien -c. Während der ersten drei Monate des gegen wartigen Finanzjahres (1. Juli Ottober 71) bricugen die Einnahmen aus Zöllen. $62,289, 329.37 inländischen Steuern 35,553,175.01 „öoffentlichen Lände reien 602.,680.61 bermischten Quellen 8,753, 189 61 8107,198,37460 Die Ausgaben während derseiben Zeit wa ren: Civilverwaltung u. ins-- gemein 816,579,732.46 Armee 12,590,653.05 Erite 6,513,040 93 ndianer. 83,404,133.42 Lerlenen 8,090,698.69 2nsen 326,725.12427 SB3, 903, 382.92 Für diese drel Monate (weiche allerdings die nur einmal im Jahre zahlbaren Steuern einschließen) hätte sich also ein Einnahme- Ueberschß von 23 Millionen ergeben. Dagegen schlägt der Finanzminister für die drei üübrigen Quartale des Finanzjahrs (1. Oltober 1871 bis 1. Juli 1872) das Verhäit niß zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht ganz so günstig an Er rechnet für diese 9 Monate auf eine Einnahme von 258 Mil lionen (148 Millioneü aus Zöllen, 90 Mil-- lionen aus inlndischen Steuern, 2Millionen aus öffentlichen Ländereien und 18 Millionen aus vermischten Quellen) und auf Ausgaben im Gesammtbetrage von 2093 Million. Im-- merhin würden auch nach diesem Anschlag die drei Quartale einen Einnahme-Ueberschuß von 484 und das ganze Finanzjahr (1. Juũ 71 bis dahin 72) einen Ueberschuß von nahezu 72 Millionen ergeben. Doch ist hierbei zu be merken, daß Hr. Boutwell, wie alle Finanz minister, um recht sicher zu gehen. die erwar teten Einnahmen möglichst nie drig und die erwarteten Ausgaben möglichst hoch ansetzt. Für das nächste Finanzjahr (1. Juli 1872 bis dahin 1873 veranschlagt er die Einnahmen auf 359 Millionen (212 aus Zoöllen, 126 aus inländischen Steuern, 3 aus oöffentlichen Ländereien und 18 aus verschie denen Quellen) und die Gesammtausgaben auf 3015 Millionen, also die Einnahmen um 24 Millionen niedriger und die Ausgaben um 9Mitlionen höher, als sie im vorigen Finanziahre (70—71) waren; beziehentlich die Einnahmen um 6 Millionen niedriger und die Ausgaben um 8 Millionen hoher als sie für das jetzt laufende Finanzjahr veran-- shtagtinid Diese kleinen Kunststücke, welche, wie gesagt, !zum AB C aller Finanzminister gehören, ha ben im vorliegenden Falle den besonderen Zweck, zu verhüten, daß der Congreß in der Ferabsehang der Steuern und Zölle wei ter gehe, als es sich mit der Idee des Herrn Boutweli, daß alljährtich mindestens fünfzig /Millionen vom Kapital der Nationalschuld getilgt werden müssen, verträgt. Hoffent lich wird sich indessen der Congreß nicht dadurch bethören lasen. Ueber diesen Punkt haben wir und zu ost und zu deutlich ausge sprochen, als daß wir darauf zutüctzukommen brauchten. Nur so viel sei albs „ceterum censeo“ wiederholt, daß cine jhrliche Schul dentilgung zur Hälfte des von Hrn. Bout well gewünschten Betrages, also zum Betrage von 25, statt von 50 Millionen, volltommen genügt, um den Nationalcredit felsenfest zu mmachen. Mit einer soichen mäßigen Schuidentilgung aber vertrgt sich eine Steuer herabsetzung um volle sechzig Millionen Dollars vollktommen und man muß wünschen und hoffen, daß der Congreß, ohne sich durch die Voranschtäge des Herrn Boutwell beirren zü lassen, bio zur äußersten Greuze der moög lchen Steuerherabsetzung gehe. ickkehr zur Goldwährung. eter z Vermont hat im Bun— deösenate einen Gesetzentwurf eingereicht, wel cher die baldige Rückkehr zur Goldwährung (Abschaffung des Goldagios) bezwecktt. Sein Plan ist dieser: Vom nächsten Juli an soll die Bundesre gierung jeden Monat für 10 Millionen vet zinolicher Treforscheine ansatt einer gleich großen Summe Gtetnbacks in Umlauf setzen. Diefen Ttesorscheinen soll wie den 1863 udgegebenen eompound interest notes ein gewisser Zins anhaften, welcher zahlbar wird, sobald sie dem Schatzamte zur Einlõ sung eingereicht werden. Nach zwei Jahren sollen sie in fünfprozentige, frühestens in 10, sptestens in 40 Jahren zahlbare Schuldver schreibungen umgetauscht, oder, je nach dem Ermessen des Inhabers, in Gold eingelöst. werden. Die Tresorscheine sollen n icht zum Reserbefond der Banten veriwendet werden. Die Idee diesed Plates it die, daß die Ma sfe des in Umiauf besindlichen Papier geides allmählich und nur in dem Maße, wie die Bedürfnisse des Verkehrs es gestattes vermindert werden folt. doch iht rurch ein Gebot von oben heräb, sondern dadurqm, daß man eir Retohnüng anf die Jurũückzieh una ded Vaiergelided aud dem Verkchr setzt Die verzindlichen Tresorscheine würden in den ersten Monaten wie gewöhnliche Greenbacko coursiren, aber in dem Maßr, wie sich von Monat zu Monat der daran haftende Zino steigerie, würden sie von den Inhabern auf bewahrt werden Betrüge der Zins 5 Pro—- zent, so wäre ein Hundertdollarschein nach secho Monaten schon 1023 Dollard werth, da er aber im Vertehr nur 100 Doir lars gelten würde, so würde dieselbe Erscheinung eintreten, wie bei dem Ver schwinden des Metallgeldes aus dem Verrehr. Den verzindlichen Tresorscheinen würden so zu sagen von Monat zu Monat steigended Agio angehaftet werden, das sich nach zwei Jahren auf 10 Prozent betausen würde Innerhalb dieser Zeit würden von den 397 Millionen Dollaro Greenbacko, die am 1. Dezember 1871 im Umiauf waren, 240 Mitlionen eingezogen sein. Von den für diesen Betrag aubgegete nen verzindlichen Tresorscheinen dürften alo dann vielleicht noch die Serien der letzten õ odet 6 Monate im Umlauf. die früheren Se rieũ dagegen als Kapitatlanlage dem Verkehr entzogen sein, so daß alsdann di· Masse des vorhandenen Regierungs- Papiergelded sich snur/ auf ungefhr 200 Millionen belaufen willde. Oer Plan scheint auf den ersten Blick aud söhrbar Er hat wenigstens da Verdienst, daß er den Stier bei den Hörnern faßt und teine Verminderung der Papiergeld massc ald nothwendige Vorbedingung der Wertdseigerung des üdrig bieibenden Pa picrgcides anerdteat Aber wenn die ver zindlhta Trcsersertud, sammt den Zinsen. aach wei Zadedn in Soid auddezahit wer den seuldn, so wide dads eine Audgabe für Isdin ailtimn den mnieht wentadr. ald 24 Mi iemnen Deill unethen and eds i sehr frag m d dat Lol Lisst haben wird, eine folehe Autgitd at intnen. Ed mird sith dazn sehwer un vntgitooen. d anae et den dedenarti ren Zuititnnd dor Winmnng ni at ein uner ritm nal ine tni Ons vine intensive uunnn in dicem Sinne vereitt bestehe, uri i n nten M Angicht au Anntm ass der Ed miu Ln htt der im Oston acmachte Eanmnian d die Medierund vi Zrzahtun rn nen dir Qufte n God., die andert H n in Grruiet nndn sali Neht al wim mnde cn su ntntisetung dei der eidens vemn Seirmn det eruna cinen grditn meredten Ende raachea (der abrdt gering amzed an ist. dena das Scidst- Sert seiner Seduderscdrridangea ist Eer merdia ein w-chtigee Elcment seittes Eredite). sondern ee würde dadurd anch der Bedarf an Vapiergeid und damit srin Gebtanchs werth erdediich gesteigert werden. Hr Bont wel seldst meint. daß wenn der Bedarf an Papiergetd vermehrt werden toönne. sich damit von seiost sein We rth dem des Goided nähern werde. Ader um diesen Zweck zu erreichen. weiz er tein anderes Mittel vorzuschlazen, alo auf irgend cine Weise (über dad Wie list er sich selbst nicht kiar) dad Papiergeld in Califor nien, Nevada und Oregon zum aligemein ũblichen Tauschmittel zu machen. Darauf tann man ihm erwidern: „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“ Wenn die Zollämter die Hälfte aller Zolizahlungen in Greenbacks annchmen, so wird dadurch ein Mehr bedarf von über 100 Miliionrn erzeugt und es muß nothwendig eine damit im Verhäitniß stehende Werthver mehrung des Papiergeides (Verringerung des Gotdagios) eintreten. Was immer in Hinsicht auf eine Verbesse rung der Valuta geihan werden möge dessen tann man gewiß fein, daß das Goldagio die längste Zeit gewährt hat. Nachdem die But ier-Pendleton'schen Plane zu einer schranken-- losen Vermehrung des Papiergeldes ab und zur KRuhe verwiesen worden sind, ist der Fortschritt des Landes zur Goldwährung ein stetiger und sicherer gewesen. Noch etwa zwei Jahre und das Gold-Agio wird der Vergangenteit ange hören. Die passive Politik. Mark Twain er-t Kilgert —a seiner ergötzlichen nach dem heiligen Lande (The innocents abroad )ein Zusammwentreffen mit arabischem Wüstengesindei ungefähr so: „Auf einmal hieß es: Beduinen in Sicht! Ein trampfhafterSchauer unbezpinglichen Helden muthed durchzuckte mich, Mein erster Ein druck war, auf die Caneillen loszusausen und sie alle in Kochstücke zyzerhacken, mein zwei ter Eindruck; mich zu überzeugen, ob uns nlcht auch Beduiren im Rüce n bedrohten, und diesen entgcgenzustürmen. Ich handelte nach meinemzweiten Eindruck Aüe meine Gefährten schienen denfeiben Eindruck gehadi haben und handelten danach.“ Und fo weiter. Diese heltere Schilderung fällt und ein, wenn mwir demotratische und „liberal-republi tanische“ Zeitungen ansehen. Der er ste Ein druct war bel diesen auch, daß sie in die nichto nutzigen Republikaner hineinsausen möchten; ihr zweiter ist, sich umzusehen, ob nicht im Rücken ein Feind sei und diefem ent gegenzueilen, und nach diesem zweiten Ein druck handein ste Wenn man sich an die Heldenthaten erinnert, welche die Liberalen noch in den Oktober- und Novemberwahlen verrichtet zu haben sich rühmen, so muß die Fürsicht, womit ste sich jetzt im Congreß, wie in den Staatogesetzgebungen ins Hinlertreffen begeben, einen geradezu drolligen Eindruct machen. Carl Schurz, Trumbull und Sum ner nehmen am republitkanischen Caucus Theil! Und im Repräsentanten hause ist unter 129 Republikanern nicht ein einziger, welcher den verhängniß vouen Scritt einer Lobreißung von seiner Karteigenossenschaft thun will. “Auf der de motratischen Seite bleibt es eben so still. Kein einziger Demokrat im Congresse, welcher für die passive Politit“, d. h für den Verzicht der demotratischen Partei auf Ernennung eines eigenen Präsidentschafto tandidaten offen aufzutreten wagt. Einsam und verlassen stehen die Zeitungen da, welche diese Politit gepredigt hatten Der Missouri „Repudblican“, der als Tonangeber derselben gelten konnte, muß mit saurer Miene die fol gende Mittheilung aus Washington ab— drucken: „Der Caucus der demokratischen Senato—- ren und Repräsentanten, der sich mit allge meinen Fragen der Politit und ganz besonderb mit der nächsten Präsidentschaft befassen wird, soll erst nach den nächsten Feiertagen abge halten werden Bei einem gelegentlichen Austausche der Ansichten ergab sich jedoch eine große Einstinmigteit gegen jede ünge schickte Voreiligteit in Bezug auf Schritte, die einem Aufgeben der demokratischen Organi sation zu Gunsten der Anti-Grant-Republi taner gleichstehen. So stark deren Anzahl auch im net mag, so giebt es unter den 129 republitanischen Reprsentanten im Haufe doch bis jetzt nicht einen einzigen, der sich bereit zeigte, öffentlich gegen die Wie derernennung von General Grant aufzutre ten. Manche sind ihm allerdingo im Herzen abhold; allein sie ertlären trotzdem, daß wenn Grant wieder ernannt werden solte, sie für ihn stimmen würden. Die Führer der De mokratie wünschen daher vborerst positive ESchritte von Seiten der Republikaner, die Grant unter keinen Umständen un— terstützen werden, zu sehen, che sie ihre Be reitwilligkeit zu einer Coalition der Demotra ten mit cinem solchen Elemente aussprechen Das sieht tromes genug aus. Denn unter allen nur einigekmaßen hervorragenden Re publitanern ist Carl Schurz der einzige, welcher erklärt hat, Grant ünter keinen Umständen unterstützen zu wollen, und selbst in Bezug auf ihn sucht das Kansas Banner (obschon schwertich dazu beguftragt) diese Erklärüng zurückzunehmen. Der An— zeiger des Westens betrachtet die in der vor stehenden Mittheilung gemachten Angaben geradezu als das „Todesurtheil der passiven Politit“, warnt vor der,„Unterschätzung der Krast demokratischer Prinzipien“ und sagt in höflichster Form Herrn Carl Schurz Lebewohl. Zwar, wenn später cinmal durch,active Zusammenarbeit aller guten Bürger“ sich cimas bewirken iafsen sollte, will der Anzeiger geru dabci helsen (d. h. Herrn Carl Schurz als Mitstreiter in den Reihen der demo tratischen Partei bewilitommnen), bis dahin aber bittet er mit weiteren Zumüthun gen verschont zu bleiben. Denn: „vor dem sich lebendig begraben lassen haben wir einen unbezwinglichen Schauder.“ In ganz gleichem Sinne nimmt der Cin— cinnati Voltofreund die Mittheilung des Voitoblatto, daß „fcin republitaunisches Mit glied der Staatsgesetzgebung von Ohio sich auf die stürmische und gefährliche See der po iitischen Unabhängigkeit wagen wolle“, als Tert zu den folgenden bitterü Bemertungen: Wenn dem wirllich so ist, dann müssen sich doch gewisse Republitaner schmen, wenn sie einem Demokraten auf der Straße begeg nen. Wir waren ehrlich mit nhseren Aner bietungen, und wyltken ur von der anderen Seite itgend eine Garantie gleicher Ehrlichleit haben. Wegen dleser gorterrna siel man wie wüthend über und her. Wir mögen zufrleden sein, daß wir uns nicht beirren ließen; denn Alles, was und die hochnäsigen Herren libe ral-republikanischen Führer zuletzt geboten hätten, wären gemeinsame Schläge von der regular-republitanischen Varteipeitsche gewe sen, und Unterordnung unter dad Commando ded Partei Cancud einer Klique, welche jeder bessere Republikaner setbst aus Herzenogrunde verachtet. 31 dat whre eine pasfive, d. h. leidende Potitit im wahren. Sinne deo Worted gewesen. Wie muß Kartl Schurz zu Muthe werden, wean er sieht, was aud seinen unabhängigen, vom edelsten Reformstrevrü beseelten Austreten bei den Refortehubutonrt bon Ohlo geworden R Even ziehen sle die Röcke aus, um ihre Rücken sür die Parteipeitsche zurecht zu ma chen. Wir gönnen ihnen das Vergnügen und die Ehre, und wollen die alte demotratische Partei, wenn sie wirtlich nicht mehr zu curi ren ist, doch lieber einen anständigen Tod sterben, alosie mit den feigen liberal republitanischen Schächern den Grant'schen Caucuoshentern überantwortet schen Dad sicht bös aus. Da scheint auch jede Wiederanknupsung audgeschlosßen zu sein. Und die frher gezogene Vergtieichung zwischen Doolittie, Dixon und Genossen und den,Li—- beralen“ tritt jetzt nahe genug heran. Ed hat sich schon maucher Mann zwischen zwei Stühle gesetzt. Und wer erst einmat da sitzt. der fommt schwer wieder auf. Dooliltle hat ed nicht weiter gebracht, als bis zu einer Niederlage als Gonverneurdeandidat. Dad ist ein trbseliger Abschtuß einer staatomänni schen Laufbahn. Deutsche Liebesgaben. Wie tiefen Eindruck die schwere Katastrophe vom 8 und 9 Oltober auf das Gemüth un serer Stammgenossen im deutschen Vaterlande gemacht hat, davon legen nicht blos Tausende von seitdem eingetroffenen Briefen, sondern vor allen Dingen die reichen Erträge der in allen Gegenden Deutschlands stattfindenden Sammlungen beredtes Zeugniß ab. Daß man bei diesen Sammlungen vorzugoöweise an die abgebrannten deutschen Brüder in Chicago denkt, liegt in der Natur der Sache und kann nicht im entferntesten als ein Man gel an Theitnahme mit dem altgemeinen Unglück aufgefaßt werden. In allen und zu Gesicht gekommenen Auf srufen zu Sammtungen fur Chicago wird auf sdie begeisterte Parteiergreifung der hiesigen Deutschen für die Sache Deutschlands in dem Kampse mit Frankreich hingewiesen und dabei |setd betont, daß Chicago die erste Stadt Ame ritad gewesen sei, von wo nach der französischen Kriegderttärung materielle Hülfe auf telegra phischem Wege übersendet worden sei. Dies st nan eigentlich nicht, oder doch nur in ge wissem Sinne richtig. Ein Tetegramm aus Et. Loais, welched prophezceite (und zwar, wie sich später ergab, richtig prophezeite). daß die Deutschen Ameritas cine Million für sDeutschland geben würden, war schon am 18. Inli ia Berlin eingetrofen. Am 19 Juli aber erhielt Biemarct cin Telegramm, welched ihn anÿ wics, W Thaler Belohnung fur den Soldaten. der die erste franzosische Fahne erobern würde. auf die Ittinois Staatozeitung zu zichen. (Die Samme ward sechr pünttlich, mit umgehender Vost gezogen). Sod einfach dads nach ameri tanischer Anschanung war, machte ed, alo etwad Neuesd. in solcher Form in Deutschland noch nie Dagewesened. druben einen außeror denttich günstigen Eindruck. Man war dort nicht gewotat, Geld-Dotationen für,gemeine Soidaten“ audgeschrieden zu sehen, sondern nur für höhereOsfzicre. und mochte daher dem in alter unbefangenheit abgesandten Tele gramme den besondern Charatter einer De monstration geben. der gar nicht beabsichtigt worden war. Judessen, wad immer der Grund dafür sei, die Beziehung auf jenes Telegramm dessen ganzedsVerdienst darin bestand, im rech ten Augenbiick zu kommen (es wurde den aus Berlin abrückendenßegimentern vor der Front vorgelesen), kehrt in fast allen den zahlreẽichen Mittheilungen und Aufrufen deutscher Zei— tungeu wieder, und sogar Herr Lorenz Bren tano verweist in der badischen Landzeitung darauf, obwohi ihm in Verbindung damit der Name der Zeitung, weiche er früher redigirte, entfallea zu sein scheint Gleichviel, die Hauptsache ist, daß das, was im vorigen Jahre Seiteno der Deutschen in Chicago für die Sache Deutschiands gethan worden ist, jetzt im Sinne wärmster und auf richtigster Theilnahme mit reichem Zins ver— golten wird und daß solchergestait ein Be— wußiscin der Gegenseitigkeit nud Zusammen gehörigteit erzeugt wird, welchevs bioher nur diesseits, nicht jenseits des Oceans bestand. Wie sich's gebührt hat sich unter allen deut schen Stadten die neue Kaiserstadt Berlin vorzugowveise freigebig gezeigt. Zu nicht geringem Theite ift das dem Arrftr———— dort in wohlverdien— oes hent hoher Achtung ste —ua amerifanischen Consuls Kreiß mann zuzuschreiben, welcher es sich namemt lich hat angelegen sein lassen, den Liebesga ben eine bestimmte Richtung auf die deut— schen Bewohner Chicago's zu geben. Als alter Bürger unserer Stadt war er im Stande, drüben die eigenthümliche Abgrenzung der verschiedenen Stadttheite Chicago's llar zu machen und darzuthun, wie viel schwieriger es für die tleinen deutschen Grundbesitzer auf der Nordseite sein werde, den verlorenen Wohlstand wieder aufzubauen, als für die Besitzer der zwanzigmal so werthvollenGrund stücke im Geschäftsthelle der Stadt Darauf hin hat man, nachdem die ersten 25, 000 Dellars an die Stadtbehörde von Chi cago gesandt worden waren, beschlosien, den weiteren Ertrag der Sammlungen dem Deut schen Hülföverein zuzüwenden. Gestern empfing Herr Hesing von dem Hause Hardt u. Comp (Berlin und New Yort) Apis, auf dasselbe die Summe von 9000 Dol lars, als fernern Ertrag der in Berlin ver anstalteten Sammlungen, für Rechnung des deutschen Hülfsvbereins zu ziehen In einem vom 20. RNovember datirten Briefe des Herrn Kreißmann wird die Absendung einer weiteren Sümme von mehreren tausend Doliars angezeigt. Es liegt uns zugleich ein von der Reicho tagö-Mitgliedern Dr. Schleiden (früher Gesandter der Hansestädte in Bremen), Dr. Löwe (von Kalbe, früher in Rew Yort) und G. Bunsfen unterzeichnetes Schreiben vom 18. November vor, wodurch dem genannten Hause Hardt u. Co. 1188 Thaler als Ertrag einer unter den Mitgliedern des Reichotagõ für die Abgebrannten in Chicago veranstalte ten Sammtung übersandt worden. Es wird wie zur Entschuldigung dafür, daß die Summe nicht größer sei, hinzügefügt. daß sich an der Sammlung nur diejenigen Mitglleder bethei ligt hätten, welche nicht schon vorher ihr Scherflein beigesteuert hatten. Ein vom 7. November datirtes amtliches Schreiben ded Magistrats von Görlitz zeigt Herrn Kreißmann an, daß die dortige Stadt behörde einen Beitrag von 100 Thalern für Chicago bewilligt hat. Aus der preußischen Stadt Aurich in Ostfriesland sendet unterm 9. November der Obergerichtö-Direktor O. H Wiarda 71 Tha— ler 15ʒ Sgr. als Ertrag einer vom dortigen Lokalblatte veranstalteten Sammlung. Aus Heide in Holstein werden als Ertrag eines zum Besten von Chicago gegebenen Con certs durch H. Martend 18 Thaler gesandt Der Stadtgemeinde-Vorstand von Fran kenhausen sendet als Ertrag einer Samm— lung „für die abgebrannten deutschen Ein wohner von Chicago“ 40 Thaler 143 Sgr. Der Redakteur des Elbirnger Anzeiger, Wernict (welcher vor zwei Jahren treffliche italienische Reisebriefe für die 111. Staatoztg. schrieb) sendet die bei dieser Zeitung einge gaugenen Beiträge (43 The.ler) ein. Aus Heilbronn schickt die Redaktion der Neckarzeitung (H. Schell) 823 Gulden an den Consul Kreißmann. Der in Kronach durch Herrn Carlt Pfretzschner veranstalteten Sammlung, welche 2213 Gulden ergeben hat, haben wir bereito gedacht. Zu der in Vergleich mit den Bei trägen größerer Städte bedeutenden Summe hat Herr Carl Pfretzschner selbst 50 Gulden, cbenso viel Fritz Pfretzschner, der Viehhändler Hümmerich 20; der Maurermeister Porzelt 10, der Kaufmann Carl Hänel 10 Gulden beigetragen; die übrigen Beiträge rangirer von 1 Thaler bis zu 5 Gulden 1 Als Curiositt theilt uns Herr Kreißmänn einen anonymen und höchst unorthographi—- schen Brief mit, welcher aus Chicago an den Polizeipräsidenten v. Wurmb gelangt ist. Es wird darin unter einer Fluth jener dummen und rohen Verdächtigungen, in welcher sich! hauptschlich solche Deutsche gefallen, die sich niemals die Mühe geben, ameritanische Men schen und Dinge verstehen zn lernen, der! Wunsch ausgesprochen, daß Herr v. Wurinb zwei oder drei preußische Beamte be— hufs zweckmäßiger Vertheilung der Licbeca ben herüber schicken solle. Wie muß es nem Schädel ausschen, in dem ein solcher Gedanke wachsen kann! 1 Die Geber inDeutschland können sich ver sichert halten, daß ihre Beisteuern, soweit menschliche Vorsicht es nur irgend möglich machen kann, auf's gewissenhafteste zur Lin— derung wirklicher Roth verwendet werden sollen. Daß in den ersten Wochen nach der Feuersbrunst in der furchtbarsten, selbst durch das beste ameritkanische Organisationotalent nicht augenblicklich zu bewältigenden Ver wirrung Irrthümer und Mißgriffe vorgekom-- men sind, ist begreiflich genug. Daß alle Mißgrisffe hier in Amerita sofort an die Oeffentlichkeit gezogen und aufs Strengste gerügt worden, ist eine Landessitte, an die man drüben nicht gewöhnt ist und es«kommt daher leicht vor, daß in Folge solcher öffent licher Rügen die vorhandenen Uebeistände von fernstehenden Beobachtern für viel ärger ge halten werden, als ste wirklich sind, oder daß den in der hiesigen Presse scharf gemißbillig ten Unzulänglichkeiten eine bovhafte Absicht untergeschoben wird, die in Wahrheit nicht besteht. Aber jene Rügen haben die ge— wünschte Wirkung längst erreicht nnd obschon aus Rücksicht auf die mangelhafte Kenntniß der englischen Sprache, nach wie vor die Ueberniittelung deutscher Liebedgaben durch deutsche Hitfocomites in hohem Grade erwünscht ist, muß doch zugleich der Wahr heit die Ehre gegeben und erklärt werden, ß sich die, Aid und Relief Soeiety“ pon rd ot der zu unßunsten der Deutschen längst gereinigt hat. Spanische Bestialitt. So wenig der Pardel seine Flecke ablegen kann, so wenig vermag der Spanier die in ihm wohuende Natur der blutgierigen Bestie zu bemeistern. Außer der Erschießung der Geiseln durch die Pariser Communisten hat die Geschichte des 19. Jahrhunderts keinen scheußlicheren Frevel anfzuweisen, als die neulich in Havana stattgehabte Alschlachtung von acht Knaben, wetche die Fenster scheiben eineo Grabgerdolbed eingeiworsen hat ten. Die Einzelheiten, welche jetzt über diese Greuelthat vorliegen, sind geeignet, dad Blut in den Adern jedeb fühlenden Menschen er— starren zu machen. Am Donnerstag, den 23. November hatten die Schüler der untern Klasse des medizini schen Instituts, smmtlich Knaben und Jung linge unter 18 Jahreun, einen freien Taß In teckhem Jugendübermuth begab sich eine Anzahl von ihnen auf den an das Alademie Gebäude grenzenden Kirchhof, wo in einem prächtigen Grabgewölbe die Gebeine eineo jener spaul schen Henkers lagen, welche seit drei Jahren mit der Blutgier eined Alba gegen die eubani schen Insurgenten gewüthet haben,. Die Knaben, alle auf Cuba, aber zum Theil von spanischen Eltera geboren, machten sich dao studentenhafte Vergnügen, die Gladoscheiben des Grabmals zu zertrümmern. Dieser „Frevel“ tam den Bluthunden, weiche unter dem Namen „Freiwillige“, eine Macht, gleich doer der türkischen Janitscharen, oder der rufst schen Strelitzen an sich gerissen haben, zu Ohren und entflammte sle zu bestialischer Wuth. Sie eilten nach ihren Waffenplätzen, holtin ihre Gewehre und durchstürmten wie wilde Thiere die Straßen der Stadt, so daß die Bewohner in Todedangst lhre Häuser ver rammelten. Der Gouverneur, Gen. Creopo, wurde durch die Mörderrotte so eingeschüch tert, daß er, nach vergeblichen Bemühungen, ihre Wuth zn beschwichtigen, am Samstag, den 25. die ganze auo 40 Schülern bestehende Klasse, zu welcher die Frevler gehörten, ver haften ließ Am Sontag fand eine Parade der Freiwilligen (600 Mann) statt Gleich nachdem dieselbe zu Ende wat; brachen die Bestien in einen wüthenden Tumult aus und verlangten dad Blut der unglückichen Knaben. Nach kurzem Widerstande gab der ohnmächtige Gouverneur dem Verlangen nach und die Schüler wurden vor ein Standgericht gestellt Daß diesed a cht von ihnen zum Tode ver urtheitte und sofort erschießen ließ, ist schon gemeldet. Noch nicht betkannt ist, daß die 32 übrigen Schüler der Klasse, von denen die meisten gar nicht auf dem Kirchhofe gewesen waren, zu zwei- bis zehnsähriger Ketten— strafe verurtheil wurden und sämmttich, in Sträftingotracht, mit Kettenkugeln an den Beinen, auf den Richtplatz geschleppt wurden, um Zeugen der Niedermetzelung ihrer Gefähr ten zu sein. —So fsurchtbar ist die Schreckend herrichaft der Freiwilligen, daß teine Zeitung, teine Behörde nur das leiseste Wort der Miß vlligung so unerhörter Schandthateu auozu sprechen wagt. Wit Grauen und Schaudern blickt die civi lisirte Welt guf das Schauspiel, welches die furchtbarsten Schrecknisse des 16. Jahrhun derts in die nächstliegende Wirklichtët versetzt. Und man frägt sich: Giebt es teine Möglich teit, dem die Menschheit schändendeu Gemetzel auf Cuba ein Ziel zu setzen Giebt es teine Grenze für jene herztose Neutralität, die tatt blütig zuschaut, wenn in des Nachbard Hause unamenlose Verbrechen geschchen? Erheischt nicht die Menschlichteit eine bewaffnete Inter vention gegen die ruchiosen Schandthaten ei ned Voltes, welches zu einer Horde Tiger und Wölfe herabgesunten ist? „Blut ist dicker, als Waher,“ rief der ameritkanische Commodore Rodgers, alo englische Schiffe von chincesischen Forto zusammengeschossen waren, dampfte stractks auf die Fortos 100 und kartatschte sie auieder. Ganz Ameritka und Europa rief ihm Beifall zu. Ist nicht die Zeit getkommen, wo cs zur Ehrenpflicht der Ver. Staaten wicd, auf ahnliche Weise in Cuba zu interveniren- Diese Frage hat nichts mit dem Verlangen nach ciner Anncxion Cuba's gemein. Eine soiche Annexion haben wir steto, als verderb lich für die Ver. Staatin, bekmpft, und un scre Meinung darüber ist unverandert. Aber die spvanischen Mordbestien von Cuba zu p— treiben ist etwas anderes ihnen er —n· ine Republik nach dem wenig eintadenden Mufster Mexicos, oder nach dem besern Chile's werden, darum brauchen sich die Ver. Staaten nicht zu kümmern. Aber mge wenigstens der spanischen Mörderbrut gezeigt werden, daß das sittliche Bewußtsein der Menschheit des 19. Jahrhunderts sie zu den Scheusalen vergangener Jahrhunderte wirft und ihr nicht ferner gestattet, das schönste Eila d der Welt in einen Schindanger zu ver wandeln. Keine Macht Europa'd würde den leisesten Einspruch dagegen erheben, wenn die Ver. Staaten die geschändete Ehre der Mensch heit an Spanien rächten, und wenn eine wirklich versuchen sollte, Einsprache zu erhe ben, so sind die Ver. Staaten stark genug, sie zu lgnoriren. Der Prinz von Wales. Der Tod des Prinzen von Waleb wäre sür dle Welt kein Unglück und für seine Mutter, falls dieser daran liegt, ihren Nachkommen die Krone auf längere Zeit zu erhalten, so gar ein Glück. Die ganze, kurze Lebens laufbahn des Prinzen hat das Sprichwort „der Apfel fällt nicht weit vom Stamme“ Lügen gestrast. Dieser Apfel ist recht weit vom Stamme gefallen Des Prinzen Vater war ein feingebildeter, tluger, scharfblickender, in allen Genüssen Maß haltender, vorurtheilöfreier Mann, welcher durch den erfreulichen Contrast, den er mit den blödsinnigen und pöbelhaft rohen Königen aus dem Hause Hannover bildete, sogar den wahrhaft chinesischen Frem denhaß des bornirten englischen Adels üd des noch bornirteren englischen Spießbürger-- thums überwand. Seine Gattin, die als Muster einer braven treuen Hausfrau und Mutter gilt, ist eigentlich erst von ihrem Manne erzogen worden. Als Mädchen hatte sie manche der unliebenbwürdigen Charakter züge ihrer väterlichen Ahnen gezeigt und da durch einige Besoraniste erweckt. Allein Prinz Albert, den sie abgöttisch licbte, übte einen so unwiderstehlichen Einfluß auf sie, daß es ihm gelang, ihr die mädchenhaften Un— arten fast völlig abzugewöhnen, ganz nicht; denn von ihrem trotzigen Eigensinn und ihrer eben so rasch aufbrausenden, wie sschnell verrauchenden Heftigkcit hat er sich manche Proben gefallen lassen müssen In— dessen was während ihres Gatten Lebzeiten die Welt von ihr zu hören und zu sehen betam, war Alles günstig und verschaffte ihr in der ganzen Welt ein an innige Verehrung strei fended Ansehen, welches selbst die Grillen und Launen, denen sie sich seit Alberts Tode er geten hat, zwar zu erschüttern, doch nicht zu zerstoren vermocht haben Als Sohn solcher Eltern, mit peinlicher Sorgfalt und mit einer Strenge erzogen, welche unter Umständen selbst Maulschellen nicht auoschloß, hätte wohl der Prinz v. Wared, wie ed seines Vaters höchster Wunsch war, zu einem Manne heranwachsen können, der das Königthum wieder zu dem Anschen und der Achtung erhoben hätte, welche die Herrscher aus dem Hause Haunover auf's freveihafteste verscherzt hatten. Allein es kam anders. Strenge Zucht und eine liebevolle ernste Unter weisung verfehlten beide ihren Zweck. Mit teinen hohen Geistesgaben ausgerüstet, besaß der Prinz auch nicht einmal Wisseno- und Bildungotrieb Den HBedürfnissen seincs Kopfes, wie seines Herzens genügte der un— sglich öde und geisttödtende Zeitvertreib un wijssender englischer Junker vollktommen. We— der Unterricht, noch das Beispiel seines Va— ters, noch Reisen, noch dad Bewußtsein seiner Pflichten als künftiger König hatten seinen Hang zur Trägheit und seine Sucht nach den rohesten Sinnengenüssen zu bewaltigen vermocht. Nur mit äußerstem Widerstreben verstand er sich dazu, wo seine Stellung es durchaus nothwendig machte, öffentlich auf— zutreten, das heißt, einige ihm aufgeschriebene Redensarten auswendig zu lernen und mit! stumpfer Ausvdruckolosigkeit in Haltung und Gebehrden herzusagen. Jagd, Zechgelage und Schlimmeres, geschlechtliche Ausschwei- fungen, welche nicht einmal durch die dürftige Entschuldigung des Reizes an geistreicher Unterhaltung gemitdert wurden, füllten seine ganze Zeit aus. Man filüstert sich in Eng-! land sogar zu, daß seine Krankheit die un mittelbare Wrtung solcher Ausschweifungen seri und daß er sie auf seine treffliche Gattin, die einst als erste Schönheit Europas bewunderte Alexandra, übertragen habe Das Verhältniß, in welchem er zu seiner Mutter! stand, war das einer nicht einmal durch die Vflichten der Etikette verhüllten Feindselig keit. Wenn der Tod des Pr.nzen von Wales scine Mutter mit Verzweiflung erfullt, so ist es schwerlich der dreißigjährige stumpfe Wüst uing, sondern der vor ihrer Erinnerung stehende hoffnungovolle Knabe, dessen An dentken ihre Thränen geweihet sind. Es besteht in England ziemlich allgemein die Ueberzeugung, daß die Thronbesteigung des Prinzen von Wales den Beginn von poli tischen Erschütterungen bezeichnen werde, wel che nur in dem Sturz des englischen Königo thrones ihren Abschluß finden würden. Folgt der Königin Victoria ihr minderjähriger Enkel, d. h. die Regierung einer Regentschaft, so ist es wohl möglich, daß die Gefahren, von welchen der Königothron bedroht erscheint, auf längere Zeit gebannt werden tönnen; dech nur um den Preis ihrer spätern Verstärkung Deunn eine weise und vorsichtige Regentschaft im Namen eines Knaben würde allerdengo das Gefühl des persoönlichen Grolles gegen einen unfähigen oder unwürdigen Monarchen nicht aufktommen lassen, allein sie würde auf der andern Seite dem Volke die Ueberflüssig keit der Monarchie zu klarerem Bewußtscin hringon. als os jletyt bosteht. Dusin cungland die natürliche Entwickelung der Dinge aüf die Einführung einer republikanischen Regie— rungoform abzielt und daß diese Entwickelung durch eine Veränderung der Thronfolge nur verzögert, doch nicht unterbrochen werden tann, ist die Ueberzeugung aller Derjenigen, welche die Zeichen der Zeit zu lesen verstehen. Aber ob bei dem kläglichen Bildungszustande der ländlichen Bevoölkerung und der Arbeiter tlassen Englands, eine englifche Republik eher zu den Zuständen ver Pariser Commune, als zu denen der Ver Staaten führen würde, dar über bestehen bange Zweifel. Bismarck über diplomatische Ver tretung. (Aus der Chicago Tribune.) Dem deutschen Reichotag ist es in den Sinn getommen, daß der Glanz und Pomp, womit europäische Regierungen ihre Gesandten bei fremden Mächten audozustatten pflegen, ein Huinbug ist und es ist ein Antrag auf Ab schaffung des Titels und Ranges Außeror dentlicher Gesandter“ gestellt worden. Dem Fürsten Biomarck aber will das nicht einleuch ten. Er bemühet sich, in einer langen Rede den Reichotag zu überzeugen, daß das An— sehen, dessen der Kaiser in fremden Landen genichße, fast völlig von dem Glanze der gesell schaftlichen Stellung seiner Gefandten ab— hänge So weit dabei Amerika in Betracht kommt, tönnen wir Herra v. Bidmarck die allerbe stimmteste Versicherung geben, daß es für uns nicht eines blinden Hellers Werth Unterschied macht, ob er und Fürsten vom dunkeiblauesten Blut, oder einen Plebejer von niebrigster Abtunft schickt, voransgesetzt, daß es ein ehrenhafter Manñ ist, der nicht, wie es leider manche fremde Gesandte von hohem Range thun, seine Nase in Dinge stectt, die ihn nichto angehen. Was wir an Deutseh land hochschätzen, sind weder die Getdborten an den Rockträgen seiner Gefandten, noch die Brillanten in der Krone seineo Kaisers. son dern seine geistige Größe, seine Volkobiidung und seine sonstigen Eigenschaften, die andern Völtern Achtung abzwingen. Nun mag man sagen, daß bei einer demokratischen Republit eine solche Auffassung natürlich sei; allein wir behaupten, daß sie auch bei audern Vol kern besteht und jedenfalls in denjenigen Krei sen, in welchen man die Machtverhaltnisse und Beziehungen der verschiedenen Staaten zu einander kennt. Der an europischen Höfen bestehende Brauch, audwärtigen Gesandten Ausmertsamteiten und Gunstbezeugungen mit Rücksicht auf ihren persönlichen Rang, statt auf den ihrer Nation zu erweisen, ist eine der größten Abgeschmacktheiten, welche heutzutage noch übrig sind, um die Gebräuche monarchischer Höfe in den Kugen ded 19. Jahrhunderts lächertich zu machen. Amerika hat es beinahe auf eigene Hand durchgesetzt, diesem veralteten Blödsinn ein Ende zu ma chen und dem Grundsatz Geltung zu ver— schaffen, daß die Aufgabe eines Gesandten Arbeit, nicht Comödie ist Stände es nur besser um die Art und Weise, wie wir Ge sandte aubwählen. so würden wir diese An— schauung schon zur vollstndigen und allge meinen Geltung gebracht haben. Bringen wir unser Anstellungssystem in einigermaßen richtige Verfassung und steht uns die zweit— größte Macht der civilisirten Welt nur ein wenig bei, so kann es katd genug dahin ge— bracht werden, daß wenn unsere Gesandten überhdupt ihre Füße unter den Tisch von Kai— sern oder Koönigen stecken wollen, Mr. Brown von Amerika oder Herr Weiß von Deutschlard n icht unter Abdul Azwoz von der Türkei oder dem Radscha Parapatti— gan Kidscho Diswissy Hombok von Seringa patam zu sitzen brauchen. n Edle Dreistigkeit. Det Brand von Chicago hat in Dentsch laud Anlaß zur Entwicklnng eined wertthati gen Mitgefühlo und elnes klaren Bewußtseins der Zusammengehoörigteit mit den Deutsch- Ameritanern gegeben, worüber man seine Freude nicht herzlich genug au sprechen kann Allein daß dadurch die schmutzige Auffassung, welche in den Deutsch Ameritkanern nur „Dumme“ sieht, die man unter i dem, bei E Haaren herbeigezogenen oeu kann, völlia worwande rupfen 2 ocjeitigt worden sei, wäre doch zu viel behauptet. Viete Chicagoer Abge drannte haben von „Freunden“ und Ver— wandten in Deutschland Briefe erhalten, in welchen die Angst, um Hilfe angesprochen zu werden und das peinliche Bestreben, im Vor— aud jeded solche Hilfegesuch abzuschneiden, nur sehr schlecht unter seichten Beileidophrasen und schalen Trostgründen verborgen war. Andere Briefe enthielten nicht die leiseste Er wähnung der Katastrophe, aber die zu dringlichsten Bitten um Auskunft, Nachweis von Verdienst auf Kosten der Abgebrannten -e. Die Palme der schamtosen Dreistigtkeit trägt indessen der Schreiber eines uns kürzlich von Berlin zugegangenen Briefes davon, der in dem Feuer einen Auaß gefunden zu haben glaubt, auf Kosten der Jlliuoio Staatozeitung von einem in Chicago abgebrannten,„Maurer- und Zimmermeister“ a Berlin eine alte Schuldforderung von 25 OThalern einzutreiben, tie et, der Schreiber ded Briefeds, entweder umsonst erhaten oder fur eine elende Bagatelie aufgetauft hat. Der Brief ist zu kennzeichnend sowohl für die fabelhafte Untenntniß hiesiger Rechtsverhält nisse, welche sclbst bei gebildeten Leuten in Deutschland herrscht, wie für die geradezu brutale Schamlosigteit, womit man von dort aud, um nur Geld von hier heraudzuquetschen, anständigen Leuten eine Gemeinheit zuzu muthen wagt, als daß wir nicht das Ge schreibsel (unter Weglasffsung der Namen) zum warnenden Exempel veröffentlichen sollten Hier ist es: Berlin, 12. November 1871. Hochgeehrter Herr Redalteur! In der beutigen Bossischen Zeitung lese ich, dah die abge brannten deaen Grundbesiger Chicago's Willens fur fun Iweck des Wiederaufbau's ihrer Haujer die Deutschen n unserem Erdtheilte zu Tarlehen zu veranlassen, und taß Sie, Herr Redatteur, mit einleitenden Schritten dazu begin nen. Dies veranlät mich, Ihnen einen Vorschlag zu ma cen, der an sich nicht von erbeblicher Bedeutung ist, aber möglicher Weise in weiterer Anwendung doch ron Bedeu tung werden konnte. habe eine greße Masse auestehender Forderungen, wohl im Betrage von Million Thaler, darünter, soviel ich mich im Atenena besinne, 3 in Amerita, und zwar 1. ca. 2,500 Thlr. an den Maurer- und Zimmermeister B, in Chicago, 2 Dollare an H. und L. K. in Firma K. Brothero zu New Pori, 3. über 6000 Thlr. an den Kaufmann Berthold Lehmann in Nio Janeiro. n Ueber die Forderung ad 1 ist in Berlin rechtekräftig er tannt. Dieselbe dürfte von B. ohne Schwierigteit er treiben sein, da er bei dem großen Brandunglüück, welches Chicago leider betroffen hat, dört als Maurer- und Zimmer meister gute Geschafte machen wird. Die Beitreibun ließe sich aber auchso leicht vollziehen, da man Herra B. Bauarbeiten liefern täßt im Be trage von mehr als 00 Tblr. und dann seine Bauforde rung in Höhe meiner (dem Bauberrn zn zedirenden) Forde rung mit derselben tompensirt natürlich ohne ihm vorher von der Kompensation etwas zusagen, oder daß man eine Bauforderung deselben mit Beichlag belegen laßt -c. -c. Solcher lassen sich event. vershiedene finden. Ich balte es für durch aus anstndig, daß eia Glaubiger gesetßliche Mittel zu seiner Befriedigung benut. Die Forderung ad 2 grüntet sich auf einen Privatschuld schein von K. Brothers d. d. New-Jort d. 1. Dezember isö7, welcher Einwendungen nicht gestattet. Es würde sich fra gen, ob K. Brothers jett Lrtn tönnen. Am Januar 869 wohnten sie nach einer Auskunst des Rechtsanwalts Fred. Rinlei (New Yort 139 Broadway) in Willow-Street, Hobo ten New-Jersey in einem Boardinghouse und arbeiteten in New-Jork in einem Geschaft für Publicirung wohlfeiler Landkarten. Die Forderung ad 3 gründet sich auf etnen uotariell in Berlin auesgestellten Schuldschein. Ich vermuthe, daß Leb mann schon wieder zu was gekommen ist, weil er seit circa 6 Jahren Europa vertassen hat und unter den Deut schen in Rio Janeiro eine gewisse Rolle zu svielen scheint. Ich seze nun voraus, daß es in Chicago deutsche Rechts anwalte giebt, welche durch den Brand iü ibrer Prario ge litten baben, und ihrerseits auch mit deutschen Abvetaten in New Yert und Rio Janeiro in Verbindung stehen oder in selche ebne grobe Ausgaben (vielleicht des Zweckes halber) sich setzen koönnen. Dico Allee vorausgeschickt mache ich Ihnen folgende Of ferte; 1. ich cedire Ihnen meine genannten drei Forderungen, 2. Sie lassen diese Forderungen selbst oder durch einen zu vertässigen deutschen Advotatë, dem Sie Vollmacht erthei len, äf Ihre Kosten beireiben, 3.von derbeigetriebenen Summe überlasse ich 10 Prozentzu Unterstütßungen an bülfsbedürftige Tentsche nach Zhrer Auswabl und ohne Nückerstattung O 4. für den Re von Prozent der beigetriebenen Summe seuden Sie mir seiner Zeitzum Nenn werth Obligetiouen, der von den Deutschen Chicogo's zum Zwecke des Wiederaufbau's ibrer Häuser aufzunevmen den Anleih-, die ich al soal pari in Zahlung nehme Das Kosten-Risito dürfte nicht erdeblich sein da Ein wendungen gegen meine Forderungen schwerlich erbbben werden tönnen, dasselbe täme wohl bloß in Betracht, soweit die Schuldner zum Kostenersat unfahig wären. Dann könnte aber die Beitreibung sëhst unterbleiben. Es stände bei Ib nen, den Schuldnerü event. Abzahlungen zü bewilligen nud zwar ganz nach Ermessen. „„Haben Sie die Güte, sich meinen Vorschlag recht sehr zu überlegen, ehe Sie ihn ablehnen. Damit möchte ich Auregung zu folgender Idee gegeben haben. Noterisch flüchten Viele, die nachher in Amerita zu erheblichem Vermögen gelangen, aus Europa nach Amerita mit Hinterlsasung bedeutender Schulden. Ich jelbst tenne viele Släubiger in Berlen, deren Schuldner sich in Amerita be— finden. Es wäre möglich, daß sich auf einen Aufruf von mir gar otele solche Gläubiger meideten, die bereit wären, unter gleichen Bedingungen wie ich ihre Forderungen an Sie zu cediren. Bitte, theilen Sie mir gütigst nit was Sie dar über denten. „Indem ich Sie um gefällige Erklärung über meine Of ferte bitte, bemerte ich noch, daß ich nicht der ursprüngliche Inbaber der qu. drei Forderuugen bin, die früberen Gläu biger vielmebr in Conkurs gerathen waren, und daß mir de ren Cenkursen diese Forderungen von dem Kontursgericht. dem hiesigen Stadtgericht, cedirt sind. Für den Fall gefal- liger Anahme meiner Offerte bitte ich um gleichzeitige Mit tens der erforderlichen Leglaubignngen, deren Kosten ich Hiermit empfehle ich mich Ihnen als Ihren ergebensten H. P·. Gerichts· Assessor a. D. Die auf vorstehenden Brief ertheilte Ant wort lautet: „Ihren vom 12. November datirten Brief habe ich erhalten und da Sie durchaus eine Antwort wüuschen, beeile ich mich, Ihnen zu sagen, daß von allen dunimoreisten Zumu thungen, welche mir in den 20 Jahren mei—- ned Aufenthalts in Amerika je von Deutsch-- land aus gemacht worden sind, die Ihrige ent schieden die dummdreisteste ist Ergebenst usw.“ Von Nah und Fern. Inland. die Anwesenheit Friedrich Heckers in Chicago lesen wir folgended: „Nach seinem ersten Besuche in der Woh nung des Herrn Wilheim Rapp hier hätte Hecker zu letzterem geiagt „Wenn's während melner Anwesenheit wad gibt, so bin ich Dein Gevattermann.“ Und da Frau Rapp wenige Stunden nachdem sie Hecker's herrliche Vor sung über die Feauen gehört hatte, ein Tochterchen gebar, so machte Hecker am Samo—- tag Vormittag bei der bon Pastor Martin Kratt vollzogenen Taufe sein Wort wahr“ Die zahlreichen Chitagoer Freunde Bater Rapps senden ihm hierdurch ihten herzlichsten Glückwunsch. Aexis ist noch immer der ,Baãr“ des Ta ges in New Yortk. Ueber seine Fahrten und Thaten am Montag erstattel det De— motrat foigenden Bericht: Alexiana Der Großfurst war gesterü wieder auf der Renn— bahn und die Scharwenzler knallten hinter ihm drein. Junmitten seiner Suite stattete Er am frühen Morgen dem photographischen Ate lier des Herrn Brady einen Allerhöchsten Be such ab, um in verschiedenen Stellungen sein bezaubernd schönes Bildniß abnehmen zu las sen. Er war angethan in der glänzenden Uniform eines Obristen der russischen Armee, eine Charge, welche er übrigens schon seit den Jahren bekfteidet, iü delen er in weißen Spi-- zeuhoöschen in die Madchenschule ging. Auf dem Broadwahyh herrschte ein foiches Gedränge von Leuten aller Klassen, welche Ihn von An— gesicht zu Angesicht schauen wollten, daß die Polizei mehrmals den Knüppel zu gebrauchen gezwungen wurde, um die Passagiere frei zu halten. Die Session bei Brady nahm etwa eine halbe Stunde in Anspruch, worauf die Kaiserliche Hoheit in Ihr Hotel zurückzutehren die hohe Gnade hatten. Um die Mittagostunde fuhr Alexis nebst Gefolge in geschlossenen Kut schen nach dem Pier am Fuß von 33. Straße, East River, um auf einem Regierungodam—- pfer sich nach den Marincanstalten in Broot lyn übersetzen zn tähen. Hier wurde die Ge— setlschäft von Contre-Admiral Godan, Vice— Admiral Rowan, dem Oberscharwenzler As pinwall und Andern betomplimentirt. Graf und Gräftn Catacazy waren mit von der Par tie. Der Großfürst gernhte die sammtlichen Marineanstatten in Augenschein zu nehmen, und ido er sich zeigte, würden die Wachen ins Gewehr gerufen. In den Salons deö Con—- tre-Admirals Godan wurde das Dejeuner ein genommen. Ueber die Ausfültung des Abendo finden wir in der N Y Staatozeitung folgen den Bericht: Am Abend besuchte er die Vor flellung der Stratow'schen Operngesellschaft in der Academy of Musit. Kurz nach d Uhr traf der Prinz in der Acodemy ein und wurde vom Orchester mit der russischen Nationathym ne begrußt, während sich dao Publitum erhob, und Ihn mit Beisaliorufen und Schwentken der Taschentücher begrüßte. Gunod'o Faust tam zur Auffuhrung und Alexis, der eine mit dem russischen Wappen und särbigen Drape—- rien geschmüctte Proceniumsloge auf der rech ten Seite der Bühne einnahm, versäumte eo nicht, Fräulein Nitoson und den übrigen Mit wirkenden durch Händeklatschen seinen Beifall zu zotten. Die N. Y Tribune bringt folgende über raschende Rotiz: Nicht einmal ein Stein be— geichnet die Ruhestätte der sterblichen Ueber reste von Thaddeus Stevens, der vor beinahe drei Jahren starb und der für Erben, die nicht seine Nachtommen sind, ein betrachtliched Ver mögen hinterließ. Gerne würden wir einen kteinen Beitrag geben behufs der Errichtung eincd einfachen Säulenschafts auf dem Grabeẽ des fähigsten Mannes, den der Staat Ver— mont je gezeugt und den Pennsylvanien seit Bcjamin Frauklin gehabt hat. Will teiner der vielen Pennsylvanier, welche das Unden-- ken des Vaters des pennsylvanischen Volko— schulsystems ehren, etwas in dieser Sache thun? Die Hilfogesellschaft für Kinder (Child ren's Aid Society) in New Yort hielt Ende November ihre jahrliche Hauptversammlung in der Metropolitan Bät. Die Berichte wiesen nach, daß die Einnahmen des ganzen Zerre tt auf 8108,428 (wobei das Leäat e au Mari i e dean deune abinin vrreogemen dd us 5153,741 õõ belicfen. Seli rarz 1898 hat die Geselischaft im Ganzen 81,003,923 415 ausgegeben und ihr jetziges Vermögen beluft sich auf 5151, 000 in Boned, wofür indeß S3O, 000 alo Hypothek für er haltene Gelder verpfändet siud Wahrend ded Betriebojahres unterhielt die Gesellschaft 19 Tageschulen und 12 Abendfchulen mit einem Kostenaufwande von 549, 880 33; die Auzahl der Schuler nahm gegen das Vorlahr um 2381 zu und beiragt jetzt 9429. Unter der Aufsicht dieser Gesellschaft steht auch dad Logirhaus fur Zeltungojnngen und andere Knabenlogirhäu ser. Für ein Logirhaus für Mädchen wurde das Haus No 27 St. Martko Place ange kauft und eingerichtet, was eine Summe von 528,835 in Anspruch nahm. Der groößte Theil sdes Geldes wurde durch Subscriptionen auf gebracht. Die Anzahl der bezahlten Lehrer und Lehrerinnen beträgt 72, die freiwiltigen 51. Die Zahl der gelieferten Mahlzeiten be trägt 157,742. Herr E. Trott hat von den der Sorge der Gescllschaft anvertrauten Kin dern 742, Herr Jas. Brace 952 nach Stellen außerhalb der Stadt gebracht und unter ihnen sind 1281 Kinder im Westen untergebracht worden. Das gegenwärtige Direktorenper sonal wurde für eine neue Amtodauer be statigt. 3. F. Auch. f— In New Haven, Ct, ist am vorletzten Sonnabend im Alter von 46 Jahren der Herausgeber der,Conn. Staatoz“, lohann Ferd. Auch, ein geborener Badenser ploötziich gestorben. Er hinterlaßt seine Wittwe und fünf unmündige Kinder in |höchst bedrängten Umständen. Vor Kurzem war Auch bei einer Hartforder Lebendversiche rungogesellschaft auf 8,000 für Todeofall versichert, seine Nothlage zwang ihn jedoch zur Abtretung der Police, so, daß seine Hin terbliebenen jetzt ohne alle Subsistenzuttel sind. Das Blatt wird einstweilen zu Gunsten der armen Familie fortgeführt, indem an das Mitgefühl der Deutschen New Haven's ap-- pellirt wurde. Ueber die Wirkung des ersten Frostes in Charleston, wo im letzten Sommer dad gelbe Fieber gceherrscht hat, schreibt die dortige „Deutsche Zeitung“: „Der Jubel vorige Wo che war groß, als es am Donnerstag Morgen hieü, vorige Nacht hat es gefroren. Wirtlich sah naa an verschiedenen Stellen der Stadt Eis, wahrhaftig, ehrlich in Charleston gefro renes Eis, nicht etwa importirtes, in Whistey sPunschen getruntenes, sondern hier von Mut ter Natur gebildetes Eid, und auch am Frei tag Morgen fand man wieder etwas Eis Nun aber das Leben. Von allen Ecken and Enden tamen die Leute zur Stadt geströmt. Von Summerville mußten Extrazüge abge lassen werden, um die dort wohnenden Char lestoner Familien rasch zu bringen, die Char lestoner Garnison, welche ebenfalls in Sum merville übersommert hatte, kam mit fliegen den Fahnen und klingendem Spiel herein. Die Boote nach Sullivand Island machten so viele Extrafahrten, als co ihnen nur möglich war, um alle die dort wohnenden Charlestoner zu bringen. Dann kamen und kommen noch immer die ferner wohnenden, von Columbia, Walhalla, New Yort und wo sie immer ge stectt haben mögen, und dann alle die Frem den, welche in Geschäften oder zum Vergnugen nach Charleston tommen. Es ist ein buntes Leben an den Bahnhöfen und in den Straßen. Jeder athmet freier, die Geschäfte blühen, die Lethargie des Sommers wird abgeschüttelt und mit festerem Schritt durcheilen die Geschäfts— leute die Straßen. Dazu scheint die goldene Sonne hell und schön am tiefblauen Himmel und sieht fröhlich auf das rege Leben der Men—- schen hernieder Alle Sorgen und Mühen der letzten drei Monate sind vergeßen und Jeder dentt nur an Genuß und Vergnügen. Circa 320,000 und ein Betrunkener meldet die,New Yorkter Staatszeitung'“ vom 23. November wurden gestern Morgen zwischen 3 und 4 Uhr von dem Kutscher Tho mas Lynch an der Ecte der 4. Straße und Broadway auf dem Trottoir gefunden. Der Name des Betruntenen ist Richard D. Proster; die erwähnte Summe bestand in 511,550 Baargeid und im Uebrigen zum Nominaibe trag aus neuen Süd- Carotina-Bondo, die Dank dem Finanzschwindel in jenem Lande taum mechr 30 Ceuntos auf den Dollar werth sind. Lynch packte die Bonds, die auf dem Trottoir neben dem Betrunkenen umherlagen, sammt ihrem muthmaßlichen Eigenthümer in seine Kutsche und ware auit der Ladung wohl davon gefahren, wenn nicht der Polizist Houng vom 15. Bezirt, dem nicht Alles richtig schien, herangetommen wäre und sich ins Mittel ge legt hätte. Lynch hatte die Laternen seines Wageno audgeloöscht und schien eifrig beschäf tigt, die Taschen seines betrunkenen Fahrga stes zu durchsuchen, als ihn der Polizist bei der Schulter pactte und in Haft nahm. Er hieß ihn nach dem Stationshaufe fahren. Spater wurde D. Proster im Jefferson Markt-Gericht wegen Truntkenheit um siogebüßzt, und Lynch wegen Verletzung der städtischen VBerordnung bezüglich der Laternen an den Kutschen zur Untersuchung beigesteckt. Der des Mordes an Sigismund Fellner, einem reichen Juwelenhändler, überführte Ignatz Ratzky wurde vor einigen Tagen aus dem Staatosgefängniß in Sing Sing entlas sen, wo er eine Sträfzeit von 7 Jahren und 2 Monaten ausgehalien hat. Die naheren Umstände des Mordes waren kurz folgende: Am 22. Ottober 1861 fand man bei Ho boten am Strande des Hudson den von 21 Stichen durchbohrten Leichnam des reichen deutschen Israeliten Sigiomund Fellner, der erst vor zwei Monaten getandet war. Der Verdacht lenkte sich auf seinem Zimmernach bar Ignatz Ratziy, welcher mit eiuem Mäd chen, Namens Albertine Pflaum, Nr. 45 East Broadwah, ein intinies Verhältniß un terhielt Am 18. Oltober hatte man Fellner zuletzt in Gesellschaft mit Ratzky gesehen, und als er ermordet aufgefunden wurde, floh Ratzty, und die Pflaum, die mit ihrer Schwester, Frau Märks, verhaftet worden wär, erhängte sich in ihrer Zelle Die Po— Uizei fand, bei Durchsuchung ihres Wohnhau— ses eine Anzaht Diamanten, die Felluer ge hört hatten. Acht Monate nach der Mord— that wurde Ratzty in New Yortk verhaftet, nach Brooklyn, wo er mit Fellner gewohnt hatte, gebracht und daselbst zum Tode ver— urtheilt Es bestand damals ein Gefetz, wo nach ein zum Tode Verurtheilter nicht vor Ablanf von 12 Monalen nach dem Urtheil hingerichtet werden konnte. Nach Ablauf dieses Jahres verwandelte Gouverneur Fen ton sein Todedurtheil in eine 7jährige Ein sperrungostrafe im Staatogefuguniß. Als cinziger Grund däfür konnte geltend gemacht werden, däß bie Beweisfuhrung für seine That blos auf äußere Umstände sich stütze In Sing Sing verblieb Ratzty bis letzten Donnerstag und seitdem athmet. er wieder die Luft der Freiheit. Er hatte sich vor seiner Verurtheilung durch sein einnehmendes Wesen viele Freunde erworben, welche unablässig für seine Freiheit wirtten, und Viele hiciten ihn sogar für unschuldig. Er wurde von sei nen Freunden bei seinet Entlassung mit offe nen Armen empfangen und weiit jetzt bei cinem derselben, Herrn Benjamin Paiüe bon Atbäh. Er zählt jetzt erst 29 Jahre und ist mehrer Sprachen machtig. Durch sceine gute Aufführung im Gefaugniß erzieite er eine Abkürzung der Sträfzeit um secho Monate. Vor langen Jahren traf Edwin Forrest, der berühmte Tragöde, in Philadelphia einen Collegen, der nach New Orleäns reisen wolite, und dem die Mittel fehlten. Er wandte sich an Forrest, der ihm SIOO vorschoß, Forrest hörte nichts weiter von diesem Manne, bis vor einigen Tagen während seines Gastspieles in New Orleans ein suhger Mann in's St. Charles Hotel kam und um eine Unterredung bat Wie erstaunte Forrest, als sich ihm der inge Mann als der Sohn des längst verstor venen Colleg n vorstellte und ihm SIOO ein händigte, indem er sagte. daß er unter den Fritten seined verstorbenen Väters erst furz üch ein Memoxanduin fänd, däß diefer Herrn Forrest 8100 schulde. Das „Kansas Banner“, das Senator Schurz in seinem Bestreben den besten Erfolg wunscht, will durchaus Nichto von dem deimo— kratischen Vorschlage wissen, daß die Liberal- Republikaner einen eigenen üunabhangigen Candidaten aufsstellen und mit Hlfe der De— motraten erwählen sollen. Es erklärt als feststchend, daß die Liberal Republikaner unb auch Senator Schurz den Can— didaten, welchen die republitanische Partei fur die Präsidentschaft aufstellen werde; wet immei derselbe fei, unterstützen wer den. Woher das „Kansas Banuer“ das Recht nimmt, Sen. Schurz werde den re— publitanischen Prasidentschafto Candidaten, wer immer er fei, unterstützen, wisfen wir nicht. Wir hatten Das, was das„Ban ner“ sagt, aus der Rede, welche Hr. Schurz vor einigen Monaten in Chicago hielt, heraud lesen wollen und wenü er die Richtigkeit un— serer Auffassung durch Stillschweigen einge räumt hätte, würde feine politische Stellung eine behaglichere sein, als sie im Augenblick ist. Aber er schwieg nicht still, sondern er tlärte ganz ausdrucklich, daß er, wenn Grant von der republikanischen Nätionalconvention als Candidat aufgestellt würde, auch na ch der Nominätion die Erwählung Grant'o bekämpfen würde. Mit dieser Erklärung hat Schurz für den Fall, daß Grant nomi— nirt wird, seinen Austritt aus der republita nischen Partei erklärt und wir bezweifeln, daß er dem „Kansas Banner“ Vollmacht ertheilt hat, diese Ertlärung zurückzunehmen. Nach dem franzosischen Journal „La Vigne“ sind die Rauschwirkungen der oder schiedenen Wein-Getränken folgende: „Der Weißwein ist dem Nerven-System schadlich, verursacht Zittern, Verwirrung der Sprache“ Convulsionen. Die moussirenden Weine stei gen schnell zu Kopfe, aber ihre Wirtung ist nur von kurzer Dauer. Apfeiwein kann schnellẽr berauschen, als anderer, und bringt au jeden Fall auf die odt dah vrr Ver vanungoöorgane einen verderblichen 21 hervor, der oft im Magentrebs endigt. Die Betrunkenheit in Bier ist schwer, stupide, hin dert aber den Trinker nicht, fett zu werden, während die Branntweintrinker einem lang samen Tode entgegengehen. Gefährlicher noch als der Branntwein ist der Absynth, dann der Tasia und der Kirsch, welche eine wahrhaft entsetzliche, vernichtende Trunkenheit hervor bringen.“ Bei der Aufnahme des Inventars des in Clark County, Indiana, verstorbenen Me thodistenperdigers Hammond entdeckte man in einem unter einer Treppenflucht befindlichen Closet einen alten bestaubten und von Spin— nengeweben überzogenen Koffer von auffal leuder Schwere; als man denselben öffnete, fand man ihn buchstäblich mit Gold und Sil ber und mit Bunded Obligationen gefüllt. An Gold und Silber fanden sich 825, 000 und an Obligationen 10.000 Dollars vor. Die Wittwe des Verstorbenen sagt, daß ihr Mann während des Einfalls von John Morgan in Indiana all sein Geld aus den Banken gezo gen und in jenem alten Koffer versteckt habe, daß sie jedoch geglaubt habe, er hätte das Geld später wieder in den Banten deponirt. Hammond war vielleicht der reichste Metho—- distengeistliche im Westen; sein Grundeigen thum wird auf nicht weniger als 8350,000 geschätzt. Hr. D. Schultz, Feuerversicherungö- Agent in Milwaukee, welcher die Region der Watldbrände neutlich bereiste, schreibt darüber an den Milwaukce Herotd unter Anderem: Aber, fragen Sie mich, wie ist es möglich, daß unter solchen Umständen und in so kurzer Zeit ein Feuer von solcher Ausdehnung statt finden kann? Daß ein Feuer schneller als ein Eisenbahnzug durch die Luft braust und Alles wegrafft? Nur einzeine Menschen, welche bei dem ersten Anschein von Gefahr flohen, und Wasser erreichen konnten, sollen gerettet sein, während Andere, welche wie Lots Weib stehen blieben und sich umschauten, um noch etwas zu retten, des Todes waren. Diese Fragen zn beantworten, wäre es wün schendwerth, daß eine wissenschaftlich gebildete Person sich der Aufgabe unterziehe, durch eine gründliche Untersuchung die Ursachen jener Schreckenönacht zu ergründen, und uns die gewünschten Aufschlüsse mittheilte. Daß die sed kein gewöhnliches Feuer gewesen, darüber sind sich Alle, welche Augenzeugen waren, oder auch Einsicht von den Orten genommen, durch welche der Orkan zog, volltommen einig. Man theilt vielseitig die Anficht, daß durch die große Hitze, welche durch das weit ve breitete Feuer entstanden, sich Gase entwickelt und in Ver-- bindung mit dem Sauerstoff der Luft stch ent zündet haben und so die ganze Luft ein Feuer meer gewesen sei Wie anders es möglich ge wesen sein konnte, daß Flammen hunderte von Fuß über die höchsten Baumgipfel empor schiugen, Klärungen von vielen hundert Acker übersprangen, oder sogar wie ein mächtiger Blitzstrahl über eine Wasserfläche von vielen Meilen, wie die Green Bay, hinaus gingen und das andere Ufer im selben Augenblict entzündeten, fann ich nicht verstehen. Ich tam bald nach Beginn dieses Schreibens zu der Ueberzeugung, daß kein kurzer Bericht diesem Gegenstand gerecht werden tönne, son dern ein ganzes Buch dazu nöthig ware, hoffe auch; daß Jemand dieses interessante Thema ausführlicher bearbeiien möge. Dr. Garnett, einer der bedeutendsten Aerzte Washington's, erklärt sich in einem längeren Aufsatze entschieden gegen das vor geblich specifische Mittel gegen den Krebs, Cundürango Er bemerkt, daß zwei Drittet der damit in Washington behandelten Pa tienten gestorben seien, und daß die zwei, welche geheilt sein sollen, nämlich Frau Mathewo, die Schwiegermutter von Colfarx, und Frau Gorham, die Frau des Sekretärs des Bundeosenato, ehen nicht geheilt sind. Dr. Garnett behauptet, daß es bei der ganzen Geschichte nur auf Geldmachen abgesehen sei, und daß zu dem Ende Beamte deo Ministe riumo ded Auowartigen mit Aerzten in Wash ingtön sich verschworen hätten, um aus den importirten Masseu von Cundurango eine Art Monopol zu machen. Dr Farnett er klärt, daß eine genaue chemische Analy e ded Cundurango's bewiesen habe, daß derselrt keinerlei Heilkraft besitzt Der Dottor, welcher am meistecn den Cundurango aufpuff·e, hat die Dottorei an den Nagel gehängt und be ichäftigt sich jetzt audschiießlich mit dem Ver tauf von Cundurango. Eine Masse von Frauen, die am Krebo leiden, werden durch die systematischen Anpreisungen des vorgeb lichen Heilmittels nach Washington gelockt, natürlich nur im Interesse der Cundurango- Vertäufer, welche die Patienten durchaus an Ort und Stelle haben wollen, nicht um sie zu heilen sondern um ihneu das Geld abzuneh— inen und dao Geschäft moglichst lange fortzu setzen. Dr. Carl Grosse, (früher in Chicago sässig) der Vergiftung seiner Frau ange e in r Cireuit Court in Louio ville vorgesuhrt, um seinen Prozeß zu be stehen Der Doltor schien schr teidend zu sein Wegen Abwesenheit eines wichtigen Zeugen für die Anklage, der Frau Meyer, urde vom Richter ein Aufschub bis zum 29. Mai bewilligt und die Bürgschaft ded aue tlagten von 510,000 auf u rem welche einige Freunde des Angellagten zu lei e sonnen scheinen. sen delenren ori Tribune prophezeit für nachsted Frühjahr eine lleine Eotteroanre nach Sitber Joland in der Donnerbai tune Daß große Stlberiager auf per sich befinden, scheint unzweifelhaft, wenigstens sind englische Capitalisten ent schiosien, 8200,000 in Silberland anzulegen und in großem Maßstabe Bergbau zu betrel ben. Es befinden sich jetzt etwa 450 Berg leute und Arheiter in den Silbergruben, und die Gesammtbevoölkerung in der Nähe der Gru ben beträgt etwa 800 Ohne Zweifel wird dieselbe im Frühjahr starken Zuwachs erhal ten. Ein Capitalist hat 40,000 Acker zu 51 per Acker von der eanadischen Regietutg ge käuft Ein großer Theil dieses Landes liegt 50 einwärts ab. Folgendes ist eine Tabelle der Bevölke rung der Ver Staaten nach dem Censuosbe richt Gefammtzahlen in den Staaten und Territorien 38,923,210; Weise 33,589,856, Farbige 4,886,587, Chinesen 63,354, India ner 383,712; Indianer außer dem Stammes-- verhältniß 25,731, Indianer auf Reservatio nen und in Agenturen 363,662 Das N. Y. Belletristische Journal berich tet·über einen wichtigen Rechtsfall, der neulich vor dem Gericht in New York zur Entschei dung kam. Kläger war ein Herr Arend, wel-- cher der Liverpool, New Yort und Philadel phia Steamship Co. ein Faß Wein zur Be förderung durch das Dampfschiff „Etnæ“ an vertraut, und statt des Fasses Wein, nur ein leeres Weinfaß erhalten, weil der Inhalt aus gelaufen war. Hiermit begreiflicherweise nicht zufrieden, tlagte Herr Arend auf einen Ersatz bon 322 Thalern und 20 Cents. Seine An wälte waren die Herren Charles Wehie und L. H Rowrau. „Die Compagnie behauptete, nicht haftbar zu sein, da ste, lat Frachtbrief. für Leakage nicht verantwortlich nud die Fahrt fehr stürmisch gewesen. Der Jury ging dieser Sieg des Buchstabens über den Geist zu weit, und sie gab eine Entscheidung für den vollen Betrag des erlittenen Schadens. Mo—- ral: Auch das Lecken kann zu weit gehen, und ein Weinfaß ist noch tein Faß Wein. Mitwaukee und Oshkosh (am herrlichen Winnebagosece) werden vom 15. Dezember an eine Eisenbahnverbindung haben. Die Ver— bindung ist von der Milwaulee und St. Paul Bahn gebaut Eine Versammlung des Comites zur Aufbringung von Aktien für den Bau einco neuen deutschen Theaters in New Hort wurde letzte Woche in der Liederkranzhalle abgchal ten. ,Aus dem Bericht ergiebt sich, dß bit jetzt 420 ätlonäre die Summe von 8100,000 q fgebrar haben Die baudes (das Grundstück einbegriffen), welches nur Auditorium und Bühne enthielte, wer den auf 3400,000 veranfchlagt, würden aber Läden, zu vermiethende Geschäftsräume, ein Hotet üd drgl zu verwerthende Räumtlichkei ten beabsichtigt, würden sich die Ausgaben um etwa 550,000 höher belaufen Schließlich wurde ein Anttrag W.S. Slteintbäh's ange nommen, sich mit dem Eigenthümer des für den Bau eines deutschen Theäters schon in Audöücht genommeuen Grundstückes direkt und persönlich in Verbindung zu setzen, über den wo möglich niedrigsten Kaufpreis zu conferi ren, seine Ansicht über Hypothet zu erforschen und denselbeü wenn prattisch, zu bewegen, eine Summe auf eine bestimmte Zeit für bin dend anzunehmen, damit das Comite sich sicher stelle, falls der Eigenthümer in der Zeit se nen Sinn ändere, che das Anschaffungs- Capital vollständig beisammen sei. Ein Co mite von Dreien (Wesendonk, Architetkt Paul Schulze und William Steinway) wurde zu der Ausführung vorgeschlagen, worauf der Antres mit Einstimmigkeit angenommen wur de. Der in Ausosicht genommene Bauplatz ist wohl der günstigste, der überhaupt für die Lage eines deutschen Theaters in der Stadt dentbar ist. Es sind die leeren „Lots“ in 14. Straße zwischen der 2. und 3. Avenue, wo erst kürzlich ein fliegender Czrens fein Lager aufgeschlagen Da der Ort von allen 6e genden der Stadt per Straßeueisenbahn leicht und bequem zu erreichen ist, so mag sich Je der, dem überhaupt noch ein Interesse für das Zuständekonimen einer würdigen deutschen Schaubühne innewohnt, über die günstige Lage des Zukunftö-Theaters ein Urtheil biiden. C., fand ein grauenhaster Vorfall statt. Zwei Gefangene, ein Farbiger und ein Weißer, ein Mann von Canada, schliefen in einer Zelle. Sie hatten sich am Tage porher erzürnt. und der Weiße schlug seinen Gefahrten den Hitn schdel ein, und schnltt ihm den Hals ab, worauf er sich ruhig neben ihn hinlegte und schlief. So fand man sie am nächsten Mor gen. Man glaubt, daß der Weiße nicht rich tig im Oberstübchen ist. Dem Großfürsten Alexis wnrde in Phi ladeiphia von vier dort ansässigen Russen als Zeichen des Willkommens (nach russischer Sitte) Salz und Brod in einem prächtigen silbernen Gefaß überreicht. Das Gefäß trug in russi schrr Sprache die Inschrift: „Seiner Kaiserlichen Hoheit Dem Großfürsten Alexisb Alerxandrowitfsch Von den in Philadelphia ansassigen Russen am 4. Dezbr. 1871 Charles Roloff, Julius Mirfalis, A. H. Krüeger und Chartes Haas. Herr Roloff überreichte die Gabe und der Großfürst nahm diesetbe sichtlich über die Auf merlsamkeit hoch ersreut dankend entgegen. Der Großfürst stattete u. A. noch der zum Besten der Heimath für alte Frauen gehalte nen Fair einen Besuch ab. Die Dameu wa—- ren offenbar nicht im Fair-Verkaufocostüm, sondern in der feinsten Gesellschafts-Toilette erschienen. Da man die Ankünft des hohen Gastes erwartet hatte, war ein Musikcorps engagirt worden, welches bei der Ankunft des Großfürsten die russische National Hymne und andere Piecen zum Besten gab. Dem Großfürsten wurde eine Schlittendecke, aus hochdeutsch,Afghan“, überreicht, an der an geblich eine alte Dame secho Jahre lang gear beitet hatte und auf welcher merlwürdiger- Weise der Rame des allerhöchsten Gastes in großen Buchstaben zu lesen war. Ob dies der salten Dame von einer klugen Frau prophezeit worden ist, daß ihre Decke einst dem Groß fürsten zum Geschenk gemacht werden würde, bleibt dahingestelit. mens Cordelia Wade, über ihren neunzehnten Selbstmordversuch betreten. Sie war zuletzt wegen Betruntenheit in das Stationöhaus gebracht, wurde genau nach Gift untersucht, hatte jedoch trotzdem eine Unze Laudanum in ihrem Strumpfe verborgen und verschluckte das Gift. Ein Doktor war jedoch baid bei der Hand und schaffte das Gift mittelst Ma genpumpe wieder heraus. Die New York „Tribune“ beklagt sich, daß eine Scenerie in der Musikakademie her halten muß, um die Kirmeß, den Markt zu Richmond, ein schottisches Dorf, die Vorstädte von Sevilla, den Nil, den Rhein, die Schelde und den Mississippi darzustellen. Die Köln. Ztg. enthält folgendes,„ame rikanische“ Item: „Präsident Grant ist be kanntlich ein alter Haudegen; er kann nicht ohne Krieg leben, und jetzt, wo der ·Norden wieder mit dem Süden vereinigt ist und wo kein Krieg von Außen droht, hat er einem an deren Feinde den Krieg erklärt—dem Chignon. Im Weißen Hause bon Washington ist die französische Haarbeutelei verpönt, und Haupt bedingung für Zulassung zu den Gesellschaf ten der Frau Präsidentin ist, daß die Damen ihre Chignons zu Hause lassen. Wie man sich erzähit, soll die Frau Prasidentin noch stren gere Bestimmungen von wegen des Haarwuch sed im Auge gehabt haben, die jedoch an der Schwierigkeit, die Gränze zwischen Trug und Wahrheit festzustellen, scheiterten. Gonzala Castanon war der Redakteur des wüthenden spanischen Blattes „Voz de Cuba“ in Havana, einer der Hauptanschürer der Greuelthaten der spanischen Freiwilligen auf Cuba, und fiel voriges Jahr im Zwei tampfe mit einem cubanischen Flüchtling in Keh West; seine Leiche wurde nach Havana gebracht und auf dem Friedhofe vor der Stadt beigesetzt. Die Beschimpfung seines Grabmals gab Anlaß zu jenen Hinrichtungen, welche Spa—- nien Cuba möoglicherweise kosten werden Eine Frau Saracco in Baltimore, welche nach Beendigung des Prozessed gegen den Ne—- ger Thomas, welcher ein Merdattentat auf sie verübte, das Gerichtohaus verließ, stolperte auf der Freitreppe und schlug mit dem Kopse auf die Stnfen auf, so daß sie schwere Kopf verletzungen davontrug. Man sorgte sofort fur die noöthige Pflege und schaffte sie nach ihrer Bchausung an Charles -Straßen -Ave nue, wo Dr. Page ihr ärztliche Hülfe leistete. Ihr Zustand flößte dem Arzte sofort Bedenken ein; sie blieb längere Zeit besinnungolos, und Montag Abend hauchte sie ihr Leben aus. Bei dem Sturze hatte sie eine tödtliche Gehirner schütterung erhalten. Sie war 51 Jahre alt, in Italien geboren, verheirathet, aber kinder los Ihr Gatte ist Hr. P Saracco, ein Mu siklehrer. Ausland. Kirchenblattes „Record“ finden sich wegen Mangels an anderem Stoffe um für die Controverse, was mit den ausgenützten Bibeln anzufangen sei. Man hat Verbrennen vor— geschlagen; doch hiegegen sträubte sich das Gefühl, und in einer Zuschrift der letzten Nummer wird ein glücklicher Ausweg vorge schlagen: Man verkaufe die alten Bibeln für Maculatur, „als einen ziemlich wictsamen Weg zur Verbreitung der Heiligen Schrift“ Die Kleinträmer gebrauchen oft zum Einwicteln ihrer Waaren und würden sonach unwissentlich den heiligen Samen aus streuen Der Einsender weiß ein Beispiel über die Wirtsamteit dieses Vorschlages anzuführen. Er fand seine katholische Haüdhälterin u dem Lesen eines fettigen Stücked Papier be schaftigt; wie sich herausstellte, war es ein Bibelbiatt, in welches der Kasehändler ihr ein halbes Pfund Chester eingewickelt hatte. Die Haudhälterin wurde von der Wahrheit einer Stelle, in dem Briefe Pauli an die Römer, dermaßen ergriffen, daß sie sofort zur angli canischen Kirche übertrat. Wäre die älte Bibel verbrannt worden, dann wäre sie nicht zum Käsehändler getommen, dann hatte dieser nicht -c Zur zZeit, als die Deutschen Paris bek lagerten und ihre Colonnen bereits bis nach. Mittel- und Südfrankreich vorschoben, war die Insel Martinique der Schauplatz einer furchtbaren Neger-Revolution. Mit den Ru fen: „Vivent les Prussiens durch, ogen die Schwarzen sengend, mordend und bren nend die Insel. Während der acht Tage, daß der Aufstand wüthete, wurden 44 Wohnge bäude niedergebrannt und zahlreiche andere geplündert Bei dem im Fort de France ab-- gehaltenen Kriegogerichte wären die Neger sehr erstaunt, zu vernehmen, daß die Prenßen auch der ihnen so verhaßten weißen Race an gehören. Ursache der dievoite war die Ver ürtheitung eines Schwarzen zu fünfzehn Zah ren Kerterod. Dem „Bihar“ wird aus Jazygien ge schrieben: In Tarna-Erk, einem Dorfe des Hevefer Comitates, hat der weise Gemeinde vorstand das Schulhaus für den Gemeinde- Schweinhirten occupirt, der änch bereitõ mii seiner Familie dort eingezogen ist, so daß nun mehr wegen Mangels einco Lokaled der Schul unterricht eingestellt ist. Vergebens erhob der Ortsgeistliche seine Stimme dagegen, auch auf der Kanzel; der Dorfrichter sagt, über die Schule habe er zu verfügen, denn die Schule gehöre der Gemeinde Der Geistliche hat sich nun an den betreffenden Stadtrichter gewen det; allein auf seine wiederholten Gesuch schreibei; itial mẽte das Schuthaus seiner Bestimmung zurückgeben, ist bis jetzt noch keine Antwort erfolgt. Die Nachrichten aus dem persischen Golfe lauten noch immer höchst traurig In Vunder Abbas ist neuerdingo die Cholera auogebrochen, und es findet von dort eine zahlreiche Aus wanderung nach Bombay statt. In Jopahan ist die Noth ebenfalls sehr groß, und man sürchtet bis nächsten Juni noch Schlimmeres. In Mesched, einer Städt von 120,000 Eitn wohnern, sollen 80,000 Hungers gestorben sein, 20,000 die Stadt verlassen haben und der Rest großentheils von afghanischen Hor-- den in die Stlaverei abgeführt worden sein. Der Schah von Persten belustigt sich inzwischen mit der Zagd, und da die Voltostimmung gegen ihn immer aufgeregter wird· sucht ·et dürch erneuerte Grausamkeiten Furcht einzu flößen. endlich wirktich fertig gebracht, einen kleinen Auflauf hervorzurufen, bei dem jedoch Nie—- mand getödtet, sondern uur einige Personen verwundet wurden. Anlaß zu demselben ga ben einige betruntene Soldaten (es waren Jäger), die durch die Straßen zogen, indem sie Shottlieder auf Napolcon 111. sangen. Dieses woliten einige Bonapartisten nicht duideu, beschimpften die Soldaten und war fen mit Steinen nach ihnen. Sofort sam meite sich eine bedeütende Menge an, die Sol daten zogen ihre Säbel, um stch gegen die Wüthenden zu vertheidigen, und verwundeten einige Personen Eine Compagnie kam ihnen zu Hülfe und trieb die Menge auseinänder. Weitete Fotgen hatte die Sache nicht. Nur nahmen det Maire nebst den beiden Adjuncten in Folge dieser Vorfalle ihre Entlassung Die selben finden, diß die Bchörden sie nicht un terstützt haben, als sie einer friedtichen Bevöl terung zu Hülfe kommen wollten. Drei Knaben im Alter von 4 und 5 ren, Kinder ganz achtbarer Etitern in Coblehz, denen man cine Vernachlässigung in der Er ziechung gewiß nicht vorwerfen tkann, erbrachen neutich am hellen Mittag den vor dem Ma rienbildchen am Gramm schen Hause in der Kornpfortstraße besindlichen Opferstock und nahmen den ganzen Inhalt, bestehend in 4 Egr 6 an sich. In demsctben Augen blick, als sie im Begriffe waren, dao Geld un ter sich zu theilen, kanien zwei Schutzleute des Weges, welche ihnen dassetbe wieder abnah men. Das Geld befand sich in einer Höhlung des unter dem Bilde befindlichen Prelisteines und war dieseibe mit einer tleinen eisernen Platte und einem Schlößchen verschlofen. Letzteres mag wohl schon recht roftig gewesen sein, sonst wäre es den kleinen Dieben woht nicht so leicht gelungen, dasselbæzu erbrechen Die ihnen geiwordene väterliche Züchtigung wird diese Anfänger hofftntlich wohl auf bessere Wege bringet. Herr Benedetti bereitet eine neue Ver öffentlichung vor, welche dazu bestimmt ist, den Enthüllungen des deutschen dieichs-An—- zeigers die Spitze zu bieten. Er hat sich an Napoleon gewandt, um von diesem die Er laubniß zu erhalten, seine persönliche Ehre, die in diesem Falle im Spiele ist, zu verthei digen. Sobald die Erlaubniß ertheilt ist, soll dad druckfertige Manuscript der Presse über geben werden. Die Zustände auf Sicilien und Sardi n'en. Die beiden größeren Inseln des Kö—- nigreichs Italien machen der Regiexung schwe red Kopfzerbrechen. Nachtem vierzehn Statt halter und Präfckten in Palermo gewirth schaftet haben, hat sich die Gesetzgebung noch immer nicht mit Gesetz und Ordnung befreun den tönnen und betrachtet die itatienische Re gierung ats cine Art von Fremdherrschaft. Todtschlag und Mord sind auf Sicilien häu siger ais in irgend einem anderen Theilt des Königreichs, und nirgends ist es schwieriger. Zeugen, selbst für notorische Verbrechen auf zutreiben, da die Gesellschaft unter dem Ban ne verbrecherischer Geheimbünde stcht. In Sardinien ist die Bande, welche Sorzono be lagerte, noch immer nicht zerstreut, und die Regicrung hat, wie sie zu thun pfiegt, wenn sie sich nicht zu helfen weiß, cinen Commissar ernannt in der Person deb Baron Cusa, um den Rustand der öffentlichen Siherheit auf jenem verwahrlofien Eilande zu studiren. Victor Placet, der oft erwäãhnte sran-- zoösische Generalconsul in New Yort zur Zeit des deutschfranzösischen Krieges scheint doch nicht ganz „sauber über dem Rierenstuck“ zu sein. Das Comite der gesetzgebenden Ver sammlung, welched einstimmig beschlossen hatte, ihn wegen detrügerischen Mänsövers beim An taufe von Waffen für die französische diegie rung in Antlagezustand zu versetzen, betlagt sich nachträglich über die Lauheit ded Staats procurators und die Milde des Gerichted, und besteht auf einer abermaligen Untersuchung. sei es auch nur vor einer administrativen Be hörde Die französische Presse hat sich i Ganzen sehr bitter über die Freisprechung dee Generalconsuls audgesprochen, und wenn auch nicht mehr zu einer Strafe verurtheilt werden tann, so wird ed doch wohl mit seiner öffentlichen Laufbahn zu Ende sein. Aud Hamburg, 18. Rov., wird geschrie ben: Im Juli d. I siedelte der Zuckersieder Köwer aus einem hannover'schen Dorfe mit seiner Frau hierher über und miethete eine geräumige Etage. Der Mann fand angeblich keine Arbeit; das Ehepaar erließ in hiesigen Blättern eine Annonce, daß kinderlose Ehe leute bereit selen, ein Kind zur Adoption an zunehmen. Daraufhin meldeten sich zwel Mädchen, Mütter unehelicher Kinder. Das eine zahlte ein einmaliges Kostgeld von 100 Mart, das andere ein solches von 200 Mark. Beide Kinder starben nach kurzer Zeit. Die Mutter des ersten Kindes war nicht mehr in Hamburg, die zweite wurde von dem Todes falle benachrichtigt. Später tam noch ein drittes hinzu, gleichfalls ein uneheliched, für welches die“ Mutter ein Kostgeld von 300 Mart zahlte. Nachbarn hörten sehr oft die Kinder jämmerlich schreien und dann plötzlich schweigen, als ob ihnen der Mund zugehatlten würde. Seit etwa acht Tagen war der Mann ertrankt; nach dem Krantenhause gebracht, verfiel er in Fieberphantasien, sprach in den selben von Kinderleichen, die in einem Wasser- Reservoir versenkt seien, und machte ferner grauenvolle Andeutungen von Missethaten, die er in Gemeinschaft mit seiner Frau verübt habe. Die Polizei forschte in der Wohnung nach, die Frau wies jede derartige Zumuthnng zurück. Inzwischen genas der Mann und legte, von Gewissenobissen getrieben, ein un umwundenes Geständniß ab. Zunächst sei den Kindern Arsenik gegeben worden; als in Folge dessen sich bei dem einen Kinde Erbre chen einstellte, hätten Köwer und seine Frau dem armen Wurm die Kehle zugehalten und es erwürgt. Das andere Kind sei in Folge des Arsenits In Krämpfe gefallen und gleich falls baid gestorben. Das erstere sei in einen Wassergraben versentt, das zweite dagegen ordnungömäßig beerdigt worden. Das dritte Kind wurde in einer Weise behandelt, daß der Tod eine Erlösung für das arme Wesen sein würde. Es fiel jüngst vom Clavier und brach den Arm; man hielt es natürlich nicht der Muhe werth, einen Arzt zu helen, bis die Rachbarn intervenirten. Die Frau leugnete mit großer Frechheit; erst als ihr die versenkte Leiche vorgezeigt wurde, legte ste ein Geständ niß ab. Die Betten der Kinder bestanden aus Säcken, mit Hobelspänen gefüllt. Man erwartet leider noch weitere Enthüllungen über ähnliche Verbrechen des scheußlichen und unmenschlichen Ehepaared. Am lli. Otktober wurde das Urtheil ge gen die Excedenten von der Königohütte, (Oberschlesien) vertündet. Die Zahl der zu Zuchthaus verurtheilten Excedenten beläuft sich auf 36, und zwar ist gegen dieselben auf 48 Jahre 10 Monate in Sätzen von 1 Jahr bis IJahr 8 Monate erkannt. Die Zahl der zu Gefängniß Verurtheilten beläuft sich auf 59, welche Strafen von 4 Wochen bis zu 1 Jahr erhalten haben. Freigesprochen sind 22. Schon am 10. d. hatten die Geschwornen die ihnen gestellten 327 Fragen beantwortet, und zwar hatten sie im Vergleich zu den Anträgen des Staatanwalts streng erkannt. lud drei Fallea wurden sogar Angetlagte deren Schuld Etanernali nicht als hinreichend erwie en angenommen hatte, v e s en aurnr h on den Geschwornen ber den vorjahrigen Sieg über die Baiern durch eine tirchliche Ceremonie. Außerdem wurde eine Dentmünze geschlagen mit der pomphaften luschrift: „Schlächt von Caul miers, 9. November 1870. Die Loire-Armee uner ren Letehen et Generals d'Aurelles nee deutsche Armee u befreit Orleans so ur