2 27 Woöchentliche— Ainois Staaiszeilung. llinois Siaaiszeilung. 2 2 2 2 Tägliche u. wöchentliche,„lllinois 1 Stantszeitung“ und „Der Westen.“ Office: 2 1013 West Randolph Straße Abonnements-Preise? Tägliche Morgeu Ausgabe· in der Stadi durch die Träger ins Haus geliefert: Per Jabhr im Voraus 12:00 der Woche. 9.25 Tägliche Ausgabe und „Der Westen“ per Woche.. 0.30 Auswartige Abonnenten per Post: ägliche Ausgabe per Jahr, im Voraus. 10.00 Dr Westen per gabr.· t i 22 Wöchentliche Ausgabe per Jahr. re rr 1/2.00 Wöchentliche Ausgabe nach Deutschland per Zahr.. 1.50 Nach Franlreich. ee e 400 Rach der Schweiz und Luxernhurg·· ce ele dOO Bestellungen sind zn adressiren an die Illinois Staatszeitungẽ-Co.. Chicago, 111. Chicago. den 21. November 1871. Aufgaben des Congresses. In zwei Wochen wird der Congreß zusam—- mentreten und die Art und Weise. wie er die auf ihn gesetzten Erwartungen erfüllt, wird nicht ohne wesentlichen Einfluß auf die Ge staltung der politischen Situation im nächsten Jahre sein. Die Republikaner haben in bei— den Häusern eine Majorität, groß genug um für alle Maßnahmen des Congresses die republitanische Partei verantwortlich zu ma chen, aber nicht groß genug, um ein rücksichto— loses Vorgehen, welches im Schoße ·der eigenen Partei Zwietracht erwecten toönüte, zu gestat ten. Es ist zu .hoffen, daß unter solchen Um— ständen in den Verhaudlungen des Congresses größere Besonnenheit und reifere stätömän nische Erwägung zur Geltung kommen wird. als in früheren, Sitzungen, in welchen die zu große Uebermacht der republikanischen Partei eine fortwährende Versuchung zu kecker Rück sichtolosigkeit und frevelhaften demagogischen Experimenten bildete. Namentlich wird ed solcher Besonnenheit bei der Behandlung der Zustände im Süden be dürfen, welche durch die Annahme der· Kuklur- Biü und die auf Grund derfeiben stattgehab ten Maßnahmen zu einem der wichtigsten Ge genstände auf der Tagegorduung des Con gresses geworden sind. Dexr Bericht der nach dem Süden entsandten Untersuchungö-Com missionen wird vorgelegt werden und je we niger Versuche gemacht werden, dargus Parteikapital zu machen, desto größer wird seine Wirkung sein An Bemühungen der demokratischen Partei, Ales, was det Bericht über die Kutluxerei sagt, als lügnerische Er— findungen hinzustellen, wird es öhnehin nicht fehlen Diese Bemühungen aber können nicht durch hitzige Dehatten und windige Dectama— tionen vereitelt worden, sondern nur dädurch, daß man dem Volte die Thatsachen ruhig und klar vorlegt und sie für sich selbst sprechen läßt. Wenn das geschieht· so därf man hoffen, däß eine gesunde oöffentliche Meinunt die Mit— wirkung zur Herstellung gesüuder stgattichet und gesellschaftlicher Züstände im Süden o eine nationale Aufgabe und nicht ats cint Parteisache betrachten wird; anderyfalls nicht. In Bezug anf den Blndeshaushalt läßt sich die Aufgabe de Congresfes in drei Worte zusammenfassecn: Verminderung.der Steuerlast. Ein Steuershstein, welches im Jahre 80 bis 100 Millionen Einnahmen-- Ueberschüsse exgiebt, ist ein ungesundë und unwirthschaftliches Ed entzieht der produc tiven Thätigteit des Landes ein enornmeo Ka pitat, welches sich alo Hülfomittel der Pro—, duction verwendet, zu 10 bis 12 Prozent ver zinsen würde, während es, zur Abtragung der Nationalschy!d verwendet, nur eine Zinszah— tung von 5 Prozent erspart. Das heißt mit dem Schinken nach der Wurst werfen, statt mit der Wurst nach dem Schinken. zZür all mählichen Tilgung det Stäatöschuld, wie zur Hebung des Bundeseredits ist ein regelmäßi ger Ueberschuß von 20 Miltionen besser; als ein durch Ucberanstrengung der Steuerkraft erzielter vou 89 Millionen. Um wenigstens 20 Millionen sollten mithin im bevorstehen den Winter die Steüern herabgesetzt werden. Eben so wichtig wie die Herabfetzung ist aber die Vereinfachung der Stenern Keine sollten übrig gelassen werden, als die Brann teweinstener (die sogar von 50 Cento direct und 14 Centõ indirect auf 75 Cents direct erhöhet werden könnte, ohne die Getfahr des Steuerbetrugs zu vergrößern), die Bier—, Ta back- und Stempelsteuetr. Geschieht das, so wird der einzelne Steuerzahler, der nicht Brannteweinbrenner, Brauer, oder Tabacks fabrikant ist, in gar keine directe Berührung mit dem Bundedsstenereinnehmer mehr kom— men und die directen Steuern werden vom Volke so wenig unmittelbar empfünden wer den wie die Einfuhrzoölle, oder das Postporto. Versuche, am Tarif herumzuflicken werden in Menge gemacht werden Wenn sie die Wirkung haben, viele der unsinnigen und un einträglichen Zölle, welche der jetzige Tarif enthält, abzuschasffen und diesen nach dem Muster der Tarife des deutschen Zollvereins zu vereinfachen (namentlich durch Einführung von Gewichtzöllen, statt der Werthzölle), soll es uns herzlich frenen. Uud wenn alle Ein fuhrzölle auf Salz, Kohlen, Kaßfee, Thee, Zucker, Reis und Gewürze abgeschaft würden, so würde neunundneunzig Hundertstetn des Volks solcher Freihande!l hoch willkom men sein. Die San Domingo-Frage wird hoffentlich in der bevorstehenden Congreßsitzung zu Grabe getragen werden, es sei denn, daß der Präsident Grant sie aus reinem Ueber muth von Neuem aufs Tapet brächte. Da— gegen wird als neue Frage wahrscheinlich der Antrag auf Constituirung des Territori ums Utah als Staat auftauchen. Der in den letzten Monaten von den Bundesbe—- hörden in Utah genommene Anlauf gegen die Vielweiberei hat die Mormonen veran laßt, einen Ausgleich vorzuschlagen, dahin gehend: daß Utah unter der Bedingung, fortan keine polygamischen Ehen mehr schließen zu lassen, als Staat in den Bünd ugelassen werde. Wenn aufrichtig ge—- cint, wäre der Vorschlag annchmbar. Denn aß man die Vielweiberei durch Einkerke rung aller derjenigen Mormonen, welche mehr als Eine Frau haben, ausrotten könne, wird nur ein Thor glauben. Allein selbst wenn es möglich wäre, bliebe es noch immer eine Barbarei. Denn Hunderte von Frauen, die sich jetzt als rechtömäßig verheirathet an sehen, würdèn dadurch zu Prostituirten, ihre Kinder zu Bastarden erklärt und ihrer recht- 2n 190 GO4 1010614,. tönnte unmöglich als eine Förderung des Rechts und der Sittlichkeit angesehen werden. Daß die Vielweiberei überhaupt in Utah hat Fuß fassen können, dafür ist indirekt der Bund selbst verantwortlich, denn er hatte als Vormund des Territoriums das Recht,. eo zu verhindern. Hat er von diesem Rechte nicht zur geeigneten Zeit Gebrauch gemacht, so kann er seine Versäumniß nicht dadurch einholen, daß er jetzt hlötzlich als Verbrechen bestraft, was er zwanzig Jahre lang gedul— det hat. Der Vorschtag, die Vielweiberei auf dem Aussterbe-Etat zu setzen ist die ein zige mit dem Billigkeitsgefühle und der Menschlichteit in Einklang .stehende Löfung ber Frage. Nur ein Fanatiomus, würdig des Zeitalters der Albigenserkriege und der Hugenotten-Vertreibunaen tkann Maßrtaeln fordern, welche auf eine Verdrängung der Mormonen nach Merxiko, oder den Südsee- Inseln abzielen würden. Denn was immer man von der Religion der Mormonen und von ihrer Vielweiberei denken möge: so viel kann der strengste Zelot nicht lengnen; daß ihnen die Welt und insobesondere die ameritanische Republit ein so kolossales Stüct segenoreichster Culturarbeit verdankt, wie es ohne die von religiösem Wohne erzeugte Opferwilligkeit kaum in cinem halben Jahr hundert hätte vollbracht werden könnenñü Die „liberale“ Coalition. Die Audssichten für den Erfolg der aller allerneuesten „departure“ der antirepubli tanischen Parleien sind nicht besondetd'heu Wie neulich berichtet, ging (und geht viel leicht noch) der Plan dahin, daß die demo kratische Partei gar keine National Convenñtion halten, gar keinen Candida ten für die Präsidentschaft aufstellen, thatsächtich die ganze alte Firma austösen soll. Alsdann sollen die Schurzïner f (denn so muß man sie wohl nennen a Echurz der cinzige hervorragende Führë beo Fähnteins ist) einen Caudidaten Pa er- Mitte aufstellen und die Demoklkaten für diesen stimmen, wenn sie wollen, næmich. Den Vorzu der Reuheit hat dieser Wan eigentlich nicht, deun er sicht wie eine o Copie ded Clevelander Fatzuhepianed von 1564 ausß. Damald wärd Fremont von den bärbeißigen MRaditatisfsimis (welche seitdem den NRamen „Radicate“ den Republikanern überlassen und sich in„liberale“ sanfte Heinriche verwandelt häben) als Präsident schafto-Candidat aufgesteltt und ihm as Lockvogel für die Demokraten John Cochrane als Adlalus beigegeben Die Westl Post, zu jener zeit unter Leitung des Hrn. Pree torius. tcqte ihr ganzes potitisches Capital in diesem Compagniegeschäfte an, dessen Er folg so giänzend war, wie der unserer Chieagoer Feuerversicherung- Geselischaften. Da nicht alle gebtannten Kinder das Feuer scheuen, so sehen wir uch jetzt die Westl Post wieder „eifrig bemüht, ein Seitenstüct zü der Clevelander Campagne von 1864 in Scene zu setzen. Altein, wie gesagt, die Aussichten sind nicht glänzend. Zwar hat eine Anzaht demo—- tratischer Blätter ihre Zustimmüng zu dem Plane erklärt, doch es sind klelne besonders mächtigen und einflußreichen Die Westl. Post zählte neulich ein Paar Dutzend kleiner demokratischer Wische aus Missouri auf, welche Actien zu dem Unternehmen zeichnen wolten, allein sie alle zusammengenommen sind nicht ein Viertel so viel werth, wie die einzige New-Yorker Staatözeitüng“ Diese aber verhätt sich sehr kühl abweisend zu dem Vorschlage, die demokratische Partei an die Frattschöße des Herrn Cart Schurz zu hängen Man höre, was ste darüber sagt: „Man mag die Dinge nehmen, wie man will, und die Demotraten indbesondere mö gen fsich sträuben, wie sie wollen, sie tönnen sich der Erkenntniß nicht mehr verschließen, daß wenn sich im nächsten Jahre nur die de motratische und die republikanische Organisa tion mit ihren Candidaten gegenüberstehen, der republifkanische Candidat Grant der Er— wähluag sicher ist. Denn Grant wird in die sem Falle der Candidat sein, nachdem er den Beweit geliesert hat, daß eine Identificirung seiner Person und Administrgtion mit der re publikänischen Partei den Chaucen der letzte— ren nicht schadet; so tange ihr· nur die demo kratische Partei gegenüber fieht. Es ist be wiesen worden, daß „selbst der Einfluß von Männern wie Schüz, fa ils. sie an ihren früheren Verfprechungen fest— hatten sottten nicht ausreichen würde, um die mit Grant unzufriedenen Republitka ner einem von doer Demokratie nominirten Candidaten zuzuführen. Es ist nun allerdingõ bor der leizten Wahl von demoklratischer Seite vorgeschla gen worden, den liberalen Republitanern die Nomination zu überlassen und diese dann von demotkratischer Seite zu indossiren. Wird es aber gelingen, nach den neuerdingo von den tiberaten Republitanern den Demotraten ge gebenen Fusttritten; dle Demokraten um ei nen solchen Caudidaten mit dem nothwendi gen Enthusiasmus zu schäaren „Was/ wenn sonst ein Entgegenkommen der liberalen Republikaner zu bemerken gewe fen wre/ sich vielleicht ganz von selbst ge macht hätte, erscheint uns jetzt doppett schwätrig. Die Demotraten wür— denes wahrscheinlich vorziehen, sich, wit ihnen die· „Westi. Post räth, be graben zu assen statt sich, whrend sie die große Mehrheit der Oppositionpartei bilden ipürden,blindlingo von dem s ch wa chen liberat-republitanischen äu fchen ins Schiepptau nehmen zu las en Auf der·andern Seite kommen wir nicht darübet hinaus, daß dieses Häufchen die „ba— lance of power“ hat, fo lange es sie zuGun—- fsesten der Republitaner verwendet und daß es dies fottzuthun gedenkt, einerlei wie es von Republilkanern malträtirt wird. Die libera len Republikäner haben. weildie Grant-Repu—- blikaner diesen Bepeis in Häuden hahen, jeden Auspruch auf Berüctsichtigung in der republi tanischën Partei verloren Auf demotra tischer. Seite istabher die Sympathie fürsie so äbgetühlt worden, daß zunächst die Gefahr por Augen tritt, die De— mokratie durch ein Indossement des liberal republitanischen Präsidentschäfts-Candidaten „so demoralistrt zu fthen, daß diese ArtAllianzdie Aussichten Gramnts exst·recht befestigt.“ Die letztere Bemerkung stimmt fast buch stäblich mit einer uculich von uns gemachten überein, wird aber, von einer demokrati— fchen Zeitung ausgehend, wohl etwas mehr Gewicht haben, wenigstens für die „Libe— raten“ Deuke man sich, daß in Preußen die alte absolutistische Junkerpartei; ihre Schwäche erkennend, Johaun Jacohi zu ihrem Führer machen wollte; würde sie durch eine solche unnatürliche Verbindung nicht schwächer, statt stärker werden? Die Stimmen der Zacobiten würden nicht halb so viel sein, wie die derjenigen starren alten Junker, welche sich der Abstimmung enthalten würden, um uur nicht für den gehaßten Jacobizu stim men. Der vorliegende Fall ist ein ganz ähn—- licher. Die N. Staatszeitung kennt ihre Päppenheimer. Sie weiß recht gut, daß die große Masse der alten Demokrraten sich „lieber begraben lassen“, lieber auf jeden Antheil an der Wahl verzichten, als für einen Schur:ianer stimmen würde. Vermuthlich weiß sie auch, daß diese atten Demokraten nie dazu gebracht werden könnten, auf eine demo kratische Nationalconvention zu verzichten. Selbst wenn eine solche nicht vom demotrati-- schen Rational-Vollziehungsausschuß berufen würde, könnte doch ein freiwilliger Zusammen tritt ven Abgeordneten der alten Demotratie nicht verhindert werden. Diet „liberalen“ Demoklraten nehmen in der demoktratischen Partei keine stärkere Stellung ein, als Döi linger in der katholischen Kirche. Die liberalen Republikaner mögen jetzt spöttisch dazu lachen, werden es aber später einsehen, daß wenn Grant auf weitere vier Jahre zum Kräã denten gewählt werden soll te, er sich haupts ichlich bei ihne n dafür zu bedanten haben würde. Denn ihre verfrühte und bis zur Abg eschmacktheit übertriebene Anfeindung aller sriner Amtshandlungen, Beweggründe und persönlichen Lebensge wohnheiten hat ihm. viel mehr Freunde, als Widersacher gemacht. Sie haben die Weid— heit nicht gewürdigt, welche in dem guten al— ten Sprichworte liegt „Allzuscharf macht schartig.“ Grant hat manche Mißgriffe begangen, manche Fehltrit.te gethan, wie das auch andern Leuten begegiiet, die deowegen noch lange keine Verbrecher ind. Aber wenn diese Mißgriffe und Fehltritte mit Aufwen dung aller Künste dialectischer Kümmelspalte-- rei als fürchterliche Staats verbrechen hingestellt werden, für welche Hie ganze Ge schichte des Landes tein Beispiel liefere, und für die es keine Sühne gebe, so ist die natür liche Wirkung auf Leute von gen wöhnlichem Menschenverstande die, daß sie ci ne gewisse Theiinahme mit dem Männe empfinden, welchem Irrthümer, wie jeder andere Mensch sie auch begehen kann, so entsetzlich hoch an gerechnet werden. —Als der Schurzs che Feld zug gegen Grant begann, war es no-·ch keines wegso gewiß, daß dieser 1872 wieder als Can— didat würde aufgestellt werden. Seitdem ist es allerdings wahrscheinkich geworden, aber nicht durch Thätigkeit seiner Fre un de, son dern durch die seiner Feinde— Eine fenerfeste Stadt. In Anbetracht, daß am 9 Otktober alle sogenannten feuerfesten Geb aude von Chicago, nördlich vonHarrifonstraßt: wie mür ber Zunder verbrannt sind, Gebäude mit 2 oder 3 Fuß dickten Steinmauern un d eisernem Gebält erscheint die Idec, Chicago da—- durch feuerfesi zu machen, daß man keine neuen Häuser bauen läßt, die nicht wer igstens 12 Zoll dicke Ziegelsteinwände haben, eigentlich tomisch. Man sollte meinen, wenn der groöße Brand vom 9. Oltober Et was festgestellt habe, so sei es dies: daß die sogenarinte Feuer sestigteit unserer Hänser ein Hum oug ist „Doch dieser Wahn ist uns ins Herz ge— Aegt,“ sagt Faust Ob auch ganz Süd-Chi— cago mit seinem Schwindelmarmor (statt des sen man ebensowohi hätte Kreide nehmen tön nen), seiuen Eisen- und Steinfacaden in Schiltt und Trümmern liegen, während Mah— lon Ogden's Holzhaus unnversehrt dasteht, die Feuerfestigleit bleibt Trumpf. „Chicago soll und muß feuersest werden“, und sollte es uns, wie dem Herzog von Bernburg, die Ei seubahn nach Köthen, tausend Thaler kosten! Wir dürfen keine,Bretterhuden“, keine,Zun derbüchsen“ mehr bauen. Out; wenn es seir ut. sei ë! Gegen den en zu schwinhneh sst cle seht veifei hafte Erghtzung Wiehelcht ist es audh wahr ae en die hoizhäuser don Chiëgo zies elsteinerite gewesen wären, die Kätastropht vbom 9. Oltober nicht so entsetzlich geworden sein würde, —obschon die anderthalb Qua dratmeilen Ziegelsteinhaufen auf der Südseite nicht eben geelgnet sind, die Vermuthung zu beträftigen Aber wenigstens solite man sich, wen n man, „beschließt, Chicago „fcuexfest u machen, der vollen Tragweite dieses Ent— husen bewußt sein. Chieagg ist sbegen seines schnellen Wachs thums als eine Wunderstadt angesehenw wor- den Aper würde diesed Wachothum so wun derbar schnell gewesen sein, wenn der Bau von Holzhäusern verboten gewesen warer War nicht die Leichtigkeit und Wohlfellheit der Banten die unabweisliche Bedingung der Schnelligtert des Wachsthum? Waren es die (jetzt in Teümmern liegenden stolzen Waarenhalãste det Südseite deren Bau das rasche Anvachsen der Bovditerng bon Chi cago kennzeichnete? Oder waren ed nicht viet meht die Lausende und Zehntäusende kleiner geottages“, in welchen flesßige Arbeiter und 61—7 n R r Handwerker ein behägliches Heim unter eige nem Dache fanden- Chicago hatte vor dem Brande über 300, 000 Einwohnüer würde es auch nurt 100,000 gehabt haben, wenn von Anfang an die Erbäüng von Holzhäufern verboten gewesen wäte? nd weiter: In der ganzen Welt gab es keine zweite Stadt bon so großer Einwohnerzahl, wie Chieägo, in wel cherdie Zahl der sfe tbststänbigen Haus— besittzer so groß war, wie hier Wir hatten hier thatsächlich kein Proletariat, wit es in andern Großstädten besteht. Wunderbarer und für den Menschenfreund erfreulicher, als die stattlichen Paläste ded Händelsvterteis, war die Thatsache, daß Zehntausende von Ar-- beitern unter ihrem eigenen Dache wohn—- ten, eine eigene Hätiglichteithatten. Das serzeugte einen Gemeinsinn, ein Bürgerbe wußtsein, weicheds füt Chicago die Gefahren die das allgemeine Wahltecht in einer SII Hirngespinnste erscheinen üeß! Hier hatten wir nicht reiche Brodzzen auf der einen und eine den elendesten Demagogen als Wertzeug dienende Proletatierbevoölkerung auf der an dern Seite, sondern lauter Bürger, die sich, ob ihre Häuser groß oder klein waren, a 1s Bürgex, als vollberechtigte Theilhaber an dem städtischen Gemeinwesen enipfanden: Wird, kann das so bleiben/ wenn in den abgebrannten Stadttheilen die Wiedererrich tung von Holzhäuserü verboten wird?“ Kön nen die Tausende von Arbeitern, denen ihre Häuschen abgebrannt sind/ die Mittel jur Erbauung von Steinhäusern eninen 2Und wenn sie es nicht können, wenn ste ihre Bau pltze mit Verlust losschlagen müssen, werden nicht Miethtkasernen nach dem Muster derin östlichen Städten bestehenden an ihre Stelle treten Wird nicht dadurch der ganze Charafter Chicagos verändert, sein Wachs thum gehemmt, die Vermehrung seiner Bevöl-- lerung vertangsamt werden 4 Dies sind die ersten Bedenken- welche sich uns aufdrängen, wenn die Rede davon ist, Chieago zu einer feuersesten Stadt zu ma—- chen. Läge nicht halb Chicago in Trümmern; wären nicht Tausende von kleinen Handwer tern und Arbeiternaller ihrer Habe bis auf— sihren leergebrannten Bauplatz beraubt han delte es sich nur darum, die Errichtung· von sme hr Holzhäusern, als bereito da sind, zu verbieten so: läge darin keine besondere Härte. Jetzt aberstellt sich die Sache für arme Grund besitzer noch· schlimmer, als wenn ihnen or drei Monaten plötzlich befohlen worden wäre, ihre Holzhäuschen nitderzureißen und, Back steinhäuser dafür zu bauen. In solchem Falle hätten sie wenigstens die Materiatien noch gehabt, die sie jetzt! auch verlieren. ni Zu verhindern wird eine Ausdehnung der; Feuergrenzen nicht sein Daß der dabei be absichtigte Zwect, Chieago zu einer feuerfesten Stadt ju machen, erreicht werden möge, wün— schen wir von ganzem Herzen. Allein dar über, daß eine Menge tleiner Grundbesitzer gezwungen ssein werden, ihr Anwesen zu ver kaufen und, statt in ihren eigenen vior Pfäh— len, in Miethwohnungen zu hausen, darf man sich nicht täuschen. Eine andere Stadt wird Chicago jedenfalls werden, und in so weit als Steine besseres, Baumaterial sind, als Holz, auch eine bessere. Aber daß es den wesentlichsten Vorzug. wodurch sich seine sozialen Zustände von denen anderer Groß— städte unterschieden, werde bewahren können, ist mehr als zweifelhaft. Feuerfestigkeit. Daß das neue Chicago fenerfest sei, ist ohne Zweifel der allgemeine Wunsch; aber auf welche Weise es feuerfest gemacht werden kann, darüber bestehen die verschiedensten Meinungen. Bisher hat man sich darauf beschränkt, Backsteine gegenüber dem Holz und der elenden schilfrigen Kreide, welche wir hier Marmor zu nennen pflegten, als feuerfest zu bezeichnen. Das ist nun sehr gut, so weit als es geht; aber daß es nicht sehr weit geht, das lehren die Ruinen der Südseite· Um Häuser feuerfest zu machen, dazu gehört weit mehr, als daß man die äußeren Wände aus Steinen baut Selbst die vier Fuß dicken Außenwände des Postgebäudes haben nicht verhindern können, daß das ganze Junere ausgebrannt ist. Hier nur in aller Kürze die weiteren Be dingungen der Feuerfestigteit: 1. Die Duächer dürfen nicht von Theerpappe und Kies, sondern von Ziegelsteinen, Schiefer, sehr starkem Eisenblech oder Zink sein. 2 Die Dachgesimse (cornices), die Erker und Zierrathen an der Außenwand, wo mög lich auch die Fenster- und Thürtränze müssen unter keinen Umständen von Holz, sondern von Stein, Zink oder Eisen sein. 8. Die Querbalken im Hause dürfen n icht von Eisen sein, da sich gezeigt hat, daß solche eiserne Balken durch große Gluth zu Kork— ziehern und Schrauben gemacht werden, welche die Wände hinausdrücken. Starke hölzerüe Balken deren Querschnitt ein volles Quadrat ist (nicht auf die hohe Kante gestellte Bohlen), ringoum in Cement oder Lehm gebettet; müßten die Böden der Stockwerke bilden; wie es in den alten Bauwerken Europa's der Fall ist. 4. Alle hohlen Wände und Böden, die bei einer Feuerobrunst wie eben so viele Luft züge an einem Ofen wirken, stnd zu vernieiden. Die Wände müssen alle mit Cement oder jener Mischung, welche man Concrete nennt, ausgefüllt und die Holzbalten innerhalb der selben mit dieser Mischung überzogen sein. Alle diese Dinge sind vollauf ebenso wichtig, oder vielmehr wichtiger, als das Material der Außenmauern. Häuser, die nach solchem Plane gebaut werden, können allenfälls a u o— brennen. aber nicht a b brennen. Wenn Chi cago beim Wiederaufbau nicht auf andere Weise feuerfest gemacht werden soll, als da durch, daß man so lch e Steinhäuser, wie die abgebrannten, errichtet, ist die ganze Feuer-- festigteit für die Katz. Pammer und Meridan. Die Chicago Tribune erzählt zum Nutzen und Frommen des Gouv Palmer und als Entgegnung auf dessen Botschaft die folgende Parabel: „Ein wohlhabender und achtbarer Deut scher, Ramens Hans Pammer, telcher auf der Nordseite wohnte, war von feinem Hause abwesend, als das Feuer herankam Scine Frau. welche sich auf's eifrigste bemüü hete, Etwas von ihren Sachen zu retten, wurde von Strolchen überfallen, die sie todt guschlagen droheten und ihr die wenigenWerth sachen, welche sie vor den Flammen geretket hatte, zu entreißen versuchten In diejem kritischen Augenblicke sah ein Nachbar, Na— mens Mer idan, diegefahrvollẽ Lage der Frau, jagte die Näuber weg und brachte die Frau in Sicherheit. Nicht lange nachher kam Grenn zurück und gerieth in gewaltigen Zorn über die nach seiner Meinung durch Nichts zu rechtfertigende und völlig gesetz— widrige Einmischung Meridan's in seine (Pammer's) häusliche Angelegenheiten. Denn er (Pammer) sei der einzige vom Gesetz be-- stellte Schützer seiner Frau und wenn irgenndein Anderer sie beschütze, so sei das eine Schand that. Er führte eine lange Liste von Citaten aus dem Eherecht, dem gemeinen Recht und auo Abhandlungen berühmter Juristen über die Rechte und Pflichten von Ehegatten an und drohete, gegen Meridan eine Criminal antlage wegen großen gemeinen Diebstahls zu erheben Hier endet die Parabel. Es hätte noch hinzugesügt werden können, daß selbst Dieje— nigen, welche die Ansichten Pam mer's über das Eherecht als theoretisch ganz richtig hanerlannten, über line grartisrdutendu uf den vorliegenden Fält ein uldee Heln nicht unterdrückeü vermochten. Der tifave Mord in Indiana. In der Nacht vom vorletzten Samstag auf Sonntag wurde in die Bahnung «der Familit Park bei Henryville, in Clart-Counth, In diana, eingebrochen, und Herrx und Frau Part, sowie der zehnjährige Sohn lü ihten Belten 5 en rautaa den etietn Tctern der Schädel in ʒ urchtbarer cit zerfchmetlertk swurden, daß an ihr Aufkommen nicht zu den ken ist Park war Küster der in der Nähe sei net Wohnung belegenen Presbyterianerkirche und hatte als solcher die Kirchenschlüssel in Verwahrung. Am Sonntag frühnun stellten sich, wie gewöhnlich, die Kinder aus der Um— gegend zur Sonntagsschule ein, die Kirche war und btieb jedoch verschlossen und es fiel allge mein auf daß Park, der sonst sehr pünktlich seinen Dienst versah: ts nicht sehen lleß. giei Herren machten sich schließlich auf den Weg, um die Schlüssei zu holen. In das Haus eintreten bemerkten sie zunächst die jüngere Tochter Helene, ein Mädchen im Al-- ter von 13 —l4 Jahren, deren Kopf und Gesicht ganz mit Blut hedeckt war und eloe versuchte, dasselbe in elnem Waschbecken, ln dem sich kein Wasser befand, abzuwaschen. Das Kind bot einen entsetzlichen Anblick dar. Die Herren frugen, was ihr passirt fei und wo die Eltern sich befnden Das Mädchen jantwortete, es habe ihr Jemand mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen, Vater, Mutter und Bruder seien zu Bett und sie habe vergebens versucht, dieselben aufzuwecken. Die ltere Tochter Heleue lag blutend und bewußtlos am Kamine. Die Herren begaben sich darauf in das Schlafzimmer der Familie— und fanden die Eltern mit zerschmeltertem Schädet im Bette tiegen. Beiden war der Kopf mit einem unrt Instrumente, (wie sich später ergab, einer Axt) zerschmettert und Bett und Wände waren mit Blüt und Hirn bespritzt.Von dieser Stätte des Todes bega ben n die beiden Herren in das Zimmer, wo der osährige Sohn schlief. Derfelbe iag ie schlafend in seinem Bette, steif und talt und anteieÛ mit der nmlichen Waffe, wie seine Eltern, ermordet. Auch sein Bett war, wie das der Eltern, mit Blut getränkt, aber auch hier deutete Richto darauf hin, daß dem Morde ein Kampf vorhergegangen war. Der Mörder, wer immer er wär; hatte seine Opfer im Schlafe überrascht und so gut gettoffen, daß dieselben, ohne auch nur eine Bewegung; ohne Todeskampf, den Geist aushauchten. Das Haus war augenscheinlich näch Geld durchsucht worden. Herrn Part'õ Portemon naie mit 5140 war fovt Seine Uhr dagegen lag unberührt auf dem Kaminsims. Der Er mordete war durchaus tein reicher Mann, wenn er auch in mäßig gutenVerhältnissenlebte Eine vom Hause näch der 2 Meilen ent fernten Hütte eines Regers Namens George Johnson führende Fußspur brachte die Nach barn auf die Vermuthung, daß Johnson an dem Morde betheiligt war. Er wurde ver— haftet, und es stellte sich jetzt heraus, daß der Abdruct seines Fußes zu der aufgefundenen Fußspur vollständig paßte. Beiimn Verhör vor dem Friedensrichter Ryan verwickelte er sich in allerlei Widersprüche und bald war man von seiner Schuld vollständig überzeugt, jedoch züm Geständniß und zur Angabe seiner Mitschuldigen tonnte man ihn nicht bringen und es wurde daher beschlossen, zu einem Ge—- waltnmittei zu greifen 1 Dem Johnson wurde ein Strick um den Halsgelegt und er dadurch ·bewogen, seine beiden Mitschutdigen zu nennen Ein Neger, Namen „Squire Taylor“, war der Haupt schuldige Er veranlaßte Johnson und einen andern Neger zu dem Einbruch. Johnson hielt draußen Wache, während Davis drinnen das Licht hielt und Taylor die grause That vollbrachte. Taylor ·war früher Sklape in Kentuckh und saß schon einmai wegen Dieb—- stahls im Zuchthäuse. Das hielt ihn jedoch nicht ab, unter den farbigen Baptisten den Heiligen zu spielen, und den Prediger dersel ben zu machen. Die Beute bestand in nur 5100 und einer Partie Kleidungostücke. Ein Theil der letzteren wurde in Taylor's Hause gefunden. Die drei Mörder wurden verhaftet und in das Gefängniß in Charlestown abge führt Nachträglich nahm zwar Johnson sein Geständniß zurück, jedoch waren die Beweise für die Richtigloit seiner Angaben überwälti gend. Am Dienstag Abend versammelten sich 300 bewaffnete Bürger bei Odioco, 7 Meilen von Charlebtown und marschirten nach Charles town mit der Absicht, die drei? Reger aus dem Gefängniß zu holen und aufzuhängen Am Mittwoch Morgen erbrach der Haufe die Zel len im Gefängniß; holte die drei Neger heraus und hing Taylor und Johnson an einem Baume auf, und Davis an einem mehrere hundert Fuß davon entfernten. Die Coroner's Jury gab als Wahrspruch ab, daß die Ge tödteten von unbekannten Personen (die Lyn— cher hatten Masken vor dem Gesicht gehabt) mit Gewalt zu Tode gebracht seien. f fsf í Der Untergang der Wallfischflotte. Einzelheiten des Untergangs von 33 Wallfischfahrern im Nordpolarnmeer liegen jetzt vor. Der materielle Verlust ist bedeu— tend, jedoch scheinen von den 1250 Mann, die sich an Bord der 30 Schiffe befanden, nur wenige verloren gegangen zu sein. Am 6. August trieb ein Nordostwind große Massen Eis nach der Küste zu in der Gegend des Eiskaps auf dem 700 15 N. Br, in des— sen Nähe sich die aus 40 Schiffen bestehende Flotte befnd Am 11 August schlug der Wind nach Westen um ünd trieb das Eis mit großer Gewalt gegen die Schiffe, welche da durch genöthigt wurden, sich nach der Küste zubegeben Die Eisberge, welche die Schiffe umgaben, waren von 35 bis 50 Fuß hoch. Um die Schiffe herum bildete sich neues Eis, so daß es schwierig var, die Küste zu er reichen. Als die Schiffe von den Mann— schaften schließlich verlassen wurden, waren die Eisberge etwa 70 Yards davon entfernt, die ganze Flotte mit Vernichtung bedrohend. Das nördlichste Schiff, der Romar, war zur Zeit als es vom Eise zerdrückt wurde, etwa 290 Hards von der Küste. Die Mannschaft wurde nach dem südlicher stehenden Theile der Flotte geschafft, welcher etwa 70 Meilen wei ter südlich stand. Die Mannschaft hatte lviel auszustehen, ertrug jedoch ihre Leiden mit großer Ausdauer. Es waren 33 Schiffe, welche verlassen wurden, und deren Zerstö rung wenige Tage darauf erfolgt sein muß. An Bord befanden sich 1,500 Faß Sperm— aceti, etwa 8319;000 werth- Aüßerdem wa—- renñ für etwa 80,000 Wallfischrippen an Bord. Der Verlust an Schiffen und Ladung be— läuft sich auf 1,600,000. Der Fang; wel cher eben angefangen hatte, versprach ein glänzender zu werden, und für jedes Schiff 1200 Faß Thran und 20,000 Pf. Rippen ab zuwerfen. Die Schiffsherren leiden den größten Verlust, weil sie ihren Theil am Fange verlieren und nicht versichert waren. Nachdem die Schiffoherren etwa 14 Tage vergeblich gewartet hatten, daß das Eis sich von der Küste loslösen werde, kamen sie nach. längerer Berathung zu dem Entschlusse, die Schiffe zu verlassen. Zu überwintern war unmöglich, weil der Proviant an Bord nur für ein Drittel des Winters hingereicht hätte. Dazu kam, daß die Schiffe, vom Eis einge tlemmt, sich in offener See befanden, dio höchste Wahrscheinlichteit mithin existirte, daß sie durch die Eisberge gerstört würden. Am 13. Sept.· wurden die Flaggen aufgehißt als Signale für die Mannschaft, sich zum Ver lassen der Schiffe zu bereiten Boote wurden mit Proviant beladen und um 4 Uhr Nach mittags befanden sich die Mannschaften aüf dem Wege nach dem Süden. Des Nachts kampirten sie an der Küste, und am 15. wurde der Weg nach dem Eiskap fortgesetzt. Am 16. wurden die Mannschaften der Boote an Bord der Schiffe gebracht. Die Schiffe begaben sich alsdann nach Plower Bay, um dort Wasser und Holz einzunehmen und ihre Fahrt von da nach den Sandwichinseln anzutreten. Fünf der Schiffe kamen am 24. in Sloverßay an und fuhren am 25. weiter. Die Boote hatten, um die Schiffe südlich vom Eiskap zu erreichen, eine Strecke von etwa 70 Meilen gurücklegen müssen, unmittelbar an der Küste entlang, an welcher nur ein schmaler eisfreier Strich flachen Wassers sich hinzog: Die deutsche und die französische Arbeit. (Nach französischen Quellen.) Paris, 21 Oltober. Man ist in einem argen Irrthum, wenn man glaubt, der deutsche Arm fehle nur fürs die grobe Arbeit iu Paris. Im Wagenbau und in der Kunsttischlerei, bei den Damen- -72 ren-dies usoen. enn e nicht die feinsten, je ie sten Arbeiter Mre lgpier- Fabrtkation dten ste die Esnzigen Auerdingo waren Mita vl ecmdg de st dn die din treifen, wegen der Vorzüglichkeit änz-- schen Arbeit verschlosen. Der fehlende Arm t die Arbeit ist in Dentschtand und nicht in Frantreich zu suchen. Die Arbeiter, die auf den Festungen sind/ oder die in der Instürret tion zu Gründe gingen, waren nicht die Blüthe von guten Arbeitern· Sie gehörten hauptsächlich der Classe von Vagabunden an, die drei Tage in der Woche arbeiten und in den bier anderen Tagen betgeuden, was sie derdient haben. Die Meisteü sind brutat an gethan und ihre Hervorbringüngen hahen einen llicmadiden Werth. Die Wenigsten gehören Werkstätten an, in denen gewifse Kenntnisse erfordert werden. Wads die Meister und Chefs betrifft, so sind därunter dllerdingo einige/ die für die Com mune wegen des Soldeo kämpften, der sle vor dem Hungertode rettete; sie standen aber in der Minorität, und hätte gleich anfäuglich die Masse don schlechten Arbeitern einen ernst haften Widerstaüd getroffen, die Insurrektion wwürde nicht triumphirt und die Regierung durch ziei Monate im Schach gehatten haben Die Masse gehörte größtentheils det Classe don Arbeitern, die nicht arbeiten, jener Kate gorie von unzufriedenen Individuen an, die sich, weil sie es niẽ zl dem ambitionirten ersten Range bringen konnten, erniedtkigt teuben Bietet sich eine Gelegenheit, aus ihter Sphäre herauszutreten, so greifen sie gierig danach; ivell sie nicht Arbeiter ersten Ranges sein koönnen, werden sie Parteiführer erster Classe; weil sie unfähig sind, hohe Löhne zu derdie nen, ergreifen sie jeden Anlaß, det ihnen die Suprematie über ihre Genossen berleihen kann; auf diese Weise werden sie Clubredtier, Nationalgarde-Offiziere, Delegirte oder Mit-- glieder ded Central·Comites, kurz Alles/ nur keine Arbeiter. n icin a In den ersten und gut organisitten Ela hlissementd fehlten nie die guten Arbeiter;. leiner wollte nie mit der Commune etwas zu schaffeu haben, und sie waren fofort wieder an ihren Werktischen, als Paris von seinen Thy- Lannen befreit war. Es fehlt nicht an guten Arbeitern für gute Atbeit, und tritt vielmehr das Gegentheil ein. Einer der ersten Fabirkanten in Paris äu- Bert sich diesbezüglich: Wir haben bereits grese erhalten, und obgleich sie noch nicht füt die Berwendung unseres gan— zen Personals genügend siud, grbeiten wir trotzdem frisch darauf los, weil wir dié Zu versicht haben, daß wir unsere Waare in Eu—- roha oder in Amerika absetzen werden. Unsere Werkstätn waren während der Belägerung im Gange,und alle dsitten drbeiter haben nach wie vor ihren bestimmten Lohn erhalten. Selbst unter der Commune haben wir alten welche die Arbeit der Insurrektion vorzogen, Arhelt qngeboten. Fünfundzwanzlgoder dreißig große Häuser, die an der Spitze der kater ndustrie stehen, haben es auf gleiche Leise gehalten. Wenn derzeit die Arme für einige Manufaeturen zweiter Ctasse fehlen, so hat man die Ursache nirgeud anders als in der Abwesenheit von beiläufig 50,000 Deut schen und darin zu suchen, daß, die Pariser Arbeiter sehr wenig leisten und viel Geld ver-- dienen wollen. Namentlich die Häuser in den relchen Vier teln von Paris ·haben währeud der Belage ruug und unter der Commune viel gelitten. Während der Belagerung haben sich die Be wohner der Vorstädte ünd -die Bauern auf zwanzig! Wegstunden in der Runde in die Hauptstadt geflüchtet. Da sie nutergebracht werden nußten, hat die Central Mairie alle teerstehenden Appartements requirirt. Man hat solche vorzüglich in den neuen, frisch de corirten Häusern gefunden, Dort sah nan die Flüchtlinge eingepfercht.. Man kann sich den Zustand denken, in dem diese Wohnüngen nach dein Friedensschlusse zurückgelassen wür den. Unter der Commune wurden die schön sten Häuser der Champs Elysees, des Fau—- bourg Saint-Honore und Saint-Germain von den in occupirt, deren Spuren sich nach dem Auszuge fandeu; schließlich haben die Artillerie beider Parteien, die Mitrailleu sen und das Petroieum arg gewirthschaftet. Das Alles muß reparirt werden. Die Arbei ter wollen sich dazu nur unter der Bedingung verstehen, daß man ihnen exorbitante Preise zahtlt, und selbst dann lassen sie die halb vol lendete Arbeit im Stiche, Es fehlt nicht an den Kräften, diese wollen aber lieber unbe schäftigt bleiben. Die Faulheit, an die man sich währeüd der Belagerung gewöhnt, schlechte Rathschläge, die verwilderten Ideen, die durch eine Zeit dauer bon vierzehn Monaten schrankenlos ver breitet wurden, tragen jetzt ihre Früchte und haben, da die Pariser Manufacturen in eine funvortheilhafte Lage gegenüber der fremden Concurrenz versetzt wurden, die arbeitenden Classen Consequenzen preisgegeben, die eben so en eenleaut für sie als für ihre Patrone sind. Das sind Wahrheiten, welche die Ultra- Radicalen nicht hören noch weniger verbrei ten wollen. Man muß eben wieder versön liche Mittel und Wege schaffen, um den deut schen Arm für die Arbeit in Frankreich zu ge winnen; und es hat endlich diese dumine Feiudschaft aufzuhören, die sich, würde sie fortgesetzt, an der Bedeutung der französi schen Waare für den Weltmarkt rächen würde. Von Nah und Fern. Ein Abonnent aus South Bend wünscht Auskunft über die Beschlüsse einer,Versamni lung von Chicagoern Aufschluß, welche dem Kaiser von Deutschland, die von demselben geschickten 1000 Thaler „vor die Füße werfen wollten.“ So viel wir zu ermitteln im Stande waren, hat keine derartige Versammlung statt gefunden, man müßte sonst eine kleine Anzahl in einer Wirthschaft sich zufällig treffenden Tyrannenfresser“ mit dem Namen „Ver sammlung“ beehren. Es ist uns nicht einmal möglich gewesen, die betreffende Wirthschaft zu ermitteln. Alles, was wir wissen, ist, was wir aus auswärtigen Blättern ersehen; und die mit Beiträgen bon S 1 Namen gehören fast ausschließlich Leuten an, die in keiner Weise Gewicht haben, und die besser gethan hätten, in dem Dunkel zu ver harren, in welchem sie bis jetzt lebten. Der Uimstand, daß nur S3O mit Ach und Krach zu sammengebracht wurden, beweist zur Genüge, auf wie schwachen Füßen die ganze schreckliche Contramine steht. Man würde in Chicago kein Wort über die unbedeutende Geschichte erfahren noch verloren haben, wenn nicht die New Yorker Presse die Sache unter ein enor mes Vergrößerungöglas gebrächt und zuerst veröffentlicht hätten. Von Neujahr ab soll in Dubuque eine tägliche deutsche demokratische Zeitüng er scheinen· Jowa wird alsdann zwei tägliche Zeitungen haben· Bis setzt war der Däven port Demotrat die einzige tägliche deutsche Zeitung: Die Pennsylvania Centraleisenbahn er hält zu Neujahr 2500 Frachtwaggons neüer Construction. Eine Trauung mit Stellbertretung, wie sie! in Euroha nur in regierenden Familien üblich sind, fand dieser Tage in Pittöburg statt. Der Bräutigam —er war es der sich vertreten ließ, war, Hr. Le Ganer, der spani— sche Geschäftöträger in Rom, die Braut, ein Frl. Addison von Pittoburg. Als Vertreter des Bräutigams fungirte der Brüder der Braut. Botts, dem zum Tode verurtheilten Ver brecher Pet Aalsted's in Newart, er nügt „sein Glaube“ er ist Methodist nicht länger, er will rasch noch selnen Roct wechseln, wie der Krebs die Schale aus dem „hard crah“ soll rasch noch ein „volt erab“ werden, kurz er hat den Entschluß ge faßt, vor seinem Tode noch ein guter Katholitk zu werden und deshalb die Reverends Dalton, Riley und Hickey zu sich kommen lassen Die beiden letzteren scheinen ihm weniger behagt zu haben, der erstere gefiel ihm am besten und erwirtte denn auch nach selner nterredung mit Botto von Gouverneur Randolph das Versprechen, wenn möglich bie Hinrichtung ned n Zeit verschieben zu wollen ung ist auf 21, De rein g ist auf den 21, Dezember Herr WGeilhausen, der an Ressourcen unerschöpfliche Sekretär der an breheureen ken-Gesellschaft beschloß noulich einen Haupt— coup auszuführen und sich und feiner Kranten gesellschaft kräftig unter die Arme zu greifen. Er er nannte nämlich den Fürsten Bismarck gum Ehrenmitgliede der Gescllschaft, stellte ein fein geschnörkeltes Ehrendiplom aus und über— sandte es dem Fürsten Bioömarck aber hat eine feine Nase und erkundigte sich bei dem Consul Claussenius in Chicago, weß Geistes 7 S Kinder denn elgenllich Hetr Galhäusen ssein onn a tete, können wir scht sähë abet berichten tönnen wir, daß Furst mrs ens e ihm angetragene Ehte seht be e entnehmen das Obige kinem Wechselblatte. Anm. der Red. der Jü. Stsztg.) Das Ptoteet des Weser· Ebe-Canalo ist für die Trace im vormaliget Koönigreich Han nover von dem Wasserbaü-Inspettor Heß, fut die übrigen Landesotheile von dem Baurath Michaetio bearbeitet Der ·Canal beginnt bei Minden, berührt Hannover, Lehrte, Fallers ieben, und verfolgt das Ohrethat bis zur Elbe die Länge beträgt 20Mëlen 0det221,/20 Kilometer, die Shritctene hat eine Länge von 22 Meiten und erstrect sich von Büce burg bis Ocbisfelde, dictet aifo die günstige Gelegenheit zur Einführung ber Ketten Bablthprshiffrl Die Ausführuug des Weser Elbe-Canals und die Fortsetzung des selben/ des Rhein-Weser-Cañals whütde die Schifffahrt auf der Wefet erheblich fördern, da selbstberständlich eine Berhindung des Ca nals mit der Weser bei Minden hergestellt wird, Hannober und Bremen würden eine directe Schifffahrtoverbindung erhalten Die Kosten des Canals belaufen sich bei 42 Fuß Sthientrene unt 63 Fuß Wasfertlese auf 10,100,000 Taler, bei 8 Fuß Wassertiefe und 36 Fuß Sohienbreite auf 10,560, 000 Thaler, und endlich bel s diß Wasertiefe und 42 Fuß Sohlenbreite auf 10, 900, 000 Thater/ atso im letzleren Falle etwa 380, 000 Thaler auf die Meile Aus Hamburg ibitd geshrieten Der Hamburger, keineswegs dem Chiiesischen ent nommeneẽ Ausdruck,„Tingel-Tangel“ bedeutet den Inbegriff einer ganzen Serie von Gesang-- Lotkalen unter den hochtrabenden Namen Con certhalle, Walhalla, Batathalle Tonhalle, bis zu jenen unheimlichen Orten herab, die sich durch die Bezeichnung Porter aud Ale ver dächtig machen. In allen ist der Muse des Gesanges der Krieg erklärt, und die Magnete sind diẽ Damen “en grande toilette“, in den luxuriöõsesten Gewändern bis zu dem Tricot herab. Unter der Täuschung des Gaslichtes sristet hier die „verkannte“ BSängerin, die ihr Talent aiif den Brettern, welche die Welt be deuten, nicht verwerthen konnte, ein zweifel-- haftes Dasein und leichten Trlumph, sle wan delt dann von den feineren Gesanglokalen alle Stufenleitern inrus bis man sie nach eini gen Jahren abgebleicht, gesangkrächzend, in einem dumpfen Bierkeller wiederfindel. Auch hier nicht mehr geduldet, nimmt sie entweder das Krankenhaus auf oder sie erhält die Stadt venteu. um in kurzer Zeit sie kehrt nämlich inmer wieder dem erlösenden Tode in die Arme zu fallen. Die Zahl dieser Tin-- gel-Tangel ist Legion, die der Mädchen eirca 1500. ·Da diese Lokale immer mehr der guten Sitte gefährlich wurden, ist ein energischeres Vorgehen Seitens der Polizei erfolgt; jüngst, eines Abendo, durchstreiften alle Tingel-Tan gels Polizeibeamte, und Alles, was nicht eini germaßen denr Anstande entsprach, wurde ci tirt, und so schmachteten denn einige Tage an hundert Mädchen fammt Wirthen und Wirthinnen in jenen zurückgezogenen Zellen, wo weder Nonnen beten noch dem Gesange gehuldigt wird Zur Ehre der Hamburger muß der Referent hinzufgen, daß unter diesen „Gesangodamen“ selten Hamburger zu finden; es sind importirte Braunschweiger. Hannove raner; Hoisten und namentlich Sachsen. Au genbiictllch sind Däninnen ud Schwedinnen sehr gesuchte „Waare“ und tein größerer Tin f gei Tangel kann ohne eine folche Ausschmück üng bestthen. In neuester Zeit sind Englän—- derinnen und Belgierinnen sehr begehrt. Fran zöstnnen trifft man seit dem Kriege weniger. Dem deutschen Chemiker H. G We i— nert in Davenport ist es gelungen, ein Ver fahten zur Darstellung von Zucker aus Mä ib zu erfinden, vermöge dessen er, wenn dert Bushet Mais 40 Cents tostet, den Zucker für 34 Cents das Pfund tiefern kann. Eine Attienũgesellschaft, welche diese Erfindung ver werthen will, ist in der Bildung begriffen. Wie groß der Unterschied zwischen den vorgeblich und den wirklich nach Chicago ge schicten Unterstützungöbeträgen ist, kann man aus einem Beispiele schließgen, dem von Freeport. Freeport war mit 510,000 tkredi lirt, und in der That hatten die Bürger auch den Mäyor ermächtigt, SIO,OOO als Gabe der Stadt beizusteuern, wenn es nöthig sein sotite. Man hat jedoch schließlich in Freeport es nicht nöthig gehalten und stätt 510,000 nur S2OO aus der Stadtkasse nach Chicago geschickt. Die Freeporter haben sich eben durch die großen Zahlen, welche in den Zeitungen außerhatb Chicago's gegeben wurden, über den wahren Stand des Hülfs fonds in Chicago zu falschen Ansichten ver leiten lassen. Der Freeporter Anzeiger thut sehr Recht, wenn er zu Sammlungen, und zwar zunächst die Deutschen Freeport's auf fordert Veim Bau einer Straße bei Hang Hollow, in der Nähe von Council Bluffs, Jowa, haben die Arbeiter einen vergrabenen Schatz gefunden, bestehend in etinem Sack, welcher zwölftausend Dollars Gold und Sil— ber enthielt Dieses Geld wurde vor acht zehn Jahren von· einem gewissen Muir da—- selbst vergraben, welcher in Caltifornien von einem Poöbelhaufen wegen Mord seiner Ca-- meraden „gelyncht“ wurde und vor seinem Tode die Existenz dieses Schatzes mittheilte, jedoch jede nhere Mittheilung berweigerte: Der Schatzmeister des Schulvorstandes in New Hork zeigt an, daß dié Schulkinder der Stadt New York $13,116 für die Noth-- leidenden in Chicago beigesteuert haben. im Theater ein ergötzlicher Vorfall während einer Vorstellung der Tragödie „Adrienne Le— coubreur.“ Im letzten Atte, wo die Vergif tung stattfindet und mehrere darstellende Schauspieler nach ärztlicher Hülfe rufen, er-- hob sich ein Individuum im Parterre in größ ter Aufregung und schrie mit einer Stentor stimme: „Oel! Oei! Man gebe Adrienne Oel!“ Wie man sich denken kann, endete die Tragödie unter dem schallenden Gelächter des Publikums Als Beweis einer Redewuth einzelner Parlamentsmitglieder, und wie nothwendig es sei; sie vermittelst einer neuen Geschäfts ordnung einzudämmen, erzählt „Maemillan's Magazine“, daß vier Unterhausmitglieder in der letzten Session nicht weniger als 357 Re—- den gehalten haben, und zwarßeresford Hope, deren 116 (darunter 62 über das Baot), Newdegate, deren 90 (23 über das Ballot), und G. Bentinck, deren 75 (über das Ballet Diese Thatsache für ·sich kann schon ertlären, weßhalb die parlamentarische Maschine so längsam arbeitet. Berliner Blätter bringen folgende hübsche Geschichte: Eine Prise gefällig, Herr Professor frägte der Obervogt „Bin so frei. Vergelt's Gott fünfnilliardenmal!“ erwiderte der Andere Wie viel mag das wohl geben? Man macht sich schnell än die Rechnung und bringt 10,000 Centner heraus. Es erheben sich Zweifel; also wird der Apo theker beauftragt, der Sache mit seinen feinen Wagen auf den Grund zu gehen. Am ande—- ren Abend berichtet er: sechõ gewöhnliche Pri sen Schnupftabak wiegen ein Gramm, alsv geben Milliarden Prisen 16,666ʒ Centuer. Die schwedische Universitãt Upsala zählt gegenwärtig 1570 Studenten (vor 5 Jahren nur 1081) und 97 Lehrer, nämlich 32 ordent liche und 2 außerordentliche Professoren, 23 Adjunkten, 37, Docenten ünd 3 Exercitien meister. Wie man vernimmt, soll der Ausfall der Aernte in Frantreich sich auf mehr als 20 Millionen Hectolitres belaufen. Man würde also um das Deficit zu decken für über 800 Millionen Franken Getreide im Ausland lau— fen müssen. Da die Ankäufe alle in baarem Gelde gemacht werden müssen, so wird die Geldnoth noch größer werden, als sie es jetzt schon ist Bei der am 30 Okt. flattgehabten Ent hüllung des Denkmales, welches das Garde „Schützenbataillon dem Andenten seiner im letzten Kriege gefallenen Offiziere und Mann— schaften im Karlögarten hinter der Hasenhaide errichtet hat, hieit der Kaiser (in die Uniform des Gardeschüützen -Bataillons getleidet) fol— gende Ansprache: „Es ist das erste Mal seit dem Einzuge der Truppen in Berlin, daß Ich das Garde Schützenbataillon wieder unter den Fahnen sehe, ünd Ich freue Mich, daß ich Euch an diesem Tage ehrenvollen und dankbaren Andenkens an die Gefallenen Meine Anerken dung für Eure im borsährigen Feldzüge be wiesene Tapferkeit, Ausdauer und Fingebung auosprechen kann. Alo Ich Euch zu den Waf— fen rief, habe Ich mit Zuversicht viel von Euch erwartet. Ihr habt aber Meine Erwartung nicht allein erfüllt, sondern Ihr hbta ste über- Moffen Behaltet wohl in Sinn und Herz, M: dr heistde curer Divhsion Euch zuge- Mfen Benutze die Zeit deo Friedens, um Etich an dem tuhmwürdigen Beispiete Eurer hefallenen Kameraden zu stärten und ihnen acheisern zu tonnen wenn —was Gott gnã— dig verhüten moöge nicht zu berechnende Er eignisse uns abermals das Schwert in die Hand wingen sollten damit Ihr Euren jüngeren Kameraden und Nachfolgern ein eben solches Beispiel und Muster werden könnt, wie die heute von ns Alen danthar Geehrten für Euch waren Das Dentmal selbst erhebt sich gegenüber dem Eingange zi!n Schießstand auf einem kunstlichen Hügel; es ist ein etwa d duß hoher rechteciger Bau aus Cementarbeit in röthlich·brauner Färbung, der an seinen vier Seiten eite Marmortafeln mit Widmungen in Goldschrift trägt und von einem schlafen den Löwen aus Zinkguß bedeckt ist. Die Vo tivtafel der vorderen Seite zelgt das Eiserne Kreuz, darunter die Worte: „Gott war mit uns! Ihm sei die Ehre.“ Die hintere Seite trägt die Inschrift: „Errichtet ain 30. Olto ber 1871 zum Andenten an die im Kriege 1870 und 1871 gegen Frankreich gefallenen Offiziere und Mannschaften des Garde-Schützenbatail tons.“ Auf, der rechten Längenseite sind die Namen der Offiziere und Mannschaften ver zeichnet, welche bei St. Privat den Heldentod fandeti. Fruchthalle eine Probe mit dem Apparate ei nes lentkbaren Luftballons gemacht. Ueber den Erfolg des Experimentes wird der Frantf Ztg. von dort geschrieben: Die Construction des Ballons i ganz neil und originell, eine Gad en wird als Motor ziim Betriebe einer Luftschraube angewendet in der Art, daß s Maschine selbst aus dem mit Gas gesũl!lten Bällon gespeist wird. Die Bersuche ergaben, daß der Ballon ganz nach Belleben gesteuert werden konnte, indem er ebensowohl in schnur gerader Richtung als auch im Kreise die ihm vorgefchriebene Bahn verfolgte. Die Ge—- schwindigkeit des Models war sechs Fuß in der Sekunde, im Freien würde die Geschwindigkeit größer oder geringer sein, je nachdem der Bal lon mit dem Winde oder gegen den Wind gehen würde· Der Motor selbst ist ungemein leicht und vollkommen feuergefahrlos. Das Modell ist sehr groß der Ballon allein hat circa 41 Fuß Länge; die Form des Ballons ist eine eiförmige und besteht die Hülle aus einer Art Kautschukmasse. An diesem Ballon hängt nun mittelst einer Reihe feiner Netze der us Fischbauchträgern bestehende Rahmen, auf welchem vorn die Gasmaschine mit der Luftschraübe ihren Platz gefunden hat, wäh—- rend sich hinten das aus einem Segel besteheunde Steuer hefindet. Die ganze Manipulatiou, um das Luftschiff in Bewegung und respective wieder zum Stilistand zu bringen, beschränkt sich auf das Auf- und Zudrehen des Gashah nes zwischen Maschine und Ballon· Det Bischof von Regensburg, Herr v. Senestrey, veroffentlicht ebenfalls (wie die Bischöfe von Paderborn und von Limburg) eine Erklärung für die Jefuiten Er sagt darin unter Anderem: Ueber die Jesuiten; die gefallenen Opfer, Hinweg schritten deren Feinde stets zum Sturme gegen Altar und Thron. Vor gerade einem Jahrhundert folgte unmittelbar auf die Auf lösung der Gesellschaft Jesu die französische Revolution Der Aufruhr in Frantreich im Jahre 1930 kam nach der Jefuiten-Verfolgung von 1828, und die wiederholten Handstreiche der französischen Regierung gegen den Orden von 1845 und 1846 losten sich auf in die furchtbate Katastrophe von 1848. Die pari set Mordbrennerei dieses Jahres endlich suchte ihre Opfer in den Reihen der Jesuiten, nicht aber unter deren Feinden. Die Verfolgung det Kirche wurde stets eingeleitet durch die Verfolgung der Gesellschaft Jesu, und auf die Verfolgüng der Kirche folgte der Sturm gegen die weitliche Autorität. Thron und Altar stehen eben nur sicher, so lange sie da stehen, wohin sie Gott gestellt im Gewissen der Völter. Dieses zu belehren, zu schärfen, zu veredeln, ist aber die einzige Aufgabe der Ge—- sellschaft Jesu. Darum ist gerade sie die Ziel scheibe des Hasses aller Feinde des Thrones, des Altars, des christlichen Gewissens. Am 28. October starb in Berlin der durch seine staatswissenschaftlichen Schriften bekannte Regierungoörath a. D. Professor Dr. Karl Julius Bergius. Herr Dr. jur. Gustav Rasch gibt in der B. 8-3. als die richtigen Motive seiner Steuerberweigerung an, daß er sich höchstens drei Monate im Jahre in Berlin aufhalte, in Berlin keine Haushaltung führe, sondern wie ein Fremder im Gasthofe wohne „Da der Magistrat es nicht für nöthig befunden hat, auf meine gerechten Einwendungen in Betreff zu hoher Veranlagung der Einkommensteuer auch nur eine Antwort zu geben, geschweige denn die Richtigkeit derselben zu untersuchen, so habe ich dem Magistrat erklärt, daß ich nun jede Zahlung meiner Einkommensteuer ver weigere.“ Die Etnennung des preußischen General- Lieutenants v. Stülpnagel zum Commandi renden des 13. (würtembergischen) Armeecorps ist nunmehr officiel. Derselbe wird in Bälde in Stuttgart eintreffen und ein für ihn ge miethetes Hotel gegenüber der preußischen Ge sandtschaft beziehen Die Ernennung ist in der Form erfolgt, daß der genannte „auf Wunsch des Königs von Würtemberg“ vom Kaiser hierher abcommandirt wurde·. Also eine Art Probiso rium, sofern conventionsmä ßig die Ernennung des Corpscommandanten durch den König von Würtemberg nach vor gängiger Entscheidung des Kaisers“ zu er folgen hat. Mehrere katholi- che Bürger Wiesbadens protestiren gegen die Zulassung der dortigen katholischen Geistlichen zur Ertheilung des Religions-Unterrichtes in der höheren Töchter schule, weil die dortige katholische Geistlichteit infallibilistisch gesinnt ist und die Protestiren den ihren Kindern diese Lehre nicht eingeprägt wissen wollen. Feldzeugmeister Benedek hat die in sei nem Felde durchaus nicht angenehme Gelegen heit gehabt, seinen Nekrolog zu lesen. Er ist nämlich keineswegs gestorben, sondern er freut sich im Gegentheil in Gratz einer außer gewöhnlich guten Gesundheit. Folgendes ist der Wortlaut eines von der Commune ausgestellten Trauscheins: „Französische Republik. Bürger Aret, Sohn von Jean Louis Aret, und Bürgerin Maria Saint, verpflichtet sich genanntem Bürger überall hin zu folgen, wo hin er gehe nnd ihn immer zu lieben. Aret, Maria Saint. Vollzogen von den Unterzeichneten! Paris, 22. April 1871. Fachau. Laroche.“ Man sieht daraus, daß die Commune nicht sehr frauenrech tlich gesinnt war, so weit wenig stens die Ehe in Betracht kommt. Es ist nur die Frau, welche sich verpflichtet, der Mann geht frei von Verpflichtungen aus Die Käthchen von Heilbronn, Typen von Frauen sind den meisten Männern noch immer die liebsten, aber auch auf diesem Gebiete droht ein Spektakelstück der Idylle zu folgen. Die Volkszeitung schreibt: „Dem Reichs tage wird die Petition des Lette-Vereins zu gehen, welche bezweckt, daß die bisher in Ba den bestandene Einrichtung, weibliche Perfo nen im Post- und Telegraphendienst zuzulas sen, auch ferner beibehalten werden solle, wo die Verwaltung auf das Reich übergeht. Zwei neue Offenbach'sche Operetten „Dorothea“ und „Paimpol und Perinette“ sind auf beinahe zwanzig deutschen Bühnen in Vorbereitung. Der Vicekönig von Egypten ließ un längst durch seinen In tendanten Drahnet Be.y bei Verdi anfragen, ob er nicht gesonnen wäre, gegen ein Honorar von 50,000 Frants ne-ch Kairo zu kommen, um die Proben seiner nenen Oper: „Alida“ persönlich zu leiten. Der Maestro refüsirte jedoch diesen Antrag. Ein gewisser B. Kirchhofer in Genf ver öffentlicht in jüngster Zeit häufig in Zeitun-- gen ein Inserat mit der Ueberschrift: „Un glaublich aber wahr“, in welchem versprochen wird, gegen Einsendung von 1 Frs. 50 Cent. mitzutheilen, wie und wo die Leute glücklich werden können. Auf Einsendung dieses Be trages erhält man in einem gedruckten Zirku lare den Rath sich in der Mormonen-- Gemeinde in Utah in Amerika aufnehmen zu lassen! Asi Der Professor der geistlichen Mademie f I. TOffinin, welcher auf den Münchener Altkotholiken-Congreß gesandt worden war, ist f nach Petersburg zurückgekehrt und arbeitet an einem Berichte über die Sitzungen des Con gresses für den Synod. Von Italien aus hat sich jüngst die firt dads vicekönigliche Theater zu Kairo engagirte große Opern-Geselischaft· auf die Reise ge macht, eine wahre Karawane, darunter auch Madame Saß, Ex-Prima-Donna der Pariser großen Oper. Man berechnete, daß die Ga gen der erslen Künstler, des Chors, Ballet corps -c. Satatete einer Million Fränes betragen während eine zweite Million für die Ausstattung der, in den fünf Monaten zur Aufführung gelangenden Opern und Balbets audgesetzt wurde. Vor dem Assisenhof von Potenza in der neapolitanischen Provinz Basilicata hat ein großer Räuberprozeß begonnen. 4 Ange—- klagte sind vorhanden und die meisten von ih— nen noch luns Eine Frau und ein Mönch befinden ?ch auch unter ihnen Die Verge—- hen, deren ma sie beschuldigt, sind beinähe jahllos. Auf eine dieser Individuen lasten zum Beispiel 108 Antlagen, worunter 33 Be— aubungen und 28 Mordtha!en. Die wenigst Gravirien haben zehn Antiagen nd so weiter hinauf zu 59, 67, 68, 69, 78, 84 Einem statistischen Nachweis der heillgen Synode ere zählt die russischeStaatstirche gegenwrtig 85,000 Kirchen, und zwar 31,000 Parochial- und 4000 Filialfirchen Boi sammttichen Kirchen sind 37,718 Geistliche, 11,227 Diatonen und 65,952 guhenritret Chorsänget -c. angestellt. Die esammt fumme, elche aus Staatomitteln zur Unter haltung der Kirchen und der Eeitliteitiahr üch gezahlt wird, beträgt 5,163,365 Rubel. Vön Seiten der Geistlichteit und eines Theils der russtschen Tagedpresse wird gegenwartia dafür agitirt, daß der pekuniar sehr schlecht gestellten Pfarrgeistlichteit höhere Staatszu— schüsse zu ihrem Einkommen gewährt werden— Unter großer und lebendiger Theilnah me sand am 30. Olt die Beendigung Alex ander Metideisohn's, des Chefs des berühm— ten Bantierhat!ses Mendelsson uCo in Berlitt Statt. Berühmtheiten der Wissen-- schaft, der Kunst, des Handels und Gewerbes. wie der Bürgerfreise waren vielfach vertreten. Die Stadtbehoörden hatten eine amtliche Abor dnung gesandt. Deü Leichenwagen umgabeun Mannschaften der Feueriwehr, dereu Peusi onsfondo der Verstorbene gefördert. In der unabsehbaren Wagenreihe des Leichencon ducts war auch ein königlicher Ga!awagen. Der Verstorbenẽ fand seine letzte Ruestatte auf dem südtichen Begräbnißplatze, die, an ker seiner ihn überlebenden Gattin, zum Chri stenthum übergetreten ist, welchem nunmehr Moses Mendelssohn's gesammte Nachtom menschaft angehört. Der Prediger Dr. Sy dow war im Amtbornate auf dem jüdischen Friedhofe erschienen, wo eine religiõse Feidr Statt fand. —Der Redacteur der Frantf Z3tg., Herr Vogel/ ist in dem Majestätsbeleidigungs- Processe, der wegen ded Artitels gegen Gene ral Manteuffel wider ihn erhoben worden war, freigesprochen worden. Der Gesamimnt-Ertrag der Münchener Verloosung der von deutschen Künstlern zum Besten der Jubaliden-Stiftung gemalten und dort“ (in München) audgestellt gewesenen Kunstwerke beziffert sich definitib auf 61,856 Gulden: 13,350 meht als erwartet. Göttingen ist nach der Beeinträchtigung; die seine Frequenz durch den Krieg erlitt. rasch wieder emporgekommen; das Winterse mester beginnt mit mehr als 800 Studiren den, eine Zahl, die in den letzten Jahren nie mals erreicht war n —ln Livadia auf der Krim befindet üch jetzt der junge Fürst Milan von Serbien, der gerade aus den Kindertschuhen schlühft, als Gast in Mitte der russischen Kaiserfamilie, be gleitet bon einein der drei Mitglieder der Re gentschaft, dem Herrn Blaznabäc. Seit eini en Jahren hat man behauptet, Serbien sei fen den Panslawismus verloren, ed denke seine eigenen Wege zu gehen, und nun kommt der jugendliche Fürst, dem Czaaren seine Ehrer bietung zu beweisen, und gerade jener der drei Regenten, der als ein Gegner Rußlands be zeichnet worden, begleitet ihn bei diesem be deutsamen Besuche. Nach dem Plane für die Organisation der Streitkräfte Rußlands, den das Kriegs- Ministerium am Schlusse des verflossenen Jahres, nachdem die Armeereform als uner läßlich anerkannt worden, hat ausarbeiten lasfen, würde, wie dit Mostk. Z mittheilt, die aktive, aus regulären und irregulren Trup— pen bestehende Armee, sobald dieser Plan rea— lisirt worden, 1,234/460 Mann mit 2488 Ge schützen zählen, darunter die Infanterie in 71 Divisionen und 6 Schützenbrigaden. Außer dem behält der Kaukasus seine Armee, haben die Festungen ihre Garnison und bereiten die Lokaltruppen besondert Marschabtheilungen zum Ersatz des Abganges bei den aktiben Truppen vor. Die Gesammtzahl der Truppen des europischen Rußlands, Orenburgs und des Kaukasus würde in der Kriegsstärte 1,- 602, 000 Mann betragen; für die Marschab theilungen werden mindestens 250,000 Maun als unumgänglich erforderlich angenommen, wodurch die Streitmacht auf 1,852,000 Mann anwächst. Rechnet man dazu noch die irre-- gulären Truppen und gegen 338 000 Mann der projektirten Miliz, so ergiebt dies für den Fall einer ersten europäischen Coalition eine Truppenmacht von 23 Million Kriegern, de— ren Mehrheit auf der westlichen Grenze con centrirt wäre. Von den beiden Dampferlinien, welche Europa mit Australien in Verbindung setzen, berührt die eine jetzt regelmäßig die Fidschi- Inseln. Es befinden sich bereito ein paar Tausend Fremde auf dieser nselgruppe, wo runter natürlich auch manche rauhe Elemente. Um nun dem zunehmenden Morden, und fon stigen Ungebührlichteiten ein Ziel zu setzen, vereinigte sich der anständigere Theil der Be völkerung des Hafens Levuka, um dem Haupt chef der Insulaner, Cacoban, die Krone und ihre Unterstützung anzutragen, damit die Ordnung im Reiche erhalten werde. Dieser nahm das Anerbieten an, bildete; gleich dem Könige der Sandwich-Inseln, sofort ein Mi— nisterium aus den dort ansassigen Amerita nern, und da einige der Chefs des Innern sich diesem widersetzten, so entstand ein Krieg, aus dem indeß der neue König siegreich hervor ging. Da England und die Ver. Staaten sich weigerten, diese Inselgruppe zu annecti ren, und den Fremden daran gelegen ist, in ihren Baumwollen-Anpflanzungen ge—- schützt zu sein, so wird wohl dort ein neutra les Königreich, wie das von Hawayi, fortbe stehen tönnen und die Menschenfresserei ein Ende erreicht haben. Hr. Emile de Girardin ist nach langem Schweige n wieder in der,Liberte“ aufgetaucht, mit eine m Brief an den Advokaten Bigot, den Verthe idiger des kürzlich zum Tode verurtheil ten Marotteau. Girardin billigt die Todes-- strafe nur so lange als die Infurrection die Wasfen in der hat. Nach Niederlegung der Waffen billigt er nur noch die Transpor tirung. Girardin schlägt der Regierung vor: durch ein Decret sich aus der Sack gasse zu helfen in der sie sich besindet. Dieses Detkret unterwerfe alle Maigefangenen j dieses Jahres, die keine gerichtlichen Ante cedentien haben, einer zehnsährigen Freiheits cur in den Vereinigten Staaten, Vedia er sie tranoportiren ließe in Begleitung derjenigen ihrer Anberwandten, welche sie zu begleiten wnschen würden. heber des bekannten social-demotratischen Manifestes Anklage erhoben wegen Aufforde rung zum Ungehorsam gegen Gesetze, insbe— sondere zum ümsturz der Verfassungogesetze wegen Schmähung von Staatseinrichtungen, Anreizung verschiedener Classen der Bevölte rung zu Gewaltthätigteiten gegen einander und wegen Theilnahme an gesetzwidrigen Ve rbindungen. Bekanntlich haben die Unber— zeichner des Manifestes dafür schon unter Hrn. von Falckenstein's Gouvernement mit langer Detinirung in Königoöberg zu büßen gehabt. Oer Moniteur beklagt sich darüber, daß die Franzosen, welche während des Krie— ges von den deutschen Behörden zu Gefäng nißstrafen verurtheilt wurden, sich noch heute, sieben Monate nach dem Friedenoschlß auf den deutschen Zestungen besinden Er fgt hinzu, daß diese Thatsache ohne Preceden fall sei und solche Haftherlngerung einen ernst lichen Nachthell fur die Wiederaufnahme bon wirktich friedtichen Beziehungen zwischen Frankreich ünd Deulschtaud bitde Ohne Präcedenzfall ist diese Thatfache jedoch nicht Die Deutschen, welche ian unter Napdlebn L wegen ãhnlichet Vergehen lnd inter hn lichen Umständen verurtheitt, wurden bids 1814 und 1815 als Galeerensträflinge in Toulon festgehalten und verdankten nnr dam Siege der Verbündeten ihre Freiheit.