MW Neueste iR^chrtchte«. I a a 7 E ein Verein ins Leben getreten, der es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen und Kin dem, ihrer Kraft angemessene lohnende Arbeit zu verschaffen. M)te ersten '^Her ren und Damen der Gstadt sind Mitglie der des Vereins. a r, der reicheGrund elgentbümer, hat den Contract für Wie derauffuhrung deS palastartigen Gebäu des, in dem sich die Engros Dry Gooo Handlung von Leiter u. o. befand, abgeschlossen. Auch seinen „Block'' an der Westseite der State Straße wird er wieder aufführen, desgleichen seine dreiLtores an Randolph Straße, und der Bau seines großen Hotels geht bereits ftst voran. Die Ji" chant s" von Hartford bietet ihren sicherten als Vergleich 3 0 a a t, Hartford dito, und so machen viele Companien ahnliche nichts weniger als befriedigende Offerten. Die „Astor" von New Jork verglich sich mit einem Versicherten auf 30 Cent und bezahlte in einem Sichtwechsel, der protestir wurde. Gen. Lieutn. S a hat bezüg lich der Abtbeilungen der Militärverwal tung einen Tagsbefehl ausgestellt, dem zufolge die erste Äbtheilung aus den Departements Dakota, Missouri, unv Teras besteht. Das Departement Da a mit tent Hauptquartier in St. Paul umfaßt Minnesota, Montana und Da^ rota. Austin, Texas, 6. Nov. Beide Häuser der Gesetzgebung haben bezüglich derVerfügung desGouvtrneurs Da 6$ welcher die beiden Counties Freestone u. Limestone in Kriegszustand erklärt, be schlössen, daß dieselbe unnöthig sei, und den Gouverneur aufgefordert, daselbst das bürgerliche Gesetz wieder in Kraft treten zu lassen. S W a N N k, 7. Nov.—Vielleicht noch nie hat eine Wahl so großes Interesse er regt, als die heutige Leute, die seit vie len Jahren nicht zum Poll gewesen, wa rtn heute thätig mit aller Kraft und in allen Theilen der Stadt. Ordnung war meistens vorherrschend, und Ruhestörun gen kamen nur in Tweed's Diftrkt vor. feld ter aber hatten die Strolche auch freies unv mißhandelten friedliche Bürger nach Herzenslust. a, Tweev's Gegenkandidat wurde von ihnen ange griffen, nackdem sie vorher eine (bin ge Hörige Kiste mit Kleidern zertrümmert. Doppelstimmer und Diebe herrschten in diesem Districte unbeschränkt und hielten manchen ehrlichen und friedlichen Men schen durch Einschüchterung vom Stim men ab. Im Ganzen herrscht großer Jubel über das waö man im Interesse redlicher Verwaltung errungen. Die Deutschen arbeiteten tüchtig für Sigel, der in den deutschen Diftncten stark voran ist. Die „Tribüne" erklärt das Resultat für einen Schlag gegen die Dieb*, auch wenn der Sieg in Folge derSchwache der republikanischenCanvieaten kein vollstän diger sei a E a a Stimmen verhindert werten seinestim nie ward aber doch auf Eiv angenom men. Später wurde er verhaftet, aber balv wieder frei. a 7 N a a sogenannte „feuerfeste" Ticket, das wi schen beiden Parteien vereinbarte Volks tiefet mit Metall alsMayoranderSpitze glänzend gesiegt. Medill erhielt 4 Stim men gegen eine für den Candidaten ler „Bummers." Holden, der an der Spitze dieses Tickets stand, war ein alter geübter Wardpolitiker, der sich auf das „Firen" ausgezeichnet verstand, (eine Art Bill Murray) Um so empfindlicher seine Niederlage. Der Jubel über die Niederlage der politischen Tag-und Ta schendiebe ist ungeheuer. Medill hält für ftine Freunde offen Haus. 7 N Male seit 12 Jahren haben die Republi kaner in dieser Ltadt genegt. Hugh Moffat, der republikanische Mayorscan bidat ist mit 500 Stimmen Majorität ge wählt. I a N Gestern wurde im Gehölz ei der Stadt die Leiche N ch. Wagners, eines Deutschen gefunden. Der Mann hat pch mit eigener Hand in verzweifelter und schrecklicher Weise den Tod gegeben. In ocr Nähe der Leiche fand man eine an ei sen B. um angebundene Flinte, welche mittels einer an dn Hahn gebundenen Schnur abgefeuert worden war. An der Leiche fanden sich 100 Dollar in Baar geld. W gner wurde schon seit dem 17. September vermißt. Arbeiter fanden gestern beim Straßen graben durch eine Hong Hollow genannte Schlucht einenSack mit $12,000 inGold und Lil' er. der dort verscharrt gewesen. Der Schätz soll einem lisornier gehört haben, der hier ermordet wurde. Der Mörder der von einem Volkshaufen ge faßt und gehängt wurde, hatte dama nur gestanden, daß er das geraubte Geld »er lborgen, aber nie den Platz angegeben. Die Finder, arme Arbeiter, theilen sich ehrlich in den Schatz. a 9 S Williams instruirt die Grand Jury für den November Termin des Crimmal Gerichts rücksichtlich der Tödtung Gros venorS in einer Welse, welche den Gou vernör Palmer wegen feines Verlangens, Sheridan und Bl^ayor Mafon sür.jenes Ereigniß in Anklagezustand zu versitzen, keineswegs mit Glacehandschuhen iitic tirt. Nicht einmal der Nichter habe ein R-ckt, der Grand Jury zu sagen, wen sie in Änklagezustand zu versetzen hqbe,,. schweige sonst wer. Er stellt dem Gou verneur, ^venu er fich verdreiste, der Jury den geben. .1 -^rr^r- derattigeJpsttüc^oftet^zuKtheilen, einen Prdzeß wegen Beleidigung des Gerichts in Aussicht. 'v Aus einer jetzt veröffentlichten Corre spondenz zwischen Gov. Palmer. Mayor ?l!ason und Gov. Sheridan geht hervor, daß der Gouverneur seinen Generalav jutante«. Oberst Dilger^ mit einer MD evmpattie und 1000. Muskaten uytepivem 10. Oct. nach Chicago schickte, um dort das Vaterla.nd zu .rettsfl,^. daß^ ZNayjsr Mafon die Tapfer» an,Genera^ Sdexl Dan spedirte, minder Weisu.ng,He heisnzu schicken, wenn er sie nicht brauche, und daß Sheridan, wahrscheinlich, um nich?* gar zu grob zu sein, dem Gouverneur anzeigte, daß seine aus alten Soldaten an Ort und Stelle organisirte Miliz alle Arbeit thun könne, die zu thun sei, daß er aber die tapfere SpriUgfielder Garde des Gouvernörs „einen Tag oder so" be halten wolle. Daher wohl Hauptfach lich Gov. PalmerS Zorn. N S Hotel angetrunken schlafen legte, nachdem er das Gas ausgeblasen, ward am andern Morgen, durch die Stickluft ge törtet, leblos in seinem Bette gefunden. N 9 N Fields, ein Tammanydieb, der als Ge gencandidatseymours in den Staatsse nat gewählt worden, wurde verhaftet unv gegen Bürgschaft von 200,000 auf freien Fuß gesetzt. S wolle den von Twrev geschlagenen O' Donovan Rossa zu feinem D^puiy R'gi straior machen. (SollteFranz nicht thun. Eirisch Blut mit denischcm unter einem Hut thut nicht gut.) Tweev sagt, er wundere sich wirklich recht sehr über den Erfolg der Reform partei bei der Wahl. Es scheint vie Zeit sehr nahe, in der es äußeist gleich gültig seil wird, ob und Über was dieser Hallünk sich wundert. a 1 0 N und die Feüerkommission läßt es sich jetzt besonders angelegen fem, die Ursache des Feuers zu entdecken. Ob wirklich Mrs. McLeary und ihre Kuh, welche eine Pe troleumlampe umgestoßen haben soll, Chicago in BraNd gesteckt, oder nicht, wird sich hoffentlich endlich herausstellen. N 1 0 N S a Fenton und Collektor Murphy, bekannt lich die Häupter der beiden feindlichen republikanischen Fraktionen in New-Jork, sollen hrere sehr vettraulicheGevattern gespräche mit einander gehabt ha'en. Si scheinen des Jangen Haders müde" zu sein und endlich Friede machen zu wol len. S a a 1 1 N 4Q.000 Schafe sind bei dem letztenSand stürme umgekommen M.A.Chilene, einGoldgräber, drrseinen Partner Thomas Silvas wegen *60 er mordete und seine Concubine zwang, ihm beim Versenken der Leiche in's Meer bei zustehen, ward von dieser verrathen unv an's Messer gelieferr. S a a 1 1 N E a Companie Mormonenmissionäre ist nach ven Ostuaaten abgegangen. (Die AuS rottung des Mormonismus in Utah wäre natürlich ganz wünschenswert^aV '-in ein wahrer Segen wäre es. könnten, a a a Utah den Koran praktisch durchführen, durch jene Missionäre oder sonstwie, ver anlaßt werden, nach Utah auszuwan ccrn. N 1 1 N E Gustav May, zwei sog. „Franzosen", in in Wahrheit aber ohne Zweifel deutsche Jtfraeltteg scheinen den ausgelernten New Joiker Steuerbeamien einen Esel gebohlt zu haben. Diamanten wurden im ihrer Perlon versteckt gtfunven und r,e betrrn Mao wurten als Schmuqgltr 'oeihaftet. Jetzt sind sie ftkigelasi.n angeblich, weil es sich herauSgfstvUt, daß sie „C mmuniste n", d. hier wohl flüchtige Anhänger ver Pariser Commune seien, die ihr Vermögen in Diamanien umgesetzt. Der Grund ist so schwach, daß anzunehmen ist, die Herren M^y hrben entweder die New Iorker Zollbe amten „gebambuselt", oder haben etliche .Aiomanten" die Fürsprecher für sie ge spi^l«, und ihre krumme Sache grad ge macht. Ein Frauenverein in Brooklyn macht es sich zur Aufgabe, solchen Fiauen und Mädchen, die ihren Lebensunterhalt d«rch ibre eigene Arbeit bestreiten, gute billige Wohnungen zu verschaffen. Seit Deputy Compttoller Green im A a Faullenzer, welche unter irgend welche« Vorwande am? dem Ltadtsäckel erhalten wurden, in Wahrheit aber nichts zu thun hatten, als für Tweev unv Consorten das ganze Jahr hindurch die Wähler zu bear betten und am Wahltage doppelt zu stim men, woher sie „Repeater" hetßen, abge lohnt. Tweed soll sich parat machen, ans zukneifen Die „Tribüne" rrklärt. das Publikum OW nichttz Geringe- längliches ZuchlWs fülk Tweed Ä~ir xV.W Die 11. Nov^^öütäVan- St. öo is, _,r derhook von Chicago, der während Wer Reise von Kansas City auf der Päeific Bahn, wie „Graf von Falkenstein" „all sein Geld verjuckl" und zwar im Äipnte Spiel, brachte sich am Babnzuf.e eine «örtliche Schußwunde bei und wurde: in Helen City Mo. abgesetzt. ,j S$»n @ute»a.,,,, ^i,(! W 7 N a a auf Grund körperlichen Leidens um Ent lassung von seinem Posten als^Michs? kanzler chgesucht. Die Oppositiöns- presse erklärt diesen Schritt für einem An freiwilligen. Gmf Androssy wird das Portefeuille des Auswärtigen, überneh men. 'i.f.-. .vi. -?r.of a 9 Nov Furchtbare Er- ploitbn in einer Kohlengrube bei St. Etienne. während alle Arbeiter am Werk waren. 22 Leichen wurden herausge holt. 30 noch in der Grube befindliche Arbeiter find ohne Zweifel ebenfalls todt. Es wird stark auf allgemeine Wehr Pflicht und Schulzwang losgesteuert. 9 a arbeiterausstände in den Zuckersiedereien, Wollen-und andern mit Dampf gettie denen Fabriken in Elbing. 1 0 N a Gegenwart des Kaisers, Kronprinzen, des Prinzen Friedrich tei, MarschallWran gels, des Präsirenten ves Reichstags und vieler anderen NotaMitäten, sowie einer großen und enthusia!nschen Volksmenge die Enthüllung ver Schillerstatue statt. „Norddeutsche ie Die alten Aldermänner wollen ihren Sitz behaupten und den Nemrwählten Platz zu machen sich weigern. In Brooklyn hat eine große Jndigna tions-Versammlung geaen den dortigen ,d mokratischen Ring" wegen der großar tigen von demselben verübten Wablbe trügereien stattgefunden. Verplatztes Pulver! a 1 1 N E sich ein Prozeß zwischen den Cbicagoer Getreidehändlern und den Eisenbahnen welche unter dem Vorhalt, die Zerstö rung des verbrannten schon in ihrenHän ven befindlich gewesenen Waizens sei „eine a s" (act of god) sich weigern, dafür zu zahlen. A a Zeitung" versichert offiziell, daß derMinisterwechsel^inOester reich das zwischen dem Berliner H.f diesem Staate und bestehende freundschaft­ liche Verhältnis in keiner Weise asfiziren werde. 'Feldmarschall Benedek, der un glückliche Führer der Oesterreicher in der Schlacht von Savowa, ist am 28sten des vergangenen Monats in Gratz am Schlagfluß gestorben. i'' Homöopa h,sche Kügelchen. Wir brachten unlängst die Nach richt,Finanzminister it II fei vo» Jem ndem um 2Mtfftoiten verklagt, wel che derselbe durch Böutwell's Finanzope rattonen verloren haben wollte. Die Sache ist anders.. Der betreffende Je a E N a ford Galvin, welcher behauptet, er fet ter eigentliche Erfinder der Boutwell' schen Finanzpolitik, die er dem Minister gegen Versprechen einer bedeute den Summe mitgetheilt. Boutwell weigere sich nun, diese Lumme zu zahley. Ohne alle Frage hat dieser Englander den Spleen, was aber die demokratischenBlät ter nicht abhält, sehr tiefsinnige „Leid" Artikel über den abscheulichen Boutwell zu schreiben. Anna Wood von Hartfort, Maine, die Elftere 16, die Andere 14 Jahre alt, jene eine Fabrikarbeiterin, diese ein Dienstmädchen, stürzten sich, nachdem sie am Ufer ihre Oberkleider abgelegt, und einander umschlungen, von jäh Fels wand hinunter in den Fall des Flusses bei Lewiston, Maine. Die Tammany-D'cbe lebten nicht nur selbst in Saus und Braus von ihrer Beute, sondern sie konnten auch ein Er kleckliches an Wahlsubsidien nach dem Südeft schicken, um dort dieWahlunkosten ihrer demokratischen Freunde bestreiten zu helfen. Manches südliche Coichreßmit' glied ist von dem Gelde gewählt, welches die Tammany-Spitzbuben den Bürgern New-Iorks aus der Tasche gemaust. E a S a Heerense, da is meer ooch scheener Schpabß passirt Es war in de» derßen Sommer, heerensie, da ntz'ch in „Herfthe." Dazumal lebte der alte Wirth. daß war Sie näml'ch Schulfreind von mir also kut, sitz'ch da drinne, un NU iS doch oie Stube bisl dunkel. Alto kut, da sitzt Sie ooch ftämver Herr drinne un, roocht aus großen Meerschaumkoppe. Nun müssen Sie wissen, ich schwatze tone Bischen von bis feien un besonders mit Främven, das is so meine Passion,»«! Also' kut ich setze mich hin zu den FMmveN Und fange an zu erzählen Sie vielieicht so äne kleene Stunre fort un der horcht a a A nu warschSie's fürchterliches Dünner weiter, un es dunnerte und blitzte in ^cner Tour, ilf cenrnal tbut Ste's draupen Schlag, als sollte die Welt unterfehen va Hot Sie's in die große Pappel hinterm Haus einkeschlagen also kut. wie Si«'s ven fürchterlichen Schlag thut. schmeißt mich der Schreck reen von dem Stuble runner, und der F,emve bat fein Schnup tuch rau's wischt sich im Kesichte rum un gt Sie: ,/S is bischen sffte schwiel, ich klosie, mer krtegen Kewilter heute."' Lädnsx, Heerense, war Sie der Kerl reene toobl Ein akademisches Programm des Professors CocciuS in Leipzig machtAuf sehen wegen der Enthüllungen über die diesjährige Pockenepidemie in ihren Fol gen für die Augen. Die leipziger Au- genhctlanlJalt nahm allein 58 meist schwer erkrankte Pockenpatiemen auf, stit 51 Iab ten die giöpte Zahl schwerer Falle von Augcnkrankveittn in Folge der Pocken. Die Hälfte jener augenkranken Pocken vatienten waren Kinder. Kein S der Kinder, keiner der Erwachsenen, 14 Män ner 17 Frauen, waren geimpft, beziehent tich revacetniri! Die häufigsten Augen erfranfungen waren die Hornhautent zünvungen. alsdann folgten die Entzü» düngen der Iris, ^.Um diese schweren Augenkrantbeitetibel den. Blattern in Zuiunft iu vtrbiMen, »peMich kein Mit tel," ^"Hgt Dr-. CoeeiuS ,alS die Impfung der Knhpocken Lymphe zu em bfehleii.": ^rfadwng vabe er selbst nie einen Akachtheil von der Impfung kennen gelernt. lr tt** SM» r-*n«M 4*v WA ^q^gasj rtrr'THT r£*m» l.'UkW-, Med er die Literatur der De«tscheu .,u::. in Amerika» W«n die Wisseufchaft der intellectu^ eilen Statistik einmal die Aeußerungen ves geistigen Lebens der Deutschen in Amerika—von den hervorragenden Lei stungen der Presse abgesehen—in däsBe reich ihrer Berechnungen ziehen und die Ergebnisse derselben 'in vergl«M)dnrer Methode denjenigen gegenüber stellin könnte, welche gleichartige Untersuchungen über die geistige Arbeit der Deutschen deutschen Reiche zu Tage förderti würden' rann hätten wir Dentsch-^Amerikaner sicherlich allen Grund, ChjUmtbittUchkeit der Wissenschaft zu beklagen. Sie wür de eS uns in trocknen Ziffern vor die Seele führen, daß die Deutschen der Ver. Staaten nicht in jenem Verhältnisse zur deutschenGtsammtliteratur beigetragen^ ben, welches zwischen der Bevölkerungs zahl des Mutterlandes und der Zahl Der Deutschen AmerikLs obwaltet und daß das geistigeLeben dieser letzteren noch nicht jenen Ausdruck gefunden hat, der geeig net wäre, die deutsch»atNerikanische Lite ratur zu mehr als einem wesenlosen Be griff zu gestalten, als welcher sie bis zur Stunde dem Gischichtsschteiber der beul» schen Literatur erscheinen muß. Die be rufenen Darstellerßdeutscher Literaturge schichte: Gottschall, Kurz, Goedeke, Ju lian Schmidt und wie sie alle heißen mö gen, die das Bilv unserer Literatur bis zur unmitelbaren Gegenwart vervollstän digt habcn, erzählen zwar von Dichtern und Schriftstellern, denen da»S eigenartige norvamerikanische Leben ihre schönsten Jnsviratronen verlieh und zu Erfolgen verhalf, deren Grund wohl in ersterReihe in dem Umstände wurzelte, daß die Dar stellung den unent liehen Reiz widerspie gelte, ren Natur und Leben der wunder baren Republik in sich schlössen und stets Demjenigen bietet werden, dessen Auge und Herz außerordentliche Erscheinungen zu finden und in sich aufzunehmen ver mögen. Aber welcher Geschichtsschreiber deutschen Geistes nennt uns Namen, die als Ausdruck einer deutsch-amerikanischen Literatur, die sich inmitten eineLGemein wesen hätte ausbilden müssen, dessen Geschichte auf jeder Seite Züge menschli cher Gifrße aufweist, dessen Lebenserschei nungen tausendfältigen Stoff zur Beo dacht ung in sich bergen und »aS sich übet ein Land verbreitet, in dessen Natur, mit tbren retchen Abstufungen und großarti gen Gegensätzen, jede menschliche Stim mung ihren Wiederhall findet? Gegen über dem stark ausgeprägten kosmopoli tischen Zuge, ver das Wesen des Deut schen kennzeichnet und es ihm ermöglich', sich den Eigenthümlichkeiten der Sitte und Anschauung fremder Länder unv Welten anzuschmiegen ohne deshalb den Traditionen zu entsagen, die ein unver äußerliches Erbtheil desStammes btloen, ist es zu erwarten gewesen, daß un ter den Deutschen der Ver. Staaten eine a a -alten a a E hatte ditse Literatur berufen sein können, einen ebenbärttant Rang neben der spe sisch nordamerikanischen zu behaupten tie sich die ihren wesentlichsten Momenten ebenfalls ver Literatur des Landes an schließt, von welchem vie Union die in ih herrschende Sprache und den Haupttbeil ver in ihr obwaltenven Lebensformen em pfänden bat und die erst dann als ein eigenberechtigter Factor in der Weltlite ratur anerkannt wurde, als sie gewiss vem amerikanischen Nationalleben eiaen^ ibfltnliche unv mit dessen großartiger Ent^ wickelung immer mebr hervortretend, Charakterzüge in sich aufgenommen hatte. r" Es soll keineswegs behauptet werden, dak nicht inmitten der Millionen Men schen, welche das deutsche (flem^nt be Ver^Slaaten Hilden, Eirizelne erständen find, deren litterarische Produktion von hoher Originalität und edelstem dichte tischen Geist Durchdrungen Ist: in jüng ßer Zeit noch w?t eS ,urs vergötirt|, eine stattliche Reibet pöejischer ErzeügMe! Deutscher ist Atnerika an üns vorllberzie best zn lassen, deren manche einer jeden Literatur zut Zierde gerWeu würden. Über all Z^epiäsentanten eines ganzen, wenn auch in der Entwicklung begriffe neu Literatur betrachtet, werden diesePro düctionen, vereinzelt wie 'sie, hervortreten, ungeächtxt ihres oft großenWerthes nur ge eignet sein s-imistische Rückschlüsse auf d'.literarischen^ Bestrebungen der Deut schen Noreamtrika's beibei^ufüören unt dieselben als des Zusammenhanges t1 den Ueöerlkeferungen ver gioßartigen Li tetatür des, Mutterlandes entbehrend, väsjUstellen. Das Urtbeil wird sich jetoch zu einem ungleich milderen gestalten, wenn man vie^ Umstände in Erwägung ziebt. welche es verhinderten, daß so hohe Intelligenz Und Bildung, wie sie der Strom d'Uticher Auswanderung der Heimatb entzog, sich hier in viel zu geringem Maße in Itters rischen Leistungen geäußert haben, als es vielleicht auf hetmath'ichem Boden der Fall gewesen wäre. Es sind diese Um stände zuvörderst in dem eigenthümlichen Charakter der deutschen Einwanderung zu tychen. Man könnte, dieselbe in drei Klaff, sondern. Die der eisten bef aus Leuten, deren Arbeit in Deutschland nicht jenen Ertrag lieferte, um ihnen ein genügendes Auskommen zu gewähr/ea. vver aus solchen, die schnell reich werden wollten. Die zweite ergänzte fich aus per Reihe derjenigen, welche ven Militär dienst »der Conflikte mit dem Ge e^ scheuten, während die dritte Klasse—nn mensch die ^»bedeutendste —pit Sumyle rer )ntelliaenz iy sich schloß, welche durch die.!unleidli^ea^pyiitisichen VerbäMsse die in der pprMr^Men Mt und später inDputtchlanv berlschten. gen&ihigt »ar, ibr Heil, ih« Kmhezt im Ausjgnpe —ln Amerika z« suchen. Erst der jüngsten Zett war eS vorbehalte«, der avbmpv^v 4nee», 'nwwvt Union auch solche Ginwanderer in größe« rer Zahl zuzuführen, die keiner dieser Ka teqorien angehörten, sondern in günsti «en äußeren oder auch unabhängigen Verhql.tnissen lediglich zur Erweiterung tbrer geschäftlichen Be»bindungen das Vaterland verlassen hatten ihnen schließt sich eine nicht vnbtirachtliche Anzahl Männer an, welche) dem Kehrerstande MgebSrsnd in ch,r Anion ein in jeder Beziehung'fruchtbateMFöldDr ditAus Übung-ihres höhen'^Berufes zU^ finden glaubttn',dlS dieHeimach eSihUen geboten hatte.''u:-1. vi Bon Jenen, die mit ihrer AuSwande rttNg lediglich materielle Zwecke verfolgt ten, die den KaiNpf nmS Dasein tagtäg lich zu kämpfen hatten, konnte für1 die deutsche Literatur füglich Nichts erwartet werden -sehr selten ist die strenge Arbeit den Musen hold und auch in Deutsch land treten nur ganz vereinzelte Fälle her vor, die «nS den Handwerker und Mer bauer auch als Poeten zeigen. Uebertie# war es den Wenigsten dieser Einwanderer vergönnt, ihren Kindern die Segnungen deutschen Unterrichts angedeihen zu lassen deutsche Schulen waren selten und man gelhaft, zumeist erfolgte daher der Unter richt, wenn überhaupt, in amerikanischen Schulen, so daß es nicht zu verwundern ist, wenn auch der Jugend mit der deut* schen Sprache zugleich die Fähigkeit, dem deutschen Element der Union betm Schaffen einerLiteratutzn dienen, »etlcr-n ging —Wie den Einen Mühsal und Entbehrungen, so entfernte den Ändern die Jagd nach dem Glücke von Sprache und Sitte der Heimathund so war es dann in erster Reibe an Jenen, welche Reaction und Polizei über den Ocean gessihrt hatten, der Dorte eingedenk zu bleiben, mit denen Jacob Grimm die Ankündigung seines unsterblichen Nak'ö-. nalwerkes schloß: „Deutsche geliebte Landsleute, welches Reichs, welches Glaubens ihr seiet, tretet ein in die euch allen aufgethane Halle eurer ängestamm ten, uralten Sprache, lernet und heiliget sie uyd haltet an ihr, eure Volkskrast und. Dauer hängt in ihr, «koch reicht fie über den Rhein, in das Elsaß bis nach Loth riligen, über die Eider tief in Schleswig ho Hein, am Ostseegestade hin nach Riga und Reval, jenseits der Karpathen in Siebenbürqens altdakisches Gebiet. Auch ^u Euch, ihr ausgewanderten Deutschen Aber das salzige Meer gelangen wird das -Buch und euch wehmütige liebliche Ge-, danken an die Heimathssprache eingeben oder befestigen, mit der ihr zugleich unsere und euere Dichter hinüber züht, wie die englischen und spanischen in Amerika ewig fortleben." j\ Und viele von ihnen hielten diese Mah nung in Ehren in Wort und Schrift predigten sie den Rubtn ihrer Sprache und ihres Volkes, die beide eins sind, und 'etzten ihr Bestes daran, mit dem Kleinod ver Sprache auch die Schätze ihrer Lite ratur zu wahren und beiden neben der eine neue Heimaih zu begründe». Manch' materielles Opfer wurde gebracht, die so entstandenen Erzeugnisse deutscher Geistesarbeit durch die Buchdruckerpresse, zum Gemeingut werden zu lassen, doch aelang dies selten Die deut'che Bevöl erung, über ein weites Land zer streut, dessen Veikehrsuetz noch lange der Vervollständigung Hamm mußte,Ü erdies fehlte eS an einem geregelten deutschen Buchhandel, und als später deutsch ame rikantsche Verleger ihre Thätigkeit began nen, begegneten sie, sobald es sich um Schriften ed'erer Tendenz hanvelte, bei ver Mebr*ahl ver Deutschen des Landes einer Tbeilnahmslosigkeit, die von weite ren Ver uchen in d«eftrRichtung abschrek fen mußte. Da nun durch ein solches Zusammentreffen ungunstiger Umstände nur weyige bessere Erzeugnis deutsch-amerikanischer Litera tur in entsprechender äußerer Form vei*. öff^tlicht werden konntey, so sah sich der Autor, dem an der HerausAabe seines Arbe gelegen,war, aufj, pie periy.disljje! Presse angewiesen!^ Diese birgt denn'aM in der That iti ihren' pausenden /von Bänden eine Fülle Arbei.en von Wertb, Arbeiten aus den meisten Gebieten der Jtteratur, die durch die Art ihrer BerAf eniltchung nur in ganz abgegrenzte Krt ife zringen konnten, ato für den Tag ge chrieben erschienen! und mit diesem ver,Is en gingen, oder höchstens noch füx. .den Verfaffer^^und» ^einej^^Frcunve^beflebc.ri.6iie-, ?en. Dies N literarischen Leistungen chltfßt sich jteenfalls eine bedeutenve An zahl solcher ätt, denen durch die Ungunst ver Verhältnisse der Meg in die |ffent a bcrdi/nten gevr^ckt zu Werden. ES würve sich um vas Deutschtbum in den Vereinigten Staaten erwerben, der es unternähme, solche zu schnell^ veischolleye Arbeiten der Vergessenheit zu eniziehen Und, in einer Eammlung zu pereinigen. Wenn diese es sich überdies zur Ausgabe machte, auch andere bisher ungevruckt'e literarische Productionen in sich auszu' nehmen deren Tendenz sich an ein größer res Publikum von allgemeiner Bildung wendet, dann dürfte ungeachtet sorgfäl gster Prüfung des Vorliegenden, das Material für ein periodisches Unterneh men von Dauer geboten sein. DaS Bucy Mormon. Jetzt, da die fo lange fast verschollenen Mormonen wieder in den Bördergrund Preten, oder treten werden, wird eS nicht uninteressant sein, den Lehrbegriff vieler merkwürdigen Secte zu reprodueiren: Der Stifter des MormoneNthumS war Joseph Smith, geboten im Jahre 1804, im Staat Vermont. Seine' El lern gehörten der niedrigsten K,taf[t der Bevölkerung an, und die Erziehung die i!r ihm angeveih^ü ließet, war eifcr 'feht beschräntte. Der jiinÄf iJ,Joekr »ifIflKtis gens der fich schon f»W -dMch? Mne E'fin dUMSgOe,WszeMet^Mihn^^ Verdiene«. Mehrere Jahre laug -ff- er als Träumveuttr. Wahrsager und Wunderdoktor sein Leben, bis er endlich im Jabre 1830 als Gründer einer neue» Religion auftrat und verkündete, daß er, von Gott mit der Wiederherstellung W wahren Priesterthums auf Erden betraut worden sei. Zugleich gab er vor, kB Hügel Cumorah, im Staate New Io»k aewisse goldene Tafeln over Platten ge funven zu haben, die einen Bericht über vieAnfievlung Anrerikas durch die Jubyfc lch^lt. vor d«.Geburt Christi en^ickM. Ochch göttliche Erleuichtying }ei et.pk «tt Stand gesetzt worden, die Inschrift dieser Tafeln zu übersetzen. Diese Uebersetzung ist das jetzige „Buch Mormon' die Bibel der Mormonen,i ein Werk von dem kangdes Älten Testamentes. Der' gk schichtliche Theil des Werkes läßt sich fol genvermaßen zusammenfassen: Sechshundert Jahre vor der Geburt Christi lebte inJerusalem eine fromtÜe jü dische Familie, die im Traum von der bevorstehenden Zerstörung Jerusalems und der babylonischen Gefangenschaft be nachrichtigt wurde. Unverzüglich waa derte nun diese Familie mit ihren Frtujta. den und Anhängern aus, schiffte sich eich' und erreichte nach langer Irrfahrt die Küste von Central Amerika, wo sie fich niederließ und unter Nephi, dem Patri archen. eine Colonie gründete. Im Laufe der Zeit wuchs diese Colonie zu einet mächtigen Nation heran endlich aber kam eS zu einem großen Zwiespalt, da ein gewisser Laman und seine Anhänger die Herrschaft N-phis nicht anerkennen wollten, worauf er und sie verflacht und verurtheilt wurden, ein wildes Volk mit dunkler Haut zu sein. Von dieser Zeit an herrschte beständige Feindschaft zwi schen den Nephiten und Lamantten. igt* stere erbauten die großen Städte Zara heitna, Jaboauath und viele andere, de ren Ruinen sich noch jetzt vorfinden Die Lamaniten dagegen führten ein wildes,: nomadisches Leben und fochten die Ne pbiten bei jedet Gelegenheit an Hiese waren dem unverfälschten Glauben der Israeliten treu geblieben, währettv di^ Nachkömmlinge Lamans Abgötterei trie ieo. Nachdem Christus in Jery^lem gekreuzigt worden war, erschien *r in Amerika, wo er das Evangelium prchigM Die Nephiten nabmen dasselbe sofort an, die Lamaniten aber ließen sich, nicht be lehren Allein schon nach wenigen Ge- Iterationen verfielen die Nephiten in Un glauben und führten ein noch weit gott iöseres Leben als die Lämanisen, we§hal^ der Herr beschloß, sie ganz von dem Erd boten zu vertilgen. Er üderantwortch^ sie den Händen ihrer Feinde, und nach wehrjährigcn ununterbrochenen Kriege kam eS im Jahr 430 beim Hügel Cu morah, im jetzigen Staate New Jork zu einer gewaltigen Schlacht, in welch die Nephiten bis auf den letzten Rest get^v tt wurven. Nur der fromme Mormon und fein Sohn Moroni ent'amm. Die verschiedenen Könige und Priester hatten regelmäßige Jahrbücher über ihre Ge­ richte geführt die Mormon jetzt in ei nem Bande zusammenstellte Diesem 'ügte er ein eigenes Buch hinzu, und Übergab das Ganze seinem Sahn Moro-^ ni. Dieser vollendete die Geschichte,und' begrub vas Werk in dem Hügel Cumo rad, da Gott ihm versichert hatte, daß eK nach Ablauf von vierzehn Jahrhunder en durch einen großen Propheten (Jo 'eph Smith) den Menschen wiedergegeben werden sollte. Kurz daraus oetichi^ Moroni, der letzte der Nephiten "und Mit :bnt starb die Geschichte seines Volkes. Die Latr Äiitten ragegen (die Indianer) erhielten sich bis zur Entrecfu% Ämert* !'aS durch die weiße Race. Sovik^ ubßr^ en geschichtlichen In Hill des „BucheS Mormon.^ n, 5. Okt.— Charakteristisch ür die mährischen Zustände-ist folgende Parodie der ..Wacht am Rhein", welche dieser Tage W dem MagesblMWWuS MäHr-xn" exschiepen ist. iN Ifa'ti!i im Kainpf für itreibfü überaß. ^.ir glte ftchm MUthiA ein. fe itnffre Siwbrt einst am Rhei«^' Ter deutsche Mann mit birbtrm Sinti Hält fest unt» tieil dir Wacht ii» Brun». Auf blick'er in deS Himmelsblau'»' n:.V'i iBo Heldeyva er niederschau'n. n« vife tt.tb schwört mit stolze KawVfkSlust: 'ljv Du Brünn, bleibst deutsch wie meint per deutsche bifberpt Sinn Hält fest und treu die Wacht itt43runn. 31, lang in unS ein deutsch'iA^blüt, deutsche Staust drn !r!: JepVr Verdienst ein bleibendes Degen »i dt, t,,- Und deutscher Arn die Büchse sp mnt, fPtrst rzechisch nicht mein Mabrerland Tfr »e «sche Mann rnt ed« iny,, Hält fest und treu'die WaHt in Brtiüii. '"k Und wenn im Tod mein A«g auch bricht Sv roerb ich dich ein Czeche nicht! Wir teu ichen steven feil geschart Und scheuen tttntn Hohenwart! Oer deutsche Man-, mt. bi verm S'nn Hält fest unv treu die Wacht in Biünn. 1 2 O E a ter Erbschaftsprozeß wird gegenwaitg auf vem Stadtgerichte zu Berlin veibau- delt. Im October vorigen Jahres starb zu Berlin der Rentier Schaeffer. tiüiur Besitzer einer Papieifabrjck, mit Hinter­ lassung eines Vermögens von über 2 000 Tklr.. Derselbe halte sich im I. h- re 1846 in Düsseldoif verdeiratvet, war aber einige Jabre später mit einer ance* ren Frau nach Amerika durchgegangen, jdie ihm daselbst drei Kinder gebar. Er kehrte mit dieser und feinen tw Ktnvern im Jabre 1852 nach Europa zurück, kam nach Berlin und ließ sich hier, nieder. Diese illegitime Frau stäib 1865. re^tmäßtge Frau in Düsselooif «st ,,gi gegen' ven Adminrsttatvr 'ihr^S- Manckch und die drei Kinyer «^Klägerin ausge treten, und zwar auf Grund des zivtichm ihr und ibttm Manne Düsieito,f ad- KM machte »ecFUtracteS, rootm ^wi iütfergfmeinlcbaft"- ftiigB frtf ühV'Mvmtnt ist, daß der öb«t imm* Theil zur HächlizEibMzdeS d«!, Ehe er worbeoeNMtrmöMS ftiffir: sollte. Dre Mu veMNgtchreM»ch dG Hälfte de« Nachlaße». =agr"